CD-Kritiken A - C

CD-Kritiken-Archiv A - C

 

26 - Solipsissimus

26 ... eine neue Band bzw. ein neues Projekt von Gitarrist und Songwriter Andy Kodiwein. Noch nie gehört? Ich auch nicht. Aber meine Homepage ist ja unter anderem auch dazu da, die etwas unbekannteren Sachen vorzustellen, wenn es sich lohnt. Und bei '26' lohnt es sich auf jeden Fall. Der Drummer des Projekts, Marco Minnemann, ist ja hoffentlich dem Einen oder Anderen schon mal über den Weg gelaufen, also zumindest CD-mäßig, war er doch z.B. bei den H-Blockx oder auch schon bei Udo Lindenberg aktiv. Und das bedeutet schon mal ein geniales Drumming. Sänger Joe Valdarno (www.joevaldarno.com oder auch www.myspace.com/joevaldarno) kannte ich bis jetzt auch noch nicht, macht seine Sache aber richtig gut. Die Band selber beschreibt ihre Musik als 'Melodiöser Prog-Rock mit Grunge-Einschlag'. Und dem kann man in Teilen eigentlich zustimmen. Vor allem der 'Grunge-Einschlag' erinnert mich von Art und Tempo vieler Parts öfters mal an Soundgarden (und da speziell an den Song 'Black Hole Sun') und Konsorten. Keine schlechte Mischung. Aber auch die rockigeren Sachen (wie z.B. 'All Conspiracy') kommen nicht schlecht rüber. Nur den melodiösen 'Prog' kann ich jetzt nicht wirklich so deutlich erkennen, würde der Musik aber auch nicht wirklich gut tun. Klar gibt es auch ein paar komplexere Stellen in den Songs, aber immer schön dosiert eingesetzt. Produziert wurde die CD auch von Andy Kodiwein und es fällt angenehm auf, dass hier wohl nicht mit irgend welchen Studio-Tricks gearbeitet wurde sondern dass die Musik einfach pur aus den Boxen kommt. Muss man unbedingt antesten. Soundfiles gibt es unter http://www.myspace.com/kodiwein und die CD kann man z.B. bei Just For Kicks bestellen.

A

A Cosmic Trail - The Outer Planes

Ich finde es ja ziemlich lustig, dass bei meinen Review-Kollegen ‘A Cosmic Trail’ als Newcomer-Band bezeichnet werden. Klar, unter diesem Band-Namen wurde noch keine CD veröffentlicht, aber wer meine Reviews hier auf dieser Homepage aufmerksam gelesen hat und sich vielleicht auch den einen oder andern Tipp geholt hat, wird an diversen Lanfear-Alben nicht vorbeigekommen sein. Die Prog-Metaller aus Heilbronn sind ja mehrfach auf meiner Homepage vertreten und dort spielt unter anderem ein gewisser Markus Ullrich (genannt ‘Ulle’) Gitarre. Und siehe da ... ‘A Cosmic Trail’ ist Ulles neuestes Baby. Rein instrumental und ein interessanter Querschnitt aus vielen musikalischen Genres und Einflüssen. Unterstützt von Richie Seibel (Keyboards, ebenfalls Lanfear) und Alex Palma (Bass ... der war bis 1997 bei Lanfear) ... und einem mir unbekannten Drummer (der steht leider im Booklet nicht drin) hat Markus Ullrich insgesamt 6 faszinierende Songs geschrieben, die alle eine Länge zwischen 7 1/2 und knapp über 9 Minuten haben. Klar steht bei den Songs die Gitarre von Ulle im Vordergrund ... mal heftig elektrisch, mal ruhig akustisch ... aber auch die Rhythmus-Jungs dürfen glänzen und das Keyboard ist meistens dezent im Hintergrund. Musikalisch einordnen kann ich ‘A Cosmic Trail’ nicht (leider oder zum Glück), dafür gibt es echt zu viele unterschiedliche Stilarten (hört man sich nur mal ‘The Weald’ an könnte man fast auf Mike Oldfield kommen, ‘Passage’ dagegen klingt teilweise nach Metallica). Mehrfaches Hören vor Erlauben eines endgültigen Urteils empfiehlt sich auf jeden Fall, denn ‘eingängig’ ist bestimmt das falsche Wort für ‘The Outer Planes’. Auch nach diversen Durchläufen gibt es immer noch was Neues zu entdecken. Eine tolle Scheibe, die ich jedem Leser meiner Homepage nur wärmstens ans Herz legen kann. Abgemischt wurde die CD übrigens von Jan Vacik in seinen Dreamsound-Studios, und der ist ja vor allem in Prog-Metal-Kreisen für seinen brillianten Sound bekannt (Serenity, Lanfear usw.). Käuflich zu erwerben ist die CD zwischenzeitlich bei Just For Kicks, mehr Infos gibt es auf den MySpace-Seiten von A Cosmic Trail.

A Cosmic Trail - II: Mistral

Normalerweise sind Solo-Projekte von Metal-Gitarristen, wenn sie dann auch noch rein instrumental sind, äußerst langweilig bis unhörbar, weil der Musiker im Prinzip nur zeigen will, wie schnell er das Brett rauf und runter spielen kann. Aber es gibt auch wohltuende Ausnahmen, wie Markus ‘Ulle’ Ullrich, seineszeichens Gitarrist der Heilbronner (Prog-) Metal-Band ‘Lanfear’ auch auf seinem zweiten Output unter dem Namen ‘A Cosmic Trail’ beweist.
Schon das Erstlingswerk ‘The Outer Planes’ hat mir äußerst gut gefallen (siehe meine Review) wobei mich vor allem der Mix aus Oldfield meets Metallica mehr als begeistert hat.
Der Drummer hat jetzt einen Namen (Klaus Engl), ansonsten sind wieder Richie Seibel (Keys) und Alexander Palma (Bass) mit an Bord. Und trotz der Tatsache dass ‘II: Mistral’ jetzt nicht mehr von Jan Vacik produziert wurde, hat sie einen geradezu brillanten Sound erhalten.
Hier wird sowohl die Metal-Fraktion bedient mit fetten Gitarren-Riffs, es gibt Ausflüge in Richtung Dream Theater (also richtig Prog-Metallisch ... hört Euch nur mal die letzten paar Minuten von ‘Cromlech’ an), die Prog-Fraktion kommt auf ihre Kosten (‘In Ertia’ ... nur genial ... Steve Wilson meets Sigur Ros meets Poor Genetic Material meets alles mögliche) und jeder Hobby-Musiker wird sich eine andere Betätigung suchen, wenn er nach dem Hören von ‘II: Mistral’ erkennt, dass es einfach sensationelle Musiker gibt, die vor Spielfreude nur so sprühen und man selbst an so ein Niveau nie herankommen wird.
Und alles ist trotz aller musikalischer und instrumentaler Ausschweifungen nie irgendwie abgedreht sondern in den (fast allen) überlangen Songs steht auch immer eine geniale Melodie im Mittelpunkt, die einem danach nicht mehr aus dem Kopf geht.
Ein richtig geiles Album, das in keiner CD-Sammlung fehlen darf. Leider habe ich aber doch einen Kritikpunkt, denn die Spielzeit ist mit rund 46 Minuten viiiiiel zu kurz ... da hätte ich gerne noch 30 Minuten mehr gehabt und mir wär’s trotzdem keine Sekunde langweilig geworden. Bestellt werden kann die CD am Besten direkt über die Band-Homepage, dann geht schon kein Euro an irgendwelche Dritte flöten und Teil 3 kommt hoffentlich bald.

Abydos - Abydos

Sicherlich eines der Highlights des Jahres 2004 ist für mich die erste Solo-Scheibe des Vanden Plas - Sängers Andy Kuntz, die unter dem Titel 'Abydos' veröffentlicht wurde. Unterbetitelt ist die Scheibe mit ' The little boy's heavy mental shadow opera about the inhabitants of his diary' und basiert auf dem von Andy Kuntz geschriebenen Theaterstück 'The Inhabitants Of My Diary'. Im Ursprung sollte 'Abydos', die Musik stammt übrigens fast ausschließlich von Stefan Glass und Michael Krauss (die auch auf der CD als Gitarristen und Keyboarder mitspielen ... unterstützt noch von Drummer Andy Lill von Vanden Plas) und die Texte von Andy Kuntz, eigentlich als eine Rock-Oper veröffentlicht werden. Allerdings hatte da anscheinend die Plattenfirma (InsideOut) was dagegen ... kann ich auch verstehen, denn in der letzten Zeit gab es ja genügend von dem Zeug ... und so wurde es eine Andy Kuntz - Solo-CD. Auch recht. Wer Vanden Plas kennt, weiß ja, wie ausdrucks- und gefühlvoll Andy Kuntz singen kann. Und bei 'Abydos' wird das praktisch 70 Minuten lang zelebriert. Insgesamt ist die Musik etwas 'ruhiger' als bei Vanden Plas, was aber die Scheibe keineswegs in irgend einer Weise langweilig macht. Mir fällt dazu eigentlich nur ein Wort ein. KAUFEN. Und neben der Musik möchte ich auch ausdrücklich das Layout des Booklets und die wunderschönen Zeichnungen von Li-Wen Kuo loben.

AC Angry - Black Denim (VÖ: 08.11.2013)

Auch wenn ‘Black Denim’ das Erstlingswerk der der deutschen Metal-Band ‘AC Angry’ ist, sind die Jungs schon länger im Musikbusiness unterwegs, denn vor der Umbenennung in ‘AC Angry’ war die Band unter dem Namen ‘Taletellers’ unterwegs, haben da schon 2 Scheiben veröffentlich und tourten unter Anderem mit Molly Hatchet, Scared Reich, Uriah Heep oder Astral Doors.
Offensichtlich war ihnen der alte Name zu unpassend für die Musik und man nahm was Sprechenderes. Denn ‘Angry’ passt zu der Musik einfach viel besser. Hier gibt’s fett was auf die Ohren. Der Opener ‘Booze Horse’ haut schon richtig rein, ‘Rock’n Roller Roller Rolla’ sagt eigentlich schon alles (einfach cooler Rock ‘n’ Roll), sie können auch etwas ruhiger (‘It’s Good To Be Bad’ ... eine saugeile Halbballade), richtig geil wird’s dann wenn noch ein Piano den Rock ‘n’ Roll - Takt begleitet und es ein Duell zwischen Mundharmonika und Gitarre gibt (‘You Got The Thirst, I Got The Booze’), es gibt Aussie-Rock (das Titelstück ... eine nette Mischung aus AC/DC und Airbourne oder auch ‘Hellrock Anthem’) und auch eine geile Anleihe an Motörhead (‘AC Angry’).
Eine richtig coole Scheibe zum die Ohren durchpusten. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage.

AC/DC - Live

Die 1992'er Live-CD (als 'Special Collector's Edition' im Doppelpack) war mir bis jetzt bei einem Preis von über 40 Mark schlichtweg zu teuer (nachdem ich ja schon eine AC/DC-CD habe und sowieso alle gleich sind). Aber seit Neuestem gibt's das Teil für schlappe 24,95 Mark zum Sonderpreis. Und da kann man einfach nicht nein sagen. Von Thunderstruck über Dirty Deeds und Hells Bells bis Whole Lotta Rosie sind alle bis 1992 veröffentlichten Hits in erstaunlich guter Soundqualität veröffentlicht (leider alle mit Sänger Brian Johnson).

AC/DC - Black Ice

Es gibt echt noch eine Konstante in diesem Universum. Und die heißt eindeutig AC/DC. Ich weiß echt nicht mehr, wie lange es die Band schon gibt ... auf jeden Fall bin ich schon in meiner Jugend (und das ist jetzt auch schon ein Weilchen her) auf Whole Lotta Rosie abgezappelt, und das muss so Mitte bis Ende der 70er Jahre gewesen sein. Kurz im Schrank nachgeschaut ... stimmt, das war 1977. Und davor gab es ja schon die Dirty Deeds - CD. Also das sind jetzt schlappe 30 Jahre Musik-Business und wenn man 'Black Ice' hört, kann man eigentlich kaum einen Unterschied zu damals erkennen. Typische AC/DC-Riffs, die jeder halbwegs talentierte Gitarrist locker nachspielen und dabei auch noch mit Posing glänzen kann (ich weiß von was ich spreche ... ich kann das auch !!). Da kann man fast jeden der 14 Songs blind auswählen und erkennt nach 2 Sekunden schon um welche Band es sich handelt. Gut, die Jungs haben nie was anderes gemacht (warum auch) und der Erfolg gibt ihnen ja auch nach 30 Jahren noch recht. Platz 1 in den Charts, nach ner halben Stunde Vorverkauf ausverkaufte Konzerte ... was will man mehr. AC/DC-Fans können mal wieder blind zugreifen.

A.C.T. - Last Epic

Obwohl 'Last Epic' schon die dritte CD der schwedischen (?) Melodic-Prog-Band ist, hatte ich vorher noch überhaupt nix von denen gehört. Da sie aber zur Zeit (März 2003) zusammen mit Saga auf Tour sind und man ja wissen muss, auf was man sich da einlässt, habe ich mir halt mal die neueste CD zugelegt. Und 'Last Epic' klingt wirklich nicht schlecht. Dass mit A.C.T. sicherlich keine blutigen Anfänger am Werk sind, merkt man schon an den ersten Stücken, wo es schon ganz schön vertrackt zugeht. Insgesamt geht die Musik von A.C.T. in die Richtung Bombast-Rock ein bißchen im Stile von Robby Valentine, wobei aber weniger Keyboard und ab und zu so richtig fette Gitarre zum Einsatz kommt. Ein sehr angenehmer Sänger und eine nette Geschichte über die ganze CD machen mich zumindest neugierig, was die Jungs live draufhaben. Auf jeden Fall eine CD zum antesten. Die Vorgänger-Alben sollen laut Internet-Reviews aber proggiger sein.

A.C.T. - Silence

Wer auf der 2003er-Saga-Tour war, wird die schwedische Band A.C.T. ja schon kennen und hat sich bestimmt schon mit dem kompletten Back-Katalog ausgestattet (und damit keine schlechte Wahl getroffen). Mittlerweile sind die Jungs bei Inside Out untergekommen, was mich persönlich jetzt doch etwas verwundert aber natürlich für die Band freut. Denn damit haben sie die Garantie, dass alle Proggies, die normalerweise (fast) alles von Inside Out kaufen (können), jetzt auch blind bei A.C.T. zuschlagen werden. Und auch mit 'Silence' hat man dann da keinen Fehlgriff getan. Stilistisch geht es (natürlich) im Sinne der Vorgänger-Alben weiter, also im weitesten Sinne mit recht poppigem Prog-Rock, der ab und zu schon an die genannten Saga erinnert aber trotzdem was ganz Eigenes hat. Aufgeteilt ist die CD in 10 eigenständige Songs (alle ziemlich fetzig und klasse) und in einen Part namens 'Consequences' mit nochmals 9 Titeln, die allerdings teilweise recht kurz sind, aber es insgesamt schon auf rund 22 Minuten bringen. 'Silence' ist auf jeden Fall zu empfehlen. Außerdem gibt es als Bonus dann auch noch ein Live-Video von dem Song 'Mr. Landlord' von der 2003er 'Last Epic' - CD.

Adagio - Underworld

Was kann man erwarten, wenn einige Musiker von Majestic und Elegy zusammen mit Sänger David Readman (von Pink Cream 69) eine CD aufnehmen, für die dann auch noch PC 69 - Producer Dennis Ward verantwortlich ist ?? Vielleicht kennt ja der eine oder andere schon das Erstlingswerk dieser Combo aus dem Jahr 2001 (mit Namen 'Sanctus Ignis' und einer genialen Cover-Version des Led Zeppelin-Klassikers 'Immigrant Song'), denen kann ich dann nur empfehlen, wenn Euch die erste Scheibe gefallen hat, dann werdet Ihr von 'Underworld' begeistert sein. Allen anderen Lesern meiner Homepage sei gesagt, dass Adagio hervorragenden Prog-Metal mit (wie der Bandname auch schon ein bißchen ausdrückt) ein paar klassischen Elementen spielt und am ehesten vielleicht mit Elegy (ohne Schreihals Ian Parry) oder Symphony X (leider ohne Gitarrenheld Michael Romeo) zu vergleichen ist. Freunde dieser Bands können bedenkenlos zugreifen. Höhepunkte der CD sind auf jeden Fall der über 13 minütige Titelsong sowie das 8-minütige Instrumentalstück 'Niflheim'.

Addison Project - Mood Swings

Ein bißchen abseits vom Prog ist das neue Projekt von Bassist Richard Addison, der auf den ersten zwei CDs der kanadischen Prog-Band Mystery zu hören war. Mit einem Berg von mir relativ unbekannten aber eindeutig hervorragenden Musikern gibt es ein rein instrumentales Album mit einem ziemlich jazzig angehauchten Mix aus tollen Gitarrenparts, einem hervorragendem Schlagzeug, viel Saxophon und ab und zu einer Violine, die mich stark an Eddie Jobson aus seiner Curved Air - Zeit erinnert. Auffallend ist neben dem teilweise wirklich groovenden und manchmal relaxten Rhythmus vor allem die glasklare Produktion, wie ich sie leider nur noch selten höre. Aber wie gesagt ... für verwöhnte Prog-Ohren dürfte das Addison Project schon gewöhnungsbedürftig sein. Intelligente Musik, die nicht zum nebenherhören geeignet ist. Anspieltipps sind vor allem der Opener 'Sleepwalking' sowie 'Controlled Freedom', das klingt wie aus einer Schluß-Szene eines Humphrey Bogart- Filmes, wenn der Filmheld nach einer durchgezechten Nacht sich von seinem Mädel verabschiedet und durch das menschenleere und verregnete New York die Straße runtergeht. Richtig schön kitschig und gefühlvoll. Die CD wurde von UNICORN-RECORDS veröffentlicht.

Adrenaline Mob - Omertá

Nach dem Ausstieg und nicht mehr erlaubten Wieder-Einstieg bei Dream Theater hat sich Ex-Drummer Mike Portnoy mitnichten auf das Altenteil gesetzt, sondern ist sowohl mit seiner einen ‘Supergruppe’ Flying Colors (siehe meine Review ... eigentlich ganz nett aber ganz schön zusammengestückelt und auf Dauer langweilig) als auch mit seiner zweiten Band ‘Adrenaline Mob’ ganz schön fleißig. Auch ‘Adrenaline Mob’ kann man als eine Art Supergruppe bezeichnen, denn neben Portnoy an den Drums machen noch Symphony X - Sänger Russell Allen sowie der zwar recht unbekannte aber in einschlägigen Kreisen recht gut gebuchte Studio- und Gast-Gitarrist Mike Orlando mit (der auch für die Bass-Linien verantwortlich ist), der übrigens auch schon 2 Solo-Alben veröffentlicht hat und sich im Jahr 2011 mit der Band des Ex-Priest-Sänger Tim ‘Ripper’ Owens ‘TRED’ zusammenschloss. Außerdem war er auch schon bei Russell Allens Solo-CD mit von der Partie.
Adrenaline Mob ist im Vergleich zu Flying Colors auf jeden Fall etwas härter angesiedelt und auch die Songs sind etwas interessanter und abwechslungsreicher. Das liegt zum Einen ganz klar an Russell Allen, der einfach ein guter Sänger ist und auch härtere Sachen singen kann ohne ins Schreien zu verfallen und zum Anderen an Gitarrist Mike Orlando, der im Gegensatz zu Steve Morse (bei Flying Colors) nicht nur ein paar lustlose Gitarren-Soli beisteuert, die überhaupt nicht zu den Songs passen, sondern neben absolut fetten Gitarren-Riffs auch noch teilweise herrlich in der Gegend rumwimmert.
Als PROG-Metal möchte ich Omertá aber nicht bezeichnen, dafür fehlen mir dann doch die Breaks und längeren Songs. Alles bewegt sich so im 4-Minuten-Bereich. Nur ‘Hit The Wall’ sticht (längenmäßig) mit 6 1/2 Minuten ein bißchen raus. Dream Theater light ... Symphony X mit stark gekürzten Songs ... so etwas in der Art ist Omertá. Kann man haben, muss man aber nicht.

Aemen - Fooly Dressed

Man sollte nicht unbedingt eingeschweißte CDs kaufen, die mit einem verlockenden Aufkleber (in diesem Fall 'Featuring Sharon del Adel and Lana Lane') versehen ist, wenn man vorher nicht reingelauscht hat. Denn sonst ist die Erwartung (zumindest auf die Musikrichtung) ziemlich groß und die Enttäuschung könnte folgen. So ähnlich ging es mir mit der vorliegenden CD der holländischen Band 'Aemen', die wohl vornehmlich aus Sänger, Gitarrist, Keyboarder und Songschreiber Toine van der Meijden besteht und um diesen Kopf sich noch ein paar Musiker scharen. Und damit die Scheibe interessant wird, kauft man ein paar bekanntere Namen ein (wie z.B. Frau del Adel, die ja zur Zeit mit ihrer Band 'Within Temptation' richtig 'IN' ist und sogar in einschlägigen Musik-Sendern auftritt), mit denen man dann wirbt. Naja, um es kurz zu machen, die Aemen-CD ist in keiner Weise kompatibel mit den Gast-Sängerinnen (wobei Lana Lane anscheinend auf einem Song mitsingen soll, was man aber gar nicht hört, und auch Sharon del Adel ist gerade mal auf 2 Songs vertreten). Musikalisch geht Aemen (zumindest wenn Herr van der Meijden singt) eher in Richtung Smashing Pumpkins und von Prog ist keine Spur zu entdecken. Ich würde mal sagen: ein klassischer Fehlkauf. Aber die in der Papp-Box enthaltenen Kunst-Postkarten sind ganz nett und die 2 Songs mit Sharon del Adel auch. Deswegen gibt's von mir noch eine mittlere Wertung.

After Forever - Prison of Desire

Daß unsere flachen Nachbarn aus Holland nicht nur Käse sondern auch Musik machen, ist spätestens seit Rudi Carrell, Heintje, Ayreon und The Gathering bekannt. Doch daß sie jetzt schon die finnische Vorliebe für melodischen Dark- bzw. Gothicmetal entdeckt haben, ist mir neu. Die After Forever-CD könnte man auch als Anneke (van Giersbergen) goes to Nightwish bezeichnen. Sängerin Floor Jansen (schon mal aufgetaucht auf der Ayreon-CD 'The Dream Sequenzer' im Duett mit Tiamat-Sänger Johan Edlund) erinnert mich stimmlich trotz des Versuchs, an Nightwish-Tarja heranzukommen (was etwas mißlingt), sehr stark an Anneke von 'The Gathering', wo hingegen die musikalischen Einflüsse (oder hat man da eher geklaut ??) eher bei Nightwish zu suchen sind. Teilweise sind die Songs unnötig in die Länge gezogen und die klassischen Teile könnten ruhig noch ein bißchen mehr sein, aber insgesamt möchte ich die CD allen Freunden der o.g. Bands ans Herz legen.

Agarta - Under The Same Sky

Aus dem fernen Irkutsk kommt die Band 'Agarta', die von Gitarrist Svyatoslav Opritov, genannt 'Miff' gegründet wurde und durch 3 Mitglieder der Haus-Band des Musik-Theaters Irkutsk (Denis Popov -Drums-, Max Popov -Bass- und Valery Shukevich als zweiter Gitarrist) vervollständigt wird. Miff Opritov wird in Russland ziemlich oft mit Robert Fripp verglichen, und wenn man die Musik von 'Under The Same Sky' so anhört, könnte man diesen Eindruck auch bestätigen. Geboten wird fast rein instrumentaler Fusion-Prog, der teilweise auch von Steve Hackett oder anderen Instrumental-Prog-Größen sein könnte. Highlight der CD ist ganz sicher das 9-minütige Titelstück mit vielen tollen Melodie-Linien, Breaks und Gitarren-Parts. Aber auch andere Songs wie z.B. 'Seven Yards!' (mit einer gefühlvollen Jadis-Gitarre) oder 'The Autumn Garden' (nette Bar-Musik) wissen zu überzeugen. Wer auf leicht jazzig angehauchten Instrumental-Prog steht, könnte der Band 'Agarta' eine Chance geben. Veröffentlicht wurde die CD bereits im Jahr 2003 bei Starless Records (die Seite gibt's nur in kyrillisch !!) in Russland. Leider habe ich auch von der Plattenfirma nicht erfahren können, wo man die CD halbwegs vernünftig bestellen kann. Aber vielleicht tut sich da ja in der nächsten Zeit noch was. Immerhin versucht Starless Records zur Zeit ziemlich massiv, auch im deutschsprachigen Raum bekannt zu werden.

Aina - Days Of Rising Doom (Limited Edition)

Zuerst einmal möchte ich die Preispolitik von Transmission Records mehr als loben. Die limitierte Edition von 'Days Of Rising Doom' beinhaltet neben der eigentlichen CD noch eine zweite Musik-Scheibe (betitelt mit 'The Story Of Aina'), eine DVD ('Beyond The Borders') sowie ein mehr als fettes Booklet (mit sage und schreibe 68 Seiten und wirklich allen Infos über das Projekt, die Geschichte und und und). Und das alles für unter 20 Euro. Also wer sich da die Mühe macht, das Teil zu brennen und damit die Künstler betrügt, ist wirklich selbst schuld und tausende Sackratten sollen ihn heimsuchen. Wirklich - von der Aufmachung her einfach vorbildlich. Aber neben der Verpackung interessiert natürlich vor allem die Musik und die Musiker. Aina ist ein Projekt von Sascha Paeth, Miro, Robert Hunnecke-Rizzo und Amanda Somerville. Zumindest die drei Erstgenannten dürften einigen meiner Leser zumindest ein bißchen bekannt vorkommen. Kleiner Tip: Rhapsody, Kamelot, Heavens Gate. Dann gibt es einen Arsch voll Gast-SängerInnen (die Bekanntesten sind Michael Kiske, Damian Wilson, Glenn Hughes, Tobias Sammet, Andre Matos oder Candice Night) und Gast-Musiker (wie z.B. Derek Sherinian, Emppu Vuorinen, Thomas Youngblood oder Erik Norlander). Untertitelt ist das ganze dann mit 'The Metal Opera'. Erst mal vielen Dank an Aina, dass nicht zum dreiundzwanzigtausenden Mal die Sage von König Arthur und seinem blöden Schwert vertont wurde sondern eine eigene Geschichte erfunden wurde, die hier zu erzählen viel zu lange dauern würde. Eine richtig gute Zusammenfassung mit dazugehörigem Interview gibt es u.a. auf der holländischen Prog-Page. Deswegen möchte ich das hier nicht unbedingt alles wiederholen. CD 1, also die Metal-Opera selbst, ist ganz okay. Ich finde, ein bißchen wenig Metal und dafür zu viel 'Musical', also seichte Durchhänger. Aber super gespielt und noch besser produziert. Wer auf solche Sachen steht (wie auch z.B. auf 'Nostradamus' von Herrn Kotzev oder 'Missa Mercuria' oder ähnliches), wird natürlich auch bei 'Days Of Rising Doom' auf seine Kosten kommen. Ich finde es zwar nicht schlecht aber doch etwas langatmig. Aber deswegen hat man ja die limitierte Edition und noch ne zweite CD am Start. Und die ist richitg klasse. Dort gibt es nämlich zu Beginn ein 15-minütiges Instrumental namens 'The Story Of Aina' (wäre ne geile klassische Filmmusik für nen krassen Endzeit-Film), Berge von Single-Versionen der besten Songs von CD 1 sowie nochmals einen Song namens 'The Story Of Aina' (natürlich auch wieder 15 Minuten lang), hier allerdings mit einem Sprecher, der die ganze Geschichte wirklich toll erzählt. Alleine deswegen ist die CD schon kaufbar. Und die DVD rundet die ganze Sache dann noch ab mit einem 'Zeichentrick-Video', einem 'Making Of ... (mit vielen Interviews mit den Hauptakteuren), nochmals der ganzen Story (mit bewegtem Text mit und ohne Vorlesen) und noch diversem anderem Schnickschnack. Und am Schluß der Geschichte steht noch 'To be continued ...'. Es bleibt also zu hoffen, dass es irgendwann noch Teil 2 gibt, dieser dann noch ein bißchen metallischer ist und Glenn Hughes nicht mehr mitsingt (denn den finde ich gelinde gesagt grottenschlecht auf der CD), Dafür dürfen dann von mir aus die Herren Matos, Wilson und Sammet mehr singen, die meiner Meinung nach leider etwas zu kurz kommen.
Wer die limitierte Box bekommt (die es wie gesagt für unter 20 Euro gibt), sollte auf jeden Fall zugreifen.

Airtime - Liberty Manifesto

Kritik von Siggi Greck
Nach der Trennung von Triumph Ende der 80er Jahre hat Rik Emmett zwar noch drei Solo-CDs veröffentlicht, die im Bereich Melodic-Rock anzusiedeln waren, danach hat es ihn aber wohl mehr in Richtung Blues, Jazz, Swing gezogen. Auch aus dieser Zeit habe ich mir einiges zugelegt. Ist zwar nicht so mein Ding, aber Gesang und Gitarrenspiel von Emmett sind einfach göttlich!
Nachdem Rik Emmett zur Überraschung aller im Sommer 2006 beim Bang Your Head-Festival in Balingen aufgetreten ist und mit Triumph-Songs überzeugen konnte, folgte nun die logische Fortsetzung: Endlich wieder „back to the roots“: Zusammen mit Michael Shotton (Von Groove) gründete er das Projekt „Airtime“. Die beiden legen mit „Liberty Manifesto“ ein erstklassiges Debüt hin. Durch die prägende Stimme und das Gitarrenspiel Emmetts wird man natürlich immer wieder an Triumph erinnert. Man hört aber auch diverse andere Stilrichtungen raus, ich würde es mal als gesunde Mischung aus Triumph, Rush, Queen mit etwas Led Zeppelin bezeichnen. Teils experimentell, dann wieder Melodic-Rock, dazwischen auch mal etwas progressiv und immer wieder echter „Classic-Rock“.
Für alle, die auch nur irgendwas mit Triumph oder Rush anfangen können, meine absolute Empfehlung!
PS: Habe erfahren, dass Triumph beim „2008 Sweden Rock Festival“ zum ersten Mal seit 20 Jahren (und zum ersten Mal überhaupt in Europa) in Originalbesetzung auftreten werden! Vielleicht wird’s ja nochmal was…

Alias Eye - Field of Names

In sämtlichen Prog-Blättern und Internet-Reviews wurde das Werk 'Field of Names' der deutschen Prog-Band Alias Eye hochgelobt. Ich hatte die Scheibe zwar schon mehrfach gehört, konnte mich aber nicht so recht durchringen, mir das Teil auch zuzulegen, da ich zugegebenermaßen nicht wusste, was ich dazu schreiben sollte. Jetzt endlich (gut ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung) nenne ich den Silberling mein Eigen. Wer meine Lobeshymne über die Poor Genetic Material - CD 'Summerland' gelesen hat (und meine Aussage, daß Alias Eye - Sänger Philip Griffiths besser zu PGM als zu Alias Eye passt), wird jetzt vielleicht ein Lichtlein aufgehen. 2 Gast-Musiker (??) von PGM sind Mitglieder von Alias Eye. Und genau das ist auch der Grund, warum ich Alias Eye eine 'Chance' gegeben habe, mich musikalisch zu überzeugen. Und ich muß zugeben, daß von mir nach mehrfachem Hören ein positives Urteil gefällt wird. Ein paar wirklich geniale Songs (z.B. Premortal Dance, Driven) aber auch komische Sachen (z.B. Wasteland), die eigentlich gar nicht in die Prog-Richtung gehen, sind vertreten. Wer aufgrund meiner Review die Poor Genetic Material gekauft hat und begeistert ist, sollte auf jeden Fall Alias Eye antesten. Und alle anderen Prog-Fans sollten zumindest mal reinhören. Ich würde mal sagen, daß Alias Eye es auf jeden Fall verdient haben, weiter beobachtet zu werden. Da könnte echt noch ein Prog-Highlight daraus werden.

Alias Eye - A Different Point Of You

Auch wenn ich jetzt vielleicht ein paar böse Kommentare bekommen werde ... ich weigere mich ab sofort, die deutsche Band Alias Eye weiterhin als Prog-Band zu bezeichnen. Okay, wenn Ihr Prog als wörtlich 'fortschrittlich' bezeichnet, dann trifft das sicher noch zu. Denn was Alias Eye auf 'A Different Point Of You' abliefern, ist sicher nicht gewöhnliche Musik der heutigen Zeit. Aber man muss mittlerweile schon ganz schön aufgeschlossen sein, um diesen Mix aus orientalischen Klängen ('A Clown's Tale'), fetten Gitarren - also Hard Rock- (auch 'A Clown's Tale'), Soul-Beat ('Fake The Right'), Barmusik ('Too Much Toulouse) und toller Ballade ('Icarus Unworded', 'Drifting') durchgängig zu mögen. Mir fällt's mittlerweile ganz schön schwer. Da war der Vorgänger 'Field Of Names' ja richtig leichte Kost dagegen. Ich würde schon empfehlen, die CD mal anzutesten. Aber nicht böse sein, wenn's Euch nicht so ganz gefällt.

Alias Eye - In Focus

Nach 'Field Of Names' und 'A Different Point Of You', zwei doch im Stil doch ziemlich unterschiedliche Alben, gibt es jetzt von der deutschen Band 'Alias Eye', die ihren Wiedererkennungseffekt wohl vor allem über den außergewöhnlichen und prägnanten Gesang von Philip Griffith erhalten, einen weiteren Output namens 'In Focus', der im Vergleich zu den Vorgängeralben etwas straighter, rockiger und nicht ganz so 'vielfältig' ist. Das merkt man schon an den beiden Stücken am Anfang der CD 'I'm Your Lie' und 'In Denial', die für Alias Eye - Verhältnisse schon recht flott und direkt daher kommen. Ihren 'Humor' und ihr Faible für Merkwürdigkeiten haben sie aber trotzdem nicht verloren. Davon zeugt schon der Anfang von 'The Call' mit dem lustigen 'Ringedingdong' ... was aber ziemlich schnell auch in eine rockige Nummer überwechselt. 'Enlighten Them' erinnert dann schon eher an die 'alten' Tage von Alias Eye mit dem Akkordeon und dem eher karibischen Rhythmus. Schöner Song! Eine wunderschöne aber mit 2 1/2 Minuten viel zu kurze Ballade folgt dann mit 'Books'. Bei solchen Stücken kommt die Stimme von Philip Griffith einfach am Besten zur Geltung. Ähnlich ist auch das 8. Lied 'Hold On' ... zum dahinschmelzen ... sowie der Schluss-Song 'How We Perceive ...' bei dem dann auch noch eine weibliche Stimme (Anna-Sabrina Lopp) mitsingen darf ... ebenfalls wunderschön. Und nach gut 6 Minuten Stille gibt es dann noch einen Ghost-Track (netter Text).
Fazit:
Ich hoffe mal, dass die Mannheimer Band, die ja auf der letzten Saga-Tour im Vorprogramm war und dort mehr als überzeugen konnte (und das nicht nur weil Philip Griffith sozusagen als Hommage an seinen Vater den alten Heuler 'Time Machine' von Beggar's Opera gesungen hat), sich da eine menge neuer Fans erspielt hat. All diejenigen werden an 'In Focus' bestimmt ihre helle Freude haben. 'Alte' Alias Eye-Freunde werden sowieso begeistert sein. Und für bis jetzt Unschlüssige könnte 'In Focus' ein guter Einstieg in die musikalische Welt der Band sein, weil, wahrscheinlich durch den neuen Gitarristen Matze Wurm, die Musik etwas eingängiger und auch rockiger geworden ist.

Alias Eye - In Between

Eigentlich könnte ich mir eine detailliertere Review über ‘In Between’ sparen und die CD mit einem einzigen Satz beschreiben: ‘Fast 5 Jahre nach der letzten Veröffentlichung ‘In Focus’ hat die Mannheimer Artrock-Band ‘Alias Eye’ endlich wieder eine CD erschaffen und diese Scheibe stellt das Beste dar, was die Band jemals rausgebracht hat und dürfte als Meilenstein im Artrock-Bereich zu bezeichnen sein.’
So ... alle Fans der Band und Anhänger dieser Musik-Richtung können jetzt entweder bis zum offiziellen Veröffentlichungstermin Anfang März 2012 warten oder bei diversen einschlägigen CD-Versendern (wie z.B. Just For Kicks) das Teil sofort bestellen und erhalten. Warum das so ist entzieht sich meiner Kenntnis, ist aber ja auch egal. Hauptsache man bekommt die Scheibe so schnell wie möglich.
Die CD beginnt mit ‘Arabesque’, mit knapp 7 Minuten auch gleich dem längsten Stück auf dem Album. Wunderschön gesungen, tolle Piano-Begleitung und nach gut 1 1/2 Minuten ein typisches Alias Eye - Stück (super Rhythmus, prima Gitarrenarbeit und ein eingängiger Refrain, der einem nicht mehr aus dem Kopf geht). Auch das fein eingestreute Saxophon passt prima. Ein super rockiger Opener. Beim folgenden ‘Break What We Know’ darf dann Gitarrist Matthias Wurm etwas heftiger in die Saiten greifen (von mir aus könnte das auf der CD übrigens noch öfter passieren, aber das ist natürlich Geschmacksache). Mit dem Titel-Track ‘In Between’ werde ich jetzt nicht wirklich warm, das ist mir etwas zu viel Swing. Aber zeigt auch, dass sich Alias Eye nicht nur auf eine Stil-Richtung festlegen lassen. Das ‘heimliche Highlight’ folgt dann mit ‘Time Machine’. Die älteren Semester unter uns kennen das Stück ganz sicher noch von der Band ‘Beggar’s Opera’ ... und damals war Sänger dieser Band ein gewisser Martin Griffiths und somit der Vater von Alias Eye - Sänger Philip Griffiths. Konzertgänger, die vor einigen Jahren auf der Saga-Tour Alias Eye im Vorprogramm gesehen haben, dürften sich wohl daran erinnern, dass dieser Song da auch gespielt wurde (zumindest in Stuttgart war das so). Und auch wenn die Version jetzt relativ nahe am Original ist, hat sie doch ihren eigenen Charme ... und Papa Griffiths darf übrigens auch ein bißchen mitsingen. Auch ‘Indentured Pride’ gefällt mir ausgesprochen gut, obwohl es etwas ‘einfacher’ gestrickt ist. Und auch hier darf der Gitarrist etwas mehr in die Saiten hauen. Danach gibt’s etwas für die ruhigeren Stunden mit ‘Stars Shall Fall’ (ich möchte nicht schon wieder den tollen Gesang von Philip Griffiths loben :-)), was funkig-elektronisch-rappiges mit ‘All The Rage’ (vielleicht der einzige ‘Ausfall’ des Albums), danach ein Song, der schon auf den ersten Alben der Band hätte sein können (‘Distant Memories’ und ‘Take What’s Mine) und zum Schluss folgt ‘The Blink Of An Eye’, das wieder recht rockig ist, aber auch ein bißchen an den Prog der 70er erinnert.
Schade, dass das wirklich tolle Album schon nach 47 Minuten vorbei ist ... nach fast 5 Jahren hätte ich gerne auch noch ne viertel Stunde mehr vertragen. Trotzdem ... wie oben geschrieben ... ein Meilenstein des Art-Rock und das beste Album der Band bisher. MUSS MAN HABEN!!

Allen, Russell - Atomic Soul

Wenn man sich so die Solo-CD des Symphony X - Sängers Russell Allen anhört, bekommt man irgendwie den Eindruck, dass der Mann wohl am liebsten schon Ende der Siebziger oder Anfang der Achtziger Sänger geworden wäre. Denn Songs wie z.B. 'Voodoo Hand', 'Angel' oder auch 'Saucey Jack' könnten locker von alten Deep Purple oder Whitesnake - Scheiben stammen. Guter alter Hard Rock eben. Trotzdem blitzt auch manchmal ... vor allem natürlich wenn Symphony X - Mitstreiter und Gitarrist Michael Romeo seine Klampfe auspackt ... seine Stamm-Band durch ('Seasons Of Insanity', Gaia und vor allem im längsten Song 'We Will Fly', bei dem dann auch noch Symphony X - Keyboarder Michael Pinnella mitmischen darf). Nett ist aber auch das Titelstück 'Atomic Soul' (da hat wohl einer zuviel Speed King gehört), auf dem dann unverkennbar Jens Johannson von Stratovarius einen runterdudelt. Insgesamt eine recht überraschende CD, die sich doch erfrischend von der sonstigen Musik von Russell Allen unterscheidet. Freunde von alten Hard Rock - Bands sollten unbedingt mal ein Ohr riskieren.

Allen / Lande - The Battle

Wenn die derzeit wohl zwei besten Sänger aus dem Metal-Bereich, nämlich Russell Allen (Symphony X) und Jorn Lande (Masterplan) zusammen eine CD einsingen, deren Songs von Last Tribe - Gitarrero Magnus Karlsson geschrieben wurden, kann eigentlich nur ein Ergebnis rauskommen. Eine voll fette und geile Hard Rock - Scheibe vom Feinsten. Und auch wenn die zwei Sänger doch völlig unterschiedliche Stimmen haben, passt die CD von vorne bis hinten. Mitbang-Nummern wie z.B. 'Come Alive' oder 'My Own Way Home', eine tränenrührende Metal-Ballade ('Reach A Little Longer' z.B. lässt einen nur so dahinschmelzen) und Midtempo-Kracher ('The Forgotten Ones'), Rocker-Herz was willst du mehr. Die Scheibe kann ich nur empfehlen.

Allen / Lande - The Revenge

Nach dem ersten Streich 'The Battle' gibt es jetzt von den zwei Ausnahme-Sängern Russell Allen (Symphony X) und Jorn Lande (Ex-Alles Mögliche von Masterplan bis Ark) die Rache in Form von weiteren 12 Metal-Krachern aus der Feder von Last Tribe - Gitarrist Magnus Karlsson. Und 'The Revenge' ist meiner Meinung nach sogar noch einen Tick besser geworden als die erste Schlacht der beiden Jungs. Je drei Songs dürfen die Sänger 'solo' singen und auf den restlichen 6 Songs gibt's ein Stimmen-Duell der feinsten Art (man sollte sich nur mal die geile Ballade 'Master Of Sorrow' anhören). Muss man haben.

