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Gabriel, Peter - OVO The Millenium Show Ex-Genesis-Sänger Peter Gabriel schrieb und spielte die Musik zur Eröffnungs-Show des Millenium Domes in London. Unterstützt wurde er (wie auf den letzten CDs von ihm) von Tony Levin, Shankar, David Rhodes, Manu Katche sowie von einigen GastsängerInnen (u.a. Neneh Cherry und Richie Havens). Als Peter Gabriel-CD möchte ich OVO nicht bezeichnen, da insgesamt von P.G. zu wenig zu hören ist. Zwar ist von Stil und Sound seine Handschrift eindeutig erkennbar, doch fehlen eigentlich richtige 'Songs'. Einzig der Track 'Father, Son' könnte auf einer Gabriel-CD bestehen. Insgesamt aber ein interessantes Werk für aufgeschlossene Musikliebhaber. Ich nehme die CD gerne zum Einschlafen. Ziemlich genau 10 Jahre musste die Welt warten, bis sich Peter Gabriel dazu aufgerafft hat, mal wieder eine komplette Studio-CD zu veröffentlichen. In einem Interview hat Peter Gabriel mal behauptet, er könne jederzeit ein erfolgreiches Album schreiben, wenn er Geld braucht, damit er dann wieder jahrelang seine 3. Welt-Künstler bei Realworld unterstützen kann. Und ich würde jetzt einfach mal behaupten, Peter Gabriel brauchte Geld. Mit Unterstützung der üblichen PG-Musiker wie z.B. David Rhodes, Manu Katche, Tony Levin und Shankar werden 10 Gabriel-typische Hämmer im Stile der letzten Veröffentlichung (Us) geboten, von denen nur der Titel 'I Grieve' (aus dem Soundtrack zu 'Stadt der Engel' oder auf Neudeutsch 'City Of Angels') schon vorher bekannt war. Wer auf Peter Gabriel steht, wird die CD einsaugen oder in den CD-Spieler kleben, dass sie nie wieder den Player verlässt. Am Besten die Nachbarn in den Urlaub schicken und die Anlage voll aufdrehen. Das kommt knüppelhart. Naja, und wer Peter Gabriel bis jetzt nicht mochte, der wird auch an 'Up' überhaupt keine Freude haben. Für mich ist PG einer der genialsten Musiker der letzten Jahrzehnte. Und wird es wahrscheinlich immer bleiben. Leider sind die Texte im Booklet nicht abgedruckt sondern nur auf seiner Homepage erhältlich. Deswegen sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass Ihr die Enhanced-CD kauft. Dort sind die Texte zumindest auf der CD abrufbar. Gabriel, Peter - Hit (Deutsche Ausgabe) Ist er jetzt womöglich auch zur Geldsammelmaschine mutiert ?? Kaum eine neue Studio-CD rausgebracht, schon gibt's, pünktlich zum anstehenden Weihnachtsgeschäft, auch schon wieder eine Best Of ... Compilation meines absoluten Lieblings-Künstlers. Naja. Da man weiß, dass Peter Gabriel sein Geld vor allem in Nachwuchskünstler steckt, spendet man ja gerne ein paar Euros. Aber nun zur CD. Die gibt es in 3 Versionen. Als langweilige 1-fach-CD mit den allgemein bekannten Hits von Solsbury Hill bis Steam (und Gott sei Dank ohne die öde 'Barry Williams Show'), wobei alle Studio-CDs von 'Peter Gabriel 1' bis 'Up' berücksichtigt werden ... außer der sehr verkannten PG 2. Außerdem ist ein bis jetzt unveröffentlichter Song drauf (der aber recht langweilig ist). Dann gibt es die 'internationale Version' mit der 'normalen' CD 1 sowie einer zweiten CD mit 'von Fans vermissten' Songs (wie immer PG das auch rausbekommen hat) sowie einer Live-Version des nur auf der 'Growing Up - Tour' performten 'Downside Up' . Und dann gibt es noch die mir vorliegende 'Deutsche Ausgabe'. Dort ist das komplette Booklet in Deutsch, die Titel auf Deutsch genannt (aber Achtung: mitnichten sind die Titel alle in Deutsch gesungen ... das hätte wohl zuviel Geld gekostet) und CD 2 unterscheidet sich in ein paar Songs von der internationalen Version. Und DIESE Titel sind dann in deutscher Sprache gesungen (allerdings alle bekannt von den 'Deutschen Alben' PG 3 und PG 4 - insgesamt dann 4 Songs auf Deutsch). Somit gibt es trotz einer Doppel-CD nicht viel Neues, zumal die Song-Auswahl zum Teil etwas 'merkwürdig' ist. Schade, dass es beim Kauf der CD keine Spendenbescheinigung gibt, denn außer der Unterstützung unbekannter Künstler (s.o.) gibt es eher keinen Grund, diese Scheibe zu kaufen. Denn von Peter Gabriel hat man ja eh schon alles. Gabriel, Peter - Scratch My Back Lange war es ruhig um Peter Gabriel ... seit ewigen Zeiten einer meiner Lieblingskünstler. Eigentlich habe ich ja schon immer darauf gewartet, dass Peter Gabriel auch mal ein Album mit lauter Cover-Versionen veröffentlicht. Und endlich ist es so weit. Aber wer jetzt glaubt, dass er nur die Originale nachsingt, hat sich schwer getäuscht ... und kennt auch Peter Gabriel ziemlich schlecht. Denn alle Songs haben einen klassischen Touch bekommen und wurden mit dem 'London Scratch Orchestra' eingespielt. Minimalst instrumentiert aber trotzdem oder gerade deswegen mit viel Gefühl und eigenen Ideen. Interessant ist ja die Idee von Peter Gabriel, dass er im Gegenzug zu der Erlaubnis der Original-Künstler zur Verwendung der Songs ihnen erlaubt hat, auch einen Song von ihm zu covern ... und diese CD wird auch irgendwann mal veröffentlicht. Und da freue ich mich auch sehr darauf. Die Cover-Versionen auf 'Scratch My Back' reichen von David Bowie (Heroes) über Paul Simon (The Boy In The Bubble), den Talking Heads (Listening Wind), Lou Reed (The Power Of The Heart), Randy Newman (I Think It's Going To Rain Today), Neil Young (Philadelphia) und Radiohead (Street Spirit) bis zu recht unbekannten Bands und Künstlern wie Elbow, Bon Iver, Arcade Fire, The Magnetic Fields und Regina Spector. Eine sehr ruhige CD ... aber muss man haben. Gabriel, Peter - New Blood Dass es nach dem letzten Output ‘Scratch My Back’, einer CD mit lauter Cover-Versionen und Orchester-Unterstützung, nicht lange dauern würde, bis Peter Gabriel auch eine Orchester-Version eigener Stücke auf den Markt wirft, war mir eigentlich klar. Und es ist auch so weit gekommen, denn ‘New Blood’ beinhaltet ausschließlich Peter Gabriel - Songs, die ausschließlich mit einem Orchester neu aufgenommen wurden. Dass das funktioniert steht außer Frage, denn Peter Gabriel hat so eine außergewöhnliche und wandelbare Stimme, dass er wahrscheinlich sogar eine Heavy Metal-Version von Solsbury Hill hinbekommen würde. Trotzdem ist die Orchester-Version die bessere Wahl. Alle Songs eher ruhig gehalten bekommen so einen magischen Touch, zumal er sich nicht nur auf seine ‘Hits’ beschränkt hat sondern auch so Perlen wie ‘Downside Up’, ‘Wallflower’ oder auch ‘A Quiet Moment’ ausgegraben hat, die so wieder in Erinnerung gerufen werden. Absolute Highlights sind für mich aber ‘San Jacinto’, ‘Intruder’ und ‘Don’t Give Up’, die einfach nur Gänsehaut erzeugen. Ein tolles Weihnachtsgeschenk für alle Musikliebhaber. Die Scheibe MUSS man haben!! Gamma Ray - Blast from the past Im Rock Hard (07/2000) mit 10 (in Worten zehn) Punkten bewertet. Nur keiner weiß warum. Irgendwie muß die Gruppe Gamma Ray an mir vorbeigegangen sein, denn mir war sie (bis zu der Rock Hard-Kritik) völlig unbekannt. Bei dieser Doppel-CD handelt es sich um ein neu eingespieltes Best-Of-Album mit insgesamt 20 Titeln, von denen mir auch nicht einer schon mal zu Ohren gekommen ist. Aber falls noch jemand mit Gamma Ray nichts anfangen kann: es ist eine ziemlich primitive Ratta-Band aus Deutschland, die wohl zurecht von mir nicht beachtet wurde. Gardner, Trent - Leonardo (The Absolute Man) Trent Gardner, seineszeichens Kopf und Keyboarder der Band Magellan, wandert auf Ayreon's Pfaden (nicht musikalisch !!!!) und läd ein paar Gast-Sänger ein, um das Leben von Leonardo da Vinci zu vertonen. Und es gelingt ihm ausgesprochen gut. In der Rolle von Leonardo dürfen wir Dream Theater - Sänger James LaBrie genießen, und zwar herausragend wie auf der DT-Überhammer-Scheibe Metropolis Pt. 2. Außerdem u.a. noch bei den Gesangs-Einkäufen dabei: Robert Berry und Steve Walsh (Kansas). Musikalisch ist das Teil beim ersten Hören etwas sperrig (vor allem wegen den vielen instrumentalen Stücken, die auf Dauer doch etwas langatmig sind), erschließt sich aber von Mal zu Mal auch für den verwöhnten Prog-Freund. Für Dream Theater - Anhänger auf jeden Fall ein MUSS (wegen dem genialen Gesang von James LaBrie). Versierte Cobol-Programmierer werden wenigstens mit dem Titel was anfangen können (ztztzt ... so programmiert man doch nicht), aber mit der Band 'The Gathering' kann wohl fast niemand was mit anfangen. Die Sängerin Anneke van Giersbergen war immerhin schon auf dem Ayreon-Epos 'Into the Electric Castle' zu hören, aber ihre 'Haupt-Band' ist doch in 'normalen' Kreisen reichlich unbekannt. Eigentlich schade, denn, die Gathering-Musik hat doch was ziemlich Neues und Eigenständiges. if_then_else ist bereits die fünfte CD der Holländer, und verglichen mit der ersten CD 'Mandylion' haben sich die Jungs und Mädels ganz schön weiterentwickelt. if_then_else ist eine eher ruhige CD mit wenigen härteren Tönen. Zum relaxen hervorragend geeignet. Lange war es still um die holländische Band um Ausnahme-Sängerin Anneke van Giersbergen. Es gab wohl Ärger mit der Plattenfirma, die die Band in ein anderes musikalisches Korsett zwängen wollte, als die Band sich selbst vorstellte. Deswegen gingen The Gathering von Century Media weg und gründeten ihre eigene Record-Company. Und das Ergebnis des absolut ungezwungenen freien Schaffens ist nun 'Souvenirs'. Und tatsächlich lässt sich The Gathering, die als Dark Metal Band