CD-Kritiken M - O

CD-Kritiken-Archiv M - O

 

 

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Machine Mass Trio - As Real As Thinking

Über die New Yorker Jazz-Formation ‘Doubt’ (CD ‘Never Pet A Burning Dog’) habe ich auf meiner Homepage ja schon eine Review verewigt. Und zwei Musiker von Doubt, nämlich Tony Bianco (Drums) und Michel Delville (Gitarren), haben jetzt ein Projekt gestartet, indem sie den Belgier Jordi Grognard geschnappt haben, einen der aufsteigenden Sterne in der belgischen Jazz-Szene, und mit ihm das Machine Mass Trio gegründet haben. Jordi Grognard spielt Tenor-Saxophon, Flöte, Bass-Klarinette und sonstige Sachen und wenn lauter Jazz-Freaks eine CD aufnehmen, kann man jetzt schon ganz leicht darauf tippen was für Musik dabei raus kommt. Nämlich 64 Minuten Jazz-Gejamme, Blasinstrumente und Gitarre mal miteinander, mal gegeneinander, mal melodisch, mal chaotisch. Jazz-Freunde werden hier voll auf ihre Kosten kommen, denn die Instrumente beherrschen die Jungs brilliant. Die Musik muss man natürlich mögen. Eigentlich unnötig zu erwähnen, dass die Scheibe bei Moonjune Records erschienen und wahrscheinlich bald bei JustForKicks zu erwerben ist. Die haben ja ziemlich viel von dem New Yorker Label.

Machine Mass - Inti (VÖ: Frühjahr 2014)

Die belgische Band ‘Machine Mass Trio’ habe ich auf meiner Homepage mit der CD ‘As Real As Thinking’ ja schon besprochen. Und jetzt gibt es sozusagen ein Machine Mass Duo, nämlich Gitarrist und Tastenmann Michel Delville sowie Drummer Tony Bianco, die sich den wohl besten Jazz-Saxophonisten Dave Liebmann geschnappt haben (der schon mit Miles Davis gearbeitet hat), um ein (für meine Ohren) recht sperriges aber für Jazz-Freunde bestimmt hochinteressantes und geniales Album einzuspielen. Auf einem Song (The Secret Place) darf dann sogar eine gewisse Saba Twelde singen, und das, leicht orientalisch angehaucht, sogar richtig gut.
Liebhaber des experimentellen Jazz dürfen hier mit der Zunge schnalzen und bedenkenlos zugreifen. Veröffentlicht wurde die Scheibe natürlich wieder beim New Yorker Moonjune-Label.

Madder Mortem - All Flesh is Grass

Nach 'The Gathering' und 'Lacuna Coil' beglückt uns die Plattenfirma 'Century Media' mit einer weiteren Band in diesem Stil. Allerdings ist 'Madder Mortem', wie der Name schon erahnen läßt, etwas härter und darker als die genannten Zugpferde der Company. Beim ersten Hören ist mir fast der Zeiger verbogen. Aber jetzt quäle ich mich gerade durch den dritten Durchgang und so langsam kann ich mich - mit Abstrichen - mit der Scheibe anfreunden. Ist halt schon etwas heftig, was die Norweger um Frontfrau Agnete M. Kirkevaag abliefern. Ich würde mal sagen, eigentlich eine CD zum Bügeln (wenn man die Bügelfalten in den T-Shirts nicht so schlimm nimmt. Denn das kann bei diesen Keulen von Songs echt passieren). Für den Prog-Freund bestimmt nicht zu empfehlen. Wem aber The Gathering zu seicht ist, würde ich vorschlagen, einfach mal reinzuhören.

Maerzfeld - Tief

Rammstein kennt jeder. Die einzige von Rammstein autorisierte Cover-Band ‘Stahlzeit’ kennen vielleicht auch noch ein paar Leute (und der Besuch eines Konzertes der Franken kann ich nur empfehlen). Und dass die Band ‘Stahlzeit’ eigentlich Maerzfeld heißt und auch eigene Musik macht, wissen wahrscheinlich die Wenigsten.
‘Tief’ ist meines Wissens nach die erste CD von Maerzfeld, die irgendwann Anfang oder Mitte des Jahres 2012 veröffentlicht wurde. Ich habe mir das Teil letzte Woche beim Stahlzeit-Konzert in Filderstadt gekauft.
Wenig überraschend ist, dass die Musik von Maerzfeld stilistisch doch sehr an Ihre ‘Vorbilder’ angenähert ist, was nicht nur an der Stimme von Sänger Heli Reissenweber liegt, die schon eine fast 1:1 - Kopie von Till Lindemann ist. Aber zum Glück haben Maerzfeld auf ‘Tief’ nicht nur versucht, den Rammstein-Sound nachzuspielen sondern es sind auch ein paar wirklich gute Unterschiede zu erkennen (wie z.B. das Akkordeon im Song ‘Hübschlerin’ oder auch mal ein fettes Gitarren-Solo). Manchmal klingt’s mir auch ein bißchen zu soft nach ‘Unheilig’, aber das kommt nicht oft vor und ist auch nur meine persönliche Meinung. Trotzdem dürfen alle Rammstein-Fans bedenkenlos zugreifen. Die CD gibt’s z. B. über die Homepage der Band.

Magellan - Hundred Year Flood

Hat er's gewusst ??? Pünktlich zur Jahrhundertflut in Ostdeutschland veröffentlicht Trent Gardner eine neue Magellan-CD mit diesem Titel. Es gibt schon komische Zufälle. Neben den Standard-Magellans (den Gardner-Brüdern sowie Joe Franco) dürfen noch Ian Anderson (Jethro Tull), Tony Levin (u.a. Peter Gabriel), Robert Berry (der war auch schon fast überall) und George Bellas (den kenne ich nicht) mitmachen. Die CD beginnt völlig behämmert mit einem Acapella-Stück, einem von 13 Parts des fast 35-minütigen 'The Great Goodnight', gefolgt von klasse Melodien, chaotischem Gefrickel und hammergenialen Teilen. Schwer verdauliche Kost aber hochinteressant gespielt. Mit 'Family Jewels' gibts dann eine knapp 6-minütige instrumentale Verschnaufpause (mit Ian Anderson an der Flöte). Die CD endet dann schon wieder mit 'Brothers Keeper', wo wieder 11 Minuten lang die komplette Bandbreite des Prog zelebriert wird. Insgesamt eine hochinteressante wenn auch arg sperrige CD, die erst nach mehrfachem Hören zugänglich wird. Kein wirkliches Prog-Highlight aber absolut antestenswert.

Magellan - Impossible Figures

Die californischen Brüder Trent und Wayne Gardner, die ja eigentlich die Band 'Magellan' verkörpern, sind ja nicht gerade für leichte Kost bekannt (wie die Vorgänger-CD 'Hundred Year Flood' eindeutig bewiesen hat). Ganz ohne bekannte Gast-Musiker (lediglich ein Drummer namens Jason Gianni sowie der Pianist Stephen Imbler machen noch mit) eingespielt, hat mich 'Impossible Figures' dann von Anfang an richtig überrascht. Zu aller erst fällt die absolut perfekte und glasklare Produktion auf. Selten in letzter Zeit so eine gut klingende CD im Spieler gehabt. Nach dem kurzen Opener 'Gorilla With A Pitchfork' folget das 10-minütige 'Killer Of Hope' und klingt wie 'Herr Gardner singt bei Fates Warning'. Klasse fetter Song. Mit 'Bach 16' geht's dann klassisch weiter (wie der Titel schon vermuten lässt - das Piano gespielt vom oben genannten Stephen Imbler und Wayne Gardner bläst einen dazu - es dürfte ja vielleicht bekannt sein, dass die Gardner-Brüder erst klassische Instrumente wie Posaune und was weiß ich was gelernt haben, bevor sie mit Rock-Musik anfingen). Mit knapp 3 Minuten aber leider viel zu kurz. Da hätte ich noch ein Weilchen zuhören können. Die CD geht dann eigentlich bis zum Ende weiter mit für Magellan echt gemäßigtem Prog (was man fast als Songorientiert bezeichnen könnte). Leider ist die ganze Sache dann nach insgesamt 9 Songs und 45 Minuten fertig. Auf der 'Special Edition' gibt's dann noch einen Bonus-Song mit Namen 'Hallucination', der etwas sphärischer anfängt und am Ende dann noch ganz schön rockt. Fazit: Wer wieder mal eine oberkomplizierte Scheibe erwartet hat, wird etwas überrascht sein, welch 'leichte Kost' Magellan zu stande bringen. Ich finde, 'Impossible Figures' ist eine richtig gute Scheibe geworden, die durchgehend anhörbar ist und zu keiner Zeit nervt (was mitunter bei früheren Magellan-Werken der Fall war). Als Einstieg in die Magellan-Welt sicher geeignet.

Magellan - Symphony For A Misanthrope

Die Gardner-Brüder haben auch mal wieder zugeschlagen. Und der Trend zu Magellan 'light' geht mit 'Symphony For A Misanthrope' eigentlich weiter, denn im Verleich zum Vorgänge 'Impossible Figure' ist der neueste Output noch songorientierter und somit leichter verdaulich geworden. Klar, schon der Opener 'Symphonette', einer knapp 3-minütigen klassichen Overtüre, macht klar, dass auch weiterhin von Magellan keine leichte Kost zu erwarten ist. Aber insgesamt ist die Scheibe richtig melodisch, teilweise aber auch richtig heavy geworden. 'Why Water Weeds' ist deshalb auch schon fast Prog-Metal, wäre nicht zwischendurch dieser typische Gesang von Trent Gardner, der alles wieder etwas ruhiger und gediegener macht. Es gibt aber auch richtig 'schöne' Momente ('Wisdom'), wo man einfach nur wegträumen könnte, wären nicht die bissigen Texte, die eindeutig gegen Herrn Bush gerichtet sind. Herzstück der CD ist die 18-minütige 'Cranium Reef Suite', die ich einfach mal nur als geniales musikalisches Werk bezeichnen möchte. 3 Minuten instrumentale Einleitung, Breaks, Tempowechsel, toller Gesang. Ein Prog-Schätzchen par excellence. Eine kurze Erholung gibt es dann mit 'Pianissimo Intermission' (geklaut von J.S. Bach), aber der Beginn des folgenden 'Doctor Concoctor' reisst einen gleich wieder aus den Träumen, denn das könnte auch von Rammstein sein. Fett. Mit 'Every Bullet Needs Blood', einem eher typischen Magellan-Stück, ist die CD dann leider nach knapp 47 Minuten auch schon wieder vorbei. Schade, da hätte ich noch ein paar Minütchen zuhören können. Einsteiger in die Magellan-Welt treffen mit 'Symphony For A Misanthrope' sicher eine gute Wahl, bevor sie sich an die älteren, komplizierteren Werke machen. Alle die Magellan schon kennen, werden eh begeistert sein.

Magenta - Art And Accidents

Kritik von Jan Specht

Pünktlich am 09. Februar 2009 erschien nach siebenjähriger Pause die neue CD Art and Accidents der Norweger. Geschickt verstehen es Frontmann Anders Odden (Gitarre, Bass), Sängerin Vilde Lockert und Daniel Hill (Gitarre, Bass, Backing Vocals) den geneigten Zuhörer in einen melancholischen Bann zu versetzen. Die allgegenwärtige Gefahr des Kitsches, gerade im Genre Gothic, umschifft die CD ganz passabel. Anders Odden, bekannt durch Apoptygma Berzerk, Satyricon und Cadaver, hat eine eher ruhige CD vorgelegt, eine Mischung aus elektronisch angehauchten Gothic Rock und Darkwave. Besonders die Songs „Darkest Dreams“, „To Die For“ (zusammen mit Gothminister), „Black Tomorrow“, „Massive Enigma“ (mit Jonas Groth) und „Fallen Angel“ sind hervorzuheben. Der Rest der insgesamt 13 Songs, immerhin um die 60 Minuten Spieldauer, bewegt sich auf solidem Niveau. Die etwas dunklere Stimme von Vilde Lockert gibt diesem ruhigen Album einen speziellen und vor allem sehr melancholischen Touch, genau das richtige für lange Winterabende. www.myspace.com/Magenta

Magni Animi Viri - Heroes Temporis

Eine ich würde mal sagen fast sensationelle Prog-Rock-Oper hat neulich in Italien das Licht der Welt erblickt. Denn 'Heroes Temporis' hat mich, auch als alter Freund italienischer Opern, vom Hocker gehauen. Sind die Musiker der Band 'Magni Animi Viri' (MAV) teilweise doch recht unbekannt. Es machen mit als 'Köpfe der Band' Giancarlo Trotta und Luca Contegiacomo, beide am Piano und an den Keyboards (und zumindest nach meinem Wissen bis jetzt in Prog-Kreisen noch nicht in Erscheinung getreten, haben sie ja auch beide einen klassischen Musik-Background), sowie Marco Sfogli (den kennt man jetzt eher als brillianten Gitarristen von James LaBries Solo-CD 'Elements Of Persuasion'), Randy Coven (hat auf 'Burn The Sun' von ARK Bass gespielt), Roberto d'Aquino (ebenfalls Bass und schon beim italienischen Schnulzen-Sänger Edoardo Bennato unter Vertrag), und John Macaluso (war Drummer auch schon bei vielen Rock-Größen wie Malmsteen und ebenfalls schon bei ARK). Eine interessante Mixtur also, die noch durch die zwei Vocalisten Francesco Napoletano (ein tatsächlicher und wahrer Tenor aus Arena Foundation of Verona) und dem weiblichen Part Ivana Giugliano (von der weiß ich jetzt allerdings gar nichts) ergänzt werden.
Inhaltlich erzählt die Oper von einem Mann, der in einer unbestimmten Zeit und in einer unbestimmten Gegend männliche und weibliche Figuren trifft, und dadurch Phasen seines eigenen Lebens reflektiert werden. Jeder kleine Schritt ... und dabei sind die einzelnen Songs der CD jeweils ein (Fort-)Schritt in der Geschichte bringt ihn am Ende zu der Entscheidung, dass er sein Leben ändern muss. In Wahrheit hat der Mann aber nur geschlafen und geträumt und er wacht auf und versteht, dass er nur Opfer seines Traums geworden ist.
Auf die einzelnen Songs jetzt textlich einzugehen verkneife ich mir lieber, weil hierfür mein recht spärliches Italienisch und mein noch spärlicheres Latein (der 'Erzähler' spricht nur lateinisch, die Song-Texte sind aber fast ausschließlich auf italienisch) eher nicht ausreichen. Musikalisch ist's aber tatsächlich fast eine Oper geworden, was sowohl an der klasse Tenor-Stimme von Francesco Napoletano liegt (und nicht irgend ein Rock-Sänger versucht, ein auf Klassik zu machen, so wie es z.B. bei 'Rhapsody' der Fall ist) als auch an der Tatsache, dass das 100-köpfige Bulgarische Symphonie-Orchester Sif 309 unter Leitung von Giacomo Simonelli einen ziemlich dominanten Part hat. Trotzdem dürfen vor allem Drummer Macaluso und Gitarrist Sfogli mehrfach ihr Können beweisen. Aber auch die weibliche Stimme von Ivana Giugliano passt hervorragend ... obwohl sie mich dann doch eher an diverse italienische Pop- und Rock-Sängerinnen erinnert.
Wer auf Rock-Opern (und darunter verstehe ich eher Oper als Rock) steht und endlich mal das non plus ultra hören will, sollte sich 'Heroes Temporis' auf jeden Fall zulegen. Das ist ganz großes Kino. Weitere Infos über die Band gibt es unter
www.mavsite.com, www.mavband.net, www.magnianimiviri.com oder www.heroestemporis.com.

Magni Animi Viri - Heroes Temporis (World Edition) (VÖ:Frühjahr.2016)
Neulich bekam ich von einem befreundeten italienischen CD-Informations-Service (Synpress 44 press office) eine E-Mail mit der Neuigkeit, dass die Band ‘Magni Animi Viri’ die CD ‘Heroes Temporis’ veröffentlicht hat. Nun bin ich auch schon über 50 und das Gehirn vergisst viel, aber ich konnte mich doch daran erinnern, dass ich diese CD schon seit 10 Jahren habe und auch hier auf meinen Seiten schon besprochen habe. CD-Wand durchgesucht, CD gefunden, alte Kritik gelesen, wieder daran erinnert. Damals war dies eine Rock-Oper, aufgenommen mit 2 klassisch ausgebildeten Vocalisten. Also was soll diese Mail? Weitergelesen und festgestellt, dass die Scheibe neu eingesungen wurde, und zwar von keinen Geringeren als Russell Allen (Symphony X) und Amanda Somerville (Avantasia / Kiske - Somerville), jetzt in englischer Sprache. Und was soll ich sagen ... alleine durch den Austausch der zwei Sänger/innen ist eine völlig neue CD entstanden, die einfach nur grandios und genial ist. Musikalisch hat sich natürlich nichts geändert, aber alleine dadurch, dass jetzt Gesang aus dem Metal-Bereich (anstatt Tenor / Sopran) verwendet wurde, gibt ein völlig neues Hör-Erlebnis. Ich kann Euch nur empfehlen, die Scheibe zu bestellen. Ihr bekommt ein geniales Werk und tut noch was für einen guten Zweck. Denn der Erlös dieser Neu-Einspielung kommt autistischen Kindern zu Gute. Leider kann man die CD derzeit nur in den USA bei CDBaby bestellen. Aber das macht nichts, denn durch den günstigen Umtauschkurs Dollar / Euro kostet die Scheibe schlappe 20 Euro samt Porto. Unbedingt bei der Bestellung ‘ohne Jewel Case’ ankreuzen! Das verringert das Porto und die CD hat eh kein Jewel Case.

Magnitude 9 - Reality in Focus

Oha. Ein reiner Risiko-Kauf hat sich als die Prog-Metal-Scheibe des Jahres (bis jetzt) herausgestellt. Die Ami-Proggies Magnitude 9, mir bis dato völlig unbekannt, liefern eine fetzige, harte, abwechslungsreiche und zu keinem Moment langweilige CD ab, die locker an Fates Warning oder Symphony X rankommt. Nur das Iron Maiden-Cover 'Flight of Icarus' hätten sie bleiben lassen sollen. Das ist fast Gotteslästerung. Aber von mir gibt's dafür nur die Empfehlung: KAUFEN !!

Magnitude Nine - Decoding The Soul

Magnitude Nine, auf ihrer letzten CD noch mit '9' geschrieben (warum auch immer der Namenswechsel nötig war), die mich ja mit ihrem Vorgänger 'Reality In Focus' wirklich begeistert haben, sind mit einer neuen Scheibe am Start, die einen gewaltigen Nachteil hat. Sie ist nur gut 45 Minuten lang. Und das ist echt schade, denn die US-Jungs haben sich noch weiterentwickelt und spielen jetzt endgültig in der Oberliga der 'seichteren' Prog-Metal-Bands (also nicht ganz so heftig wie z.B. 'Evergrey') mit. Fetter Sound, toller Gesang und ein Gespür für Melodien sind der Garant für eine dreiviertel Stunde Kurzweiligkeit. Nur warum die Titel ab und zu so dermaßen grausam und stümperhaft ausgeblendet werden, wird wohl ewig ein Rätsel bleiben. Da hat der Mann am Mischpult wohl einen zuviel im Tee gehabt.

Magnum - Breath Of Life

Nach 20 Jahren Bandgeschichte verabschiedeten sich Magnum mit der Doppel-Live-CD 'The Last Dance' im Jahre 1996 für immer von den Fans. Damals war ich doch schwer enttäuscht, denn Magnum kannte ich noch aus der Zeit als Vorgruppe von Marillion und war eigentlich von jeder CD begeistert. Vor allem natürlich vom absoluten Magnum-Meisterwerk 'On A Storyteller's Night'. Die Nachfolgeband 'Hard Rain' (mit Sänger Bob Catley und Gitarrist Tony Clarkin) brachte noch 2 CDs heraus (die allerdings eher etwas blues-orientiert waren und somit nicht mehr meinen Geschmack trafen) und die 3 Solo-Scheiben von Bob Catley (in Zusammenarbeit mit Ten-Chef Gary Hughes) waren auch eher mittelmäßig (mit Ausnahme von 'The Tower'). Deswegen hatte es mich voll erfreut als ich gehört hatte, daß sich Magnum wieder in (Fast-) Originalbesetzung (immerhin ist neben Catley und Clarkin noch Keyboarder Mark Stanway wieder mit dabei) zusammengetan haben. Und nun ist sie veröffentlicht ... die erste Magnum-CD nach 6 Jahren. Und irgendwie bin ich ganz schön enttäuscht, hatte ich doch mal wieder einen Ober-Hammer erwartet. Und diese Erwartungen (die bestimmt auch noch andere Magnum-Fans hatten) erfüllt 'Breath Of Life' leider überhaupt nicht. Ein paar nette Rock-Songs, ein paar nette Balladen, ein richtig gutes Lied ('Night After Night' ... der längste Song mit knapp 8 Minuten) sowie als Bonus-Tracks 3 Live-Songs (davon eines in beschissener Qualität) machen den Silberling zwar insgesamt zu einer anhörbaren CD, von 'On A Storyteller's Night' (die von mir 10 Punkte bekommen würde) ist sie aber weit entfernt. Unter Zurückstellung der größten Bedenken vergebe ich (mit Magnum-Bonus), auch wegen der langen Spielzeit von über 75 Minuten doch noch ein Lob.

Magnum - A Winter's Tale (DVD)

Kritik von Siggi Greck
Nun haben also auch die alten Recken von Magnum eine DVD veröffentlicht. Es handelt sich hier um eine Aufnahme aus dem Jahr 1992, aufgenommen in Birmingham. Es beinhaltet einen guten Querschnitt Ihres Schaffens. Einfach phantastisch immer wieder die Stimme von Bob Catley (freue mich schon auf sein neues Solo-Album, das Ende Mai 2003 erscheinen soll). Soundmässig finde ich das ganze nicht so toll, obwohl lt. Cover Dolby 5.1. Dennoch, die alten Kracher "Storyteller`s Night", "One Sacred Hour", "Kingdom Of Madness" und "How Far Jerusalem" lohnen den Kauf auf jeden Fall.

Magnum - Brand New Morning

Kritik von Siggi Greck:
Nach dem Comeback-Album "Breath Of Life", das 2002 erschienen ist, ein neues Lebenszeichen von Magnum. Nachdem die letzte Solo-CD von Bob Catley die "beste Magnum-Platte" seit längerer Zeit war, hat sich nun auch seine Stammband bzw. der für alle Songs zuständige Gitarrist Tony Clarkin steigern können. Neben den beiden Ur-Mitgliedern ist auch wieder der Keyboarder Mark Stanway mit an Bord. Die Band wird vervollständigt durch Harry James (Drums) und Al Barrow (Bass).

Auf dem Album wird Magnum-typische Kost geboten (Hard-, Melodic-, Pop-, Prog-, Bombast-Rock ), wie man es gewohnt ist und auch erwartet. Es ist zwar kein Titel dabei, der an die Oberhämmer "Storyteller`s Night", "How Far Jerusalem", "Soldier Of The Line", "The Spirit" oder "Sacred Hour" heranreicht, aber es ist sicherlich ein gutes Magnum-Album, das ich qualitativ in etwa mit "Vigilante" vergleichen würde. Neben dem recht harten Titeltrack "Brand New Morning" gefallen mir am Besten das etwas gemächliche "We All Run", der Ohrwurm "The Last Goodbye" mit tollem Keyboard-Intro und "The Scare Crow". Ich bin der Meinung, dass Magnum bei diesem Werk wieder verstärkt Gitarre und Keyboard einsetzen, was der Musik einfach gut tut. Und Bob Catley kann wie immer voll überzeugen, und das ist schon mal die halbe Miete.

Und meine Meinung zur neuen Magnum:
Ich kann den Ausführungen von Siggi Greck nur zustimmen. War 'Breath Of Life' noch eher unnötig und enttäuschend und Catley's 'When Empires Burn' eigentlich der beste Magnum-Output seit Jahren, ist 'Brand New Morning' richtig gut geworden. Zwar kein Überflieger wie 'On A Storyteller's Night', aber ein richtig gutes Rock-Album. Ich kann nur sagen: Weiter so und gut, dass es Euch wieder gibt.

Magnum - Livin' The Dream (DVD)

Ich denke, darauf haben alle Magnum-Fans sehnsüchtig gewartet ... auf eine visuelle Live-Dokumentation der 2005er-Tour zum 20-jährigen Geburtstag der 'On A Storyteller's Night' - CD. Und endlich ist es so weit ... in Form einer Doppel-DVD mit einer Spielzeit von insgesamt 237 Minuten. DVD 1 beinhaltet dabei den Zusammenschnitt von 2 Konzerten in England, auf dem neben der kompletten 'Storyteller's Night' auch noch ein kleines Best Of ... zum Besten gegeben wurde (u.a. Brand New Morning, Need A Lot Of Love, Vigilante, Kingdom Of Madness, Sacret Hour). Und dabei ist mir positiv aufgefallen, dass hier fast nicht nachbearbeitet wurde, denn der Gesang von Bob Catley klingt genauso geknödelt scheiße (sorry), wie ich ihn auch auf dem von mir besuchten Konzert der gleichen Tour in Stuttgart erlebt hatte. Und komischerweise gewöhnt man sich (genauso wie beim Konzert) auch beim Betrachten der DVD ziemlich schnell an diesen etwas merkwürdigen Sound in der Stimme. DVD 1 wäre eigentlich alleine Schon das Geld (von derzeit knapp 20 Euro) wert ... aber der Magunum-Fan bekommt mit dem zweiten Silberling noch einen dicken Packen Material in Form von Interviews mit den Musikern, acht Musik-Videos, Fan-Kommentaren, einer Tour-Dokumentation und und und. Muss man haben.

Magnum - Princess Alice And The Broken Arrow

Dass ich das noch erleben darf. Knapp 22 Jahre nach der absoluten Über-CD von Magnum (On A Storyteller's Night) gibt es endlich den one an only würdigen Nachfolger, nämlich 'Princess Alice And The Broken Arrow'). Schon das Cover, wie damals von Rodney Matthews gestaltet, lässt einen in Nostalgie schwelgen. Dann CD rein, Play gedrückt ... da fällt einem sofort die Klappe runter. Denn der Opener 'When We Were Younger' ist das geilste, was Magnum in den letzten 20 Jahren geschrieben haben. Catley singt (wieder) wie ein junger Gott, ein Hammer-Refrain, der einen sofort das Hühnerkostüm anziehen lässt (wer das jetzt nicht versteht ... das gibt Gänsehaut-Feeling), und ein Tony Clarkin an der Gitarre zum Niederknien. Einfach Göttlich. Und wer geglaubt hat, das wäre nur eine Eintagsfliege, hat sich schwer getäuscht. Den die CD geht im ähnlichen Niveau weiter. 'Eyes Wide Open' ... einfach fett, 'Like Brothers We Stand' ... tolle Keyboards am Anfang (kennt man von den 'neueren' Magnum gar nicht mehr), 'Out Of The Shadows' ... Clarkin in Bestform, 'Dragons Are Real' ... typischer Magnum-Song im Mid-Tempo (sowas höre ich liebend gerne beim Ski-Fahren, weil man da so schön im Takt mitwedeln kann), 'Inside Your Head' ... die schönste Ballade von Magnum seit Jahren, 'Be Strong' ... wie der Name schon sagt ein starker, etwas härtere Song (wieder mit einem tollen Clarkin an der Gitarre), 'Thank You For The Day' ... die sagen wir mal drittbeste Ballade seit Jahren, 'Your Lies' ... ein typischer Song im Stile von 'Two Hearts' und Konsorten (der Refrain geht einem nicht mehr aus dem Kopf), 'Desperate Times' ... die jetzt zweitbeste Ballade seit Jahren und zum Schluß als Rauswerfer noch 'You'll Never Sleep' ... noch ein typischer Magnum-Knaller, der wahrscheinlich die neue Live-Hymne werden könnte. Genug der Worte .... da gibt's nur eins. Ab in den CD-Laden und das Teil kaufen. Absoluter Anwärter für die CD des Jahres 2007. Und wer Glück hat bekommt noch die Limited First Edition mit kostenloser DVD (die kostet tatsächlich nicht mehr als die Normal-Version ... zumindest bei mir im MediaMarkt) und kann dann noch 45 Minuten 'The Making Of ... ' und weitere Sachen anschauen. Für mich ist die CD eine kleine Sensation.

Magnum - Wings Of Heaven Live

Es scheint in Musiker-Kreisen zur Zeit ziemlich In zu sein, anlässlich eines runden Geburtstages einer alten Platte die Scheibe zu betouren und sie komplett zu spielen (siehe Fish mit Misplaced Childhood oder auch der Clutching .... - CD). Magnum lassen sich da auch nicht lumpen und zum 25. Geburtstag der 'Wings Of Heaven' gab's im November 2007 einige Konzerte, bei der dieser Rundling unter Anderem komplett gespielt wurde, auch wenn 'Wings Of Heaven' jetzt nicht unbedingt das Highlight der Band-Geschichte darstellt. Die Tour wird im Frühjahr 2008 fortgesetzt und im Mai 2008 kann man Magnum z.B. in Ludwigsburg bewundern (man sieht sich dort). Und um ein paar Euros in die Kassen zu spülen, gibt es von den November-Konzerten jetzt eine Doppel-Live-CD. CD1 ist geprägt von Songs der Princess Alice ... CD (einige Liedchen sind da vertreten) sowie ein paar alten Heulern, die bei Magnum-Konzerten unbedingt sein müssen (How Far Jerusalem, All Englands Eyes, Vigilante, Kingdom Of Madness). CD2 ist dann Wings Of Heaven komplett (da sind dann echt ein paar interessante Live-Versionen von Songs vertreten, die man sonst nicht so oft hört) sowie zum Abschluss das obligatorische 'Sacred Hour'. Wer von Magnum alles braucht, kommt an dieser CD natürlich nicht vorbei. Ob man sie unbedingt haben muss? Naja, vielleicht schon :-)

Magnum - Into The Valley Of The Moonking

Von der Vorgänger-Scheibe 'Princess Alice And The Broken Arrow' war ich ja hellauf begeistert, war das doch nach 2 Jahrzehnten endlich der würdige Nachfolger von der 'Storyteller's Night-CD'. Und hat 'Into The Valley Of The Moonking' das Potential, hier noch einen draufzusetzen oder zumindest das Niveau zu halten? Ich sage jetzt einfach mal nein. Wobei die neueste Scheibe sicher nicht schlecht ist. Aber insgesamt doch zu langweilig oder eintönig. Klar, ein paar richtig geniale Songs sind schon drauf. Z.B. der Opener 'Cry To Yourself' ist ein typisches Magnum-Stück, 'All My Bridges' könnte auch auf jeder x-beliebigen alten Scheibe drauf gewesen sein. 'The Moonking' ist richtig genial und 'In My Mind's Eye' ist fast ein Meisterwerk. 'Time To Cross The River' ist eine tolle Ballade und 'Face In The Crowd' ist bestimmt der schönste Samenzieher, den Tony Clarkin je geschrieben hat. Aber der Rest ist halt leider nur guter Durchschnitt. Deswegen kann ich 'Into The Valley Of The Moonking' ohne Bedenken als gute aber nicht als herausragende CD bezeichnen.
Die Limited Edition kommt dann noch mit einer recht interessanten Bonus-DVD daher. Da gibt es dann erst mal ein Interview mit der Band, das fast 50 Minuten dauert, dann noch ein paar Live-Aufnahmen von 1992 (4 Songs, darunter 'How Far Jerusalem') und 1985 ('Endless Love'), die allerdings nur bessere Bootleg-Qualität haben. Ebenfalls auf der DVD ist das Video zu 'Les Morts Dansant', die Album-Lyrics sowie ein genauerer Blick auf das Album-Artwork, das wieder von Rodney Matthews gestaltet wurde.

Magnum - The Visitation

Und sie sind einfach nicht unterzukriegen. Seit Jahrzehnten sind Magnum im Geschäft und sie liefern Jahr für Jahr geniale Alben ab. Und dazu gehört auch das neueste Werk ‘The Visitation’. Magnum sind ein bißchen härter geworden, die Gitarren von Tony Clarkin sind wieder mehr im Vordergrund und auch songtechnisch haben sie nichts verlernt. Schon der Opener ‘Black Skies’ ist einer der besten Songs die Magnum je veröffentlicht haben. Tolle Melodie, fetter Bombast, Catley singt wie ein junger Gott. Magnum-Fan was willst Du mehr? Und es geht gerade so weiter. ‘Doors To Nowhere’, ‘The Visitation’ und so weiter. Und auch die Quoten-Balladen (Last Frontier, Tonight’s The Night) dürfen nicht fehlen. Für Magnum-Fans ein absoluter Pflicht-Kauf. Und wer ein paar Euro mehr investieren will, greift zur limitierten Version mit Bonus-DVD. Dort gibt es dann noch ein paar Live-Songs vom High Voltage Festival 2010, ein Video von ‘Eyes Like Fire’, die Lyrics zur CD und eine Foto-Galerie.

Magnum - On The Thirteenth Day

Wo Magnum drauf steht ist normalerweise auch Magnum drin. Das ist seit gefühlten 50 Jahren so und ändert sich auch beim neuesten Output ‘On The Thirteenth Day’ nicht. Typischer Magnum-Sound, typischer Catley-Gesang, typische Clarkin-Songs. Man könnte jetzt böse sagen, dass den Jungs auch nichts Neues einfällt aber warum soll man Gutes und Erfolgreiches ändern wenn’s immer noch funktioniert? Deswegen werden alle Magnum-Fans auch von ‘On The Thirteenth Day’ begeistert sein. Trotzdem finde ich es einen kleinen Wermutstropfen, dass es der Band seit Jahrzehnten nicht mehr gelungen ist, einen Übersong im Stile von ‘How Far Jerusalem’ zu schreiben. Aber das ist vielleicht auch zuviel verlangt. Trotzdem natürlich keine schlechte Scheibe.

Magnum - Escape From The Shadow Garden (VÖ: 21.03.2014)

Wer hätte gedacht, dass die alten Haudegen von Magnum um Sänger Bob Catley und Gitarrist / Songschreiber Tony Clarkin nochmal so eine Scheibe raus hauen, die fast an die Highlights der Band wie ‘On A Storyteller’s Night’ herankommt. Catley singt wie ein junger Gott, Clarkin hat wieder die fette Gitarre ausgepackt, schrammelt kräftig einen runter und hat dabei ein paar richtige Song-Perlen ausgepackt, die einen zum Hinknien animieren könnten. Schon der Opener ‘Live ‘Til You Die’ lässt die guten alten 80er wieder auferstehen und das Magnum-Fan-Herz schlägt höher und höher. Einfach nur geil. Und so geht’s grad weiter. Kracher um Kracher, mal richtig schnell, mal gefühlvoll im Mid-Tempo, ein Long-Song mit über 7 Minuten (Midnight Angel) und am Ende noch eine fette Schmacht-Ballade (The Valley Of Tears). Ein richtiges Hammer-Album das jeder Magnum-Fan der alten Tage haben MUSS!
Die Bonus-Version beinhaltet dann noch eine DVD mit 4 genialen Live-Aufnahmen (darunter das nicht tot zu bekommende ‘On A Storyteller’s Night’), eine recht kurze Live-Dokumentation und ein paar Fotos von der Tour. Muss man aber nicht unbedingt haben.
Trotzdem BEIDE DAUMEN HOCH für das geniale Werk.

Magnum - Scared Blood ‘Divine’ Lies (VÖ:26.02.2016)
Ich bin echt immer wieder überrascht, wie es ‘Magnum’ schaffen, nach so langer Zeit im Geschäft weiterhin total geniale CDs zu veröffentlichen. ‘Scared Blood ‘Divine’ Lies’ gehört bei mir zu den Top 5 - Scheiben der Band. Tolle Melodien, Bob Catley stimmlich noch immer in Höchstform und von Song 1 (dem Titelstück) bis Song 10 kein einziger Durchhänger und alles typisch Magnum. Mehr Worte möchte ich überhaupt nicht verlieren. Magnum-Fans müssen zugreifen und alle die (unverständlicherweise) von der Band noch nie was gehört haben, sollten ebenfalls ein paar Euro investieren. ‘Scared Blood ...’ wäre auch ein toller Einstieg. Bei mir läuft die Scheibe grad rauf und runter und ich kann nicht genug bekommen, auch wenn ich mittlerweile alle Songs auswendig kann :-). MUST HAVE !!

