Neue CD-Kritiken
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Neue CD-Kritiken

 

Hier findet Ihr die neuesten CD-Kritiken der letzten Updates. Über Musik lässt sich nicht streiten, nur diskutieren. Deswegen bitte bitte keine beleidigenden Mails mehr, nur weil ich Eure Lieblings-CD schlecht kritisiert habe. Das hier ist AUSSCHLIESSLICH MEIN Musikgeschmack (bzw. natürlich der Geschmack meiner Co-Kritiker). Ich halte Euch ja auch nicht für blöd, nur weil Ihr Wolfgang Petry oder Pur gut findet. Schickt mir dann lieber eine Gegen-Kritik als TXT-Datei. Die wird dann selbstverständlich auch veröffentlicht.

Und wer Schreibfehler findet, darf sie behalten !!

 

20.07.2011

28.09.2011

05.12.2011

Amorphis - The Beginning of Times

Arch/Matheos - Sympathetic Resonance

Gabriel, Peter - New Blood

Carducci, Franck - Oddity

Dream Theater - A Dramatic Turn Of Events

Machine Mass Trio - As Real As Thinking

Contraluz - Novus Orbis

Opeth - Heritage

Moraine - Metamorphic Rock

Indochine - Putain De Stade

Pain Of Salvation - Road Salt Two

Sigur Ros - Inni

Lazuli - [4603 Battements]

Subsignal - Touchstones

Slivovitz - Bani Ahead

Low Budget Orchestra - Innerstellar

Superheavy - Superheavy

Stream Of Passion - Darker Days

Mostly Autumn - That Night In Leamington

Wetton, John - Raised In Captivity

Wilson, Damian - I Thought The World Was Listening

Pagans Mind - Heavenly Ecstasy

 

 

12.12.2011

Symphony X - Iconoclast

 

Arena - The Seventh Degree Of Separation

 

 

Nightwish - Imaginaerum

 

 

Rammstein - Made in Germany

 

 

The Void’s Last Stand - Rakash

 

Amorphis - The Beginning Of Times

Ich hoffe ja mal, dass Ihr meinem Rat gefolgt seid und habt Euch die geniale Doppel-Live CD / DVD von Amorphis besorgt. Und hoffentlich seid Ihr genauso begeistert von der Band wie ich und habt Lust auf mehr. Kein Problem. Den neueste Output ‘The Beginning Of Times ‘ gibt es mittlerweile käuflich zu erwerben und die Jungs um den charismatischen Sänger Tomi Joutsen (unbedingt mal live erleben!!) sind meiner Meinung nach noch besser (weil härter) geworden, wobei vielleicht einige Leute abgeschreckt werden wenn ich schreibe dass der Anteil an Growls (wobei die bei Herrn Joutsen wirklich erträglich und ‘melodisch’ sind) gefühlt noch zugenommen haben. Und bis auf einen (bis höchstens eineinhalb) Song(s) ist das wirklich Weltklasse und für mich der Spitzenreiter in der ersten Liga des melancholischen Metal.

Arch/Matheos - Sympathetic Resonance

John Arch war ... für alle nicht so bewanderte Prog-Metal-Freunde ... der Sänger der ersten 3 Fates Warning - Scheiben und vor allem der dritte Output ‘Awaken The Guardian’ ist in Prog-Metal-Kreisen DIE Scheibe von Fates Warning. Danach stieg John Arch aus der Band aus und wurde durch Ray Alder ersetzt. Erst viel später gab es ein kleines musikalisches Lebenszeichen des Ausnahmesängers mit der EP ‘A Twist Of Fate’ (siehe meine Review), die ebenfalls u.a. unter Mitwirkung von Fates Warning - Gitarrist Jim Matheos entstanden ist. Das war glaube ich im Jahr 2003. Danach war wieder Funkstille. Und jetzt (im Jahr 2011) gibt es nun ‘Sympathetic Resonance’, eine vollwertige CD, auf der neben Matheos auch noch Joey Vera am Bass, Bobby Jarzombek an den Drums und Frank Aresti als zweiter Gitarrist (und der war auch schon in der Fates Warning - Familie) mitwirken. Die einschlägigen Musik-Zeitschriften haben die Scheibe wirklich über den grünen Klee gelobt von ‘Evangelium für Prog Metaller’ über ‘das schönste Geschenk, das man Metallern machen kann’ bis zu ‘Jahrhundertwerk’ ist zu lesen. Ich habe leider den Fehler gemacht, mir die CD an einem gemütlichen und friedlichen Sonntag Morgen reinzuziehen, und da war ich ... aufgrund der Vorschusslorbeeren ... doch etwas enttäuscht. Klar hat John Arch auch noch mit über 50 Jahren eine richtig geniale Stimme, wovon sich andere Sänger eine Scheibe abschneiden können, aber musikalisch haut mich die ganze Sache auch nach mehrfachem Hören nicht wirklich vom Hocker. Es wird kräftig reingeprügelt und eine durchgehende Melodie-Linie ist (zumindest beim Opener ‘Neurotically Wired’) nicht wirklich zu erkennen. Ganz schön heftig, und wenn man es mit den letzten Fates Warning - Veröffentlichungen vergleicht, einen ganzen Tacken härter. Trotzdem artet das Ganze nie in unerträgliches Gefrickel aus, so dass eingefleischte Prog-Metaller auf jeden Fall ein Ohr riskieren sollten. Wie gesagt, so richtig warm bin ich mit dem Teil bis jetzt noch nicht geworden. 6 Songs auf ca. 54 Minuten sagen dann auch einiges, denn 3 der 6 Songs sind über 10 Minuten lang ... da kann man sich dann auch auf ziemlich komplizierte Song-Strukturen freuen.