begannen, nicht mehr irgendwo einsortieren. Die kommerziellen Einflüsse, die beim Vorgänger 'if_then_else' noch unverkennbar waren, sind auf jeden Fall total verschwunden und die Musik ist wieder experimentell und erfrischend wie bei 'How To Measure A Planet'. Keine leichte Kost aber auch nach dem zehnten Hören noch spannend. Ich hoffe mal, dass The Gathering mit dieser Scheibe endlich den großen Durchbruch schaffen. Prog-Fans sollten lieber mal vorher antesten. Aber wer Porcupine Tree erträgt, der wird mit 'Souvenirs' bestimmt glücklich. Gathering, The - Sleepy Buildings - A Semi Acoustic Evening Offensichtlich hatten die Holländer bei ihrer alten Plattenfirma 'Century Media' noch Schulden und mussten noch eine CD veröffentlichen. Aber entgegen den Gepflogenheiten der Musikszene in diesen Situationen (siehe z.B. Saga, die nur noch Schrott veröffentlicht haben, bis sie ihre Verpflichtungen erfüllt hatten), haben 'The Gathering' etwas ganz besonderes geschaffen. Ein fast akustisches Konzert, aufgenommen an zwei Tagen im August 2003 in Nijmegen (also sozusagen ein Heimspiel), wobei bei der Songauswahl die ersten sechs Studio-CDs berücksichtigt wurden. Somit kommen wir in den Genuss von außergewöhnlichen Versionen von 14 wirklich geilen Songs, wobei ... wen wundert's bei einer akustischen Show von The Gathering ... vor allem der geniale Gesang von Anneke van Giersbergen im Vordergrund steht. Und die Frau KANN singen, vor allem live immer wieder ein Erlebnis. Deswegen sollten alle Gathering-Fans unbedingt zugreifen. Und die, die es vielleicht noch nicht sind, könnten auch mal ein Ohr riskieren, denn Anneke van Giersbergen hat meiner Meinung nach eine der besten weiblichen Stimmen im Prog-Rock-Genre. Sicher ist es zwischenzeitlich schwierig, die Musik von The Gathering als Prog zu bezeichnen. Wahrscheinlich war das auch schon immer falsch. Denn nur weil Sängerin Anneke Van Giersbergen mal bei Ayreon mitgesungen hat (und zwar so richtig genial auf der Into The Electric Castle), muss sie ja keine Prog-Musikerin sein. Gathering, The - A Noise Severe (DVD) Leider ist die gute Anneke van Giersbergen ja zwischenzeitlich als Sängerin bei The Gathering ausgestiegen. Und es wird sich zeigen, wie es mit dieser Band weiter geht. Aber die vorliegende DVD sollte man sozusagen als Abschluss dieser Ära auf jeden Fall im Regal haben. Aufgenommen in Chile vor einem Wahnsinns-Publikum gibt es ein über 2-stündiges Konzert mit allen Highlights der Band von 'Liberty Bell' über 'Eleanor' bis 'Strange Machines'. Aber auch viel neues Material von der letzten Veröffentlichung 'Home' ist natürlich vertreten. Am meisten überrascht hat mich aber das Publikum, das bei fast jedem Song absolut textsicher ist und mitsingen kann. Tolles Konzert und eine tolle Aufnahme. Als Bonus-DVD gibt es dann noch ein 'Making Of ... ' sowie weiteren Schnickschnack. Muss man haben. Gazpacho - A Night At Loreley (2 CD / DVD) Absolutes Highlight auf dem 2009er Night Of The Prog - Festival auf der Loreley war zumindest für die meisten Besucher die norwegische Band ‘Gazpacho’. Bekannt wurden die Jungs meines Wissens nach vor ein paar Jahren als Vorgruppe von Marillon. Und dann ging’s mit der Karriere steil aufwärts. Nun bin ich ja nicht wirklich Fan von Marillion aus der Nach-Fish-Aera, weil mir Hogarth einfach zu weinerlich ist. Und auch bei dem besagten Konzert auf der Loreley, wo ich zum ersten Mal Gazpacho gehört (und gesehen) habe, hatte ich doch ziemliche Schwierigkeiten, mich mit dem Stil anzufreunden und hab mich ehrlich gefragt, warum so viele Leute mit einem Gazpacho-Shirt rumglaufen sind. Ich fand sie vom ersten Eindruck her einfach nur langweilig und eintönig. Lag vielleicht auch daran, dass an dem selben Tag wirklich (für mich) bessere Bands aufgetreten sind (wie z.B. Arena). Trotzdem habe ich mich nach längerer Zeit entschlossen, den jetzt auf 2 CDs und einer DVD veröffentlichen Gig zu kaufen. Und nach mehrmaligem Hören muss ich doch zugeben, dass ich mich langsam an Gazpacho gewöhnt habe. Wenn man sich mal auf den Sänger Jan Henrik Ohme (der wirklich ein bißchen was von Hogarth hat) eingelassen hat, kommt die Musik teilweise richtig faszinierend rüber. Auf jeden Fall ist viel Gefühl in den Songs (somit ist schon gesagt, dass sich der musikalische Bereich, in dem sich Gazpacho bewegt, meistens eher ruhig und atmosphärisch ist) und die eingängigen Melodien gehen einem teilweise nicht mehr aus dem Kopf. Richtig geil finde ich die dezent eingesetzte Violine und die Parts die eher nach IQ klingen. Nach überschlägigen Recherchen beinhaltet das Konzert die zu der Zeit letzte Studio-Veröffentlichung ‘Tick Tock’ komplett sowie einen Querschnitt der restlichen Alben der Band. Die Doppel-CD ist noch regulär im Handel erhältlich (und belegt in den Amazon-Charts weiterhin Top-Plätze der Album-Charts). Das Package zusammen mit der Live-DVD wird im offiziellen Handel laut Auskunft meiner kompetenten CD-Dealerin vom MediaMarkt nicht mehr vertrieben, ich habe sie aber bei Michael Bäckers CD-Versand von Empire-Music (der mittlerweile auch einen Shop bei Amazon hat) pfeilschnell bekommen. Freunde der ruhigeren Prog-Musik, die Gazpacho nicht kennen, sind mit dieser Live-Veröffentlichung richtig gut bedient. Genesis - Live Over Europe 2007 Ich weiß gar nicht mehr, wie lange ich meine Homepage schon betreibe. Aber so 10 Jährchen dürften es mittlerweile schon sein. Umso erstaunlicher ist, dass ich noch nie eine CD von Genesis kritisiert habe. Gut ... seit 1997 (Calling All Stations) ist auch nix Neues mehr rausgekommen und nach dieser Scheibe war ja auch Schluss mit Genesis. Ohne Phil Collins hat eben schon was gefehlt und Ray Wilson hat ihn als Sänger nicht wirklich ersetzt. Deswegen war die Freude auch groß, als Genesis 2007 mal wieder eine Europa-Tournee in 'Original-Besetzung' (was bedeutet Collins, Banks, Rutherford sowie Daryl Stuermer und Chester Thompson als übliche Live-Gast-Musiker) angekündigt hatten. Weiterhin versprochen war. eine 'überraschende Set-List). Nun war ich auf der Tour leider nicht persönlich zugegen (hatte leider keine Zeit). Deswegen bin ich natürlich überaus glücklich, dass es von der Tour jetzt einen Live-Mitschnitt in Form einer Doppel-CD gibt. Leider nicht von einem einzigen Konzert sondern zusammengestückelt aus 11 oder 12 Auftritten. Aber wahrscheinlich haben sie eh überall das gleiche gespielt. Von einer überraschenden Setlist kann aber leider keine Rede sein. Hat man die 'Three Sides Live' und die beiden 'The Way We Walk' - CDs, hat man praktisch alle Songs schon mal live auf nen Silberling gebrannt. Der einzig wirklich überraschende Song der ganzen Set-List ist für mich dann lediglich 'Ripples' (von 'A Trick Of The Tail'), der dann doch eher unbekannt ist und wenig live gespielt wurde. Alles andere ist wohlbekannt (von Turn It On Again über Land Of Confusion bis Invisible Touch) und wurde wohl deswegen so gemacht, dass auch die nicht unbedingt Die-Hard-Fans von Genesis ein paar Songs kennen. Eigentlich schade. Aber gut, auch die alte Prog-Fraktion kommt mit 'In The Cage' (mit ein bißchen 'Cinema Show'), 'Firth Of Fifth', 'I Know What I Like' oder auch 'Los Endos' auf ihre Kosten. Aber wie gesagt ... eigentlich alles schon mal dagewesen und mehr als 'routiniert' kann man zu der CD eigentlich nicht sagen. Wenigstens durfte Gitarrist Daryl Stuermer mal ein bißchen abseits der Original-Songs ein paar Takte spielen (was vor allem bei 'No Son Of Mine' auffällt. Muss man nicht unbedingt haben. Lieber bis Februar 2008 warten und sich dann die DVD vom Konzert in Rom kaufen. Mit visuellen Effekten kommt ein Live-Konzert von Genesis bestimmt besser als steril auf CD, wenn auch noch das klatschende Publikum dazugemischt wird. Genesis - When In Rome 2007 (DVD) Was erwartet man von einer Genesis-DVD? Perfektion, toller Sound, Berge von Kameras, die das Konzert eingefangen haben, eine brilliante Show als solches natürlich auch. Und was bietet 'When In Rome 2007'? Natürlich genau das. Eine Konzert-DVD, wie sie (fast) besser nicht sein kann. Insgesamt sind in dem Package 3 DVDs drin, zwei davon beinhalten das eigentliche Konzert und DVD 3 ist dann noch ein Tour-Tagebuch. Eigentlich perfekt ... nur ein bißchen ärgerlich finde ich, dass das Konzert auf 2 DVDs verteilt wurde, weil nämlich bei jedem Song noch ein 'Special' aufgerufen werden kann mit irgendwelchen Hintergrund-Geschichten. Zwar richtig interessant und amüsant, aber deswegen hat eben aus Platzgründen das Konzert nicht auf eine DVD gepasst. So muss man mitten im Konzert die DVD wechseln, um in den kompletten Genuss zu kommen. Naja ... Konzert auf eine DVD, Specials auf die zweite DVD und Tour-Tagebuch auf die dritte DVD wäre sicher sinnvoller gewesen ... aber wahrscheinlich musste man wieder mal was neues an DVD-Technik zeigen. Insgesamt aber natürlich ein MUSS für alle Genesis-Fans. Das die Musikwelt DAS noch erleben darf ... geschlagene 22 Jahre nach seiner letzten Solo-CD 'About Face' lässt Pink Floyd - Gitarrist mal wieder eine Solo-CD vom Stapel. Alleine diese Tatsache ist ja schon fast eine Sensation und müsste jeden halbwegs interessierten Musik-Fan dazu veranlassen, diese Scheibe zu kaufen. Aber lohnt sich's auch ? Hmm ... also ich würde diese Frage mit einem deutlichen 