Almah - Almah

Was kommt wohl für Musik raus, wenn der Sänger von Angra (Edu Falaschi), der Gitarrist von Nightwish (Emppu Vuorinen), der Basser von Stratovarius (Lauri Porra) und der Drummer von Kamelot (Casey Grillo) zusammen eine CD machen. Die Antwort gibt's unter dem Band-Namen 'Almah', denn da sind die 4 Musiker vereint. Und beim Opener 'King' sollte man nicht glauben was man da hört. Eine stampfende Power-Hymne, bei der aber null der genannten Bands herausgehört werden kann (nicht mal auf die Angra-Stimme kommt man, weil Edu Falaschi eher im Stile eines rotzigen Metal-Sängers agiert). Nur geil. Auch beim folgenden Song 'Take Back Our Spell' kann man Falaschi kaum erkennen. Der Song könnte auch eher von Stratovarius sein. Voll die Power-Hymne. 'Leider' geht es nicht in diesem Stil weiter. Denn bei 'Forgotten Land', einer so richtig schmalzigen Ballade mit quietschender Gitarre und allem was dazu gehört, versucht Edu Falaschi mal wieder das was er eigentlich gar nicht so richtig kann und ihn deshalb so eine einzigartige Stimme verleiht ... er versucht hoch zu singen. Und schon erkennt man ihn. Trotzdem ein schöner Song. Dann scheinen ihm aber die (neuen) Ideen (alle Songs wurden von Falaschi geschrieben) ausgegangen zu sein, denn fast der komplette Rest der CD klingt dann doch arg nach Angra (was natürlich nicht schlecht ist, denn ich mag die Band ja ungemein). Insgesamt also für mich eine fast Angra-CD mit ein paar Überraschungen. Was allerdings so richtig positiv auffällt, sind die fetten Drums von Casey Grillo. Wusste gar nicht, dass der Mann so gut ist. Am Schluß hat die CD auch einen so richtigen Durchhänger. Langweilig möchte ich nicht sagen ... aber irgendwie 4 Songs, die irgendwie schon mal dagewesen sind und dann im Titelstück 'Almah' enden, das jetzt aber echt auf die letzte Angra-CD gepasst hätte. Zum identischen Preis gibt es von der CD noch eine Limited Edition mit 2 Bonustracks, wobei vor allem 'The Sign Of Glory' lohnenswert ist. Insgesamt eine recht gute Idee. Ich frage mich allerdings, wofür man da ne Solo-CD machen muss ... das hätte man fast alles (bis auf die ersten 3 wirklich genialen Songs) auch auf ner weiteren Angra-CD verwursten können.

Altaria - Invitation

Manche CDs bewegen die Welt. Manche CDs sind grottenschlecht (damit meine ich jetzt z.B. alles von Pur und Maria und Margot Hellwig und Konsorten), manche sind rattengeil. Und dann gibt es noch einen kleinen Haufen von Veröffentlichungen, die ich unter die Rubrik 'völlig für'n Arsch' einordnen würde. Und dazu gehört mit absoluter Sicherheit das Erstlingswerk von 'Altaria', einem Sammelsurium von mehr oder weniger bekannten Musikern (unter anderem von 'Nightwish' und 'Sonata Arctica'), die völlig uninspiriert und auf tiefstem Song-Niveau meinen, sie könnten durch die Bekanntheit ihrer Haupt-Bands noch ein paar Finnmark mehr in die Tasche spülen. Und das Konzept wird wahrscheinlich aufgehen (ich habe ja schließlich auch 16 Euro dafür abgesteckt). Hier erübrigen sich alle weiteren Worte. Für diese Musiker schlichtweg eine herbe Enttäuschung und es ist echt erstaunlich, dass ich über die Scheibe fast nur positive Reviews gelesen habe.

Sorry, aber das ist Schrott

Ambeon - Fate of a Dreamer

Ambeon (eine Wort-Kombination aus 'ambient' und 'Ayreon'), ist das neueste Projekt von Ayreon-Mastermind Arjen Lucassen. Hier verwurstet er Songstrukturen altbekannter Ayreon-Liedchen, die mit neuen Texten und teilweise neuen Melodien aufgepeppt wurden. So langsam könnte man meinen, Herr Lucassen möchte einfach ein paar Mark dazuverdienen, in dem er (nach der Veröffentlichung von 'Ayreonauts only') schon wieder nix Neues rausbringt. Aber weit gefehlt. Die Texte und (neuen) Melodien wurden von der erst 14-jährigen Astrid van der Veen geschrieben, die die Lieder auch zum Besten geben darf. Und es ist echt erstaunlich, was dabei herausgekommen ist. Das Mädel hat einfach eine wunderschöne (und für dieses Alter schon recht ausgebildete) Stimme, die die CD zum Genuss werden läßt. Ayreon-Fans werden die meisten Songs wohl wiedererkennen, obwohl teilweise schwer daran gearbeitet wurde. Von mir gibts für den Silberling eine absolute Kaufempfehlung (auch wenn sich Herr Lucassen rein gitarrenmäßig arg zurückhält und eher die Keyboards im Vordergrund stehen).

Amber Light, The - Goodbye To Dusk, Farewell To Dawn

Mit Veröffentlichungen des kleinen aber feinen Prog-Labels Quixote-Music habe ich so ab und zu meine Schwierigkeiten. Es braucht manchmal echt viele Durchläufe, bis man mit der Musik warm wird ... was aber eher für die Qualität der Musik spricht. Denn was schnell im Ohr ist, ist auch schnell wieder draußen. Allerdings bekommen eben die wenigsten Bands dieser Art von Musik die Chance, so oft gehört zu werden, bis sie 'zünden'. Und ich befürchte mal, der deutschen Band 'The Amber Light' wird es nicht anderst gehen. Was ganz schön schade wäre. Meine ersten Kontakte mit 'The Amber Light' hatte ich schon vor einiger Zeit, als ich noch regelmäßig(er) Besucher der deutschen Marillion-Fanclub-Homepage war und mich dort auch öfters mal im Forum getummelt habe. Und dort hat immer einer (ich weiß nur nicht mehr wer) massiv Werbung für die Band gemacht. Und wer die ersten drei Titel von 'Goodbye To Dusk, Farewell To Dawn' gehört hat, weiß auch, warum gerade bei Marillion so Werbung gemacht wurde. Das klingt einfach alles tierisch nach Marillion mit Hogarth (wobei vor allem die Stimme von Sänger Louis Gabbiani ganz stark an H. erinnert) und einer Mischung aus 'Seasons End' und 'Beautiful'. Auf jeden Fall hochinteressant für alle Post-Fish-Marillos. Erst mit dem vierten Titel 'Gangsters' wirds dann etwas flotter, proggiger und quixotiger (wer die besten Pferde im Quixote-Stall wie 'Poor Genetic Material' oder 'Tea For Two' kennt, weiß was ich meine). Nur dieser jazzige Teil (in den letzten 3 Minuten des Songs) ist oberübel (weil Free-Jazz überhaupt nicht mein Ding ist). 'The Drowning Man In My Hands' könnte dann fast von einer 'Sigur Rós -CD' stammen. Klasse Song, der mit einem langen, gefühlvollen Gitarren-Solo endet. Weiteres Highlight der CD ist sicher das 14-minütige 'Clock Hands Heart', das stark an die besseren Werke von 'Porcupine Tree' erinnert und auch das 11-minütige 'New Day' mit italienischen Lyrics und tollen Steigerungen im Song. Fazit: 'Goodbye To Dusk, Farewell To Dawn' ist ein hochinteressantes Album, das einige Durchläufe braucht, um so richtig Spaß zu machen. Dann allerdings hört man ein wirklich breites Spektrum hervorragender Musik, die - nach Aussage der Band - mit rein analogen Instrumenten eingespielt wurde und somit auf jeden Fall zeigt, dass hier wirklich gute Musiker am Werke sind. Mehr Infos über die Band gibt es unter www.theamberlight.de und den Kauf der CD kann ich auf jeden Fall empfehlen.

Amber Light, The - Stranger & Strangers

Für mich waren die Deutsche Band 'The Amber Light' mit ihrer Debut-CD 'Goodbye To Dusk, Farewell To Dawn' im Jahr 2004 sicher eine DER Newcomer im Prog- oder Art-Rock-Sektor, auch wenn die Scheibe einige Durchgänge gebraucht hatte, um so richtig zu zünden. Umso erstaunlicher ist nun, dass mit 'Stranger & Strangers' nach ziemlich kurzer Zeit eine gut 26-minütige EP mit 4 Songs nachgeschoben wird, um die Wartezeit auf das nächste reguläre Album zu verkürzen, und auf dieser CD neben einer Akustik-Live-Version des 'Farewell' - Songs 'Hide Inside' (toll gesungen und gespielt) und dem eigentlichen Highlight, dem 14-minütigen Titelsong (mit allem was das Progger-Herz begehrt) auch noch 2 fast radiotaugliche Stücke veröffentlicht wurden, die eine ganz andere Seite von 'The Amber Light' zeigen (und so in Richtung 'The Urban' gehen). Hochinteressant und alleine schon wegen dem Titelstück fast ein Pflichtkauf.

Ambros, Wolfgang - Ambros singt Waits

Ziemlich ruhig ist es geworden um Wolfgang Ambros. Und ziemlich alt ist er geworden (zumindest nach dem Foto auf der CD-Hülle). Nachdem er nur noch als 'Austria 3' (zusammen mit Georg Danzer und Reinhard Fendrich) auftritt und seine alten Heuler (wie 'Ski foarn' und den Watzmann) zum Besten gibt, war ich doch sehr überrascht, nach mehr als 20 Jahren wieder eine Scheibe nur mit Cover-Versionen und ins Alpen-Deutsch übersetzt in den Händen zu halten. Und nach Bob Dylan versucht sich Wolfgang Ambros jetzt an Tom Waits. Und wie ich finde mit Erfolg. Die unendlich depressiven Lieder von Tom Waits (wie z.B. Martha, In the Neighbourhood, Romeo is bleeding, I hope I don't fall in love with you oder der grandiose Tom Traubert's Blues) erhalten durch die teilweise weit vom Original abweichenden österreichischen Texte ein völlig neues Gewand, die von Christian Kolonovits hervorragend produziert wurden. Der absolute Geheimtipp für die folgenden kalten Winterabende.

Amorphis - Forging The Land Of Thousand Lakes (2CD/2DVD)

Auch wenn ich von der finnischen Band mit deutscher Beteiligung noch nichts auf meiner Homepage habe heißt das natürlich nicht, dass ich die Band nicht mag oder schätze. Im Gegenteil. Selten so einen guten melodischen Prog-Death-Metal gehört. In dieser Klasse spielen vielleicht nur noch Opeth, wobei Amorphis noch ein bißchen eingängiger und leichter verdaulich ist als die Schweden. Vor allem die letzten paar Studio-CDs ‘Silent Waters’ und ‘Skyforger’ kann ich Euch nur wärmstens ans Herz legen. Und zum 20-jährigen Band-Jubiläum gibt es jetzt ein dickes Paket in Form von 2 CDs und 2 DVDs, in dem auf den 2 CDs eines der letzten Konzerte der Skyforger-Tour in Oulu (Finnland), also ein Heimspiel, verewigt wurde. Ich muss glaube ich nicht erwähnen, dass die Stimmung auf dem Konzert einfach grandios gewesen sein muss und das Publikum von vorne bis hinten mitgröhlt. Auch die finnischen Ansagen haben natürlich einen gewissen Charme. Auf der ersten DVD ist dieses Konzert dann filmisch aufbereitet und auch da kommt die Stimmung einfach genial rüber. DVD beinhaltet dann das Konzert vom Summer Breeze Open Air 2009 (mit teilweise dann natürlich identischen Titeln), Berge von Video Clips, eine Dokumentation über die letzten 20 Jahre sowie einer Photo Gallery. ‘Forging The Land Of Thousand Lakes’ ist auf jeden Fall ein gelungener Einstieg für alle, die von Amorphis noch nie was gehört haben und natürlich ein absolutes MUSS für alle Amorphis-Fans, auch wenn das Package nicht gerade billig ist. Aber die Anschaffung lohnt sich auf jeden Fall.

Amorphis - The Beginning Of Times

Ich hoffe ja mal, dass Ihr meinem Rat gefolgt seid und habt Euch die geniale Doppel-Live CD / DVD von Amorphis besorgt. Und hoffentlich seid Ihr genauso begeistert von der Band wie ich und habt Lust auf mehr. Kein Problem. Den neueste Output ‘The Beginning Of Times ‘ gibt es mittlerweile käuflich zu erwerben und die Jungs um den charismatischen Sänger Tomi Joutsen (unbedingt mal live erleben!!) sind meiner Meinung nach noch besser (weil härter) geworden, wobei vielleicht einige Leute abgeschreckt werden wenn ich schreibe dass der Anteil an Growls (wobei die bei Herrn Joutsen wirklich erträglich und ‘melodisch’ sind) gefühlt noch zugenommen haben. Und bis auf einen (bis höchstens eineinhalb) Song(s) ist das wirklich Weltklasse und für mich der Spitzenreiter in der ersten Liga des melancholischen Metal.

Anathema - A Fine Day to exit

Massenweise CDs haben die Melancholie-Jungs aus Liverpool (würg ... da kommt ja auch meine absolute Minus-Band her) veröffentlicht, ohne dass ich auch nur eine davon gekauft hätte. Vielleicht wird sich dieser Zustand ja nach der neuesten Scheibe 'A Fine Day to Exit' aber ja auch ändern. Zumindest auf diesem Werk (ein anderes kenne ich ja nicht) befinden sich 9 Songs, die mit 'eine Mixtur aus Porcupine Tree, Radiohead und Tool (hallo Jörg, hast Du verstanden, was ich damit meine ?? KAUFEN !!!) gepaart mit ein paar Anleihen bei Pink Floyd' umschrieben werden könnten. Beim ersten Hören ist das Teil noch etwas unzugänglich, aber je öfter der Silberling in meinem Player rotiert, desto besser wird sie. Für den reinen Proggie wird Anathema vielleicht nicht das non plus ultra sein, aber wer seinen musikalischen Horizont erweitern will, sollte auf jeden Fall mal reinhören. Mir gefällts.

Andersen, André - Black On Black

Wer von André Andersen noch nichts gehört hat, sollte sich mal seine Royal Hunt - Booklets besser durchlesen. Oder eben irgendein Song von dieser CD hören. Denn dann ist schon klar, aus welcher Ecke der Junge kommt. Alles klingt nämlich voll nach Royal Hunt und manchmal habe ich den Eindruck, dass hier irgendwelche Restbestände verwurstet werden. Aber wer Royal Hunt mag, wird auch mit dieser Ausschussware hervorragend leben können. Interessant ist neben den Songs auch die Tatsache, dass kein Geringerer als Elegy-Shouter Ian Parry als Sänger verpflichtet wurde und das passt absolut genial zu dieser Mucke. Also sollten sowohl Royal Hunt - Fans als auch Elegy-Freunde bedenkenlos zugreifen. Klasse Album mit ein paar hochkarätigen Metal-Krachern. Schade nur, dass das Album gerade mal 45 Minuten lang ist. Ideen für ein paar weitere Songs wären bestimmt vorhanden gewesen.

Andrea, Jose - Donde el corazón te lleve

Jose Andrea nicht zu kennen, ist sicherlich keine Schande. Wäre ich nicht ausgesprochener Fan diverser spanischer Bands, hätte ich mir die CD auch nicht angeschafft. Der Herr ist nämlich Sänger der spanischen Folk-Prog-Rock-Band Mägo De Oz und hatte wohl auch mal den Drang zur Selbstverwirklichung. Anderst ist wohl nicht zu erklären, wie man eine Scheibe wie 'Donde el corazón te lleve' veröffentlichen kann, auf der absolut bekannte Melodien von Songs von Bryan Adams über Dokken bis Deep Purple ins spanische adaptiert wurden (also es wurden völlig neue Texte in spanisch von Mägo-Drummer Txus di Fellatio geschrieben und nicht nur übersetzt ... so wurde z.B. aus 'When I'm Gone' von der Michael Schenker Group 'El dios de la guerra', also ein 'Kriegsgott'). Musikalisch ist sicher zweifelhaft, ob die Menschheit diese CD braucht. Allerdings sind einige der Songs schlichtweg besser (oder gefühlvoller) gesungen als die Originale (kann natürlich an der Sprache liegen), wobei ich vor allem die Cover-Versionen von 'Soldier Of Fortune' (Deep Purple), 'Always Somewhere' (Scorpions ... denn Klaus Meine fand ich schon immer grottenschlecht) und 'Heaven' (Bryan Adams) herausheben möchte.

Andromeda - II = I

So langsam entwickelt sich Schweden offensichtlich zur Prog-Metal Hochburg. Mit 'Andromeda' ist nach Evergrey und Pain Of Salvation schon die dritte Band am Start, die absolut zu empfehlen ist. Etwas frickeliger und 'softer' als Evergrey und eingängiger als 'Pain Of Salvation', manchmal schon fast melancholisch aber immer auf höchstem musikalischen Niveau. Tolle Breaks (die teilweise an Dream Theater erinnern), ab und zu ein sensationell gefühlvolles Keyboard und ein Sänger der stimmlich irgendwo zwischen Midge Ure und Michael Sadler anzusiedeln ist, machen diese Scheibe zu einem Kauftipp für alle Prog-Metal-Freunde. Unbedingt antesten.

Anekdoten - Gravity

Da kann man mal sehen, wie man sich täuschen kann. Da denkt man jahrelang, dass die schwedische Formation 'Anekdoten' eine Prog-Band ist, ärgert sich schwarz weil es kaum möglich ist, eine CD von denen zu bekommen, findet dann zufällig (in meinem Stuttgarter Lieblings - CD - Laden 'Ratzer Records') die neueste Scheibe 'Gravity', freut sich schon auf eine geniale Prog-CD und ... beim ersten Song 'Monolith' denkt man unweigerlich an die Reinkarnation der 'Smashing Pumpkins' (die ich ja echt nicht schlecht fand aber nie in die Prog-Ecke gestellt hätte). Und leider geht das die kompletten 46 Minuten so weiter. Ich würde mal sagen das war ein typischer Fall von 'ganz schön getäuscht'. Und warum dachte ich 'Anekdoten' machen Prog ???

Angel Dust - Enlighten The Darkness

Nachdem ich vom neuesten Werk 'Of Human Bondage' ja so begeistert bin, habe ich es ja nicht lassen können und musste mir auch den Vorgänger aus dem Jahre 2000 , Enlighten The Darkness' besorgen. Man(n) muss ja schließlich wissen, ob 'Of Human Bondage' nur ein (positiver) Ausrutscher war. Doch schon der Opener 'Let Me Live' macht klar, dass es auch bei 'Enlighten The Darkness' ganz schön heftig (aber gut) zur Sache geht. Der Song könnte lässig als Threshold-Knaller durchgehen. Auch die folgenden Songs 'The One You Are'' und Enjoy!' gehen in die selbe Richtung und ganz schön ab. Bei 'Fly Away' wird dann eine kleine Verschnaufpause angedeutet, die allerdings nicht lange anhält. Auch Track Nr. 5 ('Come Into Resistance') scheppert gar heftig in den Ohrmuscheln. Die erste Ballade folgt dann mit 'Beneath The Silence' (nur mit Bass und Akustik-Gitarre ... leider viel zu kurz). 'Still I'm Bleeding' ist wohl der beste Song auf der CD. Geniale Ballade (leider ist der Text im Booklet absolut unleserlich), die zum Schluss hin dann ganz schön fetzig wird und eine opernmäßige Sirene noch ein bißchen mitwimmern darf. 'I Need You' kommt eher langweiliger im Mid-Tempo daher und erinnert mich an schlechtere Stücke von Stratovarius. 'First In Line' ist ein kleines ruhiges Zwischenstück mit knapp über 1 Minute, das nahtlos in 'Cross Of Hatred' , einem absoluten Metal-Kracher, übergeht. Die Scheibe endet dann mit 'Oceans of Tomorrow', einer eher langsamen Metal-Hymne mit geilem Gitarren-Solo. Fazit: 'Of Human Bondage' war keine Eintagsfliege sondern eine Weiterentwicklung des bereits hervorragenden Vorgängers 'Enlighten The Darkness'. Und hierfür gibt's von mir dann ebenfalls eine hohe Wertung.

Angel Dust - Of Human Bondage

Von CDs der deutschen Band 'Angel Dust' habe ich bis jetzt immer die Finger gelassen, da ich dachte, das wäre eine dieser unerträglichen Gothic-Grunzer. An einem langweiligen Abend stand ich aber nun so bei dem CD-Dealer meines Vertrauens und lauschte einfach mal in ein paar suspekte CDs (um meinen Musikhorizont zu erweitern bzw. meine Vorurteile zu bestätigen). Und an der Review hier ist zu erkennen, dass ich mir die Scheibe gekauft habe. Warum ?? Es sind gar keine Gothic-Grunzer sondern bei 'Angel Dust' handelt es sich um eine richtig gute Melodic-Metal-Band (wobei der Begriff 'Melodic' hier nicht so genau genommen werden darf). Fette, fetzige Knaller so um die 5 Minuten, eine geniale Ballade ('Disbeliever') und eine Metal-Version des Seal-Klassikers 'Killer' machen knapp über 47 Minuten richtig Freude. Man sollte sich also von dem Cover (das wirklich mehr an Gothic-Schrott erinnert) nicht in die Irre führen lassen. Klasse Mucke für gediegene Headbanger.

Angra - Rebirth World Tour

Auch wenn ich nicht gerade der ausgesprochene Freund (und zugegebenermaßen auch nicht der ausgesprochene Kenner) der brasilianischen (Prog ?) Metal-Band bin (obwohl ich doch ein paar CDs von ihnen besitze), hat es bis heute keine Review über 'Angra' auf meiner Page gegeben. Aber anlässlich der Doppel-Live-CD 'Rebirth World Tour' (die wie der Name schon sagt auf der Rebirth-Tour 2001 mitgeschnitten wurde), muss ich die Truppe, bei der bis vor kurzem Andre Matos gesungen hat (den vielleicht der Eine oder Andere dann doch kennen dürfte), doch mal lobend erwähnen. Aufgenommen wurde die CD in ihrer Heimat Brasilien (in Sao Paolo), so dass dann auch nicht verwundert, dass die Stimmung auf dem Konzert ziemlich gut war und die Ansagen von (dem mehr als guten) Neu-Sänger Edu Falaschi alle in unverständlichem Portugiesisch sind. Musikalisch gehen 'Angra' ein wenig in die Richtung von 'Kamelot' und erinnern leicht auch an die symphonischen Teile von Rhapsody. Als Einstieg in die musikalische Welt von Angra ist die CD ganz sicher geeignet und kann uneingeschränkt empfohlen werden. Und zum Abschluss gibt es dann auch noch ein 'The Number Of The Beast' (was sie aber lieber hätten bleiben lassen sollen).

Angra - Temple Of Shadows

Über den neuesten Output der brasilianischen Metaller 'Angra' lässt sich eigentlich nicht viel spektakuläres schreiben. Vielleicht dass im Vergleich zu den letzten Alben am Sound gewaltig gebastelt wurde. Vielleicht, dass sich Andre Matos - Nachfolger Edu Falaschi mittlerweile als Sänger nahtlos in den Rest der Band eingefügt hat und dem Angra-Stil entsprechend singen kann, was bei einem Sänger-Wechsel (siehe damals Marillion oder Runrig usw.) ja nicht immer unbedingt der Fall ist. Vielleicht dass sich auf 'Temple Of Shadows' auch ein paar Gast-Musiker wie Kai Hansen, Hansi Kürsch oder Sabine Edelsbacher tummeln, die aber nicht weiter auffallen. Vielleicht, dass wo Angra draufsteht, auch Angra drin ist ... sprich immer noch fette Power-Metal-Mucke ... allerdings mit ein paar tollen Folklore-Einlagen (bei 'Shadow Hunter'). Aber vor allem, dass man sich, wenn man den Kauf der CD in Erwägung zieht, auf jeden Fall die limitierte Version mit der Bonus-DVD besorgen sollte. Denn dann kommt man noch in den Genuss von 160 Minuten (!!!) kostenlosem Vergnügen von einem kompletten Konzert der 2001er Rebirth-Tour (kurz der gesamten letzten Doppel-Live-CD) sowie weiteren Sachen (Konzertausschnitte aus Asien und Europa, Photo Gallery, Videoclips). Nachdem andere Bands für so eine DVD normalerweise richtig Geld verlangen, finde ich es schlicht vorbildlich von Angra, diese DVD als Bonus praktisch umsonst beizufügen (die limitierte CD/DVD kostet glaube ich genau 2 Euro mehr).

Anthony - Pools Of Sorrow, Waves Of Joy

Kritik von Siggi Greck
Arjen Anthony Lucasson, damals noch schlicht Anthony, Mastermind von Ayreon, Ambeon und Star One, hat im Jahr 1993 diese recht ruhige CD veröffentlicht. Durch die bei mir wegen der veröffentlichung der "Star One - DVD" entstandenen Euphorie musste ich mir mal wieder die alten Werke des Meisters zu Gemüte führen. Was soll ich sagen, diese CD hat fast nichts mit den aktuellen Sachen zu tun. Dennoch, schöne, melodische Liedchen ("Country Girl, City Boy", "LIttle Miss Understood", "Summer`s In The Air" sind recht bezeichnende Titel) mit der wirklich ansehnlichen Stimme von Anthony. Erinnert teilweise ein bisschen an die besseren Sachen von Tony Carey bzw. Planet P aus den 80ern. Anspieltipps: "Best Of Friends", "Crescendo" oder "Days Of The Knights".

Anyone's Daughter - Requested Document Live 1980 - 1983 Vol. 2

Ich weiß jetzt nicht, ob jemand überhaupt (noch) die Stuttgarter Band Anyone's Daughter kennt, die Ende der Siebziger und Anfang der Achtziger Jahre zumindest hier im Schwäbischen in Prog-Kreisen schon fast Kult-Status hatten und zumindest mit dem Song 'Moria' auch überregional bekannt geworden sind. Auf jeden Fall gab's 2001 mit der CD 'Danger World' eine Reunion (immerhin Gitarrist und Keyboarder sind wieder mit im Boot), die CD haute mich aber nicht gerade vom Hocker (deswegen hatte ich auch auf eine Review verzichtet). Die vorliegende 'Requested Document Live Vol. 2' allerdings möchte ich doch allen Prog der-Siebziger-Nachheulern ans Herz legen. CD1 ist ein faszinierendes Sammelsurium von alten A.D.-Stücken zwischen 4 und 12 Minuten (unter anderem eine deutsche Cover-Version des U.K.-Titels 'In The Dead Of Night'), die live richtig klasse rüberkommen. Absolutes Highlight allerdings ist CD2, eine 2-stündige DVD eines Konzertes von 1981 in Frankfurt, wo unter anderem auch das knapp 40-minütige 'Piktors Verwandlungen' aufgeführt wurde. Leider ist die Qualität des Videos (und des Sounds) nicht gerade gut, aber als Zeitdokument einfach toll. Und das Ganze zum Preis einer einfachen CD. Kauftipp auch für Leute, die Anyones Daughter nicht kennen.

AOR - L.A. Reflection

Wenn ich nur ein paar Namen nenne, die AOR-Boss Frédéric Slama für die Einspielung der neuen Scheibe 'L.A. Reflection' eingekauft hat, dann dürfte jeder halbwegs musikbegeisterte Leser dieser Review zum nächsten Plattenladen rennen und sich das Teil besorgen. Tommy Denander (der überall seine Finger im Spiel hat, wenn mehr als zwei schwedische Melodic-Musiker zusammen sind), Göran Edman, Chris Demming, Steve Lukather, Michael Landau, Bruce Gaitsch, Steve Procaro, David Paich und natürlich der unvergessene Jeff Procaro machen auf diesem Allstar-Projekt mit und genauso klingt dann natürlich auch der Silberling. Schlappe 65 Minuten Melodic-Rock vom Feinsten im Stile von Toto und so weiter machen dieses Teil zur KAUFPFLICHT für alle Freunde dieser Musikrichtung. Und bevor ihr euch die Hacken ablauft um diesen Knaller zu bekommen ... bestellt einfach bei AOR-Heaven. Prompte Lieferung bei fairen Preisen ist fast garantiert. Ich hatte mein Exemplar 2 Tage nach Bestellung im Briefkasten.

AOR - Dreaming of L.A.

Auch auf dem Nachfolgeralbum der genialen 2002er - Scheibe 'L.A. Reflection' hat Gitarrist und Keyboarder Frédéric Slama wieder mal keine Kosten und Mühen gescheut und die Crème de la Crème der AOR-Szene versammelt. Tommy Denander, Steve Lukather, Michael Landau, Bruce Gaitsch, Vinnie Colaiuta und weitere 27 (!!) Musiker bieten dann auch wieder äußerst relaxten Melodic-Rock in leider nur (offiziellen) 8 Akten und einer Gesamtspielzeit von nicht mal 38 Minuten. Allerdings sind dann auch noch 4 Bonus-Tracks auf der CD (unter anderem die 3 besten Songs der letzten Scheibe in einer neuen Version), so daß dann fast eine Stunde tolle Musik zustande kommt. Zu bestellen gibt es das (fast) Meisterwerk zur Zeit für günstige 13 Euro bei AOR-HEAVEN.

Apocalyptica - Cult

Erste Aufmerksamkeit erweckten die finnischen Cello-Spieler im Jahre 1996 mit ihrer CD 'Apocalyptica plays Metallica by four Cellos'. Wie der Titel schon sagt, wurden auf diesem 'Werk' alte Metallica-Heuler verwurstet und auf dem Cello runtergeschrammelt. Allerdings ziemlich genial. Seither ist mir nichts Neues der Jungs in den Player gekommen. Jetzt, im Jahre 2000, gibt es endlich wieder ein Lebenszeichen der vier Nordlichter. Zehn Eigenkompositionen, 2 Metallica-Cover (Until It Sleeps, Fight Fire with Fire) sowie ein klassisches Stück von Edward Grieg beinhaltet diese CD. Allerdings ist das 'Neue' an Apocalyptica (von 1996) mittlerweile nicht mehr so sensationell, so daß ich diese CD nur eingeschränkt empfehlen möchte. Der bessere Kauf ist auf jeden Fall die 'Metallica-CD' von 1996.

Apokatastasia - Waiting Four

Aus der schönen Schweiz flog mir neulich eine hochinteressante CD zu, die mich auch jetzt noch dazu verleitet, mit den Schultern zu zucken ohne zu wissen, was ich da jetzt eigentlich gehört habe. Die Band 'Apokatastasia' dürfe wohl den wenigsten meiner Leser was sagen. Und wer bei dem Namen an eine ähnliche Combo (namens Apokalyptika) denkt, liegt überraschenderweise gar nicht so falsch (obwohl ich denke, dass die Namensähnlichkeit eher zufällig ist), denn das prägende Instrument der Musik von Apokatastasia ist auch ein Cello (genauer gesagt ein Violoncello und ein E-Cello), gespielt von David Reitz. Im Unterschied zu Apokalyptika machen aber auch noch die klassischen Rock-Instrumente (also Gitarre - gespielt von Milan Hofstetter, Bass - gespielt auf der CD von Matthias Kürsteiner und Drums - gespielt von Dario Hofstetter) kräftig mit. Seit Neuestem ist auch noch Markus Bach am Bass dabei, so dass Matthias Kürsteiner ab sofort die zweite Gitarre spielen darf.
'Waiting Four' ist leider nur eine Demo-CD mit vier Songs und knapp 34 Minuten Spielzeit. Dafür kann der Silberling auf der
Homepage der Band aber auch für schlappe 15 Schweizer Franken (oder 10 Euro) erstanden werden.
Musikalisch bewegen sich Apokatastasia auf ziemlich neuem Terrain. Gesang fehlt auf der CD (mit Ausnahme von ein paar choralen Einschüben und wenigen Growls) so gut wie ganz, da diesen Part sozusagen das Cello übernimmt. Es ist also ein fast instrumentales Album. Die Musik kann, auch wenn doch alles beim ersten bis zehnten Hören etwas ungewöhnlich klingt, ganz klar als metallischer Prog-Rock durchgehen. Fette Gitarrenriffs wechseln sich ab mit eher ruhigen, ja fast symphonischen Phasen, geile Breaks, ein leichter (seltener) Hang zum Jazz und dann plötzlich wieder 5 Sekunden, die nach der übelsten Death-Metal-Combo klingen (z.B. am Schluß des ersten Stückes 'Apokatastasia', wobei der Name des Songs sicher nicht von ungefähr kommt, denn in diesen knapp 10 Minuten wird schon das komplette Spektrum der Band vorgestellt). Nach meinen Recherchen im Internet soll die Band übrigens auch live sensationell gut sein. Wer also Gelegenheit hat, ein Konzert von den Jungs zu sehen, sollte das auf jeden Fall tun. Ansonsten bleibt eben nur die Möglichkeit, die CD zu bestellen um endlich mal wieder einen Silberling zu besitzen, der sich vom Einheitsbrei der gegenwärtigen Veröffentlichungen abhebt.

Apokatastasia - Shedding

Wer meine Homepage regelmäßig und aufmerksam liest, wird sich ganz bestimmt das Demo-Erstlingswerk der Schweizer Band 'Apokatastasia' mit Namen 'Waiting Four' auf deren Homepage bestellt haben und war nach dem Hören dieser Scheibe genauso sprachlos wie ich damals. Nun gibt es endlich ein komplettes Werk der Band mit insgesamt 9 Songs auf ziemlich genau 50 Minuten Spielzeit. Geblieben ist natürlich die Art der Musik, also meist instrumental mit Cello als Leit-Instrument und ein paar spärlich eingesetzten Growls. Auffallend gut ist die fette Produktion gelungen ... alle Achtung. Und etwas melodischer um nicht zu sagen teilweise ruhiger wurde die ganze Sache auch. Schon der erste Song ('Schizophriend', im Übrigen gleich benannt wie ein früherer Name der Band) nach dem kurzen Intro beginnt ja sowas von zuckersüß mit 'zartem' Cello dass man meinen könnte, Apokatastasia könnten jetzt auch auf der nächsten Kuschelrock-CD vertreten sein. Zum Glück ändert sich das nach nicht mal einer Minute gewaltig und es wird gerockt und gebreakt was das Zeug hält. Klar ist es auch bei 'Shedding' noch etwas 'gewöhnungsbedürftig' (aber absolut positiv gemeint), wie das alles instrumentiert wird, allerdings kommt mir die CD insgesamt doch ein kleines bißchen eingängiger vor als die Demo-CD 'Waiting Four' und dürfte jetzt auch eine etwas breitere Masse ansprechen, zumal auch Berge von tollen Gitarren-Parts (wie z.B. beim Song 'LysergSäureDiäthylamit', der mit 8 1/2 Minuten auch einer der Längeren ist) vorhanden sind. Somit gilt auch für 'Shedding' ganz klar: wer gegenüber 'neuerer' oder andersartiger Instrumentierung aufgeschlossen ist und nicht immer einen Sänger braucht und auch vor klassischen Instrumenten und Parts nicht das Kreuz schlägt, sollte den neuen Output von Apokatastasia auf jeden Fall antesten. Freunde von Apokalyptika und/oder auch Fans die in Richtung Metallica tendieren (die würden am Song 'Raped Visions ihre helle Freude haben), sollten auch mehr als ein Ohr riskieren.

Apostle Of Hustle - Eats Darkness

Die Band 'Apostle Of Hustle' besteht seit 2001. Gegründet wurde sie von Gitarrist Andrew Whiteman (der hauptberuflich Gitarrist bei der kanadischen Indie-Band Broken Social Scene ist) eigentlich als Quartett. Richtig bei der Band sind aber nur noch Julian Brown am Bass sowie Dean Stone an den Drums. Die vierte Position wurde immer mit jemandem anderes besetzt ... also wer gerade Zeit hatte. Am Anfang spielten sie brasilianischen und kubanischen Folk, aber auch Cover-Versionen von Tom Waits, PJ Harvey oder auch Marc Ribot. 2004 wurde die erste CD (Folkloric Feel) veröffentlicht, 2006 folgte 'National Anthem of Nowhere'. Und nun also der dritte Output mit 'Apostle Of Hustle Eats Darkness', einem Konzept-Album, das musikalisch schwierig einzuordnen ist. Folk-Art-Pop ist vielleicht noch die passendste Beschreibung, wobei Folk im eigentlichen Sinne nur sehr selten zu hören ist. Als Indie-Band geht 'Apostle Of Hustle' aber eigentlich auch nicht durch, weil Andrew Whiterman im Gegensatz zu seiner Stammband hier etwas ruhiger zur Sache geht. Wobei einige Songs wie z.B. 'Whistle In The Fog' oder auch 'Blackberry' (in der ersten Hälfte des Songs) schon auch einer britischen Indie-Band gut zu Gesicht stehen würde. Da sägt mal die Gitarre und insgesamt geht es ein bißchen 'aggressiver' zur Sache. Alles in allem ist aber 'Eats Darkness' eher eine ruhige oder auch dunkle Scheibe mit vielen auch nachdenklichen Texten, wobei ein gewisser Humor auch nicht von der Hand zu weisen ist. Keine Scheibe zum nebenher hören, sonst entdeckt man die Facetten der Musik und die vielen versteckten Ideen nicht. Soundfiles gibt es auf Ihrer MySpace-Seite.

Aqua de Annique - Air

Für Fans der holländischen Gothic-Band 'The Gathering' war der überraschende Ausstieg von Sängerin Anneke van Giersbergen sicherlich ein kleiner Schock. Denn ohne die mehr als markante (und überaus gute) Stimme könnte das eventuell das Ende der Band bedeuten. Zum Glück hat sich Anneke nicht ganz aus dem Musik-Business verabschiedet sondern macht unter neuem Namen und mit neuer Band, also als 'Aqua de Annique' weiter. Etwas enttäuschend dürfte für 'The Gathering' - Fans die erste CD betitelt mit 'Air' aber schon sein. Klar, die Stimme klingt immer noch 100% nach 'The Gathering', aber bis auf ein paar vereinzelte Titel oder auch nur Teile von Songs doch ganz schön seicht ... und mit Bläser-Einsätzen dann doch etwas gewöhnungsbedürftig. Der Opener 'Beautiful One', 'Witness', 'My Girl' und 'You Are Nice!' kommen noch am ehesten an die alte Band ran ... der Rest ist dann eher als 'hübsch' oder 'schön' zu bezeichnen. Mal sehen in welche Richtung sich 'Aqua de Annique' weiterentwickeln.

Aragon - The Angels Tear

Lange Zeit war es ruhig um die australische Prog-Band 'Aragon', die mich vor allem wegen ihrer 1995er-CD 'Mouse' (und da insbesondere wegen dem überragenden Sound) begeistert hatte. Zwar wurde danach noch eine CD veröffentlicht (die ich nicht habe und mir auch der Titel entfallen ist) und auch die genannte 'Mouse' wurde nochmal mit einer Bonus-CD wiederveröffentlicht. Aber jetzt endlich gibt es mit 'The Angels Tear' neues Material zu hören. Auffällig ist, dass das etwas 'chaotische' von 'Mouse' zugunsten von tollen (aber auch manchmal recht poppigen) Melodien verschwunden ist. Schon der Opener 'Growing Up In Chukoo Land' ist ein richtig nettes Liedchen, geprägt von der etwas 'eigentümlichen' Stimme von Les Dougan, der sich teilweise ein bißchen wie die Reinkarnation von Peter Gabriel anhört. Prog-Highlights der CD sind aber sicher die Long-Songs ('In The Name Of God' mit gut 9 Minuten und das Titelstück mit fast 13 Minuten) sowie das letzte Stück 'The Silent Field'. 'The Angels Tear' kann man getrost als gute CD bezeichnen und sie hat es auf jeden Fall verdient, mehr als ein Ohr zu riskieren. Und wem 'Mouse' zwar ganz gut gefallen hat aber zu schräg fand, der wird von 'The Angels Tear' sicher äußerst positiv überrascht sein. Einziges Manko ist die etwas kurze Spielzeit von gerade mal gut 43 Minuten. Da wäre natürlich mehr drin gewesen.

Arch, John - A Twist Of Fate

Meine Fresse ist der Mann gut geblieben. Fast 16 (!!!) Jahre nach dem Ausstieg bei Fates Warning (das war 1987 nach der dritten FW - CD 'Awaken The Guardian') und nach absoluter Musik-Abstinenz (er kümmerte sich nur noch um seine Familie und hatte vom Bandleben die Nase voll), gibt es ENDLICH mal wieder ein Lebenszeichen von dem grandiosen Ausnahme-Sänger, der wohl wahrscheinlich wegen der damaligen (noch) Erfolglosigkeit von Fates Warning nie in den Sänger-Olymp aufgestiegen ist und deswegen den meisten meiner Leser wahrscheinlich völlig unbekannt ist. Aber ich hoffe, das wird sich nach dem Kauf von 'A Twist Of Fate' ändern. Es ist leider nur eine EP mit zwei Stücken und einer Gesamtlaufzeit von ca. 28 Minuten geworden. Aber was John Arch zusammen mit den Musikern Jim Matheos (Fates Warning), Mike Portnoy (Dream Theater) und Joey Vera (Fates Warning, Armored Saint) hier abliefert, ist genialer, etwas härterer und teilweise komplizierter Prog-Rock vom Feinsten mit einem sensationellen Gesang. Da gibt's nur eine Wertung: KAUFEN.

Arch/Matheos - Sympathetic Resonance

John Arch war ... für alle nicht so bewanderte Prog-Metal-Freunde ... der Sänger der ersten 3 Fates Warning - Scheiben und vor allem der dritte Output ‘Awaken The Guardian’ ist in Prog-Metal-Kreisen DIE Scheibe von Fates Warning. Danach stieg John Arch aus der Band aus und wurde durch Ray Alder ersetzt. Erst viel später gab es ein kleines musikalisches Lebenszeichen des Ausnahmesängers mit der EP ‘A Twist Of Fate’ (siehe meine Review), die ebenfalls u.a. unter Mitwirkung von Fates Warning - Gitarrist Jim Matheos entstanden ist. Das war glaube ich im Jahr 2003. Danach war wieder Funkstille. Und jetzt (im Jahr 2011) gibt es nun ‘Sympathetic Resonance’, eine vollwertige CD, auf der neben Matheos auch noch Joey Vera am Bass, Bobby Jarzombek an den Drums und Frank Aresti als zweiter Gitarrist (und der war auch schon in der Fates Warning - Familie) mitwirken. Die einschlägigen Musik-Zeitschriften haben die Scheibe wirklich über den grünen Klee gelobt von ‘Evangelium für Prog Metaller’ über ‘das schönste Geschenk, das man Metallern machen kann’ bis zu ‘Jahrhundertwerk’ ist zu lesen. Ich habe leider den Fehler gemacht, mir die CD an einem gemütlichen und friedlichen Sonntag Morgen reinzuziehen, und da war ich ... aufgrund der Vorschusslorbeeren ... doch etwas enttäuscht. Klar hat John Arch auch noch mit über 50 Jahren eine richtig geniale Stimme, wovon sich andere Sänger eine Scheibe abschneiden können, aber musikalisch haut mich die ganze Sache auch nach mehrfachem Hören nicht wirklich vom Hocker. Es wird kräftig reingeprügelt und eine durchgehende Melodie-Linie ist (zumindest beim Opener ‘Neurotically Wired’) nicht wirklich zu erkennen. Ganz schön heftig, und wenn man es mit den letzten Fates Warning - Veröffentlichungen vergleicht, einen ganzen Tacken härter. Trotzdem artet das Ganze nie in unerträgliches Gefrickel aus, so dass eingefleischte Prog-Metaller auf jeden Fall ein Ohr riskieren sollten. Wie gesagt, so richtig warm bin ich mit dem Teil bis jetzt noch nicht geworden. 6 Songs auf ca. 54 Minuten sagen dann auch einiges, denn 3 der 6 Songs sind über 10 Minuten lang ... da kann man sich dann auch auf ziemlich komplizierte Song-Strukturen freuen.

