CD-Kritiken I - L

CD-Kritiken-Archiv I - L

 

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Ibridoma - Ibridoma

Ibridoma ist eine Band aus Macerata (Italien). Sie wurde schon im Jahr 2001 gegründet, und zwar von Schagzeuger Alessandro Morroni. Gleich danach dazugestossen ist Sänger Christian Bartolacci und Gitarrist Simone Mogetta. Und nach ein paar Musiker-Wechseln ist aktuell noch Marco Vitali (Gitarre) und Leonardo Ciccarelli (Bass) bei der Band. 2005 kam die erste EP (Lady Of Darkness) und 2007 die zweite EP (Page 26) auf den Markt. Und nun ... im Jahr 2010 ... der erste Longplayer (Ibridoma), auf dem sowohl 'Lady Of Darkness' als auch 'Page 26' drauf sind. Die CD beginnt mit dem recht kurzen Song 'Red', und da erkennt man schon, in welche Richtung die Musik von Ibridoma geht ... astreiner Heavy Metal mit vielen fetten und schnellen Gitarren und einem zwar am Anfang gewöhnungsbedürftigen Gesang (ich dachte zuerst da singt ne Frau), der aber richtig gut ist. Und die CD geht gerade so weiter. I'm Not Sorry, Ibrido (mit italienischem Text), Alone In The Wind (ein bißchen getragener ... und mit geilem Gitarren-Zwischenpart), alles richtige Metal-Kracher. Mit Jenny folgt dann eine tolle Ballade mit viel akustischer Gitarre (sehr schön). Das war aber nur ein kleiner Ausruher ... denn Night Falling haut wieder richtig rein und das folgende Night Of Crow ebenfalls. Page 26 (von der vorgenannten EP), mit über 6 Minuten eines der längeren Stücke, könnte locker ein bißchen von Iron Maiden sein. Und Lady Of Darkness zeigt dann eine etwas andere Seite vonn Ibridoma, denn das ist eine Bombast-Ballade ... für mich das Highlight der CD. Leider ist der Song nach knapp 6 Minuten schon wieder vorbei (obwohl die Spielzeit fast 14 Minuten anzeigt) ... demnach folgt irgendwann noch ein Hidden Track, nämlich die Ballade 'Jenny' auf italienisch. Ibridoma hätten es auf jeden Fall verdient, in den Metal-Kreisen bekannter zu werden. Mir gefällt's richtig gut. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage sowie bei MySpace.

Iced Earth - The Glorious Burden

Mit Iced Earth konnte ich ja bis jetzt nicht viel anfangen (wobei ich zugeben muss, daß ich nur die 3er-Live-CD 'Alive In Athens' habe, weil die mal so richtig hochgelobt wurde). Zu primitiver Schrei- Brüll-Metal. Nun hat Iced Earth mit Tim 'Ripper' Owens (ja, der von Judas Priest) einen neuen Sänger und die Musik ist dadurch in meinen Augen etwas komplizierter und auch melodischer geworden. Besungen werden alle möglichen Kriege und kriegerischen Ereignisse (vom U.S - Bürgerkrieg über Napoleon bis zum 11.September 2001), da Iced Earth - Kopf John Schaffer schon seit seiner Kindheit ein Faible für Geschichte hatte. Anhörbar auf der mir vorliegenden limitierten Doppel-CD ist auf jeden Fall der erste 'richtige' Song auf der CD 'Declaration Day', das Mid-Tempo-Stück 'When The Eagle Cries' (also Bonus-Track auch in einer Unplugged-Version auf der Scheibe) sowie die komplette zweite CD mit dem dreiteiligen und über halbstündigen 'Gettysburg (1863). Aber auch der Rest ist ganz nett auch nicht gerade überragend oder sogar innovativ. Auf jeden Fall hat der Austausch des Sängers zumindest meiner Meinung nach der Band gut getan.

I Know You Well Miss Clara - Chapter One (VÖ: 2013)

Das New Yorker Moonjune Label scheint seit ein paar Jahren ein besonderes Händchen für neue Jazz-Fusion-Bands aus Indonesien zu haben. Denn auch ‘I Know You Well Miss Clara’ (was für ein Name) stammt aus Indonesien und ‘Chapter One’ ist das Debut der noch ganz jungen Band. Sie sind, obwohl ihre Wurzeln ganz klar beim Jazz-Fusion liegen, teilweise auch recht proggig, auch wenn’s dann auch doch recht experimentell klingt. Liebhaber dieser Musikrichtung sollten die Scheibe auf jeden Fall haben, auch wenn sie dann für sie fast schon ‘eingängig’ sein könnte. Positiv fällt hier vor allem Gitarrist Reza Ryan auf, der ein paar richtig geniale Parts hat. Aber auch die Rhythmus-Sektion ist brilliant und spielt ganz schön atemberaubend. Klar ist für reine Prog-Freunde ‘Chapter One’ vielleicht ein bißchen zu abgedreht oder abgefahren, aber man kann hier schon mal ein Ohr oder zwei riskieren. Mehr Infos über die Band gibt es auf ihrer Homepage.

In Flames - Battles (VÖ:11.11.2016)
Ja ich weiß ... meine Seite hier heißt Prog-Rock.Info und In Flames sind vom Prog vielleicht so weit entfernt wie wir vom Mond. Aber hey ... braucht man nicht manchmal was zum Aggressionen abbauen, zum Durchpusten, zum Matte schütteln? Ich schon. Und da greife ich gerne mal auf die Schweden zurück. Und bei In Flames bekommt man mit jeder CD auch was Neues zu hören. Viele Fans sind von ‘Battles’ enttäuscht, weil es ziemlich weichgespülter Melodic Death Metal geworden ist ... für In Flames - Verhältnisse. Typisch ist immer noch der fiese Gesang von Anders Fridén, der allerdings viel ‘clear’ eingesungen hat. Außerdem gibt es Kinderchöre, manchmal fast poppige Melodien, aber immer genügend Härte. Manchmal könnte man es fast radiotauglich nennen (wenn es eher nach Linkin Park oder Muse klingt). Auf jeden Fall ist (fast) jeder Song richtig eingängig ohne die typischen Trademarks von In Flames zu verlieren. Für reine Prog-Ohren ist die Musik sicher immer noch unhörbar aber wer einen bißchen breitgefächerteren Geschmack hat, sollte ‘Battles’ auf jeden Fall mal antesten. Im härteren Metal-Bereich sicher das Highlight aus 2016.

In The Silence - A Fair Dream Gone Mad (VÖ: 28.06.2013)

Wow ... eine ziemlich interessante Debut-Scheibe aus Californien ist gerade in meinen CD-Player gekommen und will gar nicht mehr raus :-)
‘In The Silence’ wurde 2007 von Sänger und Gitarrist Josh Burke in Sacramento (wie wir alle wissen die Hauptstadt von Californien) gegründet und er hat sich damals vorgenommen, atmosphärische, melodische und progressive Musik zu schreiben, die eher dunkel, heavy aber auch episch und emotional klingt. Nun hat es 5 ganze Jahre gedauert, bis das Erstlings-Werk ‘A Fair Dream Gone Mad’ aufgenommen wurde und nochmal ein Jahr, bis das Teil jetzt auch in Deutschland durch Sensory Records veröffentlicht wird.
Schon beim Hören des Openers ‘Ever Closer’ wird klar, in welche Richtung Josh Burke gedacht hat. Das ist eine geniale Schnittmenge aus Opeth (ohne Growls), Procupine Tree (der härteren Phase) und auch ein bißchen Riverside (ohne so chaotisch und auf Dauer langweilig zu sein). Und es geht grad so weiter. ‘Seventeen Shades’ könnte genauso aus der Feder von Mikael Akerfeldt oder Steven Wilson stammen. Aber ‘In The Silence’ können auch härter und fast metallisch, denn ‘Serenity’ knallt ganz schön rein. Es geht auch überwiegend gefühlvoll (‘Beneath The Falling Leaves’, wo’s nur gegen Ende richtig fett zur Sache geht und Josh Burke dann auch noch zeigt, dass er ein begnadeter Gitarrist ist). Auch ‘Endless Sea’ und ‘All The Pieces’ sind eine herrliche Mischung aus sanften Parts und genialem Prog-Metal. Und am Schluss gibt es dann noch das etwas experimentellere ‘Your Reward’.
Opeth- und Porcupine Tree - Fans sollten ‘In The Silence’ auf jeden Fall mal antesten. Die stehen den beiden Bands in überhaupt nichts nach. Sehr gute Scheibe.

Indochine - Hanoi

Auch wenn's mal wieder überhaupt nichts mit Prog-Musik zu tun hat, muss ich diese CD doch unbedingt vorstellen. Die französische Band Indochine, im Heimatland schon mehr als 20 Jahre absolut top und außerhalb von Frankreich völlig unbekannt, begeistert mich mit ihrem fetzigen Rock mit (natürlich) französischen Texten (was auch sonst ... alles andere wird in Frankreich ja kaum im Radio gespielt) neben der fast 'ähnlichen' Band 'Telephone' (siehe auch meine Kritik über 'Illimité) schon seit meinem ersten Südfrankreich-Urlaub Anfang der 80er Jahre. Leider ist es fast unmöglich, von der Band in Deutschland zu vernünftigen Preisen CDs zu bekommen. Aber zum Glück wohne ich ja nicht wirklich weit von Frankreich weg, deswegen gibt's bei mir ab und zu ein ausgiebiges Frankreich-Shopping. Und letztes Wochenende ist mir dann die vorliegende CD 'Hanoi' in die Hände gefallen. Und wie der Name schon ein bißchen verrät, ist diese Scheibe im Juni 2006 in der Oper von Hanoi (Vietnam) bei einem Live-Konzert zusammen mit dem Philharmonischen Orchester Hanoi unter der Leitung von Xavier Rist mitgeschnitten worden. Und deswegen sind die Songs (unter anderem auch die etwas bekannteren Sachen von Indochine wie z.B. 'Salombo', 'Trois Nuits Par Semaine' oder auch das immer wieder gern gehörte 'L'Aventurier' auch ein bißchen ruhiger ausgefallen als die Original-Aufnahmen. Was den Songs aber richtig gut tut, denn vor allem Sänger Nicola Sirkis kann deshalb zeigen, was für eine filigrane Stimme er hat. Leider spielt die Band (vor allem der Gitarrist) ein bißchen arg im Hintergrund, so dass das 'Klassik-Feeling' doch ziemlich dominant ist. Aber wer auf Rock meets Klassik steht und auch vor französischer Sprache nicht zurückschreckt, sollte, falls ihm die CD ausversehen in die Hände fallen sollte, unbedingt mal reinhören. Es lohnt sich.

Indochine - Putain De Stade (2 DVDs)

Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele geniale Bands in ihrem Heimatland Erfolg haben und im Ausland völlig unbekannt sind. Das fällt mir vor allem in Spanien (mit Tierra Santa, Avalanch oder auch Mägo de Oz) und Frankreich (Johnny Hallyday, Michel Sardou, Jean-Jacques Goldmann, Telephone oder auch die hier kritisierten Indochine) auf. Wie der Titel der vorliegenden Doppel-DVD schon erahnen lässt, handelt es sich hier um ein Konzert im Pariser Stade de France (vom 26.06.2010) und wenn man den Bildern so glauben darf, war das Stadion restlos ausverkauft. Indochine starteten ihre Karriere vor über 30 Jahren als Punk-Band (wobei ich schon damals nicht ganz verstanden habe, was an dieser Musik ‘Punk’ sein soll) und sind im Laufe der Zeit ein bißchen ruhiger geworden, was bestimmt auch am Alter liegt. Trotzdem (oder gerade weil sie in den letzten Jahrzehnten so viel Erfahrung gesammelt haben) liefern die Jungs ein grandioses Konzert mit toller Light-Show ab, das von vorne bis hinten begeistert. Und alle Hits (von L’Aventurier über Kao Bang bis 3 Nuits Par Semaine) werden in ziemlich rockiger Form (und damit teilweise abweichend von den Studio-Fassungen) zelebriert. In Deutschland ist die Doppel-DVD mal wieder nicht oder nur sehr schwer erhältlich, aber wer dieses Jahr im Sommer seinen Urlaub in Frankreich verbringen sollte, muss sich die DVD unbedingt zulegen. Lohnt sich auf jeden Fall. Und hat in meinem Fall im ‘Hypermarché um die Ecke’ nur schlappe 17 Euro gekostet.

Infinite Horizon - Mind Passages

Manchmal kommt man ja zu CDs wie die Jungfrau zum Kinde. 'Infinite Horizon' zum Beispiel, eine Band aus dem Siegerland, war ein 'heißer Tip' von Into-Exit-Sängerin Steffi Lesic, die die Band beim Lennerock-Award gehört hatte.
Tja und jetzt liegt der Silberling 'Mind Passages' aus dem Jahr 2004 (und 2005 wiederveröffentlicht bei TTS Media Music) vor mir und ich frage mich, warum die Band an mir bis jetzt vorbeigehen konnte. Stilistisch würde ich Infinite Horizon mal ganz klar in die melodische Prog-Metal-Ecke stecken, wobei meiner Meinung nach der Metal über den Prog dominiert. Also mehr Savatage oder Threshold (wie z.B. das tolle 'Return To Babylon') als Dream Theater. Wobei... wenn man das 5-teilige und 28-minütige Epos 'Space Dream Navigation' so anhört mit all seinen Tempo- und Stilwechseln und dem trotzdem durchgehenden roten Faden, könnte man Infinite Horizon auch als Prog-Band durchgehen lassen. In vielen Teilen erinnert mich die Musik auch an Eternal Reign oder Lanfear, die ja bekanntlich zu meinen Lieblingen gehören. Und nach langem Nachdenken und mehrfachem Hören der CD weiß ich jetzt auch warum ich mich ein bißchen dagegen sträube, die Musik in die Prog-Ecke zu schieben ... es ist die Stimme von Sänger Marc Lemler, die mir (jetzt ganz neutral gesagt) einfach eher nach Metal-Band klingt (und nicht nur weil er in dem Song 'The Reaper' den 'Bösen' raushängt und schon fast bei ner Deathmetal-Truppe mitmachen könnte). Also wer auf Musik der oben genannten Band steht, sollte schleunigst auf die
Homepage der Band gehen und sich für schlappe 10 Euro die CD besorgen. Es lohnt sich auf jeden Fall.

(Beto Vazquez) Infinity - Infinity

Kaum sind singende Mädels etwas erfolgreich, versucht schon jemand, damit Kohle zu machen. So könnte der erste Eindruck von 'Infinity' sein, wenn man nur das Booklet durchliest. Beto Vazquez, ein mir völlig unbekannter argentinischer Bassist, schreibt ein paar Songs, verteilt sie an so bekannte Namen wie Tarja Turunen (Nightwish), Sabine Edelsbacher (Edenbridge) und Candice Night (Blackmore's Night), die dann (unter Mithilfe ihrer Mitstreiter wie Lanvall oder Emppu Vuorinen) die Teile auf ihre Bedürfnisse umschreiben dürfen. Die Songs werden dann im jeweils heimischen Studio aufgenommen, damit's auch ja nahe am 'Original' ist und schon ist die Geld-Maschine produziert. Ich weiss natürlich nicht, ob diese Rechnung für Beto Vazquez tatsächlich aufgehen wird, aber 'Infinity' ist auf jeden Fall ein Muss-Kauf für alle Nightwish - Edenbridge- und Blackmore's Night - Fans, die mal die Mädels mit anderen Musikern hören wollen bzw. für alle, die mit diesen Bands bis jetzt noch nicht in Berührung gekommen sind und mal einen netten Querschnitt haben wollen. Alle Anderen finden den Silberling natürlich unnötig wie ein Kropf. Aber man kanns ja nicht jedem Recht machen. Ich finde die CD einfach schön. Nur eines verstehe ich nicht. Wie konnte Beto Vazquez für das letzte Stück nur Fabio Lione von Rhapsody einkaufen. Schlimmer geht's nimmer.

Innerspace - The Village

Die Motivation eines CD-Kritikers wie mir, der aus Spaß und freiwillig seine Freizeit dafür ver(sch)wendet, über Musik zu schreiben und entsprechend Geld dafür ausgibt eine entsprechende Homepage zu betreiben liegt im Gegensatz zu hauptberuflichen Rezensenten auf jeden Fall darin, ab und zu eine völlig unbekannte Band zu entdecken und zu versuchen, Diese nach Möglichkeit interessierten Lesern der Homepage schmackhaft zu machen, weil es sich einfach lohnt. Es kommt ehrlicherweise nicht oft vor, dass man von einer No-Name-Band das Debut-Album zugeschickt bekommt und einfach nur begeistert ist. Erfreulicherweise ist mir das dieses Jahr (nach der Debut-CD von ‘Ethereal Architect’) schon zum zweiten Mal passiert. Denn was die Kanadische Band ‘Innerspace’ (die vier Jungs kommen aus Quebec) mit ‘The Village’ abliefern ist mit das Beste, was ich in den letzten Jahren im CD-Player hatte.
Alle die immer noch an dem Ende von Pink Floyd (und auch ein bißchen an dem Ende von Genesis) zu knabbern haben, sollten sich unbedingt ‘The Village’ (erhältlich übrigens auch bei Just For Kicks) besorgen. Alleine der Gesang von Rhythmus-Gitarrist Phil Burton erinnert sowas von an David Gilmour und auch die Gitarren-Soli von Lead-Gitarrist Simon Arsenault stehen denen von Alt-Meister Gilmour um nichts nach. Nur mal das fast 12-minütige ‘Wild Flower’ anhören und ihr wisst was ich meine.
Hier noch weitere Songs extra herauszuheben wäre absolute Zeitverschwendung, denn ‘The Village’ macht einfach nur Spaß und man kann sich runde 55 Minuten zurücklehnen und genießen. Wer ‘The Village nicht kauft ist echt selbst schuld. Mehr Infos gibt es natürlich auch noch auf der Band-Homepage.

Inner Terror - Behold The Inner Terror

Inner Terror, die Nachfolge-Band der legendären ‘Axemaster’, die schon Mitte der 80er Jahre auf dem Markt waren, legen mit ‘Behold The Inner Terror’ eine ziemlich fette Metal-Scheibe vor. Bestehend aus Dan Kaisk (Vocals), Joe Sims (Gitarre), Jim Curtis (Bass) und Brian Henderson (Drums) ist es das typische Metal-Line-Up und im Gegensatz zu Axemaster, oder besser gesagt als Weiterentwicklung wurde ein viel modernerer Sound kreiert und auch ein etwas verändertes Line Up ist zu erkennen. Nach einem recht ruhigen und mystischem Intro mit geiler Gitarre im Hintergrund gibt es gleich was auf die Zwölf. Ziemlich getragener Metal mit ganz leichten Trash-Einflüssen, aggressiver Gesang, quietschende Gitarren-Riffs und eine tolle Rhythmus-Arbeit. Und in dieser Richtung geht es auch weiter, mal ein bißchen Metallica-Einflüsse, mal eher in Richtung Destruction ... aber nie unmelodisch oder zu heftig. Ziemlich interessante CD für Metal-Freaks, die keinen Vergleich mit den Genre-Größen zu scheuen braucht. Zu bestellen ist die Scheibe für relativ wenige Dollars auf der MySpace-Seite (dort auf ‘New Inner Terror CD released’ gehen).

Inquire - The Neck Pillow

Manchmal sollte man ja echt denken, deutsche Prog-Bands haben was an der Waffel. Da nennt man eine CD 'The Neck Pillow' (also 'Das Nackenkissen') und dann gibt es die Songs 'Die Bettwurst Part One', Die 'Bettwurst Part Two' und zum krönenden Abschluss 'Die Berliner Bettwurst Part One'). Im Booklet ist dann noch erklärt, dass 'Die Bettwurst' (die haben tatsächlich 'The Neck Pillow' mit 'Bettwurst übersetzt), also die vorliegende CD, die absurde Liebesgeschichte zweier seltsamer an der Gesellschaft verzweifelter Individuen erzählt, die durch die Flucht in die Kleinbürgerlichkeit dem drohenden Untergang zu entkommen suchen. Wenn man dann noch die abgedruckten Texte durchliest (Beispiel gefällig? 'Get over there, you Schwein, Hund, move. Moment, ja jetzt ich habe Du on the Fluss. Dann Du schwimmen aus in the middle of the world ... Wenn you abgesoffen, kein Mann gucken for you'). Ich gebe jetzt mal einfach die Prognose ab: Wenn jemand die CD beim Händler im Regal stehen sieht und sich das Booklet durchliest, wird das Teil ganz schnell wieder zurückstellen. Sowas Behämmertes kauft sich doch kein Mensch, oder? Nun gibt es aber noch andere Möglichkeiten, sich vor dieser CD nicht retten zu können. Ich zum Beispiel habe die CD bei einer Competition meines Schweizer Kritiker-Kollegen Werner Wachtarczyk gewonnen. Zuerst dachte ich ja, er will mit diesem Teil seinen 'Konkurrenten' aus dem Weg räumen, aber weit gefehlt. 'The Neck Pillow', und jetzt kommen wir endlich zur Musik, ist eine ganz feine Prog-CD aus deutschen Landen, die einen eigentlich nicht mehr los lässt. Geniale Prog-Passagen, raffinierte Breaks, tolle Gitarren-Soli und auch ein paar lustige Elemente (wie z.B. 'Die Berliner Bettwurst Part One' ... eine behämmerte Cover-Version von 'Das ist die Berliner Luft' oder die Ankündigung am Schluss der CD, dass auf der offiziellen Inquire-Homepage die Geschichte von 'Luzy und Dietmar' zu Ende erzählt wird), machen die Scheibe zu einem Erlebnis der besonderen Art. Ich kann nur sagen: Danke, Werner. Das hat mir über eine Stunde richtig Freude gemacht.

Inside Process - Shade The Sun

Etwas gar heftig auf die Ohren geben uns die 5 Jungs von der italienischen Metal-Core-Band 'Inside Process'. Nichts für schwache Nerven und vielleicht auch nicht unbedingt was für verwöhnte Proggies. Aber wer auch mal was agressiveres hören will als Keyboard-Teppiche und wimmernde Gitarren, liegt mit 'Inside Process' nicht so falsch. Als Vorbilder haben die Jungs so Bands wie 'Caliban', 'As I Lie Dying' oder auch 'Killswitch Engage'. Und das sagt eigentlich alles. Ziemlicher fast Death-Metal-Gesang und fette Gitarrenriffs, aber immer wieder in eine Melodie und einen richtig melodischen Refrain mündend. Und über allem thront das brachiale Schlagzeug, das direkt ins Hirn prügelt. Freunde des Metal-Core, der genannten Bands aber auch Leute die In Flames und Konsorten mögen (und ich gehöre da ab und zu mal dazu ... irgendwie müssen die Aggressionen ja raus) können sich Inside Process ruhig mal reinziehen. Oder lauscht einfach mal auf der MySpace-Seite.

Into Exit - Backside Of The Night

Ist ja echt erstaunlich, wie sich eine Band ändern kann. Früher hatten 'Into Exit' einen spanischen Sänger, hießen 'Droga Del Espiritu' und machten Rock-Musik mit ausschließlich spanischen Texten (und klangen dabei ein bißchen wie 'Herores Del Silencio'). Mittlerweile ist die Band auf 5 Leute geschrumpft, nur noch 2 oder 3 Original-Mitglieder sind noch dabei und mit Stefanie Lesic ist eine Sängerin mit an Bord, die den 'alten Stil' absolut vergessen macht. Die erste 'Into-Exit'-CD gibt es noch als MP-3-Sound-Files unter www.into-exit.de kostenlos zum downloaden (wobei vor allem der Porky-Spice Cover-Song absolut genial ist). 'Into Exit' sind jetzt zwischenzeitlich bei der zweiten CD und beim Art-Rock angelangt (teilweise erinnert mich das musikalisch alles ein bißchen an eine Mischung aus Alias Eye und Poor Genetic Material gepaart mit The Gathering und The Chieftains), es gibt nur noch englische Texte und schon der Opener 'Backside Of The Night' macht deutlich, dass der Stilwechsel der Band absolut gut getan hat (nett auch das Gimmick mit dem rückwärts aufgenommenen Gesang). 'Need To Know' rockt dann ganz gut und 'High And Mighty' sowie 'Down' könnten locker auch irische Folk-Songs sein. Mit 'Shrink' ist dann wieder ein Stück härterer Gangart am Start, das gegen Ende richtig proggig wird (hey, das hättet Ihr locker auf 10 Minuten ausbauen können). Sicher ein Highlight der CD. 'Loved You All The Time' möchte ich dann mal als die obligatorische 'Quoten-Ballade' bezeichnen und bei 'Change Life' könnten dann alle Pogo-Freunde eine Runde abhotten. 'Waiting For' spricht dann wieder eher die Prog-Fraktion an (bestimmt das zweite Highlight). Mit 'Escape' gibt's dann noch einen tollen Abschluß der eigenen Songs, bevor mit 'I Come Undone' noch eine Cover-Version von Jennifer Rush präsentiert wird, was mir persönlich jetzt aber (verglichen mit dem echt genialen Mel C. - Song der anderen CD) nicht so gut gefällt. Ich würde jetzt allen meinen Lesern folgenden Vorschlag machen: 1.) Auf www.into-exit.de gehen, die erste CD saugen und mal in Ruhe anhören. 2.) Bei Gefallen eine Mail an tobi@into-exit.de schicken und für schlappe 8 Euro (inclusive Porto usw.) die hier beschriebene CD per Vorkasse bestellen. Es lohnt sich - vor allem bei diesem Preis - auf jeden Fall.

Into Exit - With Angels High

Die 'deutsche Prog-Hoffnung' aus dem Sauerland 'Into Exit' hat nach einem dreiviertel Jahr Studio-Arbeit endlich einen Nachfolger der CD 'Backside Of The Night' herausgebracht und sich nach eigenem Bekunden auf Ihrer Homepage vom Art-Rock verabschiedet und ist 'endlich' (was immer das heißen mag) beim Prog-Rock angekommen. Nun gut. Hatte ich den Vorgänger noch mit Bands wie Poor Genetic Material oder Alias Eye verglichen, die ja eindeutig zum Art-Rock-Genre gehören, hat ja zumindest diese Einschätzung gestimmt. Und wenn ich mir 'With Angels High' so anhöre, muß ich auch zugeben, dass hier jetzt doch einige Prog-Elemente (wie ein paar richtig gute Breaks, Gitarren-Soli, Tempo-Wechsel und ein instrumentaler Long-Song) hinzugekommen sind, die diese Meinung sicher unterstreichen. Ganz deutlich ist auf jeden Fall, dass soundmäßig im Vergleich zum Vorgänger noch ein Brikett draufgelegt wurde und, abgesehen von dem teilweise doch etwas arg ploppenden Bass (komischerweise aber nur auf meiner 'guten' Anlage und nicht beim Abspielen auf PC oder tragbarem CD-Player), der mein Trommelfell ab und zu etwas erschreckt (ich werde halt auch älter und empfindlicher), richtig gut klingt und keine Eigenproduktion vermuten lässt. Da habe ich ganz andere Sachen im Regal stehen, die mit wahrscheinlich mehr Geld weitaus schlechter produziert wurden. Hierfür schon mal ein Hut ab! Die Mühe hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Wer meinen Rat in der Review zu 'Backside Of The Night' befolgt hat (also erste CD der Band kostenlos runterladen, anhören und danach 'Backside Of The Night bestellen), weiß ja zumindest mal, dass ihn bei 'Into Exit' weiblicher Gesang (von Sängerin Steffi Lesic) erwartet. Und am Sanges-Stil hat sich (trotz der 'Mutation' zum Prog-Rock) nicht viel geändert ... bis auf vielleicht die Tatsache, dass sie versucht, noch ein bisschen mehr Gefühl in die vor allem langsameren Parts der Songs zu bringen, was leider ab und zu auf Kosten der Verständlichkeit der Texte geht (das war jetzt ein Tip an Into Exit, die Texte der Songs vielleicht auf der Homepage abzudrucken, denn bei der CD sind sie nicht dabei). Komischerweise erinnern mich einige Songs (wie z.B. 'Here Inside' oder 'We Are Here'), vor allem wegen den wirklich guten Gitarrenarbeit von Tobias Schmelzer und den proggigen Keyboard-Teppichen (aha, da war er wieder, der Prog) von Tobias Latsch, an Clepsydra, obwohl keiner der Band-Mitglieder (laut Homepage) diese Band zu ihren Favoriten zählt. Nicht unerwähnt lassen möchte ich natürlich auch die Rhythmus-Arbeit von Bassist Christian Pickhan und Schlagzeuger Torsten Urbanski. Auch diese Zwei verstehen natürlich ihr Handwerk. Meine persönlichen Favoriten auf der CD sind neben den bereits oben genannten zwei Songs 'Here Inside' und 'We Are Here' noch das knackige und rockige 'Timebomb' (also wenn Ihr mal so viel Beifall bekommt, wie bei diesem Song beigemischt worden ist, dann hab Ihr's geschafft) sowie das 11 1/2 - minütige Instumentalstück 'Alea' - aber natürlich nicht, weil da der Gesang fehlt ;-) sondern weil's ein tolles Stück Musik ist -. Nur eine Tatsache ist ja schon irgendwo enttäuschend. Es fehlt - nach Mel C. auf der ersten Into Exit - CD und Jennifer Rush auf CD 2 - eindeutig der obligatorische Cover-Song am Schluss. Ein 'Ooops I Did It Again' von Britney Spei-Übel hätte ich da schon erwartet und wäre ja auch rein zeitmäßig, die CD hat insgesamt eine Laufzeit von gut 63 Minuten, noch draufgegangen.
Auch für 'With Angels High' kann ich nur den Tip abgeben, auf die
Homepage von Into Exit zu gehen und die Scheibe für schlappe 8 Euro zu bestellen. Es lohnt sich.