Arena - The Seventh Degree Of Separation

Sechs Jahre hat es gedauert, bis Arena endlich mal wieder eine neue Studio-CD auf den Markt werfen. Denn ‘Pepper’s Ghost’ ist ... man sollte es nicht glauben ... aus dem Jahr 2005. Klar, für die Musiker ist das nicht wirklich ein Problem, sind sie doch (fast) alle auch in anderen Bands tätig und können da ihre Brötchen verdienen. Trotzdem finde ich es klasse, dass es Arena geschafft haben, sind sie doch für mich im Prog-Bereich bis jetzt ganz oben gewesen und ich habe kein Konzert von ihnen in meiner Gegend (und auch weiter weg) verpasst. Schön ist, dass John Jowitt (Bass) in die Band zurückgekehrt ist, gehörte er ja schon fast zur Ur-Besetzung. Außerdem wurde der Sänger (mal wieder) ausgetauscht. Anstatt Rob Sowden singt jetzt ein gewisser Paul Manzi, über den ich aber leider so gar nichts weiß und in Erfahrung bringen konnte. Vorab kann ich aber sagen, dass ich Sowden eh nicht wirklich leiden konnte und somit Paul Manzi (zumindest in meinen Augen) in relativ kleine Fußstapfen treten musste. Und er macht seine Sache richtig gut. Interessante Stimme, die nur ansatzweise nach den verflossenen Arena-Sängern klingt. Im Vorfeld haben Arena die CD als ‘die beste Veröffentlichung bis jetzt’ bezeichnet. Naja ... was sollen sie auch sagen. CD XX war besser aber wir wollten mal wieder...? Natürlich nicht.
Leider hat sich die Musik von Arena ziemlich verändert. Bombastische Keyboard-Teppiche, ewig lange Gitarren-Soli, viele Breaks in den Songs ... alles so ziemlich verschwunden. ‘The Seventh Degree Of Separation’ geht dann schon eher in die AOR-Richtung und auch die Länge der Songs (bis auf ‘Catching The Bullet’, das die 8 Minuten-Marke fast erreicht) deuten eher auf AOR hin, denn sie bewegen sich alle so um die 4 Minuten rum und sind auch ziemlich ‘einfach’ gestrickt. Trotzdem ist die CD natürlich absolut anhörbar, nur ist alles viel gitarrenlastiger geworden. Eigentlich schade, aber vielleicht hoffen Arena durch den Stil-Wechsel etwas kommerzieller zu werden und aus der Prog-Ecke heraus zu kommen. Ob sie dadurch allerdings neue Fans gewinnen wage ich mal zu bezweifeln. Lassen wir uns überraschen, ob die Scheibe nur ein kleiner Ausrutscher war oder ob die nächste CD (hoffentlich auch nicht erst wieder nach 6 Jahren) noch weiter in die Richtung gehen wird.

Carducci, Franck - Oddity

Das Leben eines Prog-Kritikers ist manchmal ganz schön schwer, weil man mit mäßigen Produktionen und schwachen musikalischen Leistungen konfrontiert wird, zu denen man auch noch seinen Senf abgeben soll. Aber das Leben eines Prog-Kritikers ist auch spannend und toll, weil man an CD-Perlen herankommt, die man sich freiwillig nie gekauft oder überhaupt von ihrer Existenz erfahren hätte. Und Zweiteres trifft eindeutig auf die erste CD des in Amsterdam lebenden französischen Multi-Instrumentalisten Franck Carducci zu, der Bass, alle möglichen Gitarren, manchmal auch diverse Tasteninstrumente wie Piano, Hammond-Orgel usw. bedient und dann auch noch den Gesang übernimmt. Daneben hat er sich noch Hilfe von einem Berg von Musikern geholt (wie z.B. John Hackett, Nicolas Gauthier, Richard Vecchi, Fred Boisson ...), und einen tollen Produzenten (Chris Morphin aus Lyon) gefunden der einen richtig fetten Sound geschaffen hat. Und wenn man dann noch dazu fähig ist, sowohl genialen Retro-Prog (z.B. das fast 15-minütige ‘Achilles’), ruhigen Folk-Prog (‘The Quind ... tolle akustische Gitarren und mehrstimmiger Gesang), einen kleinen Abstecher in die Country-Ecke (‘The Eyes Of Age’), eine tolle Mischung aus Rock, Blues und Prog (‘das 12-minütige ‘Alices Eerie Dream’) und dann wieder einen Retro-Prog-Hammer (das am Schluss ganz schön nach Pink Floyd klingt ... ‘The Last Oddity’ ... auch über 10 Minuten lang) zu komponieren und man beim Hören nicht eine Sekunde gelangweilt wird, muss man Franck Carducci wirklich musikalische Genialität bescheinigen. 50 Minuten Musik zum genießen. Ein bißchen unnötig ist dann der Bonus-Track ‘The Carpet Crawlers’ (das kann halt ausschließlich Peter Gabriel singen). Aber sei’s drum. Zum Abschluss gibt es dann noch den Radio-Edit von ‘Alices Eerie Dream’, der auch ziemlich geil ist und den Song auf den Punkt bringt. Muss man unbedingt haben !! Mehr Infos gibt es auf der Homepage von Franck Carducci, die CD kann man z.B. bei Just For Kicks bestellen.

Contraluz - Novus Orbis

Soweit ich es überblicken kann, habe ich auf meiner Homepage noch keine CD aus Argentinien kritisiert. Mir fällt auch keine Band ein die aus dem südamerikanischen Land kommt. Deswegen war ich ziemlich überrascht, als mir der Bassist der Band ‘Contraluz’ ihr neuestes Werk ‘Novus Orbis’ zur Verfügung gestellt hat. Ich möchte gleich mal betonen, dass ‘Novus Orbis’ recht wenig mit Prog zu tun hat. Denn schon der Opener ‘La Manopillacion Del Censor’ klingt eher nach Folk-Rock, der mich stark an die Spanier ‘Mägo De Oz’ erinnert (was vielleicht auch ein bißchen an der Sprache liegt), gepaart mit ein paar Anleihen an Jethro Tull (vor allem wegen der eingesetzten Flöte). ‘Cajita De Música’ (untertitelt mit ‘una historia de amor’) ist dann etwas leichtere Kost (‘Light-Rock’ mit recht guter Gitarre und proggigem Keyboard). ‘Lléname De Sol’ geht auch eher in die Folk-Richtung, wobei die Percussions im Hintergrund auch von Blackmore’s Night sein könnten. In der Mitte wird der Song dann aber auch rockiger und klingt wieder stark nach Jethro Tull. ‘Trexón’ fängt auch mit einer Flöte im Stil von Ian Anderson an, wandelt sich dann aber zu einem tollen Song, der vielleicht der proggigste auf dem Album ist. Richtig südamerikanisch geht es bei ‘El Día Después’ zu, am Ende sogar mit einer (fast) Keyboard-Orgie. Nicht schlecht gemacht. ‘Oidos En El Alma’ ist auch recht proggig, Zuerst ziemlich balladesk, dann eine herrlich quietschende Gitarre, Piano und Flöte, Bassläufe, Keyboard a la Yes, und am Schluss ein Marsch-Rhythmus ... übrigens das einzige Instrumental-Stück auf dem Album. Richtig gut. ‘?Decime Papá Por Qué?’ möchte ich mal als die Ballade des Albums bezeichnen. Gefühlvoller Gesang gepaart mit akustischer Gitarre und dazwischen immer wieder ein fettes wimmerndes Gitarren-Solo. Ganz toll gemacht. Danach folgt ‘Hijos De América’, auch eher langsam und getragen, aber mit mehr Bombast. Und auch wieder mit fettem Gitarren-Solo in der Mitte des Songs, bevor am Ende sogar ein Akkordeon zum Einsatz kommt und das mich sogar ein bißchen an argentinischen Tango erinnert. Die CD endet mit ‘Vamos ‘Volviendo A Casa’, einem akustischen Song mit viel Gefühl. Insgesamt bieten ‘Contraluz’ auf über 71 Minuten eine recht interessante Scheibe, die folkloristisch angehaucht ist, aber auch Freunden des ruhigen Prog gefallen könnte. Und die Anleihen an Jethro Tull sagen natürlich auch einiges über die Scheibe aus. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage (leider im Moment nur auf Spanisch ... die englische Version ist aber in Vorbereitung).