Mägo de Oz - Gaia

Es gibt Bands, die kennt fast niemand, nur weil sie aus dem falschen Land kommen bzw. in der falschen Sprache singen. Und zu dieser Spezies gehören ganz sicher auch die Spanier 'Mägo de Oz', die, würden sie in einer massen-kompatiblen Sprache ihre Songs vortragen, bestimmt in der Bundesliga des Prog-Metal bzw. Folk-Rock mitspielen würden. Das Album 'Gaia' finde ich einfach sensationell gut. Schon der Opener 'Obertura MDXX' ist genial (klassisch) und mündet in das erste Highlight, dem 11-minütigen Titelsong 'Gaia', bei dem die 8 Musiker der Band alle Register ihres Könnens ziehen (von balladesk über bombastisch und rockig bis folkloristisch) und dabei alle Instrumente einsetzen, die sie zur Verfügung haben (und das sind neben den 'klassischen' Sachen z.B. auch elektrische und akustische Violinen oder Querflöten). Sensationeller Song, der bei mir gerade rauf- und runtergenudelt wird. Hier jetzt alle Songs zu besprechen, wäre wirklich Zeitverschwendung. Ein Lied geiler als das andere. Insgesamt 72 Minuten mal heavy ('La Conquista'), mal gefühlvoll ('Si Te Vas'), mal komplizierter ('La Venganza de Gaia'). Hier kann ich jedem nur raten, sich die Scheibe zu besorgen. Und wenn es die Gelegenheit gibt, nehmt die Version mit der zusätzlichen DVD (mit Interviews, Fotos und dem üblichen Schnickschnack) und dem 36-seitigen Booklet. Das kommt Euch dann zwar alles spanisch vor, ist aber egal. So ein geiles Teil sollte man sich nicht entgehen lassen. KAUFEN KAUFEN KAUFEN.

Mahogany Frog - Do5

Mahogany Frog ist eine 'neue' Band aus Kanada. Wobei 'neu' nicht wirklich der richtige Ausdruck ist, denn Do5 ist bereits das fünfte Album der Jungs aus Winnipeg. In der Info des Plattenlabels, der altbekannten 'Moonjune Records', wird die Musik von Mahogany Frog als 'Rush ohne den typischen Gesang' beschrieben. Diesen Vergleich möchte ich jetzt nicht so hundertprozentig teilen, denn Mahagony Frog sind vom Musikstil her doch weit entfernt von Rush. Nur das 'ohne den Gesang' stimmt natürlich, denn hier wird rein instrumental musiziert. Und wenn man sich so das Cover der CD anschaut (zwei altertümliche Keyboards hüpfen aus einem Toaster) weiß man auch schon, auf welchem Instrument das Hauptaugenmerk liegt. Synthies, Synthies und nochmal Synthies. Von den 4 Bandmitgliedern spielen alleine 2 so hübsche Sachen wie Micromoog, Farfisa-Orgel oder auch Korg-Keyboards. Es ist zwar alles recht keyboardlastig, doch darf auch ab und zu mal die Gitarre recht hübsch wimmern und auch der Schlagzeuger darf zeigen was er kann. Und heraus kommt dann eine tolle Mischung aus Psychedelic Rock, Post Rock mit ein paar jazzigen Parts. Und auch Freunde der alten Krautrock-Zeit kommen mit Do5 voll auf ihre Kosten. Instrumental-Freaks sollten auf jeden Fall mal Mahogany Frog antesten, sonst entgeht Euch wirklich was. Zu hören gibt's auch was auf der MySpace-Seite der Band.

Mahogany Frog - Senna

‘Senna’ ist bereits das sechste Album der kanadischen Instrumental-Band aus Winnipeg und wie der Vorgänger ‘Do5’ wurde der neueste Output auf dem Moonjune-Label veröffentlicht. Von ‘Do5’ war ich ja schon richtig begeistert, mag ich doch den keyboard-lastigen Sound der 70er. Und auf ‘Senna’ wird weiter in diese Kerbe gehauen. Schon der Opener ‘Houndstooth Part 1’ klingt wie Pink Floyd in ihren Anfangs-Jahren (leichte Anleihen an Meddle sind da unverkennbar). ‘Houndstooth Part 2’ geht dann schon weitaus rockiger zur Sache und könnte eher von ‘älteren Prog-Bands’ wie ELP oder auch King Crimson stammen, allerdings in total modernem Sound-Gewand. Auch das folgende ‘Expo 67’ erinnert leicht (wegen dem antiken Keyboard-Sound) an ELP, ist aber insgesamt eigentlich für diesen Vergleich zu rockig (was ja nicht schlecht ist). Der Rest der CD ist auch ziemlich cool (und retro) und endet in dem bombastischen ‘Aqua Love Ice Cream Delivery Service’ (was für ein Titel). Geniale Scheibe für Retro-Prog-Freunde.

Maiden United - Mind The Acoustic Pieces

Wenn man sich den Band-Namen und den CD-Titel genauer anschaut, ist eigentlich schon alles gesagt. Eine Vereinigung von ‘Maiden-Fans’ spielen akustische Songs (von Iron Maiden). Klingt unspektakulär? Klingt komisch? Geht gar nicht? Ganz weit gefehlt. Denn hinter ‘Maiden United’ verstecken sich folgende Musiker: Damian Wilson (Vocals, bekannt von Threshold, Ayreon etc.), Ruud Jolie (Gitarre ... von Within Temptation), Joey Bruers (Bass ... von Up The Irons), Marco Kuypers (Piano ... von Silkstone) und Mike Coolen (Drums ... ebenfalls von Silkstone). Und als Gast-Sängerin tritt noch Anneke van Giersbergen (früher The Gathering und jetzt Aqua de Annique sowie zwischendurch auch bei Ayreon) auf. Dies verspricht ja schon mal perfekte Musiker und vor allem mit Damian Wilson einen äußerst charakteristischen Gesang. Und ich muss sagen, dass die Maiden-Songs in der akustischen Version zwar manchmal fast unkenntlich sind aber trotzdem (oder genau deswegen) absolut genial. Wer auf akustische Songs steht und Damian Wilson mag, sollte sich ‘Mind The Acoustic Pieces’ auf alle Fälle zulegen. Ich finde sie total genial. Zu kaufen gibt es das Teil u.a. bei Just For Kicks.

Makajodama - Same

Makajodama ... ein ziemlich ungewöhnlicher Name für auch etwas spezielle Musik. Gegründet wurde diese Instrumental-Band von dem Schweden Mathias Danielsson, der eigentlich Gitarrist der Prog-Band 'Gösta Berlings Saga' ist. Da er bei dieser Band seine speziellen Ideen nicht umsetzen konnte, tat er sich mit dem Ex-Schlagzeuger der Band 'The Carpet Knights', Mattias Ankarbrandt zusammen und gründete 'Makajodama'. Es kamen noch Cellistin Karin Lansdotter und Violinist Johan Klint dazu und fertig war eine außergewöhnliche Band, die sich vorgenommen hatten, sowohl geschriebene als auch improvisierte Instrumental-Musik zu machen. Und am 11.12.2009 gibt es jetzt den ersten Output auf CD, der von Anekdoten-Gitarrist Nicklas Barker gemixt wurde.
Es ist etwas schwierig, die Musik zu beschreiben, aber frühe King Crimson gepaart mit den etwas abedrehten 'Godspeed You ! Black Emperor' triffts wahrscheinlich am Besten. Ruhige Violin-Parts, danach fette Gitarren und fettes Schlagzeug, wenig eingängige Melodien sondern eher Ideen an Ideen. Aber nie abgedreht sondern immer halbwegs leicht verdaulich. Auch ein bißchen improvisierter Kraut-Rock aus den 70ern (Can, Guru Guru) oder auch Curved Air (natürlich ohne Gesang von Sonja Kristina, was wahrscheinlich an der Violine liegt, die ja bei der Band durch Eddie Jobson immer sehr charakteristisch war) hört man ab und zu heraus. 'Makajodama' machen ganz bestimmt keine Musik zum nebenher hören ... man muss sich schon intensiv mit der Scheibe beschäftigen. Aber dann erkennt man vor allem hervorragende Musiker mit vielen tollen Ideen. Die Band hat natürlich auch eine
MySpace-Seite. Einfach mal reinschauen.

Manfred Mann's Earthband - Mann Alive

Diese Doppel-Live-CD ist zwar schon ein bißchen älter (1998), mittlerweile gibt's das Teil aber zum absoluten Dumping-Preis von 25.- DM. Insgesamt 20 Songs in brillianter Sound-Qualität von uralt (Father of Day ...) bis nagelneu (Shelter from the Storm) werden zelebriert. Vor allem Sänger Chris Thompson (meiner Meinung nach einer der genialsten Prog-Sänger) zaubert eine grandiose Atmosphäre, die diese CD zum Erlebnis macht. Zu diesem Schnäppchen-Preis nur zu empfehlen.

Manfred Mann's Earthband - 2006

Der Grandfather des Prog-Rock (wer erinnert sich nicht an das obergeniale 'Father Of Day, Father Of Night' aus den frühen 70ern) hat nach immerhin 8 langen Jahren im Jahr 2004 auch mal wieder eine neue Studio-CD rausgebracht. Und warum das Teil gerade '2006' heißt, wird im Booklet auch erklärt ... der Earthband-Fan ist jetzt noch nicht reif für ein paar 'komische' Songs und braucht wohl noch 2 Jahre, bis er das auch mag. Naja ... ob die CD die nächsten 2 Jahre in meinem Player rotieren wird, wage ich jetzt mal zu bezweifeln. Zwar sind ein paar ganz gute Titel drauf (z.B. 'Demons And Dragons' mit ... welch Überraschung ... am Schluß des Songs einem Rap von Thomas D von den Fantastischen Vier), aber auch recht merkwürdiges Zeug ('Get Me Out Of This' oder 'Frog', einem vertonten Witz von Manfred Mann). Eine neue Version von 'The History Of Sexual Jealousy' darf natürlich auch nicht fehlen. Und so dümpelt die CD so vor sich hin, ohne irgendwie spektakulär zu sein. Schön wird es (mal wieder) immer dann, wenn Chris Thompson singen darf (er teilt sich die Vocals u.a. mit Noel McCalla). Und das kommt leider (nach meinem Geschmack) zu selten vor. Deswegen kann ich hier nur eingeschränkt eine Kaufempfehlung abgeben.

Manowar - Warriors Of The World

Viele Jahre musste die Metal-Gemeinde auf eine neue CD von Manowar warten. Doch 2002 ist es endlich wieder soweit. 'Warriors Of The World' nennt sich das Teil, und der Titelsong wurde sogar schon bei Stefan Raab's 'TV Total' zum Besten gegeben (mit der Bestätigung aller Vorurteile, die man von Metal-Fritzen so haben kann ... ein grottenschlechter Auftritt, den die Jungs eigentlich nicht nötig haben). Auffällig ist zuerst mal der absolut fette Sound (klasse). Aber auch die Songs, eine Mischung aus Heavy-Metal-Hymnen (Call To Arms, Warriors Of The World United usw.), geilen Balladen (z.B. Swords In The Wind) und einer genialen Cover-Version von Puccinis 'Nessun Dorma', machen die Scheibe zu einer der Metal-Highlights des Jahres 2002. Hier kann ich nur eine uneingeschränkte Kaufempfehlung für alle abgeben, die der etwas härteren Musik nicht abgeneigt sind.

Manzanera, Phil - 6pm

Für all diejenigen, die jetzt den Namen 'Phil Manzanera' noch nie gehört haben oder gerade nicht einordnen können: Der gute Mann ist (neben Bryan Ferry, Brian Eno und Andy Mackay) Fast-Gründungsmitglied der legendären Band 'Roxy Music', die ja bereits Anfang der Siebziger Jahre mit 'Virginia Plain' schon ihren ersten Hit hatten und auch heute noch (allerdings nicht mehr mit Phil Manzanera sondern mit Chris Spedding an der Gitarre) die großen Hallen füllen und eine geniale Show abliefern. Wie der Titel der CD schon verrät, ist '6pm' das sechste Album von Herrn Manzanera. Die Musik zu beschreiben, fällt mir auch nach dem 20. Hören nicht leicht, aber eines ist sicher: Phil Manzanera ist ganz bestimmt ziemlich unterbewertet in der Hörerschaft. Schaut man nur mal auf die Liste der Mit-Musiker (die teilweise schon auf der ersten Solo-CD von 1975 vertreten waren), muss es in Musikerkreisen eine Ehre sein, mit dem Mann eine CD aufnehmen zu dürfen. Brian Eno (Roxy Music, David Bowie), Chrissie Hynde (Pretenders), Andy Mackay (Roxy Music), David Gilmour (Pink Floyd). Herausgekommen ist dabei dann eine völlig relaxte Scheibe, die eine Grundstimmung wie z.B. der Song 'Wish You Were Here' von Pink Floyd verbreitet und meiner Meinung nach eine der Highlights meiner CD-Sammlung abseits des Progs darstellt. Wer auch mal 'was anderes hören' will', sollte mal mehr als ein Ohr für Phil Manzanera riskieren.

Marbin - Breaking The Cycle

Eieiei ... noch eine hochinteressante Jazz-Scheibe aus dem Hause Moonjune Records. Dieses Mal aber zum Glück (für meine Ohren) recht verdaulich und ‘zurückhaltend’. Dani Rabin (Gitarre), Danny Markovitch (Saxophon), Paul Wertico (Drums) und Steve Rodby (Bass) sind ‘Marbin’ (der Vorgänger wurde noch als Duett - Rabin / Markovitch- eingespielt) und sie verschmelzen wunderschöne Melodien mit recht wenig Jazz-Gefrickel. Für mich fast entspannend. Z.B. ‘Burning Match’ klingt fast nach einer Reinkarnation von Pink Floyd (geniales Zusammenspiel von Saxophon und wimmernder Gitarre) ... für mich enes der Highlights der Scheibe. ‘Mom’s Song’ ist ja sowas von schmalzig (eben dem Titel entsprechend), bei ‘Bar Song’ wird astreiner Blues geboten (nur eine dreckige Stimme fehlt da noch ... aber ist schwierig bei nem Instrumental-Album :-)), ‘Western Sky’ könnte fast ne Jazz-Version von Ennio Morricone sein. Okay ... ganz instrumental ist das Album dann doch nicht, denn auf dem letzten Song ‘Winds Of Grace’, mit über 8 Minuten auch das längste Teil auf der CD (okay, ein bißchen Ghost-Track muss man abziehen), darf ein gewisser Daniel White singen, der auch die Lyrics zu diesem schönen, gefühlvollen Song geschrieben hat. Als Fazit möchte ich zu ‘Marbin’ nur schreiben, dass ich selten eine so leicht verdauliche Jazz-CD gehört habe. Die lege ich sogar gleich noch ein zweites Mal in meinen Player. Mehr Infos über die Band gibt es auf ihrer Homepage.

Marbin - Last Chapter Of Dreaming

Das Vorgänger-Album ‘Breaking The Cycle’ der amerikanischen Jazz-Formation habe ich als ‘leicht verdaulich’ beschrieben, war es doch weit weg vom üblichen Jazz-Gefrickel und trotzdem es eine reine Instrumental-CD war, kamen bei mir Erinnerungen an Pink Floyd (vor allem wegen dem Saxophon) über Blues bis Morricone hoch.
Nach über 450 Konzerten in den letzten 2 1/2 Jahren unter anderem zusammen mit Scott Henderson und Allan Holdsworth in den USA und Kanada haben die Jungs zwischen den Konzerten doch tatsächlich die Zeit gefunden, immer wieder ein paar Songs aufzunehmen um jetzt ‘Last Chapter Of Dreaming’ auf den Markt zu werfen. Und was soll ich sagen? Mit Unterstützung von 2 ehemaligen Mitgliedern der Pat Metheny Group (Paul Wertico, der auf 6 Songs die Drums übernommen hat und Steve Rodby - bei 3 Songs am Bass) sowie dem Percussionisten Jamey Haddad (der schon mit Paul Simon, Carly Simon, Simon & Garfunkel oder auch Herbie Hancock gearbeitet hat) und diversen anderen Musikern (es wird jetzt sogar auf 4 Songs ‘gesungen’!!) wird gerockt, geproggt und natürlich auch ein bißchen gejazzt, ohne das es irgendwann mal unangenehm wird. Und es sind sogar ein paar richtige Highlights (wie z.B. ‘Breaking The Cycle’, ‘Last Days Of August’ oder dem obergenialen Titel-Stück mit Gänsehautgarantie) vertreten, die weit ab von Jazz-Musik sind und fast ins Mark gehen.
Wem also ‘normaler’ Jazz zu abgefahren ist sich aber trotzdem an diese Musik-Richtung heranwagen will, ist mit Marbin und speziell mit ‘Last Chapter Of Dreaming sehr gut bedient. Veröffentlicht wurde die Scheibe wieder beim New Yorker Moonjune-Label, mehr Infos über die Band gibt es auf ihrer Homepage.

Margin - Psychedelic Teatime (VÖ:30.06.2014)
Das sind so die Momente wofür es sich lohnt, CD-Kritiker zu sein. Man bekommt eine CD die man sich ‘freiwillig’ nie gekauft hätte und ist total begeistert davon. Es kommt nicht oft vor aber ab und zu passiert es. Jetzt wieder mit ‘Margin’ und der Scheibe ‘Psychedelic Teatime’.
Nun gehöre ich ja auch nicht mehr zu den ganz jungen Musik-Geniessern sondern beschäftige mich schon seit den 70ern mit Schallplatten (das sind die großen schwarzen runden Dinger mit dem Loch in der Mitte) und später CDs und ich habe auch die ‘wilderen’ Jahre von Pink Floyd mitgemacht. Und beim Hören von ‘Psychedelic Teatime’ fühle ich mich irgendwie an die Zeiten von ‘Atom Heart Mother’ oder auch ‘Dark Side Of The Moon erinnert.
Margin ist das Projekt eines gewissen Lutz Meinert aus Berlin, der, wenn man das Foto auf der CD-Hülle so betrachtet, auch schon die Fünf vor dem Komma haben wird. Und somit hat auch er diese musikalischen Zeiten mitgemacht.
Alleine das Anfangs-Werk ‘A Mysterious Cup Of Tea’, unterteilt in 5 Parts und mit einer Gesamtlänge von 23 1/2 Minuten erinnert mich sowas von an Echoes, Atom Heart Mother oder auch das spätere Werk Dark Side Of The Moon (allerdings wenig), so dass ich alleine deswegen eine Kaufempfehlung aussprechen könnte. Und alles alleine eingespielt und gesungen (außer den akustischen Gitarren, die von Arne Spektat stammen).
Aber Lutz Meinert beschränkt sich nicht darauf, Pink Floyd der früheren Jahre zu kopieren. ‘Psychedelic Underground - The Short Trip’ ist zwar nur 3 1/2 Minuten lang, ist aber geradezu ‘Kraut-Rockig (und der Gesang klingt ... sorry ... fast genauso witzig wie der von Frank Bornemann bei Eloy). Und hier gibt es Unterstützung von Carola Meinert als Background-Vocalistin (wobei man das fast nicht hört). Die darf auch beim folgenden ‘Landscapes On The Sky’ nochmal ran (dieses Mal deutlicher) und auch Arne Spektat ist nochmal am Start. Ein hübsches, melodisches, folkig angehauchtes Stück Musik, das auch wieder nix mit Pink Floyd zu tun hat.
Leicht jazzig angehaucht und rein instrumental kommt dann ‘Last Exit To Pluto’ daher, total cool und lässig. Und der Abschluss folgt dann mit ‘Psychedelic Underground - The LONG Trip’ ... nochmal 10 1/2 Minuten, die schon in Richtung (modernen) Artrock gehen.
Eine wirklich spannende Scheibe, die man unter www.madvedge.de käuflich erwerben kann bzw. MUSS.

Marillion - Anoraknophobia

Irgendwann mußte es mal ja soweit kommen. Ich muß (als bekennender Marillion- bzw. eher Hogarth-Feind) eine Marillion-CD kritisieren. Und ich versuche (wider besseren Wissens), dies objektiv zu tun. Anoraknophobia - den Namen sollte man vielleicht kurz erklären: Es soll wohl ein Wortspiel aus 'Arachnophobia' (also der Angst vor Spinnen) und 'Anorak' (ein Mensch, der außergewöhnliche Obsessionen hegt und obskuren Tätigkeiten nachgeht - außerdem wurden die Marillion-Fans früher 'Anorak' genannt) sein und soll bedeuten, daß man vor solchen Leuten keine Angst haben braucht, weil sie im Grunde liebe, harmlose Zeitgenossen sind (so zumindest die Erklärung von Sänger Steve H.). Die CD wurde von den Marillion-Fans vorfinanziert (d.h. insgesamt 12.700 Fans haben die Scheibe vor der Produktion bezahlt). Davon kann man halten was man will - ich halte absolut nix davon. Naja, 12.700 Leute können nicht irren. Nach diesem 'Erfolg' haben Marillion wieder einen Plattenvertrag bei EMI und der neue Silberling wird richtig ordentlich promoted. Aber nun zur Musik:
Insgesamt 8 Songs sind auf der Scheibe verewigt und ehrlich gesagt haut mich da keines vom Hocker. Gitarrist Steve Rothery und Keyboarder Mark Kelly werden weiterhin unterdrückt und dürfen sich zu keiner Zeit in den Vordergrund spielen (schade) und Steve H. säuselt immernoch äußerst unangenehm in der Gegend rum (auch schade). Allerdings kann Anoraknophobia trotzdem als kleiner Lichtblick (nach den richtig katastrophalen Alben 'Radiation' und 'Marillion.Com') gesehen werden. Musikalisch sind sie mal wieder etwas besser geworden, was vor allem die 2 Songs 'Quartz' und 'Map of the World' beweisen. Als Fazit würde ich also einfach mal behaupten, der Patient ist auf dem Weg der Besserung aber noch lange nicht über dem Berg. Und zum Abschluß vielleicht noch ne Äußerung von meinem Lieblings-Freund Hogarth : 'Würden wir nur versuchen, den Erwartungen der Fans gerecht zu werden, wären wir eine seelenlose Song-Fabrik und keine Künstler'. Tja dann ... macht weiter was ihr wollt und nicht das was die Fans wollen.

Marillion - Anorak In The UK (live)

Nach der Doppel-Live-CD 'Made Again' gibt es jetzt schon wieder eine neue offizielle Live-CD von Marillion. Glücklicherweise wurde auf doppelte Songs weitestgehend verzichtet, da der Hauptteil aus neuen Stücken der 'Anoraknophobia' besteht (5 von10) . Und scheiße wie ich die Anoraknophobia finde, bin ich doch etwas überrascht, wie gut die Songs live klingen. Daneben gibt es noch je ein Stück von Season's End, Holidays Eden und Brave sowie zwei Titel von der Afraid of Sunlight. Richtig positiv finde ich, dass NICHTS von den Schrott-Alben 'Radiation' und 'Marillion.com' drauf ist (ob sie selber eingesehen habe, dass das absoluter Müll ist ???). Fazit: Nette Scheibe, die man aber nicht unbedingt haben muss. Und wer Hogarth nicht mag, soll eh die Finger davon lassen.
Nun aber zum eigentlichen Kritikpunkt: Die mir vorliegende CD ist die offizielle Einfach-CD von EMI. Daneben gibt es aber über den englischen Fanclub noch eine Doppel-CD (für ein Schweinegeld), die dann, neben dem zusätzlichen Material, nicht mal alle Songs der EMI-Version beinhaltet, so dass der Hardcore-Fan mal wieder der angeschmierte ist und beide CDs kaufen muss. WAS SOLL DAS ???

Marillion - Recital Of The Script (DVD)

Kritik von Siggi Greck:
Endlich da! Das legendäre Konzert von Marillion aus dem Hammersmith Odeon in London, aufgezeichnet am 18. April 1983. In den 80ern ist dieses Konzert bereits auf zwei Videokassetten erschienen. Nun das komplette Material beider Bänder auf einer DVD. Die Titel des Konzertes sprechen für sich: 1. Script For A Jester`s Tear - 2. Garden Party - 3. The Web - 4. Chelsea Monday - 5. He Knows You Know - 6. Forgotten Sons - 7. Market Square Heroes - 8. Grendel. Dazu als Bonus aus dem Marquee in London die Stücke He Knows You Know sowie Market Square Heroes, ein Interview mit Fish und Backstage Material. Historisches Material, Pflicht für alle Fish- und Marillion-Fans! Ich hoffe, EMI wird auch noch das Loreley-Konzert auf DVD veröffentlichen. Also, kauft eifrig die Recital, dann legt EMI sicherlich dieses Konzert auch noch auf.

Marillion - Marbles

Dass die Marillos das Geschäft vom Geschäft auf jeden Fall besser verstehen als Fish, wird sich mittlerweile ja rumgesprochen haben. Der neueste Hit war bei 'Marbles', dass die Fans eine für eine CD nicht gerade unbedeutende Summe vorgestreckt haben mit dem Versprechen, dann in einer Super-Duper-Extra-Limitierten Doppel-CD im Booklet namentlich genannt zu werden. Das hat geklappt und herausgekommen ist ein über 100-Seiten-Buch sowie eine Doppel-CD. Normal im Handel erhältlich ist lediglich eine Einzel-CD, auf der dann (laut Meinung der vieler Marillon-Fans) nicht mal die besten Songs drauf sind. Aber es gibt ja noch die Jungs von Marillion, die wiederum im Vorfeld versprochen haben, dass in der Einzel-CD aus dem 'normalen Handel' ein Gutschein mit dabei ist, mit dem man dann die Doppel-CD für 9,99 Pfund bzw. 15.99 Euro in England bei den Marillos bestellen kann. Wer jetzt allerdings beim Kauf der Einzel-CD gedacht hat, das ist ja toll, wird aber so richtig enttäuscht ... denn das mit dem Gutschein gilt nur für England (hat man wohl vergessen zu erwähnen). Auf der CD ist nur lapidar vermerkt, dass 'wenn der Gutschein nicht beigefügt ist, solle man auf die Homepage von Marillion gehen und dort erfahren, wie man an die Doppel-CD kommt'. Na toll ... und unter diesem Link gibt es die CD dann natürlich nicht für 9,99 Pfund sondern genauso teuer wie wenn man die Einzel-CD nicht gekauft hätte für knapp das doppelte oder als Special Edition für noch viel teuerer. Das nenne ich jetzt mal so richtig verarscht. Musikalisch finde ich 'Marbles' jetzt auch nicht gerade die Offenbarung. Ziemlich lahmes, belangloses Gedudel, das man wohl nicht mehr so richtig als Rock-Musik bezeichnen kann. Einige Songs (wie z.B. der Opener 'The Invisible Man') wirklich absolut unnötig in die Länge gezogen. Herr Rothery darf nur ansatzweise wieder, Herr Kelly darf auch nur noch ein bißchen, Hogarth singt zu viel. Wie immer halt. Und dann noch die grausige Drum-Machine bei der Single-Auskopplung You're Gone. Oh man ... das waren mal alles echt tolle Musiker und das Talent wird sowas von verschwendet. Schade drum. Leider nur in Teilen anhörbar (wie z.B. der wirklich gute Song 'Neverland') und einfach zu eintönig. Würde mich mal interessieren, wie die Songs sind, die nur auf der Doppel-CD-Version drauf sind ... aber ich werde das wohl sicher nicht erfahren.

--- Anmerkung ---

Tja, das kann ich jetzt doch nicht so stehen lassen. Die Doppel-CD-Version ist zwischenzeitlich bei mir eingetroffen, den Gutschein gab es in Deutschland wohl doch in einigen CDs (hab' mir natürlich auch einen organisiert) und ein paar Wochen nach der Bestellung ist die Scheibe dann auch aus England eingetroffen. Allerdings habe ich (noch) keine Ahnung, was mich das jetzt tatsächlich gekostet hat, da bis jetzt noch keine Kreditkartenabbuchung erfolgt ist. Hier nun also noch meine zusätzlichen Anmerkungen zur 2-CD-Version. Auffallend ist die geänderte Songreihenfolge und die Tatsache, dass auf der Doppel-CD der Bonus-Track (You're Gone - Single Mix) fehlt. Aber das ist ganz sicher zu verschmerzen. Zusätzlich hinzugekommen sind insgesamt 4 Songs ('Genie' - knapp 5 Minuten und recht unspektakulär, 'The Only Unforgivable Thing' - mit über 7 Minuten klingt es ein bißchen nach 'Beautiful' und ist das wohl von H. am gefühlvollsten gesungene Stück auf der ganzen Scheibe, 'Ocean Cloud' - fast 18 Minuten lang und sicher ein Highlight auf der CD und 'The Damage', einem ziemlichen Schrott. Da hat wohl einer zuviel Beatles gehört). Mein Fazit: Die Doppel-CD-Version lohnt sich auf jeden Fall, da sich dort (außer 'Neverland', das mir noch immer von allen Songs am besten gefällt) tatsächlich die zwei Perlen befinden.

Marillion - Marbles Live

Wochen hat's gedauert, bis der MediaMarkt meines Vertrauens die Schnäppchen-Live-CD von Marillion besorgt hat. Knapp unter 9 Euro für ne offizielle Veröffentlichung ist ja nun wirklich billig. Trotzdem ging die Scheibe an meinem CD-Dealer vorbei, weil sie wohl unter einem merkwürdigen Vertrieb gelistet und somit von der Einkäuferin gar nicht entdeckt wurde. Naja, es stellt sich eh die Frage, ob man diese CD unbedingt braucht, ist doch darauf lediglich die komplette Marbles-Kurzfassung (also die Einfach-CD-Version von 'Marbles', allerdings ohne den Song 'Drilling Holes') plus einem anderen Song ('Estonia'), und das auch noch in ziemlicher Original-Fassung zu hören. Wem die DVD 'Marbles On The Road' zu teuer ist, kann somit wenigstens einen Teil des Soundtracks für ein paar Euro kaufen. Und Marillion-Fans werden eh schon zugeschlagen haben.

Marillion - Somewhre Else

Eigentlich könnte man die neue Marillion-CD 'Somewhere Else' mit einem Wort beschreiben. SCHROTT. Viel mehr fällt mir dazu auch nicht ein. Ich habe immerhin mehrere Anläufe gebraucht, um die CD mal am Stück durchzuhören. Denn lange vor'm Ende geht einem das Geseiere sowas von auf den Sack, dass man die Scheibe aus dem Player nehmen muss. Einfach grausam schon der Opener 'The Other Half' (wusste gar nicht, das Hogarth mit 5 Tönen und die Band mit gefühlten 2 Akkorden auskommt). Und dieses uninspirierte Gedudel zieht sich praktisch wie ein roter Faden durch die komplette CD. Rückfall in 'Afraid Of Sunlight' und 'Radiation'-Zeiten. Ich habe mich jetzt echt drei mal durch die CD gequält und irgendwie so gar nichts gefunden, was ich positives Schreiben könnte. Ein Langweiler vor dem Herrn. Sorry Jungs, aber das war gar nix.

Marillion - F.E.A.R. (VÖ:23.09.2016)
Ich nehme es gleich mal vorweg: Dass ich das nochmal erleben darf. Eine neue Marillion-CD und ich finde sie nicht scheiße oder langweilig sondern richtig gut.
Jaja ... bitte verschont mich mit bösen Hass-Mails. Es ist einfach MEIN Geschmack den ich auf meiner Seite zum Ausdruck bringe und fast alle Marillion-Scheiben aus der Hogarth-Aera fand ich langweilig bis furchtbar (mit Ausnahmen ... z.B. ‘Brave’ oder einzelne Songs von anderen CDs). Daher bin ich jetzt umso überraschter, dass ich F.E.A.R. (übrigens die Abkürzung für Fuck Everyone And Run) von vorne bis hinten durchhören kann. Woran liegt’s?
1. Konzeptalbum mit 3 Long-Songs (El Dorado, The Leavers und The New Kings), unterteilt in mehrere Parts
2. Es klingt teilweise ein bißchen nach Pink Floyd (Part 2 von El Dorado hat Anleihen von ‘Animals’)
3. Rothery kann doch noch wimmernde Gitarren-Soli (ebenfalls z.B. Part 2 von El Dorado)
4. Hogarth singt nicht alles in Grund und Boden sondern die Jungs an den Instrumenten dürfen auch mal ohne
5. Tolle Melodie-Linien,
6. Eine leichte Depri-Stimmung wie bei ‘Brave’
7. Die 2 Filler-Songs zwischen den Long-Songs (mit über 6 und 7 Minuten) sind auch gut
8. Es ist kein so inspirationsloses Gedudel wie z.B. bei ‘Radiation’.
9. Sie haben sich teilweise neu erfunden (Fett: Part 1 von ‘The Leavers’)
Was ich nicht so gut finde:
1. Hogarth nuschelt das Wort ‘Fuck’ nur wie wenn er Angst hätte dass das böse ist
2. Fish hat eindeutig die besseren Texte geschrieben.
Aber hey ... für meine Verhältnisse war das jetzt eine super Marillion-Kritik. Somit müssten Fans der Band bei F.E A.R. ausflippen und diejenigen denen es genauso geht wie mir (und ich kenne einige Leute die eine ähnliche Meinung wie ich haben) können endlich auch mal wieder zugreifen.

Martin, Tony - Scream

Viele Jahre nach der meiner Meinung nach letzten Solo-Veröffentlichung von Tony Martin ('Back Where I Belong' aus dem Jahr 1992) und nach etlichen Gast-Auftritten und Projekten von 'Mollo-Martin' bis 'Rondinelli' gibt es endlich mal wieder ein musikalisches Lebenszeichen eines meiner Lieblings-Sängers aus dem Hard Rock-Bereich, dem Ex Black Sabbath - Sänger Tony Martin. Die Haare sind ab (man trägt jetzt Glatze) und die Ideen sind auch ein bißchen ausgegangen. Die Stimme ist zwar immer noch einfach grandios und der gute Tony singt so ziemlich alle Konkurrenten aus diesem Genre an die Wand, aber so richtig zünden will das Teil bei mir nicht. Auf einem Song ist noch der gute und unvergessene Cozy Powell an den Drums zu hören, der ja im Jahr 1998 bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist ('Raising Hell ... und das klingt auch voll nach Rainbow). Außerdem darf Tony Martins Sohn Joe Harford an den Gitarren mitspielen. Nett aber muss man nicht unbedingt haben.

Martin Maheux Circle - Sibylle

Violine, Alt-Violine, Violoncello, Kontrabass, Trompete, Flügelhorn, Piano und Schlagzeug. Sicher eine etwas merkwürdige Instrumenten-Mischung, die der kanadische Drummer Martin Maheux für seinen Zirkel da zusammengesucht hat. Geboren 1975 lernte er zuerst Piano (mit 7 Jahren) nur durch Hören, danach Gitarre, um mit 11 Jahren dann sein endgültiges Instrument, das Schlagzeug, zu entdecken. Auf der Universität in Montréal studierte er 'Jazz Interpretation' und hatte danach dann auch irgendwann Berührung mit der Rock-Jazz-Progressiv - Band 'Spaced Out' (die ja auch bei Unicorn Records untergekommen ist) und 'Poly Esther' (die ich jetzt leider nicht kenne). Die erste CD von Martin Maheux 'Physics Of Light' wurde 2002 auf dem Unicorn-Records-Label veröffentlicht. Und mit 'Sibylle' (benannt nach der Tante aus der griechischen Mythologie) verschmelzt Martin Maheux jetzt ein Jazz-Quartett mit einem Streicher-Quartett mit 2 Cellos. Und herausgekommen ist eine mehr als merkwürdige Mischung zwischen verruchtem Bar-Jazz ('Tergiversation') und Kammermusik ('Mauvais Cirque'), teilweise vermischt in einem Song (z.B. in dem 15-minütigen 'Aller Simple'). Das ist schwer verdaulicher Tobak und sicher nichts für alle Tage.

Martin Maheux Circle - Requiem Pour Un Vivant

Meine Review zum Vorgänger-Werk 'Sibylle' war ja etwas verhalten. Macht Martin Maheux und sein Zirkel (der zu einem Streicher-Quintett angewachsen ist) ja fast Streicher-Musik mit Schlagzeugbegleitung. Und das hat sich natürlich bei 'Requiem Pour Un Vivant' nicht geändert. Also man muss schon ein bißchen Open-Minded sein, um mit dieser Art von Musik warm zu werden. Aber wenn man sich mal an das 'Andere' gewöhnt hat, ist es ziemlich interessant, was Martin Maheux da komponiert hat. Klar geht es eigentlich mehr in die Richtung Klassik, aber nach mehreren Hördurchgängen die ich mir gegönnt habe, könnte man auch auf die Idee kommen, hätte man das alles mit 'normalen' Instrumenten eingespielt, wäre es eine prima Prog-Scheibe geworden. Wer also auch mal das 'Außergewöhnliche' sucht und mal weit ab vom Prog eine intelligente CD anhören möchte, sollte sich mal in die Welt von Martin Maheux verirren und sich diesen Silberling gönnen. Veröffentlicht wurde das Werk natürlich wieder von Unicorn Digital und ... das garantiert wieder einen brillianten Sound ... aufgenommen wurde 'Requiem Pour Un Vivant' in den Trillium Studios von Richard Addison.