IQ - Subterranea (The Concert) Live-CD & Video

Gerade mal 1 1/2 Jahre nach dem Konzerttermin (4.4.1999 in Tilburg - Holland) beglücken uns IQ mal wieder mit einem Doppelpack (Doppel-Live-CD und Live-Video). Das ist deswegen so erstaunlich, weil beim letzten Mal (Forever-Live-Box) immerhin fast 3 Jahre vergehen mußten, bis der Konzertmitschnitt den Ansprüchen der Künstler genügte. Jeder der das Glück hatte, auf der Subterranea-Tour dabei zu sein, kann ermessen, welches Schmuckstück in seinem CD- und Video-Regal stehen wird, wenn die paar viele Mark investiert werden, um beide 'Teile' anzuschaffen. Sound- und Bildqualität auf CD bzw. Video sind, verglichen mit der 'Forever Live Box', noch eine halbe Klasse besser. Allerdings beinhaltet der Mitschnitt leider 'nur' die komplette Subterranea-Doppel-CD, obwohl noch Platz für die (zumindest auf dem Konzert in Schorndorf, das ich besucht habe) grandiosen Zugaben gewesen wäre. Schade eigentlich. Aber für den Freund der anspruchsvollen und perfekten Prog-Musik (und vor allem für meinen Ex-Kollegen Bernd S.) ein absolutes MUSS !!!

IQ - The Seventh House

Erst mal muß ich meinen Ärger über die Veröffentlichungspolitik von IQ loslassen. Es ist einfach unverschämt, eine CD zu produzieren, sie auf den Konzerten im November 2000 schon zu verkaufen aber offiziell erst im Februar 2001 zu veröffentlichen. WAS SOLL DAS ??? Sind Holländer die besseren IQ-Fans (da fast alle Konzerte im November nur in Holland), die zuerst bedient werden müssen ?? Ich denke nicht, daß es die Jungs nicht mehr nötig haben, CDs baldmöglichst zu verkaufen. Aber na gut. Ich hatte zumindest das Glück, von einem Konzert-Besucher (DANKE nochmal, Andreas) die CD auf Tape vorab zu bekommen und mich schon ein bißchen darauf zu freuen, bis das Teil endlich als Silberling in den Plattenläden zu haben ist.
Nun aber zur Musik: Eigentlich gäbe es 2 Möglichkeiten, die CD zu bewerten.
Version 1:
Nach jahrelangem Warten auf eine neue IQ-Studio-CD (das letzte - geniale - Werk 'Subterranea' ist immerhin auch schon wieder über 3 Jahre alt) scheinen IQ einfach keine neuen Einfälle zu haben. Die neue CD 'The Seventh House' ist eine Mischung aus den beiden letzten Studio-Alben 'Ever' und 'Subterranea'. Nicht ganz so depressiv wie Subterranea und nicht ganz so eintönig wie Ever. Aber nach 3 Jahren einfach zu wenig Neues.
Version 2: IQ haben auch nach 3 Jahren Abstinenz nichts von ihrer Genialität eingebüßt. Gewohnt genial-bombastische Songs, grandioser Gesang, geile Keyboards und ein erstaunlich gut gewordener Gitarrist. Proggie-Herz was willst Du mehr ? KAUFEN KAUFEN KAUFEN.
Tja, welche Version jetzt tatsächlich zutrifft, darf jeder für sich selbst entscheiden. Ich nehme den Mittelweg.

IQ - Dark Matter

Ich denke mal, dass ich mir mit dieser Review keine neuen Freunde machen werde. Aber ich kann ja auch nichts dafür. Mit dem Kauf meiner ersten IQ-CD ('Ever') war ich ja Feuer und Flamme für diese Band und hellauf begeistert. Und der Studio-Nachfolger 'Subterranea' gehört auch heute noch zu meinen Highlights im CD-Regal. Meine Meinung über 'The Seventh House' war ja dann schon etwas gespalten aber mit 'Dark Matter' haben IQ den (für ihre Verhältnisse) Langweiler des Jahres veröffentlicht. Null neue Ideen und alles schon mal dagewesen. Bei jedem Part kommt einem sofort der Gedanke, das ist doch von diesem Song geklaut, das habe ich auch schon mal gehört und und und. Über diese Ideenlosigkeit kann leider auch der (mal wieder) brilliante Sound nicht hinwegtäuschen. So geht's nicht weiter, meine Herren. Etwas mehr Kreativität erwarte ich von solch genialen Musikern schon. Prog heisst Fortschritt und nicht Stehen bleiben !!! Trotzdem ist die Scheibe für sich alleine gesehen natürlich absolut gut ... nur wie gesagt ... das kennen wir alles schon. Ich lege mir dann lieber mal wieder das Über-Werk 'Subterranea' in den Player.

IQ - Frequency

Lange habe ich mir überlegt, was ich über die neue IQ-CD schreiben soll, die ja auch wieder 5 Jahre auf sich warten lies. Und eigentlich fällt mir dazu nicht viel ein. Genauso wie meine Review über 'The Seventh House' könnte auch die Bewertung von 'Frequency' ausfallen. Entweder man ist von der Genialität der IQ-Musik total begeistert oder man stellt fest, dass IQ seit Jahrzehnten einfach nix Neues machen. Und da hilft auch nicht, dass jetzt anstatt Martin Orford ein gewisser Mark Westworth an den Keyboards sitzt ... einen Kreativitätsschub hat das nicht gebracht. Klar, IQ spielen immer noch in der Bundesliga des Neo-Prog aber für mich ist das auf Dauer einfach zu wenig. Da werden minimale Melodieideen einfach bis zum geht nicht mehr rauf- und runtergenudelt, die Stimme von Peter Nicholls geht einem irgendwann schon mal auf den Keks, weil er immer wieder das gleiche in seiner unnachahmlichen Art singt (die nicht gerade spektakulär ist) und die Songs werden gedehnt bis fast zum Erbrechen (okay, das ist jetzt etwas hart ausgedrückt). Aber eine Band, die nur alle Jubeljahre eine CD rausbringen, könnte sich eigentlich im Laufe der Jahre mal ein bißchen weiterentwickeln. Für mich ist 'Ever' und 'Subterranea' immer noch das Maß aller Dinge und alle nachfolgenden Studio-CDs (und das sind ja nicht viele) sind eigentlich nur ein billiger Abklatsch und eine schlechte Kopie dieser Meisterwerke.
Kauft man sich die 'Special Edition', gibt es dann noch eine Bonus-DVD mit einem Konzert aus Zoetemeer aus dem Jahr 2007, bei dem neben den üblichen Live-Songs wie 'Awake And Nervous' oder 'The Darkest Hour' auch schon 2 Songs von Frequency vorgestellt wurden (wobei 'Stronger Than Friction' damals noch 'Crashed and Burned' hieß). IQ-Fans werden die CD mal wieder überglücklich einsaugen, neue Freunde wird man mit dieser Scheibe sicher nicht gewinnen.

IQ - The Road Of Bones (VÖ:09.05.2014)

Die britische Neo-Prog-Legende IQ hat uns schon wieder rund fünf Jahre warten lassen (ja, Frequency ist schon so alt!), bis ein neues Studio-Album veröffentlicht wird. Es gab auch schon wieder ein Line-Up-Wechsel, dieses Mal hat es wieder den Keyboarder getroffen. Es ist jetzt ein gewisser Neil Durant am Start, der allerdings von Vorgänger Mark Westworth empfohlen wurde (und seine Sache richtig gut macht ... man könnte glauben Herr Orford wäre wieder dabei) und John Jowitt ist mal wieder weg und wurde durch ... man höre und staune ... Tim Esau ersetzt, der ja in früheren Jahren schon mal bei IQ war.
Was ich über ‘Frequency’ geschrieben habe, also eher langweilig und nix Neues, möchte ich von ‘The Road Of Bones’ überhaupt nicht behaupten. Klar klingen IQ immer noch voll nach IQ, was schon alleine am Gesang von Peter Nicholls liegt, der einfach unverwechselbar ist, aber insgesamt sind IQ einen Tacken härter geworden, was der Musik einfach nur gut tut. Alleine der Opener ‘From The Outside In’ haut einfach voll rein und ist bombastisch, episch, dramatisch. Auch der Title-Track hat ein richtig dramatisch-bombastisches Ende. Hier geht es um einen Killer und ‘The Road Of Bones’ ist die Straße, auf der seine Toten liegen. Heftig aber richtig gut.
Ich möchte ‘The Road Of Bones’ fast auf eine Stufe mit ‘Subterranea’, meiner absoluten Lieblings-IQ-CD stellen. Richtig cool, modern und irgendwie ‘anders’.
Es lohnt sich aber der Kauf der limitierten Doppel-CD. Denn entgegen der sonst obligatorisch eingepackten Live-CD oder Demo-Scheiße gibt es nochmal 6 neue Songs mit 50 Minuten Spielzeit, die fast genauso gut sind als die Songs der Original-CD, nur noch (für IQ-Verhältnisse) ein bißchen experimenteller. Muss man haben!

Iron Kim Style - Iron Kim Style

Moonjune Records war in letzter Zeit mal wieder ziemlich fleißig, und hat diverse CDs veröffentlicht. Und mit ‘Iron Kim Style’ gibt es einen Neuzugang im Moonjune-Lager, der allerdings gar nicht so neu ist, denn kein Geringerer als Dennis Rea (Gitarrist von Moraine ...siehe meine Review) ist hier Mitglied. Die Band selbst beschreibt ihre Musik als beeinflusst von Olivier Messiaen, Miles Davis, Terje Rypdahl, John Abercrombie, Heavy Rock und nordkoreanischer Matial-Music (hä?) Na gut ... zumindest wäre dann jetzt der Name der Band erklärt, denn Iron Kim Style hat sich nach ‘Iron Kim’, also dem allseits gehassten nordkoreanischen Alleinherrscher Kim Jong-Il benannt. Wo allerdings die nordkoreanische Martial-Music zu hören ist, erschließt sich mir nicht wirklich (in Unkenntnis dieses Musik-Stils). Um es auf den Punkt zu bringen, machen Iron Kim Style ziemlichen Jazz, wobei vor allem die Bläser-Arrangements auffallen (und somit die Nähe zu Miles Davis auf jeden Fall mal erkennbar ist). Wie schon bei diversen Moonjune-Veröffentlichungen bemerkt, kann ich mit der Musikrichtung nicht wirklich viel anfangen, da sollten dann eher Jazz-Freaks was dazu sagen. Aber dass die Jungs um Dennis Rea vor Ideen sprühen und ihre Instrumente perfekt im Griff haben, kann sogar ich behaupten. Jazz-Freunde sollten also auf jeden Fall auf die MySpace-Seite der Band gehen und mal ein Ohr riskieren.

Iron Maiden - Brave New World

Iron Maiden wieder mit Sänger Bruce Dickinson liefern mit Brave New World für diese Band eine recht anhörbare CD ohne wirkliche Höhepunkte ab. Drei vier Lieder stechen ein bißchen heraus, ansonsten Altbekanntes von Iron Maiden. Nicht unbedingt eine CD, die man haben muss. Ich denke dass ältere CDs von Iron Maiden weitaus besser sind.

(Der Beste Song von Bruce Dickinson ist übrigens auf der Ayreon - Flight of the Migrator vertreten).

Iron Maiden - Rock In Rio

Trotz jahrzehntelanger Bandgeschichte gibt es von Iron Maiden, im Vergleich zu anderen Bands, äußerst wenig Live-Material. Dies hat natürlich den Vorteil, dass nicht auf jeder Live-Scheibe fast das gleiche drauf ist. 'Rock In Rio' wurde auf einem Konzert am 19.01.2001 in Rio de Janeiro vor über 200.000 Zuschauern mitgeschnitten. Und hierbei scheint es sich ausschließlich um eingefleischte Maiden-Fans gehandelt zu haben, denn es wird von vorne bis hinten mitgegröhlt (ohne Textschwächen !!!). Der Schwerpunkt von CD1 liegt auf dem neuen Material von 'Brave New World', das mir ja als Studio-Version nicht so gefallen hat. Aber live kommt das ganz schön fett rüber. Der Rest (von CD1 und CD2) ist dann ein 'Best of Maiden', bei dem aber auch ein paar unbekanntere Sachen gespielt wurden. Nicht fehlen dürfen natürlich 'The Number of the Beast' und 'Run to the Hills', die aber weitestgehend von den Zuschauern gebrüllt werden. Ausserdem gibt's noch einen Ausblick auf die folgende DVD (Video-Version von 'Brave New World' und eine kleinen Dokumentation), die aber hoffentlich nicht in dieser Version veröffentlicht werden, denn erstens ist mein Rechner mittendrin bei beiden Teilen abgestürzt (bei einem Pentium 4 mit 2 GHz-Prozessor und 256MB Arbeitsspeicher bestimmt kein Rechner-Problem) und bei der Dokumentation stimmt die Synchronisation nicht. Trotzdem eine der besten Live-CDs, die in letzter Zeit auf den Markt geworfen wurden.

Isbell, Jason - Southeastern (VÖ: 11.10.2013)

Ich habe auch mal wieder eine CD im Angebot, die mit Prog, Rock, Metal usw. aber so gar nichts zu tun hat aber trotzdem hier auf meiner Seite vorgestellt werden muss, weil sie einfach schön ist.
Jason Isbell ist der Kopf der Band ‘Drive-By Truckers’ und betätigt sich auf ‘Southeastern’ als brillanter Singer / Songwriter mit einem leichten Touch zu Country (kein Wunder ... die CD wurde ja auch in Nashville aufgenommen).
Schon der Opener ‘Cover Me Up’ glänzt durch den genialen Gesang von Jason Isbell gepaart mit einer gefühlvollen Slide-Gitarre. Es gibt tollen zweistimmigen Gesang (z.B. auf ‘Stockholm’), Fiddle (auf ‘Travelling Alone’), Rockiges (‘Flying Over Water’), aber vor allem viel Gefühl, viel akustische Gitarre und viel Melodie.
Eine wunderschöne CD für kalte Winterabende.

Isis - Panopticon

Ab und zu bekomme ich per E-Mail CD-Tips, worüber ich mich auch immer sehr freue, bin ich doch gegenüber mir unbekannten Bands sehr aufgeschlossen. Auch die vorliegende CD 'Panopticon' der kalifornischen Band 'Isis' war so ein Tip. Beschrieben wurde mir die CD mit den Worten
"bin ja kein Progrock-Fan,aber vielleicht gefällt Dir dieses Album. Geht in Richtung Neurosis oder Opeth ( wobei ich die jetzt nicht ganz so gut kenne)...Isis - Panopticon ... Also die Songs sind alle kaum kürzer als 10 min, von daher müsste das Dir "Progger" das ja ganz gut gefallen ; )"
Und auch aus einer ganz anderen Richtung wurde mir die CD empfohlen. Also blieb mir ja gar nichts anderes übrig, als mir das Teil zu besorgen. Aber auch nach mehrfachem und intensivem Hören fehlen mir irgendwie die Worte einer Beschreibung. 'Neurosis' kenne Ich jetzt nicht so gut, deswegen kann ich leider nicht entscheiden, ob das in die Richtung geht. Aber nach Opeth klingt's eher gar nicht, da alleine schon der Gesang von Mikael Akerfeldt fehlt, denn 'Panopticon' ist mit Ausnahme ein paar weniger Text-Zeilen, die dann auch eher gegrowled werden, fast nur instrumental. Und das aber ziemlich fett und hart. Black Metal fast ohne Gesang, Porcupine Tree auf Drogen, manchmal aber auch in Richtung Pink Floyd der 70er Jahre (Meddle, Atom Heart Mother) ... irgend sowas in der Art trifft's vielleicht am ehesten. Auf jeden Fall nix für die sonntägliche Kaffeestunde sondern eher zum Abreagieren nach einem harten aber erfolglosen Arbeitstag. Auch wenn's mir ein bißchen schwer fällt, die CD zu beschreiben muss ich sagen, dass mir das Teil wirklich gefällt. Also kann ich nur den Tip geben, mal ein Ohr für 'Isis' zu riskieren.

Ivanhoe - Walk In Mindfields

Eine weitere Prog-Metal-Band aus süddeutschen Landen ist mit 'Ivanhoe' anscheinend schon länger am Start. Nur ist die Band an mir bis jetzt so völlig vorbeigegangen. Allerdings haben sie auch schon länger keine neue CD mehr veröffentlicht. Doch mit 'Walk In Mindfields' haben mich die Jungs dann doch überzeugt. Klasse Opener (das Titelstück), ein paar weitere Metal-Kracher ('Bless My Soul', 'History ... Or Crime', 'Take Me To The Spirit') eine nette Quoten-Ballade ('Arrows') sowie die restlichen guten Stücke, alle im Stile von 'Vanden Plas' oder auch gemäßigte 'Angel Dust' machen die CD auf jeden Fall kaufenswert. Nur warum die Band in den Fachmagazinen als die 'deutschen Dream Theater' bezeichnet werden, wird wohl ewig ein Geheimnis bleiben. Denn abgesehen von dem eher seltenen Rudess-Keyboard-Gefrickel hat die Band in meinen Augen so gar nichts von Dream Theater. Aber was soll's. Kauft Euch die CD und macht Euch selber ein Bild.

Ivanhoe - Lifeline

Immerhin 3 Jahre hat's gebraucht, bis die süddeutsche Prog-Metal-Band 'Ivanhoe' eine neue CD rausgebracht hat. Mein Einstieg begann ja mit der letzten Veröffentlichung 'Walk In Mindfields', die richtig gut war. Zwischenzeitlich habe ich die Band auch mal live gesehen (zusammen mit Scenes und Dreamscape), dort hatten sie aber leider ein paar technische Probleme. Trotzdem kam ganz gut rüber, dass die Jungs ihr Handwerk mehr als verstehen.
Lifeline beginnt leider etwas 'schleppend' mit den ersten zwei Songs 'Lifeline' und 'Mad Power' bei denen etwas die im Kopf bleibenden Melodien fehlen. Aber hat man sich erst mal da durchgehangelt (wobei ich nicht behaupten will, dass die Songs schlecht sind ... im Gegenteil ... aber für 2 so Opener einfach nicht eingängig genug) wird's richtig gut. 'Schizophrenic', 'Suffering', das hammergeile 'Angels Hologram' (das hat wirklich alles, was ein grandioser Prog-Metal-Song braucht), das fette 'Time Machine' und so weiter bis zum Schluß. Jeder Song ein Knaller. Wirklich gut gemacht und von Jan Vacik in seinen Dreamscape-Studios hervorragend gemastert. Nur dem Booklet-Designer gehört ein paar hinter die Ohren. Hey ... ich bin über 40 und die meisten der Ivanhoe-Hörer wahrscheinlich auch. Warum so eine kleine, ätzende und unleserliche Schrift?? Ich hoffe ich habe wenigstens die Song-Titel richtig erkannt. Nächstes Mal bitte etwas altersgerechter. Denn die nächste Ivanhoe-CD werde ich mir sicher wieder kaufen. Prog-Metaller können bedenkenlos zugreifen. Nur der Vergleich mit Dream Theater, den ich in jeder zweiten Review über Ivanhoe lese, geht mir einfach nicht in den Kopf. Kann höchstens sein, dass das in den Band-Infos zur verschickten Promo-CD so steht und meine Kritiker-Kollegen das einfach abschreiben. Ich finde die Musik von Ivanhoe hat irgendwie so gar nix von Dream Theater. Und das ist auch gut so, denn der eigenständige Stil der Band ist ausgesprochen gut.

Ivory Tower - Beyond the Stars

Gut eineinhalb Jahre nach dem Debüt des Kieler Prog-Power-Ensembles und offensichtlich nach kräftigem Üben kommt nun mit 'Beyond the Stars' für die Liebhaber komplexer Songs im Stile von Dream Theater ein Knüller. Harte, melodische Longsongs, gekonnt verpackt in anspruchsvolle Arrangements ohne heilloses Rauf- und Runtergefrickel. Glasklare Riffs wechseln sich ab mit melodischen Keyboards, gepaart mit orchestralem Prunk. Das Teil macht nach über einer Stunde Spielzeit so süchtig, daß man im nächsten Moment wieder auf den Startknopf drückt.

Für Dream Theater-Fans eine absolute Alternative.

Itch, The - Present

Solo-CDs von Gitarristen sind normalerweise grausame Frickel-Orgien mir Rauf- und Runtergenudel von Tonleitern. Diese Befürchtungen braucht man aber bei 'The Itch' (hinter dem sich kein geringerer als Robin Boult von Fish und Howard Jones verbirgt) nicht haben. Robin Boult klimpert auf knapp über 44 Minuten neun Liedchen auf der akustischen Gitarre, begleitet von einem Percussionisten und auf einem Song von Pete Trewavas (Marillion) am Bass. Mehr ist zu dieser CD leider nicht zu sagen. Wem sowas gefällt, wird begeistert sein. Mir ist's zu langweilig und zu ruhig. Schade eigentlich. Hier wäre mehr drin gewesen. Denn dass Robin sein Instrument beherrscht, das merkt man.

J

Jaded Star - Memories From The Future (VÖ:24.04.2015)
Auf der Double-Headliner-Tour von Serenity und Xandria im Februar 2016 waren ‘Jaded Star’ aus Griechenland als Opener mit am Start. Die Band passt natürlich voll zu den zwei Headlinern, es gibt also Symphonic-Metal mit weiblichem Gesang. Die Band war mir bis dahin völlig unbekannt, wobei die Sängerin Maxi Nil schon mal bei ‘Visions Of Atlantis’ gesungen hat. Sie haben ihre Sache richtig gut gemacht auf dem Konzert wo ich war, wobei neben Sängerin Maxi Nil auch noch Gitarrist Kosta Vreto herausgestochen ist. Cooler Typ und sein Instrument beherrscht er mal so richtig. ‘Memories From The Future’ beginnt gleich mal mit einem richtigen Symphonic-Metal-Kracher namens ‘The Mask’. Schöne Härte, tolle Melodie, fette Riffs, brillanter Gesang. Auch das folgende ‘Wake Up’, auch auf dem Konzert gespielt ist richtig gut. Zwei mal gehört und man kann mitsingen. Etwas getragener (bombastischer) geht es dann bei ‘Keep On Fighting’ zur Sache. Auch richtig gut. ‘Stars’ war auf dem Konzert mit Abstand der beste Song und kommt auch auf der CD richtig gut. Jetzt weitere Songs aufzuzählen wäre reine Zeitverschwendung. Alle auf einem richtig hohen Niveau, tolle Melodien, tolle Gitarren-Soli. Vielleicht einen Song möchte ich doch noch erwähnen, weil er so ganz anders ist. ‘In Memory’ ist eine total schöne Ballade mit akustischer Gitarre und ein bißchen Keyboard-Teppich. Wer auf diese Musikrichtung steht und so Sachen wie Xandria, Epica, Delain usw. mag, kommt an Jaded Star nicht vorbei.

Jadis - Alive Outside

Die englischen Proggies Jadis hatten mich ja mit ihren ersten beiden Alben ('More Than Meets The Eye' und 'Across The Water') sowie einem von mir erlebten Live-Auftritt (genial) absolut überzeugt. Aber nach dem Weggang von Martin Orford (IQ) und John Jowitt (IQ, Ex-Arena) ging es musikalich doch ganz schön abwärts. Umso erfreuter bin ich, daß es Jadis wieder in Original-Besetzung gibt. 'Alive Outside' ist ein Live-Mitschnitt vom 14.07.2001 (Nomansland, Hampshire, UK) und beinhaltet bei einer Spielzeit von ca. 60 Minuten einen herrlichen Querschnitt des Schaffens dieser Band, wobei komischerweise die CD 'Across The Water' ausgespart wurde. Die Soundqualität ist hervorragend und als kleines Bonbon gibt es auch noch 2 Cover-Versionen von der Cutting Crew (Weather With You) und Pink Floyd (Comfortably Numb), wobei aber doch klar wird, daß Gary Chandler an David Gilmour von Pink Floyd nicht rankommt. Trotzdem ein eher guter Versuch. Für Freunde des melodischen Prog-Rocks und natürlich für alle Jadis-Fans gilt: KAUFEN.

Jadis - Fanatic

Nach etlichen Umbesetzungen, Aus- und Einstiegen sind sie endlich wieder in der Ur-Besetzung zusammen und haben eine weitere Studio-CD aufgenommen. Gary Chandler mit seiner unverwechselbaren Stimme und dem einzigartigen Gitarrenspiel, Steve Christey, der unauffällige aber gute Drummer, Martin Orford an den Keyboards und John Jowitt mit einem unglaublich fetten Bass (der Nachbar's Gläser in der Vitrine scheppern lässt). Als ich im Jahre 1993 Jadis zum ersten Mal gehört (das war irgendwo in Holland auf einem Open Air - Konzert) und mir die erste CD (More Than Meets The Eye) gekauft habe, war ich voll begeistert von dieser melodischen, atmosphärischen Musik. 'Leider' hat sich aber nach über 10 Jahren nach dem Erstlingswerk überhaupt nichts an der Musik geändert. Und das finde ich eigentlich irgendwo ganz schön schade. So tolle Musiker könnten im Laufe der Zeit und nach so vielen Einflüssen durch ihr Mitwirken in anderen Bands wirklich ein bißchen innovativer zu Werke gehen. Die CD ist zwar schön ... aber auch ganz schön vorhersehbar. Schade. Da wäre mehr dringewesen.

Jadis - More Than Meets The Eye

Wer sich damals (also 1992) die Debut-CD von Jadis 'More Than Meets The Eye' nicht gekauft hat und sich bis heute darüber geärgert hat, dass er das beste Werk der Jungs (damals und wie heute wieder in der Besetzung Gary Chandler, Stephen Christey, Martin Orford und John Jowitt) nicht besitzt und auch nicht mehr bekommt, darf endlich aufatmen. InsideOut hat die Scheibe in einer 'Special Edition', also mit Bonus-CD, nochmals veröffentlicht. Also wer sie noch nicht hat, sollte UNBEDINGT zugreifen. Denn so geile Songs wie z.B. 'Holding Your Breath' oder 'Wonderful World' haben Jadis später nie mehr geschrieben.
Wer 'More Than Meets The Eye' schon besitzt, muss sich natürlich überlegen, ob es sich lohnt, das Teil wegen der Bonus-CD nochmal zu kaufen. Denn auf der Bonus-Scheibe sind 13 Songs von Demo-Tapes (zum Teil von 'More Than Meets The Eye' - Sachen) veröffentlicht, die, mit Ausnahme von Gary Chandler, von früheren - mir unbekannten - Musikern Ende der 80er Jahre eingespielt wurden.

