Neue CD-Kritiken

Neue CD-Kritiken

 

Hier findet Ihr die neuesten CD-Kritiken der letzten Updates. Über Musik lässt sich nicht streiten, nur diskutieren. Deswegen bitte bitte keine beleidigenden Mails mehr, nur weil ich Eure Lieblings-CD schlecht kritisiert habe. Das hier ist AUSSCHLIESSLICH MEIN Musikgeschmack (bzw. natürlich der Geschmack meiner Co-Kritiker). Ich halte Euch ja auch nicht für blöd, nur weil Ihr Helene Fischer oder Andrea Berg gut findet. Schickt mir dann lieber eine Gegen-Kritik als TXT-Datei. Die wird dann selbstverständlich auch veröffentlicht.

Und wer Schreibfehler findet darf sie behalten !!

 

04.02.2017

17.04.2017

21.06.2017

Athorn - Necropolis

Arch Enemy - As The Stages Burn !

Ayreon - The Source

Bush, Kate - Before The Dawn

Badass - More Pain, More Gain

Becker, Mike Al - Normal Ist Das Nicht

Firewind - Immortals

Fischer-Z - Building Bridges

Buckingham, Lindsey / Mc Vie, Christine - LB /CMcV

In Flames - Battles

Hackett, Steve - The NIght Siren

Oversense - The Storyteller

Metallica - Hardwired ... To Self-Destruct

Mike & The Mechanics - Let Me Fly

Primal Fear - Angels Of Mercy

Oldfield, Mike - Return To Ommadawn

Rough Edges, The - Back To Life

Rammstein - Paris

Oxley, Pete / Meier, Nicolas - The Colours Of Time

 

Saris - Ghosts Of Yesterday

Pain Of Salvation - In The Passing Light Of Day

 

Simplefast - Apocalypse

Scarlet Aura - Falling Sky

 

Toten Hosen, Die - Laune Der Natur

 

 

Vanden Plas - The Seraphic Live Works

 

 

Waters, Roger - Is This The Life We Really Want?

 

Arch Enemy - As The Stages Burn ! (VÖ:31.03.2017)
Diese Review schreibe ich an Ostern. Und Ostern ist ja was mit Eiern und so. Und die Scheibe hat Eier. ‘As The Stages Burn !’ ist ein Mitschnitt des Konzerts 2016 in Wacken und ein Feuerwerk der Highlights aus der Band-Geschichte. Sängerin (oder Gröhlerin) Alissa White-Gluz ist in Höchstform, hat die Menschenmassen vor der Bühne total im Griff und die Musiker sprühen nur so vor Spiellaune. Klar muss man die Art von ‘Gesang’ mögen, aber trotz dieser Tatsache haben die Songs eine Menge Melodie (was vor allem an der hervorragenden Gitarrenarbeit liegt). Das sind alles Metal-Kracher vom Feinsten, wobei mir vor allem ‘You Will Know My Name’, ‘Bloddstained Cross’ und ‘No Gods, No Masters’ besonders gefallen.
Kauft Euch auf jeden Fall die Version mit der DVD dazu. Denn neben dem ganzen Konzert (hervorragend gefilmt und meiner Meinung nach mit einem bisschen besseren Sound als auf der CD) gibt es noch diverse Zugaben wie 8 Songs aus Tokio und 6 Videos.

Athorn - Necropolis (VÖ:16.09.2016)
Die deutsche Progressiv-Death-Metal / Power-Metal-Band ‘Athorn’ legt nach 6 Jahren (2010 wurde das Album ‘Phobia’ veröffentlicht) mit ‘Necropolis’ ein neues Werk vor. Es ist ein Konzeptalbum geworden das uns erzählt was passiert wenn die Welt von einem Meteoriten getroffen wird und die Menschheit in Zombies verwandelt. Naja ... ich hoffe mal nicht dass die Musik so schlimm ist wie die Geschichte :-). Aber ich kann Euch beruhigen. ‘Necropolis’ ist eine richtig gute Scheibe mit der passenden Härte aber auch mit viel Händchen für Melodie geworden.
Der Opener ‘11111011000’ stimmt schon mal auf die Endzeit-Stimmung ein mit Streichern, Nachrichtensprecher im Hintergrund und zwischendurch durch den Einsatz einer Mundharmonika auch ein bißchen in Richtung Endzeit-Western (Morricone lässt grüßen).
Das folgende ‘Another Day In Hell’ zeigt dann aber schon die ganzen Trademarks von ‘Athorn’, nämlich geiler Gesang von Carsten Frank mit eingestreuten Growls (die sich zum Glück für meine Ohren in Grenzen halten), fettes Gitarren-Brett (Björn Spier und Tobias Liedtke), Bass-Gewummer (Matthias Brandt) und tolle Schlagzeug-Arbeit (Philipp Horst). Soundtechnisch ist auch alles im grünen Bereich. Wären die Growls nicht, könnte man fast ein bißchen an ‘Angel Dust’ in ihren besten Zeiten denken, wobei Carsten Frank von der Stimmfarbe nicht wirklich Ähnlichkeit mit Dirk Thurisch hat. Und es geht gerade so weiter. ‘The Dark Breed’ ist ein bißchen mehr Death (schneller, böser Gesang ... der aber trotzdem verständlich ist), im Refrain dann aber wieder clear.
Jetzt jeden Song zu beschreiben spare ich mir. Es geht (fast) alles in die selbe Richtung. Herausheben möchte ich aber noch die (obligatorische) Quoten-Ballade ‘Born In Flames’, die schon ein bißchen ans Herz geht (Akustik-Gitarre, gefühlvoller Gesang, tolle Melodie, in der Mitte des Songs Chor-Unterstützung, und ein schmalziger Text) und bei Konzerten bestimmt die Feuerzeuge raus geholt werden. Leider mit knapp 4 Minuten zu kurz. Da hätte am Schluss noch ein bißchen Bombast und ein Gitarrensolo folgen können. Und den Rausschmeißer ‘Of Pawns And Dragons’ möchte ich auch noch herausheben, da er zum Einen mit 7 1/2 Minuten der Long-Song der CD ist und, weil eher im Mid-Tempo-Bereich angesiedelt, auch eine andere Seite von Athorn zeigt, die ihnen ganz gut steht.
Insgesamt finde ich ‘Necropolis’ richtig gut. Natürlich kein Prog und meine prog-affinen Leser sollten vorher mal reinhören, wer auf härtere Sachen steht und auch vor ein paar Growls zwischendurch nicht zurückschreckt, kann bedenkenlos zugreifen.

Ayreon - The Source (VÖ:27.04.2017)
Wo Ayreon drauf steht ist meistens eine geniale Rock-Oper drin. So auch bei ‘The Source’, das gegenüber dem Vorgänger ‘The Theory Of Everything’ etwas metallischer angelegt wurde, ohne jedoch an Arjens Metal-Projekt ‘Star One’ vom Härtegrad her ranzukommen. ‘The Source’ ist eher eine Mischung aus Metal, Folk, Ballade und einem Ausrutscher zu ‘Riverdance’.
Inhaltlich ist ‘The Source’ mit dem 2008er Album ‘01011001’ verbunden und ist so etwas wie die Vorgeschichte. 6 Milliarden Jahre zurück sind die Bewohner des Planeten Alpha abhängig von Großrechnern und die Großrechner sind der Meinung, dass die Menschen irgendwie an allem Schuld sind und vernichtet werden müssen. Also geht eine Gruppe von Menschen auf die Suche nach dem Planeten Y, um dort neu anzufangen. Soviel zur Geschichte in aller Kürze. Mehr soll auch nicht verraten werden.
Wie es sich für ein Ayreon-Album gehört, hat Mastermind Arjen Anthony Lucassen wieder das volle Brett an Gast-Sängern und Sängerinnen aufgefahren. Jede(r) in einer eigenen Rolle und somit gibt es viele Gesangs-Duelle. Dabei sind dieses Mal James LaBrie (Dream Theater), Tommy Karevik (Kamelot), Tommy Rogers (Between The Buried And Me), Simone Simons (Epica), Nils K. Rue (Pagan’s Mind), Tobias Sammet (Edguy, Avantasia), Hansi Kürsch (Blind Guardian), Michael Mills (Toehider), Russell Allen (Symphony X), Michael Eriksen (Circus Maximus), Floor Jansen (Nightwish) und Zaher Zorgati (Myrath). Bei den beteiligten Musikern sind neben den schon bekannten Leuten wie Ed Warby (Drums), Jost Van Den Broek (Piano) oder auch Marcel Coenen (Gitarre) auch Überraschungen wie Mark Kelly (Synths - Marillion), Paul Gilbert (Gitarre) und Guthrie Govan (ebenfalls Gitarre) dabei.
Jetzt jeden einzelnen Song zu beschreiben wäre echt zuviel des Guten, da ‘The Source’ einfach im Gesamtpaket gesehen werden muss. Trotzdem möchte ich ein paar Songs herausheben. Da wäre zum Ersten der Opener ‘The Day That The World Breaks Down’, mit ziemlich genau 12 1/2 Minuten der mit Abstand längste Song und es dürfen außer Zaher Zorgati alle vorkommenden Charaktere mal ran. Und es ist einfach Ayreon at it’s best. Fette Gitarre, geniale Hammond-Orgel im Hintergrund, eingängiger Refrain, Tempowechsel, schlicht geil. Musikalisch ist das einmal quer durch alle Ayreon-Alben. Dann noch ‘Everybody Dies’ wo man zwischendurch sogar ein Rammstein-Riff erkennen kann, dann natürlich das Riverdance-Plagiat ‘All That Was’ (fast ein bißchen zu schmierig) und der für mich perfekteste Song ‘The Dream Dissolves’ mit einem Gitarrensolo das Gänsehaut garantiert.
Insgesamt knapp 90 Minuten Unterhaltung vom Feinsten und auch nach mehreren Hördurchgängen gibt es immer noch Neues zu entdecken. Fast ein kleines Meisterwerk, das in keinem Prog-Metal-Regal fehlen darf.