Mask - Technopia

Das Jahr 2010 ist noch nicht besonders alt ... aber ich habe jetzt schon ein tolles Highlight gefunden. Mit dem Band-Namen 'Mask' könnt Ihr jetzt vielleicht noch nicht wirklich viel anfangen. Deswegen geht's mal wieder ganz tief zurück in meine Jugend. Eine meiner absoluten Lieblings-Platten in den 70ern war 'Aircut' von 'Curved Air'. Die Platte ist von 1973 und ich habe sie, obwohl ich sie erst viel später entdeckt hatte, nahezu verschlungen (bei der Veröffentlichung war ich ja auch gerade erst mal 11 Jahre alt und hatte mit guter Musik noch nichts am Hut). Möglicherweise sagt Euch jetzt 'Curved Air' auch nicht wirlich was ... aber in der Band spielten auch schon so geniale Musiker wie Eddie Jobson (Keyboards, Violine ... und später zusammen mit John Wetton bei 'UK') oder auch Stuart Copeland, der ja dann zusammen mit Sting und Andy Summers bei 'The Police' war. Wenn Ihr irgendwo 'Air Cut' als CD findet, unbedingt kaufen. Vor allem der Über-Song 'Metamorphosis', geschrieben von Eddie Jobson, ist einfach nur genial.
Sängerin bei 'Curved Air' war Sonja Kristina, und jetzt schließt sich der Kreis, denn Sonja ist zusammen mit dem klassischen Violinisten und Komponisten Marvin Ayres (der auch die Keyboards spielt) die Band oder das Projekt 'Mask'. Unterstützt werden sie noch von Ben Wiesner (Drums, Percussions), Steve Byrd (auf einem Song Gitarre, Balalaika, Bouzouki und Oud) sowie Kirby (Gregory), der sowohl bei 'Air Cut' als auch auf 'Lovechild' zur Band Curved Air gehört hat.
Wie der CD-Titel 'Technopia' schon ein bißchen vermuten lässt, ist die Musik von 'Mask' nicht wirklich als Prog-Rock oder folkig angehauchtem Rock der ganz frühen Jahre zu beschreiben. Dafür sind die Songs zu elektronisch. Nichts desto trotz ist 'Technopia' ein wundervolles und schönes Album geworden. Der Opener und Title-Track 'Technopia' klingt in meinen Ohren ein bißchen nach Depeche Mode gepaart mit David Bowie (natürlich mit weiblichem Gesang) ... und Sonja Kristina hat in den letzten 35 Jahren überhaupt nichts verlernt ... so eine warme und gefühlvolle Stimme habe ich schon lange nicht mehr gehört. Das ist einfach weltklasse. Eine tolle Mischung aus elektronischen Beats, klassischer Violine und ein paar eingestreuten Gitarren-Riffs von Kirby. Das absolute Highlight der CD und fast 6 Minuten lang. Hätte toll zum Soundtrack von 'Wir Kinder vom Bahnhof Zoo' gepasst. 'Ice Winter' geht auch in eine ähnliche Richtung, ist aber ein bißchen getragener. Die Vocals sind eher geflüstert und geheimnisvoll. 'Time To Let Go' hätte locker auch als Bowie-Song durchgehen können. Eingängige Melodie, sparsame Instrumentierung und einfach schön. Danach folgt mit 'Sound And Visions' ein Bowie-Cover, das zwar nah am Original ist, aber trotzdem etwas Mask-Eigenes hat. Toll gemacht und super gesungen. Eigentlich besser als das Original. Das nächste Highlight folgt zugleich, denn 'Space In Between' geht in eine ähnliche Richtung. Wobei Sonja Kristina hier sogar ein bißchen nach Annie Lennox klingt. Herrlich gefühlvoll gesungen, die Violine passt wie die Faust auf's Auge. 'Precious Hours' ist dann ein bißchen schneller, hat aber auch viel Atmosphäre. 'Faithless' ist etwas piano-lastig und könnte locker als ein toller Bar-Song durchgehen. 'This Is A Wrong Turn' haut in die selbe Kerbe ... viel Gefühl und noch mehr Gefühl. Das 2-minütige 'Deep Creep' hört sich etwas seltsam an ... fast instrumental, ohne Text aber mit mehrschichtigen Stimmen. 'Pumpin Up The Whisper' ist eines der rockigeren Stücke und wenn man nicht wüsste, dass das gar keine Gitarre mitspielt sondern ein elektrisches Cello ... man wäre voll auf dem Holzweg. Hat viel Groove und die Art des Refrains könnte fast von Jefferson Airplane sein. Großes Kino. 'Before I Leave', wieder mit Kirby an der Gitarre, ist auch eher rockig, driftet aber ab und zu ein bißchen ins jazzige ab (vor allem das Piano). Ein ganz anderes Gesicht von 'Mask', aber nicht schlecht gemacht. 'Your God' ist dann nur mit Marvin Ayres (der offensichtlich auch ein guter Sänger ist) und Ben Wiesner ... sehr melancholisch und schlicht schön ... vor allem die Violine gegen Ende. Den Abschluss bildet dann 'Undulations', einem 9-Minuten-Stück ohne Lyrics, das richtig schön dahinplätschert ... könnte Filmmusik in einem Dokumentarfilm über die wunderschönen Landschaften Islands (oder so ähnlich) sein.
Ich freue mich ungemein, dass ich an diese CD rangekommen bin. Meine CD-Sammlung hätte ohne diese Scheibe eine große Lücke gehabt. Im Moment ist es glaube ich noch ein bißchen schwierig, die CD in Deutschland zu bekommen ... zumindest haben die üblichen CD-Kaufhäuser den Silberling nicht gelistet. Aber ich hoffe mal darauf, dass es noch einen Vertrieb in Deutschland geben wird, der sich dieser Sahneschnitte annimmt. Bis dahin könnt Ihr Euch auf
Youtube das Video zu Technopia anschauen oder auf MySpace stöbern. Ein sensationelles Album.

Masterplan - Masterplan

In meinem Gästebuch befindet sich eine 'Beschwerde', warum ich von Helloween noch keine Review auf meinen Seiten habe. Die Antwort ist ganz einfach. Ich besitze keine Helloween-CD und bis jetzt hat mir auch noch niemand eine Gast-Kritik geschickt. Aber zumindest so halb kann ich jetzt den Wunsch des Gästebuch-Schreibers erfüllen. Denn hinter der Band 'Masterplan' verstecken sich die bei Helloween verjagten Roland Grapow (Gitarre) und Uli Kusch (Drums). Als Sänger konnten sie keinen geringeren als Ausnahme-Shouter Jorn Lande (Millenium, Ark) gewinnen, der neben Tony Martin sicher zur Zeit einer der besten Metal-Sänger ist. Und entsprechend genial geht's auch zur Sache. Ein Metal-Feuerwerk vom Feinsten, bei dem, wer hätte es gedacht, vor allem Jorn Lande heraussticht und die restlichen Musiker auch ausgiebig glänzen können. Ich kann nur jedem (Melodic-) Metal-Fan empfehlen, die Scheibe zu kaufen. Was besseres wird wahrscheinlich im Jahr 2003 in dieser Musik-Richtung nicht mehr veröffentlicht. Zumindest liegt die Messlatte bereits im Januar ganz schön hoch.

Masterplan - Aeronautics

Das Debut-Album der Band um die beiden Ex-Helloween-Jungs Uli Kusch und Roland Grapow zusammen mit Ausnahme-Shouter Jorn Lande aus dem Jahr 2003 konnte man ja nur ganz einfach als 'sensationell' bezeichnen. Und endlich gibt es den Nachfolger 'Aeronautics', der dem Vorgänger zwar ein bißchen nachsteht - so die richtig großen Kracher sind mit Ausnahme von 'Crimson Rider' (fett fett fett), 'Back For My Life' (das ich völlig überrascht neulich sogar auf Viva oder MTV gesehen habe), 'Headbangers Ballroom' (tolle eingängige Melodie) und dem fast 10-minütigen 'Black In The Burn' (toller Song) - aber auch nicht enttäuscht. Wahrscheinlich war die erste Masterplan-CD einfach zu gut und nicht mehr zu toppen. Die meisten Bands aus diesem Genre wären wohl froh, wenn sie nur einmal in ihrer Bandgeschichte ein Album wie 'Aeronautics' veröffentlichen würden, für Masterplan-Verhältnisse ist's dann eher fast ein 'Rückschritt'. Trotzdem natürlich ein Kauftip für alle Metal-Fans.

Masterplan - MK II

Nach dem Abgang von Schlagzeuger und Masterplan-Mitbegründer Uli Kusch und vor allem dem charismatischen und unverwechselbaren Sänger Jorn Lande war ich doch recht skeptisch, ob die Band noch so gut sein wird. Aber der mehr als adäquate Ersatz an den Drums (kein Geringerer als Mike Terrana, der ja bei Rage ausgestiegen ist) sowie der ehemalige Riot-Sänger Mike DiMeo lassen gar keinen Zweifel aufkommen ... Masterplan sind auch weiterhin weit vorne in der Rangliste der Melodic-Metal-Liga. Dabei finde ich vor allem angenehm und auch konsequent, dass Neu-Sänger Mike DiMeo gar nicht versucht, wie Jorn Lande zu klingen sondern seinen eigenen Gesangs-Stil einbringt. Masterplan-Fans sowie Liebhaber des genannten Musik-Genres können mal wieder blind zuschlagen. Nett auch die Aufmachung in der limitierten Metall-Box, die neudeutsch 'Tincase' heißt und auch noch einen Video-Clip beinhaltet.

Maxxess - Ultra

Musik aus der wildesten Gegend des wilden Südens ... ist doch die Ostalb vor Jahren mal im Radiosender SWR3 als wildeste Region 'ausgezeichnet' worden. Maxxess ... die 'Band' besteht nur aus Max Schiefele, der alle Instrumente (Gitarre, Bass, Synths, Drums) spielt und zufälligerweise auch noch mein Jahrgang ist :-) ... gibt es schon seit vielen Jahren, denn Ende der 90er hat Max Schiefele nach diversen Band-Zugehörigkeiten beschlossen, unter dem Namen 'Maxxess' seine eigene instrumentale Musik zu veröffentlichen. Und seit dem sind bereits 6 CDs (eingelschlossen der vorliegenden 'Ultra') eingespielt worden. Grundsätzlich möchte ich mal sagen, dass mir 'Ultra' tierisch gut gefällt obwohl oder vielleicht auch weil der Gesang komplett fehlt. Aber Max Schiefele hat so viele Melodie-Ideen die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. So ein Erlebnis hatte ich zum letzten Mal beim erstmaligen Hören von Neal Schon's genialer CD 'Late Nite'. Herrliche Gitarren-Läufe, Breaks, super untermalt mit den restlichen Instrumenten. Eigentlich schade, dass ich Maxxess erst jetzt kennen gelernt habe. Eine richtig geniale Scheibe, die sowohl der Prog-Freund als auch der angehauchte Metaller haben muss. Geht unbedingt auf seine Homepage oder MySpace-Seite, hört euch diese geile Mucke an und kauft dann recht fleißig die CD. Muss man unbedingt haben.

Maxxess - Green Fairy (VÖ: 28.04.2014)

Von der Vorgängerscheibe ‘Ultra’ des schwäbischen Multi-Instrumentalisten Max Schiefele, der unter dem Projektnamen ‘Maxxess’ seine CDs veröffentlicht, war ich ja mehr als begeistert (siehe meine Review) und habe sie mit so Meisterwerken wie ‘Late Nite’ von Journey-Gitarristen Neal Schon verglichen.
Und mit Green Fairy legt Max Schiefele ein weiteres Meisterwerk nach, das den Vergleich mit dem Vorgänger nicht scheuen braucht. Wieder ist es ein bockstarkes, atmosphärisches, melodisches und von vorne bis hinten überzeugendes Werk geworden.
‘Green Fairy ist das erste Konzeptalbum von Maxxess, das von den Läufen Max Schiefeles durch die Schweiz und Frankreich inspiriert wurde, getrieben von der Faszination vom Mythos um ein grünes Getränk :-). Da hier wohl eindeutig Absinth gemeint ist, erkennt man an dem im Booklet abgedruckten Zitat von Oscar Wilde und ich hoffe mal, dass sich Max Schiefele nach dem Genuss des Getränkes danach nicht das Ohr abgeschnitten hat (Kunstliebhaber wissen was ich meine).
Auf jeden Fall gibt es wieder wunderschöne Melodie-Linien, herrliche Gitarren-Riffs, Solis bis zum geht nicht mehr, coole Keyboard-Untermalung, fette Breaks, zwischendurch sphärische Klänge und ab und zu geht es auch mal wieder etwas härter zur Sache. Prog-Freunde die auf instrumentale CDs stehen, sollten hier unbedingt zugreifen. Echt ein geniales Werk. Zu bestellen unter www.klangdesign-records.de .

Meat Loaf - Couldn't Have Said It Better

Nach Alkohol- und Drogenexzessen, Identitätskrisen, mehreren Kinofilmen und dem Verlust von ca. 40 Kilos hat es Meat Loaf mal wieder zu einer CD gebracht. Die CD wurde zwar ohne die Hilfe von Jim Steinman (der ja zusammen mit Meat Loaf so geniale Sachen wie die zwei Bat Out Of Hell - CDs verbrochen hat) geschrieben und produziert, aber irgendwie klingt's doch genauso bombastisch und theatralisch. Stimmlich hat Meat Loaf eher noch zugelegt (obwohl weniger Resonazkörper) und vor allem die Duette mit den Mädels (z.B. der Titelsong mit Patti Russo) sind einfach erstklassig.
Auf der regulären Einzel-CD gibt' als Bonus-Tracks dann noch zwei Live-Aufnahmen von 'Bat Out Of Hell' und 'You Took The Words ...'. Aber wer die CD unbedingt haben will, sollte schauen, dass er die limitierte Doppel-CD bekommt. Auf der zweiten CD sind dann noch 2 DVD-Tracks (live) , ein Video (Did I Say That) und ein MP3-File von 'Two Out Of Three Ain't Bad' drauf.
Achtung: Die CD hat einen Kopierschutz mit eigenem Player für Computer, der einfach nur SCHEISSE klingt. Wer seine CDs also im PC abspielen will, sollte auf das Teil einfach verzichten, da das wirklich rausgeschmissenes Geld wäre. Ansonsten sicher eine lohnende Anschaffung. Zwar kein 'Bat Out Of Hell Part 3' aber trotzdem ganz gut.

Meat Loaf - Bat Out Of Hell III (The Monster Is Loose)

Mit über 77 Minuten randvoll gepackt ist Teil 3 von 'Bat Out Of Hell'. Auch wenn's ein kleiner Etiketten-Schwindel ist, denn von Ur-Songschreiber Jim Steinman sind gerade mal die Hälfte der Songs. Aber das macht die CD nicht unbedingt schlechter, denn der 'Rest' ist teilweise nicht ganz so schmalzig-bombastisch sondern sogar recht heavy (wie z.B. der Opener 'The Monster Is Loose' mit fetter Gitarre, das aus der Feder von Desmond Child stammt). Aber es dürfen natürlich auch nicht die zum Dahinschmelzen geeigneten Duette mit den Weibchen fehlen. So wird ja zur Zeit das 'It's All Coming Back To Me Now' mit der weiblichen Stimme von Marion Raven im Radio rauf und runter genudelt. Und die gute Patti Russo hat er wieder ausgegraben (die ja schon auf anderen Meat Loaf-CDs singen durfte). Und ... kein Geringerer als Brian May (Queen) zeigt auf einem Song auch mal kurz sein Können. Insgesamt kann Bat Out Of Hell III natürlich den immerhin schon 30 (!) Jahre alten ersten Teil nicht toppen und kommt auch nicht annähernd ran. Aber eine 'nette' und empfehlenswerte Fortsetzung ist es allemal.

Kritik von Siggi Greck:

Nach Teil I von 1977 und Teil II aus dem Jahr 1993 folgte nun im Jahr 2006 der dritte Teil von Bat Out Of Hell. Nachdem die ersten beiden Teile komplett von Jim Steinman komponiert und produziert wurden, hat er zu Teil drei „nur“ die Hälfte der Songs beigesteuert. Der Rest kommt grösstenteils von den Hitlieferanten Desmond Child (Kiss, Cher, Bon Jovi, Alice Cooper, usw.) und Diane Warren (Celine Dion, Starship, Toni Braxton). Desmond Child hat die CD auch produziert.
Vorab möchte ich Roland zustimmen: Toll, dass es Teil III überhaupt gibt – ich halte die CD insgesamt für sehr gut gelungen und freue mich auch, dass „normale“ Rockmusik noch den Weg in die deutschen Charts findet. Allerdings scheinen Jim Steinman schon langsam die Ideen auszugehen: Schon bei Teil II hat er sich selbst beklaut, was sich in Teil III fortsetzt. „It´s All Coming Back To Me Now“ und „The Future Ain`t What It Used To Be” hat er bereits mit der Band Pandora`s Box 1989 veröffentlicht („It`s All Coming Back …“ wurde auch schon von Celine Dion interpretiert, “Bad For Good” erschien auf der kaum beachteten, gleichnamigen Platte von Jim Steinman, die bereits 1981 erschienen ist (für Bat Out Of Hell II hat er ebenfalls bereits 4 Titel seines Soloalbums und 1 Titel von Pandora`s Box verwendet, das komplette Musical „Tanz der Vampire“ war ebenfalls schon Recyclingware). Alle Titel wurden von Meat Loaf aber hervorragend interpretiert. Auch mir gefällt der Rocker „The Monster Is Loose“ ganz hervorragend.
Ich hoffe auf jeden Fall, dass es noch einen weiteren Teil geben wird, und dass Jim Steinman doch mal wieder neue, geniale Einfälle hat. Ansonsten werden wir wohl auf der nächsten CD von Meat Loaf „Total Eclipse Of My Heart“, “Holding Out For A Hero” und “Faster Than The Speed Of Night” von Bonnie Tyler sowie „Making Love Out Of Nothing At All“ von Air Supply wiederfinden

Meat Loaf - Hang Cool Teddy Bear

Herr Meat Loaf beglückt uns auch mal wieder mit einer neuen CD. Aber nach dem erstmaligen Hören von ‘Hang Cool Teddy Bear’ frage ich mich echt, ob das sein musste. Ich war ja in meiner Jugend absoluter Fan von Meat Loaf und ‘Bat Out Of Hell’ gehört auch heute noch zu meinen Lieblingsalben (und ich kann sie komplett auswendig) doch seine jetzigen Songschreiber schaffen es leider nicht, an die Songs dieses genialen Werks heranzukommen. Auffällig ist, dass Meat Loaf auf jeden Fall härter und nicht mehr so Opern-Bombastisch ist ... das könnte jetzt fast als Hard Rock durchgehen, was auch ein bißchen an den fetten Gitarren-Parts liegt. Erwähnen möchte ich noch, dass mal wieder Brian May auf einem Song mitspielt (oder mitspielen soll ... man hört’s nicht wirklich raus) und auch Steve Vai darf auf 2 Songs Gitarre spielen. Und kein Geringerer als Dr. House (also Hugh Laurie) spielt bei einem Song Piano. Aber mehr fällt mir zu der Scheibe nun wirklich nicht ein. Nette Unterhaltung neben dem Auto-Fahren aber mehr auch nicht. Muss man nicht unbedingt haben.

Mechanimal - Mechanimal (VÖ: 14.06.2013)

Endlich habe ich mal wieder die Gelegenheit, eine außergewöhnliche CD weit weg von dem Namen meiner Homepage vorstellen zu dürfen, für die es sich aber trotzdem lohnt ein paar Euro auszugeben.
Die Band ‘Mechanimal’ stammt aus Griechenland, wurden 2011 von Keyboarder Giannnis Papaioannou gegründet (und der als Pionier der griechischen Elektro-Szene gilt) und die Musik zu beschreiben fällt mir ein bißchen schwer. Die Band selbst bezeichnet ihren Stil als ‘drone ‘n’ roll’ (hä??), ich würde eher mal sagen, dass das eher Dark Wave ist oder auch ein bißchen Krautrock mit Shoegaz-Elementen und einer Prise Ambient. Alles klar??
Ich versuch’s zu erklären. Insgesamt ist die Stimmung auf allen Songs eher melancholisch und schwer. Es gibt sehr viel Synths aber auch fette Gitarrenwände durch Gitarrist Tassos Nikogiannis dazwischen. Und dann noch einen sehr durchdringenden, tiefen (Sprech-) Gesang von Freddie F.
Und live gibt es dann auch noch ein visuelles Erlebnis, für das eine gewisse Angeliki Vrettou zuständig ist (und man z.B. auf Youtube betrachten kann. Dort kann man sich auch einen Eindruck der musikalischen Außergewöhnlichkeit der Griechen machen. Mehr Infos über die Band gibt es auch auf ihrer Homepage, die glücklicherweise auf Englisch ist.

Meier, Nicolas - Infinity (VÖ:14.10.2016)
Nicolas Meier, auf meiner Homepage schon vertreten mit der CD ‘Chasing Tales’, die er zusammen mit Pete Oxley eingespielt hat (siehe meine Review unter ‘Oxley, Pete / Meier, Nicolas beim Buchstaben ‘O’), hat sich für sein neuestes Werk ‘Infinity’ zwei hochklassige Musiker ins Boot geholt. Vinnie Colaiuta (Drums), der schon auf Massen von Studio-Outputs vieler völlig unterschiedlicher Künstler mitgewirkt hat (Zappa, Sting, André Heller, Gino Vannelli, Joni Mitchell, Olivia Newton-John, Billy Joel, Tori Amos, Al Stewart, Tony Banks, Joe Cocker um nur ein paar zu nennen) sowie Jimmy Haslip (Bass), der ebenfalls eine außergewöhnliche musikalische Vita vorweisen kann (Bruce Hornsby, Tommy Bolin, Allan Holdsworth, Chaka Khan, Al Jarreau, Donald Fagen, Michael Sembello, Joe Cocker ...). Nicolas Meier selbst ist aber auch kein unbeschriebenes Blatt, tourte er doch mit Jeff Beck, mit seiner Metal-Band ‘Seven7’ und auch mit seiner anderen Band ‘Nicolas Meier Group’. Unterstützt wird er auf ‘Infinity’ zusätzlich von 3 Violinisten (Richard Jones, Sally Jo und Lizzie Ball) sowie auf einem Stück noch durch Grogor Carle an der Gitarre.
Die Aufzählung der Musiker verrät schon, dass auch ‘Infinity’ eine rein instrumentale CD geworden ist, auf der nicht wirklich überraschend das äußerst virtuose Gitarrenspiel von Nicolas Meier - meist auf der akustischen Gitarre, leider viel zu selten auf der Elektrischen - im Vordergrund steht. Und dass als ‘Executive Producer’ kein Geringerer als Leonardo Pavkovic (vom Moonjune-Label New York) genannt ist, lässt erahnen, dass die Musik von Infinity in die jazzige Richtung geht. Aber was ich auch schon bei ‘Chasing Tales’ geschrieben habe, trifft auf ‘Infinity’ ebenfalls zu. Es ist höchstens Jazz light, also wirklich für alle Ohren hörbar. Die Songs sind teilweise etwas orientalisch angehaucht (wie z.B. der Opener ‘The Eye Of Horus’ oder auch ‘Yemin’, das auch auf Jeff Beck - Konzerten gespielt wurde), manche Songs gehen in die gechillte Bar-Jazz-Richtung (wie z.B. ‘Still Beautiful’), haben magische Momente, wenn Gitarre und Violine zusammen die Melodie spielen (z.B. ebenfalls das schon genannte ‘Yemin’), sind Jeff Beck gewidmet (‘Legend’ ... unglaublich wie schnell und präzise Nicolas Meier sein Instrument beherrscht, da sitzt wirklich jeder Ton perfekt), es wird fast klassisch (‘Rose On Water’), manchmal ein bißchen zu jazzig für mich (‘Flying Spirits’). Ein Hauch von Neal Schon’s ‘Late Nite’ kommt durch (für mich eine der CDs die ich auf eine einsame Insel nehmen würde) bei ‘Serene’ und ganz am Schluss gibt es sowas wie eine faustdicke Überraschung mit ‘JB Top (for Billy Gibbons)’. Und wer Billy Gibbons kennt, weiß jetzt schon in welche Richtung der Song geht. Er ist einer der Lang-Bärte von ZZ Top und der Song rockt unglaublich (mit endlich auch mal der E-Gitarre). Cooler Abschluss.
‘Infinity’ kann ich jedem Musikliebhaber nur ans Herz legen. Und Hobby-Gitarristen (wie ich) werden wahrscheinlich nach dem Hören der CD erst mal ihr Instrument nicht mehr anfassen vor lauter Frust. Mehr Infos über Nicolas Meier gibt es auf seiner Homepage. Dort kann die CD auch bestellt werden. Es gibt sie aber auch bei Amazon im Moment für unschlagbare 9,99 Euro.

Meisel, Hubi - EmOcean

Dass in München neben der wohlbekannten Bussi-Bussi-Gesellschaft auch eine kleine aber feine Prog-Szene existiert, wissen wir spätestens seit der Band RPWL. Auch Hubi Meisel ist irgendwann mal in München gelandet und wurde der Sänger der Prog-Metal-Band 'Dreamscape', die u.a. im Vorprogramm von Axel Rudi Pell spielten und 1999 mit der CD 'Very' vor allem in Japan aber auch in Europa etwas bekannt wurden. 'Musikalische Differenzen' (so sagt man das wohl immer) führten dann dazu, dass Hubi Meisel bei Dreamscape wieder ausgestiegen ist und im Jahr 2002 eine erste Solo-CD veröffentlicht hat, die 80er-Jahre Cover-Versionen beinhaltete. Diese CD ging allerdings irgendwie an mir vorbei (und ich finde auch nicht, dass diese Beschreibung jetzt irgendwie spannend klingt). Okay ... jetzt gibt es eine weitere CD von Hubi Meisel mit dem Titel EmOcean (man könnte das natürlich auch wie 'Emotion' deuten), einem Konzept-Album über den (oder die ?) Sargasso See (bzw. das Bermuda-Dreieck), bezaubernde Unterwasserwelten und der versunkenen Stadt Atlantis, also der griechischen Mythologie. Aufgeteilt ist das Album in 3 Teile. Die Story in kurzen Worten: (Part 1:) Ein Mann fährt mit seinem Segelboot auf der Saragossa See (bei den Bermudas), kommt in einen Tornado, Poseidon taucht auf und zeigt auf das Sternbild des Delphins. Prompt taucht auch ein (echter) Delphin auf und der Mann wird von ihm in die Tiefe gezogen direkt nach (Part 2:) Atlantis, dem versunkenen Kontinent. Er bekommt von den Atlantern eine wichtige Botschaft, die er der Welt mitteilen soll. (Part 3:) Ein Seeungeheuer bringt ihn wieder an die Oberfläche und ein Schiff der Argonauten bringt ihn nach Hause, wo er die empfangene Botschaft verbreitet, nämlich dass noch nicht alles zu spät ist. So ganz kurz zusammengefasst ... die ganze Geschichte gibt es aber (zusammen mit vielen weiteren historischen Informationen) im Internet unter www.hubimeisel.com (und dort unter 'read more about EmOcean'). Hochinteressant kann ich nur sagen. Und die Musik steht dem eigentlich in nichts nach. Finde ich Part 1 zumindest nach dem recht knackigen Opener 'Lost In The Waters Of Sargasso' noch ein bißchen zäh und ab und zu fast zu poppig, ist der Atlantis-Teil (mit insgesamt fast einer halben Stunde) schlichtweg genial und auch Part 3 ist echt gelungen. Die Musik wurde übrigens geschrieben von dem (französischen ?) Keyboarder Vivien Lalu, der mir bis jetzt völlig unbekannt war. Des weiteren sind dann noch Marcel Coenen (Gitarre - bekannt von Sun Caged), Daniel Flores (Drums - von Mind's Eye) und Bamby (eigentlich Jean B. Affonco am Bass) dabei. Wirklich toll ist neben dem Gesamtkonzept und der glasklaren Produktion die Musik, die (vor allem auch teilweise wegen dem Gesang von Hubi Meisel, wenn er etwas 'härter' singt) teilweise an Vanden Plas erinnert, aber insgesamt eigentlich kein reiner Prog-Metal ist ... dafür ist die Sache ab und zu zu sphärisch und es gibt (herrlich) zu viele wimmernde Gitarren. Leichte Anleihen an (alte bis mittelalte) Marillion sind auch zu erkennen. Kurzum eine Scheibe, die sich der Prog-Fan nicht entgehenlassen sollte. Am einfachsten gibt's den Silberling im Shop von Hubi Meisel unter der obigen Internet-Adresse zur Zeit für schlappe 12 Euro (plus 2 Euro Porto). KAUFEN !!!!

Meisel, Hubi - Kailash

Vom letzten Konzept-Album des Münchner Sängers Hubi Meisel ('EmOcean'), das im Jahr 2003 veröffentlicht wurde, war ich ja mehr als begeistert. Und jetzt gibt es endlich den Nachfolger 'Kailash', der, auch wieder als Konzept-Album angelegt, von den Mysterien der buddhistischen / hinduistischen Kultur handelt. Inhaltlich geht es darum, dass ein Mann, begleitet von einem majestätischen Schneelöwen die beschwerliche Wanderung über den Himalaja zum heiligen Berg Kailash auf sich nimmt, um dort in einer sagenumwobenen Höhle ein lang gehütetes Geheimnis zu entdecken. Leider liegt mir von 'Kailash' nur eine Vorab-Promo-CD ohne Texte vor. Deswegen kann ich Euch nicht sagen, ob ihm das Geheimnis tatsächlich offenbart wird ... das müsst Ihr also nach dem Kauf der CD schon selbst rausfinden. Aber es ist mal wieder eine mehr als interessante Geschichte geworden. Die Musik stammt, wie auch schon 'EmOcean', von dem französischen Keyboarder Vivien Lalu, die Texte und Vocal-Melodien von Hubi Meisel selbst. Weiter dabei sind wie schon auf 'EmOcean' der Gitarrist von 'Sun Caged' Marcel Coenen, der eine tollen Job abliefert (hier sei auch nochmal die letzte Sun Caged -CD empfohlen) und der Drummer von 'Mind's Eye' Daniel Flores, der auch eine klasse Rhythmus-Arbeit macht. Neu dabei sind Jorge Salán ('Mägo De Oz') an der zweiten Gitarre und für mich jetzt wegen dem dann doch ziemlich unterschiedlichen Musik-Background etwas überraschenden Therion-Bassisten Johan Niemann, der aber ganz schön fett rüberkommt.
Vergleiche ich 'Kailash' mit 'EmOcean' fällt mir auf, dass die neue Scheibe etwas härter und prog-metalliger geworden ist. Und das trifft auch auf die Stimme von Hubi Meisel zu, der (äußerst positiv) teilweise etwas dunkler klingt als früher. Es ist schwierig, aus 'Kailash' einzelne Highlights herauszuheben, weil die Scheibe (einschließlich der 2 Bonus-Tracks, die alleine fast 10 Minuten ausmachen) in sich schlüssig ist und einfach zusammengehört. Aber müsste ich doch ein paar Songs herausheben, wären das 'Snow Lion' (das hat alles, was einen Prog-Metal-Song ausmacht), 'Shiva's Dance' (fett, das könnte auch von Threshold sein) und natürlich das 10 1/2-minütige 'Wheel Of Life'. Hubi Meisel hat mal wieder großes Musik-Kino abgeliefert und ich kann nur hoffen, dass die CD 'Kailash' den Erfolg erzielt, den sie verdient hat. Und am Besten bestellt Ihr die CD bei
www.lionmetal.de. Dort bekommt Ihr die Scheibe im Digi-Pack mit den 2 Bonus-Tracks zur Zeit für 12.90 Euro. Mehr Infos über Hubi Meisel gibt es auf seiner Homepage.

Melted Space - The Great Lie (VÖ:16.10.2015)
Mal wieder eine CD aufgrund ein paar Kritiken gekauft und (ein bißchen) reingefallen. Außerdem sind Melted Space jetzt im Frühjahr zusammen mit Myrath und Symphony X auf Tour und ich wollte mich schon mal warm hören, weil ich mich auch für die Vorgruppen interessiere.
Gelobt wurde die Scheibe vor allem wegen der Ähnlichkeit zu Ayreon, weil es eine Art Rock Oper ist und voll der Prog. Naja ... von Ayreon kann ich jetzt nicht wirklich was entdecken, eine Rock Oper ist es sicherlich (durchgehende Story, viele Charakter mit diversen Sängern und Sängerinnen) und Prog? Ja klar, vieles ist Prog.
Melted Space ist das Baby des eigentlich klassisch ausgebildeten französischen Musikers Pierre La Pape (Piano, Keyboards), der das Werk auch geschrieben hat. Anfänglich finde ich das ganze Teil ziemlich platt und langweilig (alles schon mal dagewesen und wirklich nicht überraschend) und auch die einzelnen Charakter hauen mich nicht vom Hocker. Liegt vielleicht auch ein bißchen an den gewählten Sängern, die mir dazu noch völlig unbekannt sind. Lediglich Aylin (Giminez Garcia), die man von Sirenia kennt, macht einen ganz guten Job und Gitarrist Adrien Grousset darf ab und zu glänzen. Klingt irgendwie ein bißchen nach einem billigen Abklatsch von Edenbridge. Ganz böse sind allerdings die Growls von Mikael Stanne (Dark Tranquillity) und David Vincent (keine Ahnung woher), das macht’s sogar ein bißchen witzig und dramatisch.
Zum Glück wird die Scheibe in der Mitte schlagartig besser ... oder ich habe mich eingehört. Ab Song 6 (Trust & Betrayal) gibt es ein geniales Duett zwischen Gut (Guillaume Bideau) und Böse (geiler Scheiß von Mikael Stanne). Danach folgt für mich das Highlight mit ‘Glass Castle’s Beast’ mit Kobi Fahri (Orphaned Land) und Niklas Kvarforth (Shining). Da wird’s dann richtig geil. Aber ich mag Kobi ja eh als Sänger. Die Background-Schlampen (unter Andrem auch Ex-Serenity Sängerin Clémentine Delauney, die für mich auch einen Haupt-Part hätte übernehmen können) sind da aber eher unnötig. Auf dem Song ‘The One Who Lost Faith’ soll dann ein gewisser Arjen Anthony Lucassen ein Gitarren- und Synth-Solo spielen ... hmm ... abgesehen davon dass das Lied völlig scheiße ist (Musical ich lass Dir grüßen), die 50 Sekunden unspektakuläres Gitarren-Solo hätte jeder andere auch hin bekommen und klingt nicht mal nach Herrn Lucassen und die paar Sekunden Synthies ... okay, das ist Ayreon. Hauptsache einen wichtigen Mann eingekauft den man dann als Button auf’s Cover kleben kann.
Na gut, insgesamt hauen mich die 55 Minuten nicht vom Hocker. In dieser Richtung gibt es ganz sicher Besseres. Aber ich lasse mich auf der Symphony X - Tour gerne eines Besseren belehren.

Mercury, Freddie - Solo

Nachdem die CD 'Barcelona' des verstorbenen Queen-Sängers (mit der spanischen Opern-Sängerin Montserrat Caballé) leider im Handel nicht mehr erhältlich ist und sich die Scheibe alleine schon wegen dem Lied 'Guide Me Home' lohnt, mußte ich in den sauren äh teueren Apfel beissen, und mir die 3-fach-CD 'Solo' zulegen. Hierbei handelt es sich im Einzelnen um die Silberlinge 'Mr. Bad Guy' (u.a. mit den Hits I Was Born To Love You, Your Kind Of Lover und Living On My Own sowie der Originalversion von Made In Heaven), der obengenannten 'Barcelona' und einer 'Bonus-CD' mit ein einem Remix sowie u.a. den Titeln I Can Hear Music (den Freddy Mercury bereits 1973 unter dem Namen Larry Lurex veröffentlicht hat), Love Kills und The Great Pretender. Für knapp 40.- DM auf jeden Fall eine lohnenswerte Anschaffung für alle Queen - und Mercury-Freunde.

Mercury Tide - Why ?

Nach dem Split der deutschen Power Metal Band 'Angel Dust' war es ja recht ruhig um die Musiker. Und als erstes Lebenszeichen gibt es eine CD von Sänger Dirk Thurisch, der die Band 'Mercury Tide' gegründet hat. Die Scheibe fängt mit dem Titelstück 'Why ?' auch an, wie die letzte CD von Angel Dust 'Of Human Bondage' geklungen hatte. Toller Song, der Hoffnung auf einen guten Neuanfang macht. Bei Titel 2 'This Never Ending Dreaming' wurde dann so richtig böse bei Metallica (Nothing Else Matters) geklaut. Auch ein paar weitere Songs sind richig klasse. Aber so die volle Begeisterung will bei mir dann doch nicht aufkommen, denn insgesamt ist 'Why ?' zwar ein recht netter Anfang aber einfach zu wenig. Ich werde aber 'Mercury Tide' weiter 'unter Beobachtung' halten.

