CD-Kritiken F - H

CD-Kritiken-Archiv F - H

 

 

F

Fahrenheit 212 - Neues vom Hexer

Bereits die dritte CD der deutschen Rockband 'Fahrenheit 212' ist 'Neues vom Hexer'. Bereits 1995 erschien 'Der Hexer' (ah ja, daher der Titel der neuen CD) und 1996 dann 'Kreuzzug der Gefühle'. Beide CDs sind übrigens noch immer z.B. bei Amazon erhältlich. Mir sind die Scheiben völlig unbekannt, doch war ich etwas überrascht, als ich in den Reviews bei Amazon so einen kleinen 'Krieg' der Rezensenten über das Thema 'Klingen Fahrenheit 212 wie die Böhsen Onkelz oder nicht' gelesen habe. Also ich weiß ja nicht, aber außer der Tatsache dass Fahrenheit 212 auch deutsche Texte haben und eben etwas 'erdige' Rockmusik machen, haben sie nun mit der genannten Ex-Band (denn die Onkelz gibt's ja nicht mehr) nicht wirklich viel gemeinsam. Denn Fahrenheit 212 machen intelligente Texte über Wirtschaft, Politik und den zunehmenden Verfall humanistischer Werte. Allerdings, und da möchte ich kurz auf die Aufmachung der CD eingehen, ist es etwas 'gewöhnungsbedürftig', die Texte mitzulesen, denn in dem genieteten (!!) Booklet sind die Texte auf einer Klarsichtfolie in Schwarz (Vorderseite) und Weiß (Rückseite) gedruckt und können ohne die beigefügte 'Lesehilfe' nicht wirklich erkannt werden. Interessante Idee und so wird man ja praktisch dazu gezwungen, die Songtexte mal zu lesen, denn man muss das ja schließlich mal ausprobieren. Ein echt klasse Gimmick. Highlights der CD sind sicher die Songs 'Jahr für Jahr' (... immer wenn die Luft ganz oben dünner wird, werden Vorurteile rausgeholt und die Masse wird verwirrt ...), 'In der Hoffnung' (... wenn nur Geld die Welt bewegt ist es zu spät ...) und 'Gift' (... steh auf und beweg dich - mach dich frei; das Gold das dich fesselt ist doch nur Blei ...). Wer auf ambitionierte Rockmusik mit deutschen Texten steht, kann mit 'Fahrenheit 212' sicher gar nichts falsch machen. 'Neues vom Hexer' kommt übrigens als Doppel-CD auf den Markt und auf CD 2 sind dann von einigen Songs noch Instrumental-Versionen (mit Klassik-Orchester oder als Percussion-Version oder als Remix) vertreten, die auch ohne den Gesang ihren eigenen Charme haben. Für mich eine interessante Neuentdeckung. Und am 24.03.2007 steigt übrigens im Bürgerhaus Fürstenwalder Hof die CD-Release-Party. Infos über die Band gibt es unter www.fahrenheit212.net.

Fates Warning - Still Life

Nach immerhin 8 Studio-CDs gab's im Jahre 1998 diesen Live-Mitschnitt auf einer Doppel-CD. CD 1 beinhaltet das komplette Konzeptalbum 'A Pleasant Shade Of Gray ' (ein hammergeniales Werk, das alle Facetten der Musik von Fates Warning zeigt) mit einer Gesamtlänge von knapp 52 Minuten. CD 2 ist dann noch ein Best Of der letzten paar Alben, wobei vor allem Schwerpunkt auf die (damals) jüngeren Sachen gelegt wurde. Insgesamt ein klasse Live-Album und ein hervorragender Querschnitt des Schaffens dieser fleißigen Band. Prog-Freunde sollten das Teil unbedingt mal antesten.

Fates Warning - Disconnected

Im Rock Hard (07/2000) mit 9,5 Punkten bewertet, habe ich mich mal wieder auf die Meinung der Kritiker verlassen und ... etwas reingefallen. Ich weiß nicht so recht, ob (und ggf. was) ich mit der CD anfangen soll. Musikalisch liegen Fates Warning in der Richtung Dream Theater (nur nicht so gut) bis etwas härterem Prog-Rock. Aber irgendwie ist das nichts Halbes und nichts Ganzes. Höchstens das über 16 Minuten lange 'Still Remains' zeigt, was die Jungs draufhaben. Aber der Rest plätschert so dahin ohne übermässig aufzufallen. Im Rock Hard auf jeden Fall überbewertet.

Und nach mehrfachem Hören bin ich total begeistert von der Scheibe und habe sie sogar zu meiner CD des Jahres 2000 gekürt. Ist etwas schwer zugänglich aber mit jedem weiteren Hören macht 'Disconnectet' mehr Spaß. Und somit gibt's im zweiten Wertungsdurchgang dann fast die Höchstwertung.

Fates Warning - FWX

Ganze 4 Jahre mussten wir warten, bis sich Fates Warning - Mastermind Jim Matheos mal wieder herabgelassen hat, neben seinen vielen Nebentätigkeiten (OSI, Gordian Knot, John Arch und was weiß ich wo der Mann noch überall seine Finger hatte) mit seiner Stamm-Band eine CD zu veröffentlichen. Der Vorgänger 'Disconnected' hat sich in meinem CD-Player ja ganz schön schwer getan. Dieses ist mir mit FWX, wie der Name schon sagt der 10. CD von Fates Warning, zum Glück nicht passiert. Dieses Teil hat schon nach dem vielleicht dritten Durchlauf gezündet und läuft seitdem mindestens einmal täglich bei mir zu Hause. Das ist wirklich feiner Prog-Metal mit einer mehr als guten Sangesleistung (von Ray Alder, der mir mehr und mehr gefällt) und ein paar richtig guten Songs (wie z.B. der Opener 'Left Here' oder 'Heal Me' ) aber auch ein paar recht harten Sachen (wie z.B. 'Simple Human'). Wer Fates Warning bis jetzt noch gar nicht kennt, kann mit 'FWX' sicher einen Einstieg machen, denn diese Scheibe ist sicher leichter verdaulich als der Vorgänger 'Disconnected', hat aber musikalisch mit den Fates Warning früherer Tage (mit John Arch als Sänger) arg wenig Gemeinsamkeiten.

Fourth Mirror, The - Under A Black Sun

Neuer Prog-Metal aus Italien. Und dann auch noch rein instrumental. Das sind The 4th. Mirror, die seit 2006 bestehen. Zuerst gegründet unter dem Namen 'Endanger' (unter diesem Namen gibt es auch schon einige Reviews der CD 'Under A Black Sun') und da entstanden auch die ersten knapp 40 Minuten der CD. Dann gab es einen Line-Up-Wechsel und die restlichen 3 Songs wurden aufgenommen. Und so erblickt 'Under A Black Sun' in einer erweiterten Version und unter dem neuen Band-Namen erneut das Licht der Welt. Und was soll ich sagen ... wow ... selten so guten instrumentalen Prog-Metal gehört. Fette Gitarrenläufe, tolle Breaks und der Gesang wird zu keiner Zeit vermisst. Auf jeden Fall verstehen die vier Jungs (Michele Bertolasi - Drums, Samuel Boggian - Gitarre, Pierangelo Coraggia - Bass und Massimiliano Zaglia - Gitarre, er übrigens zusammen mit Herrn Bertolasi Band-Gründer) was von Musik und beherrschen ihre Instrumente. Viel mehr habe ich über die Band leider nicht herausbekommen. Auch wo man die CD käuflich erwerben kann weiß ich im Moment nicht und habe auch im Internet nichts gefunden. Nur einen Link auf MySpace kann ich Euch bieten. Aber vielleicht findet sich ja bald ein Vertriebspartner in Deutschland, dann könnt Ihr diese Perle auch käuflich erwerben.

Ferry, Bryan - Frantic

Roxy Music-Sänger Bryan Ferry macht auch trotz Reunion-Konzerten weiter als Solo-Künstler. Und sein neuestes Werk 'Frantic' ist absolut hörenswert. Neben ein paar Cover-Versionen (z.B. 'It's All Over Now, Baby Blue' und 'Don't Think Twice, It's All Right' von Meister-Knödler Bob Dylan) gibt's massenweise neue Songs. Und die eingeladenen Musiker sind auch vom Feinsten (u.a. hat er endlich mal wieder mit Brian Eno, seinem alten Roxy Music-Mitstreiter gearbeitet und an der Gitarre ist kein Geringerer als Chris Spedding, der auch schon auf der Roxy Music - Reunion-Tour dabei war sowie Dave Stewart von den Eurythmics, der auch einen Teil der Songs mitgeschrieben hat). Die meisten Songs könnten locker von einer alten Roxy Music-Scheibe stammen, so dass der CD-Käufer auf keinen Fall enttäuscht wird. Wo Bryan Ferry draufsteht, wird wohl auch immer Bryan Ferry drin sein. Ob man's mag, ist natürlich Geschmackssache. Ich fand' Roxy Music schon immer gut (bin ja auch schon älter), so dass ich 'Frantic' natürlich weiterempfehlen kann.

Filkins, Sean - War And Peace & Other Short Stories

Die Band ‘Big Big Train’ dürfte zumindest den eingefleischteren Prog-Kennern ein Begriff sein. Ziemlich geniale Band, die leider nie den verdienten Erfolg wie andere Genre-Größen gehabt hat. Sean Filkins ist (oder ich glaube war) Sänger der Band. Und da er eine sehr charakteristische Stimme hat, ist hier bei seinem Solo-Werk ‘War And Peace & Other Short Stories’ der Wiedererkennungswert ziemlich hoch. Ich mag die Stimme von ihm (und auch alle Big Big Train - Scheiben) und somit kann ich auch mit dieser CD richtig schnell warm werden. Denn so richtig große Unterschiede zu seiner Band sind auch musikalisch nicht zu erkennen. Unterstützt von so Prog-Größen wie Gary Chandler (Gitarre - von Jadis), Dave Meros (Bass) oder John Mitchell (Gitarre - von Arena) gibt’s dann ziemlich getragene Songs mit vielen Breaks, geilen Gitarren-Soli, Keyboard-Teppichen und so weiter. Also eine perfekte Prog-Platte. 2 Songs erreichen die 20 Minuten-Grenze und der Rest bis auf das Intro sind auch keine Short-Stories. Feine Scheibe, die allerdings nicht zum nebenher hören taugt, denn auch die Geschichten die Sean Filkins erzählt, verdienen Aufmerksamkeit. Muss man haben. Da möchte ich nur erwähnen, dass bei der Produktion Karl Groom seine Finger im Spiel hatte, somit ist auch der Sound mehr als amtlich.

Finisterre - Storybook

Eine weitere Veröffentlichung des US-Labels Moonjune Records schneite mir heute ins Haus. 'Storybook' der italienischen Progger 'Finisterre' ist bereits das fünfte Album, das die Jungs veröffentlichen. Bei dieser CD handelt es sich um den Live-Mitschnitt vom 1997er ProgDay Festival, wo Finisterre zum ersten Mal in den Staaten aufgetreten sind. Leonardo Pavkovic (Chef von Moonjune Records) hat sich die Aufnahmen gesichert und dieses ja fast faszinierende Album herausgegeben. Musikalisch liegen die Jungs so zwischen King Crimson, Genesis und Camel in ihren Anfangstagen - also klassicher 70er-Jahre-Prog mit folkigen und jazzigen Einwürfen. Die Flöte erinnert sehr stark an Focus oder auch Jethro Tull. Die fast 80 Minuten dieser Scheibe sind überwiegend instrumental. Was auch ganz gut ist, denn das einzige, was ein bißchen nervt, ist der Sänger. Nicht wegen der Sprache (die Songs sind in Italienisch) sondern weil er einfach nicht besonders gut singen kann und ab und zu auch etwas danebenzuliegen scheint. Aber daß die Jungs ihre Instrumente beherrschen, steht außer Frage. Und das zeigen sie vor allem beim Genesis-Cover 'Firth of Fifth', das in den Song 'Phaedra' eingestreut wurde. Wer auf 70er-Jahre-Prog steht, sollte die CD auf jeden Fall mal antesten, zumal Bands mit dieser Stilrichtung leider nicht mehr so oft anzutreffen sind. Zu bestellen ist die CD entweder bei Herrn Bäcker unter http://www.empire-music.de oder direkt bei der Plattenfirma in den USA unter http://www.moonjune.com (für 15 $ incl. Porto usw.).

FIRESIGN – WHEELIN`AN`DEALIN

Gast-Kritik von Georg Lögler:

Gitarrist (und Sänger) Steve Heyden kann mittlerweile als Veteran bezeichnet werden, nach dem, was er alles schon gemacht hat. Doch der `Survivor` hält nach wie vor die Fahne des Rock’n’Roll hoch und liefert hier mit seiner Band ein Killeralbum ab. Da groovt es, dort kriegt man kräftig in den Arsch getreten und durchweg überzeugendes Songmaterial wird durch exzellente Musiker dargeboten : Das Quartett wird vervollständigt durch Arthur Schlichting (g), Rudi Brandelick (b) und Klaus Enderlin (dr). Auf einige Tracks soll näher eingegangen werden, da ihre Geschichte nicht allzu bekannt sein dürfte :

"Lock your daughters" ist ein über 11 Jahre alter Song der Band SEX ATTACK, auch auf deren LP "BEYOND BELIEF" zu hören, damals noch mit Lutz Imkamp als Sänger. Ein Party-Kracher, endlich so gespielt wie es sein sollte und ergänzt durch geile guitar-fills. Das ruhige "If it wasn’t for your love" wird bereits zum 3. Mal aufgenommen, erstmalig war es 1994 auf Steve’s Demo "REMAINDER" , dann 1996 auf der BAD TO THE BONE CD zu hören, damals mit Thomas Zeller als Sänger. Der Song entwickelt sich zu einem mid-Tempo Stück mit hohem Wiedererkennungswert. Dann "Stay"- das am ehesten bekannt sein könnte- es war 1989 auf dem FERRARI Demo, (die Band musste sich in COLD SWEAT umbennen ) wobei diese starke Ballade überraschenderweise nicht auf ihrem Debut "BREAK OUT" 1990 erschien, sondern erst 4 Jahre später auf der ersten MEDICINE WHEEL. Der Song wurde zu einer faszinierenden Version umarrangiert, packend und überzeugend- und gefällt auch dem Komponisten Marc Ferrari ! Mein absolutes Lieblingsstück ist jedoch "Where them angels dwell" : Guitar Mayhem first- ja holt euere Luftgitarren ruhig mal wieder raus, denn dann ist Bangen angesagt – W.A.H.N.S.I.N.N.- ja- dieser Song kickt dermassen, dass ich mir vor Begeisterung hier die Birne am Schrank angehauen habe ! Warum denn für tollen Hard Rock in die Ferne (USA,Canada,Schweden...) schweifen, wenn das Gute doch so nahe liegt : FIRESIGN; Postfach 1303, 79303 Emmendingen und www.firesignrockshard.de

Support your local bands !!!

Firewind - The Premonition

Neulich war ich auf einem Konzert von Kamelot. Und als zweite Vorgruppe (die erste vergessen wir jetzt mal lieber, die war ja nur fürchterlich) spielte 'Firewind'. Vorher noch nie was von denen gehört oder gelesen. Aber man kann ja nicht alles kennen. Auf jeden Fall fand ich ihren Auftritt nun sagen wir mal mittelmäßig. Netter Metal mit durchwachsenem Sound. Was mir aber aufgefallen war, ist dass das Publikum eigentlich mit mehr Firewind als Kamelot-Shirts rumgelaufen ist und die Meute fast jeden Song mitgesungen hat. Voll die Party ging da ab. Und in der Pause zwischen Firewind und Kamelot bin ich kurz mal nach draußen und auffällig war, das um mich rum fast nur Griechisch gesprochen wurde. Merkwürdig das alles. Gut ... nachdem das Publikum ja sowas von begeistert war, hab ich mir doch die neueste CD der Jungs gekauft (sie kommen übrigens tatsächlich aus Griechenland) und hab ihnen noch eine Chance gegeben. Und was müssen meine verwöhnten Ohren hören? Voll fette Metal-Mucke in brilliantem Sound, klasse Sänger, geile Gitarren und richtig gut. So ne Mischung aus Savatage und Masterplan vielleicht. Voll die Hymnen drauf und wer fetten melodischen Metal hören kann, sollte Firewind auf jeden Fall haben. Das absolute Highlight der CD ist aber die Cover-Version von 'Maniac' aus dem Film Flashdance ... einfach nur gut.

Firewind - Live Premonition (CD/DVD)

Über die Studio-CD der griechischen Metal-Band Firewind 'The Premonition' habe ich mich auf meiner Homepage ja schon ziemlich lobend geäußert. Und jetzt gibt es einen dicken Packen an Live-Material in Form einer Live-DVD und 2 Live-CDs von einem Konzert in ihrer Heimat (Thessaloniki vom 12. Januar 2008) in einer Länge von knapp 1 3/4 Stunden. Und das ist vollgepackt mit alten und (vor allem neuen) Metal-Krachern der Band (die CD 'The Premonition' wurde bis auf den geniale Cover-Song 'Maniac' glaube ich komplett gespielt). Und vor allem was Gus G. an seiner Gitarre zaubert ist der Hammer. Da lässt jeder Hobby-Gitarrist sein Instrument in der Ecke stehen. Aber auch Sänger Apollo (den Nachname spare ich mir jetzt mal) macht einen tierisch guten Job (ich habe die Jungs ja live in der Rockfabrik Ludwigsburg als Vor-Gruppe von Kamelot gesehen und da haben sie mich nicht wirklich überzeugt). Er kann also auch live gut singen. Wer auf fette Metal-Mucke steht und die Band noch nicht kennt, kann mit 'Live Premonition' einen tollen Einstieg wagen.

Firewind - Days Of Defiance

Von der letzten Studio-Veröffentlichung (The Premonition) und der dazu passenden Live-CD / DVD (Live Premonition) der griechischen Metaller um Ausnahme-Gitarrist Gus G. (der ja auch auf der letzten Ozzy-CD gespielt hat) und Sänger Apollo Papathanasio war ich ja ziemlich begeistert. Deswegen hab ich mich auch sehr über den Nachfolger ‘Days Of Defiance’ gefreut. Ich weiß jetzt nur nicht, ob ich ein bißchen enttäuscht sein soll oder ob ‘The Premonition’ einfach nicht zu toppen war. Klar, die fetten Gitarren von Gus G. sind immer noch reichlich vorhanden und Apollo singt in der oberen Metal-Liga, trotzdem gehen die Songs (bis auf wenige Ausnahmen) nicht wirklich gleich ins Ohr. Bei ‘The Premonition’ konnte man nach dem ersten Hördurchgang die Songs schon fast blind mitsingen, so eingängig war das alles. Das fällt mir jetzt beim aktuellen Output schon etwas schwerer, auch wenn ich die CD bestimmt schon 10x angehört habe. Man könnte es als ‘Weiterentwicklung’ bezeichnen oder vielleicht auch als ‘mir sind die genialen Ideen ausgegangen’. Aber so hart will ich gar nicht sein. ‘Days Of Defiance’ ist trotzdem ein tolles Metal-Album geworden, das Freunde des Genres einsaugen werden. Wer mit Firewind noch nichts am Hut hat, sollte allerdings erst mal auf den Vorgänger zurückgreifen. Richtig misslungen ist allerdings der Bonus-Cover-Song ‘Breaking The Law’, der im Original von Judas Priest einfach fetter ist.

Firewind - Immortals (VÖ:25.01.2017)
Mit ‘Immortals’ legen die griechische Power-Metal-Band ‘Firewind’ ihr erstes Konzeptalbum vor. Textlich geht es um die Schlachten bei den Thermopylen und bei Salamis im Jahr 480 vor Christus, also dem Krieg zwischen den Griechen und Persern bei der zweiten persischen Invasion in Griechenland.
Jetzt mal ganz im Ernst ... wer bitte hört bei einem Power-Metal-Album auf die Texte? Also ich nicht. Daher kann ich über die historische Umsetzung der Story nichts sagen. Ist auch egal, denn vorrangig geht es (mir) eher um die Musik. Und da gibt es bei Firewind 2 Neuigkeiten. Erstens wurde Sänger Apollo durch Henning Basse (Ex Metalium und Sons Of Season) ersetzt, was mir am Anfang etwas Schwierigkeiten bereitet hat. Apollo hat für mich den Sound von Firewind (neben den Gitarrenläufen von Gus G.) geprägt und jetzt klingt es doch etwas ‘neu’. Und zweitens gab es für ‘Immortals’ eine Zusammenarbeit mit Dennis Ward (Pink Cream 69 usw.) bei Text, Musik und Produktion.
Ich finde es auf jeden Fall super, dass Gus G. (der eigentlich ja Kostas Karamitroudis heißt) neben seinem Engagement bei Ozzy und diversen Solo-Veröffentlichungen die Zeit für eine Nachfolger von ‘Few Against Many’ aus dem Jahr 2012 gefunden hat. Und es ist ein richtig fettes Album geworden. Der Opener ‘Hands Of Time’ haut schon sowas von rein. Hart, schnell, göttlicher Refrain, schwindelerregende Gitarre, tolles Keyboard. Nur wie schon geschrieben ... an die neue Stimme muss man sich erst mal gewöhnen. Und es geht in bester Firewind-Manier weiter. Kracher über Kracher. Auch mal ein bißchen epischer, bombastischer am Anfang (‘Ode To Leonidas’) und einmal auch richtig schmalzig (‘Lady Of 1000 Sorrows’). Richtig geile Sache. Und gebt 1 Euro mehr aus für die Limitierte Version mit dem Bonus-Track (‘Vision Of Tomorrow’). Der ist auch richtig gut.
Metal-Freunde können bedenkenlos zugreifen.

Fischer-Z - Ether

Eigentlich blutet mir ja das Herz, dass ich die neue Fischer-Z-Scheibe hier kritisieren muss, habe ich F-Z-Macher John Watts doch persönich als tollen Menschen kennengelernt. Aber irgendwie muss er (musikalisch) mittlerweile was an der Waffel haben. Fischer-Z waren in meiner 'Jugend' eine meiner Lieblingsbands, die aber ewig in der Versenkung verschwunden waren. Nach einem kleinen Aufleben (mit der genialen Scheibe 'Destination Paradise') und ein paar CDs unter dem Namen 'J.M.Watts' bzw. nur 'Watts' (Fischer-Z war und ist John Watts mit ein paar austauschbaren Musikern) und dem absoluten Konzert-Tiefpunkt (Watts tritt mir einem scratchendem DJ am Plattenteller auf) dachte ich eigentlich, das war's. Aber weit gefehlt ... im Jahr 2001 gab's dann ein geniales Konzert (wieder unter dem Namen Fischer-Z) mit allen alten Heulern. Deswegen dachte ich eigentlich, es geht wieder aufwärts und John Watts besinnt sich wieder auf seine Wurzeln. Jetzt gibt's eine neue CD unter dem Namen Fischer-Z, aber leider ist nicht immer das drin was draufsteht. Das einzige, was wirklich noch an die 'alten Tage' erinnert, ist die unverwechselbare (geniale) Stimme von John Watts. Aber die Songs sind (bis auf zwei, drei Ausnahmen) absoluter SCHROTT. Wirklich schade. Ich würde mal sagen, das Teil ist der langweiler des Jahres 2002. Ich hoffe nur für John Watts, dass es nur ein Ausrutscher war. Er hätte echt verdient, endlich mal wieder was erfolgreiches zu produzieren.

Fischer-Z - This Is My Universe (VÖ:18.03.2016)
Mittlerweile 37 Jahre ist John Watts unter dem Namen Fischer-Z, John Watts, John M. Watts oder auch nur Watts musikalisch unterwegs. Dabei sind rund 20 Studio-Alben entstanden. Daher würde ich Herrn Watts schon mal als fleißiges und unermüdliches Bienchen bezeichnen. Meine ersten Berührungen mit Fischer-Z hatte ich nach der Veröffentlichung von ‘Going Deaf For A Living’ und einem denkwürdigen Konzert Anfang der 80er Jahre im Stuttgarter Gustav-Siegle-Haus. Seit dem (und bis heute) habe ich den musikalischen Weg von John Watts verfolgt und unzählige Konzerte (legendär der Auftritt auf dem ‘Fest’ in Karlsruhe bei strömendem Regen) besucht, auch schon ein paar Worte mit ihm gewechselt und ihn immer als sehr sympathischen aber auch nachdenklichen Menschen kennen gelernt. Jetzt mit 60 Jahren (ich glaube so alt ist John Watts jetzt) wirft er ein sensationelles Album auf dem Markt, das einen musikalischen Querschnitt der letzten fast 40 Jahre bietet. Viele Songs sind irgendwie angelehnt an ältere Veröffentlichungen und erinnern an die frühere Reggae - Zeit (‘Winston’), an ‘Destination Paradise’ (‘Is This Love’, ‘Lorelei’), an Red Skies ... (‘Martha tharkill’ ... ein böser Song über den Bergarbeiterstreik vor 30 Jahren) und und und. Einziges Manko der CD ist die lächerliche Spielzeit von gerade mal 37 Minuten. Aber lieber keine Sekunde langweilig als ein Album ewig in die Länge ziehen.
Absolut empfehlenswert ist die limitierte Version mit der Bonus-DVD. Diese enthält ein Konzert im Studio Nord Bremen aus dem Jahr 2015 mit insgesamt 9 Songs (neben ein paar neuen Sachen natürlich alte Heuler wie Red Skies Over Paradise, The Worker, Berlin oder auch das unverwüstliche Marliese) samt einem hochinteressanten Interview. Ich finde es total klasse, dass John Watts immer noch Musik macht und dass er diese dann auch noch in der hohen Qualität abliefert. Als Fan muss man das haben.

Fish - Issue 30

Und wieder eine Live-CD. Dieses Mal von der Company Scotland-Convention.

Der Sound ist mäßig, Fish stimmlich auf der Höhe und Gott sei Dank sind viele neue Lieder drauf (die ich auf meinen anderen 12 Live-CDs noch nicht habe).

Falls sich jemand die CD doch besorgen will : Pech gehabt. Gibt's nur für Fanclub-Mitglieder.

Fish - Acoustic Sessions

Liebe Fish-Freunde (mich eingeschlossen). Wie lange wollt Ihr das eigentlich noch mitmachen? Entweder unser Lieblings-Schotte nagt wirklich total am Hungertuch oder er ist sich nicht zu schade, seine letzten treuen Fans völlig zu verarschen.
Die vorliegende Doppel-Live-Acoustic-CD 'Acoustic Sessions' ist mal wieder ein Paradebeispiel dafür, wie Herr Dick zuerst seinen Fans einen Haufen Geld aus der Tasche zieht (CD 1 ist die 'exklusiv nur für Fanclub-Mitglieder' zu einem horrenden Preis verkaufte 'Acoustic Session (ohne 's') und CD 2 ist die 'Krakow acoustic set' - ebenfalls natürlich früher NUR für Fanclub-Mitglieder) und dann das Ganze nochmal offiziell veröffentlicht. Ich denke mal, dass jeder Dritte darauf reingefallen ist und nun mal wieder alles doppelt im CD-Regal stehen hat. Und dann kommt noch hinzu, daß die Hälfte der Songs auf BEIDEN CDs vertreten ist. Für hartgesottene Fans ist vielleicht die Acoustic-Version von 'Solo' (eines der Besten Lieder, die Fish je gesungen hat ) noch ein Highlight und die Tatsache, dass damals noch zwei Ausnahme-Gitarristen (Robin Boult und Frank Usher) am Werk waren, die auf ihren Instrumenten wirklich alles zeigen was sie können (und heute nicht mehr bei Fish sind). Fazit: Eine Doppel-CD, die niemand braucht weil man eh schon alles hat.

Fish - Sashimi

Sashimi ist nach Sushi (nette Bezeichnungen, wohl eine Metapher für puren Fish) die erst zweite offizielle Live-CD des Ex-Marillion-Sängers (nicht gerechnet werden wohl die unzähligen anderen Live-CDs, die nur an Fanclub-Mitglieder verkauft wurden aber zum Teil zwischenzeitlich in jedem Plattenladen zu finden sind) und beinhaltet einen Live-Mitschnitt eines Konzerts der Raingods with Zippos -Tour 1999 in Poznan (Polen). Nun habe ich Fish auf dieser Tour selbst gesehen und war von der Darbietung nicht gerade begeistert. Eines der schlechteren Fish-Konzerte meiner Karriere. Einzig und alleine die Sängerin Liz Antwi konnte damals überzeugen und hat Fish fast in Grund und Boden gesungen. Leider ist die Soundqualität von Sashimi so dermaßen übel, daß nicht nur Fish grottenschlecht singt (wo hat er nur seine Stimme gelassen ???) sondern auch die restlichen Musiker eher mäßig und lustlos daherkommen sowie o.g. Liz Antwi auch so ihre Schwierigkeiten hat, die Töne zu treffen. Stimmungsmäßig ist auf der Scheibe auch nicht viel zu hören, da wohl direkt vom Mixer abgezweigt wurde. Gitarrist John Wesley, damals neu in der Fish-Band, passt meiner Meinung nach mit seinem Stil überhaupt nicht dazu und versaut dann auch noch die wenigen Konzert-Highlights wie das CaS-Medley (Hotel Hobbies, Warm Wet Circles und That Time of the Night) oder Cliché. Auf jeden Fall ist Sashimi eine Doppel-CD, die keiner haben muss.