Jadis - Photoplay

Ich habe zwar so langsam den Überblick verloren, wie viele Studio-CDs Jadis seit dem Erstlingswerk 'More Than Meets The Eye' Anfang der 90er Jahre veröffentlicht haben. In meiner CD-Sammlung stehen aber einige Teile rum. Tja und dieses Phänomen stellt sich bei mir immer dann ein, wenn ich CDs nicht mehr unterscheiden kann und nicht mehr weiß, auf welcher CD jetzt welcher Song veröffentlicht wurde. Und warum passiert das ?? Weil praktisch alle CDs gleich sind. Und leider macht da auch 'Photoplay' überhaupt keine Ausnahme. Typischer Gesang und typische Gitarre von Gary Chandler und der Rest auch irgendwie wie gehabt. Irgendwo habe ich gelesen, dass Jadis jetzt 'härtere Musik' machen sollen ... naja, also wenn man nach dem dritten Ton einer neuen CD schon erkennt, was das für ne Band ist, kanns ja wirklich nicht so richtig anders sein. Schade ... so langsam muss ich mir echt überlegen, ob ich mir das Geld in Zukunft nicht sparen soll. So langsam wirds echt unendlich langweilig mit Jadis.

Jaimz, Steevi - Damned if I do ... damned if I don't

GAST-KRITIK VON GEORG LÖGLER

No Shit ! Da taucht doch tatsächlich nach `zig Jahren aus dem Nichts ein Veteran mit einer Platte auf, mit der man nun wirklich nicht mehr gerechnet hätte. Steevi Jaimz, der erste Sänger von TIGERTAILZ hat hier seine Songs vor und nach seiner Zeit bei den Walisern zusammengestellt. Wenn man bedenkt, dass die Stücke bis ins Jahr 1982 zurückreichen- als Steevi mit CRASH K.O. seiner Zeit voraus war und mit der Band ein Equivalent zu den US Bands darstellte- und bis ins Jahr 1994 gehen, dann klingt die Platte doch recht homogen. Steevi musste mit dem Manko einer fürchterlich dünn produzierten LP ("Young & Crazy"-1987) leben und seine Alkoholexzesse in Verbindung mit diversen. aeh...Auseinandersetzungen haben damals im Kerrang! immer für Erheiterung gesorgt. Doch der Mann rehabilitiert sich hier – ca. 10 Jahre zu spät- mit kompetenten Musikern und guten (Party-) Songs in einem Niveau wie in etwa auf den ersten beiden MOETLEY CRUE Platten. Steevi hat mal einen Journalisten in London verprügelt- also von mir bekommt er auch ohne Drohung eine 4. (Auch wenn ich beim letzten Song zum Telefon gesprungen bin, obwohl das Klingeln zum Song gehört)

Jelly Fiche - Tout Ce Que J'ai Revé

Wow ... was ist das denn? Schon wieder eine völlig neue Band aus dem Hause Unicorn Digital und wieder mal eine totale Überraschung. Für die franko-kanadische Band Jelly Fiche ist 'Tout Ce Que J'ai Revé' das Debut-Album. Und was für eins. Die ersten beiden Songs 'Tout Ce Que J'ai Revé' und 'Les Arbres' haben eindeutig einen Pink Floyd - Touch, wobei Sänger Syd (warum nennt er sich wohl so?) mich auch ein bißchen an die französische Band 'Lazuli' erinnert. Hammerhart ist auf jeden Fall das Saxophon im Titel-Stück (fast wie bei 'Wish You Were Here') und die 'Animals' - Stimmung beim zweiten Song. Wirklich toll gemacht. Das dritte Stück 'Cache Au Fond Plus Haut' geht dann ein bißchen rockiger zur Sache und zeigt eine ganz andere Seite der Band. Auch 'Source Infinie' ist fast ein kleiner 'Rocker', wobei hier vor allem das Keyboard richtig schön raussticht. Der Zweiteiler 'Dans La Peau D'un Autre', für mich eines der Highlights der CD ist dann wieder Prog vom Feinsten, zuerst ziemlich seicht und getragen, am Ende dann richtig bombastisch. Toll. Herzstück ist aber das abschließende 'La Cage Des Vautours / Liberté', mit über 15 Minuten auch das längste Stück, das zwischendurch mal ein bißchen ins jazzige abdriftet aber insgesamt ein richtig guter Song ist. Hier zeigen Jelly Fiche nochmal, was sie alles drauf haben. Klar ist mal wieder die französische Sprache für manche ein kleiner Hemmschuh, um mit der CD warm zu werden. Aber ich hoffe doch mal, dass Ihr durch meine Berge von guten Kritiken über Bands mit französischen Texten mittlerweile auch damit was anfangen könnt. Es wäre echt schade, wenn Ihr Euch 'Jelly Fiche' entgehen lassen würdet. Sicher eine der besten Veröffentlichungen im Jahr 2008. Mehr Infos über die Band gibt es auch auf ihrer Homepage.

Jeronimo Project - The Doors Of Perception

Wie ich nach einigen Recherchen in Erfahrung bringen konnte, ist ‘The Doors Of Perception’ bereits der siebte Output des Jeronimo Projects, das eigentlich aus Vater Martin Popp (Gitarre, Bass, Vocals) und den Söhnen Michael (diverse Tasteninstrumente) und Stefan Popp (Drums) bestand. Offensichtlich haben die zwei Söhne nun mit Tobias Linhardt (Vocals, Gitarre) und Max Stahlschmidt (Bass) eine neue Prog-Band namens ‘Riding The Scree’ gegründet, die hier mit involviert ist und aus Oberfranken stammt.
‘The Doors Of Perception’ bietet kompositorisch einen interessanten Querschnitt aus fast 40 Jahren Rock-Musik von Kraut-Rock (z.B. Teile des Operners ‘Far Away’) über Neo-Prog (z.B. Dragon Flyer oder das ziemlich gute Instrumental The Valley) bis zu Prog-Metal (Dark Alleys), wobei ich bei so vielen unterschiedlichen Stilen auf 70 Minuten Spielzeit fast schon too much ist und man sich leicht überfordert fühlt. Wenn man allerdings bedenkt, dass die Musiker (bis auf den Vater Popp natürlich) nicht mal die Volljährigkeit erreicht haben (wenn man der Homepage glaubt) ist es wiederum sehr erstaunlich, dass so ein Werk herausgekommen ist. Klar kann man sich an einigen Stellen noch verbessern (wobei mir hier vor allem der teilweise leicht unsichere Gesang aufgefallen ist), aber wenn man in Zukunft den Grundsatz ‘weniger ist manchmal mehr’ beachtet und sich vielleicht auf eine Stil-Art spezialisiert, könnte aus ‘Riding The Scree’ vielleicht noch eine richtig gute Prog-Band aus deutschen Landen werden.

Jethro Tull - Living With The Past

Wer hätte gedacht, dass Ian Anderson, Martin Barre und Co. nochmal so eine geniale Live-CD herausbringen. Die Aufnahmen stammen zum grössten Teil aus den Jahren 2001 und 2002, es sind aber auch ein paar ältere Shows vertreten. Also ist schon mal klar, dass 'Living With The Past' kein normaler Konzertmitschnitt sondern ein Sammelsurium von vielen Live-Auftritten ist. So kommen wir in den Genuss von Uralt-Heulern wie 'Locomotive Breath', 'Aqualung' oder 'Living In The Past' aber auch die neuere Schaffens-Phase von Jethro Tull kommt nicht zu kurz und zeigt, dass sie vor allem zeitlose Musik machen, die auch heute noch absolut hörbar ist. Über die musikalischen Qualitäten der Jungs braucht man sowieso nicht diskutieren. So ist 'Living With The Past' ein Querschnitt aus Jahrzehnten genialer Musik und jedem halbwegs Interessierten nur ans Herz zu legen. Lediglich Live-Atmosphäre kommt nicht so recht auf, da das Publikum nur sehr spärlich zu hören ist.

Jevtovic, Dusan - Am I Walking Wrong? (VÖ: 15.10.2013)

Hobby-Gitarristen aufgepasst. Ein neues Pferd im Stall vom New Yorker Label Moonjune ist der in Serbien geborene und in Barcelona lebende Gitarrist Dusan Jevtovic, der zusammen mit dem Katalanischen Bassisten Bernat Hernández und dem in New York lebenden Drummer Marko Djordjevic (der schon auf über 40 verschiedenen Alben gespielt hat) eine richtig fette instrumentale Scheibe abgeliefert hat, die von Rock-Riffs über Led Zeppelin - Parts bis zu gefühlvollem Gewimmer alles bietet, was das Gitarristen-Herz höher schlagen lässt. Da bleibt einem schon manchmal der Mund offen wenn man hört was Dusan Jevtovic so alles aus seinem Instrument herausholen kann. Coole Scheibe die man gehört haben muss. Mehr Infos über den Künstler gibt es auf seiner Homepage.

Jones, Howard - Perform.00

Nach der grandiosen Vorstellung auf dem 1999er-Konzert des früher in Popper-Kreisen bekannten Howard Jones (wer erinnert sich nicht an die Jugendzeit und an HoJo's Hits 'What is love' oder 'New Song'), bei dem er neben den neuen Titeln der letzten CD 'People' (KAUFTIPP !!) seine sämtlichen alten Heuler, unterstützt von Ex-Fish-Gitarrist Robin Boult, in einem völlig neuen Kleid präsentierte, muß auf seiner Homepage die Hölle losgewesen sein. Tausende von Fans sind an HoJo mit dem Wunsch herangetreten, die 'modernen' Versionen auf CD zu verewigen. Und er hat's getan. Ein geniales 'No one is to blame', ein klasse 'Everlasting love', ein über 10-minütiges 'Hide and seek (der absolute Hammer auf der CD ... mit Robin Boult an der Spanish-Guitar ), ein paar alte Stücke als Reggae oder mit Karibik-Sound. Insgesamt eine hypergute CD für Leute ohne Vorurteile. Der Mann kann wirklich Musik machen.

Jorn - Worldchanger

Jorn Lande wird so langsam der heimliche Star-Sänger der Hard Rock-Szene. Neben seinen (zum Teil genialen) Sangesleistungen bei Ark, Millennium, Brazen Abbot und bei Herrn Malmsteen ist 'Worldchanger' bereits sein zweites Solo-Album. Und hier kommt er locker an seine offensichtlichen Vorbilder wie Glenn Hughes, David Coverdale oder Tony Martin ran. Und von Power-Metal bis Fantasy-Zeugs hat er alles drauf. Insgesamt ist Jorn Lande etwas härter als auf seiner Debut-CD 'Starfire', aber das passt hervorragend zu seiner Heavy-Stimme. Für Metal-Freaks könnte das eine Scheibe sein, die so schnell nicht mehr aus dem CD-Player wandert. Für den Prog-Freund ist das Teil allerdings nur sehr eingeschränkt zu empfehlen.

Jorn - Out To Every Nation

Hansdampf in allen Gassen Jorn Lande hat es mal wieder geschafft und ein Solo-Album rausgebracht. Eigentlich richtig erstaunlich wenn man bedenkt, wo der Mann alles mitmischt (Masterplan, Ark, Millenium, Brazen Abbot und diverses anderes Zeug), dass er hierfür überhaupt noch Zeit hat. Immerhin hat es dann für 10 Titel und gut 47 Minuten Musik gereicht. Unter anderem Pagan's Mind - Gitarrist Jörn Viggo Lofstad, der auf der CD ganz schöne Bretter runterschrammeln darf, hat großen Anteil daran, dass die Songs teilweise sehr straight daherkommen. An die 'Masterplan' kommt die Scheibe zwar nicht heran, ist aber Heavy Metal - Fans trotzdem zu empfehlen.

Journey - Arrival

Oh jeh. Jahrelang freut man sich auf eine neue Journey-CD und dann DAS. Neuer Sänger der meint er wäre Steve Perry (ist es aber nicht mal annähernd), Neal Schon hat auch schon bessere Tage an der Klampfe gehabt und das Songwriting lässt auch sehr zu wünschen übrig. Ich würde mal sagen, lasst Eure Finger von dem Teil und kauft Euch was Altes von Journey (z.B. die vorletzte Veröffentlichung 'Trial by Fire'). Sonst ist's rausgeschmissenes Geld.

BuiltWithNOF

K

Kaipa - Keyholder

Kaipa ist die Band, in der Flower Kings Mastermind Roine Stolt seine Musiker-Karriere begann. Und nach vielen vielen Jahren haben sich zumindest die Ur-Mitglieder Stolt und Keyboarder Hans Lundin wieder zusammengetan und im Jahr 2002 die CD 'Notes From The Past' aufgenommen (die ich mir nicht zugelegt hatte, weil ich gelesen hatte, das klingt wie Flower Kings und die mag' ich ja eigentlich nicht so). Und jetzt gibt es ein weiteres Werk, unter anderem noch eingespielt mit Jonas Reingold (Bassist der Flower Kings) und Ritual-Sänger Patrik Lundström. Warum habe ich mir jetzt 'Keyholder' gekauft ? Keine Ahnung. Das Cover fand ich ganz toll und außerdem hat mir das Booklet verraten, dass Roine Stolt zumindest an den Kompositionen wenig beteiligt war und auch nicht singt sondern nur das tut, was er wirklich kann - nämlich Gitarre spielen. Somit dachte ich ... gib' 'Kaipa' eine Chance ... und sie haben sie genutzt. 'Keyholder' ist in meinen Augen ein sensationell gutes Prog-Album, das auf über 78 Minuten klingt wie eine Mischung aus Yes und alten Genesis (aus der Lamb Lies Down ... Zeit). Komplizierte, vertrackte Stücke zwischen 6 und 14 Minuten, die wohl jedes Prog-Herz erfreuen werden. Und der angenehme Gesang von Patrik Lundström ist echt auch richtig passend und auch nicht allzu häufig. Bis jetzt für mich das Prog-Highlight des Jahres und bei nächster Gelegenheit werde ich mir auch noch 'Notes From The Past' zulegen.

Kaipa - Mindrevolutions

Die Enttäuschung des bisherigen Jahres kommt für mich sicher von Kaipa. Fand ich den Vorgänger 'Keyholder' noch richtig gut, kann ich jetzt 'Mindrevolutions' aber so überhaupt nichts abgewinnen. Langweiliges, uninspiriertes Gedudel, alles total vorhersehbar und schon mal dagewesen. Da hilft auch der fast 26-minütige Titeltrack nicht ... ich konnte die Scheibe bis jetzt noch nicht mal am Stück anhören, da ich immer das Bedürfnis hatte, vor Langeweile einzuschlafen. Ähnlich wie bei 'The Tangent' ist also Herr Stolt mal wieder bei mir durchgefallen.

Kamelot - The Expedition

Fast völlig unbeachtet fristet die Ami-Band Kamelot (in Florida liegt man nicht nur am Strand sondern macht auch Musik) ihr Dasein. Und das völlig zu Unrecht. Meiner Meinung nach ist Kamelot eine der besten Prog-Metal-Bands, die derzeit ihr Unwesen treibt. 'The Expedition' ist ein nach (glaube ich) 4 Studio-CDs das erste Live-Album von der Europa-Tour im April 2000 (mit Crimson Glory) und beinhaltet ausschließlich geniale Songs in glasklarem Sound vor allem von den letzten 2 Alben (The Forth Legacy und Siege Perilous). Vor allem Sänger Khan erinnert mich schwer an James LaBrie (von DreamTheater). Außerdem sind auf der CD noch 3 Bonus-Tracks enthalten, wobei vor allem das keltisch angehauchte Instrumental 'We Three Kings' überzeugt. Für alle, die Kamelot noch gar nicht kennen ist diese Live-CD ein toller Querschnitt der Band und absolut gut.

Kamelot - Karma

Schon immer zu meinen absoluten Lieblingen im Hard-Rock-Bereich gehört die Ami-Band Kamelot, die leider bis jetzt den ganz großen Durchbruch noch nicht geschafft hat. Schade eigentlich, denn auch die neueste Veröffentlichung 'Karma' gehört in meine Augen zu den bisherigen Highlights im Jahr 2001. Gewohnt gute weil fetzige Songs, die aber leider ein bißchen unter der schwachen Produktion leiden. Sänger Khan hat sich mittlerweile hervorragend in die Band integriert und ist in meinen Augen von Kamelot nicht mehr wegzudenken. Ich hoffe mal, daß die Jungs mit dieser Scheibe den Durchbruch endlich schaffen. Verdient hätten sie's. Wegen dem mäßigen Sound gibts von mir aber einen Abzug in der Wertung.

Kamelot - Epica

Die US-Prog-Metal-Band Kamelot beglückt uns mal wieder mit einem neuen Output, produziert von Sascha Paeth und Miro, die ja bekanntermassen auch für Rhapsody hinter dem Studio-Mixer stehen. Zwar ist auch 'Epica' (wie schon der Vorgänger 'Karma') soundmäßig nicht gerade der Brüller (eigentlich komisch, denn bei Rhapsody bekommen es die Jungs ja auch hin), doch musikalisch haben Kamelot noch einen Zahn zugelegt, wobei ich aber ein bißchen negativ anmerken muss, dass sich Sänger Khan zwischenzeitlich ganz schön in den Vordergrund singt. 16 Songs plus ein Bonustrack (inklusive ein paar Zwischenspielen) machen die Scheibe aber zu einer der besten CDs, die die Jungs bis jetzt aufgenommen haben. Kamelot-Fans werden sowieso blind zugreifen (und machen dabei auch wahrlich keinen Fehler) ... und alle die Kamelot bis jetzt noch nicht kennen, könnten mit 'Epica' den richtigen Einstieg schaffen.

Kamelot - The Black Halo

Hmm ... was soll ich schon wieder über den neuen Output der Jungs aus Florida schreiben. Irgendwie wiederhole ich mich bei jeder Review. Und das passiert jetzt auch bei 'The Black Halo'. Geile CD, tolle Songs, das Beste was die Jungs bisher rausgebracht haben ... UND ... endlich auch mal ein ansprechender, fetter Sound. Das ist wohl das auffälligste an dieser CD. Und der immer mal wieder eingestreuten weiblichen Stimmen unterschiedlicher Sängerinnen. Und auch Dimmu Borgir - Shouter Shagrath hat einen Gast-Auftritt. Thematisch geht es bei diesem Konzept-Album (wie auch schon beim Vorgänger 'Epica') um Goethes Faust (unschwer schon am Opener 'March Of Mephisto' zu erkennen). Für Freunde der etwas härteren Töne unbedingt zu empfehlen.

Kamelot - One Cold Winter's Night (Doppel-CD / Doppel-DVD)

Es wurde ja auch endlich mal Zeit, dass alle die bis jetzt noch kein Kamelot-Konzert live erleben durften, zumindest in Form einer Live-DVD einen Eindruck gewinnen können, wie klasse die Band ist. 'One Cold Winter's Night' gibt es in Bergen von Ausstattungsvarianten. Ich habe mir die teuerste Version davon gegönnt, nämlich die Doppel-DVD mit einem grandiosen Konzert aufgenommen in Kamelot-Sänger Roy Khan's Heimat Norwegen ... genauer gesagt in Oslo und einer Bonus-DVD mit Interviews, Videos, Photo Gallery und was man sonst noch so alles braucht. Und dazu gibt es dann noch das Konzert als Doppel-CD sowie ein Kamelot-Poster.
Wer von dieser Prog-Metal-Band noch gar nichts hat, sollte mit One Cold Winder's Night einfach den Einstieg probieren. Ein toller Querschnitt aus vielen Jahren Kamelot. Alle Anderen sind ja eh schon vom Kamelot-Fieber befallen und gönnen sich für knapp 40 Euro dieses Package sowieso. Ich kann nur sagen: KAUFEN!! Einfach eine klasse Band ... auch live.

Kamelot - Ghost Opera

Leider einen Schritt zurück haben Kamelot mit ihrem neuesten Output 'Ghost Opera' gemacht. Fand ich den Vorgänger 'The Black Halo' doch fast genial, ist 'Ghost Opera' eigentlich eher langweilig und lange nicht so abwechslungsreich wie die letzten CDs der Jungs. Klar, alleine durch die Stimme von Roy Khan klingt's natürlich nach Kamelot, aber irgendwie sind alle Songs irgendwie gleich. Und dann auch noch nach 44 Minuten schon wieder vorbei. Schade eigentlich. Ich hoffe mal, dass das nur ein kleiner Ausrutscher war. Eingefleischte Kamelot-Fans werden natürlich trotzdem ihren Spaß daran haben. Ich bin ein bißchen enttäuscht.

Kamelot - Poetry For The Poisoned

Kamelot gehören für mich seit Jahren zu den besten Vertretern im symphonischen Prog-Metal-Bereich (was man meinen diversen Kritiken unschwer entnehmen kann). Und auch die neueste Veröffentlichung ‘Poetry For The Poisoned’ macht hier ... auch wenn sie insgesamt etwas musical-mäßig ausgefallen ist, absolut keine Ausnahme. Überragend natürlich Sänger Roy Khan ... einfach unverwechselbar und sicher einer der überragenden Sänger im Prog-Metal-Genre (und er kann das locker auch live singen ... da müsst Ihr Euch einfach mal davon überzeugen). Geile Gitarren-Soli von Thomas Youngblood und total schöne Melodien, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. Ich muss zugeben, dass ich beim ersten Hören der CD etwas ‘enttäuscht’ war ... wobei das vielleicht das falsche Wort ist. Aber nach mehrfachem Hören bin ich total begeistert von diesem Output. Nur warum man unbedingt ein paar Gast-Auftritte von z.B. Jon Oliva oder auch Gus G. (dem Gitarristen von Firewind) gebraucht hat erschließt sich mir nicht, denn die finde ich ziemlich unnötig. Aber na gut ... für Kamelot-Fans ist auch ‘Poetry For The Poisoned’ unverzichtbar und wer auf melodischen Prog-Metal mit genialem Gesang steht und von der Band noch nichts hat darf auch blind zugreifen. Einfach mal wieder überragend.

Kamelot - Silverthorn

Nach dem Ausstieg von Sänger Roy Khan bei Kamelot und der mehr als dürftigen Leistung von Ersatz-Sänger Fabio Leone (von Rhapsody) auf der 2011er-Tour (okay ... eigentlich muss man den Hut vor Fabio ziehen, dass er da kurzfristig eingesprungen ist, aber stimmlich passte er einfach nicht zu Kamelot) war ich ziemlich gespannt, wie es mit Kamelot weitergeht. Und ich muss sagen, dass die Jungs mit der Wahl von Neu-Sänger Tommy Karevik (der mir bis jetzt noch nicht untergekommen ist) sowohl stimmlich als auch vom Aussehen her fast einen 100%-igen Khan-Klon gefunden haben, der sich nahtlos sowohl in die neuen Songs (von ‘Silverthorn’) als auch in die alten Heuler der Band (wie ich mich gerade eben beim Konzert in Stuttgart überzeugen konnte) einpasst. Man merkt schlichtweg fast keinen Unterschied. Nur die Bühnenpräsenz finde ich fast noch ein bißchen besser als bei Roy Khan. Der Mann ist absolut sympathisch und nicht so ‘unnahbar’, wie sich Khan immer gegeben hat.
Über ‘Silverthorn’ ist eigentlich nicht viel zu sagen. Typische Kamelot-CD mit viel Bombast und ein bißchen weiblicher Zweitstimme. Viel Härte, zwischendruch viel Gefühl und von vorne bis hinten durchweg begeisternd ohne Durchhänger. Fans aus der bombastischen Prog-Metal-Ecke können mal wieder bedenkenlos zugreifen.
Wer ein paar Euro mehr investiert, bekommt dann auch noch die limitierte Box mit einer zweiten CD (und der kompletten ‘Silverthorn’ als Instumental-Version), einem 40-seitigem Booklet und einem Poster das keiner braucht.

Kamelot - Haven (VÖ:08.05.2015)
Schwierig über den neuesten Output von Kamelot viel zu schreiben. Tommy Karevik klingt immer mehr nach Vorgänger Roy Khan, die Musik ist eben Kamelot ... eigentlich immer die gleichen Akkorde, Breaks und Wendungen, Wiedererkennung bei ziemlich genau 100%, viel Bombast, viel Gefühl im Gesang, weibliche Sanges-Unterstützung dieses Mal von Arch Enemy-Röhre Alissa White-Gluz sowie Charlotte Wessels (Delain). Dazu in der limitierten Version mal wieder ne Bonus-CD mit Instrumental-, Akustik- und Orchester-Versionen. Wie gehabt eben.
Kamelot Fans können unbedingt zugreifen ... ansonsten eine von vielen gleich starken Alben der Band zum Antesten.

Kansas - Somewhere to elsewhere

GAST-KRITIK VON MICHAEL DOSTER

Die alten Herren sind wieder zurück, und zwar in Originalbesetzung - Robbie Steinhardt (Violine/Gesang) und Kerry Livgren (Keyboards/Gitarre) sind also wieder mit dabei. Wie man eigentlich erwarten konnte, ist dabei ein Album herausgekommen, das qualitativ an die legendären Werke von Kansas lückenlos anknüpft. Melodisch, mit einer Prise Bombast, mehrstimmiger Gesang und Violine: die Jungs haben nichts verlernt. Leider stellt sich auch bei mehrmaligem Anhören keine rechte Freude ein. Hervorragende Musiker und ein gutes Arrangement sind eben kein Garant für Musik die "unter die Haut" geht. Zweifelsohne ein gutes Album - leider ohne herausregende Ohrwürmer oder andere Überraschungsmomente. Kansas-Fans werden die Scheibe "der Vollständigkeit halber" brauchen - für alle anderen würde ich behaupten, daß das Fehlen dieser CD keine allzu häßliche Lücke im CD-Regal hinterlassen wird.

Kansas - Device - Voice - Drum

Die alten Haudegen der legendären Band 'Kansas' waren ja 2001 (zusammen mit Asia) in fast Original-Besetzung auch auf Tour in Deutschland. Und das Konzert (das ich in Stuttgart besucht habe) war wirklich klasse. Jetzt (Anfang 2003) gibt es auch den passenden Live-Mitschnitt in Form einer Doppel-CD (allerdings mit einer nur knapp 35 Minuten langen 2. CD, auf der aber zusätzlich noch ein paar CD-Rom-Sachen wie z.B. ein Live Video von 'Distant Vision' drauf sind) von einem Konzert aus Atlanta (Georgia). Und wie kann es anderst sein: es ist praktisch eine Best Of ... CD mit den alten Heulern wie 'Journey from Mariabronn', Dust in the Wind, 'Point Of Know Return', 'Portrait' oder 'Carry On ...', aber auch ein paar 'neue' Stücke der 2000er-CD 'Somewhere To Elsewhere' (wie z.B. 'Icarus') sind vertreten, die live richtig gut rüberkommen. Insgesamt eine gelungene Scheibe, die sicher nicht zum letzten Mal bei mir im CD-Player war ... alleine schon Mal wegen den 'guten alten Zeiten'.

Kansas - Device - Voice - Drum (DVD)

Kritik von Siggi Greck
Einer meiner absoluten Lieblings-Bands haben inzwischen auch eine DVD mit dem bezeichnenden Titel "Device-Voice-Drum" veröffentlicht. Dem Fan wird hier ein tolles Konzert, das am 15. JUni 2002 vor einem auserwählten Fan-Kreis in Atlanta stattgefunden hat. Neben den frühen Werken aus den 70ern wie "Icarus", "The Wall", "Dust in The Wind" und "Carry on Wayward Son" sind auch ein paar neuere Stücke enthalten, die auch begeistern können, wie z.B. Icarus II vom 2000er Albumg "Somewhere To Elsewhere". Interessant sind auch die Songs "Fight Fire With Fire" und "Play The Game Tonight", die ja ursprünglich in der Phase aufgenommen wurden, in der Steve Walsh die Band verlassen hatte. Mit der Stimme von Walsh kommen diese Stücke einfach besser rüber. Alles in allem eine sehr gelungene DVD!