Mercury Tide - Killing Saw

Wer meine Reviews auf meinen Seiten aufmerksam durchgelesen hat, wird bestimmt mal auf die Band ‘Angel Dust’ und eben ‘Mercury Tide’ gestossen sein, die ich Ende des letzten Jahrtausends und auch am Anfang des 21. Jahrhunderts besprochen habe. Bei beiden Bands hat ein gewisser Dirk Thurisch gesungen, und der war damals meiner Meinung nach einer der besten Sänger des Genres. Über 10 Jahre was es nun ruhig um Dirk Thurisch (zumindest ist er mir nie mehr auf einer CD über den Weg gelaufen) und diverse Versuche, die (wirklich gute Band ‘Angel Dust’ wieder zu beleben liefen wohl schief. Deswegen hat Dirk Thurisch jetzt sein Projekt ‘Mercury Tide’ auferstehen lassen und geht nach dem Erstlingswerk ‘Why’ aus dem Jahr 2003 (siehe meine Review ... damals war ich allerdings nicht ganz so angetan wie von den CDs seiner Stamm-Band) nun mit völlig neuen Musikern wieder an den Start. Und was soll ich sagen? Stimmlich hat Dirk Thurisch überhaupt nichts eingebüßt (er singt immer noch göttlich und kraftvoll) und ein Händchen für Melodien hat er auch noch. Nach dem kurzen Opener ‘In The Shame Of Trust’ gibt’s mit dem Titelstück ‘Killing Saw’ gleich mal was auf die Ohren. Könnte mit dem eingängigen Refrain gleich mal live eine Hymne werden (und steht alten Angel Dust - Songs in nichts nach). Und es geht grad so weiter. ‘Home’, ‘Searching’ ... beides vom selben Kaliber. Danach wird es etwas ruhiger mit der Halb-Ballade ‘World Of Pain’ (naja, zumindest die erste Hälfte ist ne Ballade). Weitere Highlights sind auf jeden Fall ‘Out Of The Darkness’, das geile ‘Alone In My Room’ (toller gefühlvoller Song, bei dem vor allem Gitarrist Dirk Thurisch glänzen kann ... ja, der Mann kann nicht nur gut singen !!) und eigentlich der ganze Rest der CD. 11 Songs, knapp 50 Minuten, überhaupt kein Durchhänger (höchstens der letzte Song ‘Have No Fear’ ist ein bißchen arg poppig). Die Metal-Fraktion kann sich freuen, dass Dirk Thurisch wieder aus der Versenkung aufgetaucht ist und einfach nichts verlernt hat. Wirklich toll gemacht. Veredelt wurde die Scheibe übrigens von Eroc, der ja auch für diverse CDs von Firewind bis Mystic Prophecy verantwortlich ist, und das verspricht einen brillianten und kraftvollen Sound. Mehr Infos gibt es natürlich auch auf der Band-Homepage.

Metallica - St. Anger

Jahre musste die Metal-Gemeinde warten, bis die Heavy-Götter Metallica mal wieder eine richtige Studio-CD rausbringen. Und nach Entziehungskur von Sänger James Hetfield und dem Austausch des Bassisten (auf St. Anger spielt Produzent Bob Rock den Bass und zwischenzeitlich wurde auch 'richtiger' Ersatz für Jason Newsted in Ex-Ozzy-Bassist Robert Trujillo gefunden) klingen Metallica so frisch und unverbraucht wie lange nicht mehr. Es geht zwar auf den ca. 75 Minuten fast durchgehend gar heftig zur Sache (nur wirklich nur ein paar kleine Ruhepausen sind zwischendurch eingestreut wobei ich von einer Ballade nicht reden will) und der Sound ist eher 'gewöhnungsbedürftig, doch ich würde davor abraten, die CD nach erstmaligem Hören genervt zur Seite zu legen. Die zündet wirklich erst ziemlich spät. Eigentliches Highlight ist aber ... zumindest bei der limitierten Erst-Ausgabe neben dem individuellen Zugangscode für Handy-Klingeltöne und Song-Downloads die KOSTENLOSE (jawoll, das Teil kostet wirklich nix extra) DVD, wofür Metallica die komplette CD im Studio nochmals live zum Zuschauen gespielt und aufgenommen haben. Das finde ich einfach vorbildlich und zeigt, dass die Jungs für ihre Fans wirklich alles tun was möglich ist. Dieses Bonus-Zeugs gibt natürlich einen Punkt extra.

Metallica - Death Magnetic

Wie lange habe ich mich auf diese CD gefreut. Wie viele Lobeshymnen habe ich schon darüber gelesen. Jedes Musikmagazin ist voll von Metallica-Berichten und in glaube ich keiner Presseveröffentlichung habe ich was richtig schlechtes über die CD gelesen. Zurück zu den ersten 4 Alben und so weiter und so weiter. 26 Songs haben Metallica für die CD wohl geschrieben und aufgenommen. Am Ende sind 10 übrig geblieben. Aber warum nur die 10 Songs die alle gleich klingen? Man kann natürlich schon sagen, dass Anleihen der ersten 4 Metallica-Veröffentlichungen klar hörbar sind ... aber war das nicht auf allen Scheiben so? Egal von wann und egal wie schlecht sie waren? Metallica hatte schon immer einen hohen Wiedererkennungswert. 5 Töne und man weiß welche Band das ist. Gut, ganz schlecht möchte ich jetzt 'Death Magnetic' auch nicht machen ... nur beim Hören einer CD bleibt bei mir normalerweise immer irgendwas hängen. Irgend ne Melodie, irgend ein tolles Gitarren-Riff, irgend eine besonders gute Gesangspassage oder sonst was. Death Magnetic habe ich jetzt 4 oder 5 mal gehört und es bleibt gar nix hängen ... überhaupt nix. Ach doch ... das grausam blechern aufgenommene Schlagzeug vielleicht. Aber sonst alles ziemlich austauschbar und alles schon mal gehört. Schade ... da wär mehr drin gewesen. Aber das ist nur meine subjektive Meinung. Alle anderen Musikredakteure können sich ja nicht irren :-))

Metallica - Francais Pour Une Nuit (DVD)

Wer zu den Glücklichen gehört hat, eine der wenigen Tickets für die 2009er-Tour von Metallica zu ergattern (so wie ich :-)), war bestimmt von dem Konzert genauso begeistert wie ich. Klar ist Metallica kein Prog, aber die Jungs haben's einfach drauf. Schade wer's verpasst hat. Aber zumindest kann mit einer DVD, aufgenommen in der Arena in Nimes, geholfen werden. Ein sensationelles Konzert mit toller Kameraführung, super Stimmung und immerhin 18 Songs von ganz alt bis ganz neu. Außerdem gibt's auf der DVD dann auch noch ein Interview mit der Band sowie 5 weiteren Videos. Für Metallica-Fans (und alle die es werden wollen) ist dieser Silberling ein absolutes MUSS. Leider hat das Teil einen 'kleinen' Nachteil, denn die DVD wurde ausschließlich in Frankreich veröffentlicht und soll irgendwann auch mal über die offizielle Metallica-Homepage vertrieben werden (oder gibt es mittlerweile auch schon, das weiß ich leider nicht so genau). Ich habe mir das Teil in Frankreich im Supermarkt für schlappe 19,99 Euro gekauft und bin mehr als begeistert. Und ist bestimmt ein tolles und überraschendes Weihnachtsgeschenk für gute Freunde (oder Freundinnen), hat ja (bis jetzt) immerhin fast Sammlerwert. Also auf nach Frankreich und die DVD besorgt !! Übrigens hat die Scheibe unter anderem auch ein deutsches Menü, wer weiß ... vielleicht gibt es das Teil doch irgendwann auch mal offiziell im deutschen Handel.

(Metallica) The Big 4 - Live From Sofia, Bulgaria

Anthrax, Megadeath, Slayer, Metallica … und das alles bei einem Konzert. Thrasher-Herz was willst Du mehr? Das Sonisphere-Festival in Sofia (Bulgarien) war auf jeden Fall gut besucht, das Wetter hat halbwegs mitgespielt und die Stimmung ist grandios. Insgesamt 2 DVDs (DVD 1 mit allen Vor-Gruppen, DVD 2 mit dem Gig von Metallica) und 5 CDs (je eine CD für die Vor-Gruppen, 2 CDs von Metallica) beinhaltet die grandiose limitierte Deluxe-Box, in der dann auch noch diverser anderer Schnickschnack von Poster über Postkarten, fettem Booklet bis zu einem Gitarren-Pick enthalten ist. Und das zu einem Preis von derzeit knapp unter 50 Euro. Das nenne ich mal fan-freundlich. Von den 4 Auftritten gefällt mir vor allem Anthrax, die leider das Pech hatten, als erste Band aufzutreten. Da ist natürlich nichts mit geiler Light-Show, trotzdem rocken sich die Jungs den Arsch ab. Megadeath finde ich persönlich zu dröge und auch Slayer können mich nicht wirklich überzeugen. Aber Thrash ist eh nicht so wirklich meine Welt. Der Gig von Metallica ist eher durchschnittlich und auch die Show ist im Vergleich zur Death Magnetic – Tour eher als ’abgespeckt’ zu bezeichnen. Absolutes Highlight ist aber der Song ’Am I Evil’, bei dem fast alle Musiker des Festivals gemeinsam auftreten. Fett fett kann ich da nur sagen. Die Beschreibung der diversen Bonus-Sachen schenke ich mir mal. Muss man nicht unbedingt haben. Für Trash-Fans ist die Box auf jeden Fall ein MUSS ... geballter kann man das nicht bekommen. Wer mit dem Gedanken spielt, die Box wegen dem Metallica-Gig zu kaufen, dem möchte ich eher die DVD ’Francais pour une nuit’ empfehlen. Besseres Konzert, besserer Sound, bessere Lightshow. Und natürlich für 15 Euro viel billiger.

Metallica - Hardwired ... To Self-Destruct (VÖ:18.11.2016)
Es ist wie immer. Metallica bringen nach gefühlten 100 Jahren ne neue Scheibe raus und die einen finden sie dann total beschissen und der Rest ist total begeistert. Ich gehöre auf jeden Fall zum Rest. Ich finde das Teil total genial.
Ich habe mir die 3-CD-Deluxe-Version gegönnt. CD 1 versöhnt auf jeden Fall alle ‘alten’ Metallica-Fans, die mit den letzten Scheiben nichts anfangen konnten. ‘Hardwired’, ‘Atlas, Rise!’, ‘Moth Into Flame’, ‘Dream No More’, ‘Halo On Fire’ ... das ist alles sowas von Metallica 80er ... zum Niederknien. Nur auf ‘Now That We’re Dead’ hätte man ein bißchen verzichten können. Passt irgendwie nicht zum Rest.
CD 2 ist eher durchwachsen. Teilweise ein bißchen langatmig, 2 mäßige Songs, 3 ganz gute Songs und mit dem Abschluss ‘Spit Out The Bone’ vielleicht einer der besten Stücke die Metallica jemals aufgenommen haben. Die reinste 7-Minuten-Thrash-Orgie.
So ... kommen wir nun zu CD 3, der Bonus-Scheibe. Zuerst ein ‘Lords Of Summer’, das auch schon vorab live angespielt wurde. Fetter Thrash-Hammer. Danach gibt es Pipi in die Augen. ‘Ronnie Rising Medley’ ... das wurde soweit ich weiß schon mal auf einer Dio-Tribute-CD veröffentlicht, war mich aber nicht bekannt. Hammer. Nur Hammer. ‘A Light In The Black’, ‘Tarot Woman’, ‘Stargazer’ (Gänsehaut), ‘Kill The King’. Leider kein ‘Starstruck’ Aber egal. 9 Minute Genialität. Danach ein ‘When A Blind Man Cries’ von Purple (geil ... vor allem das Gitarrensolo) und dann noch ein ‘Remember Tomorrow’ von Iron Maiden. Fett. Und danach noch 10 Live-Songs. Wirklich ein richtig fettes Paket mit einem für Metallica überragenden Sound. Nach dieser Veröffentlichung will ich nicht wieder 8 Jahre warten bis was Neues kommt. Ich bin begeistert.

Metaphor - Starfooted

GAST-KRITIK VON MICHAEL DOSTER

"Starfooted" ist das erste Album der Amerikaner "Metaphor". Die Stilrichtung ist klassischer Prog-Rock, so wie man ihn von den alten Genesis her kennt. STOP!! Bevor jetzt gleich "Nachahmer" schreit: Hier handelt es sich nicht um ein Plagiat der erwähnten Prog-Giganten der Siebziger (nicht die heutigen Kommerz-Bombast-Genesis), vielmehr muß oder darf man "Starfooted" als ein Projekt bezeichnen, das die "alten" genialen Progzeiten aufleben läßt. "Starfooted" ist mit Longtracks gespickt - die ganze Scheibe ist mit knapp 74 Minuten Spielzeit voll genutzt. Die Bandbreite reicht von "leicht verdaulichen" Stücken mit schönen harmonischen Passagen über eher verspielte Stücke, die meist mit recht schrägen Einlagen durchsetzt sind. Meist klingt das Ganze wie ""Flower Kings" meets "Spock's Beard", also "immer mit der Faust voll auf's Auge" (Autsch!). Ich gebe zu, daß ich damals auch eine ganz schöne Zeit gebraucht habe, um mich mit der Musik von Genesis "anzufreunden" - hier ist die Lage ähnlich: man muß sehr oft hinhören, um sich mit den recht komplexen Strukturen anzufreunden. Allerdings fehlen mir hier die Genialität und auch die musikalische Perfektion der Genesis-Musiker doch etwas (aber das kann ja noch werden!). Für Genesis-Fans der "alten Sorte" gilt: Reinhören kann sich durchaus lohnen - gegebenenfalls sollte man zum Nachspülen einen passenden "Ohrenputzer" bereitstellen (Symphony X, Kamelot oder so ähnlich).

Metaphor - Entertaining Thanatos

Das Erstlingswerk der amerikanischen Prog-Band 'Metaphor', betitelt mit 'Starfooted', wurde in weiten Kreisen der Prog-Freunde äußerst positiv bewertet. Nur mein lieber Gast-Kritiker, der die CD-Review auf meiner Homepage geschrieben hatte, konnte mit der Band nicht so ganz warm werden. Ich habe die CD leider bis heute nicht gehört. Deswegen ist 'Entertaining Thanatos' meine erste Begegnung mit 'Metaphor'. Untertitelt ist die CD mit 'Seven Cheery Songs About Death'. Ah ja. Was mir schon beim Opener 'Socrates' auffällt (so nach ein paar Minuten) ist die Tatsache, dass 'Metaphor' wohl ziemlich viel 'The Lamb Lies Down On Broadway' zur Inspiration gehört haben, denn sowohl der Gesang von John Mabry, der teilweise voll nach dem jungen Peter Gabriel klingt, als auch die Instrumentierung (und hier vor allem das Keyboard von Marc Spooner) erinnern mich voll an die früheren Genesis (super 8-Minuten-Song). Nur die Gitarre von Malcolm Smith klingt zu modern für die 70er Jahre. Auch der zweite Titel 'Galatea 3.3', ein meist ruhiger aber dann auch wieder sehr proggiger Titel, könnte aus der 'Wind and Wuthering' - Phase von Genesis stammen (toller Song). Etwas moderner (ja teilweise fast ein bißchen jazziger) wird es bei 'When It All Comes Together', einem schönen, langsameren Song. 'Raking The Bones' einem Song über die finnische Sage 'Kalevala', fällt vor allem durch den erzählerischen Stil des Gesang und abwechslungsreichen Prog-Teilen im Stile der 70er-Jahre auf. Dann folgt der längste Titel (allerdings nicht zeitlich sondern vom Namen des Songs her) 'Call Me Old and Uninspired or Even Lazy and Tired but Thirteen Heads in the Backyard Says You're Wrong' einem eher 'lustigen' Liedchen. Der tatsächlich längste Song ist mit knapp 18 Minuten 'Yes & No', dem sicherlichen Highlight der CD. Also wer mit Neo-Prog nichts anfangen kann und sich nach der 'guten alten Prog-Zeit' sehnt, muss diesen Song gehört haben. Tolle Breaks, tolle Melodien, toller Gesang, tolle Instrumental-Parts. Einfach nur klasse. Die CD endet mit 'Wheel Of The World', bei dem auf nochmal fast 8 Minuten bewiesen wird, dass der gute alte Prog nicht tot ist (auch wenn die CD nur vom Tod handelt) sondern mit 'Metaphor', wenn auch mit einigen modernen Teilen, weiterlebt. Die CD ist auf jeden Fall mehr als hörenswert und bei Empire-Music erhältlich. Mehr Infos über die Band gibt es unter www.metaphor.org.

Metaphor - The Sparrow

Von der Vorgänger-CD 'Entertaining Thanatos' war ich ja mehr als begeistert. Guter alter 70er-Prog im Stile der alten Genesis mit einem Gesang, der teilweise ganz arg an Peter Gabriel erinnert. Deswegen bin ich jetzt auch ziemlich gespannt auf den Nachfolger gewesen, der jetzt mit 'The Sparrow' veröffentlicht wurde. Und Metaphor haben es sich nicht leicht gemacht, wurde jetzt doch der gleichnamige Roman von Mary Doria Russell praktisch als eine Art Rock Oper vertont. Inhaltlich geht es darum, dass die erste Jesuiten-Mission auf einen anderen Planeten (namens Rakhat) startet, die Father Emilio Sandoz (ein Jesuiten-Priester natürlich) leitet, nachdem ein Singen von einem anderen Planeten auf der Erde entdeckt wurde. Sandoz entdeckt auf diesem Planeten eine perfekte Menschheit und muss nach seiner Rückkehr auf die Erde erklären, was bei uns falsch gelaufen ist. Naja, zumindest habe ich so die Zusammenfassung der Story verstanden.
Musikalisch ist daraus ein hochinteressantes Stück Musik entstanden, das auf über 71 Minuten Old-School-Prog vom Feinsten bringt. Natürlich singt John Mabry teilweise noch immer wie Peter Gabriel, klingt aber auch manchmal ein bißchen (wie z.B. auf dem tollen 'Stella Maris') nach Neal Morse. Einzelne Songs herauszuheben, würde dem Gesamt-Werk sicher nicht gerecht werden. Und auch nach vielen Durchläufen gibt es immer wieder noch was Neues zu entdecken. Wer also vor 'altem' Prog in neuem Gewand (manchmal ein bißchen in Richtung Spocks Beard) und einer komplizierten und vielschichtigen CD nicht zurückschreckt, sollte sich 'The Sparrow' auf jeden Fall zulegen. Auf jeden Fall keine CD so zum nebenher hören. Da braucht es schon etwas Aufmerksamkeit. Auf jeden Fall ein würdiger Nachfolger von 'Entertaining Thanatos'.

Mike & The Mechanics - Rewired

Er war jung und brauchte das Geld. Leider ist das für Mike Rutherford (den wir ja alle als Gitarristen von Genesis kennen) sicher keine Ausrede für 'Rewired', denn er ist nicht mehr jung und Geld hat er hoffentlich auch genug. Also kann es nur Spaß und/oder Langeweile gewesen sein, was ihn dazu veranlasst hat, mal wieder unter Mike & The Mechanics (dieses Mal mit dem Zusatz '+ Paul Carrack') eine CD zu veröffentlichen. Warum Herr Carrack explizit genannt wurde, ist mir etwas schleierhaft, da er ja schon immer bei den Mechanics (zumindest mit-) gesungen hat. Sei's drum ... Paul Carrack macht mit seiner genialen Stimme (für mich einer der besten Sänger in der Rock-Szene) aus den eher 'einfachen' Songs einfach geile Teile. (Fast) keiner singt so gefühlvoll Balladen ('If I Were You') und auch recht fetzige Sachen ('One Left Standing'). Alleine wegen ihm lohnt sich schon der Kauf der CD. Ansonsten ist 'Rewired' eher unspektakulär.
ACHTUNG: Die CD ist COPY CONTROLLED und hat für PC einen eigenen Player.

Mike & The Mechanics - Let Me Fly (VÖ:07.04.2017)
So, jetzt mal wieder was weit weg vom Prog, auch wenn Mike (Rutherford) ja bekannterweise Original-Mitglied von Genesis ist / war. Trotzdem weiß ja jeder, dass er unter dem Namen ‘Mike & The Mechanics’ eher poppig angehauchte Songs veröffentlicht hat, die aber komerziell ganz schön erfolgreich waren.
Ursprünglicher Sänger der Band war ja Paul Young, der bis zu seinem Tod im Jahr 2000 immerhin 15 Jahre Mitglied war. Danach folgte der nicht minder überragende Paul Carrack als Sänger, um dann 2006 aus der Band auszusteigen. Danach wurde es ziemlich still um die Band, bis Mike Rutherford im Jahr 2009 bekannt gab, mit einem neuen Sänger namens Andrew Roachford weiter zu machen. Und das ist genau der, der unter dem Namen ‘Roachford’ bereits einige Alben veröffentlicht hat. 2011 gab er sein Sangesdebut bei Mike & The Mechanics auf dem Album ‘The Road’ (das ich leider nicht kenne) und ist jetzt auch auf ‘Let Me Fly’ dabei, teilt sich das Mikrofon aber mit Tim Howar und bedient die Keyboards.
Mir als Proggie fällt es sehr schwer, über so eine Musik ein gerechtes Urteil zu fällen. Dafür ist das einfach zu schlicht, poppig. Easy listening eben. Aber so zwischendurch kann man das echt hören. Einige Songs kommen an die Klasse der alten Heuler der Band (All I Need Is A Miracle, Living Years oder auch Word Of Mouth und Over My Shoulder um mal ein paar zu nennen) ran, wobei vor allem die Songs ‘Save The World’ und noch mehr ‘The Letter’ herauszuheben sind. ‘The Letter’ ist sowas von eine geniale Kopie von ‘Silent Running’. Total genial.
Mehr möchte ich zu ‘Let It Fly’ gar nicht schreiben. Wer mit der Band bisher schon was anfangen konnte, wird hier nicht enttäuscht sein. Neue Fans dürften sich aber damit nicht finden.

Millenium - Hourglass

GAST-KRITIK VON GEORG LÖGLER

Eine Band, die eine Platte mit einem Gesangssolo-Part eröffnet, es dann richtig krachen lässt, im selben Song ein Klaviersolo einbaut, dann abstoppt und erneut loslegt, kann nur positive Aufmerksamkeit erwecken. Das Titelstück dann groovt ohne Ende und nimmt einen sofort gefangen : Sänger Jorn Lande hat hier eine Sternstunde und ist David Coverdale ebenbürtig ( und hört sich auch so an) - die Stakkato-Riffs im Mittelteil erinnern an DEEP PURPLE’s "Perfect Strangers" - ein Juwel ! Das nächste kommt mit dem Midtempo-Stück "I still believe", wo sich Jorn, ( der uns ja auch kürzlich mit einem guten Solo-Album erfreute) erneut in Hochform zeigt, er kann sowohl hohe als auch tiefe Tonlagen überzeugend rüberbringen.
Jorn Lande- ein Hans-Dampf-in-allen-Gassen : jetzt singt er ausser bei ARK und bei MILLENIUM auch noch bei Yngwie Malmsteen... Aber auch die Gitarrenarbeit von Ralph Santolla darf nicht unerwähnt bleiben - hört euch nur mal "Chasing time", das 3. Highlight der Platte an, was hier alles gitarrentechnisch abgeht, ist beeindruckend. Man kann nicht viel besser machen wie das amerikanisch-norwegisch-österreichische Quintett. ( Die Höchstnote gibt’s nur nicht, weil mehr Refrains und Hooklines der Sache einen grösseren Wiedererkennungswert gegeben hätten)

Million - Kingsize

Aus Schweden kommt die Band Million. Und wenn man sich die Jungs im Booklet so anschaut, könnte man auf die Idee kommen, hier sind ein paar Stratovarius oder Edguy-Klone losgelassen worden. Und der Opener 'Eyes Of A King' knallt dann auch schon entsprechend aus den Boxen. Schnell, druckvoll, viel harte Drums und toller Gesang. Und auch der nachfolgende Song 'Backdoor Queen' könnte glatt von den oben genannten Finnen (gepaart mit ein bißchen Rainbow) sein (wobei mir die Stimme von Million-Sänger Ulrich Carlsson irgendwie aber besser gefällt). Endgültig gepackt hat mich die CD aber beim dritten Song (Room No. 3), einem voll fetten Hard-Rock-Stampfer im Stile der guten alten End-70er Jahre sowie bei fast allen folgenden Krachern zwischen Deep Purple ('Those Eyes') und modernem Power-Metal. Es gibt aber auch eine kleine Gelegenheit zum Durchatmen (bei der tollen Ballade 'Forbidden Fruit'). Wer auf 70er Hard-Rock-Mucke in manchmal modernerem Stil mag, sollte das neueste Werk von Million mal antesten. Mehr Infos über die Band gibt es unter www.million.o.se .

Mind Odyssey - Nailed to the shade

Ich weiß auch nicht warum ich mir die CD gekauft habe. Die Jungs waren mir völlig unbekannt. Hatte nur mal auf einer Internet-Site von denen was (positives) gelesen. Naja, ist eine Mischung aus Heavy mit ein bisschen Prog-Rock. Nichts was man haben müsste.

Missa Mercuria - Missa Mercuria

Und noch ne Rock-Oper. Dieses Mal geht's um Mercuria, der Götterbotin und Nachfolgerin von Hermes. Und sie bringt und Weisheiten, wie wir die Welt retten können. Näher möchte ich auf die Geschichte gar nicht eingehen (die kann man auf 22 Booklet-Seiten nachlesen). Interessanter sind da schon die Musiker, die bei diesem Projekt mitmachen. Auf einen schnellen Nenner gebracht sind das die kompletten Musiker von Vanden Plas (der deutschen Prog-Metal-Band) und Silent Force (um Ex-Royal-Hunt-Sänger D.C. Cooper), angereichert mit ein paar anderen Gast-Musikern wie z.B. Sabine Edelsbacher von Edenbridge. Und so ähnlich klingts dann auch. Singt Frau Edelsbacher, ist's wie Edenbridge, singt D.C. Cooper denkt man sofort an Royal Hunt und singt gar niemand, klingt's fast am Besten. 'Leider' kann ich am wenigsten Einflüsse von Vanden Plas erkennen, was mich ja dann schon enttäuscht hat (nachdem ich die Jungs ja ganz klasse finde). Insgesamt würde ich die CD mal in die Kategorie 'CDs, die die Welt nicht braucht aber trotzdem nicht schlecht sind' einsortieren. Schade ... ich dachte da sei mehr drin.

Mörglbl - Toons Tunes From The Past

Mörglbl ist ja schon ein ziemlich komischer Name für eine Band. Und es ist umso komischer, dass die Band auch noch aus Frankreich stammt (seit wann haben die ein 'Ö' in ihrer Sprache ??). Keine Ahnung, wie dieser Name zustande gekommen ist, aber auf Frankreich hätte ich da als Letztes getippt. 'Toon Tunes From The Past' ist eine Doppel-CD, die die zwei ersten Outputs der Band ('Ze Mörglbl Trio' von 1997 und 'Bienvenue a Mörglbl Land aus dem Jahr 1999) plus zwei Bonus-Tracks beinhaltet. Die Musik von Mörglbl zu beschreiben ist etwas schwierig. Aber 'Heavy Metal Jazz' trifft es vielleicht am Besten. Hier treffen fette Gitarren-Parts (hört Euch nur mal 'The Tale Of Thibault' an ... das könnte auch von Liquid Tension Experiment sein) auf recht jazzige Passagen, aber auch die akustische Gitarre mit spanischen Anleihen (z.B. bei 'Il Bello Di Notte') kommen nicht zu kurz. Richtig fette und getragene Songs ('Les Mécanismes du Temps' um mal ein Stück zu nennen) sind auch vorhanden, Songs zum dahinschmelzen (geile Gitarre bei 'Travels' zum Beispiel), die auch von Neal Schon sein könnten gibt es ebenfalls. Und ein paar Anleihen bei Frank Zappa (vor allem auf der zweiten CD) sind zwischendurch eingestreut. Für Freunde instrumentaler Rock-Musik sind 'Mörglbl' sicher ein Highlight in der CD-Sammlung. Auf jeden Fall eine hochinteressante Doppel-CD, die nicht so richtig in eine Schublade passt. Und schön zu lesen, dass die Band nach ihrem Split im Jahr 2000 jetzt wieder zusammen ist und 2007 eine CD mit Namen 'Grotesk' aufgenommen hat. Vielleicht kommt mir die CD ja mal unter die Finger, dann gibt es auch darüber ein paar warme Worte von mir. Auf jeden Fall ist 'Toon Tunes From The Past' keine leichte Kost und braucht ein paar Hördurchgänge, um alle Feinheiten der Band zu entdecken.

Mollo, Dario / Martin, Tony - The Cage 2

Wer auf knackigen Hard Rock im Stile von Rainbow, Deep Purple oder auch Led Zeppelin steht, wird an dieser genialen CD nicht vorbeikommen. Gitarrist Dario Mollo (den kannte ich noch nicht) und Ex-Black Sabbath - Sänger Tony Martin (was für eine Stimme) zünden hier ein Feuerwerk an geilen Songs, dass einem der Atem stockt. Bis auf das Led Zeppelin-Cover 'Dazed and Confused' (das hätten sie lieber bleiben lassen) gehen allle Songs sofort ins Ohr, um es nicht mehr zu verlassen. Hier gibt's nur einen Tip: KAUFEN !!!

Mollo, Dario / Martin, Tony - The Cage

Nachdem ich 'The Cage II' von Dario Mollo und Ex-Black Sabbath-Shouter Tony Martin ja schon (äußerst positiv) kritisiert habe, fiel mir nun mehr oder weniger zufällig (also bei einer Bestellung bei AOR-Heaven) der Vorgänger 'The Cage' (aus dem Jahr 1999) in die Hände. Und auch hier gibt's geile Hard Rock-Mucke und feinste Balladen von vorne bis hinten sowie eine Cover-Version ('Stormbringer' von Deep Purple). Als Keyboarder wurde übrigens kein Geringerer als Don Airey verpflichtet. Purple -, Rainbow-, Whitesnake- usw. Fans müssten jetzt eigentlich sofort eine Bestellung aufgeben. Ein absolutes Super-Album.

Mollo, Dario / Martin, Tony - The Third Cage

Die ersten zwei Scheiben des Duos Dario Mollo (Gitarre) und Tony Martin (Gesang) habe ich ja auf meiner Homepage schon kritisiert und in den höchsten Tönen gelobt. Vor allem der Ausnahmegesang des Ex-Black Sabbath-Shouters Tony Martin ist immer wieder ein Genuss. Und auch 12 Jahre nach dem ersten Cage-Albums (aus dem Jahr 1999) hat der Mann nichts verlernt und singt einfach nur göttlich. Es geht auch gleich recht heftig mit dem Opener ‘Wicked World’ zur Sache und man fühlt sich gleich an die Sternstunden von Tony Martin bei Black Sabbath erinnert. Noch mehr Sabbath folgt mit ‘Cirque Du Freak’, das etwas getragener daher kommt. Aber auch die Freunde der Power-Balladen kommen voll auf ihre Kosten. ‘Oh My Soul’ ist wirklich einer der besten Songs dieser Gattung. Und (natürlich) einfach nur geil gesungen. Leider schwächelt das Album danach ein bißchen ab. Netter Melodic-Rock mit ‘One Of The Few’, das ist aber zum Glück nur die Ausnahme. Fettes Gitarren-Solo bei ‘Still In Love With You’ (keine Ballade!!) und so weiter ... Und den absoluten Hammer-Abschluss bildet das gut 7 1/2-minütige ‘Violet Moon’, das nochmal zeigt, was die Jungs alles drauf haben. Gefühlvoller Gesang, tolle Steigerung im Song, fettes Gitarren-Solo. Nur geil. Auch ‘The Third Cage’ muss man unbedingt haben.

Moore, Pamela - Stories From A Blue Room

Eifrige Leser von CD-Booklets werden vielleicht schon mal über den Namen Pamela Moore gestolpert sein. Besonders Queensryche-Fans sollten sich nochmal die Über-CD 'Operation: Mindcrime' zu Gemüte führen, denn dort sang Pamela Moore schon die 'Sister Mary'. Aber auch auf diversen Live-Aufnahmen der Band ist die gute Frau zu hören. Natürlich macht Pamela Moore als Solo-Künstlerin keine Musik im Stil von Queensryche sondern man kann sie, zumindest wenn man die ersten zwei Songs der CD 'Stories From A Blue Room' hört, die dann auch gleich die absoluten Highlights der CD sind, locker als Rock-Röhre bezeichnen. Der Opener 'Get Off (American Way)' haut nach etwas gebremstem Intro schon voll in die Fresse und vor allem das Gitarren-Brett ist vom Feinsten. Auch das folgende 'Satisfied' geht voll in die selbe Richtung. Rotzige Stimme, knackige Gitarre. Einfach toll und im Moment fällt mir kein Vergleich zu irgend einer anderen Sängerin ein. Stimmlich vielleicht ein bißchen Melissa Etheridge in ihren besseren Zeiten. Aber viel rockiger. Danach gehts mit 'Ordinary Day' etwas ruhiger aber nicht weniger gut zur Sache. Leicht erinnernd an Michelle Young würde ich sagen. Auch beim nächsten, balladesken Stück 'Forever In My Dreams' fallen mir diverse Prog-Sängerinnen im Stile von Tracy Hitchings (Landmarq, Clive Nolan usw.) ein, die etwas ähnlich singen. Wunderschöner Song. 'Dive Into Me' hat ne geile Steigerung im Laufe des Songs und auch endlich mal ein fettes Gitarren-Solo von Jeff Loomis (der Mann hat echt was drauf und spielt normalerweise bei Nevermore ein etwas härteres Brett). Ganz sicher ein weiteres Highlight der CD. Auch 'Deeper' lebt vor allem von der tollen Gitarre im Zwischenteil. Auch 'Feel Your Heart' fängt ziemlich ruhig an und steigert sich im Laufe der Zeit zu nem richtig fetten Song. 'Eyes Wide Open' ist für mich dann wieder ein weiteres Highlight der CD. Toller Gesang, treibender Rhythmus, fette Gitarre zwischendurch. Einfach nur gut. Eine schöne Ballade folgt mit 'Cross My Heart' und danach der nächste Hammer mit 'Complicated', wieder einem richtig rockigen Knaller. Dann kommt leider schon das Ende mit 'Take Me Down', das vielleicht noch am ehesten nach Queensryche klingt. Ein toller Abschluss.
Fazit: Wenn man bedenkt, wie viel Scheiße in Deutschland veröffentlicht wird von 'Künstlern', die diese Bezeichnung nicht verdienen und praktisch nix können außer vielleicht blöd kucken und auf der anderen Seite gibt es herausragende Sängerinnen wie jetzt hier Pamela Moore, und die hat wahrscheinlich null Möglichkeiten, in Deutschland auf sich aufmerksam zu machen und muss ihre CDs auf ihrem eigenen kleinen Label veröffentlichen, finde ich das ausgesprochen traurig. Denn die gute Frau hätte es mit ihrer tollen Musik absolut verdient, auch hier in Europa groß rauszukommen. Bleibt nur die Hoffnung, dass Ihr nach dem Lesen dieser Review auf die
Homepage von Pamela Moore geht und Euch diese Scheibe besorgt, auch wenn sie vielleicht durch das Bestellen in den USA ein paar Euro mehr kosten wird. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Moraine - Manifest DeNsity

Moonjune Records aus New York sind ja vor allem bekannt für entweder CDs im weiteren Umfeld von 'Soft Machine' oder auch für außergewöhnliche Veröffentlichungen im Bereich Prog-Jazz, Fusion oder Avant-Jazz-Rock. Und 'Manifest DeNsity' von der Band 'Moraine' ist bei Moonjune mehr als gut aufgehoben. Dieser Instrumental-Fünfer, bestehend aus Dennis Rea (Gitarre ... und schon seit den frühen 70ern auf der ganzen Welt als gefragter Musiker unterwegs), Ruth Davidson (Cello), Alicia Allen (Violine), Kevin Millard (Bass) und Jay Jaskot (Drums) macht klassischen Avantgarde-Jazz-Rock, der teilweise richtig leicht verdaulich ist und teilweise sogar ziemlich lässig und bluesig daherkommt, aber ab und zu auch ein bißchen in die Free-Jazz-Richtung geht, ohne aber zu übertreiben. Klar muss man sich erst mal daran gewöhnen, dass die Streicher-Parts (wen wundert's bei der Besetzung) neben der Gitarre, die teilweise richtig genial wimmert, etwas dominant sind. Aber Freunde des gepflegten, nicht zu abgedrehten Jazz werden an 'Moraine' ihre helle Freude haben. Und dass die Band auch Spaß versteht, erkennt man an den Song-Titeln, die teilweise ganz lustige Namen haben. Ein paar Beispiele? 'Save The Yuppie Breeding Grounds', '$9 Pay-per View Lifetime TV Movie', 'Revenge Grandmother' oder auch 'Middlebräu' geben einem schon zu denken :-)
Mehr Infos gibt es auf
MySpace sowie auf der Homepage von Band-Boss Dennis Rea. Einfach mal vorbeischauen.