Fish - Fellini Days

Und nun ist es soweit. Meine erste Fish-Studio-CD-Kritik. Und ich versuche mal, als langjähriger Fish-Fan und Mitglied des Fish-Fanclubs Deutschland (zu erreichen unter www.fellinidays.de ), halbwegs objektiv zu sein. Zur Zeit dieses Updates (25.06.2001) ist die CD noch nicht im Handel erhältlich und wird voraussichtlich Anfang August 2001 veröffentlicht werden. Die Scheibe gabs bis jetzt nur als schweineteuere Pre-Order über die Fanclubs (und wurde monatelang trotz Ankündigungen nicht ausgeliefert) sowie auf der letzen Mini-Tour (im Mai 2001) zu kaufen. Über diese Verkaufspolitik kann man sich streiten, aber was Marillion recht ist, ist Fish wohl nur billig (siehe Marillion-Kritik von 'Anoraknophobia'). Auf jeden Fall hat mir Fish versichert, daß die Pre-Order-Aktion ein voller Erfolg war (für ihn wohl schon, denn er konnte ein halbes Jahr mit dem Geld der Fans arbeiten) und er hat mir gegenüber auch behauptet, daß Fellini Days das beste Fish-Album ist, das er bisher rausgebracht hat. Nun gut, schauen wir mal, ob ich der selben Meinung bin:
Absolut störend auf der CD finde ich das Geknaspel im Hintergrund (vor allem zwischen den Songs), das wohl das Geräusch einer alten Film-Kamera oder so darstellen soll (wohl die einzigste Verbindung zum Namen der CD bzw. Fellini) und das Gelaber zwischen den Songs, das meiner Meinung nach überhaup nichts mit den Songs zu tun hat. Soll wohl witzig sein. Der 9-minütige Opener '3D' beginnt arg müde und quält sich ganz schön arg dahin. Wer nach diesen 9 Minuten noch wach ist (was äußerst schwer fällt ... also früher gab's auf den Fish-CDs gleich mal einen Hammer wie Vigil, Shadowplay oder The Perception of J.P. vor den Latz), darf den Title-Track 'So Fellini' geniessen, der ein klein wenig flotter daherkommt und mich stark an 'Sunsets on Empire' erinnert. 'Tiki 4', der dritte Song, sollte wohl was Radiotaugliches werden, ist aber mit über 7 Minuten natürlich zu lang. 'Our Smile', 'Long Cold Day' und 'Dancing In Fog' dümpeln auch eher so vor sich hin, ohne wirklich zu überzeugen. Und das alles endet dann in 'Obligatory Ballad' bei der Fish wohl beweisen will, wie schlecht seine Stimme geworden ist. Eine einzige Katastrophe das Lied. Bis dahin also mehr schlecht als recht. In meinen Ohren die einzigen Highlights dieser CD sind die letzten 2 Songs 'Pilgrims Address' und 'Clock Moves Sideways', die halbwegs Fish-Standard erreichen. Allerdings werden bis zu diesen 2 Songs die meisten Hörer dieser CD gar nicht kommen, weil sie vorher den Silberling aus dem Player geworfen haben. Ganz schön schade, daß einer meiner absoluten Top-Faves so tief sinken konnte.

Fish - Haddington Convention 1998

Direkt nach der Veröffentlichung nur für ein Schweinegeld über die diversen Fish-Fanclubs zu beziehen, hatte die Company Germany ( www.fellinidays.de ) ein Einsehen und verkauft diese Doppel-Live-CD der Fanclub-Convention in Schottland -allerdings nur für Mitglieder des Fanclubs- zum SSV-Schnäppchenpreis von 20.- DM. Da habe ich natürlich zugeschlagen. Damals noch in Bestbesetzung (Robin Boult, Frank Usher, Mickey Simmonds, Squeaky Stewart, Steve Vantsis und natürlich Fish), mit einem klasse Set (Lucky, Mr. 1470, Family Business, Hotel Hobbies / Warm Wet Circles / That Time Of The Night, What Colour Is God, Brother 52, Assassing, Credo, Tongues, Cliché, The Perception Of Johnny Punter, Kayleigh / Lavender / Heart Of Lothian, Gi's A Bun und Worm In A Bottle) und in für Fish-Live-CDs herausragender Soundqualität auf jeden Fall eine Perle in dem Sandhaufen der Live-Veröffentlichungen von Fish.

Fish - Fool's Company (DVD)

Kritik von Siggi Greck
Nach Wochen, was sag ich, Monaten war es endlich soweit. Die vor einer Ewigkeit vorbestellte und vor einigen Monaten bezahlte DVD trudelte endlich bei mir ein. Der erste optische Eindruck: gutes Cover, wie fast immer von Mark Wilkinson, Doppel-DVD, in Dolby 5:1. Erste Entäuschung beim Lesen der Tracklist: Insgesamt 50 Minuten Interview, dafür "nur" 153 Minuten Konzert (es waren ja immerhin 2 Konzerte, die letztes Jahr in Enschede stattgefunden haben). Ich muss noch eines erwähnen: Ich konnte in Enschede leider (?) nicht dabeisein. Dann der Beginn: "Script For A Jester`s Tear", das fängt ja vielversprechend an. Der Sound ist gut, Fish scheint gut drauf zu sein. Als dann aber der leise Sprechgesang in richtiges Singen übergeht, bezeichnenderweise beim Satz "the game is over" der erste Dämpfer. Jetzt wusste ich, warum seit Tagen auf der Fish-Fanclubseite über seine Stimme diskutiert wird. Und dieses Problem zieht sich durch beide DVDs. Fish kann wohl einfach nicht mehr so richtig gut singen! Der Sprechgesang, z.B. bei "Bitter Suite" ist echt stark. Das funktionert noch wie zu seinen besten Zeiten, vielleicht sogar noch besser. Auch diverse Passagen kommen ganz gut, aber wie bereits erwähnt, wenns nur ansatzweise schwierig wird tauchen deutliche Probleme auf, die teilweise durch die beiden Backgroundsängerinnen kaschiert werden, die bei den höheren Passagen "aushelfen". Einige Fans nahmen auf der Fanclub-Homepage die Stimme von Fish in Schutz und meinten, dass sich die Stimme nun mal nach 10 oder 20 Jahren verändert. Das mag schon sein. Aber wenn ich z.B. an Steve Walsh von Kansas, Michael Sadler von Saga, Bob Catley, Ian Anderson usw. denke, muss ich sagen, die Jungs haben die alten Sachen noch genauso drauf wie früher! Zur Zusammenstellung der Titel: etwas unverständlich auf der DVD: "Torch Song" und "Slainte Math" - Wo sind "He Knows You Know", "Incubus" und die Livekracher "Garden Party" und "Incommunicado"? Auch über "3D", "State Of Mind" und "Rites Of Passage" muss man sich wundern. Wo ist "Credo", "Lucky", "Internal Exile"? Die CD zum Konzert sollte man sich auf jeden Fall aber sparen! Ich für meinen Teil freue mich auf die angekündigte Veröffentlichung der Videos "Recital Of The Script" und "Loreley" auf DVD, die für Sommer diesen Jahres angekündigt sind. Da ich trotzdem nach wie vor ein grosser Fish-Fan bin, mich auch gefreut habe, dass er die alten Sachen mal wieder spielt, und die beiden Sängerinnen ganz nett aussehen. Ich denke aber, dass Fish mit dieser DVD keinen einzigen neuen Fan für diese eigentlich so tolle Musik gewinnen kann.

Und meine Meinung zu der DVD:
Zuerst möchte ich meinem Gast-Kritiker Siggi mitteilen, daß Du das Fragezeichen hinter dem 'leider (?) konntest Du nicht dabeisein', weglassen kannst. Du hast bei diesen 2 Tagen Fish ganz sicher ein absolutes Konzert-Highlight verpasst.
Meinen Bericht über die 2 Tage gibt es übrigens unter anderem bei meinen Kollegen von
Crossover. Ich war emotional echt berührt und voll aus dem Häuschen. Gut, bis zur Veröffentlichung der Doppel-DVD ist jetzt fast ein Jahr (!!!) vergangen und das Meiste ist schon wieder vergessen / verdrängt. Deswegen war ich echt entsetzt, als ich mir die DVD zum ersten Mal angeschaut (und angehört) habe. So schlecht hatte ich Fish (und vor allem seine Stimme) echt nicht in Erinnerung und auch nicht erlebt. Das ist teilweise echt übel (wobei ich sagen muss, dass beim Einstellen von 5.1 DDS es nicht so übel rüberkommt als mit 'nur' Stereo). Und die Vergleiche von Siggi (mit Walsh, Sadler, Catley oder Anderson) sind da gar nicht schlecht. Und ich könnte da noch einen nennen, der mir spontan einfällt. Jetzt am Wochenende war ich auf dem grandiosen Konzert von Peter Gabriel und der Mann (und seine Stimme) haben nun echt ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel als Fish und trotzdem singt der Kerl wie früher und ohne irgendwelche Aussetzer bzw. ohne die Hilfe von ein paar Hüpfdohlen (die zugegebenermaßen optisch mehr hergemacht haben als Fish). Außerdem finde ich es (wie Siggi) absolut enttäuschend, daß nicht beide Konzerte komplett (von mir aus mir nur einmal 'Misplaced Childhood') auf die 2 DVDs gepackt wurden. Platz genug wäre da sicherlich gewesen und zur Not hätte man den restlichen Schnickschnack ja weglassen können. Das Interview versteht eh keine Sau und die Hauptsache an diesem Wochenende waren ja schließlich die zwei völlig unterschiedlichen Konzerte, die jetzt mal wieder in ihrer Komplettheit der Öffentlichkeit vorenthalten bleiben (oder vielleicht bald auf einer zusätzlichen dritten DVD zu einem Schweinepreis angeboten werden ??). Insgesamt bin ich von der DVD doch auch einigermaßen enttäuscht. Lediglich die Bild- und Sound-Qualität sind absolut überzeugend.
Zu bestellen ist das Teil übrigens in Deutschland (warum auch immer) ausschließlich bei
Rynatex für schlappe 33 Euro und von mir gibt's, weil es doch eine schöne Erinnerung ist

Fish - Sunsets On Empire (DVD Live in Poland 1997))

Kritik von Siggi Greck:
Im Gegensatz zur Enschede-DVD, die zwar von Bild- und Tonqualität deutlich besser ist, gefällt mir dieser Live-Mitschnitt aus dem Jahr 1997 sehr gut. Es ist ein sehr stimmungsvolles Open-Air-Konzert, das da vom polnischen Fernsehen am 10.10.1997 im Regenwetter von Przemysl aufgezeichnet wurde. Neben dem Konzert ist auf einer "Bonus-DVD" auch noch ein (oder sind es zwei?) Interview mit Fish zu sehen. Auf alle Fälle sind das über 80 Minuten, die meiner Meinung nach nicht nötig sind. Hier hätte ein zweites Konzert Platz gehabt, so dass man den Fans wirklich mal was fürs Geld geboten hätte. Ein Interview ist ja ganz schön, aber eine Viertelstunde wäre doch auch ausreichend, denke ich. Naja, trotzdem möchte ich die DVD empfehlen. Schweineteuer bei Ebay, recht günstig bei
www.empire-music.de.

Fish - Field Of Crows

Die Fakten:
Kontinuität scheint für Fish wirklich ein Fremdwort zu sein. Schon wieder wurde mehr als die Hälfte der Band ausgetauscht und zum aktuellen Line-Up gehören nunmehr Fish (Vocals), Bruce Watson (Guitars und Co-Schreiber der meisten Songs auf der CD), Frank Usher (Guitars ... ist auch mal wieder dabei), Steve Vantsis (Bass und einer der 'ältesten Mitstreiter'), Mark Brzezicki (Drums und auf der ersten Fish-Solo 'Vigil...' schon und jetzt wieder dabei) und Tony Turrell (Keyboards. War für die Raingods-CD schon mal bei Fish unter Vertrag). Außerdem dürfen auf 'Field Of Crows' noch Ex-Keyboarder Irvin Duguid (der auch an ein paar Songs mitgeschrieben hat), zwei Bläser (Richard Sidwell und Steve Hamilton) sowie Danny Gillan als Background-Sänger ran.
Zumindest in der Pre-Order-Version kommt die CD mit einem 20-seitigen farbigen Booklet daher, das sogar als Daumenkino funktioniert (in dem Fish über ein gezeichnetes Feld läuft. Die Aufmachung würde ich somit mal als rundum gelungen bezeichnen (wobei allerdings anzumerken ist, dass in der 'offiziellen Version' der CD, die erst im Laufe des Jahres veröffentlicht wird, das Booklet nur schwarz-weiss und abgespeckt vorhanden sein wird).
11 Songs, knapp über 67 Minuten Spielzeit.
Andere Meinungen:
Fast alles, was ich bis jetzt über 'Field Of Crows' gelesen habe, ist positiv bis euphorisch (lediglich Einer im Forum des Deutschen Fish-Fanclubs hat sich kritisch geäußert und findet die CD nur - glaube ich mich zu erinnern - mittelmäßig). Von 'das beste Studio-Album von Fish aller Zeiten' bis 'zurück zu den Marillion-Wurzeln' habe ich alles mögliche gelesen. Kurz: wie immer halt. Alle Fish-Fans sind aus dem Häuschen und loben das Teil in den Himmel.
Meine Meinung:
Nachdem ich das letzte Studio-Werk von Fish ('Fellini Days') ja fast unterirdisch schlecht fand (nur zwei anhörbare Songs ... der Rest einfach belangloser Schrott), sind meine Erwartungen bei gleich null. Vor allem die kaputte Stimme des 'Meisters' (auch auf Live-Konzerten) hat mich in letzter Zeit echt entsetzt. Aber huch ... was ist das ??? Schon der Opener 'The Field', mit knapp 9 Minuten auch der längste Song auf der Scheibe überrascht mich ziemlich. Jetzt nicht wegen der Melodie (die erinnert mich doch stark an 'Sunsets On Empire'), sondern dass Fish offensichtlich seinen Lebenswandel so umgestellt hat, dass die Stimme wieder richtig gut klingt. Okay, 'Script...' wird er auch so nicht mehr singen können, aber vom 'fast nur Sprechgesang' ist er wieder weggekommen. Außerdem fällt bei diesem Song die tolle Soundqualität (mit fettem Bass) auf. Auf jeden Fall ein gelungener Start der Scheibe. Auch 'Moving Targets' kommt recht locker rüber (netter Refrain, toller Rhythmus-Break in der Mitte und wohl ziemlich konzertgeeignet). So könnte es weitergehen. 'The Rookie' klingt allerdings bitterbös nach einer Kopie von 'What Colour Is God?' (von der Sunsets... - CD). Und das hat mir dort schon nicht gefallen (live allerdings war es immer ein Renner). Auch 'Zoo Class' klingt ganz schön geklaut ('Mission Statement' in 3/4-Geschwindigkeit von der 'Raingods-CD'). 'The Lost Plot' kommt mir dann auch irgendwie bekannt vor, aber weil Frank Usher im Hintergrund so schön mit seiner Gitarre wimmert und das Gitarren-Solo am Schluß so hübsch und lang ist, wollen wir den Song mal als Pluspunkt vermerken. Der ist echt nicht schlecht. 'Old Crow' ist dann endlich mal etwas rockiger und das kann ich mir auf Konzerten auch so richtig gut vorstellen (auch Dank dem tollen Gesang von Fish). 'Numbers', übrigens mitgeschrieben von Frank Usher, klingt dann voll nach 'Mr. 1470' (von der 'Suits') Als nächstes folgt 'Exit Wound', eine bittersüße Ballade über Fish's Loch in seinem Herzen, bei der so richtig rüberkommt, dass Fish stimmlich wieder mehr auf der Höhe ist. Toller trauriger Song. Aber auch das Schreiben von bissigen Lyrics mit komplizierten Metaphern hat Fish nicht verlernt, was uns 'Innocent Party' lehrt. Musikalisch erinnert der Song stark an 'Pipleline' (vom 'Suits' - Album). Sicher auch ein Highlight. Mit 'Shot The Craw' kann ich jetzt irgendwie gar nichts anfangen (ziemlich langweiliger, langsamer Song). Die CD endet dann mit 'Scattering Crows', einem wieder ganz tollen, gefühlvollen Lied, das allerdings in alter Tradition ein mindestens 5-minütiges Gitarren-Solo zum Schluß verdient gehabt hätte.
Fazit:
Ich denke, Fish hat sich nach einer (leider ziemlich langen) Schwächeperiode wieder gefangen, denn neben dem tollen Artwork und dem hervorragenden Sound sind auch die Songs endlich wieder überwiegend anhörbar bis gut (wobei das Album meiner Meinung nach aber lange nicht an 'Vigil...' herankommt). Okay Fish, so I give you one more chance.

Gast-Kritik von Siggi Greck:
Die neue CD, die vorläufig nur über die Fanclubs zu beziehen war, habe ich mit grosser Spannung erwartet, nachdem die Anhängerschaft im Forum auf der Homepage der Company Germany in höchsten Tönen geschwärmt hat und sie sogar mit Vigil verglichen wurde.
Der Auftaktsong "The Field" hat mir dann auch gleich sehr gut gefallen. Allerdings habe ich während des gesamten Liedes noch irgendwie auf eine überraschende Wendung gehofft. Irgendwie wäre da noch etwas mehr drin. Auch das zweite Stück "Moving Targets" gefällt mir recht gut. Hier wird sogar fast mehr gesungen als gesprochen. Dann "The Rookie": hat mir am Anfang gar nicht gefallen, jetzt find ich das Lied richtig gut. Bis jetzt das härteste Stück auf der CD. Ein bisschen chaotisch im Mittelteil, aber irgendwie gut! Mit "Zoo Class" kann ich nichts anfangen. Nicht richtig schlecht, aber diese Art Songs von Fish gefallen mir einfach nicht so recht. Dann "The Lost Plot": So gefällts mir wieder besser! Und, wie Roland geschrieben hat, geniales Gitarrenspiel von Frank Usher! Mit "Old Crow" folgt dann eine richtige Abgehnummer mit Bläsersätzen, die genau richtig dosiert wurden und sehr gut passen. "Numbers" ist auch wieder ein härterer Song, der mich aber nicht so recht begeistern kann. "Exit Wound" ist die beste Fish-Ballade seit langem. Hier wird ein Saxophon eingesetzt das die sentimentale Stimmung sehr gut unterstützt – ein ausgezeichnetes Lied. Ich bin mir sicher, hieße der Sänger "Sting" wär das ein potentieller Hit! Bei "Innocent Party" geht’s dann wieder härter zur Sache. Auch ein guter Song. "Shot The Crow" ist dann auch wieder eine Ballade, aber eher durchschnittlich. Das letzte Stück "Scattering Crows": Wieder eine Ballade, aber wieder so, wie wir unseren Fish mögen: Mit Dramatik und Gefühl!
Ich bin zwar der Meinung, dass "Field Of Crows" bei Weitem nicht an "Vigil" herankommt, aber dennoch: Das Album ist sehr gut gelungen und nimmt bei meiner persönlichen Rangliste der Fish-Alben einen Platz im vorderen Mittelfeld ein. Besonders gut gefällt mir der glasklare Sound, der über Kopfhörer echt gut rüberkommt.
Vielleicht sollte die CD vor der eigentlichen Veröffentlichung im Frühjahr noch mal überarbeitet werden: Ich würde "Zoo Class", "Numbers" und "Shot The Craw" weglassen und durch "The Pilgrim’s Adress" und "Clock Moves Sideways" ersetzen. Dann wärs ein Bombenalbum!

Fish - Communion

Er hat's mal wieder getan ... nämlich eine Live-Akustik-CD veröffentlicht. Dieses mal von einem Konzert in der St. Mary's Church in Haddington, sozusagen also ein Heimspiel. Unterstützt wurde er damals u.a. von Heather Findlay (Mostly Autumn), die er ja eigentlich heiraten wollte. Aber leider ist sie ja kurz vor dem schon festen Hochzeitstermin abgesprungen. Klar liegen die aufgeführten Songs fast alle im Bereich der ruhigeren Sachen (was ja bei Akustik-Sets auch irgendwo Sinn macht). Somit gibt es zumindest ein paar Song-Perlen, die normalerweise nicht oder nicht mehr auf 'normalen' Konzerten gespielt werden. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich die Doppel-CD am Anfang so richtig geil fand. Aber je länger ich zugehört habe, desto langweiliger ist die ganze Sache geworden. Irgendwie halt von der Instrumentierung immer das Selbe und auch der Stimmumfang von Fish 'langweilt' auf Dauer schon etwas, weil's halt alles in die gleiche Richtung geht. Richtig geil sind der Opener 'The Field' (ähäm ... wie Akustik-Set ... da quietscht doch ne E-Gitarre !!), 'Shot The Crow' (kommt akustisch viel schöner rüber als auf der Studio-CD), 'State Of Mind' (immer noch einer meiner Lieblings-Songs von Fish aus seiner Solo-Zeit), natürlich 'Just Good Friends' (hier im Duett mit Heather Findlay), 'Lady Let It Lie' (in der Akustik-Version einfach immer wieder mit Gänsehaut-Feeling), 'A Gentleman's Excuse Me' (auch einer meiner Fish-Lieblinge und ja live leider nicht mehr berücksichtigt), 'Rites Of Passage' (Fish kann doch noch singen !!), natürlich 'Slainthe Mhath' und 'Chelsea Monday' (das hat in der Akustik-Version echt was Eigenes) und das immer wieder gute 'Raw Meat'. Fish-Fans können natürlich bedenkenlos zugreifen. Mir ist die Doppel-CD so grob ne halbe Stunde zu lang.

Fish - 13th Star

Zwar ist die neue Fish-CD zum jetzigen Zeitpunkt (also Anfang Dezember 2007) noch nicht offiziell im Handel erhältlich. Aber Fish wäre ja nicht Fish, wenn es die Scheibe nicht schon im Voraus über die Fanclubs und jetzt auch während der Tour zu kaufen geben würde. Man kann mal wieder darüber denken was man will ... aber mit dieser Verkaufspolitik wird es schwierig, mal wieder in die Charts zu kommen. Denn so wird jeder Fish-Fan das Teil direkt kaufen und der Handel wird dann bei der offiziellen Veröffentlichung auf den Dingern sitzen bleiben, weil's eh jeder schon hat. Aber sei's drum. Ist ja nicht mein Problem. Ziemlich frech fand ich den Preis für die CD (mit Bonus-DVD), der mit schlappen 28 Euro (sowohl als Vorbestellung als auch auf den Konzerten) schon ganz schön heftig ist. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Mode mit den Bonus-DVDs ja ziemlich verbreitet ist, und man normalerweise für diese Version dann höchstens mal 2 Euro mehr hinblättern muss. Naja, es trifft ja keinen Armen, von daher konnte ich mir das grad noch leisten. Und wenn's einen notleidenden Künstler unterstützt ... vielleicht hätte ich mir ne Spendenbescheinigung geben sollen.

Aber Schluß mit der Lästerei. Kommen wir zur Musik. Also alle, die sich bis jetzt gescheut haben, den hohen Preis für das Teil zu zahlen, können sich auf jeden Fall schon mal auf ne tolle CD gefasst machen und freuen. Denn 13th Star ist meiner Meinung nach wirklich gelungen. Sieht man mal von dem programmierten Pseudo-Schlagzeug ab, das ab und zu mal auftaucht, ist die Scheibe wirklich fett instrumentiert. Geile, teilweise recht harte Gitarren (ja ... Frank Usher kann auch geile Gitarren-Riffs spielen), Foss Paterson darf wieder am Keyboard ran (den kennt man ja noch von älteren Fish-CDs), Steve Vantsis am Bass ist auch gut dabei (und hat übrigens alle Songs geschrieben) und neu bei Fish sind Schlagzeuger Gavin Griffiths sowie Zweit-Gitarrist Chris Johanson. Mir fällt auf, dass die Songs teilweise schon einen ganz schönen Härtegrad haben (wie z.B. 'Square Go'), das man von den letzten Fish-Veröffentlichungen gar nicht mehr so kennt. Aber die Mehrheit der Songs geht dann doch wieder in die Mittleres Tempo - Ecke bis recht schmalzig. Aber eine schöne Mischung ist's geworden. Für mich die Highlights sind auf jeden Fall der Opener 'Circle Line', 'Manchmal', 'Dark Star' sowie das Titelstück. Insgesamt sind die 55 Minuten aber nie langweilig und teilweise sogar überraschend. Hier kann ich endlich mal wieder einen Kauftipp abgeben. Ob man jetzt unbedingt das Package mit der Bonus-DVD haben muss ... naja, ist halt ein netter Film über die Entstehung der CD. Fish-Fans wird das bestimmt interessieren. Aber Otto Normalverbraucher braucht's bestimmt nicht ... und schon gar nicht für das Geld.

Fish - Gone Fishing (Leamington Spa 2012) (VÖ: 2012)

Anlässlich der Fish-Fanclub-Convention 2012, dieses Mal in Leamington, gab’s natürlich auch wieder ein Konzert das mitgeschnitten und gefilmt wurde. ‘Gone Fishing’ beinhaltet deshalb neben einer Doppel-CD noch eine DVD mit dem kompletten Konzert und kann meines Wissens nach ausschließlich über die Homepage von Fish bezogen werden für richtig kleinen Preis (so knapp 20 Euro). Geboten wird ein sehr ‘familiäres Konzert mit viel Gerede zwischen den Songs (also Fish-Typisch) und ein paar richtigen Überraschungen, die man von einem ‘normalen’ Fish-Konzert nicht kennt. Ich möchte hier nur erwähnen, dass ‘Grendel’ gespielt wurde. Ansonsten gibt’s einen netten Querschnitt aus vielen vielen Jahren Solo-Karriere (wobei seine erste Solo-Scheibe ‘Vigil ...’ leider nicht bedacht wurde, dafür gab’s ein paar neue Songs der folgenden CD ‘A Feast Of Consequences’ ... siehe unten) und ein paar alten Marillion-Heulern von ‘Script ...’ über ‘He Knows You Know’, ‘Jigsaw’, und ‘Freaks’ bis zu ‘Market Square Heroes’. Wobei ein bißchen erstaunlich ist, dass Kayleigh nicht gespielt wurde. Aber gut ... Live-Aufnahmen von diesem Song gibt es ja en masse. Richtig eingespielt scheint die Band aber nicht gewesen zu sein, denn ein paar falsche Einsätze, Verspieler etc. sind passiert. Macht das Konzert aber eigentlich sympathischer. Neben Fish (Vocals) waren noch sein alter Weg-Gefährte Frank Usher (Gitarre), Foss Paterson (Keyboards ... der leistet sich einige Fehler), Gavin Griffiths (Drums) und im Wechsel Gavin Dickie und Steve Vantsis (Bass) mit am Start und bei ‘The Company’ kommt auch noch Ex-Keyboarder Mickey Simmonds zum Tanzen mit auf die Bühne. Richtig nett gemacht alles.

Fish - A Feast Of Consequences (VÖ: Sommer 2013)

Nach jahrelanger Studio-Abstinenz (die Vorgänger-CD ‘13th Star’ ist immerhin schon 6 Jahre her) und diversen Stimmband-Operationen hat es Fish endlich mal wieder geschafft, ein neues -für mich sogar kleines- Meisterwerk abzuliefern. Und das liegt nicht nur daran, dass es in der limitierten Version neben einer Bonus-DVD auch noch ein von Mark Wilkinson illustriertes 100-seitiges Booklet gibt (und das ganze für schlappe 25 Pfund über die Fish-Homepage zu beziehen) sondern eher daran, dass musikalisch im Vergleich zu den letzten paar Outputs ein Hammer-Album aufgenommen wurde.
Schon der Beginn des Openers ‘Perfume River’ mit Keyboard-Teppich, akustischer Gitarre und der einsetzenden (sehr erholt klingenden) Stimme von Fish erzeugt Gänsehaut. Und der Song hat in seinen fast 11 Minuten Länge eine geniale Steigerung bis zum Ende. Einer der besten Songs in Fish’s Solo-Karriere wie ich finde. Danach geht’s mit ‘All Loved Up’ richtig rockig zur Sache (fast radiotauglich), es wird gefühlvoll (‘Blind To The Beautiful’), wieder etwas rockiger (das Titelstück), richtig genial (‘High Wood’ ... für mich ein absolutes Highlight mit geiler Gitarre von Robin Boult und teilweise deutschem Text), Proggig-melodisch (‘Crucifix Corner’ ... mit gut 7 Minuten das zweitlängste Stück), folkig (‘The Gathering’), bombastisch getragen (‘Thistle Alley’, ‘The Leaving’), wieder eher ruhig (‘The Other Side Of Me’ ... geile Gitarre und eine Melodie die einem nicht mehr aus dem Kopf geht) und zum Schluss nochmal richtig geil (‘The Great Unravelling’).
66 Minuten richtig geile Musik die zu keiner Sekunde langweilig wird und ich hätte nicht gedacht, dass Fish noch einmal so ein geniales Werk abliefern kann. Muss man unbedingt haben!!

Flagship - Maiden Voyage

Erstaunlich erstaunlich. Da machen zwei eigentliche Melodic-Metaller, nämlich Linus Käse und Christian Rivel von der schwedischen Band Narnia eine absolut geile CD unter dem Namen 'Flagship', bei der Bands wie Kansas oder Styx (ja genau diese Musikrichtung soll gehuldigt werden) vor Neid erblassen könnten, und niemand merkt's. Einziges Manko der Scheibe ist die Tatsache, dass die insgesamt sechs zwischen knapp 7 und fast 10 Minuten langen Songs nach nur 47 zu Ende sind. Da hätte ich noch stundenlang zuhören können. Einen Gastauftritt hat übrigens kein Geringerer als Kerry Livgren, der bei dem Kansas-Cover 'Ground Zero' ein Gitarren-Solo beisteuern darf. Fans der obengenannten Bands und Musikrichtung MÜSSEN die Flagship-CD haben.