Arena - Immortal ?

Das neue Werk von Arena 'besticht' durch Langeweile. Leider sind den Jungs keinerlei neue Ideen gekommen, so dass diese CD bei weitem nicht an den Vorgänger 'The Visitor' herankommt.
Schon wieder ein neuer Sänger (... nach jedem Tausch ein Rückschritt) und auch ein neuer Bassist.
Also wer mit Arena noch gar nichts anfangen kann, sollte auf das Erstlingswerk 'Songs from the lions cage' oder auf die vorgenannte CD 'The Visitor' zurückgreifen. Aber Arena spielt natürlich immer noch in der Bundesliga der Prog-Rocker. Aber ich hätte halt mehr erwartet.

Tja, und auch ich bin lernfähig (gell, Micha !!!). Nachdem ich mir doch die Zeit genommen habe, mir die neue Arena-Scheibe ein paar Mal anzuhören, muß ich meine Bewertung ein bißchen nach oben korrigieren. Ist doch nicht so schlecht ... wohl einfach nicht so eingängig wie 'The Visitor'.

Arena - Breakfast in Biarritz

In ihrer recht kurzen Karriere beglücken uns Arena schon mit der zweiten offiziellen Live-CD (neben den soundmäßig katastrophalen Fanclub-CDs). Allerdings machen Arena nicht den selben Fehler wie Fish und haben auf ihrer neuen CD fast ausschließlich Songs veröffentlicht, die auf der ersten Live-Scheibe nicht vertreten waren. So kommen wir in den Genuß einer Best Of 'The Visitor' and Immortal?. In einer für Arena-Verhältnisse herausragenden Live-Qualität werden hier Prog-Perlen wie 'Moviedrome', 'The Hanging Tree' oder 'Enemy Without' zum Besten gegeben, die jeden ärgern werden, der noch kein Arena-Konzert erlebt hat. Die zweite (Bonus-) CD enthält noch 3 Live-Stücke (Chosen, Elea und Friday's Dream) sowie einen CD-ROM-Track (Arena documentary). Vor allem Loben möchte ich neben der oben erwähnten Sound-Qualität vor allem die hervorragende stimmliche Leistung des neuen Sängers Rob Sowden sowie die immer wieder faszinierenden Gitarren-Soli von John Mitchell, die vor allem Live ein Erlebnis sind. Für Arena-Fans und Prog-Freunde ist diese CD ein absolutes MUSS.

Arena - Contagion

Monatelang verschoben. Doch jetzt ist das neue Werk von Arena endlich veröffentlicht worden. Ein Blick auf die Track-Liste lässt schon erkennen, dass eher ein Werk im Stile von 'The Visitor' und weniger eine 'Immortal?'-Kopie herausgekommen ist. 16 Stücke zwischen einer und fünfeinhalb Minuten lassen dann eher ein 'zusammenhängendes' Werk vermuten. Und so kommt es dann auch. Ich würde mal sagen, 'Contagion' ist ein absolut typisches Arena-Werk ohne grosse Überraschungen (leider). Sänger Rob Sowden hat sich zwischenzeitlich sehr gut integriert und vor allem Bassist Ian Salmon fällt mir äußerst angenehm mit ein paar genialen Parts auf. Der Rest: Typische Clive Nolan - Keyboards, fette John Mitchel - Gitarren (mit einigen klasse Akustik-Teilen) und Mick Pointer fällt auch nicht unangenehm aus der Reihe. Den Sound finde ich etwas mäßig und ein bißchen was Neues hätte es auch musikalisch sein können. Aber naja ... Arena sind noch immer Prog-Bundesliga. Allerdings sollten sie aufpassen, dass sie sich im Laufe der Zeit nicht selbst kopieren. Sonst wird's ganz schön schnell langweilig.

Arena - Contagious

Es stellt sich ja echt die Frage, wie sinnvoll es ist, ein Konzept-Album (Contagion) zu veröffentlichen und dann ein paar Monate später die erste (von insgesamt 2) Maxi-CDs herauszubringen, auf denen dann Songs enthalten sind, die zwischen die Songs des Konzept-Albums einzufügen sind. Selten so gelacht. So muss der (zugegeben geniale) instrumentale Opener 'Vanishing Act' nach 'Painted Man', das zweite Stück 'The Hour Glass' (hätte der beste Song auf 'The Visitor' sein können) nach 'Vanishing Act', der dritte Titel 'Contagious' (wieder ein super Instrumentalstück) nach 'On The Box' und das akustische 'I Spy' (klingt eher nach Shadowland) nach 'Mea Culpa' einsortiert werden. So ... meinen Kommentaren kann man entnehmen, dass alle vier Contagion-Titel richtig gut sind, so dass der Arena-Fan zugreifen MUSS. Ich befürchte mal, dass dann die zweite Maxi-CD (die im Dezember kommen soll), dann auch nochmal so ein Scherz ist und wenn dann jeder alles gekauft hat, das ganze Zeugs nochmal in der richtigen Reihenfolge als Doppel-CD veröffentlicht wird. Egal, der durchschnittliche Prog-Fan ist im mittleren Alter und hat ja somit Geld. Ach ja ... als fünften Track gibt es noch einen grandiosen Disco-Mix von 'Witch Hunt' sowie noch einigen Schnickschnack für CD-Rom. Wer sich die CD auf der Arena-Tour noch nicht gekauft hat, muss bis Mai 2003 warten ... dann wird das Teil offiziell in den Läden stehen.

Arena - Contagium

Nun ist es also komplett, das 'Contagion' - Triple. Die zweite Maxi-CD ist jetzt veröffentlicht und beinhaltet wieder 3 neue Songs, die in die Ur-CD 'Contagion' einsortiert werden müssen, eine Remix-Version von 'Salamander' sowie nochmal ein bißchen Schnickschnack für PC (Tourfotos, die komplette 'richtige' Tracklist, Contagion-Story usw.). Leider finde ich die neuen Songs - alleine für sich - nicht ganz so gelungen wie die Tracks von der 1. Maxi (Contagious). Deswegen haut mich das alles nicht so ganz vom Hocker. Und den Remix hätte man sich auch sparen können (ganz schöner Schrott). Aber ... ich habe mir mittlerweile die Mühe gemacht, alle 3 CDs in der richtigen Reihenfolge zusammenzustellen und ... siehe da ... es ist insgesamt fast ein Meisterwerk geworden. Deswgen wird allen Arena-Fans nichts anderes übrig bleiben, als 'Contagium' auch zu kaufen, sich von dem ganzen Zeug ne Doppel-CD zu brennen (ja ... das ist FÜR DEN EIGENGEBRAUCH noch erlaubt, weil kein Kopierschutz auf den CDs ist) und das ganze Werk zu genießen. Stellt sich trotzdem für mich die Frage, warum nicht gleich eine Doppel-CD veröffentlicht wurde. Wäre doch viel einfacher gewesen.

Arena - Live & Life

Nach 'Breakfast in Biarritz', der letzten Live-CD von Arena, wurde ja lediglich eine offizielle Studio-Scheibe ('Contagion') sowie die zwei dazu passenden Maxi-CDs veröffentlicht. Ob somit eine weitere Live-Doppel-CD schon wieder Sinn macht, möchte ich nicht entscheiden. Meine bescheidene Meinung dazu ist: DEFINITIV JA, denn Arena war für mich schon immer auch eine geniale Live-Band und alle, die nicht in den Genuss gekommen sind, ein Konzert der Contagion-Tour zu erleben, MÜSSEN 'Live & Life' haben, denn darauf ist ein komplettes Konzert-Set verewigt (wobei leider im Booklet nicht vermerkt wurde, ob es auch EIN Konzert war oder aus mehreren Konzerten zusammengestückelt wurde ... aber ist im Grunde ja auch egal). Und neben der kompletten 'Contagion', die live noch eine Klasse besser und druckvoller klingt, gibt es auf CD2 dann noch ein Best Of ... von 'Serenity' bis 'Solomon'. Soviel zum Teil 'Live'. Da die CD aber 'Live & Life' heißt, gibt es neben der Doppel-CD noch eine 40-minütige DVD mit einem Tour-Tagebuch und ein paar Fotos von den Konzerten. Insgesamt ein tolles Package, das aber mit um die 20 Euro meiner Meinung nach vielleicht ein bißchen zu teuer ist.

Arena - Pepper's Ghost

Gast-Kritik von Georg Lögler (mit Bestem Dank an www.crossover-agm.de, dass ich die Review verwerten darf).
Mit Jahrmarktatmosphäre beginnt das neue (Konzept-)Album der Briten, doch bald schon ist man zuhause im vertrauten Umfeld und beginnt eine weitere Reise in die Klangwelten der Sound-Zauberer : "Bedlam Fayre" startet ähnlich flott, nicht ganz so heavy wie vor 2 Jahren "Witch-Hunt", aber wie bei dem konstant hohen Niveau de Band üblich, rockt der Opener des 6. Studioalbums edel und eingängig und leitet die Geschichte ein. Jene dreht sich um die Themen Wahrnehmung, Missinterpretation und Wahnsinn. "Pepper's Ghost" war eine Erfindung eines gewissen Henry Pepper im 19. Jahrhundert, der mittels Glas und Reflektion eine "Geistererscheinung" auf die Bühne projizierte. Die ganze Story wird wieder liebevoll illustriert und die Musiker agieren als Comic-Helden in viktorianischer Zeit. Doch zurück zur Musik "Smoke And Mirrors" beginnt mit sanften Gitarrenklängen, bevor Clive Nolan sein Keyboard erklingen lässt. Er hat einmal mehr alle Texte und die Musik zusammen mit John Mitchell und Mick Pointer geschrieben, sowie das Album produziert und mit Helfe von Karl Groom (TRHRESHOLD) das Engineering vollzogen. Die gefühlvolle Gitarre von John, der elegante Gesang von Rob Sowden lassen diesen für ARENA-Verhältnisse eher kürzeren Song zu einem ersten Highlight werden. "The Shattered Room" ist dann mit fast 10 Minuten doppelt so lang und hier wird sich dann wieder die Spreu vom Weizen trennen : Liebhaber der Band (hinterm PC sitzende eingeschlossen...) werden es geradezu lieben, sich auf einen erneuten Flug zu begeben in die Dimensionen des Herrn Nolan und das Album bereits jetzt als den ersten Höhepunkt 2005 bezeichnen. Für Newcomer oder aber Außenstehende, selbst für solche, die die Band schon live sahen (damals als Vorgruppe von SAGA vor 3 Jahren kamen leider von drei Bekannten eher negative Kommentare..., nach anfänglicher Skepsis wurde ich aber vor 2 Jahren überzeugt, wird es auch hier keinen Einstieg geben, was schade ist. Denn das symphonisch-sphärische Stück mit mehreren Tempiwechseln vertont eine multiple Persönlichkeit und den Kampf mehrerer Ichs miteinander. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes Kopf-Musik, aber m.E. leichter zugänglich wie die letzte MARILLION. Die Augen der Lara Moon bitten um "Gehör" in einer schönen Ballade, die an GENESIS-Zeiten pre-1980 erinnert. "Tantalus" beginnt mit einem Klavierintro auch balladesk, schaukelt sich dann aber hoch zu einem instrumental gestalteten Kampf zu dem oben angesprochenen Thema Wahnsinn. "Purgatory Road" wird eingeleitet von einer schneidenden Gitarre, bevor Keyboard-Kaskaden und das Schlagzeug den Song auf die Reise schicken, der mit einem eingängigen charismatischen Refrain ("I'm here to stay...") versehen ist, und das Tempo dessen wird nach einem Mittelteil mit decoderverfremdeten Stimmen verdoppelt, wobei man kaum merkt, wie die musikalischen Genies dies so hinbekommen haben, mein Lieblingssong der Platte. Das Herzstück des Albums ist das 13-minütige "Opera Fanatica", wahrlich eine kleine Mini-Oper mit eingefügten Operngesang-Snippets, in der wieder sämtliche Register gezogen werden, und über deren vielschichtigem Aufbau alleine eine kleine Abhandlung verfasst werden könnte.
ARENA, deren Output sehr hoch ist – nach CONTAGION erschienen 2004 noch 2 EP's namens CONTAGIOUS und CONTAGIUM und auch erst Ende letzten Jahres die LIVE AND LIFE – haben sich und ihrer Fangemeinde hier zum zehnjährigem Bandjubiläum das beste Geschenk gemacht. Bei dem Dealer eueres Vertrauen könnt ihr abchecken was ein "Ecolbook" ist, in dieser Variante wird die CD erscheinen bzw. ist erschienen zum Zeitpunkt dieses Updates. Begebt euch auf den Trip, der außer dass die Musik süchtig machen kann, keine Nebenwirkungen hat ! Band :
http://www.verglas.com Vertrieb/Label in Deutschland : www.insideout.de .
Georg Loegler

Und mein Kommentar dazu:
Alle Achtung, Kollege Georg Lögler ... als eher nicht unbedingt zur harten Proggie-Fraktion zählender Musikliebhaber hast Du hier eine Review abgeliefert, die nicht besser und zutreffender hätte geschrieben werden können. Ich kann mich, nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Scheibe (es fehlt halt das 5-minütige Gitarrensolo eines 'Solomon' und der Aha-Effekt wie beim ersten Hören von 'The Visitor'), der Meinung zwischenzeitlich nur anschließen.

Arena - The Seventh Degree Of Separation

Sechs Jahre hat es gedauert, bis Arena endlich mal wieder eine neue Studio-CD auf den Markt werfen. Denn ‘Pepper’s Ghost’ ist ... man sollte es nicht glauben ... aus dem Jahr 2005. Klar, für die Musiker ist das nicht wirklich ein Problem, sind sie doch (fast) alle auch in anderen Bands tätig und können da ihre Brötchen verdienen. Trotzdem finde ich es klasse, dass es Arena geschafft haben, sind sie doch für mich im Prog-Bereich bis jetzt ganz oben gewesen und ich habe kein Konzert von ihnen in meiner Gegend (und auch weiter weg) verpasst. Schön ist, dass John Jowitt (Bass) in die Band zurückgekehrt ist, gehörte er ja schon fast zur Ur-Besetzung. Außerdem wurde der Sänger (mal wieder) ausgetauscht. Anstatt Rob Sowden singt jetzt ein gewisser Paul Manzi, über den ich aber leider so gar nichts weiß und in Erfahrung bringen konnte. Vorab kann ich aber sagen, dass ich Sowden eh nicht wirklich leiden konnte und somit Paul Manzi (zumindest in meinen Augen) in relativ kleine Fußstapfen treten musste. Und er macht seine Sache richtig gut. Interessante Stimme, die nur ansatzweise nach den verflossenen Arena-Sängern klingt. Im Vorfeld haben Arena die CD als ‘die beste Veröffentlichung bis jetzt’ bezeichnet. Naja ... was sollen sie auch sagen. CD XX war besser aber wir wollten mal wieder...? Natürlich nicht.
Leider hat sich die Musik von Arena ziemlich verändert. Bombastische Keyboard-Teppiche, ewig lange Gitarren-Soli, viele Breaks in den Songs ... alles so ziemlich verschwunden. ‘The Seventh Degree Of Separation’ geht dann schon eher in die AOR-Richtung und auch die Länge der Songs (bis auf ‘Catching The Bullet’, das die 8 Minuten-Marke fast erreicht) deuten eher auf AOR hin, denn sie bewegen sich alle so um die 4 Minuten rum und sind auch ziemlich ‘einfach’ gestrickt. Trotzdem ist die CD natürlich absolut anhörbar, nur ist alles viel gitarrenlastiger geworden. Eigentlich schade, aber vielleicht hoffen Arena durch den Stil-Wechsel etwas kommerzieller zu werden und aus der Prog-Ecke heraus zu kommen. Ob sie dadurch allerdings neue Fans gewinnen wage ich mal zu bezweifeln. Lassen wir uns überraschen, ob die Scheibe nur ein kleiner Ausrutscher war oder ob die nächste CD (hoffentlich auch nicht erst wieder nach 6 Jahren) noch weiter in die Richtung gehen wird.

Arilyn - Tomorrow Never Comes

Komischerweise machen mir Reviews von CDs des deutschen Prog-Labels QuiXote-Music immer ganz schön Schwierigkeiten. Erst nach einigen Hör-Durchgängen wage ich es, mir eine Kritik zu erlauben. Und bis jetzt sind die Scheiben von QuiXote (also die letzteTea For Two und die beiden Poor Genetic Material) ja in der Bewertung äußerst gut weggekommen. Nun hat das Heidelberger Label mit 'Arilyn' aus Ludwigshafen ein neues Pferd im Stall (äh natürlich eine neue Band am Start), die bei mir allerdings nicht als Prog-Band durchgeht und somit wohl auch für QuiXote-Music einen interessanten Schritt darstellt. Selbst beschreibt sich Arilyn als Band, die 'Space-Rock' macht (was immer das sein mag .. aber das werden wir ja noch erfahren) und sich nicht nach Charts richtet. Na das hört sich doch hoffnungsvoll an. Aber nun zu der CD. Nach einem knapp 1 1/2-minütigen (wirklich spacigem) Intro geht's los mit 'New World', das klingt, wie wenn 'The Seer' als 3-Akkorde-Band mit Hummeln im Hintern geschwind einen Song runterrocken. Klasse Einstieg. 'Far Away', 'Foreign Shores' und 'Nightmare', die nächsten Stücke, erinnern mich gesangsmäßig voll an Fury In The Slaughterhouse, wobei die zwei erstgenannten Titel auch musikalisch als Mid-Tempo-Songs voll in die Richtung gehen. Mit 'Adventurer' kommt dann der erste große Stil-Wechsel, denn das erinnert mich an alte 70er-Jahre Krautrock-Titel (unterlegt mit Gitarrensound à la Paranoid von Black Sabbath). Was ich vielleicht zwischendurch einstreuen sollte ist, dass die Texte fast alle von Sänger Christian Külbs geschrieben wurden und autobiographische Züge tragen. Das kann aber (zumindest nicht bis zur letzten Konsequenz) für den nächsten Titel gelten. 'State Of Desperation' handelt nämlich von jemandem, der nicht mehr leben will und der Song beginnt mit Kirchenglocken und endet mit einem Schuss. Dazwischen gibt es eine obergeniale Ballade mit zweiter weiblicher Stimme. Und ab hier wird die CD auch für den reinen Prog-Fan interessant (was nicht heißen will, das die Songs vorher für Proggies nicht anhörbar sind ... im Gegenteil), denn wir hören die ersten knackigen Tempowechsel und Breaks. Bei 'Nameless' klingt Sänger C. Külbs plötzlich nach Midge Ure (wirklich klasse gesungen) und Gitarrist Jürgen Kaletta wimmert einen dazu. Meine absoluten Lieblingssongs der CD sind dann 'Return' und 'Rescue Me' (zusammen über 12 Minuten lang und gehen ineinander über), wofür sich der Kauf der CD eigentlich schon lohnen würde. War der Sound bis jetzt eher unauffällig, glänzt 'Return' mit fettem Bass im wabernden unteren Bereich und irgendwie erinnert mich der Song an beste Ultravox-Zeiten (aber mit mehr Gitarre, so wie das Midge Ure jetzt auf seinen Konzerten macht). Beim Übergang zu 'Rescue Me' wird dann ein bißchen bei Marillion 'geklaut' ('Seasons End') und der Song entwickelt sich fast zur Hymne. Richtig genial. 'Reach You' geht etwas geruhsamer los, rockt aber im Mittelteil schon gewaltig, wobei die klasse Gitarre heraussticht. 'Mindeater' rockt wie in den 60ern / 70ern und die CD endet mit dem Titelstück 'Tomorrow Never Comes', dem wohl 'schönsten' Song auf dem Silberling (klasse Ballade), das die Band als das 'Persönlichsten Lied der Platte' bezeichnet.
Kommen wir nun zum Fazit: Eine Band, die es auf knapp 64 Minuten fertig bringt, eine musikalische Mischung aus The Seer, Fury In The Slaughterhouse, Prog-Bands, Ultravox und 70er-Krautrock mit wirklich anspruchsvollen Texten zu veröffentlichen, hat es auf jeden Fall verdient, näher beachtet zu werden. Und ich kann jedem musikinteressierten Leser meiner Homepage nur raten, sich die CD zu besorgen (entweder direkt bei
QuiXote-Music oder auch bei Amazon). Ich kann ohne Bedenken eine gute Stunde wirklich interessante Musik versprechen. Und es bleibt die Hoffnung, dass der Albumtitel nie eintrifft, denn sonst gibt es keine zweite Arilyn-CD.

Arilyn - Virtual Reality

Sicher eine der besten CDs, die bis jetzt beim deutschen Prog- und Artrock-Label Quixote-Music veröffentlicht wurde, war die Debüt-CD der Ludwigshafener Band 'Arilyn', betitelt mit 'Tomorrow Never Comes' (siehe meine Review). Damals endete meine CD-Besprechung mit den Worten "es bleibt die Hoffnung, dass der Albumtitel nie eintrifft, denn sonst gibt es keine zweite Arilyn-CD". Und nach fast 3 Jahren Stille um die Band, nach 10 Monaten Tonstudio und unverändertem Line-Up gibt es ENDLICH wieder einen Output mit Namen 'Virtual Reality'. Klangen Arilyn auf dem Vorgänger-Album noch nach allem möglichen (ich hatte sie mit The Seer, Fury In The Slaughterhouse', 'Ultravox' und 70er Jahre Krautrockbands verglichen), haben sie mit 'Virtual Reality' nicht nur ein paar Grad Härte zugelegt, sondern wohl auch in dem Stil-Mix der Anfänge jetzt ihre brilliante Schnittmenge gefunden, was vor allem in dem absoluten Highlight-Song 'Reality' (mit über 8 Minuten auch das längste Stück auf der CD) voll rüberkommt, denn in diesem Song ist alles vereint, was die Musik von 'Arilyn' so einzigartig und herausragend macht. Eine tolle Melodie mit eingängigem Refrain, eine perfekte Rhythmus-Arbeit, spacige Keyboard-Einsätze, ab und zu eine richtig rotzige Gitarre, eine brilliante Steigerung im Song und ein ambitionierter Text. Dazu kommt dann noch speziell in diesem Song ein herrliches Saxophon und ... nicht zu vergessen der Gesang von Christian Külbs, der seit der letzten Arilyn-CD offensichtlich noch ein bißchen mehr Midge Ure gehört hat. Die Ähnlichkeit in der Stimme ist schon mehr als verblüffend. Weitere absolute Highlights der CD sind der (nach dem Intro folgende) Opener 'Chaos' (ein mehr als fetter Rock-Song), 'Ris'n Sorrow' (könnte auch von Ultravox aus den 80ern sein), 'Run' (das wird auf Live-Konzerten bestimmt der Stimmungsmacher), 'Fall From Here' (eine wunderschöne Ballade zum Erholen), 'Unreal' (wieder so ein fetter Rock-Kracher mit Hymnen-Refrain), 'Break Out' (hier darf mal zu Beginn des Stückes Gitarrist Jürgen Kaletta zeigen, was er Gefühlvolles drauf hat), 'Time Went Backwards' (sicher das proggigste Stück auf der CD), 'Virtual Reality' (klingt voll nach Sylvan und ist meiner Meinung nach neben 'Reality' der beste Song auf der Scheibe) und 'Encourage Me' (ein gut 6 1/2 - minütiger würdiger Abschluss mit anschließendem 'Ghost-Part'). Oh Mist ... jetzt habe ich doch tatsächlich alle Songs genannt ... naja ... auch wenn ich mich jetzt wiederhole: War 'Tomorrow Never Comes' bis jetzt die beste Veröffentlichung von Quixote-Music, muss ich meine Meinung jetzt ändern ... 'Virtual Reality' von Arilyn ist noch einen guten Tick besser. Unbedingt kaufen !! Infos über die Band gibt es unter www.arilyn.de .

Arilyn - Alter Ego

'Alter Ego' ist das jetzt dritte Album der Ludwigshafener Art-Rocker. Und wer meine Homepage aufmerksam liest, weiß jetzt bestimmt, dass ich von den 2 Vorgängern mehr als begeistert war. Aber um mal gleich wegen dem Album-Titel den Wind aus den Segeln zu nehmen, zeigt die Band keineswegs ein 'anderes Ich'. Auch im dritten Anlauf gibt es einen hübschen Mischmasch aus verschiedenen Stilen, so dass man die Band noch immer nicht so richtig einordnen kann. Nett schon das Intro 'Gamma' mit Werbung für die Band-Homepage www.arilyn.de. Es folgt das erste Highlight, der 6-Minüter 'Take Off', der am Anfang mit den Keyboard-Parts schwer an die guten alten Eloy erinnert aber dann ziemlich schnell rockt und einen 'Sylvan-Refrain' hat (lustigerweise klingt Sänger Christian Külbs auch noch voll nach Sylvan). 'A Secret Wish' könnte zu Beginn auch von Pink Floyd sein - wunderschöner langsamer Song mit zwischendurch gefühlvoller Gitarre - toll. 'Carpe Diem' kommt dann etwas spaciger und rockiger daher. Typischer Arylin-Song würde ich mal sagen, der im Mittelteil dann aber sehr getragen wird (fette Orgel, kitschige Chöre, wieder tolle Gitarre) um am Ende wieder voll zu rocken. Fast ne Prog-Hymne. Aber auch eine Piano-Ballade darf nicht fehlen, die mit 'Wish That I Was Special' folgt. Ein Song, der einem nicht mehr aus dem Ohr geht. Und als ob sie auch was absolut radiotaugliches schreiben wollten, kommt danach 'Controlling' (und da isser wieder ... der Gesang der voll an Midge Ure erinnert). 'When Worlds Collide' ist dann wieder ein typischer Arilyn-Art-Rocker, der in fast 7 Minuten praktisch ohne Gesang auskommt. Eine weitere Ballade folgt mit 'Wake Me Up' (auch richtig schön). Das Titelstück 'Alter Ego' ist dann aber tatsächlich das andere Ich der Band. Fast schon Hardrock (aber nur ein bißchen !!) mit rotziger Gitarre und aggressivem Gesang. Interessante Seite der Band. Und zum Abschluß gibt's dann noch 'Again', einem weiteren absoluten Highlight der CD. Super zum Teil mehrstimmiger Gesang, toller Rhythmus bei dem kein Bein still hält.
Fazit: Mit 'Alter Ego' haben Arilyn sich sicher nicht neu erfunden (was man aus dem Album-Titel vielleicht schließen könnte) sondern gehen zielstrebig ihren Weg im musikalischen 'nicht richtig einsortierbar' weiter. Ob jetzt 'Alter Ego' eine weitere Steigerung im Vergleich zu den Vorgängern ist, möchte ich gar nicht mal so behaupten. Ich denke sie haben ihren eigenen Stil gefunden und versuchen ihn zu bewahren. Und das ist gut so. Absoluter Kauftipp !!! Veröffentlicht wurde die CD natürlich wieder bei
QuiXote-Music.

Arilyn - Live In England (DVD)

Nach 9 Jahren Band-Geschichte der Art-Rocker aus Ludwigshafen gibt es nun die erste Möglichkeit, die Live-Qualitäten der Jungs zu betrachten. Aufgenommen wurde auf der DVD, die es übrigens für schlappe 12 Euro bei www.quixote-music.de zu kaufen gibt, ein Gig vom Rotherham Rocks Festival 2005 mit insgesamt 7 Songs, der dann natürlich den ganzen Querschnitt der genialen Musik von Arilyn zeigt. Klar ist die Qualität des Mitschnitts nicht mit hochpolierten Produktionen der Szene-Größen zu vergleichen, aber gerade das macht auch ein bißchen den Reiz aus. Einfach pur und ungeschönt ein klasse Konzert ... leider viel zu kurz. Aber die diversen Bonus-Sachen, die noch auf der DVD vertreten sind, sind einfach nur gut und auch witzig. Vor allem das Behind The Scene (Backstage Insanity) nach dem Gig ist einfach nur lustig. Dann gibt's noch 'Rescue Me' (von der ersten Arilyn-CD) vom Gig 2006 in Rotherham, ein 'Making Of ...' der letzten CD 'Alter Ego' und ein hübsches Foto-Album der Band. Auf jeden Fall Value For Money für die paar Euro. Unbedingt kaufen !! Und danach natürlich die 3 Studio-CDs der Band, falls Ihr die noch nicht habt.

Arilyn - Shadows Of The Past

Rund 6 Jahre haben sich die Jungs der Pfälzer ‘Space Rock’ - Band Arilyn Zeit gelassen, um einen Nachfolger von ‘Alter Ego’ (aus dem Jahr 2007) zu präsentieren. Und endlich ist es soweit, denn seit 01.03.2013 gibt es ‘Shadows Of The Past’ (unter anderem bei Just For Kicks erhältlich). Und ich kann Euch versprechen, dass sich das Warten auf jeden Fall gelohnt hat.
Zumindest wenn man den Opener (und zugleich auch das Titelstück) und das folgende ‘Everything Comes Back Again’ hört, hat man den Eindruck, dass Arilyn noch eine Schippe Härte draufgepackt haben, denn da wird ganz fett gerifft und mit dem Keyboard gequietscht (wobei das Titelstück ‘Shadows Of The Past’ beim Refrain eine überraschende Wende bereit hält und richtig melodisch / zuckersüß daher kommt sowie im Mittelteil dann auch noch mit einem gefühlvollen Gitarren-Solo aufwarten kann. Auf jeden Fall 2 Aufwecker die Lust auf mehr machen.
Richtig proggig wird es dann bei ‘Move On’, wandert bei ‘All Of You’ mal wieder in die leichte Ultravox-Schiene (hier vor allem das Keyboard), wird richtig spacig (mit Vocoder-Einsatz bei ‘Hide Away My Tears’), power-balladig (King Without A Crown ... sehr geil), wieder recht rockig (So Extreme) richtig gefühlvoll (Redemption), wieder proggig (The Masters Chamber) um dann in den 2 Long-Songs Wasted (über 6 Minuten) und A Man With A Mission (gute 7 Minuten) zu enden, die nochmal die komplette musikalische Bandbreite der Jungs zeigen und vor allem in Richtung Neo-Prog gehen.
Als Fazit kann ich nur sagen, dass sich auch ‘Shadows Of The Past’ absolut lohnt in den Player geschmissen zu werden. Da sind Musiker am Werk die ihr Handwerk verstehen und von vorne bis hinten begeistern. Wirklich gut gemacht.

Ark - Burn the Sun

Norwegische Prog-Metal-Band mit ihrer zweiten Veröffentlichung. In den einschlägigen Medien wird die Truppe um Sänger Jorn Lande, der zugegebenermaßen für Prog-Bands eine ausgezeichnete Stimme hat, ohne Ende hochgelobt. 'Erschwerend' kommt noch dazu, daß die Scheibe von InsideOut Music vertrieben wird, die zumindest bis jetzt einen hervorragenden Geschmack gezeigt haben. Musikalisch liegen Ark in der Richtung Dream Theater bis Pain of Salvation, ohne jedoch auch nur annähernd die Klasse zu erreichen. Insgesamt ein gutes aber nicht überragendes Album, das man nicht unbedingt haben muss.

Armored Saint - Revelation

Die Comeback-Scheibe von "L.A.'s most headbanging Band" besticht, abgesehen von der Musik, die mich doch stark an Metallica in der Anfangszeit erinnert (jaja Georg ... für diese Aussage würdest DU mich jetzt bestimmt am liebsten würgen) vor allem durch einen oberfetten Sound, kernige Drums und gar heftige Gitarren gepaart mit einem für Heavy-Verhältnisse hervorragenden Gesang. Aber als Prog-Freund muß ich natürlich bemerken, daß mir das Teil auf Dauer wegen der Eintönigkeit etwas auf den Keks geht. Deswegen gilt der Rat: Headbanger müssen kaufen kaufen kaufen ... Proggies lassen lieber die Finger weg.

Artension - New Discovery

Der geniale Keyboarder Vitalij Kuprij und Royal Hunt - Sänger John West bilden das Gerüst der Band 'Artension', die sich als rare Art von Band bezeichnet, weil die unterschiedlichen Einflüsse der Musiker in die Songs einfließen und somit von Klassik-Rock bis Prog alles vertreten ist. Unterstützt werden die zwei Musiker von Roger Staffelbach (Gitarre), Kevin Chown (Bass) und Rage-Drummer Mike Terrana. Insgesamt ist 'New Discovery' eine nette CD in Richtung Royal Hunt mit ein bisschen mehr Bombast (wie Asia oder Yes), ohne jedoch irgendwo herauszuragen. Vielleicht fällt am ehesten noch der Song 'Endless Days' auf, der dann auch gleich zwei Mal auf der CD (also Lang-Fassung und als Radio-Edit) ist. Naja, schlecht ist's nicht aber vom Hocker haut's mich jetzt auch nicht.

Asia - live acoustic

GAST-KRITIK VON MICHAEL DOSTER

"ASIA" ist eine Band, die es nun schon seit 18 Jahren gibt und die uns -mit wechselnder Besetzung - einige wirklich phänomenale Werke abgeliefert hat, die teilweise auch in den internationalen Charts bis auf die Spitzenplätze geklettert sind. Leider ist es in letzter Zeit sehr ruhig um "ASIA" geworden, seit 1996 das letzte Studio-Album "Arena" erschien, die damals geplante Arena-Tour jedoch nie zustandekam und die Band-Mitglieder sich anderen Projekten zuwandten. Mittlerweile begannen die Plattenfirmen, eine Flut von Veröffentlichungen auf den Markt zu werfen. Darunter waren einerseits bisher unveröffentliche Tracks (Archiva) und "best of"-Alben und andererseits eine beinahe nicht mehr zu überschauende Zahl von live-Mitschnitten, zu denen auch die vorliegende "live acoustic", ein Konzertmitschnitt vom 21. September 1997 in Bruchsal gehört. Nun, außer der kommerziellen gibt's bekanntlich auch immer eine musikalische Seite: Die Musiker bieten eine solide Leistung - etwas anderes hätte man ja auch von ASIA kaum erwartet, die Songs reichen von der ersten Stunde (Heat of the moment) bis zum letzten Studio-Album (Arena). Über eine "acoustic"-Darbietung von ASIA-Material mag man geteilter Meinung sein - mein Ding ist es nicht, ich mag ASIA eigentlich genau für das, was sie normalerweise machen: Bombastrock mit Prog- und Rock-Anleihen, der auch manchmal haarscharf am Schnulzigen vorbeischrammt! Die Klangqualität dieser Aufnahme ist eher enttäuschend, da sind selbst in den 70er-Jahren wesentlich bessere live-Mitschnitte erschienen. Die Produktion ist recht lieblos gemacht, dies setzt sich beim Cover und beim Inlay fort: außer den Mitspielern bei diesem Auftritt und den Titeln findet man nur Informationen über weitere live-Alben, die Adresse der offiziellen Asia-Web-Site und eine Telefonnummer / Bestelladresse, wo man die neue offizielle ASIA-Biographie kaufen kann. Wenn man nicht gerade zu den hard-core-Sammlern gehört, die alles von ASIA haben (wollen), dann kann man von dieser CD guten Gewissens die Finger lassen.

Asia - Aura

Immerhin 5 Jahre haben sich Asia Zeit gelassen, um eine neue Studio-CD zu veröffentlichen. Im Vorfeld hatte ich schon einige Kritiken über den Silberling gelesen und alle bewerteten das neue Werk ziemlich miserabel. Von 'Abgesang einer ehemaligen Supergruppe' war die Rede und eigentlich wurde das Teil ziemlich verrissen. Ich persönlich kann mich diesen Meinungen nicht anschließen. Die Zeit von 'Heat of the moment' oder 'Only time will tell' sind seit dem Weggang der Asia-Gründer John Wetton, Carl Palmer und Steve Howe ja eh vorbei, und seit das Duo Geoffrey Downes und John Payne alleine Asia am Leben erhalten, ist (seit der Veröffentlichung von 'Aria') auch songmäßig eine Veränderung eingetreten (was ich nicht schlecht finde. Meiner Meinung nach ist gerade 'Aria' eine hervorragende Asia-CD). Und daran schließt 'Aura' eigentlich nahtlos an.
Unterstützt von so namhaften Musikern wie Steve Howe, Pat Thrall, Ian Crichton, Tony Levin oder Simon Phillips gibts (zumindest beim limitierten Digi-Pack) fast 80 Minuten Asia der ruhigeren Art wobei vor allem das Stück 'Free' mit über 8 Minuten heraussticht. Freunde der 'neuen' Asia können bedenkenlos zugreifen.

Asia - Silent Nation (Special Edition)

Was wurde die neue Asia-CD 'Silent Nation' im Vorfeld hochgelobt. Back to the roots, Prog-Rock vom Feinsten und so weiter und so weiter. Naja, nach so vielen Vorschußlorbeeren bin ich dann auch nach mehrfachem hören schon etwas enttäuscht. Ich würde 'Silent Nation' eher anderst beschreiben: Wer Asia im Stil der alten Scheiben mit John Wetton erwartet, wird auch weiterhin enttäuscht sein, wer Asia auch noch seit John Payne als Sänger und Mit-Song-Schreiber mag (so wie ich), wird auch 'Silent Nation' mögen. Also schlicht nix Neues. Nette melodische Rock-Liedchen ohne große Überraschung. Herausheben möchte ich vielleicht nur den Opener 'What About Love', das geniale 'Blue Moon Monday' und das tolle 'Gone Too Far'. Neben John Payne und dem einzig übriggebliebenen Ur-Asiaten Geoffrey Downes sind zur Zeit übrigens noch Drummer Chris Slade (Ex-Manfred Mann's Earthband und AC/DC) und Gitarrist Guthrie Govan (völlig unbekanner Mann, der ab und zu aber ganz schön wimmern darf und schon auf der letzten Tour dabei war) mit an Bord. Wer Interesse an der Asia-CD hat, sollte sich allerdings die Special Edition mit DVD zulegen, denn auf der Bonus-DVD ist noch ein ganz interessanter Bericht über das Making Of Silent Nation drauf.

Asia - Aqua (Re-Release / Special Edition)

Kritik von Georg Loegler:
ASIA-Fans haben in diesen Monaten die Qual der Wahl zwischen mehreren hochklassigen Veröffentlichungen : Kurz nach dem ICON-Project (= Classic ASIA !) von Geoff Downes und John Wetton und knapp vor Steve Howe's neuer Solo-Scheibe "Spectrum" erschienen im Juni gleich zwei vorzüglich aufgemachte Wiederveröffentlichungen. Eine davon ist die ursprünglich 1992 erschienene "Aqua", nun aufgestockt mit 3 Zusatzsongs, neuem Booklet mit Einleitung von David Gallant, dem Autor des Buches "Asia : The Heat Goes On".
1992, das war 10 Jahre nach dem Mega-Erfolg des Debuts, das nicht nur 10 Millionen+ Einheiten absetzte, sondern auch die erfolgreichste Platte weltweit 1982 überhaupt war. Wetton war ausgestiegen, und diese Platte, die erste nach "Astra", 1985, war der Anfang von John Payne in der Band. Er hatte zuvor mit ELO und Jim Steinman gearbeitet und auch auf Roger Daltrey's "Under A Raging Moon" gesungen und Geoff im Studio getroffen, als jener an dem GTR Album werkelte. Steve Howe kehrte zurück, er war bekanntlich 1984 bereits ausgestiegen und auch Carl Palmer taucht als Gast auf, betourte die Platte jedoch nicht, das übernahm Trevor Thornton.
Und tatsächlich spielten zwei WEITERE Spitzendrummer, nämlich Simon Philips und Nigel Glockler ebenfalls Schlagzeug-Parts ein.
Und zwei weitere hochkarätige Musiker, die bereits erste Schritte im Rampenlicht hinter sich hatten und später noch berühmter werden sollten, tauchen hier als Gitarristen auf : Al Pitrelli, zu der Zeit mit Alice Cooper unterwegs (später SAVATAGE, MEGADETH u.a.) und Vinny Burns ( damals bei DARE, er sollte später TEN gründen).

Zur Musik : Eingerahmt wird das (ursprüngliche) Album von edlen majestätischen Keyboard-Klängen : Aqua Part One und Two (aber hier bekommen wir ja noch 3 Songs mehr) somit ist der eigentliche Abschluss das viertletzte Stück.
"Who Will Stop The Rain ?" macht klar, dass die Band in den 90ern ankam, ihre Trademarks zwar beibehält, aber nicht zur Retro-Band wurde, denn Payne hat seine eigene Identität und hat nie versucht, John Wetton nachzumachen.
Nach Slide-Guitar Klängen läuft "Back In Town" wie eine bestgeölte Maschine und zeigt die Band von einer Rock'n'Roll-igeren Seite. Das ruhige "Love Under Fire" (im Bonusteil noch einmal als Live-Song dabei) sorgt für getragene Klänge, und wenn überhaupt dann erinnert Payne's Stimme hier ein wenig an seinen Vorgänger. Das pumpende "Someday" stammt aus einer anderen Aufnahmesitzung, das hört man am Sound sofort, was nicht heißen soll, das hier beim digitalen Remastern nicht ganze Arbeit geleistet wurde, was der zuständige Mensch sogar erklärt hier.
"Little Rich Boy" ist gleich zweimal vertreten, der Song ist in einer wesentlichen längeren mit Solo-Passagen versehenen Live-Version als Bonus-Song hinzugefügt worden, und durch die charakteristischen "Wo-ohoh" Chöre erinnert das wirklich an die 2. DARE "Blood From Stone". Das verträumte "The Voice Of Reason" hätte ich zu Beginn Steve Howe zugerechnet, wenn in den Credits nicht Downes/Payne gestanden hätte. Das folk-artige Stück macht eine überraschende Biege, wenn nach drei Minuten eine Keyboard-Wand die harten Drums herausfordert.
Zurück zu bekanntem Territorium mit Panorama-Keyboards bei "Lay Down Your Arms". Zu "Crime Of The Heart", mit fast 6-minuten der längste Studiosong eine kritische Anmerkung, denn das Stück plätschert irgendwie gar nicht packend dahin und ist viel zu lang. " A Far Cry" ist zwar fast genauso lang, aber überzeugt wieder durch eine ASIA-typische, immer leicht dramatische Inszenierung mit Hang zum Pomp, wie sie viele Fans so lieben an der Band. Auch "Don't Call Me" hat diesen leicht sentimentalen Touch in der Melodieführung und gleitet souverän daher, bevor dann mit "Heaven On Earth" m.E. der Höhepunkt von AQUA erfolgt. Das Stück bringt noch einmal alle Stärken dieser "Arbeitsgemeinschaft" auf den Punkt : Höchstes musikalisches Können, eingängige Melodien, fesselnde hier sogar spannende Instrumentierung, guter Gesang bei rockigem Anstrich, der nach wie vor radiofreundlich war, aber vor 13 Jahren interessierte das ja nur noch eine Minderheit, was sich bis heute nur noch geringfügig änderte...
Nun liefert man uns noch einen weiteren Studio-Song namens "Obsession", der die Platte dann auf eine Laufzeit von 78 Minuten bringt, viel mehr geht nicht.