'vielleicht' beantworten. Wer ein neues Pink Floyd - Album erwartet, wird natürlich sehr enttäuscht werden (aber gut ... die 2 Solo-CDs von Gilmour klangen ja beide nicht gerade nach Pink Floyd), wer aber das traumhafte Gilmour-Gitarrenspiel mit seinen langen quietschenden Soli liebt, wird schon beim ersten Song 'Castellorizon' (einem Instrumental-Stück) nach 2 Minuten und 15 Sekunden dahinschmelzen. Das kann halt nur der gute David. Auch das folgende Titelstück, lustigerweise mit David Crosby und Graham Nash mit an den Vocals, klingt noch am ehesten nach (jüngeren) Pink Floyd und hätte auch auf der 'Division Bell' oder im instrumentalen Zwischenteil auch auf der 'Animals' drauf sein können. Einfach nur geil. Aber dann ?? Bei 'The Blue' taucht noch ein gewisser Richard Wright an den Vocals auf, weiterhin wirken auf diversen Songs noch Phil Manzanera (Roxy Music ... und wohl die Revanche für die Mithilfe der vorletzen Manzanera-CD), Robert Wyatt und Georgie Fame mit. Und das war's dann auch schon an Interessantem. Herauszuheben sind vielleicht noch die Songs 'Take A Breath' (das ein bißchen flotter daherkommt), 'Smile' und 'A Pocketful Of Stones' (wieder mit der typischen Gilmour-Gitarre). Naja ... seien wir froh, dass uns der Meister überhaupt mal wieder mit einem Output beglückt hat, nötig hätte er es ja beileibe nicht mehr. Und die knapp 52 Minuten vergehen eigentlich wie im Flug, also kann die CD nicht wirklich schlecht sein. Gilmour, David - Remember That Night (DVD) Einer der begnadetsten Gitarristen auf dieser Erde ist sicher Mr. Pink Floyd David Gilmour. Anlässlich seiner letzten Solo-CD 'On An Island' war der gute Mann unter anderem mit Floyd-Keyboarder Rick Wright (!!) und weiteren hochdekorierten Musikern (wie z.B. Phil Manzanera von Roxy Music oder auch Dick Parry ... der ja schon auf der 'Wish You Were Here' das Saxophon gespielt hat) unterwegs. Ein absolut besonderes Konzert gab es aber in London in der Royal Albert Hall, denn dort gab's noch mehr Gäste zu bestaunen. David Crosby und Graham Nash (von Crosby,Stills, Nash & Young) zum Beispiel, die vor allem bei 'Shine On You Crazy Diamond' mit ihrerm mehrstimmigen Gesang Gänsehaut garantieren (nur geil), Robert Wyatt (der nur gefühlvoll die Trompete bearbeitet) und David Bowie, der bei 'Arnold Layne' und vor allem bei 'Comfortably Numb' den Song zu einem Bowie-Stück mutieren lässt. Ein einfach nur sensationelles Konzert (über die Light-Show muss man ja nicht diskutieren ... das ist auch vom Feinsten). Alleine diese erste DVD rechtfertigt den Kauf unbedingt. Das Teil gibt's aber noch in einer 2 Disc Special Edition, die noch 13 Bonus-Tracks beinhaltet (teilweise von anderen Konzerten ... wie z.B. Comfortably Numb ohne Bowie usw.), einem Road-Movie (das allerdings alleine schon durch die Kameraführung um Klassen besser ist, als das was man sonst von so Bonus-DVDs kennt) und sonstigem Schnickschnack. Hier gibt es nur eine Empfehlung: KAUFEN, auch wenn's ein Schweinegeld kostet. Gläser, Patrick - Orgel rockt (Die Live-CD) Leute Leute ... ich habe ja schon einige Merkwürdigkeiten in meinem CD-Player gehabt. Sei es Smoke On The Water gespielt vom Spielmannszug Leinfelden-Echterdingen oder in einer Ska-Version. Aber dass Rock-Musik auf einer Kirchenorgel funktioniert, hätte ich nie gedacht. Legt Euch gleich mal 16 Euro zur Seite, lest diese Review noch durch und bestellt das Teil. Patrick Gläser, der 1971 geborene Inhaber der SOUNDmanufaktur (ein Projektstudio in Öhringen, Baden-Württemberg), hat für die vorliegende CD Rock- und Pop-Titel sowie Filmmusiken für Kirchenorgel arrangiert und von Konzertmitschnitten aus St. Joseph (in Öhringen) und St. Kilian (in Möckmühl) zusammengestellt. Und ich kann Euch versprechen, dass das absolute Gänsehaut gibt. Zwar ist das Live-Erlebnis ein bißchen ‘getrübt’, weil der Applaus (bis auf den Schluss) rausgeschnitten wurde, aber trotzdem kommt durch die nur dezente klangliche Bearbeitung die Live-Atmosphäre des Instrumentes rüber. Freut Euch auf insgesamt 19 Titel und 74 Minuten geniales Hörerlebnis der besonderen Art. Titel wie ‘Eye Of The Tiger’, ‘Nights In White Satin’, ‘Nothing Else Matters’ (genial), ‘Sailing’, ‘Das Boot’, ‘Bohemian Rhapsody’ (mein absolutes Highlight), ‘Paint It Black’ oder auch ‘Music’ von John Miles gespielt auf einer Kirchenorgel werdet Ihr so schnell nicht vergessen. Einfach sensationell. Mit dem Namen Thomas Glönkler dürften jetzt wohl die wenigsten Leser meiner Homepage was anfangen können. Vielleicht kennen einige von Euch noch die deutsche Prog-Band ICU (die meines Wissens nach aus dem nördlichen Schwarzwald stammte), die zumindest ich mindestens einmal live gesehen habe (und zwar als Vorgruppe von Pendragon im Jahr 1994 in Stuttgart in der Röhre ... und das kann ich mir auch nur deshalb so gut merken, weil die Band ICU damals ihren Gig mit der Begründung 'für uns ist es was Besonderes, für Pendragon ja nur ein weiteres Konzert' ewig verlängert hatten und Pendragon dann auftreten mussten, als fast alle Zuschauer schon gegangen waren, weil die letzte S-Bahn gefahren war ... damals hatte ich dann beschlossen, die Band NICHT zu mögen, ich fand das einfach frech, denn außer dem dreiköpfigen Fanclub kam wohl niemand wegen ICU zu dem Gig). Aber ich will ja nicht nachtragend sein, denn Thomas Glönkler war Gitarrist und Haupt-Song-Schreiber von ICU und die Band hat sich 1997 aufgelöst. Inzwischen hat Thomas Glönkler sein Studium beendet, ist bildender Künstler, hat eine Familie gegründet und in den letzten 4 Jahren auch noch an dem jetzt vorliegenden, rein instrumentalen Album 'Auszeit' gearbeitet. Glönkler spielt darauf Gitarre und Keyboards, wird dabei von Eva-Maria Baumann an der Flöte begleitet und Christoph Wieland steuert auf 2 Tracks noch eine elektrische Gitarre bei. Nun kann ich mich nur noch dunkel an die Musik von ICU erinnern (es war glaube ich so krautiger Prog-Rock im Stile der 70er Jahre mit gleichzeitig ner Dia-Show und so Schnickschnack), aber die heutige Musik von Thomas Glönkler hat damit nur noch recht wenig zu tun, denn 'Auszeit' ist ein ruhiges, melancholisches Album mit fast nur akustischer Gitarre und einem dezenten Keyboard-Teppich, dessen Fragilität ab und zu noch durch feine Flöten-Klänge verstärkt wird. Eher 'lustig' finde ich ja die Song-Titel wie z.B. 'Bekiffte Schnecken', 'Der Frosch', 'Kjölur' oder auch 'Elias im Zauberwald'. Aber zum Glück gibt das Booklet Aufschluss, denn hier hat Thomas Glönkler zu jedem Song noch eine kleine 'Entstehungsgeschichte' beigesteuert. Wer auf akustische Instrumentalmusik steht und mal wieder was zum Relaxen braucht, sollte sich diese Veröffentlichung von Quixote-Music anschaffen und den Gebrauchshinweis 'Laut hören bei Wein und Kerzenschein!' befolgen. Ich finde die CD einfach schön. Mehr Infos gibt es auf der Homepage von Thomas Glönkler. Glönkler, Thomas - Goldstadt Von Thomas Glönkler habe ich ja schon die Vorgänger-CD ‘Auszeit’ besprochen, das ein rein instrumentales und sehr ruhiges Album war. Mit ‘Goldstadt’ legt nun Thomas Glönkler, seinerzeit Mitglied der deutschen Prog-Band ICU, ein Konzeptalbum vor, das von der Zerstörung der Goldstadt (also Pforzheim, das Herz der Goldverarbeitung in Deutschland) im 2. Weltkrieg handelt. Er versteht dabei die CD als Trauer- und Gedenkarbeit. Nachdem Thomas Glönkler in der Nähe von Pforzheim wohnt, war es ihm ein Anliegen, dass die Zerstörung nach dem Bombenhagel der Royal Airforce am 23. Februar 1945 mit über 17.000 Toten nicht in Vergessenheit gerät. Und durch die Befragung von Zeitzeugen und das Lesen von vielen Büchern über das Thema ist eine ziemlich bedrückende CD herausgekommen, die man auf jeden Fall am Stück anhören sollte, um die ganze Geschichte zu verstehen. Besonders ‘übel’ (und das meine ich jetzt im positiven Sinne) finde ich das eingefügte Interview im Song ‘Inferno’ mit Erzählungen von Karl Baumann, der das mitgemacht hat. Musikalisch ist die CD dem Thema angemessen naturgemäß ziemlich ruhig und traurig, zwischendurch kommen aber