Flaming Bess - Finstere Sonne / The Black Sun

Gast-Kritik von Valacar

Vor langer, langer Zeit, in einem Reich, weit, weit entfernt machte sich eine tapfere Schar von vier Barden auf, neue musikalische Pfade zu beschreiten. Seit Äonen schon funkelte eine finstere Sonne von schnelllebigen Trends und pseudo-musischem Einheitsbrei, die das Land der Teutschen, einst ein Hort der Kunst und Musik und große Teile der übrigen Welt unter ihren dunklen Schatten warf. Man nannte sie die "Musikindustrie". Durch ihre güldenen Verlockungen von Erfolg und Geld wurden viele alte Kämpen korrumpiert und manch ein junger Musiker lies sich verführen. Wieder andere gaben den Kampf auf und wandten sich ganz vom ewigen Tanz und der Kraft der Musik ab. Die Lage schien hoffnungslos, und wenig Licht erhellte die Nacht. Nur wenige leisteten noch Widerstand, darunter vier Barden, die aus dem Land der Himmelsburgen und goldenen Städte gekommen waren. Entgegen dem hoh Rat der alten Weisen, hoch im elfenbeinernen Turm, die sich hermetisch durch ihren ehernen Kodex gegen die Heerscharen der Musikindustrie abschirmten, begaben sich die Barden auf eine Suche nach neuen Freunden und Verbündeten ...
... und sie wurden fündig. Beinah vier Jahre sind vergangen, seit "Fata Morgana" das letzte Studioalbum der Düsseldorfer Flaming Bess erschien. Nun liegt das neue Werk "Finstere Sonne / Dark Sun" vor, und die Entwicklung, die die Band in den vier vergangenen Jahren durchlaufen hat, könnte kaum größer sein. Dies dürfte zu einem gewichtigen Teil dem "Neuzugang" der Band, Class Reimer zuzuschreiben sein, der sich in der Düsseldorfer Elektro- und Trance-Szene bereits als DJ und Komponist einen Namen gemacht hat. Wer sich jetzt erschreckt abwendet, zählt wohl zu den Elfenbeintürmlern und dies sei jedem gelassen – ich ziehe mich selbst nur all zu gern und oft dorthin zurück. Offenheit ist etwas, dass alle Hörer – egal welche Stilart sie nun bevorzugen mögen – diesem Album entgegenbringen sollten, vor allem, wenn man auf "progressive" Musik steht.
So sitzt denn auch "Black Sun" musikalisch "zwischen allen Stühlen", um Achim Wierschem zu zitieren. Und wirklich, man betritt jede Menge musikalisches Neuland, erfindet sich teilweise selbst neu: Da gibt es eine Menge an Trance und Elektro-Landschaften, den altbekannten Rock, teilweise Jazz und sogar Anflüge von Metal, das Ganze mit einer guten Portion Ambient und auch einiges des "Ethno-Geistes" von "Fata Morgana" hat es auf das neue Album geschafft. Bis auf einige Grundstrukturen was die Songs betrifft und die traditionelle Fantasy-Story sind von den Flaming Bess, die man auf "Tanz der Götter" und "Verlorene Welt" hörte, wenig übrig. An dieser Stelle will ich ehrlich sein und anmerken, dass ich selbst an der Geschichte diesmal ein wenig mitgewerkelt habe und die Entwicklung der Songs und Kompositionen über knapp 2 ½ Jahre mitverfolgen durfte. Vielleicht bin ich nicht mehr der objektivste Hörer für dieses Album, was aber niemand abhalten sollte, es sich anzuhören. Um es vorwegzunehmen: Es lohnt sich, mehr als ein Ohr zu riskieren.
Das Album wird auf 2 CDs ausgeliefert – der musikalische Inhalt ist auf beiden identisch, die Geschichte wird nur von unterschiedlichen Sprechern jeweils auf Deutsch und Englisch erzählt. Außerdem ist der Misch zum Teil etwas unterschiedlich, so sind z.B. bei Cursed Land die Gitarren auf der deutschen Version ein gutes Stück lauter. Mir persönlich gefällt die englische Version noch ein Stück besser – da klingt auch gewollter Kitsch plötzlich "cool", außerdem hat Martin Richard Worth, der Sprecher, eine typische "Märchenerzähler-Stimme".
Die Geschichte selbst entfaltet sich – Tradition bei Flaming Bess – einmal mehr als klischee- und kitsch-strotzende Fantasy-Story. Ich sehe das Ganze mehr oder minder als Parabel für die herrschende Musiklandschaft (siehe Einleitung): Flaming Bess (= die Musik selbst?) wurde dahingerafft von den "Alchemisten des Bösen" (= Ententeich-Popstars und geldgeile Produzenten?) und das Land der Himmelsburgen und goldenen Städte ist unter den Schatten der "schwarzen Sonne" gefallen. Arkana, der Gemahl der Flaming Bess macht sich mit einigen treuen Gefährten auf, die letzte Quelle des Lichts zu suchen und seine Gemahlin wieder zu erwecken... Dabei sehen sich die Helden vielen Schlachten, alten Orakeln, Göttern des Todes und dem "endlosen Nichts" konfrontiert ... Wie immer köstlich, wenn man etwas dafür übrig hat.
Nach soviel Vorlauf jetzt also endlich zu den einzelnen Stücken. Das Album ist in drei Kapitel unterteilt, die jeweils ca. 23 Minuten Musik enthalten. Die Stücke gehen innerhalb der Kapitel nahtlos ineinander über, so dass man hier trotz deutlich erkennbarer Einzelstücke drei Quasi-Longtracks vorfindet – vor allem Kapitel 2 hört sich am allerbesten an einem Stück, die Dramaturgie ist hier besonders gelungen.
Chapter 1
Das Intro Black Sun beginnt typisch Flaming Bess, allerdings im modernen Sound: Man hört den wehenden Wind, sphärische Synthies wabern mystisch vor sich hin, dann, setzt die sehr sparsame Percussion ein und die Gitarre kommt hinzu. Erinnert mich vom Gefühl ein bisschen an den Anfang von "Shine on you crazy diamond". Arkanas Reise beginnt.
Im fließenden Übergang zu Journey into light steigert sich das ganze dann etwas, pumpender Bass und Schlagzeug kommen hinzu, das Tempo erhöht sich. Dann entrückte Chöre. Soweit ein Stück in Tradition der typischen Flaming-Bess Opener im Stile von "Aufbruch" und "Arkana III". Doch etwas ist anders – alles klingt viel moderner, elektronischer, der Sound ist glasklar und druckvoll und zum ersten mal habe ich trotz programmiertem Schlagzeug kein unangenehmes Gefühl dabei. Die sehr dezent aufspielende Gitarre sorgt dafür, dass dem Song trotzdem eine Menge Wärme und Gefühl bleiben – gelungen!
Pferdegetrappel und ein "Ionen-Flitz-Effekt" (keine Ahnung, wie ich den Sound anders beschreiben soll!) leiten über zu Source of light . Ratternde Drum-Percussion und leicht David Gilmour-artiges Gitarrenspiel, dann setzt der fette Bass ein, begleitet von Akkustik-Gitarren. Es entwickelt sich ein Groove, wie man ihn von Flaming Bess so bisher noch nicht gehört hat, dann kommt die Stimme von Jenny K. hinzu. Diese ist ziemlich einzigartig und sicher nicht jedermanns Geschmack – rau, reibeisen-mäßig, ein bisschen wie Tina Turner, aber tiefer und ohne Soul-Schmonzes. Hm, die "Jippieh-Ayah-yeeeh"-Effekte hätte man sich allerdings sparen können... Am Ende Sprachsamples.
Endless River groovt gut weiter, ist aber etwas gemächlicher. Neben dem Bass und der Percussion wird hier den Akkustik-Gitarren mehr Raum geboten. Allgegenwärtig sind auch hier die Keyboards, die mit den elektronischen Drums für einen trance-artigen Fluss sorgen. Gegen Ende wird die Instrumentierung dann darauf reduziert, und fast kann man diesen Fluss sehen – bevor das Schlagzeug wieder einsetzt und erneut nahtlos zu The last resort überleitet.
Dieser Song schlägt in dieselbe Kerbe – etwas anderer Groove, sehr entspannt. Hinzu kommt gefühlvolles Piano. Dadurch bekommt der Song eine passende, verträumte Stimmung, die das Kapitel ausklingen lässt.
Chapter 2
Kingdom of Gods eröffnet mit Rasseln und mystischen Synthies. Martin Richard Worth erzählt vom Orakel der Alten, dass Arkana den Weg ins Schattenreich weist. Im Folgenden entwickelt sich ein sphärischer Song mit Adiemus-Chören und jeder Menge liebevoll eingestreuter Details. Auf der melodischen Seite zählt dieser Song vielleicht mit zum gelungensten, was die Band in diesem Bereich bisher gemacht hat.
Im folgenden Teil Battle of Dig Dagg wird diese Atmosphäre jäh durchbrochen – Kriegstrommeln ertönen, dann Kampfgeschrei. Alles wird viel düsterer, Ionen-Geräusche fliegen durch den Raum und sorgen mit dem angejazzten Schlagzeug für das rhythmische Grundgerüst. Und dann hat Tatsuya Nishiwaki, in Japan ein bekannter Produzent und Keyboard-Wizard seinen Auftritt. Was sich ein wenig wie Plattengesratche anhört, kommt aus dem V-Synth Keyboard, das mit Hilfe von Infrarot-Abtastung die Bewegung der Finger in Raum und Geschwindigkeit abmisst und die Sounds dementsprechend verzerrt. Völlig abgespaced! Hinzu kommen erneut entrückte Frauenchöre, später afrikanische Percussion und Dig-Dagg Sprach-Samples. Ein absoluter Höhepunkt des Albums.
Auch weiter bleibt es spannend: The Challenge eröffnet mit wieder an David-Gilmour artigen Gitarren und afrikanischer Percussion, dann schlägt die E-Gitarre in’s Orientalische um – ganz entgegen dem was sonst rhythmisch und klangtechnisch abläuft. Trotzdem wirkt das keinesfalls störend – es scheint einfach "zu passen". Dann wird es noch wesentlich düsterer, und die Gitarre driftet so stark in Metal-Gefilde ab, wie man es bei Flaming Bess noch nie erlebt hat – sehr fett, und Achim Wierschem darf mal ein bisschen solieren. Was für ein Umschlag! Für mich die akustische Vertonung vom strahlenden Helden Arkana im Zweikampf mit irgendeinem fiesen 3-Meter Bösewicht mit großer Keule. Und dann.... Stille...
Endless Void führt weiter und man glaubt wirklich, in ein tiefes Loch zu stürzen. Toller Kontrast zum Stück davor! Das Stück selbst vermittelt mit Akkustik-Bass, gesampelten Streichern und sehr echt klingenden Saxophon, dem Piano und der sehr sparsamen Gitarre eine starke Assoziation von modernem Bar-Jazz. Dazu trägt auch Mel Halbauers Gesang bei – melodisch, gefühlvoll und mit hohem Wiedererkennungswert. Man sieht sie sich fast auf dem Flügel räkeln... Wow!
War das erste Kapitel des Albums schon hörenswert, so ist das zweite das absolut beste, was ich von Flaming Bess bisher gehört habe – ich bin an dieser Stelle ehrlich begeistert.
Chapter 3
In Cursed Land betritt Arkana das Reich der grausamen Götter des Todes. Nach mystisch-düsterem Beginn bekommt man hier einen flotten Groove vorgesetzt, der erneut das Tempo etwas anhebt und mit jeder Menge an interessanten Effekten aufwartet. Dann setzt bei etwa dreieinhalb Minuten die E-Gitarre zu einem der wenigen Soli an. Melodisch, gefühlvoll, typisch Achim Wierschem. Könnte ruhig ein bisschen lauter sein... Hält das hohe Niveau des vorangehenden Kapitels.
The Key of Life ist der Song, in dem Piano und Akkustik-Gitarren den größten Spielraum haben und der vielleicht neben dem Opener alten Flaming-Bess Fans am "vertrautesten" vorkommen wird. Hier fühle ich mich ein wenig an Fata-Morgana erinnert – in besserem Sound. Klingt fröhlich, vielleicht etwas kitschig, wobei das Rhythmusgeflecht aus Elektro-Schlagzeug und Percussion und die altbekannten Sphären-Synths dagegen halten. Auch hier ein hübsches E-Gitarrensolo.
Ruhiger und souliger wird’s in Shelter from the storm wo Lucy Wende ihren Auftritt hat, die schon auf "Fata Morgana" bei zwei Songs sang. Teilweise klasse – nämlich dann, wenn’s mich an Pink Floyd erinnert, auf der anderen Seite ist’s mir schon zu soulig dahingehaucht, auch die Chöre finde ich hier nicht soooo toll, aber das ist Geschmackssache. Dafür gefällt mir die Akustik-Gitarre extrem gut.
Auf Silent Melodies darf Tatsuya Nishiwaki dann noch mal ran – mit erneut sehr abgedrehten Keyboard-Sound und – Mundharmonika!! Er duelliert sich hier fast schon mit sich selbst ... Vor einem sparsamen Synth- und Percussion-Teppich kommt das Ganze einfach wunderbar und einzigartig rüber – auf so was stehe ich ja total, auch wenn da sicher andere Meinungen zu existieren. Ansonsten sehr entspannter Song – für mich ein später Höhepunkt des Albums.
A new dawn lässt die eigentliche Geschichte dann ruhig ausklingen. Immer noch mystisch, mit vielen interessanten Klängen und sehr hoffnungsvoll – natürlich mit einem Happy-End der Story.
Danach wird mit Iganu noch ein Song nachgeliefert, der mit Jazz- und Latino-Flair daherkommt und absolutes Chart-Potential hätte, sich aber angenehm aus der Masse der Veröffentlichungen abheben würde. Mel Halbauer darf noch mal singen und hier ihre etwas "abgedrehtere" Improvisations-Kunst einfließen lassen. Schade, dass sie nicht noch mehr auf eigentlichen Album gesungen hat. Wenn man so will ist dieser Song das vertonte Happy-End des Albums – zum Schluss hört man dann noch, wie ernst die Band diesen Song wirklich nimmt...
Fazit: Das Jahr 2005 beginnt schon mal sehr gut! "Finstere Sonne / Black Sun" ist das gelungene musikalische Ergebnis von mehr als 4 Jahren harter Arbeit.
Wenn ich wirklich Haare in der Suppe suchen soll, dann bleiben mir nur ein paar kleine Punkte:
1. Der Werbetext im Booklet ist unnötig, überflüssig und unpassend. Wer das Album kauft, hat es schon und kann es hören – man braucht dem Hörer nicht sagen, wie er das Album jetzt finden soll. Sowas hätte ich eher in einer Musikzeitschrift erwartet, aber nicht im eigenen Album. Da hätte ich ein paar persönliche Zeilen der Band viel interessanter gefunden...
2. Die Übersetzung der Titel ist nicht immer idiomatisch – aber das braucht sie vielleicht nicht unbedingt...
Mir persönlich sagt außerdem der Gesang von Mel Halbauer am meisten zu – ich hätte gern mehr von ihr gehört, aber das ist, wie gesagt, Geschmackssache. Auch Ausflüge in "härtere Gefilde" wie in The Challenge dürften ruhig öfter mal sein ...
Zwar hängt das Album wirklich "zwischen allen Stühlen" – zwischen den traditionellen Outputs der Band, zwischen Jazz, Ethno, Rock, Trance und Techno. Der Spagat gelingt aber dermaßen gut, dass alles trotzdem nicht fehl am Platze wirkt und ein in sich stimmiges, rundes Gesamtbild ergibt. Sound-technisch habe ich überhaupt nichts zu meckern – Fritz Fey hat beim Mastering und finalen Abmischen ganze Arbeit geleistet. Progressiv im Sinne des Wortes, zeitgemäß und gerade deshalb vielleicht nicht jedermanns Sache. Ein mutiges Werk der Band, die mit diesem Album ihren bis dato besten Output abliefert und eine Menge Potential für die Zukunft offenbart. Als nette Dreingabe gibt es einen Multimedia-Teil. Da kann ich eigentlich nur noch gratulieren.
Zu kaufen und zum Reinhören gibt es das Album auf der bandeigenen
Homepage.
Anspieltipps: Kapitel 2
Danke.
Valacar

Fleetwood Mac - Say You Will

Zuerst mal ein dickes ACHTUNG: Diese CD hat einen voll beschissenen Kopier-Schutz, welcher es unmöglich macht, die CD auf dem PC zu hören (die CD hoppelt nur so vor sich hin). Wer also Musik gerne am Rechner hören will, sollte sich die Investition einfach sparen. Sowas kann ich überhaupt nicht leiden, deswegen sollte ich die Scheibe eigentlich gar nicht kritisieren und schon gar nicht zum Kauf empfehlen. Ich gebe im Jahr Tausende von Euro für CDs aus und werde mit dieser Politik der Plattenfirmen pauschal kriminalisiert. Deswegen meine unmaßgebliche Meinung: Wenn das so weitergeht, werde ich mir überhaupt keine kopiergeschützten CDs mehr kaufen und schon gar nicht mehr kritisieren. Dann könnt Ihr auf Eurem Schrott sitzen bleiben.
Ich gehe jetzt mal davon aus, dass die Jungs und Mädels von Fleetwood Mac dafür nichts können und werde also meine Meinung zur lange erhofften und endlich wahren Studio-CD in fast Original-Besetzung (nur Christine McVie fehlt und ist lediglich als 'Additional Performer' genannt) kundtun. Naja, was kann man schon erwarten von einer CD, bei der die Songs je zur Hälfte von Stevie Nicks bzw. Lindsey Buckingham geschrieben wurden (die Songs von Lindsey Buckingham waren übrigens für seine Solo-CD gedacht, die er mit Sheryl Crow aufgenommen hat, deswegen ist die gute Sheryl jetzt hier auch dabei)? Eine Mischung aus seichteren Songs (die von Frau Nicks) und etwas fetzigeren Nummern mit quitschenden fast schrillen Gitarren (die Songs von Lindsey Buckingham). Am Ende hat es dann (natürlich) nicht zu einem Meilenstein wie 'Rumours' gereicht, aber als gute bis sehr gute Fleetwood Mac-CD möchte ich das Teil dann aber doch bezeichnen. Fans der Band können also blind zugreifen.

Flesh & Blood - Blues For Daze

Mein Kumpel Georg Lögler hat an mich gedacht und beim CD-Ausverkauf von Prinz in Mannheim ein paar Scheiben für mich besorgt. Und darunter auch dieses Teil. Flesh & Blood, die Band um Multi-Gitarrist Al Petrelli (Ex-Alles Mögliche), legt hier eine eher blues-orientierte AOR-Scheibe vor, die vor allem durch den hervorragenden Gesang von Danny Vaughn (war schon auf Scheiben von Riot und Yes vertreten) und natürlich das Gitarrenspiel besticht. Von mir gibt's dafür ein dickes Lob.

Flower Kings, The - Space Revolver

Hochgelobte Schweden-Prog-Band, die offensichtlich den alten Genesis von vor 30 Jahren nachheulen. Warum heißt die CD 'Space Revolver' ??? Ist das ein Gerät, mit dem man die Musiker nach dem Anhören der CD ins Weltall schießen kann ??? Keine Ahnung. Auf jeden Fall ist dieses 'Werk' der absolute Langweiler. Lediglich Teile einzelner Songs sind richtig gut. Vielleicht als Einschlafhilfe wirksam. Mich haut die CD auf jeden Fall nicht vom Hocker.

Flower Kings, The - Stardust We Are

Nachdem ich in meinem Ski-Urlaub 2001 praktisch eine Woche lang die Live-CD der Flower Kings (Alive on Planet Earth) hören mußte, dachte ich eigentlich, ich könnte nach dem Reinfall der letzten CD 'Space Revolver' (s.o.) es doch noch einmal mit einer Scheibe der Schweden versuchen und habe mir die 1999er-Produktion 'Stardust We Are' - eine Doppel-CD - besorgt. Aber ich weiß auch nicht. Irgendwie kann ich mit den Jungs einfach nichts anfangen. Ein paar geniale Momente verteilt auf über 2 Stunden ist einfach zu wenig. Meistens erinnern mich die Flower Kings an Genesis vor 25 Jahren, nur daß diese Musik in meinen Ohren mittlerweile einfach etwas veraltet ist. Es ist mir einfach zu chaotisch und zu wenig melodisch, obwohl ich den Jungs bestimmt nicht absprechen will, gute Musiker zu sein. Auch wenn ich jetzt wieder von allen Proggies der Welt eines auf den Deckel bekomme: Finger weg, das ist arschlangweilig.

Flower Kings, The - The Rainmaker

Eigentlich hatte ich mir ja geschworen, von den Blumenkönigen keine CD mehr zu kaufen, weil mir die Musik eigentlich nicht so sehr zusagt. Aber nachdem meine Kritiker-Kollegen eher verhalten auf den neuen Output der Schweden um Roine Stolt (u.a. Transatlantic) reagieren (obwohl sie sonst jeglichen Schrott der Jungs in den höchsten Tönen loben), hatte ich doch Hoffnung, daß sich die Flower Kings dann eher in 'meine Richtung' entwickelt hätten. Aber weit gefehlt. Zwar sind die Frickel-Orgien früherer Tage weitestgehend verschwunden und die Jungs bemühen sich um eher kompaktere Songs und nur noch kleinere Ausflüge in andere Stilrichtungen (von Folk bis Beatles ... würg), aber so ganz das Gelbe vom Ei ist das für mich noch nicht. Aber weitaus besser als der bisherige Tiefpunkt 'Space Revolver'. Vielleicht quäle ich mich noch ein paar mal durch die immerhin 77 Minuten und finde ja noch Gefallen an dem Teil. Nach dem dritten Hören gibt's von mir allerdings nur eine äußerst eingeschränkte Kaufempfehlung für alle hartgesottenen Proggies, die alles haben müssen.

Flower Kings, The - Unfold The Future

Ja ja ... ich weiss. Nach dem Lesen dieser Review werde ich wieder böse E-Mails bekommen. Aber was soll ich denn machen ?? Als Prog-Fan ist es ja eigentlich absolut meine Musik-Richtung und teilweise sind die Flower Kings ja auch richtig genial. Wie z.B. beim Opener von 'Unfold The Future', 'The Truth Will Set You Free'. Auf über 31 Minuten gibt's mit einem überragenden Sound Prog-Rock vom Feinsten wie zu guten alten Genesis-Zeiten in den Siebzigern. Aber der grausame Gesang macht dann zwischendurch alles wieder kaputt (wenn ich nicht singen kann wie Jon Anderson dann probiere ich es doch erst gar nicht). Dann sind so tolle melodische Sachen wie 'Black And White' auf der CD aber auch absoluter Schrott wie z.B. 'Chrisianopel', einem Instrumentalstück das wohl jede Free-Jazz-Band um die Ecke besser hingebracht hätte. Auch auf der zweiten CD (Unfold The Future ist eine Doppel-CD) wechseln sich geniale Sachen mit absolutem Mist ab. Und der 'Bonus-Track', der auf der limitierten Fassung auch noch drauf ist ('Too Late For Tomatos') ist auch absolut unnötig. Hey, wenn ich ne Jazz-CD haben will, dann kaufe ich mir keine Prog-CD !!! Naja, Gott sei Dank ist auf der CD kein Kopier-Schutz. So kann man sich eine vernüftige Einzel-CD zusammenbrennen, die dann auch absolut anhörbar ist. Aber die Doppel-CD ist eindeutig zu lang und absolut unnötig. Da reisst auch der Gast-Auftritt von Daniel Gildenlöw als weiterer Sänger (der ist der von Pain Of Salvation) nichts mehr raus. Insgesamt möchte ich mal allerhöchstens folgende Bewertung abgeben: Muss man nicht haben.

Flying Colors - Flying Colors

Und noch ne sogenannte Super-Gruppe. Mike Portnoy (Ex-Dream Theater), Steve Morse (Deep Purple), Neal Morse (Ex-Spock’s Beard), Dave Larue (Dixie Dregs, Planet X) und Casey McPherson (Alpha Rev) haben sich zusammen getan und eine zwar nicht uninteressante aber doch recht seichte, melodische und fast langweilige CD aufgenommen. Wie nicht anders zu erwarten war, klingt der Gesang (von Neal Morse) schon arg nach Spock’s Beard, Portnoy hält sich (im Gegensatz zu seiner anderen ‘Super-Gruppe’ ‘Adrenaline Mob’ ... über die schreibe ich hier vielleicht auch noch was) ganz schön zurück und geile und gefühlvolle Gitarren-Soli von Steve Morse (aber wenn dann immerhin mit seinem typischen Purple-Sound) findet man auch relativ selten. Von daher war ich nach der Ankündigung der CD dann doch etwas enttäuscht. Klar kann man die Scheibe ohne Probleme durchhören und es gibt auch ein paar richtige Highlights (‘Shoulda Coulda Woulda’, das Gitarren-Solo in ‘Kayla’, ‘Everything Changes’, vielleicht noch ‘Fool In My Heart’ ... aber da auch wieder nur wegen Steve Morse ... und für die Frickel-Fraktion dann noch ‘Infinite Fire’) aber bei den Musikern wäre sicher auch noch viel mehr drin gewesen. Kann man haben, muss man aber nicht.

For Absent Friends - The Big Room

Viele Jahre ist es ruhig um die holländische Prog-(?) Band 'For Absent Friends' gewesen. Die letzte Scheibe, die ich habe (Tintinnabulation) ist immerhin von 1996, also über 5 Jahre alt. Und beim ersten Hören von 'The Big Room' hatte ich doch Schwierigkeiten, FaF zu erkennen. Und beim Vergleich des Line Up's ist klar, warum. Es macht ein neuer Sänger mit. Ansonsten sind noch alle 'alten Hasen' dabei. Insgesamt ist die Musik im Vergleich zu 'Tintinnabulation' etwas poppiger geworden. Prog-Teile oder geniale Gitarren-Soli gibt es leider nur noch selten. Trotzdem ist der Silberling absolut hörenswert (aber leider nicht mehr FaF so wie ich sie kenne). Also: lieber vorher mal reinlauschen, bevor nachher die Enttäuschung zu gross ist.

For All We Know - For All We Know

Wie klingt Within Temptation ohne weiblichen Gesang? Das könnte man sich fragen wenn man weiß, das ‘For All We Know’ ein Projekt des Gitarristen der holländischen Symphonic-Metal-Band ist. Aber weit gefehlt. Im Gegensatz zu vielen Solo-CDs anderer Künstler beschreitet Ruud Jolie einen ganz anderen Weg und liefert ein astreines Prog-Album ab, das von vorne bis hinten nur begeistert und mit seiner Stamm-Band so überhaupt nichts gemeinsam hat. Von den beteiligten Musikern kommt mir nur Bassist Kristoffer Gildenlöw bekannt vor, der ja bekanntlich mal bei Pain Of Salvation war. Alle Anderen sind mir noch nie untergekommen. Wobei ich Sänger Wudstik besonders hervorheben möchte, denn seine Stimme ist äußerst angenehm und variabel. Eine Seltenheit in diesem Musik-Bereich. 58 Minuten feinster (und meistens ruhiger) Prog mit vielen tollen Gitarren-Parts (logisch, ist ja auch ne Solo-CD eines Gitarristen). Ein Song ist noch recht witzig. Dauert zwar nur knapp 2 Minuten (‘Keep Breathing’), aber hier treten ein Berg von Gast-Vocalisten auf, die man alle durchweg kennt. Daniel Gildenlöw (Pain Of Salvation), Sharon den Adel (Within Temptation), Damian Wilson (Threshold) und noch ein paar Sänger von unbekannteren Bands. Muss man unbedingt reinhören. Mehr Infos über die Band gibt es unter www.forallweknow.net und auf ihren MySpace--Seiten.

Forgotten Suns - Revelations

Wenn ich die ganzen Reviews auf meiner Homepage noch so halbwegs im Griff habe, kann ich mich nicht erinnern, jemals eine Band aus Portugal besprochen zu haben. Aber es gibt immer ein erstes Mal und so haben wir mit ‘Forgotten Suns’ und ihrer EP ‘Revelations’ nun die erste CD aus diesem schönen Land. Die Band um Gitarrist Ricardo Falcao und Keyboarder Miguel Valadares, die beiden einzigen Gründungsmitglieder die noch dabei sind, macht schon seit dem Jahr 2000 fetten Prog-Metal (da wurde die erste Scheibe ‘Fiction Edge’ veröffentlicht), 2004 folgte ‘Snooze’ und 2009 dann der bis jetzt letzte Output ‘Innergy’. Damit die Wartezeit auf eine neue Studio-CD verkürzt wird, wurde jetzt die EP ‘Revelations’ auf den Markt geworfen (besser gesagt die EP erblickt am 17.12.2010 das Licht der Welt) und beinhaltet ein paar Songs, die zwischen Ende 2006 und Anfang 2007 während der Schaffensphase zu ‘Innergy’ entstanden sind, aber bis jetzt nur auf Konzerten gespielt wurden mit Ausnahme von ‘Doppelgänger’ (der Song heißt wirklich so), der jetzt mit einem anderen Mix von der Innergy-CD stammt und ‘Betrayed’, dem Bonus-Track der ersten CD ... jetzt aber beide Parts zusammen an einem Stück. ‘Doppelgänger’ könnte locker als ein Song von Symphony X durchgehen. Fette Gitarren, geile Rhythmusarbeit, toller Gesang und immer präsentes Keyboard. ‘Phenotype’ ist eher im Mid-Tempo-Bereich angesiedelt (toller Refrain), ‘Pinpoints’, mit 7 1/2 Minuten das zweitlängste Stück auf der EP, ebenfalls eher getragen (mit geilem Gitarren-Solo) und ‘The Hill’ die Quotenballade (mit wieder einem tollen Gitarren-Solo am Schluss). Herzstück der EP ist aber das fast 15 minütige Betrayed, einem absoluten Prog-Metal-Kracher. ‘Revelations’ kann ich allen Prog-Metal-Fans nur wärmstens ans Herz legen und ich kann jetzt schon versprechen, dass ich das nächste Studio-Album ganz sicher hier wieder vorstellen werde. Richtig gut gemachte Sache. Mehr Infos über die Band gibt es auf ihrer Homepage sowie auf ihren MySpace-Seiten.

