CD-Kritiken D - E

CD-Kritiken-Archiv D - E

 

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DAF- Fünfzehn neue DAF Lieder

Und nun mal wieder eine CD-Kritik aus der Reihe '...aber auch ganz anderes komisches Zeugs'. Homepage-Besucher meiner Generation können sich sicher noch an das Duo 'Deutsch Amerikanische Freundschaft' (kurz DAF), also Robert Görl und Gabi Delgado Lòpez erinnern, die vor vielen vielen vielen Jahren (also in meiner fortgeschrittenen Jugend ... um genau zu sein im Jahre 1981) einen genialen Hit mit 'Der Mussolini' hatten und wohl - zusammen mit Kraftwerk - die 'Erfinder des Techno' waren. Harte schnelle elektronische Beats mit spärlichem Gesang (DAF beschränkten sich immer nur auf vier oder fünf Zeilen Text die ständig wiederholt wurden). Und jetzt nach über 20 Jahren gibt es mal wieder ein Lebenszeichen von den beiden Jungs und mit 'Fünfzehn neue DAF Lieder' gibts auf knapp über 70 Minuten das volle Brett an DAF-Liedern als ob sie nie weggewesen wären. Absoluter Hammer sind die Songs 'Der Sheriff (anti-amerikanisches Lied)', 'Rock hoch (Sexlied)', 'Moschino Heckler & Koch (Ganovenlied)' und 'Liebeszimmer (Hexenlied)'. Der Rest ist natürlich auch nicht schlecht, wobei aber die CD ruhig ein paar Minuten kürzer hätte sein können. Trotzdem freut's mich, dass es von DAF mal wieder eine neue Scheibe gibt, die wohl aber in Prog-, Rock- bzw. Metal-Kreisen keine Freunde finden wird. Deswegen gibt's auch keine Wertung

Dakrya - Crime Scene

Eine recht ‘witzige’ CD haben die Griechen ‘Dakrya’ mit ‘Crime Scene’ veröffentlicht. Die Band besteht aus 7 Mitgliedern (4 Männern, 3 Frauen), wobei mich vor allem der weibliche Gesang von Thomais und Christina (leider gibt’s im Booklet keine Nachnamen) ganz schön an Michelle Young erinnert. Es ist also mehr die ‘erzählerische’ Art, die ein bißchen in Richtung Musical geht. Zusammen mit den fetten Gitarren und der hervorragenden Rhythmus-Arbeit könnte es aber auch locker als ‘Gothic’ durchgehen. ‘Therion’ oder auch in Teilen ‘Theatre Of Tragedy’ wären vielleicht noch die engsten Verwandten von ‘Dakrya’, wobei es insgesamt nicht ganz so heftig ist wie ‘Therion’. Eine wirklich spannende Scheibe, die auf jeden Fall ein paar Durchläufe braucht bevor sie so richtig zündet, denn der Musical-Stil ist ja nicht wirklich Jedermann’s Sache. Ich höre solche Musik zwischendurch wirklich gern, deswegen gefällt mir ‘Crime Scene’ ausgesprochen gut. Hier sollte man mal ein Ohr riskieren. Homepage und MySpace-Seite geben natürlich mehr Infos.

Danger -First Touch (EP)

Glam- oder Sleaze-Hard-Rock gehört ja eigentlich nicht unbedingt auf meine Prog-Page. Aber manchmal braucht das verwöhnte Prog-Ohr vor lauter komplizierter und komplexer Musik auch mal was zum Durchpusten. Und was könnte man sich da besseres vorstellen als ein paar knackige Rock-Nummern. 'First Touch' der schwedischen Band 'Danger' ist nach insgesamt 4 Demo-Singles in den Jahren 2006 und 2007 die erste EP, die durch ein größeres Label (Metalrevelation) promotet wird. Und die insgesamt 6 Songs auf der EP (inclusive eines Bonus-Tracks) knallen dann schon ganz nett rein. Die ersten drei Songs ('First Touch', 'Miss Money' und 'Hey You') sind nagelneue Stücke, die extra für diese EP geschrieben wurden. Die anderen drei Songs waren auf den alten Demo-Singles mit drauf und wurden jetzt neu gemixt und remastert. Wer auch mal wieder schlichten Rock hören will, sollte sich mal die Band auf ihrer MySpace-Seite anhören oder die Band-Homepage besuchen. Ich find's nicht schlecht.

Dante - When We Were Beautiful (VÖ:18.03.2016)
Eine für mich neue Band kommt aus Augsburg und nennt sich ‘Dante’. Untergekommen sind sie bei ‘Gentle Art Of Music’, dem Stamm-Label von RPWL und ich finde da passen sie auch prima hin. ‘Dante’ machen genialen Prog-Metal, der sich vor den Genre-Größen nicht verstecken braucht. Schon der fast 11-minütige Opener ‘Rearrangement Of The Gods’ haut schon sowas in die Dream Theater - Kerbe. Unglaublich. Keyboard-Läufe, fette Gitarren-Riffs, vorantreibende Rhythmus-Fraktion, ein bißchen Gefrickel und ein richtig guter Gesang. Alleine deswegen lohnt sich schon der Kauf. Und es geht grad so weiter. Man könnte glauben, Keyboarder Markus Maichel wäre bei Herrn Rudess in die Schule gegangen. Und auch Gitarrist Julian Kellner spielt echt ein richtig fettes Brett. Melodien kommen aber auch nicht zu kurz. Z.B. bei ‘Beautiful Again’ hat man fast Lust mitzusingen. Einzelne Songs herauszupicken wäre echt ungerecht, denn die ganze Scheibe ist einfach aus einem Guss. Trotzdem gefällt mir neben dem Opener noch das ebenso lange ‘Until The Last Light Breaks In’ besonders gut (da darf auch Schlagzeuger Christian Eichlinger mal zeigen was er kann) und natürlich das Schluss-Stück ‘Finally’, mit über 14 Minuten der längste Song auf dem Album und mit traurigem Hintergrund, denn mit diesem Song nehmen Dante Abschied von ihrem Gründungsmitglied Markus Berger, der leider allzu früh nach schwerer Krankheit verstorben ist. Und der Song ist einfach nur genial und Sänger Alexander Göhs liefert hier seine beste Leistung ab. Die Scheibe MUSS man unbedingt haben! Mehr Infos über Dante gibt es natürlich auf ihrer Homepage.

Dare - Belief

Gast-Kritik von Siggi Greck
Nach dem Comeback "Calm Before The Storm" veröffentlichten die Mannen um Mastermind Darren Wharton mit "Belief" ein sehr ruhiges Album, das mich deshalb anfangs etwas enttäuschte (damaliger Eindruck: 7,5 von 10 Punkte). Nach mehrmaligem Anhören bekommt man die Melodien jedoch einfach nicht mehr aus dem Kopf. Insbesondere die keltischen Anleihen gefielen mir mit der Zeit immer besser. Absolut tolle Musik zum Relaxen und Träumen, Anspieltipps: "Silent Thunder", "Belief" und "We Were Friends" (inzwischen 8,5 Punkte). Nach einem genialen Konzert im Frühjahr 2002 und einer netten After-Show-Party (mit Freibier und "leckeren Schnittchen" - Hallo Reiner!) möchte ich mich nun festlegen: 9,5 Punkte

Dare - Beneath The Shining Water

Kritik von Siggi Greck:
Die Melodic-Rocker aus Wales haben Ihr neues Output "härter" und "düsterer" als den Vorgänger "Belief" angekündigt. Meiner Meinung nach ist das Gegenteil der Fall. War der Vorgänger schon recht soft, ist dieses Album schon sehr weichgespült und hat mich etwas enttäuscht. Die Songs sind an sich nicht schlecht, aber es ist einfach nur eine Neuauflage des Vorgängers. Ich hoffe, Darren Wharton kriegt noch mal die Kurve in Richtung des Comeback-Albums "Calm Before The Storm" von 1998.

Dawn - Darker (VÖ: 11.04.2014)

Die schweizer Prog-Band ‘Dawn’, schon 1996 in Montreux gegründet, legt nach dem Erstlingswerk ‘Loneliness’ aus dem Jahr 2007, das ich leider nicht kenne, nach gewaltigen 7 Jahren einen zweiten Silberling nach, der allen Retro-Prog-Freunden gefallen dürfte. Fünf ausufernde Long-Songs zwischen knapp 8 und fast 19 Minuten (plus noch 3 kurze Tracks), Oldschool-Keyboards vom Feinsten (Nicolas Gerber versteht sein Handwerk), ziemlich hoher aber genialer Gesang (von Gitarrist Rene Degoumois) und brilliante Rhythmus-Arbeit durch Bassist Julien Vuataz und Drummer Manu Linder lassen Erinnerungen an King Crimson (vor allem beim ersten langen Song ‘Cold’ ... eigentlich eine tolle Weiterentwicklung von ‘In The Court Of The Crimson King), alte Yes (der Gesang beim 11-Minüter ‘Darker’), Genesis / Tony Banks (das Instrumental ‘Lullabies For Gutterflies’) oder auch frühe Pink Floyd / Genesis (beim 19-minütigen ‘8945’) aufkommen. Aber auch ein bißchen Marillion kann man entdecken (hört Euch nur mal die Keyboard-Läufe bei ‘Out Of Control’ an).
‘Darker’ ist ein wirklich brilliantes Retro-Prog-Album, das von Vorne bis Hinten Spaß macht und keine Sekunde langweilig wird. Unbedingt reinhören!

Deadsoul Tribe - The January Tree

Nun oute ich mich mal als absoluter Nicht-Wisser. Ich besitze weder eine CD von Psychotic Waltz noch habe ich jemals vorher was von der Band gehört. Und auch die erste Solo-CD des Ex-Sängers dieser Band, der sich bei Psychotic Waltz wohl irgendwie anderst genannt hat und jetzt Devon Graves heißt oder vielleicht hieß er auch früher richtig und hat jetzt ein Pseudonym ... keine Ahnung, ging an mir völlig vorbei. Auf jeden Fall ist dieser besagte Devon Graves der Kopf oder Gründer oder Beides von Deadsoul Tribe und hat auch beim letzten Ayreon-Output (The Human Equation) mitgewirkt. Meine erste Berührung mit Deadsoul Tribe hatte ich mit dem Kauf des Vorgänger-Werkes 'A Murder Of Crows', mit dem ich allerdings so gar nichts anfangen konnte. Nichts Halbes und auch nichts Ganzes. Warum ich mir trotzdem den Nachfolger 'The January Tree' gekauft habe, weiß ich auch nicht so genau ... vielleicht ja wegen dem schönen Cover, einem blattlosen Baum (wahrscheinlich im Januar ?) und wegen der Tatsache, dass Deadsoul Tribe (dazu gehört übrigens nur noch Drummer Adel Moustafa, alles andere übernimmt Devon Graves) als Vorgruppe bei der 2004er-Tour von Threshold auftreten sollte und man ja 'vorbereitet' sein muss. Naja, auf jeden Fall gefällt mir 'The January Tree' bedeutend besser als der Vorgänger, was wohl auch daran liegt, dass wirklich ein paar äußerst gelungene Songs (wie der fette Opener 'Spiders And Flies', das richtig proggige 'Just Like A Timepiece' und die zuckersüße Ballade 'Lady Of Rain') herausgekommen sind. Allerdings ist der Rest doch etwas eintönig (immer zwei drei gleiche Gitarrenriffs, die ausgenudelt werden bis zum gehtnichtmehr und auf Dauer ganz schön depressiv machen), so daß bei Deadsoul Tribe noch eine Steigerung möglich ist. Vielleicht auf der nächsten Scheibe ?? Es bleibt spannend.

Deep Purple - Bananas

Ich hasse CDs mit Kopierschutz und Scheiß Playern, die beim Abspielen auf PC installiert werden, obwohl ich schon genügend Player auf dem Rechner habe und dann auch noch klingen wie Arsch und Friedrich. Und so ein Teil ist die neue Deep Purple leider auch. Wer also normalerweise seine CDs auf dem Computer abspielt, rate ich vom Kauf auf jeden Fall ab ... das ist mal wieder eine Frechheit. Wer trotzdem das Teil kaufen will, sollte natürlich erfahren, dass ich völlig fertig bin wegen 'Bananas'. Nach den letzten paar wirklich unterirdisch schlechten Deep Purple CDs (wie z.B. der Oberschrott 'Abandon') hatte ich mir ja geschworen, keine CD von Deep Purple mehr zu kaufen. Aber auf Anraten eines meiner CD-Dealers habe ich es doch getan. Und ... ich bin hellauf begeistert und vollkommen überrascht, dass die Jungs (jetzt ohne Jon Lord und dafür mit Don Airey an den Keyboards) sowas überhaupt nochmal hinbekommen haben. So frisch und locker klangen sie vielleicht vor 20 Jahren das letzte Mal. Schon der Opener 'House Of Pain' klingt voll nach 'Woman From Tokyo' und diese Aha-Erlebnisse gibt es dann zu Hauf, von Rock bis Blues ist alles vertreten und vor allem Steve Morse zeigt das eine oder andere Mal, wie wertvoll er mittlerweile für DP geworden ist. Und auch Don Airey fügt sich nahtlos ein und manchmal merkt man gar nicht, dass Jon Lord nicht mitspielt, so perfekt kann er ihn kopieren. In meinen Augen schlichtweg ein sensationelles Comeback. Muss man als Rock-Fan haben.

Deep Purple - Rapture Of The Deep

Positiv:
Sie machen noch Musik.
Sie scheinen sich noch zu verstehen, denn es gab keinen weiteren Line-Up-Wechsel
Steve Morse darf ab und zu so richtig schon mit seiner Gitarre wimmern
Don Airey hat den guten alten Orgel-Sound von Jon Lord wiederentdeckt

Negativ:
Alles Andere, also langweilige Songs, dünnes Stimmchen von Ian Gillan, keine Highlights.

Muss man nicht haben, denn der Vorgänger 'Bananas' war um Klassen besser.

Deep Purple - Now What

Time it does not matter but time is all we have to think about. So beginnt der Opener ‘A Simple Song’ der neuesten Deep Purple - CD ‘Now What’, die nach über 8 Jahren das Licht der Welt erblickt hat. Wie ich in diversen Zeitschriften gelesen habe, hatten sich die Altmeister des Hard Rock tatsächlich überlegt, keine Scheibe mehr aufzunehmen. Und das wäre echt schade gewesen.
‘Now What’ klingt erstaunlich frisch (für so alte Männer), was zum Einen an dem brillanten Sound liegt, den Producer Bob Ezrin (der u.a. Pink Floyd’s Meisterwerk ‘The Wall’ gemacht hat) gezaubert hat aber auch an den teilweise richtig guten Songs, die an die Highlights der Band fast anknüpfen können. Und um auf den Opener zurück zu kommen sollten die Herren, die alle die 60er überschritten haben (und zum Teil eher nach über 70 aussehen) tatsächlich ein bißchen an die Zeit denken und vielleicht nicht wieder 8 Jahre warten um einen neuen Output zu erschaffen. Gillan singt wie ein halbjunger Gott (wobei man ihm die Songs offensichtlich ein bißchen auf den Leib geschrieben hat damit er die nicht mehr so erreichbaren Höhen auslassen kann), Don Airey packt mehr als einmal den Hammond-Sound aus (was richtig cool nach 70er Jahre klingt) und über die Gitarren-Soli von Steve Morse braucht man eh kein Wort verlieren. Er kann’s halt. Ian Paice und Roger Glover halten sich dabei solide im Hintergrund, bringen aber einen fetten Rhythmus zustande.
Richtig geile Songs sind ‘A Simple Song’, ‘Out Of Hands’, ‘Hell To Pay’ (geile Orgel), ‘Blood From A Stone’ (klingt voll nach Doors) und ‘Vincent Price’. Die anderen Songs sind aber kaum schlechter.
Geniale Scheibe, die niemand so erwartet hätte. Und in der limitierten Version gibt es dann noch eine Bonus-DVD mit einem 20-minütigen Interview, einem alternativen Radio-Mix von ‘All The Time In The World’ (genial) sowie 2 Live-Aufnahmen von ‘Perfect Stranger’ und ‘Rapture Of The Deep’.

Delain - The Human Contradiction (VÖ:04.04.2014)
Die Niederländische Symphonic-Metal-Band ‘Delain’ um die geniale Sängerin Charlotte Wessels ist bis jetzt irgendwie an mir vorbei gegangen obwohl ich meiner Erinnerung nach schon mal auf einem Konzert von denen war (ich glaube mit Serenity im Vorprogramm). Aber ist komischerweise nichts bei mir hängen geblieben. Erst nachdem ich die phantastische ‘Phantasma’ - CD (was für ein Wortspiel ...) im Player gehabt habe, wo Charlotte Wessels zusammen mit Serenity-Sänger Gerog Neuhauser und Oliver Philipps von Everon ein Meisterwerk abgeliefert haben, habe ich mir den derzeit neuesten Output ‘The Human Contradiction’ besorgt ... und was soll ich sagen ... Schande über mich. Geniales Werk. Der Opener ‘Here Come The Vultures’ fett, bombastisch, passende Härte, geiler Gesang von Charlotte. Dann ‘Your Body Is A Battleground’ ... zusammen mit Gast-Sänger Marco Hietala (Nightwish) ... brillant. ‘Stardust’, einer der besten Songs aus dem Genre Symphonic-Metal mit weiblichem Gesang (Refrain der nicht mehr aus dem Ohr geht), und so weiter und so weiter. Weitere Songs zu erwähnen ist einfach Zeitverschwendung. Von vorne bis hinten eine hammergeile CD mit Melodien zum mitsingen und nicht mehr vergessen. Ich verspreche hiermit, dass ich beim nächsten Delain-Konzert besser aufpasse. Im Moment eine meiner Lieblinge wenn es mal etwas härter sein soll. Die Scheibe gibt es auch mit Bonus-CD (samt ein paar Live-Aufnahmen, 2 genialen Bonus-Tracks und ein paar Orchester-Versionen). Unbedingt kaufen!

Delain - Moonbathers (VÖ:26.08.2016)
Zehn Jahre Delain ... und neun Jahre davon völlig an mir vorbei gegangen. Wie in meiner Review zur Vorgänger-CD ‘The Human Contradiction’ schon geschrieben, bin ich auf Delain erst über das Projekt ‘Phantasma’ gekommen, bei dem Delain-Sängerin Charlotte Wessels zusammen mit Serenity-Shouter Georg Neuhauser was ganz Großes abgeliefert hat. Daher habe ich mich auch tierisch über die neueste ‘komplette’ Studio-CD (es gab zwischen ‘The Human Contradiction’ und jetzt ‘Moonbathers’ noch eine EP namens ‘Lunar Prelude’) gefreut. Und die Freude ist nicht umsonst. ‘Moonbathers’ beginnt richtig fett mit ‘Hands Of Gold’, wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob am Beginn des Songs nicht ein bißchen was abgeschnitten wurde. Komischer Einstieg. Aber ... wie heißt es so schön ... ‘Female Fronted Symphonic Metal’ at it’s best. Bombastisch, schnell, fette Gitarre (auf der ganzen CD irgendwie aber zu sehr im Vordergrund in meinen Ohren), toller Refrain. Und ... man mag über die Frau denken was man will ... ein toller Gast-Auftritt von Alissa White-Gluz (Arch Enemy), die mit ihrem richtig fiesen Grunz-Gesang noch das i-Tüpfelchen aufsetzt. Richtig cool gemacht und ist ein super Gegensatz zu der eher ‘sanften’ Stimme von Charlotte Wessels. Auch das Folgestück ‘The Glory And The Scum’ ist, auch wenn es tempomäßig einen Tacken gemäßigter zugeht, fetter Symphonic Metal.
Was die Musik von Delain eigentlich ausmacht ist, dass sie sich nicht nur auf einen Stil beschränken, sondern auch richtig Abwechslung rein bringen. Das war auf der Vorgänger-CD so (mit dem Song Stardust usw.) und ist auch auf ‘Moonbathers’ nicht anders. ‘Suckerpunch’, schon auf der EP ‘Lunar Prelude’ vorgestellt, driftet fast ein bisschen ins poppige ab, ist aber live bestimmt der Burner. Auch ‘The Hurricane’ ist eher im Mid-Tempo angesiedelt, hat aber ne tolle Melodie und ein paar gute Steigerungen. Es folgt die Quoten-Ballade mit ‘Chrysalis - The Last Breath’ wunderschön und gefühlvoll gesungen und ohne Gitarren. Aber keine Chance zum Einschlafen ... ‘Fire With Fire’ weckt sofort wieder auf. Ein richtiger Rocker und live sicher auch der Hammer. Zu ‘Pendulum’ fällt mir jetzt nichts besonderes ein, auch ein hübscher Song. Mit dem folgenden ‘Danse Macabre’ kann ich jetzt irgendwie am wenigsten anfangen. Nett, teilweise komisch und einfach nix besonderes. Obwohl ... wenn die merkwürdigen Zwischenteile nicht wären wär der Song doch echt fett. Die nächste Merkwürdigkeit folgt mit ‘Scandal’, einem Queen-Cover (von ‘The Miracle’). Keine Ahnung, warum sie sich gerade diesen Song ausgesucht haben. Weder richtig bekannt noch richtig gut und ... sorry ... irgendwie klingt das fast wie Abba, nur härter :-). Okay, ist vielleicht etwas böse ausgedrückt. ‘Turn The Lights Out’ entschädigt dann aber für alles. Wieder ein richtig guter Song. ‘Moonbathers’ endet dann mit ‘The Monarch’ ... hmmm ... klingt am Anfang wie eine Film-Musik zu Winnetou, steigert sich dann ein bißchen um nach fast 2 Minuten doch noch was richtig rockiges, bombastisches zu werden. Aber nur kurz, dann ist es wieder Winnetou, da hilft auch der einsetzende Gesang von Charlotte Wessels nicht mehr. Gut ... nette Idee. Werden sich wohl was dabei gedacht haben.
Fazit: Geile CD mit nur wenigen Durchhängern, die man unbedingt haben muss, wenn man auf Symphonic Metal steht.
Delain wäre natürlich nicht Delain, wenn es die Scheibe nicht auch aus limitierte Doppel-CD geben würde. Und auf der Bonus-CD sind dann 4 Live-Songs (Suckerpunch, Turn The Lights Out, The Glory And The Scum und Don’t Let Go) verewigt, die ziemlich genial von Christian Moos in seinen Spacelab-Studios abgemischt wurden sowie noch 2 Orchester-Versionen (von The Glory And The Scum und Hand Of Gold) die kein Mensch braucht.

Delyria - Regression In Mind

Wow ... was für ein Brett kommt da aus Italien, genauer gesagt aus Grosseto, einer sehr schönen Stadt am Rande der Toscana. Dass die 5 Jungs nicht unbedingt die schöne Landschaft ihrer Heimat besingen kann man sich vorstellen, denn Delyria machen astreinen modernen Death Metal im Stile von In Flames oder auch Nevermore. Richtig außergewöhnlich ist, dass sogar die englische Sprache perfekt und ohne jeden Akzent beherrscht wird (soweit man das bei dem 'Gesang' erkennen kann). Auf jeden Fall könnte man nicht darauf kommen, dass die Band aus Italien kommt ... Schweden oder Norwegen wäre da eher mein Tipp gewesen. Gegründet wurde die Band bereits im Jahr 2005, ein Jahr später gab es ein erstes Demo und nach einem Jahr Pause mit Konzerten und Songwriting gab es dann 2007 mit 'Tales From My Abyss' eine Maxi-CD. Und 2009 hat jetzt endlich die erste reguläre CD das Licht der Welt erblickt. Und ich kann nur sagen, wer auf die obengenannten Bands steht, sollte Delyria auf jeden Fall mal antesten. Da gibt's keinen Qualitäts-Defizit gegenüber den Genre-Größen. Klar ist das nicht gerade Musik für den verwöhnten Proggie, aber wenn Euer Musikgeschmack so vielfältig ist wie meiner, könnte das auch was für Euch sein. Haut auf jeden Fall voll rein und die Ohren werden mal wieder durchgepustet. Und der Gesang ist gar nicht mal so arg Death Metal ... da kann man sich auch daran gewöhnen. Voll fett finde ich vorallem die eingestreutetn Gitarren-Parts ... richtig gut gemacht. Veröffentlicht wurde die CD bei SG-Records und auf MySpace sind die Jungs natürlich auch vertreten, außerdem gibt's eine Band-Homepage. Einfach mal reinhören.

Demon - Taking The World By Storm / One Helluva Night (beide remastered)

Anlässlich der Tatsache, dass jetzt endlich alle alten CDs der englischen Hard Rock - Band 'Demon' überarbeitet und teilweise mit Bonus-Tracks wiederveröffentlicht wurden, möchte ich die in meinen Augen zwei besten Scheiben hier kurz vorstellen. Beide CDs wurden im Jahr 1989 erstmals veröffentlicht. Bei 'Taking The World By Storm' handelt es sich um eine Studio-CD, die sogar für absolute Prog-Freunde interessant sein könnte. Denn neben ein paar knackigen Hard-Rock-Nummern (wie z.B. 'Commercial Dynamite' oder dem Titelstück 'Taking The World By Storm') gibt es auch ein paar hervorragende längere und kompliziertere Stücke wie 'Remembrance Day' mit 9 1/2 Minuten, 'Blue Skies In Red Square' mit über 8 Minuten und das sensationelle 'Time Has Come' mit 11 1/2 Minuten. Die zweite CD, die ich erwähnen möchte, ist dann die Doppel-Live-CD 'One Helluva Night', die am 10.12.1989 in Ludwigsburg in der Rockfabrik mitgeschnitten wurde und neben einigen Highlights der o.g. CD (leider ohne 'Time Has Come') noch einen klasse Querschnitt über das frühere Schaffen der Band gibt. Wer Demon mal antesten will, sollte es dann mit einer der beiden CDs probieren. Leider ist es etwas schwierig, an die CDs heranzukommen, weil nicht jeder CD-Versand jede CD hat.

Demon - Spaced Out Monkey

Fast 10 Jahre mußten wir warten, bis sich die alten Hard-Rock-Haudegen Demon mal wieder herablassen, eine CD zu veröffentlichen. Und ob sich das Warten gelohnt hat, möchte ich weder mit ja noch mit nein beantworten. Viel geändert hat sich am Musik-Stil von Demon nicht. Und auch die CD ist eigentlich durchwachsen wie alle Outputs der Engländer. Ein paar herausragende Songs ('Never Saw It Coming', 'Let Me Out Of Here') und ein paar Schrott-Nummern (wie z.B. der Titelsong). An mein absolutes Demon-Lieblingsstück 'Time Has Come' (welches sogar dem Prog-Freund gefallen könnte) kommt leider kein Lied ran. Insgesamt eine CD, die man nicht unbedingt braucht, aber auch nicht unbedingt schlecht ist.

Desert Clouds - Dharma Bums

Desert Clouds ist für mich eine Neuentdeckung aus Italien. Die Band besteht zwar schon seit dem Jahr 2000, aber irgendwie ging sie bis jetzt total an mir vorbei. Ich hab aber auch keine Ahnung, ob sie schon jemals eine CD veröffentlicht haben. Auf der Homepage der Band ist leider nicht viel zu erfahren und auch ihre Einflüsse bleiben ein bißchen im Verborgenen. Aber eines kann ich sicher sagen, zumindest der Sänger David of Alayza hat zumindest schon viel Smashing Pumpkins gehört, denn der Sangesstil kommt mir dann schon irgendwie ganz schön bekannt vor. Und das macht er gar nicht schlecht. Musikalisch geht's ein bißchen in die Richtung, wobei auch 60er Psychedelic Rock (vor allem die Instrumental-Parts lassen ab und zu ein bißchen uralte Pink Floyd durchblicken) ab und zu zum Vorschein kommt. Höreindrücke kann man sich auf ihrer MySpace-Seite holen. Interessant ist es auf jeden Fall.