Badass - More Pain, More Gain (VÖ:15.04.2017)
Ober-Bad-Ass und Produzent / Bassist Alberto Rigoni (u.a. Vivaldi Metal Project) hat 2 Handvoll Songs geschrieben, drei weitere Musiker um sich geschart (Titta Tani - Gesang - ehemaliger Sänger von Dreamscape und DGM / Alessio ‘Lex’ Tricarico - Gitarre / Denis ‘Denzy’ Novello - Drums), Titta die Texte und Gesangslinien schreiben lassen, eine Crowdfunding Kampagne gestartet und mal kurz ein fettes Album zwischen klassischem Hard Rock und Metal veröffentlicht. Auf knapp über 45 Minuten geht es los mit einem Intro gespielt auf einem total verzerrten Bass (es ist ein Teil der Sonate Nr. 8 von Ludwig van Beethoven) gefolgt vom Titelstück. Und hier kann man schon die Trademarks der Scheibe erkennen. Titta Tani singt so zwischen Dio und Tony Martin, musikalisch erinnert es ein bißchen an Black Sabbath (kein Wunder bei dem Vergleich), es gibt aber zwischendruch auch ganz leichte Growls (sehr leicht). Schöner Song zum Einstieg und Albertos Bass ist allgegenwärtig. Weniger getragen und dafür mehr rockig kommt danach ‘Nightmares Of My Youth’. ‘Royal Chains’, das es übrigens auch als Youtube-Video gibt, ist auf jeden Fall eines der Highlights der CD (unbedingt auf Youtube suchen und anschauen). Ein weiterer Rocker mit leichtem Black Sabbath - Einschlag folgt mit ‘Strong And United’, Etwas abgefahrener ist dann ‘What We Need’, das sowas wie ein Schlagzeug- und Bass-Solo beinhaltet. Zweites absolutes Highlight ist dann auf jeden Fall die Ballade ‘One More Night’, wobei der Song zwischendurch nichts von einer Ballade hat. Dafür gibt es ein fettes Gitarren-Solo. Die restlichen 3 Songs ‘Join Me’, ‘Redemption’ und ‘Don’t Bother Me’ hauen in eine ähnliche Kerbe, wobei ich vor allem vom letzten Song begeistert bin. Die Scheibe endet dann mit einem ‘Outro’, J.S. Bachs Cello Suite Nr. 1 Prelude, natürlich dann auch wieder mit dem verzerrten Bass gespielt.
Coole Scheibe, die man sich wirklich kaufen kann. Mehr Infos und eine Bestellmöglichkeit gibt es auf der Band-Homepage.

Becker, Mike Al - Normal Ist Das Nicht! (VÖ:23.06.2017)
Vor grob 10 Jahren habe ich schon mal eine CD von Mike Al Becker besprochen. ‘Irgendwas ist immer’ hieß die Scheibe. Autobiographische Texte, fetter Rock gepaart mit genialen Blues-Parts unter Mithilfe einer genialen Mundharmonika (oder neudeutsch Blues-Harp) und eine absolute Kaufempfehlung war damals das Fazit.
Was in den letzten 10 Jahren passiert ist weiß ich nicht, aber umso überraschter war ich, als mir der jetzt neue Output von Mike Al Becker zur Verfügung gestellt wurde. Geblieben ist die Band (neben Mike als Sänger und an der Harp sind noch Dr. Andy Krombholz am Bass, Marco ‘Maggi’ Magiorelli an der Gitarre und Michael Gassmann hinter dem Schlagzeug am Start), die deutschen (auch wieder teils autobiographischen) Texte sowie einfach fetter Rock zum Matte schütteln und abfeiern, wobei die Texte manchmal nicht wirklich zum feiern taugen.
Das Titelstück und gleichzeitiger Opener geht schon mal ab wie Nachbar’s Lumpi. Fettes Gitarrenbrett, geile Harp und toller Refrain. Zwischendurch ein fettes Gitarren-Solo. Live bestimmt der Hammer. Auch das folgende ‘Das Glück’ haut musikalisch in die gleiche Kerbe, auch wenn der Text eher traurig ist. Das man Liebeslieder auch im Punk-Rock-Stil machen kann zeigt ‘Die du willst’. Richtig schneller Song mit einem eher ernüchternden Fazit (Die Dich will, die willst du nicht und die du willst die kriegst du nicht). Tja. That’s life ... aber flott verpackt. Etwas getragener geht es dann bei ‘Krank im Hirn’ zu, das ich am Anfang vor allem wegen der Gitarre eher in die Richtung Black Sabbath gepackt hätte (ziemlich tiefe Gitarre), aber spätestens mit dem Einsatz der Harp wird es dann doch straighter zwischendurch. Scheiße musste ich lachen, als ich die 2 Schlusszeilen des Songs ‘Die Welt brennen seh’n’ gelesen habe:
Nur ein Schaf
Läuft hinterm Arsch.
Besser kann man es echt nicht sagen.
Ein weiteres Highlight für mich ist auf jeden Fall der Song ‘Leb Dein Leben’ mit dem vielleicht stärksten Text und der Schluss-Song ‘Der Kämpfer’, ebenfalls mit einem sehr starken Text.
‘Normal ist das nicht’ beinhaltet insgesamt 10 richtig starke Songs und Freunde von gepflegtem Hard Rock mit leichten Blues-Einflüssen, die auch vor aussagekräftigen Texten nicht zurückschrecken, sollten sich die Scheibe unbedingt zulegen. Mehr Infos über Mike Al Becker gibt es auf seiner Homepage. Neben vielen interessanten Infos gibt es auch diverse Hör- und Sehproben sowie die Möglichkeit, die CD zu bestellen.

Buckingham, Lindsey / McVie, Christine - Lindsey Buckingham / Christine McVie (VÖ:08.06.2017)
Besucher meiner Homepage in meinem Alter werden bei den zwei Namen Lindsey Buckingham und Christine McVie jetzt sicher hellhörig und wissen schon, dass es sich hier um 2 Mitglieder der legendären Band Fleetwood Mac handelt. Und in dieser Scheibe ist mehr Fleetwood Mac als vermutet, denn neben Lindsey (Gitarre) und Christine (Gesang) machen doch tatsächlich noch Mick Fleetwood (Drums) und John McVie (Bass) mit. Somit fehlt nur Stevie Nicks als zweite Sängerin und die Band wäre komplett gewesen.
Auch wenn die vorliegende Scheibe qualitativ nicht an die zwei Über-Alben der Band ‘Rumours’ und ‘Tusk’ heran kommt, ist der Wiedererkennungswert bei ziemlich genau 100%. Happy Pop-Rock würde ich mal sagen und ein paar Songs wie z.B. ‘Sleeping Around The Corner’ oder auch ‘In My World’ hätten auch locker auf der ‘Rumours’ drauf sein können. Insgesamt fehlt mir ein bißchen die härtere Gitarre von Lindsey Buckingham, die er früher doch ab und zu mal ausgepackt hat. Das ist schon alles ganz schön weichgespült. Aber im Cabrio an einem Sommertag bestimmt keine schlechte Wahl.