Kaos Moon - The Circle Of Madness

Die kanadische Prog-Rock-Band 'Kaos Moon' existiert, mit Unterbrechungen, eigentlich schon seit 1985. Seit dieser Zeit gab es aber einige Musiker-Wechsel, Auflösungen, Wiedervereinigungen, Treffen einzelner Musiker in anderen Bands und so weiter. Und im Jahr 2004 gibt es mal wieder eine Neuauflage der Band, wobei als Alt-Mitglieder nur noch Schlagzeuger Bernard Ouellette, und die Gitarristen Alain Pothier sowie Benoit Chaput dabei sind. Vor allem die erste CD 'After The Storm' wurde in der Prog-Welt hervorragend kritisiert und die Band mit Saga und Queensryche verglichen (wobei ich das etwas merkwürdig finde, denn diese 2 genannten Bands haben ja wohl so gut wie nichts gemeinsam). Da mir die Musik von Kaos Moon ja so gar nicht bekannt ist, war ich ja schon ziemlich gespannt, was nach Jahren der Abstinenz herausgekommen ist. Und ich muss sagen, ich bin mehr als positiv überrascht. Von Saga oder Queensryche ist zwar überhaupt nichts zu erkennen, aber wer auf melodischen Folk-Prog-Rock zwischen Mostly Autumn (natürlich ohne weiblichen Gesang) und ruhigere Kansas-Stücke (wie 'Dust In The Wind') steht, sollte mehr als ein Ohr riskieren. Vor allem die gefühlvollen Stücke wie 'The Waves' (mit einem tollen mehrstimmigen Gesang) oder dem leicht orientalisch angehauchten 'Eternal Light Avenue' sind richtig klasse. Aber auch die etwas schnelleren und proggigeren Sachen ('Crawl', 'Say To Me' oder 'SOAB') sind nicht schlecht und erinnern mich vielleicht sogar ein bißchen an 'Yes'. Und dass die Jungs George W. Bush nicht unbedingt leiden können, macht sie auch nicht gerade unsympatisch (siehe den Song 'Presidency'). Für mich eine gelungene CD mit nur einem Nachteil. Sie ist lediglich knapp 41 Minuten lang. Gemastered wurde die Scheibe übrigens von Richard Addison, der ja schon auf einigen Veröffentlichungen von Unicorn Records gezeigt hat, dass er sein Handwerk mehr als versteht.

Karcius - Sphere

Bereits im Jahr 2003 hat die Montréaler Instrumental-Band 'Karcius', bestehend aus Simon L'Espérance (Gitarre), Thomas Brodeur (Drums), Dominique Blouin (Bass) und Mingan Sauriol (Keyboards) die CD 'Sphere' eingespielt und auch in Eigenregie veröffentlicht. Nun sind die Jungs unter den Fittichen des kanadischen Labels von Unicorn Digital und werden bald einen Nachfolger präsentieren. Bis dahin hat Richard Addison (regelmäßige Leser meiner Homepage wissen jetzt schon, dass das ein Garant für brillianten Sound ist) sich der CD angenommen und überarbeitet. Und herausgekommen ist eine (natürlich mit einem tollen Sound versehene) Instrumental-Prog-Fusion-CD, die, obwohl sie teilweise in Richtung Jazz abdriftet (was jetzt ja nicht so unbedingt mein Hauptfach ist), auf immerhin 67 Minuten interessante Songs präsentiert. Gut finde ich vor allem die immer wieder auftauchenden Latino-Anleihen (wie z.B. bei meinem Lieblings-Song 'Evolution', der auch wegen der tollen Gitarre irgendwo sogar an Carlos Santana erinnert), die einen automatisch zum mitwippen animieren oder auch den 8 1/2 Minuten-Song '1111' (der heißt wirklich so) mit einem tollen klassischen Piano-Part . Etwas aufgeschlossen gegenüber Jazz oder Fusion sollte man auf jeden Fall sein, wenn man sich die komplette CD 'Sphere' anhört. Aber dann bekommt man wirklich einen interessanten Happen Musik geboten. Mehr Infos über die Band gibt es unter www.karcius.com.

Karcius -Kaleidoscope

Schon mit der Vorgänger-CD 'Sphere', ursprünglich aus dem Jahr 2003, hatte ich bei den ersten Hördurchgängen so meine leichten Schwierigkeiten, konnte mich aber dann doch in Teilen daran mehr als gewöhnen. Umso gespannter war ich auf den Nachfolger, der jetzt in Form von 'Kaleidoscope' wieder von Richard Addison gemastert und bei Unicorn Digital veröffentlicht wurde. Irgendwie habe ich so den Eindruck, als ob die Band meine leichte Abneigung gegenüber Jazz berücksichtigt haben, denn diese Parts sind auf 'Kaleidoscope' zwar noch vertreten (z.B. beim Song 'Tunnel'), aber nicht mehr so dominat wie auf 'Sphere'. Deswegen kommt, zumindest für meine Ohren, eine weitaus melodischere und zugänglichere Instrumental-CD rüber, die dem Prog-Freund, wenn er gewissen Fusion-Einflüssen offen gegenüber steht, sicherlich gefallen wird, denn immer wieder gibt es wunderschöne Melodie-Linien gepaart manchmal auch mit etwas härteren bzw. hektischern Tönen. Highlight für mich ist das 11-minütige 'Hypothèse B', vor allem wegen dem tollen gefülvollen Gitarrensolo ziemlich am Ende des Songs. Antesten lohnt sich auf jeden Fall.

Karcius - Episodes

Über die Instumental-Band aus Montréal habe ich auf meiner Homepage ja schon zwei Reviews veröffentlicht. Das Erstlingswerk mir fast ein bißchen zu jazzig, der zweite Output schon viel melodischer aber immer noch ganz schön 'fusion' und mit 'Episodes' kommt jetzt die dritte CD, immer noch in Original-Besetzung, und ich bin sehr gespannt, in welche Richtung sich die Jungs weiterentwickelt haben. Und der erste Teil des 3-teiligen und über 30 Minunten langen Songs 'Éléments' sorgt auf jeden Fall bei mir schon mal für ein ziemliches Erstaunen. Klingt der Song zuerst ganz schön nach alte Pink Floyd (vor allem der Gitarrensound) und ist sowas von meldodisch, dass man fast abheben könnte. Einfach grandios das Zusammenspiel zwischen Gitarre und Piano. Der zweite Teil des Songs ist dann schon ein bißchen jazziger (vor allem das Piano) aber ohne irgendwie nervig zu wirken. Und ich hab da ja so meine Schwierigkeiten wenn's zu 'wild' wird. Aber das bleibt absolut im Rahmen und auch der funkige Zwischenteil ist echt klasse. Und Part 3 ist dann fast Prog-Metal vom Feinsten. Geile quietschende Gitarre, treibende Rhythmus-Fraktion und klasse Breaks mit einem Clive Nolan - artigen Keyboardteppich. Super. Somit sind die ersten 30 Minuten schon mal rum und keine Minute war langweilig. Das folgende 'Incident', auch über 8 Minuten lang, hat dann teilweise wieder den Latin-Einschlag, der mir schon auf der ersten CD 'Sphere' gefallen hat. Danach kommt ein kleines Piano-Zwischenstück ('Levant'), auf dem Mingan Sauriol zeigen darf was er drauf hat. 'Purple King', auch schon wieder fast 8 Minuten lang, ist dann auch wieder ein recht interessantes Stück, das ein bißchen an alte Spocks Beard erinnert. Zuerst recht getragen und am Ende ein Orgel-Feuerwerk und ein fettes Gitarrensolo. Die CD endet dann mit 'Racines', und das sind knapp 9 Minuten geiler Rhythmus zum mitwippen und die Jungs zeigen nochmal, was sie an ihren Instrumenten so alles können. Fazit: 'Episodes' ist für mich das bis jetzt eingängigste Werk der Band 'Karcius' und als Einstieg in die Welt der Band bestens geeignet. Veröffentlicht wurde das Teil wieder bei Unicorn Digital, zu kaufen gibt es die CD sicher (bald) bei Just For Kicks und weitere Band-Infos gibt es auf der Band-Homepage sowie auf ihrer MySpace-Seite. Tolle Scheibe.

Karfagen - Continium

Bands aus der Ukraine sind in unseren Gefilden ja eher selten. Zumindest mir fällt da auf Anhieb nichts dazu ein. Doch diese Lücke hat jetzt endlich ein Ende. Denn Unicorn Digital (www.unicorndigital.com) hat eine neue Band namens ‚Karfagen’ (was soviel wie Karthago bedeutet) unter ihre Fittiche genommen, die aus der Ukraine stammt und zumindest den Artrock-Fans unter uns wahrscheinlich Tränen in die Augen treiben wird. Denn die Jungs um Band-Gründer und Keyboarder Antony Kalugin brennen hier ein sehr keyboardlastiges und fast instrumentales Artrock-Feuerwerk ab, das seinesgleichen echt suchen muss. Da wird sogar Rick Wakeman wahrscheinlich erstaunt aus der Wäsche schauen. Keyboard-Gefrickel, Folk-Rock-Elemente mit teilweise traditionellen Instrumenten (Drehleier, Duduk), ein paar wimmernde Gitarren-Parts, ein absolutes Highlight (das über 8-minütige ‚Amused Fair’) und ein wunderschöner, gefühlvoller Bonustrack (‚Close To Heaven’). Leider nach nicht mal 42 Minuten schon wieder vorbei. Aber jeden zu empfehlen, der auf etwas folkigen Artrock steht. Einziges Manko ist demnach nur das etwas unleserliche und knappe Booklet. Zu beziehen unter anderm bei www.justforkicks.de.

Karfagen - The Space Between Us

Ich war ja schon vom Vorgänger-Album 'Continium' der Ukrainischen Art-Rock-Band 'Karfagen' mehr als begeistert und hoffe doch mal, dass wenigstens ein paar von Euch diese geniale Scheibe gekauft haben. Und jetzt gibt es einen würdigen Nachfolger namens 'The Space Between Us', bei dem die Band um Kopf und Multiinstrumentalist Antony Kalugin mal wieder alle Register des fast instrumentalen Art-Rocks ziehen. Tolle Gitarrenparts mit unterlegtem Keyboard-Teppich, nette Einlagen mit Harmonium und Bayan, einfach 65 Minuten tolle Musik ohne auch nur einmal langweilig zu werden. Da machen sogar mir die kurzen Ausflüge ins jazzige Gefilde nichts aus. Und das will was heißen. Und dass neben Antony Kalugin noch ein mehr als begnadeter Keyboarder und Pianist mitspielt (in Form von Oleg Poyanski), zeigt das Stück 'The Dream Master) bei dem der Gute am Piano zaubert. 'The Space Between Us' zeigt aber auch einmal mehr, dass Prog-Musik auch ohne Gesang klasse und abwechslungsreich sein kann. Veröffentlicht wurde die CD wieder bei Unicorn Digital und dürfte wohl bald bei Just For Kicks zu erhalten sein. Freunde der instrumentalen Musik sollten auf jeden Fall zugreifen.

Karmakanic - Entering The Spectra

Hinter Karmakanic verbirgt sich niemand anderes als FlowerKings-Bassist Jonas Reingold, der neben seinen Flower-Brüdern Roine Stolt, Tomas Bodin und Zoltan Csörsz noch ein paar andere Schweden aufgelesen hat (darunter lustigerweise auch Melodic-Rock-Sänger Göran Edman) um eine CD aufzunehmen, die musikalisch nicht weit von seiner Stamm-Band entfernt ist. Vielleicht nicht so Stolt-lastig (und deswegen für mich als Nicht-FlowerKing-Fan erträglicher) und manchmal sogar richigt gut (wie z.B. bei 'The Man In The Moon Cries') aber dann auch wieder völlig daneben und jazzig. Wäre ich jetzt gehässig, würde ich als Fazit ziehen, dass 'Entering The Spectra' die beste Flower Kings - CD ist, die im Jahr 2002 veröffentlicht wurde. Für Freunde der Blumenkönige und Anhäger von Spock's Beard und Konsorten ist die Scheibe auf jeden Fall ein Kauf wert. Mich haut sie nicht unbedingt vom Hocker.

Kharma - Wonderland

Kritik von Siggi Greck
Die CD “Wonderland” der schwedischen Band Kharma wäre fast irgendwie spurlos an mir vorbeigegangen. Hatte Sie zwar schon einige Zeit im Regal stehen, aber gar nicht gemerkt, was für eine Perle diese Scheibe aus dem Jahr 2000 ist. Sänger Göran Edman hat ja schon bei einigen Projekten mitgewirkt und dürfte Kennern der Szene bekannt sein.
Wer auf guten Melodic Rock mit einer ordentlichen Portion Kansas/Styx steht, kann hier bedenkenlos zugreifen!

Khymera - Khymera

Kritik von Siggi Greck
Ein sehr gutes Album für alle Melodic und Hard Rock Fans ist dieses Werk der Formation Khymera. Hinter dieser Band steckt der Multi-Instumentalist Daniele Liverani und der Kansas-Sänger Steve Walsh. Und das ist eben nun mal eine Bank. Weitere Musiker: Billy Greer (Streets, Seventh Key, Kansas) und Mike Slamer (Streets, City Boy, Streethouse Lane). Die Songs stammen aus der Feder von so bekannten Musikern wie Jim Peterik (Survivor), Russ Ballard, Kip Winger, Neal Schon, David Foster, Mark Spiro, JOhnny Gioli und Giorgio Moroder! Also, wer auf Sachen wie Streets oder Steelhouse Lane abfährt, ist hier richtig! Einziges Manko: nur knapp 45 Minuten Laufzeit!

King, Lance - A Moment In Chiros

Zugegebenermaßen ging die Band ‘Balance Of Power’ so ziemlich an mir vorbei. CDs habe ich von denen keine und auch live habe ich sie nur einmal gesehen (beim ‘Building A Force - Festival’ in Widdern 2004). Damals sind sie mir aber ziemlich positiv aufgefallen. Toller melodischer, kraftvoller Rock und ein klasse Sänger war damals dabei. Warum ich das schreibe? Lance King war mal Sänger bei ‘Balance Of Power’ (allerdings nur bis 2003 ... es war also nicht der Sänger den ich live gesehen habe), trotzdem habe ich mir die neueste Scheibe von ihm ‘A Moment In Chiros’ zugelegt, nachdem ich ein paar recht gute Kritiken darüber gelesen habe. Der Einfachheit halber hat Lance King sein Solo-Werk dann auch noch bei seiner eigenen Plattenfirma (Nightmare Records) veröffentlicht, was die Sache dann noch ein bißchen einfacher gemacht hat. So richtig große Erwartungen hatte ich an die Scheibe eigentlich nicht. Aber ich bin doch äußerst positiv überrascht. Der Mann hat erstens mal einen ganz schönen Stimm-Umfang (mehrere Oktaven schafft er spielend) und auch die Klangfarbe seiner Stimme ist für so nen Metal-Sänger ganz schön angenehm. Selbst in härteren Phasen fängt er nicht an zu schreien sondern singt alles äußerst fein und präzise. Die Musik ist (auch weiterhin) zwischen Prog- und Power-Metal angesiedelt, so kommen Freunde von Symphony X bis Pagan’s Mind und Redemption voll auf ihre Kosten. Und weil die CD vor allem die Sexsklaverei auf der Welt anprangert, geht der Gewinn aus der Scheibe dann auch noch an einen guten Zweck, nämlich an die ‘Not For Sale - Initiative’. Die CD gibt’s unter anderem bei Just For Kicks.

Kino - Picture

John Mitchell (Arena, The Urbane), John Beck (It Bites), Pete Trewavas (Marillion, Transatlantic) und Chris Maitland (Porcupine Tree) sind zusammen die Band 'Kino', die in den einschlägigen Kreisen schon wieder als 'Supergruppe' betitelt wird. Ich weiß zwar nicht, was daran super sein soll, denn so bekannt sind die Jungs jetzt auch nicht und ihre Kreativität ist in ihren Stamm-Bands nun auch eher rudimentär vorhanden, sieht man vielleicht ein bißchen von John Mitchell ab, der immerhin bei Arena zwischenzeitlich zum zweiten Kopf neben Clive Nolan geworden ist. Naja, und wer ein Prog-Feuerwerk im Stile der letzten Prog-Supergruppe (Transatlantic) erwartet, wird dann auch eher enttäuscht werden. Anspruchsvolle Pop-Musik mit einem leichen Touch zum Rock würde ich mal sagen. Belanglos wäre der negative Ausdruck dafür ... ich möchte es mal dann eher als 'es bleibt von der Musik auch nach mehrfachem Hören leider nicht viel hängen' beschreiben. Und da hilft auch die Limitierte Version mit Bonus-DVD nicht viel weiter, auf der 4 Live-Stücke vom Konzert im Kölner 'Underground' veröffentlicht sind, die mich aber weder von der Stimmung her noch wegen der Darbietung vom Hocker reissen. Ich würde mal sagen eine 'nette CD zum nebenher hören'. Mehr ist's leider nicht. Aber wer Mitchell's Veröffentlichungen mit seiner Zweit-Band 'The Urbane' mag, wird vielleicht auch mit 'Kino' seine Freude haben.

Kinrick - Sense Your Darkness

Vielleicht mögen einigen von Euch, vor allem wenn Ihr Euch in der Power-Metal-Szene etwas auskennt, die Namen Stephen Fredrick (Ex-Fire Wind Sänger) und Corbin King (Gitarrist von Vainglory) was sagen. Und wer meine CD-Reviews über hochgelobte Scheiben gelesen hat und sich die Teile dann auch kauft, wird eventuell auch Stian Kristoffersen (Schlagzeuger von Pagan's Mind) kennen. Dazu kommt noch James Martin (der sagt mir jetzt nichts) und als Produzent David T. Chastain (hat als Gitarrist auf mehr als 50 CDs mitgespielt und ist Gründer von 'eviathan Records' und fertig ist eine ziemlich interessante Power-Metal-CD, die 10 zumeist im Midtempo-Bereich angesiedelte und recht fett produzierte Songs beinhaltet, die manchmal sogar (wahrscheinlich vor allem wegen der Stimme von Stephen Fredrick) manchmal sogar ein bißchen nach Metal Church klingt. Freunde der härteren melodischen Töne sollten mal mehr als ein Ohr riskieren. Nur die Texte sind dann doch etwas dämlich und für die heutige Zeit unpassend ... das wäre dann eher das Niveau von Manowar der 80er (viel Fight, viel War).

Kirlian Aura - Kirlian Aura

Hinter 'Kirlian Aura' steckt nur eine Person, nämlich der Keyboarder Keith Petty. Inspiriert von der Rush-CD 'Hold Your Fire' und von Blue Oyster Cult's 'Imaginos' kam er zur Musik und begann zuerst mit analogen Synthies. Und viele Jahre hat es gedauert, bis jetzt endlich die erste (hier vorliegende) CD das Licht der Öffentlichkeit erblickt hat. Natürlich rein instrumental, sehr atmosphärisch, herrliche Keyboard-Teppiche, schöne Hook-Lines, eine CD zum dahinschweben. Vergleichen möchte ich die CD eigentlich mit nichts in meinem CD-Regal. Aber ich würde mal sagen, das was Geoffrey Downes mit seinem 'New Dance Orchestra' bei mir nicht geschafft hat (nämlich dass mich auch nur eine seiner CDs halbwegs gefesselt hat), schafft Keith Petty vom ersten Takt an. Licht aus, Kerzen an, Flasche Wein in den Kopf (oder andere biologische Hilfsmittel) und einfach mit der Musik treiben lassen.
Klar ist eine 70-minütige Instrumental-CD mit reinen Synthie-Klängen nicht Jedermanns Sache, aber wer sich das in etwa vorstellen kann, sollte versuchen, an den Silberling heranzukommen. Ich habe keine Ahnung, ob die CD in Deutschland erhältlich ist. Aber auf der
Homepage von Kirlian Aura sind ein paar Bezugsmöglichkeiten (sowie MP3-Downloads) genannt. Außerdem gibt es dort ein paar recht interessante Statements des Künstlers. Unbedingt antesten!

Kiss - Symphony (Doppel-DVD)

Gast-Kritik von Siggi Greck
Mehr durch Zufall bin ich auf diese DVD gestossen. Ich habe einen kurzen Ausschnitt gesehen, und fand den so gut, dass ich mir das Teil zulegen musste. Das Konzert, das im Februar 2003 vor fast 40.000 Besuchern in Melbourne aufgezeichnet wurde, ist in 3 Abschnitte unterteilt. Der 1. Akt besteht aus einem normalen Kiss Konzert, im 2. Akt werden Kiss-Klassiker mit einem 12köpfigen Teil des Melbourne Symphony Orchestras, dem "Melbourne Symphony Ensemble" dargeboten. Hier werden vorwiegend Balladen gespielt, die dann auch für entsprechende Gänsehautstimmung sorgen. Im 3. Akt stösst dann das Komplette Orchester mit etwa 60 -70 Musikern dazu. Ein regelrechter Overkill an Pyro- und Lichteffekten erwartet den Zuschauer, eingefangen von über 40 Kameras. Die Musiker, die schätzungsweise zum Teil die 50 Jahre deutlich überschritten haben, sind alle, wie auch der Dirigent, im Kiss-Look geschminkt. Also, ich finde, hier hat die Truppe was ganz Tolles abgeliefert. Meine beiden Söhne, 6 und 8 Jahre finden das Konzert auf alle Fälle so toll, dass sie dauernd fragen, wann Kiss denn endlich mal nach Ulm kommen. Ausserdem wollen Sie sich im Fasching als Gene Simmons bzw. Peter Criss verkleiden. Ich hoffe, Sie vergessens bald wieder, denn ich weiss nicht, wo ich die Kostüme herkriegen soll. Aber zurück zur DVD: Perfekte Aufmachung, das komplette Konzert auf 2 DVDs, sowie eine Dokumentation. Unverständlich bei soviel Aufwand: Die Tracklist auf dem Cover stimmt nicht, und warum der 3. Akt auf beiden DVD´s komplett enthalten ist, hab ich bis heute noch nicht kapiert.

Klone - Here Comes The Sun (VÖ:08.05.2015)
Zu dieser Scheibe bin ich eigentlich nur durch Zufall gekommen. Geschäftskollege fragte mich, ob ich die Band ‘Klone’ kennen würde und schickte mir einen Link auf YouTube. Den Song ‘Immersion’ angehört ... gleich Erinnerungen an RPWL gehabt ... CD auf der Homepage der Band samt T-Shirt zum Schnäppchenpreis bestellt, ein bißchen gewartet (CD kommt aus Frankreich und Shirt war in meiner Größe ausverkauft) und mal wieder eine CD im Regal die echt hochinteressant ist.
Klone kommen aus Poitiers (Nord-Frankreich) und machen ... nachdem sie mit ihren ersten Scheiben wohl versucht haben, in Richtung Tool zu gehen ... astreinen härteren Prog-Rock mit viel Gitarre, Keyboard und hervorragendem Gesang (!!). Neben RPWL kommen mir auch Riverside, ein bißchen Lazuli, Satellite und ähnliche Bands in den Sinn. Freunde mit dem Hang zu Prog-Metal, die aber Atmosphäre nicht missen wollen, sind bei Klone richtig gut aufgehoben. Wirklich interessante Scheibe, die ich Euch ans Herz legen möchte. Soundfiles gibt es wie geschrieben auch auf YouTube. Lediglich das Gershwin-Cover ‘Summertime’ am Schluss der CD hätte ich jetzt nicht unbedingt gebraucht.

Knight Area - Realm Of Shadows

'Realm Of Shadows' ist meine erste Berührung mit der holländischen Prog-Band 'Knight Area', obwohl sie schon der dritte Output ist. Aber irgendwie ist die Band an mir vorbeigegangen. Und das ist richtig schade. Auch wenn das Cover nicht gerade drauf schließen lässt (das erinnert eigentlich mehr an eine Death-Metal-Band ... aber die Bilder im Booklet lassen mich an Pendragon's 'Pure' denken) machen Knight Area lupenreinen Neo-Prog. Viele tolle Gesangs-Passagen, Keyboard-Teppiche (der unweigerlich an Clive Nolan erinnert), typisches Prog-Schlagzeug, ein paar herrliche Gitarren-Parts. Progger-Herz was willst Du mehr. Schon der Opener 'Ethereal', mit knapp 7 Minuten eines der längeren Stücke, zeigt die volle Bandbreite der Band und müsste eigentlich die Fans von Pendragon, Arena und Konsorten mehr als ansprechen. Die CD geht in diesem Stil weiter, ohne auch nur eine Minute langweilig zu werden und wechselt von symphonischen Prog zu ruhigeren Songs (Two Of A Kind), klingt dann plötzlich ein bißchen nach IQ (Momentum) und endet im über 11-minütigen 'Occlusion', dem sicher besten Stück auf dem Album. Positiv hervorheben möchte ich vor allem die Stimme von Sänger Mark Smit, der wirklich hervorragend singt, was in der Prog-Szene ja nicht immer üblich ist und bei vielen Bands der Sänger eher unterdurchschnittlich ist. Ich kann 'Realm Of Shadows' jedem Proggie, dem auch die schon genannten Bands Pendragon, Arena oder IQ gefallen, uneingeschränkt ans Herz legen. Eine prima Scheibe.

Knopfler, David - Wishbones / Ship Of Dreams

Kritik von Siggi Greck
Mehr durch Zufall bin ich auf den relativ unbekannten Bruder von Mark Knopfler gestoßen. David Knopfler hat die Band Dire Straits nach den ersten beiden Alben verlassen und seitdem einige Veröffentlichungen hervorgebracht. Angeregt durch positive Kritiken im Internet hab ich mir die beiden CDs Wishbones (2001) und Ship Of Dreams (2004) bestellt und bin positiv überrascht. Mark ist mir, vor allem mit seinen letzten Veröffentlichungen doch irgendwie zu lahm geworden. Da hört sich sein Bruder David viel frischer an. Mehr gefallen die beiden Alben auf jeden Fall ganz hervorragend. So könnten Dire Straits heute klingen! Die CDs werden bei ebay haufenweise zu Billigstpreisen verkauft (so um die EUR 3,--) – Antesten!

Knopfler, Mark - The Ragpicker's Dream

Waren das noch Zeiten, als Mark Knopfler zusammen mit den Dire Straits so geniale Sachen wie 'Telegraph Road', 'Brothers In Arms' oder 'Private Investigations' veröffentlicht hat. Dire Straits gibt es nicht mehr und Mark Knopfler hat es wohl auch nicht mehr nötig, sich anzustrengen, nachdem man ihm jeden Mist (wie z.B. die letzten Veröffentlichungen) millionenfach abkauft. Und so wird es bestimmt auch wieder mit 'The Ragpickers Dream' sein. Die CD beginnt ja ganz nett mit 'Why Aye Man' aber dann dudelt das Teil nur noch so vor sich hin (ein Langweiler nach dem Anderen), zwischendurch mal wieder ganz nett (wie z.B. bei 'Quality Shoe') aber die meisten Songs könnten locker für die Jack Daniels - Werbung verwendet werden. Lahmes Gedudel auf der akustischen Klampfe und der typisch knödelige Gesang von Mark Knopfler. Wer sich schon unbedingt die Scheibe kaufen muss, sollte wenigstens die limitierte Doppel-CD nehmen. Denn auf der Bonus-CD sind neben Live-Aufnahmen von 'Why Aye Man' und 'Quality Shoe' auch noch Live-Aufnahmen von 'Sailing To Philadelphia und 'Brothers In Arms' vertreten sowie ein Enhanced Video für PC. Wegen der Bonus-CD gibt's dann doch noch eine sehr eingeschränkte Kaufempfehlung.

Kopecky - Blood

Zumindest den einen Kopecky-Bruder, nämlich William Kopecky, müsstet Ihr ja schon kennen, wenn Ihr meinem Rat gefolgt seid und Euch von der Band 'Parallel Mind' die CD 'Colossus ADEA' zugelegt habt. Und genau dieser William Kopecky spielt den Bass auch in der Band 'Kopecky' zusammen mit seinen Brüdern Joe (Gitarre) und Paul (Drums). Neben einigen Konzerten als Vorgruppe von so Prog-Größen wie Porcupine Tree, Spock's Beard oder auch den Flower Kings haben sie sich schon einen Namen gemacht. Aber auch Auftritte beim BajaProg oder ProgDay oder William und Joes Auftritten beim Pär Lindh Project auf dem NearFest zeigen schon, dass die Band 'Kopecky' in dieser Liga irgendwo mitspielen kann. Musikalisch bewegen sich die 3 Brüder aber auf eigenen Pfaden, denn dieser rein instrumentale Prog ist in der Grundrichtung etwas 'dunkel' und getragen, hat aber trotzdem genug Drive und Virtuosität. Sie jetzt rein wegen der Instrumenten-Besetzung mit Rush zu vergleichen, wäre natürlich etwas vermessen. Aber so ein klein wenig in diese Richtung geht es dann schon. Veröffentlicht wurde die CD bei Unicorn Digital und ich würde empfehlen, das Teil einfach mal anzutesten, wenn man mit Instrumental-Mucke was anfangen kann.