Destination’s Calling - Invisible Walls

Neulich war ich bei der zweiten Auflage des ‘Building A Force - Festivals’, das nach einigen Jahren endlich mal wieder von der Heilbronner Band ‘Lanfear’ veranstaltet wurde. Bei der ersten Auflage habe ich schon ein paar eher unbekannte Bands entdecken können (Dreamscape, Eternal Reign) und auch jetzt waren wieder ein paar ganz tolle Sachen dabei. Leider war das Festival ziemlich schlecht besucht (nur ein paar wenige hundert Nasen wollten sich das nicht entgehen lassen). Und neben Brainstorm, Serenity und natürlich Lanfear haben mich vor allem die Jungs von ‘Destination’s Calling’ überzeugt, die zwar als Opener des Festivals nur eine halbe Stunde spielen durften, aber da waren sie richtig gut ... und das hat mich natürlich dazu veranlasst, mir eine CD von der Band zu kaufen. ‘Invisible Walls’ ist zwar nicht mehr ganz neu, aber lohnt sich trotzdem zum Kauf. Power Melodic Metal umschreibt die Musik von ‘Destination’s Calling wohl am Besten. Nach einem kurzen instrumentalen Intro geht’s gleich richtig zur Sache mit ‘Fallen From Grace’, geil gesungen (was in dem Musik-Genre ja nicht immer der Fall ist), tolle Gitarren. Und so geht’s grad weiter. Auch ‘Sinthetic’ ... noch ein bißchen schneller ... und ‘Trapped In Silence’ haut voll rein. ‘Bleeding Again’ ist dann die erste Ballade auf dem Album (auch richtig schön). Das absolute Highlight der CD folgt dann mit dem Titelstück ‘Invisible Walls’, was auch jedem Prog-Metaller gefallen müsste. Zusammen mit dem ‘Prolog’ fast 10 Minuten lang ist der Song einer der Besten, den ich in letzter Zeit gehört habe. Nur genial. ‘Disconnected’ ist dann wieder eine Ballade, ‘Sentenced’ geht im Mid-Tempo weiter, ‘Turning Away’ ist wieder ziemlich flott und ‘Destination’s Calling’ die absolute Live-Hymne. Die CD muss man als Melodic-Metaller unbedingt haben. Mehr Infos über die Band gibt es auf ihrer Homepage. Erwähnen möchte ich noch, dass kein Geringerer als Jan Vacik in seinen Dreamscape-Studios die CD produziert hat und das bedeutet auch ein genialer Sound.

Destination’s Calling - End Of Time

Auf die die Power-Metal-Band aus Bayern bin ich vor ein paar Jahren auf dem zweiten ‘Building A Force - Festival’ gestossen. Dort haben sie mir sehr gut gefallen und ich habe mir die damals aktuelle CD ‘Invilible Walls’ gekauft und hier auf meinen Seiten auch besprochen.
Es hat ein paar Jahre gedauert bis der Nachfolger ‘End Of Time’ das Licht der Welt erblickt hat aber endlich ist sie da. Und Destination’s Calling haben sich noch weiter verbessert. Die Songs sind noch einen Tacken melodischer, teilweise noch ein bißchen härter und auch über den Sound der CD kann man überhaupt nicht meckern, hat doch kein Geringerer als Sascha Päth seine Finger im Spiel gehabt, um die CD zu veredeln.
Aber auch Ex-Producer Jan Vacik (Ex-Dreamscape) hat noch ein bißchen mitgemischt (nämlich als Pianist auf dem Song ‘Dark Poem’) und Ex-Dreamscape-Sänger Roland Stoll tritt als Hintergrundsänger auf. Coole Scheibe, die es z.B. recht günstig beim CD-Versender Melodicsound gibt. Unbedingt antesten.

DeYoung, Dennis - Ultimate Collection

Der Name Dennis DeYoung dürfte den 'Betagteren' unter uns vielleicht was sagen. Er war der Kopf (und Keyboarder) von Styx und dort u.a. verantwortlich für so geniale Songs wie 'Lady', 'Suite Madame Blue', 'Show Me The Way' oder 'Babe'. Nach seinem Rausschmiss bei Styx ('gesundheitliche Gründe' wurden vorgegeben aber sein Name ist auf der offiziellen Styx-Homepage komplett verschwunden) ist es äußerst ruhig um ihn geworden (d.h. ich habe nichts mehr über ihn gehört oder gelesen). Dass Dennis DeYoung während seiner Styx-Zeit auch einige Solo-Alben herausgebracht hat, war mir unbekannt. Lediglich sein geniales Musical 'The Hunchback of Notre Dame' (von ca. 1997), das nur über DeYoung's Homepage bezogen werden konnte, steht bei mir im CD-Regal. Umso überraschter war ich, bei www.aorheaven.com ein Best of Dennis De Young - Soloalbum (US-Import für 45.- DM oder 23 Euro) im Katalog zu finden. Tja, und die CD hält, was der Titel verspricht. Praktisch jeder Song hätte auf einem Styx-Album Platz finden müssen, wobei die ruhigen, einfachen Songs eindeutig überwiegen. Für Styx-Fans (wie mich) auf jeden Fall ein MUSS in der CD-Sammlung.

DFA - Work In Progress Live

Dass die Italiener nicht nur Pizza, Spaghetti und leckeren Rotwein zu bieten haben, ist nicht erst seit Eros Ramazotti und Rhapsody bekannt. DFA - die Abkürzung für 'Duty Free Area' haben seit 1997 bereits 2 Studio-Alben veröffentlicht, die mir allerdings völlig unbekannt sind. 'Work In Progress Live' ist nun, wie der Name schon sagt, das erste Live-Album der 4er-Combo, mitgeschnitten beim 2000er-NEAR-Fest in Bethlehem, PA, dem ersten Live-Konzert der noch jungen Band in Amerika. Die CD beinhaltet Songs beider Studio-Alben und der Gesang ist ausschließlich in meiner Lieblingssprache Italienisch. Die Musik ist klassischer, komplexer und vertrackter Progressiv-Rock im Stile von Gentle Giant mit Einflüssen von (den alten) Genesis und Yes, gepaart mit (leider auch) jazzigen Parts. Klar im Vordergrund stehen dabei Keyboarder Alberto Bonomi und der geniale Drummer Alberto De Grandis. Wer auf flockige 3-Minuten-Songs steht, sollte von der Scheibe die Finger lassen. Für diejenigen, denen Longsongs mit bis zu 15 Minuten Länge und massenweisen Breaks, Tempo- und Stilwechseln zusagen und auch mal einen Risiko-Kauf tätigen, möchte ich diesen Silberling ans Herz legen. Für ein Live-Album einer noch so frischen Band gebührt hier Respekt. Leider ist es ziemlich schwierig, an das Teil heranzukommen. 2 Möglichkeiten habe ich gefunden. Entweder bei Herrn Bäcker unter http://www.empire-music.de oder direkt bei der Plattenfirma in den USA unter http://www.moonjune.com (für 15 $ incl. Porto usw.).

D.F.A. - 4th.

Die Band D.F.A., Abkürzung für 'Duty Free Area', habe ich vor vielen Jahren schon mal mit ihrer CD 'Work In Progress Live' auf meiner Homepage vorgestellt. Seit dieser Scheibe sind 7 Jahre vergangen und seit dem habe ich nichts mehr über die Band gehört oder gelesen. Nun plötzlich schneit bei mir die Scheibe '4th' ins Haus. Und der Titel sagt schon, dass seit der letzten Live-CD keine weitere Veröffentlichung passiert ist. Keine Ahnung, was die Jungs in der langen Zeit getrieben haben ... auf jeden Fall haben sie das Musik machen nicht verlernt. Im Gegenteil ... für meine verwöhnten Prog-Ohren haben sie sich (noch weiter) zum Positiven entwickelt. Waren auf 'Work In Progress Live' noch viele jazzige Parts vorhanden (mit denen ich ja nicht so viel anfangen kann), sind D.F.A. jetzt viel melodischer geworden, ohne natürlich ihren eigenen Stil zu behalten. Und weiter auffällig ist, dass die Musik von früher sehr keyboardlastig jetzt mehr Richtung Gitarre als melodisches Element gewechselt ist. Und das tut den Songs richtig gut. Es gibt immer noch Longsongs von bis zu 19 Minuten Länge und es wird gebreakt und gejammt, aber insgesamt ist die Musik 'verdaulicher geworden. Auffällig ist auch, dass bis auf 2 Songs jetzt rein instrumental musiziert wird. Und auch das wird zu keiner Sekunde langweilig. Wobei man da eigentlich noch den 10-minütigen Song 'The Mirror' mit gerade mal 4 Textzeilen noch ausnehmen müsste. Somit bleibt als einziger Song mit Gesang das Stück 'La Ballata De S'Isposa 'E Mannorri', einem Sardischen Gedicht, das von Luca Nulchis stammt. Und als weibliche Stimme kommt unter anderem eine gewisse Elena Nulchis vor ... wahrscheinlich dann eine Verwandte des Dichters. Leider habe ich das nicht rausbekommen. Insgesamt ist die neue Scheibe von D.F.A. wirklich keine leichte Kost aber für Freunde der komplizierten Prog.Musik, die ab und zu leicht ins jazzige abdriften, auf jeden Fall eine Alternative, der man mal ein Ohr schenken muss. Veröffentlicht wurde die CD beim amerikanischen Label Moonjune Records und mehr Infos über die Band gibt es unter www.dutyfreearea.it sowie auf ihrer MySpace-Seite.

DGM - Hidden Place

Dass in Italien eine kleine aber feine Prog-Metal-Szene existiert, ist wohl nur den absoluten Insidern bekannt. Und nach meinem Wissen hat es auch keine Band geschafft, sich ein bißchen in den Vordergrund zu spielen. Aber ich denke mal, dass sich da mit DGM was ändern könnte. Keine Ahnung wie ich auf die Idee gekommen bin, mir dieses Teil zu kaufen (muss ich wohl irgendwo mal gelesen haben oder so) aber seit ich die Scheibe habe, läuft sie doch ziemlich regelmäßig in meinem CD-Player. Schon der Opener 'A Day Without The Sun' fetzt ziemlich knackig los und ist mit knapp 4 Minuten der kürzeste Song auf der CD. Die insgesamt 10 Stücke haben eine Länge von bis zu über 8 Minuten und klingen irgendwie alle ein bißchen nach Symphony X. Der Sänger Titta Tani kommt da zwar nicht ganz an Sir Russel Allen ran, aber Ähnlichkeiten sind unüberhörbar. Für Prog-Verhältnisse richtig klasse. Aber auch die anderen Musiker können's ganz gut (tolle Keyboard- und Gitarrenparts) und die Scheibe wird auch nach ziemlich genau 1 Stunde zu keiner Zeit langweilig. Für ein Zweitlingswerk absolute klasse. Antesten lohnt sich hier auf jeden Fall.

DGM - The Passage (VÖ:26.08.2016)
Im Jahr 2003 habe ich zum letzten Mal was von der italienischen Prog-Metal-Band ‘DGM’ in den Fingern gehabt (und auch besprochen ... siehe meine Review zu ‘Hidden Place’. Damals hatte ich ‘DGM’ mit Symphony X verglichen. Danach ging die Band völlig an mir vorbei. Erst jetzt habe ich, Social Media sei Dank, erfahren, dass die Band mal wieder eine CD veröffentlicht hat. Habe ich mir natürlich gleich zugelegt und bin begeistert. Aufgefallen ist mir auf jeden Fall, dass ein neuer Sänger am Start ist (Mark bzw. Marco Basile anstatt Titta Tani), aber keine Ahnung wann der Mann ersetzt wurde. Wobei ... wenn ich so die Musikerliste vergleiche, ist eigentlich nur noch Drummer Fabio Costantino und Bassist Andrea Arcangeli mit dabei. Alle anderen sind neu. Egal. Es geht schon mal recht fett los mit dem 2-Teiler ‘The Secret’, insgesamt fast 16 Minuten lang. Und was soll ich sagen ... es klingt immer noch nach Symphony X. Aber sowas von. Okay, auch Marco Basile klingt stimmlich anders als Sir Russel Allen, aber wer kann das schon. Er hat aber eine richtig gute und auch umfangreiche Stimme. Selten so einen guten Prog-Metal-Sänger gehört und passt hervorragend zur Band. Keyboard und Gitarre darf sich auch austoben. Und ein Händchen für eingängige Refrains haben DGM ebenfalls. Ziemlich geil das Ganze. Auch das folgende ‘Animal’ schlägt in die selbe Kerbe. Erste Überraschung dann bei ‘Ghosts Of Insanity’ ... wer singt denn da? Klingt voll nach Evergrey. Und tatsächlich, Tom Englund hat die Guest-Vocals übernommen. Und er klingt einfach genial. Könnte echt ein Evergrey-Song sein. Vielleicht nicht ganz so düster. Auch die folgenden 4 Songs (plus das kurze, gefühlvolle ‘Disguise’ mit Piano-Begleitung und Gänsehautgarantie zwischendurch) ... alle auf hohem Niveau. Der vorletzte Song ‘Dogma’ hält dann auch noch eine kleine Überraschung parat ... Michael Romeo darf ein bißchen auf seiner Gitarre wimmern (noch ein Beispiel für die Nähe von DGM zu Symphony X) und ist damit vielleicht auch der schnellste Song auf der CD. Leider ist dann mit ‘In Sorrow’ und der noch fehlenden Quoten-Ballade schon Schluss.
Ich würde mal sagen eine knappe Stunde genialer Prog-Metal und Freunde der Musikrichtung müssen sich ‘The Passage’ unbedingt zulegen.

Dialeto - The Last Tribe (VÖ: 18.06.2013)

Eine richtig coole instrumentale Prog-Scheibe aus dem Hause Moonjune Records erreichte mich aus Brasilien. Denn die 3-köpfige Band ‘Dialeto’ stammt aus Sao Paulo, besteht aus dem mehr als brillanten Gitarristen Nelson Coelho, der von dem zweiten Gitarristen Jorge Pescara (in Brasilien einer der beschäftigsten Session-Gitarristen und Bassisten, der hier eine sogenannte Touchguitar spielt) und dem Drummer Miguel Angel unterstützt wird.
Die Scheibe sprüht nur so vor Spielfreude und Melodie-Ideen. Es wird geproggt, ein bißchen gejazzt und manchmal auch ganz schön fett ein kleines Metal-Brett aufgelegt.
Am ehesten könnte man ‘The Last Tribe’ vielleicht noch teilweise mit früheren Solo-Sachen von Steve Hackett vergleichen wobei Dialeto weitaus frischer, moderner und abwechslungsreicher klingen. Richtig gut gemacht.

Dickson, Mat - Land's End

Eine absolute Neuentdeckung für mich ist, obwohl er mit 'Land's End' schon die dritte CD veröffentlicht hat, Mat Dickson. 'Land's End' schließt die sogenannte 'Lighthouse Trilogy', die mit 'The Keeper's Log' und 'The Lighthouse Keeper', also den 2 Vorgängern begonnen wurde. Lighthouse heißt ja auf Deutsch Leuchtturm, und wenn man eine Trilogie über Leuchttürme schreibt, kann man schon erahnen, welch schöne Musik dabei herauskommt. Mat Dickson spielt auf diesem rein instrumentalen Album praktisch alle Gitarren und Keyboards und wird nur bei ein paar Songs durch Harfe (Fiona Clifton-Welker), Saxophon (Ken Trethewey) und Drums (Will Glancy) ergänzt. Und die Musik, eine Mischung aus Celtic Folk mit Prog-Einflüssen erzählt von den sich immer wieder verändernden Stimmungen des Meeres und des Himmels um den Leuchtturm herum bei Ruhe und Sturm. Ein bißchen vergleichen kann man das mit Mike Oldfield oder auch ein bißchen Mark Knopfler bei seinem 'Local Hero' - Soundtrack. Eine einfach wunderschön atmosphärische CD zum dahinfließen. Mehr Infos sowie Soundsamples und natürlich die CD selbst zum Bestellen gibt es unter www.beachcombermusic.com . Unbedingt vorbeischauen und antesten. Sowas darf in keinem gut sortierten CD-Regal fehlen !!

Dimension X - So ... This Is Earth

Neues von Unicorn Digital gibt es in Form der Debut-CD der amerikanischen Prog-Band 'Dimension X' aus Milwaukee. Ursprünglich gegründet unter dem Namen 'Dweller' bereits im Jahre 1986 von Sänger David Hoover II und Bassist D.R. Burkowitz (der auch den Chapman Stick spielt) ... beide übrigens noch immer in der Band aktiv ... musste 'Dimension X' bis zur heutigen Formation noch einige Namens- und Bandmitgliederwechsel über sich ergehen lassen. Und jetzt, also im Jahr 2005, gibt es (nachdem 2001 bereits eine EP aufgenommen wurde) endlich das erste komplette Album mit Namen 'So ... This Is Earth', gemastered übrigens von Richard Addison, der ja schon einige Veröffentlichungen von Unicorn Digital veredelt hat und für ausgezeichneten Sound steht. Musikalisch bewegen sich 'Dimension X' zwar schon auf Unicorn-Pfaden, machen also eher komplizierten, leicht jazzigen Prog, aber teilweise fällt einem fast die Klappe runter, wie die tolle Melodien und Breaks zaubern (z.B. in meinem absoluten Lieblings-Song 'Train Wreck' mit atemberaubendem Gitarren-Solo, fast klassischer Melodie, tollem Rhythmus und gutem Gesang ... leider mit knapp 6 Minuten etwa 10 Minuten zu kurz). Aber auch Freunde des Long-Songs kommen mit 'Xeno's Paradox' (fast 17 Minuten) voll auf ihre Kosten. Das ist Prog vom Feinsten. Insgesamt bewegen sich Dimension X auf sehr klasisch-progressiven Pfaden und die Scheibe wird auch nach mehrfachem Hören nicht langweilig sondern immer interessanter. Infos über die Band gibt es auf ihrer Homepage.

Dimmu Borgir - Death Cult Armageddon

Warum gibt es eine Review über eine Grunz - Brüll - Schrei - Gurgel - Ratta - Satan - CD auf meiner Homepage ? Nun, immerhin hat es die Scheibe von Dimmu Borgir bei einem meiner Homepage-Leser auf Platz 4 der Top10 von 2003 geschafft. Und somit muss man auch so einer Band mal hier eine Chance geben. Okay, natürlich machen die Norweger Black Metal und der Herr mit den zwei Hörnern auf dem Kopf kommt auch in den Texten öfters mal vor. Aber es ist jetzt doch nicht so, dass man das gar nicht anhören könnte. Wer mit dem Gesangsstil dieser Musikrichtung überhaupt nichts anfangen kann, kann sich das Geld natürlich sparen. Alle anderen sollten aber doch mal ein Ohr riskieren, denn erstens ist die Produktion absolut fett und gelungen und zusammen mit dem kompletten Prager Philharmonischen Orchester sind vor allem die klassischen und instrumentalen Teile sensationell gut und fast schon Prog-Metallisch (Hört Euch nur mal den Anfang von 'Eradication Instincts Defined' an). Das knallt ganz schön rein.

Dio - At Donington UK: Live 1983 & 1987

Ronnie James Dio war bestimmt einer der größten Heavy Metal Sänger aller Zeiten und ist leider dieses Jahr viel zu früh verstorben. Kurz vor seinem Tod hat er noch zusammen mit seiner Frau Wendy sein eigenes Musik-Label gegründet, um in nächster Zeit einige bisher unveröffentliche Sachen an den traurigen Fan zu bringen.

Als Sänger von Rainbow, Black Sabbath, bei seiner ’eigenen Band’ Dio und ganz am Ende seines Schaffens bei der Fast-Reunion von Black Sabbath, nämlich Heaven & Hell hat Ronnie Berge von tollen Alben veröffentlicht und sich mit seiner herausragenden Stimme ganz sicher ein Denkmal in der Heavy Metal Welt gesetzt.

Als erste Veröffentlichung seines Labels kommen wir jetzt in den Genuss von zwei seiner größten Konzerte in seiner Karriere, nämlich die Auftritte 1983 und 1987 beim Monsters Of Rock – Festival in Donington. Die Aufnahme von 1983 beinhaltet natürlich vor allem die Rainbow- und Black Sabbath-Phase sowie die Anfänge von ’Dio’, der 1987er Gig erfolgte im Rahmen seiner Dream Evil – Tour. Es bleibt dabei natürlich nicht aus, dass sich die Setlists teilweise überschneiden, das macht aber überhaupt nichts aus, weil bis auf ’Rainbow In The Dark’ und von mit aus auch ’Man On The Silver Mountain’ die doppelten Songs in der Länge gewaltig unterscheiden. So dauert auf dem 1983er-Konzert das geniale ’Heaven And Hell’ über 11 Minuten, auf dem 87er-Konzert aber nur 3 Minuten. Ähnlich verhält es sich mit ’Holy Diver’ und ’Children Of The Sea’. Ich persönlich finde es schade, dass einige der Rainbow-Songs (Stargazer und Starstruck) nur kurz angespielt werden. Als Früh-60-Geborener bin ich mit den ersten Rainbow-Platten aufgewachsen und die haben meinen Musikgeschmack ziemlich früh geprägt (zum Glück). Die Doppel-CD ist auf jeden Fall ein Stück Zeitgeschichte, und auch wenn man beim Sound ein paar Abstriche machen muss (die Aufnahmen sind halt leider aus den 80ern) darf das Teil in keinem CD-Regal fehlen.

Direction - Est

Eine neue Band aus dem Hause Unicorn Digital gibt es mit den Franko-Kanadiern 'Direction'. Beeinflusst wurden die Jungs, die mit 'Est' bereits ihr viertes Album veröffentlichen (die ersten drei Outputs wurden selbst vertrieben), von Bands wie Rush, Yes, Genesis, Pink Floyd, Styx, Led Zeppelin und 'anderer großer Musik aus den 70ern' (so die Band-Info). Nun ist das ja ein ziemlich großer Querschnitt durch alle möglichen Stil-Richtungen und die Musik von Direction spiegelt natürlich nicht das komplette Repertoire der genannten Bands wieder. Meiner Meinung nach trifft 'alte Genesis' wohl noch am ehesten zu. Das merkt man schon am Opener 'Memoire Privée', der kein Genesis-Zitat der 70er und 80er (typischer Banks-Keyboard-Sound, Steve Howe - Gitarre, Rhythmus wie auf 'Abacab') auslässt. Auch das folgende 'La Fuite' geht in die selbe Richtung (wobei vor allem das Keyboard echt von Mister Banks himself sein könnte). Wirklich gut kopiert. Aber dass sie nicht nur Genesis ganz gut nachmachen können sondern auch ihren eigenen Stil haben, merkt man ebenfalls auf ein paar Titeln (wobei vor allem 'Capsule' oder noch mehr 'Naufragé genannt sein will). Absolutes Highligt der CD ist auf jeden Fall das über 11-minütige 'Soldat', das wirklich alles hat, was das Progger-Herz braucht. Von langsam bis chaotisch, tolle Melodien zwischendurch, tolle Breaks ... nur das 3-minütige Gitarrensolo am Schluss fehlt leider). Nun kann man sich natürlich darüber streiten, ob eine CD gut ist, die zu über 50% versucht, alle möglichen Genesis-Zitate zu verarbeiten. Aber ich finde schon, denn durch die durchaus vorhandene Eigenständigkeit und den französischen Gesang haben 'Direction' doch was Spezielles und durchaus Daseinsberechtigung. Genesis-Fans sollten die Band auf jeden Fall mal antesten.

District 97 - Hybrid Child

American Idol ist ja sowas wie das amerikanische Pendant zu Deutschland sucht den Superstar. Und auch in den USA gibt es wohl ab und zu jemanden der entdeckt wird, obwohl er nicht unbedingt einen massentauglichen Musikstil hat (wie bei uns z.B. Nektarios Bamiazis, der bei DSDS ja auch unter die Top-10-Finalisten gekommen ist, obwohl er eigentlich bei der Prog-Metal-Band ‘Scenes’ als Sänger aktiv war). Ähnlich verhält es sich mit der Sängerin Leslie Hunt, die 2007 ebenfalls zu den Finalisten in den USA zählte, eine Stimme wie Ann Wilson hat (die kennt man ja von der Band ‘Heart’ ... also zumindest die Älteren unter uns) und jetzt bei der Prog-Band ‘District 97’ singt. Vorher war die Combo eine reine Instrumental-Band und wurde vor allem von Liquid Tension Experiment beeinflusst. Mittlerweile ist die Band um nochmal eine Person gewachsen, nämlich um die Cellistin Katinka Kleijn, die vom weltbekannten Chicago Symphony Orchestra kommt. Die Musik zu beschreiben ist relativ schwer, weil mir keine vergleichbare Band im Ohr ist. Gesang klingt nach Heart, das Cello erinnert an UK oder auch Curved Air, die teilweise mehrstimmigen Gesangsparts könnten auch von Kansas sein (und zusammen mit dem Cello klingt’s natürlich auch ein bißchen nach Kansas, obwohl es dort ja ne Violine war). Ab und zu geht es aber auch recht hart und metallisch zur Sache, die härteren Parts halten sich aber in Grenzen. Dann spielt Keyboarder Rob Clearfield Läufe, die unweigerlich an ELP erinnern. Insgesamt eine hochinteressante Mischung, die meiner Meinung nach einige Proggies ansprechen dürfte. Herzstück der CD ist übrigens das über 27-minütige ‘Mindscan’ ... aufgeteilt in 10 Parts und einfach nur gut und abwechslungsreich. Unbedingt reinhören.

Djam Karet - No Commercial Potential

Untertitelt ist die Doppel-CD der californischen Prog-Band mit 'Rock Improvisations from 1985 - 2002' und als kleiner Hinweis für alle Nicht-Djam-Karet-Kenner ist noch 'We talk in pictures not in words' aufgedruckt. Und damit wäre ja eigentlich alles gesagt. Zwei Dekaden Musik, nicht radiotauglich und ohne Worte. Aber ein bißchen ausführlicher will ich es ja schon machen. Den mittlerweile 20. Geburtstag feiert die Band mit der Veröffentlichung ihres bereits 16. Albums (!!), wobei CD 1 eine spontane Studio-Session aus dem Jahre 1985 ist, die bisher nur auf Musikkassette veröffentlicht wurde und CD 2 (betitelt mit ... And Still Getting The Ladies) eine unveröffentlichte CD aus dem Jahr 2002 ist, die während der 'A Night for Baku - Session' eingespielt wurde und spontan komponierte Improvisationen enthält. Wirklich interessant an der Sache ist natürlich, wie sich die Band in fast 20 Jahren musikalisch verändert hat obwohl sich im Line-Up der Band nichts getan hat. Auf CD 1 befinden sich gerade mal 3 Titel (mit allerdings bis zu fast 30 Minuten Länge), die teilweise an die guten alten Pink Floyd (in ihrer experimentelleren Phase) oder auch King Crimson erinnern. Vor allem Song 3 'Blue Fred' hat teilweise ganz schöne Anleihen an 'Dark Side Of The Moon', ab und zu (z.B. im Mittelteil von Track 1 'Where's L. Ron??!!') rockt und groovt es aber auch ganz gewaltig, wobei dann vor allem der treibende Bass auffällig ist. Auf der zweiten CD - mit einem leicht besseren Sound (wen wundert's zwei Jahrzehnte später) - gehts dann - auch wieder mit nur 3 Titeln (mit bis zu 27 Minuten Länge) teilweise jazziger (Track 3 'The Window') und auch etwas elektronischer und experimenteller (Song 2 'The Door') zu. Wer auf instrumentalen Prog der alten Schule steht, sollte die Band Djam Karet (das Wort stammt übrigens aus dem Balinesischen und bedeutet 'elastische Zeit') auf jeden Fall mal antesten. CDs (allerdings -noch- nicht die hier besprochene Scheibe) gibts bei www.amazon.de oder www.jpc.de . Band-Infos können unter www.djamkaret.com entdeckt werden.

Dokken - Long Way Home

Don Dokken, der 'Master Of Melodic-Rock' ist einfach nicht totzukriegen. Auch 2002 beglückt er uns wieder mit einer neuen Scheibe, die nicht nur wegen seines tollen (und etwas eigenwilligen) Gesangs sondern auch wegen den super Gitarren-Soli, klasse Balladen und restlichen Songs ohne wirklichen Durchhänger ein Pflicht-Kauf für alle Melodic-Rock-Anhänger darstellt. Da können sich einige jungen Bands noch ein Stückchen davon abschneiden, bis sie in diese Bundesliga des Rocks aufsteigen.