Bush, Kate - Before The Dawn (VÖ:02.12.2016)
Nach über 30 Jahren Bühnenabstinenz hat die gute Käthe insgesamt 22 (!!) Konzerte im legendären Hammersmith Odeon gespielt, die laut Presse alle innerhalb von 15 Minuten ausverkauft waren. Nun gibt es zu diesen Konzerten eine 3-fach-CD, die in 3 Acts eingeteilt ist. Pro CD also ein Act. Act 1 ist mit knapp 40 Minuten der kürzeste Teil und beinhaltet insgesamt 7 Songs von ‘Hounds Of Love’, ‘The Sensual World’, ‘The Red Shoes’ sowie ‘Areial’, darunter so Highlights ihres Schaffens wie ‘Hounds Of Love’, ‘Runnig Up That Hill’ oder ‘King Of The Mountain’. Nicht viel länger ist Act 2, das mit einem Monolog namens ‘The Astronomer’s Call beginnt’. Danach folgt die komplette ‘The Ninth Wave’ - Suite von ‘Hounds Of Love. Act 3, so um die 70 Minuten rum, verewigt die ‘Sky Of Honey’ - Suite (CD 2 von Aerial), wobei zwischendrin ein Song namens ‘Tawny Moon’ verpackt wurde, den Kates Sohn geschrieben hat und hier auch singt. Zum Schluss gibt es dann noch ‘Among Angels’ (von 50 Words For Snow) sowie als krönender Abschluss noch ‘Cloudbusting’. Insgesamt eine tolle Song-Auswahl, wobei Kate Bush-Fans jetzt bestimmt schon festgestellt haben, dass ihr Über-Song (mit dem sie bekannt wurde), also ‘Wuthering Heights’ leider nicht aufgeführt wurde, was ich persönlich sehr schade finde, denn mit diesem Song bin ich auf Kate Bush in meiner Jugend aufmerksam geworden.
Von den beteiligten Musikern möchte ich vor allem Omar Hakim (Drums ... Sting / Bowie / Dire Straits), John Giblin (Bass ... Brand X / Peter Gabriel / Simple Minds) und vor allem David Rhodes (Gitarre ... vor allem durch seine Zusammenarbeit auf vielen Peter Gabriel - CDs bekannt) nennen. Aber der Rest ist auch nicht schlecht, wenn mir auch völlig unbekannt.
Soundtechnisch klingt das Album ziemlich oldschool aber für eine Live-Aufnahme nicht schlecht, wobei das Publikum teilweise recht derb in den Hintergrund gemischt wurde.
Meckern kann ich nur über die Verpackung. Die CDs sind so übel fest in dem Papp-Scheiß drin, das mir beim rausdrücken von CD2 gleich mal ein Riss in die CD gekommen ist. Hab sie dann gleich auf MP3 gesichert, denn bei jedem weiteren rausnehmen wird das Teil größer und irgendwann ist die CD Schrott. Trotzdem kann ich hier natürlich eine absolute Kaufempfehlung abgeben, da die gute Käthe auch im hohen Alter :-) noch richtig gut bei Stimme ist. Okay, die absoluten Höhen bekommt sie nicht mehr hin. Aber trotzdem noch glasklar.

Firewind - Immortals (VÖ:25.01.2017)
Mit ‘Immortals’ legen die griechische Power-Metal-Band ‘Firewind’ ihr erstes Konzeptalbum vor. Textlich geht es um die Schlachten bei den Thermopylen und bei Salamis im Jahr 480 vor Christus, also dem Krieg zwischen den Griechen und Persern bei der zweiten persischen Invasion in Griechenland.
Jetzt mal ganz im Ernst ... wer bitte hört bei einem Power-Metal-Album auf die Texte? Also ich nicht. Daher kann ich über die historische Umsetzung der Story nichts sagen. Ist auch egal, denn vorrangig geht es (mir) eher um die Musik. Und da gibt es bei Firewind 2 Neuigkeiten. Erstens wurde Sänger Apollo durch Henning Basse (Ex Metalium und Sons Of Season) ersetzt, was mir am Anfang etwas Schwierigkeiten bereitet hat. Apollo hat für mich den Sound von Firewind (neben den Gitarrenläufen von Gus G.) geprägt und jetzt klingt es doch etwas ‘neu’. Und zweitens gab es für ‘Immortals’ eine Zusammenarbeit mit Dennis Ward (Pink Cream 69 usw.) bei Text, Musik und Produktion.
Ich finde es auf jeden Fall super, dass Gus G. (der eigentlich ja Kostas Karamitroudis heißt) neben seinem Engagement bei Ozzy und diversen Solo-Veröffentlichungen die Zeit für eine Nachfolger von ‘Few Against Many’ aus dem Jahr 2012 gefunden hat. Und es ist ein richtig fettes Album geworden. Der Opener ‘Hands Of Time’ haut schon sowas von rein. Hart, schnell, göttlicher Refrain, schwindelerregende Gitarre, tolles Keyboard. Nur wie schon geschrieben ... an die neue Stimme muss man sich erst mal gewöhnen. Und es geht in bester Firewind-Manier weiter. Kracher über Kracher. Auch mal ein bißchen epischer, bombastischer am Anfang (‘Ode To Leonidas’) und einmal auch richtig schmalzig (‘Lady Of 1000 Sorrows’). Richtig geile Sache. Und gebt 1 Euro mehr aus für die Limitierte Version mit dem Bonus-Track (‘Vision Of Tomorrow’). Der ist auch richtig gut.
Metal-Freunde können bedenkenlos zugreifen.

Fischer-Z - Building Bridges (VÖ: 31.03.2017)
Unglaubliche 40 Jahre macht John Watts unter dem Namen Fischer-Z Musik. Einschließich seiner Solo-Veröffentlichungen ist ‘Building Bridges’ sein insgesamt 20. Album. 1977 wurde die Band gegründet und 1979 gab es den ersten Output.
Der Titel ‘Building Bridges’ ist aktueller den jeh, denn in der heutigen Zeit gilt es doch eher Brücken zu bauen um damit keine Grenzen zu schaffen sondern sie zu überwinden. Und diese Botschaft findet sich gleich im ersten Song ‘Damascus Disco’ wieder. If we build bridges with love it might be enough ... oder ... From Damascus to Bagdad liberation has gone bad. Hochpolitisch und das im typischen Fischer-Z Sound, unterstützt von Bläsern. Dann ‘Easy Money’, ein Song über einen Broker und dem Zwiespalt zwischen leicht verdientem Geld und der Armut auf der anderen Seite. Aber auch schöne Liebestexte kann er noch. ‘Barbera Sunlight’ oder auch ‘Umberella’ sind hier das beste Beispiel. Richtig rockig gibt es auch (‘So Close’ mit einer sehr rotzigen Gitarre). Der Rest ist alles typisch Fischer-Z und auch mit 62 Jahren klingt die Stimme von John Watts kein bißchen alt sondern frisch wie immer. Richtig böse ist dann noch das Schluss-Stück ‘Row Boys Row’, ein eigentlich fröhliches Shanty-Lied, allerdings textlich über Flüchtlinge, die alles auf sich nehmen um mit dem Boot über’s Mittelmeer zu kommen. Sarkastischer kann man das nicht machen.
Als Fazit kann ich nur sagen, dass ‘Building Bridges’ ein würdiges Jubiläums-Album geworden ist, das nahtlos an die alten Zeiten der Band anknüpft. Alte Fans wie ich werden begeistert sein. Unbedingt kaufen!

Hackett, Steve - The Night Siren (VÖ:24.03.2017)
’The Night Siren’ ist fast unglaublich das schon 25. Solo-Werk des ehemaligen Genesis-Gitarristen. Für die Ideen des neuen Albums hat sich Steve Hackett auf eine Reise durch die halbe Welt begeben, um sowohl musikalisch als auch was Gast-Musiker und die Vielfalt an eingesetzten Instrumenten angeht eine interessante und abwechslungsreiche Scheibe zu veröffentlichen.
Über allem schwebt natürlich das geniale Gitarrenspiel von Steve Hacket, das man schon beim Opener ‘Behind The Smoke’ bewundern kann. Und das mich vom Rhythmus ein bißchen an Led Zeppelins ‘Kashmir’ erinnert. Auf jeden Fall ein grandioser Song. Leider kann ich mit den fröhlichen Lala-Liedchen, die Hackett ab und zu mal schreibt, nicht viel anfangen. Dazu gehört dann das folgende ‘Martian Sea’. Aber das ist zum Glück nur ein kleiner Ausrutscher, denn mit ‘Fifty Miles From The North Pole’ wird es wieder richtig proggig und bombastisch. Mit knapp über 7 Minuten auch das längste Stück. Auch ‘El Nino’ ist sehr geil ... ein typischer Hackett würde ich mal sagen (die Gitarre ... zum dahinschmelzen). Akustisch und mit mehrstimmigem Gesang dann ‘Other Side Of The Wall’. Wäre das hier eine Metal-Platte, würde ich glatt von der Quoten-Ballade schreiben. Und er kann auch spanische akustische Gitarre :-). Richtig cool bei ‘Anything But Love’. Ich würde mir bei der Geschwindigkeit die Finger verknoten. Leider wird der Song nach dieser Einlage ganz schön poppig und schmalzig. Macht nichts ... ‘Inca Terra’ versöhnt nach einem ruhigen Beginn mit wieder genialer Gitarre a la Hackett. Auf die restlichen Songs möchte ich jetzt gar nicht mehr näher eingehen. Proggig, folkig, abwechslungsreich, schwindelerregende Gitarren-Soli, zwischendurch aber auch mal langatmig. Highlight für mich der Über-Song ‘West To East’. Was besseres hat Hackett noch nicht geschrieben.
Vielleicht noch ein kurzer Blick auf die Gästeliste. Vor allem erwähnen möchte ich Troy Donockley, den man von Nightwish kennt, dann Kobi Farhi, den genialen Orphaned Land Sänger, die halbe Familie Hackett (neben Steve noch Jo und John), Nad Sylvan (den man ja von Hackett’s Konzerten kennt) und Nick D’Virgilio (Spock’s Beard).
Insgesamt eine schöne CD, die leider auch ihre kleinen Durchhänger hat. Aber trotzdem kann ich eine absolute Kaufempfehlung abgeben.