Dream Theater - A Dramatic Turn Of Events

Das erste Album nach dem Ausstieg (und versuchten Wieder-Einstieg) von DT- Urgestein Mike Portnoy und jetzt mit Neu-Drummer Mike Mangini. Viele Fans der Band haben ja befürchtet, dass das das Ende der Band sein wird und es jetzt stetig abwärts geht. Also diese Angst kann ich jetzt schon mal nehmen. Auch die Post-Portnoy-Aera wird eine erfolgreiche Zeit für DT sein. Denn stilistisch hat sich nicht wirklich viel geändert. Was natürlich auch damit zu tun hat, dass sich das Songwriting Herr Portnoy und John Petrucci bis jetzt ja immer geteilt haben und jetzt eben Petrucci die Haupt-Verantwortung trägt. Er hat fast alle Lyrics geschrieben (bis auf einen Song von James LaBrie und einer Zusammenarbeit mit John Myung) und ist auch an der Musik von allen Songs beteiligt. Musikalisch bewegen sich DT weitestgehend im Fahrwasser des Vorgänger-Albums ‘Black Clouds ...’, wobei ich zugeben muss, dass ‘A Dramatic Turn Of Events’ nicht ganz so eingängig und leicht verdaulich ist. Mit ‘Black Clouds ...’ bin ich nach dem ersten Hören schon richtig warm geworden und konnte im Prinzip beim zweiten Durchlauf die Songs schon halb mitsummen. Das funktioniert hier leider ... oder glücklicherweise ... nicht. Es braucht schon ein paar Durchläufe, bis die Scheibe so richtig gefällt. Insgesamt habe ich aber den Eindruck, dass die Band irgendwie befreiter wirkt als noch unter den ‘Zwängen’ von Mike Portnoy. Und auch die in letzter Zeit gequälten Versuche, nach Bands wie Muse oder Radiohead zu klingen sind zum Glück vorbei. Deswegen kann man hier wohl von einem klassischen Dream Theater Album sprechen, dass die Fans der Band nicht enttäuschen wird. Mal sehen wie’s weiter geht.

Gabriel, Peter - New Blood

Dass es nach dem letzten Output ‘Scratch My Back’, einer CD mit lauter Cover-Versionen und Orchester-Unterstützung, nicht lange dauern würde, bis Peter Gabriel auch eine Orchester-Version eigener Stücke auf den Markt wirft, war mir eigentlich klar. Und es ist auch so weit gekommen, denn ‘New Blood’ beinhaltet ausschließlich Peter Gabriel - Songs, die ausschließlich mit einem Orchester neu aufgenommen wurden. Dass das funktioniert steht außer Frage, denn Peter Gabriel hat so eine außergewöhnliche und wandelbare Stimme, dass er wahrscheinlich sogar eine Heavy Metal-Version von Solsbury Hill hinbekommen würde. Trotzdem ist die Orchester-Version die bessere Wahl. Alle Songs eher ruhig gehalten bekommen so einen magischen Touch, zumal er sich nicht nur auf seine ‘Hits’ beschränkt hat sondern auch so Perlen wie ‘Downside Up’, ‘Wallflower’ oder auch ‘A Quiet Moment’ ausgegraben hat, die so wieder in Erinnerung gerufen werden. Absolute Highlights sind für mich aber ‘San Jacinto’, ‘Intruder’ und ‘Don’t Give Up’, die einfach nur Gänsehaut erzeugen. Ein tolles Weihnachtsgeschenk für alle Musikliebhaber. Die Scheibe MUSS man haben!!

Indochine - Putain De Stade (2 DVDs)

Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele geniale Bands in ihrem Heimatland Erfolg haben und im Ausland völlig unbekannt sind. Das fällt mir vor allem in Spanien (mit Tierra Santa, Avalanch oder auch Mägo de Oz) und Frankreich (Johnny Hallyday, Michel Sardou, Jean-Jacques Goldmann, Telephone oder auch die hier kritisierten Indochine) auf. Wie der Titel der vorliegenden Doppel-DVD schon erahnen lässt, handelt es sich hier um ein Konzert im Pariser Stade de France (vom 26.06.2010) und wenn man den Bildern so glauben darf, war das Stadion restlos ausverkauft. Indochine starteten ihre Karriere vor über 30 Jahren als Punk-Band (wobei ich schon damals nicht ganz verstanden habe, was an dieser Musik ‘Punk’ sein soll) und sind im Laufe der Zeit ein bißchen ruhiger geworden, was bestimmt auch am Alter liegt. Trotzdem (oder gerade weil sie in den letzten Jahrzehnten so viel Erfahrung gesammelt haben) liefern die Jungs ein grandioses Konzert mit toller Light-Show ab, das von vorne bis hinten begeistert. Und alle Hits (von L’Aventurier über Kao Bang bis 3 Nuits Par Semaine) werden in ziemlich rockiger Form (und damit teilweise abweichend von den Studio-Fassungen) zelebriert. In Deutschland ist die Doppel-DVD mal wieder nicht oder nur sehr schwer erhältlich, aber wer dieses Jahr im Sommer seinen Urlaub in Frankreich verbringen sollte, muss sich die DVD unbedingt zulegen. Lohnt sich auf jeden Fall. Und hat in meinem Fall im ‘Hypermarché um die Ecke’ nur schlappe 17 Euro gekostet.