Frampton, Peter - Live in Detroit

Nachdem es um Peter Frampton in letzter Zeit doch sehr ruhig geworden ist (die letzte Studio-CD ist immerhin von 1994, danach kam lediglich die 'Comes alive II' raus), gibt's im Jahr 2000 mal wieder ein Lebenszeichen von ihm. Allerdings schon wieder in Form einer Live-CD. Und da man als alter Frampton-Fan ja schon die geniale 'PF comes alive' und 'PF comes alive II' im CD-Regal stehen hat, ist man vom neuen Werk des Gibson Les Paul-Meisters doch etwas enttäuscht. Auf der neuen Doppel-CD finden sich gerade mal 4 (von 17) Liedern, die nicht schon auf der 'Alive-Doublette' vertreten sind. Geldmacherei ??? Unterstützungshilfe für einen notleidenden Künstler ??? Keine Ahnung, was sich Herr Frampton dabei gedacht hat, aber ich finde es etwas unverschämt. Nicht mal das geniale 'Changing all the times' der letzten Studio-CD ist vertreten. Es gibt also eigentlich keinen Grund, die CD zu kaufen (außer man hat natürlich die anderen Live-CDs nicht ... dann ist es ein hervorragender Querschnitt des jahrzehntelangen Schaffens des Künstlers). Die Aufnahmequalität dieses Konzert-Mitschnitts ist hervorragend und die Besucher scheinen ihre Freude gehabt zu haben.

Frampton, Peter - Now

Neun Jahre gab es kein neues Studio-Werk von Peter Frampton. Was er in dieser Zeit gemacht hat, ist mir nicht bekannt ... eine musikalische Weiterentwicklung hat er auf jeden Fall nicht durchgemacht. Der Opener 'Verge Of A Thing' und auch das zweite Stück 'Flying Without Wings' hätte locker auf die letzte (unbetitelte) CD von 1994 gepasst. Aber leider war's das dann auch schon. Zwar sind auf der CD immerhin 14 Songs drauf, aber es dümpelt einfach nur recht langweilig so vor sich hin. Negativer Höhepunkt ist dann die Cover-Version von 'While My Guitar Gently Weeps' (warum immer so ein Beatles-Scheiß ?? Außerdem haben das doch Toto erst nachgespielt). Zum Gähnen. Herausstechen tut vielleicht noch das Instrumentalstück 'Greens', wo Peter Frampton mal zeigt, was er auf seiner Les Paul so alles kann. Aber vier oder fünf gute Songs sind insgesamt natürlich viel zu wenig. Das geht bedeutend besser. Also eine eher unnötige CD. Trotzdem gibts von mir unter Zurückstellung der größten Bedenken noch eine mittlere Bewertung.

Frequency Drift - Personal Effects Part One

Frequency Drift ... eine neue Prog-Entdeckung aus deutschen Landen? Auf jeden Fall JA. Am 19.07.2008 soll das erste Album 'Personal Effects (part one) bei Musea erscheinen. Bis dahin könnt Ihr Euch auf der Myspace-Seite der Band an der Musik erfreuen und schon mal über eine Bestellung der CD (sie wird auch über die Band-Homepage vertrieben werden) nachdenken. Gleichzeitig zur CD-Veröffentlichung findet auch das erste Konzert der Band in Bayreuth statt. Wer also Zeit hat und in der Gegend wohnt, sollte das nicht verpassen ... wenn die Jungs und das Mädel live genauso gut sind wie auf CD wird's bestimmt ein Erlebnis. 'Personal Effects Pt.1' ist ein Konzeptalbum und beinhaltet den ersten Teil (ja wer hätt's gedacht) einer futuristischen Geschichte, die im Jahr 2046 spielt und eine 'River' genannte Hauptperson auf ein acht Jahre zurückliegendes Ereignis blickt. River ist natürlich weiblich ... deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass bei Frequency Drift eine weibliche Stimme (Katja Hübner) singt. Und sie braucht sich mit ihrer Leistung nicht vor den anderen einschlägigen Sängerinnen des Progs verstecken. Wirklich eine klasse Stimme, und sie bringt die Geschichte auch mit dem richtigen Feeling rüber. Ein bißchen erinnert sie mich auch an Steffi Lesic von 'Into Exit' und da war ich ja auch schon immer voll des Lobes. Frequency Drift beschreiben ihre Musik als 'Cinematic Prog', und das kommt dem Gehörten auch ziemlich nahe ... irgendwie läuft beim Lauschen der CD im Kopf auch ein Film mit ab. Ein Vergleich mit anderen Bands aus dem Genre fällt mir etwas schwer, weil Frequency Drift schon in ihren jungen Band-Jahren einen eigenen Stil gefunden haben. Ein bißchen klingts zwischendurch nach Marillions 'Brave' (natürlich nur wenn mal nicht gesungen wird) aber irgenwie ist es doch was ganz anderes. Auf jeden Fall könnt Ihr Euch auf diese Veröffentlichung freuen und es würde mich nicht wundern, wenn die Band mit ein bißchen Werbung in den Prog-Magazinen und Pages so richtig durchstarten würde. Ich freu mich jetzt schon auf Part 2.

Frequency Drift - ... laid to rest

Die Bayreuther ‘Cinematic-Prog-Band’ Frequency Drift hat mich ja schon mit ihrem Erstlingswerk ‘Personal Effects Part One’ begeistert. Leider gingen an mir die Folge-Alben ‘Personal Effects Part Two’ und ‘Ghosts’ irgendwie vorbei, die einschlägigen Prog-Pages waren aber auch hier voll des Lobes. Ich fand ja schon die erste Sängerin (Katja Hübner) gut, aber gerade auf dieser Position gab es diverse Wechsel (auf Part 2 waren gleich 2 andere Sängerinnen vertreten) und seit ‘Ghosts’ ist nun eine gewisse Antje Auer am Mikrophon, die die Band selbst als ‘endlich mehr als würdige Frontfrau’ bezeichnet. Und sie singt tatsächlich nicht schlecht und hat auch eine sehr angenehme und gefühlvolle Stimme, die zu den meist recht ruhigen, melodischen Songs von Frequency Drift hervorragend passt.
Während die ersten drei Veröffentlichungen reine Konzept-Alben waren, kann man das von ‘... laid to rest’ überhaupt nicht behaupten, denn hier verstehen sich die Texte, die teilweise von romanischen und viktorianischen Gedichten inspiriert wurden, nur als Beiwerk zu einem einzigartigen Klanggebilde (so die Band).
Wäre die CD nicht so keyboardlastig, könnte man glatt Vergleiche zu ‘Mostly Autumn’ ziehen. Aber Mastermind Andreas Hack setzt mit seinem Tastenspiel (sowohl durch fette Keyboard-Teppiche als auch durch das häufige Imitieren von Streich-Instrumenten ... denn Streicher werden in dem Beipackzettel der CD nicht genannt) der Musik seinen Stempel auf. Interessant ist auch der Einsatz von so Merkwürdigkeiten wie einem Gemshorn, Harfe oder diversen mittelalterlichen Instrumenten. Aber auch Gitarrist Christian Hack darf seine Akzente setzen und wimmert teilweise (aber leider viel zu selten) richtig schön wie z.B. beim über 15-minütigen Song ‘Wish’, der für mich auch der geilste Song auf der Scheibe ist.
‘... laid to rest’ kann ich allen Prog-Freunden, die es etwas ruhiger lieben, uneingeschränkt ans Herz legen. Mehr Infos über die Band gibt es natürlich auf ihrer Homepage.
Übrigens treten Frequency Drift am Wochenende (07./08.07.2012) auf dem 7. Night Of The Prog - Festival auf der Loreley auf. Somit kann man dort sowohl die CD käuflich erwerben (die da offiziell veröffentlicht wird) als auch die Band mal live erleben.
Und nochmal übrigens wird ‘... laid to rest’ beim RPWL-Label ‘The Gentle Art Of Music’ vertrieben. Das ist jetzt schon der dritte Wechsel (von Musea ging’s zu Cyclops, dann zu Progrock-Records und jetzt eben zu TGAOM) und ich hoffe mal, dass sie dort ihre ‘Heimat’ finden werden, denn stilistisch passen sie hervorragend dort hin.

Frequency Drift - Over (VÖ: 14.02.2014)

Die Bayreuther Prog (?) Folk (?) Art-Rock (?) - Band ‘Frequency Drift’ hat ja schon ein bewegendes Leben hinter sich. Diverse Wechsel im Platten-Label (zuletzt beim RPWL-Label ‘Gentle Art Of Music’ ... und jetzt IMMER NOCH!), noch mehr Wechsel bei den weiblichen Vocals (auf jeder Scheibe eine neue Sängerin und nachdem auf der Vorgänger-CD die damalige Sängerin Antje Auer als ‘würdige Frontfrau’ bezeichnet wurde und man eigentlich dachte hier kehrt etwas Kontinuität ein gibt es jetzt auf ‘Over’ eine Haupt-Sängerin namens Isa Fallenbacher und daneben noch die Jazz-erprobte Agathe Labus) aber immer richtig genialen, ruhigen Prog, den ich ... wenn die Keyboard-Parts von Band-Mastermind Andreas Hack nicht wären ... vor allem wegen dem Gesang und den eingängigen Melodien mit Mostly Autumn vergleichen würde.
‘Over’ schlägt grundsätzlich in die gleiche musikalische Kerbe wie der Vorgänger-Output ‘... laid to rest’ (siehe meine Review’, aber ich finde die Band ist eigentlich noch abwechslungsreicher geworden. Vielleicht haben sie sich meine Review zu dieser Scheibe ein bißchen zu Herzen genommen, weil ich das zurückhaltende Gitarrenspiel von Andreas Hack ‘durch die Blume’ ein bißchen bemängelt habe. Auf jeden Fall gibt es bei ‘Over’ nach meinem Eindruck auf jeden Fall mehr Gitarre, und das teilweise ganz schön fett (obwohl die Keyboards eindeutig immer noch im Vordergrund stehen). Auf exotische Instrumente wird auch bei ‘Over’ nicht verzichtet, so kommen so interessante Teile wie Harfe (akustisch und elektrisch), Duclar, Wavedrum, Gemshorn oder auch Marimba vor, die diese CD einfach hochspannend machen. Außerdem sind dieses Mal auch ‘richtige’ Streicher (Cello, Violine, Viola) mit am Start. Insgesamt sind das runde 75 coole Minuten ruhiger Prog mit viel Gesang und überraschenden Parts. Nicht zuletzt möchte ich erwähnen, dass als Gast-Musiker noch Martin Schnella (Gitarre ... Flaming Row), und die beiden (teilweise Ex-) RPWL’er Kalle Wallner (Bass) und Phil Paulo Rissettio (Drums) verpflichten konnte und für den Mix Yogi Lang (natürlich ebenfalls RPWL) verantwortlich war.
Wem ‘...laid to rest’ gefallen hat, dem wird mit ‘Over’ das Herz aufgehen. Wer von ‘Frequency Drift’ noch nichts im CD-Regal stehen hat, kann mit ‘Over’ einen tollen Einstieg machen. Die Band hat natürlich auch eine Homepage.

Frequency Drift - Last (VÖ:19.02.2016)
Neues aus dem Hause ‘The Gentle Art Of Music’, also dem Haus-Label von RPWL. ‘Last’ ist das bereits sechste Album der Bayreuther Band (über die letzten 3 Outputs könnt Ihr Euch auf meiner Homepage informieren) und es gibt schon wieder ein Line Up - Wechsel. Und wie sollte es anders sein ... eine neue Sängerin (Melanie Mau), die ihre Sache so richtig gut macht.
Auch ‘Last’ ist eine tendenziell ruhige Prog-Scheibe mit interessanten Wendungen, richtig geilen Gitarren-Parts (hört Euch nur mal den Schluss des zweiten Songs ‘Diary’ an), viel Atmosphäre aber auch Härte und Bombast zwischendurch. Vor allem aber der getragene und abwechslungsreiche Gesang von Melanie Mau macht die Scheibe zu etwas Besonderem. Da ist die Band-Beschreibung ihrer Musik als Cinematic Prog Programm, denn Augen zu und ‘Last’ hören lässt einen schon an einen Film denken. Das ist Kopfkino pur. Auch die interessante Instrumentierung mit E-Harfe (wie auch schon auf den Vorgänger-CDs), Mellotron oder auch Theremin (das ist das ‘komische’ Teil mit der Antenne das ohne Berührung gespielt wird und spannende elektronische Töne erzeugt ... habt ihr bestimmt schon mal im TV gesehen) macht die Musik von Frequency Drift zu etwas Besonderem.
Habe ich ‘Frequency Drift’ schon mal mit Mostly Autumn verglichen, möchte ich das mit ‘Last’ nicht mehr aufrecht erhalten. Das ist mittlerweile viel zu eigenständig und teilweise schon ein bißchen ‘Sigur Rós’ mit vernünftigem Gesang (hierbei möchte ich vor allem ein paar Parts des Songs ‘Treasure’ erwähnen, der eine ähnliche Steigerung erlebt) aber auch ein bißchen Poor Genetic Material (der gleiche Song aber hier die Gitarren-Parts). ‘Last’ ist bestimmt kein einfaches Werk, aber auch nach mehrfachem Hören entdecke ich immer wieder Neues. Und das ist eben das Spannende an der Band. Unbedingt kaufen.

Frost - Falling Satellites (VÖ:27.05.2016)
’Frost’ ist ein weiterer Baustein der musikalischen Verwirklichung von Arena Gitarrist John Mitchell zusammen mit Jem Godfrey (Keyboards, Gesang), der eher im Pop-Bereich angesiedelt ist und u.a. als Produzent der ‘Atomic Kitten’ oder auch ‘Blue’ in Erscheinung getreten ist. Daneben sind noch Craig Blundell (Drums) und Nathan King (Bass) mit am Start.
Hmm ... was soll ich sagen. Frost ist nett, Frost ist poppig angehaucht, Frost ist manchmal ein bißchen experimentell, Frost hätte in den 90ern viel Erfolg gehabt. Frost ist trotzdem spannend, abwechslungsreich, sehr keyboardlastig, Frost hat einen guten Gesang, Frost hat leider viel zu wenig Gitarren (für so einen Ausnahmegitarristen). Frost muss man mögen. Ich find’s nicht schlecht aber auch nicht herausragend, weil es doch weit weit weg vom Prog ist.

Fuckin Wild - The Raven's Cry

Eine posthume CD-Review habe ich glaube ich auch noch nicht geschrieben. Denn die Münchner Band 'Fuckin Wild', 1993 gegründet und nach mehreren personellen Umbesetzungen 1998 wieder aufgelöst, gibt es jetzt fast 10 Jahre nicht mehr. Selber beschreibt die Band ihre Musik als 'Psychedelischer Rauschrock', was immer da auch heißen mag. Ich bin auf jeden Fall gespannt. Auffällig für ne Prog-Band ist auf jeden Fall schon mal, das eine Frau (Anja Fritzsche) singt, und das sogar richtig gut. Schon beim Opener 'The Highland Song' erkennt man deutlich, welche musikalischen Einflüsse die Band hat. Ein bißchen Folk-Rock, orientalische Parts und eine immer präsente rockig-rotzige Gitarre. Für mich das absolute Highlight auf der CD ist das 7 1/2 - minütige 'City Of Love', was so einen leichten Touch von 70er-Krautrock hat und mit netten Tempowechseln glänzt und nach 4 1/2 Minuten mit einem tollen Gitarren-Solo aufwartet. Vor allem bei diesem Stück erkennt man, welches musikalisches Potential in der Band gesteckt hat. Toll. Aber auch das 8 1/2 - minütige 'Time Of Sleeping' hat es in sich und ist ein klasse Prog-Rocker.
Eigentlich schade, dass es die Band nicht mehr gibt und dass ich erst fast 10 Jahre nach dem Band-Tod auf die klasse CD aufmerksam gemacht wurde. Wer Interesse an der Band und ihrer Musik hat, kann sich auf der immer noch aktuell gepflegten
Homepage weitere Infos holen.

Fury In The Slaughterhouse - Homeinside

Schon wieder was Neues von Fury. Und die Entwicklung (nach Unten) geht weiter. Leider fällt den Jungs auch nichts mehr ein. Waren die CDs 'Mono' und 'The hearing and the sense of balance' noch echte Highlights, gings danach immer mehr bergab. Nicht mal die Konzerte waren noch ein Höhepunkt. Und das neue Werk 'Homeinside' ist an Langeweile fast nicht mehr zu überbieten.

Fury In The Slaughterhouse - The Color Fury

Nach der letzten Scheibe von Fury ('Homeinside') hatte ich eigentlich gehofft, dass die Jungs aus Hannover das Musizieren sein lassen und noch was vernünftiges arbeiten. Aber weit gefehlt. Trotz stetig absteigender Qualität der CDs haben es Fury nochmal gewagt, eine Scheibe auf den Markt zu werfen. Ich habe mir ja lange überlegt, ob ich mir das Teil überhaupt zulegen soll, aber nachdem ich im Internet Berge von guten Kritiken ('Rückkehr zu alter Stärke' usw.) gelesen hatte, habe ich es nochmal gewagt. Und ich bin echt erstaunt, wie frisch Fury doch noch klingen können. Kein Vergleich zu den letzten Schrott-CDs sondern wirklich interessantes Material, das fast an die 2 besten Fury-CD's ('Mono' und 'The Hearing And The Sense Of Balance') heranreicht. Ob es Besinnung auf alte Stärken oder nur ein letztes Aufbäumen ist, wird sich noch zeigen. Aber 'The Color Fury' ist endlich mal wieder kaufenswert. Tolle Rock-Songs, ein paar klasse Balladen, die obligatorische Cover-Version und ein netter Ghost-Track bekommen von mir eine eingeschränkte Kaufempfehlung.

BuiltWithNOF

G

Gabriel, Peter - OVO The Millenium Show

Ex-Genesis-Sänger Peter Gabriel schrieb und spielte die Musik zur Eröffnungs-Show des Millenium Domes in London. Unterstützt wurde er (wie auf den letzten CDs von ihm) von Tony Levin, Shankar, David Rhodes, Manu Katche sowie von einigen GastsängerInnen (u.a. Neneh Cherry und Richie Havens). Als Peter Gabriel-CD möchte ich OVO nicht bezeichnen, da insgesamt von P.G. zu wenig zu hören ist. Zwar ist von Stil und Sound seine Handschrift eindeutig erkennbar, doch fehlen eigentlich richtige 'Songs'. Einzig der Track 'Father, Son' könnte auf einer Gabriel-CD bestehen. Insgesamt aber ein interessantes Werk für aufgeschlossene Musikliebhaber. Ich nehme die CD gerne zum Einschlafen.

Gabriel, Peter - Up

Ziemlich genau 10 Jahre musste die Welt warten, bis sich Peter Gabriel dazu aufgerafft hat, mal wieder eine komplette Studio-CD zu veröffentlichen. In einem Interview hat Peter Gabriel mal behauptet, er könne jederzeit ein erfolgreiches Album schreiben, wenn er Geld braucht, damit er dann wieder jahrelang seine 3. Welt-Künstler bei Realworld unterstützen kann. Und ich würde jetzt einfach mal behaupten, Peter Gabriel brauchte Geld. Mit Unterstützung der üblichen PG-Musiker wie z.B. David Rhodes, Manu Katche, Tony Levin und Shankar werden 10 Gabriel-typische Hämmer im Stile der letzten Veröffentlichung (Us) geboten, von denen nur der Titel 'I Grieve' (aus dem Soundtrack zu 'Stadt der Engel' oder auf Neudeutsch 'City Of Angels') schon vorher bekannt war. Wer auf Peter Gabriel steht, wird die CD einsaugen oder in den CD-Spieler kleben, dass sie nie wieder den Player verlässt. Am Besten die Nachbarn in den Urlaub schicken und die Anlage voll aufdrehen. Das kommt knüppelhart. Naja, und wer Peter Gabriel bis jetzt nicht mochte, der wird auch an 'Up' überhaupt keine Freude haben. Für mich ist PG einer der genialsten Musiker der letzten Jahrzehnte. Und wird es wahrscheinlich immer bleiben. Leider sind die Texte im Booklet nicht abgedruckt sondern nur auf seiner Homepage erhältlich. Deswegen sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass Ihr die Enhanced-CD kauft. Dort sind die Texte zumindest auf der CD abrufbar.

Gabriel, Peter - Hit (Deutsche Ausgabe)

Ist er jetzt womöglich auch zur Geldsammelmaschine mutiert ?? Kaum eine neue Studio-CD rausgebracht, schon gibt's, pünktlich zum anstehenden Weihnachtsgeschäft, auch schon wieder eine Best Of ... Compilation meines absoluten Lieblings-Künstlers. Naja. Da man weiß, dass Peter Gabriel sein Geld vor allem in Nachwuchskünstler steckt, spendet man ja gerne ein paar Euros. Aber nun zur CD. Die gibt es in 3 Versionen. Als langweilige 1-fach-CD mit den allgemein bekannten Hits von Solsbury Hill bis Steam (und Gott sei Dank ohne die öde 'Barry Williams Show'), wobei alle Studio-CDs von 'Peter Gabriel 1' bis 'Up' berücksichtigt werden ... außer der sehr verkannten PG 2. Außerdem ist ein bis jetzt unveröffentlichter Song drauf (der aber recht langweilig ist). Dann gibt es die 'internationale Version' mit der 'normalen' CD 1 sowie einer zweiten CD mit 'von Fans vermissten' Songs (wie immer PG das auch rausbekommen hat) sowie einer Live-Version des nur auf der 'Growing Up - Tour' performten 'Downside Up' . Und dann gibt es noch die mir vorliegende 'Deutsche Ausgabe'. Dort ist das komplette Booklet in Deutsch, die Titel auf Deutsch genannt (aber Achtung: mitnichten sind die Titel alle in Deutsch gesungen ... das hätte wohl zuviel Geld gekostet) und CD 2 unterscheidet sich in ein paar Songs von der internationalen Version. Und DIESE Titel sind dann in deutscher Sprache gesungen (allerdings alle bekannt von den 'Deutschen Alben' PG 3 und PG 4 - insgesamt dann 4 Songs auf Deutsch). Somit gibt es trotz einer Doppel-CD nicht viel Neues, zumal die Song-Auswahl zum Teil etwas 'merkwürdig' ist. Schade, dass es beim Kauf der CD keine Spendenbescheinigung gibt, denn außer der Unterstützung unbekannter Künstler (s.o.) gibt es eher keinen Grund, diese Scheibe zu kaufen. Denn von Peter Gabriel hat man ja eh schon alles.

Gabriel, Peter - Scratch My Back

Lange war es ruhig um Peter Gabriel ... seit ewigen Zeiten einer meiner Lieblingskünstler. Eigentlich habe ich ja schon immer darauf gewartet, dass Peter Gabriel auch mal ein Album mit lauter Cover-Versionen veröffentlicht. Und endlich ist es so weit. Aber wer jetzt glaubt, dass er nur die Originale nachsingt, hat sich schwer getäuscht ... und kennt auch Peter Gabriel ziemlich schlecht. Denn alle Songs haben einen klassischen Touch bekommen und wurden mit dem 'London Scratch Orchestra' eingespielt. Minimalst instrumentiert aber trotzdem oder gerade deswegen mit viel Gefühl und eigenen Ideen. Interessant ist ja die Idee von Peter Gabriel, dass er im Gegenzug zu der Erlaubnis der Original-Künstler zur Verwendung der Songs ihnen erlaubt hat, auch einen Song von ihm zu covern ... und diese CD wird auch irgendwann mal veröffentlicht. Und da freue ich mich auch sehr darauf. Die Cover-Versionen auf 'Scratch My Back' reichen von David Bowie (Heroes) über Paul Simon (The Boy In The Bubble), den Talking Heads (Listening Wind), Lou Reed (The Power Of The Heart), Randy Newman (I Think It's Going To Rain Today), Neil Young (Philadelphia) und Radiohead (Street Spirit) bis zu recht unbekannten Bands und Künstlern wie Elbow, Bon Iver, Arcade Fire, The Magnetic Fields und Regina Spector. Eine sehr ruhige CD ... aber muss man haben.

Gabriel, Peter - New Blood

Dass es nach dem letzten Output ‘Scratch My Back’, einer CD mit lauter Cover-Versionen und Orchester-Unterstützung, nicht lange dauern würde, bis Peter Gabriel auch eine Orchester-Version eigener Stücke auf den Markt wirft, war mir eigentlich klar. Und es ist auch so weit gekommen, denn ‘New Blood’ beinhaltet ausschließlich Peter Gabriel - Songs, die ausschließlich mit einem Orchester neu aufgenommen wurden. Dass das funktioniert steht außer Frage, denn Peter Gabriel hat so eine außergewöhnliche und wandelbare Stimme, dass er wahrscheinlich sogar eine Heavy Metal-Version von Solsbury Hill hinbekommen würde. Trotzdem ist die Orchester-Version die bessere Wahl. Alle Songs eher ruhig gehalten bekommen so einen magischen Touch, zumal er sich nicht nur auf seine ‘Hits’ beschränkt hat sondern auch so Perlen wie ‘Downside Up’, ‘Wallflower’ oder auch ‘A Quiet Moment’ ausgegraben hat, die so wieder in Erinnerung gerufen werden. Absolute Highlights sind für mich aber ‘San Jacinto’, ‘Intruder’ und ‘Don’t Give Up’, die einfach nur Gänsehaut erzeugen. Ein tolles Weihnachtsgeschenk für alle Musikliebhaber. Die Scheibe MUSS man haben!!

Gamma Ray - Blast from the past

Im Rock Hard (07/2000) mit 10 (in Worten zehn) Punkten bewertet. Nur keiner weiß warum. Irgendwie muß die Gruppe Gamma Ray an mir vorbeigegangen sein, denn mir war sie (bis zu der Rock Hard-Kritik) völlig unbekannt. Bei dieser Doppel-CD handelt es sich um ein neu eingespieltes Best-Of-Album mit insgesamt 20 Titeln, von denen mir auch nicht einer schon mal zu Ohren gekommen ist. Aber falls noch jemand mit Gamma Ray nichts anfangen kann: es ist eine ziemlich primitive Ratta-Band aus Deutschland, die wohl zurecht von mir nicht beachtet wurde.

Gardner, Trent - Leonardo (The Absolute Man)

Trent Gardner, seineszeichens Kopf und Keyboarder der Band Magellan, wandert auf Ayreon's Pfaden (nicht musikalisch !!!!) und läd ein paar Gast-Sänger ein, um das Leben von Leonardo da Vinci zu vertonen. Und es gelingt ihm ausgesprochen gut. In der Rolle von Leonardo dürfen wir Dream Theater - Sänger James LaBrie genießen, und zwar herausragend wie auf der DT-Überhammer-Scheibe Metropolis Pt. 2. Außerdem u.a. noch bei den Gesangs-Einkäufen dabei: Robert Berry und Steve Walsh (Kansas). Musikalisch ist das Teil beim ersten Hören etwas sperrig (vor allem wegen den vielen instrumentalen Stücken, die auf Dauer doch etwas langatmig sind), erschließt sich aber von Mal zu Mal auch für den verwöhnten Prog-Freund. Für Dream Theater - Anhänger auf jeden Fall ein MUSS (wegen dem genialen Gesang von James LaBrie).

Gathering, The - if_then_else

Versierte Cobol-Programmierer werden wenigstens mit dem Titel was anfangen können (ztztzt ... so programmiert man doch nicht), aber mit der Band 'The Gathering' kann wohl fast niemand was mit anfangen. Die Sängerin Anneke van Giersbergen war immerhin schon auf dem Ayreon-Epos 'Into the Electric Castle' zu hören, aber ihre 'Haupt-Band' ist doch in 'normalen' Kreisen reichlich unbekannt. Eigentlich schade, denn, die Gathering-Musik hat doch was ziemlich Neues und Eigenständiges. if_then_else ist bereits die fünfte CD der Holländer, und verglichen mit der ersten CD 'Mandylion' haben sich die Jungs und Mädels ganz schön weiterentwickelt. if_then_else ist eine eher ruhige CD mit wenigen härteren Tönen. Zum relaxen hervorragend geeignet.

Gathering, The - Souvenirs

Lange war es still um die holländische Band um Ausnahme-Sängerin Anneke van Giersbergen. Es gab wohl Ärger mit der Plattenfirma, die die Band in ein anderes musikalisches Korsett zwängen wollte, als die Band sich selbst vorstellte. Deswegen gingen The Gathering von Century Media weg und gründeten ihre eigene Record-Company. Und das Ergebnis des absolut ungezwungenen freien Schaffens ist nun 'Souvenirs'. Und tatsächlich lässt sich The Gathering, die als Dark Metal Band begannen, nicht mehr irgendwo einsortieren. Die kommerziellen Einflüsse, die beim Vorgänger 'if_then_else' noch unverkennbar waren, sind auf jeden Fall total verschwunden und die Musik ist wieder experimentell und erfrischend wie bei 'How To Measure A Planet'. Keine leichte Kost aber auch nach dem zehnten Hören noch spannend. Ich hoffe mal, dass The Gathering mit dieser Scheibe endlich den großen Durchbruch schaffen. Prog-Fans sollten lieber mal vorher antesten. Aber wer Porcupine Tree erträgt, der wird mit 'Souvenirs' bestimmt glücklich.

Gathering, The - Sleepy Buildings - A Semi Acoustic Evening

Offensichtlich hatten die Holländer bei ihrer alten Plattenfirma 'Century Media' noch Schulden und mussten noch eine CD veröffentlichen. Aber entgegen den Gepflogenheiten der Musikszene in diesen Situationen (siehe z.B. Saga, die nur noch Schrott veröffentlicht haben, bis sie ihre Verpflichtungen erfüllt hatten), haben 'The Gathering' etwas ganz besonderes geschaffen. Ein fast akustisches Konzert, aufgenommen an zwei Tagen im August 2003 in Nijmegen (also sozusagen ein Heimspiel), wobei bei der Songauswahl die ersten sechs Studio-CDs berücksichtigt wurden. Somit kommen wir in den Genuss von außergewöhnlichen Versionen von 14 wirklich geilen Songs, wobei ... wen wundert's bei einer akustischen Show von The Gathering ... vor allem der geniale Gesang von Anneke van Giersbergen im Vordergrund steht. Und die Frau KANN singen, vor allem live immer wieder ein Erlebnis. Deswegen sollten alle Gathering-Fans unbedingt zugreifen. Und die, die es vielleicht noch nicht sind, könnten auch mal ein Ohr riskieren, denn Anneke van Giersbergen hat meiner Meinung nach eine der besten weiblichen Stimmen im Prog-Rock-Genre.