Also holt euch nicht irgendwelche dubiose Pressungen von ASIA, sondern diese von Geoffrey autorisierten Platten, dann wisst Ihr, das Ihr Qualität habt, was man bei all den seltsam zusammengeschusterten Samplern nicht immer sagen kann !
Zeitgleich erschien in ebenso opulenter Aufmachung (zusätzliche Hülle mit eingraviertem Logo) die "Anthology" Zusammenstellung. Im August folgen dann gleich weitere drei Re-Releases der 'Asiaten'.
Tracklist :
Aqua Part One
Who Will Stop The Rain ?
Back In Town
Love Under Fire
Someday
Little Rich Boy
The Voice Of Reason
Lay Down Your Arms
Crime Of The Heart
A Far Cry
Don't Call Me
Heaven On Earth
Aqua Part Two
Bonus-Tracks :
Obsession
Little Rich Boy (Live)
Love Under Fire (Live)
Band :
www.asiaworld.org
Label :
www.insideout.de

Asia - Phoenix

Ziemlich genau 25 Jahre mussten wir warten, bis es endlich eine Asia-Reunion gibt ... also die Ur-Besetzung mit John Wetton, Geoffrey Downes, Carl Palmer und Steve Howe. Tatsächlich endlich? Tja, schwer zu sagen. Die Jungs sind natürlich auch 25 Jahre älter geworden, waren aber immer der Musik verschrieben. Viele Leute haben ja Asia in der John Payne-Aera abgelehnt, weil er der Band schon seinen eigenen Stil aufgedrückt hat. Sowohl musikalisch als natürlich auch mit seiner Stimme. Zwar mochte ich viele der Payne-CDs trotzdem (vor allem 'Aria' ist meiner Meinung nach einfach genial), doch John Wetton hat halt doch eine unverwechselbare Stimme und gehört auch heute noch zu den besten Sängern des Genres. Das hat er auf zahllosen Solo-Scheiben bewiesen und auch bei dem Icon-Projekt (mit Geoffrey Downes) war er das Highlight. Deswegen verwundert es auch nicht dass auch auf 'Phoenix' vor allem durch seinen Gesang das alte Asia-Feeling wieder da ist. Im Internet kursieren ja schon viele Reviews über die CD und die meisten davon sind eher negativ. Aber das finde ich ziemlich ungerecht. Mir gefällt die Scheibe ausgesprochen gut. Klar versuchen die Jungs, einige ihrer 'alten Heuler' zu kopieren und sind sich auch nicht zu schade dafür, das teilweise Ton für Ton zu tun ... aber was soll's ... genau sowas erwarte ich doch von einer Reunion. Sie sollen ja Musik nicht neu erfinden sondern den alten Fans (zu denen ich gehöre) auch das alte Gefühl zurückgeben. Und das ist ihnen hervorragend gelungen. Asia-Fans können deswegen bedenkenlos zugreifen. Nur eine Tatsache finde ich mal wieder überaus ärgerlich ... die CD lässt sich ums Verrecken nicht am PC abspielen, weil ein ätzendes Video drauf ist, das sich beharrlich beim Einlegen der CD automatisch startet und auch etliche Versuche, dies zu umgehen, schlugen leider fehl. Deswegen habe ich auch keine Lust, auf die einzelnen Titel einzugehen, weil ich schlichtweg keine Böcke habe, ständig zu meinem CD-Player zu rennen um weiterzutackern. Wenn schon ein Video, dann bitte als MPEG oder so ... andere Bands können das ja auch. Und Angst vor Raub-Kopien oder MP3's im Internet brauchen sich die Jungs wohl auch keine großen Sorgen machen ... die 'Zielgruppe' ist eh jenseits der 40 und kann sich die CD auch leisten.

Astral Doors - Of The Son And The Father

Fette Rock-CDs sind ja im Jahr 2003 ziemlich viele erschienen. Aber eine Band, die so perfekt Rainbow kopiert, ist mir schon lange nicht mehr untergekommen. Schon der erste Song 'Cloudbreaker' erinnert unweigerlich an 'Kill The King' und Sänger Patrik Johansson (der Name sagt schon alles ... die Jungs kommen aus Schweden) klingt wie der perfekte Ronnie James Dio - Klon. Und das geht praktisch die ganze CD so weiter. Deswegen gibt es als Bewertung dieser CD nur zwei Möglichkeiten . Entweder man findet so eine Kopie einfach nur scheiße (und empfindet die CD als Gotteslästerung) oder man zappelt und nickt die komplette CD durchgehend mit und ist hellauf begeistert. Mir ist dann eher das Zweite passiert und ich kann nur empfehlen, den Jungs eine Chance zu geben. Tolles Debut und eine absolute Kaufempfehlung von mir.

Atmosfear - Inside The Atmosphere

Erstaunlicherweise hat sich die deutsche Band 'Atmosfear', beheimatet im hohen Norden (genauer in Hamburg), bereits Mitte der 90er Jahre gesucht und gefunden. Doch außer einer 3-Track-Promo-CD im Jahre 1997 gab es bis zur Veröffentlichung von 'Inside The Atmosphere' letztes Jahr (2003) kein Lebenszeichen in Form eines Silberlings. Trotzdem haben sie es geschafft zusammen mit Bands wie Vanden Plas, Sun Caged, Pain Of Salvation oder zuletzt Evergrey aufzutreten. Somit wurde es endlich Zeit, ihre Musik auch einem breiteren Publikum vorzustellen. Und 'Inside The Atmosphere' hat (nicht nur wegen der Nennung als eines der Highlights des Jahres 2003 von meinem Gast-Kritiker Michael Doster in seiner Top 10 - Liste) auf jeden Fall das Potential, die Prog-Gemeinde zu begeistern. Atmosfear in eine Schublade zu stecken, ist nicht einfach. Denn für Prog-Metal im Stile von Dream Theater gibt es eindeutig zu wenig Gefrickel (nur ansatzweise wie z.B. in dem Song 'A Cry Of Dismay' gehts dann schon mal ein bißchen chaotischer zur Sache) und für reinen Prog-Rock ist die Musik eigentlich insgesamt zu 'einfach', wobei aber z.B. der längste Song 'Zephaniah' mit immerhin 12 Minuten alles hat, was einen tollen Prog-Song ausmacht. Tempowechsel, Instrumentalparts ohne Ende, harte Breaks, zwischendurch fette Gitarrenriffs und und und. Mir von Anfang an aufgefallen ist der für eine deutsche Prog-Band hervorragende Gesang von Oliver Wulff, der nicht nur phasenweise klingt wie Herr Khan von Kamelot. Aber damit will ich die Leistung der restlichen Musiker natürlich nicht schmälern. Eine wirklich tolle Keyboard-Arbeit (stets vorhanden aber nie nervig im Vordergrund), vielleicht ein bißchen zu wenige Gitarren-Soli (das mag ich halt) und eine solide bis perfekte Rhythmus-Truppe machen 'Inside The Atmosphere' zu einem tollen Album, das, abgesehen von der grässlichen Coverversion von 'Eleanor Rigby' (und das auch noch in zwei Versionen ... Achtung: Hidden Track), wirklich von vorne (schon der 9-minütige Opener 'Inside The Atmosphere' ist erste Sahne) bis hinten (mit der abschließenden Ballade 'There Is Love At The End') einfach nur Spaß macht. Hätte ich die CD im Jahre 2003 schon gehabt, wäre sie sicher auch auf meine Top 10 - Liste gekommen. Ich kann da nur einen Tip abgeben: KAUFEN. Das könnte mal eine ganz große Prog-Band werden.

Auf der Maur, Melissa - Auf der Maur

Der Name 'Melissa Auf der Maur' dürfte wohl den wenigsten meiner Leser ein Begriff sein. Ist auch nicht so schlimm. Die gute Frau wurde gezwungen (wahrscheinlich ganz fies mit Geld), mit Courtney Love's Band 'Hole' als Bassistin 6 CDs einzuspielen, war auch vertraglich geknebelt an die 'Smashing Pumpkins' (auch wieder als Bassistin und womöglich auch wieder mit Geld gelockt) und ist jetzt 'froh', endlich ihre eigene Musik machen zu dürfen. Mir kamen ja die Tränen, als ich das gelesen habe. Wie böse doch die Welt ist. Aber gut. Ihre erste Solo-CD ist ja gar nicht so schlecht. Also wer auf schnörkellosen Rock mit fetter Bass-Gitarre steht, sollte ruhig mal reinhören. Das fetzt teilweise schon ganz schön. Aber ich befürchte mal, dass die gute Frau (auch wegen ihrem Aussehen) wahrscheinlich von Viva und MTV ausgeschlachtet wird und ich tippe mal darauf, dass der Song 'Followed The Waves' ziemlich hochgepusht wird. Aber nachdem Frau Auf der Maur ja schon so schlimme Dinge in ihrem Leben erfahren hat, sei's ihr ja gegönnt. Ach ja ... die CD ist Copy Controlled und läuft mal wieder nicht überall.

Aurora Project, The - Shadow Border

'Shadow Border' ist nach dem Debut-Album von 2005 ('Unspoken Words'), das ich leider nicht kenne, jetzt die zweite CD der holländischen Prog-Band 'The Aurora Project'. Bestehend aus Dennis Binnekade (Vocals), Remco van der Berg (Guitars, Vocals), Marc Vooys (Guitars), Marcel Guyt (Keyboards), Rob Krijgsman (Bass) und Joris Bol (Drum) machen die Jungs feinsten Neo-Prog und mich wundert ein bißchen, dass ich von der Band bis jetzt noch nichts gehört habe. Schon der Opener 'Human Gateway' (nicht zu verwechseln mit dem namensähnlichen Song von IQ) lässt erahnen, was die Band für ein Potential hat. Feiner Gesang, tolle Melodie ... erinnert ein bißchen an alte Sylvan gepaart mit Clepsydra (was auch ein bißchen daran liegt, wie Sänger Dennis Binnekade die englischen Wörter ausspricht). Ein bißchen härter geht es dann bei 'The Trial' zur Sache (mit ein paar fetten Gitarren-Riffs), da kommt dann ein bißchen Ivory Tower oder auch Everon durch. 'Photonic Reunion' ist dann wieder etwas getragener und besticht auch wieder durch den tollen Gesang und schöne Breaks. 'The Confession', fett-dramatisch am Anfang und in der Mitte auch wieder recht ruhig ebenfalls ein Highlight für den Prog-Fan. Auch 'Another Dream' und 'Within The Realms' hauen in die selbe Kerbe. Absolutes Highlight ist aber ganz sicher das über 16-minütige Titelstück 'Shadow Border', auf dem die Jungs nochmal zeigen, was sie alles drauf haben. Viele Instrumental-Parts, jeder der Musiker hat seinen Platz in dem Stück und es wird geproggt was das Zeug hält.
'Shadow Border' ist für mich sicher die Prog-Überraschung des laufenden Jahres. Selten in letzter Zeit so eine gute CD im Player gehabt. Aus der Info der Plattenfirma (The Laser's Edge) geht hervor, dass Fans von Riverside, Rush, Arena und Porcupine Tree von der Scheibe begeistert sein dürften. Hmm ... also hier wurden wahrscheinlich einfach mal pauschal die Prog-Größen genannt um Interesse zu wecken. Die Musik von 'The Aurora Project' hat aber mit den genannten Bands nicht wirklich viel gemeinsam. Sylvan, Clepsydra, Everon kommen da schon näher (und das ist ja auch nicht schlecht). Veröffentlicht wird das Teil am 05.06.2009 und ich kann die CD jedem Prog-Fan nur ans Herz legen. Richtig tolle Sache. Mehr Infos gibt es auf der
Band-Homepage.

Autumnal Blossom - Against The Fear Of Death

Es ist schon einige Zeit her, dass ich von dem deutschen Label Quixote-Music einen neuen Output in den Händen gehalten habe. Umso mehr hat es mich gefreut, dass es jetzt gleich 2 neue Silberlinge aus diesem Hause gibt (denn neben ‘Autumnal Blossom’ wurde auch ‘Coarbegh’ ... siehe weiter unten veröffentlicht).
Aufmerksame Leser meiner Homepage werden jetzt natürlich wissen, dass Quixote Music die Heimat der genialen deutschen Prog-Band ‘Poor Genetic Material’ ist, von denen ich hier auf meiner Seite auch diverse Reviews abgelegt habe.
‘Kopf’ der Band ist eine gewisse Pia Darmstaedter, die als Flötistin auch schon mit Poor Genetic Material zusammengearbeitet hat und hier neben ihrerm Stamm-Instrument auch noch die Tasten sowie den Gesang übernimmt. Und neben der Cellistin Valeria La Giudice, Mark Beers am ‘Double Bass’ und Julia Donat am Didgeridoo tauchen mit Philipp Jaehne (Keyboards) und Stefan Glomb (Gitarre / Bass) zwei nicht gerade unbekannte Musiker von Poor Genetic Material auf, die das Album auch mitproduziert haben.
Dass Pia Darmstaedter vor allem Bezug zur Gothic-Schiene hat, ist nach dem Hören von ‘Against The Fear Of Death’ nicht zu bestreiten, denn fast alle Songs kommen sehr düster und melancholisch rüber, was wahrscheinlich auch an den gewählten Texten (alle von diversen Dichtern aus England und Amerika, die sich mit den Themen Vergänglichkeit, Trauer, Abschied und Tod aber auch mit Hoffnung und Liebe beschäftigen) liegen könnte. Trotzdem macht die CD überhaupt nicht depressiv sondern gibt einem ein wohliges Gefühl, was auch damit zu tun hat, dass neben der klassischen Instrumentierung (mit viel Streichern und Piano) auch einige Folk-Einflüsse gestreut werden, die die ganze Sache auflockern.
Eine echt ‘schöne’ CD, die es z.B. bei Just For Kicks zu kaufen gibt. Mehr Infos über Autumnal Blossom gibt es natürlich auch auf der Homepage der Band.

Avantasia - The Metal Opera I

Metal-Herz, was willst Du mehr ?? Da trifft sich die Crème de la Crème der deutschen Metal-Szene unter 'Leitung' von Edguy-Keyboarder Tobias Sammet und schrammelt eine Metal-Hymne nach der anderen runter. Zwar handelt es sich, wie der CD-Titel unschwer erkennen läßt, um eine fortlaufende Handlung, doch ist es im Grunde egal, wo man bei der Scheibe einsteigt. Mal abgesehen von den paar instrumentalen Zwischenstücken sind die Songs für sich auch alleine absolute Würmer für das verwöhnte Metal-Ohr. Angesichts des Berges von 'Gast-Musikern' ist klar, in welche Richtung der Silberling geht: David DeFeis, Rob Rock, Timo Tolkki, Sharon Del Adel, André Matos und Kai Hansen sagen ja wohl alles. Für die Metal-Fraktion meiner Leserschaft ist dies ganz bestimmt die CD des Jahres 2001 und ich weiß, Ihr werdet mich jetzt wieder steinigen wollen, wenn ich nicht die Höchstwertung dafür vergebe. Aber leider gibt es natürlich auch eine Einschränkung: Die Proggies sollten von dem Teil wirklich die Finger lassen. Filigrane Musik und feine Songstrukturen sucht man auf dieser Scheibe vergeblich. Aber zum Bügeln ist das Teil hervorragend geeignet.

Avantasia - The Metal Opera II

Edguy-'Chef' Tobias Sammet ist ja ein ganz Fleißiger. Kaum ist die erste Avantasia so langsam in Vergessenheit geraten und alle Fans haben sich an der letzten Edguy-Scheibe 'Mandrake' sattgehört, gibt's eine würdigen Nachfolger der Metal Opera. Eben Part II. Wie auch schon der erste Teil der Oper lebt der Silberling von den unterschiedlichen Sängern in verschiedenen Rollen (was für eine Überraschung bei einer Oper ... es wirken mit: natürlich Tobias Sammet als Hauptrolle, Michael Kiske, Kai Hansen, David DeFeis, André Matos, Bob Catley, Oliver Hartmann, Sharon del Adel, Rob Rock und Ralf Zdiarstek) sowie von der Crème de la Crème der deutschen Metal-Szene (wie z.B. Henjo Richter, Alex Holzwarth oder Jens Ludwig) sowie anderen Musikern wie z.B. Timo Tolkki (von Stratovarius). Der Opener 'The Seven Angels' alleine rechtfertigt eigentlich schon den Kauf der CD. Über 14 Minuten wird von Metal bis Klassik alles geboten, was das Herz begehrt. Leider wird dieses Niveau nicht gehalten. Speed-Hymne und billiger Edguy-Abklatsch, geniale Ballade ('In Quest For', gesungen von Magnum-Sangesgott Bob Catley -leider viel zu kurz-), geiler Metal-Kracher, nettes Mid-Tempo-Stück, noch 'ne Hammer-Ballade ('Anywhere', gesungen von Mr. Tobi himself), ein fetziges Metal-Stück mit klasse Gitarrensolo, was etwas komisches und zum Schluss noch ein Epos für die Gänsehaut und ruckzuck ist die CD (nach knapp einer Stunde) auch schon wieder vorbei. Fazit: 'The Metal Opera I' fand ich irgendwie besser (wahrscheinlich weil's was Neues war). Part II ist jetzt nicht unbedingt die Neuerfindung der Metal meets Klassik - Welle aber zumindest perfekt gespielt und in super Soundqualität. Wäre Part II zuerst erschienen, hätte ich wahrscheinlich Part I nicht mehr so prickelnd gefunden. Trotzdem kann ich eine unbedingte Kaufempfehlung für alle Metal-Freunde aussprechen.

Avantasia - The Scarecrow

Die dritte Rock-Oper von Edguy-Mastermind Tobias Sammet ist ... gewollt oder ungewollt ... zeitgleich mit dem neuen Ayreon-Werk veröffentlicht worden. Das ist mehr als interessant, weil bei beiden Werken zum Teil die gleichen Gast-Sänger mitmachen (Bob Catley, Jorn Lande), so dass man eigentlich einen direkten Vergleich anstellen könnte. Das will ich aber nicht tun, weil beide Rock-Opern-Kreateure (also Tobi Sammet und Arjen Lucassen) dann doch einen ganz anderen musikalischen Hintergrund haben. 'The Scarecrow' hat mit der ersten (und bis jetzt auch besten) Avantasia-Oper nicht mehr viel zu tun. Das ist dann eher eine Anreihung von sehr guten bis langweiligen Songs ... wobei der Langeweile-Faktor doch recht gering ist. Gegenüber seiner Stammband Edguy lässt er es dann doch etwas 'ruhiger' angehen, und der melodische Hard Rock steht im Vordergrund. Die Songs mit Jorn Lande sind natürlich geil (wie kann's auch anders sein, der Junge singt halt einfach brilliant). Doch auch Roy Khan (Kamelot ... auf dem Opener 'Twisted Mind' ... schon eines der Highlights der CD) macht seine Sache mehr als klasse. Fast ein bißchen Folk-rockig geht's beim Titelstück zu (kommt aber richtig gut ... Jorn Lande at it's best halt), über Bob Catley braucht man eigentlich keine Worte mehr verlieren (der könnte auch 'Alle meine Entchen' singen und es würde nach Magnum klingen), Amanda Sommerville (die kennt man ja vom Aina-Projekt) ist auch recht gut (für die Balladen eine Traum-Besetzung). Die wirkliche Überraschung ist aber, dass kein Geringerer als Alice Cooper einen Song ('The Toy Master') veredelt hat. Der kann's auch noch richtig gut. Ein paar Musiker mit recht klingenden Namen (Eric Singer, Sascha Paeth, Michael Kiske, Henjo Richter, Kai Hansen, Rudolf Schenker, um nur ein paar zu nennen) sind auch noch dabei. Insgesamt für die Zielgruppe also ein Aufmarsch an Stars, die die Entscheidung über kaufen oder nicht kaufen eher leicht macht. Also eher kaufen ... auch wenn's wie oben erwähnt ... mit den Avantasia-Anfängen nicht mehr viel zu tun hat. In der limitierten Version gibt es dann noch eine Bonus-DVD mit diversem Schnickschnack.

Avantasia - The Wicked Symphony / Angel Of Babylon

Wir haben viele Songs geschrieben, wir veröffentlichen 2 CDs ... aber natürlich nicht als ‘billige’ Doppel-CD sondern natürlich als 2 Einzel-CDs. Mehr-Aufwand 1 Extra Booklet und Verdienst 10 Euro. Die Idee ist nicht neu aber wohl sehr erfolgreich. Denn der wahre Fan kauft sich natürlich beide CDs, vor allem wenn dann auch noch erzählt wird, dass die 2 CDs natürlich überhaupt nichts miteinander zu tun haben. CD1 ist das Ende der ‘alten’ Geschichte und CD2 ist was völlig Neues. Sei’s drum, ich unterstütze ja gerne notleidende Künstler und habe mir beide CDs im Pack (da ist noch ein Extra-Booklet mit ein paar Fotos drin) gekauft und anstatt 20 Euro für ne Doppel-CD eben 30 Euro hingeblättert. Nun habe ich mir über die Geschichten von Avantasia ehrlich gesagt noch nie Gedanken gemacht (und werd’s auch nicht tun) sondern bin eigentlich nur an guter Musik interessiert. Und da stellt sich schon die Frage, ob nicht eine CD gereicht hätte. Klar sind beide CDs nicht schlecht, aber ein paar Lückenfüller weniger und das hätte locker auf einen Silberling gepasst. Ich will jetzt mal nicht meckern, denn das Projekt von Edguy-Mastermind Tobias Sammet ist trotzdem die erste Liga in dem Musik-Genre und ein paar Songs sind richtig gut. Unterstützt von den üblichen Verdächtigen wie Jorn Lande, Russell Allen, Bob Catley usw. kommt dieses Mal sogar Scorpions-Sänger Klaus Meine auf einem Song (‘Dying For An Angel’ auf der Wicked-CD) zum Einsatz. Und der Song ist, obwohl ich die Stimme von Herrn Meine eigentlich schon seit Jahrzehnten nicht mehr hören kann (ganz zu Beginn ihrer Karriere war ich noch ein echter Scorpions-Fan aber seit den Weltverbesserungs-Songs kann ich’s einfach nicht mehr leiden) ziemlich genial. Ansonsten gibt es viel Bombast, Catley singt wie immer, Jorn Lande singt wie immer, Russel Allen singt wie immer ... also alles wie immer. Aber so richtig vom Hocker haut’s mich leider (noch) nicht. Die früheren Alben von Avantasia waren irgendwie eingängiger und es ist einfach mehr im Kopf hängen geblieben. Diese 2 CDs sind aber trotz mehrerer Durchläufe immer noch nicht so ganz bei mir angekommen. Macht Euch also am Besten selber ein Bild bevor Ihr die 30 Euro absteckt. Soll’s nur eine CD werden, würde ich eher ‘The Wicked Symphony’ empfehlen, weil sie doch mehr Ähnlichkeiten mit den Vorgängern hat (und da wären wir wieder am Anfang ... denn ‘The Wicked Symphony’ soll ja auch das Ende der ‘alten’ Geschichte sein.

Avantasia - The Flying Opera (2 DVD / 2 CD)

Wer gedacht hat, Avantasia wäre ein Projekt von Edguy-Mastermind Tobias Sammet und würde nie live auf eine Bühne kommen, hat sich schwer getäuscht. Bereits im Jahr 2008 gab es eine Welt-Tournee, die zwischen Juni und August bis auf Australien alle Erdteile streifte. ‘The Flying Opera’, untertitelt mit ‘Around the world in twenty days’ (wobei von Anfang Juni bis Mitte August glaub mehr als 20 Tage sind) beinhaltet (auf DVD 1 und den 2 CDs) Aufnahmen vom Wacken Open Air und dem Masters Of Rock Festival in der Tschechischen Republik. Fast 2 Stunden Konzert mit den überraschenden Gast-Sängern Andre Mathos, Bob Catley, Jorn Lande sowie Amanda Somerville. Avantasia-Fans werden begeistert sein. DVD 2 ist dann noch ein 90-minütiger Film über die Tour. Es versteht sich von selbst, dass von den 2 neuen CDs (Angels Of Babylon und The Wicked Symphony) keine Songs vertreten sind. Aber sonst gibt es einen tollen Querschnitt der ersten drei Studio-Veröffentlichungen. Geile Sache und super gefilmt. Außerdem gibt es einen total fetten Sound. Metal-Fans können bedenkenlos zugreifen.

Avantasia - The Mystery Of Time

Obwohl Avantasia-Mastermind Tobias Sammet schon verkündet hatte, dass es mit seinem Projekt nicht weiter geht, gibt es jetzt mit ‘The Mystery Of Time’ einen weiteren Output. Für mich recht überraschend ist einer der regelmäßigen Avantasia-Sänger Jorn Lande, der glaube ich auf bis jetzt jeder CD der Band gesungen hat, nicht mehr dabei. Macht aber nicht wirklich was aus, denn mit Joe Lynn Turner, Biff Byford, Michael Kiske, Ronnie Atkins, Eric Martin, dem unverwüstlichen Bob Catley und Cloudy Yang als einzige weibliche Stimme ist viel Abwechslung geboten.
Musikalisch finde ich ‘The Mystery Of Time’ nicht mehr so ganz zusammengestückelt wie die letzten 2 Outputs sondern man kann einen roten Faden erkennen. Trotzdem oder gerade deswegen ist es natürlich ein typisches Avantasia-Album geworden. Symphonisch, bombastisch, melodisch, ein bißchen Rock-Oper, ab und zu ganz schön schmalzig, ein bißchen proggig (vor allem bei den 2 überlangen Songs die in den 2-stelligen Minutenbereich gehen). Und ... zum ersten Mal ist Mr. Ayreon Arjen Lucassen mit involviert ... wobei man ihn nicht wirklich heraushört. Aber offensichtlich ist das Battle zwischen Avantasia und Ayreon (das in der einschlägigen Musik-Presse immer wieder thematisiert wurde aber absoluter Quatsch ist) hiermit beendet. Fans von Avantasia können bedenkenlos zugreifen.

Axe- The Crown

Die sechste Studio-CD der AOR-Legenden Axe (wer erinnert sich nicht an die Jugend und an so geniale Songs wie 'Silent Soldier' oder 'Rock and Roll Party') knüpft nahtlos an den Vorgänger 'Five' (von 1996) an. Axe beweisen ein weiteres Mal, daß sie im Melodic-Rock-Bereich in der Oberliga mitspielen. Die Mannen um Bobby Barth erfreuen uns mit zehn knackigen Songs (meist fetzig ... aber die obligatorische Ballade darf natürlich auch nicht fehlen), meisterhaft und mit viel Drive produziert. Aber was will man von Axe auch anderes erwarten.

Axe - Live in America

'Ältere' Semester unter uns werden sie noch kennen, die Hard Rock - Legende 'Axe'. Pünktlich zur Deutschland-Tour 2001 gibts eine Mini-CD mit 5 Live-Aufnahmen aus 1981 in limitierter Auflage von gigantischen 1000 Stück, die laut Ankündigung ausschließlich auf den Konzerten verkauft wurden (allerdings wurde sie von mir auch bei www.aorheaven.com gesichtet). Geboten werden die wohl bekanntesten Axe-Renner Holdin' On, Steal Another Fantasy, Jennifer, Silent Soldiers (grandioses Gitarren-Solo !!) und Rock And Roll Party in eher gewöhnungsbedürftiger Live-Qualität. Aber der Schnäppchen-Preis von knapp über 20.- DM entschädigt dann schon für dieses seltene Teil. Axe-Fans dürften die Konzerte wohl besucht und sich die Scheibe gesichert haben, alle anderen schauen wegen der geringen Stückzahl jetzt eh in die Röhre.

Gast-Kritik von Georg Lögler:
Es ist geradezu meine Pflicht, diese Scheibe hier für Rolands Site zu reviewen : Sind AXE doch der Grund, warum wir uns überhaupt kennengelernt haben 1998 im Mai beim Konzert in Mannheim ! Genau 3 Jahre später sind AXE wieder in Deutschland unterwegs ( vor einem durchschnittlichen Publikum von 30-50 Personen ! MENSCH LEUTE; WAS FUER EINE SCHANDE- DA SPIELT EINE GROSSARTIGE BAND AUS DEN USA MIT KLASSE MATERIAL, hat noch n tollen opener in SERUM dabei und keiner geht hin....3 Tage später rennen dann wieder 67000 zu AC/DC, ja ja, da sind dann 99.50 DM nicht zuviel.... ich koennte verzweifeln...)
Im Gepäck hatten AXE diese einmalig auf 1000 Exemplare limitierte (äussert schlicht aufgemachte) Live CD dabei, auf der die 5 Songs "Holdin‘ on","Steal another fantasy", "Jennifer", "Silent soldiers" und das auch nach 20 Jahren immer wieder mitreissende Schlusstueck jedes Live-Gigs "Rock and Roll Party". Aufgenommen in Dallas, Texas haben AXE hier ein Konzert dargeboten, dass nun nach 20 Jahren endlich das Licht der Welt erblickt und in "Silent Soldiers" seinen Höhepunkt hat. Die zeitlos traumhaften Gitarrenparts lassen mich auch 20 Jahre später in höchste Entzückung gleiten (und in Gedanken sehe ich AXE auf einer Riesen Open air-Bühne in Hockenheim stehen....) während ich mit geschlossenen Augen Air-Guitar spiele....und dann rastet beim Finale "Rock and Roll Party" die gesamte Meute aus... Doch 2001 sieht es so aus, dass sich Bob Harris und Bobby Barth bei mir bedanken, dass ich zum Gig kam ! So dass es Ehrensache ist, diese Scheibe für DM 25.- zu erwerben, damit die Jungs noch n paar Mark machen, wenn sie schon bei der Tour drauflegen.
Ein Stück Musikgeschichte- thank you guys.
PS : Und da gibt es dann so ARSCHLÖCHER die sich diese CD signieren lassen und sie dann in ebay drei Tage nach der Tour mit Gewinn noch verhökern !

Ayreon - The Dream Sequencer

Part I des Universal Migrators knüpft stark an das Werk 'Into the electric castle' an. Ziemlich seichte und Synthie-orientierte Prog-CD mit GastsängerInnen wie Lana Lane, Damian Wilson (Threshold, Landmarq), Neal Morse (Spocks Beard) sagen eigentlich alles. Außerdem dabei sind Johan Edlund (Tiamat), Floor Jansen (After Forever), Jacqueline Govaert (die erst 16-jährige Sängerin von 'Krezip'), Eric Norlander und Clive Nolan (Arena, Pendragon, Shadowland usw.).

Ayreon - Flight of the Migrator

Part II ist etwas härter (mehr Gitarren, weniger Keyboards) als Part I. GastsängerInnen hier (u.a.):

Damian Wilson (s.o.), Lana Lane (s.o.), Bruce Dickinson (Iron Maiden), Fabio Lione (Rhapsody), Timo Kotipelto (Stratovarius), Russel Allen (Symphony X), Ralf Scheepers (Primal Fear), Andi Deris (Helloween) und so weiter und so weiter. Mir persönlich gefällt Part I bedeutend besser, da auf 'Flight of the Migrator' doch ein paar Durchhänger zu finden sind. Absolutes Highlight ist auf dieser CD der Song 'Into the black hole' mit Bruce Dickinson.

Ayreon - Ayreonauts only

"This is not a new Ayreon album. It contains unreleased versions of known Ayreon songs, home demo's & newly recorded songs, sung by different singers". 'Diese Warnung' steht auf der CD-Hülle und genauso ist es auch. 'Ayreonauts only' beinhaltet einen zugegeben hervorragenden Querschnitt des Schaffens von Herrn A.A.Lucassen. Von der 'Universal Migrator-Doublette' sind so feine Songs wie 'Into the black hole' (gesungen hier von Damian Wilson und Lana Lane), 'Out of the white hole', 'Through the wormhole (Gesang: Ian Parry von Elegy), das geniale Instrumental 'Chaos' (hier unter dem Namen 'Carpe Diem' veröffentlicht) und 'Temple of the cat' (gesungen von der erst 14-jährigen Astrid van der Veen, die in Lucassens neuem Projekt 'Ambeon' die Lead-Vocals übernehmen soll). Je ein Song ist von 'Into the electric castle' und 'Actual fantasy' vertreten, der Rest sind Home-Demos von der ersten Ayreon-CD 'The final experiment' sowie eine Vorschau auf das neue Projekt 'Ambeon'. Für den Ayreon-Fan ist diese CD ein absolutes MUSS, vor allem weil die Songs allesamt durch die neuen SängerInnen völlig neu klingen. Gespannt sein darf man auch auf 'Ambeon', das im Vergleich zu Ayreon noch etwas düsterer und mystischer klingt. Der Nicht-Ayreon-Kenner erhält durch die CD einen tollen Einstieg in die Welt des A.A.Lucassen.

GAST-KRITIK VON GEORG LÖGLER:

Der Titel dieser Platte ist programmatisch : Es handelt sich um eine Zusammenstellung von unveröffentlichen Versionen bereits bekannter AYREON Songs jeweils von anderen Sängern eingesungen, sowie alter Demos und einer Preview auf Arjen Lucassen’s neues Projekt AMBEON. Und den grössten Unterhaltungswert werden diejenigen aus dieser CD ziehen, die bereits alle 5 AYREON Alben besitzen. Was auch wieder das Manko ist, denn wenn man nun z.B. "Temple Of The Cat" in einer Akustic-Version hört, und dazu Arjens Kommentar liest, dass er die hier vorliegende Version besser findet – aber man kennt das Original nicht, dann hat man gelitten. Und ich breche mir keinen Zacken aus der Krone, wenn ich zugebe, genau die "Dream Sequencer"-CD nicht zu kennen. Trotzdem spreche ich eine Empfehlung aus, denn selten hat man eine solche Stilvielfalt auf einer Scheibe vorgefunden : Vom Progressiv Song, über Midtempo-Tracks bis hin zu Heavy-Krachern das volle Programm- natürlich wieder mit einer ganzen Riege von Gastmusikern. Die Vorschau auf das AMBEON Album, das auch für dieses Frühjahr angekündigt wird, kann mich jedoch nicht überzeugen.
(Aber n‘ Mini-Poster war dabei, das jetzt sogar bei mir in der Küche hängt...)

Auf der Georg-Lögler-Skala gibt das
4 von 6 Punkten

Ayreon - Day Eleven: Love (Maxi-CD)

Als kleinen Vorgeschmack auf die nächste Ayreon-CD ('The Human Equation') sind auf der Maxi-CD 2 Songs dieser Scheibe verewigt, wobei 'Day Eleven - Love' nur als Radio-Edit mit 3 1/2 Minuten Länge vorgestellt wird. Und dieser Song könnte locker von der letzten 'Star One' sein. Gesungen wird von James LaBrie (Dream Theater), Heather Findlay (Mostly Autumn), Irene Jansen (schon bei 'Star One' dabei), Magnus Ekwall (The Quill), Devon Graves (Dead Soul Tribe), Mikael Akerfeldt (Opeth) und Marcela Bovio (der Gewinnerin eines Aufrufs von Herrn Lucassen, Demo-Bänder einzuschicken und Sangeskünste zu präsentieren ... also ein sozusagen 'Star One - Search'). Der zweite Song ist dann 'Day Two - Isolation' als knapp 9-minütiger Albumtrack, bei dem dann zusätzlich noch Eric Clayton (Saviour Machine) mitmachen darf. Auch ein recht fetter Song im Stile von 'Star One' bzw. 'Flight Of The Migrator'. Und zur Abrundung sind auf der Maxi dann noch 2 Cover-Versionen drauf (No Quarter von Led Zeppelin in einer recht merkwürdigen Version und Space Oddity von David Bowie, die zwar ganz nett sind aber man nicht unbedingt braucht). Auf jeden Fall machen die Songs der 'The Human Equation' Lust auf mehr ... viel mehr.

Ayreon - The Human Equation (Special Edition 2CD + DVD)

Ein Mann fährt mit seinem Auto gegen einen Baum, fällt ins Koma und erfährt dabei komische Erinnerungen und Geschichten und nach 100 Minuten Doppel-CD (bzw. wenn man nach den Song-Titeln geht nach 20 Tagen) wacht er wieder auf und alles ist gut. Das ist so kurz die Geschichte von 'The Human Equation'. Klingt zwar nicht gerade aufregend, wenn man aber die ganze Geschichte verfolgt, geht das schon fast in die Richtung von 'Metropolis Pt. 2 von Dream Theater', nicht ganz so spannend aber genauso in sich geschlossen. Und Herr Ayreon hat mal wieder weder Kosten noch Mühen gescheut und alle möglichen SängerInnen vereinigt, die, so wollte er es, noch nie bei Ayreon mitgemacht haben. Und da ist schon die Crème de la Crème der härteren Musikszene zusammengekommen, die, im Unterschied zu anderen Ayreon-CDs und/oder Projekten, innerhalb der einzelnen Songs wechseln und nicht pro Song einen neuen Sänger haben. Und das klingt mehr als gut. Mitmachen dürfen der alles überragende James LaBrie (Dream Theater als 'Me'), die mehr als süße Heather Findlay (Mostly Autumn als 'Love'), der härtere und ganz kurz auch growlende Mikael Akerfeldt (Opeth als 'Fear'), der recht unbekannte aber gute Magnus Ekwall (The Quill als 'Pride'), der geniale Eric Clayton (Saviour Machine als 'Reason'), Marcela Bovio (eine Mexikanerin, die einen Wettbewerb gewonnen hat, bei dem Arjen Lucassen aufgerufen hatte Demo-Bänder einzuschicken, als 'Wife'), der eher unauffällige Mike Baker (Shadow Gallery als 'Father'), Irene Jansen (bekannt durch das Star One - Projekt als 'Passion'), Devon Graves (Dead Soul Tribe als 'Agony') und Devin Townsend als 'Rage'. Außerdem hat Arjen Lucassen den Part des 'Best Friend' selbst übernommen, weil beide Wunschkandidaten hierfür (es bleibt allerdings im Dunkeln, wer die Kandidaten gewesen sind) ausgefallen sind. Anscheinend waren die SängerInnen dann so teuer, dass auf Berge von Gast-Musikern dieses Mal verzichtet wurde. Arjen Lucassen spielt sämtliche Gitarren, Keyboards und so weiter selbst. Und sein alter Haudegen und Mitstreiter Ed Warby darf wieder trommeln was das Zeug hält. Nur ein paar Keyboard-Solos wurden durch andere Musiker veredelt. So dürfen Joost van den Broek (Sun Caged), Martin Orford (IQ, Jadis), Oliver Wakeman (Nolan / Wakeman) und !!! Surprise Surprise !!! kein Geringerer als Ken Hensley mit einem typischen Uriah Heep - Solo mitmachen. Musikalisch liegt 'The Human Equation' nicht weit entfernt von 'Universal Migrator' oder auch 'Star One', also kann ich einfach mal behaupten, dass keine größeren Überraschungen zu erwarten sind. Ayreon-Fans können also bedenkenlos zugreifen. Apropos zugreifen: Kauft Euch auf jeden Fall die Special Edition mit der DVD. Denn auf der DVD ist ein tolles 'Making Of ...' mit über 45 Minuten drauf (mit vielen Interviews und Hintergründen), sowie noch anderer Schnickschnack.

Ayreon - Actual Fantasy Revisited

Viele Leute, vielleicht eingeschlossen mir, halten die 1996er Ayreon-CD 'Actual Fantasy' für die beste Scheibe, die Arjen Lucassen je rausgebracht hat. Kein großer Schnickschnack mit Bergen von Gast-Musikern und -Sängern und teilweise echt fette Rockmusik mit ein paar Song-Perlen (wie z.B. 'Abbey Of Synn', 'The Stranger From Within' oder vor allem 'Computer Eyes', meinem Alltime-Ayreon-Favorit). Einige Zeit war die CD nicht mehr zu bekommen. Aber wer sich deswegen schon die Kugel geben oder sich hinter eine S-Bahn werfen wollte, dem ist jetzt mehr als geholfen. Denn Arjen Lucassen und InsideOut haben sich erbarmt und eine fast sensationelle Neuauflage dieses genialen Werks herausgebracht. Nicht, dass die CD einfach mit ein paar Bonus-Sachen veredelt wurde ... nein ... die CD wurde fast komplett neu eingespielt, und zwar jetzt mit Ed Warby an ECHTEN Drums, Peter Vink (bekannt von der Star One - Tour) am Bass und Ewa Albering an der Flöte. Außerdem hat Herr Lucassen ein paar völlig neue Gitarrenparts mit eingebaut und 'Actual Fantasy' klingt damit irgendwie frischer und moderner. Alleine schonmal deswegen würde sich der Kauf lohnen, auch wenn man das Original schon hat. Aber: zusätzlich gibt es noch eine DVD mit der kompletten Original-Version von 1996, einem 5.1 Mix der kompletten 2004er-Version, einer Neuauflage des 'Stranger Within - Videos' (in 5.1 und 2.0) sowie einer kleinen Doku über die Neueinspielung von 11 Minuten Länge. Und das alles zum Preis einer normalen CD. Also wer da nicht zuschlägt, ist selber schuld. Ich bin begeistert.

Ayreon - The Final Experiment (Special Edition)

Als alter Knacker (und natürlich alte Prog-Nase) verfolge ich die 'Karriere' von 'Ayreon' ja schon von Anfang an. Und wer es nicht gewusst hat: 'The Final Experiment' war wahrscheinlich die Mutter aller modernen Prog-Rock-Opern (also wir schreiben ein Geschichtchen, laden uns viele Gast-Musiker ein und machen eine Rock-Oper). Und das war bereits Mitte der 90er Jahre. Einige von Euch werden diese Scheibe wahrscheinlich nicht kennen und sie war ja auch jahrelang nicht oder nur sehr schwierig zu bekommen. Aber Herr Ayreon (also Arjen Lucassen) und InsideOut Music hatten ein Einsehen und haben die CD nochmal als Special Edition veröffentlicht. Leider sind die Original-Tapes verloren gegangen, so konnte die CD nicht remastert oder (wie die 'Actual Fantasy') 'revisited' werden. Aber keine Angst. Auch der Original-Sound ist brilliant (wie man es von Ayreon eben gewöhnt ist). Die Special Edition ist aber auch deswege eine Special Edition, weil eine Bonus-CD dabei ist. Lucassen wollte am Anfang eigentlich nur 2 Bonus-Tracks (akustisch) aufnehmen, am Ende ist aber eine fast komplette neue CD mit insgesamt 9 tollen Versionen von Songs rausgekommen, bei denen Arjen Lucassen von vielen eher unbekannten Musikern (mit Ausnahme vielleicht von Astrid van der Veen, die ja das Ambeon-Album eingesungen hatte) unterstützt wird. Wer 'The Final Experiment' im Original noch nicht besitzt, MUSS natürlich zugreifen, alle anderen Ayreon-Fans brauchen natürlich die Bonus-CD zur Vervollständigung der Sammlung.