Kostarev Group, Alexander - Live At Inprog

Einer der bekannteren Leute in der Progressiv-Szene von Moskau ist der jetzt 50-jährige Gitarrist Alexander Kostarev und seine in den späten 90ern gegründete Band ist eine der Führenden in Moskau. Sagt zumindest die Plattenfirma 'Starless Records'. Leider habe ich über die Band keinerlei sonstigen Informationen, weil sowohl die Homepage der Record Company als auch die Band-Homepage in kyrillisch ist. Auch das Booklet gibt nicht viel mehr her, wobei hier zumindest ein paar Kommentare zu den Songs in Englisch nachzulesen sind. Kostarev selbst bzw. die Plattenfirma bezeichnet die Musik als 'Sympho Progressive Fusion' (was immer das genau sein mag), aber irgendwie trifft das dann auch zu. Rein instrumentaler Prog mit leicht jazzigen Einflüssen, eingestreuter ziemlich hektisch-quietschender Violine und manchmal auch leicht orientalischen Klängen. Herzstück der CD, übrigens wie der Name schon sagt live aufgenommen beim Moskauer Inprog-Festival im Jahr 2003, ist das 5-teilige 'Concerto Grosso #1' mit kurz überschlagenen 23 1/2 Minuten und leicht barocken Einflüssen (die teilweise ein bißchen an Jethro Tull erinnern). Hier wird dann durch alle möglichen Stilrichtungen musiziert von Klassik bis oberschrägem Gitarren-Gefrickel. Handwerklich richtig gut gemacht. Wer auf instumentalen Retro-Prog mit leicht chaotischen Teilen steht, sollte sich die Scheibe besorgen. Ich findt's ein bißchen 'anstrengend'.

Kotipelto - Waiting For The Dawn

Noch ein unbekannter finnischer Ratta-Heinz ??? Weit gefehlt. Timo Kotipelto ist Sänger von Stratovarius und hat die längere Auszeit seiner Band genutzt, um ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen. Und die Musiker, die sich hier versammelt haben, können sich sehen lassen. Gitarren-Gott Michael Romeo (Symphony X), Ex-Helloween-Gitarrero Roland Grapow, Sonata Arctica - Keyboarder Mikko Harkin, HIM-Drummer Gas Lipstick sind genauso vertreten wie Statovarius-Mitstreiter Jari Kainulainen (Bass) und noch einige andere Jungs, deren Namen mir aber leider nichts sagen. Und musikalisch steht Timo Kotipelto seiner Haupt-Band eigentlich in nichts nach, abgesehen davon, dass sein Solo-Debut irgendwie sogar abwechslungsreicher (weil nicht immer ganz so bombastisch) ist. Von Zucker-Ballade bis Metal-Hymne ist alles vertreten, was der Metal-Freund braucht. Wer auf Stratovarius und Konsorten steht, sollte das Teil sofort kaufen.

Kramer, Josh - Headbanger's Night 2

Auch wenn die Musik von Josh Kramer bzw. Saint, bei der der Junge ja wieder singt, nicht gerade prog-relevant ist, lohnt es sich doch, mehr als ein Ohr zu riskieren, wenn man von True-Metal nicht von vorne herein abgeschreckt wird. Denn was Josh Kramer auf dem Konzert in der (wahrscheinlichen ) Metal-Hochburg Nanzdietschweiler (ich hoffe ich habe das richtig geschrieben, weil ich habe überhaupt keine Ahnung wo das liegt) im Jahr 2005 nach nur 2 Proben und 2 vorangegangenen Konzerten zusammen mit 3 Musikern von Ivory Night (Tilmann Ruby – Gitarre, Patrick Fuchs - Gitarre, Carsten Kettering – Bass) und einem Musiker von Adorned Graves (Stefan Lang – Drums) abgeliefert hat, kann man schlichtweg nur als durch und durch professionell bezeichnen. Da kommt ohne Zweifel rüber, dass der Mann wohl so richtig Spaß an dem Gig gehabt hat, auch wenn ‚nur’ 300 Fans auf dem Festival waren.
Saint, deren Musik vielleicht am ehesten mit Judas Priest zu vergleichen ist, hatten ja vor allem in den 80er Jahren größeren Erfolg und waren dann über 10 Jahre von der Bildfläche verschwunden. Erst 1999 gab’s eine Reunion und 2004 mit ‚In The Battle’ eine weitere Veröffentlichung, die auch durch Josh Kramer auf der Headbangers-CD mit 5 Songs gewürdigt wird. Der Rest sind ‚alte Heuler’ aus den guten alten 80ern. Und als besonderes Schmankerl gibt’s dann noch 2 MPEG-Videos von ‚The Path’ und ‚Phantom of The Galaxy / Steel Killer’.
Wer Interesse an der wirklich empfehlenswerten CD hat, kann sie z.B. bei
www.hellionrecords.de bestellen.

Kresta - Damaged Passion

Wenn man sich so die Kommentare des Kopfs der 'Band' Kresta, Peter Kresta so im Booklet durchliest, muss die Geburt dieser CD ja ziemlich schief gelaufen sein. Klauender Drummer, der erste Sänger bricht sich die Knochen (Leistenbruch), während den Demo-Aufnahmen versagen das Equipment und die Computer und während den Studio-Aufnahmen passiert das noch mal. Der Sänger kündigt und dann verreckt auch noch das Auto (nett ... im Booklet steht 'My Car died, Fiesta RIP') und so weiter. Aber (wieder im Booklet) 'No one died' ... na immerhin. Aber trotz dieser ganzen Schwierigkeiten ist mit 'Damaged Passion' eine richtig gute Melodic Rock - CD herausgekommen. Wie schon geschrieben ist der Kopf der Band ein gewisser Peter Kresta, der Gitarre und Keyboards spielt, Teile der Vocals übernommen hat und in München lebt. Weiter dabei bei diesem Projekt sind Ossy Pfeiffer, Sänger und Keyboarder aus Hannover, Jürgen Wulfes, Sänger der Hannoveraner Band Cholane, Dana B., eine leider viel zu selten auf der CD zu hörende Sängerin aus dem Süddeutschen Raum, Karel Adam, Bassist aus Prag, Daniel Hafstein, tschechischer Drummer, Victor Janota, noch ein Keyboarder aus Prag, Milos Dolezal (Tschechischer Gitarrist und Produzent), Wolfgang Süssenbeck (verantwortlich für die Keyboardeffekte) und Walter Wicha (Background Vocals und Sänger der Münchner Band 'Railway'). Und wenn man jetzt die Aufzählung so betrachtet, weiß man auch wohin die musikalische Reise geht. Einige Sänger (mit somit abwechslungsreichem Gesang im Stil von Demon ... hört Euch nur mal den Song 'No Limits' an ... bis Bon Jovi), ein paar Keyboarder (Melodic Rock ohne Keyboards sind auch sowas von langweilig ... deswegen Daumen Hoch für diese Entscheidung) sowie 2 Gitarristen für die harten (z.B. bei 'Massacre (Strike Down)' oder 'Love Reaction') aber auch gefühlvolleren Griffe in die Saiten. Freunde des gepflegten AOR können bei der CD von Kresta wirklich nichts falsch machen. Gemastert wurde die CD übrigens von Bobby Altvater, der ja schon für z.B. Bonfire gearbeitet hat. Mehr Infos sowie Links zu MP3-Files und einem Youtube-Video gibt es unter www.kresta.de. Unbedingt antesten.

Kresta - Deliberate Offence

In dem Beipackzettel zur neuen CD des Münchner Gitarristen und Sänger Peter Kresta steht, dass er ‘seine Drohung wahr gemacht und seine zweite CD ‘Deliberate Offence’ veröffentlicht’. Also wenn das eine Drohung ist, dann muss ich wirklich sagen, dass es Schlimmeres gibt. Ich war ja von seinem Debut-Album ‘Damaged Passion’ (siehe meine Review) schon sehr angetan, hat mich doch die tolle Mischung aus Melodic Metal mit Keyboards ziemlich begeistert. Eine Schnittmenge aus Demon und Bon Jovi habe ich damals geschrieben. Beim ersten Hören von ‘Deliberate Offence’, bei der wohl auch im Vorfeld einiges schief gelaufen sein muss, ist mir ganz deutlich aufgefallen, dass die Musik von Peter Kresta melodischer, eingängiger oder auch kommerzieller geworden ist. Außerdem ist der Anteil an (wirklich tollen) Balladen (hört Euch nur mal ‘Down’ an ... geiler mehrstimmiger Background-Gesang, wimmernde Gitarre von Jaroslav Barton und eine Melodie die man nicht mehr so schnell vergisst) gestiegen. Mich erinnert das teilweise an die (ziemlich guten) Anfänge der schweizer Band Gotthard, als ich die noch hören konnte, bevor sie ins Belanglose abgedriftet sind. Gegenüber der Vorgänger-CD wurden einige Musiker ausgetauscht. Noch dabei ist lediglich Ossy Pfeiffer (Vocals, Keyboards), alle anderen Mitstreiter sind neu, wobei ich vor allem Hannes Folberth (Ex-Eloy) und Steve Mann (Ex-Mc.Auley-Schenker-Group, der einen Gast-Auftritt als Solo-Gitarrist bei ‘Wake Up’ hat, einem bluesig angehauchten Hearv-Kracher) erwähnen möchte. Auch wenn ‘Deliberate Offence’ ein bißchen ruhiger daher kommt als ‘Damaged Passion’, möchte ich Euch die CD sehr ans Herz legen. Wunderschöner Melodic-Rock, der ab und zu auch mal ein paar härtere Töne hat und durchweg das hohe Niveau hält. Von den insgesamt 13 Songs auf der CD ist nicht mal annährernd ein Ausfall zu verzeichnen und die Scheibe eignet sich herrlich zum Auto fahren oder zum in der Sonne liegen und über den Kopfhörer einfach nur zur genießen. Hoffentlich droht Peter Kresta auch noch mit einer dritten CD :-)
Mit Point-Music hat Peter Kresta auch endlich einen verlässlichen Vertrieb gefunden, so dass man hoffen kann, dass der Silberling ab 14.07.2010 auch im normalen CD-Handel zu bekommen ist. Mehr Infos gibt es auf seiner Homepage sowie natürlich bei MySpace.

Kyle, Jaime - The Best Of My Heart

Tolles Melodic-Rock-Album der mir bis dato unbekannten Sängerin Jaime Kyle, die mich teilweise etwas an Melissa Etheridge erinnert. Allerdings ist Jaime Kyle eine Klasse besser. Schöne Rocksongs, ein paar hübsche Balladen, die richtige CD zum relaxen.

 

L

LaBrie, James - Elements Of Persuasion

Wäre ich jetzt Rapper würde ich einfach mal behaupten, dass Dream Theater - Sänger James LaBrie bei seiner Stammband ganz schön gedisst wird. Zumindest wenn man die Aussagen seiner Mit-Musiker so liest oder hört könnte man fast meinen, sie nehmen ihren Sänger nicht ganz ernst und sehen ihn als Musiker zweiter Klasse. Gott sei Dank stört sich Herr LaBrie nicht übermäßig daran und beweist mit seinen Solo-Projekten (wer's nicht weiß: James LaBrie hat unter dem 'Pseudonym' MULLMUZZLER - siehe auch meine Reviews - bereits zwei ganz tolle Solo-Alben rausgebracht) immer wieder das Gegenteil. Und auch 'Elements Of Persuasion' zeigt die Vielseitigkeit des Mannes mehr als deutlich. Metal-Kracher wie der Opener 'Crucify' (der auf jedem Dream Theater - Album Platz finden würde), das elektronisch angehauchte 'Freak', etwas getragenere, bombastischere Songs wie z.B. 'Invisible', komischere Sachen wie 'Lost' oder auch ruhige Teile wie bei 'Smashed' oder 'Slightly Out Of Reach' machen den Silberling nicht mal eine Sekunde langweilig und so vergehen fast 67 Minuten wie im Flug. Wer die Stimme von James LaBrie mag und - wie ich - der Meinung ist, dass der Mann bei Dream Theater viel zu wenig singen darf, sollte sich 'Elements Of Persuasion' unbedingt zulegen. Eine nicht immer leicht verdauliche aber tolle Sache.

LaBrie, James - Impermanent Resonance (VÖ: 26.07.2013)

Puh ... auch die zweite Solo-Scheibe von Dream Theater - Sänger James LaBrie unter seinem eigenen Namen ist teilweise ein ganz schönes Brett. Schon der Opener ‘Agony’ geht ganz schön zur Sache und wenn das ‘fast Gegrunze’ von Matt Guillory (der hier eigentlich Keyboards spielt) nicht wäre, wäre das ein voll fetter Dream Theater Song. Und das ist eigentlich das Einzige was mich an ‘Impermanent Resonance’ durchweg stört ... die Growls, die eigentlich jeden Song auf dem das vorkommt kaputt macht. Sonst wäre die Scheibe richtig genial, auch wenn sie manchmal auch ganz schön ins poppige abdriftet. Trotzdem ist der Silberling richtig gut und kann Freunden der Stimme von James LaBrie nur ans Herz gelegt werden. So gut singen darf er bei seiner Stamm-Band leider nicht.

LaBrie, James - Static Impulse

Dream Theater-Sänger James LaBrie darf ja bei seiner Stamm-Band nicht wirklich viel singen und seine Parts sind dann doch immer wieder sehr ‘einfach’. Deswegen habe ich mich auch wieder gefreut, als ich die neueste (und somit glaube ich zweite) Solo-Scheibe von ihm im Player hatte. Denn schon auf seinem Erstlings-Solo-Werk (siehe meine Review) hat er mich mehr als überzeugt. Und ‘Static Impulse’ ist noch einen Ticken härter geworden. Was auch an Schlagzeuger Peter Wildoer liegt, der in paar geile Growls parat hat (scheint wohl grad modern zu sein). Und auch Keyboarder Matt Guillory, der übrigens zusammen mit James LaBrie die Songs geschrieben hat, steht dem Keyboard-Spiel von Dream Theater (egal aus welcher Phase) in nichts nach. Schon der Opener ‘One More Time’ haut voll ins Ohr mit all dem was ich grad beschrieben habe. Einfach nur fett. Gitarrist Marco Sfogli hat auch richtig geniale Momente und darf sich austoben. So möchte ich ‘Static Impulse’ auf der einen Seite als ‘Dream Theater Light’ bezeichnen (weil die Songs weder so kompliziert noch so lang sind als die meisten Sachen von DT) aber auch als eine Art Weiterentwicklung, weil’s doch ziemlich heavy ist. Lediglich eine Ballade ist auf der Scheibe drauf (Coming Home) ... aber die ist auch richtig gut. Auf dem limitierten Digi-Pack ist dann noch ne Demo-Version (von Jekyll Or Hyde) und ein alternativer Mix (von eben diesem Coming Home) drauf ... darauf kann man meiner Meinung nach aber locker verzichten. Die ‘normale’ Version reicht also locker aus. Die aber muss man sowohl als Dream Theater - Fan als auch als Liebhaber fettem Metal (dem auch ein paar Growls nichts ausmachen) unbedingt haben. Prima gemacht!

Lachaise - Silent Cries For Help

Die italienische Band 'Lachaise', übrigens benannt nach dem Pariser Friedhof Père Lachaise, auf dem auch z.B. Jim Morrison begraben ist, war mir bis dato völlig unbekannt. Klar, 'Silent Cries For Help' ist ja auch das Debut-Album der Band um die Sängerin Annalisa Monticelli. Alle Songs wurden geschrieben von Keyboarder Nico Tonetto. Und somit ist eigentlich auch schon recht viel über die Musik erzählt. Weiblicher Gesang, der mich lustigerweise auf jeden Fall mal beim Opener 'That's Enough' an Steffi Lesic von 'Into Exit' erinnert und keyboardteppich-geschwängerter Gothic-Rock mit ein paar recht fetten Gitarren zwischendurch. Eine gewisse Affinität zu Bands wie Evanesence oder auch Lacuna Coil (um einen Vergleich im 'eigenen Land' Italien zu suchen) ist da nicht von der Hand zu weisen. In der Band-Info ist zwar auch noch was von 'Within Temptation' geschrieben, aber diese Ähnlichkeit habe ich jetzt ehrlicherweise nicht heraushören können. Auf jeden Fall hat Songschreiber Nico Tonetto, auch genannt 'Suspiria', ein feines Händchen für eingängige Melodien, die einem teilweise nicht mehr aus dem Kopf gehen. Freunde des entsprechenden Genres werden an 'Lachaise' sicher ihre Freude haben. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage.

Lacrimosa - Echos

Lange habe ich mir überlegt, ob ich von der neuen Lacrimosa-CD überhaupt eine Review auf meine Seiten bringen soll, denn bis jetzt dachte ich, die Band wäre eine dröge Gothic- (oder Dark Wave oder weiß der Geier wie man das nennt) Band, bei der die 'wahren Fans' des Nachts auf den Friedhof gehen und Gräber ausbuddeln. Und wenn man sich die Bilder im Booklet von Lacrimosa-Chef Tilo Wolff und seiner Sanges-Gespielin Anne Nurmi so anschaut, wird dieses Vorurteil eher bestärkt. Aber ich nehme hiermit alles zurück, was ich bis jetzt über diese schweizer Formation gedacht habe. Mit 'Echos' haben sie ein (Fast-) Meisterwerk abgeliefert, das zwar überhaupt nicht in die Prog-Ecke passt, aber trotzdem Beachtung verdient. Die Scheibe beginnt mit dem knapp 13-minütigen klassischen 'Kyrie', das alleine schon den Kauf der CD rechtfertigen würde. Grandiose Sache. Eher gewöhnungsbedürftig ist dann halt der 'Sprechgesang' von Tilo Wolff und die etwas doch sehr geschwollenen deutschen Texte auf den nächsten Liedern, die aber teilweise voll fett mit ein paar harten Gitarrenriffs untermalt sind. Eine weitaus bessere Stimme hat da Anne Nurmi, die aber leider etwas zu wenig singen darf. Die CD endet in 'Die Schreie sind verstummt', einem 'Requiem für drei Gamben und Klavier', das auf 12 1/2 Minuten nochmal zeigt, wie genial Lacrimosa (zumindest auf dieser Scheibe ... andere kenne ich nicht) Musik machen. Jeder halbwegs musikinteressierte Leser sollte sich echt überwinden und sich diesen Silberling mal reinziehen. Würde mich interessieren, ob jemand aus der Prog-Ecke meine Meinung teilt.

Lacuna Coil - Unleashed Memories

Aus dem Hause 'Century Media' (mit Zugpferd The Gathering) gibt's ne relativ neue Band namens 'Lacuna Coil', die nach den Namen der Bandmitglieder wohl offensichtlich aus Italien stammt. Und die Jungs um Sängerin Cristina Scabbia müssen sich wirklich nicht vor The Gathering fürchten. Musikalisch finde ich 'Lacuna Coil' fast noch einen Tick besser (weil nicht ganz so getragen). Zehn rockige Songs, die auch noch hervoragend und fett produziert wurden (bei der Gelegenheit möchte ich mich schon mal bei meinen Nachbarn dafür entschuldigen, daß bei diesem genialen wabernden Bass Eure Gläser in der Vitrine scheppern). Wirklich hoffnungsvolle Newcomer und eine CD, die auch nach mehrfachem hören nicht langweilig wird.

Lacuna Coil - Comalies

The Beauty and a lot of beasts. Beim Blick auf das Band-Foto im Booklet von 'Comalies' fällt mir da echt nichts anderes ein. Die bildhübsche Sängerin Cristina Scabbia umrahmt von Langhaarbezopften und kahlrasierten Ziegenbartträgern. Aber entscheidend ist ja die Musik. Und da muss ich ohne Einschränkung zugeben, dass im Vergleich zum letzten Album (und ersten Durchbruch) 'Unleashed Memories' noch mal ein Brikett an Professionalität draufgelegt wurde. 'Comalies' ist absolut perfekt und fett produziert und musikalisch haben sie die Abgrenzung zum früheren Century Media - Zugpferd 'The Gathering' geschafft. Das ist 'getragener' Metal vom Feinsten und der Gesang von Cristina Scabbia passt einfach dazu. Klasse Scheibe und ein Kauftipp für alle Freunde von The Gathering und Co.

Lake Of Tears - Black Brick Road

Auch wenn ich über die Schweden-Combo 'Lake Of Tears' bis jetzt noch nichts auf meiner Homepage geschrieben habe, gehörten die Jungs trotzdem und vor allem wegen ihren zwei obergenialen Alben 'A Crimson Cosmos (1997)' und 'Forever Autumn (1999)' zu meinen Lieblingen im melodischen Hard Rock-Sektor (man könnte sie ja auch als 'Metallica für Arme' bezeichnen). Im Jahr 2002 gab's dann noch einen eher mäßigen Output ('The Neonai') und die Band wurde aufgelöst. Umso überraschender ist jetzt im Jahr 2004 die Scheibe 'Black Brick Road', die fast in Originalbesetzung (nur Keyboarder Christian Saarinen fehlt jetzt ganz ... war aber auch auf 'The Neonai' schon nicht mehr dabei) und aus mehr oder weniger heiterem Himmel auf den Markt gekommen ist. Und auf dem 2004er Summer-Breeze-Festival haben die Jungs auch einen mächtig guten Eindruck hinterlassen. Verlernt haben sie nichts und musikalisch geht's auch im Stile von 'Forever Autum' weiter (leider ohne einen so richtigen Überflieger wie seinerzeit 'To Blossom Blue'). Etwas enttäuschend ist die Spielzeit von lediglich knapp über 39 Minuten. Aber macht nix ... besser als gar keine Lake Of Tears - CD mehr. Freunde der Band können bedenkenlos zugreifen.

Lana Lane - Secrets of Astrology

Die 'American Queen of Progressiv Rock' (sorry, aber steht auf der CD drauf) liefert ein hörbares Album ab, das allerdings nicht an den Vorgänger 'Queen of the ocean' rankommt.

Lesern die von Lana Lane noch nichts gehört haben wird deshalb der Vorgänger empfohlen.

Lana Lane - Ballad Collection

Unter dem Titel 'Ballad Collection' verbirgt sich keineswegs eine Best-Of-CD mit seichten Songs. Die Doppel-CD (Special Edition) beinhaltet vielmehr die 1998 nur in Japan veröffentlichte 'Ballad Collection I' sowie eine im Jahr 2000 neu aufgenommene CD (sozusagen Part II). Neben einigen Eigenkompositionen im bekannten Lana-Lane-Stil befinden sich auf beiden CDs überwiegend Cover-Versionen von sehr bekannten (Goodbye yellow brick road von Elton John oder If Everyone was listening von Supertramp) bis mir bis dato unbekannten (Nether Lands von Dan Fogelberg oder Autumn Leaves aus dem Jahre 1947) Songs. Absolut grandios ist das Marillion-Cover von 'Seasons End' (ohne die Vocals von Steve Hogarth klingts halt gleich viel besser), der Tom Waits-Klassiker 'Innocent when you dream', 'Stardust' (von den Rocket Scientists) sowie die bereits genannten Songs von Elton John und Supertramp. Aber der Rest ist auch vom Feinsten.

Lana Lane - Garden Of The Moon (Special Edition)

Die 1998er-CD 'Garden Of The Moon' gibt es jetzt (Anfang 2002) als limitierte Doppel-CD. Auf die 'Garden Of The Moon' möchte ich gar nicht lange eingehen, da die jeder Lana Lane - Fan sowieso im Regal stehen hat. Sie ist ja auch zweifellos eine der besten Lana Lane - CDs. Die Bonus-CD, betitelt mit 'Echoes And Bonus Tracks', ist dann ein Sammelsurium der zwei EP's 'Echoes From The Garden' und 'Echoes From The Ocean'. Und wie der Name schon sagt, gibt es hier dann Remixe von 'Frankenstein Unbound' (genial), 'Escher's Staircase' (eines der besten Lana Lane-Stücke), 'Seasons', 'Without You', 'Let Heaven In', 'Evolution Revolution' und 'Reverie', ein Live-Stück ('Symphony Of Angels' mit den Rocket Scientists) sowie zwei neue Stücke ('Leaving Stardust' und das Bowie-Cover 'This Is Not America'). Über den Sinn oder Unsinn dieser Veröffentlichung kann man sich natürlich streiten. Aber da die Original-Garden Of The Moon sogut wie nicht mehr zu bekommen ist (außer natürlich als schweineteuere Japan-Pressung), lohnt es sich natürlich für alle, die die CD noch nicht haben. Alle anderen können auch darauf verzichten.

Lana Lane - Project Shangri-La

Schon wieder eine neue Lana Lane - CD. Eigentlich ist das ja erfreulich, aber der guten Frau (und ihrem Lebensabschnittspartner Erik Norlander) ist leider nicht viel Neues eingefallen. Und mir fällt zu dieser CD auch nicht viel ein. Alles wie gehabt, nur alles auch etwas langweiliger. Bestimmt keine schlechte Scheibe, wenn man von Lana Lane nicht schon die besseren Outputs ('Queen Of The Ocean' oder 'Garden Of The Moon') hätte. Und der Höhepunkt an Peinlichkeit ist die Cover-Version von 'Time To Say Goodbye', gesungen in einem grausamen Italienisch (im Duett mit einem gewissen Mark Boals ... wer immer das auch sein mag). Liebe Lana, bitte bitte lass Dir doch bis zur nächsten Veröffentlichung einfach mehr Zeit und bring mal wieder eine richtig geniale Scheibe auf den Markt. Für dieses wirklich nur durchschnittliche Teil gibt's von mir keine Kaufempfehlung.

Lana Lane - Curious Goods (Special Edition)

Und noch eine Wiederveröffentlichung von US-Prog-Göttin Lana Lane. Dieses Mal gibt's die 1996er-CD 'Curious Goods' als limitierte Doppel-CD. CD1 ist 'Curious Goods' neu eingesungen mit neuen Keyboard-Parts. CD 2 beinhaltet die Original-CD von 'Curious Goods'. Also eigentlich nicht wirklich das, was man unbedingt braucht. Einziger Unterschied ist, dass auf CD1 anstatt 'Do It Again' (von Steely Dan) der James Bond - Song 'You Only Live Twice' verwurstet wurde.
Ach ja ... auf Curious Goods sind die Überhämmer von Lana Lane 'Eschers Staircase' und 'Symphony of Angels' drauf. Alleine deswegen lohnt sich der Kauf, wenn man die Scheibe noch nicht hat. Sicher eine der besseren Lana Lane - CDs.