Gathering, The - Home

Sicher ist es zwischenzeitlich schwierig, die Musik von The Gathering als Prog zu bezeichnen. Wahrscheinlich war das auch schon immer falsch. Denn nur weil Sängerin Anneke Van Giersbergen mal bei Ayreon mitgesungen hat (und zwar so richtig genial auf der Into The Electric Castle), muss sie ja keine Prog-Musikerin sein.
Nein, auch 'Home' geht schon, wie die Vorgängeralben seit 'How To Measure A Planet' mehr in die Ambient-Richtung, wobei die Stimme von Anneke einfach nur super gefühlvoll ist. So freut es mich umso mehr, dass 'Home' eigentlich fast durchgängig eher getragen-sentimental ist. Aber familiäre Schicksalsschläge gepaart mit der Geburt ihres ersten Kindes gehen wohl nicht spurlos an einem vorüber und müssen verarbeitet werden. Für mich eine der schönsten Gathering-CDs überhaupt. Kaufen !!

Gathering, The - A Noise Severe (DVD)

Leider ist die gute Anneke van Giersbergen ja zwischenzeitlich als Sängerin bei The Gathering ausgestiegen. Und es wird sich zeigen, wie es mit dieser Band weiter geht. Aber die vorliegende DVD sollte man sozusagen als Abschluss dieser Ära auf jeden Fall im Regal haben. Aufgenommen in Chile vor einem Wahnsinns-Publikum gibt es ein über 2-stündiges Konzert mit allen Highlights der Band von 'Liberty Bell' über 'Eleanor' bis 'Strange Machines'. Aber auch viel neues Material von der letzten Veröffentlichung 'Home' ist natürlich vertreten. Am meisten überrascht hat mich aber das Publikum, das bei fast jedem Song absolut textsicher ist und mitsingen kann. Tolles Konzert und eine tolle Aufnahme. Als Bonus-DVD gibt es dann noch ein 'Making Of ... ' sowie weiteren Schnickschnack. Muss man haben.

Gazpacho - A Night At Loreley (2 CD / DVD)

Absolutes Highlight auf dem 2009er Night Of The Prog - Festival auf der Loreley war zumindest für die meisten Besucher die norwegische Band ‘Gazpacho’. Bekannt wurden die Jungs meines Wissens nach vor ein paar Jahren als Vorgruppe von Marillon. Und dann ging’s mit der Karriere steil aufwärts. Nun bin ich ja nicht wirklich Fan von Marillion aus der Nach-Fish-Aera, weil mir Hogarth einfach zu weinerlich ist. Und auch bei dem besagten Konzert auf der Loreley, wo ich zum ersten Mal Gazpacho gehört (und gesehen) habe, hatte ich doch ziemliche Schwierigkeiten, mich mit dem Stil anzufreunden und hab mich ehrlich gefragt, warum so viele Leute mit einem Gazpacho-Shirt rumglaufen sind. Ich fand sie vom ersten Eindruck her einfach nur langweilig und eintönig. Lag vielleicht auch daran, dass an dem selben Tag wirklich (für mich) bessere Bands aufgetreten sind (wie z.B. Arena). Trotzdem habe ich mich nach längerer Zeit entschlossen, den jetzt auf 2 CDs und einer DVD veröffentlichen Gig zu kaufen. Und nach mehrmaligem Hören muss ich doch zugeben, dass ich mich langsam an Gazpacho gewöhnt habe. Wenn man sich mal auf den Sänger Jan Henrik Ohme (der wirklich ein bißchen was von Hogarth hat) eingelassen hat, kommt die Musik teilweise richtig faszinierend rüber. Auf jeden Fall ist viel Gefühl in den Songs (somit ist schon gesagt, dass sich der musikalische Bereich, in dem sich Gazpacho bewegt, meistens eher ruhig und atmosphärisch ist) und die eingängigen Melodien gehen einem teilweise nicht mehr aus dem Kopf. Richtig geil finde ich die dezent eingesetzte Violine und die Parts die eher nach IQ klingen. Nach überschlägigen Recherchen beinhaltet das Konzert die zu der Zeit letzte Studio-Veröffentlichung ‘Tick Tock’ komplett sowie einen Querschnitt der restlichen Alben der Band. Die Doppel-CD ist noch regulär im Handel erhältlich (und belegt in den Amazon-Charts weiterhin Top-Plätze der Album-Charts). Das Package zusammen mit der Live-DVD wird im offiziellen Handel laut Auskunft meiner kompetenten CD-Dealerin vom MediaMarkt nicht mehr vertrieben, ich habe sie aber bei Michael Bäckers CD-Versand von Empire-Music (der mittlerweile auch einen Shop bei Amazon hat) pfeilschnell bekommen. Freunde der ruhigeren Prog-Musik, die Gazpacho nicht kennen, sind mit dieser Live-Veröffentlichung richtig gut bedient.

Genesis - Live Over Europe 2007

Ich weiß gar nicht mehr, wie lange ich meine Homepage schon betreibe. Aber so 10 Jährchen dürften es mittlerweile schon sein. Umso erstaunlicher ist, dass ich noch nie eine CD von Genesis kritisiert habe. Gut ... seit 1997 (Calling All Stations) ist auch nix Neues mehr rausgekommen und nach dieser Scheibe war ja auch Schluss mit Genesis. Ohne Phil Collins hat eben schon was gefehlt und Ray Wilson hat ihn als Sänger nicht wirklich ersetzt. Deswegen war die Freude auch groß, als Genesis 2007 mal wieder eine Europa-Tournee in 'Original-Besetzung' (was bedeutet Collins, Banks, Rutherford sowie Daryl Stuermer und Chester Thompson als übliche Live-Gast-Musiker) angekündigt hatten. Weiterhin versprochen war. eine 'überraschende Set-List). Nun war ich auf der Tour leider nicht persönlich zugegen (hatte leider keine Zeit). Deswegen bin ich natürlich überaus glücklich, dass es von der Tour jetzt einen Live-Mitschnitt in Form einer Doppel-CD gibt. Leider nicht von einem einzigen Konzert sondern zusammengestückelt aus 11 oder 12 Auftritten. Aber wahrscheinlich haben sie eh überall das gleiche gespielt. Von einer überraschenden Setlist kann aber leider keine Rede sein. Hat man die 'Three Sides Live' und die beiden 'The Way We Walk' - CDs, hat man praktisch alle Songs schon mal live auf nen Silberling gebrannt. Der einzig wirklich überraschende Song der ganzen Set-List ist für mich dann lediglich 'Ripples' (von 'A Trick Of The Tail'), der dann doch eher unbekannt ist und wenig live gespielt wurde. Alles andere ist wohlbekannt (von Turn It On Again über Land Of Confusion bis Invisible Touch) und wurde wohl deswegen so gemacht, dass auch die nicht unbedingt Die-Hard-Fans von Genesis ein paar Songs kennen. Eigentlich schade. Aber gut, auch die alte Prog-Fraktion kommt mit 'In The Cage' (mit ein bißchen 'Cinema Show'), 'Firth Of Fifth', 'I Know What I Like' oder auch 'Los Endos' auf ihre Kosten. Aber wie gesagt ... eigentlich alles schon mal dagewesen und mehr als 'routiniert' kann man zu der CD eigentlich nicht sagen. Wenigstens durfte Gitarrist Daryl Stuermer mal ein bißchen abseits der Original-Songs ein paar Takte spielen (was vor allem bei 'No Son Of Mine' auffällt. Muss man nicht unbedingt haben. Lieber bis Februar 2008 warten und sich dann die DVD vom Konzert in Rom kaufen. Mit visuellen Effekten kommt ein Live-Konzert von Genesis bestimmt besser als steril auf CD, wenn auch noch das klatschende Publikum dazugemischt wird.

Genesis - When In Rome 2007 (DVD)

Was erwartet man von einer Genesis-DVD? Perfektion, toller Sound, Berge von Kameras, die das Konzert eingefangen haben, eine brilliante Show als solches natürlich auch. Und was bietet 'When In Rome 2007'? Natürlich genau das. Eine Konzert-DVD, wie sie (fast) besser nicht sein kann. Insgesamt sind in dem Package 3 DVDs drin, zwei davon beinhalten das eigentliche Konzert und DVD 3 ist dann noch ein Tour-Tagebuch. Eigentlich perfekt ... nur ein bißchen ärgerlich finde ich, dass das Konzert auf 2 DVDs verteilt wurde, weil nämlich bei jedem Song noch ein 'Special' aufgerufen werden kann mit irgendwelchen Hintergrund-Geschichten. Zwar richtig interessant und amüsant, aber deswegen hat eben aus Platzgründen das Konzert nicht auf eine DVD gepasst. So muss man mitten im Konzert die DVD wechseln, um in den kompletten Genuss zu kommen. Naja ... Konzert auf eine DVD, Specials auf die zweite DVD und Tour-Tagebuch auf die dritte DVD wäre sicher sinnvoller gewesen ... aber wahrscheinlich musste man wieder mal was neues an DVD-Technik zeigen. Insgesamt aber natürlich ein MUSS für alle Genesis-Fans.

Gentle Storm, The - The Diary (VÖ:20.03.2015)
Neues von Herrn Ayreon Arjen Anthony Lucassen. Dieses Mal unter dem Band-Namen ‘The Gentle Storm’ und nicht mit massenweisen Gast-Sänger und Gast-Sängerinnen sondern nur mit der zauberhaften Anneke van Giersbergen (Ex The Gathering und jetzt auf Solo-Pfaden unterwegs), die schon auf der ‘Into The Elecric Castle’ - CD von Ayreon mehr als eine gute (stimmliche) Figur gemacht hat. Ein weiterer alter Bekannter ist sicher Ed Warby an den Drums (auch schon öfter dabei).
Interessant an der ganzen Veröffentlichung ist, dass die CD in der mir vorliegenden Doppel-CD-Fassung einmal als ‘Gentle’- und einmal als ‘Storm’-Version eingespielt wurde ... die Gentle-Version eher Richtung Folk / Akustik und die Storm-Version in üblicher Ayreon-Fassung, also mit Bombast und mehr Rock / Metal. Witzige Idee, klingen beide CDs doch tatsächlich ganz unterschiedlich als ob sie nichts miteinander zu tun hätten ... echt interessant und überraschend.
Inhaltlich geht es um eine gewisse Susanne im Holland des 17. Jahrhunderts, die 2 1/2 Jahre auf ihren Liebsten wartet, der mit dem Schiff in Ostindien unterwegs ist, von ihrem Joseph schwanger wird bevor er in See sticht (es wird ein Sohn namens Michiel) und stirbt bevor er zurück kommt.
Ayreon-Fans können bedenkenlos zuschlagen. Und Anneke klingt gut wie nie. Somit beide Daumen hoch und je nach Stimmung Gentle oder Storm hören.

Giersbergen, Anneke van - Everything Is Changing

Anneke van Giersbergen ist den Prog-Freunden auf jeden Fall durch ihre Arbeit mit Ayreon bekannt. Außerdem war sie Sängerin von ‘The Gathering’, nach ihrem Ausstieg dann unter ‘Aqua De Annique’ unterwegs (und die Scheibe hat mir nicht wirklich so richtig gefallen) und jetzt gibt es den ersten Output unter ihrem richtigen Namen. Grundsätzlich möchte ich mal behaupten, dass ‘Aqua De Annique’ zum Glück nur ein kleiner Ausrutscher war, denn ‘Everything Is Changing’ kommt musikalisch den Sachen von ‘The Gathering’ doch wieder viel näher. Der Opener ‘Feel Alive’ könnte auf jeden Fall auch auf einer der neueren Gathering-CDs vertreten sein. Vielleicht liegt das auch ein bißchen an der Auswahl der Musiker, denn zumindest Gitarrist Ruud Jolie, der auf ein paar Songs spielen darf, kennt man ja u.a. von Within Temptation. Richtig schöne Songs sind dann noch das Titelstück (sehr gefühvoll), ‘Take Me Home’ (ganz schön rockig), ‘Circles’ (sie hat halt einfach ne tolle Stimme), ‘My Boy’ (fast radiotauglich), ‘Stay’ (zwischendurch richtig was zum die Matte schütteln), ‘Slow Me Down’ (könnte fast von einer neuen Nightwish sein) und und und ... Mir gefällt die Scheibe ausgesprochen gut und ich bin froh, dass Anneke van Giersbergen wieder den Sprung zu richtig guter Musik geschafft hat. Es ist etwas schwierig, an die CD heranzukommen. Ich habe sie direkt bei Anneke van Giersbergen bestellt und die Lieferung erfolgte nach Vorab-Überweisung prompt und mit Autogramm.

Giersbergen, Anneke van - Drive (VÖ: 20.09.2013)

Dass sich Anneke van Giersbergen zwischenzeitlich von ihrer alten Band ‘The Gathering’ musikalisch entfernt hat, konnte man schon bei den letzten 2 Veröffentlichungen (Aqua de Annique - Air und ‘Everything Is Changing’) erahnen. Wobei mir vor allem die letzte Scheibe ein bißchen zu ruhig und poppig. War. Das hat sich jetzt mit ‘Drive’ grundlegend geändert, denn Anneke ist ganz schön rockig geworden. ‘We Live On’, ‘Treat Me Like A Lady’ und vor allem ‘Drive’ klingen fast nach Guano Apes. Es gibt aber auch ruhige Momente bei ‘My Mother Said’, dem einzig ruhigen Song auf dem Album. Der Rest ist Stadion-Rock und zeigt eine ganz neue Seite von Anneke van Giersbergen, die aber natürlich immer noch ihre charakteristische Stimme hat, die man unter 200 Sängerinnen heraushören kann. Gut gemacht und es bleibt spannend wie es musikalisch mit ihr weiter geht.

Gildenlöw, Kristoffer - The Rain (VÖ:07.04.2016)
Kristoffer Gildenlöw dürfte dem Einen oder Anderen vielleicht noch aus seiner Zeit als Bassist bei ‘Pain Of Salvation’ bekannt sein, wo er zusammen mit seinem Bruder Daniel Gildenlöw einige hochkomplizierte aber interessante Prog-Metal-Scheiben herausgebracht hat. Irgendwann kam die Trennung von der Band und Kristoffer kümmerte sich um seine Solo-Karriere. Im Jahr 2013 kam die erste Scheibe ‘Rust’ raus, die sich mit dem Thema Altern beschäftigt hatte. Leider habe ich die Scheibe nicht in meiner Sammlung, kann also nichts Näheres dazu sagen. Aber ich werde sie mir auf jeden Fall noch besorgen.
Mit ‘The Rain’ geht die Geschichte sozusagen weiter, denn hier wird der Tod thematisiert (in Form eines Protagonisten, der im Endstadium Demenz steht und sich auf den Tod vorbereitet. Schweres Thema, toll, gefühl- und respektvoll umgesetzt. Ich brauch es nicht zu erwähnen, dass die Songs eher düster, getragen aber immer voller Würde sind.
Unterstützt wird Kristoffer Gildenlöw unter anderem durch Fredrik Hermansson (auch früher bei Pain Of Salvation) am Piano und Gazpacho-Drummer Lars Erik Asp sowie der tollen Violinistin Anne Bakker, die vor allem bei dem Über-Song ‘Holding On Part 1’ mit ihrem brillanten Gesang den einen oder anderen Gänsehaut-Moment schafft. ‘The Rain’ ist ein Gesamt-Kunstwerk, bei dem man einzelne Songs (den Vorgenannten ausgenommen) nicht herausheben kann. Das Werk endet mit dem 2-teiligen ‘The Funeral’ (somit weiß man auch wie die Geschichte ausgehen wird) mit Akkordeon in Part 1 sowie Glockengeläut, Hammer Piano-Melodie und einer schließenden Tür (?) am Ende. Ein nachdenkliches, würdevolles und tolles Werk. Mit das Beste aber auch Außergewöhnlichste, was ich bisher im Jahr 2016 gehört habe.

Gilmour, David - On An Island

Das die Musikwelt DAS noch erleben darf ... geschlagene 22 Jahre nach seiner letzten Solo-CD 'About Face' lässt Pink Floyd - Gitarrist mal wieder eine Solo-CD vom Stapel. Alleine diese Tatsache ist ja schon fast eine Sensation und müsste jeden halbwegs interessierten Musik-Fan dazu veranlassen, diese Scheibe zu kaufen. Aber lohnt sich's auch ? Hmm ... also ich würde diese Frage mit einem deutlichen 'vielleicht' beantworten. Wer ein neues Pink Floyd - Album erwartet, wird natürlich sehr enttäuscht werden (aber gut ... die 2 Solo-CDs von Gilmour klangen ja beide nicht gerade nach Pink Floyd), wer aber das traumhafte Gilmour-Gitarrenspiel mit seinen langen quietschenden Soli liebt, wird schon beim ersten Song 'Castellorizon' (einem Instrumental-Stück) nach 2 Minuten und 15 Sekunden dahinschmelzen. Das kann halt nur der gute David. Auch das folgende Titelstück, lustigerweise mit David Crosby und Graham Nash mit an den Vocals, klingt noch am ehesten nach (jüngeren) Pink Floyd und hätte auch auf der 'Division Bell' oder im instrumentalen Zwischenteil auch auf der 'Animals' drauf sein können. Einfach nur geil. Aber dann ?? Bei 'The Blue' taucht noch ein gewisser Richard Wright an den Vocals auf, weiterhin wirken auf diversen Songs noch Phil Manzanera (Roxy Music ... und wohl die Revanche für die Mithilfe der vorletzen Manzanera-CD), Robert Wyatt und Georgie Fame mit. Und das war's dann auch schon an Interessantem. Herauszuheben sind vielleicht noch die Songs 'Take A Breath' (das ein bißchen flotter daherkommt), 'Smile' und 'A Pocketful Of Stones' (wieder mit der typischen Gilmour-Gitarre). Naja ... seien wir froh, dass uns der Meister überhaupt mal wieder mit einem Output beglückt hat, nötig hätte er es ja beileibe nicht mehr. Und die knapp 52 Minuten vergehen eigentlich wie im Flug, also kann die CD nicht wirklich schlecht sein.

Gilmour, David - Remember That Night (DVD)

Einer der begnadetsten Gitarristen auf dieser Erde ist sicher Mr. Pink Floyd David Gilmour. Anlässlich seiner letzten Solo-CD 'On An Island' war der gute Mann unter anderem mit Floyd-Keyboarder Rick Wright (!!) und weiteren hochdekorierten Musikern (wie z.B. Phil Manzanera von Roxy Music oder auch Dick Parry ... der ja schon auf der 'Wish You Were Here' das Saxophon gespielt hat) unterwegs. Ein absolut besonderes Konzert gab es aber in London in der Royal Albert Hall, denn dort gab's noch mehr Gäste zu bestaunen. David Crosby und Graham Nash (von Crosby,Stills, Nash & Young) zum Beispiel, die vor allem bei 'Shine On You Crazy Diamond' mit ihrerm mehrstimmigen Gesang Gänsehaut garantieren (nur geil), Robert Wyatt (der nur gefühlvoll die Trompete bearbeitet) und David Bowie, der bei 'Arnold Layne' und vor allem bei 'Comfortably Numb' den Song zu einem Bowie-Stück mutieren lässt. Ein einfach nur sensationelles Konzert (über die Light-Show muss man ja nicht diskutieren ... das ist auch vom Feinsten). Alleine diese erste DVD rechtfertigt den Kauf unbedingt. Das Teil gibt's aber noch in einer 2 Disc Special Edition, die noch 13 Bonus-Tracks beinhaltet (teilweise von anderen Konzerten ... wie z.B. Comfortably Numb ohne Bowie usw.), einem Road-Movie (das allerdings alleine schon durch die Kameraführung um Klassen besser ist, als das was man sonst von so Bonus-DVDs kennt) und sonstigem Schnickschnack. Hier gibt es nur eine Empfehlung: KAUFEN, auch wenn's ein Schweinegeld kostet.

Gilmour, David - Rattle That Lock (VÖ:18.09.2015)
Das dicke Paket von David Gilmour’s neuestem Werk ‘Rattle That Lock’ habe ich mir zugelegt. CD / Blu-Ray / Poster / Postkarte / Gitarren-Plektrum / fettes Booklet / das 2. Buch ‘Paradise Lost’ von John Milton. Ganz schönes Package für ‘noch’ relativ kleines Geld. Aber was nützt das alles, wenn die Musik scheiße ist?
Haha ... nein ... keine Angst ... ‘Rattle That Lock’ ist sowas von genial, lässig und cool. Das hätte ich ... vor allem nach der letzten Pink Floyd ‘The Endless River’ nicht gedacht. Der Einstieg mit dem Instrumental ‘Five A.M.’ gibt schon mal mehr als Gänsehaut. Ein einziges Gitarren-Solo mit Keyboard-Untermalung vom Feinsten. Hätte locker auf ner alten Pink Floyd - Platte Platz gefunden. Besser kann’s nicht beginnen und David Gilmour ist halt der Gitarren-Gefühls-Gott. Anders kann man es nicht sagen. Das folgende Titelstück klingt schon alleine wegen der Stimme Gilmours nach Floyd in der ‘The Division Bell’ - Aera. Cooler Song mit Guy Pratt am Bass und Phil Manzanera an der Hammond-Orgel. Nicht erwähnen brauche ich, dass auch viel Gitarre dabei ist. Den Song könnte ich den ganzen Tag hören ... der macht nur Laune. Fast ein bißchen nach Roger Waters klingt dann ‘Faces Of Stone’, wäre da nicht wieder die wimmernde Gitarre am Schluss, also die letzten 1 1/2 Minuten. Einfach grandios der Mann. Wieder Gänsehaut pur. Alle Songs hier aufzuzählen ist eigentlich Zeitverschwendung, denn die Scheibe kommt einfach ohne einen Durchhänger aus. Mal ruhig nur mit Piano, mal ein eher ‘erzählendes’ Stück, kurzes Abdriften in Richtung Bar-Musik bei ‘Dancing Right In Front Of Me’, einfach viel Pink Floyd - Feeling mit fetten fetten Gitarren-Parts (das Solo bei ‘In Any Tongue’ ist auch dermaßen begnadet), gefühlvoller Stimme. Da denkst Du dann besser kann’s nicht kommen ... und dann der Rausschmeißer ‘And Then ...’. Nochmal 4 1/2 Minuten rein instrumental und ein einziges Gitarren-Solo. Danke David für diese Scheibe ... Muss man haben.
Der ganze Schnickschnack drum rum ist nice to have. Die Blu-Ray für Fans natürlich ein Muss ... Making Of, Jam-Sessions mit Richard Wright, Guy Pratt und Steve DiSanislao an den Drums, die komplette CD nochmal in 5.1 Dolby und und und.

Gläser, Patrick - Orgel rockt (Die Live-CD)

Leute Leute ... ich habe ja schon einige Merkwürdigkeiten in meinem CD-Player gehabt. Sei es Smoke On The Water gespielt vom Spielmannszug Leinfelden-Echterdingen oder in einer Ska-Version. Aber dass Rock-Musik auf einer Kirchenorgel funktioniert, hätte ich nie gedacht. Legt Euch gleich mal 16 Euro zur Seite, lest diese Review noch durch und bestellt das Teil. Patrick Gläser, der 1971 geborene Inhaber der SOUNDmanufaktur (ein Projektstudio in Öhringen, Baden-Württemberg), hat für die vorliegende CD Rock- und Pop-Titel sowie Filmmusiken für Kirchenorgel arrangiert und von Konzertmitschnitten aus St. Joseph (in Öhringen) und St. Kilian (in Möckmühl) zusammengestellt. Und ich kann Euch versprechen, dass das absolute Gänsehaut gibt. Zwar ist das Live-Erlebnis ein bißchen ‘getrübt’, weil der Applaus (bis auf den Schluss) rausgeschnitten wurde, aber trotzdem kommt durch die nur dezente klangliche Bearbeitung die Live-Atmosphäre des Instrumentes rüber. Freut Euch auf insgesamt 19 Titel und 74 Minuten geniales Hörerlebnis der besonderen Art. Titel wie ‘Eye Of The Tiger’, ‘Nights In White Satin’, ‘Nothing Else Matters’ (genial), ‘Sailing’, ‘Das Boot’, ‘Bohemian Rhapsody’ (mein absolutes Highlight), ‘Paint It Black’ oder auch ‘Music’ von John Miles gespielt auf einer Kirchenorgel werdet Ihr so schnell nicht vergessen. Einfach sensationell.

Glönkler, Thomas - Auszeit

Mit dem Namen Thomas Glönkler dürften jetzt wohl die wenigsten Leser meiner Homepage was anfangen können. Vielleicht kennen einige von Euch noch die deutsche Prog-Band ICU (die meines Wissens nach aus dem nördlichen Schwarzwald stammte), die zumindest ich mindestens einmal live gesehen habe (und zwar als Vorgruppe von Pendragon im Jahr 1994 in Stuttgart in der Röhre ... und das kann ich mir auch nur deshalb so gut merken, weil die Band ICU damals ihren Gig mit der Begründung 'für uns ist es was Besonderes, für Pendragon ja nur ein weiteres Konzert' ewig verlängert hatten und Pendragon dann auftreten mussten, als fast alle Zuschauer schon gegangen waren, weil die letzte S-Bahn gefahren war ... damals hatte ich dann beschlossen, die Band NICHT zu mögen, ich fand das einfach frech, denn außer dem dreiköpfigen Fanclub kam wohl niemand wegen ICU zu dem Gig). Aber ich will ja nicht nachtragend sein, denn Thomas Glönkler war Gitarrist und Haupt-Song-Schreiber von ICU und die Band hat sich 1997 aufgelöst. Inzwischen hat Thomas Glönkler sein Studium beendet, ist bildender Künstler, hat eine Familie gegründet und in den letzten 4 Jahren auch noch an dem jetzt vorliegenden, rein instrumentalen Album 'Auszeit' gearbeitet. Glönkler spielt darauf Gitarre und Keyboards, wird dabei von Eva-Maria Baumann an der Flöte begleitet und Christoph Wieland steuert auf 2 Tracks noch eine elektrische Gitarre bei. Nun kann ich mich nur noch dunkel an die Musik von ICU erinnern (es war glaube ich so krautiger Prog-Rock im Stile der 70er Jahre mit gleichzeitig ner Dia-Show und so Schnickschnack), aber die heutige Musik von Thomas Glönkler hat damit nur noch recht wenig zu tun, denn 'Auszeit' ist ein ruhiges, melancholisches Album mit fast nur akustischer Gitarre und einem dezenten Keyboard-Teppich, dessen Fragilität ab und zu noch durch feine Flöten-Klänge verstärkt wird. Eher 'lustig' finde ich ja die Song-Titel wie z.B. 'Bekiffte Schnecken', 'Der Frosch', 'Kjölur' oder auch 'Elias im Zauberwald'. Aber zum Glück gibt das Booklet Aufschluss, denn hier hat Thomas Glönkler zu jedem Song noch eine kleine 'Entstehungsgeschichte' beigesteuert. Wer auf akustische Instrumentalmusik steht und mal wieder was zum Relaxen braucht, sollte sich diese Veröffentlichung von Quixote-Music anschaffen und den Gebrauchshinweis 'Laut hören bei Wein und Kerzenschein!' befolgen. Ich finde die CD einfach schön. Mehr Infos gibt es auf der Homepage von Thomas Glönkler.

Glönkler, Thomas - Goldstadt

Von Thomas Glönkler habe ich ja schon die Vorgänger-CD ‘Auszeit’ besprochen, das ein rein instrumentales und sehr ruhiges Album war. Mit ‘Goldstadt’ legt nun Thomas Glönkler, seinerzeit Mitglied der deutschen Prog-Band ICU, ein Konzeptalbum vor, das von der Zerstörung der Goldstadt (also Pforzheim, das Herz der Goldverarbeitung in Deutschland) im 2. Weltkrieg handelt. Er versteht dabei die CD als Trauer- und Gedenkarbeit. Nachdem Thomas Glönkler in der Nähe von Pforzheim wohnt, war es ihm ein Anliegen, dass die Zerstörung nach dem Bombenhagel der Royal Airforce am 23. Februar 1945 mit über 17.000 Toten nicht in Vergessenheit gerät. Und durch die Befragung von Zeitzeugen und das Lesen von vielen Büchern über das Thema ist eine ziemlich bedrückende CD herausgekommen, die man auf jeden Fall am Stück anhören sollte, um die ganze Geschichte zu verstehen. Besonders ‘übel’ (und das meine ich jetzt im positiven Sinne) finde ich das eingefügte Interview im Song ‘Inferno’ mit Erzählungen von Karl Baumann, der das mitgemacht hat. Musikalisch ist die CD dem Thema angemessen naturgemäß ziemlich ruhig und traurig, zwischendurch kommen aber

 

 

auch immer mal wieder recht harte Rock-Gitarren-Parts zum Einsatz. Insgesamt ist ‘Goldstadt’ eine ganz andere CD geworden als der Vorgänger ‘Auszeit’ und ich möchte sie als ziemlich genial bezeichnen. Für Prog-Freunde ein absolutes Must-Have. Hörproben gibt es auf der Homepage von Thomas Glönkler (dort kann die CD auch bestellt werden) sowie auf seiner MySpace-Seite.