In Flames - Battles (VÖ:11.11.2016)
Ja ich weiß ... meine Seite hier heißt Prog-Rock.Info und In Flames sind vom Prog vielleicht so weit entfernt wie wir vom Mond. Aber hey ... braucht man nicht manchmal was zum Aggressionen abbauen, zum Durchpusten, zum Matte schütteln? Ich schon. Und da greife ich gerne mal auf die Schweden zurück. Und bei In Flames bekommt man mit jeder CD auch was Neues zu hören. Viele Fans sind von ‘Battles’ enttäuscht, weil es ziemlich weichgespülter Melodic Death Metal geworden ist ... für In Flames - Verhältnisse. Typisch ist immer noch der fiese Gesang von Anders Fridén, der allerdings viel ‘clear’ eingesungen hat. Außerdem gibt es Kinderchöre, manchmal fast poppige Melodien, aber immer genügend Härte. Manchmal könnte man es fast radiotauglich nennen (wenn es eher nach Linkin Park oder Muse klingt). Auf jeden Fall ist (fast) jeder Song richtig eingängig ohne die typischen Trademarks von In Flames zu verlieren. Für reine Prog-Ohren ist die Musik sicher immer noch unhörbar aber wer einen bißchen breitgefächerteren Geschmack hat, sollte ‘Battles’ auf jeden Fall mal antesten. Im härteren Metal-Bereich sicher das Highlight aus 2016.

Metallica - Hardwired ... To Self-Destruct (VÖ:18.11.2016)
Es ist wie immer. Metallica bringen nach gefühlten 100 Jahren ne neue Scheibe raus und die einen finden sie dann total beschissen und der Rest ist total begeistert. Ich gehöre auf jeden Fall zum Rest. Ich finde das Teil total genial.
Ich habe mir die 3-CD-Deluxe-Version gegönnt. CD 1 versöhnt auf jeden Fall alle ‘alten’ Metallica-Fans, die mit den letzten Scheiben nichts anfangen konnten. ‘Hardwired’, ‘Atlas, Rise!’, ‘Moth Into Flame’, ‘Dream No More’, ‘Halo On Fire’ ... das ist alles sowas von Metallica 80er ... zum Niederknien. Nur auf ‘Now That We’re Dead’ hätte man ein bißchen verzichten können. Passt irgendwie nicht zum Rest.
CD 2 ist eher durchwachsen. Teilweise ein bißchen langatmig, 2 mäßige Songs, 3 ganz gute Songs und mit dem Abschluss ‘Spit Out The Bone’ vielleicht einer der besten Stücke die Metallica jemals aufgenommen haben. Die reinste 7-Minuten-Thrash-Orgie.
So ... kommen wir nun zu CD 3, der Bonus-Scheibe. Zuerst ein ‘Lords Of Summer’, das auch schon vorab live angespielt wurde. Fetter Thrash-Hammer. Danach gibt es Pipi in die Augen. ‘Ronnie Rising Medley’ ... das wurde soweit ich weiß schon mal auf einer Dio-Tribute-CD veröffentlicht, war mich aber nicht bekannt. Hammer. Nur Hammer. ‘A Light In The Black’, ‘Tarot Woman’, ‘Stargazer’ (Gänsehaut), ‘Kill The King’. Leider kein ‘Starstruck’ Aber egal. 9 Minute Genialität. Danach ein ‘When A Blind Man Cries’ von Purple (geil ... vor allem das Gitarrensolo) und dann noch ein ‘Remember Tomorrow’ von Iron Maiden. Fett. Und danach noch 10 Live-Songs. Wirklich ein richtig fettes Paket mit einem für Metallica überragenden Sound. Nach dieser Veröffentlichung will ich nicht wieder 8 Jahre warten bis was Neues kommt. Ich bin begeistert.

Mike & The Mechanics - Let Me Fly (VÖ:07.04.2017)
So, jetzt mal wieder was weit weg vom Prog, auch wenn Mike (Rutherford) ja bekannterweise Original-Mitglied von Genesis ist / war. Trotzdem weiß ja jeder, dass er unter dem Namen ‘Mike & The Mechanics’ eher poppig angehauchte Songs veröffentlicht hat, die aber komerziell ganz schön erfolgreich waren.
Ursprünglicher Sänger der Band war ja Paul Young, der bis zu seinem Tod im Jahr 2000 immerhin 15 Jahre Mitglied war. Danach folgte der nicht minder überragende Paul Carrack als Sänger, um dann 2006 aus der Band auszusteigen. Danach wurde es ziemlich still um die Band, bis Mike Rutherford im Jahr 2009 bekannt gab, mit einem neuen Sänger namens Andrew Roachford weiter zu machen. Und das ist genau der, der unter dem Namen ‘Roachford’ bereits einige Alben veröffentlicht hat. 2011 gab er sein Sangesdebut bei Mike & The Mechanics auf dem Album ‘The Road’ (das ich leider nicht kenne) und ist jetzt auch auf ‘Let Me Fly’ dabei, teilt sich das Mikrofon aber mit Tim Howar und bedient die Keyboards.
Mir als Proggie fällt es sehr schwer, über so eine Musik ein gerechtes Urteil zu fällen. Dafür ist das einfach zu schlicht, poppig. Easy listening eben. Aber so zwischendurch kann man das echt hören. Einige Songs kommen an die Klasse der alten Heuler der Band (All I Need Is A Miracle, Living Years oder auch Word Of Mouth und Over My Shoulder um mal ein paar zu nennen) ran, wobei vor allem die Songs ‘Save The World’ und noch mehr ‘The Letter’ herauszuheben sind. ‘The Letter’ ist sowas von eine geniale Kopie von ‘Silent Running’. Total genial.
Mehr möchte ich zu ‘Let It Fly’ gar nicht schreiben. Wer mit der Band bisher schon was anfangen konnte, wird hier nicht enttäuscht sein. Neue Fans dürften sich aber damit nicht finden.

Oldfield, Mike - Return To Ommadawn (VÖ:20.01.2017)
Ich denke viele von Euch hatten Mike Oldfield schon lange abgeschrieben. Seine letzten Veröffentlichungen waren nicht wirklich spannend sondern klangen eher nach ‘Ich schaukle meine Nüsse auf den Bahamas und werfe ab und zu was auf den Markt’. Ich selbst konnte mit den Ergüssen von Mike Oldfield in der letzten Zeit auch nicht wirklich viel anfangen. Daher gab es auch keine Besprechungen auf meiner Homepage. Okay ... das Remix-Album ‘Tubular Beats’ fand ich ganz spannend (weil irgendwie ‘anders’) aber ansonsten war mir das alles zu poppig und langweilig.
Umso mehr bin ich jetzt erstaunt von ‘Return To Ommadawn’. Das klingt echt wie ‘Mike Oldfield hat sich in den 70ern einfrieren lassen und wurde jetzt wieder aufgetaut’. Auch wenn ‘Return To Ommadawn’ nicht ganz an das zitierte Original ran kommt (und ich es auch eher ‘Return To Hergest Ride’ genannt hätte), sind doch alle Trademarks von früher bedient. 2 Songs (Part 1 und 2) mit jeweils ca. 20 Minuten (also pro LP-Seite ein Part), Mike Oldfield spielt alle Instrumente von sämtlichen Saiteninstrumenten (diverse Gitarren, Mandoline, Ukulele, Keltische Harfe) über die Tasteninstrumente (Orgel, Mellotron, Piano usw.) bis zu sämtlichen anderen Merkwürdigkeiten (Bodhran, African Table Drum, das nicht fehlen dürfende Glockenspiel) selbst. Er nudelt ein kleines Thema rauf und runter in sämtlichen Variationen ohne dass es auch nur eine Sekunde langweilig wird. Natürlich hinkt ein Vergleich zu seinen 70er Meisterwerken wie Ommadawn, Tubular Bells oder auch Hergest Ride ein bißchen, aber er kommt schon nahe ran.
Insgesamt gefällt mir Part 1 besser als Part 2, da dort mehr Abwechslung / Stimmungswechsel / Stiländerung passiert. Part 2 ist etwas langatmig. Trotzdem möchte ich ‘Return To Ommadawn’ zu seinen musikalischen Highlights neben den genannten Scheiben und auf jeden Fall ‘Platinum’ zählen. Coole Wiederauferstehung.