Lana Lane - Covers Collection

Da es ja gerade 'In' ist, in schöpferischen Pausen (oder soll man sagen in Zeiten der Einfallslosigkeit ?) altbekannte Songs nachzusingen, hat sich auch Lana Lane an ein paar mehr oder weniger bekannte Songs gewagt und teilweise sich auch der Majestätsbeleidigung strafbar gemacht. Lana Lane - Kenner wissen ja, dass Sie auch auf ihrer 'Ballad Collection' einiges an Fremdmaterial verbraucht hat. Trotzdem ist KEIN Song dieser Scheibe auf der 'Covers Collection' vertreten ... also hier schon mal Entwarnung. Diese CD ist keine Zweitverwertung von schon bekanntem Zeug. Nun aber zu den Songs. Die Scheibe beginnt mit 'The Wall' von Kansas und diese Version möchte ich mal als rundum gelungen bezeichnen. Nahe am Original aber richtig gut gesungen. 'Kashmir' (Led Zeppelin) ist dann die oben erwähnte Majestätsbeleidigung. Sowas macht man nicht !!! Unbekannt aber ganz gut ist dann 'Soaring' von der US-Band 'Aviary' (kennt wohl keiner). 'Hold Your Head Up' (von Argent) hat Fish auf seiner 'Songs From The Mirror - CD' weitaus besser gesungen. Toll ist dann 'Innocence' von Enuff Z'nuff (einer übrigens richtig geilen Melodic Rock Band). Das absolute Highlight kommt dann mit dem Samenzieher 'I'll See You In My Dreams' der total verkannten US-Band 'Giant', einer einfach sensationellen Ballade. Queen darf natürlich auch nicht fehlen und ist mit dem eher unbekannten 'Don't Try So Hard' (ich glaube von der Innuendo-Scheibe) vertreten. Naja. Ganz nett. 'Northern Light' (TNT), 'Still Loving You' (Scorpions) und 'Weep In Silence' (Uriah Heep) folgen ziemlich unauffällig. Am Ende dann noch ein Highlight mit 'Stargazer' von Rainbow. Als Musiker wurden dann wieder mal die Jungs verpflichtet, die bei Ehemann Erik Norlander gerade im Studio waren, also die üblichen Verdächtigen von natürlich Erik Norlander über Mark McCrite und Gregg Bissonette bis zu Neil Citron, Nick D'Virgilio und Arjen Lucassen. Wer Lana Lane mag, wird die Covers Collection lieben. Alle anderen sollten vielleicht lieber die Finger davon lassen. Ich finde sie ziemlich gemischt von langweilig bis schlicht genial.

Lana Lane - Return To Japan

Meines Wissens gibt es ja in Europa noch keine (offizielle) Live-CD der 'Queen Of Symphonic-Prog' Lana Lane. Deswegen wurde es echt mal Zeit, auch hier eine Live-Scheibe zu veröffentlichen. Und da Lana Lane offensichtlich in Japan die meisten Fans hat (wie man unschwer an dem Beifall auf der CD erkennen kann ... da waren wohl mehr Leute auf den Konzerten wie üblicherweise bei uns), sind die Aufnahmen der ersten CD ('Return To Japan' ist eine Doppel-CD) von 2 Konzerten in Japan aus den Jahren 1999 und 2002. Geboten wird ein mehr oder weniger interessanter Querschnitt des Schaffens von 'Escher's Staircase' bis 'Project Shangri La' in recht guter Live-Qualität. Insgesamt sind das dann 16 Titel verteilt auf ziemlich genau 75 Minuten. Meiner Meinung nach besser ist allerdings die zweite CD, betitelt mit 'Acoustic Live and Special Events', bei der die geniale Stimme von Lana Lane einfach besser rüberkommt. 'Stardust', 'Dream On' (die Cover-Version des Aerosmith-Titels), 'Autumn Leaves' oder auch 'Seasons End' sind eigentlich Lana Lane wie auf den Leib geschrieben. Und der (fast) Abschluss der Scheibe ist auch der Hammer, nämlich eine 9-Minuten-Version des King Crimson - Klassikers 'In The Court Of The Crimson King'. Eher unnötig (und grottenschlecht) dann noch der alte Rainbow-Heuler 'Long Live Rock 'n' Roll'. Nochmal 12 Titel auf knapp 59 Minuten, und das alles zum Einfach-CD-Preis. Wer da nicht zuschlägt, ist selber schuld.

Lana Lane - Lady Macbeth

'A Majestic New Concept Album From The Symphonic Metal Queen' steht auf der Verpackung. Naja, ganz schön vermessen, sich selbst so zu loben. Aber das kennt man ja eigentlich schon von den Veröffentlichungen des Norlander-Clans. Die sind halt so richtig überzeugt von ihrer Arbeit. Und können es ja eigentlich auch sein, denn bis auf ein paar wenige Langweiler, die in den letzten Jahren veröffentlicht wurden (wie z.B. die letzte Lana Lane - CD 'Project Shangri-La'), war es ja immer recht ansprechend bis richtig gut. Und auch das neueste Werk 'Lady Macbeth', eingespielt von den üblichen Verdächtigen (also den Rocket Scientists wie Mark McCrite, Neil Citron und Don Schiff und anderen mehr oder weniger alten Bekannten wie z.B. Peer Verschuren oder auch Kristoffer Gildenlöw von Pain Of Salvation), fängt recht rockig an, wird zwischendurch etwas soft und endet theatralisch. Also schlicht ne typische Lana Lane - CD der besseren Sorte. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Fans können bedenkenlos zugreifen und Lana Lane - Nichtkenner hätten mit 'Lady Macbeth' keinen schlechten Einstieg.

Landmarq - Thunderstruck

Die britischen Proggies 'Landmarq' legen mit 'Thunderstruck' ihre erste Live-CD vor. Aufgenommen wurde das Teil auf der 1998/99er-Tour in Europa. Nachdem Landmarq praktisch auf jeder veröffentlichten Studio-CD den Sänger / die Sängerin getauscht hatten (Damian Wilson -Ex Threshold / Tracy Hitchings - bekannt vor allem von einigen Produktionen von Arena-Keyboarder Clive Nolan wie z.B. Strangers on a Train oder Jabberwocky) durfte auf dieser Tournee die gute Tracy ran und macht ihre Sache erstaunlich gut. Ist auch nicht weiter verwunderlich, da die Mehrzahl der Songs von der letzen CD 'Science of Coincidence' stammen, auf der Tracy Hitchings ja auch singen durfte. Ich für meinen Teil bekomme von der Scheibe nicht genug und sie läuft mindestens ein Mal pro Tag. Vor allem der geniale Sound (produziert wurde das Teil von Karl Groom und Clive Nolan), die perfekte Darbietung und natürlich die grandiosen Songs (Landmarq gehörten schon immer zu meinen Favoriten) machen den Silberling zu einem Zuckerstück in jeder CD-Sammlung. Zwei 'Nachteile' hat die CD allerdings. Erstens die kurze Spielzeit von knapp 60 Minuten (da hätte man bestimmt auch ne Doppel-CD machen können) und Zweitens die zu kleinen und zu unscharfen Oben-Ohne-Fotos von Tracy Hitchings im Booklet.

Landmarq - Entertaining Angels

Es hat ganz schön lange gedauert, bis eine meiner früheren Prog-Lieblinge ‘Landmarq’ endlich mal wieder eine CD herausgebracht haben. Die letzte Studio-Scheibe (‘Science Of Coincidence’) stammt immerhin aus dem Jahr 1998, ist jetzt also 14 Jahre her. Meines Wissens kam danach nur noch die Live-CD ‘Thunderstruck’ im Jahr 1999 raus und 10 Jahre später ‘Turbulence - Live in Poland’ als neues Lebenszeichen der Band. Umso schöner, dass ‘Entertaining Angels’ jetzt in fast Original-Besetzung (nur Keyboarder Steve Leigh wurde durch Mike Varty ... und den kennt man ja schon von ‘Shadowland’ ersetzt) die gute alte Neo-Prog-Zeit der 90er Jahre wieder auferstehen lässt. Und die lange Wartezeit auf das Studio-Album lässt sich sowohl damit erklären, dass Sängerin Tracy Hitchings eine lange und schwere Krebs-Erkrankung hinter sich gebracht hat, Keyboarder Mike Varty ja mit Mick Pointer’s Script-Projekt seit Jahren durch die Welt getingelt ist und Drummer David Wagstaffe mit Wishbone Ash unterwegs war. Von Bassist Peter Gee ganz zu schweigen, der ja auch Mitglied von ‘Pendragon’ ist und da in den letzten Jahren genügend zu tun hatte.
Wie oben schon geschrieben, ist ‘Entertaining Angels’ ein reines Neo-Prog-Album geworden, das sich nahtlos an die früheren Veröffentlichungen von Landmarq anschließt (wobei ich hier natürlich nur die Scheiben mit Sängerin Tracy Hitchings meine, denn mit Vorgänger-Sänger Damian Wilson war’s dann notgedrungen doch was anderes). Es wird gerockt, es wird geproggt, es ist ruhig melodisch, es gibt fette Gitarren-Soli von Uwe D’rose (wie in alten Zeiten) und auch die Song-Längen von meist 8 bis über 16 Minuten (der Dreiteiler ‘Calm Before The Storm’) sagen doch eigentlich schon alles, oder? Neo-Proggies können hier bedenkenlos zugreifen. Und die ‘Special Edition’ beglückt uns dann noch mit einer zweiten CD im Papp-Schuber, auf der nochmal 4 Songs mit fast 30 Minuten drauf sind. Und auch hier gibt es eine Reminiszenz an alte Tage, denn wie auf glaube ich allen CDs ist immer ein Song drauf der heißt wie die CD davor ... deswegen gibt’s hier den Song ‘Thunderstruck’, der sich mit über 13 Minuten auch nicht verstecken braucht.

Lanfear - The Art Effect

Bei mir um die Ecke hat einer der 'größten Elektronik-Händler Süddeutschlands' pleite gemacht und am Ende seine Rest-CD-Bestände für die Hälfte verkauft. Da konnte ich natürlich nicht anderst und habe mir auch ein paar mir unbekannte Scheiben (nur wegen dem Cover) mitgenommen. Eine davon war die CD 'The Art Effect' der deutschen Band 'Lanfear' (die peinlicherweise auch noch aus meiner Gegend stammt und ich kenne sie trotzdem nicht). Also ohne Erwartungen die CD in den Player geworfen und ... huch ... nach einem kurzen Intro geht es mit 'Stigmatized' ja schon ganz schön heftig zur Sache. Fetter melodischer Metal, der mich an so Bands wie Stygma IV oder auch Angel Dust erinnert. Auch die weiteren Songs haben ähnliches Kaliber. Ein bißchen ruhiger geht es zwischendurch (z.B. bei 'The Artefact' oder dem affengeilen 'Fortune Lies Within' sowie beim Ghost-Track) auch zu. Insgesamt eine hervorragende Melodic-Rock-Scheibe aus dem Schwabenländle, die sich vor den Szene-Größen nicht zu verstecken braucht. Sicher nicht meine letzte Lanfear-CD, die ich mir gekauft habe. Mehr über die Band gibt es unter www.Lanfear.eu .

Lanfear - Another Golden Rage

Die deutsche (Prog-)Metal-Band Lanfear hat mich ja schon mit ihrem letzten Output 'The Art Effect' überrascht und begeistert zugleich. Und auch ein von mir besuchter Live-Auftritt im Rahmen des 'Building A Force - Festivals' war nicht von schlechten Eltern. Umso gespannter war ich jetzt auf ein neues Lebenszeichen der Heilbronner Jungs. Und 'Another Golden Rage' hält das Niveau des Vorgängers locker und legt sogar noch eine Schippe drauf. Schon der Opener 'Another Golden Rage', das Titelstück also, knallt voll ins Ohr und will da auch nicht mehr raus. Seit ich den Song gehört habe, geht er mir nicht mehr aus dem Kopf. Das könnte DIE Live-Hymne werden. Was ich aber ... als eigentlich Prog-Fan ... an Lanfear absolut mag, ist, dass nicht nur dauflosgeknüppelt wird, sondern dass (wie z.B. bei Threshold, wobei die Engländer natürlich proggiger und nicht so metal-lastig sind) großes Augenmerk auf tolle Melodie-Linien gelegt wird und auch mal ein paar Breaks in bester Prog-Manier eingebaut werden. Außerdem finde ich das im Metal-Bereich ja eher vernachlässigte Keyboard bei Lanfear absolut klasse. Neben dem Titelstück noch weitere Songs hervorzuheben, ist eigentlich unnötig, weil die Scheibe praktisch durchgehend ein absolut hohes Niveau hat. Erwähnen möchte ich aber trotzdem die absolut geniale Quoten-Ballade 'Eternally' mit einer tollen Saxophon-Einlage sowie den brillianten und klaren Sound, der in den Dreamscape-Studios von Dreamscape-Keyboarder Jan Vacik gezaubert wurde. Wer sich auch mal ein paar Metal-Kracher reinziehen kann, MUSS Lanfear gehört haben. Hut ab vor dieser CD und hoffentlich haben sie den verdienten Erfolg damit. Mehr Infos über die Band gibt es unter www.lanfear.eu.

Lanfear - X To The Power Of Ten

Nach 'Another Golden Rage' gibt es mit 'X To The Power Of Ten' endlich mal wieder einen Output der Heilbronner Prog-Metal-Band Lanfear. Doch ups was ist das? CD in den Player gelegt, ersten Song gehört ... irgendwie kommt mir die Stimme so gar nicht bekannt vor. Booklet raus, nachgelesen, stimmt. Tobias Althammer ist wohl als Sänger ausgestiegen und mit Nuno Miguel de Barros Fernandes (was für ein Name) wurde ein ich würde mal sagen adäquater Nachfolger gefunden. Ich fand die Stimme von Tobias Althammer für so ne Metal-Mucke immer ziemlich angenehm (so ganz ohne Geschrei, auch in den höheren Bereichen). Aber Herr Fernandes steht dem in nichts nach. Auch er kann richtig gut singen. Zum Anfang gibts mit 'Enter Dystopia' gleich mal wieder so einen richtigen Lanfear-Kracher auf die Ohren. Hart, knallt richtig rein, tolle Melodie ... die Lauschlappen sind da gleich mal durchgepustet. 'My Will Be Done' geht noch ein bißchen schneller voran und hat auch nen tollen Refrain. Ein kleines instrumentales Zwischenspiel gibt's dann mit 'Decryption' und danach kommt für mich eines der Highlights auf der CD mit 'Brave New Men' einem tollen Mid-Tempo-Stück. 'The Question Keeper' geht in eine ähnliche Richtung. Für Lanfear-Verhältnisse eher gediegen und richtig schön (vor allem super gesungen). 'Synaptogenesis' geht dann schon eher wieder auf die Zwölf, obwohl man das bei den Anfangstakten eigentlich nicht vermuten würde. Auf jeden Fall ein weiterer Lanfear-Knaller at it's best. Sie haben halt echt ein Händchen für Melodien, auch wenn's mal etwas vertrackter wird. 'Jugglin' At The Edge' fällt dann ein bißchen aus der Reihe (viel Keyboard), ist aber echt ne gute Abwechslung zwischendurch. 'Just Another Broken Shell', sozusagen die Quoten-Ballade, ist einfach der Hammer (zuerst genialer Gesang und dann ein sowas von fettes Gitarren-Solo ... das gibt Gänsehaut), und wird gefolgt von 'A Twin Phenomenon' mit fast ein paar Growls, zuerst recht sanft daherkommend und mittendrin dann fast explodierend. Hochinteressanter Song. 'The Art Of Being Alone' ist mitnichten eine Ballade (könnte man ja nach dem Titel ja vermuten) sondern wieder ein echter Lanfear-Kracher. Tolle Melodie. Und mit 'Seeds Of The Plague' endet die Scheibe leider viel zu schnell auch wieder mit nem typischen Lanfaer-Stück. 51 Minuten ohne auch nur eine Sekunde langweilig zu werden ... das schaffen nur wenige CDs bei mir. 'X To The Power Of Ten' hat's geschafft. Eine rundum gelungene CD. Nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass die CD von Jan Vacik in seinen Dreamscape-Studios produziert wurde. Und fleißige Leser meiner Homepage wissen was das bedeutet: Fetter, glasklarer Sound. Mehr Infos über die Band gibt es unter www.lanfear.eu und auf ihrer MySpace-Seite.

Lanfear - This Harmonic Consonance

100% underrated Metal. Steht zumindest auf meinem Lanfear-Shirt und auf meiner Lanfear-Kapu-Jacke. Auf ihrer Homepage haben sie’s auf 99,71% verringert, was wahrscheinlich an den durchweg lobenden Reviews über ‘This Harmonic Consonance’ liegen dürfte. Ich selbst finde es auch ziemich schade, dass es der Heilbronner Band nicht vergönnt ist, den ihr zustehenden Ruhm zu ernten. Ich verfolge das Schaffen der Jungs schon von Anfang an und finde, dass sie sich von CD zu CD gesteigert haben. Und das trifft auch auf den neuen Output zu. Sie sind noch abwechslungsreicher geworden, immer noch hart aber harmonisch und die insgesamt 9 Songs (plus Intro) gehen in’s Ohr und nicht mehr raus. Einen Song herauszustellen wäre völlig für’n Arsch, denn einen Durchhänger sucht man hier vergebens. Mit das Beste, was im Metal-Bereich in den letzten Jahren veröffentlicht wurde. MUSS man haben. Mehr Infos gibt auf der Band-Homepage. Dort kann man die CD recht günstig ... am Besten zusammen mit einem T-Shirt ... erwerben.

Lanfear - The Code Inherited (VÖ:01.07.2016)
Meine Lieblings-Schwaben-Metaller aus der Nähe von Heilbronn haben auch mal wieder zugeschlagen. Und das schon wieder voll auf die Zwölf. Und jedes Mal grüßt das Murmeltier in mir und fragt sich, warum ‘Lanfear’ immer noch nicht den Bekanntheitsgrad erreicht haben den sie verdienen. Aber das schreibe ich glaub schon seit der ersten Veröffentlichung. Ich verstehe es einfach nicht. Klar, richtig eingängig ist die Musik von ‘Lanfear’ bei einmaligem Hören sicher nicht ... die Songs brauchen Zeit, mehrfache Durchläufe und Geduld. Aber diese Geduld wird am Ende belohnt. Wobei ... wenn ich mir ‘The Code Inherited’ anhöre bin ich der Meinung, dass die Musik ein bißchen ‘einfacher’, eingängiger, leichter verdaulich ist. Schon die 2 ersten Songs ‘The Delusionist’ und ‘The Opaque Hourglass’ sind Metal-Kracher mit Thrash-Anleihen ohne viele Ecken und Kanten. Vor allem ‘The Delusionist’ könnte am Anfang echt von Metallica sein. Fettes Gitarrenbrett von Markus Ulrich, überragender Gesang von Nuno Miguel de Barros Fernandes (was für ein Name), ordentliche Geschwindigkeit, Schlagzeuger Jürgen Schrank prügelt sich einen ab, Bassist Kai Schindelar macht einen gute Job. Nur Keyboarder Richie Seibel kommt (für meine ‘verwöhnten Prog-Ohren’) leider ein bißchen zu kurz. Das folgende ‘Evidence Based Ignorance’ ist etwas ruhiger bzw. getragener mit ein paar netten Tempowechseln (und mehr Keyboards !!). Danach das ‘Herzstück’ der Scheibe mit dem Titeltrack. Fast 11 Minuten lang und einfach nur geil. Darf ich das Prog-Metal nennen (Erklärung später)? Ich mach’s einfach, da es echt ein bißchen nach Fates Warning klingt (auch wegen dem mehrstimmigen Gesang beim Refrain und der dazu schrammelnden Gitarre). Und wegen dem Zwischenteil. Und dem folgenden Gitarren-Solo. Und wegen den Keyboard-Läufen. Und und und. Hammer-Teil. Vielleicht der beste Song den Lanfear jemals aufgenommen haben. Auch das folgende ‘Self Assembled’ klingt echt ein bißchen nach Fates Warning gepaart mit Communic (ich hoffe die Band kennt noch jemand). ‘Converging Saints’ ist dann wieder typisch Lanfear ‘von früher (‘X To The Power Of Ten’ lässt grüßen) ... sehr sehr gut. Und dann noch die obligatorische Quoten-Ballade mit ‘Remain Undone’, wobei der Song nicht wirklich ne Ballade ist. Nur für Lanfear einfach getragener, melodischer, langsamer als der Rest. Vielleicht der eingängigste Song des Albums. Wenn nicht ganz am Schluss noch ‘Summer Of ‘89’ kommen würde. Nein, hat nix mit Bryan Adams zu tun (das war ‘69). Ein wirklich ‘lustiger’ Song der sowas von AOR ist. Und der Text dazu ... unglaublich witzig. Ich denke die Jungs hatten mit diesem Song ihren Spaß. Was man ganz am Schluss am gehässigen Gelache auch hören kann.
Nicht verschweigen möchte ich, dass die Scheibe wieder von Jan Vacik in seine Dreamsound-Studios abgemischt wurde. Das gibt wie immer einen amtlich fetten Sound.
Nun zu meiner Bemerkung ‘Erklärung später’: Ich habe in einem Interview mit Markus ‘Ulle’ Ulrich gelesen, dass er sich darüber aufregt, dass die Musik von Lanfer als Prog-Metal bezeichnet wird, da er doch eher Trash-Metal als seinen Einfluss sieht. Dazu kann ich nur sagen: Hey Ulle, diese Seite hier heisst Prog-Rock.Info. Wenn ich jetzt schreibe Eure Musik sei Prog-Metal, dann kaufen es vielleicht meine Leser. Wenn ich schreibe das ist Thrash-Metal dann kaufen sie vielleicht nicht :-). Also lebe damit ... vielleicht trage ich dann ein bißchen dazu bei dass Ihr bekannter werdet.
Nein Spaß ... ist doch Scheiß egal wie man die Musik nennt ... ich persönlich finde sie total genial und ich kann jedem nur empfehlen, sich das Teil zu holen. Und das am Besten über eine Bestellung auf der Lanfear-Homepage. Ist zwar etwas lästig (wegen Vorab-Überweisung und E-Mail an Richie Seibel) aber klappt hervorragend. Das Teil war ruck zuck bei mir im Briefkasten.

Lang, Yogi - No Decoder

Nach Kalle Wallner (mit seinen Blind Ego - Scheiben) und Chris Postl (mit der Parzival’s Eye-Veröffentlichung) legt nun mit ‘No Decoder’ der dritte RPWL’ler seine Soloscheibe vor. Unterstützt von Manni Müller (Ex-RPWL, Drums), Guy Pratt (Bass ... ja genau, der Ersatz-Bassist von Pink Floyd nach Roger Waters), Torsten Weber (Gitarre) und Carmen Maier (Percussions) kommt ‘No Decoder’ meiner Meinung nach der Stammband am nächsten, was natürlich an der Stimme von Yogi Lang liegt (er singt ja auch bei RPWL). Aber auch musikalisch erinnert die Scheibe stark an RPWL (hört Euch nur mal den 9 1/2 Minuten-Song ‘Sacrifice’ an und Ihr wisst was ich meine. Ein typischer RPWL-Song der ruhigeren Sorte. ‘Our World Has Changed’ klingt dann fast wie ein Stück der letzten David Gilmour-Veröffentlichung ‘On An Island’. Das kann man mögen oder auch nicht ... ich find’s toll (aber ich fand ja auch die ‘On An Island richtig gut). ‘Sail Away’ ist mir dann fast ein bißchen zu soft und kitschig, aber prima gesungen und das Saxophon hat was von ‘Us And Them’ (von The Dark Side Of The Moon ... aber das brauche ich glaub nicht zu erwähnen). Besonders herausheben möchte ich noch das Titelstück ‘No Decoder’ ... übrigens einer von zwei instrumentalen Songs auf dem Album ... da schlagen alle Floyd-Herzen höher ... und ‘Alison’. Nicht dass dieses Stück jetzt unbedingt der totale Überflieger wäre, aber hier singt einer meiner absoluten Lieblingssänger Dominique Leonetti (von der französischen Band ‘Lazuli’) und das gibt Gänsehaut pur. Ein weiteres Highlight ist ‘A Million Miles Away’, mit gut 8 Minuten das zweitlängste Lied auf der Scheibe und zum davonschweben. Einziger Song der in die etwas rockigere Richtung geht ist ‘Sensvalue’ (das zweite Instrumental-Stück), insgesamt ist ‘No Decoder’ aber von den RPWL-Solo-Veröffentlichungen das auf jeden Fall ruhigste Album und für RPWL-Fans unverzichtbar. Geile Scheibe für gemütliche Stunden am Kaminfeuer mit einem Glas Rotwein.

LaRue, Lisa - World Class

Lisa LaRue ist in Deutschland leider noch überhaupt nicht bekannt. Aber hoffentlich wird sich das nach meiner Kritik über ihre neueste Veröffentlichung 'World Class' ein bißchen ändern. Denn die amerikanische Keyboarderin verdient es, auch bei uns ein paar Fans zu bekommen. Klar ist es schwierig, mit überwiegend instrumentaler Musik den Geschmack der Massen zu treffen, aber für gemütliche Stunden oder zum Auto fahren ist 'World Class' ausgezeichnet geeignet. Nicht dass die Musik zu seicht ist ... nein, im Gegenteil, denn wenn man z.B. den Song 'Copper Edge' anhört, geht es schon ganz bombastisch zur Sache und auch ein fettes Gitarrensolo fehlt nicht. Auch 'Tell Me Why' oder 'Deluge', gesungen von keinem Geringeren als John Payne, den man ja zu Genüge von diversen Asia-Veröffentlichungen kennt, überzeugen mich total. Könnte auf jeder x-beliebigen Asia-Scheibe aus der Payne-Aera stammen. Tolle Melodien, fett instrumentiert, einfach klasse. Und es sind noch ein paar andere richtige Perlen (wie z.B. 'Beautiful Illusion ... auch mit John Payne) auf der CD. Ich kann nur hoffen, dass Lisa LaRue auch in Europa ihren verdienten Erfolg bekommt. Und Ihr könnt ein bißchen dabei helfen, indem Ihr 'World Class' kauft, genauso begeistert seid wie ich und die Platte weiterempfehlt. Wirklich eine herausragende Produktion, bei der auch Michel St. Pere, den man ja auch als Chef von Unicorn Digital kennt, seine Finger mit im Spiel gehabt hat. Mehr Infos und natürlich die Möglichkeit der Bestellung der CD gibt es auf der Homepage von Lisa LaRue. Unbedingt vorbeischauen !!

Last Tribe - The Uncrowned

Des Einen Freud ... des Anderen Leid. Oder auch anderstrum. Die CD der schwedischen Power-Metaller war meinem Gast-Kritiker Michael Doster zu hart ... deswegen gibts jetzt ne Review von mir. Und ich muss sagen, dass das absolut meine Richtung ist. Fette Gitarren, überzeugender Gesang und auch die Rhythmus-Gruppe ist nicht schlecht. Freunde von Royal Hunt, Kamelot, Adagio oder so sollten mehr als ein Ohr riskieren.

Lazuli - En Avant Doute

Eine Neuentdeckung (für mich) aus Frankreich ist die Band 'Lazuli'. Viele Leute werden vielleicht mit der ungewöhnlichen Sprache (für Prog-Musik) ihre Schwierigkeiten haben. Ich als absoluter Fan unseres Nachbarlandes habe das keine Probleme mit und freue mich immer wieder, wenn was Interessantes aus Frankreich kommt. 'En Avant Doute' wurde bereits im Jahr 2006 bei Musea veröffentlicht und bietet leider nur 41 Minuten tolle Musik. Interessant bei der Band ist das Instrument 'Lèode', das Band-Mitglied Claude Leonetti selbst erfunden hat, weil er nach dem Verlust eines Arms nicht mehr Gitarre spielen konnte. Es ist vom Aussehen eine Art Chapman-Stick, ohne Saiten, das nur durch berühren des Griffbretts MIDI-Signale erzeugt, die dann in Töne umgesetzt werden. Das gibt einen hochinteressanten Klang und ist ein bißchen das, was Lazuli einzigartig macht. Stimmlich liegt Sänger Dominique Leonetti meistens ziemlich hoch in der Tonlage, was zwar am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig ist, aber ziemlich gut zur Musik passt. Kernstück der Band ist aber sicher die Rhythmusgruppe, die alleine aus 2 Percussionisten besteht. 'En Avant Doute' gibt es zur Zeit als Limitierte Edition, wo es als Bonus noch eine DVD mit knapp 30 Minuten Live-Aufnahmen (grandios !!) gibt sowie der Geschichte dieses außergewöhnlichen Instruments Lèode, einen Video-Clip und einem 40-minütigen Film, gennannt 'Derrière la scène'. Unbedingt antesten. Und mein Dank geht an Toni Vollenweider für den tollen Tipp. Mehr Infos über die Band gibt es unter www.lazuli-music.com.