Lazuli - [4603 Battements]

Als ich gehört habe, dass sich die französischen Ethno-Proggies ‘Lazuli’ getrennt haben, war ich ziemlich überrascht, hatte es doch gerade angefangen, dass die Jungs um die Leonetti-Brüder so langsam in Prog-Kreisen bekannt wurden (man bedenke nur das geniale Konzert im Rahmen des Night Of The Prog - Festivals auf der Loreley 2009). Mit Freude habe ich dann die Nachricht aufgenommen, dass es Lazuli wieder gibt ... allerdings sind 3 von 6 Musikern nicht mehr dabei und sie wurden durch nur 2 neue Musiker ersetzt. Zum Glück sind sowohl Dominique Leonetti (der mit seinem Gesang mindestens 50% von Lazuli ausmacht) als auch Claude Leonetti (mit seinem Eigenbau-Instrument Léode ... das macht weitere 20% des Lazuli-Sounds aus) noch mit an Bord ... somit gibt es zumindest 70% ‘alte’ Lazuli. Und die restlichen 30% sind zugunsten von mehr Eingängigkeit der Songs ‘verloren’ gegangen. Was der vorliegenden CD aber richtig gut tut. Waren Lazuli in der Vergangenheit doch recht schwer verdauliche Kost, hat sich das alles ein bißchen reduziert. Keine Sprach-Samples mehr, keine Kinderchöre mehr, alles etwas weniger und ‘musikalischer’. Weniger ‘schräge’ Percussions aber immer noch der geniale fast ‘weinerliche’ Gesang gepaart mit der jammernden Léode. Lazuli ‘light’ könnte man auch sagen und somit ist [4603 Battements] ein genialer Einstieg in die Welt der Franzosen-Proggies. Und wer diese tolle Scheibe geil findet, darf sich dann gerne auch die Vorgänger zulegen. Mir gefällt die CD ausgesprochen gut und freue mich auf weitere Veröffentlichungen. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage.

Low Budget Orchestra - Innerstellar

Der finnische Alleinunterhalter bzw. Multiinstrumentalist Mikko Muranen beglückt uns mit ‘Innerstellar’ schon mit seinem dritten Album (die Vorgänger-CDs sind natürlich auch auf meiner Homepage vertreten) und auch hier liefert Mikko im Alleingang ein tolles instrumentales Album ab, das wie immer vor allem von einem tollen Keyboard-Teppich und fetten Gitarren-Soli lebt. Hatte ich die Vorgänger-CDs ein bißchen mit ‘Liquid Tension Experiment’ verglichen, kommt man auch bei ‘Innerstellar’ auf diesen Gedanken, obwohl der neueste Output noch ein bißchen melodischer oder besser gesagt songorientierter geworden ist. Geht der Opener ‘Dance Of The Pleiades’ noch so richtig frickelig ab, kommt ‘From Mars To The Stars’ schon sehr viel ruhiger daher. Wunderschöner Song. Und auch die noch folgenden sechs Songs wechseln sich genauso ab ... also zuerst mitzappeln und dann was zum erholen. Leider ist die CD schon nach 47 Minuten vorbei, aber lieber von vorne bis hinten interessant und ohne Durchhänger als mit noch irgend welchem Füllmaterial versehen damit die Spielzeit verlängert wird. Mit ‘Innerstellar’ ist Mikko Muranen auf jeden Fall mal wieder ein tolles Instrumental-Album gelungen, das ich jedem Prog-Freund nur ans Herz legen kann. Zu erwerben ist das Teil über die Homepage von Mikko für zur Zeit schlappe 10 Euro (innerhalb von ganz Europa) und auch die 2 Vorgänger können dort noch bestellt werden. Lohnt sich !!

Machine Mass Trio - As Real As Thinking

Über die New Yorker Jazz-Formation ‘Doubt’ (CD ‘Never Pet A Burning Dog’) habe ich auf meiner Homepage ja schon eine Review verewigt. Und zwei Musiker von Doubt, nämlich Tony Bianco (Drums) und Michel Delville (Gitarren), haben jetzt ein Projekt gestartet, indem sie den Belgier Jordi Grognard geschnappt haben, einen der aufsteigenden Sterne in der belgischen Jazz-Szene, und mit ihm das Machine Mass Trio gegründet haben. Jordi Grognard spielt Tenor-Saxophon, Flöte, Bass-Klarinette und sonstige Sachen und wenn lauter Jazz-Freaks eine CD aufnehmen, kann man jetzt schon ganz leicht darauf tippen was für Musik dabei raus kommt. Nämlich 64 Minuten Jazz-Gejamme, Blasinstrumente und Gitarre mal miteinander, mal gegeneinander, mal melodisch, mal chaotisch. Jazz-Freunde werden hier voll auf ihre Kosten kommen, denn die Instrumente beherrschen die Jungs brilliant. Die Musik muss man natürlich mögen. Eigentlich unnötig zu erwähnen, dass die Scheibe bei Moonjune Records erschienen und wahrscheinlich bald bei JustForKicks zu erwerben ist. Die haben ja ziemlich viel von dem New Yorker Label.