Gno - Cannibal Tango

Rockmusik aus Frankreich ist auf meiner Homepage zwar ziemlich selten vertreten (ich erinnere mich gerade an Lazuli oder Nebuleyes), ist aber immer etwas Besonderes. Und auch die 3 Jungs der Band Gno (auf dem ‘o’ ist übrigens noch ein ^, also ein Zirkumflex oder wie das Teil genannt wird, die Band heißt somit eigentlich Gnô, aber ich bin jetzt zu faul, das Teil immer drauf zu setzen) haben mich bereits beim ersten Hören der CD ziemlich überzeugt. Zuerst fällt mal richtig positiv auf, dass die Sänger (alle drei Musiker werden als Lead-Vocalisten bezeichnet) absolut perfekt und akzentfrei englisch singen (was nicht oft vorkommt). Somit fällt es ziemlich schwer, bei Gno auf eine französische Band zu kommen. Und auch die Musik erinnert mich schwer an ‘Little King’ (siehe meine Reviews), die Band könnte also locker aus den Staaten kommen. Wobei der Vergleich mit ‘Little King’ nur auf die neuere Scheibe (Legacy Of Fools) zutrifft. ‘Cannibal Tango’ ist also fetter Gitarren-Rock mit sehr eingängigen Melodien. Und neben dem wirklich tollen Gitarrenspiel von Christophe Godin (teilweise ganz geniale Riffs!!) überzeugt auch die Rhythmus-Gruppe mit Julien Rousset (Drums) und Gaby Vegh (Bass ... das ist allerdings ein Mann, was der Vorname nicht wirklich verrät). Dass die Jungs auch eine Menge Humor zu haben scheinen, kann man erkennen, wenn man sich die Fotos auf der CD-Verpackung anschaut und sich den fast 19-minütigen Titel ‘Inner Feelings’ anhört, der in Klammern auch noch mit ‘Silence’ betitelt ist. Ihr ahnt es schon ... erst gibt es über 13 Minuten einfach nichts und dann verzweifelte Versuche, einen Titel a capella zu singen um immer wieder in Lachkrämpfe auszubrechen. Einfach nur nett. Die CD wird am 10.06.2011 veröffentlicht und ich kann sie ganz locker empfehlen. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage.

Godsmack - Faceless

Ja ja ... ich weiß. Manche werden denken, jetzt fängt er auch noch an, primitiven Nu-Metal zu kritisieren. Okay, alle die so denken, sollten jetzt einfach die nächsten zwei Reviews überspringen. Allen Anderen habe ich einen 'so ne Art' Geheimtip, denn die Bostoner Band um Sänger Sully Erna macht absolut fette gitarrenlastige Metal-Mucke, wobei ab und zu so leichte Ähnlichkeiten zu 'Fates Warning' oder auch 'OSI' (aus der Disconnected-Phase und wegen den Gitarren-Riffs) zu erkennen sind (vor allem beim Opener 'Straight Out Of Line'). Natürlich sollten ausgesprochene Proggies erst mal ein Ohr riskieren, bevor sie ihre Euros zum Fenster schmeissen. Aber Liebhaber von härteren Prog-Metal-Bands (so wie ich) könnten an Faceless ihre helle Freude haben. (Noch ein kleiner Tip: Hört Euch die CD auf einer gescheiten Anlage an ... Song 7 'I Fucking Hate You' und Song 8 'Releasing The Demons' bietet noch einen fetten Bass unter 50 hz, der den Betonboden mitschwingen lässt ... sowas mag ich !!). Ganz interessant finde ich auch, dass nach 10 Metal-Krachern mit 'The Awakening / Serenity' auch noch eine ganz andere, ruhige Seite von Godsmack gezeigt wird. Mein Dank geht somit an eine Geschäftskollegin, die mir diese CD aufs Auge gedrückt hat (Aua).

Godsmack - The Other Side

Habe ich die Vorgänger-CD 'Faceless' noch so richtig gelobt, bin ich von 'The Other Side' doch ziemlich enttäuscht. Harte Nu-Metal-Jungs machen ne Akustik-EP ... also mich haut's überhaupt nicht vom Hocker. Sänger Sully singt zwar auch 'ruhig' gut, aber der Rest ist dann doch eher öde ... oder zumindest nix für mich. Die Songs (fast alles 'alte Heuler') zünden mit viel mehr Drive einfach auch mehr. Schade.

Godsmack - Live & Inspired

Endlich gibt es von einer meiner Lieblings-Metal-Bands eine Live-CD, nachdem sich Godsmack in Deutschland mit Konzerten ja sehr zurückhalten. 2012 gibt’s gerade mal 3 Auftritte ... und keiner in meiner Nähe.
Live & Inspired stammt von einem Konzert in Detroit aus dem Jahr 2009. Warum das jetzt so lange gedauert hat, bis das Teil endlich das Licht der Welt erblickt hat, habe ich leider nicht rausgefunden. Aber egal ... es fehlen deswegen zwar Songs der letzten Studio-Scheibe (‘The Oracle’), das macht aber gar nichts, denn die insgesamt 13 Songs machen natürlich von vorne bis hinten Spaß. Straight Outta Line, Realign, The Enemy, Speak, Voodoo, I Stand Alone und alle anderen Songs sind einfach genial und der Live-Sound kommt (ohne viel technische Verschönerungen nachträglich im Studio) richtig gut rüber. Also Godsmack-Fan muss man das Teil unbedingt haben. Die CD heißt aber auch ‘ & Inspired’, und das bedeutet, dass es noch eine zweite CD mit insgesamt 4 Cover-Songs gibt, von denen Godsmack wohl beinflusst wurden. ‘Rocky Mountain Way’ (von Joe Walsh ... naja, ganz okay), ‘Come Together’ (Beatles ... würg ... ich mag die Band einfach nicht), ‘Time’ (Pink Floyd ... ganz toll, obwohl nahe am Original) und ‘Nothing Else Matters’ (Metallica ... in einer Piano-Version ... und das gibt Gänsehaut pur, vor allem wegen dem Gesang von Sully Erna). Ich finde die Scheibe muss man als Metal-Fan auf jeden Fall haben.

Godsmack - 1000HP (VÖ:29.08.2014)

Jahrelanges Warten auf einen neuen Studio-Output der Bostoner Metal-Band ‘Godsmack’ um Sänger Sully Erna haben sich mehr als gelohnt. Nachdem die letzten Scheiben nicht so der Brüller waren (bis auf die Live-CD ‘Live & Inspired), legen die Jungs mit ‘1000HP’ einen Kracher im Stile von ‘Faceless’ vor, der von vorne bis hinten nur begeistert. Sie klingen mehr nach Metallica als Metallica selbst in den letzten 10 Jahren (alleine das Titel-Stück knallt sowas von rein), es wird geflucht (Song 2 ‘FML’ ... die Abkürzung für ‘Fuck My Life’), es gibt Gitarren-Bretter ohne Ende, einen etwas ruhigeren Song (‘Turning To Stone’) und ansonsten knappe 50 Minuten fetten Metal ohne Ausfälle. Geile Scheibe zum Ohren durchpusten. Muss man haben!

Godspeed You ! Black Emperor (GY!BE) - Yanqui U.X.O.

Und noch ein Tip aus meinem Gästebuch. Nach meiner Sigur Rós - Review hat mir Jörg Neumann in die Meckerecke geschrieben, dass ich doch mal die kanadischen Jungs von GY!BE ausprobieren soll. Und auch hier muss ich mich fragen, welchen Drogencocktail muss man eingenommen haben, um so eine abgefahrene (rein instrumentale Musik) zu machen. Fünf bzw. drei Titel (1&2: '09-15-00', 3: 'rockets fall on Rocket Falls', 4&5: 'motherfucker = redeemer') sowie der CD-Titel 'Yanqui U.X.O.' zeigen aber, dass man auch ohne Worte (bzw. Gesang) eine politische CD machen kann, wenn man mal dahinter kommt, was die Jungs damit sagen wollen. 'Yanqui' ist die mexikanische Bezeichnung für den Krieg mit den USA im 19. Jahrhundert, U.X.O. ist die Abkürzung für 'unexploded ordnance' und gemeint sind damit Landminen und Streubomben. Am 15.09.2000 ist Israels Ober-Politiker Ariel Sharon, umrahmt von 1000 israelischen Soldaten in palästinensischem Gebiet (in der heiligen Stätte Al-Haram Ash-Sharif) rumspaziert und hat damit eine weitere Terror-Welle ausgelöst und die restlichen Titel sprechen dann für sich. Musikalisch bewegen sich GY!BE irgendwo zwischen experimentellen früheren Pink Floyd und den obengenannten Sigur Rós, schrecken aber auch nicht davor zurück, schamlos bei alten Klassik-Stücken zu klauen. Produziert wurde das Teil übrigens von Steve Albini, der u.a. auch schon für Nirvana verantwortlich war. Und wer dann noch wissen will, welche Plattenfirma in welche Rüstungsgeschäfte verstrickt ist, schaut sich die CD-Verpackung einfach ein bißchen genauer an. Auf jeden Fall eine hochinteressante CD, die allerdings nicht ganz einfach zu verdauen ist.

Goisern, Hubert von - Fön

Tja, nun wird sich der regelmäßige Leser dieser CD-Kritiken wieder fragen, was eine Goisern-CD hier zu suchen hat. Hubert von Goisern, dem breiten Publikum eher bekannt als österreichischer Volksmusik-Fuzzi (wer kennt es nicht, das Hiatamadel, das er nicht mag weil's keine dicken Waderln hat), ist meiner Meinung nach einer der verkanntesten Musiker der deutschsprachigen Szene. Okay, mit seinen 'Original Alpinkatzen' hat er schon ein paar musikantenstadel-verdächtige Liedchen zum Besten gegeben. Aber wer sich mal die obergeniale Doppel-Live-CD 'Wia die Zeit vergeht' in aller Ruhe reingezogen hat, wird festgestellt haben, daß H.v.G. mehr ist als ein oberflächlicher Vertreter der leichten Muse. Außerdem zeichnet ihn die Arbeit mit begnadeten aber unbekannten Musiker aus (das Gitarrensolo bei 'Weit, weit weg auf der Live-CD ist einfach grandios). Und nach Abschluß der Alpinkatzen-Zeit und zwei Selbstverwirklichungs-CDs mit tibetanischen Musikern ist er nun zurück in 'normalen' Gefilden. Die neue CD 'Fön' ist nachdenklich, kritisch und musikalisch eher im Bereich 'Liedermacher' anzusiedeln. Ich finde die CD hervorragend. Und wer das 'Rätsel' im Songtext von 'Kalt' nicht selber lösen will, hier die Auflösung:

"Die heutige Form des Zusammenlebens ist denaturiert. Partnerschaft besteht aus Funktionen. Dem dienenden und dem führenden Teil. Ich werde die Verfügbarkeit der Mütter für die Familie sicherstellen. Am Kärntner Wesen kann auch diesesLand genesen. --- Die Schweinehirten und Parasiten, die keine Leistung erbringen, die Blutegel, die Blinddärme, ständig gereizt und für nichts gut, dieser marxistisch verstrahlte Giftpilz, diese Missgeburt. Wir sind das Schädlingsbekämpfungsmittel. --- Dr. J. Haider"

Noch Fragen ????

Goisern, Hubert von - Trad

Und eine weitere Veröffentlichung von Hubert v.G. nach seinem tibetanischen Selbstfindungstrip. Dieses Mal interpretiert er Volkslieder, die (laut Hubert v.G.) die 'Ursubstanz seines musikalischen Ausdrucks' sind. Naja, die Liedchen sind alle recht lustig und teilweise auch bitterbös, aber insgesamt, auch durch die recht spärliche Instrumentierung, recht langweilig. Die oben kritisierte CD 'Fön' ist auf jeden Fall der bessere Kauf.

Gordian Knot - Emergent

Jeder noch so ambitionierter Hobby-Musiker wird nach dem ersten Hören der neuen Gordian Knot-CD wohl sein Instrument in die Ecke werfen und mit Hallen-Jojo anfangen. Was Bassist Sean Malone (im Moment auch bei O.S.I. aktiv) hier abliefert, lässt ihn locker in einer Liga mit so Ausnahme-Könnern wie John Myung, Tony Levin (was die Bass-Gitarre betrifft) oder Don Schiff (am Chapman-Stick) spielen. Neben ein paar (mir) unbekannteren Musikern dürfen dann so illustre Gäste wie Bill Bruford, Steve Hackett und Jim Matheos mitmachen, was der CD dann sowohl den speziellen Reiz aber auch die teilweise Unanhörbarkeit gibt. Jeder zeigt ausführlich was er kann und dabei kommen dann die Melodien zu kurz. Und Ausflüge Richtung Jazz haben bei mir einer CD-Bewertung noch nie gut getan. Deswegen gibt's als Fazit. Für Musiker und Perfektions-Freaks vielleicht das Highlight des Jahres. Otto Normalhörer sollte vielleicht eher die Finger davon lassen oder zumindest vorher mal reinlauschen.

Gotthard - Frosted

Nach zwei recht guten Scheiben in der Anfangszeit der Schweizer Band (1992 und 1993), bei denen man richtig Hoffnung haben konnte, daß sich bei unseren Alpen-Nachbarn auch im Melodic-Rock-Bereich was entwickeln könnte, war ich von den nachfolgenden CDs, vor allem der letzten Studio-CD 'Open', doch schwer enttäuscht. Die Tatsache, daß es die Unplugged-Live-CD 'Frosted' mittlerweile zum Nice-Price gibt, hat mich allerdings dazu verleitet, das Teil zu kaufen. Und ich muß zugestehen, daß mir gefällt was ich höre. Vor allem die auf den Studio-Scheiben doch recht langweiligen Songs kommen, nicht zuletzt durch die Live hervorragende Stimme von Sänger Steve Lee, richtig gut rüber. Insgesamt eine schöne, ruhige CD zum 'nebenherhören'.

Gotthard - Homerun

Aufgrund der Tatsache, daß ich von der Unplugged-CD der Schweizer (s.o.) doch recht angetan war, habe ich es gewagt, das neue Studio-Werk zu kaufen. Und ich bin schon wieder positiv überrascht. Kein Vergleich zu der Schrott-CD 'Open'. Ich finde, im Melodic-Rock-Bereich können Gotthard mittlerweile wieder in der ersten Liga mitspielen, obwohl sich dort eine Reihe von guten Bands tummeln. Eine CD ohne Ausfälle, die in die Richtung Bon Jovi und den ganzen MTM-Bands wie Guilt of Ages, Hugo, Steelhouse Lane usw. geht.

The Gourishankar - 2.nd Hands

Ein ziemlich überraschendes und gutes Album erblickte Anfang April 2007 in der Nähe des Urals in Russland das Licht der Welt. Denn was die 4 Jungs von 'The Gourishankar', Vlad MJ Whiner (Vocals), Doran Usher (Keyboards), Nomi Agranson (Gitarre) und Cat Heady (Drums) abliefern, ist wirklich erste Sahne. Ziemlich viel Instrumental-Musik mit vergleichsweise wenig Gesang, die ich so in Richtung Neo-Prog mit 70er-Einflüssen und einigen elektronischen Gimmicks beschreiben würde. Doch auch die Nähe zum Orient kommt teilweise durch. Richtig begeistert bin ich vor allem von den ziemlich genialen Keyboard-Parts (und die sind recht häufig, denn die Musik ist schon etwas Keyboard-lastig), denn Doran Usher hat von Rick Wakeman (z.B. im ersten Stück 'Moon 7) bis zu früheren Mark Kelly-Läufen (manchmal klingts voll von Garden Party abgekupfert ... hört Euch nur mal 'Endless Drama' an) alles richtig perfekt drauf. Absolute Highlights sind aber auf jeden Fall das über 11 Minuten lange Instrumental-Stück 'Syx' sowie der 18-Minuten-Hammer 'Marvelous Choice' mit tollen Breaks und Gefrickel ohne Ende. Da haben die Jungs von Unicorn Digital mal wieder ein echtes Sahnestückcken veröffentlicht. Und Kenner dieses Labels wissen jetzt auch schon, dass mal wieder der fleißige Richard Addison einen tollen Sound gemastert hat. Infos über die Band gibt es unter www.gourishankar.com.

Gourishankar, The - Close Grip

The Gourishankar haben ja mit ihrer CD '2nd. Hands' im Jahr 2007 die Prog-Szene ziemlich aufgemischt. Durchweg gute bis hervorragende Kritiken (einschließlich von meiner Wenigkeit) waren die Folge und der Beweis, dass auch im Ural ein paar Musik-Perlen versteckt sind. Unicorn Digital hat sich wegen dem großen Erfolg der CD deshalb entschlossen, das Vorgängeralbum 'The Close Grip' wieder zu veröffentlichen. Die Ursprungs-Scheibe ist aus dem Jahr 2003 und zeigt ganz deutlich, wie sich die Band im Laufe von 4 Jahren weiterentwickelt hat. Und das nicht nur spieltechnisch sondern auch stilmäßig. Denn 'Close Grip' könnte man fast als Prog-Metal-Album durchgehen lassen. Ziemlich harte Gitarren zwischendurch, viel Gesang und weniger Keyboard. Also genau andersrum wie auf 2nd. Hands. Dort ist die Musik ja ziemlich keyboardlastig. Eigentlich kann man fast nicht glauben, dass es sich hierbei um die gleiche Band handelt. Aber ist so ... sogar die Musiker sind die Selben. Gut, ein reines Prog-Metal--Album ist 'Close Grip' natürlich nicht, denn vor allem bei den längeren Songs ('Sweet Earth' mit 8 Minuten, 'Wind Of Night' mit 9 Minuten oder auch 'Autumn Frost' mit fast 11 Minuten) geht's auch recht ruhig und proggig zur Sache. Insgesamt eine ziemlich interessante CD, die allerdings nicht ganz an die (ziemlich hohe) Qualität von 2nd. Hands heranreicht. Trotzdem kann ich hier eine Kaufempfehlung abgeben. Mehr Infos gibt es auch auf der Band-Homepage.

GPS - Window To The Soul

Kritik von Siggi Greck:
Nachdem sich die Herren Geoff Downes und John Wetton nach der Zwischenstation „ICON“ nun wieder zu ASIA reformiert haben und mit den Original-Mitgliedern Steve Howe und Carl Palmer auf „Reunion-Tour“ sind, haben sich die anderen Ex-Asiaten John Payne, Guthrie Govan und Jay Schellen unter dem Namen GPS mit dem Keyboarder Ryo Okumoto von Spock`s Beard zusammengetan und ein beachtenswertes Album abgeliefert! Ich muss sagen, mir haben Asia sowohl in der „Wetton-Ära“ als auch in der „Payne-Ära“ sehr gut gefallen. Das vorliegende Album von GPS ist meiner Meinung nach besser als sämtliche Payne-Asia-Alben. Man könnte gerade meinen, die Jungs um John Payne machen hier einen Befreiungsschlag. Offenbar standen Sie doch bisher im übermächtigen Schatten des letzten Original-Mitglieds Geoff Downes und konnten sich nicht vollständig entfalten. Perfekte Stimme, tolle Gitarren, starke Keyboard-Klänge und hervorragende Kompositionen, teils harte Stücke, teils langsame Balladen.
Einfach gut gemachte Rockmusik mit dezenten Prog-Einflüssen! Sicherlich einer meiner Favoriten für Roland’s Top 10 im Jahr 2006!
Anspieltipps: alle – also kaufen!
(Bin ja gespannt, was die reformierten Asia dagegensetzen können. Es ist ja gar nicht so abwägig, dass nach Tour und vermutlich einer Live-CD wieder Schluss ist – wäre schade)

Und meine Meinung dazu:
Also ich kann Siggi in seiner Bewertung nur zustimmen. Verglichen mit den anderen Payne-Asia-Alben ist 'Window To The Soul' sicher (zusammen mit der überragenden 'Aria') das Highlight. Was vor allem gegenüber den Payne-Asia-Alben auffällt, ist dass Keyboarder Ryo Okumoto mehr als einen Akzent setzt und bei einigen Songs heraussticht (was Geoffrey Downes ja nie gemacht hat). Wer also die letzten Asia-Scheiben schon gut fand, wird von GPS mehr als begeistert sein. Auch ich kann da nur einen absoluten Kauftipp abgeben.

Grand Sheep, The - The Grand Sheep (VÖ:02.03.2015)
’The Grand Sheep’ ist schon mal ein ganz witziger Name für eine Rock-Band ... und das Cover dieses Debut-Werkes ... wer hätte es gedacht ... ein großes Schaf ... erinnert fast ein bißchen an ‘Atom Heart Mother’ von Pink Floyd. Aber nur ein bißchen.
Gegründet wurde die Band im Jahr 2014 und nach ‘nur’ einem Jahr gibt es ein erstaunliches Erstlings-Werk, das eine coole Mischung aus Alternative mit ziemlich viel Prog ist. Alleine schon mal die Länge der Songs von 5 1/2 bis 9 Minuten hören sich ziemlich proggig an. Dazu noch viel Keyboard-Teppich unter fetten Gitarren-Riffs, ein Solo am Schluss ... fängt richtig gut an die Scheibe mit ‘Rise My Darkness’ ... schon mal 6 1/2 Minuten Abwechslung. Auch die folgenden Songs ‘Something Different’ und ‘Drag Behind The Diamond’ gehen in eine ähnliche Richtung. Mit ‘Shiny Teeth’ wird’s dann eher bluesig und ein kleiner Touch von früheren Pink Floyd kommt durch. Dann kommt mit ‘Rise To Shine’ das längste Stück mit 9 Minuten. Müßig zu erwähnen, dass es sich hierbei um den proggigsten Song handelt, der zwischendurch auch von Led Zeppelin hätte sein können (das Zwischenstück von ‘Whole Lotta Love’ mit ein bißchen Kashmir lässt grüßen). Cooles Teil.
Die folgenden zwei Lieder sagen mir dann nicht ganz so zu ... für mich ein bißchen zu freakig ... aber macht ja nichts, denn der Abschluss mit ‘Hovering Through Silence’ ist dann nochmal richtig gut.
Fazit: Mit ihrem Erstlingswerk haben die Jungs aus Aschaffenburg / Darmstadt eine richtig coole Scheibe abgeliefert, die sowohl den Prog-Freund als auch Liebhaber härterer Gitarren erfreuen könnte. Soundmäßig kann man noch eine Schippe nachlegen, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. ‘The Grand Sheep’ kann man zur Zeit bei Amazon als MP3-Download erwerben, die Band findet man aber auch bei Soundcloud und LastFM.

Greyhaven - Greyhaven

Fast ein Jahr habe ich diese CD gesucht und nirgends bekommen. Irgendwo, ich glaube im 'Empire' hatte ich eine Lobeshymne auf diese Scheibe gelesen und mußte sie einfach haben. Über www.amazon.de hatte ich nun Glück und der Silberling läuft und läuft und läuft in meinem CD-Player. Aber auch nach zig-fachem Hören bin ich noch nicht dahintergekommen, an was mich Greyhaven erinnert. Irgendwie kommt's mir bekannt vor aber ich habe keine Idee. Sollte jemand nach meiner Kritik auf den Trichter gekommen sein, die CD zu kaufen, bitte ich inständig um einen Tip. Musikalisch kann ich die Scheibe in keine Schublade stecken, dafür ist sie viel zu vielseitig und abwechslungsreich. Marillion, Arena, Pain of Salvation, ein bißchen Yes und und und. Und wer's bis jetzt noch nicht gemerkt hat ... ich bin von Greyhaven total begeistert und möchte allen nur halbwegs auf gute Musik stehende Leser die Empfehlung aussprechen: KAUFEN !!!!!!!!!!

Grönemeyer, Herbert - Mensch

Auch wenn Herbert Grönemeyer nicht unbedingt hier auf meiner Prog-Rock-Seite was zu suchen hat, möchte ich trotzdem kurz auf seine neue CD 'Mensch' hinweisen (weil ich davon ausgehe, dass zumindest einige meiner Leser früher auch mit Grönemeyer was anfangen konnten), zumal 'Mensch' seine erste CD nach dem Tode seines Bruders und seiner Frau (innerhalb einer Woche) vor vier Jahren ist. Neben dem Titelsong 'Mensch', der ja zwischenzeitlich Platz 1 der deutschen Charts erreicht hat (was ja normalerweise eher schlecht ist) sind noch einige gute und zum Teil auch innovative Lieder vorhanden, die absolut hörenswert sind (z.B. 'Neuland' über die noch nicht abgeschlossene Wiedervereinigung), aber auch völlig unnötiges Zeugs (wie z.B. 'Viertel Vor') und traurige Balladen (wie z.B. 'Der Weg'). Nach der (meiner Meinung nach schlechten) letzten CD 'Bleibt alles anders' aber auf jeden Fall wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Für eine Punktebewertung auf einer Prog-Seite ist es natürlich etwas schwierig. Aber wenn 'Bochum' 10 Punkte hätte und 'Bleibt alles anders' vielleicht 4 Punkte, so würde ich für 'Mensch' 7,5 von 10 Punkte vergeben.

Guano Apes - Don't give me names

Dem Erstlingswerk (Proud lika a god) sehr ähnlich. Vielleicht nicht ganz so chaotisch. Mit einer guten Cover-Version von 'Big in Japan' (Alphaville).

Guano Apes - Walking On A Thin Line

Auch die dritte Scheibe der deutschen Band Guano Apes bringt für meine verwöhnten Ohren nicht wirklich was Neues (obwohl das ja felsenfest behauptet wird). Naja, vielleicht habe ich ja einfach keine Ahnung. Aber mit 'Walking On A Thin Line' begeistern mich die Jungs und das Mädel nicht wirklich. Ein paar nette Songs (wie z.B. die Single-Auskopplung 'You Can't Stop Me'), aber mehr auch nicht. Und ich gebe ja zu, dass die Guano Apes eigentlich auch nichts hier auf einer Prog-Seite zu suchen haben.

Guilt Machine - On This Perfect Day

Und noch ein Projekt von Ayreons Mastermind Arjen Lucassen. Dieses Mal nennt es sich 'Guilt Machine' und mit von der Partie sind Jasper Steverlinck als Sänger, Lori Linstruth an der Gitarre (die kennt man noch von 'Stream Of Passion'), Chris Maitland an den Drums (der trommelte schon mal für Porcupine Tree) und natürlich Arjen himself, der den ganzen Rest übernommen hat. Wo Arjen Lucassen draufsteht ist natürlich auch Arjen Lucassen drin ... doch ist 'Guilt Machine' doch ein bißchen anders als die anderen Veröffentlichungen des Holländers. Klar kommt ab und zu Ayreon durch (z.B. gleich beim Opener 'Twisted Coil', mit fast 12 Minuten auch gleich der längste Song der CD), aber vor allem Sänger Jasper Steverlinck, der in Rock- und Prog-Kreisen bis dato ja völlig unbekannt war (soviel ich weiß ist der gute Mann Belgier und singt bei der Indie-Band Arid) reißt's echt raus und macht einen ganz tolle Job. Da sieht man mal wieder, dass weniger machmal mehr ist. Anstatt Berge von Gast-Sänger und -Sängerinnen einzuladen setzt Arjen dieses Mal nur auf ein 'Pferd' und hat das genau richtig gemacht. Jasper Steverlinck gelingt es doch tatsächlich, sowohl die vielen ruhigen und gefühlvollen Passagen zu singen als auch bei den (zwischendurch eingestreuten) härteren Parts mit Glanz zu bestehen. Interessant ist auch die Idee, dass Arjen im Vorfeld seine Fans dazu aufgefordert hatte, Gedanken über Schuld, Wut und Angst per Audio-Datei an ihn zu schicken und ein paar davon wurden jetzt auf der CD auch verewigt. Okay, die Idee ist nicht ganz neu (Daniel Gildenlöw von Pain Of Salvation hat das auch schon mal gemacht mit einem Anrufbeantworter von Gott), trotzdem schön, dass sich die Fans so einbringen können. 'On This Perfect Day' ist auf jeden Fall neben diversen Ayreon-CDs sicher eine der Besten Veröffentlichungen von Arjen Lucassen und hier nur zu empfehlen. Die CD gibt es auch noch mit einer Bonus-DVD mit diversen Bonus-Tracks, einem Trailer sowie einem 40-minütigen Interview mit der Band.

Gutzeit, Sascha - Trassenfieber

Sascha Gutzeit ist ein Sänger, Gitarrist und Pianist aus Wuppertal. 'Trassenfieber' ist sein bereits achtes Album und beschreibt in den 12 Songs die Zugfahrt zwischen Wuppertal-Vohwinkel und Wuppertal-Wichlinghausen mit der Rheinischen Eisenbahn. Und das alles ein bißchen in rheinischer Mundart. Und bei den Songs ist von rockig ('Trassenfieber', 'Es fährt kein Zug nach Nirgendwo') bis gefühlvolle Ballade ('Mädchen vom Heubruch') alles vertreten. Und einen Gast-Sänger-Auftritt von Wolfgang Niedecken (BAP) bei der deutschen Cover-Version von Bob Dylan's 'I'll be staying here with you' gibt es noch obendrauf. Und damit ist auch ein bißchen beschrieben, mit was man die Musik von Sascha Gutzeit ein bißchen vergleichen könnte. BAP, Bob Dylan usw. kommt da schon ungefähr hin. Und die Texte sind auch richtig schön und regen teilweise zum Nachdenken an. Wer auf deutsche Musik in Richtung Singer / Songwriter steht, sollte die neue CD von Sascha Gutzeit auf jeden Fall mal antesten. Mehr Infos gibt es auf seiner Homepage sowie natürlich auf MySpace. Produziert wurde die Scheibe übrigens von Andreas Herr, der auch schon mit Reamonn und Such a Surge gearbeitet hat.

 

H

Hackett, Steve - To Watch The Storms

Zu Steve Hackett hatte ich bis jetzt ein eher gespaltenes Verhältnis. Geniale Outputs (wie z.B. die nur empfehlenswerte CD 'Genesis Revisited') aber auch wirklich Musik jenseits von gut und böse (wie z.B. 'Darktown' ... da spingt man nach dem Hören vor lauter Depressionen aus dem Fenster) machten ihn zumindest für mich unberechenbar. Und auch sein neuestes Werk 'To Watch The Storms', in der limitierten Version zugegebenermaßen wirklich ganz toll aufgemacht mit dickem, fettem Booklet, weckt in mir nicht gerade Begeisterungsstürme. Von akustisch melodisch (z.B. der Opener 'Strutton Ground') über lustig ('Circus Of Becoming') und chaotisch ('Mechanical Bride') bis toll ('Wind, Sand and Stars' als typischer Hackett der früheren Jahre mit genialer Akustik-Gitarre und Keyboardteppich) ist mal wieder alles vertreten und ist somit weder Fisch noch Fleisch. Okay, man kann Herrn Hackett somit nicht absprechen, eingefahren zu sein. Aber mit diesem wirklich großen Mischmasch kann er es halt nicht schaffen, dass jemandem die CD komplett gefällt, weil immer Songs dabei sein werden, die man einfach schrottig findet. Deswegen gibt es zwar keine Höchstnote aber natürlich auch keine Punkte aus der unteren Skala. Insgesamt möchte ich CD also als 'interessant' bezeichnen.