Moraine - Metamorphic Rock

Über die letzte Studio-CD der Light-Jazzer ‘Moraine’ habe ich ja schon geschrieben und war ‘trotz’ der Musikrichtung sehr angetan. Denn ‘Manifest DeNsity’ war doch ziemlich melodisch und nur ab und zu etwas sehr jazzig. ‘Metamorphic Rock’ ist jetzt eine Live-Aufnahme vom NEARfest 2010 in Bethlehem, PA und ich finde die Musik von Moraine kommt live eigentlich noch eingängiger rüber. 2 Musiker wurden gegenüber dem Studio-Output ausgetauscht (jetzt spielt James DeJoie das Saxophon und Stephen Cavit sitzt hinter den Drums) und die durchweg instrumentalen Songs sind richtig geil. Alleine z.B. der Song ‘Manifest Density’, also das Titelstück des letzten Studio-Albums kommt richtig fett und bombastisch rüber. Die Violine klingt nach Eddie Jobson in seiner besten Zeit bei Curved Air und dass Dennis Rea Gitarre spielen kann, habe ich glaube schon mehrfach hier geschrieben. Bei ‘Metamorphic Rock’ können also auch Leute zugreifen, die sonst (wie ich) mit Jazz nicht so viel anfangen können. Veröffentlicht wurde das Album mal wieder bei Moonjune Records.

Morse, Neal - Testimony

Nachdem Ex-Spock's Beard - Sänger Neal Morse ja der Ruf des Herrn ereilt hat und er deswegen vom Musikgeschäft zurücktreten wollte, hat es nicht mal ein Jahr gedauert, und er beglückt uns mit einer neuen Solo-Scheibe, die, in der Special Edition, immerhin 3 CDs (zwei reguläre und eine Bonus-CD) umfasst. Für einen Musik-Aussteiger ganz schön viel, finde ich ... und finde es ziemlich merkwürdig alles. Aber na gut ... muss er selber wissen. Wichtig ist ja schließlich die Musik. Außerdem will uns Herr Morse mit diesem Werk erklären, wie und warum er auf den rechten Weg gekommen ist. Soso ... auf jeden Fall überzeugt mal die Aufmachung der Box. Inhalt ist die reguläre Doppel-CD im Extra-Papp-Schuber, eine Bonus-CD mit 2 weiteren Titeln auf 13 Minuten sowie einem Extra-Booklet mir Anmerkungen von Neal Morse zu den einzelnen Liedern und wann bzw. wie sie entstanden sind. Ich würde mal sagen ... das ist vorbildhaft. Erstaunlich ist auch, dass Herr Morse neben ein paar Gast-Musikern an Flöte, Violine und Cello sowie ein paar mir unbekannten Background-SängerInnen nur noch auf Dream Theater - Drummer Mike Portnoy und für ein Gitarrensolo auf Kansas-Urgestein Kerry Livgren zurückgegriffen hat. Alles andere hat Neal Morse selbst gespielt Und auch dafür gibt's von mir ein dickes Lob. So ... und noch nicht genug der Lobhudelei ... ich bin vollkommen überrascht, wie gut die CD geworden ist. Erwartet habe ich eigentlich Spock's Beard hoch zwei (da die Bärte ja ohne Herrn Morse plötzlich so klasse und frisch klingen). Aber weit gefehlt. Sensationelle Melodien, viel Gefühl, tolle Lyrics und kaum Spock's Beard-Gedudel, was ich eigentlich so hasse. Kein Abdriften in Free-Jazz, keine Anlehnungen an die Beatles (würg), sondern melodischer Prog-Rock vom Feinsten (und sogar seine Stimme klingt um klassen ausgereifter als auf den Beard-CDs). Okay ... ab und zu gehts ganz schön schmalzig zu, wird aber durch geniale Instrumentalparts in bester alter Genesis-Manie wieder ausgeglichen. Und seit er in Nashville wohnt, kann er sogar ein bißchen Country-Music. Für mich eines der Prog-Highlights des Jahres und die volle Überraschung.

Morse, Neal - One

Warum Ex-Spock's Beard Frontmann und Kopf Neal Morse seine Band verlassen hat, wird wohl immer undurchsichtiger. Eigentlich wollte er sich ja aus dem Musik-Business zurückziehen um sich ganz seiner neuen Berufung (zu oder von Gott) widmen. Umso erstaunlicher ist, dass der Mann trotz Musik-Abstinenz innerhalb nur eines Jahres jetzt schon FÜNF CDs veröffentlicht hat (nämlich 'Testimony' als 3-fach-CD und jetzt 'One' als Doppel-CD). Für mich sieht das eher nach Differenzen mit der Ex-Band und einer Ausrede aus. Aber sei's drum. Ist nicht mein Problem und macht die Musik von Neal Morse dadurch auch nicht besser oder schlechter. Auch 'One' wurde wieder fast alleine von Herrn Morse eingespielt. Lediglich die Drums wurden wieder von Dream Theater - Prügler Mike Portnoy und der Bass von Randy George übernommen, die auch an ein paar Songs mitschreiben durften. Phil Keaggy veredelte 2 Songs mit seiner Gitarre und ein paar Streicher usw. wurden auch noch eingekauft. Hat mich der Vorgänger 'Testimony' noch ziemlich überrascht und überzeugt (weil wenig Ähnlichkeit mit Spock's Beard), bin ich von 'One' als ausgesprochener Nicht-Bärte-Fan leider nicht mehr so angetan. Textlich steigt Neal Morse noch weiter in die Religiösität ein und musikalisch gibt's absolute Melodic-Highlights (z.B. der Song 'Cradle To The Grave', der, wenn er von Heulboje Chris DeBurgh gesungen worden wäre, wochenlang auf Platz 1 der Single-Charts stehen würde), sensationell gute Prog-Sachen (wie z.B. der 18-minütige Opener 'The Creation' oder das 11-minütige 'Help Me / The Spirit And The Flesh') aber auch -sorry- Spock's Beard - Gedudel (wie z.B. 'Author Of Confusion). Insgesamt ist aber die fast 80-minütige CD 1 dann doch genial bis erträglich, wobei der Anteil an 'guten' Sachen weit überwiegt. Deswegen auch Daumen hoch für 'One'. Die 'Special Edition' enthält dann noch eine zweite CD mit allerdings nur noch knapp 40 Minuten Material, bestehend aus Bonus-Tracks, einer Alternativ-Version von 'Cradle To The Grave' und ein paar Cover-Versionen von U2 bis The Who. Spock's Beard - Fans werde die Scheibe eh blind kaufen ... alle anderen Prog-Freunde, die eher auf die melodischen und gefühlvollen Momente des Lebens stehen, sollten ebenfalls zugreifen. Frickel-Orgien-Liebhaber werden eher nicht auf ihre Kosten kommen.

Morse, Neal - ?

Der Xavier Naidoo der Prog-Musik beglückt uns auch schon wieder mit einem neuen Output. Nein ... ich schreibe jetzt nichts mehr über die Gründe der Trennung mit Spock's Beard usw. sondern halte mich nur noch an die Tatsachen. Die CD mit Namen '?' reiht sich nahtlos in die Qualitäts-Entwicklung von Neal Morse ein. Soll heißen dass '?' eigentlich noch langweiliger und unspektakulärer als der Vorgänger 'One' geworden ist, obwohl mal wieder so Prog-Größen wie Steve Hackett (Genesis), Mike Portnoy und Jordan Rudess (Dream Theater), Roine Stolt (Flower Kings) oder auch Adam Morse (Spock's Beard) mitmachen. Textlich geht's auch mal wieder um das übliche (was Songtitel wie 'The Temple Of The Living God' oder 'The Glory Of The Lord' überdeutlich ausdrücken) und sorry ... so langsam wird's echt öde. Klar mache ich mir jetzt mit diesen Kommentare viele Feinde ... aber ich kann ja auch nichts dafür. Und mehr fällt mir zu '?' auch nicht ein. Spock's Beard und natürlich Neal Morse - Jünger werden begeistert sein ... neue Fans werden dadurch aber sicher nicht gewonnen. Hauptsache der gute Mann ist bald mit sich im Reinen.

Morse, Neal - Sola Scriptura

Neues vom Weltverbesserer. 4 Songs, 76 Minuten. Deutet auf eine endlich mal wieder richtige Prog--CD hin. Und auch der Anfang von 'The Door' (gleich das längste Stück mit knapp über 29 Minuten) klingt voll nach Spock's Beard in ihren 'besten' Zeiten. Mittlerweile hat Herr Morse mit Mike Portnoy und Randy George ja auch ein eingespieltes Team beieinander (die haben ja schon öfter mitgemacht) und auch der gute Paul Gilbert darf ein bißchen Gitarre spielen, allerdings nur als 'Special Guest'. Nun was soll's. Inhaltlich geht es dieses Mal um Martin Luther, wobei ich die Texte teilweise dann schon etwas ... sorry ... primitiv finde. Auf jeden Fall ist musikalisch wieder mehr Prog zu hören (und nicht mehr so viel seichtes Gedudel wie teilweise auf den Vorgänger-CDs). Es geht wohl wieder aufwärts mit Neal Morse. Nur seine ewigen Bekehrungsversuche gehen mir langsam echt auf den Wecker. Es folgt mal wieder der übliche Satz. Spock's Beard- und Neal Morse-Fans können bedenkenlos zugreifen und werden wie immer begeistert sein.

Mostly Autum - Heroes Never Die

In gut unterrichteten Prog-Kreisen sind die Briten 'Mostly Autumn' mehr als nur ein Geheimtip. Und wer bis jetzt noch nichts von dieser Band gehört hat und auf melodischen Prog mit leichten Folk-Einflüssen und minutenlangen gefühlvollen Gitarren-Soli steht, sollte unbedingt die CD 'Heroes Never Die' kaufen. Hier gibt es nämlich einen herrlichen Querschnitt des Schaffens der Band in den letzten sechs Jahren. 12 neu aufgenommene -alte- Stücke der ersten 5 Studio-CDs (von der Band bezeichnet als 'Stunning new arrangements of 12 essential songs ... re-worked, re-crafted and re-recorded to produce the definitive introduction to Mostly Autumn) machen Lust auf mehr und ich kann versprechen, dass 'Heroes Never Die' nur der geniale Einstieg in die Welt von Mostly Autum ist und auch die kompletten Studio-CDs zwar schwer zu bekommen aber absolut hörenswert sind. Und auch die Live-CD 'The Story So Far' kann hier gleich mitempfohlen werden.

Mostly Autumn - Passengers

Zu einer meiner Lieblingsbands mutieren in letzter Zeit die Engländer 'Mostly Autumn'. Endlich habe ich auch die 2003er - CD 'Passengers', die qualitativ nahtlos an die Vorgängerwerke anschließt. Viel weiblicher Gesang (von Heather Findlay ... tolle Stimme), weniger männlicher Gesang (vom Kopf der Band, dem Ausnahme-Gitarristen Bryan Josh, der auch mit einigen sensationellen Gitarren-Soli glänzt) und einfach ganz tolle Melodien. Wer Prog-Rock mit Folk-Einflüssen gepaart mit Gitarren im Stile von Pink Floyd mag, sollte sich 'Passengers' unbedingt zulegen. HIghlights sind 'Another Life' (wegen dem Gitarren-Solo), das Instrumental-Stück 'Distant Train', sowie das dreiteilige, 13-minütige 'Pass The Clock'. Unbedingt antesten oder gleich kaufen.

Mostly Autumn - Heart Full Of Sky

Die Band um Ausnahme-Gitarrist Brian Josh und bald Fish-Ehefrau Heather Findlay haben ja schon ein paar herausragende CDs veröffentlicht. Hört Euch nur mal 'Passenger' an oder einige der Vorgänger. Nach Passenger ging's meiner Meinung nach dann aber etwas abwärts mit 'Storms Over Still Water' (die ich schon gar nicht kritisiert habe). Und jetzt folgt 'Heart Full Of Sky', die richtig genial mit 'Fading Colours' beginnt. Toller Rhythmus, toller Gesang, herrliche quietschende Gitarre. So mag ich Mostly Autumn. Haben sie das Tal also überwunden? Naja, nicht wirklich, denn der Opener ist tatsächlich einer der wenigen Songs, die richtig gut sind. Das allerdings immerhin 8 1/2 Minuten lang. Gut, auch das folgende 'Half A Word' ist zwar recht langsam aber doch noch recht anhörbar (klingt ein bißchen wie 'Passenger' ... aber bei sich selber darf man ja klauen). Danach flacht die CD aber mächtig ab, hat ein kleines Aufbäumen mit Song 7 (Ghost) und 9 (der tollen Ballade 'Silver Glass'). Nette Gitarre gibt's dann noch bei Song 10 (Further From Home) und dann folgt noch der recht langweilige und zusammengestückelte Rausschmeißer 'Dreaming'. Ich gebe die Hoffnung noch nicht auf, aber von Mostly Autumn habe ich echt schon viel besseres gehört.

Mostly Autumn - That Night In Leamington

Sängerin Heather Findlay war, vielleicht zusammen mit Gitarrist Bryan Josh, DAS Aushängeschild der Folk-Proggies von Mostly Autumn. Sie hat sich nun für eine Solo-Karriere entschieden und somit kam es am 2. April 2010 in Leamington zu einem Abschiedskonzert, das auf der vorliegenden Doppel-CD veröffentlicht wurde. Wie nicht anders zu erwarten gibt’s hier nochmal alle ‘bekannten’ Songs von Mostly Autumn von Fading Colours über Passengers und Shrinking Violet bis zu Heroes Never Die und Evergreen. Alles überstrahlend ist natürlich der Gesang von Heather gepaart mit den genialen Gitarren-Soli von Bryan Josh. Somit kann ich die CD allen Fans der Band nur ans Herz legen. Und wer auf melodischen Folk-Prog steht und die Band noch nicht kennt, hat hier einen tollen Einstieg und wird sich danach sicher noch die eine oder andere Studio-CD zulegen.

Mrs. Kite - A Closer Inspection (VÖ:20.04.2013)
Die Band ‘Mrs. Kite’ stammt aus Köln und hat bereits im Jahr 2007 mit der CD ‘ ... and a laughing white monkey will greet you as you pass the gates of slumberland’ (mein Gott, was muss man geraucht haben um so einen Titel zu erfinden) den Deutschen Rock- und Pop Preis in Gold in der Kategorie ‘Beste Progressivband) gewonnen (wusste gar nicht, dass es so einen Wettbewerb gibt ... man(n) lernt nie aus) und 2013 wiederholte sich dieser Erfolg mit der Scheibe ‘A Closer Inspection’). Die Band besteht aus den Brüdern Florian und Ferdinand Schuch (Tasten bzw. Gitarre) sowie Drummer Philipp Verenkotte und Bassist Lukas Christen). Im Beipackzettel der Band ist noch ein gewisser CJ genannt, der die zweite Gitarre spielt, leider ist er im Booklet nicht aufgeführt ... von daher kann ich jetzt nicht mal den richtigen Namen nennen. Laut Bandinfo wurde der Stil von Mrs. Kite von den üblichen Genre-Verdächtigen von Pink Floyd über Porcupine Tree und Yes bis Dream Theater. Ich möchte mal behaupten das muss man einfach schreiben um erst mal wahrgenommen zu werden ... denn welche Band bitte klingt nach Pink Floyd UND Dream Theater?? Die Mischung möchte ich mal hören.
Mich erinnern Mrs. Kite sehr stark an die Hamburger Band Sylvan. Und das liegt nicht nur daran, dass der Gesang noch etwas ausbaufähig sein könnte ... bei gewissen Parts kommt Florian Schuch echt an seine Grenzen ... (hey, jetzt nicht mit mir beleidigt sein wie Sylvan ... die schicken mir seit ich geschrieben habe dass der Sänger noch etwas üben könnte keine CDs mehr :-)), nein das meine ich jetzt (positiv) musikalisch. Hört euch nur mal das Titelstück an! Wobei der zweite Song (Break Of Day) auch von Pain Of Salvation sein könnte. Der ist richtig cool hart und abgefahren. Aber auch so ein bißchen Subsignal / Sieges Even kommt manchmal durch (z.B. bei ‘An Inveterate Optimist’). Über das jazzig angehauchte ‘Dancing Mew Gull’ schau ich jetzt mal hinweg ... ist eh nur knapp 4 Minuten lang und nicht so mein Fall. Dafür ‘entschädigt’ dann das Schluss-Stück ‘Off Shore’ mit 11 genialen Minuten Prog. Mehr über die Band gibt es auf ihrer Homepage. Unbedingt antesten! Lohnt sich.

Mullmuzzler - Keep It To Yourself

Was für ein bescheuerter Name für eine Band. Den höheren Sinn dieses Namens habe ich zugegebenermaßen noch nicht verstanden. Auf dem Cover kaut auf jeden Fall einer einem anderen das Ohr ab. Macht aber nix, denn es ist ja eher die Musik interessant. Ich denke mal, daß die wenigsten meiner Leser von dieser Band schon mal was gehört haben. Aber wenn ich verrate, daß dort ein gewisser Herr James LaBrie singt (ja, genau mein Ober-Prog-Sänger von Dream Theater) und die Songs größtenteils von Trent Gardner (Magellan) bzw. Carl Cadden-James (Shadow Gallery) in Zusammenarbeit mit James LaBrie geschrieben wurden, ist eigentlich klar, daß diese Scheibe ein absolutes MUSS für alle Prog-Freunde ist. Einen so feinen Silberling habe ich mir schon lange nicht mehr zugelegt. Weitestgehend wurde auf Frickel-Orgien verzichtet (die man ja sonst von Dream Theater - Mitgliedern kennt) und Wert wurde auf geniale Rocksongs von 4 bis 8 Minuten Länge gelegt. Einige Lieder (wie 'His Voice' oder 'Shores Of Avalon') hätten locker auf 'Falling Into Infinity' gepasst. Auch die etwas langsameren Tracks ('Sacrifice', 'Slow Burn') sind einfach genial gesungen. Einzig das etwas merkwürdige 'Beelzebubba' fällt mit seinen Bläsern aus dem Rahmen, dafür entschädigt aber der herbe Text. Von mir gibt's dafür eine absolute Kaufempfehlung.

Mullmuzzler - 2

Der zweite Output des Dream Theater - Sängers James LaBrie unter dem Namen 'Mullmuzzler' wurde schon wieder unter Mithilfe von Carl Cadden-James (Shadow Gallery) und Trent Gardner (Magellan) gebastelt. Und wie nicht anderst zu erwarten war, ist wieder ein Sahnestück herausgekommen, das das Beste der 3 Bands vereinigt. Ein grandioser Sänger (Dream Theater), geniale Songs (Shadow Gallery) und immer darauf bedacht, daß es nicht zu sehr ins chaotische abdriftet (Magellan). Auch diese Scheibe kann ich nur jedem meiner Leser ans Herz legen.

Munro, Donnie - Live

Meinem geschätzten Leser / meiner geschätzten Leserin sagt Donnie Munro nichts ?? Hmm ... ganz schön schade. Aber ich betreibe ja auch Aufklärung. Herr Munro war bis vor Kurzem noch Sänger der schottischen Band RUNRIG und prägte dort mit seiner markanten Stimme den Sound der jetzt leider ohne ihn recht schwach gewordenen Band. Donnie Munro hatte sich seinerzeit aus dem Musik-Business zurückgezogen um eine Politiker-Karriere im Parlament zu beginnen. Aber er kanns (Gott sei Dank) doch nicht lassen. Nach einer eher ruhigen ersten Solo-CD (On the West Side) gibt's jetzt einen Live-Mitschnitt von 2 Konzerten vom September 2000. Geboten werden neben seinen Solo-Stücken auch 'alte Heuler' aus der Runrig-Zeit (wie z.B. Harvest Moon, Always the winner oder The Greatest Flame). Und es ist einfach schöner, diese Songs mit seiner Stimme zu hören. Denn von meinem letzen Runrig-Konzert (mit neuem Sänger) war ich doch schwer enttäuscht. Für Runrig-Freunde ist diese CD ein MUSS. Bleibt eigentlich nur noch zu erwähnen, daß in der 'Donnie-Munro-Band' so erlesene Musiker wie Foss Paterson, David Paton oder Dave 'Squeaky' Stewart -alles alte Bekannte von der Band von Ex-Marillion-Sänger Fish- mitspielen und vor allem Squeaky Stewart durch sein unverkennbares Schlagzeug-Spiel den alten Runrig-Titeln ein neues Kleid verpasst. Die 70 Minuten Spielzeit werden auf jeden Fall zu keiner Zeit langweilig.

Munro, Donnie - Across The City And The World

Rechtzeitig zur anstehenden Tour (ab Ende März 2002 auch in Deutschland) veröffentlicht Ex-Runrig-Sänger Donnie Munro natürlich wieder ein Studio-Album. Aber ein bißchen Kritik muss ich ja schon üben. Gerade mal für knapp 46 Minuten hat's gereicht, wobei der als Bonus-Track betitelte Song 'Amazon' gar nicht von Donnie Munro ist, sondern bereits auf der Solo-CD des Gitarristen (Chaz Stewart - The Angel Falls ... siehe auch meine Review) veröffentlicht wurde und mit D.M. gar nichts zu tun hat. Ein weiterer Song ('Irene') war bereits auf der letzten Live-CD drauf, so dass es lediglich 37 Minuten und ein paar Zerquetschte neue Songs gibt. Ganz schön wenig, finde ich. Die neuen Sachen sind natürlich voll im Stil von Donnie Munro (man erwartet ja auch nichts anderes), wobei die wirklich ruhigen Sachen absolut überwiegen. Zu erwähnen ist vor allem, dass es D.M. mal wieder geschafft hat, die Crème de la Crème der schottischen Musiker zusammenzurufen. Dave 'Squeaky' Stewart (hat der nicht bei Fish aufgehört, weil er für Musik keine Zeit mehr hat, da er einen Job als Manager eines Drum-Shops angenommen hat ??), David Paton (war auch mal bei Fish), Foss Paterson (auch Ex-Fish), der oben genannte Chaz Stewart (vor allem live ein Erlebnis) und Zweit-Gitarrist Morph Dobie, die übrigens auf der anstehenden Tour auch wieder dabei sein werden.

Munro, Donnie - Gaelic Heart

Es war wohl der grösste Traum von Ex-Runrig-Sänger Donnie Munro, mal eine rein gälische CD aufzunehmen. Und endlich konnte er seinen Traum verwiklichen. Aber ob die Scheibe so bei den Runrig- und Munro-Fans einschlagen wird, möchte ich jetzt einfach mal bezweifeln. Alleine schon mal die Spielzeit von nicht mal 45 Minuten ist in der Post-LP-Zeit schon fast eine Frechheit. Und dass einige der Songs schon auf anderen Munro-CDs vorhanden waren (immerhin 3 von 11), macht die CD auch nicht gerade innovativ. Und der Rest, also die 'neuen' Stücke (alle übrigens traditionelle Songs aus Schottland), unterscheiden sich auch nur wenig und sind ganz schön seicht. Der Silberling ist somit meiner Meinung nach nur den harten Fans zu empfehlen, die unbedingt alles von Runrig / Munro haben müssen. Eine halbe Stunde 'neue' Munro-Mucke zum vollen CD-Preis ist eigentlich nicht das was ich erwartet habe.

Munro, Donnie - Heart Of America (Across The Great Divide)

Langweiler des Jahres ... so könnte man vielleicht die neueste CD von Ex-Runrig-Sänger Donnie Munro bezeichnen. Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass der Mann zwei oder drei geniale Song-Ideen hatte, die er seit seinem Einstieg als Solo-Sänger versucht zu verwursten. Nix Neues und immer die gleiche Leier. Ein bißchen seicht, zwischendurch was Gälisches und irgendwann ist die CD vorbei und keiner hat's gemerkt weil vorher eingeschlafen. Okay, klingt jetzt vielleicht etwas hart aber so ähnlich stimmt das schon. Für mich vielleicht die letzte Munro-CD in meiner Sammlung. Mehr ist dazu nicht zu sagen ... schade.

Muse - The 2nd Law

Warum diverse Prog-Rock-Bands (wie z.B. Dream Theater) angeben, von ‘Muse’ inspiriert zu werden, wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben. Ich besitze ja diverse Scheiben der Band (von alt bis neu) und konnte nie entdecken, dass bei anderen Bands von Muse abgekupfert wurde. Zu eigenwillig und abwechslungsreich ist doch das Spektrum der 3 Musiker und es ist relativ schwierig für mich, die Musik in eine Schublade zu stecken (und schon gar nicht in die Schublade Prog-Rock). Trotzdem oder gerade deswegen möchte ich ein paar Worte zum neuesten Output ‘The 2nd Law’ verlieren, denn die Scheibe rotiert bei mir gerade ständig im CD-Player und im Auto und begeistert mich von der ersten bis zur letzten Sekunde.
Beginnend mit ‘Supremacy’, einem fetten und bombastischem Rocker zieht einen die CD sofort in den Bann, was nicht alleine an dem außergewöhnlichen Gesang von Matthew Bellamy liegt. Es folgt ein schmalziges und zuckersüßes ‘Madness’ und das an Inxs erinnerndes ‘Panic Station’. Der geilste Song ist auf jeden Fall Prelude / Survival, das für die Olympischen Sommerspiele 2012 in London geschrieben wurde, bestimmt jeder schon mal gehört hat und total an Queen erinnert. Und es geht gerade so weiter. Von radiotauglichem Pop (Follow Me) bis elektronischen Beats (Unsustainable) ist alles vertreten. Und das dann noch mit diversen Einsätzen von Bläsern und einem klassischen Orchester. Einfach sensationell und sollte in jedem CD-Regal stehen.
In der limitierten Version gibt es dann noch eine Bonus-DVD mit einem Making Of und auch die DVD lohnt sich total, sieht man da doch das außergewöhnliche Talent der Musiker sowie die Akribie, mit der ‘The 2nd Law’ aufgenommen wurde und dabei der Spaß nicht zu kurz kommt.

Muse - Live At Rome Olympic Stadium (VÖ: 29.11.2013)

Muse werden ja von diversen Prog-Bands als Beeinflussend bezeichnet. Auch wenn mir das teilweise doch etwas komisch vorkommt (denn Muse machen bekanntermaßen alles andere als Prog) finde ich die Band trotzdem (teilweise) richtig klasse. Umso besser, dass es jetzt eine Live-Veröffentlichung gibt, die einen schönen Querschnitt des Schaffens der Band zeigt. So kommen wir (auf der CD-Version) in den Genuss von Songperlen wie ‘Supermacy’, ‘Panic Station’, ‘Resistance’, ‘Follow Me’, ‘Madness’ und dem altbekannten ‘Supermassive Black Hole’ in richtig guter Sound-Qualität.
Allerdings möchte ich Euch, falls Ihr die Scheibe kaufen wollt, eher die limitierte Version mit Live-DVD empfehlen, die unwesentlich mehr kostet aber noch ein paar Songs mehr beinhaltet, und hier vor allem ‘Undisclosed Desires’ (das im Radion ja rauf und runter genudelt wurde) sowie ‘Survival’, dem Song zu den Olympischen Spielen 2012 in London, das einfach unverzichtbar ist. Ein toller Einstieg in die Welt von Muse.

Muse - Drones (VÖ:05.06.2015)
Muse fangen so langsam an mich zu langweilen. War ich von den letzten paar Outputs noch richtig begeistert (vor allem ‘The 2nd Law’ ist sensationell), doch mit ‘Drones’ kommt so langsam das Gefühl bei mir auf, das innovativ echt was anderes ist. Und dafür waren Muse ja bis jetzt immer bekannt dafür, auch mal was Neues zu kreieren. Aber hier kommt mir jeder Song irgendwie bekannt vor, egal wie unterschiedlich die Sachen auch sind. Trotzdem ... das ist Jammern auf echt hohem Niveau. Der Opener ‘Dead Inside’ ist total cool, ‘Psycho’ ist fett, ‘Mercy’ total cheesy, ‘Reapers’ schon ein bißchen schräg, ‘Defector’ heavy stampfend und so weiter und so weiter ... aber eben total austauschbar mit älteren Songs. Trotzdem ... kann man kaufen und ich habe die Hoffnung, dass es nur ein kleiner Durchhänger war.

My Dying Bride - 34.788% ... Complete

Als regelmäßiger Amazon-Kunde bekommt man ja ständig irgendwelche CD-Tips, die allerdings zum Teil sehr verbesserungsbedürftig sind (z.B. habe ich auf eine gute Bewertung von Michelle Young als Nächstes den CD-Tip Michelle - also die deutsche Silikon-Schlager-Tante - bekommen). Trotzdem 'falle' ich halt manchmal doch rein. 'My Dying Bride', eine englische Metal (?) - Band wurde mir auch empfohlen. Und nach dem Studium einiger Kritiken habe ich mich dann auch dazu entschlossen, daß das was für mich sein könnte. Oder läuft einem bei Aussagen wie 'Sieben Epen über Sex und die Momente, an denen man am Leben verzweifeln will', 'tolle Melodien und noch schönere Texte', 'die Gitarren - POW', 'begnadeter Sound', 'volkommene Platte' das Wasser im Mund zusammen ??? Schön wäre es, wenn auch nur die Hälfte zutreffen würde. Ich kann mit dieser Scheibe eigentlich nicht viel anfangen. Eine Mischung aus Anathema und Theater Of Tragedy. Wem's gefällt, okay. Mir nicht. Also eher FINGER WEG.

Myrath - Tales Of The Sands (VÖ:11.11.2011)
Myrath. Noch nie vorher gehört? Macht nichts ... ich auch nicht. Warum habe ich mir die CD gekauft?
1. Ein weißer Fleck weniger auf der Landkarte meiner Homepage, denn die Band kommt aus Tunesien.
2. Sie treten im Vorprogramm von Symphony X jetzt im Frühjahr auf und ich wollte mich mal ein bißchen reinhören.
3. Im Vorprogramm wird die Band unterstützt von Clémentine Delauney, Ex-Sängerin von Serenity und jetzt bei Visions Of Atlantis und das wird auf jeden Fall mal optisch ein Highlight.
4. Clémi singt auf dem Opener ‘Under Siege’ mit.
5. Die Kritiken auf Amazon haben mich überzeugt.
6. Das Video vom Song der neuen CD, die im Februar noch erscheinen soll, ist grandios.
Und was soll ich sagen ... die Scheibe ist hammergenial. Orientalisch angehauchter Prog-Metal der fetteren Sorte und passt hervorragend zu Symphony X. Ein fettes Brett von Bombast, Härte, Refrains zum mitgröhlen, tolle Stimme, kein Durchhänger. 50 Minuten geile Mischung aus Symphony X und Orphaned Land. Wer auf beide Bands steht, sollte sich auf jeden Fall ‘Tales Of The Sands’ zulegen. Auf dem Konzert gibt’s dann hoffentlich schon den neuen Output, denn derzeit kann man die Scheibe nur als schweineteueren Import bei Amazon kaufen. Review gibt es dann natürlich wieder hier auf meinen Seiten.

Myrath - Legacy (VÖ:05.02.2016)
Da dachte ich im Februar nach dem Kauf von Serenity’s ‘Codex Atlanticus’ bereits die CD des Jahres erworben zu haben. Dann gehe ich auf das Konzert von Symphony X im März 2016 mit Melted Space und Myrath im Vorprogramm. Und Myrath haben meiner Meinung nach das Konzert gesprengt. So dermaßen gut ... habe ich selten gesehen. Symphony X habe ich mir danach noch ne halbe Stunde gegeben und bin (auch wegen der furchtbaren Lautstärke) gegangen. Natürlich nicht ohne die neue Myrath-Scheibe mitzunehmen.
Mytath kommen aus Tunesien und machen orientalisch angehauchten Prog-Metal. Aber was für einen. Nach dem kurzen Opener ‘Jasmin’ gibt es mit ‘Believer’ gleich den absoluten Über-Song, der nicht mehr aus dem Kopf geht (sucht mal bei YouTube danach ... davon gibt es auch ein geniales Video). Und es geht grad so weiter ... immer mit ein bißchen orientalischem Touch aber mit der passenden Härte, genialen Gitarren-Soli (Gitarrist Malek Ben Arbia war auf dem Konzert der Burner), herausragendem Gesang (Zaher Zograti steht dem Branchen-Primus Russell Allen in nichts nach) und unvergesslichen Melodien. Leider ist die Tour soweit ich weiß schon vorbei, denn ‘Legacy’ gibt es im Moment nur als schweineteueren Import bei Amazon. Das ist richtig schade und verhindert wahrscheinlich, dass die Band den Erfolg bekommt den sie verdient. Aber ich kann nur appellieren, die vielen Euros zu investieren. Es lohnt sich. Versprochen!

Mystery - At the Dawn of a New Millenium

GAST-KRITIK VON MICHAEL DOSTER

Bei dieser (vierten) Studioscheibe der Kanadier "Mystery" handelt es sich um eine Best of - Produktion. Insgesamt sind hier 10 Stücke aus den 3 Studioalben "Mystery", Theatre of the mind" und "Destiny?" - diese Scheiben kennt hier fast keiner, denn davon ist noch keine einzige Scheibe hierzulande erschienen. Mystery machen sehr melodischen, recht ruhigen und eigenständigen mainstream (heute auch moderner als "AOR" bezeichnet) und diese Scheibe bietet einen netten Querschnitt der musikalischen Bandbreite von "Mystery". Die Nummern, die aus den neueren Alben stammen, sind doch auch die deutlich besseren - die Band hat sich durchaus weiterentwickelt. Alles in allem ein nettes Scheibchen mit sehr guten Stücken, das ich allerdings deutlich besser fände, wenn der Sänger öfter das Maul halten würde: Auf den älteren Stücken klingt's, wie wenn die Hose des Herrn Savoie etwas zu eng geraten ist; auf den neueren Stücken versucht er für meinen Geschmack zu sehr, nach Steve Perry zu klingen.

BuiltWithNOF

 

N

Narnia - Enter The Gate

Unter meinen Top-10-CDs des Jahres 2005 war ja die Flagship-CD 'Maiden Voyage', die als Hommage an Bands wie Styx oder Kansas unter anderem von Mitgliedern der schwedischen Band Narnia veröffentlicht wurde. Und da mich natürlich interessiert, was die Jungs sonst so für Musik machen, habe ich mir den neuesten Output 'Enter The Gate' gegönnt. Und was soll ich sagen ... klar, keine Mucke wie Flagship aber allerfeinster Melodic Metal ohne irgend einen Durchhänger. Und Sänger Christian Rivel kann also auch etwas härtere Sachen singen. Schöne CD zum Auto fahren. Die macht Laune und die Songs gehen einem nicht mehr aus dem Kopf. Nach 2 Durchläufen klappt schon das fehlerfreie Mitsummen. Schön.

Narnia - Decade Of Confession

Besucher meiner Homepage haben sich hoffentlich nach dem Studium meiner Narnia-Kritik über 'Enter The Gate' die Scheibe zugelegt und waren genauso begeistert wie ich. Nun ist es ja zwischenzeitlich richtig schwierig, an all die alten CDs der Band heranzukommen. Kaum ein Versand hat die Scheiben noch im Angebot und selbst im gut sortierten Plattenladen steht unter 'Narnia' nix rum. Glücklicherweise ist jetzt aber 'Decade Of Confession' veröffentlicht worden (und z.B. bei Nuclear Blast im Shop erhältlich) und wie der Name schon vermuten lässt, ist diese Doppel-CD eine Best Of ... der letzten 10 Jahre. Und wenn man auch vielleicht mit den christlichen Texten unter Umständen nicht unbedingt was anfangen kann, reißt die Musik doch mit. Toller Melodic Rock mit Hammer-Refrains zum mitsingen. Geile Scheibe ohne Durchhänger und jedem Melodic Rock-Fan wärmstens ans Herz zu legen. Absolutes Highlight für mich ist das Uriah Heep - Cover 'Sunrise' vom Tribute-Album 'A Return To Fantasy'.