Oversense - The Storyteller (VÖ:12.05.2017)
Eine für mich neue Melodic Metal Band kommt aus Unterfranken und wurde von Dr. Music Records unter die Fittiche genommen und von Soulfood vertrieben. Und die haben normalerweise ein gutes Händchen für Newcomer.
‘Oversense’ wurde im Jahr 2012 von Sänger Danny Meyer und Drummer Patrick Lippert gegründet. 2014 gab es die erste Veröffentlichung in Form einer in Eigenregie vertriebenen EP namens ‘Dreamcatcher’. Das endgültige Line-Up erfolgte dann im Jahr 2015, als neben den zwei Gitarristen Marco Volpert und Marcel Winkler noch die Bassistin Lisa Geiß (Ex-Arven) zur Band gestoßen war. Danach begannen die Arbeiten zu ‘The Storyteller’ zusammen mit den Produzenten Olaf Reitmeier (Avantasia, Kamelot, Epica) und Miro Rodenberg (Edguy, Brainstorm, Rhapsody Of Fire) in den Gate-Studios in Wolfsburg. Das ist auf jeden Fall schon mal ein Garant für einen amtlichen Sound.
Als musikalische Einflüsse nennen Oversense so Bands wie Avantasia, Edguy, Sonata Arctica, Iron Maiden, Metallica oder auch Avenged Sevenfold, was ich persönlich für eine recht wilde Mischung erachte.
Tatsächlich gehen Oversense in die Richtung Melodic Metal / Power Metal. Hat man erst mal das süße Intro ‘Forgotten Tales mit orchestralem ja fast mystischem Touch (Keyboard-Teppich, Streicher, fast Filmmusik) überstanden, geht es beim folgenden ‘Wild Hunt’, immerhin fast 8 Minuten lang, schon richtig zur Sache. Zuerst ein richtig fetter Melodic Metal - Einstieg (das erinnert am ehesten noch an Avantasia), dann Geige mit Piano und ein zuerst ruhiger Gesangspart (ja ... Danny Meyer kann tatsächlich richtig gut singen) gefolgt von richtig fetten Gitarrenriffs und einem mehrstimmigen Refrain. Zwischendurch ein schnelles Gitarren-Solo (da höre ich eindeutig Sascha Paeth heraus), Piano-Part, dann wieder Metal. Das könnte auf jeden Fall auch dem Prog-Metal-Fan gefallen. Richtig guter Song. Danach folgt eine Geschichte über den Massenmörder Mr. Mackie (Dreigroschenoper lässt grüßen). Dann ‘Purgatory’, ein richtiger Rocker. ‘Sally’ ist dann so eine Art Quotenballade, wobei nur am Anfang die Ballade raus kommt, gegen später wird es ein richtig melodiöses Mid-Tempo-Stück.
Die restlichen Songs möchte ich gar nicht alle einzeln besprechen, denn die Meisten davon gehen schon alle in die Richtung Melodic Metal. Bis auf ‘The Heart Begins To Shiver’. Das ist jetzt wirklich die fehlende Ballade und könnte genauso gut auch von Fury In The Slaughterhouse sein. Richtig schön mit akustischer Gitarre und gefühlvollem Gesang. Auch das folgende ‘When The Undead Rise’ ist eher im Mid-Tempo angesiedelt und sticht stilmäßig ein bißchen heraus. Okay ... der Bonus Track ‘Big Bang’ ist dann auch noch eher ‘anders’ weil’s mehr Rock ‘n’ Roll oder Glam-Rock ist. Aber witzig gemacht.
Als Fazit möchte ich sagen, dass ‘The Storyteller’ ein richtig interessantes Album geworden ist, das sich im Melodic Metal Bereich nicht zu verstecken braucht. Freunde des Genres dürfen hier gerne mehr als ein Ohr riskieren. Mehr Infos über die Band gibt es auf ihrer Homepage.

Oxley, Pete / Meier, Nicolas - The Colours Of Time (VÖ:02.02.2017)
Nachdem Nicolas Meier im Oktober 2016 seine CD ‘Infinity’ herausgebracht hat (siehe meine Review), gibt es nicht einmal ein halbes Jahr später zusammen mit Pete Oxley ein Doppel-CD-Album namens ‘The Colours Of Time’, das auf CD 1 (Duo) tatsächlich nur von Meier und Oxley eingespielt wurde und auf CD 2 (Quartet) noch Unterstützung von Paul Cavaciuti (Drums) und Raph Mizraki (Bass) bekommen hat.
CD 1 ist, wie auch schon ‘Chasing Tales’ (aus dem Jahr 2015 eine Zusammenarbeit zwischen Oxley und Meier ... auch hier siehe meine Review), ein reines Gitarren-Album, bei dem sich Oxley und Meier bei den Soli abwechseln, die akustischen Gitarren weit im Vordergrund stehen aber auch mal zwischendurch die Elektrische zum Einsatz kommt. Spieltechnisch sind sowohl Pete Oxley als auch Nicolas Meier absolut höchstes Niveau und als ambitionierter Gitarren-Amateur (wie ich) legt man dann doch mal sein Instrument zur Seite weil man das niemals so hinbekommen wird.
Musikalisch bewegen sich Pete Oxley und Nicolas Meier auf sicherem Terrain im Stile der Vorgänger-Scheibe. Also Jazz-light der niemals auch nur annähernd nervt oder ausartet sondern immer, auch wenn Themen rauf und runter interpretiert werden, im melodischen Bereich sind, ohne zu langweilen. Wie auch schon bei ‘Chasing Tales’ kann NIcolas Meier seine Vorliebe für orientalische bzw. türkische Musik nicht ganz verbergen, so dass Titel wie ‘Sahara’ oder auch ‘Bosphorus’ nicht von ungefähr kommen.
Insgesamt ist CD 1 (Duo) eine eher ruhige, schöne, meist akustische Scheibe geworden, die man sich von vorne bis hinten am Stück anhören kann ohne dass sie auch nur annähernd langweilig wird. Auch für mich als nicht gerade Jazz-affin komme damit locker zurecht.
Ganz anders ist dann CD 2 (Quartet). Mit den beiden Mitstreitern Paul und Raph hatten Pete und Nicolas in den letzten Jahren immer mal wieder gespielt und es war einfach an der Zeit, dieses auch mal auf einer CD zu dokumentieren.
Herausgekommen ist cooler, lässiger Bar-Jazz und die Aufstockung um eine Rhythmus-Truppe zeigt eindeutig neue Facetten, auch wenn die Trademarks gleich geblieben sind. Also Abwechslung zwischen Pete und Nicolas bei den Gitarren-Soli, viel akustische Gitarre, manchmal die Elektrische zwischendurch und ein tolles Händchen für Melodien. Wobei ich ‘Quartet’ jetzt fast noch ein bißchen melodielastiger finde als ‘Duo’. Richtig schöne Songs die einen dahinschweben lassen.
Auch bei ‘The Colours Of Time’ gilt ... wer mit Jazz überhaupt nichts anfangen kann, sollte die Finger davon lassen. Wer aber auf wirklich filigrane Gitarrenarbeit steht, kommt an Pete Oxley / Nicolas Meier nicht vorbei. Mehr Infos gibt es auf der Homepage von Nicolas Meier.