Ayreon - 01011001

Nach einigen Jahren Wartezeit gibt es ... und das muss ich ganz deutlich sagen ... ENDLICH mal wieder ein Meisterwerk von Arjen Lucassen unter dem Namen Ayreon. Diverse private Probleme haben die ganze Sache etwas rausgezögert, aber das Warten auf '01011001' hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ayreon-Fans werden darnieder knien und dem Meister huldigen. Eine interessante Mischung aus 'Electric Castle' und dem letzten Output 'The Human Equation' ist es geworden, wobei der 'Back to the Roots - Faktor' doch recht hoch ist. Berge von Gast-Sängern und Gast-Sängerinnen (ich versuche mal eine Aufzählung: Anneke van Giersbergen -Ex The Gathering, Jonas Renske - Katatonia, Floor Jansen - After Forever, Bob Catley - Magnum, Jorn Lande - Ex alles mögliche, Tom Englund - Evergrey, Hansi Kürsch - Blind Guardian, Daniel Gildenlöw - Pain Of Salvation, Steve Lee - Gotthard, Simone Simons - Epica) und diverse Gast-Musiker von Lori Linstruth (Ex- Stream Of Passion und jetzt Arjens Managerin) über Michael Romeo (Symphony X) bis Derek Sherinian (Ex- Dream Theater) ist alles vertreten, was in der Prog-(Metal) Szene Rang und Namen hat.
Herausgekommen ist aber auch mal wieder eine hochkomplizierte Geschichte (die Bewohner des Planeten 'Y' ... so auch der Titel der ersten CD des Doppelpacks ... sind in einer Sackgasse und versuchen mit Hilfe eines Kometen, der die DNA der Bewohner auf die Erde ... so der Titel der zweiten CD ... transportiert um dort einen Neuanfang als 'Mensch' zu machen. Leider geht das auch etwas schief, weil sich die Menschen in eine falsche Richtung entwickeln. Naja ... oder so ähnlich. Es braucht wohl ziemlich viele Hör-Durchgänge mit gleichzeitigem Booklet-Studium, um das alles richtig zu verstehen und zu deuten. Auf jeden Fall mal wieder eine tolle Geschichte, die auch zum Nachdenken anregt. Musikalisch ist der neueste Ayreon-Output sowieso über allen Zweifeln erhaben. Jeder der auf etwas kompliziertere Prog-Musik steht, kommt an dem Werk eh nicht vorbei. Eindeutiger Anwärter für die CD des Jahres 2008 ... und dabei ist erst mal der erste Monat vorbei. Ich kann vor Arjen Lucassen nur den Hut ziehen, wie er es immer wieder schafft, seine Hörer so in den Bann zu ziehen. Das Werk gibt es in unterschiedlichen Versionen. Als Doppel-CD, als schlichte Doppel-CD mit Bonus-DVD sowie noch als Luxus-Pack mit erweitertem Booklet (und natürlich Doppel-CD und DVD). Unbedingt kaufen !!

Ayreon vs. Avantasia - Elected (EP)

Wie ja die wissende Prog- und Rock-Gemeinde mitbekommen hat, wurden die beiden Rockopern von Arjen Lucassen (Ayreon - 01011001) und Tobias Sammet (Avantasia - The Scarecrow) am selben Tag veröffentlicht. Und auch aufgrund der Tatsache, dass teilweise die selben Gast-Sänger bei beiden Scheiben mitgemacht haben (Jorn Lande, Bob Catley) hat die einschägige schreibende Zunft dazu veranlasst, einen kleinen 'Krieg' in die ganze Sache hineinzuinterpretieren. Mal abgesehen davon, dass die Beiden von jeweils der anderen Rock-Oper nichts wussten, wurden trotzdem ein paar Gerüchte in die Welt gesetzt. Unter anderem die Meldung, dass Arjen Lucassen ziemlich enttäuscht war, dass Alice Cooper bei Avantasia mitgesungen hat ... und an dem war Lucassen immer dran und hat ihn aber nicht bekommen. Was liegt also näher, als dass Lucassen und Sammet einen gemeinsamen Song aufnehmen, der von Alice Cooper stammt. So entstand 'Elected', bei dem beide Kontrahenten abwechselnd singen. Soll wohl eine Art 'Versöhnung' sein, damit die Konkurrenz-Nachrichten in den Zeitschriften verstummen. Abgerundet wird die Sache durch das Layout der Maxi-CD, auf der ein paar lustige fiktive Zeitungs-Nachrichten abgedruckt sind. Nette Idee und ganz hübscher Song. Ist aber sicher nur für die einschlägigen Fans interessant. Abgerundet wird die EP noch von 3 bisher unveröffentlichten Ayreon-Versionen von E=mc2, Ride The Comet und Day Six: Childhood.

Ayreon - The Theory Of Everything (VÖ: 25.10.2013)

Auf manche ‘Bands’ kann man sich einfach verlassen. Drei Takte gehört und sofort Ayreon erkannt. Das ist schon mal richtig gut. Und anscheinend hat Herr Ayreon (also Arjen Anthony Lucassen) in den letzten Jahren seit dem Vorgänger-Album (Lost In The New Real wurde ja 2012 unter seinem eigenen Namen veröffentlicht ... somit ist ‘01011001’ aus dem Jahr 2008 das letzte reguläre Ayreon-Album) einiges an neuem Material geschrieben, denn ‘The Theory Of Everything’ ist immerhin eine Doppel-CD mit 42 (!!) Songs geworden, die allerdings nicht als eigenständige Songs gesehen werden können. Eigentlich sind es nur 4 Tracks mit vielen vielen Unter-Titeln, die aber separat angewählt werden können.
Herr Lucassen spielt auch wieder fast alle Instrumente selbst (also Gitarre, Bass, Tasten und Mandoline), unterstützt wird er vom altbekannten Drummer Ed Warby, Troy Donockley (Uilleann Pipes und Whistles ... bekannt von der Band Iona), einem weltbekannten Gitarristen (Steve Hackett!!!), diversen Gast-Keyboardern (auch nicht weniger bekannt, nämlich keine Geringeren als Rick Wakeman, Keith Emerson und Jordan Rudess) sowie den üblichen Gast-Sänger/innen, die sich aber mit gerade mal 7 Stück so richtig im Rahmen halten. Neben Leuten wie JB (Grand Magus), Sara Squadrani (Sängerin der Band Ancient Bards) und Michael Mills (von der Band Toehider), die ja eher nicht bekannt sind sind auch ein paar große Namen vertreten. Cristina Scabbia (Lacuna Coil ... die die meisten weiblichen Parts hat), Tommy Karevik (Neu-Sänger von Kamelot), Marco Hietala (Bassist und Co-Sänger bei Nightwish und Sänger bei seiner eigenen Band Tarot) und auch noch John Wetton (Uriah Heep, U.K., Asia und was weiß ich noch wo) runden das Bild mehr als ab. Leider beschränken sich die Anteile der ‘großen Namen’ an Instrumentalisten und Sänger gemessen an der Gesamt-Länge der CD eher im ganz schön unteren Bereich. Leider ... somit täuscht der Aufkleber auf der CD schon ein bißchen, aber es ist trotzdem immer wieder erstaunlich, welche Namen Herr Lucassen zusammentrommeln kann wenn er eine neue CD aufnimmt. Das zeugt auch von Respekt gegenüber seinen Werken.
Die Story ist auch wieder typisch Ayreon ... also ein bißchen wirr und verzwickt. Aber am Ende wird alles gut. Wie der Name des Albums schon vermuten lässt, geht es dieses Mal um einen besessenen Wissenschaftler, der die ‘Weltformel’ sucht und damit mit seinem Sohn konkurriert.
Musikalisch ist alles im typischen Ayreon-Rahmen. Es wird geproggt, es gibt fette Metal-Riffs zwischendurch. Es ist bombastisch, akustisch, folkig, teilweise ein bißchen klassisch. Es wird viel gesungen und erzählt, jeder der Vocalisten hat eine eigene Rolle, es gibt zwischendurch richtig geniale Gitarren-Soli. Also alles im mehr als grünen Bereich und meiner Meinung nach ist ‘The Theory Of Everything’ fast auf eine Stufe mit ‘Into The Electric Castle’ zu stellen, die für mich der Meilenstein für Ayreon war.
Sehr schöne Scheibe die man haben muss. Und in der limitierten Version gibt es dann noch eine Bonus-DVD mit dem obligatorischen ‘Making Of ...’ und diversen Interviews.

Azazel Blind - I

Mal wieder Lust auf was ganz Neues? Also sowohl eine total unbekannte Band als auch Musik ein bißchen abseits vom Prog? Dann seid Ihr mit 'Azazel Blind' und ihrem Erstlingswerk 'I' bestens bedient. Es fällt mir etwas schwer, die CD in eine Schublade zu schieben, denn auf 'I' werden eine Menge unterschiedlicher Einflüsse verarbeitet, die eigentlich gar nicht so zusammenpassen, die Scheibe aber gerade dadurch ziemlich interessant machen. Schon der Opener 'Where?', beginnend mit Keyboard / Gitarre, der ein bißchen an eine Mischung aus Marillion und Eloy (also das Keyboard) erinnert, dann die Textzeile 'Wohin ist Gott?' (ziemlich 'normal' und zurückhaltend gesungen), die aggressive Antwort 'Gott ist tot' (schon fast ein paar Growls) und dann glockenspielartiger Abschluss. Auch das folgende 'Menschenleer' beginnt mit Didgeridoo-Begleitung, kommt dann mit einem Gesang à la Rammstein daher (samt gerolltem 'R') ... auch eine recht ungewöhnliche Mischung. 'Desert Grave Part 1 - The Vision' ist fast ein bißchen orientalisch und sphärisch am Anfang, kommt dann aber ab der Mitte richtig in die Gänge. Und Part 2 (Mirror Of Our Time) geht in eine ganz andere Richtung. Psychedelic Rock aus den 70ern würde da glaube ich am besten passen. 'Channel Of Hate' könnte auch aus den 70ern stammen, gepaart mit ein bißchen Black Sabbath / Led Zeppelin, nur der aggressive Gesang passt nicht ganz in diese Zeit sondern klingt sehr modern nach Grunge-Bands. Auch die fette Gitarre geht eher in diese Richtung. 'Dies Mortalis' ist dann was ganz ungewöhnliches ... eher ein paar Soundfetzen mit Sprechgesang und dreckiger Lache. Und mit 'Little Demons' endet die CD leider schon, ist aber ein richtig schöner, ruhiger Abschluss. Leider hat die CD nur eine Spielzeit von so 27 Minuten, macht aber auf jeden Fall Lust auf mehr. Und wie schreibt die Band selber über sich: 'Wir sehen unsere Musik als eine Bestandsaufnahme oder Reflexion der inneren und äußeren Welt in der wir leben. Die Motivation, diese Impressionen auf eine CD fließen zu lassen, lag wohl darin, Dinge zu verarbeiten, ihnen ein Gesicht zu geben und somit den Schrecken und den Schmerz zu nehmen'. Mehr Infos über die Band gibt es unter www.myspace.com/azazelblind und auf www.mindsofsolace.de. Dort kann man auch die Lyrics nachlesen. Lohnt sich!

Azazello - Seventh Heaven

Hut ab vor jedem, der mir auf Anhieb eine 'Prog-Metal'-Band aus Russland nennen kann. Wer jetzt nur mit Achselzucken reagiert, dem habe ich zumindest eine kleine Hilfestellung. 'Azazello' aus dem kleinen Ort Tynda (weit im Osten von Russland) wäre jetzt eine richtige Antwort gewesen. Nun sind die merkwürdigen Buchstaben (genannt kyrillisch) ja nicht gerade meine Stärke, habe ich doch ein naturwissenschaftliches Gymnasium besucht auf dem Russisch nicht mal als AG angeboten wurde. Deshalb kann ich über die Band, die Texte und Sonstiges leider nicht viel sagen. Denn das 16-seitige Booklet ist zwar ganz schön hübsch und professionell aufgemacht, aber leider komplett in russisch. Und auch die Band singt ausnahmslos in ihrer Heimatsprache. Zuerst aufgefallen ist mir bei 'Seventh Heaven' aber der tolle und druckvolle Sound, der absolut höchstes Niveau hat. Auf dem Papp-Schuber der CD steht zwar 'Russian Progressive Metal' drauf, aber in diese Schublade würde ich Azazello nicht unbedingt und ausschließlich stecken. Klar geht es bei den meisten Stücken recht flott und verzwickt zur Sache (wobei vor allem die fette Gitarre und das filigrane Bass-Spiel auffällt), aber in nicht wenigen Momenten geht es auch recht old-school-proggig zu und man kann Anleihen von Yes und Konsorten erkennen. Aber auch die russischen Folklore-Einschübe sind passend platziert und machen 'Seventh Heaven' zu einer mehr als interessanten CD. Veröffentlicht wurde die Scheibe von Starless-Records (Homepage ist leider nur in kyrillisch) in Russland und ich habe keine Ahnung, wo man die Scheibe derzeit in Deutschland bekommen kann. Aber das wird sich hoffentlich bald ändern.

BuiltWithNOF

B

Baby Guru - Pieces

Griechische Bands haben es glaube ich ziemlich schwer, im Rock-Business bekannt zu werden. Auf die Schnelle fallen mir da nicht mal eine Hand voll mehr oder weniger geläufige Formationen ein. In neuerer Zeit gerade mal Firewind und wenn man ganz arg lange zurückdenkt höchstens noch Aphrodite’s Child (mit so genialen Musikern wie Vangelis oder Demis Roussos und dem grandiosen Song ‘The Four Horsemen’ aus dem nur zu empfehlenden Album ‘666’ von 1971). Aber dann ist mein rudimentäres Wissen über Rock-Musik aus Griechenland auch schon so ziemlich erschöpft. Ach doch ... Schlagzeuger Chris Stassinopoulos habe ich hier auf meinen Seiten schon mal besprochen.
Ganz neu ist mir nun die 3-Mann-Combo ‘Baby Guru’ untergekommen, die aus Athen stammt und als Einfluss für ihre Musik neben den schon genannten Aphrodite’s Child auch noch Can oder Mike Oldfield nennen. Und diese 3 Referenzen kann ich (mit Abstrichen bei Mike Oldfield, da am ehesten noch bei dem Song ‘Dolomite Jollity’) auch tatsächlich erkennen. Somit ist klar, dass Baby Guru, die es übrigens seit 2009 gibt, sich eher dem Psychedelischen Rock verschrieben haben, wobei auch Kraut-Rockiges (vor allem der Opener ‘Necessary Voodoo’) vorkommt. Recht modern und gar nicht psychedelisch klingt allerdings die Stimme von Sänger ‘Prins Obi’ und passt eigentlich so gar nicht so richtig zu der Art von Musik. Allerdings hat gerade diese Mischung (also Retro-Zeugs mit richtig sanfter Stimme) auch etwas Besonderes So klingt z.B. der Song ‘Children’ wie eine moderne Form von ‘Riders On The Storm’ (von den Doors ... wobei wir wieder bei Musik aus grauer Vorzeit sind). Eigentlich schade, dass die CD bei insgesamt 13 Songs nur so um die 37 Minuten lang ist. Einige Songs hätten anstatt nur gut 2 1/2 bis 3 Minuten auch noch ein bißchen länger und ausschweifender sein können. Trotzdem finde ich ‘Pieces’ richtig gut und hoffe mal, dass die Scheibe die Anerkennung bekommt die sie verdient. Für ein Erstlings-Werk auf jeden Fall toll gemacht und mich freut es auch, dass es heute noch Bands gibt, die nicht auf den kommerziellen Zug aufspringen und Allerweltsmusik machen sondern das immer kleiner werdende Fähnchen der handgemachten Retro-Schiene im Wind halten. Einen Teil der CD kann man übrigens bei Soundcloud anhören.

Vladimir Badirov Project - Greeting From Nostradamus

Das kanadische Platten-Label 'Unicorn Records' ist ja bekannt für hochinteressante aber teilweise auch nicht gerade leicht verdauliche Musik. Und die neueste Veröffentlichung vom 'Vladimir Badirov Project' macht da bestimmt keine Ausnahme. Geboren und aufgewachsen in Usbekistan begann Vladimir Badirov im Alter von 15 Jahren Schlagzeug zu spielen und seit nunmehr über 20 Jahren versucht er, sein Spiel zu perfektionieren. Er arbeitete mit usbekischen Musikern aus allen möglichen Richtungen vor allem aus dem ethnischen Jazz. Namen wie Sergey Gilev, Igor Nadejdin, Vadim Largin, Marat Shunkarov, Yulduz Usmanova, Nasiba Abdullaeva oder Sevara Nazarkhan sind in unseren Breiten zwar völlig unbekannt, mit ihnen hatte Vladimir Badirov aber vor allem in seiner Heimat, aber auch in Japan viel Erfolg. Richtig 'bekannt' dürfte Vladimir Badirov bei uns aber eher wegen seiner Mitgliedschaft in der Vorgruppe der letzten Peter Gabriel - (Grown Up) Tour sein. Und jetzt gibt es eine erste CD von und mit ihm, bei der er auf den ersten sechs Songs vor allem leicht orientalisch ang

 

ehauchte Musik mit traditionellen usbekischen Instrumenten (wie z.B. Sato, Karnay, Nay oder Ud - was immer das alles sein mag -) und treibendem Rhythmus darbietet. Für Prog-Ohren zwar gewöhnungsbedürftig aber sicher nicht uninteressant. Track 7 bis 11 ist dann überschrieben mit 'Greeting From Nostradamus', also dem Titelstück in 5 Teilen, das dann ein bißchen weniger orientalisch sondern teilweise mehr jazzig daherkommt und in Teil 4 dann auch zum ersten Mal eine genial wimmernde E-Gitarre zum Einsatz kommt. Und dann gibt es noch 3 Bonus Tracks, die alleine über 16 Minuten lang sind und für mich als melodischer Prog-Fan eigentlich die Highlights der CD darstellen. Geiles Gitarren-Solo bei 'Greeting From Nostradamus (Alternative Edition), toller Rhythmus und traumhaft gespielte Duduks bei 'The Heart' (da könnte jeder Electronic-Beats-Fan einschließlich Sven Väth seine große Freude dran haben) und das Ober-Highlight 'Cold Passion', mit knapp 8 1/2 Minuten nicht nur der längste sondern auch der proggigste Song auf der CD ... vor allem Gitarrist Alex Tamaev ist ein echtes Genie. Wer mit fast instrumentaler, leicht orientalisch angehauchter Musik was anfangen kann, sollte sich die CD des 'Vladimir Badirov Project' auf jeden Fall mal zu Gemüte führen. Hochinteressant ist's allemal.

Banks, Tony - Seven (A Suite For Orchestra)

Schon vor 20 Jahren hatte Genesis-Keyboarder Tony Banks die Idee, einmal Musik für ein Orchester zu schreiben. Und herausgekommen ist jetzt die CD 'Seven', die vom London Philharmonic Orchestra unter Leitung von Mike Dixon eingespielt wurde. Tony Banks spielt lediglich bei 2 Titeln das Piano. Dabei wurden 5 der insgesamt 7 Titel von Tony Banks extra für dieses Projekt geschrieben, zwei Titel basieren auf älteren Ideen (für eine Filmmusik, die nie verwirklicht wurde und einem Teil, der dann in abgewandelter Form für die Striclty Inc. - CD verwendet wurde). Produziert wurde die CD von einem alten Bekannten (Nick Davis), der ja auch schon für andere Banks- und Genesis-CDs verantwortlich war. Interessanterweise wurde die CD auf dem englischen Classic-Label 'Naxos' in der Reihe '21st Century Classics' veröffentlicht. Es ist somit eher unwahrscheinlich, dass die CD im Genesis- oder Tony Banks-Sortiment beim CD-Dealer auftauchen wird. Aber eines ist sicher ... wer Musik im Stile von Tony Banks erwartet, wird schwer enttäuscht sein ... das ist wirklich (moderne) klassische Musik. Deswegen erlaube ich mir auch kein Urteil sondern möchte hier nur erwähnen, dass es die CD gibt.

Barilari - Barilari

Adrian Barilari dürfte wohl den wenigsten meiner Leser bekannt sein. Okay, ich gebe zu ... ich kannte den Typ vorher auch nicht und habe mir die CD nur wegen dem Aufkleber 'Feat. Jukka Nevalainen - Nightwish, Emppu Vourinen - Nightwish, Sami Vänskä - ex Nightwish, Jens Johansson - Stratovarius' gekauft. Und dann machen noch ein paar Musiker mit spanisch klingendem Namen mit (die mir auch nix sagen) und ein paar offensichtlich finnische Cellisten. Und damit wäre dann auch schon fast alles gesagt. Ach ja ... Adrian Barilari kommt aus Argentinien und ist in seinem Heimatland (sowie auch ein bißchen in ganz Südamerika) sehr bekannt. Und genaus wie 'Vorbild' Beto Vazquez (und seinem Projekt 'Infinity') hofft er damit, auch in Europa bekannt zu werden. Wohin es bei Beto Vazquez geführt hat, wissen wir ja (oder kennt den jemand ??). Und ich denke mal, Herrn Barilari wird das selbe Schicksal ereilen, denn unspektakulärer Metal im Stile von Stratovarius gibt es ja schon zu Hauf. Lediglich die in seiner Muttersprache gesungenen Songs finde ich ganz interessant ... und da natürlich vor allem die Cover-Version meines absoluten Rainbow-Lieblingsstückes 'Stargazer'. Alleine deshalb würde ich jetzt ja fast eine Kaufempfehlung aussprechen. Aber wie gesagt ... der Rest ist nett bis langweilig.

Baron, David - David Baron

Hier mal wieder eine CD weit abseits von Prog-Musik. Den Tip, mir mal David Baron anzuhören, habe ich von einer Freundin, die anlässlich eines USA-Urlaubs den kalifornischen Singer / Songwriter zufällig getroffen hat und mit ihm ins Gespräch gekommen ist. Die selbstbetitelte EP 'David Baron' enthält insgesamt 6 Songs mit einer Spielzeit von 24 Minuten und die Lieder können mich durchweg überzeugen. Würde David Baron ein bißchen promoted und würde er den Opener 'Love Is Just A Lie' als Single herausbringen, wäre ich mir ziemlich sicher, dass der Song durchaus Chancen hätte, im Radio rauf- und runtergespielt zu werden. Tolle eingängliche Melodie, super Stimme. Da können James Blunt und Konsorten einfach einpacken. Auch der zweite Titel 'Standing Still' hat meiner Meinung nach Hitpotential. 'Kids' ist eine wunderschöne gefühlvolle Ballade und auch 'Shadows On The Inside', ebenfalls eine Ballade, ist hammermäßig gut. Etwas flotter kommt dann 'Nothing To Fear' daher und ist das rockigste Stück auf dem Album. Den Abschluss bildet dann 'Say You', wieder ein sehr gefühlvoller Song. Es ist echt erstaunlich, was für Talente im Musikbusiness versteckt sind die nur entdeckt werden müssen. Ich hoffe, dass David Baron bald den Durchbruch schafft, denn wenn man miterlebt, was für Schrott teilweise im Radio läuft und trotzdem hochgepusht wird (und da möchte ich jetzt mal wieder die obergrausame Heulboje James Blunt nennen) und auf der anderen Seite wirklich gute Musiker unerkannt bleiben, ist das fast eine Schande. Mehr Infos über den Mann gibt es unter www.davidbaronmusic.com und natürlich auch auf MySpace unter www.myspace.com/davidbaron. Undbedingt mal reinhören.

Barrett Nick / Nolan, Clive - A Rush Of Adrenaline (DVD)

Ich weiß die Umstände leider nicht mehr so genau (ich hatte es irgendwo mal gelesen), aber zu irgend einem Konzert in Kattowitz (Polen) im Jahr 2005 sind die beiden Ausnahmemusiker Nick Barrett (Gitarrist von Pendragon) und Clive Nolan (Keyboarder von Pendragon, Arena, Shadowland und Strangers On A Train) im Vorprogramm als Akustik-Duo aufgetreten und haben ein komplettes Best Of aller Bands in der sie spielen in einer Länge von knapp 1 1/2 Stunden abgeliefert. Man kann von der Stimme Nick Barretts halten was man will (einschließlich mir gibt es ja einige Leute die denken, dass der Mann nicht singen kann), aber auf diesem Akustik-Konzert passt einfach alles zusammen. Geile Songs (von 'Alaska' der ersten Pendragon-Scheibe über 'Don't Forget To Breathe' von Arena und Ring Of Roses von Shadowland bis zu 'Lightshow' von der ersten Strangers On A Train und 'Shadows Of Fate' von Nolan/Wakeman sind insgesamt 15 Songs vertreten, die zum Teil auch Clive Nolan (z.B. 'Mindgames' von Shadowland) singt, und das nicht schlecht ... aber die Besitzer der genialen Shadowland-CDs wissen das ja eh schon. Und als Extras gibt es dann noch die Biographien der beiden Musiker, eine Bildergalerie und ein paar Desktop-Bilder. Fans der o.g. Bands müssen hier natürlich zugreifen. Die DVD gibt es z.B. bei www.justforkicks.de mit einer blitzschnellen Lieferung.

Becker, Mike Al - Irgendwas ist immer

Mike Al Becker spielte bis zu einem Autounfall 1987 Gitarre in diversen Bands. Seit dem Unfall ist er querschnittsgelähmt, macht aber weiterhin Musik. Und zwar richtig gute Musik. Er übernimmt in seiner Band, die sich 'Die Simulanten' nennt, den Gesang und spielt dazu eine richtig geniale Blues-Harp (andere sagen auch schlicht Mundharmonika). Weiter zur Band gehören Marco 'Maggi' Maggiorelli (Gitarre), Andreas Krombholz (Bass) und Michael Gassmann (Drums ... den kennt man noch von Extrabreit). Musikalisch geht die Band ziemlich rockig zu Werke, wobei aber auch einige bluesige Momente nicht fehlen (vor allem wenn Mike Al Becker die Blues Harp auspackt). Passend dazu gibt es dann ausschließlich deutsche Texte, die teilweise autobiographisch sind ('Wut' oder 'Rollimann Reloaded') und auch zum Nachdenken anregen (sollen). Nimmt man nur den Song 'Rollimann Reloaded':
Irgendwie kann ich's gar nicht verstehen
wenn mich so die Leute ansehn.
Manche starren mich wie ein Alien an
und nur weil ich nicht mehr laufen kann.
Irgend so'n Idiot ist zu schnell gerast
und ist mir mal eben in die Karre gefahr'n
es machte kurz mal knacks und das war's auch schon
jetzt sitz ich hier im Stuhl und der darf weiterfahr'n.
...
Wann zum Teufel werdet ihr kapier'n
so'n Scheiß wie mir kann euch auch passier'n
und das ganz schnell ...

Freunde der (deutschen) Rock-Musik können hier bedekenlos zugreifen. Die CD fetzt von vorne bis hinten und auch die Blues-Sachen sind vom Feinsten (hört Euch nur mal 'Schwarze Seele' an ... wer da nicht begeistert ist, dem kann ich auch nicht helfen). Weitere Infos über die Band, Soundfiles und natürlich die CD selber gibt es auf der
Homepage. Nicht unbemerkt möchte ich auch die Tatsache lassen, dass die CD ziemlich fett produziert wurde. Unbedingt reinhören und kaufen.

Bell Orchestre - As Seen Through Windows

Und hier kommt mal wieder eine CD für Open-Minded Musikhörer. Bell Orchestre machen sicher keine Mucke für die breite Masse und selbst wir aufgeschlossenen Proggies werden am Anfang erst mal den Mund hoffen haben und überlegen, was wir da eigentlich gerade gehört haben. Bell Orchestre, gegründet in einem alten Tanz-Studio in Montreal war zuerst eine Verbindung zwischen Musikern und Tänzern. Irgendwann waren die Tänzer dann weg und die Jungs und Mädels machten von nun an instrumentale Musik ohne visuelle Hilfe. Alleine wenn man sich schon mal die Instrumentenausstattung der Musiker anschaut (Bass, Keyboard, Percussions, Violine, Drums, French Horn, Trumpet, Melodica und Lap Steel Guitar) kann man erahnen, dass es sich hier nicht um leichtverdauliche Musik handelt. Manchmal klingt's wie Filmmusik, ab und zu auch nach Mike Oldfield in seinen älteren (und besseren) Zeiten. Ein paar leichte Anklänge von 'Tubular Bells' usw. sind zwischendurch zu erkennen. Und Song-Längen von 2 bis fast 12 Minuten sagen dann auch aus, dass es ziemlich abwechslungsreich zur Sache geht. Viele Infos gibt es auf der Band-Homepage und natürlich auf ihrer MySpace-Seite. Einfach mal antesten.

Big Big Train - Gathering Speed

Ich denke mal, dass die wenigsten Leser meiner Homepage die englische Band 'Big Big Train' kennen. Ich hatte meine ersten Erfahrungen mit ihrer Debut-CD 'Goodbye To The Age Of Steam' (von glaube ich 1994), die mich aber damals nicht übermäßig vom Hocker gerissen hat, wahrscheinlich weil sie in den Ankündigungen zu sehr mit IQ und Jadis verglichen wurde (und dieses Level damals einfach noch nicht erreicht wurde). 1997 folgte dann 'English Boy Wonder', die ich um Klassen besser fand, wahrscheinlich weil sie nicht mehr die IQ-Kopie waren sondern jetzt eigenständigen, gitarrenorientierten Rock machten. Danach hörte ich nichts mehr von der Band. Erst jetzt, mit der Veröffentlichung von 'Gathering Speed' im Jahr 2004 muss ich erfahren, dass die Band wohl dazwischen noch eine CD herausgebracht hatten ('Bard' aus dem Jahr 2002), die allerdings wohl in Deutschland gar nicht verkauft wurde. Was ich allerdings im Nachhinein sehr schade finde, denn wenn ich 'English Boy Wonder' mit 'Gathering Speed' vergleiche, muss die CD dazwischen auch recht gut gewesen sein. Von der damaligen Besetzung sind immerhin noch 3 Musiker dabei (Andy Poole am Bass, Gregory Spawton an der Gitarre und Drummer Steve Hughes). Desweiteren mit von der Partie sind Sänger Sean Filkins, der mich ein bißchen an eine Mischung aus Steve Hogarth (Marillion) und Feargal Sharkey (Undertones) erinnert, Ian Cooper an den Keyboards, der seine Sache ziemlich unauffällig aber gut macht sowie Sängerin Laura Murch, die einigen Songs einen tollen Stempel aufdrückt. Inhaltlich handelt die CD von einem Kampfpiloten im zweiten Weltkrieg, der bei einer Luftschlacht abgeschossen wird. Das Mastering der CD übernahm kein Geringerer als Rob Aubrey, der ja z.B. auch schon für IQ-Werke einen tollen Sound herausgekitzelt hat.
Die Fakten sind erzählt, bleibt also noch die Musik. Nicht verbergen können die Musiker ihre geistigen Vorbilder wie die alten Genesis oder auch Marillion. Würde man sich den Sänger wegdenken, könnte das locker alles auf einer 'Spät-Siebziger Genesis-Scheibe' drauf sein, vor allem wenn Gitarrist Gregory Spawton mal ein bißchen Freiraum bekommt ... da macht er dann ganz schön den Hackett, aber richtig gut (wie z.B. bei 'The Road Much Further On' oder ... mit der akustischen Gitarre bei 'Sky Flying On Fire'). Die ganze CD finde ich hervorragend und wer auf getragenen, atmosphärischen Prog-Rock steht, MUSS die CD haben. Besonders herausheben möchte ich aber den Über-Song 'Fighter Command', mit knapp 11 Minuten der Hammer auf der CD. Ein so perfektes Prog-Teil habe ich schon lange nicht mehr gehört. Den deutschsprachigen Vertrieb hat übrigens
Quixote-Music übernommen und einen Besuch auf der Band-Homepage kann ich auch nur empfehlen. Dort können dann auch die alten Alben bestellt werden.

Bishopsplace - Signals From The Harbourside

Kennt jemand Winfried Bischof ? Nein ? Hmm ... War jemand auf der 1994er Suits-Tour von Fish und kann sich noch an den Opener 'Line' erinnern ? Ah ja ... also doch. Winfried Bischof war damals der Sänger dieser Band und macht jetzt unter dem Namen 'Bishopsplace' sein Solo-Ding. Wer mehr über ihn erfahren will, sollte auf seine Homepage gehen. Dort gibt es eine Menge Informationen über ihn und seine Projekte. Ende Dezember 2003 nun wurde seine erste Solo-CD mit dem Namen 'Signals From The Harbourside' fertig und wird in Eigenregie nur über die o.g. Homepage vertrieben. Auf der CD spielt Winfried Bischof fast alle Instrumente (bis auf das Schlagzeug, das von Peter Sinoctra bearbeitet wird) selbst. Nur bei 5 Songs wird er unterstützt durch einen weiteren Gitarristen (Uwe Sichs ... der mir vor allem bei dem Song 'Highland' äußerst angenehm aufgefallen ist) sowie durch Markus Hintzberger (French Horn auf einem Song) und Nadja Müller-Bütow (Back-Vocals auf einem Song). Stimmlich erinnert mich Winfried Bischof ein bißchen an Feargal Sharkey (Ex-Undertones) oder auch ein bißchen an Chandelier (falls die Band jemand kennt). Ich möchte die CD mal in zwei Teile teilen. Die erste Hälfte von 'Signals From The Harbourside' hat mich am Anfang nicht so sehr vom Hocker gehauen, waren die Songs doch für meine verwöhnten Prog-Ohren zu 'einfach' und ruhig und irgendwie teilweise auch zu poppig (wie z.B. 'Come To Me'). Allerdings haben sie nach einigen Hördurchgängen (vor allem unter dem Kopfhörer) doch noch gezündet. Ruhige, melodische Musik zu hören, ist für mich ziemlich stimmungsabhängig, aber z.B. der 8-minütige Longsong 'Call Me' oder auch das tolle 'Scenes From Many Nightdreams' haben es mir am Ende doch angetan. Richtig und sofort gut wird die CD dann ab dem siebten Titel 'Highland' (ein atmosphärischer Song mit tollem Gitarrensolo), wo dann auch der Prog-Freund auf seine Kosten kommen könnte. Highlight der CD ist sicher der fast 7-minütige Titelsong, wegen dem sich fast schon alleine der Kauf der CD lohnt. Apropos Kauf der CD ... wie oben schon geschrieben, kann die CD nur über die Homepage bestellt werden. Da es dort auch ein paar Soundfiles von 'Signals From The Harbourside' gibt, würde ich einfach vorschlagen, daß Ihr euch selbst ein Bild von der Musik von 'Bishopsplace' macht, indem Ihr die Songs mal antestet und dann die CD eventuell ordert. Es ist sicher ein Geheimtip für Musikfreunde, die auch mal leicht abseits des Prog oder Metal Musik hören können.

Black Sabbath - 13 (VÖ: 07.06.2013)

35 Jahre (!!) nach ‘Never Say Die’ haben sich Ozzy Osbourne, Toni Iommi und Geezer Butler endlich mal wieder zusammen im Tonstudio getroffen um eine neue Scheibe aufzunehmen. Nur Original-Drummer Bill Ward fehlt um von einer kompletten Re-Union zu sprechen. Er wird ersetzt durch Rage Against The Machine - Schlagzeuger Brad Wilk (und der macht seine Sache natürlich auch sehr gut).
Im Vorfeld wurde ‘13’ sowas von hochgejubelt und wenn man den neuen Output so hört, hätte das alles auch locker schon in den 70er Jahren veröffentlicht werden können. Man kann hier sehr gespalten zwischen ‘die können auch nix Anderes’ und ‘wow ... die haben ja nix verlernt’ entscheiden. Auf jeden Fall ist ‘13’ ein sowas von typisches Ozzy-Black-Sabbath-Album geworden und nicht zu vergleichen z.B. mit den späteren Aufnahmen mit Sänger Tony Martin oder auch Ronnie James Dio. Ozzy hat halt einfach eine einzigartige Stimme (ohne Wertung), die zu dem düsteren Sound der 70er-Sabbath halt hervorragend passt.
Einzelne Songs herauszuheben wäre völlig falsch, denn ‘13’ ist, wenn man die Sache überhaupt mag, ein Gesamt-Kunstwerk von vorne bis hinten und auch die limitierte Doppel-CD mit den 4 Bonus-Tracks (die allesamt etwas frischer und neuer klingen) ist nur zu empfehlen.

Black Shark Said - Unrouged

Seit Neuestem gibt es eine Musiker-Formation namens 'Black Shark Said', die 2002 als Solo-Projekt von Pierre Laube gegründet wurde. Aus dieser Zeit stammt auch die mir vorliegende CD 'Unrouged', die nach Aussagen von Pierre eine rein instrumentale 'musikalische Ideensammlung' ist, aus der sich irgendwann eine neue 'Black Shark Said - CD' entwickeln kann (allerdings natürlich auch mit dem Einfluss der weiteren Musiker, die jetzt zu Black Shark Said dazugehören). 'Unrouged' besteht aus 13 mehr oder weniger fertigen Songs zwischen einer und fast sieben Minuten, wobei ich Pierre Laube echten Respekt zollen muss, da er alle Instrumente (also Gitarre, Keyboards und die Samples) alleine gespielt hat. Alle Achtung ! Und es sind, neben ein paar guten Ideen auch richtig gute Songs herausgekommen (wie z.B. Titel 3 'A New Way', Song 9 'Fonward' oder Song 12 'Faith', der auch von Poor Genetic Material sein könnte). Der Vergleich ist zwar ein bißchen weit hergeholt, aber wer sich mit Steve Hacketts instumentalen Ergüssen angefreundet hat, sollte unbedingt auch mal 'Black Shark Said' hören. Auf der Homepage gibt es eine Menge Files zum runterladen (allerdings nur gekürzte Versionen) und auch sonst viele interessante Dinge zu lesen. Und vielleicht hat Pierre Laube ja noch ein paar CDs 'Unrouged' für Euch übrig.

Black Shark Said - A(e)ffect Structures Drift

Vor einiger Zeit habe ich auf meiner Homepage von 'Black Shark Said', eine Band unter der Multi-Instrumentalist Pierre Laube fingiert, eine CD namens 'Unrouged' vorgestellt, einem Sammelsurium von musikalischen Ideen und Songs. Zwischenzeitlich sind 2 Jahre ins Land gegangen und unter Mithilfe von Georg Lehmann (diverse Blasinstrumente), Yves Laube (Gitarre) und Uwe Reinholz (nach intensivem Studium meiner Reviews hoffentlich allen bekannt als Gitarrist der Band Toxic Smile) gibt es jetzt mit 'A(e)ffect Structures Drift' die erste 'richtige' CD von 'Black Shark Said', die zwar zuerst etwas kompliziert und eventuell auch ein bißchen 'gewöhnungsbedürftig' erscheint, nach mehrfachem und nicht nur nebenher Hören aber intensiv und vielschichtig-verschachtelt daher kommt. Denn neben teilweise für verwöhnte Prog-Ohren doch etwas seltsam anmutenden Elektronik-Parts kommen viele Stil-Elemente des Prog vor, wie man sie - am ehesten vergleichbar - von Steve Hackett her kennt. Gepaart wird das ganze dann noch mit teilweise wunderschönen Melodien und Songs (z.B. Track 7 'Am I ...' mit toller akustischer Gitarre und hinterlegtem Keyboard-Teppich), mit Songs, die zu 100 % auch von Porcupine Tree sein könnten (z.B. Track 12 'Impasse Blackpapered Motel') oder auch vertrackten Prog-Teilen wie zu besten Kraut-Rock-Zeiten (z.B. Track 13 'Uprooted'). Falls ich jetzt mit meiner Beschreibung Euer Interesse geweckt haben sollte, geht einfach mal auf die Homepage von 'Black Shark Said. Dort kann man sich von jedem Song ein Sound-File runterladen und bei Gefallen natürlich auch die CD für schlappe 12 Euro käuflich erwerben. Hochinteresant ist das Teil allemal.

Black Succubi - Black Succubi

We are red we are white ... we are danish dynamite!! Black Succubi kommen aus Dänemark und soweit ich mich erinnern kann, ist das für meine Homepage eine Premiere. Über die dänische Musikszene weiß ich so gar nichts und kann auch nicht sagen, in wie weit dort Metal bekannt oder beliebt ist. Aber sollten sich dort noch mehr geniale Bands wie Black Succubi herumtreiben, wäre mir echt bis jetzt was entgangen. Black Succubi, gegründet in Kopenhagen, setzt sich aus Musikern verschiedener Bands zusammen (um mal ein paar zu nennen: Fate, Iron Fire, Sons of Tomorrow, Ptch Black, Crafted und Symbolic ... für mich alles böhmische Dörfer). Das hier vorliegende Erstlingswerk wurde im Juli 2008 auf I-Tunes zum Download bereitgestellt und die Jungs haben in England bereits einen Promo-Vertrag unterschrieben. Der Rest von Europa soll bald folgen. Und Metal-Fans können sich echt auf was freuen. Schon der Opener 'Troubled Times' hat alles was ein Melodic-Song braucht. Fette Gitarren-Riffs, geile Rhythmus-Truppe, ein Hammer Gitarrensolo und einen für Metal-Bands wirklich ausgezeichneten und angenehmen Gesang. Und die CD geht auf gleich hohem Niveau weiter bis zum Schluss. Fette Metal-Kracher zwischen 3 1/2 und über 6 Minuten, die teilweise ein bißchen an Angel Dust und Konsorten erinnern. Wer mit purem Melodic-Metal was anfangen kann, sollte sich Black Succubi auf jeden Fall mal reinziehen. Mehr Infos gibt es unter www.blacksuccubi.dk oder auf www.myspace.com/blacksuccubi. Unbedingt antesten !!