Narnia - Course Of A Generation

Was ein Line-Up-Wechsel so alles ändern kann. Jahrelang habe ich mich auf einen neuen Output der christlich orientierten Schweden 'Narnia' gefreut, fand ich doch die letzte Studio-Scheibe 'Enter The Gate' einfach grandios (wobei natürlich auch die Vorgänger alle ziemlich gut sind) und die Best Of ... 'Decade Of Confession' einfach nur gelungen und einen herrlichen Querschnitt über das Schaffen der Band. Und jetzt habe ich mir 'Course Of A Generation' gekauft, in den CD-Player geschmissen und ... war zuerst ziemlich überrascht. Mein erster Gedanke war, da hat jemand ne falsche CD in die Hülle getan. Denn wiederzuerkennen sind Narnia überhaupt nicht. Weder textlich (klar sind die christlichen Themen immer noch da, aber nicht mehr so 'auffällig' wie früher) noch stimmlich (der schon arg typische Christian Rivel ist nicht mehr dabei, dafür singt jetzt ein gewisser German Pascual, und der hat nicht mal ein bißchen Ähnlichkeit mit Herrn Rivel) noch musikalisch (Narnia sind eindeutig härter geworden, ohne ihr Händchen für tolle Melodien und nicht mehr aus dem Kopf gehende Refrains verloren zu haben. Liegt natürlich auch daran, das der Narnia-Kopf und Song-Schreiber OJ Grimmark (der nebenher ja auch noch Gitarrist und Keyboarder ist) immer noch dabei ist. Insgesamt erinnern mich die runderneuerten Narnia ein bißchen an 'Royal Hunt' was vor allem auch an dem Stimmumfang von Herrn Pascual liegt. Ich möchte mir jetzt zwar nicht vorstellen, wie der Herr die alten Narnia-Sachen singt, die ja Christian Rivel auf den Leib geschrieben wurden. Aber auf 'Course Of A Generation' macht er einen hervorragenden Job und die CD macht Spaß von vorne bis hinten. Einziger Nachteil an der Scheibe ist mal wieder die sehr kurze Laufzeit von gerade mal 42 Minuten. Aber dafür ohne jeden Lückenfüller. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage sowie obligatorisch bei MySpace.

Nathan Mahl - Exodus

Ein ganz neues Pferd im Stall von Unicorn Digital ist die Band 'Nathan Mahl'. Bekanntestes Mitglied der Band ist sicher Guy LeBlanc, der von 2000 bis 2003 ja Keyboarder von Camel war und zusammen mit Andy Latimer die zwei Camel-CDs 'A Nod And A Wink' sowie 'The Paris Collection' eingespielt hat. Die Band 'Nathan Mahl' gibt es schon seit 1981, haben schon Berge von CDs veröffentlicht (die allerdings alle an mir vorbeigegangen sind) und waren auch schon auf dem NEARFest-Festival. Und nach 5 Jahren Pause gibt es jetzt mit 'Exodus' einen neuen Output ... eine Art Rock-Oper (zumindest der Stil deutet ein bißchen darauf hin), die vom 2. Buch des alten Testaments beeinflusst ist. Und so treten die Haupt-Charaktere Moses, Pharao und Gott auf und im Weitesten geht es um die emotionalen Kämpfe derjenigen die sich der Sklaverei entziehen wollen. Musikalisch ist es eine tolle Prog-CD geworden, die ab und zu ein bißchen in Prog-Metal abdriftet aber insgesamt eine Mischung aus Camel-Anleihen, Magellan-Parts (vor allem der Gesang geht voll in Richtung Trend Gardner), Keyboardläufen die fast ein bißchen an die Hoch-Zeit von Rick Wakeman erinnern und Canterbury-Rock. Auf jeden Fall eine gelungene Mischung, die ich jedem Prog-Freund ans Herz legen kann. Leider habe ich von der Band nur ihre MySpace-Seite gefunden und da sind noch keine Sound-Files der Exodus-CD drauf. Aber kann ja noch kommen. Auf jeden Fall gibt es das Werk bei Just For Kicks zu kaufen.

Nebuleyes - Divine Revolution

Prog-Musik aus Frankreich ist auf meiner Homepage ja nicht unbedingt stark vertreten. Was eigentlich schade ist, denn die Prog-Szene in unserem Nachbarland ist ja gar nicht so klein. In letzter Zeit habe ich ja immerhin die Band 'Lazuli' vorgestellt, die ich Euch immer noch ganz warm ans Herz legen möchte. Eine Neuentdeckung ist jetzt 'Nebuleyes', eine Band aus Nizza, die ebenfalls Prog vom Feinsten darbietet. 'Nebuleyes' besteht eigentlich aus den zwei Gitarristen Xavier Boscher und Benjamin Masson, die allerdings auch alle anderen Instrumente spielen (denke ich mal ... leider geht das aus der CD-Version, die ich bekommen habe, nicht hervor). Wenn man sich so die Einflüsse der beiden Musiker betrachtet, liest man so Bands wie Iron Maiden, Dream Theater, Liquid Tension Experiment, Symphony X, Pagan's Mind, Pain Of Salvation, Pink Floyd und und und. Und so eine kleine Mischung aus Allem ist auch 'Divine Revolution'. Und nicht dass jemand auf die Idee kommt, den CD-Titel spricht man englisch aus ... weit gefehlt ... gesungen wird auf französisch. Und das macht die Musik (zumindest für mich) noch interessanter ... mag ich doch die Sprache ausgesprochen gern. Den ersten Prog-Hammer gibt es schon mit dem ersten Stück (der Title-Track), das mit über 32 Minuten (!!) ein Feuerwerk von Gitarren-Soli, getragenen Passagen, gesprochenen Teilen und viel melodischem Prog bietet. Ein Weltklasse-Longsong, der auch nicht nur eine Sekunde langweilig wird. Aber man merkt, das die zwei Jungs aus dem Gitarren-Fach kommen, denn dieses Instrument ist schon dominant, sei es als Akustik-Gitarre oder als fette Riffs. Alleine wegen diesem Song lohnt sich schon der Kauf. Etwas rockiger geht es dann beim zweite Stück 'Endorphine et Placenta' zur Sache ... allerdings nur gut 4 1/2 Minuten. Dann wird der Song wunderschön fast 'romantisch' mit Keyboard-Teppich und geiler Akustik-Gitarre. Aber am Schluss geht's dann doch wieder zur Sache. Eigentlich letzter Song ist dann das nur knapp 5-minütige 'Digitaline', einem ziemlich interessanten Instrumental. Als Bonus-Track folgt dann noch 'Elixir', ein Stück, das Nebuleyes bereits 2002 geschrieben haben. Auch wieder ein Instrumental-Stück, aber dieses Mal über 10 Minuten lang. Insgesamt ist 'Divine Revolution' eine äußerst gute Prog-CD, die hoffentlich viele Liebhaber finden wird. Song-Files könnt Ihr auf der Band-Homepage anhören. Danach seid Ihr bestimmt genauso begeistert wie ich und kauft Euch das Teil. Bezugsquellen findet Ihr auch auf der Homepage.

Nebuleyes - The Universal Being

Die Süd-Französische Band 'Nebuleyes' habe ich ja schon mit der Vorgänger-CD 'Divine Revolution' vorgestellt. Und ich war da mehr als begeistert und hoffe mal, dass viele meiner Leser die Scheibe nach meiner Review auch gekauft haben. Jetzt folgt mit 'The Universal Being' ein weiterer Meilenstein in der Band-Geschichte. Klar stecken immer noch die zwei Musiker Xavier Boscher und Benjamin Masson hinter Nebuleyes und übernehmen fast alle Instrumente (ein paar wenige Gast-Auftritte von Musikern sind auf der CD vermerkt und als Schlagzeuger fungiert Mathias Haldgren). Überraschend ist aber, dass unter 'Nebuleyes are:' eine gewisse Drama Elfamorta aufgeführt ist, die 'Mezzo-contratto vocals' singt. Und das ist für die Musik von Nebuleyes ja ganz neu. Opernhafter-Gesang zu Prog-Rock. Aber das ist richtig geil. Ein bißchen erinnert Drama Elfamorta an die gute Tarja von Nightwisch, wobei Drama Elfamorta ein wenig tiefer singt (eben mezzo-contratto). Und das passt hervorragend zu den vielen getragenen Parts (wie z.B. bei 'Mother Universe'), Und ... dieser Titel verrät uns auch, dass die Texte nicht mehr in französisch sind sondern in englisch. Wobei ich so meine Schwierigkeiten habe, die Texte so richtig zu verstehen, aber das haben Opern ja so an sich :-) Die vollständigen Lyrics soll es aber auf der Band-Homepage geben, so dass einem da geholfen werden kann. Musikalisch geht es von eher getragen bis zu ziemlich rockig mit fetten Gitarren (wen wundert's, die beiden Band-Mitglieder Xavier und Benjamin sind ja beides Gitarristen) durch alle Genres des Prog. Mit 'The Universal Being' haben sich Nebuleyes fast neu erfunden und mich begeistert die CD von vorne bis hinten. Da gibt es nur einen Tipp: KAUFEN. Die Scheibe gibt es über die Band-Homepage derzeit für schlappe 9,99 Euro.

Necrost - Conception Of Noise

Sicherlich nix für verwöhnte Prog-Ohren ist die russische Band 'Necrost', die, wie der Name schon vermuten lässt, eher in der Death Metal - Ecke zu Hause ist, nach eigenen Bekenntnissen aber zwischenzeitlich eher zum 'Progressiv Death Metal' (was immer das sein mag) gewechselt ist. 'Conception Of Noise' ist sozusagen eine Best Of der letzten zwei EP's aus den Jahren 2001 und 1999, wobei komischerweise die 2001er-CD (mit den Tracks 1 - 5) zuerst kommt (da sollen sie schon 'sanfter' geworden sein ... das lässt für die Songs 6 - 10 dann eigentlich das Schlimmste hoffen, heißt dann dort auch noch der Sänger 'Cannibal' und der Gitarrist 'Deathstringer' ... mein Gott, werden da die Klischees bedient). Naja, man muss sie schon mögen, die Crowls, wobei ich ganz lustig finde, dass der 'Sänger' (wenn man das so nennen darf) wohl offensichtlich russisch grunzt und man das irgendwie überhaupt nicht merkt ... Death Metal scheint wohl 'grenzenlos' zu sein, weil man eh nichts versteht. Soundmäßig ist der 2001er-Teil weitaus besser als das ältere Zeug. Aber mehr kann ich jetzt dazu auch nicht sagen. Irgendwie so überhaupt nicht mein Ding und die CD sollte sich vielleicht mal ein Death-Metaller vornehmen der mehr 'Ahnung' von dieser Musikrichtung hat. Veröffentlicht bei Starless-Records. Band-Infos gibt's unter www.necrost.ru.

Negative - God Likes Your Style

'Negative' ist eine der erfolgreichsten Rock-Acts in Finnland mit vielen hervorragenden Platzierungen in den finnischen Album- und Single-Charts. Sie wurden Ende 2007 zum besten finnischen Act in den MTV Video Music Awards' gewählt und veröffentlichten mit 'Karma Killer' ihr bislang letztes Studio-Album Mitte des Jahres 2008. Auch wenn jetzt 'Negative' nicht unbedingt was für Prog-Fans ist, möchte ich die Scheibe doch hier vorstellen, weil sie einfach dazu geeignet ist, mal wieder einfach gut gemachte Rock-Musik an den Mann (und die Frau) zu bringen. Das ist einfach schnörkelloser Rock der Freude macht und mal wieder das Ohr durchpustet. Auch wenn mich der Sänger von 'Negative' ab und zu ein bißchen an Ville Valo (von Him) erinnert, ist die Musik nicht so getragen und 'dark'. Fans des klassischen Rock können hier zugreifen. 'God Likes Your Style' ist übrigens eine Compilation von Hits und Raritäten der Band, also teilweise B-Seiten und diverse (tolle) akustische Versionen von Negative-Songs. Und dass die Jungs auch lustig sind, sieht man dann am letzten Stück 'Still Alive', in dem in den knapp 14 Minuten ein paar nette Gimmicks versteckt sind. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage sowie bei MySpace.

Nektar - Book Of Days

Nektar ... viele Jung-Proggies werden jetzt den Kopf schütteln und behaupten, sie hätten noch nie was von der Band gehört. Ich als in den frühen 60ern geborener Musikliebhaber schnalze jetzt mit der Zunge. Nektar, eine Band aus England, die aber auch vor allem in Deutschland riesen Erfolg hatte, begannen ihre Karriere 1972 (!!) mit dem Debut-Album 'Journey To The Center Of The Eye', einer Science Fiction - Story, die in der damals abflauenden Psychedelic- und Spacerock-Aera Aufsehen erregte. Und Nektar hatten auch immer den Anspruch, diese Sachen in Konzerten visuell umzusetzen. Schlicht ... Nektar-Konzerte waren genial. Ich hatte zum Glück in meinen (damals) jungen Jahren auch die Möglichkeit die Band live zu sehen und war begeistert. Es folgten bis 1980 Berge von Veröffentlichungen, die teilweise Gold-Status erreichten. Danach wurde es sehr ruhig um die Band, bis 2001 mit 'The Prodigal Son' wieder ein Lebenszeichen von sich gegeben hat. Ich persönlich fand diese CD eher enttäuschend, weil von dem 'Progressiven' leider nicht viel rüber kam. Das war eher netter Rock, mal schneller, mal langsamer. 2004 gab es dann die weitaus bessere CD 'Evolution', die zum Glück ihrem Namen nicht alle Ehre machte sondern das 70er-Feeling wieder aufleben ließ. Tolle Scheibe ... und auch die Konzerte waren wieder klasse. Und jetzt gibt es 'Book Of Days'. Von den Nektar-Urgesteinen sind noch immer Sänger und Gitarrist Roye Albrighton sowie Drummer Ron Howden dabei. Ergänzt werden sie von den zwei deutschen Musikern Klaus Henatsch (Keyboards ... war schon bei Jane und der Jutta Weinhold Band) und Peter Pichl (Bass, den kennt man von Running Wild und Yargos), wobei dieses Line-Up als 'Nektar live are ...' bezeichnet wird. Deswegen weiß ich jetzt nicht, ob die 2 Jungs auch auf der CD mitgespielt haben oder 'nur' bei Konzerten mit auftreten. Aus dem Booklet geht das auch leider nicht hervor. Aber sei's drum ... 'Book Of Days' ist auf jeden Fall eine klasse Scheibe geworden. Der Opener 'Over Krakatoa' fällt noch etwas 'schräg' aus (vor allem durch die verzerrte Stimme) hat aber einen unheimlich guten Groove und auch die Gitarre darf hintenraus ein herrliches Solo spielen. 'King Of The Deep' klingt dann schon eher nach altem 'Krautrock' (wobei man das Wort bei Nektar ja eigentlich nicht in den Mund nehmen darf ... sie sind ja ne englische Band und Krautrock war ja ein Ausdruck für die damalige deutsche Rock-Szene), gepaart mit alten Uriah Heep (vor allem der Gesang ist echt nah dran an David Byron) und einer Spur Pink Floyd (der Refrain klingt fast ein bißchen nach Dark Side Of The Moon). Danach folgt ein kurzes instrumentales Zwischenspiel ('Lamorna') und dann geht's mit 'Doctor Kool', mit über 11 Minuten dem längsten Song auf dem Album so richtig ab. Mehrstimmiger Gesang, toller Rhythmus, herrliche Tempowechsel, wieder ein geiles Gitarren-Solo. Der Hammer. Und es wird nicht schlechter. Noch ein Long-Song ... 'The Iceman' ... zwar mit 10 1/2 Minuten etwas kürzer, dafür ein bißchen spaciger und dramatischer im Aufbau. Und nicht genug von den langen Stücken, denn auch 'Where Are You Now' ist fast 11 Minuten lang und kommt am Anfang recht rockig daher, wird nach knapp 5 Minuten instrumental, langsamer und richtig dramatisch (schon wieder ein geniales Gitarren-Solo!) und am Schluss wieder richtig fett. Könnte ne neue Live-Hymne werden!! Zum Schluss gibt es dann noch 2 kurze 3-Minüter, eine wunderschöne Ballade ('Book Of Days - Between The Lines) ... da kann man auf dem Konzert mal wieder das Feuerzeug rausholen und 'Book Of Days', ebenfalls ne Ballade und ein toller Abschluss der CD.
Fazit: Wie jung und frisch eine Band auch nach über 35 Jahren klingen kann, haben Nektar mit 'Book Of Days' eindrucksvoll bewiesen. Hier werden Liebhaber aller möglichen Stile von Prog bis Rock bedient und ich kann die CD nur wärmstens empfehlen. Veröffentlicht wird das Teil am 16.05.2008 ... also Termin vormerken und dann gleich zum CD-Dealer rennen. Viele Infos gibt es natürlich auch noch auf der
Band-Homepage.

Neronia - Nerotica

Neronia ... da war doch mal was. Irgendwie konnte ich mit dem Namen in Bezug auf Prog-Rock was anfangen. Bin aber nicht drauf gekommen, was das sein könnte. Also CD-Datenbank gestartet, Suchbegriff eingegeben und ... eine CD von 1993 gefunden, die so hieß. Und die war von der deutschen Band 'Ulysses', wurde in den Thin Ice - Studios von Clive Nolan und Karl Groom produziert, bei SPV veröffentlicht und als Gast-Sängerin trat Tracy Hitchings in Erscheinung. Wie konnte ich das nach 'nur 10 Jahren' vergessen ?? Keine Ahnung, denn damals fand ich die CD - mit Ausnahme des Sängers Gerard Hynes (der war gelinde ausgedrückt etwas 'langweilig' ... aber diese Meinung hatte ich von vielen Sängern deutscher Prog-Bands) richtig gut. Und ich habe mich eigentlich danach immer mal wieder gefragt, was aus dieser Band geworden ist, denn nach der Veröffentlichung von 'Neronia' habe ich nie mehr was von ihnen gehört.
Aber genug der Geschichten und Storys ... hier geht es ja um die BAND 'Neronia'. Tja ... und welch Überraschung ... nach Studium der Band-Geschichte (nachzulesen unter
www.neronia.org ) muss ich feststellen, dass Ulysses sich jetzt nach Ihrer Debut-CD 'Neronia' benannt hat und von der Ur-Besetzung immerhin noch 2 Leute (Gitarrist Mirko Rudnik und Schlagzeuger Robert Zoom) übrig geblieben sind. Neu dabei sind dann noch Sänger und Keyboarder Falk Ullmann (der mir als Sänger weitaus besser gefällt als der Sänger zu Ulysses-Zeiten) sowie Joerg Schaufert am Bass. Unter dem Namen 'Ulysses' fand ich die Band sehr keyboardlastig. Dieses hat sich jetzt mehr in die Gitarren-Richtung verschoben, was der Musik sicher gut getan hat. Es klingt teilweise sogar (auch wegen dem Gesang) ein bißchen nach Clepsydra (z.B. bei Song 3 'One Moment') und ansonsten schon nach den 'anderen' deutschen Prog-Bands wie Everon (allerdings ohne den dort vorhandenen Bombast) oder Sylvan, ohne sie jedoch zu kopieren. Highlights der CD sind neben dem schon genannten 7 1/2 - minütigen 'One Moment' auf jeden Fall noch der fast 9-minütige Song 'Frost' (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Hammerteil der Band 'Moria Falls') sowie das grandiose Ende der Scheibe, dem fast 11-minütigen 'She Cat'. Schön dass sie wieder da sind ... auch wenn sie jetzt anderst heißen. Weiterentwickelt haben sie sich auf jeden Fall. Die CD ist übrigens käuflich zu erwerben z.B. über den Shop auf der Homepage von Neronia und den Kauf kann ich nur empfehlen.

Neronia -Blue Circles

Für alle die es noch nicht wissen schreibe ich es noch einmal: Die deutsche Prog-Band 'Neronia' ging aus der früheren Band 'Ulysses' hervor, die im Jahr 1993 oder 1994 mit ihrer CD 'Neronia' (daher der jetzige Name) in Prog-Kreisen ziemlich Aufsehen erregt haben. Mittlerweile sind auch die letzten zwei verbliebenen Ulysses-Musiker (Mirko Rudnik und Robert Zoom), die auf dem letzten Neronia-Album 'Nerotica' (siehe meine Review) noch vertreten waren, ausgeschieden. Und das hat der Band meiner Meinung nach noch einen weiteren Schub gegeben. Die Songs sind jetzt zwar weniger 'rockig' aber dafür gibt's wieder mehr Prog. Und das ist auch gut so. Das beginnt schon mit dem Opener 'Desert Sand', der langsam beginnt und gegen Ende immer fetziger wird (klasse Melodie, die nicht mehr aus dem Kopf geht), dazu ne wunderschön quietschende Gitarre ... Progger-Herz was willst du mehr? 'Shockwaves' ist dann ein bißchen elektronischer und geht mehr in Richtung Space-Art-Rock. Dann folgt schon das erste Highlight mit 'Naked Pale', mit 7 Minuten einer der längsten Songs. Und der könnte auch locker von Clepsydra sein (und das liegt nicht nur an der markanten Stimme von Sänger Falk Ullmann). Tolles Keyboard, wunderschöne Melodie, tolles Gitarren-Solo. 'One And One' ist dann die Quoten-Ballade (richtig schön), man wird aber aus dem Traum wieder rausgeholt mit 'Cold An Strange', dem vielleicht einzigen richtig 'rockigen' Song (und auch hier klingt Falk Ullmann wieder voll nach Clepsydra). 'Faceless Smile' ist dann wieder ein Progger par excellence. 'We've Brushed', der längste Song des Albums (mit über 7 Minuten) ist am Anfang ein wundervoll getragenes Stück, dass dann aber nach 2 1/2 Minuten und nochmal nach 5 Minuten zu einem fast Über-Song mutiert. Absolut der beste Song auf dem Album. Auch die folgenden 2 (und letzten Stücke) 'Lost In Grey' und 'Seven Shades' fallen nicht ab und machen das insgesamt 51-minütige Album zu einer wirklich abwechslungsreichen und runden Sache. Meiner Meinung nach ist 'Blue Circles' noch einen Tacken besser als der Vorgänger 'Nerotica' und ich kann hier allen Neo-Prog-Fans nur eine Kaufempfehlung abgeben. Neronia sind auf jeden Fall auf einem guten Weg, in die Phalanx der hervorragenden deutschen Prog-Bands aufzusteigen. Und wer den Split der schweizer Band Clepsydra noch ncht verkraftet hat, sollte Neronia (wegen der teilweisen Ähnlichkeit der Musik) auf jeden Fall mal antesten. Mehr Infos über die Band gibt es auf der Homepage.

Never The Bride - Never The Bride / Surprise

Dass auf Fish-Konzerten schon die eine oder andere Vor-Gruppe entdeckt wurde (The Seer, T 42, Tea For Two usw.), dürfte ja eventuell bekannt sein. Aber der Support-Act der Tour von 2004 war der absolute Hammer und hat mich sofort dazu veranlasst, 2 CDs zu kaufen. Die Band heißt 'Never The Bride' und besteht aus Haupt-Sängerin Nikki Lamborn sowie Keyboarderin / Sängerin Catherine 'Been' Feeney. Dazu scharen sich dann noch ein paar weitere (Gast-?) Musiker mit Gitarre, Bass und Drums. Und was die Jungs und Mädels während ihres Auftritts für Stimmung verbreitet haben, war schon klasse. Hat man die Augen geschlossen, dachte man, es würde Melissa Etheridge in ihren besten Zeiten abrocken. Und das Duett von Nikki Lamborn mit Fish bei 'Just Good Friends' auf dem von mir besuchten Konzert in Karlsruhe war mindestens nochmal eine Klasse besser als die Original-Version mit Fish und Sam Brown. Einfach nur geil. Und die Mädels waren auch noch nach ihrem Auftritt voll nett, haben alle CDs signiert und jedem voll das Gespräch reingedrückt und am Ende wurde mancher CD-Käufer von Nikki noch abgeknutscht ... das ist Fan-Nähe und hoffentlich behalten sie alle ihre Natürlichkeit. Aber ich denke auch mal, dass sie selbst von ihrem Erfolg als Vor-Band etwas überrascht waren.
Gekauft habe ich mir eine CD von 1995 ohne Titel sowie die neueste Scheibe 'Surprise', die laut Aussage von Nikki Anfang April 2004 bei Voiceprint auch überall zugänglich vertickert wird. Und ich kann nur vorschlagen, die CD zu kaufen, wenn Ihr auf weiblichen Rock-Gesang (im Stile von Melissa E. oder auch Tina Turner gemischt mit dem souligen Part von Anastacia) steht. Erfrischendere Rock-Musik habe ich schon lange nicht mehr gehört. Und wer noch die Gelegenheit hat, Fish auf der 2004er-Frühjahrstour zu sehen, sollte auf jeden Fall hingehen. Alleine schon mal wegen 'Never The Bride'.

Gast-Kritik von Michael Doster:

NEVER THE BRIDE - Surprise

Bis zum Konzert von "uncle" Fish im Karlsruher Tollhaus kannte ich von "Never the Bride" gerade mal den Namen und den auch nur deswegen, weil mir ein freundliches (unübersehbar!) weibliches Wesen einen Zettel in die Hand drückte, der inhaltlich etwa die Aussagekraft einer Rolle Hakle 3-lagig hatte. Nun, Vorgruppen haben meist ihren eigenen Charme: wenn sie anfangen zu spielen, ist dies die beste Gelegenheit, endlich mal eine Lücke an der Biertheke zu entdecken und die Vorgruppe zunächst einmal Vorgruppe sein zu lassen.
Doch hier sollte es doch ganz anders laufen: Kaum hatte Never the Bride begonnen, begannen verschiedentlich die Besucher im Vorraum, die Ohren zu spitzen und sich in den Saal zu bewegen - und was sich dort auf der Bühne abspielte - mein lieber Schwan!

Soviel zur Einleitung oder "wie kommt ein Mensch auf diese Band"?
Nach dem Konzert war ich um 2 CDs reicher und hatte immer noch keine blasse Ahnung, wer denn nun "Never the Bride" ist - die Musik kannte ich nun (ja, ich komme noch darauf zurück), die übrigen Recherchen entnahm ich den unendlichen Tiefen des world-wide-wait:

Never the Bride ist eine Band, die in erster Linie aus der Lead-Sängerin Nikki Lamborn und der Keyboarderin, bisweilen Gitarristin und Haupt-Songschreiberin Catherine (Been) Feeney besteht. Um dieses Duo scharen sich noch weitere Musiker: Murray Gould, Gitarre, Julian McLaren, Drums, Alex Toff, Drums, Greg Harewood, Bass, Trevor Barry, Bass.
Was einem nun beim Anhören des "Surprise"-Albums sofort auffällt, ist die unwahrscheinliche Stimme von Nikki. Schon der erste Song "This is a cry for love" legt im funkigen Stil und der unwahrscheinlich markanten Stimme von Nikki los. Der Mensch sucht sich als altes Gewohnheitstier erst mal einen Vergleich und hier kommt mir als erstes die Stilrichtung der ersten CD von Melissa Etheridge in den Sinn - wobei Nikki Melissa (sorry Melissa!) aber ganz lässig an die Wand singt. Track 2 "When it's all too late" beginnt so ein bißchen in der Stilrichtung von Sade's "Smooth Operator", um dann im Stil einer schönen Ballade der Wilson-Schwestern (Heart) weiterzugehen, jedoch wiederum mit der überragenden Stimme von Nikki. Titel Nummer 3 "The livin tree" könnte völlig problemlos den Titel-Song für einen James-Bond-Streifen abgeben (weiß jemand, wem man da einen Tip geben muß?). Mit ähnlicher Abwechslung geht's durch die ganze Scheibe weiter, die Stilrichtung reicht von funkig (This is a cry for love), blueslastig (Feels like I'm falling) bis hin zu leicht jazzig angehauchten songs (She knows you know) oder auch einfach wunderschönen Balladen (If I counted to ten, I feel for you), dennoch zieht sich eine Art roter Faden durch das ganze Album; es ist keinesfalls nur eine Zusammenstellung einzelner Songs. Die ganze Band leistet eine grundsolide Arbeit, Schwachstellen gibt es praktisch keine - einfach ein fantastisches, absolut hörenswertes Album! Immer wieder faszinierend ist einfach die Bandbreite und unheimlich prägnante und energiegeladene Stimme von Nikki, die am besten mit "irgendwo zwischen Melissa Etheridge, Ann Wilson, Tina Turner und Janis Joplin" beschrieben werden kann.
Ich für meinen Teil kann nur empfehlen:
1. Zum nächsten Konzert gehen (hoffentlich kommen die Mädels auch bald mal wieder nach Deutschland)
2. Postwendend 2 Exemplare der "Surprise"-CD beim
Herrn Bäcker ordern (wenn er sie gehört hat, wird er sie sicher gerne ins Programm aufnehmen) - 2 Exemplare deshalb, weil sicher irgendeiner aus dem Freundeskreis die CD unbedingt auch haben will.

Neverdream - Souls 26.04.1986

Was war am 26.04.1986? Ich denke die Wenigsten werden sich noch an dieses Datum erinnern. Genau ... das Reaktor-Unglück von Chernobyl in Russland. Und die italienische Prog-Metal-Band 'Neverdream', die es übrigens schon seit dem Jahr 2000 gibt, hat jetzt ein Konzept-Album über dieses Unglück veröffentlicht. Textlich ist das Album in 2 Teile gegliedert. Teil 1 ist die Geschichte eines krebskranken Waisen-Kindes und die Träume über ein Leben, das nie mehr eintreten wird. Teil 2 handelt dann von einem ehemaligen Russischen Soldaten, der während des kalten Krieges für sein Land gekämpft hat und jetzt bei dem Unglück seine Frau und seine Tochter verloren hat. Er erkennt die Lügen seines Staates und diese schreckliche Wahrheit treibt ihn in den Selbstmord.
Harte Story, aber kommt der Realität wahrscheinlich nicht mal nahe. Musikalisch bewegen sich 'Neverdream' auf einem ziemlich hohen Niveau und ich würde die Musik so als Schnittmenge zwischen 'Pain Of Salvation' und 'Fates Warning' beschreiben. Also für Freunde der härteren und vertrackten Prog-Metal-Schiene genau das Richtige. Ich habe mir die CD zwischenzeitlich bestimmt 10 Mal angehört und entdecke immer wieder neue Sachen und Facetten. Für so eine unbekannte Band fast ein Meisterwerk. Muss man haben. Mehr Infos gibt es auf der
Band-Homepage (angenehmerweise auf Deutsch) und natürlich bei MySpace. Nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass die CD von Achim Köhler produziert wurde, der schon mit Primal Fear, Nevermore und Amon Amarth zusammengearbeitet hat. Und das ist auf jeden Fall ein Garant für tollen Sound.

Neverdream - Said

Von der letzten Neverdream-CD ‘Souls’ (siehe meine Review) war ich ja ziemlich begeistert, war die Musik doch eine tolle Schnittmenge aus Pain Of Salvation und Fates Warning. Sehr gespannt war ich deshalb auf den Nachfolger. Und der liegt jetzt mit ‘Said’ vor, wieder ein Konzeptalbum und dieses Mal mit dem Thema Afrika. Produziert wurde die Scheibe auch von Achim Köhler, der ja schon den Vorgänger veredelt hat. Somit ist guter Sound schon mal garantiert. Musikalisch haben sich Neverdream meiner Meinung nach noch ein bißchen weiterentwickelt, klingen sie doch nun zusätzlich noch ein bißchen nach Shadow Gallery (fällt mir grad so ein, weil ich vorhin Tyranny im Auto gehört habe und ein paar Ähnlichkeiten endecke), ohne aber den Stil der letzten Scheibe groß zu verlassen. Der Gesang erinnert immer noch ein bißchen an Daniel Gildenlöw von Pain Of Salvation und die Grundausrichtung ist eher getragen und fett (wie eben Fates Warning). Interessant sind aber auch ein paar Parts, wie z.B. das Saxophon in ‘Kinshasa’ was dann die Musik von Neverdream doch zu was Eigenem machen. Auch so wunderschöne Songs wie z.B. ‘Secrets’ sind weit von den genannten Bands entfernt, zeigen aber auch, dass Neverdream auch im Song-Writing einen Schritt nach vorne gemacht haben. Absolutes Highlight der CD ist aber das über 15-minütige ‘The Long Walk To Freedom’, ein geniales Meisterwerk für Proggies. Auch wenn Rock Hard die Scheibe etwas runterkritisiert hat, finde ich sie einfach klasse und kann sie nur empfehlen. Mehr Infos gibt es auf der Homepage der Band, die immer noch in Deutsch ist, obwohl die Band aus Italien stammt. Unbedingt antesten!

Neverdream - The Circle (VÖ: 14.02.2014)

Die italienische Prog-Metal-Band ‘Neverdream’ habe ich ja schon seit längerer Zeit auf dem Schirm und bereits 2 ältere Scheiben (Souls und Said) auf meiner Homepage besprochen. Ein bißchen Pain Of Salvation, ein bißchen Fates Warning, auf der letzten CD dann zusätzlich noch ein bißchen Shadow Gallery ... aber nur so dezent ‘kopiert’, dass immer noch was Eigenständiges übrig blieb und beide Silberlinge absolut empfehlenswert sind.
Nun gibt es einen Nachfolger von ‘Said’ namens ‘The Circle’, und der ist gleich eine Doppel-CD mit einer Spielzeit von insgesamt knapp 90 Minuten geworden. Dieses Mal wurde ein Buch von Maria Teresa Valle (in Zusammenarbeit mit Drummer Gabriele Palmieri und Sänger Giorgio Massimi) vertont. Bei der Story geht es um eine texanische Familie, die von ihrem fanatisch-religiösen Oberhaupt tyrannisiert werden, es passiet noch ein Mord und noch viel mehr Serien-Morde und vielleicht löst der Detektiv Jahre später die Geschichte auf.
Das ganze Buch kann man sich auf englisch und italienisch von der Neverdream-Homepage kostenlos als PDF-Datei runterladen und das lohnt sich auf jeden Fall. Genauso wie die ganze Doppel-CD als MP3-Format kostenlos runtergeladen (oder für 15 Euro bestellt) werden kann.
Musikalisch bewegen sich ‘Neverdream’ auf relativ sicheren Pfaden, wobei ich schon bemerken muss, dass Sänger Gorgio Massimi einfach besser geworden ist, jetzt öfter mal ein Saxophon zum Einsatz kommt (das unweigerlich an Marek Arnold von Toxic Smile erinnert) und !!!! als Gast-Sänger kein Geringerer als Andy Kuntz (Vanden Plas) verpflichtet werden konnte, der ‘The Circle’ mehr als veredelt. Ein richtig cooles Konzept-Album, das jeden Prog-Metal-Freund erfreuen wird. Und ich hoffe ihr ladet die Scheibe nicht nur kostenlos runter sondern opfert die 15 Euro und unterstützt die Band. Sie hat es verdient!

New Model Army - Today Is A Good Day

Die älteren Leser meiner Homepage werden sich bestimmt noch an diese Band erinnern, die in bereits 1980 von Sänger und Gitarrist Justin Sullivan gegründet wurde und eher in Punk-Kreisen bekannt war. Jetzt nach fast 30 Jahren kommt (am 25.09.2009) das 'erst' 11. Studio-Album auf den Markt. Und es begeistert mich von vorne bis hinten. Der Opener und Title-Track ist noch ganz schön punkig, aber bereits der zweite Song 'Autumn' geht in eine ganz andere Richtung und erinnert mich ein bißchen an geniale Werke von 'Lake Of Tears', also ein recht 'fröhliches' Stück, das zum mitsingen animiert. 'Peace Is Only' ist dann wieder ein ganz typischer New Model Army - Song, der auch auf früheren Alben hätte drauf sein können. Auch 'States Radio' geht in die gleiche Richtung. 'God Save Me', eine Ballade, zeigt zumindest für mich eine ganz andere Seite von NMA, überzeugt aber genauso. Und so läuft die CD insgesamt 12 Songs lang und man sollte nicht glauben, dass alle Songs nicht älter als 6 Monate sind. Natürlich alle Stücke ziemlich gitarrenorientiert und Justin Sullivan macht auch im 'höheren Alter' stimmlich noch eine richtig gute Figur. Wer von kompliziertem Prog auch mal die Nase voll hat und mal wieder ein richtig erfrischendes knappes Stündchen erleben will, liegt mit der neuen Scheibe von New Model Army genau richtig. Und Fans der 'alten Stunde' können sowieso bedenkenlos zugreifen. Produziert wurde das Teil übrigens von Chris Kimsey, der ja auch schon für die Rolling Stones gearbeitet hat. Und das bedeutet schon mal, dass die Scheibe soundmäßig auf dem neuesten Stand ist.

Nightwish - Wishmaster

Die finnische Band war mir völlig unbekannt. Eine weibliche Sirene singt zu Ratta-Klängen. Gewöhnungsbedürftiger Gesang, aber irgendwo genial. Hat was von Rhapsody und Stratovarius. Also für Hörer der härteren Töne ein absolutes MUSS.

Nightwish - Oceanborn

Irgendwann musste es ja mal passieren. Nachdem ich vom 2000er-Album der finnischen Band schon angetan war (siehe Kritik Mai 2000), habe ich nun endlich nach langem Suchen den Vorgänger von 1999 erstanden. Und was soll ich sagen: EINFACH GENIAL UND GEIL !!!!!!!

Fette Gitarren-Riffs, Power-Schlagzeug, Tarja's hymnenhafter und grandioser Gesang, feinste Heavy-Songs (Stargazers, The Riddler, The Pharao Sails To Orion), ein Super-Instrumental (Moondance), traumhafte Balladen zum dahinschmelzen (vor allem Walking In The Air - das Thema des Zeichentrickfilms 'The Snowman' - gefühlvoller kann man Musik nicht interpretieren) und und und. Ich komme aus dem Schwärmen nicht mehr raus.