Pain Of Salvation - In The Passing Light Of Day (VÖ:13.01.2017)
Mit den Schweden ‘Pain Of Salvation’ hatte ich schon immer so meine Schwierigkeiten. Hochkomplizierter Prog-Metal zwischen Genie und Wahnsinn, für mich eher unverständliche, undurchschaubare Stories. Ab ‘The Perfect Element Pt. 1’ bis zur Scheibe ‘12:5’ waren es richtige Highlights, ‘Be’ war mir zu schwierig und danach kam eigentlich was ganz anderes und war nicht mehr mit der Musik von davor vergleichbar. Vor allem die ‘Road Salt ...’ Scheiben waren richtig komisch.
Umso schöner dass sich ‘Pain Of Salvation’ wieder an ihre alten Zeiten erinnert haben, denn ‘In The Passing LIght Of Day’ kommt stilmäßig an ‘The Perfect Element’ und Konsorten ran. Musikalisch sowieso, vom Gesang her auch wieder. Und textlich ... auch wieder hochkompliziert. Daniel Gildenlöw verarbeitet jetzt seine fast tödliche Krankheit, die ihn eine Weile außer Gefecht gesetzt hat. Aus einer bakteriellen Infektion wurde eine nekrotisierende Fasziitis, d.h. fleischfressende Bakterien zerstörten von Innen das Gewebe und nach einer Operation hatte er ein Loch im Rücken durch das man teilweise seine Wirbelsäule sehen konnte. So beschäftigt sich der Opener ‘On A Tuesday’ ... mit 10 Minuten der zweitlängste Song ... z.B. mit der Frage ob man sein Leben ändert wenn man diese Krankheit überlebt. Und schon dieser Song vereint alles was Pain Of Salvation groß macht. Fettes Gitarrenriff, tiefer und brachialer Bass, vertrackter Rhythmus, Breaks ohne Ende, Sprechgesang, dazwischen ne göttliche, eingängige Melodie, Violinen-Part mit weiblichem Gesang, verzerrtes Elektronik-Gewitter, bombastischer Schluss.
Und es geht gerade so weiter ... wobei mir vor allem die Stellen mit dem zerbrechlichen Gesang gefallen, die wohl nur Daniel Gildenlöw so ‘schön’ singen kann. Es gibt auch richtig ruhige Momente (‘Silent Gold’ oder ‘If This Is The End’). Und das ganze endet dann im über 15-minütigen Titelstück. Und das ist nochmal das volle Brett an Genialität.76 Minuten recht ruhig mit genialen Gitarrenparts und dann langsam eine Steigerung mit einer Traum-Melodie und genialem Gesang. Dann immer mehr Steigerung um nach 12 Minuten wieder ruhig und zerbrechlich zu werden. Der Song ist ein kleines Meisterwerk.
Insgesamt möchte ich ‘In The Passing Light Of Day’ als back to the roots bezeichnen. Und das ist gut so.

Primal Fear - Angels Of Mercy (Live in Germany) (VÖ:01.06.2017)
Wenn die Band vom Dorf nebenan in meinem musikalischen Wohnzimmer LKA in Stuttgart spielt und man selbst wegen einer Konkurrenzveranstaltung keine Zeit hat hin zu gehen (leider hatte ich für den selben Abend schon ein Ticket für Serenity und Xandria in Aalen) ist man umso erfreuter, wenn genau dieses Konzert jetzt als CD / DVD veröffentlicht wird.
Stimmungsmäßig war es auf jeden Fall ein Heimspiel, wobei die englischen Ansagen bei einer schwäbischen Band auf einem Konzert im Schwabenländle etwas befremdlich wirken. Aber dies ist natürlich der Tatsache geschuldet, dass die CD / DVD international vertrieben wird und Schwäbisch da nicht wirklich ankommen würde. Es sei also verziehen.
In der Besetzung Ralf Scheepers (Vocals), Tom Naumann (Gitarre), Alex Beyrodt (Gitarre), Francesco Jovino (Drums) und Mat Sinner (Bass) ... der eigentlich dritte Gitarrist der Band Magnus Karlsson hatte wohl andere Verpflichtungen und war auf der Tour nicht dabei ... gibt es ein Feuerwerk des Power-Metal und einen Querschnitt aus jetzt glaube ich 20 Jahren Primal Fear vom Debut-Album mit dem Song ‘Running In The Dust’ (leider nur auf der DVD drauf weil es keinen Platz mehr auf der CD gab) über ‘Nuclear Fire’, ‘Seven Seals’ bis zum neuesten Studio-Output ‘Rulebreaker.
Auch wenn das Live-Feeling nicht so richtig rüber kommt (das Publikum wurde doch ganz schön nach hinten gemischt) merkt man doch, wie viel Spaß die Jungs bei der Arbeit haben. Und soundmäßig kommt das alles fast an Studio-Qualität ran. Mich persönlich freut es noch, dass auch meine Lieblings-Songs der Band gespielt wurden wie z.B. das epische ‘Fighting The Darkness’ (für mich immer noch DER Song von Primal Fear ... vielleicht auch weil ich ja eher aus der Prog-Ecke komme), ‘Sign Of Fear’ (was für eine Stimme ... man muss Ralf Scheepers echt mal live erlebt haben, wie locker er die Höhen wegsteckt), ‘Seven Seals’ (die Scheibe von 2005 war glaube ich mein Einstieg in die Primal Fear - Welt) und ‘The Sky Is Burning’ (einfach ein geiler, gefühlvoller, bombastischer Song). Mir fehlt jetzt einfach nur noch ‘Born Again’ (die beste Ballade von Primal Fear) und die Setlist wäre perfekt gewesen. Ich war ein paar Tage später auf dem Konzert in München im Backstage und da wurde das wenigstens als Outro gespielt.
Was soll ich mehr schreiben? Primal Fear sind auch weiterhin die Speerspitze des Power Metal und ‘Angels Of Mercy’ muss man haben. Punkt.
Und noch eine kleine Anmerkung: Wer Ralf Scheepers in einer anderen Rolle sehen will, sollte das Konzert von ‘Maiden United’ am 20.01.2018 in Bad Homburg nicht verpassen. Denn dort tritt er zusammen mit weiteren Sangesgrößen neben Damian Wilson auf und gibt akustische Iron Maiden - Songs zum Besten. Das gibt ganz bestimmt ein besonderes Erlebnis auf das ich mich schon sehr freue. Ich werde auf jeden Fall dabei sein.

Rammstein - Paris (DVD) (VÖ:18.05.2017)
Man nehme 2 restlos ausverkaufte Konzerte im Palais Omnisports in Paris-Bercy (vom 06. und 07. März 2012), filme diese Konzerte mit massenweisen Kameras und gebe das ganze dann dem bekannten / berühmten Regisseur Jonas Akerlund, der schon Werbefilme für Boss, Sony, Volkswagen, Coca-Cola, Ikea und Adidas gedreht hat und auch für viele Musikvideos von Lady Gaga über David Guetta bis Metallica verantwortlich ist. Und was kommt heraus? Meiner Meinung nach ein furchtbar hektisch geschnittener Konzertfilm, der einfach too much ist. Vielleicht wollte sich Jonas Akerlund hier selbst verwirklichen, aber zumindest für meine Augen ist das einfach drüber. So viele hektische Schnitte haben mich persönlich einfach überfordert ... und das sage ich als regelmäßiger Rammstein-Konzertgänger. Ich konnte mir dieses ‘Werk’ tatsächlich nicht am Stück anschauen sondern musste zwischendrin eine Pause einlegen. Man kann jetzt über ‘Paris’ denken was man will und klar kann man sagen ‘endlich mal ein etwas anderes Konzerterlebnis’, nachdem es von Rammstein-Konzerten ja diverse offizielle DVDs gibt, die sich dann doch eher ähneln. Aber entweder habe ich den Ansatz von Herrn Akerlund nicht verstanden und bin einfach Kunst-Banause oder ich stehe mit dieser Meinung nicht alleine. Das kann natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Für mich ist das kein reiner Konzertgenuss mehr. Schade ... aber auch egal. Die Song-Auswahl ist auf jeden Fall so gut wie perfekt und natürlich visuell hervorragend in Szene gesetzt. Mehr kann und will ich dazu auch gar nicht sagen.