Blackfield - Blackfield

Nachdem in meinem Gästebuch ja schon Beschwerden sind, dass die Blackfield-CD auf meinen Seiten keine Beachtung findet, will ich das natürlich nachholen. Allerdings nicht ohne auch ein bißchen kritisch zu sein. Zweifelsohne ist das Projekt von Porcupine Tree - Mastermind Steven Wilson zusammen mit dem israelischen Musiker Aviv Geffen, wer immer das genau sein mag, recht hübsch anzuhören. Also wem Procupine Tree zu kompliziert und abgehoben ist, wird mit 'Blackfield' sicher seine helle Freude haben. Vor allem die Songs 'Open Mind', 'Blackfield', 'Cloudy Now' und 'Hello' sind richtig klasse und wären sie in den Achtzigern von den damaligen Pop-Größen von Depeche Mode über Soft Cell bis zu allen möglichen Projekten von Vince Clarke veröffentlicht worden, wären sie wohl allesamt als Quoten-Balladen in den Top 10 gelandet. In der heutigen Zeit sind's nachdenkliche, leicht depressive Pop-Songs und werden wohl keine Chance zur größeren Bekanntheit bekommen. Eigentlich schade, denn an einem verregneten Herbstabend so kurz vor'm Entschluss, doch Selbstmord zu machen, haben sie bestimmt Wirkung. Richtig unverschämt finde ich jedoch, dass für nicht einmal 37 Minuten Musik der volle CD-Preis abkassiert wird. Da kann sich dann jeder glücklich schätzen, der die limitierte Version mit der Bonus-CD erstehen kann. Denn dann gibts nochmal 3 Songs als Bonus-Material sowie einem Video des Songs 'Blackfield'.
Alle Blackfield-Liebhaber sind nunmehr hiermit aufgefordert, eine Gegen-Kritik zu meiner Einschätzung zu schreiben. Denn bis jetzt habe ich ja nur Lob in den höchsten Tönen über die CD gelesen.

Blackfield - Blackfield II

Oh jeh ... was muss ich in den einschägigen Blättern und Internet-Review-Seiten schon wieder lesen. CD des Jahres, ganz toll, Weiterentwicklung, weltklasse und so weiter und so weiter. Tja, leider bin ich da mal wieder so gar nicht dieser Meinung. Hat mir die erste Blackfield-CD (also der Zusammenschluss von Porcupine Tree - Mastermind Steven Wilson mit dem Israelischen Musiker Aviv Geffen) schon nicht vom Hocker gehauen, möchte ich Blackfield II einfach mal als arschlangweiliges Gedudel bezeichnen. Gut für Leute mit Schlafstörungen oder sonstige depressive Menschen. Von mir gibt's dafür ein ganz langes Gäääääähn. Echt nicht meine Welt.

Blackmore's Night - Fires at Midnight

Auch mit seiner mittlerweile dritten CD unter dem Namen 'Blackmore's Night' dümpelt Ex-Deep Purple Gitarrist und Rainbow-Chef Ritchie Blackmore in mittelalterlichen Gefilden rum. Wieder 'unterstützt' durch seine Lebensgefährtin Candice Night, die in altgewohnter Weise rumsäuselt als wäre sie ein Engel, ist die CD eigentlich nur sehr eingeschränkt zu empfehlen. Allerdings fällt gegenüber den 2 älteren CDs auf, daß Herr Blackmore wohl offensichtlich seine alte Strat wieder ausgegraben hat und sogar ab und zu verwendet. Vor allem das erste Stück 'Written in the Stars' ist gar nicht schlecht. Ich würde mal sagen wir warten noch die nächsten 10 Blackmore's Night - CDs ab und haben unseren alten Ritchie wieder.

Blackmore's Night - Ghost Of A Rose

Kritik von Siggi Greck:
Mit "Ghost Of A Rose" präsentiert der ehemalige Deep Purple- und Rainbow-Gitarrist das vierte Studio-Album seiner Rennaisance-Truppe. Inzwischen greift er wieder öfter zur E-Gitarre, was die Musik etwas abwechslungsreicher macht. Bis vor einem Jahr habe ich die Musik von Blackmore`s Night ähnlich gesehen, wie Roland bei seiner Kritik zur Vorgänger-CD "Fires At Midnight". Aber nach inzwischen zwei Konzertbesuchen muss ich zugeben, ein Fan der Truppe geworden zu sein. Es ist einfach unwahrscheinlich, was Ritchie auf dem Kasten hat. Und die treuesten Fans erscheinen im mittelalterlichen Outfit. Bei meinem ersten Konzertbesuch im Jahr 2002 bin ich mir vorgekommen wie im Mittelalter. Und zu Candice Night: Sie "säuselt" nicht wie ein Engel, sie ist ein Engel! Sie bietet eine unheimliche Live-Performance mit einer wirklich perfekten Stimme. Wer sich für die CD interessiert, sollte die schön aufgemachte Ltd. Edition mit zwei Bonus Tracks kaufen. Anspieltipps: "Ghost Of A Rose" und "Way To Mandalay". Also, ist zwar eigentlich nicht 100 %ig meine Musik, trotzdem gebe ich hier eine hohe Wertung ab.

Blackmore's Night - The Village Lanterne

Ich glaube so langsam geht es mir wie meinem Kritiker Siggi Greck, der ja in seiner Review über die letzte Blackmore's Night - CD (Ghost Of A Rose) nur begeistert geschrieben hat. Nachdem ich nun zwischenzeitlich auch stolzer Besucher eines mehr als merkwürdig-begeisternden Konzert vom guten Mittelalter-Ritchie bin, sehe ich die ganze Sache auch anders. Hat man einmal die Stimmung einer solchen Veranstaltung intus (man muss sich echt mal vorstellen, dass dort Mitt-Fünfziger mit Kettenhemd und Plastik-Schwert rumrennen) und sozusagen 'verstanden', sieht man auch die Musik von Blackmore's Night mit anderen Augen bzw. hört sie mit anderen Ohren. Und seit ich den neuesten Output 'The Village Lanterne' habe, verlässt die CD nur äußerst selten und ungern meinen CD-Player. Schon der Opener '25 Years' ist einfach zum dahinschmelzen (göttliche Stimme von Candice Night) und auch der nachfolgende Titeltrack haut echt vom Hocker. Zwischendurch holt Ritchie dann noch die gute alte Fender aus dem Schrank (z.B. bei 'I Guess It Doesn't Matter Anymore' oder ganz hammergeil wie in guten alten Deep Purple - Tagen bei 'St. Teresa') es gibt ein paar Instrumental-Stücke, eine Cover-Version von 'Streets Of London' (die älteren Leser meiner Homepage dürften diesen Song eines gewissen Ralph Mc. Tell sicher noch kennen) und als absolutes Highlight einen Song namens Mond Tanz / Child In Time ... leider nur 6 Minuten 12 Sekunden lang und davon 1:46 der Mondtanz ... aber dann gibt's für alte Purple-Fans kein Halten mehr. Besser als die Candice konnte das auch Gillan nicht singen. Insgesamt gibt es auf 'The Village Lanterne' ne gute Stunde tolle Musik. Und wer noch ein paar Euro mehr investieren will, holt sich die limitierte Special Edition mit 2 weiteren Songs (eins geschrieben von Candice Night und das andere gesungen von Joe Lynn Turner) sowie einer MPEG-Video-Dokumentation. Muss man fast haben.

Kritik von Siggi Greck:
Es freut mich, dass ich Roland von Richie überzeugen konnte. Sollte das von Roland besuchte Konzert im Juli 2004 auf der Burg in Esslingen stattgefunden haben, war das schon wieder ein gemeinsames Konzert von uns beiden. Ich schliesse mich seiner Meinung über das neueste Output voll und ganz an. Besonders angetan war ich von den beiden Versionen des Rainbow-Klassikers „Street Of Dreams“. Allein wegen der Version mit dem Original-Rainbow-Sänger Joe Lynn Turner als Duett-Partner von Candice Night lohnt sich die Anschaffung der Ltd. Edition.

Blind Ego - Mirror

Liest man mal den Beipackzettel der CD nicht durch und legt einfach mal die CD ein, braucht man ca. 30 Sekunden um dahinter zu kommen, aus welcher Ecke die 'Band' 'Blind Ego' stammt ... denn dann fängt der Gesang des ersten Stückes 'Obsession' an und man wird unweigerlich an die Freisinger Band RPWL erinnert. Und damit liegt man mehr als richtig, denn 'Blind Ego' ist niemand anderes als das 'W' in 'RPWL', also der Gitarrist und Sänger Karl-Heinz Wallner, der sich mit dieser CD ein Solo-Projekt geschaffen hat. Gut ... wir hören weiter die CD ohne Lesen des Booklets. Und werden bei Song 3 ('Break You') irgendwie an die Band 'Kino' erinnert ... warum nur ?? Wir hören weiter und es folgt die Ballade 'Black Despair' ... und als der Sänger beginnt, gibt's bei mir erst mal Gänsehaut. Ist das nicht Paul Wrightson, der Ex-Sänger von Arena? Natürlich ist er das ... kein Zweifel. Nur geil der Mann. Hat nichts verlernt. Ein wunderschöner Titel mit nem Hammer-Gitarrensolo von Kalle Wallner. So mag ich das. Ganz schön rockig wird es dann bei 'Open Sore' (ein Instrumentalstück). Und warum werde ich bei der 8-Minuten-Prog-Hymne 'Don't Ask Me Why' schon wieder an 'Kino' erinnert? Ich komme da noch drauf. Tolles Stück. Ein weiteres Instrumental-Stück das heraussticht, ist auf jeden Fall der Song 'Moorland'. Herr Wallner ist ja ganz schön vielseitig, kommt einem da in den Sinn. Absolutes Highlight der CD ist aber ganz bestimmt 'Forbidden To Remain', wieder von Herrn Wrightson gesungen und das klingt voll nach Arena in ihren besten Zeiten. Arena? Moment mal ... natürlich ... jetzt weiß ich warum ich ein paar mal an 'Kino' erinnert wurde ... da singt John Mitchell, seineszeichens Gitarrist von Arena und in diversen Projekten (The Urban, Frost und eben Kino auch als Sänger) vertreten. Jetzt lese ich mir aber doch den Beipackzettel durch und siehe da ... John Jowitt spielt Bass (Ex-Arena, Jadis, IQ), Clive Nolan (nochmal Arena) hat auch ein paar Background-Gesangs-Parts beigesteuert und zum Glück hat sich Kalle Wallner nicht komplett bei Arena bedient, sonst hätte Mick Pointer mit seinem grausamen Schlagzeugspiel die CD wohl zunichte gemacht ..., ein gewisser Tommy Eberhardt sitzt hinter dem Drum-Kit, der seine Sache wirklich klasse macht, den ich jetzt aber leider keiner Band zuordnen kann. Als Bonus-Track gibt es dann noch das Stück 'Artist Manqué', das ursprünglich von der RPWL-Vorgänger-Band 'Violet District' stammt, mir aber unbekannt war (ich habe von Violet District nur die CD 'Terminal Breath', und da ist der Song nicht drauf). 'Mirror' von 'Blind Ego' ist jedem Prog-Freund und natürlich RPWL-Fan nur ans Herz zu legen ... schon die erste herausragende CD im noch so jungen neuen Jahr 2007.

Blind Ego - Numb

Endlich gibt es einen Nachfolger des bereits 2006 veröffentlichen Blind Ego - Albums 'Mirror'. Und was hier RPWL-Gitarrist Kalle Wallner mit seinen Mitstreitern Paul Wrightson (Vocals, Ex-Arena), John Jowitt (Bass, Ex-Arena, IQ usw.), Iggor Cavalera (Drums, Ex-Sepultura) sowie Sebastian Harnack (Bass), Michael Schwager (Drums) und Yogi Lang (Backing Vocals und auch Produzent) abgeliefert haben, möchte ich mal als nahezu perfekt bezeichnen. Hat bei 'Mirror' noch ein bißchen die Härte in der Musik gefehlt, geht es bei 'Numb' teilweise richtig rockig und fett zur Sache. Und, um das mal anzumerken, auch solche Songs stehen Paul Wrightson richtig gut zu Gesicht. Schon der Opener 'Lost' haut so richtig rockig rein und zeigt eigentlich eine ganz andere Seite von RPWL. Auch der nächste Song 'Guilt' glänzt mit ein paar recht metallischen Gitarren-Riffs. Das Titelstück geht dann teilweise ein bißchen in Richtung RPWL (also schöne quietschende Gitarre), hat aber auch einen Härtegrad knapp über der Stamm-Band. Eine Art Ballade gibt es dann mit 'Leave' (sehr schön), und auch das folgende 'Death' ist im Härtegrad gegenüber den ersten paar Titeln ein bißchen zurückgeschraubt. Dann wieder ein bißchen RPWL ('Change'), gefolgt von dem ziemlich abwechslungsreichen 'Seek' (geiles Gitarrensolo!). 'Risk' kommt dann nur mit Gesang und akustischer Gitarre daher (Wrightson hat schon ne geniale Stimme) aber danach gibt's gleich mit 'Torn' wieder fett was auf die Ohren. 'Vow' ist ähnlich und Ruck Zuck ist die CD vorbei, denn 'Change Reprise' bildet schon den Abschluss (das ist auch der Song auf dem Iggor Cavalera mitspielt), und das könnte wieder auf ner RPWL-Scheibe sein.
Fazit: 'Mirror' fand ich ja schon ziemlich genial, aber durch die Erhöhung der Härte in der Musik ist 'Numb' meiner Meinung nach noch einen Tacken besser geworden. Muss man unbedingt haben.

Blind Guardian - A Night At The Opera

Deutsche Metal-Bands haben es ja nicht leicht bei mir. Irgendwie klingt alles gleich und austauschbar. Helloween, Gamma Ray und wie sie nun alle heissen. Und Blind Guardian macht da leider auch keine grosse Ausnahme. Der CD-Titel 'A Night At The Opera' klingt ja schon voll nach Gotteslästerung (an das 'Original' von Queen kommt ja wohl niemand heran) und wenn sie sich mit diesem Alltime-Highlight vergleichen wollten, dann ging das voll in die Hose. In den einschlägigen Rock-Magazinen wurde die Scheibe hochgelobt ohne Ende (das Beste, was Blind Guardian jemals rausgebracht hat usw.). Aber wenn das wirklich die Über-CD von Blind Guardian sein soll, dann möchte ich nicht wissen, was für Schrott sie vorher veröffentlicht haben (Anm.: Das ist meine erste und wahrscheinlich auch letzte Blind Guardian-Scheibe, die ich mir gekauft habe). Sicherlich hebt sich die Musik etwas von dem normalen deutschen Metal ab (teilweise etwas orientalisch angehauchte Stücke und auch ein Longsong von über 14 Minuten ist vorhanden), aber insgesamt (auch wegen dem mäßigen Sound) ist's halt doch nichts besonderes. Prog-Freunde sollten die Finger davon lassen (egal was in den Zeitschriften steht), Deutsch-Metall-Freaks werden das Teil eh schon haben und wer deutschen Metal antesten will, sollte lieber zu Edguy greifen. Auch wenn ich jetzt schon wieder weiss, dass ich mit dämlichen E-Mails und abfälligen Bemerkungen in meinem Gästebuch rechnen muss (sorry, aber ist halt nun mal MEIN MUSIKGESCHMACK, den ich hier ablasse), gibt es von mir 'nur' ein so la la.

Endlich hat es jemand geschafft, nicht nur über meine (wohl zu schlechte) Kritik zu meckern sondern selbst eine Review zu schreiben.
Kritik von Daniel Bollinger
Wenn man die Scheibe das erste mal gehört hat, fragt man sich zunächst: Waren das wirklich Blind Guardian? Natürlich sind alle bandtypischen Elemente auch auf "A Night at The Opera" vorhanden, aber wirklich vergleichbar mit den Vorgängeralben ist diese CD nicht. Ist der Opener noch relativ leicht verdaubar, so erschlagen einen doch spätestens bei "Battlefield" die unheimlich mächtigen, aber ungewöhnlichen, weil hohen, Chöre, die sich durch das ganze Album hindurch fortsetzen. Ungewöhnlich - und teils wirklich gewöhnungsbedürftig - ist auf dieser CD irgendwie alles. Das fängt an bei den Chören, setzt sich mit dem sehr weichen Gitarrensound fort und endet schließlich in Hansi Kürschs Gesang, der teilweise in den aggressiveren Parts haarscharf am Geschrei vorbeischrammt. Doch nicht nur der Sound, auch die Arrangements sind ungewöhnlich, weil sie selbst für Blind Guardian-Verhältnisse sehr komplex ausgefallen sind. Easy-Listening-Parts fehlen diesem Album fast vollständig. Die Gitarren scheinen die ganze Zeit nur wirre Melodien zu spielen, das Drumming ist einfach unglaublich und über dieses sehr komplexe Fundament legt sich schließlich der Gesang. Es dauert eine Weile, bis man dieses Soundchaos durchschaut hat und beginnt die Songs zu verstehen. Doch dann eröffnet sich eine (gemessen an gewöhnlichen Power-Metal-Maßstäben) völlig neue Welt: Durchlauf um Durchlauf entdeckt man neue Details, so dass die Scheibe nie langweilig wird. Alles in allem eine einfach grandiose CD, die wohl in der Form niemand erwartet hat, die allerdings zur Band passt. Man hat konsequent den eingeschlagenen Weg fortgesetzt und ist noch komplexer und atmosphärischer geworden. Den absoluten Höhepunkt in dieser Hinsicht bildet der 14minütige letzte Track, "And then there was Silence", das absolute Highlight der CD. Es hätten allerdings ein, zwei mehr Songs von diesem Format vorhanden sein können, deshalb "nur" ein 'fast Perfekt'.

Blinne, Peter - Deep Space Mine

Den Wenigsten meiner Leser dürfte der Name Peter Blinne ein Begriff sein. Nun gut ... vielleicht wird sich das ja nach dem Lesen dieser Review ändern. Aufgenommen wurde die CD 'Deep Space Mine' in Eigenregie in Deutschlands erstem Homerecords - Studio 'Rockwerk'. Wer mehr hierüber erfahren will, sollte unbedingt die Homepage von Blinnes Studio unter www.homerecords.de besuchen und sich am Ende vielleicht selbst mal an einer eigenen CD versuchen. Eines kann ich auf jeden Fall behaupten, die Soundqualität ist wirklich klasse und muss sich überhaupt nicht vor 'professionellen' Studio-Aufnahmen verstecken. Peter Blinne hat auf 'Deep Space Mine' bis auf das Titel-Stück alle Songs selbst geschrieben, getextet und die komplette CD (unter Mithilfe von ein paar Gast-Musikern) auch eingespielt (also Gitarre, Bass, Drum-Machine und Keyboards). Er bezeichnet seine Musik selbst als Prog, wobei ich damit so meine Definitions-Probleme habe. Ich würde Peter Blinne eher in die Ecke 'ambitionierte Rock-Musik mit leichten Prog-Einflüssen' stellen. Die CD beginnt mit dem gut 2-minütigen instrumentalen Titelstück, das schon ganz schön bombastisch daherkommt. 'Invincible Heroes', der erste Long-Song könnte am Anfang locker auch auf einer Ayreon-CD sein (ein Erzähler mit spacigem Keyboard im Hintergrund), wird aber dann schnell zur fetzigen Rock-Nummer mit ruhigem Mittelteil und Kinder-Gesang, der einen Engel darstellen soll. Vielleicht der proggigste Song auf der CD. 'Luckys Strike' geht dann eher in die Richtung 'ich habe mal Rainbow gehört und kann das genauso gut' (klingt irgendwie nach 'Kill The King'). Der längste Song folgt dann mit 'Judgement Day' und schlappen 9 1/2 Minuten. Auch ziemlich proggig mit ein paar guten Breaks, fetten Gitarren und quietschendem Keyboard. Die Quoten-Ballade kommt dann mit 'Glucks Peace', einem ruhigen, gefühlvollen Song. Zeit zum Schlafen gibt's aber nicht, denn mit 'Two Little People' geht's schon wieder rockig zur Sache (klasse Refrain !). 'For Gods Sake' und 'Into My Dreams' zeigen dann nochmal die ganze Bandbreite, in der sich Peter Blinne musikalisch bewegt. Die CD endet dann mit 'Thank You', einem wunderschönen Song mit Meeresrauschen, vor allem akustischer Gitarre und Keyboard und das Engelchen darf auch nochmal ran.
Mein Fazit: Peter Blinne hat mit 'Deep Space Mine' eine erstaunliche CD abgeliefert, die auf jeden Fall in Prog- und Rock-Kreisen Beachtung finden muss. Einzige Schwachpunkte sind der auf Dauer etwas eintönige Gesang sowie die Drum-Machine, die als 'echtes Schlagzeug' bestimmt besser rüberkommen würde. Aber man braucht ja noch ein bißchen Steigerungspotenzial für die nächste Platte. Verkauft wird die CD (bis jetzt) wohl nur in Eigenregie über die obengenannte Homepage von Homerecords und ich kann sie jedem nur ans Herz legen.

Boals, Mark - Edge Of The World

Mark Boals dürften wohl die Wenigsten kennen. Ich habe ihn nur als Schreihals bei Gitarren-Frickel-König Yngwie Malmsteen in Erinnerung. Umso erstaunlicher ist die Solo-CD 'Edge Of The World', auf der Herr Boals ja richtig singen kann. Und die brilliante Begleitband (u.a. mit Erik Norlander, der die CD in seinem Studio auch aufgenommen hat, Vinny Appice, der schon bei Dio an den Drums war, Neil Citron, von den Rocket Scientists und diversen Lana Lane - CDs bekannt sowie Gitarren-Vergewohlwurstler Tony Macalpine) scheinen ihn auch etwas gezähmt zu haben. Songs wie der Opener 'Fly' und 'World On Fire' oder das schon monumentale 'Lady Babylon', das an gute alte Rainbow-Zeiten erinnert, machen die Scheibe zu einer absoluten Hard-Rock-Entdeckung. Sicher sind auf knapp 63 Minuten auch ein paar leichte Durchhänger, aber trotzdem kann ich das Teil empfehlen. Zu bestellen auf jeden Fall bei AOR-Heaven.

Bonebag - Noli Me Tangere

Ein ganz neues Pferd im Stall haben Quixote-Music mit der holländischen Band 'Bonebag'. Für uns Proggies dürfte auf jeden Fall die Tatsache interessant sein, dass bei Bonebag ein gewisser Arno Menses am Schlagzeug sitzt und singt. Und gut informierte Musik-Liebhaber müsste es jetzt wie Schuppen aus den Haaren fallen ... denn Arno Menses ist ja auch der Sänger der deutschen Prog-Band 'Sieges Even'. Aber Vorsicht ... wer jetzt glaubt, dass auch Bonebag hochkomplizierten Prog-Metal macht (eben wie Sieges Even), wird ziemlich schnell eines Besseren belehrt. Denn Bonebag machen mitnichten Prog-Metal sondern eher 'melodischen Rock 'n' Roll (so würde ich es mal umschreiben). Hört Euch nur mal das zweite Stück 'Oliver Sudden' an und Ihr wisst was ich meine. Gitarren-Rock vom Feinsten mit teilweise tollem mehrstimmigem Gesang. Erinnert mit ein bißchen an 'The Urban' oder auch an die amerikanische Band 'Little King', wobei Bonebag doch etwas rockiger sind. Schade dass die CD nach 40 Minuten schon vorbei ist ... da hätte ich gerne auch noch mehr gehört. Aber ich kann mir vorstellen, dass die Musik vor allem live absolut klasse rüberkommt. Wer mal wieder was rockiges abseits des komplizierten Prog sucht, ist mit Bonebag ziemlich gut bedient. Unbedingt antesten.

Bonedaddys, The - Waterslide

Einmal mehr gibt es von mir eine Review über eine CD, die aber so gar nichts mit Prog-Rock zu tun hat, aber trotzdem (zumindest mich) ganz schön mitreißt. Denn 'Waterslide' von den Bonedaddys, immerhin schon die 6. CD der Band aus Los Angeles, machen absolute Happy-Music. Schade, dass der Sommer schon vorbei ist, denn die Musik auf dem MP3-Player am Strand macht nur glücklich. Alles leicht 'latin' angehaucht und machmal in Richtung neue Santana-CDs gehend könnte man das alles beschreiben. Schon der Opener und Titletrack 'Waterslide' lässt vom ersten Ton an mitwippen und könnte von der Melodie auch von Gloria Estefan sein, was auch die Bläser-Gruppe im Hintergrund verstärkt. 'Makin' Roux ist dann leicht funky bis fast bluesig. 'Some People' ist dann voll Carlos Santana (samt wimmernder Gitarre) ... eines der Highlights der CD. 'Blame It On The Moon' geht auch ein bißchen in die Richtung, wobei allerdings vor allem die Percussions richtig geil sind. 'Heartbreaker' ist absolut radiotauglich und besticht vor allem durch den tollen, leicht rauchigen Gesang. Weitere richtig tolle Songs sind dann noch 'Never Say Goodbye' (richtig soulig), 'Trampoline' (mit Waschbrett und Banjo ... könnte auch fast ein Rock 'n' Roll - Song aus den 50ern sein), 'Reverend Singer' (Reggea können sie auch), 'Vitamin D' (erinnert an die alten Ska-Sachen aus den 80ern), 'Hula Girl' (Hillbilly) und zum Abschluss das über 6-minütige Instrumental 'Continental Drift'. Mist ... jetzt habe ich doch fast alle Songs genannt. Aber die CD ist ohne irgend einen richtigen Durchhänger schlichtweg gut, wenn man auf diesen Musikstil steht. Mehr Infos und auch ein paar Sachen zum Anhören gibt es auf der Band-Homepage.

Bon Jovi - Crush

Die neue CD hat mich nach (einmaligem) Anhören nicht vom Hocker gerissen. Viel seichtes Lala und nix vom härteren Zeugs. ... Schade. Nur wenige Songs stechen aus dem 'Einheitsbrei' heraus. Genannt werden sollte 'It's my life' (läuft ja ständig im Radio) und 'Save the world', eine überaus anhörbare Ballade.

Borzilova, Natasha - Cheap Escape

Natasha Borzilova stammt eigentlich aus Russland, genauer gesagt aus Obninsk. Sie zog aber irgendwann nach Nashville und war dort Sängerin und Gitarristin der Band 'Bering Strait', die im Jahr 2002 sogar für den Grammy nominiert wurde. Außerdem wurde über die Band ein 60-minütiger Film gedreht (von der Emmy-Gewinnerin Nina Seavey), die in diesem Film den Weg von den 6 russischen Musikern nachzeichnete, nachdem sie in den USA angekommen waren. 2006 trennte sich die Band und die Musiker gingen unterschiedliche musikalische Wege. Seit der Zeit ist Natasha Borzilova Solo-Künstlerin und veröffentlichte nun mit 'Chep Escape' ihre erste CD. War die Musik von 'Bering Strait' (was soviel wie Bering-Strasse, also die Meeresstrasse zwischen Russland und den USA bedeutet) noch ziemlich Country-lastig, macht Natasha Borzilova jetzt eher rockigere Sachen (die schon etwas in Richtung Melissa Etheridge gehen ... wie z.B. der Opener 'I'm Angry'), schlägt aber auch leisere Töne an (z.B. 'Last Touch'), die eher an Amanda Marshall erinnern. Ein paar Country-Töne sind aber auch vorhanden. Natasha Borzilova hat auf jeden Fall eine wunderschöne umfangreiche Stimme und auch ihr Gitarrenspiel (auf der 'Akustischen') ist vom Feinsten. Wer abseits des Prog auch mal ein paar ruhigere Töne hören kann, die vor allem bei verregneten Sonntagen auf der Couch zur Wirkung kommen, sollte 'Cheap Escape' auf jeden Fall mal antesten. Mehr Infos, Soundfiles usw. gibt es natürlich auf der Homepage.

Borzilova, Natasha - Out Of My Hands

Über die in Russland geborene und dann nach Nashville ausgewanderte Sängerin und Gitarristin Natasha Borzilova habe ich ja schon mal auf meiner Homepage geschrieben, nämlich als Review ihrer ersten Solo-CD ‘Cheap Escape’. Damals war ich sowohl von der Stimme als auch dem (akustischen) Gitarrenspiel von Natasha sehr begeistert und mir kamen Vergleiche wie Melissa Etheridge oder auch Amanda Marshall in den Sinn.
Zwischenzeitlich hat Natasha Borzilova, zusammen mit einigen Studio-Musikern aus Nashville, bereits ihr drittes Album (‘Out Of My Hands’) in Eigenproduktion veröffentlicht. Und es ist ein sehr persönliches und nachdenkliches Album geworden. Es geht um Beziehungsprobleme, Depressionen, das Leben ihrer Großmutter als Krankenschwester im 2. Weltkrieg, Erinnerungen an ihren Vater, der als Wissenschaftler aufgrund des Tschernobyl-Unglücks all zu früh verstorben ist. Somit ist der Rock-Faktor des ersten Albums zwar ziemlich verschwunden, das macht aber gar nichts, da Natasha Borzilova gerade bei den gefühlvollen Songs sowohl ihre brillante und ausdrucksvolle, kräftige Stimme zur Geltung bringen kann als auch die akustische Gitarre, die sie perfekt beherrscht, einfach perfekt dazu passt. Eine wunderschöne CD abseits des Prog, die unbedingt gehört werden muss.
Leider gibt’s die CD bei Amazon nur als Import-CD für ein Schweinegeld, aber vielleicht findet sich ja in nächster Zeit ein deutscher Vertrieb, der dieses Meisterwerk zu einem vernünftigen Preis anbieten kann. Oder einfach auf die Homepage von Natasha Borzilova surfen und sie dort im Shop für schlappe 13 Dollar kaufen (oder für 10 Dollar digital erwerben). Absolut empfehlenswert!!

Brainstorm - Memorial Roots

Eine der besten Metal-Bands sind für mich auf jeden Fall Brainstorm. Ich habe sie neulich zusammen mit Primal Fear live gesehen und war mehr als begeistert. Und auch der neueste Output 'Memorial Roots' gehört auf jeden Fall zum Stärksten, was in letzter Zeit in dieser Richtung veröffentlicht wurde. Feine Riffs, bombastischer Sound, genialer Gesang von Andy B. Franck und auf der limitierten Edition 13 mehr oder weniger 'getragene' Songperlen zum Kopf schütteln und fast alle mit einem Hammer-Refrain, der einem nicht mehr aus dem Kopf geht. Metal-Herz was willst Du mehr? Wer sich mal wieder die Ohren durchpusten lassen will, ist mit 'Memorial Roots' mehr als gut bedient. Muss man haben.

Brainstorm - Firesoul (VÖ:04.04.2014)

Die schwäbische Metal-Band Brainstorm gehört ja schon länger zu meinen Lieblingen aus diesem Genre. Und mit ‘Firesoul’ haben sie (endlich mal wieder) ein richtig fettes und hartes Album abgeliefert, nachdem die Vorgänger teilweise doch sehr ‘gediegen’ waren. Somit ‘back to the roots’. Schon der Opener ‘Erased By The Dark’ knallt voll rein und ist mit der beste Song den die Jungs um Sänger Andy B. Franck ... der übrigens in Hochform ist ... je veröffentlicht haben. Auch das Titelstück animiert zum Haare schwingen und es folgt Kracher auf Kracher. Lediglich die zwei längsten Stücke (Shadowseeker mit knapp 6 1/2 Minuten und ...And I Wonder mit 5 1/2 Minuten) gehen ein bißchen ruhiger zur Sache, haben aber beide einen richtig geilen und eingängigen Refrain.
Auf der limitierten Version gibt es dann noch 2 weitere fette Songs sowie eine Bonus-CD mit 12 Live-Songs vom Bang Your Head - Festival 2011. Richtig geil!

Brazen Abbot - Guilty As Sin

Wer ärgert sich darüber, dass Deep Purple nur noch Schrott veröffentlichen ?? Wer findet es voll Scheiße, dass Whitesnake nicht mehr so richtig existieren ?? Hey, das ist jetzt völlig egal. Nach ein paar eher grausamen Scheiben unter dem Bandnamen 'Brazen Abbot' hat jetzt der bulgarische Gitarrist Nikolo Kotzev (genau der, der die geniale Rock-Oper 'Nostradamus' verbrochen hat) endlich den richtigen Stil gefunden, neben ein paar wiklich klasse Musikern (u.a. von Europe glaube ich) drei obergeniale Sänger eingeladen (Joe Lynn Turner, Göran Edman und der von mir über alles gelobte Jorn Lande von Masterplan, Ark usw.) und eine sensationelle Hard Rock - Scheibe produziert. Ein Knaller nach dem Anderen ... da gibt's für mich nur einen Tip: KAUFEN, wenn man auf Hard Rock steht.

Budjana, Dewa - Dawai In Paradise

Dewa Budjana ist einer der bekanntesten Jazz-Gitarristen Indonesiens und legt mit ‘Dawai In Paradise’ sein bereits fünftes Studio-Album vor, das (fast könnte ich sagen natürlich) bei Moonjune-Records, also dem New Yorker Label veröffentlicht wurde. Eigentlich ist Dewa Budjana Mitglied der indonesischen Pop-Rock-Band ‘Gigi’, die seit 1994 schon über 20 Alben herausgebracht hat, die millionenmal verkauft wurden.
Nun sind Solo-CDs von Gitarristen grundsätzlich schon mal schwierig zu beurteilen, da zumindest in meiner Sammlung einige Solo-Scheiben von brillanten Saiten-Virtuosen stehen, die einmal angehört wurden und seit dem verstauben, da außer ‘ich kann schnell und ich kann rauf und runter’ nicht viel mehr geboten wurde.
Das ist zum Glück bei Dewa Budjana etwas anders, denn erstens driftet er im Gegensatz zu seiner Stamm-Band ein bißchen in Richtung Jazz ab, hat aber trotzdem ein Händchen für schöne und Interessante Melodien sowie Stil-Richtungen. Von indisch spirituell (Gangga) über Irish-Folk (Masa Kecil) bis zu Jazz im Stil von Pat Metheny (Kromatik Lagi). Dann klingt’s fast ein bißchen nach Mike Oldfield (Back Home), gefolgt von Jazz-Prog (der längste Song Malacca Bay mit über 10 Minuten oder Dancing Tears), Meditations-Musik (Caka 1922 mit tollen akustischen Gitarren-Parts) und typisch indonesischem Touch.
Fazit: Ein interessanter Mix aus Fusion-Jazz, ein bißchen Prog, ein bißchen Folk gepaart mit Oldfield-Einflüssen. Leicht verdaulich ist die Scheibe sicher nicht aber Dewa Budjana zeigt, dass Solo-CDs von Gitarristen nicht nur langweilig sein können. Mehr Infos über Dewa Budjana gibt es auf seiner Homepage.

Budjana, Dewa - Joged Kanyangan (VÖ: Januar 2014)

Dewa Budjana ist nicht wirklich ein bekannter Name außerhalb seines Heimatlandes Indonesien aber seit sich das Moonjune Label seiner angenommen hat, könnte sich das ändern. Er hat schon mit seiner ersten Veröffentlichung bei dem New Yorker Label (und seiner insgesamt fünften Solo-CD) ‘Dawai In Paradise’ (siehe meine Review) Aufmerksamkeit erweckt aber in seiner Heimat ist er nicht weniger als ein Pop-Star. Mit seiner Stamm-Band ‘Gigi’ als Lead Gitarrist spielt er vor 60.000 Leuten, hat mehrfach Platin-Status erreicht und Millionen von Tonträgern verkauft, ist sich aber auch nicht zu schade, z.B. auf der USA-Tour in kleinen Clubs aufzutreten. Offensichtlich ist ihm aber die Musik von ‘Gigi’ zu eingeschränkt oder einfach, deswegen wandert er auf Solo-Pfaden eher Jazz.-Fusion-Richtung gepaart mit der traditionellen Musik Indonesiens.
‘Joged Kanyangan’ wurde zusammen mit so Jazz-Fusion-Legenden wie Larry Goldings (Piano / Hammond-Orgel), Bob Mintzer (Saxophon und Klarinette), Jimmy Johnson (Bass) sowie Peter Erskine (Drums) aufgenommen. Auf einem Song (As You Leave My Nest ... ein richtig cooler Song) ist sogar Gesang von Janis Siegel dabei.
Auf ‘Joged Kanyangan’ hält sich Dewa Budjana im Gegensatz zu ‘Dawai In Paradise’ erstaunlich zurück (mit Ausnahmen), man möchte sogar sagen er hält sich merklich und songdienlich im Hintergrund. So ist eine richtig angenehme Jazz-Fusion-Scheibe heraus gekommen, die man von vorne bis hinten durchhören kann, wenn man auf diese Musik-Richtung steht.

Budjana, Dewa - Surya Namaskar (VÖ: 11.07.2014)

Der indonesische Gitarrist Dewa Budjana scheint ja ein ganz schön fleißiges Lieschen zu sein oder spriesst nur so von Ideen. Denn nach dem Januar-Output ‘Joged Kanjangan’ (siehe meine Review) hat er sich jetzt mit 2 absoluten Ausnahmekönnern zusammen getan und gerade mal ein halbes Jahr später ‘Surya Namaskar’ veröffentlicht.
Zusammen mit Bassist Jimmy Johnson (Albert Lee, Roger Waters, Rod Stewart, Al Jarreau sind unter anderem seine Referenzen) und Drummer Vinnie Colaiuta (u.a. zusammen mit Frank Zappa und John McLaughlin im Studio) wurde ‘Surya Namaskar’ eingespielt, und auch diese Scheibe zeigt was für ein brillanter Musiker (und Komponist) Dewa Budjana ist. Im Vergleich zu seinen anderen Alben die ich hier schon besprochen habe, ist ‘Surya Namaskar’ nicht ganz so jazzig und somit auch für verwöhnte Prog-Ohren leichter verdaulich. Hier wechseln sich Fusion Jazz - Parts mit (fast) melodischem Prog Rock ab und die Scheibe ist wirklich von vorne bis hinten interessant und zu keiner Sekunde langweilig oder auch zu ‘aufgeregt’. Cooles Teil und ich möchte mal sagen für meine Ohren das bis jetzt beste oder eingängigste Werk von Dewa Budjana.
Als Gast-Musiker treten auch noch Gary Husband (gehört eigentlich zum ‘Clan’ von Jazz-Legende Alan Holdsworth ... siehe diverse Reviews auf meiner Page) auf, der beim Opener ‘Fifty’ die Keyboards bedient sowie Michael Landau, der schon für unzähligen Studio-CDs als Gitarrist eingekauft wurde (Steve Lukather, Richard Marx, Pink Floyd, Chicago, Cher, Rod Stewart um nur ein paar zu nennen) und auf dem Titel-Stück das Gitarren-Solo beisteuert.
Veröffentlicht wurde die Scheibe natürlich mal wieder bei Moonjune, man kann sie im Moment aber schon bei Amazon als MP3-Album erwerben und bei JPC gibt es das Teil auch zu kaufen. Unbedingt antesten.

Buttas, Rudi - ... On My Side

Vor ein paar Jahren habe ich hier ja schon die CD 'Rudy's Journey' (siehe meine Kritik) vorgestellt, die Solo-Scheibe des (uargh ... gleich gibt's wieder Ekel-Pickel) PUR-Gitarristen Rudi Buttas. Und an dieser Scheibe hat mir ja vor allem Gast-Sänger Michael Sadler (Saga) und Gast-Sängerin Michelle Young (die ja schon mit Arenas Clive Nolan ein paar Sachen gemacht hat) gefallen.
Nun gut, jetzt gibt es das zweite Werk von Herrn Buttas und ich habe ne gute und ne schlechte Nachricht. Die Schlechte: Michael Sadler hatte wohl keine Zeit oder Lust oder sonst was, denn er ist nicht mehr dabei. Und die Gute: Es wurde kein Geringerer als Chris Thompson (in meinen Augen einer der besten Rocksänger überhaupt ... man kennt ihn ja noch von der Manfred Manns Earthband) verpflichtet. Leider nur für schlappe 4 Songs (inclusive dem Bonustrack), die dann auch zu den Highlights der CD gehören. Auch der Auftritt von Michelle Young bei weiteren 4 Songs ist ganz okay aber nicht so gut wie noch auf Rudy's Journey. Der Rest ist mir dann eindeutig zu seicht, schlapp und poppig. Proggies lassen sicher die Hände davon ... wer alles von Chris Thompson braucht (so wie ich), muss natürlich den Geldbeutel zücken. Nur mit Einschränkungen zu genießen.

 

C

Caamora - She

3 Jahre hat Pendragon- und Arena-Keyboarder Clive Nolan gebraucht, um seine Rock-Oper 'She' (benannt nach einem Roman von Henry Rider Haggard) endlich in trockene Tücher zu bringen. Ich weiß jetzt echt nicht, warum das so lange gedauert hat ... wahrscheinlich wurde er durch seine Muse und Haupt-Sängerin Agnieszka Swita zu stark abgelenkt :-), denn was bei 'She' musikalisch rausgekommen ist, hätte Herr Nolan wahrscheinlich in 2 Tagen aus dem Ärmel geschüttelt. Mich erinnert's stark an die 2 'Strangers On A Train' - CDs. Also ziemlich ruhige Grundstimmung, viel weiblicher Gesang (der mich auch noch stark an Tracy Hitchings erinnert, die ja die Strangers-CDs eingesungen hat), zwischendurch die typische Stimme von Clive Nolan (die man ja von Shadowland schon kennt) und ab und zu darf auch noch Alan Reed singen (das ist der von Pallas, der reißt's aber auch nicht raus). Und eine gewisse Christina Booth ist noch dabei (die ist glaube ich von Magenta). Von den bekannteren Instrumentalisten seien noch John Jowitt (Bass) und Mark Westwood (Gitarre) erwähnt, die man mehr (Jowitt ... den kennt man von Arena und IQ) oder weniger schon mal gehört hat. Angesichts der Tatsache, dass 'She' dann auch noch eine Doppel-CD mit über 2 Stunden Laufzeit geworden ist, möchte ich fast behaupten, die CD ist einfach pottlangweilig. Nolans Keyboard-Bombast kennt man ja schon zu Genüge (man höre sich nur mal die 2 Nolan/Wakeman - Scheiben an), das gepaart mit viel Strangers On A Train und ein bißchen Shadowland. Das war's. Für 3 Jahre Arbeit eindeutig zu wenig. Aber eingefleischte Nolan-Fans werden das Teil sicher in den Himmel loben. Ich kann immerhin von mir behaupten, dass ich mir die 2 CDs am Stück angehört habe ... da bin ich richtig stolz auf mich. Wird wohl ab sofort in meinem CD-Regal verstauben.

Cairo - Time Of Legends

Nur noch zu dritt sind die Jungs von Cairo. Aber machen immernoch feinsten Prog im Stile von Yes. Das mag man oder auch nicht. Time Of Legends ist auf keinen Fall eine CD zum Nebenher-Hören (mein erster Versuch ging deswegen völlig daneben) sondern zum intensiven Entdecken. Auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

California Guitar Trio - CG3+2

Wenn bei InsideOut-Music eine Band namens 'California Guitar Trio' eine CD veröffentlicht und im Untertitel 'with Tony Levin and Pat Mastelotto' steht, dann nimmt man auch in Kauf, dass die CD verschweißt und ein Vorab-Hören nicht möglich ist. Da kann man ja nichts falsch machen ... kann man nicht ??? Also CD gekauft, nach Hause genommen, in den CD-Player geworfen und Booklet durchgelesen. Hmm ... und schon tauchen die ersten Rätsel auf. Das 'California Guitar Trio' besteht aus Bert Lams, Paul Richards und Hideyo Moriya, alles Namen, mit denen ich aber auch gar nichts anfangen kann. Noch nie gehört. Offensichtlich kommen die Jungs aus völlig unterschiedlichen Sparten bzw. Musikrichtungen, denn von fast klassischer Akustik-Gitarre bis Country und Jazz ist alles vertreten. Und die Rhythmus-Arbeit machen Tony Levin am Stick / Bass sowie Pat Mastelotto an den Drums (oder wie's im Booklet steht an den Traps und Buttons). Geht's am Anfang der reinen Instrumental-CD noch recht gemächlich zu, wirds gegen Ende sogar elektrisch und auch ganz nett. Prog-Relevant ist die CD aber trotz der Veröffentlichung bei InsideOut (die ja von Arena über Symphony X bis Pain Of Salvation alles Mögliche unter Vertrag haben) eher nicht. Aber an kalten Winterabenden in der geheizten Wohnung mit einem Tässchen Tee und ein paar Keksen könnte ich mir die Scheibe schon nochmal anhören. Technisch brilliant gespielt sind die Gitarren auf jeden Fall.