Moraine - Metamorphic Rock

Über die letzte Studio-CD der Light-Jazzer ‘Moraine’ habe ich ja schon geschrieben und war ‘trotz’ der Musikrichtung sehr angetan. Denn ‘Manifest DeNsity’ war doch ziemlich melodisch und nur ab und zu etwas sehr jazzig. ‘Metamorphic Rock’ ist jetzt eine Live-Aufnahme vom NEARfest 2010 in Bethlehem, PA und ich finde die Musik von Moraine kommt live eigentlich noch eingängiger rüber. 2 Musiker wurden gegenüber dem Studio-Output ausgetauscht (jetzt spielt James DeJoie das Saxophon und Stephen Cavit sitzt hinter den Drums) und die durchweg instrumentalen Songs sind richtig geil. Alleine z.B. der Song ‘Manifest Density’, also das Titelstück des letzten Studio-Albums kommt richtig fett und bombastisch rüber. Die Violine klingt nach Eddie Jobson in seiner besten Zeit bei Curved Air und dass Dennis Rea Gitarre spielen kann, habe ich glaube schon mehrfach hier geschrieben. Bei ‘Metamorphic Rock’ können also auch Leute zugreifen, die sonst (wie ich) mit Jazz nicht so viel anfangen können. Veröffentlicht wurde das Album mal wieder bei Moonjune Records.

Mostly Autumn - That Night In Leamington

Sängerin Heather Findlay war, vielleicht zusammen mit Gitarrist Bryan Josh, DAS Aushängeschild der Folk-Proggies von Mostly Autumn. Sie hat sich nun für eine Solo-Karriere entschieden und somit kam es am 2. April 2010 in Leamington zu einem Abschiedskonzert, das auf der vorliegenden Doppel-CD veröffentlicht wurde. Wie nicht anders zu erwarten gibt’s hier nochmal alle ‘bekannten’ Songs von Mostly Autumn von Fading Colours über Passengers und Shrinking Violet bis zu Heroes Never Die und Evergreen. Alles überstrahlend ist natürlich der Gesang von Heather gepaart mit den genialen Gitarren-Soli von Bryan Josh. Somit kann ich die CD allen Fans der Band nur ans Herz legen. Und wer auf melodischen Folk-Prog steht und die Band noch nicht kennt, hat hier einen tollen Einstieg und wird sich danach sicher noch die eine oder andere Studio-CD zulegen.

Nightwish - Imaginaerum

‘Dark Passion Play’ und somit der Wechsel von Tarja Turunen zur neuen Sängerin Anette Olzon ist jetzt auch schon wieder 4 Jahre her. Und die Fan-Gemeinde ist immer noch arg gespalten. Anscheinend wird Anette auf Konzerten sogar beleidigt und ausgepfiffen. Was für Schwachköpfe. Als ob sie was dafür könnte, dass Tarja aus (nachvollziehbaren) Gründen vor die Tür gesetzt wurde. Geht doch einfach ab sofort auf ein Tarja-Konzert und langweilt Euch zu Tode :-).
Nun aber zu Imaginaerum. Hat man erst mal die Einführung namens ‘Taikatalvi’ überstanden, kommt auch schon die erste Single-Auskopplung (‘Storytime’). Und das ist Nightwish at it’s best. Fetter, bombastischer Song mit einem Refrain der einem nicht mehr aus dem Kopf geht. Und auch das folgende ‘Ghost River’ ist ähnlich gestrickt. Bombast, fette Gitarre, toller Gesang, eingängige Melodie und Marco Hietala darf zwischendurch auch mal gröhlen. Prima. Gut, den Kinderchor zwischendurch hätte man sich sparen können. Dann wird’s leider richtig schlimm, denn ‘Slow, Love, Slow’ ist eher Bar-Jazz als fetter Bombast-Metal. Zum Glück nur ein Ausrutscher, denn ‘I Want My Tears Back’ ist dann wieder 100% Nightwish mit Marco und Anette als Duett. Dann wird’s leider wieder richtig schlimm. Nightwish goes Musical mit ‘Scaretale’. Furchtbar. Diese 7 Minuten muss man erst mal überstehen. Dann ein zum Glück recht kurzes Instrumental (eher in Richtung Filmmusik), dann ein Stück das zwischendurch klingt wie von einem alten Western (‘Turn Loose The Mermaids’) ... naja. Und noch ein recht lahmer Song hinterher (‘Rest Calm’), der erst am Ende etwas besser weil bombastischer wird. Noch ein Durchhänger (The Crow, The Owl And The Dove) und dann endlich mal wieder Nightwish von ‘früher’ (Last Ride Of The Day). Es folgt ‘Song Of Myself’, mit über 13 Minuten das längste Stück auf der CD, wovon allerdings nur die ersten ca. 7 Minuten richtig gut sind. Danach gibt’s nur noch Gedudel und Gelaber. Muss man nicht haben. Und zu guter Letzt dann noch das Titelstück, das auf knapp über 6 Minuten die komplette CD nochmal im Kurzdurchlauf und rein instrumental vorstellt.
Fazit: Der wechsel von bombastischem Metal zu mehr Filmmusik und Musical macht mich nicht wirklich froh. Trotzdem kann man gut die Hälfte der insgesamt 74 Minuten als ‘Nightwish wie man sie kennt und liebt’ bezeichnen. Ich bin mal gespannt, wie sie das nächstes Jahr auf der Tour live rüberbringen wollen. Ich bin auf jeden Fall am 06.05.2012 in Stuttgart dabei.

Opeth - Heritage

Album Nr. 10 und 20 Jahre Band-Geschichte. Viele musikalische Karrieren haben es nicht so weit geschafft ... Opeth schon. Und das liegt bestimmt auch daran, dass der Kopf der Band Mikael Ackerfeldt öfters mal den Stil der Band geändert hat. Von den Anfängen als ‘fast’ Death-Metal-Band über die Zusammenarbeit mit Steven Wilson zur ‘fast’ Prog-Band mit Wechsel von Growls und ‘normalem Gesang’ bis jetzt zu ‘Heritage’, wo die Growls komplett verschwunden sind und die Musik ein wenig klingt nach 70er Jahre mit leichtem Jazz-Einfluss. Ackerfeldt hat ja noch nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er von der Musik der 70er Jahre beeinflusst wurde (wie auch einige andere Prog-Größen). Aber dass er es mit ‘Heritage’ jetzt so konsequent durchzieht, ist schon ein bißchen erstaunlich. Auf jeden Fall hat er (ohne Death-Metal-Gegrunze) eine äußerst angenehme Stimme, die zu den meist ruhigen Songs hervorragend passt. Von mir aus hätte er die Abschweifungen in Richtung Jazz bleiben lassen können, dann wäre es ein überraschend gutes Album geworden. So muss ich dann leider ein paar Abzüge machen. Zum Glück machen das die leider sehr selten eingestreuten Gitarren-Soli (z.B. in ‘The Devil’s Orchard’wieder wett (da könnte man davonschweben). Ganz bestimmt ein mutiges Album und ich bin gespannt, ob hier die in jahrelanger Arbeit erreichte Fan-Gemeinde der Band treu bleibt. Aber zur Not gibt’s in 10 Jahren einfach mal wieder einen Stil-Wechsel.