Rough Edges, The - Back To Life (VÖ:17.02.2017)
Die Pfälzer Band ‘The Rough Edges’ wurde im Jahr 2012 von Günter Kehrein (Gitarre, Gesang) und seinem Sohn Johnny Kehrein (Drums) gegründet. Dazu kam noch der Bassist Walter Weinheimer und Friedrich Dilger (Gitarre), der allerdings 2013 wieder ausgestiegen ist. Seit 2016 ist mit Philippe Nix ein fester Sänger mit an Bord, so dass sich Günter Kehrein mehr auf die Gitarre konzentriert und noch als Background Sänger agiert.
Im Mai 2014 gab es ein erstes Album und jetzt mit ‘Back To Life’ eine EP mit insgesamt 5 Stücken. Die Band selbst beschreibt ihre Musik mit Hard Rock, Alternative Rock und Progressive Rock. Ich finde, dass Hard Rock mit einem kleinen Touch Alternative am besten passt. Von Progressive Rock (so wie ich ihn kenne) habe ich jetzt nichts entdeckt. Aber das macht ja auch nichts. Mir ist straighter Rock mit ein paar fetten Gitarren-Riffs lieber als dass sich eine Band in einem Genre versucht in dem sie eigentlich nicht zu Hause ist.
Die EP beginnt richtig rockig mit ‘Rain’ und irgendwie erinnert mich der treibende Rhythmus an den guten alten Hard Rock im Stile von Deep Purple aus den 80ern. Richtig cool gemacht und in diesem Metier sind ‘The Rough Edges’ genau richtig aufgehoben. Dazu trägt auch die Stimme von Philippe Nix bei, die eine gewisse Rauigkeit hat und somit richtig gut passt. ‘Between Two Worlds’ rockt auch ganz gut, ist aber etwas getragener als ‘Rain’. Das macht aber die geniale Gitarrenarbeit wett. Schönes Solo ! Noch am ehesten proggig ist ‘House Of Shadows’, mit knapp über 6 Minuten auch der längste Song. Wobei mir hier eher so ein Road-Movie Soundtrack in den Sinn kommt. ‘Mr. Samson’ könnte man dann eher in die Alternative Rock Schublade stecken. Die EP endet dann mit dem Titelstück, das wie ‘Rain’ eher im 80er Hard Rock angesiedelt ist.
‘The Rough Edges’ ist auf jeden Fall eine interessante Neuentdeckung für mich. Und Freunde des klassischen Hard Rock müssen hier unbedingt mehr als ein Ohr riskieren und einfach mal reinhören. Mehr Infos über die Band gibt es auf ihrer Homepage.

Saris - Ghosts Of Yesterday (VÖ:13.04.2017)
Die Bochumer Prog-Rock-Band ‘Saris’ habe ich zum ersten Mal mit der Vorgänger-CD ‘Until We Have Faces’ aus dem Jahr 2014 entdeckt (siehe auch meine Review). Früher eine Neo-Prog-Band gepaart mit Hard Rock und ein bißchen AOR. Auf ‘Until We Have Faces’ habe ich die Prog-Elemente etwas vermisst, da die Scheibe doch eher im AOR-Bereich einzusortieren war.
Die Band hat in der Vergangenheit schon viele Besetzungswechsel hinter sich gebracht. Umso mehr erfreut es mich, dass ‘Ghosts Of Yesterday’ jetzt damit verschont wurde. Das Line-Up besteht weiterhin aus Gitarrist und Keyboarder Derk Akkermann (der auch so gut wie alle Songs geschrieben hat), Bassist Lutz Günther, Anja Günther und Henrik Wager mit den Vocals und Drummer Jens Beckmann.
Die Produktion wurde wie schon beim Vorgänger von Jörg Umbreit übernommen und somit gibt es am Sound nichts zu meckern. Das ist eine richtig fette Sache geworden.
Musikalisch haben sich ‘Saris’ (erfreulicherweise für mich) wieder mehr in Richtung Neo-Prog / Prog-Metal begeben, ohne natürlich die melodischen AOR-Elemente zu vernachlässigen. Immer sehr präsent ist das Keyboard, das teilweise ein bißchen nach Mark Kelly (Marillion) in seinen besten Zeiten erinnert (hört Euch nur mal den Opener ‘Masquerade’ an). Aber auch die Gitarrenarbeit ist nicht zu überhören. Schöne Soli (z.B. auch in ‘Masquerade’), die zum Teil nach Gary Chandler (Jadis) klingen und sich nette Duelle mit dem Keyboard liefern. Und das alles gepaart mit oft zweistimmigem Gesang. Auch leichte Anleihen zu Saga sind zu erkennen (z.B. im Song ‘Mysterious Place’).
Es gibt auch interessante musikalische Ausreisser wie z.B. das Stück ‘Evermore’, das im Original eigentlich von Enrique Granados geschrieben wurde, einem klassischen spanischen Komponisten, und hier sehr opulent und bombastisch verwurstet wurde. Einschließlich fettem Gitarrensolo und richtig gutem Gesang von Anja Günther.
Die Stücke bewegen sich alle so zwischen gut 4 und knapp 7 Minuten. Aber auch hier gibt es einen (genialen) Ausreisser nach oben, nämlich das über 11-minütige ‘Twilight’. Und da sollte dann jedes Prog-Herz höher schlagen. 2 1/2- minütiges instrumentales Intro (wieder mit Jadis-Gitarre), dann episch getragener Bombast, mehrstimmiger Refrain, nach 5 Minuten über 1 Minute Gitarren-Solo, dann Keyboard, wieder ewig Gitarre im Duell mit Keyboard (auch hier wieder Mark Kelly - Style), ein bißchen Old-School-Keyboard (wie in den 70ern Uriah Heep oder auch Deep Purple). Das geht echt gut 4 Minuten so um dann wieder zum Refrain zu kommen. Richtig geiler Song.
Auch für ‘Ghosts Of Yesterday’ kann ich eine absolute Kaufempfehlung abgeben. Sowohl die AOR-Fraktion als auch die Proggies unter uns dürften mit diesem Output was anfangen könne. Mehr Infos über die Band gibt es auf ihrer Homepage.

Scarlet Aura - Falling Sky (VÖ:07.10.2016)
Die rumänische Melodic Metal Band ‘Scarlet Aura’ um die hervorragende, sympathische (und auch äußerst hübsche) Sängerin Aura Danciulescu habe ich letztes Jahr im Vorprogramm von Ex-Nightwish-Sirene Tarja gesehen und war sehr angetan. Leider haben sie nur ne halbe Stunde gespielt, aber das hat mir gereicht um danach gleich ‘Falling Sky’ zu kaufen. ‘Scalet Aura’ waren davor schon auch im Vorprogramm von z.B. Sabaton, Helloween oder Gotthard aktiv und haben sich dort bestimmt einige Fans erspielt.
‘Falling Sky’ besticht durch tolles Songwriting. Einige ‘Hymnen’ wie z.B. ‘Immortal In Your Eyes’, ‘You’re Not Alone’, ‘My Own Nightmare’ oder auch das Titelstück zeigen das Potential das in der Band steckt. Eine richtig gute Scheibe und alle Fans von ‘Female fronted Melodic Metal’ können hier bedenkenlos zugreifen. Ich freue mich auf jeden Fall auf die nächste Scheibe und auf eine Headliner-Tour die hoffentlich bald kommt. Auch live sind ‘Scarlet Aura’ richtig gut und hätte gerne mehr als die halbe Stunde vom letzten Mal.

Simplefast - Apocalypse (VÖ:19.05.2017)
’Simplefast’ aus Griechenland haben mich bereits im Jahr 2014 mit ihrer EP ‘Cursed’ begeistert (siehe meine Review). Und nun gibt es mit ‘Apocalypse’ einen regulären Output der Thrash-Metaller. Es beginnt mit dem Titelstück als instrumentales Intro, gefolgt von ‘Pain’, einer Thrash-Perle mit typischen Metallica-Riffs und ziemlich genialem Gesang vermischt mit leichten Growls und eingängigem Refrain. Das ist was zum Haare schütteln. Danach ‘The Escape’, mit knapp 5 1/2 Minuten das längste Stück auf dem Album und auch hier gefällt mir vor allem die fette Gitarren-Arbeit und die Abwechslung zwischen klarem Gesang und eingestreuten Ansätzen von Growls. Toller Song. ‘Not Coming Home’ haut dann in eine ganz andere Kerbe. Getragen mit sehr gefühlvoller Gitarre. Richtig schöne Ballade, die eine völlig andere Seite von ‘Simplefast’ zeigt. Nach diesen knapp 5 Minuten ist aber Schluss mit Ausruhen, denn mit ‘Sins’ geht es wieder richtig vorwärts. Mehr Rock als Thrash-Metal aber trotzdem richtig gut (okay ... zwischendurch ist es ganz schön schnell). Auch ‘King Of The World’ ist eher in Richtung Power-Metal angesiedelt. Hier gefällt mir vor allem der zweistimmige Gesang. Dann wird es richtig heftig. ‘As Chaos Prevails’ ist an Geschwindigkeit fast nicht mehr zu überbieten. Die Gitarristen Hector Stavrakas und Nick Mantas spielen sich hier den Arsch ab. Aber auch die Rhythmus-Arbeit von Drummer Stratos Midelias und Bassist Nikolas Tzanavaras ist hier richtig präsent. Fetter Song. Ganz interessant ist das dann folgende Instrumental ‘Enter The Maze’, das eher in Richtung Black Sabbath geht und richtig genial ist. Eine völlig andere Seite von ‘Simplefast’. Richtig auf die 12 gibt es dann noch mit ‘Chasing Ghosts’, bei dem dann Sänger Phil Roussos nochmal zeigen darf was er drauf hat. Die CD endet dann mit ‘Alive’, einem gut eine Minute langem Outro, das nicht wirklich spektakulär ist.
Mein Fazit ist, dass ‘Simplefast’ sowohl musikalisch als auch was die Produktion betrifft noch eine Stufe nach oben gekommen sind. Mit ‘Apocalypse’ müssen sie sich vor anderen Bands in diesem Genre sicher nicht verstecken. Mehr Infos über die Band sowie eine Bestellmöglichkeit für schlappe 10 Euro gibt es auf der Homepage der Band.