Gno - Cannibal Tango Rockmusik aus Frankreich ist auf meiner Homepage zwar ziemlich selten vertreten (ich erinnere mich gerade an Lazuli oder Nebuleyes), ist aber immer etwas Besonderes. Und auch die 3 Jungs der Band Gno (auf dem ‘o’ ist übrigens noch ein ^, also ein Zirkumflex oder wie das Teil genannt wird, die Band heißt somit eigentlich Gnô, aber ich bin jetzt zu faul, das Teil immer drauf zu setzen) haben mich bereits beim ersten Hören der CD ziemlich überzeugt. Zuerst fällt mal richtig positiv auf, dass die Sänger (alle drei Musiker werden als Lead-Vocalisten bezeichnet) absolut perfekt und akzentfrei englisch singen (was nicht oft vorkommt). Somit fällt es ziemlich schwer, bei Gno auf eine französische Band zu kommen. Und auch die Musik erinnert mich schwer an ‘Little King’ (siehe meine Reviews), die Band könnte also locker aus den Staaten kommen. Wobei der Vergleich mit ‘Little King’ nur auf die neuere Scheibe (Legacy Of Fools) zutrifft. ‘Cannibal Tango’ ist also fetter Gitarren-Rock mit sehr eingängigen Melodien. Und neben dem wirklich tollen Gitarrenspiel von Christophe Godin (teilweise ganz geniale Riffs!!) überzeugt auch die Rhythmus-Gruppe mit Julien Rousset (Drums) und Gaby Vegh (Bass ... das ist allerdings ein Mann, was der Vorname nicht wirklich verrät). Dass die Jungs auch eine Menge Humor zu haben scheinen, kann man erkennen, wenn man sich die Fotos auf der CD-Verpackung anschaut und sich den fast 19-minütigen Titel ‘Inner Feelings’ anhört, der in Klammern auch noch mit ‘Silence’ betitelt ist. Ihr ahnt es schon ... erst gibt es über 13 Minuten einfach nichts und dann verzweifelte Versuche, einen Titel a capella zu singen um immer wieder in Lachkrämpfe auszubrechen. Einfach nur nett. Die CD wird am 10.06.2011 veröffentlicht und ich kann sie ganz locker empfehlen. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage. Ja ja ... ich weiß. Manche werden denken, jetzt fängt er auch noch an, primitiven Nu-Metal zu kritisieren. Okay, alle die so denken, sollten jetzt einfach die nächsten zwei Reviews überspringen. Allen Anderen habe ich einen 'so ne Art' Geheimtip, denn die Bostoner Band um Sänger Sully Erna macht absolut fette gitarrenlastige Metal-Mucke, wobei ab und zu so leichte Ähnlichkeiten zu 'Fates Warning' oder auch 'OSI' (aus der Disconnected-Phase und wegen den Gitarren-Riffs) zu erkennen sind (vor allem beim Opener 'Straight Out Of Line'). Natürlich sollten ausgesprochene Proggies erst mal ein Ohr riskieren, bevor sie ihre Euros zum Fenster schmeissen. Aber Liebhaber von härteren Prog-Metal-Bands (so wie ich) könnten an Faceless ihre helle Freude haben. (Noch ein kleiner Tip: Hört Euch die CD auf einer gescheiten Anlage an ... Song 7 'I Fucking Hate You' und Song 8 'Releasing The Demons' bietet noch einen fetten Bass unter 50 hz, der den Betonboden mitschwingen lässt ... sowas mag ich !!). Ganz interessant finde ich auch, dass nach 10 Metal-Krachern mit 'The Awakening / Serenity' auch noch eine ganz andere, ruhige Seite von Godsmack gezeigt wird. Mein Dank geht somit an eine Geschäftskollegin, die mir diese CD aufs Auge gedrückt hat (Aua). Habe ich die Vorgänger-CD 'Faceless' noch so richtig gelobt, bin ich von 'The Other Side' doch ziemlich enttäuscht. Harte Nu-Metal-Jungs machen ne Akustik-EP ... also mich haut's überhaupt nicht vom Hocker. Sänger Sully singt zwar auch 'ruhig' gut, aber der Rest ist dann doch eher öde ... oder zumindest nix für mich. Die Songs (fast alles 'alte Heuler') zünden mit viel mehr Drive einfach auch mehr. Schade. Godspeed You ! Black Emperor (GY!BE) - Yanqui U.X.O. Und noch ein Tip aus meinem Gästebuch. Nach meiner Sigur Rós - Review hat mir Jörg Neumann in die Meckerecke geschrieben, dass ich doch mal die kanadischen Jungs von GY!BE ausprobieren soll. Und auch hier muss ich mich fragen, welchen Drogencocktail muss man eingenommen haben, um so eine abgefahrene (rein instrumentale Musik) zu machen. Fünf bzw. drei Titel (1&2: '09-15-00', 3: 'rockets fall on Rocket Falls', 4&5: 'motherfucker = redeemer') sowie der CD-Titel 'Yanqui U.X.O.' zeigen aber, dass man auch ohne Worte (bzw. Gesang) eine politische CD machen kann, wenn man mal dahinter kommt, was die Jungs damit sagen wollen. 'Yanqui' ist die mexikanische Bezeichnung für den Krieg mit den USA im 19. Jahrhundert, U.X.O. ist die Abkürzung für 'unexploded ordnance' und gemeint sind damit Landminen und Streubomben. Am 15.09.2000 ist Israels Ober-Politiker Ariel Sharon, umrahmt von 1000 israelischen Soldaten in palästinensischem Gebiet (in der heiligen Stätte Al-Haram Ash-Sharif) rumspaziert und hat damit eine weitere Terror-Welle ausgelöst und die restlichen Titel sprechen dann für sich. Musikalisch bewegen sich GY!BE irgendwo zwischen experimentellen früheren Pink Floyd und den obengenannten Sigur Rós, schrecken aber auch nicht davor zurück, schamlos bei alten Klassik-Stücken zu klauen. Produziert wurde das Teil übrigens von Steve Albini, der u.a. auch schon für Nirvana verantwortlich war. Und wer dann noch wissen will, welche Plattenfirma in welche Rüstungsgeschäfte verstrickt ist, schaut sich die CD-Verpackung einfach ein bißchen genauer an. Auf jeden Fall eine hochinteressante CD, die allerdings nicht ganz einfach zu verdauen ist. Tja, nun wird sich der regelmäßige Leser dieser CD-Kritiken wieder fragen, was eine Goisern-CD hier zu suchen hat. Hubert von Goisern, dem breiten Publikum eher bekannt als österreichischer Volksmusik-Fuzzi (wer kennt es nicht, das Hiatamadel, das er nicht mag weil's keine dicken Waderln hat), ist meiner Meinung nach einer der verkanntesten Musiker der deutschsprachigen Szene. Okay, mit seinen 'Original Alpinkatzen' hat er schon ein paar musikantenstadel-verdächtige Liedchen zum Besten gegeben. Aber wer sich mal die obergeniale Doppel-Live-CD 'Wia die Zeit vergeht' in aller Ruhe reingezogen hat, wird festgestellt haben, daß H.v.G. mehr ist als ein oberflächlicher Vertreter der leichten Muse. Außerdem zeichnet ihn die Arbeit mit begnadeten aber unbekannten Musiker aus (das Gitarrensolo bei 'Weit, weit weg auf der Live-CD ist einfach grandios). Und nach Abschluß der Alpinkatzen-Zeit und zwei Selbstverwirklichungs-CDs mit tibetanischen Musikern ist er nun zurück in 'normalen' Gefilden. Die neue CD 'Fön' ist nachdenklich, kritisch und musikalisch eher im Bereich 'Liedermacher' anzusiedeln. Ich finde die CD hervorragend. Und wer das 'Rätsel' im Songtext von 'Kalt' nicht selber lösen will, hier die Auflösung: "Die heutige Form des Zusammenlebens ist denaturiert. Partnerschaft besteht aus Funktionen. Dem dienenden und dem führenden Teil. Ich werde die Verfügbarkeit der Mütter für die Familie sicherstellen. Am Kärntner Wesen kann auch diesesLand genesen. --- Die Schweinehirten und Parasiten, die keine Leistung erbringen, die Blutegel, die Blinddärme, ständig gereizt und für nichts gut, dieser marxistisch verstrahlte Giftpilz, diese Missgeburt. Wir sind das Schädlingsbekämpfungsmittel. --- Dr. J. Haider" Noch Fragen ???? Und eine weitere Veröffentlichung von Hubert v.G. nach seinem tibetanischen Selbstfindungstrip. Dieses Mal interpretiert er Volkslieder, die (laut Hubert v.G.) die 'Ursubstanz seines musikalischen Ausdrucks' sind. Naja, die Liedchen sind alle recht lustig und teilweise auch bitterbös, aber insgesamt, auch durch die recht spärliche Instrumentierung, recht langweilig. Die oben kritisierte CD 'Fön' ist auf jeden Fall der bessere Kauf. Jeder noch so ambitionierter Hobby-Musiker wird nach dem ersten Hören der neuen Gordian Knot-CD wohl sein Instrument in die Ecke werfen und mit Hallen-Jojo anfangen. Was Bassist Sean Malone (im Moment auch bei O.S.I. aktiv) hier abliefert, lässt ihn locker in einer Liga mit so Ausnahme-Könnern wie John Myung, Tony Levin (was die Bass-Gitarre betrifft) oder Don Schiff (am Chapman-Stick) spielen. Neben ein paar (mir) unbekannteren Musikern dürfen dann so illustre Gäste wie Bill Bruford, Steve Hackett und Jim Matheos mitmachen, was der CD dann sowohl den speziellen Reiz aber auch die teilweise Unanhörbarkeit gibt. Jeder zeigt ausführlich was er kann und dabei kommen dann die Melodien zu kurz. Und Ausflüge Richtung Jazz haben bei mir einer CD-Bewertung noch nie gut getan. Deswegen gibt's als Fazit. Für Musiker und Perfektions-Freaks vielleicht das Highlight des Jahres. Otto Normalhörer sollte vielleicht eher die Finger davon lassen oder zumindest vorher mal reinlauschen. Nach zwei recht guten Scheiben in der Anfangszeit der Schweizer Band (1992 und 1993), bei denen man richtig Hoffnung haben konnte, daß sich bei unseren Alpen-Nachbarn auch im Melodic-Rock-Bereich was entwickeln könnte, war ich von den nachfolgenden CDs, vor allem der letzten Studio-CD 'Open', doch schwer enttäuscht. Die Tatsache, daß es die Unplugged-Live-CD 'Frosted' mittlerweile zum Nice-Price gibt, hat mich allerdings dazu verleitet, das Teil zu kaufen. Und ich muß zugestehen, daß mir gefällt was ich höre. Vor allem die auf den Studio-Scheiben doch recht langweiligen Songs kommen, nicht zuletzt durch die Live hervorragende Stimme von Sänger Steve Lee, richtig gut rüber. Insgesamt eine schöne, ruhige CD zum 'nebenherhören'. Aufgrund der Tatsache, daß ich von der Unplugged-CD der Schweizer (s.o.) doch recht angetan war, habe ich es gewagt, das neue Studio-Werk zu kaufen. Und ich bin schon wieder positiv überrascht. Kein Vergleich zu der Schrott-CD 'Open'. Ich finde, im Melodic-Rock-Bereich können Gotthard mittlerweile wieder in der ersten Liga mitspielen, obwohl sich dort eine Reihe von guten Bands tummeln. Eine CD ohne Ausfälle, die in die Richtung Bon Jovi und den ganzen MTM-Bands wie Guilt of Ages, Hugo, Steelhouse Lane usw. geht. Ein ziemlich überraschendes und gutes Album erblickte Anfang April 2007 in der Nähe des Urals in Russland das Licht der Welt. Denn was die 4 Jungs von 'The Gourishankar', Vlad MJ Whiner (Vocals), Doran Usher (Keyboards), Nomi Agranson (Gitarre) und Cat Heady (Drums) abliefern, ist wirklich erste Sahne. Ziemlich viel Instrumental-Musik mit vergleichsweise wenig Gesang, die ich so in Richtung Neo-Prog mit 70er-Einflüssen und einigen elektronischen Gimmicks beschreiben würde. Doch auch die Nähe zum Orient kommt teilweise durch. Richtig begeistert bin ich vor allem von den ziemlich genialen Keyboard-Parts (und die sind recht häufig, denn die Musik ist schon etwas Keyboard-lastig), denn Doran Usher hat von Rick Wakeman (z.B. im ersten Stück 'Moon 7) bis zu früheren Mark Kelly-Läufen (manchmal klingts voll von Garden Party abgekupfert ... hört Euch nur