Camel - The Paris Collection

Es scheint mittlerweile bei Herrn Latimer so üblich zu sein, daß nach jeder Studio-CD und entsprechender Tour auch eine Live-CD veröffentlicht wird, die dann für ein Schweinegeld verkauft wird. Zumindest bei den letzten beiden CDs 'Dust And Dreams' (Live-CD 'Never Let Go') und 'Harbour Of Tears' (Live-CD 'Coming Of Age') war dies so, wobei auf den Live-CDs die entsprechende Studio-CD komplett gespielt wurde. Und auf die (bis jetzt) letzte Studio-CD 'Rajaz' (von 1999) folgt nun der passende Live-Output. Dieses Mal aber leider nur als Einzel-CD. Die anderen beiden Live-Scheiben waren ja jeweils Doppel-CDs. Aufgenommen wurde das Konzert (wer hätte es nach dem CD-Titel vermutet) in Paris am 30.10.2000 und, welch Überraschung, von der Rajaz-CD ist lediglich EIN Song enthalten (Sahara). Neben den Live-Klassikern 'Lady Fantasy' und 'Ice' sowie einem kleinen Teil der 'Dust And Dreams' sind glücklicherweise auch ein paar Stücke auf der CD, die zumindest auf den letzten Live-Outputs nicht vertreten waren ('Chord Change', 'Fingertips' und 'Slow Yourself Down'), so dass es für den Camel-Fan mal wieder einen Grund gibt, auch diesen Silberling zu kaufen. Soundqualität ist mal wieder überragend (wie immer) und mit Guy LeBlanc (Keyboards) sowie Denis Clement (Drums) sind auch schon wieder zwei neue Musiker dabei. Für Camel-Freunde bestimmt wieder ein MUSS, für alle anderen empfiehlt sich dann eher eine der anderen beiden Live-Doppel-CDs.

Cannata - Mysterium Magnum

Kritik von Siggi Greck:
Jeff Cannata hat 4 Jahre nach seiner letzten Veröffentlichung mit dem neuen Werk „Mysterium Magnum“ ein recht ungewöhnliches Album produziert. Mit seinem fünften Output seit 1983 (wenn man die Veröffentlichungen unter dem Namen „ArcAngel“ berücksichtigt) machte er sich bisher ja recht rar. Auf der neuen CD ist mit dem fast neunminütigen Song „Somewhere Beyond The Sun“ sogar ein echter Prog-Song enthalten. Sehr gut gefällt mir auch die langsameren Stücke „4:17 (california)“ und „Book Of Ages“. Weitere Highlights sind die Neuaufnahmen der beiden ArcAngel-Klassiker „King Of The Mountain“ und „Wanted: Dead Or Alive“.
Jeff Cannata hat wie immer alle Songs fast im Alleingang komponiert und ist neben dem Gesang auch an nahezu allen Instrumenten zu hören. Wer auf die einprägsame, charismatische Stimme von Cannata steht wird seine Freude mit dieser CD haben. Infos und Hörproben:
www.cannatamusic.com

Canvas Solaris - The Atomized Dream

'The Atomized Dream' ist bereits die vierte Veröffentlichung der Band aus Georgia. 1999 begannen sie als Death Metal bzw. Metalcore-Band. Aber nachdem sie im Laufe der Zeit ihren Sänger verloren haben, mussten sie als Instrumental-Band weitermachen. Einige Line-Up-Wechsel brachte frisches Blut in die Band und inzwischen sind sie als Metal-Band mit leicht elektronischen Einflüssen angekommen. Der Opener 'The Binaural Beat' kommt noch recht ruhig daher und könnte auch von einigen Prog-Bands stammen. Leichte Marillion-Einflüsse sind erkennbar aber auch Mike Oldfield lässt ein bißchen grüßen. Beim nächsten Stück 'Reflections Carried to Mirror' geht es aber dann schon ein bißchen mehr zur Sache und fette Gitarrenriffs lassen erahnen, was die Jungs so drauf haben. Sowas in der Art kenne ich eigentlich nur von Liquid Tension Experiment. Synthies und Gitarre wechseln sich dann prima ab bei 'Chromatic Dusk'. Danach zwei Songs im Stil von LTE ('Patterns Spiral into Swarm' und 'Heart Distortion Manifest'), dann was ruhigeres zum Erholen ('Photovoltaire'), was für die Frickel-Fraktion ('Solar Droid') und zum Abschluss dann das über 10 minütige 'The Unknowable and Defeating Glow', bei dem nochmal alle Register gezogen werden von melodisch bis chaotisch. Freude von instrumentaler Prog-Musik sollten Canvas Solaris unbedingt mal antesten. Es lohnt sich.

Canvas Solaris - Irradiance

Bereits das fünfte Album der Instrumental-Progger ‘Canvas Solaris’ ist ‘Irradiance’. Vom Vorgänger ‘The Atomized Dream’ war ich ja schon recht angetan, weil ich auch ein Fan von z.B. ‘Liquid Tension Experiment’ bin. Und schon der Opener ‘Adaptive Optics’ erinnert mich schwer an den Dream Theater - Ableger. Keyboard-Läufe, melodische aber auch frickelnde E-Gitarre, fetter Bass und tolles Schlagzeug. Wer diesen Song ‘blind’ hört, könnte echt auf LTE tippen. Auch der zweite Song ‘Conveyance Of Flux’ geht in die selbe Richtung, wobei er etwas ‘ruhiger’ ist zwischendurch. Hat aber auch ganz schöne Heavy-Momente. Die CD geht im gleichen Stil weiter, mal richtig melodisch, mal ganz schön heftig. Richtig angenehm ist aber, dass die Frickelei nie zuviel wird sondern die Jungs immer im richtigen Moment wieder auf den Boden kommen und teilweise richtig eingängige Parts parat haben, die einem nicht aus dem Kopf gehen. Etwas abgefahren und ‘komisch’ ist lediglich ‘Accelerated Testing Phase’, wo es dann doch ein wenig experimentell zugeht. Bester Song auf dem Album ist meiner Meinung nach das mit knapp über 6 1/2 Minuten längste Stück ‘Soliton’, was alles hat das das Progger-Herz begehrt. Das könnte ich mir auch ganz gut mit Gesang vorstellen. Wer auf Instrumental-Prog steht, wird mit ‘Canvas Solaris’ richtig gut bedient. Zu haben ist die CD u.a. bei Just For Kicks Music (da habe ich sie zumindest schon im neuesten Katalog gesehen). Veröffentlicht wird das Teil am 16.07.2010. Undbedingt antesten.

Capaldi, Jim - Living On The Outside

Der alte Haudegen Jim Capaldi, bekannt vor allem als Partner von Steve Winwood bei Traffic, hat lange nichts von sich hören lassen. Und wenn man sich die Bilder von Ihm im Booktet anschaut, dann könnte man vermuten, daß er die letzten Jahre mit Alkohol und Drogen verbracht hat. Doch nun macht er wieder Musik. Unterstützt von Größen wie George Harrison, Ian Paice, Paul Weller, Steve Winwood und Gary Moore hat es immerhin zu knapp 45 Minuten Musik gereicht, wobei vor allem die Songs 'Riding the Storm' (mit Steve Winwood) und 'Heart of Stone' (mit Gary Moore an der Lead Gitarre) herausstechen. Alle anderen Sachen plätschern so vor sich hin und reißen einen nicht gerade vom Hocker. Verglichen mit seinem Meiserwerk 'Price of Darkness' ist 'Living On The Outside' dann doch eher enttäuschend.

Caplan, Gadi - Look Back Step Forward (VÖ: 30.07.2013)

Gadi Caplan, geboren in Israel und jetzt in Brooklyn wohnhaft ist ein ziemlich brillanter Gitarrist, der als Kind Piano gelernt hat, dann auf Gitarre umgestiegen ist, zuerst eher Rock und Blues geliebt hat, traditionelle indische Musik studiert hat, danach noch Jazz, Fusion und Funk um sich danach noch von Pink Floyd und Frank Zappa beinflussen zu lassen. Auf jeden Fall eine sehr interessante Mischung.
Im Jahr 2011 veröffentlichte er sein erstes Album ‘Opposite Views’, das viele gute Kritiken bekam. Und jetzt folgt ‘Look Back Step Forward’, das sowohl Jazz- als auch Prog-Freunde begeistern dürfte. Ist der Opener ‘It’s all the same’ noch ein bißchen jazzig (aber nicht schlimm!) zeigt Gadi Caplan auf dem nächsten Stück ‘Charlotte’, was er so alles auf der akustischen Gitarre kann. Sehr schön. Dann wird’s richtig proggig mit ‘Brother’ (und einem Gitarren-Solo im Stile von David Gilmour), jazzig (Within The Clouds ... im Original ein Song von George Harrison und Gong und dem folgenden ‘Frostbite’), experimentell (‘Indian Summer’), jazzig-melodisch mit einem Hauch von Folk (das Titelstück), leicht metallisch (‘Monsoon Season’), relaxed (‘A Latin Winter’) und wieder proggig (‘Tesha’).
Eine richtig coole Scheibe die man auf jeden Fall antesten muss. Und die kann man sogar bei Amazon kaufen oder als MP3 herunterladen.
Mehr Infos über Gadi Caplan gibt es auf seiner Homepage.

Carstens, Arno - The Hello Goodbye Boys

Ein bißchen weg von den hier sonst besprochenen CDs ist sicher 'The Hello Goodbye Boys' von dem südafrikanischen Songwriter Arno Carstens. Aber nachdem zur Zeit im Radio so Heulbojen wie der in meinen Augen äh Ohren furchtbare James Blunt rauf- und runtergedudelt werden, ist es mal an der Zeit, eine vernünftige CD aus diesem Genre vorzustellen. Arno Carstens war der Leadsänger der Band 'The Springbok Nude Girls', startete danach seine Solo-Karriere und veröffentlichte bis jetzt insgesamt um die 10 Alben, die vor allem in Südafrika Beachtung fanden (mit z.B. 9 Nr.1 Hit-Singles und 4 South African Music Awards). Er tourte schon mit Bands wie INXS, den Smashing Pumpkins und zuletzt R.E.M. Sein erstes Solo-Album erschien 2003, erreichte Gold-Status und ist bis jetzt das bestverkaufteste englischsprachige Rockalbum Südafrikas seit Beginn des neuen Jahrtausends. Und jetzt (März 2007) gibt es das zweite Solo-Album von Arno Carstens (von 2005) auch in Deutschland, der übrigens auch eine sehr sehr coole Website hat.
Neben der brillianten Soundqualität sticht vor allem die klare, kraftvolle und einfach schöne Stimme von Arno Carstens heraus. Selten so eine gute Stimme gehört (auch wenn er ab und zu leicht in Richtung Country-Betonung im Stile von Tim McGraw und Konsorten abdriftet). Und er bleibt stilmäßig nicht nur beim Rock, sondern 'verheimlicht' auch sein Heimatland nicht (in dem Song 'The Man And The Lion' kommen auch afrikanische Rhythmen vor).
Wer abseits vom Prog auch mal eine CD im rockigen Singer-Songwriter-Stil hören kann, sollte sich auf jeden Fall die neue CD von Arno Carstens zulegen. Der Junge hat's absolut verdient, in Deutschland bekannt zu werden. Auf jeden Fall ist er um Klassen besser als die Heulbojen, die zur Zeit im Radio ihr Unwesen treiben.

Carducci, Franck - Oddity

Das Leben eines Prog-Kritikers ist manchmal ganz schön schwer, weil man mit mäßigen Produktionen und schwachen musikalischen Leistungen konfrontiert wird, zu denen man auch noch seinen Senf abgeben soll. Aber das Leben eines Prog-Kritikers ist auch spannend und toll, weil man an CD-Perlen herankommt, die man sich freiwillig nie gekauft oder überhaupt von ihrer Existenz erfahren hätte. Und Zweiteres trifft eindeutig auf die erste CD des in Amsterdam lebenden französischen Multi-Instrumentalisten Franck Carducci zu, der Bass, alle möglichen Gitarren, manchmal auch diverse Tasteninstrumente wie Piano, Hammond-Orgel usw. bedient und dann auch noch den Gesang übernimmt. Daneben hat er sich noch Hilfe von einem Berg von Musikern geholt (wie z.B. John Hackett, Nicolas Gauthier, Richard Vecchi, Fred Boisson ...), und einen tollen Produzenten (Chris Morphin aus Lyon) gefunden der einen richtig fetten Sound geschaffen hat. Und wenn man dann noch dazu fähig ist, sowohl genialen Retro-Prog (z.B. das fast 15-minütige ‘Achilles’), ruhigen Folk-Prog (‘The Quind ... tolle akustische Gitarren und mehrstimmiger Gesang), einen kleinen Abstecher in die Country-Ecke (‘The Eyes Of Age’), eine tolle Mischung aus Rock, Blues und Prog (‘das 12-minütige ‘Alices Eerie Dream’) und dann wieder einen Retro-Prog-Hammer (das am Schluss ganz schön nach Pink Floyd klingt ... ‘The Last Oddity’ ... auch über 10 Minuten lang) zu komponieren und man beim Hören nicht eine Sekunde gelangweilt wird, muss man Franck Carducci wirklich musikalische Genialität bescheinigen. 50 Minuten Musik zum genießen. Ein bißchen unnötig ist dann der Bonus-Track ‘The Carpet Crawlers’ (das kann halt ausschließlich Peter Gabriel singen). Aber sei’s drum. Zum Abschluss gibt es dann noch den Radio-Edit von ‘Alices Eerie Dream’, der auch ziemlich geil ist und den Song auf den Punkt bringt. Muss man unbedingt haben !! Mehr Infos gibt es auf der Homepage von Franck Carducci, die CD kann man z.B. bei Just For Kicks bestellen.

Cash, Johnny - American III: Solitary Man

Und wieder hat der Alt-Gott des Country und Western, Johannes Kleingeld, unter seinem Pseudonym Johnny Cash keine Kosten und Mühen gescheut, die halben Heartbreakers (Tom Petty, Mike Campbell), fast die ganze Cash-Sippe (June Carter Cash, Laura Cash) und GastsängerInnen wie z.B. Sheryl Crow zusammengetrommelt und unter Leitung von Produzent Rick Rubin ein typisches Johnny Cash-Album aufgenommen. Und nur der Meister schafft es, in knapp 43 Minuten insgesamt 14 Songs zu zelebrieren. Über das Album ist - wie könnte es anders sein - nicht viel zu sagen. Typischer Cash-Gesang in grandioser minimalistischer Instrumentierung. Entweder man mag ihn oder halt nicht. Ich als Amerika-Fan (und vor allem als Nashville-Liebhaber) kann mir solche Musik ohne Probleme anhören. Highlights dieser CD sind u.a. die Songs 'One' (von U 2), 'I Won't Back Down' (Tom Petty and the Heartbreakers) und 'Solitary Man' (Neil Diamond).

Catley, Bob - Middle Earth

Ex-Magnum Sänger Bob Catley veröffentlicht mit 'Middle Earth' sein bereits drittes Solo-Album. Und auch diese Scheibe wurde von Gary Hughes (Ten) produziert. Aber ich muß leider sagen: So langsam wird's echt langweilig. War das Erstlings-Solo-Werk (The Tower) noch richtig gut und auch ziemlich an die Magnum-Zeiten angelehnt, gab's mit der zweiten CD (Legends) schon einen kleinen Rückschritt. Und 'Middle Earth' geht sowohl produktionstechnisch (absolut schwacher Sound) als auch wegen den Songs in meiner Musik-Skala weiter nach unten. Irgendwie erweckt es in mir den Eindruck, daß Gary Hughes (er hat alle Songs geschrieben) für Bob Catley nur seinen Ten-Abfall übrig hat. Für mich eine ziemlich schwache Scheibe. Einzig die spärlich gestreuten Gitarrensoli von Ten-Klampfer Vinny Burns sind ganz nett. Und auf Gastsängerin Tracy Hitchings (u.a. Landmarq) hätte man auch verzichten können. Der eine Song, auf dem sie ihr Können zum Besten geben darf, reisst es dann echt nicht raus. Ich hoffe nur, dass die Wiedervereinigungs-Gerüchte um Magnum wahr sind und Bob Catley seine zugegebenermaßen gute Stimme nicht mehr für den Selbstverwirklichungstrip von Gary Hughes hergeben muss sondern das macht, was er am Besten kann: Rocksongs.

Catley, Bob - When Empires Burn

Ich bin ja so froh. Bob Catley hat es endlich geschafft, von Gary Hughes (Ten) als Producer abzukommen. Hätte er noch eine CD mit ihm produziert, hätte ich ihm wohl keine Scheibe mehr abgekauft. Aber so bekommt er nach dem üblen Output 'Middle Earth' von mir noch eine Chance. Ein alter Bekannter aus seiner 'Hard Rain' - Zeit, Paul Hodson, soll's nun richten und ist neben der Produktion auch noch für die Keyboards zuständig. Lange Rede kurzer Sinn: Nach seinem Erstlings-Solo-Werk 'The Tower' ist Bob Catley endlich wieder so nahe an seiner Magnum-Zeit wie schon lange nicht mehr. Bombast-Rock mit ein paar gefühlvollen Passagen machen das Teil absolut kaufens- und hörenswert. Tolle Scheibe ohne wenn und aber. Ich würde beim Kauf aber darauf achten, dass Ihr die limitierte Version mit den 2 Bonus-Tracks bekommt, sonst fehlen Euch 2 tolle Stücke.

Catley, Bob - Spirit Of Man

Er ist ja schon ein ganz schön Fleißiger ... der gute Bob Catley. Seit Neuestem wieder regelmäßig Magnum-CDs, Mitwirken in diversen Projekten und dann noch dauernd Solo-CDs. Da kann man nur sagen, alle Achtung. Und irgendwie schafft es Bob Catley auch, als Solo-Künstler etwas abseits seiner Band Musik zu machen (okay, die Stimme ist halt schon charakteristisch). Und auch auf 'Spirit Of Man' trifft das mehr oder weniger zu, was sicher auch daran liegt, dass schon wieder neue Songschreiber zum Zug gekommen sind. Hat den letzten Catley-Output noch Ten-Keyboarder Paul Hodson fabriziert, durften jetzt Catleys Band-Mitglieder Vince O'Regan und Dave Thompson zusammen mit einem gewissen Paul Uttley ran und prompt ist der ganze dramatische Bombast weg. Den 'Spirit Of Man' ist ganz einfach ein recht fettes Melodic Rock - Album ohne großen Schnickschnack geworden, das aber trotzdem eine breite Masse ansprechen könnte. Der Opener 'Heart Of Stone', das folgende 'Moment Of Truth' oder auch 'Blinded By A Lie' könnten durchaus die neuen Live-Hymnen werden. Highlight für mich ist allerdings das knapp 8-minütige 'End Of The Story', das nun aber wirklich auf jeder guten Magnum-CD Platz gefunden hätte. Catley- und Magnum-Fans können mal wieder bedenkenlos zugreifen. Melodic-Rock-Anhänger sollten mehr als ein Ohr riskieren. Für mich eine tolle Scheibe.

Kritik von Siggi Greck:
Auf seiner mittlerweile fünften Solo-CD bietet Bob Catley nichts Neues – und das ist gut so! Man kann es gar nicht oft genug erwähnen: seine Stimme tragen die Lieder, soll heißen: mit Bob als Sänger kann eigentlich gar nicht viel schief gehen. Für mich ist nur nicht so recht nachvollziehbar, dass er noch nie beim Songwriting beteiligt war, aber was soll’s, letztlich zählen die Ergebnisse, und da ist wirklich Verlass. Ich schliesse mich hier der Meinung von Roland an – Tolle Hardrock-CD, die für jeden Magnum-Freund ein absolutes Muss ist!

Catley, Bob - Immortal

Er hat's mal wieder getan und eine Solo-CD rausgebracht. Magnum-Sänger Bob Catley hat mit seinen Solo-Scheiben ja schon manchmal überrascht, begeistert aber auch enttäuscht. Ich persönlich fand es auf jeden Fall gut, dass er sich nach den ersten paar CDs von seinem Song-Schreiberling Gary Hughes getrennt hat. Danach gab's weniger Bombast und mehr Rock. Für Immortal hat sich Bob Catley jetzt mit Keyboarder Magnus Karlsson zusammengetan (den kennt man ja zu Genüge von Allen/Lande oder auch Last Tribe), der ihm ein paar ganz geniale Songs auf den Leib geschrieben hat. Klar, in Richtung Magnum gehen die wenigsten Stücke (vielleicht am ehesten noch 'The Searcher'), aber auch ohne die Hilfe von Magnum-Mastermind Tony Clarkin kommt die Stimme von Bob Catley richtig prima zur Geltung. Eine willkommene Abwechslung, wenn man den Gesangsstil mag und meiner Meinung nach eine der besten Solo-Veröffentlichungen von Bob Catley. Hier kann man bedenkenlos zugreifen. Und es bleibt die Hoffnung, dass es weitere CDs mit Magnus Karlsson geben wird.

Chicks With Guns - On Your Mind

Endlich mal wieder ein Stück Post-Glamrock aus Schweden (woher denn auch sonst ... das scheint so langsam die Hochburg dieser Musikrichtung zu werden). Chicks With Guns kommen aus Växjö und bestehen seit 2006 und wurde von Gitarrist Teddy Skoglund und Gitarrist/Sänger Karl-Wilhelm Arvidsson gegründet. Seit Neuestem dabei sind dann noch Linus Fritzson (Drums) und Kristoffer Johnsson (Bass). Dann gab es den dritten Platz in einem der größten schwedischen Nachwuchsbewerben (dem sogenannten 'Basement' mit über 60 Bands) und einer Demo-Single sowie einigen Auftritten auf diversen lokalen Festivals. Kein Wunder dass danach eine Plattenfirma auf die Band aufmerksam wurde und mit ihnen eine erste EP produzieren wollte. Und die liegt nun in Form von 'On Your Mind' vor. Die EP beihnhaltet leider nur 4 Songs aber man kann schon deutlich erkennen, dass die Jungs, die sich als 'gutaussehend, dreckig und unflätig' bezeichnen ganz klar Potential in ihrem Genre haben. Der Opener 'Love At First Sight' ist echt eine Glamrock-Hymne vom Feinsten (da bleibt kein Fuß ruhig), 'Bullshit Boulevard' haut in die selbe Kerbe, das Titelstück 'On Your Mind' ist etwas getragen-rockiger und 'Love Is A Game' ist der typische 80er Jahre-Klassiker. Prima gemacht und auch soundmäßig am oberen Level. Wer auf Glamrock steht, sollte 'Chicks With Guns' auf jeden Fall mal antesten. Zu überprüfen auf ihrer MySpace-Seite.

Children Of Bodom - Follow the Reaper

Oh jeh. Schon wieder reingefallen auf eine Lobeshymne von Rock Hard. 8,5 Punkte hat das Teil bekommen. Von tollen, Rainbow-artigen Duellen zwischen Leadgitarre und Keyboard ist dort die Rede. Ich weiß ja nicht. Aber für mich ist das popeliger Death-Metal, wie man ihn bergeweise auf CD bekommt. Für meine verwöhnten Ohren ist die Scheibe auf jeden Fall zu eintönig, zu 'death' und der Sänger (nennt man das eigentlich singen ??) äh Brüll-Heinz geht mir ziemlich schnell auf den Keks. Schade eigentlich, denn musikalisch wären CoB auf jeden Fall ausbaufähig, wenn nur der Brüller die Fresse halten würde.

Anmerkung für Kirashet: Kauf' Dir das Teil unbedingt. Für Dich ist es bestimmt die Ober-Hammer-CD.

Cinema - Upside Downside Up

Aus dem Saarland, genauer gesagt aus Saarbrücken, kommt die Band 'Cinema', die es zwar schon seit 1988 gibt, aber erst im Jahr 1997 ihre erste CD (Three Weeks In Little Italy) veröffentlicht haben. Damals noch dem Art-Rock zugewandt war diese CD dann eine Art Abschluss der Dekade. Danach gab es - neben Line Up - Wechseln - auch eine musikalische Verschiebung in Richtung Melodic Rock mit Folk Elementen, wobei auf Konzerten dann neben Eigenkompositionen auch - wie in der Presseinformation zu lesen ist - zeitgemäße aber auch unorthodoxe Cover-Versionen (von Queen über Pink Floyd bis Fury In The Slaughterhouse) eingestreut werden. Und seit Okober 2004 gibt es auch einen neuen CD-Output (mit etwas über 35 Minuten Musik), auf dem neben 5 Eigenkompositionen auch eine Coverversion des Queen-Songs 'Under Pressure' zum Besten gegeben werden.
Fange ich mal mit dem einzig negativen Kritikpunkt an: Nein, sowas darf man einfach nicht machen. Einen Queen-Song covern ... da kann man nur verlieren. Denn meiner Meinung nach hat eine Cover-Version nur dann einen richtigen Sinn, wenn er besser oder origineller als das Original ist. Und besser als Freddy Mercury / David Bowie geht einfach nicht, auch wenn man's im männlich - weiblichen Duett probiert. Keine Chance.
Mehr Negatives gibt es dann allerdings über 'Upside Downside Up' wirklich nicht zu berichten. Denn sofort auffällig ist die wirklich gute Produktion und Soundqualität der Scheibe. Und schon der der Opener 'No Way Out', mit knapp 7 Minuten eines der zwei längeren Songs, fetzt schon ganz gut und vor allem der mehrstimmige Lead-Gesang durch Sängerin Karin Johnson mit ihren männlichen Mitstreitern fällt sehr positiv auf. Gefällt mir, vor allem weil es gegen Ende doch ganz schön nach Saga klingt. Der nächste Song 'Over + Over' ist dann etwas poppiger und hat - auch wieder durch die mehrstimmigen Back-Vocals - fast was von Fleetwood Mac. 'Out Of Your Arms' ist dann mitnichten die Quoten-Ballade (wie vielleicht der Titel vermuten lässt) sondern ein recht gutes Mid-Tempo-Stück, bei dem die Sängerin ihren Stimmenumfang und eine teilweise etwas 'dreckigere Rock-Röhre' zeigen darf. Das Titelstück 'UpsideDownsideUp' mit knapp 4 Minuten der kürzeste Song auf der CD ist dann der Beweis für die musikalische Verschiebung zu Folk-Elementen, denn die 'Lead-Mandoline' und die restlichen Akustik-Instrumente sind dann doch recht typisch und auch der - männliche - Gesang ist mehr als überzeugend. Absolutes Highlight ist aber der mit über 7 Minuten längste Song 'Hold Me', ein klasse Prog-Teil, das auch aus der Feder von Sylvan stammen könnte. Fazit: Nächstes Mal den Queen-Cover-Song weglassen und dafür das tolle Hold-Me um ein 5-minütiges Gitarren-Solo verlängern. Ach ja ... bitte die CD nicht nach dem 5. Song aus dem Player nehmen sondern Track 6 (also 'Under Pressure') so 4 Minuten vorspulen, dann gibt's noch einen klasse Instrumental-Ghost-Track. Die CD gibt es für 7 Euro über die sehr informative
Band-Homepage.

Circle II Circle - Watching In Silence

Dank dem Gästebucheintrag von Iris bin ich stolzer Besitzer dieser genialen Scheibe. Ich wollte mir das Teil ja eigentlich nicht kaufen, weil ich mit den neueren Savatage-Sachen überhaupt nichts anfangen kann und ich eigentlich dachte, dass dieser Output des Ex-Savatage Sängers Zak Stevens sicher in die Richtung gehen wird. Aber weit gefehlt. 'Watching In Silence' ist ein sensationell melodisches aber doch richtig fetziges Rock-Album geworden, bei dem neben Sänger Zak Stevens vor allem die fetten Gitarren von Matt LaPorte und die druckvollen Drums von Chris Kinder herausstechen. Okay, kleine Änlichkeiten zu Savatage sind notgedrungen da, weil ein Großteil der Songs von Savatage-Mastermind Jon Oliva mitgeschrieben wurden. Anspieltips sind neben dem Titelsong 'Watching In Silence' auch der Opener 'Out Of Reach' sowie das langsamere 'Face To Face' und das geniale 'Walls' (das mir nicht mehr aus dem Kopf geht). Danke für den Tip, Iris.

Circle II Circle - Middle Of Nowhere

Als ich neulich auf einem Konzert mit den Headlinern Masterplan war, war ich schon ziemlich überrascht, dass die Band um Ex-Savatage-Sänger Zak Stevens, also Circle II Circle, als eine von 3 Vorgruppen den Hauptact praktisch an die Wand gespielt hat. Zwar hatte ich mit der ersten Circle-CD (Watching in Silence ... siehe auch meine Review) schon vermutet, dass die Musiker allesamt nicht von schlechten Eltern sind. Aber dass sie schon nach so kurzer Zeit der Band-Historie so perfekt zusammenspielen und einen dermaßen tollen Gig hinlegen (immerhin durften sie knapp über eine Stunde zeigen was sie können), hatte ich dann doch nicht gedacht. Klar war der Savatage-Mittelteil im Konzert das absolute Highlight ... aber auch die 'eigenen' Songs wurden von den Zuschauern mehr als frenetisch gefeiert. Das hat mich natürlich dazu veranlasst, auch die zweite Circle-CD 'Middle Of Nowhere' zu kaufen. Gut, ich muss zugeben, dass mir die Songs live gespielt um einiges besser gefallen haben und ich bin auch der Meinung, dass 'Middle Of Nowhere' nicht ganz an die Debut-CD rankommt. Trotzdem sind auf dieser neuen Scheibe ein paar richtige Perlen vertreten (wie z.B. das fette 'Holding On', das Titelstück oder die mehr als tolle Ballade 'Lost'), die einen Kauf rechtfertigen, wenn man auf so Metal-Zeug steht (wie ich). An den Savatage-Überflieger 'Edge Of Thorns' kommt die Scheibe aber nicht ran.

Clapton, Eric & B.B. King - Riding with the king

Eric Clapton hat auch vor gar nichts Respekt. Jetzt sogar eine CD mit dem King of Blues, B.B. King. Aber offensichtlich hat es den zwei 'Opas' hörbar Spaß gemacht, denn diese Scheibe ist, die richtige Stimmung vorausgesetzt, richtig gut. Für Freunde des Blues ein MUSS, ansonsten auf jeden Fall ne nette CD zum Nachmittags-Kaffee oder sonstigen 'netten' Dingen.

Clark, Anne - From The Heart (Live In Bratislava)

Ich denke mal daß gerade wir Proggies über den Tellerrand 'unserer' Musik schauen und auch mal einen kleinen Versuch mit CDs weit ab des Prog-Rocks anhören können. Deswegen möchte ich hier eine CD vorstellen, die mit Prog-Rock überhaupt nichts zu tun hat aber trotzdem gehört werden sollte. Leute in meinem Alter (also solche die auch schon in den Achtzigern bewusst Musik gehört haben) können vielleicht mit dem Namen 'Anne Clark' sogar was anfangen. Sie war es (zusammen mit vielleicht noch Laurie Anderson) wohl hauptsächlich, die elektronische Musik salonfähig gemacht hat (und später dann so Bands wie Depeche Mode und Konsorten prägte). Meines Wissens nach einziger kommerzieller Erfolg von Anne Clark war der Song 'Our Darkness', der zumindest ab und zu im Radio gespielt wurde und wahrscheinlich einfach nur 10 Jahre zu früh veröffentlicht wurde. Heute wäre das wohl DER Renner in den Techno-Discos. Das wäre ja alles nicht weiter spektakulär, würde nicht jetzt eine CD vor mir liegen, die mich fast sprachlos macht. 'From The Heart' ist ein Live-Mitschnitt eines Acoustic-Konzertes aus dem Jahr 2002, aufgenommen in Bratislava. Und jetzt folgt natürlich die Frage: Wie kann man rein elektronische Musik in einem akustischen Konzert darbieten? Ganz einfach: Ein genialer Cellist (und Background-Sänger), ein sensationeller Gitarrist (natürlich auf der Akustik-Gitarre), ein toller Percussionist und die Stimme von Anne Clark, die ihren 'Sprechgesang' auch absolut gefühlvoll zelebrieren kann. Und alle Lieder klingen völlig anderst. Einfach klasse. Highlights sind natürlich das oben genannte 'Our Darkness' (das komischerweise auch in der akustischen Version nahe an das Original herankommt) und das nicht minder schlechte 'Sleepers In Metropolis'. Aber auch alle anderen Songs gehen runter wie Öl und die Musiker dürfen einige Male zeigen, was sie können und Anne Clark hält sich dann vornehm im Hintergrund. Tolle Scheibe und absolut empfehlenswert für alle Musik-Interessierte die auch mal was anderes hören können.

Clepsydra - Alone

Seit ich im Jahre 1992 (so etwa) meine erste Clepsydra-CD ('Hologram') in den Player geschmissen habe, bin ich absoluter Fan dieser (Italienischer-) Schweizer Prog-Band (aus Ascona). Kaum eine Truppe hat mich so beeindruckt. Ein dermaßen gefühlvolles Gitarrenspiel mit absolut passenden Keyboard-Teppichen und einem so außergewöhnlichen Gesang (gefühlvoller und zerbrechlicher als Sänger Aluisio Maggini singt kaum einer in der Prog-Szene, auch wenn böse Zungen behaupten, sein Englisch wäre eine Katastrophe) hatte ich bis dato noch nicht gehört. Die zweite Veröffentlichung 'More Grains Of Sand' (aus dem Jahr 1994) war dann noch einen Tick besser als der Erstling . Absolutes Highlight war aber 1997 die CD 'Fears', die trotz dem Ausstieg von Gitarrist Lele Hofmann (der durch Marco Cerulli aber mehr als ersetzt wurde) wohl der Höhepunkt von Clepsydra war (samt Plattenvertrag bei InsideOut bzw. SPV). Was dann passiert ist, weiß ich nicht so genau. Das letze 'Lebenszeichen' von Clepsydra war dann noch die 'Fears-Tour' durch Deutschland, die aber wohl nicht sehr erfolgreich war (auf dem Konzert, das ich besucht hatte, waren nachgezählte 30 Zuschauer ... Das Konzert war übrigens grandios). Danach war dann die Homepage von Clepsydra verschwunden und in Prog-Kreisen hat man aber rein gar nichts mehr gehört. Somit war für mich eigentlich klar, daß sich Clepsydra aufgelöst haben. Eher durch Zufall habe ich dann erfahren, daß es Clepsydra doch noch gibt und sie 2001 auch eine CD rausgebracht haben (Philip von Clepsydra hatte mir geschrieben, daß sie noch nicht gestorben sind und noch etwas Sand übrig ist). Und jetzt liegt die neue CD 'Alone' in meinem CD-Player und will ihn nicht mehr verlassen. Es ist ein absolut geniales Werk, daß mit Worten eigentlich nicht zu beschreiben ist. Außer einem neuen Bassisten noch in der Fears-Besetzung haben die Jungs nichts aber auch gar nichts verlernt. Immer noch dieses Händchen für grandiose Melodien und der typische Clepsydra-Sound. 'Alone' ist etwas sperriger als 'Fears' geworden und die akustischen Gitarren haben etwas mehr Platz bekommen. Aber ansonsten ein würdiger Nachfolger von 'Fears'. Für den Prog-Freund ist diese CD ein absolutes MUSS. Leider ist dieses Teil in Deutschland (noch) nicht erhältlich. Aber Ihr habt trotzdem 2 Möglichkeiten: Entweder über die Clepsydra-Homepage (dort gibt es allerdings nur einen Link auf einen amerikanischen CD-Versand und Zahlung in US-$) oder über den CD-Shop meines Schweizer Kritiker-Kollegen Werner Wachtarczyk (übrigens mit einer mehr als empfehlenswerten Homepage) unter www.progressive-corner.ch , wo es die CD für 18 Euro (incl. Porto) zu kaufen gibt. Die CD ist übrigens mit 3 verschiedenen (mehr oder weniger geschmacklosen) Covern zu bekommen.
Und nochmals: KAUFEN KAUFEN KAUFEN !!!!!!!!!!!!

Cleveland, Barry - Hologramatron

Barry Cleveland ist hierzulande ein völlig unbeschriebenes Blatt. Doch er macht schon seit Mitte der 80er Jahre Musik. Sein erstes Album namens ‘Mythos’ stammt aus dem Jahr 1986 (das kenne ich natürlich nicht) und seine Musikrichtung (Barry Cleveland ist übrigens Gitarrist) ist in Progressiv- und Psychedelic-Rock verwurzelt. 1989 gab’s eine zweite Scheibe, die allerdings mehr in die elektronische Richtung ging (und auch die kenne ich nicht). In den 90ern wurde Barry Cleveland noch nebenher Journalist und schrieb duzende von Artikeln über Musik. 2002 kam er dann noch zum Guitar Player Magazin und schrieb auch noch ein Buch, das 2001 veröffentlicht wurde. Weitere Alben folgten in den letzten Jahren und nun liegt seine bereits fünfte CD vor. ‘Hologramatron’, übrigens veröffentlicht bei Moonjune Records, ist ein Protest des 21. Jahrhunderts mit bissigen und manchmal auch brutalen Kommentaren über den Zustand der westlichen Welt. Unterstützt wird Barry Cleveland von einigen bekannten Musikern aus der Avantgarde-Ecke wie z.B. Michael Manring am Bass, Schlagzeuger Celso Alberti (der schon mit Steve Winwood gearbeitet hat), Pedal-Steel-Bediener Robert Powell (Peter Gabriel, Jackson Browne), Sängerin Deborah Holland (Stanley Clarke, Stewart Copeland) und viele mehr. Es ist ziemlich müßig, hier einzelne Songs herauszuheben, ich denke dass hat das Album nicht verdient. Insgesamt ist es ziemlich abwechslungsreich von orientalisch angehaucht, manchmal klingt’s nach Anne Clark, es sind viele instrumentale Parts dabei, ab und zu ist es richtig schön und gefühlvoll, selten ziemlich schräg und komisch und das Hauptaugenmerk wurde natürlich auf das filigrane Gitarrenspiel von Barry Cleveland gelegt. Auch für Proggies eine interessante Scheibe die man auf jeden Fall antesten sollte. Eine schöne Neuentdeckung für mich, auch wenn der Mann schon über 20 Jahre Musik macht.

Clover Seeds - The Opening

Eine ziemlich interessante Neuerscheinung aus Frankreich ist mit ‘The Opening’ von der Band ‘Clover Seeds’ in meinem Player gelandet. Leider gibt das Booklet nicht viele Infos über die beteiligten Musiker her ... um nicht zu sagen da steht gar nichts drin. Immerhin kann man mit Freude lesen, dass die CD von Christian ‘Moos’ Moschus in den Space Lab - Studios abgemischt wurde (und somit weiß der informierte Prog-Metaller, dass das das Studio von ‘Everon’ ist und schon mal einen brillianten Sound verspricht) und von Grammy-Gewinner Bob Katz in Orlando gemastered wurde. ‘The Opening’ ist nach meinem Wissen schon die zweite CD der Band, das Debut-Album wurde aber nur national bei einem kleinen französischen Label veröffentlicht. Keine Ahnung, ob man die Scheibe überhaupt noch bekommt. Musikalisch bewegen sich ‘Clover Seeds’ bei den ruhigeren Sachen (z.B. dem dritten Song ‘Flowers’) ein bißchen in Richtung ‘Porcupine Tree’, wobei das Keyboard auch öfter mal an alte Marillion erinnert. Bei den ‘härteren’ Songs (wie z.B. ‘Higher’) könnte man auch an ‘Riverside’ denken, wobei ‘Clover Seeds’ nicht ganz so chaotisch sind. Recht angenehm klingt auch der Sänger, der sowohl soft auch als heavy richtig gut kann. Veröffentlicht wird die Scheibe am 17.12.2010 und ihr könnt euch auf eine abwechslungsreiche und tolle Neuentdeckung freuen. Mehr über die Band gibt es auf ihrer MySpace-Seite. Unbedingt reinhöhren.

Clynes, Susan - Life Is ... (VÖ: Frühjahr 2014)

Susan Clynes ist die neueste Entdeckung des Moonjune-Labels. Sie selbst singt, spielt Piano und kommt aus Belgien. ‘Life Is ...’ ist ein Zusammenschnitt von drei Konzerten in Brüssel und Bree mit unterschiedlicher Unterstützung. Konzert 1 in Brüssel zusammen mit Pierre Mottet (Bass) und Nico Chkifi (Drums), Konzert 2 in Bree alleine am Piano und Konzert 3 wieder in Brüssel mit dem Cellisten Simon Lenski.
Auch wenn die CD bei Moonjune veröffentlicht wurde, ist die Musik weit weg vom Jazz sondern ist richtig eingängig, melodisch, manchmal richtig fröhlich und mir gefallen vor allem die Songs mit der Cello-Unterstützung und die Stimme sowie das Piano-Spiel von Susan Clynes erinnert mich ein bißchen an Tori Amos. Muss man antesten. Mehr Infos gibt es auf ihrer Homepage.

Coarbegh - The Colour Of Happiness

Der zweite Output (neben ‘Autumnal Blossom’ ...siehe oben) des deutschen Labels Quixote-Music der mich ganz überrascht hat ist die Band ‘Coarbegh’, die schon alleine wegen der Zusammensetzung der Musiker (die Jazz-Sängerin Jutta Brandl, Flötistin Pia Darmstaedter, beide schon auf der Poor Genetic Material - CD ‘Island Noises’ als Gäste zu hören und Pia Darmstaedter jetzt auch mit ‘Autumnal Blossom’ am Start, Bassist Rabin Dasgupta von The Amber Light sowie die zwei Poor Genetic Material - Mitglieder Stefan Glomb und Philipp Jaehne) eine sehr interessante Mischung verspricht. Und man wird in keinster Weise enttäuscht, denn ‘The Colour Of Happiness’ ist eine geniale Mischung aus gefühlvoll melodischem Prog (im Stil von Poor Genetic Material ... hier vor allem die Gitarre von Stefan Glomb, die sowas von charakteristisch ist) gepaart mit tollem Gesang (Jutta Brandl hat’s echt drauf), ein bißchen Folk-Einflüssen (wobei hier vor allem die Flöte von Pia Darmstaedter enormen Einfluss hat), leichte Jazz-Anklänge (die sich aber zum Glück arg in Grenzen halten) und vor allem ganz viel Atmosphäre. Wer mit der Musik von Poor Genetic Material was anfangen kann, macht beim Kauf dieser CD überhaupt nichts falsch. Und wer auf die eher ruhigeren Momente der Musik steht, sollte sich ‘The Colour Of Happiness’ auf keinen Fall entgehen lassen. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage und zu kaufen gibt’s die CD u.a. bei Just For Kicks.