Toten Hosen, Die - Laune Der Natur (VÖ:04.05.2017)
Auch wenn ich die Toten Hosen schon seit Urzeiten höre, hat es bis jetzt noch keine CD auf meine Homepage geschafft. Das will ich jetzt mal mit ‘Laune der Natur’ ändern. Denn eigentlich ist es egal, welche CD man von den Jungs hört ... wo die Toten Hosen drauf stehen sind auch die Toten Hosen drin. Auch auf ‘Laune der Natur’ gibt es ein schönes Sammelsurium von härteren Songs wie z.B. der Opener ‘Urknall’, ‘Pop & Politik’ oder auch mit Abstrichen ‘Energie’ und auch nachdenkliche und fast traurige Balladen wie ‘Eine Handvoll Erde’ (geschrieben für den verstorbenen Ex-Manager Jochen Hülder), ‘Kein Grund zur Traurigkeit’ (gesungen von dem verstorbenen Ex-Schlagzeuger Wölli und 2012 veröffentlicht auf seiner Solo-CD) oder auch ‘Alles passiert’, ebenfalls ein Song über den Tod. Daneben darf aber auch der Witz nicht fehlen (‘ICE nach Düsseldorf’, ‘Die Schöne und das Biest’) und politische Botschaften sind ebenfalls versteckt vorhanden. Interessant finde ich auch die Dub-Reggae-Einlage bei ‘Wannsee’. Mal was ganz anderes. Insgesamt 15 Songs auf 50 Minuten. Abwechslungsreich, lustig, nachdenklich, niemals langweilig. Von mir aus können die Hosen so noch ein paar Jahre weitermachen.
Es gibt dann noch eine limitierte Doppel-CD-Version, wobei da dann die 2. CD ‘Learning English Lesson 2’ ist. Wer Lesson 1 kennt weiß was hier geboten wird. Alte Weggefährten der Punk-Bewegung geben ein Stelldichein mit den Hosen. Und es ist, auch wenn ich nicht mit jedem Song und auch nicht mit jeder Band jetzt was anfangen kann, eine interessante Mischung. Ein paar Namen gefällig? Jello Biafra (Dead Kennedys), Jake Burns (Stiff Little Fingers), Damian O’Neill (The Undertones ... schade dass hier Feargal Sharkey nicht gewonnen werden konnte ... ein richtig begnadeter Sänger und immerhin 8 Jahre Sänger bei den Undertones), Bob Geldorf (!!) (Boomtown Rats) oder auch Hugh Cornwell (The Stranglers). Hosen-Fans haben bestimmt schon bedenkenlos zugegriffen.

Vanden Plas - The Seraphic Live Works (VÖ:12.05.2017)f
Meine Liebe zur Pfälzer Prog-Metal-Band ‘Vanden Plas’ konnte ich mit meinen diversen Reviews hier auf meiner Seite glaub nicht wirklich verbergen. Und das ändert sich auch mit dem neuesten Live-Output ‘The Seraphic Live Works’ nicht. Auch wenn das Konzert bereits 2011 beim berühmten Prog-Power USA - Festival in Atlanta stattgefunden hat, freut es mich doch, dass ich endlich einen Eindruck von einem Live-Konzert der Band gewinnen kann (leider habe ich es bis heute nicht geschafft, ein Vanden Plas - Konzert zu besuchen). ‘The Seraphic Live Works’ ist ein CD / DVD - Package, so dass man auch visuell in den Genuss kommen kann.
Wie der Titel des Packages vermuten lässt, liegt das Hauptaugenmerk dieses Konzertes auf der damals aktuellen Studio-CD ‘The Seraphic Clockwork’. Immerhin 5 der 9 dargebotenen Songs waren von dieser Scheibe (‘Rush Of Silence’, ‘Holes In The Sky’, ‘Scar Of An Angel’, ‘Quicksilver’ und ‘Frequency’). Es gibt aber daneben noch einen schönen Querschnitt älterer Sachen wie ‘Postcard To God’ vom Überwerk ‘Christ O’, ‘Far Off Grace’ (vom gleichnamigen Album), ‘Cold Wind’ vom Album ‘Beyond Daylight’ und ‘Silently’ (ebenfalls von ‘Christ O’).
Das Publikum feiert die Band frenetisch ab und der Sound (sowohl CD als auch DVD) ist knackig. Schön finde ich auch, dass die Band die (meist doch recht komplizierten) Prog-Perlen nicht einfach 1:1 runter spielen sondern genügend Abweichungen zu den Studio-Versionen entdeckt werden können.
Auf jeden Fall bleibt festzustellen, dass Vanden Plas (in der Besetzung Andy Kuntz - Vocals ... für mich gehört der Mann zu den Top 3 Prog-Metal-Sängern weltweit ... Torsten Reichert - Bass, Stephan Lill - Gitarre, Günter Werno - Keyboards und Andreas Lill - Drums) auch live den Zauber ihrer Musik richtig gut rüber bringen und hier trotz aller Kompexität der Songs fast Studio-Qualität abliefern. Das zeigt die Klasse der einzelnen Musiker.
‘The Seraphic Live Works’ ist übrigens erst die zweite Live-Veröffentlichung (nach der 2000er ‘Spirit Of Live’) und ich hoffe dass als nächstes die 2 neuesten Über-Werke ‘Chronicles Of The Immortals’ am Stück aufgeführt und gefilmt werden. Vielleicht denkt die Band ja mal darüber nach.
Die Scheibe ist ohne Zweifel ein ‘Must Have’ in jedem gut sortierten CD-Regal.

Waters, Roger - Is This The Life We Really Want? (VÖ:01.06.2017)
Immer wenn auf der Welt was Böses im Anmarsch ist kommt Herr Waters aus der Deckung und spielt den Weltverbesserer. Das war 1981 schon so wegen dem Falklandkrieg (The Final Cut), 1989 wegen dem Mauerfall (The Wall live in Berlin), 1992 wegen dem zweiten Golfkrieg (Amused To Death ... das letzte Werk von ihm ist somit genau 25 Jahre her) und 2017 bekommt der böse Donald (Trump) sein Fett ab. Besonders beim Titelstück darf der ‘gute’ Donald seine limitierte sprachliche Ausdrucksweise zum Besten geben. Insgesamt zieht Roger Waters richtig fett über die USA her (obwohl er selbst dort seinen Wohnsitz hat). Hört Euch nur mal ‘Broken Bones’ an. Aber auch aktuelle Flüchtlingsthemen (‘The Last Refugee) werden angesprochen. Roger Waters hat mal wieder viel zu meckern.
Aber nun zur Musik. Produziert wurde die Scheibe von Nigel Godrich, der vor allem durch seine Zusammenarbeit mit der Band ‘Radiohead’ bekannt sein dürfte. Und Nigel Godrich hatte wohl die Idee, hier sein persönliches Pink Floyd - Album zu erschaffen. So klingt ‘Picture That’ voll nach ‘One Of These Days’, es gibt massenweise Anleihen an ‘Animals’ (‘Bird In A Gale’, ‘Déjà Vu’), ‘Mother’ wird komplett geklaut (zumindest die Akkord-Folge ist bei ‘Broken Bones’ doch recht bekannt) und ‘Have A Cigar’ wird auch noch verwurstet (bei ‘Smell The Roses’). Das ist alles schön und gut ... aber irgendwie nicht wirklich innovativ.
Okay ... auf der anderen Seite ... wer hätte von Roger Waters ein innovatives Album erwartet? Wahrscheinlich kein Mensch. So bekommt man was vorhersehbar war. Leider fehlt mir persönlich David Gilmour ... oder die anderen Gitarristen seiner Solo-Alben wie Jeff Beck oder Eric Clapton. Der hier vertretene Jonathan Wilson muss sich leider fast immer zurückhalten und hat nur partiell ein paar gute Szenen. Für mich eindeutig zu wenig.
Muss man die CD haben? Das ist eine gute Frage die ich nicht beantworten kann oder will. Fans werden eh zugreifen aber neue Hörerschichten wird Roger Waters mit diesem Output nicht gewinnen. Aber das will und muss er wohl auch nicht. Die Welt ist auf jeden Fall böse und Roger Waters hat es uns mal wieder gesagt.

 

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