mal 'Endless Drama' an) alles richtig perfekt drauf. Absolute Highlights sind aber auf jeden Fall das über 11 Minuten lange Instrumental-Stück 'Syx' sowie der 18-Minuten-Hammer 'Marvelous Choice' mit tollen Breaks und Gefrickel ohne Ende. Da haben die Jungs von Unicorn Digital mal wieder ein echtes Sahnestückcken veröffentlicht. Und Kenner dieses Labels wissen jetzt auch schon, dass mal wieder der fleißige Richard Addison einen tollen Sound gemastert hat. Infos über die Band gibt es unter www.gourishankar.com. Gourishankar, The - Close Grip The Gourishankar haben ja mit ihrer CD '2nd. Hands' im Jahr 2007 die Prog-Szene ziemlich aufgemischt. Durchweg gute bis hervorragende Kritiken (einschließlich von meiner Wenigkeit) waren die Folge und der Beweis, dass auch im Ural ein paar Musik-Perlen versteckt sind. Unicorn Digital hat sich wegen dem großen Erfolg der CD deshalb entschlossen, das Vorgängeralbum 'The Close Grip' wieder zu veröffentlichen. Die Ursprungs-Scheibe ist aus dem Jahr 2003 und zeigt ganz deutlich, wie sich die Band im Laufe von 4 Jahren weiterentwickelt hat. Und das nicht nur spieltechnisch sondern auch stilmäßig. Denn 'Close Grip' könnte man fast als Prog-Metal-Album durchgehen lassen. Ziemlich harte Gitarren zwischendurch, viel Gesang und weniger Keyboard. Also genau andersrum wie auf 2nd. Hands. Dort ist die Musik ja ziemlich keyboardlastig. Eigentlich kann man fast nicht glauben, dass es sich hierbei um die gleiche Band handelt. Aber ist so ... sogar die Musiker sind die Selben. Gut, ein reines Prog-Metal--Album ist 'Close Grip' natürlich nicht, denn vor allem bei den längeren Songs ('Sweet Earth' mit 8 Minuten, 'Wind Of Night' mit 9 Minuten oder auch 'Autumn Frost' mit fast 11 Minuten) geht's auch recht ruhig und proggig zur Sache. Insgesamt eine ziemlich interessante CD, die allerdings nicht ganz an die (ziemlich hohe) Qualität von 2nd. Hands heranreicht. Trotzdem kann ich hier eine Kaufempfehlung abgeben. Mehr Infos gibt es auch auf der Band-Homepage. Kritik von Siggi Greck: Und meine Meinung dazu: Fast ein Jahr habe ich diese CD gesucht und nirgends bekommen. Irgendwo, ich glaube im 'Empire' hatte ich eine Lobeshymne auf diese Scheibe gelesen und mußte sie einfach haben. Über www.amazon.de hatte ich nun Glück und der Silberling läuft und läuft und läuft in meinem CD-Player. Aber auch nach zig-fachem Hören bin ich noch nicht dahintergekommen, an was mich Greyhaven erinnert. Irgendwie kommt's mir bekannt vor aber ich habe keine Idee. Sollte jemand nach meiner Kritik auf den Trichter gekommen sein, die CD zu kaufen, bitte ich inständig um einen Tip. Musikalisch kann ich die Scheibe in keine Schublade stecken, dafür ist sie viel zu vielseitig und abwechslungsreich. Marillion, Arena, Pain of Salvation, ein bißchen Yes und und und. Und wer's bis jetzt noch nicht gemerkt hat ... ich bin von Greyhaven total begeistert und möchte allen nur halbwegs auf gute Musik stehende Leser die Empfehlung aussprechen: KAUFEN !!!!!!!!!! Auch wenn Herbert Grönemeyer nicht unbedingt hier auf meiner Prog-Rock-Seite was zu suchen hat, möchte ich trotzdem kurz auf seine neue CD 'Mensch' hinweisen (weil ich davon ausgehe, dass zumindest einige meiner Leser früher auch mit Grönemeyer was anfangen konnten), zumal 'Mensch' seine erste CD nach dem Tode seines Bruders und seiner Frau (innerhalb einer Woche) vor vier Jahren ist. Neben dem Titelsong 'Mensch', der ja zwischenzeitlich Platz 1 der deutschen Charts erreicht hat (was ja normalerweise eher schlecht ist) sind noch einige gute und zum Teil auch innovative Lieder vorhanden, die absolut hörenswert sind (z.B. 'Neuland' über die noch nicht abgeschlossene Wiedervereinigung), aber auch völlig unnötiges Zeugs (wie z.B. 'Viertel Vor') und traurige Balladen (wie z.B. 'Der Weg'). Nach der (meiner Meinung nach schlechten) letzten CD 'Bleibt alles anders' aber auf jeden Fall wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Für eine Punktebewertung auf einer Prog-Seite ist es natürlich etwas schwierig. Aber wenn 'Bochum' 10 Punkte hätte und 'Bleibt alles anders' vielleicht 4 Punkte, so würde ich für 'Mensch' 7,5 von 10 Punkte vergeben. Guano Apes - Don't give me names Dem Erstlingswerk (Proud lika a god) sehr ähnlich. Vielleicht nicht ganz so chaotisch. Mit einer guten Cover-Version von 'Big in Japan' (Alphaville). Guano Apes - Walking On A Thin Line Auch die dritte Scheibe der deutschen Band Guano Apes bringt für meine verwöhnten Ohren nicht wirklich was Neues (obwohl das ja felsenfest behauptet wird). Naja, vielleicht habe ich ja einfach keine Ahnung. Aber mit 'Walking On A Thin Line' begeistern mich die Jungs und das Mädel nicht wirklich. Ein paar nette Songs (wie z.B. die Single-Auskopplung 'You Can't Stop Me'), aber mehr auch nicht. Und ich gebe ja zu, dass die Guano Apes eigentlich auch nichts hier auf einer Prog-Seite zu suchen haben. Guilt Machine - On This Perfect Day Und noch ein Projekt von Ayreons Mastermind Arjen Lucassen. Dieses Mal nennt es sich 'Guilt Machine' und mit von der Partie sind Jasper Steverlinck als Sänger, Lori Linstruth an der Gitarre (die kennt man noch von 'Stream Of Passion'), Chris Maitland an den Drums (der trommelte schon mal für Porcupine Tree) und natürlich Arjen himself, der den ganzen Rest übernommen hat. Wo Arjen Lucassen draufsteht ist natürlich auch Arjen Lucassen drin ... doch ist 'Guilt Machine' doch ein bißchen anders als die anderen Veröffentlichungen des Holländers. Klar kommt ab und zu Ayreon durch (z.B. gleich beim Opener 'Twisted Coil', mit fast 12 Minuten auch gleich der längste Song der CD), aber vor allem Sänger Jasper Steverlinck, der in Rock- und Prog-Kreisen bis dato ja völlig unbekannt war (soviel ich weiß ist der gute Mann Belgier und singt bei der Indie-Band Arid) reißt's echt raus und macht einen ganz tolle Job. Da sieht man mal wieder, dass weniger machmal mehr ist. Anstatt Berge von Gast-Sänger und -Sängerinnen einzuladen setzt Arjen dieses Mal nur auf ein 'Pferd' und hat das genau richtig gemacht. Jasper Steverlinck gelingt es doch tatsächlich, sowohl die vielen ruhigen und gefühlvollen Passagen zu singen als auch bei den (zwischendurch eingestreuten) härteren Parts mit Glanz zu bestehen. Interessant ist auch die Idee, dass Arjen im Vorfeld seine Fans dazu aufgefordert hatte, Gedanken über Schuld, Wut und Angst per Audio-Datei an ihn zu schicken und ein paar davon wurden jetzt auf der CD auch verewigt. Okay, die Idee ist nicht ganz neu (Daniel Gildenlöw von Pain Of Salvation hat das auch schon mal gemacht mit einem Anrufbeantworter von Gott), trotzdem schön, dass sich die Fans so einbringen können. 'On This Perfect Day' ist auf jeden Fall neben diversen Ayreon-CDs sicher eine der Besten Veröffentlichungen von Arjen Lucassen und hier nur zu empfehlen. Die CD gibt es auch noch mit einer Bonus-DVD mit diversen Bonus-Tracks, einem Trailer sowie einem 40-minütigen Interview mit der Band. Gutzeit, Sascha - Trassenfieber Sascha Gutzeit ist ein Sänger, Gitarrist und Pianist aus Wuppertal. 'Trassenfieber' ist sein bereits achtes Album und beschreibt in den 12 Songs die Zugfahrt zwischen Wuppertal-Vohwinkel und Wuppertal-Wichlinghausen mit der Rheinischen Eisenbahn. Und das alles ein bißchen in rheinischer Mundart. Und bei den Songs ist von rockig ('Trassenfieber', 'Es fährt kein Zug nach Nirgendwo') bis gefühlvolle Ballade ('Mädchen vom Heubruch') alles vertreten. Und einen Gast-Sänger-Auftritt von Wolfgang Niedecken (BAP) bei der deutschen Cover-Version von Bob Dylan's 'I'll be staying here with you' gibt es noch obendrauf. Und damit ist auch ein bißchen beschrieben, mit was man die Musik von Sascha Gutzeit ein bißchen vergleichen könnte. BAP, Bob Dylan usw. kommt da schon ungefähr hin. Und die Texte sind auch richtig schön und regen teilweise zum Nachdenken an. Wer auf deutsche Musik in Richtung Singer / Songwriter steht, sollte die neue CD von Sascha Gutzeit auf jeden Fall mal antesten. Mehr Infos gibt es auf seiner Homepage sowie natürlich auf MySpace. Produziert wurde die Scheibe übrigens von Andreas Herr, der auch schon mit Reamonn und Such a Surge gearbeitet hat.