Pagans Mind - Heavenly Ecstasy

Die norwegische Band ‘Pagans Mind’ habe ich bis jetzt ja immer in die Prog-Metal-Schublade gesteckt. Diesen Stempel möchte ich der Band nach mehrfachem Hören des neuesten Outputs ‘Heavenly Ecstasy’ einfach mal wegnehmen, denn die Jungs um Sänger Nils K. Rue (der allerdings immer noch so klingt wie Queensryche in ihren besten Jahren) haben sich jetzt mehr dem straighten Metal zugewand und die komplizierten und vertrackten Passagen sind so gut wie verschwunden. Schon der Opener Eyes On Fire knallt sowas von fett rein, das gibt’s gar nicht. Pagans Mind verstehen es hervorragend, Power Metal und Hardrock zu vermischen und das richtig modern klingen zu lassen. Auch das nachfolgende ‘Intermission’ haut in die selbe Kerbe und es bleibt einem die Klappe offen (auch wenn das jetzt ein klein wenig proggig ist ... zumindest ganz kurz). Auch Double-Bass-Drums dürfen nicht fehlen (zum Beispiel bei ‘Revelation To The End’), der Keyboarder darf auch mal zeigen was er drauf hat (‘Follow Your Way’) und eine Ballade gibt’s natürlich auch (‘When Angels Unite’ ... leider viel zu kurz). Zusammen mit den 2 Bonus-Tracks auf meiner Digi-Version kommt die Scheibe auf 66 Minuten und die haben’s wirklich in sich. Auch wenn Pagans Mind jetzt nicht mehr so ‘kompliziert’ sind wie früher macht die CD richtig Spaß. Metal-Fans müssen das Teil haben.

Pain Of Salvation - Road Salt Two

Die Songs zu ‘Road Salt Two’ wurden, soweit ich weiß, gleichzeitig mit den Songs der Vorgänger-CD (logischerweise ‘Road Salt One’) geschrieben, so dass wir ja eigentlich ein Doppel-Album haben, das nur in einem gewissen Zeit-Abstand veröffentlicht wurde. Und somit ist es auch nicht verwunderlich, dass Part Two doch ziemlich ähnlich angelegt ist wie Part One. Und was ich über den ersten Teil geschrieben habe, könnt Ihr auf meiner Homepage natürlich nachlesen. Von Prog-Metal der früheren Alben ist nicht mehr viel zu hören, es ist eher Mainstream, 70er Jahre, ein bißchen Led Zeppelin usw und jetzt auch ein bißchen Southern Rock. Somit möchte ich über ‘Road Salt Two’ eigentlich gar nicht viele Worte verlieren. Lest Euch einfach die Kritik von Teil Eins durch, tauscht die Song-Namen aus und alles ist prima.

Rammstein - Made in Germany

Es war ja klar, dass Rammstein irgendwann mal eine Best Of - CD auf den Markt werfen. Und nun passend zur gerade laufenden Tour ist das kommerziell natürlich eine tolle Idee. Über die Best Of - CD möchte ich auch gar nicht viele Worte verlieren. Ob die Song-Auswahl nun gelungen oder nicht so gelungen ist, kann sich jeder selbst eine Meinung bilden, und unterschiedliche Meinungen wird es da eh geben. Dem einen fehlt dieser Song, dem anderen jeder Song. Blabla. Auf jeden Fall sind die ganzen Renner von ‘Engel’ über ‘Links 2 3 4’ und ‘Du Hast’ bis zu neueren Stücken (‘Pussy’, ‘Haifisch’) vertreten. Auch ein ganz neuer Song (‘Mein Land’) ist drauf. Und da werden die Rammstein-Hasser schon wieder irgendwelche Nazi-Verschwörungs-Theorien verbreiten. Aber dann haben sie den Song nicht verstanden. Das ist kein ausländerfeindlicher Song sondern ein Lied GEGEN Ausländerfeindlichkeit !! Egal, den Rammstein-Kritikern wird’s man eh nie recht machen können. Warum ich diese CD überhaupt hier bespreche ist die Tatsache, dass es ‘Made in Germany’ auch in einer Doppel-CD-Version gibt. Und CD2 beinhaltet 17(!!) Remix-Versionen, und die sind zwischen unnötig, schräg und genial angesiedelt. ‘Sonne’ (von Clawfinger), ‘Links 2 3 4’ (von Westbam gemischt), ‘Mein Teil’ (von den Pet Shop Boys ... einfach klasse), ‘Ohne Dich’ (von Laibach), ‘Pussy’ (in einer Version von Scooter ... der Hammer) und ‘Rammlied’ (von Devin Townsend in einer total witzigen Country-Version) lohnen den Kauf auf jeden Fall. Ich frage mich angesichts der teilweise auch sehr üblen Mixen, warum Rammstein den finnischen Humppa-Königen Eläkeläiset bis jetzt verboten haben, einen Song zu verwursten.

Sigur Ros - Inni

Nach dem genialen Konzert-Film ‘Heima’, den Ihr hoffentlich alle gekauft habt und genauso begeistert seid wie ich, gibt es mit ‘Inni’ endlich auch mal eine Live-Doppel-CD der Isländer, die von vorne bis hinten begeistert. Aufgenommen in London und insgesamt 110 Minuten lang spielen die Jungs in brillianter Aufnahme-Qualität einen Querschnitt ihres Schaffens, bei der keine Studio-CD ausgelassen wird. Und auch wenn die Musik doch sehr gewöhnungsbedürftig und außergewöhnlich ist (manche würden auch sagen ‘immer das gleiche Komische), kommt in keiner Sekunde Langeweile auf sondern man wird immer faszinierter von dieser Klangwelt. Aufgeschlossene Musik-Liebhaber, die von Sigur Ros noch nichts gehört haben, sollten mit ‘Inni’ einen prima Einstieg schaffen. Selbstredend bleibt es aber nicht bei den 2 Live-CDs sondern das Paket beinhaltet auch noch (wahlweise als DVD oder Blue-Ray) einen 75-minütigen Konzertfilm, der in schwarz-weiss gehalten richtig genial aufgenommen wurde. Muss man haben.