Dominici - O3 A Trilogy - Part 2

Ein neuer Stern am Prog-Metal-Himmel? Nein, eigentlich nicht wirklich. Denn erstens heißt die CD ja 'Part 2' ... also muss es irgendwann auch schon mal einen Part 1 gegeben haben (der ging aber dann völlig an mir vorbei) und zweitens verbirgt sich hinter 'Dominici' kein Geringerer als Charlie Dominici, den alle Dream Theater - Nasen ja als Sänger von der ersten DT-Platte 'When Dream And Day Unite' kennen. Nun hat mich die Scheibe damals (also 1989) nicht wirklich vom Hocker gerissen (meine Liebschaft mit Dream Theater begann erst später), und das lag unter anderem auch an dem grausamen Sänger. Nun, nach diesem kurzen Gastspiel bei DT ist Herr Dominici zumindest was das Musik-Business betrifft, ziemlich von der Bildfläche verschwunden und hat sich, so wie ich gelesen habe, wohl als Autohändler probiert. Ob das jetzt nicht so erfolgreich war oder langweilig wurde weiß ich nicht, aber plötzlich (wie gesagt, Part 1 ist mir völlig unbekannt) taucht der gute Mann bei InsideOut auf und veröffentlicht eine Hammer-CD. Zwar sind die Locken (von damals) ab, aber dafür hat Charlie Dominici stimmlich außerordentlich dazugelernt und man fragt sich allen Ernstes, wie Dream Theater heute klingen würde, wenn nicht James LaBrie (mit seinem doch ziemlich begrenzten Ton-Spektrum) sondern Dominici dort immer noch singen würde. Bis man allerdings in den Genuss von Charlie Dominicis Stimme kommt, braucht es einige Minuten auf 'O3 A Trilogy', denn der erste Song 'The Monster' ist ein oberaffengeiles 8 1/2 Minuten - Instrumentalstück, bei dem Dominicis Begleitband (lauter mir unbekannte Leute, nämlich Brian Maillard an der Gitarre, Yan Maillard an den Drums, Riccardo Atzeni am Bass und Americo Rigolodi an den Keyboards ... keine Ahnung wo er die Jungs ausgegraben hat, auf jeden Fall haben die echt was drauf) zeigen darf, was sie kann. Und das ist Einiges. Fette Gitarren, geile Breaks, treibende Drums und herrliche Keyboard-Läufe. Voll der fette Einstieg in die CD und zu keiner Sekunde langweilig. Ich glaube da wollte Dominici gleich mal zeigen, dass er den Stil von Dream Theater voll drauf hat. Einfach nur gelungen. Bei 'Nowhere To Hide' darf er dann endlich singen (und dann natürlich auch bei allen folgenden Songs) und der Wiedererkennungswert zu der 1989er-Scheibe ist gleich Null. Aber gut, da sind ja jetzt auch fast 20 Jahre dazwischen. Auf jeden Fall kann Dominici sowohl die härten Sachen als auch Balladen ('Captured', 'The Real Life') richtig gut singen. Ganz großes Kino.

Dominici - O3 A Trilogy - Part 3

Charlie Dominici, der Ur-Sänger von Dream Theater, hat wieder zugeschlagen und seine Trilogie vollendet. Und Part 3 ist meiner Meinung nach noch geiler geworden als der zweite Teil (siehe meine Review). Und davon war ich ja schon mehr als begeistert. Dieses mal dauert es nicht so lange, bis wir die Stimme von Dominici genießen dürfen. Nur ein kurzes instrumentales Intro gibt es, bevor der Song 'King Of Terror' richtig beginnt. Und hier geht es gleich sowohl musikalisch als auch textlich zur Sache. Atomschlag im mittleren Osten. Wobei nicht so genau rauskommt, wer die Bombe gezündet hat ... aber ich denke mal der Song geht gegen Herrn Bush ... denn die Textzeile 'The King Of Terror ... The Anti-Christ, We must destroy him deutet dann schon ein bißchen darauf hin, dass da die Amis ein bißchen gefeuerwerkt haben. Auf jeden Fall könnte der Song auf jeder Dream Theater - CD bestehen. Auch das folgende 'March Into Hell' hätte locker ein 90er-DT-Song sein können. Auch die Quoten-Ballade darf nicht fehlen und kommt mit 'So Help Me God'. Wunderschön und ich stelle mir wieder die Frage wie Dream Theater klingen würde, wenn Charlie Dominici noch bei der Band wäre .... wahrscheinlich kein Deut schlechter als mit Herrn LaBrie. Ein bißchen 'Pull Me Under' klingt dann bei 'Liquid Lightning' durch (vor allem am Anfang des Songs). Mit knapp über 10 Minuten folgt 'The Enemies Of God' ... und was soll ich sagen ... fetter Prog-Metal mit allem was dazugehört. Geile Gitarren, tolle Breaks, Keyboard-Solo, überragender Gesang. Sicher eines der Highlights der CD. Zu den nächsten 2 Songs fällt mir jetzt nichts besonderes ein ... es geht halt einfach klasse weiter. Und zum Abschluss gibt es dann noch einen weiteren Longsong (fast 11 Minuten der Titel 'Genesis'), der die CD genial abschließt. Dream Theater ein bißchen anders aber nicht schlechter ... so könnte man Part 3 der Trilogie bezeichnen. Freunde des härteren und komplizierteren Prog-Metals kommen hier voll auf ihre Kosten.

Donahue, Tim - Madmen + Sinners

Wer der Meinung ist, das Dream Theater - Säger James LaBrie bei seiner Stammband unterdrückt wird und nicht mehr zur Geltung kommen darf, sollte sich unbedingt 'Madmen + Sinners' von Tim Donahue zulegen. Denn hier darf Herr LaBrie nach Herzenslust singen und klingt dabei wie in seinen besten Zeiten (bei 'Falling Into Infinity' bzw. 'Metropolis 2'). Sensationell gutes Prog-Metal-Album mit geringer Frickel-Quote und dafür mehr als genügend tollen Melodien. Highlight hierbei natürlich das fast 16-minütige Titelstück. Das hätte ein Hammersong auch auf einem Dream Theater - Album sein können. Da gibt's nur einen Tip: Kaufen.

Doro - Calling the wild

GAST-KRITIK VON GEORG LÖGLER

Einem geschenkten Gaul schaut man nichts ins Maul- oder wie war das ? Diese CD habe ich im Radio gewonnen, und war recht baff als sogar noch ein Autogramm mitkam- und die vermeintliche "Single" sich als Promo des kompetten Albums entpuppte ( und dies vor der Veröffentlichung !) Wenn dann Doro auch noch fleht "KOMM LIEBE MICH....DEIN KÖRPER IST MEIN ZIEL...KOMM NIMM MICH !" in "Ich Will Alles" – welcher männliche Rezensent kann da noch eine subjektive Besprechung verfassen ? Zumal DORO in "Danke" vorab sich schon bedankt "... dass Du niemals Schlechtes von mir denkst". Das tue ich auch nicht, aber die Mitgröhl-Hymne "Burn it up" ist nahezu unerträglich und die Version von "White wedding" meines Erachtens fürchterlich. Auch eine ganze Riege von namhaften Musikern kann grösstenteils durchschnittliche Songs nicht aufwerten. Gute Songs hingegen sind das überragende "Give me your reason" ( Höhepunkt der CD) sowie "Scarred" und "Love me forever" ( von MOTÖRHEAD) und "Black rose" – alles ruhigere Stücke, die wirklich DORO’s Stärke sind. Also halbe halbe – macht 5 von 10 moeglichen Punkten -- Danke Doro, dass Du mir verzeihst. (zumal die Platte gleich in der 1 Woche gut eingeschlagen hat hier in Deutschland)

Double Space - Windings

Eine ziemlich interessante CD hat mich aus Israel erreicht. Die Band Double Space, gegründet von Gilad Cohen (Gitarre, Bass, Keyboards, Melodica und Gesang) und Zohar Sharon (Gesang, Piano und Keyboards), zwei Studenten der Jerusalem Academy of Music and Dance, vertonen israelische Gedichte, wobei ihre außergewöhnlichen Interpretationen und komplexen Arrangements schon etwas Eigenes haben. Unterstützt werden sie von 2 weiteren Studenten, Yakir Sasson (Saxophon) und Nadav Rogel (Drums und Gesang). Zwar geht die CD ab und zu schon etwas ins jazzige (was ja eigentlich nicht wirklich mein Fall ist), der Anteil ist aber mehr als erträglich. Gut wird's vor allem, wenn die doch recht fetzigen Folk-Elemente (wie z.B. im 12. Song 'After The Tsimmes') zum tragen kommen. Insgesamt überwiegen aber die ruhigen Elemente. Und vor allem wenn die weibliche Stimme (leider kann ich nicht sagen, wie die Dame heißt ... Erklärung folgt später) zum Einsatz kommt, erinnert mich die Musik schon ein bißchen an Renaissance.
Wer also auf ruhige, leicht folkige Musik steht, bei dem auch mal ein Saxophon spielen darf, sollte 'Windings' von 'Double Space' auf jeden Fall mal antesten.
Und nun zur versprochenen Erklärung:
Bis auf die Song-Titel ist das komplette Booklet in Hebräisch ... Ihr wisst schon, die Schrift bei der alle Zeichen gleich aussehen ... und auch die Songtexte sind nach meiner bescheidenen Meinung in Hebräisch. Von daher ist es etwas schwierig zu verstehen, um was es in den Liedern geht. Trotzdem eine interessante Erfahrung, mal Musik in einer völlig anderen Sprache zu hören (das ging mir schon mit Omegas CD 'Trans-And-Dance' so, die komplett auf Ungarisch gesungen wird).
Mehr Infos über die Band gibt es unter
www.double--space.com, die CD kann über Justforkicks bezogen werden.

Doubt - Never Pet A Burning Dog

Eine weitere Neu-Veröffentlichung gibt es vom Prog-Jazz-Label Moonjune-Records aus New York mit der Band ‘Doubt’. Bestehend aus Alex Maguire (Fender Rhodes, Hammond Orgel, Mellotron, Synths ... u.a. schon mit Elton Dean gearbeitet), Michel Delville (Gitarre ... von The Wrong Object) und Tony Bianco (Drums) machen die Jungs unter Mithilfe von Richard Sinclair (der war schon bei Caravan und Camel), der auf 2 Songs singt und bei 2 Songs den Bass bedient, in meinen Augen ‘Power Electric Jazz’, also viel Keyboard-Läufe, ein paar fette Gitarren-Riffs und das alles ziemlich chaotisch und ‘free’, kommen aber ab und zu wieder zurück zu eingängigen Melodien zwischendurch. Für Jazz-Freunde bestimmt ein gefundenes Fressen, für meine Ohren ein bißchen zu jazzig. Aber ich habe hier ja schon öfter geschrieben, dass ich mit zu free-jazzigen Sachen so meine Schwierigkeiten habe. Für das Genre ist es bestimmt eine tolle Veröffentlichung. Einfach mal reinhören. Soundfiles gibt es unter www.myspace.com/doubt3 und mehr Infos natürlich auf der Moonjune-Page.

Doubt - Mercy Pity Peace & Love

Über das belgische Power-Trio ‘Doubt’, bestehend aus Alex Maguire (Keyboards), Michel Delville (Gitarre) und Tony Bianco (Drums) habe ich ja schon anlässlich ihres Erstlingswerkes ‘Never Pet A Burning Dog’ berichtet. Damals war mir die CD eigentlich zu jazzig und ich habe die Musik als ‘Power Electric Jazz’ bezeichnet. Nun gibt es den Nachfolger ‘Mercy, Pity, Peace & Love’, der ebenfalls bei Moonjune-Records veröffentlicht wurde.
Also entweder habe ich mich mittlerweile durch die vielen (teils genialen) Moonjune-Veröffentlichungen an Jazz in seiner extremeren Form gewöhnt, oder Doubt sind etwas mehr in Richtung Mainstream-Jazz gegangen. Denn der neue Silberling ist weitaus verdaulicher als das Debut-Album. Lässt man mal den Opener ‘There Is A War Going On’ weg, der mehr ein Sprech-Gesang mit Old-School-Hammond-Orgel und Hintergrund-Rhythmus ist, folgt schon mit ‘Jalal’ ein ziemlich tolles Stück, das mit toller Gitarre und herrlichen Keyboard-Läufen glänzt. Und das über 7 Minuten lang, ohne dass man auch nur eine Sekunde vermissen möchte. Fast rockig können sie aber auch (z.B. ‘No More Quarrel With The Devil’ klingt schon annähernd wie Liquid Tension Experiment), chaotisch melodielos gibt es auf der CD (Rising Upon Clouds), ein Hendrix-Song wird toll interpretiert (Purple Haze), es geht gefühlvoll und atmosphärisch zur Sache (The Invitation), es wird gejammed und so richtig gejazzt (der über 12-minütige Titelsong).
Man könnte jetzt sagen ‘nicht Fisch nicht Fleisch’, man könnte ‘Mercy, Pity, Peace & Love auch tolle Mischung zwischen Jazz, Heavy-Prog und Avantgarde beschreiben. Für Freunde der abwechsungsreichen Musik, die auch mit jazzigen Parts nicht auf Kriegsfuss stehen, kann ich den neuen Doubt-Output nur empfehlen. Mehr Infos gibt es auch auf der Band-Homepage.

Downs, Lila - Border

Nachdem meine Kritiken-Seiten mit Prog-Rock und Prog-Metal (aber auch ganz anderes Zeugs) betitelt sind, gibt's endlich mal wieder eine CD aus der Kategorie 'ganz anderes Zeugs'. Empfohlen wurde mir die CD von meinem Kumpel und Gast-Kritiker Georg, der wegen der Scheibe ganz aus dem Häuschen war. Er hatte mich aber schon gewarnt, dass man hier schon ziemlich aufgeschlossen sein muss, um das Teil zu mögen. Interessiert hat's mich aber doch, so dass ich mir die CD bei Peregrina Music bestellt habe (sie gibt es aber auch im besser sortierten CD-Shop). Lila Downs, in ihrer Heimat Mexico längst ein Superstar, singt auf der CD 'Border', von den Problemen der Immigranten, die in den Erste-Welt-Ländern behandelt werden wie Aliens, obwohl sich z.B. die USA als 'Land der Einwanderer' betitelt. Sie singt von Freude und Schmerz, von Liebe (die Sache ohne Grenzen, die von allen Menschen gefühlt wird, ob reich oder arm, Einwanderer oder nicht), von ihrem Leben. Die Songs, gesungen teilweise in Englisch, teilweise in Spanisch (wobei alle spanischen Songs im Booklet ins Englische übersetzt werden), sind meist traurig, folk-angehaucht, blues-orientiert aber manchmal auch sehr fröhlich. Harfe, Violine, Saxophon, Congas usw. zeigen dann auch, dass es hier multi-instrumental zur Sache geht. Die Produktion ist auch noch perfekt, so dass diese Scheibe für Open-Minded - Musik-Fans zum Erlebnis wird. Tolle CD, die (wie oben schon gesagt) aber gar nix mit Prog am Hut hat.

Drammagothica - Ira

Wow ... Gothic-Metal hatte ich jetzt auch noch nicht auf meiner Homepage. Aber es gibt immer ein erstes Mal. 'Drammagothica' stammen wie schon erwähnt aus Italien und haben mit 'Ira' (für alle Nicht-Lateiner: das bedeutet Wut oder Zorn) jetzt ihre erste richtige CD veröffentlicht, nachdem vor Jahren schon mal eine 4-Track-Demo-CD rausgebracht wurde. Danach gab es einen Line-Up-Wechsel, wobei dann vor allem die neue Sängerin Laura Santangelo (was für ein Name für eine Gothic-Sängerin) den neuen Stil der Band geprägt hat. Klar muss man mit ein paar Growls von Sänger Luca Lombardi zurecht kommen (ist ja nicht jedermanns Sache), aber zusammen mit der eher sopranartigen Stimme von Laura Santangelo kommen dabei ein paar spannende Duette raus. Musialisch bewegen sie sich (jetzt mal von den Growls abgesehen) so ein bißchen in Richtung Evanesence oder auch Within Temptation, wobei für mich Drammagothica noch ein bißchen abwechslungsreicher sind als die 2 genannten Bands. Da kommt schon ab und zu mal Gänsehaut auf, wenn die 2 Vocalisten so richtig hübsch zusammen leiden und im Hintergrund die Gitarre dazu wimmert. Ich finde ein super Debut-Album das Lust auf mehr macht. Mal sehen wie sich die Band in Zukunft entwickeln wird ... es ist auf jeden Fall ein starker Anfang. Mehr Infos über die Band gibt es natürlich auf der Band-Homepage sowie bei MySpace.

Dream Or Nightmare - Light Burning Bright Till The Dawn

'Hybrid Metal' nennt die Ohio-Metal-Band 'Dream Or Nightmare' ihren Musikstil, weil sich in die Musik aus vielen unerschiedlichen Einflüssen zusammensetzt. So kommen Prog-, ein kleines bißchen Black- (wegen der Zweit-Stimme) aber auch purer Heavy Metal zum Zuge ... auf jeden Fall eine ganz gute Mischung. 'Light Burning Bright Till The Dawn' ist die erste 'offizielle' Veröffentlichung der Band, mit insgesamt 4 Songs, nachdem bereits im Jahr 2001 eine selbst produzierte Demo-CD aufgenommen wurde. Gegründet wurde die Band von Gitarrist Joe Sims bereits im Jahr 1999, zuerst angelegt als Solo-Projekt nach dem Ausstieg bei 'Reign', aber am Ende wurde es doch eine komplette Band, bestehend neben Joe Sims noch aus Jim Arnold (Gitarre, Keyboards, Vocals), Russ Kirk (Drums) und Dave Rhynard (Bass, Gitarre, Vocals). Die CD beginnt mit dem 6 1/2 - minütigen Opener 'Lost Wish', der ganz klar auch das Highlight der Scheibe darstellt. Auffallend dabei ist der Gesang, der ziemlich oft an Metallica erinnert, wobei der Song insgesamt etwas 'getragener' ist. Das könnte vom Stil her auch von Nevermore mit besserem Gesang sein. Der zweite Song, 'Self Inflicted Gunshot Wound to The Head' (der Name sagt ja eigentlich schon alles) knallt dann auch recht heftig ins Hirn, wobei vor allem die fetten Gitarren auffallen. Aber auch hier erinnert der Gesang teilweise ganz schön an Metallica. Eine kleine Entspannung gibt es dann, allerdings nur kurzfristig, bei 'Tomorrow Aside', das so richtig balladesk mit akustischer Gitarre und Keyboard-Teppich (ein bißchen wie Pink Floyd's 'Welcome To The Machine') beginnt, aber dann doch auch wieder recht hart und heftig endet. Und mit 'Conflicting Addiction' endet die CD dann auch schon mit fettem Double-Bass-Gewitter und tollen Gitarren-Riffs. Ist die CD also mehr ein Dream oder ein Nightmare ?? Ganz klar ... eher ein Dream, wenn man auf fetten Metal steht. Infos über die Band gibt es unter www.dreamornightmare.com, bestellen kann man die Scheibe (leider nur in den USA) bei www.diskery.com .

Dreamscape - End Of Silence

Ich kann mich dunkel daran erinnern, dass vor längerer Zeit mal Dreamscape-Gitarrist Wolfgang Kerinnis eine Beschwerde in mein Gästebuch geschrieben hat, dass auf meiner Seite nichts von Dreamscape steht. Tja, was soll ich denn machen ?? Wenn Ihr nix veröffentlicht, dann kann auch keine Kritik kommen !! Okay, war nur Spaß. Ich habe nur keine CD von Euch auftreiben können.
Die Münchner Prog-Metal-Band Dreamscape hat wohl einige Höhen und Tiefen hinter sich. Nach mehreren Umbesetzungen, Sänger-Wechseln (zuletzt hat Hubi Meisel dort gesungen ... siehe auch meine Review über seine letzte Scheibe EmOcean) und Vertragslosigkeit haben es Dreamscape endlich geschafft, bei
Massacre Records unterzukommen und die schon länger fertige CD 'End Of Silence' zu veröffentlichen. Und ich bin Massacre unendlich dankbar, dass dieser Diamant am Prog-Metal-Himmel nicht in der Versenkung geblieben ist. Schon der Opener 'Clockwork' gibt ordentlich was auf die Ohren und braucht sich nicht hinter den Szene-Größen wie Symphony X und Konsorten verstecken. Auch der nächste Song ''Short-Time News' glänzt mit fetten Gitarrenriffs und ein paar interessanten Tempowechseln. Danach folgt (schon) das Highlight der CD, das über 20-minütige Meisterwerk 'The End Of Light', mit symphonischem Anfang, gnadenlos (aber nicht schlecht) bei Dream Theater abgekupfertem Folgeteil, tollem gefühlvollen Mittelteil und fettem Schlußteil, weswegen sich der Kauf der CD alleine schon lohnen würde. Auch die danach folgende Quoten-Ballade 'All I Need' ist echt klasse (nur hätte am Schluß noch ein 5-minütiges Gitarrensolo kommen können). 'Silent Maze' kommt dann mehr in Richtung Evergrey, also voll fetter Metal. Auch 'Flow' geht in die Richtung, hat allerdings im Zwischenteil ein paar langsamere Momente (und ne geile Gitarre nach 4 Minuten). Der Rest ist schnell erzählt, denn auch die weiteren 3 Songs sind einfach gut und abwechslungsreich, so daß mehr als 72 Minuten fette Musik wie im Fluge vergehen. Wer auf Prog-Metal im Stile von den oben genannten Bands steht, kommt an dem Kauf von 'End Of Silence' nicht vorbei. Die Scheibe ist PFLICHT !! Mehr über die Band gibt es übrigens unter www.dreamscape.de .

Dreamscape - 5th. Season

Lange nichts mehr gehört von der Münchner Prog-Metal-Band Dreamscape. Und dann zuerst eine richtig fette CD (die vorliegende Scheibe 5th Season) und dann die Nachricht, dass nicht weniger als 3 Leute aus der Band ausgestiegen sind, nämlich Keyboarder Jan Vacik, Sänger Roland Stoll und Bassist Benno Schmidtler. Laut Homepage wurde aber zwischenzeitlich Ersatz gefunden. Eigentlich schade um die Ausstiege, denn ich fand die Band äußerst gut und auch ziemlich harmonisch. Aber gut ... über die Gründe weiß ich nichts und geht mich auch nichts an. Auf jeden Fall ist das letzte Album in der 'alten' Besetzung richtig gut geworden. Schon irgendwie im Stil des Vorgängers 'End Of Silence' (siehe meine Review) aber auch ein bißchen anders und noch abwechslungsreicher. Der Opener 'Fed Up With' und das folgende 'Borderline' sind auf jeden Fall typische Dreamscape-Songs, also fetter Prog-Metal. Doch schon beim folgenden Titelstück, mit über 14 Minuten natürlich das Kernstück und Highlight der CD, kann man erkennen, dass sich die Jungs noch weiterentwickelt haben. Tolle Breaks, super Hymnen-Chorus, geile Gitarre, leicht orientalische Klänge und und und. Sicher das beste Stück, das Dreamscape je veröffentlicht hat. Aber auch der Rest kann sich durchaus hören lassen. Von kernig über Mid-Tempo bis zur obligatorischen Ballade (Farewell) ist alles vertreten. Prog-Metal-Fans können hier bedenkenlos zugreifen. Und ich bin gespannt, was das neue Line Up so bringt.

Dreamscape - Everlight

Nach der letzten Veröffentlichung ‘5th. Season’ musste die Münchner Prog-Metal-Band einige Abgänge verkraften. Sänger weg, Keyboarder weg, Bassist weg. Und jetzt ist auch noch der Schlagzeuger flöten gegangen. Fazit: Von Dreamscape ist nur noch Gitarrist Wolfgang Kerinnis übrig, der jetzt zusammen mit Neu-Keyboarder David Bertok (Subsignal) für das Songwriting verantwortlich ist. Noch dazu gekommen ist Bassist Ralf Schwager (ebenfalls Subsignal) sowie Drummer Danilo Batdorf (der mir völlig unbekannt ist). Es gibt keinen neuen Sänger, sondern Everlight wurde mit sage und schreibe 9 Gastsängern und -sängerinnen eingespielt, wobei ich vor allem Arno Menses (noch einer von Subsignal), Mike Dimeo (Masterplan) und Oliver Hartmann (Avantasia) besonders erwähnen möchte. Außerdem ist Ex-Sänger Roland Stoll auch noch auf einem Song vertreten.
Die Songs sind keyboard-lastiger geworden (was eindeutig an David Bertok liegt ... und das tut der Musik gut), sie sind abwechslungsreicher geworden (was natürlich an den unterschiedlichen Vocalisten liegt), sie sind progressiver geworden und man erkennt Dreamscape nicht mehr nach dem dritten Ton (was gut und schlecht ist ... aber ich möchte es mal als deutliche Weiterentwicklung bezeichnen). Trotzdem sind die alten Trademarks der Band (nämlich geile und zum Teil überlange Songs, Bombast, tolle Breaks und eine geniale Mischung aus Gefühl und Härte) zum Glück nicht verloren gegangen. Und auch wenn mir ganz ehrlich nicht wirklich alle Sänger so richtig gefallen ist ‘Everlight’ ein tolles Album geworden und ich bin froh, dass der Austausch fast aller Musiker so glimpflich ausgegangen ist.

Dream Theater - Live at the Marquee

Uralt-Live-CD. Daher mäßiger Sound aber muß in die Sammlung

Dream Theater - Through her eyes

Maxi-CD mit über 40 Minuten Spielzeit.

Neben 2 Versionen von Through her eyes gibt es noch 2 Live-Tracks der 1999er-Tour

KAUFEN !! Für 10 Mark ein Schnäppchen

Dream Theater - Metropolis 2000: Scenes from New York (VHS-Video)

Dieses Video, aufgenommen am 30.08.2000 im Roseland Ballroom in New York, beinhaltet auf ca. 95 Minuten die komplette Live-Version der Überhammer-CD 'Metropolis Pt. 2'. Und wer bis jetzt das Ende der Geschichte nicht verstanden hat, sollte sich das Video auf jeden Fall besorgen, denn es gibt endlich die Auflösung (soviel sei angemerkt: einfach genial !!). Insgesamt ein klasse Konzertmitschnitt, den ich jedem nur ans Herz legen kann. Die passende DVD (mit einer Spielzeit von anscheinend über 3 Stunden) soll übrigens wegen Produktionsfehlern erst im September 2001 erscheinen.
Genauso wie für die Metropolis-CD (irgendwann kritisiere ich sie noch) gibts von mir für das Video natürlich die Höchstpunktzahl.

Dream Theater - Live Scenes From New York

Nach monatelangem Warten ist es endlich soweit. Die 3-fach-live-CD ist endlich auf dem Markt. Nach technischen Schwierigkeiten und unglücklichen Fotos im Booklet (ein brennendes World Trade Center) mußte die Veröffentlichung mehrfach verschoben werden. Aber das Warten hat sich gelohnt. Neben der kompletten 'Metropolis Pt. 2', die in der Live-Version nicht mal mehr auf eine CD gepasst hat (Dream Theater beweisen hier mal wieder, daß sie live nicht nur ihre Liedchen originalgetreu runterspielen sondern noch einige geniale Passagen dazufügen) gibt's obendrauf noch einen Queerschnitt aus vielen Jahren genialer Musik (u.a. Metropolis Pt. 1, Acid Rain von der Liquid Tension Experiment, Another Day und ein komplettes Change Of Seasons). Die Aufnahme ist übrigens der Mitschnitt eines einzigen Konzertes und bei einer Spielzeit von über 3 Stunden kann man erahnen, was man hier als Nicht-Besucher verpasst hat. Lustig ist, daß sich Dream Theater nach dem letzten Song bei den Fans für das 'kurze Set' entschuldigt haben. Ich würde mal sagen: Ein Meilenstein der Live-CDs in brillianter Sound-Qualität. Nur wegen der mehr als ranzigen Verpackung (ein Papp-Schuber, der wohl nach einem halben Jahr intensivem Gebrauch im Eimer sein dürfte) gibts von mir einen kleinen Abzug von der Höchstwertung.