Hackett, Steve - To Watch The Storms Zu Steve Hackett hatte ich bis jetzt ein eher gespaltenes Verhältnis. Geniale Outputs (wie z.B. die nur empfehlenswerte CD 'Genesis Revisited') aber auch wirklich Musik jenseits von gut und böse (wie z.B. 'Darktown' ... da spingt man nach dem Hören vor lauter Depressionen aus dem Fenster) machten ihn zumindest für mich unberechenbar. Und auch sein neuestes Werk 'To Watch The Storms', in der limitierten Version zugegebenermaßen wirklich ganz toll aufgemacht mit dickem, fettem Booklet, weckt in mir nicht gerade Begeisterungsstürme. Von akustisch melodisch (z.B. der Opener 'Strutton Ground') über lustig ('Circus Of Becoming') und chaotisch ('Mechanical Bride') bis toll ('Wind, Sand and Stars' als typischer Hackett der früheren Jahre mit genialer Akustik-Gitarre und Keyboardteppich) ist mal wieder alles vertreten und ist somit weder Fisch noch Fleisch. Okay, man kann Herrn Hackett somit nicht absprechen, eingefahren zu sein. Aber mit diesem wirklich großen Mischmasch kann er es halt nicht schaffen, dass jemandem die CD komplett gefällt, weil immer Songs dabei sein werden, die man einfach schrottig findet. Deswegen gibt es zwar keine Höchstnote aber natürlich auch keine Punkte aus der unteren Skala. Insgesamt möchte ich CD also als 'interessant' bezeichnen. Der Ex-Frontmann von Spandau Ballet in einem Live-Konzert von 1999. Wer seine Stimme mag, liegt bei diesem Album genau richtig. Ein wenig enttäuschend ist, daß kein Song aus seiner 'alten' Zeit bei Spandau Ballet vertreten ist. Härtling, Peter - liest Schumanns Schatten Meine Homepage steht ja unter dem Motto 'Prog-Rock aber auch anderes komisches Zeugs'. Und die CD von Peter Härtling gehört dann eindeutig zur zweiten Kategorie. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen ist meine neueste Gast-Kritkerin Meryem Ergün der Meinung, dass es sich absolut lohnt, auch mal weit weg von Prog und Metal eine CD intensiv zu hören. Hier ihre Review: Die CD "Schumanns Schatten" - eine Produktion des WDR - ist ein Hörspiel basierend auf den Auszügen aus dem Roman "Schumanns Schatten" von Peter Härtling. Die CD kann also nur empfohlen werden. Veröffentlicht wurde sie auf dem Klassiklabel Querstand. Dort kann sie auch für derzeit 19,50 Euro bestellt werden. Erhältlich ist sie aber auch bei Amazon (für zur Zeit 19.99 Euro ... dort als Suchbegriff 'Peter Härtling' eingeben und in der Kategorie Pop -warum auch immer- suchen). Jaja ... es gibt sie noch. Daryl Hall und John Oates, in den frühen Achtzigern mit so genialen Hits wie 'Maneater' oder 'I Can't Go For That' weit oben in den Charts, haben es gewagt und mit 'Do It For Love' eine neue Scheibe rausgebracht, die in den einschlägigen Melodic-Rock-Gazetten richtig hochgelobt wird. Ich finde sie dann zwar glasklar und sauber produziert aber insgesamt ganz schön seicht und somit auf Dauer etwas langweilig. Für den Proggi dann eher nicht interessant. Haken - Aquarius Wow ... endlich mal eine richtige Neuentdeckung im Prog-Bereich. Die Band ‘Haken’, gegründet 1997 in London, haben in der letzten Zeit schon ein paar Live-Auftritte als Vor-Band von Riverside, Kings X, Bigelf und To-Mera gehabt und die Reaktionen auf die Musik der Band waren äußerst positiv. Das Line-Up besteht aus der klassischen Prog-Zusammensetzung, also 2 Gitarristen, Keyboard, Bass Drums und Sänger. Musikalisch könnte man ‘Haken’ als eine Schnittmenge aus IQ und alten Genesis bezeichnen, denn neben dem bombastischen Sound kommen ab und zu Anleihen aus den frühen 70ern der alten Genesis zum Vorschein, und das macht die Musik äußerst interessant. Aber auch ein paar fette Gitarren-Riffs im Stile von Dream Theater und Konsorten werden zwischendurch eingestreut. Einen einzelnen Song herauszuheben verkneife ich mir jetzt, denn alle Stücke (mit einer Länge zwischen knapp 7 und fast 17 Minuten) haben etwas faszinierendes. Tolles Piano, geile Gitarren zwischendurch, herrliche Breaks ... Progger-Herz was willst Du mehr. Ich hoffe mal, dass Haken kein Geheimtipp bleiben sondern sich mit ihrer tollen Musik in den Prog-Kreisen durchsetzen werden. Verdient haben sie’s auf jeden Fall. Erwähnen möchte ich noch, dass die Scheibe in den holländischen Spacelab-Studios produziert wurde, wo u.a. schon Everon und Wolverine CDs eingespielt haben. Gemastert wurde dann auf der Eroc Mastering Ranch (und Eroc dürfte den Älteren unter uns auch noch was als Musiker sagen). Dies bedeutet dann auch noch, dass die CD einen exzellenten Sound besitzt. Wirklich gut gemacht für ein Debut-Album und ich freue mich schon auf den Nachfolger. Mehr Infos gibt es auf der MySpace-Seite der Band. Gast-Kritik von Georg Loegler Hamadryad - Save In Conformity In den einschlägigen Prog-Magazinen wurde die 5-köpfige kanadische Prog-Band 'Hamadryad' nach der 2001er-Veröffentlichung 'Conservation Of Mass' in den höchsten Tönen gelobt und die einhellige Meinung könnte man unter 'Yes Retro-Prog' zusammenfassen, wobei vor allem Sänger Jocelin Beaulieu anscheinend großen Anteil hatte. Leider ist diese CD völlig an mir vorbeigegangen, deswegen kann ich jetzt nichts dazu sagen, ob das alles so richtig war. Ärgerlicherweise ist im Jahr 2002 eben dieser Sänger aus der Band ausgestiegen, die Band war erst mal geschockt und die Aufnahmen zum Nachfolge-Album wurden erst mal auf Eis gelegt. Zwischenzeitlich hat sich herauskristallisiert, dass Bassist Jean-Francois Désilets den Sänger-Part übernehmen kann ... allerdings mit der Änderung, dass Jean-Francois meiner Meinung nach locker als Peter Gabriel - Klon (zur Lamb Lies Down -Aera) durchgehen könnte. Und die Musik zu 'Save In Conformity' hat sich dieser Tatsache irgendwie angepasst. Man könnte also das neue Werk unter 'Genesis Retro-Prog' zusammenfassen, wobei aber nicht nur alte 70er-Genesis herauszuhören sind (das ist eh nur die Stimme des Sänges) sondern eher Sachen aus den 80ern (wie 'Duke' mit Peter Gabriel oder so ähnlich). Absolut klasse finde ich und so vergehen die ersten 30 Minuten der CD wie im Fluge und der Retro-Proggie schwebt in höchsten Sphären ... um mit dem 8 Titel 'One Voice' auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht zu werden. Zwar nur 3 1/2 Minuten lang aber der absolute Stil-Bruch (weil Prog-Metal mit Gefrickel und absolut unpassend zu diesem Zeitpunkt), gefolgt von einem nicht weniger komischen 'Polaroid Vendetta (auch nicht viel besser). Die Songs können aber nur ein Ausrutscher gewesen sein, denn danach geht's wieder in gewohnter Weise und mit Bank'schen Keyboardklängen weiter. Absoluter Höhepunkt ist aber das abschließende 'Omnipresent Umbra', mit knapp 12 Minuten das Prog-Highlight (so würden wahrscheinlich heute klingen, wenn es Genesis noch gäbe und Peter Gabriel dabei wäre). Auch wenn meine Kritiker-Kollegen 'Save In Conformity' durchweg ein bißchen schlechter als den Vorgänger bewerten, möchte ich in Ermangelung der Vergleichsmöglichkeit für alle Retro-Proggies einen absoluten Kauftipp abgeben. Ich denke in dieser Musik-Richtung wird dieses Jahr kaum was besseres rauskommen und die anderen Retro-Möchtegerns wie 'The Tangent' oder alle möglichen Ableger der Flower Kings könnten sich hiervon eine Scheibe abschneiden. Veröffentlicht wurde die CD übrigens von Unicorn Digital, Infos über die Band gibt es unter www.hamadryadmusic.com. Die Musikszene aus der Slowakei ist mir ja so richtig unbekannt. Trotz 4-stelliger CD-Anzahl in meinem Regal findet sich bis jetzt gar nichts aus diesem Land. Aber das hat sich geändert, denn die Band 'Hammerheart' kommt von dort. Und wenn man sich so durch die Geschichte dieser Band liest, waren da seit der Gründung im Jahre 1994 von Sänger, Gitarrist und Keyboarder Denis Belacik einige Line-Up-Wechsel, 1999 gab einen 2. Platz in einem Tschechischen Band-Kontest mit 700 Konkurrenten, ein Konzert mit Alice Cooper und eine Tour im Jahr 2000 mit Sodom. Und jetzt endlich gibt es das Debut-Album der Band, nach über 10 Jahren. Da kann man schon mal sagen, dass Ur-Vater Denis Belacik ganz schön hartnäckig war. Im aktuellen Line-Up sind jetzt noch Shisho am Bass, Ian Glorian an der zweiten Gitarre und Mario Zvara an den Drums dabei. Schaut man sich den Schriftzug der Band auf dem Booklet an, kann man schon vermuten, in welche Richtung die Mucke von Hammerheart geht ... irgendwie erinnert das ganz schön an Iron Maiden. Und siehe da ... auf dem Band-Foto hat Herr Belacik auch ein Maiden-T-Shirt an. Und man kann fast glauben, dass die Zeit in den 80er-Jahren stehen geblieben ist, denn genau in diese Maiden-Phase platzt jetzt Hammerheart, auch wenn sie (natürlich) die Qualität ihrer eindeutigen Vorbilder (noch) nicht ganz erreichen. Gut anzuhören ist es allemal, machen Maiden heutzutage ja nur noch seichten Schrott. Wer also den guten alten NWOBHM-Zeiten (für alle Nicht-Insider: das bedeutet New Wave Of British Heavy Metal) nachtrauert, sollte mal ein Ohr riskieren. Mehr Infos gibt es unter www.hammerheart.sk. Reinschauen lohnt sich. Neulich erhielt ich eine Anfrage von Dirk Radloff (von Heartscore), ob ich nicht über seine CD, die in Eigenproduktion gemacht wurde, eine Review schreiben will. Aber klar doch will ich. Zuerst mal ist die Aufmachung absolut professionell, aber ein Blick auf den Aufkleber auf der CD-Hülle (es singt unter anderem ein Olli von den 'U-Bahn-Kontrollören in tiefgefrohrenen Frauenkleidern' - nein, keine Schreibfehler von mir, das steht das so drauf - mit ... was immer das auch sein mag) lässt mich dann doch stutzig werden. Aber damit wären dann auch schon alle Mitglieder von 'Heartscore' genannt ... es sind nämlich nur zwei, denn Dirk Radloff spielt sämtliche Instrumente und singt auf allen bis auf 4 Songs. Über den Gesang möchte ich mal nur einen Satz schreiben: Das klingt voll nach The Cure. Genau die gleiche Stimmlage und das gleiche 'Jammern' (jetzt ganz neutral gemeint) in der Stimme. Aber nun zur Hauptsache ... der Musik. Vertont werden Gedichte von vor allem Langston Hughes (schwarzer Dichter und Literat, der vor allem über soziale Ungerechtigkeiten geschrieben hat) aber auch anderen LyrikerInnen und die Musik ist ziemlich gitarrenlastig (teilweise mit richtig tollen Gitarrensoli und fast proggig wie z.B. bei Titel 5 - 'Aunt Sue's Stories') und meistens sehr rockig, manchmal aber auch etwas chaotisch (wie z.B. bei 'What If'). Ich würde einfach mal vorschlagen, dass jeder, der jetzt neugierig geworden ist, auf die Homepage von Heartscore geht, dort