Slivovitz - Bani Ahead

Slivovitz ist mir bis jetzt erst als ekeliger jugoslawischer Pflaumen-Schnaps untergekommen. Und meine Erinnerungen daran sind nicht wirklich die Besten. Ich finde schon mal, dass das als Band-Name ganz witzig gewählt ist, zumal der Siebener nicht mal aus dem ehemaligen Jugoslawien sondern aus Italien kommt. Die Band besteht bereits seit 2001 und ‘Bani Ahead’ ist schon das dritte Album (nach ‘Slivovitz’ und ‘Hubris’). Musikalisch angesiedelt sind die Jungs irgendwo zwischen Fusion Jazz gemischt mit ein bißchen Prog, wobei die jazzigen Parts doch sehr überwiegen. Und auch wenn die Band aus insgesamt sieben Musikern besteht, hört man vor allem Saxophon und Gitarre. Der Rest (von Trompete über Violine bis Harmonica) läuft eigentlich eher nur nebenher und darf ab und zu glänzen (wie z.B. die Violine bei ‘Cleopatra Through’. Für Jazz-Freunde sicher eine interessante Neuerscheinung ... eingefleischte Proggies sollten vielleicht vorher erst mal intensiv reinhören. Veröffentlicht wurde das Album natürlich bei Moonjune Records.

Stream Of Passion - Darker Days

’Stream Of Passion’ war ja mal ein neues Baby von Arjen A. Lucassen (Ayreon). Mittlerweile hat sich die Band von Arjen gelöst und macht ihr eigenes Ding. Und das gar nicht schlecht. Zwar schwimmen die Jungs um Sängerin Marcela Bovio natürlich immer noch im Fahrwasser der Genre-Größen des Gothic-Rocks mit weiblichem Gesang (frühere The Gathering, Edenbridge, Within Temptation usw.), haben aber durch das Lösen von Arjen Lucassen meiner Meinung nach viel mehr Eigenständigkeit gewonnen und gehen nicht mehr als Ayreon-Gothic-Klon durch. Insgesamt sind die Songs ganz schön heavy und was mir besonders gut gefällt sind die zwischendurch eingestreuten spanischen Lyrics ... also der Muttersprache von Marcela Bovio, die ja aus Mexiko stammt, mittlerweile aber in Holland wohnt. Eine schöne und abwechslungsreiche Scheibe, die zum Glück nicht mehr viel mit dem Erstlings-Werk zu tun hat (auch wenn ich diese CD natürlich immer noch genial finde ... aber ist halt ein Ayreon-Klon gewesen). Für Gothic-Rock-Fans ein MUSS.

Subsignal - Touchstones

Gestern (27.09.2011) war ich auf dem Subsignal-Konzert in Stuttgart und hab mir gleich die neue Scheibe gekauft, die offiziell übermorgen veröffentlicht wird. Das Erstlingswerk der Nachfolgeband von ‘Sieges Even’ namens ‘Beautiful & Monstrous’ aus dem Jahr 2009 habe ich ja in meiner Review als ‘CD des Jahres’ bezeichnet und daran hat sich auch nichts geändert. Um so gespannter war ich natürlich auf den Nachfolger und die Antwort auf die Frage, ob die Band dieses Niveau halten kann oder ob es nur eine Eintagsfliege war. Auf jeden Fall ist es so, dass die Musik von Subsignal insgesamt etwas härter geworden ist (was auch auf dem Konzert zu merken war ... selbst die Songs der ersten Scheibe wurden recht heavy rübergebracht), was meiner Meinung nach überhaupt kein Nachteil ist. ‘Beautiful & Monstrous’ war ja ziemlich melodisch und sozusagen ‘Sieges Even light’. Das hat sich jetzt dann doch etwas angenähert. Herausragend ist auch weiterhin der tolle Gesang von Arno Menses, das wirklich brilliante Gitarrenspiel von Markus Steffen (der von Arno Menses auf dem Konzert mehrfach als ‘The Man behind the band’ genannt wurde) und die perfekte Rhythmus-Fraktion um Ralf Schwager (Bass) und Roel van Helden (Drums). Aber auch den Keyboarder David Bertok möchte ich nicht vergessen zu erwähnen, der vor allem auf den Konzert einen tollen Job gemacht hat, auf ‘Touchstones’ (im Vergleich zum Vorgänger) aber leider nicht mehr die Präsenz hat. Auch bei ‘Tochstones’ gilt, dass man hier keinen Song herausheben kann, denn die Platte ist von vorne bis hinten stimmig, ohne irgendwelche Durchhänger und einfach spannend. Okay ... das Titelstück ... mit 11 Minuten auch der längste Song auf dem Album ... ist schon was richtig Besonderes. Muss man haben. Und die Homepage gibt es natürlich immer noch. Und wer noch die Gelegenheit hat, die Band auf der gerade laufenden Tour zu besuchen sollte das tun.

Superheavy - Superheavy

Ist der Name der Band ‘Superheavy’ (oder wie die nette Verkäuferin im FNAC in Lyon gesagt hat ‘Sübeerewwii’) Programm? Nein, natürlich nicht, wenn man weiß, wer da dahinter steckt. Mick Jagger (oder die Dame vom FNAC ‘Mick Schaggäär’), Dave Stewart (Eurhytmics), Joss Stone (der aufgehende Stern am Blues-Himmel), Damian Marley (ganz überraschend der Sohn von Bob Marley) sowie A.R. Rahman, ein indischer Komponist und Keyboarder, der vor allem durch Filmmusiken bekannt wurde. Und somit ist über die Scheibe auch schon alles gesagt. Es gibt (erstaunlich viel) Reggae, ein bißchen Blues, ein paar poppig angehauchte Songs und ganz wenig Weltmusik. Wie geschrieben habe ich mir die Scheibe in Lyon gekauft und hab sie mir ein paar Mal im Auto auf der Fahrt nach Hause angehört und ich fand sie äußerst angenehm zu hören. Für Prog-Fans natürlich absolut belanglos, aber ab und zu braucht man auch mal leichte Kost und vor allem das Reggae-Zeugs kommt richtig gut und macht Laune.