Dream Theater - Metropolis 2000, Scenes From New York (DVD)

Endlich ist sie raus ... die lange versprochene und immer wieder verschobene DVD des Mega-Konzerts (siehe auch meine Kritik der 3er-CD Metropolis 2000). Neben der kompletten 'Metropolis Pt. 2 - Scenes From A Memory' sind noch folgende Live-Titel auf der DVD: A Mind Beside Itself, Learning To Live und das komplette A Change Of Seasons. Zusätzliche Features sind eine 'Behind The Scenes-Dokumentation und eine Photo-Gallery. Aber der eigentliche Gag kommt noch. Auf einer zweiten Tonspur kann man sich während des Metropolis-Teils den Audio-Kommentar der Band anhören, der hochinteressant aber manchmal auch ganz schön lustig ist. Insgesamt eine klasse DVD. KAUFPFLICHT

Dream Theater - Six Degrees Of Inner Turbulence

Nach meinem - zugegebenermaßen subjektiven - Geschmack folgt die Veröffentlichung einer Dream Theater - Studio-CD einer einfachen Regel. Zuerst eine schlechte CD (When Dream And Day Unite) dann eine gute CD (Images And Words) dann eine schlechte CD (Awake) dann eine gute CD (A Change Of Seasons) dann wieder eine 'relativ' schlechte CD (Falling Into Infinity) und dann wieder der Überhammer (Metropolis Pt. 2 - Scenes From A Memory, die ich als absoluten Meilenstein der Rockmusik bezeichnen möchte). Also wäre jetzt wieder an der Zeit, Schrott auf den Markt zu werfen. Und wer jetzt eine 'Metropolis Pt. 3' erwartet, wird auf jeden Fall enttäuscht. Dream Theater gehen mit 'Six Degrees Of Inner Turbulence' völlig futuristische Wege, was Sound, Ideen und Musik-Experimente betrifft. CD 1 beinhaltet 5 Songs, CD 2 lediglich den 42-minütigen Titel-Track, der in 8 Parts unterteilt ist.
Aber nun von Anfang an: Los gehts mit 'The Glass Prison', der wohl bis jetzt härteste Song, den Dream Theater je aufgenommen haben (laut Drummer Mike Portnoy wurde der Song nach dem Besuch eines Pantera-Konzerts geschrieben ... kein Wunder also). Prog-Fans werden wohl die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, ob die Jungs jetzt völlig ballaballa sind. Aber hört's Euch mal an, das knallt voll rein. 'Blind Faith', Stück Nummer 2, beginnt eher Dream Theater - mäßig und eher ruhig, sehr klavierlastig und mit einem eher langweiligen Gesang. Aber nach einer Minute (von 10) gehts dann doch besser zur Sache. Insgesamt erinnert mich der Song an die 'Falling Into Infinity' - Phase. Also nicht wirklich was berauschendes (Gott sei Dank steigert sich Sänger LaBrie im Laufe des Stückes dann doch noch). Bei 'Misunderstood' dann zeigen Dream Theater, wie es musikalisch in Zukunft weitergehen kann. Dort stecken zahllose Klangdetails, die bis jetzt von Dream Theater noch nie verwendet wurden. So wurden (laut Portnoy) einige Drum-Spuren in doppelter Geschwindigkeit aufgenommen, um sie dann langsamer abgespielt in den Song einbinden zu können. Ein geniales Meisterwerk. 'The Great Debate', Song Nummer 4, beginnt mit sagenhaft groovigem Drumming mit hinterlegten TV-Sequenzen um dann zusammen mit Petrucci's Gitarre und (endlich mal merklichem) Myung-Bass abzugehen. Ein echter Dream Theater - Song, mit allem, was das Prog-Metal-Herz begehrt. Zum Abschluss der ersten CD gibt's dann noch 'Disapper', einer wieder mir vielen interessanten Klangeffekten vollgestopften Ballade, bei der Sänger James LaBrie endlich zur Höchstform aufläuft. Die 'Halbzeit-Analyse' lautet von mir dann wie folgt: Dream Theater haben es mal wieder geschafft, alle zu überraschen.
Meiner Meinung nach kommt das eigentliche Highlight von 'Six Degrees Of Inner Turbulence' aber auf CD 2. Ein 42-minütiges Meisterwerk, was dann auch den eingefleischten Dream Theater - Fan überzeugen muss. Es beginnt mit einer 7-minütigen Klassik-Metal-Overtüre (nur geil) und wandert im Laufe des Stückes von Metal über Prog zu fast Musical und zeigt einfach mal wieder, daß Dream Theater eine Klasse für sich sind. Einfach SUPER.
Dream Teater sind auf dem Besten Wege, (Prog-) Musik neu zu erfinden. Ich bin echt mal gespannt, was den Jungs noch einfallen wird. Insgesamt sind sich noch mehr abgekommen von Frickel-Orgien (diesen Teil ihrer Musik leben sie offensichtlich in ihren Side-Projekten aus) und die Musik ist etwas keyboard-lastiger geworden. Außerdem ist auffallend, daß Sänger James LaBrie irgendwie das fünfte Rad am Wagen zu sein scheint. Er durfte lediglich die Lyrics zu 2 Songs beisteuern. An der Musik ist er gar nicht mehr beteiligt. Aber solange er uns dann weiterhin mit seinem Mullmuzzler-Projekt beglückt und Dream Theater auch weiterhin so geniale Musik machen, soll's auch recht sein. Auf jeden Fall fällt es mir nicht schwer, für dieses Meisterwerk die Höchstpunktzahl zu vergeben. Und somit bestätigen Ausnahmen die Regel. Dream Theater haben es geschafft, 2 Hammer-Studio-Alben hintereinander zu veröffentlichen.

Dream Theater - Train Of Thought

Ich glaube es ist ganz schön schwierig, eine Dream Theater - CD zu bewerten, wenn die zwei Vorgänger-Alben als absolutes Meisterwerk (Metropolis Pt. 2) bzw. würdiger Nachfolger (Six Degrees ...) angesehen werden müssen. Voller Vorfreude die CD gekauft, ausgepackt, in den CD-Player gelegt, gestartet ... und ... hä ??? ... Metallica ?? Hmm ... also zumindest der Opener 'As I Am' klingt vom Stil her aber wirklich voll nach Metallica (würde nicht James LaBrie singen ... der ist halt schon typisch Dream Theater). 'This Dying Soul' beginnt dann mit Drum-Gewitter und fettem Gitarren-Riff und an was erinnert mich das ?? Metallica ?? Schon wieder ?? Gott sei Dank fängt Petrucci an, mit seinem typischen Gitarren-Brett zu wimmern und der Song mutiert zu einer Auskopplung von 'Six Degrees ...'. Nur die ab und zu verzerrte Stimme im Stile von Nu-Metal passt ja überhaupt nicht zu Dream Theater. Was soll das ?? Wollen wir uns beweisen, dass wir alle kopieren können ?? Aber am Schluß gibt's dann endlich ne Frickel-Orgie, die uns wieder daran erinnert, wer hier spielt (hätte auch auf einer 'Liquid Tension - CD' sein können. 'Endless Sacrifice' läßt uns dann kurz verschnaufen (sehr ruhiges Intro mit genial gefühlvollem Gesang wie auf der Metropolis 2), es dauert aber kaum 2 Minuten, dann sind wir auch schon wieder wach. Der Song hätte aber wirklich locker auch auf die Metropolis 2 gepasst. 'Honor Thy Father' beginnt dann wie ein übler Song von Metallicas 'St. Anger', wird dann aber doch noch ein ganz netter Song. Dann wird's richtig komisch. Knapp 3 Minuten haben die Jungs Sänger LaBrie geopfert, um einen Text unterzubringen (ansonsten taucht er bei Musik / Text nicht auf), und herausgekommen ist der Song 'Vacant' (herrlich gesungen und nur von Piano und Bass begleitet), der dann zumindest als Opener für das dann folgende 11-minütige Instrumentalstück 'Stream Of Consciousness' taugt (in dem so alle möglichen Dream Theater - Phasen der letzten knapp15 Jahre verarbeitet wurden). Die CD endet mit dem 14-Minuten-Opus 'In The Name Of God', dem vielleicht typischsten Stück Dream Theater auf der ganzen CD. Fazit: Wer die CD zum ersten Mal hört, ist wahrscheinlich geneigt, das Teil in die Ecke zu werfen und nie mehr in den Player zu schieben. Sperrig, kompliziert und irgendwie nicht Dream Theater. So ging's mir. Der zweite Versuch war dann im Auto ... da musste ich die Scheibe aber wieder aus machen, sonst wäre ich noch gegen eine Hauswand gefahren. Zu Hause dann noch ein paar mal durchgequält und mit der Zeit wird 'Train Of Thought' immer besser. Kein absolutes Meisterwerk aber auf knapp 70 Minuten gibt es stilmäßig Dream Theater der letzten 15 Jahre im Kurzdurchlauf gepaart mit dem Beweis, dass sie auch Metallica mögen.

Gast-Kritik von Daniel Bollinger
Für viele DT-Fans dürfte dieses Album vor allem zwei Dinge darstellen: Zunächst einmal einen Schock und danach wahrscheinlich eine Enttäuschung. So etwas hat wohl niemand von den Prog-Helden erwartet: heftige Thrash-Metal-Riffs, verzerrte Vocals und sogar – ebenfalls verzerrt – eine Rap-Einlage. Doch natürlich gibt es auch die typischen DT-Trademarks. Und diesen steht das harte neue Gewand meiner Meinung nach sehr gut. Ich habe selten einen Song gehört, der auf so geniale Weise Power und Melodie verbindet wie "This Dying Soul" oder auch die bombastischen Parts in "Endless Sacrifice". Und ich habe noch nie ein 11-minütiges Instrumental gehört, das zu keiner Sekunde langweilt ("Stream of Consciousness"). Ich muss sagen, der für mich schwächste Song des Albums ist gerade der traditionellste, nämlich der Rausschmeißer "In The Name of God". Also, um es kurz zu machen: Gemessen an und verglichen mit den bisherigen DT-Outputs, sozusagen aus der Sicht eines "strengen" DT-Jüngers würde ich sagen: 7 von 10 Punkten. Betrachtet man T.O.T jedoch einmal gelöst vom Background muss man für ein wirklich innovatives und eigenständiges Album 9,5 von 10 Punkten geben.

Dream Theater - Octavarium

Sicherlich ist die Prog-Metal-Überband 'Dream Theater' immer für eine Überraschung gut. Denn kennt man den letzten Output 'Train Of Thought' und die Äußerungen von Herrn Oberarroganz Portnoy in Bezug auf Sänger James LaBrie (passt nicht zu Dream Theater, würde er nie wieder als Sänger nehmen usw., was man bei den Vocal-Parts von T.O.T. auch deutlich merkt ... mehr gemobbt kann ein Sänger eigentlich nicht), hätte man eigentlich ein rein instrumentales Album erwarten müssen. Aber weit gefehlt ... in meinen Augen ist auf 'Octavarium' James LaBrie fast dominant und darf herrliche Melodie-Linien singen, die ihm wie auf den Leib geschrieben sind. Manchmal glaube ich, die Jungs von Dream Theater reden einfach nur Käse damit was gesagt ist und die nervigen Journalisten wieder abrücken. Naja, was soll's ... nachdem ich bekanntermaßen ein Liebhaber von James LaBrie bin, kann ich ja nicht meckern.
Fette 75 Minuten warten auf den Hörer und nicht mal bei der arg schmalzigen Ballade 'The Answer Lies Within' kommt auch nur eine Sekunde Langeweile auf. Und wer glaubt, Dream Theater machen im Härtegrad da weiter, wo sie mit 'Train Of Thought' aufgehört haben, also auf Metallica-Niveau, wird auch etwas überrascht sein, denn 'Octavarium' ist das melodischste und songorientierteste Album seit 'Falling Into Infinity'. Massenweise Prog-Zitate von U2 (!! 'I Walk Beside You') über Muse ('Never Enough') bis zu Dream Theater - Gefrickel natürlich ('Panic Attack'). Absolutes Highlight ist allerdings das 24-minütige Titelstück. Die Text-Zeile
"Sailing on the seven seize the day tripper diem's ready
jack the ripper owens wilson phillips and my supper's ready
lucy in the sky with diamond dave's not here I come to save the
day for nightmare cinema show me the way to get back home again ... und so weiter und so weiter"
sagt da eigentlich schon alles, denn von alten Genesis über Pink Floyd bis allen möglichen sonstigen Konsorten (okay, warum die Beach Boys jetzt da genannt werden ist mir nicht so klar) wird hier alles 'positiv' durch den Kakao gezogen. Sozusagen ein neues 'Big Medley' der 'A Change Of Seasons' in eigenen Worten und Noten und somit schlicht genial. Wer von 'Six Degrees ... ' und 'Train Of Thought' doch ein bißchen enttäuscht war, wird von 'Octavarium' wieder hellauf begeistert sein. Nur die von vielen meiner Kritiker-Kollegen entdeckten Marillion-Keyboards aus alten Tagen konnte ich beim besten Willen nicht heraushören. Aber man kann ja nicht alles haben. KAUFEN !!

Dream Theater - Live At Budokan

Nach nur zwei Studio-CDs (Six Degrees ... und Train Of ...) schon wieder eine 3-fach Live-CD. Hat das sein müssen ? Als Dream Theater - Fan kommt von mir hier ein ganz klares JA, denn beim Vergleich mit der letzten Live-CD (die auch 3-fache 'Live Scenes From New York) gibt es bei der Song-Auswahl kaum Überschneidungen ('Beyond This Life' ist der einzige Song, der auf beiden CDs verewigt wurde ... wobei sich die 'neue' Version der Budokan-CD durchaus lohnt). Genialer Sound ist logisch und die Musik-Auswahl legt natürlich das Hauptaugenmerk auf die letzten zwei Studio-Scheiben. Aber auch ein paar Uralt-Perlen (wie 'Only A Matter Of Time' von der allerersten Dream Theater - CD) und Ausflüge zu Liquid Tension Experiment sind vertreten. Alles in allem muss man das Teil natürlich mal wieder haben, wenn einem die Kinnlade runterfallen soll bei solch perfekten Live-Musikern.

Dream Theater - Score (3-fach-CD / Doppel-DVD)

Sicher wird sich der eine oder andere Musikliebhaber fragen, ob es wirklich notwendig ist, dass Dream Theater nach jeder Studio-CD und jeder Tour wieder ein dickes Paket an CDs und DVDs herausbringen muss, um die Live-Qualitäten wieder mal zur Schau zu stellen. Aber wer sich in der Musik-Szene ein bißchen auskennt wird ja wissen, dass Dream Theater neben den früheren Marillion und dann Fish eine der Bands waren, von denen illegale Live-Bootlegs auf den Markt geworfen wurden. Und damit diesen Typen das Handwerk gelegt wird und sie sich an dem meist qualitativ minderwertigem Zeugs auch nicht mehr goldene Eier verdienen können, gibt es eben von jeder Tour einen offiziellen Mitschnitt. So jetzt auch von der letzten Tour nach dem Octavarium-Album. Aber ... wenn man jetzt ein normales Dream Theater - Konzert erwartet, wird man vielleicht etwas überrascht sein, denn 'Score' beinhaltet ein Jubiläums-Konzert zum 20-jährigen Bestand der Band, aufgenommen in der Radio City Music Hall in New York ... und teilweise zusammen mit einem klassischen Orchester. Und genau DAS macht dieses Konzert so genial und anders. Denn gerade so symphonische Songs wie das komplette 'Six Degrees ...', 'Octavarium' oder auch die Hammer-Ballade 'The Answer Lies Within' wirken zusammen mit dem Orchester noch um klassen Besser und Gänsehaut ist garantiert. Außerdem haben Dreamt Theater darauf geachtet, dass im Vergleich mit den letzten Live-Outputs (Budokhan, Live Scenes From New York) keine oder nur ganz wenige gleiche Songs vertreten sind (lediglich 'The Spirit Carries On' und 'Metropolis' sind doppelt). Ein MUSS für jeden Dream Theater - Fan. Aber noch mehr ein MUSS ist die dazu passende Doppel-DVD mit dem gesamten Konzert in brillianter Ton- und Bildqualität sowie auf der Bonus-DVD dann hochinteressante Interviews mit den Musikern und alte Aufnahmen, die die letzten 20 Dream Theater - Jahe nochmal Revue passieren lassen ... einfach klasse. KAUFEN !!!!

Dream Theater - Systematic Chaos

Hmm ... die neue Dream Theater rotiert jetzt schon ein Weilchen in meinem CD-Player. Aber so richtig warm bin ich mit dem Teil noch nicht geworden. Irgendwie fehlt mir entweder der intellekte Zugang oder die CD ist schlichtweg nicht so der Überflieger wie die übrigen Dream Theater - Veröffentlichungen. Irgendwie ist aber auch alles schon mal dagewesen (und nur anders zusammengestückelt). Das fängt beim 9-Minuten-Opener 'In The Presence Of Enemies - Part 1' an, der an die Frickel-Orgien von 'Metropolis 2' erinnert und zieht sich eigentlich wie ein roter Faden durch die kompletten knapp 79 Minuten durch. Wundervolle melodische Parts gemischt mit musikalischem Chaos, LaBrie singt eigentlich wie immer (also hart ausgedrückt seine 5 Töne die er perfekt kann) und nach dem Durchhören der Scheibe fragt man sich tatsächlich, ob das jetzt gut oder schlecht war. Nein, schlecht ist es auf keinen Fall, nur eben etwas gewöhnungsbedürftig, weil so jeder Song seine Kompliziertheiten hat und man eigentlich nie durchschnaufen kann. Höchstens vielleicht der zweite Song 'Forsaken' (schönes langsames Lied), der allerdings als 'Break' dann eindeutig zu früh kommt. Das wünscht man sich eher nach 40 Minuten als kleine Pause. Auch 'wir können Metallica' (beim dritten Song 'Constant Motion') ist schon mal dagewesen.
Naja, ich gebe der CD noch diverse Durchläufe. Vielleicht zündet sie ja noch.

Auf jeden Fall empfehlenswert ist aber die Limited Edition mit ner Bonus-DVD mit dem kompletten 5.1-Mix sowie einem 90-minütigen Film über die Entstehung der CD.

Dream Theater - Made In Japan

Dream Theater sind ja dafür bekannt, dass sie schon mal bei nem Kozert eine komplette CD von einer anderen Band nachspielen. Und was würde da passender sein, als in Japan die fast non plus ultra Live-CD von Deep Purple 'Made In Japan' zu zelebrieren. Gesagt, getan. Denn am 15.01.2006 wurde in der NHK Hall in Osaka (Japan) dieses Konzert abgeliefert. Und was soll ich sagen? Wirklich gelungen. Zwar ist der Sound nicht gerade berauschend (aber die CD läuft ja auch unter 'Official Bootleg' und wurde beim band-eigenen Label YTSEJAM-Records veröffentlicht) aber irgendwie hat man den Eindruck, als ob Dream Theater wirklich jeden Ton identisch nachspielen wollten. Da ist fast kein Unterschied zum Original. Außer Sänger James LaBrie, der natürlich mit seiner Stimme weit weg vom Original ist (damals sang ja glaube ich Ian Gillan bei Deep Purple). Für Sammler sicher ein Must-Have. Leider gibt es die CD nur über die Band-Homepage (und damit in Amerika für ein Schweinegeld) oder jetzt auf der Tour zu kaufen (die ja leider in Deutschland schon durch ist).

Dream Theater - Chaos In Motion 2007 - 2008 (2 DVDs/3CDs)

Da ist sie also wieder ... die obligatorische DVD zur vergangenen Tour. Dieses Mal in der Luxus-Edition 2 DVDs und 3 CDs und das zum zur Zeit Schnäppchen-Preis von ca. 25 Euro. Keine Ahnung, warum das Package so billig verkauft wird (ohne die 3 CDs kostet das Teil um die 20 Euro), aber man will wohl mal wieder den ganzen Bootleggern ein Schnippchen schlagen. Denn für die paar Kröten kann jeder Interessierte auch das Original kaufen und nicht irgend eine beschissene Bootleg in mäßiger Qualität. Und Fan-Freundlich ist das natürlich auch noch. DVD 1 beinhaltet Live Performances, betitelt mit 'Around The World In 180 Minutes'. Und das sagt auch schon aus, dass hier nicht ein Konzert komplett (wie sonst immer auf Dream Theater Live-DVDS) aufgenommen wurde sondern von verschiedenen Locations einzelne Stücke drauf sind. So ist vom 'Ahoy' in Rotterdam bis zum Luna Park in Buenos Aires alles mögliche vertreten. Macht aber dem Seh-Genuss keinen Abbruch, denn insgesamt ist eine komplette Setlist der Tour verewigt. Leider ... und ich meine das wirklich so ... sind zwischendurch ab und zu ein paar Musiker-Kommentare eingefügt, die dann doch den Konzert-Genuss ein bißchen trüben. Da wollte man wohl irgendwie die Schnitte zwischen den einzelnen Locations ein bißchen verbergen. DVD 2 ist dann der übliche Schnickschnack (Behind the road, Promo Videos, Live Screen Projection Films, eine Stage- und Backstage Tour mit Herrn Portnoy sowie einer Photo Gallery). Und die 3 Audio-CDs haben dann noch das auf DVD verewigte Live-Zeugs drauf. Insgesamt für den Preis ein unschlagbares Angebot und Dream Theater - Fans können zugreifen.

Dream Theater - Black Clouds & Silver Linings

Wow ... was für ein Album. Das Fazit schon mal zuerst ... die beste Scheibe von Dream Theater seit Metropolis Pt. 2.
Jetzt schon zig mal gehört und kein Ton ist langweilig. Kraftvoll (schon der Beginn von 'A Nightmare To Remember'), aggressiver Gesang von James LaBrie, der auf 'Black Clouds & Silver Linings' sicher seine bis jetzt beste Leistung bei Dream Theater bringt (auf seinen Solo-CDs singt er ja eh eine Klasse besser wie bei der Band), nicht mehr aus dem Kopf gehende Melodie-Linien, Tempo-Wechsel, atemberaubende Instrumental-Parts. Und das war jetzt nur die Beschreibung des ersten Songs, bei dem es um einen Autounfall von John Petrucci aus seiner Kindheit geht. Über 16 Minuten einfach grandios. Dann folgt 'A Rite Of Passage', das am Anfang durch die sägenden Gitarren-Riffs voll nach Metallica klingt und LaBrie hier eine ganz andere Facette seiner Stimme zeigt. Und zum Ende hin (nach so 5 Minuten) wird das Teil zuerst zum Metal-Kracher und dann zu einer Reinkarnation von Metropolis Pt. 2 - Parts. Nach 'The Spirit Carries On' die wohl schönste Ballade die Dream Theater jemals geschrieben hat ist 'Wither', genial gefühlvoll gesungen, ein Jahrhundert-Refrain, ein tolles Gitarren-Solo. Einfach nur der Hammer. 'The Shattered Fortress', auch wieder knapp 13 Minuten lang, ziemlich aggressiv, fast ein paar Growls, und nach 7 Minuten plötzlich ganz ruhig und nachdenklich werdend. Übrigens der letzte von insgesamt 12 Dream Theater Songs über die Alkoholprobleme von Herrn Portnoy. Und dann plötzlich Original-Passagen von alten Dream Theater - CDs eingestreut. Was für eine geile Idee und wie passend. Auch ein grandioser Song. Es folgt 'The Best Of Times' (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Stück von Styx ... hier verarbeitet Mike Portnoy den Tod seines Vaters), auch eher eine Ballade mit tollem Piano-Intro, dann der bombastische Einsatz der restlichen Musiker. Und ein Wechsel zwischen Mid-Tempo-Stück und richtig ruhig-melodischen Passagen. Auch ein Song der einem nicht mehr aus dem Kopf geht. Und dann folgt noch das Herzstück der Scheibe, das über 19-minütige 'The Count Of Tuscany'. Wieder ruhig beginnend, dieses Mal mit akustischer Gitarre, dann Einsatz der E-Gitarre (was hat Petrucci nur für ein Feeling) und es folgen die typischen Dream Theater - Merkmale. Ein bißchen Gefrickel, abrupte Tempo-Wechsel, plötzlich wieder zurückkehrend zur Melodie, dann wieder geiler Gesang von LaBrie, ein Hammer-Gitarrensolo und fast am Ende dann ein Part, der auch von Pink Floyd sein könnte mit der wimmernden Gitarre und ganz am Schluss nochmal ein LaBrie vom Feinsten mit bombastischem Ende.
Diese CD MUSS man unbedingt haben. Da gibt es keinen Zweifel. Würde ich auf meiner Homepage noch Punkte vergeben, das wäre eine glatte 10 !!

In der limitierten Fassung, die nur ein paar lächerliche Euro mehr kostet, gibt es dann noch die komplette CD als Instrumental-Version (wobei ich nicht verstehen könnte, warum man sich dieses Meisterwerk ohne den Gesang von James LaBrie antun sollte) sowie einer CD mit 6 Cover-Versionen von Rainbow bis Queen ... wobei ich der Ehrlichkeit sagen muss, dass ich über das erste Stück 'Stargazer' (von Rainbow) nicht hinausgekommen bin, weil das sowas von grottenschlecht ist, dass ich mir die restlichen Stücke nicht antun wollte. Vielleicht habe ich was verpasst :-)

Dream Theater - A Dramatic Turn Of Events

Das erste Album nach dem Ausstieg (und versuchten Wieder-Einstieg) von DT- Urgestein Mike Portnoy und jetzt mit Neu-Drummer Mike Mangini. Viele Fans der Band haben ja befürchtet, dass das das Ende der Band sein wird und es jetzt stetig abwärts geht. Also diese Angst kann ich jetzt schon mal nehmen. Auch die Post-Portnoy-Aera wird eine erfolgreiche Zeit für DT sein. Denn stilistisch hat sich nicht wirklich viel geändert. Was natürlich auch damit zu tun hat, dass sich das Songwriting Herr Portnoy und John Petrucci bis jetzt ja immer geteilt haben und jetzt eben Petrucci die Haupt-Verantwortung trägt. Er hat fast alle Lyrics geschrieben (bis auf einen Song von James LaBrie und einer Zusammenarbeit mit John Myung) und ist auch an der Musik von allen Songs beteiligt. Musikalisch bewegen sich DT weitestgehend im Fahrwasser des Vorgänger-Albums ‘Black Clouds ...’, wobei ich zugeben muss, dass ‘A Dramatic Turn Of Events’ nicht ganz so eingängig und leicht verdaulich ist. Mit ‘Black Clouds ...’ bin ich nach dem ersten Hören schon richtig warm geworden und konnte im Prinzip beim zweiten Durchlauf die Songs schon halb mitsummen. Das funktioniert hier leider ... oder glücklicherweise ... nicht. Es braucht schon ein paar Durchläufe, bis die Scheibe so richtig gefällt. Insgesamt habe ich aber den Eindruck, dass die Band irgendwie befreiter wirkt als noch unter den ‘Zwängen’ von Mike Portnoy. Und auch die in letzter Zeit gequälten Versuche, nach Bands wie Muse oder Radiohead zu klingen sind zum Glück vorbei. Deswegen kann man hier wohl von einem klassischen Dream Theater Album sprechen, dass die Fans der Band nicht enttäuschen wird. Mal sehen wie’s weiter geht.

Dream Theater - Dream Theater (VÖ: 20.09.2013)

Dream Theater goes Cinema. Könnte man zumindest meinen, wenn man den Einsteiger ‘False Awakening Suite’ hört, der auch noch 3 Teile bei einer Länge von nicht mal 3 Minuten hat. Interessanter Einstieg in ein neues Meisterwerk der Prog-Götter, die so von sich überzeugt sind, dass sie noch nicht mal einen Titel für die neue CD rausgesucht sondern sich schlichtweg mit ‘Dream Theater’ betitelt haben.
Hat man erst mal das Intro überlebt, geht’s mit ‘The Enemy Inside’ gar heftig zur Sache. Das ist auch der Song der vor der Veröffentlichung auf Youtube abgestellt wurde um Lust auf mehr zu machen. Wobei ‘The Enemy Inside’ eigentlich eher untypisch für die neue Scheibe ist. Melodisch, hart, ohne viel Gefrickel und vielleicht noch der Song der am ehesten auch auf die Vorgänger-CD ‘A Dramatic Turn Of Events’ gepasst hätte. Und hier wären wir schon am entscheidenden Punkt. Offensichtlich hat es Neu-Drummer Mike Mangini geschafft, durch seine Songwriting-Beiträge (auf ‘Dream Theater’ ist er ja von Anfang an dabei) frischen Wind in die Band zu bringen. Der folgende Song ‘The Looking Glass’ erinnert mich bei ein paar Akkord-Folgen an Songs von ‘Black Clouds ...’. Hat man die drei Songs ‘überlebt’ (was ich positiv meine) gibt’s dann wirklich Neues und Überraschendes. Ein richtig geiles ‘Enigma Machine’, zuerst chaotisch, dann ein geniales Gitarrensolo und dann das volle Schlagzeug-Brett das Portnoy vergessen lässt. Die obligatorische Power-Ballade (‘The Bigger Picture’) darf auch nicht fehlen und hier glänzt im Mittelteil mal wieder Petrucci mit so einem von gefühlvollem Gitarrenspiel dass man Gänsehaut bekommt und LaBrie darf auch glänzen. Episches Zeug kann er halt. Einfach genial. ‘Behind The Veil’ besticht mit einem Refrain der einem nicht mehr aus dem Kopf geht (und ansonsten ein typischer Dream Theater - Song ist), ‘Surrender To Reason’ schlägt in die selbe Kerbe, mit ‘Along For The Ride’ gibt es dann die ‘richtige’ Ballade und dann folgt der Höhepunkt ‘Illumination Theory’ mit über 22 Minuten der längste Song und hier werden nochmal alle Prog-Register gezogen. Hammer.
Ganz ehrlich fand ich die neue Scheibe beim ersten Hören fast langweilig aber mit jedem Durchgang mehr wurde sie besser und besser und es gibt immer wieder Neues zu entdecken. Und das macht die CD so spannend. Muss man haben. Und in der limitierten Version gibt’s dann noch ne DVD mit einem 5.1 Audio Mix.