Hackett, Steve - Genesis Revisited II

Als im Jahr 1996 der erste Teil von ‘Genesis Revisited’ herausgekommen ist, war ich ziemlich begeistert. Geile, zum Teil weit weg vom Original eingespielte Genesis-Songs mit herausragenden Sängern (von Carrack bis Wetton) haben den Kauf auf jeden Fall belohnt. Deswegen war ich auch sehr erfreut, als ich den zweiten Teil im Player hatte. Allerdings war die Freude relativ schnell verschwunden. Denn dieses Mal werden neben alten Genesis-Heulern (leider wurde auf Teil 1 die besten Songs schon aufgenommen), die zum Teil nicht wirklich jeder kennt auch noch ein paar Outputs von alten Hackett-Solo-CDs verwurstet (warum dann ‘Genesis’ Revisited??). Das wirklich Ärgerliche an der CD ist aber, dass eigentlich alle Songs 1:1 neu aufgenommen wurden. Von daher gibt es keinerlei Überraschungen. Und die ausgewählten Sänger, die teilweise auch noch von Genesis-Cover-Bands stammen, sind auch nicht wirklich die Crème de la crème. Wenigstens ist Genesis Revisited II als Doppel-CD zum Einzel-CD-Preis. Von daher ist nicht ganz so viel Geld rausgeschmissen und die Hälfte der insgesamt 21 Songs sind ja auch ganz okay. Muss man nicht unbedingt haben.

Hackett, Steve - Genesis Revisited: Live At Hammersmith (VÖ: 18.10.2013)

Steve Hackett hat mich schon total begeistert aber auch schon richtig enttäuscht. Gerade seine 2 Genesis Revisited Werke waren genial (Teil 1) bzw. ziemlich langweilig (Teil 2).
Jetzt gibt’s auf 3 CDs und 2 DVDs (!!) zum schlappen Preis von gerade mal rund 25 Euro ein Konzert aus dem Hammersmith Odeon (offensichtlich eine richtig tolle Location die ich leider noch nie live erlebt habe) vom Mai 2013 zu bestaunen, das immerhin 19 Songs (!!) beinhaltet. Und auch da gilt ... von genial bis muss man nicht gehört / gesehen haben ist alles vertreten. Die meisten Songs singt Nad Sylvan (Agents Of Mercy), den ich allerdings als ‘Peter Gabriel - Kopie’ nicht wirklich mag, was vielleicht auch ein bißchen an seinem unterkühlten Auftreten liegt. Er singt zwar ganz solide, kommt aber an das Original nicht mal annähernd ran. Interessanter sind dann eher die Gast-Auftritte von Jakko Jakszyk, der ein geniales ‘Entangled’ zusammen mit Amanda Lehmann singt, Nick Kershaw bei ‘The Lamia’ (wirklich ungewönlich weil weit weg vom Original und dann auch noch am Ende mit einem Auftritt von Marillion-Gitarrist Steve Rothery, der endlich mal wieder ein Gitarren-Solo spielen darf was bei seiner Stamm-Band ja offensichtlich nicht mehr gewünscht ist), und John Wetton, der den Song ‘Afterglow’ so dermaßen gefühlvoll rüber bringt, dass man Gänsehaut bekommt. Am meisten überrascht / überzeugt hat mich aber Schlagzeuger Gary O’Toole, der richtig geniale Gesangs-Parts hat.
Insgesamt ist das fette Paket zumal um den Preis wirklich empfehlenswert, auch wenn das Konzert doch einige Längen hat. DVD 1 beinhaltet das komplette Konzert und DVD 2 erlaubt noch einen Blick hinter die Kulissen.

Hadley, Tony - Obsession

Der Ex-Frontmann von Spandau Ballet in einem Live-Konzert von 1999. Wer seine Stimme mag, liegt bei diesem Album genau richtig. Ein wenig enttäuschend ist, daß kein Song aus seiner 'alten' Zeit bei Spandau Ballet vertreten ist.

Härtling, Peter - liest Schumanns Schatten

Meine Homepage steht ja unter dem Motto 'Prog-Rock aber auch anderes komisches Zeugs'. Und die CD von Peter Härtling gehört dann eindeutig zur zweiten Kategorie. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen ist meine neueste Gast-Kritkerin Meryem Ergün der Meinung, dass es sich absolut lohnt, auch mal weit weg von Prog und Metal eine CD intensiv zu hören. Hier ihre Review:

Die CD "Schumanns Schatten" - eine Produktion des WDR - ist ein Hörspiel basierend auf den Auszügen aus dem Roman "Schumanns Schatten" von Peter Härtling.
Peter Härtling erzählt vom Leben und langsamen Sterben eines der größten, aber auch zerissensten Komponisten, Robert Schumann (1810-1856).
Die Geschichte beginnt in der Irrenanstalt von Endenich bei Bonn in der Schumann seine letzten zwei Lebensjahre verbrachte, deren Umstände bis heute nicht ganz geklärt sind: Ein Mann tobt, schimpft und bespuckt seinen Wärter. Musik hört er nicht mehr, dafür aber Stimmen. Von dieser Szene aus beginnend wird nun Schumanns Biographie aufgerollt. Von der Kindheit in Zwickau, von den Arbeits- und Lebensstationen in Leipzig, Heidelberg, Dresden, von den Reisen zu Heine und Wagner, von der Freundschaft zu den Komponisten Mendelssohn und Brahms (die Freundschaft zu Brahms wird auf der CD am Schluss kurz erwähnt), von unzähligen Liebschaften (die kurz gestreift werden) und seine Begegnung bzw. sein Leben mit seiner großen Liebe und seelenverwandte Clara Wieck. Die Frau, die er trotz aller Widerstände vonseiten Claras Vater - seinem Klavierlehrer -, 1840 heiratet, die ihn unterstützte, herausforderte, inspirierte und deren Ruhm als Pianistin zeitweise sogar Schumanns Ruhm als Komponist übertraf; woran er sehr litt.
Peter Härtling gelingt es nicht nur einfach ein Leben zu erzählen, sondern die Psyche Schumanns nahe zu bringen. Ein Mann, der von Kindheit an sehr empfindsam war, erfüllt wurde von innerer wie äußerer Unruhe und dem es zeitlebens nie gelingen sollte sich aus seiner Melancholie und ewigen Traurigkeit zu befreien. Dabei versucht Härtling nicht die Musik verständlich zu machen oder gar zu erklären, auch wenn zwischen den einzelnen Szenen immer wieder Musik von Schumann gespielt bzw. Lieder von ihm gesungen werden.
Peter Härtling liest die Auszüge selbst aus seinem Roman und trägt mit seiner Stimme und die Art wie er liest, sehr dazu bei, dass dem Hörer Schumanns Leben und Leiden Stück für Stück zugänglich gemacht wird. Es ist keine CD zum "Nebenherhören". Wer keine Zeit zum Lesen des Romans von Peter Härtling hat oder nicht der große Lesefan ist, sollte es sich eher - zum Beispiel an einem verregneten Nachmittag - auf dem Sofa gemütlich machen, vielleicht mit einer Kanne Tee und Gebäck, und dann einfach nur dieser CD lauschen. Aber, wie schon bemerkt, es sind Romanauszüge. Die Geschicht bzw. Hintergründe wie es zum Beispiel zu diesem biographischen Roman kam, kann man im Begleitheftchen, das den zwei CD beigefügt ist, nachlesen.
Peter Härtling, geb. am 13. November 1933 in Chemnitz. Nach diversen journalistischen Tätigkeiten, u. a. Redakteur bei der "Deutschen Zeitung", Mitherausgeber der Zeitschrift "Der Monat", Cheflektor und bis 1973 Geschäftsführer des S. Fischer Verlags. Seit 1974 arbeitet er als freier Schriftsteller. Seine Gedichte, Romane, Erzählungen und Kinderromane wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt, für die er viele Literaturpreise erhielt. U. a. wurden "Oma", "Ben liebt Anna" und "Krücke" verfilmt.

Die CD kann also nur empfohlen werden. Veröffentlicht wurde sie auf dem Klassiklabel Querstand. Dort kann sie auch für derzeit 19,50 Euro bestellt werden. Erhältlich ist sie aber auch bei Amazon (für zur Zeit 19.99 Euro ... dort als Suchbegriff 'Peter Härtling' eingeben und in der Kategorie Pop -warum auch immer- suchen).

Hall & Oates - Do It For Love

Jaja ... es gibt sie noch. Daryl Hall und John Oates, in den frühen Achtzigern mit so genialen Hits wie 'Maneater' oder 'I Can't Go For That' weit oben in den Charts, haben es gewagt und mit 'Do It For Love' eine neue Scheibe rausgebracht, die in den einschlägigen Melodic-Rock-Gazetten richtig hochgelobt wird. Ich finde sie dann zwar glasklar und sauber produziert aber insgesamt ganz schön seicht und somit auf Dauer etwas langweilig. Für den Proggi dann eher nicht interessant.

Haken - Aquarius

Wow ... endlich mal eine richtige Neuentdeckung im Prog-Bereich. Die Band ‘Haken’, gegründet 1997 in London, haben in der letzten Zeit schon ein paar Live-Auftritte als Vor-Band von Riverside, Kings X, Bigelf und To-Mera gehabt und die Reaktionen auf die Musik der Band waren äußerst positiv. Das Line-Up besteht aus der klassischen Prog-Zusammensetzung, also 2 Gitarristen, Keyboard, Bass Drums und Sänger. Musikalisch könnte man ‘Haken’ als eine Schnittmenge aus IQ und alten Genesis bezeichnen, denn neben dem bombastischen Sound kommen ab und zu Anleihen aus den frühen 70ern der alten Genesis zum Vorschein, und das macht die Musik äußerst interessant. Aber auch ein paar fette Gitarren-Riffs im Stile von Dream Theater und Konsorten werden zwischendurch eingestreut. Einen einzelnen Song herauszuheben verkneife ich mir jetzt, denn alle Stücke (mit einer Länge zwischen knapp 7 und fast 17 Minuten) haben etwas faszinierendes. Tolles Piano, geile Gitarren zwischendurch, herrliche Breaks ... Progger-Herz was willst Du mehr. Ich hoffe mal, dass Haken kein Geheimtipp bleiben sondern sich mit ihrer tollen Musik in den Prog-Kreisen durchsetzen werden. Verdient haben sie’s auf jeden Fall. Erwähnen möchte ich noch, dass die Scheibe in den holländischen Spacelab-Studios produziert wurde, wo u.a. schon Everon und Wolverine CDs eingespielt haben. Gemastert wurde dann auf der Eroc Mastering Ranch (und Eroc dürfte den Älteren unter uns auch noch was als Musiker sagen). Dies bedeutet dann auch noch, dass die CD einen exzellenten Sound besitzt. Wirklich gut gemacht für ein Debut-Album und ich freue mich schon auf den Nachfolger. Mehr Infos gibt es auf der MySpace-Seite der Band.

Hamada, Mari - Philosophia

Gast-Kritik von Georg Loegler
Wie die Reaktionen an Roland zeigen, sind auch exotische und ungewöhnliche Besprechungen von Künstlern, die vermeintlich "niemand" kennt, sehr interessant, so dass wir uns entschlossen haben, dieses ultrarare aussergewöhnliche Teil hier mitreinzunehmen. Bei mir hängt seit einigen Jahren noch genau ein einziger Flyer neben der Pinnwand von einem Konzert vom 2.August 1990 aus dem Roxy in Los Angeles, damals angekündigt als "JAPAN’s FEMALE #1 ROCK ARTIST" – ein Relikt aus einer Zeit, als Mari – neben der Band SHOW YA - DAS Synonym für weibliche Rock-Musik aus Japan war. Im Laufe der Jahre wurde es immer schwerer an CD’s von ihr heranzukommen und ihr Bekanntheitsgrad- auch in Japan- sank leider stetig, so dass es für mich selbst in Tokio äusserst schwierig war, überhaupt was aufzutreiben. Im Jahre 1998 erschien diese CD und ich bin meiner Bekannten dankbar, dass sie mir diese vermutlich limited edition ( zum Schweinpreis wie ich dann in Japan rausfand – dort sind nämlich CD’s von einheimischen Künstlern wesentlich teuer wie ausländische !) besorgte. Zunächst einmal ist der Tray schmäler, dafür höher wie alle anderen und besitzt ein stabileres Pappcover und die CD selbst ist noch einmal in einer edlen Stofftasche ! Die "grande old dame" der japanischen Rockmusik legt hier sicherlich ihr ambitioniertestes Werk vor und der Titel ist hier Programm, wie man den englischen Textfetzen entnehmen kann. Die Texte scheinen geprägt zu sein vom Ausblick auf den Jahrtausendwechsel : "Eclipse", "The Year 2000" "Until the dawn" ? Denn auch hier wieder Gesang und Lyrics in japanisch mit gelegentlich mitten im Satz eingefügten englischen Wörtern bzw Sätzen ! So dass es z.B. heisst #$§*ß? Paradise !! Das in langen Jahren- mindestens seit der 1993‘er "ANTI-HEROIN" CD- bewährte Team aus amerikanischen Profis steht ihr auch hier wieder zur Seite, als da wären : Mike Baird an den Drums, Leland Sklar am Bass und "Hans-Dampf-in-allen-Gassen" Michael Landau an der Gitarre. Mari’s gelegentlich sehr hoher Gesang ist sicher nicht jedermann’s Sache, und übrigens auch mit nichts mir bekanntem aus dem englischsprachigem vergleichbar, doch ihre weiche sanfte Stimme verlangt den Songs ein eigenes faszinierendes Flair. Höhepunkt und absolut brilliant : "Promised Land"- mit Mandolinen Intro– ein melancholischer Song, dessen Text ich mir eigens übersetzen liess – wie vermutet in der Tat recht philosophisch – im Foto zu den Lyrics sitzt Mari an einer antiken Nähmaschine vor 2 Lamas (!) in einem langen Kleid und schaut gedankenverloren. Genauso wie ich mir jetzt gerade wünsche in Japan zu sein.... Bis dahin bekommt diese Ausnahmekünstlerin von mir 8 von 10 Punkten. Meine Besprechung ist etwas lang geworden, aber ich habe in den letzten 12 Jahren in Deutschland keinerlei Erwähnung von MARI HAMADA gefunden, deswegen ein wenig Background.

Hamadryad - Save In Conformity

In den einschlägigen Prog-Magazinen wurde die 5-köpfige kanadische Prog-Band 'Hamadryad' nach der 2001er-Veröffentlichung 'Conservation Of Mass' in den höchsten Tönen gelobt und die einhellige Meinung könnte man unter 'Yes Retro-Prog' zusammenfassen, wobei vor allem Sänger Jocelin Beaulieu anscheinend großen Anteil hatte. Leider ist diese CD völlig an mir vorbeigegangen, deswegen kann ich jetzt nichts dazu sagen, ob das alles so richtig war. Ärgerlicherweise ist im Jahr 2002 eben dieser Sänger aus der Band ausgestiegen, die Band war erst mal geschockt und die Aufnahmen zum Nachfolge-Album wurden erst mal auf Eis gelegt. Zwischenzeitlich hat sich herauskristallisiert, dass Bassist Jean-Francois Désilets den Sänger-Part übernehmen kann ... allerdings mit der Änderung, dass Jean-Francois meiner Meinung nach locker als Peter Gabriel - Klon (zur Lamb Lies Down -Aera) durchgehen könnte. Und die Musik zu 'Save In Conformity' hat sich dieser Tatsache irgendwie angepasst. Man könnte also das neue Werk unter 'Genesis Retro-Prog' zusammenfassen, wobei aber nicht nur alte 70er-Genesis herauszuhören sind (das ist eh nur die Stimme des Sänges) sondern eher Sachen aus den 80ern (wie 'Duke' mit Peter Gabriel oder so ähnlich). Absolut klasse finde ich und so vergehen die ersten 30 Minuten der CD wie im Fluge und der Retro-Proggie schwebt in höchsten Sphären ... um mit dem 8 Titel 'One Voice' auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht zu werden. Zwar nur 3 1/2 Minuten lang aber der absolute Stil-Bruch (weil Prog-Metal mit Gefrickel und absolut unpassend zu diesem Zeitpunkt), gefolgt von einem nicht weniger komischen 'Polaroid Vendetta (auch nicht viel besser). Die Songs können aber nur ein Ausrutscher gewesen sein, denn danach geht's wieder in gewohnter Weise und mit Bank'schen Keyboardklängen weiter. Absoluter Höhepunkt ist aber das abschließende 'Omnipresent Umbra', mit knapp 12 Minuten das Prog-Highlight (so würden wahrscheinlich heute klingen, wenn es Genesis noch gäbe und Peter Gabriel dabei wäre). Auch wenn meine Kritiker-Kollegen 'Save In Conformity' durchweg ein bißchen schlechter als den Vorgänger bewerten, möchte ich in Ermangelung der Vergleichsmöglichkeit für alle Retro-Proggies einen absoluten Kauftipp abgeben. Ich denke in dieser Musik-Richtung wird dieses Jahr kaum was besseres rauskommen und die anderen Retro-Möchtegerns wie 'The Tangent' oder alle möglichen Ableger der Flower Kings könnten sich hiervon eine Scheibe abschneiden. Veröffentlicht wurde die CD übrigens von Unicorn Digital, Infos über die Band gibt es unter www.hamadryadmusic.com.

Hammerheart - Dreamworks

Die Musikszene aus der Slowakei ist mir ja so richtig unbekannt. Trotz 4-stelliger CD-Anzahl in meinem Regal findet sich bis jetzt gar nichts aus diesem Land. Aber das hat sich geändert, denn die Band 'Hammerheart' kommt von dort. Und wenn man sich so durch die Geschichte dieser Band liest, waren da seit der Gründung im Jahre 1994 von Sänger, Gitarrist und Keyboarder Denis Belacik einige Line-Up-Wechsel, 1999 gab einen 2. Platz in einem Tschechischen Band-Kontest mit 700 Konkurrenten, ein Konzert mit Alice Cooper und eine Tour im Jahr 2000 mit Sodom. Und jetzt endlich gibt es das Debut-Album der Band, nach über 10 Jahren. Da kann man schon mal sagen, dass Ur-Vater Denis Belacik ganz schön hartnäckig war. Im aktuellen Line-Up sind jetzt noch Shisho am Bass, Ian Glorian an der zweiten Gitarre und Mario Zvara an den Drums dabei. Schaut man sich den Schriftzug der Band auf dem Booklet an, kann man schon vermuten, in welche Richtung die Mucke von Hammerheart geht ... irgendwie erinnert das ganz schön an Iron Maiden. Und siehe da ... auf dem Band-Foto hat Herr Belacik auch ein Maiden-T-Shirt an. Und man kann fast glauben, dass die Zeit in den 80er-Jahren stehen geblieben ist, denn genau in diese Maiden-Phase platzt jetzt Hammerheart, auch wenn sie (natürlich) die Qualität ihrer eindeutigen Vorbilder (noch) nicht ganz erreichen. Gut anzuhören ist es allemal, machen Maiden heutzutage ja nur noch seichten Schrott. Wer also den guten alten NWOBHM-Zeiten (für alle Nicht-Insider: das bedeutet New Wave Of British Heavy Metal) nachtrauert, sollte mal ein Ohr riskieren. Mehr Infos gibt es unter www.hammerheart.sk. Reinschauen lohnt sich.

Headspace - I Am Anonymous

Jetzt Wieder-Threshold-Sänger Damian Wilson kann man ja nicht unterstellen, dass er nicht sehr fleißig ist. Denn neben Solo-Alben und Gast-Auftritten in diversen Ayreon-Veröffentlichungen (und was da so alles im Umfeld dazu gehört) hat er tatsächlich zusammen mit Adam Wakeman die im Jahr 2007 schon mal ‘gegründete’ Band ‘Headspace’ auferstehen lassen (damals gab es immerhin eine EP mit Namen ‘I Am’) und die zwei Köpfe der Band legen mit ‘I Am Anonymous’ eine recht interessante Prog-Metal-Scheibe vor, die sich auf jeden Fall nicht verstecken muss. Klar denkt man, wenn man die Stimme von Damian Wilson hört unweigerlich an seine Haupt-Band, aber ‘Headspace’ unterscheidet sich musikalisch dann doch sehr von Threshold, was zum Teil auch an den Keyboard-Parts von Adam Wakeman liegt, die doch recht orgelig und teilweise recht oldschool klingen (die 70er lassen grüßen). Recht angenehm und teilweise schon recht heftig reihen sich die restlichen Musiker (Pete Rinaldi - Gitarren, Lee Pomeroy - Bass und Rich Brook - Drums) in die ganze Sache ein und es wird recht gut gefrickelt und gerifft.
Obwohl die Scheibe keinen richtigen Höhepunkt hat, vergehen die 74 Minuten wie im Flug und werden zu keiner Zeit langweilig. Wer Damian Wilson’s Stimme mag, macht mit Headspace auf keinen Fall was falsch.

Headspace - All That You Fear Is Gone (VÖ:26.02.2016)
Neues von ‘Headspace’, der Band von Threshold-Sänger Damian Wilson zusammen mit Keyboarder Adam Wakeman, bei der die Beiden mal wieder Ihre Prog-Metal-Vorlieben ausleben können (nachdem sie unter ihren eigenen Namen zusammen eher ruhige Musik in letzter Zeit veröffentlicht haben). ‘All That You Fear Is Gone’ ist mal wieder sehr komplizierter und abwechslungsreicher Prog-Metal geworden, der zum nebenher hören nicht geeignet ist. Von der Besetzung her im Gegensatz zur letzten mir bekannten Veröffentlichung ‘I Am Anonymous’ ist lediglich der Drummer ausgetauscht worden, jetzt sitzt ein gewisser Adam Falkner hinter der Schießbude.
Der Opener ‘Road To Supremacy’ klingt erstaunlich nahe an Threshold (Gesangslinie, Grund-Tempo, Refrain), danach wird es aber eigenständiger. Nicht überraschend mit viel mehr Keyboards / Piano (klar, Wakeman muss ja seine Berechtigung haben), aber im Gegensatz zum Vorgänger sehr melodisch und manchmal sogar richtig eingängig (z.B. ‘Your Life Will Change’, toller Song mit genialem Piano, ruhigem Mittelteil, geiler Gitarre und Götter-Gesangslinien). Western-Gitarre bei ‘Polluted Alcohol’, Prog-Hammer mit ‘Kill You With Kindness’, leicht sphärisch (‘The Element’), Dream Theater - Chaos (‘The Science Within Us’, ‘Semaphore’), dramatische Ballade (‘The Death Bell’), spanische Akustik-Gitarre (‘The Day You Return’). Es wird echt Einiges geboten und die Scheibe wird keine Sekunde langweilig. Damian Wilson - Fans können bedenkenlos zugreifen. Sehr schöne CD.

Heartscore - Sculptures

Neulich erhielt ich eine Anfrage von Dirk Radloff (von Heartscore), ob ich nicht über seine CD, die in Eigenproduktion gemacht wurde, eine Review schreiben will. Aber klar doch will ich. Zuerst mal ist die Aufmachung absolut professionell, aber ein Blick auf den Aufkleber auf der CD-Hülle (es singt unter anderem ein Olli von den 'U-Bahn-Kontrollören in tiefgefrohrenen Frauenkleidern' - nein, keine Schreibfehler von mir, das steht das so drauf - mit ... was immer das auch sein mag) lässt mich dann doch stutzig werden. Aber damit wären dann auch schon alle Mitglieder von 'Heartscore' genannt ... es sind nämlich nur zwei, denn Dirk Radloff spielt sämtliche Instrumente und singt auf allen bis auf 4 Songs. Über den Gesang möchte ich mal nur einen Satz schreiben: Das klingt voll nach The Cure. Genau die gleiche Stimmlage und das gleiche 'Jammern' (jetzt ganz neutral gemeint) in der Stimme. Aber nun zur Hauptsache ... der Musik. Vertont werden Gedichte von vor allem Langston Hughes (schwarzer Dichter und Literat, der vor allem über soziale Ungerechtigkeiten geschrieben hat) aber auch anderen LyrikerInnen und die Musik ist ziemlich gitarrenlastig (teilweise mit richtig tollen Gitarrensoli und fast proggig wie z.B. bei Titel 5 - 'Aunt Sue's Stories') und meistens sehr rockig, manchmal aber auch etwas chaotisch (wie z.B. bei 'What If'). Ich würde einfach mal vorschlagen, dass jeder, der jetzt neugierig geworden ist, auf die Homepage von Heartscore geht, dort sich mal den einen oder anderen Song runterläd und bei Gefallen die CD direkt dort für 15 Euro bestellt. Ich finde sie auf jeden Fall sehr interessant, auch wenn's kein Prog ist. Aber die Frage, wer die o.g. U-Bahn-Kontrollöre sind/waren, kann ich leider nicht beantworten.

Heartscore - Straight To The Brain

Schon den Vorgänger 'Sculptures' von Multi-Instrumentalist Dirk Radloff (der steckt hinter Heartscore und spielt sämtliche Gitarren, Bass und Violine, singt auch noch und wird lediglich von Schlagzeuger Tim Warweg und Stefan Platte am Piano und an der Trompete unterstützt) fand ich zwar etwas 'merkwürdig' (oder einzigartig?) aber dennoch interessant. Und auch der jetzt vorliegende Nachfolger 'Straight To The Brain' steht dem in nichts nach. Wieder wurden Gedichte von William Blake über den schon bekannten Langston Hughes und E. E. Cummings bis zu Edgar Allan Poe (das hier gebotene Gedicht 'A Dream Within A Dream' kannte man ja bis jetzt schon von der legendären Alan Parson's CD 'Tales Of Mystery And Imagination Edgar Allen Poe' ... allerdings nur als Instrumental, jetzt gibt's endlich auch den Text dazu) vertont, meistens mit ziemlich direktem Schlagzeug, fetter Gitarre und nur noch Gesang dazu, wobei ich den 'Gesang' jetzt eher, passend zu den vertonten Stücken, als 'halb erzählt' bezeichnen möchte, zumindest tragen die Gesangslinien meistens nicht die Melodie sondern eher die Gitarre. Trotzdem oder eben deshalb gehen die Vocals auch bei 'Straight To The Brain' so in Richtung 'The Cure', also leicht schräg und immer irgendwie ein bißchen daneben. Besonders gelungen finde ich 'Love Is Like Whiskey' (von Langston Hughes), weil's einfach ein schönes Gedicht und so richtig passend vertont ist (Love is like whiskey, Love is like red red wine. If you want to be happy, You got to love all the time), 'The Tide Rises, The Tide Falls' (wegen dem tollen Gitarren-Solo in der Mitte des Songs bei dem man erst mal so richtig merkt, was Dirk Radloff so alles drauf hat) und 'The Day Is Done' (wegen dem herrlichen klassischen Beginn und weil's das proggigste Stück auf der CD ist). Auch für 'Straight To The Brain' kann ich nur die Empfehlung abgeben, dass wenn Euch meine Review neugierig gemacht hat, einfach mal auf die Homepage von Heartscore zu gehen um Euch selbst ein Bild von der Art von Musik zu machen. Und bei Gefallen kann die CD direkt über die Homepage dann bestellt und erworben werden.

Heartscore - Many Directions

Und hier kommt der dritte Streich von Multi-Instrumentalist Dirk Radloff, einem ... wenn man die Bilder auf seiner Homepage so anschaut ... seriösen Versicherungsvertreter :-). Und im Gegensatz zu seinen letzten 2 Veröffentlichungen ist 'Many Directions' ganz ohne fremde Hilfe eingespielt und produziert worden.
Wie auch schon bei den Vorgängern werden Gedichte von (schon wieder) Langston Hughes (das scheint Dirk Radloff's Lieblings-Dichter zu sein, wird er doch auf jeder seiner CDs berücksichtigt), Edwin Arlington Robinson (der ist dieses Mal am häufigsten vertreten ... wer ihn nicht kennt ... er war amerikanischer Dichter und bekam für sein Schaffen immerhin 3 Pulitzer-Preise) oder auch Stephen Crane (der nur 28-jährig an Tuberkulose starb) vertont. Im Vergleich zu den 2 vorherigen CDs fällt auf, dass Dirk Radloff zuerst mal gesanglich zugelegt hat. Zwar klingt er immer noch leicht 'schräg', doch ist z.B. beim zweiten Song (What Lips My Lips Have Kissed mit den Lyrics von Edna St. Vincent Millay) klar zu erkennen, dass da so richtig mit Gefühl (und damit natürlich passend zum Song) rangegangen wird. Außerdem sind die Songs teilweise nicht mehr so 'kompliziert' und verschachtelt sondern jetzt mehr geradlinig und fast eingängig. Drei Hördurchgänge und man kann zumindest ein Drittel der CD schon fehlerlos mitsummen.
Wie auch schon bei den Vorgängern bleibt für mich nur der Tip, mal Dirk Radloff's Homepage zu besuchen, sich mit der ... zugegebenermaßen schon etwas eigenwilligen aber jetzt doch einfacheren ... Musik anzufreunden und die CD dann direkt über die Homepage für 15 Euro (und dann auch noch hübsch verpackt in einer Metalldose) zu bestellen. Dort gibt es dann auch die gesamten (und teilweise wirklich schönen) Lyrics zum nachlesen.