Symphony X - Iconoclast

Symphony X haben wieder 4 Jahre gebraucht, um einen neuen Studio-Output in die CD-Läden zu bekommen. Und ‘Iconoclast’ ist ein würdiger Nachfolger von ‘Paradise Lost’, das 2007 veröffentlicht wurde. Jetzt eben ne andere Geschichte (aber kein Konzept-Album sondern einfach Songs um das Thema ‘Mensch gegen Maschine’) aber musikalisch dem letzten Output absolut ebenbürdig. Und das ist auch das was mich bei ‘Iconoclast’ ein bißchen enttäuscht. Denn bis jetzt haben sich die CDs der Band nach der immer recht langen Wartezeit doch ziemlich unterschieden und man konnte den Jungs um Gitarren-Gott Michael Romeo und Ausnahmesänger Russell Allen immer eine Steigerung oder Weiterentwicklung bescheinigen. Und das fällt mir jetzt dann doch ziemlich schwer. Trotzdem spielt ‘Iconoclast’ natürlich in der Bundesliga des Prog-Metal mit und Fans der Band können bedenkenlos zugreifen.

Void’s Last Stand, The - Rakash

Das Vorgänger-Album der Aachener Band (‘A Sun By Rising Set’) habe ich auf meiner Homepage ja schon besprochen und ich hoffe dass einige Leser (trotz oder gerade wegen meiner Review) die Scheibe angetestet und gekauft haben. Und nun gibt es mit ‘Rakash’ einen mehr als würdigen Nachfolger. War ‘A Sun By Rising Set’ schon recht sperrig und für Easy-Listening-Freunde nicht wirklich geeignet, geht’s bei ‘Rakash’ eigentlich noch mehr zur Sache was Eigenwilligkeit und Mischmasch aus vielen Musik-Stilen angeht. Alles recht gitarrenlastig und der ‘außergewöhnliche’ Gesangsstil von Jonas Wingens erinnert mich immer noch an Dirk Radloff von ‘Heartscore’.
Immerhin hat man es jetzt geschafft, die Berge von Ideen auf insgesamt 6 Songs zu verteilen (der Vorgänger hatte ja nur 2 Long-Songs). Ich frage mich allerdings, wo ‘Mother Sun And The Other Son (Part II) abgeblieben ist, denn Part I ist auf dem Erstlingswerk drauf und Part III jetzt hier als Opener und ‘nur’ gute 16 Minuten lang. Richtig melodisch können ‘The Void’s Last Stand’ aber auch. ‘Sail My Ship Achilles’ könnte locker als 80er New Wave durchgehen und auch das Gitarren-Solo ist klasse. Und auch ‘She’s A Ghost / They Shall Not Pass’ ist ein richtig melodischer Song ohne viel Geschnörkel. Richtig angenehm finde ich den 10 1/2-minütigen Instrumental-Song ‘Land(e)scapes And The Beauty Of No. 64’, der etwas verschnaufen lässt, obwohl auch da zwischendurch ganz schön gefrickelt wird. Total klasse endet die CD mit ‘Glass Cabinet’ ... wieder über 9 Minuten lang und mit fettem Gitarren-Solo ausgestattet. Und ganz am Schluss gibt’s dann noch ein Gedicht namens ‘An Ode To Antoine Marie Joseph Artaud: Poesy In Asylum’, also eine ‘Huldigung’ des allseits bekannten französischen Poeten, Schauspielers und Theater-Direktors. Wobei ich so meine Zweifel habe, dass der Texter Herrn Artaud wirklich leiden kann. Eventuell ein kleines Schul-Trauma?
Als Gast-Musiker haben The Void’s Last Stand übrigens Alex Stoll gewonnen, der auf der CD vor allem die Keyboard-Parts übernommen hat. Mehr Infos über die Band gibt es unter www.tvls.de. Unbedingt antesten!

Wetton, John - Raised In Captivity

Ein Künstler wie John Wetton, der schon in so vielen Bands gespielt und Erfolg gehabt hat (Uriah Heep, UK, Yes usw.) könnte wahrscheinlich den größten Mist aufnehmen und es wäre gut. Seine unverkennbare Stimme ist einfach klasse und er schafft es jedes Mal, für seine Solo-Scheiben hochinteressante und gute Musiker um sich zu scharen. Dieses Mal sind es Billy Sherwood (Gitarre), Mick Box (darf ein Solo spielen), Geoffrey Downes, Steve Hackett, Eddie Jobson, Tony Kaye, Alex Machacek und Steve Morse ... als fast alles Musiker, die John Wetton in seiner langen Karriere begleitet haben. Hierfür schon mal Respekt. Im Vergleich zu den letzten Alben ist ‘Raised In Cptivity’ ein Tacken rockiger geworden (hier vor allem der Opener ‘Lost For Words’ oder auch das Titelstück), diverse Balladen (wie z. B. ‘Steffis Ring’ wo der Schmalz nur so trieft oder ‘Mighty Rivers’, das John Wetton zusammen mit Anneke van Giersbergen geschrieben hat, die da auch gesanglich ihr Bestes gibt) fehlen aber auch nicht. Tolle Scheibe, die man haben sollte.

Wilson, Damian - I Thought The World Was Listening 1997 - 2011

Dass Ex- und Wieder-Threshold-Sänger Damian Wilson schon seit vielen Jahren mehr oder weniger erfolgreich auch Solo-CDs rausgebacht hat, ist glaube ich nicht allen Proggies bekannt, wandelt er auf Solo-Pfaden auch in einer ganz anderen Musik-Welt. Denn zumindest die Scheiben die ich von ihm habe, sind durchweg ziemlich ruhig gehalten und zeigen vor allem eine ganz andere Stimme von Damian Wilson, der wirklich sehr gefühlvoll singen kann, dass es einem eiskalt den Rücken runter läuft. Und wie der Name der CD schon vermuten lässt, handelt es sich hierbei um eine Best Of ... Doppel-CD, die allerdings nicht nur Original-Songs enthält sondern viele Lieder neu aufgenommen worden sind. Insgesamt sind 31 Songs enthalten ... und das alles zur Zeit bei Just For Kicks zu einem tollen Preis. Unbedingt kaufen bevor das Teil ausverkauft ist !!

 

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