Dream Theater - Live At Luna Park (BluRay, 2 DVD, 3 CD (VÖ: 01.11.2013)

Auf Dream Theater kann man sich einfach verlassen. Zu jeder Studio-CD folgt eine ausgiebige Welt-Tournee und danach natürlich ein fettes Live-Paket. So auch nach der ‘A Dramatic Turn Of Events’ - CD. Natürlich kann man sich fragen, ob sich der Kauf einer jeden Live-Veröffentlichung überhaupt lohnt. Und jedes Mal muss ich sagen JA. Und das gilt umso mehr für ‘Live At Luna Park’, aufgenommen an zwei Abenden in Buenos Aires ... vor allem wenn man die (immerhin knapp unter 50 Euro kostende) total fette Deluxe Edition kauft. Verpackt in (fast) LP-Größe gibt es neben einem dicken Booklet mit vielen tollen Fotos 3 CDs (die separat nicht zu kaufen sondern nur in der Deluxe Edition erhältlich sind), 2 DVDs und eine Blue-Ray mit einer Set-List vom Feinsten. Neben allen Songs der ‘Dramatic Turn - CD’ gibt es noch Berge von älteren Songs, die teilweise auf den anderen Live-Scheiben nicht mit drauf waren. Ein ‘Behind The Scenes’ und sonstigen Schnickschnack gibt es dann auch noch. Mehr Worte wären einfach zuviel, denn Sound, Kameraführung und Songauswahl sind einfach perfekt. Muss man haben!

Dream Theater - Breaking The Fourth Wall BluRay / 2 DVD (VÖ:26.09.2014)

Und jährlich grüßt das Murmeltier. Studio.CD, Welt-Tournee, Live-Output. Ich habe mich dieses Mal für die günstigste Variante entschieden. Die BluRay. 2 Euro billiger als die Doppel-DVD und viel billiger als das fette Paket mit zusätzlich 3 CDs, das im Moment nur über die Band-Homepage zu erwerben ist. Aber so wie ich Dream Theater kenne, gibt es irgendwann einen Nachschlag und die CDs kann man auch im freien Handel erwerben.
Ich muss dazu sagen, dass ich auf der Tour war (in Ludwigsburg in der Arena) und es war mein erstes DT-Konzert, das ich vorzeitig verlassen habe. Scheiß Sound, Scheiß Song-Auswahl, Scheiß Halle. Und ich habe mir lange überlegt, ob ich mir überhaupt die BluRay kaufen soll. Aber was soll’s ... Notleidende Künstler mit 18 Euro unterstützt.
Aufgenommen wurde das Konzert im Boston Opera House und der Sound ist brillant, die Kameraführung exzellent und die Song-Auswahl genauso scheiße wie auf dem von mir besuchten Konzert. Denn auf dieser Tour haben Dream Theater anscheinend auf jedem Konzert die gleiche Setlist gehabt (was eher ungewöhnlich ist). Hauptaugenmerk wurde natürlich auf den neuesten Studio-Output gelegt und leider viel zu viel von der ‘Awake’ (die ich persönlich nicht mag) gespielt. Und dann natürlich noch quer Beet ein paar andere Scheiben gestreift. Insgesamt dann natürlich eine sehr veränderte Setlist gegenüber der letzten Live-Veröffentlichung, so daß wenigstens hier ein Kaufgrund bestehen könnte.
Nett ist noch, dass bei den Zugaben (4 Songs der Metropolis II) das Berklee College Of Music Orchestra mit Chor auftreten darf. Aber Dream Theater mit Orchester ist ja jetzt auch nicht wirklich was Neues. Muss man nicht unbedingt haben.

Dream Theater - The Astonishing (VÖ:29.01.2016)
Jetzt wird’s echt schwer, denn mit ‘The Astonishing’ haben Dream Theater ein Werk abgeliefert, das im Netz sowas von kontrovers diskutiert wird. Von genial bis der größte Scheiß, den die Band jemals veröffentlicht hat ist alles vertreten. Und lustigerweise halten sich die 2 Parteien die Waage und es gibt kaum eine Meinung dazwischen.
Was ist ‘The Astonishing’? Am besten umschreibt man es vielleicht mit dem Wort Rock-Oper. Darauf deutet schon mal der 2. Opener ‘Dystopian Overture’ hin, der diverse Songstrukturen aufnimmt, die sich im Laufe der 130 Minuten (!!) immer mal wieder wiederholen. 2 Akte (Act 1: 20 Songs, Act 2: 14 Songs), eigentlich kein eigenständiger Song (naja, eventuell ganz am Schluss ‘Astonishing’ wenn man 1 1/2 Augen zudrückt). Eine hochkomplizierte Geschichte: Grob geht es darum, dass es irgendwann in der Zukunft den Menschen verboten ist, Kunst zu erschaffen. Musik wird nur von sogenannten Noise Machines (NOMACS) gemacht und verursacht bei den Menschen totale Teilnahmslosigkeit. Eines Tages entdeckt der Protagonist Gabriel in einem Dorf mit Namen Ravenskill sein musikalisches Talent und weckt somit Aufmerksamkeit sowohl bei den bösen Herrschern als auch bei einem (vielleicht nicht so bösen) Rebellenführer, der in Gabriel den Retter der Menschheit sieht. Schmalzig wird’s auch noch weil sich die Tochter des Bösen noch in Gabriel verliebt und am Ende sich natürlich alle lieb haben. Eigentlich eine nette Story für eine Rock-Oper, aber irgendwie schon mal dagewesen. Egal, ganz ehrlich erschließt sich die Geschichte alleine durch das Mitlesen der Texte eh nicht wirklich. Deswegen haben Dream Theater auch angedroht bzw. angekündigt, auf der nächsten Tour das komplette Werk mit viel visueller Unterstützung darzubieten. Dann wird es wahrscheinlich sein wie schon bei Metropolis Pt. 2 - Scenes From A Memory (immer noch die geilste Platte von DT), als auch erst durch die Video-Unterstützung bei Konzerten die Geschichte so richtig verstanden wurde. So ging es wenigstens mir.
Was ich ziemlich frech finde ist, dass z.B. in Amazon schon am Tag der Veröffentlichung dieses Werks Berge von Kritiken veröffentlicht wurden von Leuten, die die Scheibe höchstens ein Mal gehört haben. Wenn überhaupt. Das ist VIEL ZU WENIG! bei 130 Minuten hochkomplizierter Story und auch Musik reicht das einfach nicht. 10 Mal. Mindestens. Auch wenn’s schwer fällt. Aber die Scheibe wird von Mal zu Mal einfach besser und durchsichtiger. Findet man am Anfang die 130 Minuten noch recht langweilig, seicht, wiederholend und langatmig, merkt man nach mehrfachem Hören doch, dass das alles einen Sinn macht. Hey, 130 Minuten Dream Theater - Gefrickel am Stück hätte niemand ausgehalten !!! Das braucht so eine Geschichte. Aber das ist genau das was ich oben geschrieben habe. Man mag es oder nicht, es wird nichts dazwischen geben. LaBrie hat noch nie so gut (und so viel) auf einer DT-Scheibe gesungen. Auch auf 130 Minuten Rock-Oper gibt es genügend Passagen, in denen Petrucci mit Gitarren-Gewimmer glänzen kann. Das (echte) Orchester passt hervorragend. Rudess darf auch ran. Myung spielt gekonnt gut. Schlagzeuger Mangini könnte man austauschen.
Wie bei der Geschichte zu erwarten ist, sind die Parts über die ‘Bösen’ etwas härter (eher Dream Theater) und wenn es um die Guten geht, wird es etwas seichter. Aber gehört halt zur Story. Für mich hätte es auch gerne mehr Böses gegeben :-)

Drei Kritikpunkte habe ich:
1. LaBrie singt mehrere Charakter. Leider alle gleich. Schwierig da mitzukommen. Da sind andere Werke in dem Stil (ich erinnere an Ayreon oder Avantasia), bei denen jeder Charakter durch einen anderen Sänger dargestellt wird, einfach besser und logischer.
2. Wie kann man nur ein Booklet, das man bei diesem Werk unbedingt braucht, fest in die Hülle kleben? Dämlicher geht’s nicht mehr.
3. Weiß auf weißen Wolken schreiben ist einfach nur dumm.

Aber sonst?: Es ist für mich ein Meisterwerk, das einfach Zeit braucht ... viel Zeit. Und warum veröffentlichen Dream Theater so ein kontroverses Werk? Ganz einfach weil sie es können und es ihnen wahrscheinlich egal ist, was die Gefolgschaft darüber denkt. Und das ist auch gut so. Selbstverwirklichung ist der beste Weg zum guten Prog!

Droga Del Espiritu - Luces Y Sombras

Auch wenn 'Droga Del Espiritu' einem ziemlich spanisch vorkommen wird, handelt es sich NICHT um eine Band von der iberischen Halbinsel sondern die Jungs kommen aus dem Sauerland. Die Band gibt es eigentlich schon seit vielen Jahren, denn sie wurde bereits 1993 gegründet. 1995 waren sie sogar im Vorprogramm von 'Rage', nahmen 1997 ihre erste CD 'Estrellas' auf, nach 2 Trennungen wurde die Nachfolgeband 'Into Exit' gegründet (siehe meine Reviews) und nach dem Ausstieg von Steffi Lesic bei 'Into Exit' gibt's jetzt wieder eine Reunion mit allen Into Exit-Musikern (also Tobias Schmelzer - Gitarre, Tobias Latsch - Keyboards, Christian Pickhan - Bass und Torsten Urbanski - Drums) und dem ehemaligen Sänger Javier Fernandez Guirao. Und somit ist auch klar, woher der 'spanische Wind' weht, denn Javier singt (natürlich) auf spanisch. Nun habe ich ja in meiner CD-Sammlung einige spanische Bands vertreten (wobei ich hier vor allem Tierra Santa, Avalanch und Mägo de Oz nennen möchte, die allesamt zu empfehlen sind). Auch die Helden der Stille (Heroes del Silencio) hab ich natürlich in meinem Regal stehen. Und 'Heroes del Silencio' nennt Javier auch als seine Lieblingsband. Nun gut, außer 'Entre dos tierras' kann man meiner Meinung nach von der Band eigentlich nix anhören, alles andere klingt wie ein billiger Abklatsch, aber das tut ja hier nichts zur Sache.
'Luces Y Sombras', übrigens eine Doppel-CD (wer hätt's gedacht, die erste CD heißt 'Luces' und die andere CD 'Sombras'), geht auf jeden Fall in KEINE Richtung der genannten (spanischen) Bands. Und auch von 'Into Exit' sind die Jungs ein bißchen entfernt, was natürlich auch daran liegt, dass die Stimme von Steffi Lesic mit der von Javier Fernandez Guirao überhaupt nicht zu vergleichen ist und schon deshalb ein völlig anderer Sound herauskommt. Aber stellt man sich die Songs mit einer weiblichen Stimme vor, kommen natürlich schon ein paar Ähnlichkeiten zum Vorschein. Auch wurde auf der CD ein alter Into Exit - Song, nämlich 'Into It All' (von der zweiten CD 'With Angels High') nochmal aufgenommen, heißt jetzt 'Cancion Lunar' und klingt einfach ganz anders als das Original. Aber die alten Trademarks von 'Into Exit', nämlich überraschende Breaks in den Songs, sind immer noch vorhanden (hört Euch nur mal den Opener 'Sofia' an, den es übrigens auf der Homepage der Band unter
www.droga.de auch als Video zum Anschauen gibt). Und dieser Song zeigt auch, in welche Richtung die CD geht. Ein bißchen Prog-Metal, viel Gefühl, für 'normale' Ohren vielleicht eine etwas gewöhnungsbedrüftige Sprache und von vorne bis hinten tolle Melodien, die einem nicht teilweise mehr aus dem Kopf gehen. Und dass Steffi Lesic auch noch singen kann, hört man auf dem Song 'Delfines', denn dort trägt sie ein paar Gesangs-Parts bei. Jetzt auf alle 15 Songs einzeln einzugehen, würde den Rahmen sprengen, denn jeder Song hat etwas Besonderes. Die CD gibt es übrigens ab Ende der Woche (also Ende November 2009) zu kaufen, und das für schlappe 10 Euro über die Band-Homepage. Ich kann nur empfehlen, Euch dieses Meisterwerk zu besorgen. Ihr werdet nicht enttäuscht sein!

 

BuiltWithNOF

E

Eagles - Long Road Out Of Eden

Ja gibt's denn die auch noch !!! Gefühlte 50 Jahre nach der letzten Studio-Veröffentlichung überraschen uns die alten Haudegen mit einer neuen CD. In der Besetzung Glenn Frey, Don Henley, Joe Walsh und Timothy B. Schmit (also praktisch dem Uralt-Line Up) und Bergen von Gast-Musikern gibt's auf 2 CDs den typischen Eagles-Sound, also Slide-Guitar, mehrstimmiger Gesang und Melodien, die nach dem zweiten Hören nicht mehr aus dem Kopf gehen. Nix verlernt also. Dass die Jungs die Musik nicht neu erfunden haben, erübrigt sich fast zu erwähnen. Aber erwartet man das bei einer Eagles-CD? Nein, natürlich nicht. Wer die Musik schon immer gut fand (es gibt nichts besseres, als mit ner Eagles-CD im Player über einen amerikanischen Highway zu düsen), kommt an 'Long Road Out Of Eden' sicher nicht vorbei. Und einen Klassiker im Stile von 'Hotel California' könnte das Titelstück auch noch werden.

Eccles-Smith, Ian - Apsilene

Irgend ein Besucher meiner Homepage hat mir mal geschrieben, daß meine Homepage eigentlich Prog-Light heißen müsste, weil so richtige Prog-Musik gar nicht vertreten ist. Naja ... vielleicht kann ich ja mit der CD 'Apsilene' des britischen Multi-Instrumentalisten Ian Eccles-Smith ja ein bißchen über meinen Prog-Light-Schatten springen und mal eine CD kritisieren, die weit weg ist vom kommerziellen Prog. Das rein instrumentale Werk ist sehr sehr kompliziert und bedarf wirklich der ganzen Aufmerksamkeit des Hörers und ist absolut nicht dazu geeignet, nur nebenher gehört zu werden. Es ist absolut schwierig, Vergleiche zu anderen Bands oder Künstlern zu ziehen. Am ehesten fällt mir da noch Ex-Genesis-Gitarrist Steve Hackett (in seiner experimentellen Solo-Phase) ein oder vielleicht auch im weitesten Sinne Porcupine Tree (in früheren Tagen) ein. Ansonsten ist 'Apsilene' ein absolut eigenständiges Werk, dominiert von akustischer Gitarre und Keyboards. Ich würde einfach mal vorschlagen, daß Ihr auf www.ianesmith.com geht, Euch das eine oder andere Soundfile runterladet (die komplette CD gibt's als Download) und bei Gefallen die CD für schlappe 7,50 Pfund bestellt. Ich finde sie schlicht gesagt außergewöhnlich.

Echo Us - Echo Us

Eine meiner Entdeckungen im Jahr 2000 war die Debut-CD der amerikanischen Prog-Band Greyhaven, die ich zu meiner CD des Jahres gewählt hatte. Leider habe ich danach nie mehr was von der Band gehört oder gelesen. Anscheinend hat sich die Band nach der Veröffentlichung getrennt und die Musiker gingen verschiedene Wege. Und einer dieser Musiker, Gründungsmitglied, Keyboarder und Gitarrist Ethan Matthews, ist jetzt mit seinem neuen Projekt 'Echo Us' wieder aufgetaucht und hat eine CD im Alleingang eingespielt und produziert, lediglich auf einem Song unterstützt von Bassist Kai Kurasawa. Wer von 'Echo Us' jetzt allerdings Prog-Mucke im Stil von Greyhaven erwartet, wird beim Hören der CD wohl etwas überrascht sein, denn mit Prog-Musik im eigentlichen (und hier überwiegend besprochenen) Sinne hat Ethan Matthews nicht mehr so viel am Hut. Schon die ersten Sequenzen des Openers 'My Sirens' lassen vermuten, dass Herr Matthews wohl eher Keyboarder als Gitarrist ist, denn dieser instrumentale 3-Minüter lässt dann eher die Elektronic- und Ambient-Fraktion jubeln. Besser oder 'proggiger / melodischer' kommt dann schon das folgende 'Dreaming' daher, das in den 80ern, veröffentlicht von Soft Cell oder Blancmange, wahrscheinlich ein Hit geworden wäre. Ähnlich wäre es wahrscheinlich mit 'Directed Study' gelaufen, wäre es 20 Jahre früher veröffentlicht worden. Der Hammer ist aber das 11-minütige 'Her Hearts Army / White Wednesday', bei dem endlich auch mal in längeren Passagen eine Mike Oldfield-artige Gitarre wimmern darf. Das ist ja fast ein hypermodernes, halbelektronisches Tubular Bells. Klasse. Auch das dann folgende 'Who loves you', mit einem geilen Reggae-Rhythmus, gefällt mir ausgesprochen gut, auch wenn's etwas Easy-Listening-Musik ist. Sommer, Karibik, nen Caipirinha in der Hand und wegschweben. Etwas schräger und experimenteller geht es dann mit 'To Save You' und 'I Radiate I' weiter. Das Instrumentalstück 'Black Thursday' gefällt mir, als alter Elektronic-Liebhber, dann wieder ausgesprochen gut und mit 'In The Fall' (mit nem tollen Refrain ist die knapp 50-minütige CD auch schon wieder zu Ende.
Fazit: Wer Greyhaven erwartet, wird wahrscheinlich ein bißchen überrascht bis enttäuscht sein. Wer aber schon in den achtziger Jahren die Elekronik-Beats von Depeche Mode bis Visasge toll fand und sowas jetzt im neuen und modernen Kleid, gepaart mit leicht progressiven Einflüssen und ein paar wimmernden Gitarren hören kann, sollte Echo Us auf jeden Fall mal antesten. Auf der Homepage der amerikanischen Plattenfirma
www.absoluteprobability.com ist ein Link zu einem holländischen CD-Versand, der die Scheibe verkauft. Ob und wenn ja wo die CD in Deutschland erhältlich sein wird, ist mir leider zur Zeit nicht bekannt.

Echo Us - The Tide Decides

Von der ersten Solo-CD des Ex-Musikers von Greyhaven, Ethan Matthews, war ich ja schon ziemlich angetan. Recht elektronische Musik mit ein paar fetten Gitarren, leichte Einflüsse von 80er Jahren Elektronik-Pop und das alles in einem leichten, modernen Prog-Kleid. Lange war es jetzt ruhig um 'Echo Us' (wie das Projekt von Ethan Matthews ja heißt), doch mit 'The Tide Decides' hat der gute Mann noch einen draufgesetzt. Wunderschöne Melodien, tolle Stimme, geile Gitarre zwischendurch, ab und zu klingt's auch ein bißchen nach Ryuichi Sakamoto (wer erinnert sich nicht an den genialen Soundtrack von dem Film Furyo - Merry Christmas, Mr. Lawrence mit David Bowie in der Hauptrolle ... okay, das war 1983 und ist jetzt auch schon 26 Jahre her). Gegenüber der Debut-CD machen bei 'The Tide Decides' ein paar mehr Musiker mit. So ist Raclyn Olson an der Harfe, Teri Untalan an der Viola, Aaron Bell am Bass und Andrew Greene an den Drums. Den Rest übernahm aber mal wieder Ethan selbst. Wer auf elektronischen Prog steht, ist mit Echo Us mehr als gut bedient. Sollte man sich auf jeden Fall zulegen. Und erschienen ist die CD übrigens bei Musea, somit dürfte es dieses Mal leichter sein, an ein Exemplar zu kommen. Mehr Infos gibt es natürlich auch auf der Homepage von Echo Us.

Echo Us - Tomorrow Will Tell The Story

Nach ‘Echo Us’ und ‘The Tide Decides’ kommt mit ‘Tomorrow Will Tell The Story’ nun schon das dritte Solo-Werk von Ethan Matthews, der ja mal (und Ihr wisst es, wenn Ihr meine Reviews über die Vorgänger-CDs gelesen habt) Gitarrist und Keyboarder von ‘Greyheaven’ war. Aufgenommen wurde die Scheibe zwischen 2007 und 2010, dann wohl auch veröffentlicht und 2011 nochmal bearbeitet. Und jetzt gibt es das Werk auch in Europa (laut Ethan Matthews wird das Teil u.a. auch ab 20.03.2012 bei Just For Kicks vertrieben unter folgendem LINK). Mit dabei ist wieder Raelyn Olson an der Harfe, die ja auch schon bei der Vorgänger-CD ‘The Tides Decide’ mitmachen durfte. Die Vocals liefert dieses Mal ein gewisser (oder eine gewisse) ‘Henta’. Leider sagt mir der Name gar nichts. Alle anderen Instrumente hat wieder Ethan selbst übernommen und steuert auch wieder Vocals bei. Die letzte CD habe ich auch mit Werken von Ryuichi Sakamoto verglichen. Und wenn man den ersten drei Songs der Scheibe lauscht, wird dieser Vergleich noch viel stärker. Da ist schon eine riesige Ähnlichkeit vorhanden und ein gewisser Hang zu fernöstlicher Musik kann man hier nicht verbergen. Etwas ‘eingängiger’ oder auch melodischer wird es dann mit dem 2-Teiler ‘Archaeous Of Water v. I’, der zwar recht ruhig ist, aber einfach wunderschön und atmosphärisch daher kommt. Immer präsent ist die Harfe von Raelyn Olson, gepaart mit schöner akustischer Gitarre und 2-stimmigem Gesang. Wunderschöne 13 Minuten. Danach folgt gleich v. II mit nochmal über 13 Minuten (und ebenfalls in 2 Parts geteilt). Das ist etwas elektronischer und ab und zu zuckt sogar das Tanzbein. Noch herausheben möchte ich das Titelstück, das auch recht elektronisch ist, aber insgesamt wahrscheinlich das ‘melodischste’ Stück ist. Insgesamt kommt die CD auf eine Spielzeit von ca. 64 Minuten. Zwar dürfte ‘Tomorrow Will Tell The Story’ bei verwöhnten Prog-Ohren zuerst ein paar Irritationen bewirken, doch wenn man sich auf die ruhige, atmosphärische Musik von Ethan Matthews einlässt, wird man viele schöne Parts entdecken, auch wenn’s eine Schnittmenge aus Ryuichi Sakamoto und Enya ist. Muss man auf jeden Fall antesten. Mehr Infos gibt es auch auf der Homepage von Echo Us. Dort gibt es auch diverse Sound-Files.

Echo Us - II - XII, A Priori Memóriae (VÖ:19.09.2014)

Über ‘Echo Us’, dem Projekt von Ex-Greyhaven-Musiker Ethan Matthews habe ich ja schon einiges geschrieben (II - XII, A Priori Memóriae ist bereits das vierte Werk auf meiner Homepage) und von Scheibe zu Scheibe war ich mehr begeistert.
Der jetzt hier vorliegende Output setzt dem Schaffen von Herrn Matthews aber vollends die Krone auf. Er sprüht vor Ideen, hat ein Händchen für eingängige Melodien, kann folkige Parts, kann Gitarre wie Mike Oldfield in seinen besten Zeiten, hat Anleihen an Vangelis und Enya, ist bombastisch, gefühlvoll, experimentell aber nie abgehoben.
Das ist fast die Wiedergeburt des Meisterwerks der Konzeptalben. auf die man jahrzehnte gewartet hat.
Ethan Matthews spielt fast alle Instrumente selbst, wird aber wieder unterstützt von Raelyn Olson an der Harfe (die richtig viel Spielzeit bekommt) und der (mir immer noch völlig unbekannten) Sängerin Henta sowie Chris Smith an der Flöte und Christina Fitzgerald an der Oboe.
Zu kaufen ist das Meisterwerk bei Amazon (ich hoffe der Link funktioniert ... ansonsten einfach nach Echo Us suchen) und jeder der auch nur annähernd auf (fast) instrumentale Musik, inspiriert von den 70er Helden Oldfield und Konsorten steht und endlich mal wieder ein Werk der Klasse von ‘Ommadawn’ oder auch ‘Heaven And Hell’ im Player haben will, sollte sich ‘II - XII, A Priori Memóriae’ sofort besorgen. Einfach himmlisch und inspirierend.

Edenbridge - Sunrise in Eden

Es war ja klar, dass es nach dem großen Erfolg von Nightwish alsbald ein paar Nachahmer geben wird. Und die österreichische Band (!!!) Edenbridge gehört eindeutig dazu. Allerdings kann vor allem die Stimme der Sängerin Sabine Edelsbacher Nightwish das Wasser nicht reichen. Wirklich gut an der Band ist das Gitarrenspiel von Lanvall, der anscheinend schon ein paar Soloalben veröffentlicht haben soll (die aber an mir vorbeigegangen sind) und mit seinem Instrument wirklich gefühlvoll umgehen kann und ein paar herausragende Gitarrenparts beisteuert. Insgesamt ist Edenbridge nicht ganz so abwechslungsreich wie Nightwish, hat aber auf jeden Fall genügend Potential für eine Entwicklung nach Oben. Produziert wurde die CD übrigens von Gandalf, der zumindest mit seiner CD 'Gallery of Dreams' vor allem den Prog-Fans bekannt sein dürfte.

Edenbridge - Arcana

Es gibt CDs die sind gut, es gibt CDs die sind schlecht und es gibt CDs, die sind einfach unnötig. War ich vom Erstlingswerk der Österreicher mit Sängerin Sabine Edelsbacher und Top-Gitarrero Lanvall noch einigermaßen angetan, muß ich jetzt (entgegen aller komerzieller Kritiker wie den Jungs von Rock Hard usw.) leider sagen, daß sich die Band überhaupt nicht weiterentwickelt hat. Lobhudeleien wie in den einschlägigen Magazinen (im Rock Hard hat diese CD immerhin Platz 7 im Dezember 2001 erreicht und 9 Punkte bekommen) kommen von mir bestimmt nicht. Ich finde dieses Werk keinen Deut besser als das Debüt. Im Gegenteil. Eigentlich ist die Scheibe auf Dauer ganz schön langweilig. Nur das wirklich gefühlvolle Gitarrenspiel von Meister Lanvall kann überzeugen. Wer Edenbride trotzdem mal antesten will, sollte sich den Vorgänger 'Sunrise in Eden' zulegen.

Edenbridge - A Livetime In Eden

Auch wenn ich die österreichische Band 'Edenbridge' bis jetzt nicht unbedingt immer über den grünen Klee gelobt habe, möchte ich doch mal für die Jungs und das Mädel eine Lanze brechen. Klar hat man es schwer, sich gegen so Übermächte wie 'Nightwish' oder 'Within Temptation' zu behaupten. Trotzdem zeigt die Band auf 'A Livetime In Eden', einem wie der Name schon erahnen lässt Live-Album der 2004er-Tour, einen tollen Querschnitt ihrer Fähigkeiten. Mir kommt es auf jeden Fall so vor, als ob ALLE Songs live einfach besser rüberkommen. Das fängt an beim Opener 'The Undiscovered Land' und geht weiter über den Kopfschüttelklassiker 'Starlight Reverie' und die Hammerballade 'The Final Curtain' bis zur Zugabe 'Cheyenne Spirit'. Wirklich klasse. Das Wunder der Studio-Technik kommt aber mit der Bonus-DVD, auf der u.a. ein (Teil-) Mittschnitt des Konzerts im Rahmen des 'Building A Force Festivals' in Widdern verewigt ist. Nun war ich ja auf dem besagten Festival und habe auch bis zum Schluss (Edenbridge sind als letzte Band weit nach 24.00 Uhr aufgetreten und am Ende waren noch 20 'Normale' und 30 sturzbesoffene Dorftrottel im Saal) durchgehalten. Und ich hatte damals auch vollen Respekt vor der Band, die ihren Act in aller Ruhe und vollprofessionell durchgezogen haben, obwohl die Stimmung bei ziemlich genau NULL angelandet war (wen wundert's auch, wenn die Mehrzahl der Besucher nicht mal mehr gerade stehen kann). Aber wenn ich mir jetzt die Aufnahmen auf der DVD betrachte bin ich ja fast geneigt zu sagen, das ist von einem ganz anderen Konzert (was ja nicht stimmt). Aber die Stimmung der Meute, die dazugemischt wurde, ist schon wirklich gut gemacht. Da könnte man echt denken, das Konzert war der volle Erfolg und rappelvoll. Also Hut ab vor dem Produzenten. Ich find's lustig, weil ich ja weiß wie es wirklich war ... und alle Anderen kommen in den Genuss einer Bonus-DVD mit nem tollen Konzertmitschnitt :-) ... was will man also mehr ??