An Alle die nur halbwegs mit anspruchsvoller Rockmusik was zu tun haben gibt es von mir nur einen Tip: KAUFEN UND GENIESSEN !!!!!!!!! Was Besseres kommt in nächster Zeit nicht mehr.

Nightwish - Angels Fall First

Nachdem ich von den 2 letzten Nightwish-Alben so angetan bin, mußte ich mir natürlich (auch zur Vervollständigung der Sammlung) das Erstlingswerk der Finnen zulegen. Allerdings merkt man auf dieser CD doch stark, daß die Jungs und Mädels am Anfang ihrer Karriere nicht so genau wußten was sie machen sollen. Das Teil ist deswegen nur eingeschränkt zu empfehlen.

Nightwish - Over the Hills and Far Away

Meine finnischen Lieblinge um Sängerin Tarja Turunen vertreiben uns die Zeit bis zur nächsten offiziellen Studio-CD mit einer hammergenialen Scheibe, die (man soll es ja nicht glauben) BEIDSEITIG bespielt ist. Die Vorderseite (Audio Tracks) besteht aus 4 Studio-Stücken (2 neue, 1 Remake und 1 Cover-Version von Gary Moore's Over the Hill and Far Away) sowie 6 Live-Stücken in brillianter Qualität. Und nun der Clou: Die Rückseite (DVD-Videos) gibt uns einen Ausblick auf die angekündigte DVD 'From Wishes to Eternity' - eines über 2-Stündigen Konzert-Mitschnitts- in Form von 6 Live-Titeln (natürlich die selben 6 Stücke, die schon auf der Vorderseite sind). Und das alles zum Preis einer normalen CD. Ich würde einfach mal sagen, da bekommt man was für's Geld (was natürlich nur für DVD-Spieler-Besitzer wirklich interessant ist). Aber auch die Audio-Seite alleine lohnt die Anschaffung. Einziger Nachteil: der Silberling ist dicker als eine normale CD und passt somit nicht mehr in den CD-Wechsler im Auto.

Nightwish - Century Child

Im Vorfeld der Veröffentlichung der neuen Nightwish-CD gab es ja schon Gerüchte, dass dies die letzte Scheibe der Finnen mit Sängerin Tarja Turunen sein wird. Hoffen wir's mal nicht, denn ohne den göttlichen Gesang von Tarja wäre Nightwish wohl nicht mal mehr die Hälfte wert. Trotzdem ist auffällig, dass Neu-Bassist Marco Hietala (kam von der Metal-Band 'Sinergy') einige Passagen singen darf. Soll hier der Fan an die eventuell kommenden 'Nightwish' gewöhnt werden ?? Hoffentlich nicht, denn die Songs mit Tarja sind einfach mal wieder grandios. Das bombastische 'Bless The Child', End Of All Hope' (das voll nach 'Wishmaster' klingt), das zuckersüsse 'Forever Yours', 'The Phantom Of The Opera' (DAS musste ja mal kommen) und das über 10-minütige 'Beauty Of The Beast' alleine rechtfertigen schon den Kauf. Aber der Rest kann sich natürlich auch hören lassen. Insgesamt kommt 'Century Child' meiner Meinung nach aber nicht an 'Wishmaster' oder gar 'Oceanborn' heran. Es bleibt also abzuwarten, wie es mit dieser Band (eventuell ohne Tarja) weitergeht.

Nightwish - Once

Normalerweise braucht es bei einer Nightwish-CD drei Töne um zu erkennen, dass das die Finnen sind. Man kann das 'hoher Wiedererkennungswert' oder auch 'immer das Selbe' nennen. Deswegen war ich von 'Once' von Anfang an sehr überrascht. Klar klingt Sängerin Tarja immer noch wie früher, doch schon der Opener 'Dark Chest Of Wonders' klingt irgendwie härter und metallischer und nicht so bombastisch-klassisch. Man erkennt schon fast Rammstein-Riffs. Der nächste Song 'Wish I Had An Angel' ist dann ein Duett mit Bassist Marco Hietala, der offensichtlich gesanglich dazugelernt hat ... das klingt ja richtig gut. Eher Standard ist dann die hochgepushte und von MTV / VIVA rauf- und runtergenudelte Single-Auskopplung 'Nemo' ... wobei es mich natürlich freut, dass es jetzt (nach den mehr oder weniger schlechten Nightwish-Kopien 'Within Temptation' oder 'Evanesence') endlich auch das 'Original' geschafft hat, Aufmerksamkeit bei den Medien zu bekommen (was sich dann auch daran erkennen lässt, dass 'Once' letzte Woche auf Platz 1 der Deutschen Charts war). Der Rest klingt mehr oder weniger nach Nightwish (allerdings teilweise echt metallischer), wobei ich vielleicht noch den Song 'Creek Mary's Blood' herausheben möchte, bei dem der Indianer John Two-Hawks (als Sänger und Musiker) einen tollen Beitrag leistet. Außerdem wird mit dem Titel 'Kuolema Tekee Taiteilijan' der Beweis angetreten, das auch Songs auf FINNISCH ihren Reiz haben. Für ungeübte Ohren ist das der Super-Gau. Fans MÜSSEN zugreifen. Nur einen kleinen Tip hätte ich an Nightwish: Leistet Euch endlich mal einen vernünftigen Producer ... nach dem Erfolg dürfte das finanziell ja drin sein. Denn der Sound der CD könnte echt noch ein bißchen mehr Power und Klarheit vertragen.

Nightwish - End Of An Era (DoppelCD / DVD)

Leider ist der Name dieses Packages (das es entweder einzeln als Doppel-CD, DVD oder eben im Package zum dann 'Special Price' gibt) die Wahrheit, denn irgendwann danach haben sich die Wege von Sängerin Tarja Turunen und dem Rest der Band ja so ziemlich im Streit und mit vielen gegenseitigen Vorwürfen (von Ehemann von Tarja ist ein Arsch bis zu Keyboarder war in Tarja verliebt und konnte nicht landen) getrennt. Deswegen ist 'End Of An Era' sicherlich sowas wie ein historisches Dokument der größten Popularität der finnischen Band. Denn egal wie es da weitergeht, wird es nie wieder so sein wie mit Tarja als Sängerin, denn Ärger hin oder her war sie sicher in dem ganzen Musik-Genre eine absolute Ausnahmesängerin und wohl von niemandem zu ersetzen. Alleine deswegen, und natürlich auch wegen der genialen Musikauswahl (eigentlich sind so ziemlich alle Alben von Nightwish und somit alle Hits von 'The Kinslayer' über 'Sleeping Sun' und 'Nemo' bis zum Oberhammer 'Wish I Had An Angel' vertreten) und der professionellen Kameraarbeit lohnt sich der Kauf auf jeden Fall. Und wegen dem geringen Aufpreis würde ich auch das komplette Package empfehlen. Und für mich als Pink Floyd - Fan ist natürlich auch die Cover-Version von 'Hhigh Hopes' der absolute Hammer.

Nightwish - Dark Passion Play

CD 1 nach dem Rausschmiss von Tarja. Monatelang neue Sängerin gesucht, über 2000 Demo-Bänder von Aspirantinnen angehört und sich am Ende für die unbekannte Schwedin Anette Olzon entschieden. Aber ist sie wirklich so unbekannt? Nein, nicht wirklich. Wer sich ein bißchen im AOR- und Melodic Rock-Bereich auskennt oder vielleicht schon mal im Katalog von AOR Heaven gestöbert hat, wird bestimmt eine CD der Band 'Alyson Avenue' entdeckt und vielleicht auch gekauft haben. Dort singt (oder besser sang) ne Frau mit Namen Anette Blyckert, die jetzt eben Anette Olzon heißt. Ich habe von der Band immerhin eine CD im Regal stehen (mit Namen 'Omega'), aber dort ist mir die Stimme nicht wirklich richtig positiv aufgefallen. Ich hatte mich auch nur an den Bandnamen erinnert, als ich das gelesen hatte. Nun gut ... aber passt eine ehemalige AOR-Sängerin zu den Bombast-Rockern von Nightwish und kann sie dort Tarja vergessen machen? Gute Frage aber von mir gibt's da keine eindeutige Antwort. Auf jeden Fall hat man den Eindruck, dass Nightwish die Last des Songschreibens für ne Opern-Sängerin abgefallen ist. Wenn man nur mal den fast 14-minütigen Opener 'The Poet And The Pendulum' anhört, stellt man fest, dass es auch mit Bombast, Oper aber ohne Sopranstimme geht ... und wie !! Sicher eines der besten und abwechlungsreichsten Stücke, die Nightwish je veröffentlicht haben. Richtig geil. Aufwändig aber absolut sinnvoll war auch, ein 'richtiges' Orchester mit ins Boot zu nehmen und nicht alles künstlich einzuspielen. Klingt einfach viel fetter und realistischer. Auch die Tatsache, dass Bassist Marco Hietala öfters mal seine 'dreckige' Stimme einsetzen darf, kommt der Musik wirklich zu Gute. Neben dem Opener gibt es natürlich noch ein paar weitere Highlights. 'Bye Bye Beautiful' (fast ein würdiger Nachfolger für 'Wish I Had An Angel'), die Single-Auskopplung 'Amaranth' (nicht ganz so schnulzig wie 'Nemo'), das schöne 'Eva' (hätte Tarja nicht besser singen können) oder auch 'For The Heart I Once Had. Leider wird die CD hinten raus etwas eintönig mit den Songs mit keltischem Einschlag. Die hätte man, anstatt sie am Stück zu bringen, vielleicht eher etwas hübscher auf der CD verteilt. Da hilft auch das zwischendurch recht harte und fast im Tarot-Stil gehaltene '7 Days To The Wolves' nicht wirklich. Trotzdem ist 'Meadows Of Heaven' ein würdiger Abschluss ... wahrscheinlich wurde der Song ganz an den Schluss gestellt, damit Anette Olzon in richtig guter Erinnerung bleibt, denn bei diesem recht ruhigen Stück ist sie wirklich in ihrem Element.
Als Fazit kann man ziehen, dass Nightwish nach dem Weggang von Tarja natürlich nicht mehr die selbe Band ist. Mit Anette Olzon wurde aber eine Nachfolgerin gefunden, die zum Glück nicht ein Tarja-Klon ist, sondern eine ganz andere Stimme einbringt. Und das macht Nightwish für mich zu einer neuen, interessanten und wirklich guten Band. Zwar ein harter Einschnitt aber wirklich gut überwunden. Mir gefällt's. Die CD gibt's übrigens zur Zeit als Doppel-CD, wobei auf der 2. CD das komplette Album als Instrumental-Version vertreten ist. Braucht man zwar nicht unbedingt, aber ist ne nette Idee.

Ergänzung von Udo Glöckner:
Nightwish ohne Tarja??? Nun, diese Frage stellte sich für mich nicht, als ich diese für mich namenlose Band - seinerzeit animiert vom Cover der "Angels Fall First - CD" anno 1997 im Second-Hand-shop "für mich" entdeckte... TEN YEARS LATER... nicht DIE Band...aber
...wir schreiben das Jahr 2007 und viel ist passiert in der Zwischenzeit... Das "Produkt: NIGHTWISH" ist längst Medienkonform in der Vermarktungsschiene angelangt, den Marketingstrategen sei Dank ;-( Doch halt, es ist etwas faul im Staate Finnland... Die "Galleonsfigur" sprich Sängerin Tarja T. ist nicht mehr mit an Bord - vielmehr schippert die finnische Gothic-Metal-Band inzwischen mit einer "schwedischen" Seemanns-Braut als Aushängeschild...
Was mir beim ersten Hördurchlauf der neuen CD nicht aus dem Sinn weichen will... warum um alles in der Welt mussten die Jungs um Tuomas Holopainen sooo... dermaßen dick auftragen...??? Nichts gegen Bombast-Rock einzuwenden (bin da ja kein Kostverächter...) - aber WIE um Himmels Willen möchten die Finnen diesen "Bombast-Supergau" LIVE jemals reproduzieren...??? Die Stimme der neuen Frontfrau ist handwerklich o.K. - auch wenn ihr der Wiedererkennungswert oder "die Markante Erscheinung" ihrer Vorgängerin eindeutig fehlen mag... Aber mit einem dermaßen "aufgeblasenen" instrumentalen Bombast zu agieren...??? Wenn dann, wie auf bereits im Netz nachhörbaren Live-Gigs die Orchester-Sounds gesampled aus "dem kleinen Casio" kommen klingt das ja fast schon so, als würden sich MODERN TALKING an ALAN PARSONS-Klassikern vergreifen ;-( Also LIVE ist das echt die KATASTROPHE... Was auf Platte noch "wuchtig und eindrucksvoll" daherkommt entblößt sich nach mehrmaligem Hördurchlauf eher als "gelungene Mischung von weitesgehend austauschbarem Gothic-Metal a la WITHIN TEMTATION, LACUNA COIL, XANDRIA und Konsorten..." - Das gewisse Etwas welches NIGHTWISH immer von der Masse ähnlicher Acts abgehoben hat...ist unwiederbringlich dahin... und auch Tarja selbst mag es mit ihrem halbgaren "My Winter Storm" nicht wirklich zu richten...schade... alles hat ein Ende (nur die Wurst hat 2 ;-)... UG

Nightwish - Imaginaerum

‘Dark Passion Play’ und somit der Wechsel von Tarja Turunen zur neuen Sängerin Anette Olzon ist jetzt auch schon wieder 4 Jahre her. Und die Fan-Gemeinde ist immer noch arg gespalten. Anscheinend wird Anette auf Konzerten sogar beleidigt und ausgepfiffen. Was für Schwachköpfe. Als ob sie was dafür könnte, dass Tarja aus (nachvollziehbaren) Gründen vor die Tür gesetzt wurde. Geht doch einfach ab sofort auf ein Tarja-Konzert und langweilt Euch zu Tode :-).
Nun aber zu Imaginaerum. Hat man erst mal die Einführung namens ‘Taikatalvi’ überstanden, kommt auch schon die erste Single-Auskopplung (‘Storytime’). Und das ist Nightwish at it’s best. Fetter, bombastischer Song mit einem Refrain der einem nicht mehr aus dem Kopf geht. Und auch das folgende ‘Ghost River’ ist ähnlich gestrickt. Bombast, fette Gitarre, toller Gesang, eingängige Melodie und Marco Hietala darf zwischendurch auch mal gröhlen. Prima. Gut, den Kinderchor zwischendurch hätte man sich sparen können. Dann wird’s leider richtig schlimm, denn ‘Slow, Love, Slow’ ist eher Bar-Jazz als fetter Bombast-Metal. Zum Glück nur ein Ausrutscher, denn ‘I Want My Tears Back’ ist dann wieder 100% Nightwish mit Marco und Anette als Duett. Dann wird’s leider wieder richtig schlimm. Nightwish goes Musical mit ‘Scaretale’. Furchtbar. Diese 7 Minuten muss man erst mal überstehen. Dann ein zum Glück recht kurzes Instrumental (eher in Richtung Filmmusik), dann ein Stück das zwischendurch klingt wie von einem alten Western (‘Turn Loose The Mermaids’) ... naja. Und noch ein recht lahmer Song hinterher (‘Rest Calm’), der erst am Ende etwas besser weil bombastischer wird. Noch ein Durchhänger (The Crow, The Owl And The Dove) und dann endlich mal wieder Nightwish von ‘früher’ (Last Ride Of The Day). Es folgt ‘Song Of Myself’, mit über 13 Minuten das längste Stück auf der CD, wovon allerdings nur die ersten ca. 7 Minuten richtig gut sind. Danach gibt’s nur noch Gedudel und Gelaber. Muss man nicht haben. Und zu guter Letzt dann noch das Titelstück, das auf knapp über 6 Minuten die komplette CD nochmal im Kurzdurchlauf und rein instrumental vorstellt.
Fazit: Der wechsel von bombastischem Metal zu mehr Filmmusik und Musical macht mich nicht wirklich froh. Trotzdem kann man gut die Hälfte der insgesamt 74 Minuten als ‘Nightwish wie man sie kennt und liebt’ bezeichnen. Ich bin mal gespannt, wie sie das nächstes Jahr auf der Tour live rüberbringen wollen. Ich bin auf jeden Fall am 06.05.2012 in Stuttgart dabei.

Nightwish - Endless Forms Most Beautiful (VÖ:27.03.2015)
Von ‘Endless Forms Most Beautiful’, der ersten Studio-CD mit Neu-Sängerin Floor Jansen, bin ich doch ein bißchen enttäuscht. Wer Floor Jansen z.B. von ihrer alten Band ‘After Forever’ kennt (die leider 2009 aufgelöst wurde) oder auch von ihren Gast-Auftritten bei Ayreon und Star One, weiß, was die Frau stimmlich eigentlich drauf hat. Und hier jetzt bei Nightwish darf oder muss sie eindeutig unter ihren Möglichkeiten singen. Und das ist eigentlich schade, denn das symphonische und opernhafte hätte sie locker drauf.
Auch musikalisch wandern Nightwish auf mehr als bekannten Pfaden. Alle Songs kommen einem mehr oder weniger schon bekannt vor. Da hat sich Herr Holopainen, der alle Songs geschrieben hat, prima selbst kopiert. Mal klingt’s nach ‘Dark Chest Of Wonder’ (was ja echt nicht schlecht ist, nur eben gesanglich runtergeschrieben), mal nach den langweiligeren Sachen von ‘Imaginaerum’, mal nach der üblichen Lala-Single-Auskopplung aber nie irgendwie innovativ. Und da ändert auch das 24-minütige ‘The Greatest Show On Earth’ nichts, das klassisch mit Streicher und Piano beginnt, dann schön metallisch wird und am Schluss wieder in Klassik und Filmmusik mit minutenlangem Erzähler wechselt.
Nightwish-Fans können natürlich zugreifen, aber neue Fans wird man sich damit nicht ergründen.

Nil - Nil Novo Sub Sole

Ein neues Pferd im Stall des kanadischen Platten-Labels Unicorn Digital ist die französische Prog-Band 'Nil', die vielleicht einigen von Euch noch von dem Konzept-Album 'Quarante jours sur le Sinai' bekannt sein dürften. Zwischenzeitlich wurde die Band verstärkt durch die mehr als gute Sängerin Roselyne Berthet, die trotz der meist instrumentalen Musik mit ihrer äußerst gefühlvollen und ausdrucksstarken Stimme (wie z.B. bei 'Linceul') die Musik von 'Nil' veredelt. Weiterhin zu erwähnen ist, dass die CD (wie bei Unicorn-Veröffentlichungen öfters mal üblich) von Richard Addison in seinen Trillium Sound Studios gemastered wurde und somit einen brillianten Sound hat. Freunde des Instrumentalen Prog, der auch mal ein bißchen am Rande abgleiten darf, werden mit 'Nil Novo Sub Sole' hervorragend bedient. Wimmernde Gitarren, tolle Breaks aber auch ganz leicht jazzige Einflüsse, gepaart mit Old-Style-Prog der guten alten 70er in neuem Gewand mit manchmal einem Stimmchen wie bei Mostly Autumn oder Renaissance machen die Scheibe zwar nicht gerade zur leichen Kost, versprechen aber auch nach dem zehnten Hördurchgang noch einige Überraschungsmomente. Und sechs Songs auf über 61 Minuten sagen dann alles. Infos über die Band gibt es auch unter www.nilweb.com . Unbedingt antesten.

Nil - Quarante Jours Sur Le Sinai

Regelmäßige Leser meiner Homepage werden jetzt mit dem Bandnamen ‚Nil’ schon was anfangen können, habe ich doch vor Kurzem ihren neuesten Output ‚Nil Novo Sub Sole’ besprochen und für mehr als gut befunden. Und nachdem das Warten auf ein neues Werk der französischen Prog-Band noch etwas länger dauern kann, hat das kanadische Prog-Label Unicorn Digital (www.unicorndigital.com) das Vorgänger-Konzept-Album ‚Quarante Jours Sur Le Sinai’ im Studio von Richard Addison mastern lassen und wiederveröffentlicht. Ich hoffe ja mal, dass Ihr in ‚Nil Novo Sub Sole’ zumindest mal reingehört oder noch besser gekauft habt. Und wer davon begeistert ist, wird auch ‚Quarante Jours Sur Le Sinai’ lieben. Zwar ist dieses Konzept-Album, das von der Geschichte in einem Lied des ägyptischen Harfenspielers ‚Pschent’ handelt, fast rein instrumentaler Natur und die auf dem späteren Album so glänzende Roselyne Berthet darf nur äußerst selten ihr Können zeigen, trotzdem würde ich bei ‚Quarante Jours Sur Le Sinai’ von einem beim ersten Hören etwas sperrigen aber in sich stimmigen Werk sprechen, dass sich erst durch mehrere Hördurchgänge wirklich erschließt. Highlights sind sicher die Gitarrenparts sowie der gefühlvolle (aber leider etwas seltene) Gesang. Die CD ist aufgeteilt in 29 (!) Parts, die aber, nicht erschrecken, fast alle ineinander übergehen, so dass am Ende 2 Teile (Act 1 mit gut 36 Minuten und Act 2 mit fast 27 Minuten) herauskommen. Progger-Herz, was willst Du also mehr ?? Und dazu gibt es noch ein mehr als fettes Booklet in englischer und französischer Sprache. Unbedingt antesten.

Nolan, Clive - Skeletons In The Cupboard

Wie soll man wohl 'Skeletons In The Cupboard' übersetzen? Ich denke, der deutsche Ausdruck 'Leichen im Keller' dürfte da am ehesten passen. Denn Multi-Keyboarder Clive Nolan (Arena, Pendragon, Shadowland, Casino, Strangers On A Train, Nolan/Wakeman und was ich noch alles vergessen habe) beglückt uns mit Part 1 (von angedrohten 4 bis 5) seines verstaubten Archivs. Und neben in Prog-Kreisen eher bekannteren Sachen (wie z.B. Walk On Water von der CRS-Unprogged-CD oder zwei Shadowland-Demos) gibt es auch komischere Sachen wie so Pop-Schmeichel-Schrott (die Partners In Crime - Stücke) oder die 14-minütige Filmmusik zu 'Old Priest'. Insgesamt eine nette Mischung an mehr oder weniger spektakulären Sachen, die man aber nicht unbedingt haben muss. Wer die CD auf der Arena-Tour nicht gekauft hat, muss bis ca. Mitte Mai 2003 warten. Da wird sie dann offiziell verkauft.

Nolan/Wakeman - The Hound Of The Baskervilles

Endlich ist er da, der Nachfolger von 'Jabberwocky', dem genialen Teil von Clive Nolan (Arena, Pendragon, Shadowland, Strangers On A Train) und Oliver Wakeman (Sohn des legendären Yes-Tastenmannes Rick Wakeman). Und entgegen z.B. der Kritik im Rock Hard (Jungs, lasst es doch einfach bleiben, CDs zu kritisieren, die nicht in Euren Musik-Rahmen passen ... da hat niemand was davon. Nolan macht halt nun mal keinen hirnlosen Gotic- oder Nu-Metal) finde ich die Scheibe absolut genial. Basierend auf den gleichnamigen Roman von Sir Arthur Conan Doyle wird hier die entsprechende Geschichte erzählt (und die Betonung liegt auf 'erzählt', da viele Sprech-Passagen vorhanden sind). Aber die Musik kommt natürlich auch nicht zu kurz. Wenn man die illustre Schar der Musiker und Sänger betrachtet, ist eigentlich klar, daß diese CD KEIN Reinfall sein kann. Bob Catley (Magnum), Tracy Hitchings (Landmarq), Michelle Young (was für ein geiles Stimmchen), Karl Groom (Threshold, Shadowland), Arjen Lucassen (Ayreon), Peter Banks (Yes), Peter Gee (Pendragon) und John Jowitt (IQ, Jadis, Ex-Arena) liefern hier ein Feuerwerk an klasse Melodien ab, die eigentlich jeden Musik-Freund in Entzückung versetzen müsste. Wer 'Jabberwocky' mag, kommt an diesem Silberling NICHT vorbei. Herausheben möchte ich vor allem den genialen Gesang von Bob Catley (warum hat der eigentlich nie bei einer Prog-Band angefangen ???), die fetten Gitarren-Parts von Arjen Lucassen und Karl Groom sowie natürlich die klasse Keyboards. Freunde des melodischen Prog können hier ohne Bedenken zugreifen.

Norlander, Erik - Into the Sunset

Man(n) stellt sich echt die Frage, warum Berge von annähernd gleichen CDs unter anderem Namen veröffentlicht werden. Auch die CD von Eric Norlander, Mitglied der Rocket Scientists und 'Gast'musiker auf CDs von Ayreon und Lana Lane, klingt so wie alles andere was aus dieser Inzucht-Ecke kommt. Ayreon-CDs sind eher gitarrenlastig, Norlander-CDs eher was für Keyboard-Freunde, Lana Lane-CDs sind eher gesangsbetont. Aber insgesamt immer der gleiche Stil (der ja zugegebenermaßen nicht schlecht ist). 'Into the sunset' ist eine absolut hörbare CD mit einigen Highlights (z.B. der Song 'Rome is burning' mit Shouter Glenn Hughes). Weitere Musiker der CD: Ayreon-Mitglieder Arjen Anthony Lucassen, Edward Reekers, Robert Soeterboek sowie natürlich Lana Lane.

Norlander, Erik - Music Machine

Kritik von Siggi Greck:
Das neue Output von Erik Norlander (Rocket Scientists, Lana Lane) ist ein Konzeptalbum über Aufstieg und Fall des fiktiven amerikanischen Rockstars "Johnny America". Das Werk ist aufgeteilt in den Aufstieg ("Rise": CD 1) und Fall ("Fall": CD 2) von Johnny America. Teils frickelige Intrumentalparts, teils sehr gute Rocksongs wie man es von Eric Norlander gewohnt ist und ein Blues: "Lost Highway" gesungen von Donald Roeser (Blue Öyster Cult). Eine ganze Latte von Musikern wurden für diese Doppel-CD zusammengetrommelt: Die Vocals teilen sich Kelly Keeling, Scott Kail, Robert Soeterboek, Donald Roeser und Marc Boals. Für alle Fans von Norlander und Rocket Scientists ein absolutes Muss. Erwähnenswert auch das sehr gelungene Cover.

Und meine Meinung zu der CD:
Also viel mehr als Siggi fällt mir zu Norlander's neuem Werk auch nicht ein. Tolle Verpackung und Norlander-typische Musik. Wer auf sein Keyboard-Gequitsche (nicht negativ gemeint) steht, wird volles Brettl bedient. Aber 105 Minuten sind definitiv zu lang. Positiv möchte ich allerdings bemerken, dass es die Doppel-CD z.B. bei
AOR-Heaven zum Einfach-CD-Preis gibt. Wer die Scheibe also haben will, sollte dort recht schnell zugreifen (die Doppel-Digi-Pack-Version ist nur auf 3000 Stück begrenzt).

Northern Kings - Reborn

Hinter den 'Northern Kings' verstecken sich J. Ahola (Teräsbetoni), JP Leppäluoto (Charon), Marco Hietala (Nightwish, Tarot) und Tony Kakko, (Sonata Arctica), also 4 Sänger des eher heftigeren Metals aus Finnland. Und 'Reborn' heißt die CD nicht umsonst, denn es gibt ausschließlich Cover-Versionen von alten Heulern aus den 80er Jahren. Und diese Versionen sind von genial (Don't Stop Believin' von Journey oder I Just Died In Your Arms von der Cutting Crew oder auch Hello von Lionel Ritchie), ganz nett (We Don't Need Another Hero von Tina Turner, Don't Bring Me Down von ELO, In The Air Tonight von Phil Collins oder Brothers In Arms von den Dire Straits) bis da hätten wir lieber die Finger davon lassen sollen (Ashes To Ashes von David Bowie, Rebel Yell von Billy Idol oder auch Sledgehammer von Peter Gabriel). Ne witzige Idee ist es allemal und wer ne CD kaufen will, auf der man gut die Hälfte auch anhören kann und auch ein bißchen Spaß versteht, kann die Northern Kings ganz ungezwungen mal antesten.

North Mississippi Allstars - World Boogie Is Coming (VÖ: 04.10.2013)

Die ‘North Mississippi Allstars’ sind eigentlich die Brüder Luther (Gitarre / Vocals) und Cody Dickinson (Drums / Vocals), die eine beachtliche Anzahl an Freunden zusammengetrommelt haben um ihr bereits siebtes Studio-Werk zu veröffentlichen. (In Prog-Kreisen) bekannstester Gast ist auf jeden Fall Robert Plant (Led Zeppelin) der auf den beiden ersten Tracks Mundharmonika spielt (und das richtig genial).
‘World Boogie Is Coming’, also der Titel der CD ist eigentlich ein bißchen irreführend, den außer dem Song ‘Boogie’ und vielleicht noch fünf oder sechs anderen Songs (von immerhin 17!!) geht der Rest der Scheibe eher in Richtung Südstaaten-Blues. Und das machen die Jungs wirklich gut. Die Boogie-Sachen sind natürlich auch nicht schlecht und würde man hier mit fetten E-Gitarren und einem Verstärker-Brett arbeiten, könnten die Dickinson-Brüder sogar als ZZ Top durchgehen.
Eine richtig coole Scheibe der etwas anderen Art als sonst hier auf meiner Seite vorgestellt.

(Nikolo Kotzev's) Nostradamus

Nikolo Kotzev ist mir bis dato nur als unerträglicher Ratta-Heinz von Brazen Abbot bekannt gewesen. Mit Erstaunen habe ich deshalb durch meine Recherchen erfahren müssen, daß der Herr - gebürtiger Bulgare - ein klassisch ausgebildeter Gitarrist und Violinist ist. Deshalb verwundert es dann doch nicht, daß er sich an einer Rock-Oper versucht ... die diese Bezeichnung auch tatsächlich verdient. Unterstützt von so grandiosen SängerInnen wie Glenn Hughes, Göran Edman, Jorn Lande, Joe Lynn Turner, Doogie White und Alannah Myles wird hier Hard-Rock gepaart mit Klassik abgeliefert, der teilweise an die guten alten Zeiten von Deep Purple, Rainbow und Whitesnake erinnert. Ein faszinierendes Doppel-Album, das jeder interessierte Musikfreund besitzen sollte.

Nuclear Blast Allstars - Into The Light

20 Jahre Nuclear Blast. Was für eine Erfolgsgeschichte und eigentlich erstaunlich, dass sich die Jungs und Mädels aus Donzdorf schon so lange im harten Musik-Business durchsetzen. Mittlerweile würde ich fast mal behaupten, dass diese Firma im Metal-Bereich führend sind, wenn man sich so anschaut, wen die alles unter Vertrag haben. Edguy, Rage, Sonata Arctica, Therion, Destruction, Blind Guardian, Helloween, Communic, Nightwish und nicht zu vergessen seit Neuestem auch Threshold. Wahrscheinlich hat jeder von Euch mindestens eine CD von Nuclear Blast im Regal stehen (bei mir sind's ein paar mehr). Und zum Geburtstag hat sich jetzt Rage-Gitarrist Victor Smolski hingesetzt und 10 Songs mit Nuclear Blast - Sängern (und einer Ex-Nuclear Blast-Sängerin - nämlich der guten Tarja Turunen, die ja bei Nightwish rausgeflogen ist) aufgenommen. Klar sind die Songs alle ein bißchen im Stil von Rage, aber durch die 10 verschiedenen Vokalisten (namentlich Tobias Sammet, Peavy Wagner, Toni Kakko, Mats Leven, Schmier, Hansi Kürsch, Andi Deris, Oddleif Stensland, Marco Hietala und Tarja Turunen) klingen sie trotzdem 'eigen'. Tolle Idee und hervorragend umgesetzt.
Damit aber nicht genug, denn die CD ist eine Doppel-CD und auf dem zweiten Silberling sind nochmal 10 Songs drauf, die teilweise unveröffentlicht sind oder als Bonus-Tracks veröffenticht wurden. Und hier gibt es dann noch eine weitere Mischung aus Nuclear Blast - Bands wie z.B. Hammerfall, Gotthard, After Forever oder Threshold. Und das alles dann zum Preis einer Einzel-CD. Ich würde mal sagen, dass ist vorbildlich und die Compilation gehört in jedes gut sortierte CD-Regal.

Number H - Whisper In Your Ear

Number H ist eine Band aus Italien, bestehend aus Cesare Bogazzi (Vocals), Alessandro Zucca (Gitarre), Andrea Murgia (Bass) und Daniele Esu (Drums.). 'Whisper In Your Ear' ist bereits die zweite CD der Jungs. Leider kenne ich die erste Veröffentlichung nicht, ist aber ziemlich schade und ich weiß auch nicht, wo man die bekommen könnte, denn unsere CD-Läden und die üblichen Versender haben das natürlich nicht im Programm. Number H machen klassischen Rock, der etwas in Richtung Grunge geht, denn vor allem der erste Song 'One Day' erinnert mich doch ziemlich stark an 'Soundgarden' (und das heißt ja nichts Schlechtes). Auch der zweite Song (Never Too Late), ein bißchen schneller als der Opener, geht auch in eine ähnliche Richtung, wobei ich hier aber auch ein bißchen 'Wolfmother' entdecken kann. Eigentlich hat die komplette CD den beschriebenen Stil, herausheben will ich aber noch den Song 'Break The Chains', der fast als Quoten-Ballade durchgehen könnte und einfach brilliant ist. Wer mit den obengenannten 2 Bands was anfangen kann, sollte sich 'Number H' auf jeden Fall mal reinziehen. Ihr werdet begeistert sein. Für den normalen Proggie dürfte 'Whisper In Your Ear' dann ein bißchen zu eintönig sein. Die Band hat natürlich eine Homepage und ist bei MySpace vertreten.

Nyl - Nyl

Als ich neulich ein dickes Paket von Promo-Material aus Russland bekommen habe, waren ganz schön unterschiedliche Sachen dabei (von Death Metal bis klassischem 70er-Prog). Die Band die mich dabei am meisten begeistert hat, ist ohne Zweifel 'Nyl', die absolut erfrischenden Pop-Prog im Stile von A.C.T. oder auch Saga machen und erfreulicherweise auch noch englisch singen und das Booklet nicht mit kyrillischen Rätseln gefüllt ist. Geil ist schon der Opener 1-2-3-4-5, der mich unweigerlich an die Band A.C.T. erinnert (ich möchte mal nicht unterstellen, dass 'Nyl' dort geklaut haben, weil A.C.T. in Russland sicher völlig unbekannt ist), vor allem wegen dem Refrain. Das folgende Stück 'Playing This Game' beginnt dann mit spanischer Akustik-Gitarre, wird dann aber noch zum Neo-Prog-Hammer (wie Martin Darvill oder Janison Edge). Und auch der Rest der CD schlägt in die gleiche Richtung. Wirklich guter Easy-Listening-Prog, der dann im längsten Song 'No Matter Of Our Lives' endet (knapp über 9 Minuten und noch ein Highlight). Leider habe ich sonst keinerlei Infos über die Band (nicht mal ne Homepage habe ich gefunden) und auch auf der Internet-Seite der Plattenfirma http://www.music.soyuz.ru (natürlich nur auf kyrillisch) habe ich nix gefunden. Es bleibt also nur zu hoffen, dass das Promo-Paket auch an einen interessierten Prog-Web-Shop geschickt wurde und Ihr die CD bald auch in Deutschland erwerben könnt.

O

Odi Et Amo - Eclectic

Ich freue mich immer wieder über Post aus fernen Ländern mit interessanten CDs. Und so erreichte mich neulich ein Brief aus Sankt Petersburg von Kirill Golianski, der das Ein-Mann-Projekt 'Odi Et Amo' (lateinisch für 'Hass und Liebe' und einem Gedicht von Catullus angelehnt) ist und auch die gesamte Musik geschrieben und getextet hat. Lustigerweise haben die Songs fast alle englische Titel, trotzdem singt Kirill Golianski meiner Meinung nach Russisch, was den Songs noch ein bißchen Härte (oder besser Kälte) bringt. Hochinteressant ist's allemal und so auf die Schnelle fällt mir nichts Vergleichbares ein. Meist elektronisch (also Keyboards) und getragen, dann wieder ein paar russische Folklore-Schnipsel oder auch orientalische Klänge (wie z.B. beim fünften Song 'Fatum', was immer das heißen mag), die schon fast an Pink Floyds 'Atom Heart Mother' herankommen, so abgedreht klingt das. Es ist sicher eine etwas eigene Musikwelt, in der sich Kirill Golianski mit 'Odi Et Amo' bewegt, wobei auch richtig schön-melodische Songs auf 'Eclectic' vertreten sind ('Waiting When' oder 'Voulez Vous' ... nein, nicht das von Abba) oder auch 'The Way To Sunflowers', in den man auf www.garageband.com/artist/odi_et_amo reinhören kann. Wer Interesse an der CD hat, sollte sich mal mit Kirill Golianski über die o.g. Page in Verbindung setzen. Auf jeden Fall sollte man mal ein Ohr riskieren.