Coda - Sounds Of Passion

'Sounds Of Passion' der Holländischen Prog-Band 'Coda' wurde eigentlich schon im Jahr 1986 als LP veröffentlicht. Die erste Pressung war nach einer Woche ausverkauft und die zweite Pressung lag auch nicht lange in den Läden ... 2 Wochen und die Teile waren weg. 1991 wurde die Scheibe dann beim legendären Prog-Label SI-Music (die ja dann irgendwann mal pleite gingen und sozusagen als InsideOut Music wiederauferstanden sind) als CD veröffentlicht. Kopf der Band ist bzw. ja eher war Keyboarder Erik de Vroomen, der auch die komplette Musik geschrieben hatte.
Herzstück der Scheibe ist das über 29 Minuten lange Titelstück 'Sounds Of Passion', eingeteilt in einen Prolog und 4 'Movements', wobei nur der 2-minütige Prolog Text enthält. Der Rest ist rein instrumental. Stark im Vordergrund sind natürlich all die Tasteninstrumente von Erik de Vroomen, der von Synthie über Piano bis zu Kirchenorgelsound eine Lehrstunde abliefert. Unterstützt von geilem Gitarrengewimmer (Jack Witjes) und routinierter Rhythmus-Gruppe (Jacky van Tongeren am Bass und Mark Eshuis an den Drums) gibt es ein Feuerwerk an Neo-Prog, der ein bißchen 'typisch' für diese Zeit und vor allem holländische Bands ist. Möchte man Vergleiche ziehen, wird man wohl noch am ehesten an Focus oder Camel erinnert, wobei die Keyboard-Läufe teilweise auch ein bißchen an Marillion der alten Schule erinnern. Viel zu schnell sind dann die knapp 30 Minuten vorbei. Aufgefüllt wird dann die Original-CD noch mit 2 Gesangsstücken ... wobei ich hier nicht behaupten will, dass das nur Lückenfüller sind, um die CD voll zu machen. Im Gegenteil. 'Crazy Fool And Dreamer' ist ein toller ruhiger Song mit herausragendem Gesang (klingt fast ein bißchen nach John Wetton ... dabei singt hier Gitarrist Jack Witjes) und 'Defended' wohl das zweite Highlight neben dem Title-Track.
Warum kritisiere ich diese CD, obwohl sie schon so alt ist? Ganz einfach. Zum 21. Geburtstag dieser Scheibe gibt es nun von Centertainment Pseudonym Records (
www.centertainment.nl) eine 24-bit Remaster-Version von den Originalen Tapes in Form einer Doppel-CD, die neben der Original-Scheibe noch Single-Versionen, einen Remix sowie 2 weitere Songs (Central Station und Reverberating Sounds) auf CD1 enthält, die etwas 'abgefahrener' klingen. CD 2 ist dann noch vollgestopft mit Demo-Versionen, die teilweise schon unter der Vorgänger-Band 'Sequoia' aufgenommen wurden. Freunde des Neo-Progs der 80er Jahre können hier ohne Bedenken zugreifen.

Communic - Conspiracy In Mind

Dass eine Band mit nur 3 Musikern mächtig Lärm machen kann, weiß man nicht erst seit 'Rush', 'Rage' oder 'Trio'. Und auch der norwegische Newcomer 'Communic' kommt mit Gitarre, Bass und Schlagzeug aus und macht dabei ganz schön viel Radau. Hochgelobt wird die CD in allen Metal-Magazinen (z.B. CD des Monats März 2005 im Rock Hard mit der Höchstpunktzahl von 10), was mich natürlich veranlasst hat, die Scheibe zu kaufen um ... mal wieder ... auch etwas enttäuscht zu sein, was da so alles in den höchsten Tönen gelobt wird. Klar spielen die Jungs echt ganz guten, harten Prog-Metal (manchmal ein bißchen in Richtung Evergrey, manchmal auch etwas härter wie 'Nevermore' oder Konsorten) und ein paar richtig gute Songs (wie z.B. 'History Reversed', das fast 10-minütige 'They Feed On Our Fear' oder das längste Stück 'Silence Surrounds), aber an Threshold, Evergrey, Pain Of Salvation oder auch Symphony X kommen sie (noch) nicht ran. Richtig hübsch ist dann auch noch einer der zwei Bonus-Tracks ('Another Distance' in der Piano-Version). Aber das war's dann auch schon. Insgesamt nicht schlecht aber auch nicht der Überflieger, wie in den einschlägigen Magazinen beschrieben.

Contraluz - Novus Orbis

Soweit ich es überblicken kann, habe ich auf meiner Homepage noch keine CD aus Argentinien kritisiert. Mir fällt auch keine Band ein die aus dem südamerikanischen Land kommt. Deswegen war ich ziemlich überrascht, als mir der Bassist der Band ‘Contraluz’ ihr neuestes Werk ‘Novus Orbis’ zur Verfügung gestellt hat. Ich möchte gleich mal betonen, dass ‘Novus Orbis’ recht wenig mit Prog zu tun hat. Denn schon der Opener ‘La Manopillacion Del Censor’ klingt eher nach Folk-Rock, der mich stark an die Spanier ‘Mägo De Oz’ erinnert (was vielleicht auch ein bißchen an der Sprache liegt), gepaart mit ein paar Anleihen an Jethro Tull (vor allem wegen der eingesetzten Flöte). ‘Cajita De Música’ (untertitelt mit ‘una historia de amor’) ist dann etwas leichtere Kost (‘Light-Rock’ mit recht guter Gitarre und proggigem Keyboard). ‘Lléname De Sol’ geht auch eher in die Folk-Richtung, wobei die Percussions im Hintergrund auch von Blackmore’s Night sein könnten. In der Mitte wird der Song dann aber auch rockiger und klingt wieder stark nach Jethro Tull. ‘Trexón’ fängt auch mit einer Flöte im Stil von Ian Anderson an, wandelt sich dann aber zu einem tollen Song, der vielleicht der proggigste auf dem Album ist. Richtig südamerikanisch geht es bei ‘El Día Después’ zu, am Ende sogar mit einer (fast) Keyboard-Orgie. Nicht schlecht gemacht. ‘Oidos En El Alma’ ist auch recht proggig, Zuerst ziemlich balladesk, dann eine herrlich quietschende Gitarre, Piano und Flöte, Bassläufe, Keyboard a la Yes, und am Schluss ein Marsch-Rhythmus ... übrigens das einzige Instrumental-Stück auf dem Album. Richtig gut. ‘?Decime Papá Por Qué?’ möchte ich mal als die Ballade des Albums bezeichnen. Gefühlvoller Gesang gepaart mit akustischer Gitarre und dazwischen immer wieder ein fettes wimmerndes Gitarren-Solo. Ganz toll gemacht. Danach folgt ‘Hijos De América’, auch eher langsam und getragen, aber mit mehr Bombast. Und auch wieder mit fettem Gitarren-Solo in der Mitte des Songs, bevor am Ende sogar ein Akkordeon zum Einsatz kommt und das mich sogar ein bißchen an argentinischen Tango erinnert. Die CD endet mit ‘Vamos ‘Volviendo A Casa’, einem akustischen Song mit viel Gefühl. Insgesamt bieten ‘Contraluz’ auf über 71 Minuten eine recht interessante Scheibe, die folkloristisch angehaucht ist, aber auch Freunden des ruhigen Prog gefallen könnte. Und die Anleihen an Jethro Tull sagen natürlich auch einiges über die Scheibe aus. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage (leider im Moment nur auf Spanisch ... die englische Version ist aber in Vorbereitung).

Conxious - Between Arrival And Departure

Österreich. Habe ich schon eineCD von einer Prog-Band aus Österreich ? Ich habe überlegt und überlegt. Aber mir ist keine eingefallen. Meine CD-Datenbank (mit allen CDs die ich besitze) hat mit Suchbegriff 'Österreich' lediglich 'Edenbridge' und 'Stygma IV' ausgespuckt, beides aber mitnichten Prog-Bands. Also sehe ich die 'Conxious' - CD als Novum in meiner CD-Sammlung an. Die Band selbst beschreibt ihre Musik als 'in der Tradition der großen Prog-Bands wie Yes, Fates Warning und Dream Theater allerdings ohne den Keyboard-Bombast sondern purer Gitarren-Rock, aber raffinierter und kultivierter und mit einem zusätzlichen Mix aus anderen Stilrichtungen. Schlicht einzigartig'. Die Bandgeschichte dauert immerhin schon seit 1991 und nach vielen Umbesetzungen und einigen Namenswechseln heißt die Band seit 2001 'Conxious' und von der Ur-Besetzung ist nur noch Gitarrist Alexander Ghezzo und Drummer Michael Ghezzo übrig. Vervollständigt wird die Band durch Sänger Alex Ranic Dimoski und Bassist Victor Gabriel, den Alexander Ghezzo bei einem Malmsteen-Konzert zwischen den Zuschauern beim headbangen als neuen Bassisten verhaftet hatte. Wer mehr über die Band erfahren möchte, sollte auf ihre Homepage gehen und dort ein bißchen stöbern. Nun aber zur Musik. Die 77-minütige CD 'Between Arrival And Departure' stellt mich wirklich vor ein Rätsel. Normalerweise höre ich eine CD von einer mir unbekannten Band und denke mir .... hmm ... das klingt nach der Band ... das klingt wie die Band, der Sänger singt wie blablabla. Aber bei Conxious habe ich echt keinen Plan, mit wem ich die vergleichen soll. Der kurze Opener 'Arrival' klingt irgendwie nach Meeresrauschen in der Karibik mit Ukulele, um nach 40 Sekunden loszurocken. Das geht dann nahtlos über in 'How Could You' und genau da beginnen dann meine Probleme. Ein bißchen Fury In The Slaughterhouse (gesanglich), Stimme verzerrt wie bei 'Paranoid' von Black Sabbath. Interessante Mischung, die 7 1/2 Minuten im Fluge vergehen lassen. Es folgt ... Ratlosigkeit ... und der Song 'I Want You', der ein bißchen eingängiger daherkommt. Nur das akustische Gitarrenähnliche zwischendurch (Bouzuki ? Ukulele ?) gibt mir wieder ein Hä?-Erlebnis. Insgesamt kein schlechter Rock-Song. 'Dont Fear The Dark', mit 8 Minuten einer der längsten Songs, kommt dann schon wieder komplizierter (und somit proggiger) daher. Schönes Gitarren-Intro und spannender Titel. 'Manifested Lies', mit 7 1/2 Minuten auch nicht gerade kurz, ist etwas härter und erinnert mich von der Instrumentierung ein bißchen an Rage (ah ... doch noch ein Vergleich). Mit Mundharmonika geht es dann weiter bei 'Not That Pain Again' und jetzt weiß ich endlich, an wen mich der Sänger erinnert ... an Thin Lizzy !! Jawoll (schon wieder ein Vergleich). Der nächste Long-Song folgt mit ' I Turn Around', meinem absoluten Lieblingsstück auf der CD. Akustische Gitarre, Streicher und weiblicher Background-Gesang schaffen Gänsehaut-Feeling. Ein toller gefühlvoller Song wegen dem alleine sich der Kauf der CD schon fast lohnen würde. 'Too Many Times' gibt dann wieder den Hallo-Wach-Effekt. 'Supposed To Fly' und 'Since Winter 72' erinnern mich ein bißchen an uralte Wishbone Ash - Zeiten (und noch ein Vergleich). Auch nicht schlecht. Es folgt dann das Titelstück, der Song, der auf jeden Fall am meisten Prog-Rock bietet. Sicher das zweite Highlight auf der CD. Und mit knapp 8 1/2 Minuten gibt es dann (natürlich) noch 'Departure' (war ja logisch nach dem CD-Titel und dem Opener 'Arrival'), einem nochmaligen Prog-Song und einem guten Abschluss der CD. Fazit: Conxious haben mit ihrer CD ein wirklich interessantes Stück Musik geschaffen, dass in keine Schublade so richtig passen will. Es stimmt dann somit doch, wie sich die Band selbst beschreibt. Einziges Manko ist vielleicht der (komischerweise nur) teilweise etwas 'matschige' Sound in den härteren (lauteren) Parts. Wer jetzt Interesse an der Musik von Conxious gefunden hat, sollte auf ihrer Homepage (Link siehe oben) den einen oder anderen Song runterladen und dann bei der Band die CD bestellen (die es bis jetzt nur direkt über die Homepage gibt).

Conxious - Never Before Never Again

Vor ein ziemliches Rätsel hatte mich die österreichische Band 'Conxious' mit ihrer letzten Scheibe 'Between Arrival And Departure' gestellt, weil die Musik so in gar keine Schublade passen wollte (was ja nicht unbedingt schlecht ist). Nun gibt es mit 'Never Before Never Again' einen Nachfolger, der sich ziemlich vom Vorgänger unterscheidet. Denn mit Albert Leibel wurde ein neuer Sänger gefunden, der die Musik von Conxious jetzt ziemlich charakteristisch macht. Zwar sind auch auf 'Never Before Never Again' alle möglichen Stile angerissen, aber insgesamt haben sich Conxious jetzt eher in Richtung Rock (mit ein bißchen Metal) einsortiert. Richtig geil geworden ist das Titelstück, das ein bißchen nach Poor Genetic Material oder auch Alias Eye klingt (was wohl mit der Stimmlage des Sängers zu tun hat ... das klingt voll nach Herrn Griffith) und vor allem wegen der fetten und gefühlvollen Gitarrenarbeit (da haben wir wohl ein bißchen viel Pink Floyd gehört ??) auffällt. Aber auch die 'härteren' Sachen wie 'Pity You', 'Nothing Of More Importance' und 'The Finest' gefallen mir ausgesprochen gut. Die absoluten Highlights der CD sind aber die zwei Balladen 'Wedding Day' und 'If It Wasn't' (das allerdings nur bis zur Hälfte des Songs eine Ballade ist), bei der die Stimme von Albert Leibel so richtig gut rüberkommt.
Fazit: Mit 'Never Before Never Again' haben sich Conxious zumindest für mich ein bißchen als Prog-Band (als die sie sich ja mal bezeichnet haben) verabschiedet und sind mehr in Richtung Rock abgedriftet, was aber wegen den Sängerwechsel eher positiv ist, weil er das so richtig gut singen kann. Trotzdem sind natürlich noch einige Prog-Elemente (wie z.B. beim erwähnten 'If It Wasn't') enthalten, so dass auch der eingefleischte Proggie ein Ohr riskieren dürfte. Die CD ist auf jeden Fall zu empfehlen und mich würde nicht wundern, wenn das Konzert in Wien (bei dem Conxious als Opener von Arena aufgetreten sind) ein voller Erfolg gewesen ist. Mehr Infos gibt es über die
Band-Homepage.

Cooper, Alice - Brutal Planet

Der 'Altmeister' des Heavy Metal hat mal wieder zugeschlagen. In gewohnter Weise und stimmlich immer noch auf der Höhe gibt er uns 11 Songs zum Besten, die zum größten Teil von AC und Bob Marlette geschrieben und von Bob Ezrin produziert wurden. Aufgrund dieser Tatsache ist klar, daß die Songs einfach perfekt sind ... zu perfekt für einen Alice Cooper, der übrigens immer noch so scheiße aussieht wie vor 20 Jahren. Insgesamt eine gute CD ohne richtige Highlights.

Cooper, D.C. - D.C. Cooper

Gast-Kritik von Siegfried Greck
Der ehemalige Sänger von Royal Hunt (zu hören auf den Alben "Moving Targets" und "Paradox", meiner Meinung nach die besten Royal Hunt-Scheiben) kann mich auf seiner ersten und soviel ich weiss bisher einzigen CD aus dem Jahr 1998 voll überzeugen. Seine Stimme ist einfach super, und die Songs erinnern auch stark an seine Ex-Band. Meine Anspieltipps: "Dream", "The Angel Comes", "Until The End" und "Freedom". Ausfälle gibt es auf dieser Scheibe nicht. Für Freunde des melodischen Hardrocks ein Muss.

Copernicus - Disappearance

Eine neue Veröffentlichung von Moonjune Records gibt es unter dem Namen 'Copernicus'. Dahinter versteckt sich ein Musiker namens Joseph Smalkowski, den man als 'Performance Poet' bezeichnet. Bereits in den 80er Jahren begann Smalkowski, oder nennen wir ihn besser Copernicus, mit seiner musikalischen Karriere. Zuerst mit Hilfe von großen Ensemblen, gegen später dann aber als Solo-Künstler. Und in seiner Karriere hat er schon einige CDs veröffentlicht, unter anderem auch 'Immediate Eternity II', das neben in Englisch auch noch in Deutsch, Französisch und Spanisch veröffentlicht wurde. Interessant ist, dass auf dem Beipackzettel der CD steht 'All lyrics by Copernicus. All music created spontaneously and instantly by the musicians.' Und das sagt eigentlich schon viel über die Musik aus ... wenn man dann noch sieht, dass Copernicus als 'poetry, lead vocals, keyboards' aufgeführt ist und man sich nur mal den ersten 'Song' '12 subatomic particles' anhört, weiß man auch, warum das 'Poetry' an erster Stelle steht. Denn die Songs von Copernicus sind alle ziemlich minimalistisch instrumentiert (obwohl ein Haufen von Gast-Musikern von Gitarre, Steel-Gitarre, Saxophon bis natürlich Drums mitmachen) und von Gesang im eigentlichen Sinne kann eigentlich keine Rede sein, denn Copernicus tritt eher als Erzähler auf und die Musik dient eigentlich nur als Hintergrundbegleitung, ohne dass ich hier einen direkten Zusammenhang erkennen kann. Das ist alles ziemlich kompliziert und anstrengend und 'Disappearance' ist ganz sicher nichts zum nebenher hören. Also eine Flasche Rotwein aufmachen, erst mal die Hälfte in den Kopf kippen, dann das Booklet zur Hand nehmen und den Geschichten oder Erzählungen von Copernicus folgen (soweit das möglich ist). Einige Infos gibt es auf seiner Homepage. Leider habe ich auf die Schnelle keine Soundfiles gefunden. Interessant ist dieses Album mit den merkwürdigen Ansichten von Copernicus, das man schon fast als Dadaismus bezeichnen könnte aber allemal. Ein bißchen (arg) open minded sollte man aber schon sein, um so harten Tobak zu verkraften.

Copernicus - Cipher and Decipher

Von der Vorgänger-Scheibe des musikmachenden Poeten Joseph Smalkowski, genannt Copernicus, ‘Disappearance’ (siehe meine Review) war ich ja äußerst überrascht wenn nicht gar ein bißchen geschockt. Sowas hatte ich bis dahin noch nicht gehört. Dadaistische Texte, vorgetragen als Sprech-Gesang und untermalt von eigentlich ziemlich genialer Musik. Ich hoffe mal, dass der eine oder andere von Euch sich die Scheibe gekauft und meinen Tipp beherzigt hat, vor dem Hören sich erst mal eine halbe Flasche Rotwein reinzukippen :-)
Moonjune Records, das ‘etwas andere Label’ aus New York, hat nun auch das weitere Meisterwerk des Künstlers, ‘Cipher and Decipher’ auf den Markt gebracht bzw. auf die Menschheit losgelassen. Auch dieses Mal erfreut uns der Künstler mit vielen schrägen Texten, die zumindest thematisch an den Vorgänger anknüpfen. Unterstützt wird Copernicus von insgesamt 13 Musikern, u.a. auch von Mitgliedern der Celtic Rock-Band Black 47. Die musikalische Leitung hat Pierce Turner, der auch ein paar Instrumental-Parts beifügen darf. Über allem steht aber der Sprechgesang von Copernicus, der eher einer Lesung ähnelt als einem Gesang. Im Vergleich zu ‘Disappearance’ passt jetzt aber die Hintergrundmusik irgendwie besser zu den poetischen Ergüssen. Dabei geht Copernicus ziemlich abwechslungsreich zur Sache. Von äußerst crazy (um es mal positiv auszudrücken) bis sehr ergreifend ist alles vertreten. Eine gewisse Verrücktheit muss man aber schon mitbringen, um mit der Scheibe warm zu werden. Ist auf jeden Fall nichts für alle Tage und nach dieser CD braucht man äußerst leichte Kost, um das gehörte wieder aus dem Hirn zu bekommen. Diesen Silberling möchte ich deswegen mal als Geheimtipp für aufgeschlossene Musikhörer bezeichnen. Mehr Infos über Joseph Smalkowski gibt es auch auf seiner Homepage.

Copernicus - Victim Of The Sky

Im Rahmen diverser Wiederveröffentlichungen des Moonjune-Labels gibt es auch eine recht interessante Scheibe von Joseph Smalkowski, genannt Copernicus, der mir bis jetzt nur als Erzähler, Poet und Schreihals aber niemals als richtiger Sänger untergekommen ist. Umso erstaunter war ich jetzt, als ich die Scheibe ‘Victim Of The Sky’, eigentlich aus dem Jahr 1986 und 2012 digital bearbeitet auf CD erschienen, in den Player gelegt habe. Er kann ja auch singen !!! , also zumidest bei dem zweiten Song ‘The Wanderer’, auf dem er einen auf John Waits macht. Und das klingt richtig gut. Ansonsten ist ‘Victim Of The Sky’ erstaunlich melodisch (also die ‘Hintergrundmusik’ hinter den Erzählungen von Copernicus) und leicht verdaulich. Eigentlich DER Einstieg in die leicht wirre Welt von Copernicus. Das schrägste Stück auf der Scheibe ist ohne Zweifel das fast 10-minütige ‘The Lament of Joe Apples, das im Booklet insgesamt 5 Seiten(!!) Text einnimmt. Und da wird kräftig geflucht und erzählt und es lohnt sich, die Geschichte mitzuverfolgen.
‘Victim Of The Sky’ wurde übrigens überwiegend live im Studio eingespielt und mich würde mal interessieren, ob die ‘geistigen Ergüsse’ von Copernicus vorher aufgeschrieben wurden oder ob das eine Art ‘Stand-Up-Comedy’ ist :-).

Copernicus - Deeper

Über den polnischstämmigen Künster Joseph Smalkowski, genannt Copernicus, hab ich auf meiner Homepage ja schon diverse Kritiken geschrieben und vielleicht sogar Interesse geweckt. Im Rahmen von Wiederveröffentlichungen durch das New Yorker Moonjune-Label, das ja bekannt ist für ‘außergewöhnliche’ Musik, gibt es nun eine ‘alte Scheibe’ von Copernicus aus dem Jahr 1987 mit dem Namen ‘Deeper’. Der größte Teil dieser CD wurde live eingespielt und es sind mal wieder ein riesen Berg von Musikern mit allen möglichen Instrumenten vertreten, unter anderem auch die Jungs seiner Live-Band (siehe Live! In Prague).
Natürlich wird man, wenn man sich auf die Musik von Copernicus schon mal eingelassen hat, auch bei ‘Deeper’ nicht enttäuscht. Viel Avantgarde-Jazz mit richtig fiesen Texten (ich möchte nicht wissen, wie oft das Wort ‘Fuck’ in dem Song ‘Song Of A Bitch Of The North’ vorkommt). Aber es gibt auch richtig ruhige Momente (z.B. bei ‘Disco Days Are Over’ mit fast minimalistischer Instrumentierung (Violine, Saxophon) und genialem, souligen weiblichem Hintergrundgesang. Einen Narren scheint er an einem gewissen Joe Apples gefressen zu haben, denn auf ‘Deeper’ stirbt der Mann (in einem genialen Soft-Reggae-Stück namens ‘The Death Of Joe Apples’), der auf der Vorgänger-Scheibe ‘Victim Of The Sky’ nur lamentiert hat. ‘The U.S. Does Not Exist’ ist auch recht witzig, denn hier wird die amerikanische Nationalhymne versaubeultet und mit fiesen Zwischenrufen ‘verschönert’.
Auch mit ‘Deeper’ ist Copernicus eine hochinteressante CD gelungen, die man nicht einfach nur so nebenher hören kann sondern viel Zeit und Muse braucht, um damit warm zu werden und sich auch damit auseinandersetzen kann. Dabei hilft zum Glück das ausführliche Booklet mit allen Texten, das der Re-Release-CD beigefügt ist. Ohne Texte mitlesen wär’s richtig schwierig, den Gedanken von Copernicus zu folgen.

Copernicus - Live! In Prague (DVD)

Joseph Smalkowski dürfte dem regelmäßigen Besucher meiner Homepage ja vielleicht schon bekannt sein und hoffentlich habe ich mit meinen diversen CD-Kritiken vielleicht sogar schon ein bißchen Interesse geweckt. Denn obwohl die mir bekannten Veröffentlichungen von ‘Copernicus’ (also Herrn Smalkowski) doch sehr schräg und leicht befremdlich sind, haben sie schon was richtig Spannendes. Von dem New Yorker Label Moonjune-Records erreichte mich nun eine außergewöhnliche Live-DVD des Künstlers von einem Konzert im Eishockey-Stadion in Prag vom 17.06.1989, also noch vor dem Fall der Mauer, bei dem rund 9.000 Besucher wahrscheinlich aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen sind. Auftritte von westlichen Künstlern waren ja damals nicht gerade die Regel, und dass dann noch so eine Performance geradezu aufgeführt wurde, war für die Konzertgänger wahrscheinlich ein Erlebnis von einem anderen Stern. Die ersten paar Minuten des Konzert-Films zeigen Szenen vor der Halle und wie sich die Location langsam füllt. Und dann geht’s los ... aber wie :-). Die Band (bestehend aus Larry Kirwan - Keyboards, Gitarre und Gesang, Mike Fazio - Gitarre, Thomas Hamlin - Schlagzeug und Dave Conrad - Bass) betritt die Bühne, fängt an zu spielen und dann kommt ein total verzottelter Typ auf die Bühne und schreit die Zuschauer mit dem Song ‘The Authorities!’ an. Die Reaktionen der Zuschauer sind wirklich witzig gefilmt ... ich weiß ja nicht ob die Leute den ‘Sprech-Gesang’ von Copernicus wirklich so richtig verstehen, aber leichtes Erstaunen macht sich schon breit. Aber im Laufe des Konzerts tauen die Leute doch richtig auf und feiern die Band total ab. Auf jeden Fall kann man sagen, dass die ‘Musik’ von Copernicus mit einer sozusagen abgespeckter Band (die CDs die mir bis jetzt vorliegen, wurde ja mit Bergen von Begleit-Musikern aufgenommen) sogar mehr funktioniert und irgendwie leichter verdaulich ist. Leider ist das Konzert nach ner guten Stunde schon vorbei ... aber viel mehr Copernicus am Stück kann man vielleicht gar nicht verkraften. Interessant ist aber auch das Visuelle an der DVD, denn die wurde in einer Split-Technik aufgenommen, es werden also gleichzeitig 2 Aufnahmen von unterschiedlichen Kameras nebeneinander dargestellt. So kommt auch das Auge voll auf seine Kosten. Hochinteressantes Teil.

Copernicus - Worthless! (VÖ: 2013)

Über die ‘Musik’ von Joseph Smalkowski - genannt Copernicus - habe ich ja schon einiges geschrieben. Und nach diversen Wieder-Veröffentlichungen durch das Moonjune-Label gibt es nach ‘Cipher And Decipher’ einen neuen Studio-Output, der nahtlos an den Vorgänger anknüpft aber auch ein bißchen weiter geht. Denn auf ‘Worthless!’ gibt es neben dem bekannten Sprech-Gesang jetzt auch noch eine Duett-Partnerin namens Sari Schorr, die eine genial soulige Stimme hat und den Songs immer wieder ihren Stempel aufdrückt. Ansonsten gibt es gewohnte Copernicus-Kost, die man mögen muss aber die mal wieder hochinteressant ist.

Copernicus - L’Étérnité Immédiate (VÖ: 2013)

Über die ziemlich schräge Musik-Welt des ‘Poeten’ Copernicus, der mit richtigem Namen Joseph Smalkowski habe auf meiner Homepage bei Besprechungen über diverse mehr oder weniger schwierigen Veröffentlichungen ja schon geschrieben. Ich hoffe mal, dass der eine oder andere Leser meiner Seiten sich ‘trotzdem’ mal ran gewagt und sich was von ihm gekauft hat.
Mit ‘L’Étérnit’e Immédiate’ setzt er aber (im positiven Sinne) noch einen drauf. Eigentlich wurde die Scheibe 2003 mit 4 equadorianischen Musikern eingespielt und auf Spanisch veröffentlicht. Aber das war Copernicus zu wenig und er hat jetzt die ganze Platte nochmal mit französischen Texten veredelt. Und auch wenn es immer noch mehr Sprech-Gesang ist was Copernicus hier abliefert, verwundert und begeistert mich vor allem Gitarrist César Aragundi, der ein paar Weltklasse-Soli vom Stapel lässt, die auch von Prog-Größen hätten sein können. So komme ich zu dem Entschluss, dass die hier vorliegende CD für mich die beste (und auch eingängigste) Veröffentlichung von Copernicus bisher ist und wenn man in seine komische Welt eintauchen will, dürfte hier ein guter Einstieg gelingen. Natürlich ist auch diese CD wieder bei Moonjune veröffentlicht worden, Herr Smalkowski hat aber auch eine eigene Homepage.

Cornerstone - Arrival

Endlich mal wieder eine gescheite Melodic-Rock-Scheibe, die sich vom MTM- und PointMusic- Einheitsbrei abhebt. Die englisch - dänische Zusammenarbeit zwischen Dougie White (Vocals - übrigens früher mal Sänger von Rainbow, allerdings auf den schlechteren neueren Alben) und Steen Morgensen (Bass, Keys und Percussions - der war mir bis jetzt nicht bekannt) ist eine Wohltat für die Ohren und jedem AOR-Freund ans Herz zu legen. Danke für den Tip, Mic (dessen Homepage unter http://www.michael-rehwald.de zu bestaunen ist).

Cornerstone - Once Upon Your Yesterdays

Gast-Kritik von Siggi Greck
Die 3. CD von Cornerstone, dem Gemeinschaftsprojekt von Steen Mogensen (hauptberuflich bei Royal Hunt) und Dougie White (Ex-Rainbow-Sänger) reicht meiner Meinung nach nicht ganz an die beiden Vorgängeralben heran. Dennoch gefällt mir auch diese Veröffentlichung recht gut. Harter Melodic Rock mit Anleihen an Royal Hunt.

Creation’s End - A New Beginning

Freunde von Dream Theater und Konsorten sollten diese Review auf jeden Fall zu Ende lesen. Denn ‘Creation’s End’, eine Band aus New York, die von Rudy Albert (Gitarre / Keyboard) und Dario Rodriguez (Drums) gegründet wurde, erinnert mich schon beim Opener ‘Of Shadow And Flame’ an die Prog-Götter. Fette Gitarren-Riffs, geiles Keyboard, toller Gesang, Tempowechsel, viel Instrumentaparts ... einfach göttlich. Knapp 9 Minuten Prog-Metal vom Feinsten. Und mit ‘World Holocaust’ geht’s grad so weiter. Aber sie können auch ruhiger. Zumidest beweisen sie das in den ersten Minuten von ‘Hollow’, bevor’s dann doch wieder recht zackig abgeht. Und es folgen weitere Prog-Metal-Kracher, die bis auf ‘Forsaken’ (nein, der Song hat nichts mit dem gleichnamigen Titel von Dream Theater zu tun) und vielleicht dem letzten und längsten Song ‘Creation’s End’ (über 11 Minuten lang), der recht getragen ist, recht heavy daher kommen. Extra herausheben möchte ich den genialen Gesang von Mike Dimeo (den kennt man ja noch von Masterplan) und die wirklich fette Lead-Gitarre von Marco Sfogli (der ist mir bei diversen Reviews auch schon untergekommen ... zuletzt bei den Solo-Scheiben von James LaBrie). Mit der Scheibe von ‘Creation’s End’ könnt ihr euch auf eine richtig klasse CD freuen, die 65 Minuten feinsten Prog-Metal bietet und auch nicht nur eine Sekunde langweilig ist. Mehr Infos über die Band gibt es auf ihrer Homepage sowie auf ihrer MySpace-Seite. Muss man haben.

Credo - Against Reason

Als ich die ersten Töne des neuesten Werkes der britischen Neo-Proggies ‘Credo’ gehört habe, musste ich unweigerlich an ‘Jadis’ denken. Ich habe dann gleich mal im Booklet nachgelesen, ob hier nicht Gary Chandler an der Gitarre ist. Aber weit gefehlt ... der Sound ist zwar absolut identisch, aber der Mann heißt Tim Birrell. Leider, und das meine ich ganz im Ernst, ist die Band bis jetzt an mir total vorbei gegangen. Aber sie haben auch 6 Jahre nichts mehr veröffentlicht. Von der Besetzung ist mir vom Namen her gerade mal Keyboarder Mike Varty (von Shadowland) bekannt ... und die Keys klingen auch so wie in den Besten Zeiten seiner anderen Band. Auch der Gesang von Mark Colton möchte ich als äußerst angenehm und unaufgeregt bezeichnen, was im (Neo-) Prog-Bereich ja schon mal was heißt. Dann noch fast alle Songs knapp über oder knapp unter 10 Minuten. Somit wäre über ‘Against Reason’ eigentlich schon alles gesagt. Fans des Genres und vor allem der 2 genannten Vergleichs-Bands können hier bedenkenlos zugreifen. Mir fehlen an dem Album eigentlich nur die etwas härteren Passagen, die man von ‘Arena’ kennt. Aber das wertet die Scheibe nur marginal ab. Produziert wurde die CD übrigens u.a. von Karl Groom in seinen Thin Ice Studios ... somit ist auch der Sound perfekt. Gut gemacht.

Crovella, Beppe - What’s Rattlin On The Moon

Untertitelt ist diese CD mit ‘A Personal Vision Of The Music Of Mike Ratledge’. Hmm ... wer war dieser Mike Ratledge? Da muss man schon einige Jahre zurückgehen. Mike R. war Keyboarder und Komponist der legendären Prog-Jazz-Band ‘Soft Machine’. Auch wenn vielleicht andere Band-Mitglieder bekannter waren, kann man Mike Ratledge als Herz und Seele von Soft Machine bezeichnen. Und wo andere Keyboarder damals immer mehr versucht haben, einen spacigen Sound zu kreieren, hat Mike R. immer versucht, den alten Sound mit seinen Rhodes-Geräten beizubehalten. Und zumindest die ersten 10 der insgesamt 16 Songs auf ‘What’s Rattlin On The Moon’ können als Hommage an Mike Ratledge angesehen werden, denn diese Songs wurden alle von Mike Ratledge geschrieben und jetzt von dem Italiener Beppe Crovella mit den ‘alten Instrumenten’ (also Fender Rhodes, Wurlitzer Electric Piano, Hohner Electric Piano, Hammond Orgel, Farfisa Professional usw.) neu interpretiert. Auch wenn ich jetzt die Original-Stücke nicht wirklich kenne, finde ich faszinierend, was Beppe Crovella aus diesen Teilen herauskitzelt und mit ein paar tollen Stereo-Effekten veredelt. Klar ist das für das normale Prog-Ohr etwas gewöhnungsbedürftig, aber wer auf alte Keyboard-Sounds in neuem Gewand steht und auch vor Jazz-Sachen nicht zurückschreckt, sollte auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren. Die Songs 11 - 16 sind dann von Beppe Crovella komponiert und stehen den ersten Songs eigentlich in nichts nach. Da kann man eigentlich mal sehen, wie zeitlos die Musik von Soft Machine ist. Regelmäßige Leser meiner Reviews dürften jetzt schon erraten haben, wo die CD veröffentlicht wurde ... natürlich bei Moonjune Records, DEM führenden Platten-Label für diese Art von Musik.

Cry, The - Quick, Quick Slow

Wer sich schon immer gefragt hat, was mit Fischer-Z nach 'Red Skies Over Paradise' und der 'Reunion' (wenn man bei Fischer-Z überhaupt dieses Wort verwenden darf, denn Fischer-Z war immer John Watts mit ein paar austauschbaren Musikern) im Jahr 1989 mit 'Fishs Head' passiert ist: Mit 'The Cry' gibt es die Antwort. Original aus dem Jahr 1984 und jetzt (2002) auf CD wiederveröffentlicht reicht ein kurzes Lauschen in das erste Stück 'No Time For Love' dass das FISCHER-Z at it's BEST ist. Und das geht alle 10 Titel so weiter. Leider ist die CD nur knapp 40 Minuten lang (also Original-LP ohne irgendwelche Bonus-Tracks) aber diese 40 Minuten sind nach 'Red Skies Over Paradise' und 'Going Deaf For A Living' das Beste, was man von Fischer-Z bekommen kann. Einfach nur genial (wenn man wie ich mit Fischer-Z aufgewachsen ist ... das war eines meiner ersten besuchten Konzerte so um's Jahr 1980 rum). Alleine schon mal wegen den Erinnerungen an die alten Zeiten gibt's von mir für dieses Watts-Meisterwerk ein dickes Lob.

Curved Air - North Star (VÖ: 28.03.2014)

Das ich das noch erleben darf. Meine ersten Begegnungen mit der Band ‘Curved Air’ hatte ich in den 70ern mit der Schallplatte (das sind die großen schwarzen Dinger mit dem kleinen Loch in der Mitte) ‘Air Cut’ und dem Mega-Song ‘Metamorphosis. Dort spielte interimsweise Eddie Jobson (den kennt man z.B. von U.K) die Geige.
Lange Zeit war es um Curved Air richtig still ... die wenigsten von Euch wissen vielleicht, dass auch Stewart Copeland von Police mal bei der Band war.
Lediglich von Sängerin Sonja Kristina gab es vor noch nicht all zu langer Zeit ein Lebenszeichen (mit der genialen CD ‘Technopia’, die sie zusammen mit Marvin Ayres unter dem Band-Namen ‘Mask 2010 veröffentlicht hat ... siehe meine Review) und schon damals gab es Gerüchte über eine Reunion von Curved Air. Und jetzt ist es endlich soweit. Zusammen mit Ur-Schlagzeuger Florian Pikington-Miksa, dem Zeitweise-Gitarristen Kirby Gregory (der auf der ‘Air Cut’ mit dabei war) und ‘neuen’ Leuten (Chris Harris - Bass, Robert Norton - Keyboards und Paul Sax - Violine) wurde ‘North Star’ veröffentlicht. Darauf enthalten sind insgesamt 14 Songs, wobei lediglich 7 davon neu sind, aber voll nach Curved Air klingen. Also ziemlich vertrackter Prog-Rock der leicht ins jazzige abdriftet und von der immer noch genialen Stimme Sonja Kristinas geprägt ist. Diverse Re-Recordings sind noch drauf, wobei vor allem ‘Situations’ hervorsticht. Und ‘Colder Than A Rose In Snow’ von Sonjas Solo-CD. Genial mit Piano und Violine. Das gibt Gänsehaut pur.
Und dann gibt es noch drei Cover-Versionen. ‘Spirits In The Material World’ von Police (genial), ‘Chasing Cars’ von Snow Patrol (noch genialer) und ‘Across The Universe von den Beatles (und hier wird sogar ein Beatles-Song schön). Geile Scheibe die man unbedingt haben muss. Ein Blick auf die Homepage von Curved Air wird natürlich auch empfohlen.

Cynthesis - DeEvolution

Hinter der ziemlich genialen aber auch äußerst komplizierten Prog-Metal-Band ‘Zero Hour’ (siehe meine Review zu ‘Dark Deceiver’) verbergen sich u.a. die Zwillinge Jasun und Troy Tipton. Zusammen mit ihrem Ex-Sänger Erik Rosvold und dem Drummer von ‘Enchant’ (!!) Sean Flanegan sind sie nun die Band / das Projekt ‘Cynthesis’. Bereits 2007 begann Jasun Tipton mit dem Schreiben des Materials für ‘DeEvolution’ und die Geschichte, die übrigens am 29.04.2011 veröffentlicht wird, handelt von der selbsternannten Elite einer industrialisierten Stadt, die einen Schamanen findet und ihn zum Oberhaupt ihrer Stadt machen. Und mit Hilfe dieses Schamanen manipuliert die Elite ihre Gesellschaft. Eine hochinteressante Story, die auch noch ziemlich faszinierend musikalisch umgesetzt wurde. Nicht ganz so kompliziert wie bei ihrer Stamm-Band aber trotzdem ein Hochgenuss für Prog-Metal-Fans. Harte, teilweise frickelige Passagen, durchweg genialer Gesang, geile Gitarren, tolle Schlagzeug-Arbeit, manchmal aber auch richtig sanft (wie z.B. Song 4 ‘Shallow World’) oder im Mid-Tempo-Bereich. Irgendwie erinnert es mich tatsächlich an die genialen Alben von Enchant oder auch ein bißchen an Everon. Wirklich gut gemacht und nur zu empfehlen. Vormerken und kaufen !!

Cynthesis - ReEvolution (VÖ: 14.06.2013)

Ziemlich genau 2 Jahre nach dem ersten Teil der dystopischen Trilogie der Band um die 2 Zero Hour - Brüder Jasun und Troy Tipton (DeEvolution ... siehe meine Review) gibt es nun in der gleichen Besetzung (also noch Zero Hour - Ur-Sänger Erik Rosvold und Enchant-Drummer Sean Flanegan) den zweiten Teil (namens ReEvolution). Die Geschichte über den Schamanen geht natürlich weiter und Cynthesis haben es wieder geschafft, ein Meisterwerk aus genialem Prog-Metal mit vielen richtig melodischen Phasen aber auch härteren Parts mit einem richtig brillanten Gesang zu veröffentlichen.
Nach zwei kürzeren Einleitungs-Songs kommt schon eines der Highlights des Albums, nämlich ‘The Grand Facade’, einem coolen Mid-Tempo-Stück, bei dem Sänger Erik Rosvold so richtig einen raushaut und zeigt, dass er im Prog-Bereich sicher zu den 10 besten Sängern gehört. Aber auch die Gitarren-Freunde kommen auf ihre Kosten (mit dem genialen Solo nach 4 Minuten das eher nach Pendragon als nach Prog-Metal klingt). Ein weiteres Highlight ist auf jeden Fall das 9-minütige ‘Persistence Of Visions’, das 2 1/2 Minuten ganz sanft vor sich hinplätschert um dann zu explodieren. Leicht düsteren Prog-Metal kann man einfach nicht besser machen. Ganz cool ist auch das ruhige ‘The Noble Lie’ sowie selbstverständlich der Schluss-Track ‘Release The Deity’, der mit 13 1/2 Minuten nochmal alle Prog-Herzen öffnet. Ruhig, fett, tolle Breaks, geile Gitarre, toller Gesang ... einfach genial.
Auch ReEvolution kann ich nur wärmstens empfehlen.

 

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