sich mal den einen oder anderen Song runterläd und bei Gefallen die CD direkt dort für 15 Euro bestellt. Ich finde sie auf jeden Fall sehr interessant, auch wenn's kein Prog ist. Aber die Frage, wer die o.g. U-Bahn-Kontrollöre sind/waren, kann ich leider nicht beantworten. Heartscore - Straight To The Brain Schon den Vorgänger 'Sculptures' von Multi-Instrumentalist Dirk Radloff (der steckt hinter Heartscore und spielt sämtliche Gitarren, Bass und Violine, singt auch noch und wird lediglich von Schlagzeuger Tim Warweg und Stefan Platte am Piano und an der Trompete unterstützt) fand ich zwar etwas 'merkwürdig' (oder einzigartig?) aber dennoch interessant. Und auch der jetzt vorliegende Nachfolger 'Straight To The Brain' steht dem in nichts nach. Wieder wurden Gedichte von William Blake über den schon bekannten Langston Hughes und E. E. Cummings bis zu Edgar Allan Poe (das hier gebotene Gedicht 'A Dream Within A Dream' kannte man ja bis jetzt schon von der legendären Alan Parson's CD 'Tales Of Mystery And Imagination Edgar Allen Poe' ... allerdings nur als Instrumental, jetzt gibt's endlich auch den Text dazu) vertont, meistens mit ziemlich direktem Schlagzeug, fetter Gitarre und nur noch Gesang dazu, wobei ich den 'Gesang' jetzt eher, passend zu den vertonten Stücken, als 'halb erzählt' bezeichnen möchte, zumindest tragen die Gesangslinien meistens nicht die Melodie sondern eher die Gitarre. Trotzdem oder eben deshalb gehen die Vocals auch bei 'Straight To The Brain' so in Richtung 'The Cure', also leicht schräg und immer irgendwie ein bißchen daneben. Besonders gelungen finde ich 'Love Is Like Whiskey' (von Langston Hughes), weil's einfach ein schönes Gedicht und so richtig passend vertont ist (Love is like whiskey, Love is like red red wine. If you want to be happy, You got to love all the time), 'The Tide Rises, The Tide Falls' (wegen dem tollen Gitarren-Solo in der Mitte des Songs bei dem man erst mal so richtig merkt, was Dirk Radloff so alles drauf hat) und 'The Day Is Done' (wegen dem herrlichen klassischen Beginn und weil's das proggigste Stück auf der CD ist). Auch für 'Straight To The Brain' kann ich nur die Empfehlung abgeben, dass wenn Euch meine Review neugierig gemacht hat, einfach mal auf die Homepage von Heartscore zu gehen um Euch selbst ein Bild von der Art von Musik zu machen. Und bei Gefallen kann die CD direkt über die Homepage dann bestellt und erworben werden. Und hier kommt der dritte Streich von Multi-Instrumentalist Dirk Radloff, einem ... wenn man die Bilder auf seiner Homepage so anschaut ... seriösen Versicherungsvertreter :-). Und im Gegensatz zu seinen letzten 2 Veröffentlichungen ist 'Many Directions' ganz ohne fremde Hilfe eingespielt und produziert worden. Mit 'Touch Me' veröffentlicht Multi-Instrumentalist Dirk Radloff sein bereits viertes Werk in Eigenregie. Hatte er auf den ersten drei CDs noch Gedichte von Langston Hughes, Edgar Allen Poe oder auch William Blake vertont, gibt es jetzt keine Fremd-Poeten mehr sondern (was für eine witzige Idee) Dirk Radloff hat alles selber getextet, indem er in den letzten zwei Jahren immer wieder irgendwelche Ideen in sein Handy gesungen hat. Herausgekommen ist eigentlich eine Liebeserklärung an seine Frau, denn die meisten Texte handeln (wohl) davon. Mittlerweile ist Dirk Radloff etwas weg vom Prog, denn bereits beim Opener 'I Did It' gibt's fast ein Techno-Keyboard am Anfang und dann ein Zusammenspiel von Gitarre und Schlagzeug (auch auf dieser CD wieder von Tim Warweg gespielt), was locker in die guten alten Punk-Zeiten gepasst hätte. Und dann dieses spärliche, kindliche Keyboard, dass die deutsche Band 'Trio' nicht besser hätte spielen können. Ein wirklich erfrischender Song (und auch der Text von wegen 'I'm Superman' ist mehr als witzig). Die erste richtige Liebeserklärung gibt es dann mit 'You Are So Beautiful', mit Piano, akustischer Gitarre, spärlichem Schlagzeug und einem Text den jede Frau dahinschmelzen lassen würde (You are so beautiful, so beautiful, I need a pair of sunglasses). Insgesamt ist Dirk Radloff 'elektonischer' (wie z.B. 'Full Body Contact') geworden, was den Songs gut zu Gesicht steht. Aber trotzdem ist seine typische rotzige Gitarre immer da. Aber auch richtig fette 'Rocker' ('Never Leave The Highway') sind vertreten. 'Heartscore' ist natürlich immer noch was richtig 'Eigenes', aber 'Touch Me' ist auf jeden Fall das bis jetzt am leichtesten zu verdauende Album, wenn man es mit den doch recht sperrigen Vorgängern vergleicht. Mir macht die Scheibe richtig Spaß und dass Dirk Radloff auch noch ein richtiger (bildender) Künstler ist, kann man auf seiner Homepage bewundern, denn seine T-Shirts sind wahre Kunstwerke. Dort gibt's auch Bestellmöglichkeiten für die CD. Unbedingt mal antesten. Heaven & Hell - The Devil You Know Leider ist einer der genialsten Metal-Sänger (wenn nicht DER GENIALSTE) am 16. Mai 2010 von uns gegangen. Ronnie James Dio, vor allem bekannt als Sänger der ersten Rainbow-Scheiben, dann Nachfolger von Ozzy Osbourne bei Black Sabbath, danach mit der Band ‘Dio’ unterwegs und am Ende noch eine Quasi-Reunion mit seinen alten Black Sabbath - Kollegen Tony Iommi, Geezer Butler und Vinnie Appice unter dem Namen Heaven & Hell (weil sie keine Rechte an dem Namen Black Sabbath hatten), starb leider viel zu früh an Magenkrebs. Und als kleine Hommage an diese grandiose Stimme möchte ich Euch seinen letzten Studio-Output, eben die CD von Heaven & Hell ans Herz legen. Und als ob die letzten 25 Jahre nach Black Sabbath spurlos an ihm und den anderen Musikern vorbeigegangen wäre, ist ‘The Devil You Know’ das vielleicht beste Black Sabbath - Album aller Zeiten (weil eben auch die Studio-Technik in all den Jahren viel besser geworden ist). So übergeile Songs wie ‘Atom And Evil’, ‘Follow The Tears’, ‘Rock And Roll Angel’ oder ‘Breaking Into Heaven’ lassen jeden ‘alten’ Sabbath-Fan jubeln. Eine wahnsinnsgeile Scheibe und die Metal-Gemeinde hat einen großen Verlust zu verkraften. Rest in peace, Ronnie. Heaven & Hell - Neon Nights (CD / DVD) Der letzte dokumentierte Live-Auftritt von Ronnie James Dio war auf dem 2009er Wacken Open Air mit seiner ’fast’ Black Sabbath-Reunion (Toni Iommi, Geezer Butler, Vinnie Appice und eben Ronnie James Dio). Und diesen Gig gibt es jetzt sowohl als CD als auch als DVD, wobei auf der CD leider nicht alle Songs drauf sind (einer fehlt glaube ich). Als Package ist das nicht erhältlich, man muss also zweimal in die Tasche greifen, wobei der Preis für die Einzel-Teile im Moment wirklich human ist (12 Euro für die CD, 16 Euro für die DVD). Für Dio-Fans ist das natürlich aus historischen Gründen ein must have, ob man das Live-Dokument tatsächlich haben muss, ist fraglich. Stimmlich ist Ronnie James Dio meiner Meinung nach nicht mehr so auf der Höhe, die Kommunikation mit dem Publikum ist bei ziemlich genau null und auch die restlichen Musiker möchte ich fast ein bisschen als ’lustlos’ bezeichnen. Okay ... dem Alter muss man schon Respekt zollen, aber ein wenig Bewegung auf der Bühne würde schon nicht schaden. Die Song-Auswahl beschränkt sich fast nur auf die Heaven & Hell – Veröffentlichung ... alte Sabbath-Heuler sucht man fast vergeblich. Wer ein paar Euro übrig hat, kann hier zugreifen, ansonsten würde ich eher die Dio – Live At Donington empfehlen (die’s aber nur als Doppel-CD gibt). Da hat man mehr davon. Hensley, Ken - Blood On The Highway Der alte Haudegen Ken Hensley, seineszeichens ja Keyboarder von Uriah Heep, kann's immer noch und überrascht mit seiner neuesten Veröffentlichung 'Blood On The Highway' ganz schön. Mit Unterstützung von Gast-Sängern wie Jorn Lande, John Lawton und Glenn Hughes feuert er dabei ein ganz schönes Rock-Feuerwerk mit kurzen Balladen-Pausen ab und fast alle Songs laden fast zum Mitgröhlen ein. Tolle Melodien, toller Gesang und kein bißchen langweilig. Gut gemacht. Vor allem die 2 Songs mit Ex-Deep Purple - Shouter Glenn Hughes sind vom Feinsten, wobei das letzte Stück 'The Last Dance', mit knapp 8 1/2 Minuten einfach grandios ist. Alleine deswegen lohnt sich schon der Kauf der CD. Und das ab und zu durchklingende Keyboard-Georgle im typischen Hensley-Stil der 70er Jahre lassen natürlich viele Erinnerungen (und bei mir auch Jugend-Sünden) aufkommen. Klasse Scheibe des 'alten Mannes'. Hensley/Lawton Band - The Return Ken Hensley ?? John Lawton ?? Für die um 1960 geborenen Leser dürften diese 2 Namen nicht unbekannt sein. Genau: URIAH HEEP. Hensley der Keyboarder und Lawton der Sänger (nach David Byron). Und diese zwei Jungs haben sich zur Hensley/Lawton Band zusammengeschlossen, den Ur-Bassisten von Uriah Heep ausgegraben (Paul Newton), noch 2 Musiker dazuverpflichtet und machen einen auf Uriah Heep - Revival. 