Heartscore - Touch Me

Mit 'Touch Me' veröffentlicht Multi-Instrumentalist Dirk Radloff sein bereits viertes Werk in Eigenregie. Hatte er auf den ersten drei CDs noch Gedichte von Langston Hughes, Edgar Allen Poe oder auch William Blake vertont, gibt es jetzt keine Fremd-Poeten mehr sondern (was für eine witzige Idee) Dirk Radloff hat alles selber getextet, indem er in den letzten zwei Jahren immer wieder irgendwelche Ideen in sein Handy gesungen hat. Herausgekommen ist eigentlich eine Liebeserklärung an seine Frau, denn die meisten Texte handeln (wohl) davon. Mittlerweile ist Dirk Radloff etwas weg vom Prog, denn bereits beim Opener 'I Did It' gibt's fast ein Techno-Keyboard am Anfang und dann ein Zusammenspiel von Gitarre und Schlagzeug (auch auf dieser CD wieder von Tim Warweg gespielt), was locker in die guten alten Punk-Zeiten gepasst hätte. Und dann dieses spärliche, kindliche Keyboard, dass die deutsche Band 'Trio' nicht besser hätte spielen können. Ein wirklich erfrischender Song (und auch der Text von wegen 'I'm Superman' ist mehr als witzig). Die erste richtige Liebeserklärung gibt es dann mit 'You Are So Beautiful', mit Piano, akustischer Gitarre, spärlichem Schlagzeug und einem Text den jede Frau dahinschmelzen lassen würde (You are so beautiful, so beautiful, I need a pair of sunglasses). Insgesamt ist Dirk Radloff 'elektonischer' (wie z.B. 'Full Body Contact') geworden, was den Songs gut zu Gesicht steht. Aber trotzdem ist seine typische rotzige Gitarre immer da. Aber auch richtig fette 'Rocker' ('Never Leave The Highway') sind vertreten. 'Heartscore' ist natürlich immer noch was richtig 'Eigenes', aber 'Touch Me' ist auf jeden Fall das bis jetzt am leichtesten zu verdauende Album, wenn man es mit den doch recht sperrigen Vorgängern vergleicht. Mir macht die Scheibe richtig Spaß und dass Dirk Radloff auch noch ein richtiger (bildender) Künstler ist, kann man auf seiner Homepage bewundern, denn seine T-Shirts sind wahre Kunstwerke. Dort gibt's auch Bestellmöglichkeiten für die CD. Unbedingt mal antesten.

Heartscore - Heartscore (VÖ:15.05.2016)
Zuerst einmal möchte ich Herzlichen Glückwunsch an Dirk Radloff sagen. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag (heute am Tage der Veröffentlichung dieser Reveiw hat er seinen Ehrentag) und Herzlichen Glückwunsch zur nun schon fünften Album seines Projektes ‘Heartscore’, wobei alle 4 Vorgänger auf meiner Homepage vertreten sind. Somit beschäftige ich mich schon seit ca. 14 Jahren mit den Werken von Dirk Radloff.
Bei bis auf einer CD (der Vorgänger ‘Touch Me’) wurden Gedichte englischer Poeten vertont. Und auch auf der vorliegenden ‘Heartscore’ ist es wieder so weit. Emily Dickson, Edgar Allen Poe, (sein wohl Lieblings-Dichter) Langston Hughes, Robert Frost, Edwin Arlington Robinson und Maria White Lowell sind dieses Mal an der Reihe. Und ... es gibt eine absolute Neuerung. Hat Dirk Radloff die 4 Vorgänger-CDs noch selbst eingesungen, gibt es dieses Mal mit einem gewissen Chris (der Nachname ist leider nicht herauszubekommen ... eingekauft bei Studiopros) einen Gast-Sänger, der eine ganz tolle soulige Stimme hat. In einer anderen Reveiw habe ich den Vergleich zu David Clayton-Thomas (von Blood Sweat & Tears) gelesen und ich finde das kommt echt echt hin.
Man muss wissen, dass Dirk Radloff mit klassischer Musik aufgewachsen ist und als erstes Instrument Violine gelernt hat. Erst später ist er zur Rock-Musik und Jazz gekommen, hat in einer Led Zeppelin Cover-Band gesungen und spielte Gitarre in einer Surf-Rock-Band. Daher ist es nicht verwunderlich, dass er mit ‘Heartscore’ jetzt ein Album herausgebracht hat, dass sowohl seine Jugend als auch die weitere musikalische Entwicklung abbildet. Was mir bei den letzten Heartscore-Veröffentlichungen nie so aufgefallen ist ist der häufige Einsatz der Violine.
Aber nun zu den Songs: Der Opener ‘Hope Is A Thing With Feathers’ klingt noch am ehesten nach den alten Heartscore-Veröffentlichungen (wobei der Gesang von Chris natürlich ganz anders ist und dem Song eine eigene Personalität verleiht). ‘Alone’ beginnt mit der oben schon erwähnten Violine und der Gesang von Chris klingt tatsächlich ein bißchen nach David Clayton-Thomas. Cooler Bar-Jazz-Sound mit genialem Hintergrund-Chor (mehrstimmig aufgenommene Stimme von Dirk Radloff denke ich mal). ‘Sylvester’s Dying Bed’ beginnt mit Piano und wird ein genialer Song mit eingängigem Refrain und cooler Gitarre im Hintergrund. Richtig rockig wird es bei ‘Neither Far Away Nor In Deep’. Schönes Gitarren-Riff, Chris kann auch rockig singen, das soulige in seiner Stimme bleibt aber ... fast wie Joe Cocker. Sicher der eingängigste Song auf der Scheibe. ‘The Bell’ (fast 10 Minuten) schlägt da eher in die Richtung Zappa oder so. Eher schräg und schwierig. Fast Rock ‘n Roll ist ‘It Was Not Death For I Stood Up’. Auch recht gut. Recht ruhig wird es bei ‘Maggy and Milly And Molly And May’, mal wieder mit Violine und recht viel Soul in der Stimme. Sehr jazzig ist ‘Railroad Avenue’ ... musikalisch eher nicht mein Fall aber Dirk Radloff zeigt, dass er auch an der Gitarre ein Könner ist. ‘Haunted House’, mit über 8 Minuten auch nicht gerade ein Short-Track, schlägt dann wieder in Richtung alte Heartscore-Veröffentlichungen. Die CD endet dann mit ‘Opium Fantasy’, dem vielleicht schrägsten oder experimentellsten Stück auf dem Album. Naja ... der Titel sagt ja schon alles.
Fazit: Mit ‘Heartscore’ ist Dirk Radloff ein riesen Schritt in die richtige Richtung gelungen und der Einkauf des Gast-Sängers Chris war das Beste was ihm passieren konnte. Der Mann kann richtig gut singen. Die CD ist limitiert auf 50 Stück und kann über die Bandcamp-Homepage von Dirk Radloff bestellt werden. Ansonsten geht natürlich auch der Download-Erwerb. Die CD soll aber einen bessern Mix haben. Außerdem gibt es dann ein schönes 16-seitiges Booklet sowie einen sehr rockigen Bonus-Track. Cooles Teil auch wenn’s bestimmt nicht jedermanns Sache ist. Mehr Infos gibt es auch auf seiner Heartscore-Homepage.

Heaven & Hell - The Devil You Know

Leider ist einer der genialsten Metal-Sänger (wenn nicht DER GENIALSTE) am 16. Mai 2010 von uns gegangen. Ronnie James Dio, vor allem bekannt als Sänger der ersten Rainbow-Scheiben, dann Nachfolger von Ozzy Osbourne bei Black Sabbath, danach mit der Band ‘Dio’ unterwegs und am Ende noch eine Quasi-Reunion mit seinen alten Black Sabbath - Kollegen Tony Iommi, Geezer Butler und Vinnie Appice unter dem Namen Heaven & Hell (weil sie keine Rechte an dem Namen Black Sabbath hatten), starb leider viel zu früh an Magenkrebs. Und als kleine Hommage an diese grandiose Stimme möchte ich Euch seinen letzten Studio-Output, eben die CD von Heaven & Hell ans Herz legen. Und als ob die letzten 25 Jahre nach Black Sabbath spurlos an ihm und den anderen Musikern vorbeigegangen wäre, ist ‘The Devil You Know’ das vielleicht beste Black Sabbath - Album aller Zeiten (weil eben auch die Studio-Technik in all den Jahren viel besser geworden ist). So übergeile Songs wie ‘Atom And Evil’, ‘Follow The Tears’, ‘Rock And Roll Angel’ oder ‘Breaking Into Heaven’ lassen jeden ‘alten’ Sabbath-Fan jubeln. Eine wahnsinnsgeile Scheibe und die Metal-Gemeinde hat einen großen Verlust zu verkraften. Rest in peace, Ronnie.

Heaven & Hell - Neon Nights (CD / DVD)

Der letzte dokumentierte Live-Auftritt von Ronnie James Dio war auf dem 2009er Wacken Open Air mit seiner ’fast’ Black Sabbath-Reunion (Toni Iommi, Geezer Butler, Vinnie Appice und eben Ronnie James Dio). Und diesen Gig gibt es jetzt sowohl als CD als auch als DVD, wobei auf der CD leider nicht alle Songs drauf sind (einer fehlt glaube ich). Als Package ist das nicht erhältlich, man muss also zweimal in die Tasche greifen, wobei der Preis für die Einzel-Teile im Moment wirklich human ist (12 Euro für die CD, 16 Euro für die DVD). Für Dio-Fans ist das natürlich aus historischen Gründen ein must have, ob man das Live-Dokument tatsächlich haben muss, ist fraglich. Stimmlich ist Ronnie James Dio meiner Meinung nach nicht mehr so auf der Höhe, die Kommunikation mit dem Publikum ist bei ziemlich genau null und auch die restlichen Musiker möchte ich fast ein bisschen als ’lustlos’ bezeichnen. Okay ... dem Alter muss man schon Respekt zollen, aber ein wenig Bewegung auf der Bühne würde schon nicht schaden. Die Song-Auswahl beschränkt sich fast nur auf die Heaven & Hell – Veröffentlichung ... alte Sabbath-Heuler sucht man fast vergeblich. Wer ein paar Euro übrig hat, kann hier zugreifen, ansonsten würde ich eher die Dio – Live At Donington empfehlen (die’s aber nur als Doppel-CD gibt). Da hat man mehr davon.

Hensley, Ken - Blood On The Highway

Der alte Haudegen Ken Hensley, seineszeichens ja Keyboarder von Uriah Heep, kann's immer noch und überrascht mit seiner neuesten Veröffentlichung 'Blood On The Highway' ganz schön. Mit Unterstützung von Gast-Sängern wie Jorn Lande, John Lawton und Glenn Hughes feuert er dabei ein ganz schönes Rock-Feuerwerk mit kurzen Balladen-Pausen ab und fast alle Songs laden fast zum Mitgröhlen ein. Tolle Melodien, toller Gesang und kein bißchen langweilig. Gut gemacht. Vor allem die 2 Songs mit Ex-Deep Purple - Shouter Glenn Hughes sind vom Feinsten, wobei das letzte Stück 'The Last Dance', mit knapp 8 1/2 Minuten einfach grandios ist. Alleine deswegen lohnt sich schon der Kauf der CD. Und das ab und zu durchklingende Keyboard-Georgle im typischen Hensley-Stil der 70er Jahre lassen natürlich viele Erinnerungen (und bei mir auch Jugend-Sünden) aufkommen. Klasse Scheibe des 'alten Mannes'.

Hensley/Lawton Band - The Return

Ken Hensley ?? John Lawton ?? Für die um 1960 geborenen Leser dürften diese 2 Namen nicht unbekannt sein. Genau: URIAH HEEP. Hensley der Keyboarder und Lawton der Sänger (nach David Byron). Und diese zwei Jungs haben sich zur Hensley/Lawton Band zusammengeschlossen, den Ur-Bassisten von Uriah Heep ausgegraben (Paul Newton), noch 2 Musiker dazuverpflichtet und machen einen auf Uriah Heep - Revival. 'The Return' ist eine Live-CD von einem Konzert aus dem Jahr 2000 und geboten werden neben Heep-Klassikern (wie z. B. Stealin', The Wizard, July Morning, Easy Livin', Lady in Black oder Gypsy) auch eher unbekanntere Sachen aus der 'neueren' Heep-Zeit. Insgesamt eine tolle Erinnerung an meine Jugend(sünden) und eine begeisternde Live-Scheibe (mit leider einem etwas mäßigen Sound).

Heon - Electro Acoustic Requiem

Wenn jemand daran interessiert ist, was dabei herauskommt, wenn sich ein langjähriger Gitarrist mit seiner Fender Stratocaster und ein paar Hilfsmitteln (wie z.B. einem Schraubenzieher, Schrauben, einer Säge, Nägeln, einem PC und diverser Wave-Software) fast ein Jahr beschäftigt, sollte sich die neue Scheibe des kanadischen Musikers Martin Héon besorgen und sich reinziehen. Was der aus seiner Gitarre an Sounds und Geräuschen rausholt ist einfach sensationell. Ganz schön abgefahren aber auch hochinteressant. Hobbymusiker sollten da echt zugreifen. Aber auch für alle anderen Musik-Interessierten ist das Teil zur Erweiterung des musikalischen Spektrums nur zu empfehlen. Klar ... das Melodische bleibt schon ab und zu auf der Strecke, aber was Martin Héon uns auf knapp 40 Minuten zeigt, ist neben dem Experimentellen auch die Tatsache, dass er ein begnadeter Gitarrist ist, der sich allerdings wohl eher im Blues / Jazz - Bereich wohlfühlt. Veröffentlicht beim kanadischen Label UNICORN-RECORDS.

Hidden Timbre - Hereafter

Anlässlich der BUGA 2007 in Gera wurde das Werk 'Hereafter' gemeinsam mit der Deutschen Prog-Band 'Hidden Timbre' (die Band war mir bis jetzt völlig unbekannt, geniale Reviews können aber bei meinen Kritiker-Kollegen von Crossover nachgelesen werden), dem Konzetchor des Goethe-Gymnasiums Gera sowie dem B.S.P. Fusion Orchestra am 08.07.2007 aufgeführt. Insgesamt 80 Künstler waren auf der Bühne und das Publikum war hinterher fasziniert.
'Hereafter' ist der eindeutige Beweis, dass Prog-Rock zusammen mit Chor und Orchester hervorragend funktioniert. Ich möchte eigentlich niemanden aus der Band 'Hidden Timbre' hervorheben, aber vor allem der Gesang von Sängerin Anja Bräutigam sticht besonders positiv hervor und erinnert mich teilweise an Anneke van Giersbergen, die ja bei 'The Gathering' mehrere hervorragende CDs eingesungen hat. Am Anfang erinnert mich das Werk ein bißchen an 'Therion' (was ja nichts Schlechtes bedeutet), weil's dann doch ganz schön 'getragen' und der Anteil an Klassik und Chor ziemlich hoch ist und auch die Stimmung ist ähnlich. Doch im Laufe der CD wird's eigentlich immer proggiger und vor allem wenn die Gitarren zum Einsatz kommen, wird's richtig fett. Sowas hätte ich eigentlich nur den Pfälzern 'Vanden Plas' zugetraut, die ja ab und zu auch in die Theater-Richtung gehen und dann solche Werke aufführen. Ein tolles Album, das eigentlich in keiner gut sortierten CD-Sammlung fehlen darf. Zusätzlich erwähnen möchte ich noch, dass die Scheibe in den Farmland-Studios von Yogi Lang gemischt wurde. Und den kennt man ja z.B. von RPWL ... und das verspricht dann auch noch einen hervorragenden Sound. 'Hereafter' wäre auf jeden Fall ein guter Tipp, wenn Ihr noch ein überraschendes Weihnachtsgeschenk für einen Musikliebhaber sucht. Der wird sich auf jedenfall saumäßig drüber freuen. Mehr Infos gibt es unter
www.hiddentimbre.com und www.hereafter-visionen.de. Unbedingt vorbeischauen und dann den Silberling kaufen.

Hitchings, Tracy - From Ignorance To Ecstasy

Auf dem letzten Arena-Konzert habe ich mir die Wiederveröffentlichung (auf dem Verglas-Label, denn im Original wurde die CD bei SI-Music vertrieben, und die sind ja bekanntlich seit Jahren pleite) von der im Jahre 1991 eingespielten und bisher einzigen Solo-CD der Prog-Sirene Tracy Hitchings (u.a. Landmarq, Strangers on a Train) gekauft. Und ich würde mal sagen ... Hauptsache die Sammlung ist vervollständigt. Die CD ist absolut nichts aufregendes und ohne die Mithilfe von Clive Nolan und Karl Groom wäre das Teil wahrscheinlich unanhörbar weil sehr langweilig. Aber die (viel zu wenigen) Gitarren-Soli von Threshold-Chef Karl Groom alleine rechtfertigen schon den Kauf der CD. Und Clive Nolan am Keyboard sagt ja wohl auch alles. Nur die gute Frau hätte echt nicht singen müssen.

Hodgson, Roger - Open the door

Ihr könnt mit Roger Hodgson nichts anfangen ??? Tja, ... eine Minute die CD gehört und alles ist klar :

Das klingt doch nach Supertramp ????

'Open the door' ist die BESTE Supertramp-CD seit 'Even in the quitest moments'. Geniale Songs, klasse instrumentiert (teilweise mit Uilleann pipes und High whistles) und eine Stimmung wie damals auf den Schnüffelparties.

Für alle Supertramp-Freaks: KAUFEN !!!!

Holdsworth, Allan - Hard Hat Area

Allan Holdsworth ist sicher einer der besten aber vielleicht auch einer der unterbewertetsten Jazz-Gitarristen der letzten 40 Jahre. Am Anfang seiner Karriere war er bei diversen Bands wie dem Colosseum-Nachfolger ‘Tempest’, ‘Soft Machine’ und ‘Gong’, trat danach mit Bands wie ‘UK’ und (Bill) ‘Bruford’ auf. Im Jahr 1977 gab’s seine erste Solo-Scheibe ‘Velvet Darkness’ und ab da wurde alle 2 bis 3 Jahre neue Platten veröffentlicht. Offensichtlich hat Moonjune-Records jetzt damit begonnen, den alten Back-Katalog neu aufzulegen. Denn die hier besprochene CD ‘Hard Hat Area’ ist eigentlich ursprünglich aus dem Jahr 1993 und wurde 2011 digital bearbeitet. Naturgemäß sind Jazz-Scheiben (zumindest für meine Ohren) ziemlich zeitlos, somit merkt man ‘Hard Hat Area’ überhaupt nicht an, dass sie schon knapp 20 Jahre auf dem Buckel hat. Zusammen mit Steve Hunt (Keyboards), Skuli Sverrisson (Bass) und Gray Husband (Drums) hat Allan Holdsworth, der auf der Scheibe Gitarre und ein Teil namens ‘SynthAxe’ spielt, eine sehr leicht verdauliche Jazz-Platte aufgenommen, die auch nicht so dem Jazz zugewandte Musikliebhaber ohne Probleme hören können. Natürlich wird hier auf der Gitarre rauf und runter gefingert (denn Allan Holdsworth versteht sein Handwerk wirklich prächtig), aber es gibt auch reihenweise wunderschöne Melodien und Läufe. Man möchte ‘Hard Hat Area’ fast als ein Einstiegs-Kompendium für noch nicht Jazz-Freunde bezeichnen. Wirklich gut gemacht ... und die CD gibt’s zur Zeit sogar für recht angenehmes Geld bei Amazon zu kaufen.

Holdsworth, Allan - None Too Soon

Über Allan Holdsworth habe ich ja in der vorstehenden Review von ‘Hard Hat Area’ schon ausführlich geschrieben.
Auch ‘None Too Soon’ ist eine Wiederveröffentlichung des Moonjune-Labels, das Original ist dieses Mal aus dem Jahr 1996. Komplett neue Band (Gordon Beck - Piano und Keyboards, Gary Willis - Bass und Kirk Covington - Drums) und hier gibt es ausschließlich Holdsworth-Interpretationen von Jazz-Standards. Und die Original-Musiker lassen sich echt sehen. John Coltrane, Django Reinhardt, Irving Berlin, Joe Henderson und Bill Evans heißen die großen Namen. Wobei die Originale (die ich leider nur teilweise kenne) doch teilweise sehr frei interpretiert wurden. Daneben gibt’s noch 2 Stücke von Gordon Beck (der auf dem Album ja auch mitspielt) und ... man höre und staune ... ein Stück von Lennon / McCartney, nämlich ‘Norwegian Wood’, wobei ich mich jetzt natürlich frage, was so ein Lala-Song der Beatles mit Jazz-Standards zu tun hat. Aber sei’s drum, in einer Jazz-Version kann man sogar die Beatles anhören und zumindest der Refrain ist deutlich erkennbar. Wirklich nett gemacht. Insgesamt ist ‘None Too Soon’ nicht ganz so leicht verdaulich wie ‘Hard Hat Area’, was auch ein bißchen daran liegt, dass Piano-Man Gordon Beck auch recht oft, wild und schnell in die Tasten haut. Aber egal, selbst mir als nicht gerade Jazz-Freund fiel es leicht, die Scheibe durchzuhören und keinen Moment daran zu denken die Stopp-Taste zu drücken. Freunde der Jazz-Gitarre werden an ‘Non Too Soon’ auf jeden Fall ihre helle Freude haben. Und auch diese CD gibt es zur Zeit zu einem vernünftigen Preis bei Amazon.

Holdsworth, Allan - Flattire (VÖ: 14.05.2012)

Eine weitere Wiederveröffentlichung gibt es von Allan Holdsworth auf dem Moonjune Label. Dieses Mal eine Scheibe aus dem Jahr 2001, die mit ‘Music For A Non Existent Movie’ untertitelt ist.
Habe ich Allan Holdsworth bei den 2 letzten Scheiben noch als genialen Gitarristen beschrieben, der leicht jazzig unterhält, ist ‘Flattire’ ein ganz anderes Kaliber. Denn außer beim Opener ‘The Duplicate Man’ gibt’s überhaupt keine Gitarre zu hören sondern Allan Holdsworth frickelt auf seiner Synth Axe rum und es klingt wirklich wie Film-Musik für einen ziemlich düsteren Film. Das muss man wirklich mögen, denn viele Melodien sind nicht zu erkennen. Flattire ist deshalb nur was für Liebhaber sehr melancholischer Instrumentalmusik.

Howe, Steve - Spectrum

Kritik von Georg Loegler:

Der Name Steve Howe sollte dem Musik-Interessierten durch das u.a. jahr(zehnt)elange Schaffen bei YES ein Begriff sein. Im Juni erschien die mittlerweile 11. Solo-Scheibe des Meister, der inzwischen über eine Diskographie verfügt, die so lang ist, dass sie nicht einmal mehr auf den Promotion-Zettel hier passt ! ( dort steht nur eine Auswahl !) Und was immer ich auch schreibe, viele werden denken - gebt's zu - 'Ja, wird halt wieder die übliche instrumentale Dudelei sein! Wird es gelingen, diese Vorbehalte zu entkräften und zumindest den ein- oder anderen zu bewegen, wenigstens einmal in diese schönen Klänge hineinzulauschen ? "Spectrum" nannte Steve seine Platte und ein sehr weites ebensolches deckt diese musikalische Reise ab, in vielen Stilen wildernd, trotzdem nicht wirr oder konzeptionslos erscheinend. Das ohne Gesang auskommende Album bietet auf einer Stunde in den 15 Stücken im wahrsten Sinne des Wortes ein SPEKTRUM unterschiedlicher Klänge und Stilarten, ohne zerfahren oder diffus zu wirken. Und Howe bringt es fertig, trotz der mannigfaltigen Einflüsse von Jazz über Blues, sogar Reggae bis hin zu Country und Weltmusik die Angelegenheit stets homogen und nie effektheischend wirken zu lassen. Seine Gitarre strahlt eine sanfte Ruhe, Eleganz und Sicherheit aus, wie das nur bei wenigen Gitarristen der Fall ist. Mit der Einschränkung des Stückes "Ragga Of Our Times", das mir aufgrund seiner wabernden Tabla- und Sitarklänge überhaupt nicht gefällt, und vielleicht noch 2 Füller legt Steve Howe hier ein wunderbares Album vor, das man immer wieder gerne anhört. Und sein Talent scheint im übrigen vererbbar zu sein : Steve wird unterstützt durch gleich zwei seiner Söhne : Dylan Howe am Schlagzeug und Virgil Howe am Keyboard und hinter demselben sitzt auch ein weiterer Sohn eines äußerst bekannten Musikers, Oliver Wakeman, Filius von Rick ! Gestattet mir, den Künstler selbst noch zu zitieren, denn die Musik spiegelt genau das wieder, was er sagt: "Die Musik, nach der ich suchte, sollte Selbstvertrauen, Frische und ein Gefühl des 'Obenseins' atmen. Ich wollte sie mit meinem Zugang zum Leben infizieren, mit Liebe, Optimismus und Natürlichkeit". "Spectrum" ist eines der fesselndsten Instrumental-Alben geworden, dass ich den letzten Jahren gehört habe und rangiert sogar innerhalb meiner Favoriten-Liste für die Top 10 des Jahres 2005 !
Tracklist :
Tigers Den, Labyrinth, Band Of Light, Ultra Definition, Ragga Of Our Times, Ebb And Flow, Realm Thirteen, Without Doubt, Highly Strung, Hour Of Nedd, Fools Gold, Where Words Fail, In The Skyway, Livelihood, Free Rein
Band :
www.stevehowe.com , Vertrieb/Label in Deutschland : www.insideout.de

Hughes, Gary - Once And Future King Part 1

Wer hat bis jetzt noch keine Rock-Oper veröffentlicht ?? Ah ja ... stimmt ... aus dem Ten-Umfeld kam noch gar nichts. Also hat sich Ten-Mastermind Gary Hughes seine Mitmusiker geschnappt, noch ein paar Gastsänger(Innen) eingekauft (unter anderem Damian Wilson, Bob Catley und Lana Lane ... also die üblichen Rock-Oper-Verdächtigen) und, wie originell, die Geschichte von König Arthur vertont. Und weil es andere (wohl schon) erfolgreich vorgemacht haben, werden 2 Einzel-CDs veröffentlicht (Teil 2 folgt in nicht mal 2 Monaten und ist schon fertig), damit der hartgesottene Fan auch schön in die Tasche greifen muss. Tolle Idee. Und musikalisch ?? Hmm ... naja ... also der jeweils nur eine Song von Damian Wilson und Bob Catley und das eine Duett mit Lana Lane sind ja ganz nett bis richtig gut. Aber der Rest klingt halt nach Ten ... und die finde ich schon seit ihrer dritten CD 'Name Of The Rose' recht langweilig. Teil 2 von 'Once And Future King' soll ja auch besser sein. Da bin ich ja mal gespannt. Teil 1 haut mich zumindest mal nicht vom Hocker. Nette Rock-CD, die ohne die Gast-SängerInnen wirklich langweilig wäre.

Hughes, Gary - Once And Future King Part 2

Wer hat eigentlich behauptet, dass Part 2 dieser Rock-Oper von Ten-Mastermind Gary Hughes besser sein soll als der erste Teil ?? Also ich kann das eigentlich nicht bestätigen. Los geht's mit einem typischen Ten-Song ('Kill The King', gesungen von Ex-Royal Hunt Sänger DC Cooper), gefolgt von 2 Songs mit der Stimme von Gary Hughes (also auch voll Ten, eines schneller das andere etwas langsamer), dann darf uns Lana Lane einen singen (na ja), Irene Jansen (die Schwester von After Forever-Sirene Floor Jansen und auf der Star One - Tour dabei) ist dann etwas erfrischender, weil in den Kreisen noch nicht so abgenutzt. Sabine Edelsbacher (von Edenbridge) passt irgendwie mit ihrer Heulstimme gar nicht auf die Scheibe, Bob Catley darf nur insgesamt 6 Zeilen singen (die aber natürlich wieder perfekt), Cornerstone-Sänger Doogie White darf auch mal ran (na ja). Den einzigen Sänger, der mir jetzt gar nichts sagt, ist ein gewisser Sean Harris (ist aber auch nicht so richtig toll) und den Abschluss macht dann Harry Hess (Melodic-Rockern bekannt als Sänger von Harem Scarem), der mir noch am besten gefällt und von mir aus mehr hätte singen können. Allerdings darf er auch das mit Abstand beste Lied singen. Fazit: Insgesamt sind die 2 Teile eher enttäuschend, wenn man bedenkt, wer da so alles mitmischt. Außerdem hätte 1 CD locker gereicht, denn die ganze Geschichte ist eh zu lange für eine Rock-Oper. Muss man also nicht unbedingt haben. Wer sie trotzdem kaufen will ... die Teile gibt es ziemlich problemlos bei AOR-HEAVEN.

Hughes Turner Project - Live In Tokyo

Glenn Hughes und Joe Lynn Turner, sicher zwei Sänger aus dem Hard Rock - Genre, die sich zu den Top Ten zählen können, haben sich 2002 zusammengeschlossen und eine Studio-CD veröffentlicht. Und da es ja zwei Sänger sind und die Einnahmen wahrscheinlich geteilt werden müssen, gibt's nach nur einer Studio-CD gleich eine Live-Scheibe hinterher (bevor das Projekt wieder in Vergessenheit gerät). Gewählt wurde dann ein Konzert in Tokyo, damit beim Hard Rock-Fan ein paar Erinnerungen hochkommen (gab's da nicht mal eine geniale Scheibe von Deep Purple aus dem selben Land und haben die zwei Sänger nicht auch was mit Deep Purple zu tun ???), und bei der Song-Auswahl wurde dann auch noch darauf geachtet, dass neben den mittelmäßigen Hughes/Turner - Songs genügend Deep Purple - Material auf die CD gepresst wird (z.B. Stormbringer, Death Alley Driver, Mistreated oder Street Of Dreams) und schon ist der Erfolg vorprogrammiert. Und ich befürchte mal, dass diese Rechnung aufgehen wird. Die Sound-Qualität ist für ein Live-Konzert von 2002 recht bescheiden (also technische Möglichkeiten gibt es ja genug, um einen fetten Sound rauszubekommen) und auch die Begleitband mit eher unbekannten Musikern haut mich nicht vom Hocker. Wirklich gut sind echt nur die alten (und teilweise auch unbekannten) Deep Purple - Stücke, die ca. ein Drittel der CD ausmachen. Und der Rest ist dann durchschnittlicher HardRock-Schrott. Wohlwollend vergebe ich da mal ein 'es geht so'.

 

[Index] [CD-Kritiken] [Neue Kritiken] [A - C] [D - E] [F - H] [I - L] [M - O] [P - R] [S - T] [U - Z] [HRC-Shirts]