Edguy - Vain Glory Opera

Nachdem Edguy-Frontmann Tobias Sammet mit seinem Side-Project 'Avantasia' (Kritik siehe oben) eine mehr als respektable Leistung abgeliefert hat, finde ich daß es an der Zeit ist, auch eine Kritik über seine Haupt-Band abzulassen. 'Vain Glory Opera' von 1999 ist eine typische Deutsch-Heavy-Metal-Scheibe. Hymne an Hymne gepaart mit fetten Gitarren-Riffs und spärlichem Keyboard-Einsatz. Positiv fällt auf, daß die Scheibe trotz meiner Vorbehalte gegen solche Bands (nicht wahr, Eric ???) nicht langweilig sondern abwechslungsreich ist. Vor allem die Balladen sind vom Feinsten. Warum allerdings bei der Produktion der Gesang von Tobias Sammet merklich in den Hintergrund gemischt wurde, weiß ich nicht so genau. Möglicherweise war der Band auch aufgefallen, daß die Sangeskünste des Herrn (gegenüber anderen deutschen Shoutern) eher mittelmäßig ist. Für Metal-Freaks auf jeden Fall aber eine empfehlenswerte CD.

Edguy - The Savage Poetry

Mit 'The Savage Poetry' aus dem Jahre 2000 haben Edguy ihre ersten Versuche von 1995, eine Plattenfirma zu finden, völlig neu aufgenommen. Das als Bonus-CD beigefügte Original läßt unschwer erahnen, daß der Versuch damals in die Hosen gehen mußte. Dieser Band hätte ich auch keinen Plattenvertrag gegeben. Allerdings klingt die 2000er-Version bedeutend frischer, professioneller und einfach besser. Auch hier gilt das gleiche Urteil wie für 'Vain Glory Opera' - für Metal-Heads empfehlenswert aber muß nicht in jeder Plattensammlung vorhanden sein.

Edguy - Mandrake

Die Messlatte liegt hoch ... sehr hoch ... zu hoch. Nach der grandiosen Veröffentlichung 'Avantasia' von Edguy-Mastermind Tobias Sammet war ich ja sehr gespannt, ob dieses Niveau gehalten werden kann. Aber leider erfüllt Mandrake meine Erwartungen nicht. Mandrake ist eindeutig ein Rückschritt in Richtung deutscher Power-Metal, wie wir sie von vielen anderen Bands (wie z.B. Gamma Ray usw.) auch kennen. Schade eigentlich. Daß die Jungs mehr drauf haben, wurde ja schließlich schon bewiesen. Trotzdem ist Mandrake natürlich keine schlechte Scheibe. Positiv fällt auf, daß der Gesang von Tobias Sammet eindeutig besser geworden ist und auch nicht mehr in den Hintergrund gemischt werden muß (wie dies bei 'Vain Glory Opera' noch der Fall war). Ich würde mal sagen, für Edguy ein eher mittelmäßiges Album.

Edguy - Burning Down The Opera (live)

Und hier mal wieder ein Beispiel aus der Rubrik 'CDs die die Welt nicht braucht'. Edguy's erste Live-CD (als Doppel-CD) mit einem netten Querschnitt aus dem noch nicht allzu reichhaltigen Schaffen der Band plus einem Song des Tobi-Sammet - Solo-Werks 'Avantasia', einem öden Drum-Solo und das alles im Studio kräftig nachbearbeitet, damit es auch nach was klingt. Naja. Edguy-Fans werden sowieso schon zugegriffen haben und alle anderen sollten sich echt überlegen, ob sie die knapp 20 Euro investieren wollen. Arg vom Hocker haut mich die Scheibe nicht, zumal bei 2 CDs das eher begrenzte musikalische Spektrum der Band deutlich wird (auf Deutsch: es klingt 2 Stunden lang so ziemlich alles gleich). Wegen der aufkommenden Langeweile gibt's von mir dafür nur eine mäßige Bewertung.

Edguy - Hellfire Club

Schon wieder was Neues von den deutschen Power-Metallern um Tobias Sammet. Und was soll ich dazu schreiben ... eigentlich doch nix Neues. Das altbewährte Muster 'viel schnell, viel Dampf, wenig Ballade, ein paar Streicher, viel fette Gitarre, harte Drums und die auf Dauer nervende Quäke-Stimme von Herrn Sammet'. Macht zusammen ein typisches Edguy-Album ohne Höhen und Tiefen. Die einschlägigen Magazine überschlagen sich zwar mit ihrem Lob und haben auch einen gigantischen Stilwechsel und eine tolle Weiterentwicklung der Band entdeckt ... ich als eher Freund der komplizierten Prog-Musik kann das aber leider nicht erkennen. Aber vielleicht kenne ich mich in dieser Musikrichtung und den dazugehörigen Nuancen auch nur nicht aus. Wer weiß. Edguy-Fans dürfen bedenkenlos zugreifen und werden begeistert sein. Mir ist's auf Dauer 'zu wenig'.

Edguy - Space Police - Defenders Of The Crown (VÖ: 18.04.2014)

Edguy-Mastermind Tobias Sammet kommt ja manchmal ganz schön großkotzig rüber ... und das meine ich jetzt nicht wirklich negativ sondern mit einem Augenzwinkern, denn ‘trotzdem’ oder vielleicht gerade deswegen finde ich den Typen geradezu sympathisch, weil er es auch immer mit einem Augenzwinkern so meint. Da muss man sich nur mal die Interviews zum neuen Album in den einschlägigen Musik-Magazinen reinziehen. Das Beste, Das Geilste usw. ist da zu lesen. Gut ... es ist echt ein bißchen übertrieben. Aber zugegebenermaßen ist ‘Space Police - Defenders Of The Crown’ (übrigens sind das zwei Song-Titel des Albums ... auch mal was ganz Neues, sonst wird ein Album ja gewöhnlich nur nach einem Song benannt) ein richtig fettes Metal-Album geworden, dass von eingängigen Melodien und Gitarren-Riffs nur so strotzt. Ob es jetzt das mit Abstand beste Album der Fuldaer ist (so wie von Herrn Sammet behauptet wird) möchte ich jetzt mal dahingestellt lassen ... aber das behaupten ja viele Musiker von ihrem jeweils neuesten Output. Auf jeden Fall ist es eine Scheibe ohne einen einzigen Durchhänger, einer geilen Cover-Version von ‘Rock Me Amadeus (im Original von Falco, wobei der Song nicht mal bis zur Unkenntlichkeit auf Härte getrimmt wurde sondern immer noch eigentlich recht nahe am Original ist) und einer richtig schönen Power-Ballade (Alone In Myself, die fast schon ein bißchen arg poppig und radiotauglich ist) geworden. Schöne Scheibe auf jeden Fall. Auf die limitierte Version mit der Bonus-CD kann man aber getrost verzichten, weil sie nicht wirklich viel Mehrwert hat (zwei weitere ‘neue’ Songs die mich nicht wirklich vom Hocker hauen sowie noch ein paar alternative, teils instrumentale Versionen von der ersten CD ... naja).

Eldritch - Portrait Of The Abyss Within

Die italienische Prog-Metal-Band 'Eldritch' habe ich vor ein paar Jahren mal als Vorgruppe von Threshold gesehen. Und damals habe ich fast schreiend den Saal verlassen ... einfach grottenschlecht die Band, obwohl der damalige Output 'El Ninjo' (glaube ich zumindest, dass die Scheibe so geheißen hat) hochgelobt und auch fast komplett gespielt wurde. Naja, was die Band in den letzten Jahren so getrieben hat, kann ich nur vermuten ... es muss wohl viel Üben Üben Üben gewesen sein, denn der neueste Silberling 'Portrait Of The Abyss Within' kann durchaus als gut bezeichnet werden. Ziemlich fette Gitarrenriffs und meist leicht depressive harte Metal-Mucke im Stile von Pain Of Salvation oder auch (im Ansatz) Threshold in einer ganz annehmbaren Sound-Umgebung. Kann vom Prog-Metal-Freund zumindest mal angetestet werden (Anspieltip: 'Lonesome Existence', das auf der limitierten Edition neben 2 Bonus-Tracks auch noch als Video verewigt wurde).

Electric Litany - Enduring Days You Will Overcome (VÖ: 14.02.2014)

Bands aus Griechenland sind auf meiner Seite recht selten vertreten. Und endlich gibt es mit ‘Electric Litany’ mal wieder einen Vertreter aus diesem Land. Wobei der Ursprung der Band auf der Insel Korfu war. Daher kommen der Kopf der Truppe Alexandros Maris (der neben dem Gesang auch diverse Instrumente spielt) sowie Bassist Alex Deligiannnidis. In London fanden sie dann noch Drummer Richard Simic sowie Keyboarder Benjamin Prince.
Das Erstlingswerk der Band ‘How To Be A Child And Win A War’ war wohl in Griechenland ein großer Erfolg und danach wollte die Band unbedingt mit Alan Parson arbeiten. Das klappte dann, nachdem Electric Litany sogar im Vorprogramm des Alan Parsons Live Project auftreten durfte.
Die Musik von Electric Litany auf der neuen Scheibe ist ziemlich düster und beklemmend und erinnert mich an Werke von Porcupine Tree oder auch Steven Wilson (Solo) gepaart mit teilweisem Falsett-Gesang im Stile von Sigur Rós, wobei die Songs eher in die Richtung der Isländer gehen ... nur nicht so abgehoben. Eigentlich eine recht coole Scheibe zum relaxen. Muss man unbedingt mal antesten.

Elegy - Forbidden Fruit

Zur Zeit eine meiner absoluten Top-CDs ist die neue Scheibe von Elegy. Diese holländisch - englische Arbeitsgemeinschaft kann sowohl durch kernige Uptempo-Kracher (Icehouse, Force Majeure, Killing Time), DreamTheater-ähnliches Rauf- und Runtergefrickel (Behind the Tears, Til Eternity, Forbidden Fruit) sowie einer hervorragenden Ballade (I Believe) überzeugen. Außerdem sind auf der limitierten Version noch 2 Akustik-Songs enthalten, die auch nicht von schlechten Eltern sind. Völlig überrascht hat mich bei dieser CD der geradezu geniale Gesang von Ian Parry (den kannte ich bis jetzt nur als unerträglichen Schreihals z.B. bei seinem 'Consortium Project') sowie das fantastische Gitarrenspiel von Patrick Rondat. Außerdem hat die CD eine hervorragende Aufnahmequalität. Verbotene Früchte sind ja nach Volksmeinung die interessantesten. Also passt sogar der CD-Titel

Elegy - Principles Of Pain

Einige meiner Kritiker-Kollegen haben ja über die neue Elegy-Scheibe schon abgelästert. Aber dieser Meinung kann ich leider überhaupt nicht folgen. Nach 'Forbidden Fruit', einer der besten Prog-Metal-Scheiben der letzten Jahre, ist 'Principles Of Pain' eindeutig ein würdiger Nachfolger. Wahrscheinlich haben meine Kollegen nach der ersten Minute die CD schon wieder rausgeworfen (okay, sehr gewöhnungsbedürftiger Rhythmus). Aber sie hätten einfach länger durchhalten sollen. Die Englisch-Holländische Musikergemeinschaft um Ian Parry (Gesang) und Patrick Rondat (Gitarre) liefern hier ein absolut fettes (sowohl song- als auch soundmäßig) Teil ab, das den reinen Proggies als auch den Headbangern gefallen müsste. Elegy kommen hier ziemlich nahe an die Prog-Metal-Götter Threshold ran.

Eliwagar - Eliwagar (VÖ: 2014)

Élivágar sind in der norwegischen Mythologie der Sammelname für elf Flüsse, die den leeren Raum füllten, der vor der Entstehung der Welt existierte. Im Norden gefror das Wasser dieser Flüsse zu Eis und Élivágar bedeutet eigentlich Eis-Wellen. Somit ist schon ein bißchen klar, dass die ‘Band’ Eliwagar, die eigentlich nur aus einer gewissen Runahild besteht (die dieses Projekt 2006 ins Leben gerufen hat), die ausschließlich auf norwegisch singt (die Texte sind im sehr schönen Booklet auch ins englische übersetzt) und nebenher noch unglaublich viele traditionelle Folk-Instrumente spielt sowie ihrem Ehemann Björn Dahl, der neben der akustischen Gitarre und Bass auch noch ein paar fette Riffs auf der E-Gitarre beisteuert und noch einem Drummer namens Wargnar.
Die vorliegende Scheibe ist bereits die siebte Veröffentlichung von Runahild und erst seit Neuestem ist sie nicht alleine in diesem Projekt aktiv. Ihr Ehemann kam erst im Jahr 2010 dazu.
Musikalisch bewegt sich Eliwagar, wer hätte es gedacht, im Folk-Bereich, wobei die Songs wie schon geschrieben ab und an durch eine fette Gitarre aufgepeppt werden, was den Songs richtig gut tut. Insgesamt ist die CD aber recht ruhig und ‘düster’, wobei aber die Songs alle eine positive Ausstrahlung haben und nicht ins traurige gehen. Runahild scheint mit der Natur Eins und im Reinen zu sein und das macht die Scheibe zum Genuss, wenn man mal weg vom Prog ruhige rund 40 Minuten verleben will. Eine schöne CD zum dahin träumen und genießen. Mehr Infos über Eliwagar gibt es auf der Homepage. Dort kann die CD zusammen mit diversen Sachen wie ein paar schönen Landschafts-Stickern für 15 Euro bestellt werden.

äEläkeläiset - In Humppa We Trust - live / Pahvische

Wer Musik für eine ernste Angelegenheit ansieht und hier auch keinen Spass versteht, sollte einfach diese Review überspringen und mit der nächsten Kritik weitermachen. Für alle anderen Leser meiner Homepage möchte ich hier in aller Kürze eine Band vorstelllen, die wirklich jenseits von Gut und Böse ist. Die Finnen 'Eläkeläiset' (was auf Deutsch 'Rentner' heißt) ziehen so ziemlich alles durch den musikalischen Kakao, was man sich nur vorstellen kann. Diese Musikrichtung nennen sie Humppa und das ist dann so eine Art finnische Polka mit mehr oder weniger sinnvollen finnischen Texten (keine Ahnung, ob das überhaupt Sinn macht, was die da so singen ... aber ist ja eh wurst, wer würde schon finnisch verstehen). Als Einstieg in die Humppa-Welt würde ich dann mal die ältere CD 'In Humppa We Trust - live' (von 1996) empfehlen, die zum einen Teil auf dem Roskilde-Festival in Dänemark und zum anderen Teil bei einem Konzert in Erlangen (Bayern) aufgenommen wurde (was besonders lustig ist, weil die Jungs ... offensichtlich von viel Wodka-Orange schon etwas stark angeheitert ... versuchen, die Titel auch noch in Deutsch anzusagen und eines sogar in Deutsch zu singen). Alle Titel sind Cover-Versionen von mehr oder weniger bekannten Titeln wie z.B. 'Humppaleka' (Viva Las Vegas von Elvis Presley), Humppaukaasi (We Will Rock You von Queen), 'Dementikon Keppihumppa' (I Was Made For Loving You von Kiss) und weiteres Zeugs von Makarena über Billy Idol und Kim Wilde bis zu Metallica. Selten so genialen Scheiß gehört. Wer dann von diesem Zeugs nicht genug bekommen kann, sollte sich unbedingt die eine oder andere Studio-CD zulegen. Neben einer Best Of Doppel-CD (Humppa-Akademia ... u.a. mit einem Cover-Humppa von 'Hotel California') könnte ich da vor allem die Scheibe 'Pahvische' empfehlen, die sensationelles Material von Donna Summer (Hot Stuff), Rainbow (Man On A Silver Mountain), Scooter (Faster Harder Scooter), den Pet Shop Boys (Domino Dancing), Stratovarius (Hunting High And Low) oder Iron Maiden (Run To The Hills) sowie weitere bekannte Kracher auf Humppa-Art bietet. Eine Punkte-Wertung gibt's dafür natürlich nicht. Aber ein Fazit:Sensationeller Scheiß, den man unbedingt mal gehört haben muss

Eloy - Visionary

Dass ich das noch erleben darf. Eine neue Eloy-CD und dann noch so gut, dass sie es sogar in meine Top 10 von 2009 schafft. Die Band um Mastermind Frank Bornemann 'verfolgt' mich ja schon seit meiner Jugend ... war nicht 'Dawn' von 1976 (da war ich gerade mal zarte 14 Jahre alt) meine erste Begegnung mit Eloy und vor allem die 2 nachfolgenden Platten 'Ocean' und 'Silent Cries And Mighty Echoes' gehören immer noch zum Besten, was die deutsche Prog-Szene damals rausgebracht hat.
Über 'Visionary' habe ich im Netz schon einige Reviews gefunden. Und die meisten Kritiker bemängeln, dass Frank Bornemann immer noch so 'komisch' singt, immer noch kein richtiges Englisch kann und bla bla bla. Hey ... wenn ich ne Eloy-Platte höre, will ich nicht dass Robbie Williams singt, oder? Gerade die charakteristische Stimme von Herrn Bornemann macht doch gerade den typischen Eloy-Sound aus. Man mag's (so wie ich) oder man lässt es einfach, eine Eloy-Scheibe zu hören und vor allem dann zu kritisieren. Eloy-Fans werden Visionary lieben. Das kann ich Euch versprechen. Schon der Opener 'The Refuge' ist sowas von typisch für (neuere) Eloy-Scheiben (wenn man überhaupt von neuer reden kann ... 'The Tide Returns Forever' und auch 'Ocean 2 - The Answer' sind ja auch schon ein Weilchen her. Und das folgende 'The Secret' (fast 8 Minuten) hätte auch vor 20 Jahren auf einer Eloy-Scheibe locker Platz gefunden. Ein bißchen 'komisch' weil rockiger kommt dann 'Age Of Insanity' daher, aber nur am Anfang. Sobald das typische Keyboard (gespielt von Michael Gerlach und Hannes Folberth) einsetzt und Bornemanns Gitarre dazuwimmert, ist das einfach nur genial. Über 'The Challenge' brauche ich kein Wort verlieren, heißt der Song in Klammer ja auch 'Time To Turn Part 2 ... alles klar?? 'Summernight Symphony' wäre auf jeder Schnüffelparty (okay, die Meisten wissen jetzt vielleicht gar nicht was das ist ... in meiner Jugend-Zeit gab's das noch ... das waren Partys in Tanzschulen, wo man als Schulklasse mit ner anderen Klasse aus einer fremden Schule seine spätere Tanzpartnerin für den Tanzschul-Abschlussball kennenlernen konnte) der absolute Stehblues-Hit gewesen :-)) (by the way ... herzliche Grüße an meine damalige Abschlussball-Partnerin Susanne Mandl, was immer sie jetzt treiben mag, ich hab sie seit dem nicht mehr gesehen). Und auch 'Mystery (The Secret Part 2)' ist ziemlich getragen und einfach toll. Den Abschluss bildet dann 'Thoughts', 1 1/2 Minuten lang und nur Frank Bornemann mit akustischer Gitarre.
Ich kann nur sagen, dass 'Visionary' eine ziemlich geile Scheibe geworden ist. Alt-Eloy's werden ihre helle Freude dran haben.

Eloy - Reincarnation On Stage (VÖ: 17.01.2014)

Ich war schon sehr überrascht, als ich gehört hatte, dass die Helden meiner Jugend 2012 / 2013 endlich mal wieder auf Tour gehen, denn das hätte ich nicht erwartet. Dachte ich doch, dass das Thema ‘Eloy’ für Mastermind Frank Bornemann endgültig erledigt ist. Aber weit gefehlt. Nach einer ausgiebigen Tour wurde nun ein geniales Live-Dokument auf zwei CDs gebrannt, das jedem Eloy-Fan das Herz aufgehen lässt. Ein genialer Querschnitt aus über 30 Jahren deutschem Prog in brillanter Sound-Qualität, und dabei werden von den ersten Scheiben aus den 70ern bis ‘heute’ (soweit man die letzte Studio-CD als ‘heute’ bezeichnen kann) so tolle Song-Perlen wie ‘Age Of Insanity’, ‘The Apocalypse’, ‘Poseidon’s Creation’ (geil), ‘Time To Turn’, ‘The Sun Song’ (von meiner ersten gekauften Eloy-Platte ‘Dawn’ von 1976), ‘The Tide Returns Forever’, ‘Decay Of Logos’ oder auch ‘Atlantis ...’ geboten. Und neben Frank Bornemann ist mit Klaus-Peter Matziol (Bass) ein ur-alter Mitstreiter dabei und an den Drums sitzt kein Geringerer als Bodo Schopf.
Sehr coole Scheibe die man haben muss.

Emigrate - Emigrate

Am Cover kann man es vielleicht ein bißchen erkennen, in welche 'Ecke' man Emigrate stellen muss. Und auch beim Stöbern durch's Booklet bekommt man einen kleinen Hinweis. Emigrate ist eigentlich Richard Z. Kruspe und ein Dank im Booklet geht an ... Rammstein! Ja genau, Richard Z. Kruspe ist eigentlich Gitarrist von Rammstein, in die Staaten 'ausgewandert' und verarbeitet mit dieser CD sein Immigranten-Dasein in den USA. Wer jetzt allerdings denkt, dass da auch nur das 'übliche Rammstein-Geknüpple' rausgekommen ist, täuscht sich aber gewaltig. Okay, ein paar harte Gitarren-Riffs erinnern natürlich schon an seine Stamm-Band (man höre sich nur mal das zweite Stück 'Wake Up' oder das dritte Stück 'My World' an ... voll fett im Stil von 'Du hast'). Aber insgesamt ist natürlich die Stimme von Herrn Kruspe nicht mit Rammstein zu vergleichen (und ist überaus angenehm) und es geht teilweise mehr 'elektronisch' und manchmal recht ruhig und gefühlvoll ab. Emigrate würde ich mal als Rammstein meets Alternative-Rock beschreiben und ist BEIDEN Lagern wärmstens zu empfehlen. Für mich eine ziemlich überraschend gute Scheibe.

Enchant - A Blueprint Of The World (Special Edition), Wounded & Time Lost (Special Edition), Break, Juggling 9 Or Dropping 10, Blink Of An Eye

Anlässlich der Veröffentlichung der neuen CD 'Blink Of An Eye' sowie 2 Wiederveröffentlichungen der ersten zwei (drei) Scheiben der US-Proggies aus San Francisco ist es nun endlich mal an der Zeit, die Jungs etwas näher unter die Lupe zu nehmen.
Grundsätzlich möchte ich einfach mal behaupten, dass derjenige Prog-Fan, der bis jetzt noch gar nichts von Enchant gehört hat, auf jeden Fall was verpasst hat. Aber fangen wir von vorne an.
1994 wurde die erste Scheibe von Enchant, 'A Blueprint Of The World', veröffentlicht. Und kein Geringerer als Steve Rothery (Gitarrist von Marillion) hatte hier auch seine Finger drin und hat 5 der 10 Songs produziert, was man bei näherem Hinhören auch feststellen kann. Irgendwo ist es eine (geniale) Mischung aus Marillion-Anleihen mit einem starken Hang zu Jadis (vor allem bei den Gitarren-Parts und noch mehr bei dem mehrstimmigen Gesang ... naja, ab und zu klingt Sänger Ted Leonard sogar ein bißchen nach Richard Marx). Absolut geil gleich der Opener 'The Thirst', fetzig Titel Nummer 3 ('Oasis', welcher wohl auch der Homepage von Enchant den Namen gegeben hat, nämlich
www.theoasis.cc, welche vor allem wegen dem Design unbedingt mal besucht werden sollte) mit wieder einem klasse Gitarren-Solo von Douglas A. Ott und fetten Keyboard-Läufen von Michael 'Benignus' Geimer, super Instrumental ('Mae Dae, leider mit 3 1/2 Minuten viel zu kurz), ein 'wir können es besser als Marillion' ('At Death's Door') und so weiter und so weiter. Insgesamt gibt es auf 'A Blueprint Of The World' zusammen mit dem Bonus-Track 'Enchanted - Acoustic Version' - über 74 Minuten feinsten Prog-Rock, der keine aber auch gar keine Minute langweilig wird. Ein absolutes Hammer-Debut-Album. Und das Beste ist, dass die Scheibe jetzt als limitierte Doppel-CD (mit unveröffentlichten Demo-Versionen aus den Jahren 1989 bis 1992 mit zum Teil anderen Musikern) veröffentlicht wurde.
Nach so einem grandiosen Debut ist man natürlich gespannt auf den Nachfolger. Der wurde dann 1996 veröffentlicht und nannte sich
'Wounded'. Steve Rothery war nicht mehr dabei aber Gitarrist Doug A. Ott muss wohl heimlich mit ihm noch geübt haben. Absolut auffällig ist, dass 'Wounded' total gitarrenlastig ist (mit Bergen von Solis) und wenn man nicht wüsste, dass man Enchant im Player hat, würde man echt glauben, Herr Rothery will es mal wieder allen zeigen, dass er es doch noch kann. Grandios !! Mittlerweile erinnert Enchant aber auch irgendwo ein bisschen an Rush, was vor allem an den fetten Drums von Paul Craddick und dem knüppelharten Bass von Ed Platt liegt. Der Opener 'Below Zero' geht schon ganz schön ab und zwischendurch gibt's jetzt sogar ein paar Frickel-Parts im Stil von Dream Theater (z.B. bei 'Hostile World') und irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass die Jungs ein bisschen bei Marillion's 'Brave' geklaut haben. Klasse. Mit 'Armour' und 'Distractions' gibt's leider auch einen kleinen Durchhänger (der mich ebenfalls an die schlechten Marillion-Tage mit H. erinnert). Abgerundet wird die Scheibe dann noch mit 2 Bonus-Tracks (eine Demo und eine Acoustic-Version), was dann immerhin fast 77 Minuten Musik macht. Insgesamt eine sehr ansprechende CD, die aber nicht ganz an das brilliante Debut herankommt.
Als kleinen Lückenfüller bis zur nächtsten regulären Studio-CD wurde dann 'Time Lost' veröffentlicht, ein Sammelsurium aus unveröffentlichtem Material aus der Vergangenheit sowie einige Songs aus der Wounded-Zeit (mit einer Spielzeit von ca. 66 Minuten). Und auch hier sind ein paar richtige Prog-Perlen verewigt, wenn auch nicht alles super ist. Alleine wäre 'Time Lost' bestimmt nicht empfehlenswert, aber im Moment gibt es 'Wounded & Time Lost' als limitierte Doppel-CD, und da lohnt sich der Kauf auf jeden Fall.
1998 wurde dann 'Break' veröffentlicht, Bassist Ed Platt war nicht mehr dabei und seinen Part übernahm Gitarrist Doug A. Ott noch mit. Insgesamt sind Enchant auf 'Break' etwas härter geworden, was der Band meiner Meinung nach aber nicht unbedingt gut getan hat. Ich finde die Scheibe eher etwas langweilig. Nur einige Gitarren-Parts sind wirklich genial. Alles andere plätschert so dahin und endet dann nach schon 58 Minuten mit dem Bonus-Track 'Once A Week', der mich irgendwie an Spock's Beard erinnert (naja). Insgesamt eine ganz nette Prog-CD, die man aber nicht unbedingt haben muss. Schade.
Steigerung oder endgültiger Abstieg ? Im Jahr 2000 gab's 'Juggling 9 Or Dropping 10' und siehe da, Bassist Ed Platt ist wieder aufgetaucht. Und mit 'Paint The Picture' gibt's auch gleich mal wieder was Gescheites auf die Ohren. Weitere Highlights sind 'What To Say' (geiles Gitarren-Solo), 'Bite My Tongue' (klingt am Ende fast ein bisschen wie Santana), 'Shell Of A Man' und 'Broken Wave' (wieder mit einem Hammer-Solo a la Steve Rothery). Der Rest ist aber auch nicht zu verachten. Also ist 'Juggling 9 Or Dropping 10' mit ca. 64 Minuten Spielzeit eindeutig wieder eine Steigerung im Vergleich zum Vorgänger 'Break'.
So ... und nun sind wir bei der aktuellen Veröffentlichung aus dem Jahr 2002 -
'Blink Of An Eye' angelangt. Genau 62 Minuten liegen vor uns und wenn ich so meine Kritiker-Kollegen betrachte, geht die Meinung über 'Blink Of An Eye' von 'CD des Monats' (Rock Hard) bis 'nur 2 gute Lieder drauf' (
Progressive-Pages von Thorsten Gürntke). Na gut. Schaun mer mal. Fehlt wieder Herr Platt ? Nein ... dieses Mal fehlen Drummer Paul Craddick (ersetzt durch Sean Flanegan) und Keyboarder Michael Geimer (das macht Herr Ott jetzt noch nebenher). Ein rattengeiler Opener 'Under Fire' (nur warum wird das Gitarren-Solo so übel abgehackt ??? Da hätte Herr Ott ruhig noch ein paar Minuten weiterwimmern können), ein super 'Monday' (erinnert mich jetzt wieder etwas an 'Jadis' oder 'Moria Falls'), 'Seeds Of Hate' klingt in der Mitte bis zum Schluss voll von 'Dream Theater' geklaut (warum auch nicht, wenn man's kann), 'Flat Line' gefällt mir nicht so arg, 'Follow The Sun' (den Anfang gibt's auf der Homepage beim Anklicken der Menü-Punkte ... lustig) ist wieder hammergut (fängt langsam an und endet in einem Gitarrengewimmer ... suuupiiii), 'Ultimate Gift' ist nach meinen Ohren irgendwo geklaut (mir fällt nur nicht ein wo), ist aber ganz nett. 'My Everafter' fetzt wieder ganz gut und erinnert mich (endlich mal wieder) an die neueren Marillion. 'Invisible' knüpft nahtlos an und die reguläre CD endet mit 'Despicable' (haben die Jungs da womöglich 'Police' gehört ???). Der absolute Hammer kommt aber mit dem Bonus-Track 'Prognosis', einem 7 1/2 - minütigen Instrumentalstück, bei dem die US-Boys einen abrocken und abfrickeln, dass einem die Spucke wegbleibt. Einfach sagenhaft. Alleine wegen diesem Stück lohnt sich schon der Kauf von 'Blink Of An Eye'. Ich würde mal behaupten, Enchant haben mit dieser Scheibe ihr Tief endgültig überwunden und liefern hier einen absolut heissen Anwärter für die Prog-CD des Jahres 2002 ab.