Okumoto, Ryo - Coming Through

Mit dem Namen Ryo Okumoto können wohl die Wenigsten was anfangen. Nur Spocks Beard - Fans wissen natürlich, dass es sich hierbei um den Keyboarder der Bärte handelt. Es stellt sich natürlich die Frage, ob es arg sinnvoll ist, eine Solo-CD zu veröffentlichen, bei der alle Spocks Beard - Mitstreiter (wie auch Neal Morse - mittlerweile ja Ex-Spocks Beard) mitmachen und teilweise auch die Titel mitgeschrieben haben. Ausserdem haben Solo-Alben von Keyboarder immer so den Hang zum klassischen und -sorry- arschlangweiligen Gedudel (wie z.B. CDs von Geoffrey Downes -Asia- oder auch James Gilmour -Saga-). Allen Vorurteilen zum Trotz habe ich mir die CD doch gekauft. Und was soll ich sagen ... ich bin äußerst positiv überrascht. Nur 2 (der insgesamt 3) instrumentalen Stücke haben den Hang zum Jazz und gehen ansonsten eher in die Richtung komische Spocks Beard. Der Rest ist geradezu grandios. Nicht zuletzt wegen der Sangesleistung von Bobby Kimball (Toto) wird sogar der mit fast 19 Minuten längste Song 'Close Enough', der auf jede durchschnittliche Bärte-Scheibe gepasst hätte, zum absoluten Prog-Highlight. Aber auch die rockigen Songs (wie z.B. 'Highway Roller', gesungen von Glenn Hughes) sind richtig gut und zeigen, dass Ryo Okumoto ein begnadeter Song-Schreiber ist. Noch zu erwähnen wäre, dass neben den Spocks Beard - Musikern noch so geniale Leute wie Steve Lukather (Toto), Simon Phillips (ebenfalls Toto) und Michael Landau (einer der besten Studio-Gitarristen auf dieser Erde) mitmachen. Für mich als nicht gerade Spocks Beard - Fan ist die CD von Ryo Okumoto die absolute Überraschung und ich bin froh, dass ich trotz meinen Vorurteilen das Teil gekauft habe. Kauftip für alle Prog-Fans.

Oldfield, Mike - Return To Ommadawn (VÖ:20.01.2017)
Ich denke viele von Euch hatten Mike Oldfield schon lange abgeschrieben. Seine letzten Veröffentlichungen waren nicht wirklich spannend sondern klangen eher nach ‘Ich schaukle meine Nüsse auf den Bahamas und werfe ab und zu was auf den Markt’. Ich selbst konnte mit den Ergüssen von Mike Oldfield in der letzten Zeit auch nicht wirklich viel anfangen. Daher gab es auch keine Besprechungen auf meiner Homepage. Okay ... das Remix-Album ‘Tubular Beats’ fand ich ganz spannend (weil irgendwie ‘anders’) aber ansonsten war mir das alles zu poppig und langweilig.
Umso mehr bin ich jetzt erstaunt von ‘Return To Ommadawn’. Das klingt echt wie ‘Mike Oldfield hat sich in den 70ern einfrieren lassen und wurde jetzt wieder aufgetaut’. Auch wenn ‘Return To Ommadawn’ nicht ganz an das zitierte Original ran kommt (und ich es auch eher ‘Return To Hergest Ride’ genannt hätte), sind doch alle Trademarks von früher bedient. 2 Songs (Part 1 und 2) mit jeweils ca. 20 Minuten (also pro LP-Seite ein Part), Mike Oldfield spielt alle Instrumente von sämtlichen Saiteninstrumenten (diverse Gitarren, Mandoline, Ukulele, Keltische Harfe) über die Tasteninstrumente (Orgel, Mellotron, Piano usw.) bis zu sämtlichen anderen Merkwürdigkeiten (Bodhran, African Table Drum, das nicht fehlen dürfende Glockenspiel) selbst. Er nudelt ein kleines Thema rauf und runter in sämtlichen Variationen ohne dass es auch nur eine Sekunde langweilig wird. Natürlich hinkt ein Vergleich zu seinen 70er Meisterwerken wie Ommadawn, Tubular Bells oder auch Hergest Ride ein bißchen, aber er kommt schon nahe ran.
Insgesamt gefällt mir Part 1 besser als Part 2, da dort mehr Abwechslung / Stimmungswechsel / Stiländerung passiert. Part 2 ist etwas langatmig. Trotzdem möchte ich ‘Return To Ommadawn’ zu seinen musikalischen Highlights neben den genannten Scheiben und auf jeden Fall ‘Platinum’ zählen. Coole Wiederauferstehung.

Omega - Live in Budapest (DVD)

Die 'älteren' Besucher meiner Homepage werden sich vielleicht noch erinnern. Die ungarische Band 'Omega' war in den siebziger Jahren der absolute Geheimtip. Jahrelang waren sie dann verschwunden und tauchten im Jahr 1995 mit der CD 'Transcendent' (bzw. in der ungarischen Original-Version, die ich besitze heißt das Teil 'Trans and Dance') wieder auf, die allerdings ziemlich unterging (leider, denn das Teil ist richtig gut). Warum jetzt gerade auf dem deutschen Markt die DVD 'Live in Budapest' veröffentlicht wird, ist mir ein kleines Rätsel. Denn die Käuferschicht wird wohl ganz schön dünn sein. Die DVD beinhaltet ein Konzert aus dem Jahr 1999, bei dem im Budapester Nep-Stadion über 60.000 Fans waren. Und das Konzert war wohl der Hammer. Von Rock 'n' Roll bis astreinen Prog wird alles geboten, was die Band in 30 Jahren so 'verbrochen' hat. 'Leider' sind die ganzen Songs in Ungarisch gesungen, was zumindest für die meisten von uns wohl etwas gewöhnungsbedürftig sein dürfte. Neben dem Konzert gibt es dann noch ein ausführliches Interview mit einigen Band-Mitgliedern, das glücklicherweise u.a. auch ins Deutsche übersetzt werden kann. Klasse DVD

Opeth - Ghost Reveries

Lieber Mikael Akerfeldt, ich danke Dir von ganzem Herzen, dass Du es geschafft hast, endlich mal wieder eine CD aufzunehmen, bei der Steven Wilson seine Finger nicht drin hatte. Porcupine-Klons gibts ja echt genügend und nach der letzten CD 'Damnation' habe ich ja echt gedacht, dass 'Opeth' jetzt total umgepolt wurden von ner growlenden Metal-Band zu seichen Synthie-Proggies.
Klar werden jetzt die Wilson-Jünger sagen, 'Ghost Reveries' ist ziemlicher Schott, aber ich für meinen Teil bin, nachdem ja zwischenzeitlich bekannt sein dürfte, dass ich auch Death-Metal usw. hören kann, ziemlich begeistert. Eigentlich ist DAS Prog-Metal in Vollendung. Fette Gitarren, geile Breaks, gefühlvolle mehrstimmige Gesänge und dann wieder Härte und Double-Bass-Drums ohne Ende. Und ein perfekter Sänger (eben Mikael Akerfeldt, den man ja auch von der letzten Ayreon-CD kennt) der von Grunz und Growl bis zu absolut zuckersüßen und melodischen Parts wirklich alles drauf hat. Ich würde einfach mal behaupten, dass 'Ghost Reveries' eines der Highlights des zu Ende gehenden Jahres 2005 ist und in jeder CD-Sammlung seine Platz finden müsste. Antesten und kaufen !!!

Opeth - Watershed

Ich weiß ja nicht, ob Ihr Euch nach meiner Kritik zum Vorgänger 'Ghost Reveries' dazu durchgerungen habt, mal ein Ohr zu riskieren. Wer das nicht gemacht hat ist selber schuld. 2005 war das bestimmt eine der interessantesten CDs die veröffentlicht wurden. Und jetzt 3 Jahre später gibt es einen mehr als würdigen Nachfolger mit 'Watershed'. Der Opener noch zuckersüß und melodisch (im Duett Herr Akerfeld mit einer weiblichen Stimme ... leider bin ich zu blind um das Booklet zu entziffern, selten so eine üble Schrift in grün auf schwarz gesehen ... deswegen weiß ich leider nicht wie die Dame heißt), danach geht's aber nur fett ab mit geiler Gitarre Power-Drums und Akerfeld-Growls. Zwischendurch ruhige Parts mit akustischer Gitarre ... kurz Opeth at it's best. Und die komplette CD geht im gleichen Stil weiter. Death Metal wechselt sich ab mit Prog und ganz ruhigen Phasen. Einfach nur der Hammer, die Scheibe. Gut, man muss das echt mögen (bzw. ertragen können), weiß ich doch dass viele Leute mit Growls nicht viel anfangen können ... aber Michael Akerfeld ist da echt ein Künstler, diese Gesanges-Richtung entsprechend einzusetzen. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass er eigentlich Opeth mal auflösen wollte, weil ihm seine Texte zu persönlich geworden sind ... naja ... zum Glück hat er's nicht gemacht, denn man versteht die Hälfte ja eh nicht und im Booklet ist auch nichts abgedruckt (man hätt's ja eh nicht lesen können). Einzelne Highlights herauszustellen würde der CD sicher nicht gerecht werden ... aber 'Burden', einem tollen melodischen Song (mit 'normalem' Gesang) möchte ich schon extra erwähnen, eben vielleicht weil er so untypisch ist für Opeth (altmodisches Keyboard und fettes Gitarrensolo !!). Richtig geil ist natürlich auch das über 11 minütige 'Hessian Peel', bei dem nun wirklich alle Musikliebhaber auf ihre Kosten kommen. Muss man haben !! In der limitierten Edition gibt's dann zusätzlich noch eine DVD mit u.a. dem 5.1-Mix der CD und anderem Schnickschnack.

Opeth - In Live Concert At The Royal Albert Hall (2 DVD / 3 CD)

Opeth, die Band um den allseits bekannten Sänger und Gitarristen Mikael Ackerfeldt haben ja in ihrer langen Karriere musikalisch schon einige Sachen ausprobiert. Vom Death Metal (in der Anfangszeit) über total (fast) romantische Sachen (aus der Zeit mit Produzent Steven Wilson von Porcupine Tree) bis jetzt einer genialen Mischung aus Death Metal und melodischem Prog. Klar, wer das ‘Gegrunze’ nicht abkann, liegt bei Opeth natürlich völlig falsch, denn Ackerfeldt macht das schon ganz schön gerne und häufig. Aber wer sich darauf einlassen kann, wird von der Musik - genauso wie ich - total fasziniert sein. Und jetzt gibt es das ulitmative Package mit 2 DVDs und 3 CDs, in dem ein grandioses Konzert in der Londoner Royal Albert Hall verewigt wurde, das sowohl soundtechnisch als auch vom cineastischen Aufwand her auf jeden Fall in der Bundesliga des Genres spielt. Hammermäßige Kameraführung, toller Sound und ein geniales Konzert mit tausenden von begeisterten Besuchern. Gespielt wurde die komplette CD ‘Blackwater Park’ ... die Scheibe mit denen Opeth so richtig bekannt wurden ... sowie natürlich dann noch ein Best Of aus allen Schaffensphasen der Band. Insgesamt sind das fast 3 Stunden geniale Musik, die man in einem Rutsch durchschauen kann, ohne dass es auch nur eine Minute langweilig wird (okay, man muss zwischendurch die DVD wechseln). Außerdem gibt es natürlich noch diverse Bonus-Features wie Interview usw. (was ja mittlerweile üblich ist). Und das für unter 30 Euro !! Muss man unbedingt haben, vor allem um das bißchen Geld.

Opeth - Heritage

Album Nr. 10 und 20 Jahre Band-Geschichte. Viele musikalische Karrieren haben es nicht so weit geschafft ... Opeth schon. Und das liegt bestimmt auch daran, dass der Kopf der Band Mikael Ackerfeldt öfters mal den Stil der Band geändert hat. Von den Anfängen als ‘fast’ Death-Metal-Band über die Zusammenarbeit mit Steven Wilson zur ‘fast’ Prog-Band mit Wechsel von Growls und ‘normalem Gesang’ bis jetzt zu ‘Heritage’, wo die Growls komplett verschwunden sind und die Musik ein wenig klingt nach 70er Jahre mit leichtem Jazz-Einfluss. Ackerfeldt hat ja noch nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er von der Musik der 70er Jahre beeinflusst wurde (wie auch einige andere Prog-Größen). Aber dass er es mit ‘Heritage’ jetzt so konsequent durchzieht, ist schon ein bißchen erstaunlich. Auf jeden Fall hat er (ohne Death-Metal-Gegrunze) eine äußerst angenehme Stimme, die zu den meist ruhigen Songs hervorragend passt. Von mir aus hätte er die Abschweifungen in Richtung Jazz bleiben lassen können, dann wäre es ein überraschend gutes Album geworden. So muss ich dann leider ein paar Abzüge machen. Zum Glück machen das die leider sehr selten eingestreuten Gitarren-Soli (z.B. in ‘The Devil’s Orchard’wieder wett (da könnte man davonschweben). Ganz bestimmt ein mutiges Album und ich bin gespannt, ob hier die in jahrelanger Arbeit erreichte Fan-Gemeinde der Band treu bleibt. Aber zur Not gibt’s in 10 Jahren einfach mal wieder einen Stil-Wechsel.

Opeth - Sorceress (VÖ:30.09.2016)
Das erste Mal bin ich von einer Opeth-CD enttäuscht. Einfach war die Musik von Mastermind Mikael Akerfeldt war ja noch nie leichte Kost und man brauchte bis jetzt immer einige Hördurchgänge, bis sich die Musik so richtig erschlossen hat. Ich hatte auch immer zuerst meine Probleme, aber am Ende fand ich eigentlich jede Scheibe von Opeth irgendwie total spannend und einzigartig.
Nun habe ich ‘Sorceress’ auch schon einige Male durch aber irgendwie bleibt so gar nichts hängen. Irgendwie klingt alles total uninspiriert und auch der Sound ist neutral ausgedrückt gewöhnungsbedürftig. Man kann auch sagen merkwürdig da viel zu bass-lastig und matschig. Weiß nicht was das soll, denn so ein Perfektionist wie Herr Akerfeldt wird sich was dabei gedacht haben. Ich find’s übel.
Der Einstieg mit dem kurzen ‘Persephone’ ist ja echt noch richtig schön (akustische Gitarre, leicht klassisch angehauchte Melodie). Aber dann wird’s gleich mit dem Titelstück richtig ‘langweilig’. Irgendwie ziemlich retro und dudelig. Auch das folgende ‘The Wilde Flowers’ ist nicht viel besser. 70er Black Sabbath Anleihe aber haut einfach nicht vom Hocker. Ganz witzig ist ‘Will O the Wisp’, das irgendwie folkig angehaucht ist und ziemlich stark an Jethro Tull erinnert. Lustigerweise auch der Gesang. Und das Gitarren-Solo ist auch richtig gut. ‘Chrysalis’ klingt dann irgendwie nach alten Uriah Heep und soll wahrscheinlich eine Hommage an die frühere Plattenfirma sein. Nett. ‘Sorceress 2’ ist auch ganz witzig ... akustisch und auch eher retro. Orientalisch wird es dann mit ‘The Seventh Sojourn’, auch sehr akustisch gehalten und auf Dauer einfach zu langweilig. Proggig wird es endlich mal mit ‘Strange Brew’, mit fast 9 Minuten auch der längste Song auf der CD. Opeth goes Spock’s Beard gibt es auch (‘A Fleeting Glance’), ein bißchen rockig kommt noch (‘Era’ ... endlich mal wieder ein gutes Gitarren-Solo) und dann ist ‘Sorceress’ mit einem Outro (‘Persephone (Slight Return)) auch schon aus.
CD 2 beinhaltet nochmals 2 Studio-Songs (‘The Ward’ und ‘Spring MCMLXXIV’), die reissen es aber auch nicht mehr raus. ‘The Ward’ ist brutal langweilig und ‘Spring’ ganz okay. Danach gibt es noch 3 Live-Songs (‘Cusp Of Eternity’, ‘The Drapery Falls’ und ‘Voice Of Treason’), die richtig cool sind und plötzlich stimmt auch der Sound.
Fazit: Mein Fall ist’s nicht wirklich und ich hoffe mal, dass das nur ein kreativer Durchhänger war.

Orford, Martin - Classical Music and Popular Songs

GAST-KRITIK VON MICHAEL DOSTER

Martin Orford, der Tastendrücker von IQ hat einige seiner IQ-Kollegen (John Jowitt, Peter Nicholls, Paul Cook) und zusätzlich einige bekannte Prog-Musiker (Gary Chandler, John Wetton, David Kilminster) eingeladen, um seine erste Solo-Scheibe zu produzieren. Was dabei herauskam, ist ein völlig schnörkelloses Album, frei von Gitarrengefrickel, bombastischen Keyboardeinlagen oder irgendwelcher schräger Harmonien, zu denen mir als Zuhörer manchmal der "intellektuelle Zugang" fehlt. Eigentlich ein relativ unauffälliges Album, das einfach nur aus "schönen" (vielleicht von manchen auch als "seicht" bezeichneten) Titeln besteht - wenn da nicht die markante Stimme von John Wetton und vor allem die beiden Gitarristen David Kilminster und Gary Chandler wären! Die Technik von David Kilminster gepaart mit Gary Chandlers unglaublichem Gespür für Melodien setzt dem Album die Glanzpunkte auf ! Das (leider nur) 2-minütige Gitarrensolo von Gary Chandler bei "The day of our lives" ist eines von der Sorte, die endlos gehen sollten aber leider immer zu kurz sind! "A part of me" könnte glatt als "IQ meets ASIA" durchgehen - hier setzen David Kilminster und Gary Chandler gemeinsam die Akzente mit ihrem Gitarrenspiel, das sich hervorragend ergänzt. Drei Songs werden ausschließlich von Martin Orford alleine gespielt - insbesondere "Tatras" zeigt das ganze Können von Martin Orford - ist doch dieses Stück das Resultat eines Klavierkonzerts mit nur einem Akt, das Martin Orford 1998 in Holland aufgeführt hat. Fazit: Sehr hörenswertes "schönes" Album.

Und meine eigene Kritik

Eigentlich könnte ich mich den Ausführungen meines Vor-Kritikers anschließen. Allerdings halte ich die Gast-Kritik für zu schlecht. Die Orford-CD ist meiner Meinung nach einfach obergenial. Das Feeling für gute Songs konnte Martin Orford ja schon bei IQ und Jadis unter Beweis stellen. Allerdings habe ich den Eindruck, daß er sich einige 'Sahnestücke' für sein Solo-Werk aufgehoben hat. Neben den reinen Instumental-Stücken, die Orford als perfekten Keyboarder ausweisen, möchte ich vor allem die Songs mit John Wetton als Sänger hervorheben, da er meiner Meinung nach in der Prog-Szene (vielleicht wegen seinem 'Vor-Leben' als Mitglied von Uriah Heep, UK und King Crimson, die ja alle nicht so arg viel mit Prog-Rock am Hut hatten bzw. haben) unterbewertet ist. Neben seinem Solo-Meisterwerk 'Battle Lines' - übrigens die Filmmusik zu 'Chasing the Deer', einem Englischen Kinofilm, in dem Ex-Marillion-Sänger Fish in einer Hauptrolle zu sehen ist (bis er auf dem Schlachtfeld abgemetzelt wird) - hat er mich vor allem auf der Prog-CD 'Martin Darvill and Friends - The Greatest Show on Earth' überzeugt. Und auf der Orford-CD singt er einfach grandios. Nicht zu vergessen sind natürlich die (leider zu wenigen) Lieder, die locker auf einer IQ-CD Platz hätten finden müssen. Punktabzug gibts bei mir nur für die Tatsache, daß sich Martin Orford auf einingen wenigen Liedern als Sänger versucht. Und DAS hätte er lieber bleiben lassen sollen. Für mich ein heißer Anwärter auf die CD des Jahres 2000 und an Bernd S. mal wieder den Tip, sich das Teil zu kaufen.

Original Silence - The Second Original Silence

Hier mal wieder was für die Jazz-Freunde unter uns. 'Original Silence' ist eine bunt zusammengewüfelte Band aus Musikern diverser Länder und Hintergründen, die ihre Musik selber als 'Death Jazz' bezeichnen und beschreiben ihre Musik als ein Mix aus der Intensität von Hardcore-Punk mit dem Geist von Joe Coltrane. Nun ist Jazz ja nicht wirklich so meine Richtung und ich habe auf meiner Homepage ja schon öfters darüber geschrieben, dass ich damit nicht wirklich viel anfangen kann. Aber die vorliegende CD 'The Second Original Silence' (wie der Name schon sagt ist es die 2. Veröffentlichung der Band) hat schon irgendwas besonders Schräges. Im Vordergrund steht auf jeden Fall das Saxophon von Mats Gustafsson (der kann das richtig gut), aber die Musik wird immer wieder gestört oder unterbrochen von elektronischen Gimmicks, die ein bißchen an den 80er New Wave erinnern (also als hätte Vince Clarke hier auch noch seine Finger im Spiel gehabt). Mir persönlich ist das alles viel zu abgefahren, aber es wird bestimmt auch einige Liebhaber für diese Art von Musik unter meinen Homepage-Lesern geben. Interessant ist auch, dass die CD live auf einem Gig in Rom aufgenommen wurde und es entzieht sich echt meiner Kenntnis, wie sich die 6 Musiker da verstanden haben. Mehr Infos über die Band gibt es auf Ihrer MySpace-Seite.

Ornah-Mental - Testimony

Meine Güte. Da hat mir Quixote-Music mal wieder eine ganz harte Nuss zum knacken gegeben. Ornah-Mental besteht zu allererst aus Dirk Schlömer (den der eine oder andere vielleicht noch als Gitarrist von 'Ton Steine Scherben' kennt), der allerdings neben der Gitarre noch Keyboards, Loops und seine Stimme verwendet. Als Percussionist wurde Carsten Agthe verpflichtet und er bedient neben den bekannten Sachen wie Congas und Cymbals auch so merkwürdige Dinge wie Darabouka und Djembe. Sitar und Dilruba werden von dem waliser Musiker Timothy Campling bedient und Dirk Schlömers Tochter Maria Ledwoch steuert auf einem Song noch ihre Stimme bei. Sonny Thet schließlich ist dann noch bei dem Track 'Cara-Wahn' mit dem Cello zu hören. Ich habe lange in meinem CD-Sammelsurium gesucht, um vielleicht etwas ähnliches / vergleichbares zu Ornah-Mentals 'Testimony' (übrigens nach 'A to Z' bereits die zweite CD) zu finden. Aber das war äußerst schwierig. Am Besten ist vielleicht noch folgende Beschreibung: Man nehme eine CD im Stile von 'The harlequin - the robot and the ballet-dancer' von Alt-Techno-Ikone Sven Väth auf halber bis dreiviertel Geschwindigkeit (Song 1 'Redemption Dub' ... und bei diesem Lied wartet man auch immer auf das Einsetzen des Gesanges von Grace Jones), ersetze das Väth'sche Keyboard-Gedudel durch orientalische Instrumente (z.B. bei 'Bliss No. 9 oder dem 17-minütigen 'Come With Me'), oder durch ein Cello ('Cara-Wahn', das dann so klingt wie die schweizer Band 'Apokatastasia' gepaart mit Anleihen an Mike Oldfield) und fertig ist die Musik von 'Ornah-Mental'. Alles klar? Kurz gesagt: Wer mit entschleunigten elektronischen Loops als Grundthema, angereichert mit einigen orientalischen 'Naturinstrumenten' was anfangen kann, sollte 'Testimony' von 'Ornah-Mental' mal antesten. Für mich auf jeden Fall eine - wenn auch etwas gewöhnungsbedürftige - tolle Mucke zum relaxen.

Orphaned Land - All Is One (VÖ: 21.06.2013)

Eine richtig geile Scheibe wurde mit ‘All Is One’ von der israelischen Prog-Metal-Band ‘Orphaned Land’ veröffentlicht.
Ich habe die Jungs um Sänger Kobi Farhi vor ein paar Jahren mal als Vorband von Amorphis gesehen und fand sie damals zwar recht spannend und interessant, mich störte aber der leichte Hang zum Death-Metal (wegen den Growls). Das hat sich mit ‘All Is One’ grundlegend geändert denn Gegrunze findet nur noch äußerst rudimentär statt und die Songs sind ... auch wenn sie (fast) alle leicht orientalisch angehaucht sind ... alle ziemlich gut. Alleine schon wegen dem Titelstück (da gibt’s auf Youtube auch ein offizielles Video dazu und auf meinem Facebook-Account habe ich noch ein weiteres Video geteilt) lohnt sich der Kauf. Geile Melodie, fettes Gitarrensolo, einfach der Hammer.
Vielleicht werden sich die Jungs in ihrer Heimat mit dem Titel der CD, den Texten und der Aufmachung nicht wirklich nur Freunde machen, denn hier geht es eigentlich im Prinzip um den Religionskrieg in Israel und dass die heutige Generation eigentlich gar nichts mehr dafür kann und was anderes will, nämlich Frieden.
Die Scheibe kann ich nur weiterempfehlen. Könnte ein Anwärter auf die CD des Jahres 2013 werden.

Osbourne, Ozzy - Scream

Man sollte ja echt nicht glauben, dass unser guter alter Ozzy noch zu einer CD fähig ist, wenn man so in den letzten Jahren gesehen hat (man erinnere sich nur an die MTV-Serie, wo er ja nur als debiles Drogen-Wrack rübergekommen ist), wie er sich in 30 Jahren Rockstar zugerichtet und mit allem möglichen ungesundem Zeugs vollgepumpt hat. Um so erstaunlicher ist seine neueste CD ‘Scream’, die ihn ziemlich frisch und stimmlich total auf der Höhe zeigt (wenn man seine Stimme mag). Und ein paar Songs (wie z.B. ‘Let It Die’, ‘Let Me Hear You Scream’, ‘Crucify’ oder auch ‘Fearless’) kommen doch knapp an seine guten alten Klassiker ran. Wirklich lobend erwähnen möchte ich aber seinen Gitarristen Gus G., den er sich von der griechischen Band ‘Firewind’ ausgeliehen hat und der ein paar ganz fette Parts zum Besten gibt. Alleine wegen den tollen Gitarren-Soli lohnt sich der Kauf der Scheibe fast. Ozzy-Fans können bedenkenlos zugreifen. Wer weiß wann er mal wieder Lust auf ne neue Platte hat.

OSI - Office of Strategic Influence

Neue Supergruppe oder weitere Frickel-Orgie a la Explorer's Club? Jim Matheos (Fates Warning), Kevin Moore (Chroma Key und Ex-Dream Theater) und Mike Portnoy (Dream Theater, Transatlantic und und und) bilden O.S.I. (was soviel heißt wie Office of Strategic Influence oder auf Deutsch 'Amt für Strategischen Einfluss'). Unterstützt werden sie noch von Sean Malone (Gordian Knot) und Steve Wilson (Porcupine Tree, der auf einem Titel singen darf). Unverkennbar ist der Einfluss von Jim Matheos, denn zumindest der Anfang der CD könnte locker von der 'Disconnected' - Session stammen. Fette knackige Gitarre und ein paar verzerrte Wortfetzen ... klasse. Dann ein hübsches Akustik-Liedchen gefolgt von halbem Krach. Highlight ist sicher das 10-minütige 'shutDOWN', das von Matheos zusammen mit Steve Wilson geschrieben wurde und dann auch genauso klingt als würden Fates Warning zusammen mit Porcupine Tree um die Wette spielen. Dann wieder ein paar fast unerträgliche Klang-Collagen und als Abschluss wieder ein wunderschönes Liedchen. O.S.I. würde ich also als eine CD zwischen Genie und Wahnsinn bezeichnen und einfach mal die These aufstellen, dass wenn Pink Floyd noch vernünftige Musik machen würden, wäre das wohl in Richtung von O.S.I.
Die Limitierte Doppel-CD beinhaltet nochmals 3 Songs mit knapp 30 Minuten (darunter das Pink Floyd - Cover 'Set The Controls For The Heart Of The Sun') sowie eine Video-Dokumentation für PC.
Freunde der oben genannten Bands (so wie ich) können bedenkenlos zugreifen. Alle etwas vorsichtigeren Leser meiner Homepage sei empfohlen, vielleicht erst mal reinzuhören. Die Enttäuschung könnte sonst groß sein.

OSI - Free

Eine der großen Enttäuschungen in diesem Jahr für mich ist in jedem Fall die neue CD von Jim Matheos (Fates Warning) und Kevin Moore (Chroma Key und früher Dream Theater), die sich mal wieder unter dem Namen OSI getroffen haben, um ein paar Songs einzuspielen. Auch Dream Theater - Drummer Mike Portnoy ist natürlich wieder dabei und ein paar Bass-Linien darf noch Joey Vera (Armored Saint und Fates Warning) spielen und ein gewisser Bige Akdeniz macht auf einem Song noch den Gitarrero. Ansonsten ... auf Dauer voll die einschläfernde Stimme von Kevin Moore (da hätte er echt lieber mehr Geld in einen Gast-Sänger inverstiert) und absolut gleichklingende, uninspirierte Songs. Ziemlich langweilige Scheibe würde ich sagen. Schade. Und damit erübrigt sich auch der Kauf der limitierten Doppel-CD, denn die Bonus-Scheibe reißt's dann auch nicht mehr raus. Muss man echt nicht haben.

Ossimoro - Corvi Nel Cielo Spento

Nein, Ossimoro ist keine Band aus den neuen Bundesländern :-) ... denn wie der Titel der CD schon verrät, kommen die Jungs aus Italien, genauer gesagt aus Rom. Die Band wurde eigentlich schon im Jahr 2002 gegründet, doch nach dem Weggang von zwei Gründungsmitgliedern im Jahr 2003 war's das vorerst mal. Der Gitarrist Federico Venditti ging eine Zeit nach England, doch nach 1 1/2 Jahren war der Drang zum Musik machen zu groß und er kehrte nach Italien zurück, sammelte 2 seiner früheren Mitstreiter ein (Francesco Fornara den Sänger und Fabrizio Ferrante an den Drums), fand noch einen neuen Bassisten (Paolo Recchia) und es ging im Herbst 2005 ins Studio um die erste Promo-CD mit Namen 'Astri' aufzunehmen. Und im Frühjahr 2007 begannen dann die Aufnahmen zu der vorliegenden CD 'Corvi Nel Cielo Spento. Nun ist die Musik der Band 'Ossimoro' auch nicht wirklich als Prog-Rock zu bezeichnen. Das geht eher in die Richtung Grunge oder Stoner-Rock. Also kann ich hier eher Vergleiche mit Bands wie Soundgarden, Alice In Chains oder auch ein bißchen Godsmack anstellen. Interessant ist natürlich an der Musik auch die italienische Sprache, in der die Songs gesungen werden. Eine willkommene Abwechslung und das macht die Musik eigentlich auch noch ein bißchen interessanter. Das ist ein bißchen so wie 'Herores Del Silencio' oder auch 'Tierra Santa', die ohne die spanische Sprache wahrscheinlich nur halb so gut wären. Freunde der genannten Genres sollten Ossimoro auf jeden Fall mal antesten. Allerdings suchen die Jungs noch nach einer passenden Plattenfirma, die die CD herausbringt. Deswegen dürfte es im Moment noch etwas schwierig sein, an die Scheibe heranzukommen. Aber ich denke mal, dass da bald ein Label anbeißen wird. Hörbeispiele gibt es, wie sollte man es anders erwarten, auf der MySpace-Seite der Band sowie auf der Band-Homepage.

Oxley, Pete / Meier, Nicolas - Chasing Tales (VÖ:20.05.2015)
Pete Oxley und Nicolas Meier ... ich denke mal den wenigsten meiner Leser dürten diese zwei Namen bekannt sein. Pete Oxley begann seine musikalische Karriere in Paris, siedelte dann nach England um und eröffnete den ‘Spin jazz club’ in Oxford, der 2012 den Preis als ‘Beste Jazz Venue In The UK’ gewonnen hat. In all der Zeit hat Pete Oxley mit vielen führenden Jazz-Musikern zusammengespielt, wobei ich vor allem John Etheridge erwähnen möchte, der ja bei Soft Machine Legacy mitwirkt ... und die habe ich im Rahmen meiner lockeren Kooperation mit dem Moonjune-Label ja schon besprochen. Ganz erstaunlich ist auch, dass Pete Oxley bereits 14 CDs veröffentlicht hat.

Nicolas Meier ist bekannt für seinen eigenen Gitarren-Stil, der sowohl ein bißchen an Pat Metheny erinnert als auch türkische Einflüsse hat. Er hat aber auch Vorlieben für Heavy Metal (aber nicht auf Chasing Tales) und war zuletzt mit Jeff Beck auf Tour.

‘Chasing Tales’ möchte mal ganz gelassen als Jazz light bezeichnen. Insgesamt sehr ruhig, mit viel akustischen Gitarren, wobei sich Pete und Nicolas die Soli teilen, es ist für Nicht-Jazz-Freunden (wie mich) überhaupt nicht nervig sondern eher beruhigend. Jeder Song hat seinen eigenen Flow, kommt immer wieder auf eine Art Melodie zurück, ist aber unheimlich spannend.
Merkwürdige Ausflüge gibt es nur äußerst selten. Bei ‘Breezin On’ kommt plötzlich mal eine elektrische Gitarre zum Einsatz (richtig cool und verzerrt) und bei ‘Uzun Ince Bir Yoldayim’ ... man kann es schon vermuten ... wird es türkisch / orientalisch.

Wer auf gefühlvolle Gitarren-Musik steht, die trotzdem äußerst abwechslungsreich, vielschichtig und interessant ist, sollte ‘Chasing Tales’ auf jeden Fall antesten.

Oxley, Pete / Meier, Nicolas - The Colours Of Time (VÖ:02.02.2017)
Nachdem Nicolas Meier im Oktober 2016 seine CD ‘Infinity’ herausgebracht hat (siehe meine Review), gibt es nicht einmal ein halbes Jahr später zusammen mit Pete Oxley ein Doppel-CD-Album namens ‘The Colours Of Time’, das auf CD 1 (Duo) tatsächlich nur von Meier und Oxley eingespielt wurde und auf CD 2 (Quartet) noch Unterstützung von Paul Cavaciuti (Drums) und Raph Mizraki (Bass) bekommen hat.
CD 1 ist, wie auch schon ‘Chasing Tales’ (aus dem Jahr 2015 eine Zusammenarbeit zwischen Oxley und Meier ... auch hier siehe meine Review), ein reines Gitarren-Album, bei dem sich Oxley und Meier bei den Soli abwechseln, die akustischen Gitarren weit im Vordergrund stehen aber auch mal zwischendurch die Elektrische zum Einsatz kommt. Spieltechnisch sind sowohl Pete Oxley als auch Nicolas Meier absolut höchstes Niveau und als ambitionierter Gitarren-Amateur (wie ich) legt man dann doch mal sein Instrument zur Seite weil man das niemals so hinbekommen wird.
Musikalisch bewegen sich Pete Oxley und Nicolas Meier auf sicherem Terrain im Stile der Vorgänger-Scheibe. Also Jazz-light der niemals auch nur annähernd nervt oder ausartet sondern immer, auch wenn Themen rauf und runter interpretiert werden, im melodischen Bereich sind, ohne zu langweilen. Wie auch schon bei ‘Chasing Tales’ kann NIcolas Meier seine Vorliebe für orientalische bzw. türkische Musik nicht ganz verbergen, so dass Titel wie ‘Sahara’ oder auch ‘Bosphorus’ nicht von ungefähr kommen.
Insgesamt ist CD 1 (Duo) eine eher ruhige, schöne, meist akustische Scheibe geworden, die man sich von vorne bis hinten am Stück anhören kann ohne dass sie auch nur annähernd langweilig wird. Auch für mich als nicht gerade Jazz-affin komme damit locker zurecht.
Ganz anders ist dann CD 2 (Quartet). Mit den beiden Mitstreitern Paul und Raph hatten Pete und Nicolas in den letzten Jahren immer mal wieder gespielt und es war einfach an der Zeit, dieses auch mal auf einer CD zu dokumentieren.
Herausgekommen ist cooler, lässiger Bar-Jazz und die Aufstockung um eine Rhythmus-Truppe zeigt eindeutig neue Facetten, auch wenn die Trademarks gleich geblieben sind. Also Abwechslung zwischen Pete und Nicolas bei den Gitarren-Soli, viel akustische Gitarre, manchmal die Elektrische zwischendurch und ein tolles Händchen für Melodien. Wobei ich ‘Quartet’ jetzt fast noch ein bißchen melodielastiger finde als ‘Duo’. Richtig schöne Songs die einen dahinschweben lassen.
Auch bei ‘The Colours Of Time’ gilt ... wer mit Jazz überhaupt nichts anfangen kann, sollte die Finger davon lassen. Wer aber auf wirklich filigrane Gitarrenarbeit steht, kommt an Pete Oxley / Nicolas Meier nicht vorbei. Mehr Infos gibt es auf der Homepage von Nicolas Meier.

 

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