'The Return' ist eine Live-CD von einem Konzert aus dem Jahr 2000 und geboten werden neben Heep-Klassikern (wie z. B. Stealin', The Wizard, July Morning, Easy Livin', Lady in Black oder Gypsy) auch eher unbekanntere Sachen aus der 'neueren' Heep-Zeit. Insgesamt eine tolle Erinnerung an meine Jugend(sünden) und eine begeisternde Live-Scheibe (mit leider einem etwas mäßigen Sound). Heon - Electro Acoustic Requiem Wenn jemand daran interessiert ist, was dabei herauskommt, wenn sich ein langjähriger Gitarrist mit seiner Fender Stratocaster und ein paar Hilfsmitteln (wie z.B. einem Schraubenzieher, Schrauben, einer Säge, Nägeln, einem PC und diverser Wave-Software) fast ein Jahr beschäftigt, sollte sich die neue Scheibe des kanadischen Musikers Martin Héon besorgen und sich reinziehen. Was der aus seiner Gitarre an Sounds und Geräuschen rausholt ist einfach sensationell. Ganz schön abgefahren aber auch hochinteressant. Hobbymusiker sollten da echt zugreifen. Aber auch für alle anderen Musik-Interessierten ist das Teil zur Erweiterung des musikalischen Spektrums nur zu empfehlen. Klar ... das Melodische bleibt schon ab und zu auf der Strecke, aber was Martin Héon uns auf knapp 40 Minuten zeigt, ist neben dem Experimentellen auch die Tatsache, dass er ein begnadeter Gitarrist ist, der sich allerdings wohl eher im Blues / Jazz - Bereich wohlfühlt. Veröffentlicht beim kanadischen Label UNICORN-RECORDS. Anlässlich der BUGA 2007 in Gera wurde das Werk 'Hereafter' gemeinsam mit der Deutschen Prog-Band 'Hidden Timbre' (die Band war mir bis jetzt völlig unbekannt, geniale Reviews können aber bei meinen Kritiker-Kollegen von Crossover nachgelesen werden), dem Konzetchor des Goethe-Gymnasiums Gera sowie dem B.S.P. Fusion Orchestra am 08.07.2007 aufgeführt. Insgesamt 80 Künstler waren auf der Bühne und das Publikum war hinterher fasziniert. Hitchings, Tracy - From Ignorance To Ecstasy Auf dem letzten Arena-Konzert habe ich mir die Wiederveröffentlichung (auf dem Verglas-Label, denn im Original wurde die CD bei SI-Music vertrieben, und die sind ja bekanntlich seit Jahren pleite) von der im Jahre 1991 eingespielten und bisher einzigen Solo-CD der Prog-Sirene Tracy Hitchings (u.a. Landmarq, Strangers on a Train) gekauft. Und ich würde mal sagen ... Hauptsache die Sammlung ist vervollständigt. Die CD ist absolut nichts aufregendes und ohne die Mithilfe von Clive Nolan und Karl Groom wäre das Teil wahrscheinlich unanhörbar weil sehr langweilig. Aber die (viel zu wenigen) Gitarren-Soli von Threshold-Chef Karl Groom alleine rechtfertigen schon den Kauf der CD. Und Clive Nolan am Keyboard sagt ja wohl auch alles. Nur die gute Frau hätte echt nicht singen müssen. Hodgson, Roger - Open the door Ihr könnt mit Roger Hodgson nichts anfangen ??? Tja, ... eine Minute die CD gehört und alles ist klar : Das klingt doch nach Supertramp ???? 'Open the door' ist die BESTE Supertramp-CD seit 'Even in the quitest moments'. Geniale Songs, klasse instrumentiert (teilweise mit Uilleann pipes und High whistles) und eine Stimmung wie damals auf den Schnüffelparties. Für alle Supertramp-Freaks: KAUFEN !!!! Kritik von Georg Loegler: Der Name Steve Howe sollte dem Musik-Interessierten durch das u.a. jahr(zehnt)elange Schaffen bei YES ein Begriff sein. Im Juni erschien die mittlerweile 11. Solo-Scheibe des Meister, der inzwischen über eine Diskographie verfügt, die so lang ist, dass sie nicht einmal mehr auf den Promotion-Zettel hier passt ! ( dort steht nur eine Auswahl !) Und was immer ich auch schreibe, viele werden denken - gebt's zu - 'Ja, wird halt wieder die übliche instrumentale Dudelei sein! Wird es gelingen, diese Vorbehalte zu entkräften und zumindest den ein- oder anderen zu bewegen, wenigstens einmal in diese schönen Klänge hineinzulauschen ? "Spectrum" nannte Steve seine Platte und ein sehr weites ebensolches deckt diese musikalische Reise ab, in vielen Stilen wildernd, trotzdem nicht wirr oder konzeptionslos erscheinend. Das ohne Gesang auskommende Album bietet auf einer Stunde in den 15 Stücken im wahrsten Sinne des Wortes ein SPEKTRUM unterschiedlicher Klänge und Stilarten, ohne zerfahren oder diffus zu wirken. Und Howe bringt es fertig, trotz der mannigfaltigen Einflüsse von Jazz über Blues, sogar Reggae bis hin zu Country und Weltmusik die Angelegenheit stets homogen und nie effektheischend wirken zu lassen. Seine Gitarre strahlt eine sanfte Ruhe, Eleganz und Sicherheit aus, wie das nur bei wenigen Gitarristen der Fall ist. Mit der Einschränkung des Stückes "Ragga Of Our Times", das mir aufgrund seiner wabernden Tabla- und Sitarklänge überhaupt nicht gefällt, und vielleicht noch 2 Füller legt Steve Howe hier ein wunderbares Album vor, das man immer wieder gerne anhört. Und sein Talent scheint im übrigen vererbbar zu sein : Steve wird unterstützt durch gleich zwei seiner Söhne : Dylan Howe am Schlagzeug und Virgil Howe am Keyboard und hinter demselben sitzt auch ein weiterer Sohn eines äußerst bekannten Musikers, Oliver Wakeman, Filius von Rick ! Gestattet mir, den Künstler selbst noch zu zitieren, denn die Musik spiegelt genau das wieder, was er sagt: "Die Musik, nach der ich suchte, sollte Selbstvertrauen, Frische und ein Gefühl des 'Obenseins' atmen. Ich wollte sie mit meinem Zugang zum Leben infizieren, mit Liebe, Optimismus und Natürlichkeit". "Spectrum" ist eines der fesselndsten Instrumental-Alben geworden, dass ich den letzten Jahren gehört habe und rangiert sogar innerhalb meiner Favoriten-Liste für die Top 10 des Jahres 2005 ! Hughes, Gary - Once And Future King Part 1 Wer hat bis jetzt noch keine Rock-Oper veröffentlicht ?? Ah ja ... stimmt ... aus dem Ten-Umfeld kam noch gar nichts. Also hat sich Ten-Mastermind Gary Hughes seine Mitmusiker geschnappt, noch ein paar Gastsänger(Innen) eingekauft (unter anderem Damian Wilson, Bob Catley und Lana Lane ... also die üblichen Rock-Oper-Verdächtigen) und, wie originell, die Geschichte von König Arthur vertont. Und weil es andere (wohl schon) erfolgreich vorgemacht haben, werden 2 Einzel-CDs veröffentlicht (Teil 2 folgt in nicht mal 2 Monaten und ist schon fertig), damit der hartgesottene Fan auch schön in die Tasche greifen muss. Tolle Idee. Und musikalisch ?? Hmm ... naja ... also der jeweils nur eine Song von Damian Wilson und Bob Catley und das eine Duett mit Lana Lane sind ja ganz nett bis richtig gut. Aber der Rest klingt halt nach Ten ... und die finde ich schon seit ihrer dritten CD 'Name Of The Rose' recht langweilig. Teil 2 von 'Once And Future King' soll ja auch besser sein. Da bin ich ja mal gespannt. Teil 1 haut mich zumindest mal nicht vom Hocker. Nette Rock-CD, die ohne die Gast-SängerInnen wirklich langweilig wäre. Hughes, Gary - Once And Future King Part 2 Wer hat eigentlich behauptet, dass Part 2 dieser Rock-Oper von Ten-Mastermind Gary Hughes besser sein soll als der erste Teil ?? Also ich kann das eigentlich nicht bestätigen. Los geht's mit einem typischen Ten-Song ('Kill The King', gesungen von Ex-Royal Hunt Sänger DC Cooper), gefolgt von 2 Songs mit der Stimme von Gary Hughes (also auch voll Ten, eines schneller das andere etwas langsamer), dann darf uns Lana Lane einen singen (na ja), Irene Jansen (die Schwester von After Forever-Sirene Floor Jansen und auf der Star One - Tour dabei) ist dann etwas erfrischender, weil in den Kreisen noch nicht so abgenutzt. Sabine Edelsbacher (von Edenbridge) passt irgendwie mit ihrer Heulstimme gar nicht auf die Scheibe, Bob Catley darf nur insgesamt 6 Zeilen singen (die aber natürlich wieder perfekt), Cornerstone-Sänger Doogie White darf auch mal ran (na ja). Den einzigen Sänger, der mir jetzt gar nichts sagt, ist ein gewisser Sean Harris (ist aber auch nicht so richtig toll) und den Abschluss macht dann Harry Hess (Melodic-Rockern bekannt als Sänger von Harem Scarem), der mir noch am besten gefällt und von mir aus mehr hätte singen können. Allerdings darf er auch das mit Abstand beste Lied singen. Fazit: Insgesamt sind die 2 Teile eher enttäuschend, wenn man bedenkt, wer da so alles mitmischt. Außerdem hätte 1 CD locker gereicht, denn die ganze Geschichte ist eh zu lange für eine Rock-Oper. Muss man also nicht unbedingt haben. Wer sie trotzdem kaufen will ... die Teile gibt es ziemlich problemlos bei AOR-HEAVEN. Hughes Turner Project - Live In Tokyo Glenn Hughes und Joe Lynn Turner, sicher zwei Sänger aus dem Hard Rock - Genre, die sich zu den Top Ten zählen können, haben sich 2002 zusammengeschlossen und eine Studio-CD veröffentlicht. Und da es ja zwei Sänger sind und die Einnahmen wahrscheinlich geteilt werden müssen, gibt's nach nur einer Studio-CD gleich eine Live-Scheibe hinterher (bevor das Projekt wieder in Vergessenheit gerät). Gewählt wurde dann ein Konzert in Tokyo, damit beim Hard Rock-Fan ein paar Erinnerungen hochkommen (gab's da nicht mal eine geniale Scheibe von Deep Purple aus dem selben Land und haben die zwei Sänger nicht auch was mit Deep Purple zu tun ???), und bei der Song-Auswahl wurde dann auch noch darauf geachtet, dass neben den mittelmäßigen Hughes/Turner - Songs genügend Deep Purple - Material auf die CD gepresst wird (z.B. Stormbringer, Death Alley Driver, Mistreated oder Street Of Dreams) und schon ist der Erfolg vorprogrammiert. Und ich befürchte mal, dass diese Rechnung aufgehen wird. Die Sound-Qualität ist für ein Live-Konzert von 2002 recht bescheiden (also technische Möglichkeiten gibt es ja genug, um einen fetten Sound rauszubekommen) und auch die Begleitband mit eher unbekannten Musikern haut mich nicht vom Hocker. Wirklich gut sind echt nur die alten (und teilweise auch unbekannten) Deep Purple - Stücke, die ca. ein Drittel der CD ausmachen. Und der Rest ist dann durchschnittlicher HardRock-Schrott. Wohlwollend vergebe ich da mal ein 'es geht so'.
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