Enchant - Tug Of War

Auch wenn ich mich vielleicht wiederhole: So könnten Marillion klingen, wenn sie noch halbwegs vernünftige Musik machen würden. Vor allem das Gitarrenspiel von Doug Ott ist einfach klasse (und könnte glatt eine super Kopie von Steve Rothery in besseren Zeiten sein, hört Euch nur mal die Gitarrensoli beim Opener 'Sinking Sand' an). Enchant sind wieder zu fünft (ein neuer Keyboarder - Bill Jenkins - ist jetzt mit an Bord) und machen noch immer herrlich verspielten aber immer melodischen Prog. Auch wenn ich jetzt schon einige Kritiken über 'Tug Of War' gelesen habe, die behaupten, dass Enchant auf der Stelle treten und langweilig wären ... ich finde das überhaupt nicht. Ich kann auch bei dieser Scheibe nur einen uneingeschränkten Kauftip abgeben. Und ich würde schnell zugreifen, damit es die limitierte Version (mit einem Bonustrack) noch gibt.

Enchant - The Great Divide (VÖ:26.09.2014)
Geschlagene 11 Jahre hat es gedauert, bis die Prog-Jungs aus der Bay-Area nach ‘Tug Of War’ mal wieder eine CD veröffentlicht haben. Und die Scheibe ging komplett an mir vorbei. Erst anlässlich der Europa-Tour jetzt im Oktober 2015, bei der ich das Konzert im Stuttgarter Schocken besucht habe, musste ich mir den Silberling natürlich kaufen. Das Konzert war richtig gut und die Jungs um Sänger Ted Leonard, der ja derzeit ein Zweiteinkommen als Sänger bei Spock’s Beard hat (oder ist es doch eher sein Ersteinkommen?), hatten sichtlichen Spaß daran, ihre genialen Songs endlich mal wieder live präsentieren zu dürfen. Am Line-Up hat sich erstaunlicherweise nichts geändert, war doch bis jetzt immer bei jeder Veröffentlichung ein kleiner Wechsel oder eine Rückkehr zu verzeichnen.
Musikalisch machen Enchant auch auf ‘The Great Divide’ nichts falsch und bewegen sich auf altbekannten Pfaden. Der Opener ‘Circles’, im Midtempo angesiedelt, ist schon mal ziemlich genial. Schöne Melodie, viel Keyboard, mehrstimmiger Gesang, typische Stimme von Ted Leonard ... wie in alten Zeiten eben. Und nicht zu vergessen ein ausgiebiges Gitarren-Solo in der Mitte. Nichts verlernt also. Und es geht gerade so weiter. Man könnte jetzt natürlich bemängeln, dass sich Enchant überhaupt nicht weiterentwickelt haben ... aber wer will das? Bis auf ‘Break’, die Scheibe die ich nicht ganz so mag weil sie mir für Enchant-Verhältnisse irgendwie zu hart und straight ist, sind alle Veröffentlichungen einfach klasse. Und so auch ‘The Great Divide’. Das obligatorische Instrumental ... dieses Mal ‘Prognosticator’ ganz am Schluss und mit knapp 8 1/2 Minuten der zweitlängste Song auf dem Album ... überzeugt auch voll und ganz und kommt schon fast an Dream Theater (nur melodischer) ran.
Absolute Kaufempfehlung! Und wer Enchant noch nicht kennt, sollte sich die 2-CD-Version zulegen, denn auf der Bonus-CD sind dann noch 10 alte Stücke sozusagen als Best Of ... vertreten, die beweisen, wie genial Enchant von Anfang an waren.

End Of Green - High Hopes In Low Places

BDie schwäbischen Depri-Metaller aus meiner Gegend hier haben ja schon diverse CDs veröffentlicht und ich finde es ist endlich mal Zeit, die Band auch auf meiner Homepage vorzustellen. Alles überragend ist meiner Meinung nach der geniale und mit niemandem zu vergleichende Gesang von Michelle Darkness (der übrigens auch schon ne tolle Solo-CD rausgebracht hat). Dazu fette Gitarren, tolle Rhythmus-Arbeit und man kann kräftig kopfnicken. Und ‘High Hopes In Low Places’ ist ein toller Einstieg in die Musik von End Of Green, denn sie ist (im Gegensatz zu diversen vorherigen Veröffentlichungen) trotz der traurigen Grundstimmung eingängiger und leichter verdaulich. Außerdem gibt es die CD in einer limitierten Version mit einer Bonus-CD, auf der dann diverse alten Stücke neu und teilweise sehr verändert verewigt wurden. Für mich in diesem Genre eine der führenden Bands und auch für Proggies mehr als interessant. Muss man gehört haben.

Epica - The Holographic Principle (VÖ:30.09.2016)
Mit den Holländern ‘Epica’ konnte ich bis jetzt noch nicht so viel anfangen und habe bis jetzt glaube ich auch nur eine (ältere) CD von denen im Regal stehen. Nachdem aber die Band um Sängerin Simone Simons mit ‘The Holographic Principle’ von null auf Platz 9 in den Deutschen Charts eingestiegen ist und somit wohl zu den Genre-Größen im ‘Female fronted Symphonic Metal’ gehören, habe ich es mal wieder gewagt, mir eine Scheibe zuzulegen.
Die CD beginnt ziemlich episch mit einem 2 1/2 - minütigen instrumentalen Intro namens ‘Eidola’, das schon mal recht gut klingt. Danach kommt eben Symphonic Metal. Schnelle Gitarren, hübscher Gesang von Simone, ein paar (nicht so böse) Growls. Naja. Irgendwie alles nett gemacht, aber vom Hocker haut mich das nicht. Vor allem klingen die Songs irgendwie alle ähnlich. Die Quoten-Ballade (Once Upon A Nightmare) sticht mit Streicher-Einsatz ein bißchen heraus und auch der letzte Song ‘The Holographic Principle - A Profound Understanding Of Reality) ist etwas abwechslungsreicher ... mit über 11 1/2 Minuten aber auch erwartbar.
Ich habe mir natürlich gleich die limitierte Doppel-CD gegönnt. Und die Bonus-Scheibe namens ‘The Acoustic Principle’ ist echt witzig. Folkig angehaucht mit entsprechender (akustischer) Instrumentierung. Aber leider nur 5 Songs.
Wenn ich jetzt einen kleinen Tipp abgeben darf: Ziemlich zeitgleich haben ja auch die andern Holländer des selben Genres, nämlich Delain’, mit ‘Moonbathers’ eine neue CD raus gebracht. Und die ist um Längen besser.

Zusatz:
Kurz nach der Veröffentlichung meiner Review über die neue Epica hat sich Andreas Thul bei mir gemeldet. Er ist genau der gegenteiligen Meinung und findet die neue Epica grandios und die neue Delain bezeichnet er als ‘Enttäuschung des Jahres’. So unterschiedlich können Geschmäcker sein. Seine Review über die neue Epica könnt Ihr auf seinem Blog finden.

Erna, Sully - Avalon

Eine der für mich überraschendsten und genialsten Scheiben aus 2010 ist auf jeden Fall die erste Solo-CD des Godsmack-Sängers Sully Erna und sie wird auf jeden Fall in meinen Top 10 für das Jahr auftauchen.
Wer jetzt denkt, dass Sully Erna nahtlos an die Musik seiner Stamm-Band anknüpft, hat sich ziemlich getäuscht, denn ’Avalon’ ist äußerst ruhig gehalten, es gibt viel akustische Gitarre, einige Streicher-Einsätze und den Härtegrad möchte ich mal mit dem Song ’Hollow’ von der vierten Godsmack-CD vergleichen. Auch ein paar orientalische Klänge (wie z.B. beim Titelstück) kommen vor. ’Avalon’ zündet alleine schon durch die geniale Stimme von Sully Erna, die öfters auch noch durch einen weiblichen Gesangspart (Lisa Guyer ... eine Freundin aus Boston, die auch schon das genannte ’Hollow’ veredelt hat) verstärkt wird. Eine wunderschöne CD, die sich unter vielen Weihnachtsbäumen als Überraschungsgeschenk gut machen würde. Muss man unbedingt haben und kann man sich auch selber schenken.

Ernst, Michael - Excalibur

Was macht man, wenn man eine Ankündigung liest, die folgendermaßen lautet: "Michael Ernst with Alan Parsons & Chris Thompson - Excalibur. Alan Parson produzierte, spielte und sang Passagen auf diesem Album. Den Hauptpart des Gesangs übernahm Chris Thompson (Manfred Mann's Earthband)". Kaufen natürlich, oder ?? Und die Erwartungen sind groß. Die Geschichte von Excalibur (also dem legendären Schwert von König Arthur von England) wurde zwar schon von fast jedem Musiker vertont, aber was soll's. Ist ja immer noch ne nette Geschichte. Dann das Booklet ausgepackt und durchgelesen. Alan Parsons hat die Scheibe gar nicht produziert sondern war nur 'Consultant Producer' (was immer das sein mag) und hat bei 3 Songs (von 13) im Background-Chor gesungen. Na toll. Immerhin: Chris Thompson darf 6 Songs singen. Den Rest übernimmt Michael Ernst (wer immer das sein mag). Und die restlichen Musiker von Andi Cutic über Johnny Bertl bis zu Manfred Schweng sagen mir einfach gar nichts. Ach ja ... Christian Kolonovits (bekannt aus 'Der Watzmann ruft') darf einmal Piano spielen und Alan Parsons ist noch bei einem Song als Percussionist genannt. Dazu fällt mir dann nur eines ein: Tolle Werbung. Sonst würde das Teil wahrscheinlich gar niemand kaufen. Kurz aber zur Musik: Seichte, poppige Songs, die nur durch die Stimme von Chris Thompson ziemlich aufgewertet werden (wenn er sie singt natürlich). Manchmal hart am Kitsch (Rondo Veneziano meets Drum-Computer), manchmal fast unerträglich ('People Shall Be Free' könnte fast von D.J. Bobo sein) aber auch sensationell gut ('Goodbye', gesungen von Chris Thompson). Meine Empfehlung: Vor dem Kauf reinhören. Ach ja ... bei Amazon läuft die CD sogar unter 'Alan Parsons Excalibur', was ich mal als Mogelpackung bezeichnen würde.

Eternal Reign - Crimes Of Passion

Manchmal kommt man ja zu einer CD auf komischen Wegen. Bei Eternal Reign ging es mir so, dass ich neulich (März 2004) auf einem Metal-Festival war, bei dem 8 Bands aufgetreten sind. Die Bands 5 bis 8 kannte ich, 1 bis 4 waren mir völlig unbekannt. Trotzdem hatte ich mir vorgenommen (und es auch geschafft), auch den Beginn des Festivals mitzubekommen. Aus gut unterrichteten Kreisen (also meinem Gast-Kritiker und Bermuda-Funk-Moderator Georg Loegler) erfuhr ich dann, dass ich mir auf JEDEN FALL 'Eternal Reign' anhören sollte, die extra für diesen Gig aus Bremen angereist wären. Na gut. Das Festival plätscherte mit den ersten Bands so dahin und keine hat mich eigentlich vom Hocker gerissen. Aber dann kamen sie ... 'Eternal Reign' ... und der Saal war plötzlich voll in Stimmung. Absolut professioneller Auftritt, fette Power-Metal-Mucke, Hammer-Gitarren-Riffs, treibende Drums und Bässe und ein toller Gesang und mit dem Song 'Inner Strength' ein sensationelles Teil zum Abschluss des Auftritts. Naja, irgendwie hatte ich dann vergessen, mir die CD gleich mitzunehmen, konnte sie dann aber über die Band-Homepage (durch das Kontaktformular) für schlappe 12 Euro (mit Versand ... danke nochmal an Sänger Dirk Stühmer für die schnelle Lieferung) doch noch erwerben. Was mir beim Hören der CD (übrigens aus dem Jahr 2002) aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass die Scheibe insgesamt nicht ganz so hart klingt wie die Songs auf dem Festival, was wohl zum Einen daran gelegen hat, dass auf dem Festival einige Songs von der kommenden CD gespielt wurden, die wohl etwas härter (PRIMA !!) ausfallen soll, zum Anderen gehe ich auch einfach mal davon aus, dass 2 Jahre nach der CD die Band ihre Songs vielleicht auch ein bißchen anderst interpretiert. Trotzdem ist 'Crimes Of Passion' ein klasse Album, das eigentlich in keinem CD-Regal von 'Melodic-Rock-Fans mit Touch zum Härteren' (hoffentlich habe ich das jetzt zutreffend geschrieben) fehlen. Denn Songs wie der Opener 'Isolation', 'Loneliness', 'Perfect Crime', 'Hands Of Fate' oder das schon genannte 'Inner Strength' (allene deswegen würde sich der Kauf der CD schon lohnen) sind vom Feinsten. Nur wie diese Mond-Zahlen der Song-Längen auf der Inlay-Card zustande gekommen sind, wird wohl immer ein Geheimnis bleiben. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf die neue CD, die wohl schon eingespielt ist und nur noch auf die Veröffentlichung wartet ... bis dahin solltet Ihr Euch halt an 'Crimes Of Passion' erfreuen.

Eternal Reign - Forbidden Path

Ich hoffe ja mal, dass Ihr Euch alle nach meiner Review über die letzte Eternal Reign-CD 'Crimes Of Passion' die Scheibe zugelegt und genauso Gefallen daran gefunden habt wie ich. Falls ja gibt es wieder einen Grund zur Freude, denn der Nachfolger 'Forbidden Path' ist mittlerweile (jetzt bei Limb Music) erschienen und hat - zumindest bei mir - wieder so richtig eingeschlagen. Wie in meiner letzten Review schon vermutet, ist 'Forbidden Path' ein Stückchen härter geworden (was man schon ... nachdem man den netten instrumentalen Opener 'Gate To Infinity' hinter sich gelassen hat ... bei 'Light The Light' unschwer erkennen kann. Fettes Gitarren-Riff, Drum-Gewitter und dazu eine der guten Metal-Stimmen, die nicht nur schreien sondern auch singen kann. Und wie bei der neuen Lanfear ('Another Golden Rage') ist auch bei 'Forbidden Path' positiv anzumerken, dass vor allem die tollen Melodie-Linien aus dieser Scheibe was besonderes Machen, wobei auch (und auch wieder wie bei Lanfear) das Keyboard seinen Teil dazu beträgt, dass die CD aus dem Metal-Einlerlei heraussticht. Mit 'Forbidden Path' haben die Norddeutschen auf jeden Fall ein gutes Schätzchen fabriziert, auch wenn ein 'Überflieger', wie auf dem Vorgänger mit 'Inner Strength' vorhanden war, dieses Mal fehlt. Infos über die Band gibt es auch weiterhin unter www.eternal-reign.com . Reinschauen lohnt sich.

Eternal Reign - The Dawn Of Reckoning

Immerhin fünf ganze Jahre hat es gedauert, bis die Bremer Metal-Combo ‘Eternal Reign’ als Nachfolger von ‘Forbidden Path’ ihre dritten Longplayer veröffentlicht haben. Schon wieder ein neues Label aber immer noch geniale Mucke. Von den zwei Vorgängern war ich ja schon richtig begeistert (siehe meine Reviews) und auch ’The Dawn Of Reckoning’ enttäuscht zu keiner Zeit. Ich weiß ja nicht warum die Jungs so lange Zeit haben verstreichen lassen ... aber dem Songwriting hat es auf jeden Fall gut getan. Frischer denn je knallt ’The Dawn Of Reckoning’ aus den Boxen und auch der Prog-Metal-Faktor ist wieder etwas höher geworden, war ja ’Forbidden Path’ eher eine Power-Metal-Scheibe. Somit ist die CD eine tolle Mischung aus den zwei ersten Veröffentlichungen der Band und sowohl Power-Metaller als auch Proggies können mehr als ein Ohr riskieren.

Eternal Tears of Sorrow - Chaotic Beauty

Nachdem man(n) von finnischen Bands (siehe Nightwish) ja so begeistert ist und diese Newcomer als Opener der Nightwish-Tour 2000 ihr 'Können' zum Besten geben dürfen, ist es natürlich logisch, daß ich mir die Debüt-CD kaufe. Und leider werde ich doch etwas enttäuscht. Ziemliches Geschreie (Gothic-Fans werden auf ihre Kosten kommen) und mir eindeutig zu hart.

Eternal Tears Of Sorrow - A Virgin And A Whore

Die erste Scheibe der finnischen Nachwuchsband 'Eternal Tears Of Sorrow' (Chaotic Beauty) war ja nicht so der Renner. Und als Opener der letzten Nightwish-Tour haben sie mich auch nicht gerade überzeugt. Aber ich bin ja nett und gebe den Jungs noch eine Chance (man kauft sich ja so viele Schrott-CDs, so daß es auf einen Fehlkauf mehr auch nicht mehr ankommt). Und der zweite Silberling hat zumindest an musikalischer Qualität eindeutig zugelegt. Fetzige Gitarren, ordentliche Keyboard-Läufe und ein ansprechender Sound sind ja zu entsprechenden Gelegenheiten auch für einen Prog-Freund erträglich. Nur das Gebrülle (Gesang kann man das leider nicht nennen) geht einem schon mit der Zeit auf den Keks. Also liebe Eternals: Einen annehmbaren Sänger einstellen (also so einen, der sogar ein paar Töne schafft) und es könnte sogar mal zu einer höheren Bewertung kommen.

Ethereal Architect - Monolith

Ich betreibe jetzt meine Prog-Rock.Info-Seite seit ca. 15 oder 16 Jahren und das schönste an der ganzen Arbeit die dahinter steckt ist die Tatsache, dass man zu dem ‘erlauchten Kreis’ gehört, der ab und zu eine CD von einer völlig unbekannten Band zugeschickt bekommt, die man sich aus Unkenntnis nie gekauft hätte, und man dann eine einzigartige Perle im CD-Spieler hat und völlig aus dem Häuschen ist. Das kommt zwar (leider) nicht so oft vor, aber mit dem zweiten Werk der texanischen Band ‘Ethereal Architect’ ist es endlich mal wieder so weit. Denn die Band aus Austin /Tx. um Gitarrist und Songschreiber David Glass, Sänger und Texter Adam Contreras, Drummer Jake Koenig und Neu-Basser Thad Stevens legt in meinen Augen mit ‘Monolith’ die Prog-Metal-CD des Jahres vor, die sich vor den Genre-Größen überhaupt nicht verstecken muss. Denn auch wenn sich auf der guten Stunde Musik einige Anleihen an Shadow Gallery, Symphony X oder auch ganz selten Dream Theater finden lassen, haben Ethereal Architect trotzdem ihren eigenen Stil gefunden und kopieren nicht nur billig (wie andere Newcomer in diesem Bereich). Das liegt zum Einen an der brillianten Gitarrenarbeit von David Glass, der harte Riffs, gefühlvolle Soli und atemberaubende Gitarrenläufe spielen kann, die technisch schon fast auf dem Niveau von John Petrucci (Dream Theater) sind, ohne ihn nachzumachen. Und zum Anderen liegt es auch an der äußerst angenehmen Stimme von Adam Contreras, der erst gar nicht versucht, unnötige Härte oder Kreisch-Orgien in seinen Gesang zu bringen sondern er singt seine Parts absolut routiniert und ruhig runter, so dass man teilweise sogar an Steven Wilson von Porcupine Tree kommen könnte. Und dann sind da noch leicht folkig angehauchte Parts, leicht lateinamerikanisch angehauchte Rhythmen, und und und. Ich möchte hier gar keinen Song extra herausheben, denn ‘Monolith’ ist von vorne bis hinten ein Meisterwerk des Prog-Metal.
Und dann gibt es (zumidest auf der CD-Version die ich habe) noch eine Cover-Version von ‘Mac Arthur Park’. Den Song dürfte meine Generation noch als Disco-Version von Donna Summer aus den späten 70ern kennen, er ist aber original aus dem Jahr 1968 und wurde von einem gewissen Jimmy Webb.
Leider haben ‘Ethereal Architect’ (noch) keinen Plattenvertrag, was sich hoffentlich bald ändern wird, wenn die CD in Deutschland / Europa die Wertschätzung erhält die sie verdient. Trotzdem haben es Ethereal Architect geschafft, 3 Distributoren aufzutun, die die Scheibe vertreiben. Somit gibt es für mich nur einen Tipp: Bei
Underground Power (dort auf CD - Stock List klicken und unter Neuheiten 06/2012 suchen
oder
Hands Of Blue Records (direkter Link)
oder
Good Damn Records (da ist sie aber leider gerade vergriffen)
die Scheibe ordern und genießen.
Natürlich haben Ethereal Architect auch eine Homepage und bei Youtube gibt es den genialen Song Katinago zu bestaunen. Ein MUST HAVE !!!

Evanescence - Fallen

Als Beweis, dass ich auch CDs besitze, die in den einschlägigen TV-Sendern hochgejubelt und rauf- und runtergenudelt werden, möchte ich hier die Scheibe der US-Band 'Evanescence' erwähnen, die ja mit dem Song 'Bring Me To Life' gerade voll in sind. Härtere Musik mit weiblicher Stimme ist halt gerade der Renner (siehe Within Temptation, die mit einer 2 Jahre alten CD jetzt plötzlich in den Charts sind, nur weil sie von Viva und Co. hochgepuscht werden). Ich möchte mich kurz fassen ... es ist mir ein Rätsel, warum gerade das erwähnte 'Bring Me To Life' als Single ausgekoppelt wurde ... jedes zweite Lied klingt genauso. Und es ist mir ein größeres Rätsel, warum gerade Evanescence hochgejubelt werden ... viel Abwechslung bieten sie ja mal nicht. Ich würde mal sagen ein typischer Fall von Eintagsfliege ... es werden noch ein paar Songs von 'Fallen' ausgekoppelt und wahrscheinlich auch gut verkauft und dann werden wir von Evanescence wohl nichts mehr hören und sehen ... außer es geschieht natürlich noch ein Wunder.

Evergrey - In Search Of Truth

InsideOut-Music waren ja schon immer dafür bekannt, ein feines Händchen für gute, unbekannte Bands zu haben. Und mit Evergrey haben sie mal wieder bewiesen, daß diese Aussage immer noch stimmt. Die Schwedischen Prog-Metaller im Stile von Symphony X (und dabei keinen Deut schlechter) lassen es mit ihrer bereits dritten CD so richtig krachen und haben stilmäßig von düster über melodisch bis rockig alles drauf, was das Prog-Metaller-Herz begehrt. Und ein hervorragender Sänger gehört natürlich auch noch dazu. Für mich eine der Entdeckungen des Jahres 2001.

Evergrey - Recreation Day (Limited Edition)

Sie haben's geschafft ... ich denke sie haben es geschafft. Von der anfangs ziemlich drögen Gothic- / Dark-Metal Band zu einem der Highlights der Prog-Metal Szene. Mit Recreation Day liefert die Schweden-Combo ein absolut geniales und abwechslungsreiches Werk ab, das sich von den Szene-Größen Threshold, Symphony X und Konsorten absolut nicht verstecken braucht. Hatte ich beim Opener 'The Great Deceiver' noch kurz den Eindruck, die dunkle Seiten von Evergrey würden wieder durchkommen, ist ab Song Nummer 2 durchgehend bis zum Schluß ein brillianter Song nach dem anderen von melodisch bis gar heftig zu hören. Prog-Metal-Freaks können hier absolut BLIND zugreifen ... nur möchte ich allen potentiellen Käufern raten, die limitierte Version (mit dem 9-minütigen Bonustrack 'Trilogy Of The Damned') zu kaufen, sonst fehlt ein grandioser Song (der ruhig aber richtig genial ist) in der Sammlung. Eine Steigerung wird hier nur noch schwer möglich sein.

Evergrey - The Inner Circle

Die schwedischen Dark-Prog-Metaller (sorry für den Begriff ... aber so bezeichnen sie sich halt) werden auch immer besser. Hat mir der Vorgänger 'Recreation Day' schon mehr als gut gefallen, ist 'The Inner Circle' noch stärker geworden. Schon der Operner 'A Touch Of Blessing' haut voll rein ... ist hart aber melodisch und Sänger Tom S. Englund ist einfach in Höchstform. Genial. Hier einzelne Songs herauszuheben, sollte eigentlich nicht sein, denn dieses Konzeptalbum (über einen Mann mit wenig Selbstbewusstsein, der in die Fänge einer religiösen Sekte gerät und am Ende feststellt, dass das keine Lösung ist) ist von vorne bis hinten schlichtweg klasse. Mal hart und aggressiv, mal ruhig, ja fast zerbrechlich und am Ende dann ein knapp 6-minütiges Instrumental-Stück, das teilweise schon fast klassisch ist. Eindeutig das beste Album, das Evergrey bis jetzt rausgebracht haben. Einziges Manko ist die relativ kurze Spielzeit von nicht mal 50 Minuten. Deswegen sollte man, solange es sie noch gibt, die limitierte Version mit den 3 Bonus-Tracks (3 Akustik-Songs der letzten CD) kaufen. Denn dort zeigen Evergrey eine ganz andere Seite der Band. Toll !!!

Evergrey - A Night To Remember

Nach immerhin schon 5 tollen bis überragenden Studio-Alben wurde es endlich mal Zeit für ein Live-Album. Und dass es eine Doppel-CD geworden ist, finde ich umso besser. Aufgenommen wurde das Konzert im Oktober 2004 im Stora Teatern in Göteborg, für Evergrey also ein Heimspiel und eine tolle Location ... ein altes Theater mit Kronleuchtern, Logen und Balkonen. Sicher keine alltägliche Umgebung für ein Metal-Konzert. Aber wenn man die CD so anhört, scheint das alles eine tolle Stimmung verbreitet zu haben. Nicht nur, dass die Band in absoluter Spiellaune war und ... unterstützt von einem 3-köpfigen Chor und einem Streicherquartett des Göteborger Symphonie-Orchesters ... ein Feuerwerk ihrer geilsten Songs zelebriert haben (dankenswerterweise wurden alle Studio-CDs im Konzert bedacht), nein, auch die Atmosphäre die rüberkommt (vor allem bei den ruhigeren Parts wie z.B. bei 'Waking Up Blind' oder bei 'For Every Tear That Falls', das Tom Englund im Duett mit seiner Frau Carina singt), ist pure Gänsehaut. Für mich eine der geilsten Metal-Bands zur Zeit und wer von Evergrey bis jetzt noch nichts im CD-Regal stehen hat, sollte mit 'A Night To Remember' einen tollen Einstieg schaffen. Ach ja ... eine Live-DVD von diesem Konzert ist in Vorbereitung und soll wohl in den nächsten Monaten auch veröffentlicht werden.

Evergrey - A Night To Remember & The Shocking Truth (Doppel-DVD)

Die Doppel-Live-CD 'A Night To Remember' habe ich ja schon ausführlich gelobt. Und DVD 1 dieses Packages ist die visualisierte Version dieses Konzertes in einen um mindestens eine Klasse besseren Sound. Und wer die Live-Performance der Band sieht, wird noch mehr begeistert sein. Ich denke ein Evergrey-Konzert MUSS man mal gesehen haben und dafür lohnt sich eigentlich schon der Kauf dieser DVD. Noch toller ist allerdings DVD 2, bezeichnet mit 'The Shocking Truth', einer 6 1/2 - stündigen (kein Schreibfehler !!) Dokumentation des Schaffens der Band (Backstage-Aufnahmen, ausführliche Interviews und 6 Musik-Videos). Ganz toll und keine Sekunde langweilig. Vor allem das Interview 'In bed with Evergrey' ist mehr als interessant und zeigt teilweise auch ganz andere als die 'düsteren' Seiten der Jungs. Wer die (allerdings recht üppigen) knapp 30 Euro übrig hat, sollte sich die Doppel-DVD auf jeden Fall zulegen.