Lazuli - Réponse incongrue à l'inéluctable

Zuerst einmal muss ich was grundsätzliches loswerden. Wer die Gelegenheit haben sollte, die süd-französische Band Lazuli live zu sehen, sollte das unbedingt tun. Ich war auf dem 2009er Night Of The Prog-Festival auf der Loreley und von den dort glaube ich 11 aufgetretenen Bands haben mich - neben Subsignal (siehe meine Review) - vor allem Lazuli sowas von überzeugt. Ein absolutes Highlight. Das Publikum dort war am Anfang ziemlich reserviert angesichts dieser alle in schwarz gekleideten Langhaarigen. Aber bereits nach dem ersten Song gab es Standing Ovations und die knapp 1 1/2 Stunden die die Jungs gespielt haben, waren eine Offenbarung. Geendet hat das Konzert dann in einer grandiosen Zugabe, als alle 6 Musiker zusammen am Xylophon einen Depeche Mode - Song zum Besten gaben. Allein daran konnte man erkennen, was für geniale Musiker sie sind. Auch während dem Konzert ist plötzlich mal der Bassist ans Schlagzeug gegangen usw. Und über die Musik kann man auch nur Positives schreiben. Wie schon in meiner letzten Review (über die CD 'En Avant Doute') ausgeführt, ist die Musik von Lazuli alleine schon wegen der französischen Sprache etwas gewöhnungsbedürftig, weil's halt doch nicht so verbreitet ist. Aber wenn man sich erst mal dran 'gewöhnt' hat (und da habe ich überhaupt keine Probleme damit, ist Frankreich doch eines meiner Lieblings-Länder) kann man von der außergewöhnlichen Musik von Lazuli nur begeistert sein. Das traf auf den genannten Vorgänger zu, und das trifft genauso auch auf den neuesten Output zu. Typisch für den Sound von Lazuli ist auch immer noch die Lèode, eine Art digitale Gitarre, die einfach einen einzigartigen Sound erzeugt und natürlich die Warr-Gitarre, die auch nicht so allgegenwärtig ist. Auf 'Réponse incongrue à l'inéluctable', was in etwa soviel heißt wie 'merkwürdige Antwort auf das Unausweichliche' gehen Lazuli gegenüber dem Vorgänger noch einen Schritt weiter und werden noch abwechslungsreicher. Neben den 'typischen' Songs, die man der Band locker zuschreiben kann, wie den beiden Openern 'Abìme' (sehr geil) und 'On nous ment comme on respire' (auch richtig genial) gibt es auch einen richtig spärlich instrumentierten Song ('La vie par la face nord'), bei dem vor allem Sänger Dominique Leonetti richtig glänzen kann und in einer fast Explosion endet. Hier auf jeden einzelnen Song der CD einzugehen, wäre absolute Zeitverschwendung, denn dieser Silberling ist von vorne bis hinten einfach toll ... wenn man sich auf die Art von Lazuli einlassen kann. Für mich ein absolutes Highlight des Jahres 2009. Muss man haben. Auf jeden Fall sollte man sich die Homepages der Band anschauen und mal einen kleinen Eindruck gewinnen. www.lazuli-music.com und www.myspace.com/lazuliworld.

Lazuli - Six Frenchmen In Amsterdam (DVD)

Was für eine traurige Nachricht für alle Lazuli-Fans. Vor ein paar Tagen habe ich lesen müssen, dass sich die Band getrennt hat. Die komplette Rhythmus-Fraktion ist ausgestiegen und nur die beiden Leonetti-Brüder sind übrig geblieben, wollen aber unter dem alten Band-Namen weitermachen. Ich finde das wirklich schade, denn Lazuli waren für mich ein Stern am Prog-Himmel und vor allem das von mir gesehene Live-Konzert auf der Loreley 2009 war einfach nur fantastisch. Schade, dass es das nicht mehr geben wird. Ich hoffe ja, dass Ihr durch meine Kritiken über Lazuli auch ein bißchen 'Feuer gefangen' und Euch die eine oder andere CD zugelegt habt. Sozusagen zum Abschluss dieser Lazuli-Aera gibt es nun einen Live-Mitschnitt eines Konzerts im Vorprogramm von Riverside, das im Amsterdamer Paradiso am 10.12.2008 mitgeschnitten wurde. Zu Anfang bekommt man einen Eindruck über die Location, einer ehemaligen Kirche aus dem 19. Jahrhundert. Wirklich toll und richtig schade, dass ich dort noch nie ein Konzert gesehen habe ... aber Amsterdam ist leider auch ein Stückchen weg von mir. Und das Konzert von Lazuli, auch wenn's nur eine knappe Stunde gedauert hat, ist zum Ersten hervorragend gefilmt und zum Zweiten auch wirklich toll gespielt. Hier hat man auch den Eindruck, dass die Jungs viel Freude an ihrer Musik haben (und umso merkwürdiger ist es, dass sie sich jetzt getrennt haben). Gespielt werden insgesamt 9 Songs der letzten 3 CDs (wobei 'Réponse' ... damals ja noch gar nicht veröffentlicht wurde), nur das Erstlingswerk 'Amnesie' wurde nicht bedacht. Ein toller Konzertmitschnitt, den man nicht verpassen sollte. Zu kaufen gibt es das Teil zum Beispiel bei Just For Kicks. Muss man haben.

Lazuli - [4603 Battements]

Als ich gehört habe, dass sich die französischen Ethno-Proggies ‘Lazuli’ getrennt haben, war ich ziemlich überrascht, hatte es doch gerade angefangen, dass die Jungs um die Leonetti-Brüder so langsam in Prog-Kreisen bekannt wurden (man bedenke nur das geniale Konzert im Rahmen des Night Of The Prog - Festivals auf der Loreley 2009). Mit Freude habe ich dann die Nachricht aufgenommen, dass es Lazuli wieder gibt ... allerdings sind 3 von 6 Musikern nicht mehr dabei und sie wurden durch nur 2 neue Musiker ersetzt. Zum Glück sind sowohl Dominique Leonetti (der mit seinem Gesang mindestens 50% von Lazuli ausmacht) als auch Claude Leonetti (mit seinem Eigenbau-Instrument Léode ... das macht weitere 20% des Lazuli-Sounds aus) noch mit an Bord ... somit gibt es zumindest 70% ‘alte’ Lazuli. Und die restlichen 30% sind zugunsten von mehr Eingängigkeit der Songs ‘verloren’ gegangen. Was der vorliegenden CD aber richtig gut tut. Waren Lazuli in der Vergangenheit doch recht schwer verdauliche Kost, hat sich das alles ein bißchen reduziert. Keine Sprach-Samples mehr, keine Kinderchöre mehr, alles etwas weniger und ‘musikalischer’. Weniger ‘schräge’ Percussions aber immer noch der geniale fast ‘weinerliche’ Gesang gepaart mit der jammernden Léode. Lazuli ‘light’ könnte man auch sagen und somit ist [4603 Battements] ein genialer Einstieg in die Welt der Franzosen-Proggies. Und wer diese tolle Scheibe geil findet, darf sich dann gerne auch die Vorgänger zulegen. Mir gefällt die CD ausgesprochen gut und freue mich auf weitere Veröffentlichungen. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage.

Lazuli - Nos Ames Saoules (VÖ:03.03.2016)
Die französische Band ‘Lazuli’ begeistert mich seit meiner ersten Begegnung im Jahr 2009 auf dem Night Of The Prog-Festival. Einfach ganz anders und vielleicht auch deshalb faszinierend. Französische Texte sind schon mal nicht gewöhnlich, der eher hohe Gesang von Dominique Leonetti außergewöhnlich, die Léode von Claude Leonetti einzigartig, die Songs speziell, die Rhythmus-Arbeit unvergleichlich. Lazuli spielen in ihrem eigenen Kosmos auf höchstem Niveau aber so wie es bei außergewöhnlicher Musik ist, man liebt es oder man findet gar nichts daran. Ich glaube die Meinung ‘Lazuil ist ganz nett’ wird es nicht geben.
Lazuli haben sich eindeutig weiterentwickelt. Waren die ersten CDs noch richtig sperrig und nach dem Austausch von mehreren Musikern (man sprach auch schon vom Ende der Band) eher Lazuli ‘Light’ haben sie sich mit ‘Tant Que L’Herbe Est Grasse’ (von 2014 ... leider hier keine Review) und vor allem mit ‘Nos Ames Saoules’ irgendwo dazwischen eingenordet. Nicht mehr ganz so kompliziert, immer melodisch aber trotzdem experimentell mit einem Händchen für tolle Sounds und Überraschungen (z.B. das French-Horn-Solo von Romain Thorel bei ‘Fanfare Lente’) und ab und zu ein fettes Gitarren-Solo (hört Euch nur mal ‘Vita Est Circus’ an ... brillant). Auch das Titelstück ist herausragend und zeigt die ganze Bandbreite der Musiker. Bombast, toller Gesang, geile Melodie, jammernde Léode. Wow. Muss man haben, auch wenn man sonst mit der französischen Sprache so seine Probleme hat.

Led Zeppelin - Celebration Day (DVD / 2 CD)

Aufgenommen in der Londoner O2-Arena am 10.12.2007 wurde dieses Reunion-Konzert der Musik-Legenden Led Zeppelin. Na gut ... es ist nicht ganz eine Reunion, denn Original-Schlagzeuger John Bonham ist ja leider 1980 viel zu früh im Alter von 32 Jahren nach einem Sauf-Gelage gestorben. Er hat aber der Nachwelt nicht nur die Tatsache hinterlassen, dass er wohl einer der einflussreichsten Drummer seiner Zeit war sondern er hat auch noch einen Sohn namens Jason Bonham, der glücklicherweise auch ein sehr guter Drummer ist. Schon 1987 hat er zusammen mit Led Zeppelin - Gitarrist Jimmy Page dessen Solo-Album ‘Outrider’ eingespielt, danach war er unter anderem bei UFO, Foreigner und zur Zeit bei der Super-Gruppe Black Country Communion.
Auch wenn die 3 restlichen Led Zeppelin - Mitglieder (Jimmy Page, John Paul Jones und Robert Plant) schon ganz schön in die Jahre gekommen sind (was man vor allem an Jimmy Page sehr deutlich sieht) haben sie von ihrer Spielfreude nichts eingebüßt und man sieht ihnen an, dass es ihnen richtig Spaß macht, mal wieder gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Und richtig erstaunlich ist es, dass Sänger Robert Plant trotz seines hohen Alters von immerhin fast 60 Jahren (zum Zeitpunkt des Konzertes) die alten Led Zeppelin - Heuler wirklich noch fast perfekt singen kann. Und auch wenn die Show nicht wirklich außergewöhnlich ist (was Bühne und Light-Show betrifft) lohnt sich der Kauf des Packages und das 2-stündige Konzert begeistert von vorne bis hinten. Fast nicht zu erwähnen brauche ich, dass das natürlich ein Best Of ... - Konzert war und somit alle bekannten Songs (von Good Times Bad Times über Black Dog, No Quarter, Since I’ve Been Loving You, Stairway To Heaven und Whole Lotta Love bis zu Rock And Roll zum Besten gegeben werden. Und das noch zum Preis einer Doppel-CD. Ein Stück Musik-Geschichte !!!

Lefay - SOS

Schwedische Ratta-Band.

Laut Rock Hard gibt's für die CD, weil sie so abwechslungsreich ist fast die Höchstpunktzahl. Von mir gibt's höchstens 4 von 10 Punkte. Arschlangweiliger Scheiß und immer das Gleiche

Lelkem - All Four Seasons In One Day

Lelkem ist eine im Jahr 2009 gegründete Band aus Österreich, bestehend aus den Musikern Boti Benedek II (Gesang, Gitarre, Keyboards), Gabor Benedek (Bass) und Gordon Flemming (Drums). Wie man zumindest den Namen ‘Benedek’ entnehmen kann, haben die zwei Jungs offensichtlich ungarische Wurzeln. Somit ist dann auch der Band-Name ‘Lelkem’ erklärbar, ist dies doch das ungarische Wort für ‘Seele’ (ich hoffe doch, dass mich meine bescheidenen Ungarisch-Kenntnisse nicht täuschen).
‘All Four Seasons In One Day’ ist ein (herrlich) gitarrenlastiges Album mit wirklich gutem und harmonischem Gesang geworden, dass vordergründig ein bißchen nach Alternative-Rock oder auch Indie klingt (manchmal geht’s auch ganz schön heavy zur Sache), allerdings gibt es auch genügend Prog-Anleihen (z.B. beim 7 1/2-minütigen ‘The Charming Season’, bei ‘Neon Hero’ oder auch bei ‘The Aching Sound Of Nonsense), so dass sowohl Freunde der fetten Gitarre als auch Proggies auf ihre Kosten kommen. ‘All Four Seasons In One Day’ hat in meinen Augen auf jeden Fall das Potential, in Kenner-Kreisen richtig Beachtung zu finden. Muss man unbedingt antesten. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage.

Lens, The - A Word In Your Eye

Es war einmal Ende der Siebziger Jahre eine Band in Hampshire namens 'The Lens', die sich trotz damaliger Punk-Rock- und New-Wave-Bewegung nicht davon abhalten ließ, melodische und fast ausschließlich instrumentale Musik zu machen. Konzerte in der Gegend um Southampton und Bournemouth waren regelmäßig ausverkauft und sie galten als die 'Retter des Progressive-Rock'. Trotzdem haben sie es nie geschafft, eine CD (sorry ... damals natürlich eine Schallplatte) aufzunehmen. Lediglich eine Demo-Cassette wurde fabriziert, die aber nie das Licht der offiziellen Veröffentlichung sah. Im Jahre 1981 dann gründeten der Gitarrist und der Keyboarder von 'The Lens' eine neue Band, die heute wohl als DAS Aushängeschild des Prog-Rocks gilt. Die Rede ist von IQ und die zwei ehemaligen Lens-Mitglieder waren Martin Orford und Michael Holmes. Jetzt, über 20 Jahre später wurde das ganze alte Material neu eingespielt (mit Unterstützung von IQ-Drummer Paul Cook und Tony Wright am Saxophon) und die Sound-Qualität ist einfach überragend. Erstaunlich ist, daß einige der alten Lens-Sachen auch nach 20 Jahren voll nach IQ klingen (nur der Sänger 'fehlt' halt ... wenn man das als Fehlen ansehen kann). Allerdings kommt, im Gegensatz zu IQ, auch viel die akustische Gitarre zum Einsatz, was dieses Album eigentlich noch hörenswerter macht. Wunderschöne Melodien, die sich mit IQ-mäßigen Breaks abwechseln, dürften eigentlich in keinem Prog-CD-Regal fehlen. Deswegen gilt hier meine absolute Kauf-Empfehlung für alle Prog- (im Allgemeinen) und natürlich IQ-Fans (im Besonderen). Der letzte Titel der CD (Choosing The Farmer Pt. 3) wurde übrigens teilweise dann später für den IQ-Song 'Widow's Peak' verwendet.

Leprous - Tall Poppy Syndrome

Eine neue Band aus Norwegen, die in die Fußstapfen von den Szene-Größen Opeth treten wollen, sind das Quintett 'Leprous'. 'Tall Poppy Syndrome' ist das Erstlingswerk der Jungs und das hört sich gar nicht schlecht an. Schon der erste Song 'Passing', immerhin 8 1/2 Minunten lang, überzeugt mich total. Ziemlich getragenes, fettes Stück Musik, das tatsächlich in Richtung Opeth geht, allerdings (und soll ich sagen 'zum Glück'?) ohne die Growls, die man von Herrn Ackerfeldt ja kennt. Ausgestattet mit einer tollen Melodie, geilen Gitarren-Riffs, aggressivem Gesang. Prog-Dark-Metal-Herz was willst Du mehr? Und es geht grad in dem Stil weiter. 'Phantom Pain' haut in die selbe Kerbe. Etwas 'eingänglicher oder einfacher' ist dann 'Dare You' ... fast ein Metal-Kracher. Auch nicht schlecht. Auch wieder ziemlich Opteh-mäßig ist 'Fate', das zuerst ziemlich ruhig und akustisch beginnt und dann in ein fettes Black-Metal-Gewitter mit tollem Gitarren-Solo mündet. Nur geil. Auch die drei folgenden Stücke stehen dem bereits gehörten in nichts nach und am Schluss folgt noch das 'Herzstück' der CD, das 11 1/2-minütige 'White', wo noch einmal die gesamte Bandbreite der Band zum Vorschein kommt. Alles in Allem ist 'Tall Poppy Syndrome' eine ziemlich geniale Scheibe, die mit ihren 63 Minuten zu keiner Zeit langweilig wird. Freunde von Opeth und Konsorten werden ihre helle Freude haben. Allerdings müsst Ihr noch bis 19.06.2009 warten, bis die CD veröffentlicht wird. Aber das Warten lohnt sich. Natürlich haben die Jungs auch eine MySpace-Seite.

Leprous - Coal (VÖ: 17.05.2013)

Auf mehrfachen Wunsch einer einzelnen Dame habe ich mir das neueste Werk der norwegischen Prog-Metal-Band ‘Leprous’ zugelegt. Seit ihrem Erstlings-Werk ‘Tall Poppy Syndrome’ war die Band nicht mehr in meinem Fokus, weil sie zwar gut aber dann doch ein ‘billiger Abklatsch’ von Opeth war. Offensichtlich haben sich die Jungs aber im Laufe der Jahre in eine völlig andere Richtung entwickelt, denn ‘Coal’ hat eigentlich nicht mehr viel mit Dark-Prog without Growls zu tun sondern geht mittlerweile in eine ganz schön avantgardistische Richtung, die eher von Steven Wilson und/oder Porcupine Tree belegt ist. Aber auch auf diesem Terrain schlagen sich Leprous nicht schlecht, denn entgegen den Solo-Werken von Herrn Wilson, die für mich eigentlich eher arschlangweilig sind haben Leprous zwischendurch immer noch die Härte von früher im Gepäck und packen dann auch schon mal ein Prog-Metal-Riff-Gewitter aus.
Auch wenn ‘Coal’ bei den ersten paar Hördurchgängen sehr sperrig und zusammenhangslos erscheint, wird sie im Laufe der Zeit immer besser. Man sollte ihr nur ein paar Chancen geben. Freunde der o.g. Bands werden auf jeden Fall ihre Freude haben.

Leprous - The Congregation (VÖ:22.05.2015)
War die Vorgänger-CD der Norweger ‘Leprous’ mit Namen ‘Coal’ sperrig aber nach mehreren Hördurchgängen durchaus interessant und vielschichtig, ist der Nachfolger ‘The Congregation’ nicht wirklich einfacher oder auch melodischer. Im Gegenteil. Jetzt kommt noch eine Portion Muse dazu (hört Euch nur mal den Opener ‘The Price’ an), der Gesang klingt ein bißchen nach Gazpacho auf Drogen (nett gemeint !), es wird noch experimenteller als auf ‘Coal’, es geht ganz schön hart zur Sache zwischendurch, dann auch wieder fast ‘melodisch’ (The Flood). Auf jeden Fall kann man ‘The Congregation’ nicht als langweilig bezeichnen ... aber auch hier empfehle ich mehrere Hördurchgänge, denn es gibt jedes Mal was Neues zu entdecken ... und ... LAUT HÖREN! Das ist ein Muss. Harter Tobak ist es auf jeden Fall und keinesfalls leicht verdaulich und für alle Tage ... und im Auto würde ich es auch nicht unbedingt hören, da könnte es passieren, dass man an die Wand fährt. Das meine ich jetzt aber nicht abwertend ... im Gegenteil.

Lifesigns - Lifesigns (VÖ: 15.03.2013)

John Young ist in seiner Karriere als Musiker schon ganz schön rum gekommen. Uli John Roth, Steeleye Span, Bon Jovi, zwei Touren mit Asia, eine Tour mit den Scorpions, Co-Writer auf Fish’s ‘Fellini Days’. Zusammen mit Martin ‘Frosty’ Beedle (Cutting Crew), Nick Beggs (Steven Wilson Band) und Produzent Steve Rispin (Asia) gibts nun eine Kooperation unter dem Namen ‘Lifesigns’ und wenn man die Gast-Musiker anschaut weiß man in welche Richtung die Scheibe geht. Steve Hackett (Ex Genesis), Robin Boult (Ex Fish, Ex Howard Jones usw.), Thijs van Leer (Focus) und Jakko Jakszyk (bekannt von Jakszyk Fripp & Collins) machen als Gast-Gitarristen bzw. an der Flöte mit. Und 5 Songs auf 54 Minuten sagen dann auch alles. Hier gibt es Neo-Prog vom Feinsten, der vor allem durch das geniale Keyboard-Spiel von John Young lebt der seine Affinität zur Spielweise von Tony Banks nicht verheimlichen kann. Und die Gitarristen dürfen sich auch austoben. Eine hübsche Mischung aus Genesis und Jadis mit einem Hauch Focus (wenn Thijs van Leer seine Einsätze hat). Für Neo-Prog-Freunde unbedingt empfehlenswert.

Lightness - Lightness

Für mich eine Neuentdeckung ist die deutsche Band Lightness aus Nordrhein-Westfalen, die mit der CD 'Lightness' bereits ihren zweiten Silberling - die erste CD hieß übrigens 'Lightness' - veröffentlicht haben. Auf der Homepage der Band kann man nachlesen, dass man die Musik am ehesten dem Progressiv Rock zuordnen kann, die CD aber von Pop über Soul und Psychodelic bis hin zum Heavy reicht. Oh jeh kann ich da nur sagen, falls das stimmen sollte. Aber zum Glück wurde da dann doch etwas übertrieben. Prog-Rock mit einem Hang zum Art-Rock (im Stile von Alias Eye oder Poor Genetic Material) stimmt auf jeden Fall, aber die restlichen Aussagen würde ich jetzt nicht so unbedingt unterschreiben, denn die Ausflüge in die Pop-, Soul- oder Heavy-Gefilde sind eher nur äußerst selten bis kaum erkennbar, was ich allerdings begrüße, denn man muß auf einer CD ja nicht alles bringen. Highlight auf der knapp 52-minütigen CD ist ganz sicher das 5-teilige 'At Sea' (Teil I bis IV zusammenhängend am Anfang der CD und Teil V als Ende des Silberlings), das es alleine auf runde 20 Minuten bringt und die Stärken der Band - nämlich eher keyboardlastigen, ruhigeren Prog mit gekonnt platzierten Gitarren-Parts und vereinzeltem Streichereinsatz und in Part IV dann erstmals auch gepaart mit für deutsche Prog-Bands überraschend angenehmem Gesang vereint. Weitere herausragende Songs sind das gefühlvolle 'A Strange Kind Of Farewell' sowie das sechsminütige 'Rewind, Replay', welches das Progger-Herz wegen den tollen Breaks höher schlagen lässt. Die restlichen Titel der CD hauen mich persönlich (als Liebhaber der eher härteren Musik) jetzt zwar nicht unbedingt vom Hocker, dürften aber gerade für die melodische Art-Rock-Fraktion interessant sein. Für mich als Fazit bleiben über 30 Minuten (also mehr als die Hälfte der CD) hervorragende Musik und der Rest ist absolut anhörbar. Und das alles für schlappe 9 Euro, die die Scheibe auf der Band-Homepage kostet. Somit kann ich hier ganz klar einen Kauftip abgeben.

Ligro - Dictionary 2

Moonjune Records haben ja schon einige Bands aus Indonesien im Programm (was ich richtig toll finde ... sonst kümmert sich ja fast niemand um diese Ecke der Welt). Und auch ‘Ligro’ stammen aus Indonesien, genauer aus Jakarta. ‘Ligro’ bedeutet rückwärts gelesen in der Indonesischen Sprache Bahasa ‘verrücktes Volk, was ein bißchen auf die Musik zutrifft. Denn ‘Ligro’ spielen auf ihrem ersten international veröffentlichten Album astreinen Fusion-Jazz, wobei vor allem die rockige und rotzige Gitarren von Agam Hamzah heraussticht (Hendrix reloaded ??). Aber auch Bassist Adi Darmawan hat ganz schön flinke Finger, was er uns beim 1 1/2 - minütigen, von Bach inspirierten Intro zu ‘Stravinsky’ beweist (es bleibt die Frage, ob er sich danach die Finger verknotet hat). Und Schlagzeuger Gusti Hendy macht ebenfalls einen mehr als soliden Job. Blues können sie aber auch, wie sie auf ‘Future’ beweisen (total coole Gitarre).
‘Dictionary 2’ ist auf jeden Fall ein gefundenes Fressen für alle Fusion-Jazz-Liebhaber, aber auch Musik-Freunde, die bis jetzt Jazz immer abgelehnt haben, könnten mal ein Ohr riskieren, weil’s nicht ganz so chaotisch und abgefahren ist. Hobby-Musiker sollten sowieso zugreifen, denn technisch sind die 3 Jungs ganz schön gut.

Lindemann - Skills In Pills (VÖ:19.06.2015)
Ob die lyrischen Ergüsse von Rammstein-Frontmann Till Lindemann bei seinem Solo-Werk zusammen mit Hypocrisy- und Pain-Mastermind Peter Tägtgren nun Pulitzer-Preis verdächtig sind oder eher nach den geistigen Ergüssen eines 13-jährigen klingen, der sich sein Hirn herausonaniert hat, möchte ich mal lieber nicht beantworten. Beispiele gefällig?

Your holes are hard, so hard to find
It doesn’t matter ... I fuck you from behind (aus Fat)
 

oder

Golden shower, don’t be shy
Golden shower, let it fly
From your pretty cunt
Golden shower, golden sweat
Golden shower, make it wet
Let it jet (aus Golden Shower)

und es gäbe noch ewig viele Beispiele in dieser Richtung. Oder auch Wortwitz von wegen er putzt seine Zähne in Tupperware (aus Cowboy).

Musikalisch liegt ‘Skills In Pills’ tatsächlich zwischen Rammstein (auf Englisch) und Pain, also Elektro-Lastigem Metal. Aber es gibt tatsächlich auch ein paar ruhige Töne (That’s My Heart ... dem Bonus Track auf der Scheibe).

Ich bin tatsächlich süchtig danach und kann nicht genug davon bekommen. Arschgeiler Scheiss.

Lindenberg, Udo - Stark wie Zwei Live

Nun habe ich ja auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel und in meiner Jugendzeit habe ich öfters mal Udo Lindenberg gehört. Irgendwann ging die Musik aber ziemlich an mir vorbei und ich habe eigentlich nicht mehr weiterverfolgt, was der gute Udo in den letzten Jahrzehnten gemacht hat. Erst mit seinem neuesten Output 'Stark wie Zwei' hatte ich wieder Berührung mit seiner Musik und war ziemlich angetan von der Scheibe. Er hat einfach nichts verlernt. Und dass Udo Lindenberg auch immer noch ein brillianter Entertainer und Erzähler ist, kann man auf der Live-Doppel-CD 'Stark wie Zwei Live' erkennen. Und dass er in den letzten ich weiß nicht geschätzten 40 Jahren wirklich ein paar richtige Song-Perlen geschrieben hat, kann man auf diesem fast Best Of ... Album auch merken. Klar liegt sie Songauswahl hauptsächlich auf der 'Stark wie Zwei' (und auch die Gast-Sänger und Sängerinnen wie Jan Delay, Stefanie Kloß, Otto Waalkes und Helge Schneider, die ja teilweise auch auf der Studio-CD vertreten waren treten auf) aber auch ein paar richtig alte Perlen wie 'Mädchen aus Ostberlin', 'Sonderzug nach Pankow' oder auch die gute alte 'Andrea Doria' dürfen natürlich nicht fehlen. Ich ziehe auf jeden Fall den Hut vor dem Mann, was er in dem Alter noch leistet. Das Konzert gibt es auch auf DVD. Was die bessere Wahl ist? Keine Ahnung.