Evergrey - Monday Morning Apocalypse

Sollte noch jemand der Meinung sein, dass Evergrey Prog-Metal machen (nur weil sie beim Prog-Label InsideOut unter Vertrag sind), der wird spätestens mit 'Monday Morning Apocalypse' eines Besseren belehrt werden. Denn von Longsongs, Tempowechseln, Breaks usw. ist nichts (mehr) zu hören. Nur noch fetter, etwas darker Metal der einfach mitreißt und eigentlich nur wegen der mehr als charakteristischen Stimme von Tom Englund sofort an Evergrey erinnert. 12 Songs auf 44 Minuten Spielzeit verteilt, lassen da jetzt auch nicht wirklich mehr was anderes vermuten. Super gelungen ist der Opener 'Monday Morning Apocalypse', das folgende 'Unspeakable (Hammerfette Gitarre), 'Lost' (mit einem Refrain der einem nicht mehr aus dem Kopf geht), das wunderschöne Piano-Instrumental 'Till Dagmar', 'Still In The Water' (was noch am ehesten an die älteren Evergrey-Alben erinnert und mit knapp über 5 Minuten auch der längste Song ist) sowie der Bonus-Track 'Closure' (Englund hat einfach ne geile Stimme). 'Monday Morning Apocalypse' ist sicher für Evergrey-Fans etwas gewöhnungsbedürftig geworden. Aber nach mehrfachem Hören zündet das Teil trotzdem.

Evergrey - Torn

Zur Gruppe der Prog-Metal-Bands kann man die schwedischen Jungs von Evergrey nach mehrfachem Hören von 'Torn' sicher nicht mehr zählen. Waren sie mit ihren ersten paar Veröffentlichungen noch locker in dieser Schublade (was wahrscheinlich auch ein bißchen daran lag, dass diese Scheiben bei Inside Out veröffentlicht wurden und somit schon einen kleinen 'Stempel' hatten), hat sich das nach dem Wechsel der Plattenfirma (sie sind jetzt bei Steamhammer unter Vertrag) auch erledigt. Absolut dominant ist natürlich noch immer der richtig geniale Gesang von Tom S. Englund, der die Musik von Evergrey einfach dominiert. Einen kleinen Line-Up-Wechsel hat es gegeben. Neu ist Bassist Jari Kainulainen, der Michael Hakansson ersetzt hat. Somit ist die Band etwas internationaler geworden, denn Jari ist (wer hätte es bei dem Namen gedacht) Finne und spielte vorher bei Stratovarius. Torn ist ein typisches Dark-Melodic-Album geworden, das von Evergrey auch noch selbst produziert wurde (und das mit ausgesprochen fettem Sound). Durchweg klasse Songs, die allerdings, wenn man die unterschiedlichen Facetten nicht hört, auf Dauer aber ein bißchen eintönig wird. Herausragend ist allerdings der Song 'These Scars', den Tom S. Englund mit seiner Frau Carina im Duett singt. Der limitierte Digi-Pack hat dann noch nen Bonus-Track ('Caught In A Lie'). Für Evergrey-Fans natürlich ein MUSS, für alle die die Band noch nicht kennen, bestimmt kein schlechter Einstieg.

Evergrey - Glorious Collision

Was passiert, wenn man in einer Band fast alle Mitglieder austauscht (nur Keyboarder Rikard Zander ist noch dabei und der spielt in der Band ja nur eine sehr untergeordnete Rolle)? Neue Ideen? Völlig neuer Sound? Nicht mehr wiederzuerkennen? Alles kann ich total verneinen. Evergrey sind immer noch Evergrey, machen Mucke wie von Anfang an, 5 Töne des ersten Songs gehört und Evergrey erkannt. Ich find’s gut so ... war ich doch seit dem ersten Album der Band sehr begeistert. Sie haben sich ja immer geweigert, sich in die Prog-Metal-Ecke stellen zu lassen (auch wenn viele Kritiker das behauptet haben ... so ist’s halt, wenn man bei Inside Out CDs veröffentlicht) und die Musik ist auch einfach nur fetter, etwas ‘dunkler’ Metal ... nicht mehr und nicht weniger ... und das ist gut so. Mittlerweile sind Evergrey bei Steamhammer ... also bei SPV unter Vertrag. Und das finde ich wirklich ärgerlich, denn mein MediaMarkt hat sich geweigert, mir die CD zu bestellen. Wohl zu schlechte Erfahrungen mit dem Label gemacht (einmal kurz vor der Insolvenz und schon hat man den schlechten Ruf weg). Aber zum Glück gibt’s noch die üblichen Internet-Versender, die die Scheibe im Angebot haben. Die CD macht über eine Stunde einfach nur Spaß und hat keinen Ausfall zu verzeichnen. Freunde der Band brauchen sich also keine Sorgen machen ... Evergrey leben noch und werden hoffentlich noch viele geniale Scheiben veröffentlichen.

Evergrey - The Storm Within (VÖ:09.07.2016)
Die Band ‘Evergrey’ um Gitarrist und Sänger Tom S. Englund verfolge ich jetzt schon seit Jahren (und habe auch diverse Reviews auf meiner Seite). Stillstand war noch nie die Sache von Evergrey. Sei es die Wandlung von einer Prog-Metal-Band zu eher düsterem Heavy Metal als auch diverse Wechsel der Plattenfirmen. Von Inside Out über Steamhammer (SPV) jetzt zu AFM Records. Und ich denke da sind sie musikalisch hervorragend aufgehoben.
Ich hatte das Glück, Evergrey neulich auf der Tour mit Delain zu erleben. Nachdem mein Musikgeschmack ja eher breit gefächert ist, hatte ich mit dieser Mischung auch keine Probleme. Leider war der Sound bei Evergrey nicht wirklich gut, aber trotzdem kam rüber, wie genial die Band ist und wie viel Spaß die Jungs an ihrer Arbeit haben.
‘The Storm Within’ ist in meinen Augen ein bißchen melodischer und eingängiger geworden im Vergleich zu den Vorgängern. Der Opener ‘Distance’ mit tollem Refrain und nettem Chor am Schluss. Das folgende ‘Passing Through’ geprägt von der markanten und dominanten Stimme Tom S. Englunds (und auch hier wieder eine recht eingängige Melodie und tolle Gitarren-Parts). ‘Someday’ geht dann eher in die ‘alte’ Richtung (getragener Song mit fett Bass). ‘Astray’ ähnlich aber mit mehr Geschwindigkeit. Es folgt die Quoten-Ballade mit ‘The Impossible’ (Gänsehaut ... der Gesang ist einfach herausragend). Danach ein Wachmacher (My Allied Ocean). Anschließend die erste Überraschung. ‘In Orbit’ ist ein Duett mit Nightwish-Sirene Floor Jansen und eines der absoluten Highlights der CD. Sensationell, wie diese zwei (völlig unterschiedlichen) Stimmen zusammenpassen. Der Song wurde auf dem o.g. Konzert auch live gespielt ... allerdings ohne Floor Jansen, wofür sich Tom S. Englund ausdrücklich entschuldigt hat und gemeint hat, er tritt bei den Frauen-Parts in anderen Klamotten auf. Der Junge hat echt auch noch Humor. Leider hat er’s nicht gemacht. Der nächste Song ‘The Lonely Monarch’ erinnert auch eher wieder an die alten Zeiten. Es folgt das nächste Duett, dieses Mal mit Ehefrau Carina Englund, die ja schon öfter mal einen kleinen Part bei einzelnen Songs übernommen hat. Ich kann nur sagen das ist eine wunderschöne Ballade mit Streichern im Hintergrund und vollem Bombast ab der Mitte. Gänsehaut ist garantiert. Ach ja ... der Song heißt ‘The Paradox Of The Flame’. Dann gibt es das volle Gitarren-Brett mit ‘Disconnect’, mit exakt 7 Minuten der längste Song auf der CD und einem Gitarren-Solo in der Mitte zum hinknien, einem interessante Tempowechsel zwischendurch und wieder Floor Jansen als Background-Sirene. Vielleicht das proggigste Stück auf ‘The Storm Within’ und richtig genial. Zum Abschluss gibt es dann noch das Titelstück mit allen Trademarks die Evergrey ausmachen. Gemäßigtes Tempo, Bombast, eingängiger Refrain, ruhige Parts zwischendurch und natürlich genialer Gesang. Tolles Ende einer meiner Meinung nach sensationell guten CD ... vielleicht das Beste was die Schweden bis jetzt veröffentlicht haben. Von vorne bis hinten ohne einen Durchhänger. Muss man haben.
Wer nen Euro mehr ausgibt, bekommt die limitierte Version mit einem Bonus-Track namens ‘Paranoid’. Dazu muss ich jetzt nichts mehr sagen, oder? Nette Cover-Version ganz witzig im Evergrey-Stil gemacht und nicht einfach nachgespielt. Cool.

Everon - Fantasma

Immerhin 3 Jahre hat sich die deutsche Prog-Band Everon Zeit gelassen, um einen Nachfolger des genialen Albums 'Venus' zu veröffentlichen. Und das lange Warten hat sich gelohnt. 'Fantasma' knüpft nahtlos an den Vorgänger an und ist zu keinem Zeitpunkt langweilig. Ein klasse Album, das nur deswegen nicht die Höchstpunktzahl erreicht, weil der Sänger noch immer der Schwachpunkt der Band ist und auf Dauer etwas nervt. Trotzdem ein wirklich tolles Album.

Everon - Bridge

Endlich mal wieder eine neue Scheibe der deutschen Proggies Everon. Und wer die Jungs bis jetzt noch nicht kennt (was ich mir aufgrund der letzten genialen Scheiben 'Fantasma' oder 'Venus' eigentlich nicht vorstellen kann) sollte spätestens jetzt mit 'Bridge' den Einstieg in die Everon-Welt wagen (und sich danach alle anderen CDs von Everon kaufen). Selten eine so sagenhaft gut produzierte CD aus deutschen Landen gehabt. Und musikalisch geht es den Weg nach oben weiter. Abwechslungsreicher Prog, perfekt gespielt. Frickelige Momente, fette Songs, zuckersüsse Balladen und am Schluß noch ein bißchen bei Billy Joel (Leningrad) geklaut macht diese Scheibe zum heissen Anwärter für die CD des Jahres 2002. Die volle Punktzahl kann ich aber (noch) nicht vergeben ... immerhin sollen sich die Jungs auch weiterhin anstrengen und NOCH besser werden.

Everon - Flesh

Eigentlich hätte 'Flesh' schon vor geraumer Zeit zusammen mit 'Bridge' als Doppel-CD veröffentlicht werden sollen. Lassen wir es einfach mal dahingestellt, warum 'Flesh' nun als eigenständige CD auf den Markt geworfen wird ... ich gönne ja Everon jeden Euro zusätzliche Einnahmen (hoffentlich haben sie ja auch was davon und die Plattenfirma streicht nicht den Mehr-Gewinn ein), immerhin bin ich ja, wenn man die Bewertungen der letzten Scheiben so anschaut, daran interessiert, dass es auch weiterhin Everon-CDs geben wird. Und nach dem intensiven Genuss von 'Flesh' muss ich auch ganz klar sagen, dass eine Doppel-CD die echte Verschwendung gewesen wäre, weil sowohl 'Bridge' als auch (noch mehr) 'Flesh' als einzelne CD absolut kaufenswert ist. Und ich nehme alles zurück, was ich bis jetzt über die Sangesleistungen von Oliver Philipps geschrieben habe und behaupte ab sofort das Gegenteil. Geradezu genial und zusammen mit der weiblichen Stimme von Judith Stüber, die auf zwei Songs mitsingen darf, sogar mit Gänsehautfeeling. Die CD beginnt schon hammergeil mit Piano und Cello bei 'And Still It Bleeds', Drum-Machines und Gesang wie Michael Sadler bei Saga gibt's bei 'Already Dead', 'Pictures Of You' klingt fast nach Simple Minds (Belfast Child), das 14-minütige Titelstück 'Flesh' ist ein grandioses Prog-Teil, 'Missing From The Chain' dann eine zuckersüsse Ballade (am Anfang nur mit Gesang und Streicher, später noch mit Piano... vor allem wegen diesem Stück möchte ich mich bei Oliver Philipps entschuldigen für meine früheren Aussagen). Weiter geht's mit 'The River', vor allem wegen dem Duett mit Judith Stüber ganz toll, 'Half As Bad', einem eher 'typischen' Everon-Stück und mit 'Back In Sight' - einem weiteren Highlight (vor allem wegen dem groovigen Rhythmus und dem wunderschönen Refrain) ist die CD nach gut 51 Minuten auch schon wieder zu Ende.
Fazit: 'Flesh' ist meiner Meinung nach die beste (vielleicht weil auch melodischste) Everon-CD, die bis jetzt veröffentlicht wurde. Hier stimmt die Mischung aus Gesang und Instrumental-Parts, die weibliche Stimme ist der Hammer und auch der Gesang von Oliver Philipps ist richtig klasse. Und nachdem ich für die Vorgäger 'Fantasma' und 'Bridge' ja schon jeweils fast schon die Höchstpunktzahl vergeben habe, muss ich mich ja noch steigern. Deswegen gibt es für 'Flesh' die absolute Höchstwertung.

Everon - North

Über 5 Jahre mussten wir warten, bis die Band 'Everon' endlich mal wieder eine CD veröffentlicht haben. 2002 gab's ja gleich 2 Outputs (mit 'Bridge' und 'Flesh'), doch eine längere Krankheit von Sänger Oliver Philipps sowie diverse andere Umstände der Verhinderung verursachten die lange Wartezeit. Doch diese Zeit des Wartens hat sich mehr als gelohnt. Gewohnt ausdrucksstark, melodisch aber ab und zu auch kompliziert und immer wieder bombastisch kommt 'North' daher. Ist der Opener 'Hands' noch ein Song im Stile der 'älteren' Everon-Scheiben (der könnt auch auf 'Fantasma' sein, also mit teilweise fetten Metal-Gitarren-Riffs und richtig bombastisch ... schlicht einfach geil und geht nicht mehr aus dem Kopf), geht's mit 'Brief Encounter' etwas ruhiger zur Sache (tolles Piano, geniale akustische Gitarre). Wunderschön dann 'From Where I Stand' (hier kommt mal wieder das Cello zum Einsatz, was ja für Everon auch 'typisch' ist) mit der Everon-eigenen Steigerung des Songs zum Ende hin (geiles Gitarren-Solo von Ulli Hoever zwischendurch) und auch 'Test Of Time' schlägt in die selbe Kerbe. Wieder Cello am Anfang und toller Refrain, den man nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Das Titelstück 'North' ist sicher auch ein kleines Highlight der CD, gefolgt von 'South Of London', das ein bißchen Everon-untypisch ist. Etwas 'elektronisch' und eher einfach gestrickt. Aber wunderschön gesungen. Richtig geil geht's weiter mit 'Wasn't It Good', dann dem Instrumental 'Woodworks' (viel Piano und fette Gitarre) und anschließend meinem absoluten Highlight der CD 'Islanders'. Gast-Sängerin Judith Stüber hat mir ja schon ausgesprochen gut auf 'Flesh' gefallen ... bei dem Song 'Islanders' ist aber nochmal ne Steigerung drin. Wunderschöner Song (der allerdings nicht als Everon zu erkennen ist. Völlig andere Instrumentierung). Den Abschluss der CD macht dann 'Running', der am Anfang auch eher nicht nach Everon klingt, aber nach knapp 2 Minuten sowas von grandios wird. Auf jeden Fall haben sich die 5 Jahre warten gelohnt. Alt-Everon-Fans werden voll bedient, aber auch ein paar neue Seiten der Band werden auf 'North' gezeigt. Tolle CD, die zu keiner Sekunde langweilig wird ... und hoffentlich gibt es den nächsten Output etwas schnelle. Lohnenswert ist auch die Band-Homepage.

Everybody Used To Call Me Joe - Same

Eine neue, vielversprechende Band kommt aus Schweden und nennt sich 'Everybody Used To Call Me Joe' (warum auch immer). In den nächsten Wochen wird die erste 6-Track-CD bei Statue Records (in den USA) veröffentlicht. Ein Deal in Europa ist leider noch nicht vorhanden. Allerdings können die Songs unter www.ortogonal.com/everybody als MP3-File runtergeladen werden. Mir liegt (nur) die Promo-CD vor, die einen leicht anderen Sound wie das Original hat, aber trotzdem schon ganz klasse klingt. Die 6 Songs haben immerhin eine Länge von 28 Minuten und alle Songs gehen ein bißchen in Richtung Ezio (also viel Gitarre - bei EUTCMJ allerdings eher elektrisch aber auch immer päsentes Keyboard), mit einem leichten Touch zu früheren Dire Straits. Die CD fängt noch recht ruhig mit 'Way Of Life' an (und passt eigentlich nicht so recht zum Rest ... aber toller Song), wird aber dann richtig rockig ('The Boss'), bluesig bis psychedelisch ('10-19') bis fast ein bißchen was von Led Zeppelin ('Us Against The World'). Ich würde mal vorschlagen: Auf die Homepage gehen, ein paar Songs runterladen und sich selbst ein Bild davon machen. Ich hoffe auf jeden Fall, dass die Jungs auch bald für Europa einen Platten-Deal bekommen, damit die Musik auch einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wird.

Everybody Used To Call Me Joe - Arise

Das Musik-Business ist manchmal etwas undurchschaubar. Da gibt es Bands wie Nickelback oder Three Doors Down, die machen wenig berührende gitarrenorientierte Rock-Musik und werden bekannt, weil zufällig ein MTV- oder Radio-Redakteur eine CD von denen in die Finger bekommt und hochjubelt oder die Band ausversehen beim 'richtigen' Platten-Label untergekommen ist und dort genügend Unterstützung bekommt. Und dann gibt es musikalisch weitaus bessere und anspruchsvollere Bands aus dem selben musikalischen Bereich wie z.B. Ezio, Fury In The Slaughterhouse oder eben die schwedische Band 'Everybody Used To Call Me Joe', die diese Beachtung unverständlicherweise nicht oder noch nicht in diesem Maße bekommen.
Begonnen hat die Band im Jahr 2002 als Trio und ist mittlerweile zu einem Quintett gewachsen.
Bereits die erste CD der Band, die allerdings meines Wissens nie hier erschienen ist, hat mir, obwohl es nur 28 Minuten und 6 Tracks waren, mehr als gefallen. Und mit 'Arise' gibt es bald den ersten vollständigen Longplayer zu kaufen und auf dieser CD ist nach 13 Songs und etwas über 57 Minuten Spielzeit ganz klar, dass die Jungs vor allem tierische Lust beim Spielen haben und ihr Interesse auf songorientierte Musik legen.
Schon der Opener 'Nightcall # 12' und das nachfolgende 'Launch Pad' sind klasse, direkte Gitarren-Rocker, bei denen aber auch das trockene und unverfälschte Old-School-Schlagzeug hervorsticht. Absolut radiotauglich. Danach das Titelstück 'Arise', das ein wenig pathetischer daherkommt und dort mir vor allem der gefühlvolle Gesang gefällt. Im nächsten Song 'Mr. Man' glänzt dann die Gitarre im Mittelteil nach ca. 2 1/2 Minuten und auch der mehrstimmige Gesang kommt ganz gut. Das längste Stück folgt dann 'Hold 'em', das aber auch mit knapp 8 Minuten keine Sekunde zu lang ist. Die Harmonika am Anfang klingt fast nach Neil Young oder Bob Dylan und der Song hat durchgehend ein absolutes Gänsehaut-Feeling. Nach zwei weiteren, nicht schlechten Songs ('Insect' und 'Storm') folgt das nächste Highlight 'Back As King', das mir vor allem auch textlich gefällt. Mein derzeitiges Lieblingsstück auf der CD kommt dann mit 'Here You Are So Am I', einer wundervollen 6-minütigen Ballade. Das folgende 'Breathe' könnte dann fast von 'Dire Straits' oder 'Fury In The Slaughterhouse' sein. Der einzigen zwei Songs, mit dem ich dann nicht so viel anfangen kann, sind 'Turning Point' und 'City Sleep', was aber leicht zu verschmerzen ist, denn zum Abschluss gibt es nochmal ein Highlight mit dem Titel 'Father', einem äußerst gefühlvollen Song nur mit Blues-Gitarre und Gesang. Ein klasse Ende einer wirklich tollen CD. Wer anspruchs- und gefühlvolle Rockmusik mag, sollte 'Arise' von Everybody Used To Call Me Joe auf jeden Fall haben. Reine Prog-Fans werden sich natürlich mit der Musik eher schwerer tun.
Fazit: It's not prog but it rocks. Kaufen! ... leider zur Zeit nur über die
Band-Homepage zu beziehen, da es die Plattenfirma noch nicht geschafft hat, das Teil zu veröffentlichen.

Explorers Club - Age Of Impact

Terry Bozzio, Billy Sheehan, Trent Gardner, Wayne Gardner, James LaBrie, Steve Howe, Derek Sherinian, John Petrucci und noch ein paar weitere Musiker sind der Explorers Club. Und damit ist eigentlich schon alles gesagt. Wenn sich die Creme de la Creme der 'härteren' Prog-Musik versammelt, gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder es kommt ein grausames Gefrickel heraus oder das Teil ist genial. Dachte ich zumindest, als ich mir die CD als Risiko-Kauf (wenn man bei diesen Musikern überhaupt von Risiko reden kann) besorgt habe. Tja, und ich muß zugeben, daß es auch was dazwischen gibt. Es ist nicht so schlimm wie ich es befürchtet hatte, ist aber auch nicht so genial wie erhofft. Sicherlich ein klasse Prog-Album, das allerdings nicht so richtig vom Hocker reißt. Grandiose Passagen aber auch viel Leerlauf. Fazit: Nichts was man unbedingt haben muß. CDs der Stamm-Bands der Musiker (also Magellan, Dream Theater, Yes usw.) sind auf jeden Fall besser. Aber kein schlechter Versuch, solch unterschiedliche Bands unter einen Hut zu bekommen.

Explorers Club - Rising The Mammoth

Ach Du grüne Neune. Hatte ich mit der ersten Explorers Club schon so meine Probleme, gibt's mit dem zweiten Output 'Rising The Mammoth' noch schwierigeren Tobak auf die Ohren. Dieses Mal dabei sind (ausser Explorers Club-Gründer Trent Gardner von Magellan) so illustre Musiker wie Terry Bozzio (Bozzio/Levin/Stevens), John Myung (Dream Theater), Kerry Livgren (Kansas) und Gary Wehrkamp (Shadow Gallery) sowie als Sänger Steve Walsh (Kansas) und James LaBrie (Dream Theater). Aufgeteilt ist das 'Werk' in 44 Tracks (aber eigentlich nur 3 Songs). Wenigstens weiß ich jetzt, dass mein CD-Spieler auch 44 Stücke erkennen und anzeigen kann, aber arg sinnvoll finde ich das ja nicht, zumal die Übergänge zu den einzelnen Tracks nicht mal hörbar sind. Musikalisch bewegt sich das ganze zwischen chaotischem Gefrickel und dem Versuch, ab und zu etwas Melodie einzustreuen. Für (Hobby-) Musiker ist die Scheibe bestimmt interessant. Mir persönlich ist das Teil einfach zu chaotisch und abgedreht. Einfach too much. Eine Kaufempfehlung kann ich deshalb nur sehr eingeschränkt abgeben.

Exhibition - The Sign Of Tomorrow

Neue Radau-Band (entstanden aus den 1998 aufgelösten Eternity X) die glaubt, wenn man einen Sänger einstellt, der klingt wie Geoff Tate von Queensryche und dort auch ein bißchen kopiert, hat man Erfolg. Naja, im Rock Hard wurde sie immerhin mit 9 Punkten bewertet ... ich finde sie dann eher überflüssig, denn wenn ich Queensryche hören will dann höre ich nicht eine billige Kopie. Und das Cover der CD ist ja wohl der Oberscheiß. Schlimmer geht's ja kaum. Ich denke mal nicht, dass die Jungs aus New Jersey den grossen Erfolg haben werden, obwohl die Produktion ja wirklich recht fett ist. Naja ... vielleicht habe ich ja ein bißchen zu hart geurteilt. Unanhörbar ist 'The Sign Of Tomorrow' ja dann auch wieder nicht.

Ezio - The Making Of Mr. Spoons

Wer seinerzeit auf dem kostenlosen Fish-Konzert in Dudelange (Luxemburg) war, wird sich sicher noch an die Band vor Fish erinnern. Genau DAS war Ezio. Okay, das ist jetzt ja auch schon einige Jahre her und Ezio haben inzwischen schon die vierte Studio-CD rausgebracht. Aber wer damals von dem genialen Gitarrenspiel von Booga begeistert war (wie kann man mit so einer Super-Schwergewichts - Ringer-Figur nur so filligran mit einer Akustik-Gitarre umgehen ... einfach sagenhaft) und auf eher folkig-melodische Songs (alle geschrieben von Namensgeber Ezio Lunedei) abfährt, ist mit ALLEN Ezio-CDs gut bedient. Leider haben die Jungs nie den richtigen Durchbruch geschafft und sind auch eher live richtig gut (ja nicht verpassen, wenn sie mal in Eurer Nähe sind ... das ist ein echtes Erlebnis). Aber vor allem das Erstlingswerk 'Black Boots On Latin Feet' (produziert von Rupert Hine) und jetzt die neueste Scheibe 'The Making Of Mr. Spoons' müssen doch empfohlen werden. Tolle Songs, die natürlich mit Prog usw. nichts zu tun haben sondern eher für die 'Stille Stunde' gedacht sind. Ich finde Ezio nach wie vor klasse und hoffe mal, dass nach dieser Kritik ein paar CDs mehr verkauft werden. Und nach dem (vermeintlich) letzten Song nicht die CD rauswerfen. Ganz am Schluss kommt noch ein Remake von 'The Further We Stretch'.

Ezio - Live Cambridge

Nachdem Live-Konzerte der 2-Mann-Band Ezio (bestehend aus den beiden Gitarristen Ezio Lunedei und Booga), die sich immer mit ein paar Gast-Musikern verstärken, ja das absolute Erlebnis sind (wer das noch nicht mitgemacht hat, sollte es umgehend nachholen, denn was die zwei Jungs auf den -meist- akustischen Gitarren zaubern, ist sensationell), war ich dann doch ziemlich gespannt, wie so ein Live-Konzert, und dann noch in Ezios Heimatstadt Cambridge, auf CD rüberkommt. Und was ich eigentlich befürchtet hatte, ist auch eingetreten. KEIN Vergleich zu einem persönlich besuchen Konzert. Was zum einen daran liegen könnte, dass auf 'Live Cambridge' fünf bisher unveröffentlichte Stücke enthalten sind (die die Konzertbesucher wohl noch nicht gekannt haben) und auch sonst die Song-Auswahl nicht unbedingt eine Best Of ... Selektion darstellt. Zumindest sind meine absoluten Lieblingsstücke (allesamt auf der ersten und vor allem zu empfehlenden CD 'Black Boots On Latin Feet' vertreten) wie z.B. '30 And Confused', 'The Further We Stretch' oder der 'Angel Song' nicht dabei. Und das ist eigentlich schade, denn mit einer Best Of - Live-CD hätten sich Ezio bestimmt ein paar neue Fans gewinnen können. So ist es, durch die fünf neuen Stücke eher eine CD für den Ezio-Fan geworden, der das natürlich haben muss. Leider geht auch die sonst auf Ezio-Konzerten herrschende Stimmung auf der CD etwas unter, so dass ich 'Live Cambridge' eigentlich nur dem harten Fan der Band empfehlen möchte. Alle anderen (siehe oben) sollten eher mal ein Konzert persönlich besuchen. Da habt Ihr mehr davon.

Ezio - Ten Thousand Bars

Ein weiteres Highlight der Karriere von Ezio ist sicher die gerade erschienene CD 'Ten Thousand Bars', die den klassischen Ezio-Stil unbeirrt weiterverfolgt (also schöne balladeske Songs mit viel akustischer Gitarre), wobei jetzt anscheinend Namensgeber Ezio Lunedei auch ein paar Mal ganz alleine vor sich hin spielen darf oder will. Im Übrigen wird auf meine anderen Ezio-Kritiken verwiesen. Wer Ezio schon kennt, wird 'Ten Thousand Bars' eh schon haben oder jetzt sofort kaufen und alle Anderen können sich zwischen den 3 Highlights 'Black Boots ...', 'Mr. Spoon' und jetzt eben auch 'Ten Thousand Bars' entscheiden, wie sie in die Musik einsteigen wollen. Sie sind einfach alle gut.

 

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