Little King - Virus Divine

Ich war etwas überrascht, als ich die CD 'Virus Divine' der texanischen Band 'Little King' in den CD-Player gelegt habe. Ist doch das Platten-Label Unicorn Digital doch eher für klassische Prog-Veröffentlichungen bekannt, die ab und zu auch ins jazzige abdriften. Liest man dann auch noch, dass die CD von keinem Geringeren als Terry Brown gemixt wurde, der u.a. für die geniale 'Moving Pictures' von Rush, die 'Still Life' von Fates Warning und auch diverse Tiles-CDs wie 'Window Dressing' oder 'Presents Of Mind' verantwortlich war, erwartet man eigenlich eine klassische Prog-Band. Aber (etwas) weit gefehlt. Klar, die Stimme von Band-Gründer Ryan Rosoff geht ab und zu (z.B. bei den genialen Songs 'Narcissus And Echo' und 'Peacemaker') voll in Richtung Rush, wobei die Songs eigentlich insgesamt an den kanadischen Dreier erinnern, was vielleicht auch daran liegt, dass 'Little King' die klassische Rush-Besetzung (also Gitarre, Bass, Schlagzeug) verkörpern. Aber irgendwie sind 'Little King' auch rockiger und eingängiger als Rush ohne auch nur eine Sekunde langweiliger zu klingen. Einziges Manko der CD ist leider die kurze Spielzeit von gerade mal 36 Minuten. Dafür kann man die Scheibe dann aber auch für nur schlappe 10 Dollar auf der Homepage der Band erwerben. Wer auf rushige Musik steht, sollte 'Virus Divine' auf jeden Fall testen. Die Band muss man sich merken, auch wenn sie ab und zu in Gitarren-Rock abdriftet.

Little King - Legacy Of Fools

Die letzte Veröffentlichung von Little King mit Namen 'Virus Divine', die im Jahr 2005 das Licht der Welt erblickte, habe ich ja schon auf meiner Homepage verewigt. Damals, um diese Review zusammenzufassen, habe ich die Musik mit Rush meets Gitarren-Rock beschrieben. Was sowohl am damaligen Producer, an der typischen Rush-Dreier-Besetzung und an der Stimme von Mastermind Ryan Rosoff lag. Ziemlich verständlich also, dass ich mich sehr gefreut habe, den neuesten Output 'Legacy Of Fools' in die Hände zu bekommen. Die Musiker sind komplett ausgetauscht worden. An den Drums sitzt jetzt Eddy Garcia (Ex-Ministry) am Bass spielt (ziemlich druckvoll und teilweise richtig kompliziert) Michael Esparza und auch ein Keyboarder namens Ruben Gutierrez veredelt 7 der 9 Songs. Nur Ryan Rosoff ist natürlich noch dabei. Klar, er hat ja auch alle Songs geschrieben. Textlich geht es auf der CD um 'alles was wir geerbt haben und und was wir bewusst hinter uns gelassen haben'. So geht es (im Song 'Legacy') um 4 Generationen Rosoff vom Großvater bis zu Ryan's Sohn, 'Prodigal Son' beschreibt familiäre Verbindungen, '202' beleuchtet den Bildungsstand in den USA (Rosoff ist High-School-Englisch-Lehrer), 'Mea Culpa' ist eine Bitte um Vergebung (na wer hätt's gedacht) und 'Collateral Damage' ein Song über den Irak-Krieg.
Musikalisch sind Little King näher an den Gitarren-Rock gerückt. Das knallt schon ab und zu ganz heftig rein. Hört Euch nur mal den Opener 'Prodigal Son' oder 'Internal Smut' an. Aber auch die ruhigeren Töne, teilweise mit Violine und Cello (z.B. das Instrumental 'Moving On' können Little King ganz gut. Richtig gut tut der Musik aber auch der Einsatz des Keyboards, das die Songs im Vergleich zu 'Virus Divine' noch abwechslungsreicher machen. Wer mit dem Vorgänger schon seine Freude hatte, kann 'Legacy Of Fools' bedenkenlos kaufen. Little King - Anfänger sollten auf jeden Fall mit dem neuesten Output reinschmecken. Tolle Musik !! Veröffentlicht wurde die CD wieder bei
Unicorn Digital. Little King sind aber auch auf MySpace vertreten. Einfach mal vorbeischauen und die Musik genießen.

Living Loud - Living Loud

Don Airey, Bob Daisley, Jimmy Barnes, Lee Kerslake, Steve Morse. Wer jetzt unwissend mit den Schultern zuckt, kann diese CD bedenkenlos aus seinem Speicher löschen. Wer sich sagt, ach ... den einen oder anderen Namen habe ich doch schon mal gehört, sollte mal ein Ohr riskieren. Und wer jetzt mit der Zunge schnalzt, sollte sofort zuschlagen. Denn genau was die Namen dieser Jungs versprechen, wird auf der CD auch gehalten. Wenn man sich überlegt, wo die alle schon mitgespielt haben (von Cold Chisel über Ozzy Osbourne, Gary Moore, Rainbow, Uriah Heep bis zu Deep Purple), kann man vielleicht ermessen, welcher musikalischer Background, welche Routine aber auch welch unterschiedliche musikalischen Einflüsse in dieser Melodic-Rock-Supergroup vorhanden sind. Gut, die Stimme von Jimmy Barnes ist vielleicht nicht die Beste unter der Sonne (denn gerade im Melodic-Rock-Bereich gibt es sicher noch ein paar richtige Überflieger wie z.B. Tony Martin), aber einen recht guten Gillan bringt er allemal hin. Richtig herausstechend ist aber die geniale Gitarrenarbeit von Steve Morse. Fans der o.g. Bands dürfen bedenkenlos zugreifen. Mir ist nur schleierhaft, warum die CD mit einem Kopierschutz versehen wurde. So Musik hört doch heutzutage eh niemand mehr, also ist die Gefahr des unerlaubten Brennens doch eigentlich eher niedrig.

Lonely Robot - Please Come Home (VÖ:20.02.2015)
Arena-Gitarrist John Mitchell scheint es wohl zwischen den Veröffentlichungen seiner Stamm-Band etwas langweilig gewesen zu sein. Also kurzerhand Drummer Craig Blundell (Frost*) und Bassist Nick Beggs (früher Kajagoogoo !! und jetzt Lifesigns) geschnappt und geschwind eine sensationell gute CD eingespielt, die einfach runter geht wie Öl. Alle Songs wurden von John Mitchell geschrieben, und erinnern wenig an Arena sondern eher an seine anderen Bands wie Frost* oder Kino ... aber sie sind total melodisch, eingängig, manchmal recht hart und fett (z.B. God vs. Man) manchmal grandios proggig (z.B. das 8-minütige ‘Lonely Robot’, das teilweise an RPWL erinnert), und manchmal sowas von gefühlvoll (Human Being ... selten so eine schöne Ballade gehört ... mit Piano und Backing Vocals von Steve Hogarth sowie der Lead-Gitarre von Nik Kershaw ... so genial). Aber auch das Duett mit Heather Findlay (Ex Mostly Autumn) ‘Why Do We Stay’ ist grandios.
Obwohl die Scheibe eigentlich so ‘einfach’ ist, läuft sie bei mir noch immer rauf und runter. Muss man unbedingt haben!!!

Lord, Jon - Beyond The Notes

Auch wenn es mit Prog- oder Rock-Musik überhaupt nichts mehr zu tun hat: Nur zur Info möchte ich erwähnen, dass Ex-Deep-Purple Keyboarder Jon Lord mitnichten seinen Ruhestand genießt und an irgendeinem einsamen See ne Runde angelt. Nein nein ... den nach seiner 1998er-Scheibe 'Pictured Within', die vielleicht die Wenigsten kennen werden und auch schon recht interessant war (wobei das Teil eher klassische Musik beinhaltet und mit ein paar Gesangs-Stücken von Sam Brown und Miller Anderson 'aufgewertet' wurde), gibt es jetzt im Jahr 2004 einen weiteren Output im gleichen Stil, also viel klassische Musik (gespielt von Jon Lord am Piano und Keyboard, Bergen von unterschiedlichen klassischen Musikern und mehr (z.B. Thys van Leer an der Flöte) oder wenigen 'modernen' Künstlern. Ob's gefällt, ist natürlich wie immer Geschmacksache. Auf ein 'kleines' Detail möchte ich aber hinweisen. Denn neben den schon erwähnten Sam Brown und Miller Anderson, die auch bei 'Beyond The Notes' wieder ein paar wenige Songs veredeln dürfen, ist dieses Mal auch keine Geringere als Frida (von Abba) dabei, die wohl mit Jon Lord befreundet ist und nur deswegen ein Stück gesungen hat ... übrigens mit absolutem Gänsehaut-Feeling. Alleine schon wegen diesem Song 'The Sun Will Shine Again' lohnt sich der Kauf der CD. Aber einen Wermutstropfen hat die CD, denn sie ist lächerlicherweise kopiergeschützt und hat nen eigenen Player für CD. Keine Ahnung, wie man auf die Idee kommen kann, da nen Kopierschutz draufzupacken ... das kaufen sich doch eh nur die oberharten Fans.

Loso - Rock & Roll

Gast-Kritik von Georg Lögler

Spielzeit : 55:46 Plattenfirma/Vertrieb : More Music / Thailand Import

LOSO sind die bekannteste Rock-Band in Thailand und verkaufen Millionen an Tonträgern in ihrem Heimatland und haben vom Bekanntsheitgrad her dort den Status wie PUR in Deutschland : Jedes Kind kennt LOSO und es ist unmöglich in Thailand nicht mit der Musik des Trios in Berührung zu kommen. Das vorliegende 5. Album der Band erschien zwar schon im Buddhistischen Jahr 2042 (try to figure that out !), sollte aber hier endlich mal gewürdigt haben. Sekson Sookpimay, der kreative Kopf, Sänger und Gitarrist hat wieder 12 überzeugende Kompositionen mit seinen Mitstreitern Nattapon Sontaranu (Bass) und Kittisak Khoat-Kam (Drums) abgeliefert, wobei sich Rockstücke mit Balladen die Waage halten. Sogar Progressiv-Elemente kommen im 6. Song zum Einsatz. Es sind speziell die ruhigeren Songs, die das fantastische Talent und Gespür für Melodien von Sek beweisen und mich immens beeindrucken ! Ja, der Satz ist mehr als wahr: "Music is an universal language" – obwohl ich textlich nichts verstehe, gehören diverse Songs von LOSO, von denen ich nicht einmal weiss, wie sie heissen, zu meinen all-time faves ! Und...nennt die Jungs einfach Sek, Klang und Yai – in Thailand hat jeder einen nickname ! Die CD kann bei http://thaicdnow.com für 8 Dollar (+ Porto) bestellt werden.
Die folgende Site benötigt allerdings Thai-Fonts:
www.grammy.co.th/contact/index.html

Loso - The Red Album

Gast-Kritik von Georg Loegler:

Diese Review erscheint u.a. für Willi aus Wien wegen seiner Resonanz an den Betreiber dieser Homepage ! ( Hallo, du Sid Vicious Freak !) Denn nicht nur ihn, sondern Hundertausenden von Thailändern hat die "neue" LOSO erfreut ! ( Ok, sie erschien im Oktober 2001 unserer Zeitrechnung) Man würde wohl JEDER westlichen Band ein Plagiat vorwerfen, wenn sie diesen Namen als Albumtitel wählen würde. Die BEATLES haben sozusagen ein lifetime copyright darauf. Aber im Land der Freien ist alles ein wenig anders und LOSO legen hier tatsächlich ihr bisher filigranstes Werk vor und haben sich stilistisch enorm ausgeweitet : Da erscheint ein Saxophon, ein Violoncello, Streicher und auch der alte Kochtopf ( ihr kennt ihn von MOETLEY CRUE‘s "Too fast for love"...) ist mittlerweile in Südostasien gelandet : Tok, tok, Tok.... Beeindruckend dass ein Trio solch eine Vielfalt an Stilen vorträgt. Es sind wieder ein paar melancholisch gehaltene eingängige Songs dabei, die sofort in den Kopf gehen- und die man sicherlich sofort mitsingen könnte, verstände man nur die Sprache. Ein weiterer Song – natürlich habe ich wieder das Problem, dass ich die Songtitel nicht nennen kann, da alles in Thai geschrieben ist – ist recht spassig : er hat einen schon fast reggae-mässigen Touch und Sek muss während er singt selbst öfters lachen. Ein ander Song, die Mega-Ballade ist ein Best-Seller in Thailand und die Laser-Karaoke Bildplatten sind rund um den Globus im Einsatz : erst letzte Woche habe ich diese fantastische Ballade (mit Geigenbegleitung) im Asia-Karaoke in Mannheim gehört bzw gesehen. Mittlerweile habe ich die Band schon einige Male vergebens kontaktet- aber ich glaube nicht, dass sie nicht wollen, ich denke sie können nicht und der Empfänger versteht einfach kein Englisch. Vielleicht habt ihr ja mehr Glück : www.losociety.com ( Ich sehe nur Rot, aber ok, ich habe ja auch kein Flash Plug in). Special Thanks an Yum, die mir die Cassetten- Version zur Verfügung stellte.

Lost Weekend - Presence of Mind

GAST-KRITIK VON MICHAEL DOSTER

Au Backe! Was ist denn das? Lost Weekend heißt die Truppe - kennen tut sie so gut wie kein Mensch. Also sind wir doch mal gespannt - point music ist ja auch eher für den rockigen mainstream-Bereich bekannt: CD in den Player, Lautstärke irgendwo zwischen "Nachbarn ärgern" und "Haus abbrechen" eingestellt und warten, was da so kommt: Das erste Lied "Holding on" haut gleich mächtig rein - ein fetter Gitarrensound bebt durch den Raum, das hört sich doch gleich mal relativ vielversprechend an. Weiter zum zweiten und zum dritten Lied: Hört sich irgendwie an, wie "gerade schon gehört". Viertes Lied: kennt man alles irgendwie schon. Der Sound ist kompakt und ohne Höhen - die Dynamik ist ungefähr gleich 0, jeder Titel ist von vorne bis hinten "full-power" abgemischt, vielen Dank! Der 5. Track bietet ein eher ruhiges, balladenähnliches Stück - das läßt sich hören (wenn man den schlechten Sound mal ignoriert...). Nach dem inhaltsschweren Namen dieses Stücks "The Best Is Yet To Come" bin ich dann doch etwas gespannt. Aber leider geht's in alter Tradition weiter: Auch die folgenden Lieder besitzen das gleiche Strickmuster - 2 Strophen Gesang, ein kurzes Zwischenspiel, eine weitere Strophe Gesang. Die Keyboards beschränken sich auf eine ausgewählte Anzahl an Akkorden, die Gitarrenfraktion bemüht sich in jedem Stück einmal um ein kurzes Solo im Zwischenspiel - zugegebenermaßen fällt David Thompson mit seinem Gitarrenspiel immer wieder auf, da könnte man wohl mehr daraus machen. Insgesamt ist es zwar kein "verlorenes Wochenende", aber man kann sich auch die 11 mal 3 1/2 bis 5 1/2 Minuten Standard-Rock aus England getrost sparen, sonst wird's zumindest eine "verlorene Stunde".

Lost World - Trajectories

Eine richtig interessante Scheibe aus Russland kommt von der Band 'Lost World', die endlich auch mal eine Homepage in Englisch hat. Eigentlich gehören zu der Band drei klassisch ausgebildete Musiker (Alexander Akimov -Piano-, Vassily Soloviev -Flöte- und Andrii Didorenko -alle möglichen Saiteninstrumente-), die sich mit Sänger Alexei Rybakov ergänzt haben (wobei nur auf 5 der insgesamt 14 Songs gesungen wird ... und das auf Russisch, wobei aber im Booklet die englische Übersetzung nachzulesen ist). Irgendwie kommt es mir so vor, als ob die Songs mit Gesang so als kleine Ruhepause zwischen den wirklich fetten, proggigen und meist recht komplizierten Instrumental-Teilen platziert wurden, denn irgendwie ist da musikalisch so überhaupt kein Zusammenhang zu erkennen. Aber die Instrumental-Tracks haben es so richtig in sich. Klassische Parts wechseln sich ab mit elektronisch-modernem Zeug, fetter Prog im Stile von King Crimson wird gepaart mit Artrock wie z.B. von Poor Genetic Material. Und alles perfekt gespielt und toll produziert. Ich kann nur hoffen, dass es die Scheibe bald in Deutschland zu kaufen gibt (leider ist mir zur Zeit keine Bezugsmöglichkeit bekannt, weil die Homepage der Band verweist nur auf zwei russische Internet-Shops). Interessant ist's allemal.

Low Budget Orchestra - Extraordinary

'Low Budget Orchestra' ist das Ein-Mann-Projekt des finnischen Multi-Instrumentalisten Mikko Muranen. Sein Erstlingswerk 'Extraordinary' wurde zwischen Oktober 2004 und Dezember 2005 aufgenommen und 2006 dann in Eigenregie veröffentlicht. Mikko Muranen macht instrumentalen Progressive-Rock, wobei die meisten Songs, die alle so zwischen 4 und 6 Minuten lang sind, vor allem von der fetten Gitarre leben, die locker von Steve Vai oder Eddy Van Halen sein könnte. Aber auch zarte Vergleiche zu Liquid Tension Experiment sind nicht von der Hand zu weisen. Dass Mikko Muranen aber nicht nur ein begnadeter Gitarrist sondern auch ein hervorragender Keyboarder ist, wird mehrfach (wie z.B. beim dritten Song 'Less Beautiful') deutlich. Kurzweiliger können 53 Minuten instrumentaler Prog-Rock kaum sein, denn die CD wird nicht eine Minute langweilig.
Mehr Infos, MP3-Files sowie viele Ausführungen des Künstlers zu den einzelnen Songs gibt es unter
www.lowbudgetmusic.com. Auf dieser Homepage kann nach vorherigem E-Mail-Kontakt für zur Zeit 7 Euro (!! Schnäppchen !!) direkt bei Mikko Muranen bestellt werden. Schaut einfach mal auf der Homepage vorbei und macht Euch ein eigenes Bild. Mir gefällt es.

Low Budget Orchestra - The Second Best

Der finnische Multi-Instrumentalist Mikko Muranen, Kopf und einziger Musiker des 'Low Budget Orchestras' hat mal wieder seine kreative Ader spielen lassen und beglückt den Liebhaber des instrumentalen Progs mit weiteren 8 Songs auf seiner neuen CD 'The Second Best'. Sein Erstlingswerk 'Extraordinary' von 2006 war ja schon richtig gut. Aber 'The Second Best' setzt noch einen drauf. Herrliche Gitarren über Keyboard-Teppich, tolle, treibende Rhythmus-Arbeit. So stellt man sich modernen instrumentalen Prog vor. Und immer ein Händchen für einen Hauch von Melodie, die einem dann nicht mehr aus dem Kopf geht. Und auch 'The Second Best' erinnert ein bißchen an 'Liquid Tension Experiment', und das heißt ja schon viel.
Wer die erste CD von Mikko Muranen nach meiner Review schon gekauft hat, wird bestimmt sofort die neue Scheibe haben wollen. Und auch 'The Second Best' ist über die
Homepage von Mikko Muranen für schlappe 7 Euro (!!) zu bestellen. Auf der Page einfach auf 'News' klicken, dann ein bißchen runterscrollen (auf 8. November 2008) und dort nach 'amazingly low price' suchen. Lohnt sich auf jeden Fall. Vor allem weil auch die Produktion richtig fett gelungen ist. Freunde der instrumentalen Musik MÜSSEN das Teil haben. Alle anderen können auf der Homepage ein paar Soundfiles anhören und sich überzeugen lassen.

Low Budget Orchestra - Innerstellar

Der finnische Alleinunterhalter bzw. Multiinstrumentalist Mikko Muranen beglückt uns mit ‘Innerstellar’ schon mit seinem dritten Album (die Vorgänger-CDs sind natürlich auch auf meiner Homepage vertreten) und auch hier liefert Mikko im Alleingang ein tolles instrumentales Album ab, das wie immer vor allem von einem tollen Keyboard-Teppich und fetten Gitarren-Soli lebt. Hatte ich die Vorgänger-CDs ein bißchen mit ‘Liquid Tension Experiment’ verglichen, kommt man auch bei ‘Innerstellar’ auf diesen Gedanken, obwohl der neueste Output noch ein bißchen melodischer oder besser gesagt songorientierter geworden ist. Geht der Opener ‘Dance Of The Pleiades’ noch so richtig frickelig ab, kommt ‘From Mars To The Stars’ schon sehr viel ruhiger daher. Wunderschöner Song. Und auch die noch folgenden sechs Songs wechseln sich genauso ab ... also zuerst mitzappeln und dann was zum erholen. Leider ist die CD schon nach 47 Minuten vorbei, aber lieber von vorne bis hinten interessant und ohne Durchhänger als mit noch irgend welchem Füllmaterial versehen damit die Spielzeit verlängert wird. Mit ‘Innerstellar’ ist Mikko Muranen auf jeden Fall mal wieder ein tolles Instrumental-Album gelungen, das ich jedem Prog-Freund nur ans Herz legen kann. Zu erwerben ist das Teil über die Homepage von Mikko für zur Zeit schlappe 10 Euro (innerhalb von ganz Europa) und auch die 2 Vorgänger können dort noch bestellt werden. Lohnt sich !!

Lucassen, Arjen Anthony - Lost In The New Real

Was hat der Mann schon alles gemacht? Ayreon, Stream Of Passion, Guilt Machine, Ambeon und Star One fällt mir da so auf die Schnelle ein. Und jetzt gibt es (nachdem die erste CD unter seinem eigenen Namen nicht wirklich gut gelaufen aber auch schon ewig her ist) endlich mal wieder eine Scheibe unter ‘Arjen Anthony Lucassen’. Im Gegensatz zu seinem aufwändigen Projekt Ayreon wurde bei ‘Lost In The New Real’ vollkommen auf Gast-Sänger und Gast-Sängerinnen verzichtet sondern Arjen sing alles selbst (nur als Background-Sänger ist ein gewisser Wilmer Waarbroek genannt) und das gar nicht so schlecht. Es ist aber auch noch ein ganz interessanter Mann als Erzähler dabei, nämlich kein Geringerer als Rutger Hauer (bekannt vor allem aus dem Film ‘Blade Runner’), der übrigens auch in den Niederlanden geboren wurde. Auch wenn mich der Anfang der CD ganz stark an ‘Scenes From A Memory’ von Dream Theater erinnert (da spricht ja der Psychiater zur Hauptperson) geht’s bei ‘Lost In The New Real’ nicht um einen ungelösten Kriminalfall sondern darum, dass der Protagonist Mister L. (natürlich Herr Lucassen) in der heutigen Gegenwart eingefroren wurde und in einer fernen Zukunft wieder aufgetaut wird. Und spannend sind dann die Fragen, ob er in der Zukunft zurecht kommt und wie die Wissenschaft, Technologie und vor allem die Gesellschaft sich verändert hat. Begleitet wird Mister L. dann eben von seinem Psychiater Dr. Voight-Kampff ... und der wird von Rutger Hauer‘ gespielt. Interessante Geschichte und viel verraten will ich überhaupt nicht. Musikalisch geht es nicht ganz so bombastisch zu wie z.B. bei Ayreon, auch nicht so düster wie bei Guilt Machine. Trotzdem ist ‘Lost In The New Real’ auch nicht so weit weg von seinen anderen Babys. Es wird gerockt, geproggt, zwischendurch gibt’s ein bißchen Folk, und ab und zu wird’s auch recht power-poppig. Aber die 47 Minuten werden nicht eine Minute langweilig. Von daher kann die Scheibe uneingeschränkt empfohlen werden. In der limitierten Doppel-CD-Version gibt es dann noch ein paar Songs, die zwar auch für die CD geschrieben wurden, es aber nicht ganz geschafft haben sowie einige Cover-Versionen von Pink Floyd über Led Zeppelin und Alan Parson’s Project bis Frank Zappa. Und die sind teilweise richtig interessant. Zwei CD-Rom-Tracks runden das ganze dann auch noch ab.

Lunarsea - Route Code Selector

Wieder mal eine recht heftige CD aus Italien. Die Band um die Gründungsmitglieder Fabiano Romagnoli, Cristian Antolini und Stuart Franzoni besteht schon seit 2003 und nach diversen Promo-CDs Line-Up- und einigen Label-Wechseln sind die Jungs nun beim italienischen Label Punishment 18 Records (der Name sagt ja schon alles) gelandet und haben jetzt die vorliegende CD veröffentlicht. Klar ist die Musik von Lunarsea nicht gerade was für verwöhnte Prog-Ohren, denn sie selbst beschreiben sich als Death Metal - Band. Aber so 'schlimm' ist's dann doch nicht. Mich erinnern die Songs sehr stark an 'In Flames', und das will ja schon was heißen. Und das sowohl in kompositorischer Hinsicht als auch an der Art des Gesangs, des Drummings, der teilweise mehrstimmigen Refrains. Natürlich sind auch ein paar böse Growls dabei, aber wen stört das schon, wenn man bedenkt, dass Opeth auch als Prog-Band durchgeht. Wer mal (so wie ich heute) einen Scheiß-Tag im Geschäft hatte und sich mal ein bißchen abreagieren muss, könnte es bedenkenlos mit 'Route Code Selector' probieren. Das hilft auf jeden Fall. Wer auch auf härtere Mucke steht, sollte Lunarsea auf jeden Fall mal antesten. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage.

Lunatica - The Edge Of Infinity

Eine für mich ganz neue Band kommt aus der schönen Schweiz, hat mit Andrea Dätwyler eine mehr als überzeugende Sängerin an Bord und wenn man den Beipackzettel der CD durchliest, stößt man auf so bekannte Namen wie Sascha Paeth (u.a. bei Rhapsody, Kamelot und Angra an den Reglern, der einen Song geschrieben und die CD produziert hat), John Payne (Ex-Asia und jetzt GPS mit einem Gast-Auftritt), Amanda Sommerville als Background-Sängerin bei einem Lied (wer sie nicht kennt sollte unbedingt meine Aina-Kritik lesen) oder auch kein Geringerer als Dieter Meier (Yello), der das Intro spricht (die Stimme ist einfach Gänsehaut pur).
Musikalisch würde ich Lunatica so ein bißchen in die Richtung Blackmores Night ohne den Mittelalter-Touch bezeichnen, denn die Stimme von Andrea Dätwyler geht doch häufig in die Richtung Candice Night, die aber auch etwas härtere oder auch bombastische Sachen singen kann, ohne in die Richtung Nightwish abzudriften oder zu kopieren. Herausragend auf der CD sind vor allem das Titelstück (fette Nummer), 'Who You Are' (die Musik stammt dabei von Carl Falk und Sebastian Thott, die schon für die gute Britney Spears und Westlife !!) gearbeitet haben, (nette radiotaugliche Nummer), Out! (von Sascha Paeth), natürlich 'Song For You (mit John Payne ... herausragend) sowie der Long-Song 'EmOcean' (mit knapp 9 Minuten schon fast ein Prog-Song). Alles in Allem eine mehr als schöne CD, die viel zu schnell zu Ende geht und für die ich einen Kauftipp abgeben kann. Wer die CD hier im Handel nicht finden sollte, kann sich an Werner Wachtarczyk wenden, der die CD dann direkt aus der Schweiz für 20 Euro samt Porto verschickt (einfach Mail an Werner Wachtarczyk
(Hier klicken für E-Mail) schicken und nachfragen).

Lurid Dawn - Never Meant It To

Ein Newcomer aus Ost-Deutschen Landen ist mir in Form der Band 'Lurid Dawn' auf den Schreibtisch respektive in den CD-Player geflattert. Die Band selbst beschreibt ihre Musik als 'Progressive Deathmetal' und ich denke, dass sie dabei gar nicht mal so falsch liegen. Nun ist Death Metal ja nicht unbedingt mein Haupt-Gebiet (im Gegenteil, normalerweise kann ich sowas wegen dem ewigen Gegrunze eigentlich nicht lange am Stück hören), aber da in der Beschreibung ja auch das Wort 'Progressive' mit drin ist, könnte es ja trotzdem was sein. Nach dem ersten Hören der Maxi-CD mit einer Länge von knapp über 27 Minuten und insgesamt 6 Songs dachte ich schon ... ganz schön harter Tobak, denn auch wenn's nicht wirklich gegrunzt ist (man versteht sogar ab und zu mal ein paar Text-Passagen ohne im Booklet mitzulesen), werden einem da schon ein paar ganz heftige und schräge Riffs um die Ohren gehauen. Aber nach mehrfachem Durchlauf bleiben einige Passagen sogar in einem 'verwöhnten Prog-Ohr' hängen. Irgendwelche Vergleiche mit andern Bands möchte ich (in Unkenntnis dieses Musikgebietes) mal nicht machen. Macht Euch selbst ein Bild von der Musik. Links gibt es auf der (provisorischen) Homepage der Band. Dort gibt's auch eine Möglichkeit zum bestellen der CD.

 

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