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Pagan's Mind - Celestial Entrance

Eine kleine Überraschungs-Neuentdeckung möchte ich allen Lesern hier nicht vorenthalten. Die norwegische Band 'Pagan's Mind' legte bereits schon letztes Jahr (also 2002) ihre zweite CD 'Celestial Entrance' in die Regale. Das Erstlingswerk der Jungs ist mir völlig unbekannt (falls es jemand haben sollte und Lust darauf hat, eine Review darüber zu schreiben ... keinen Zwang antun und mir die Kritik als TXT-Datei schicken) aber mit 'Celestial Entrance' haben mich Pagan's Mind voll überzeugt. Der Gesang (und teilweise die Musik) klingt voll nach Queensryche (in ihren besten Zeiten) und man macht auch nicht davor Halt, die Prog-Götter Dream Theater (wirklich gut) zu kopieren bzw. imitieren. Und das geht über 70 Minuten auf höchstem Niveau so die ganze CD durch. Für alle Prog-Metal-Fans gibts hier nur einen Tip: KAUFEN !!

Pagan's Mind - God's Equation

Die Norwegischen Prog-Metaller von Pagan's Mind haben mit 'God's Equation' noch eine Schippe draufgelegt und eine richtig fette CD rausgebracht. War ich von 'Celestial Entrance' ja schon richtig begeistert (siehe meine Review ... und auch Enigmatic: Calling war genial, leider gibt's davon keine Review auf meiner Seite), aber der neueste Output schlägt echt alles was die Jungs bis jetzt verbrochen haben. Toller gefühlvolles 2-Minuten-Intro und dann knallt's auch schon rein. Die Kerle haben's einfach drauf, eine geniale Mischung aus Dream Theater, Symphony X und Queensryche (und hier vor allem der Gesang) zu bieten, das meiner Meinung nach so keine Band sonst hinbekommt. Das sind dann 60 Minuten Prog-Metal-Feuerwerk vom Feinsten, ohne auch nur eine Sekunde langweilig zu sein. Muss jeder Prog-Metal-Fan, der auf ein bißchen härtere Mucke steht, gehört haben. Die Scheibe gibt's dann noch als limitierte Doppel-CD mit nem Bonus-Track, einer live-Version von 'Search For Life' sowie einigen Demo-Versionen, einem Video-Clip und Wallpapern.

Pagans Mind - Heavenly Ecstasy

Die norwegische Band ‘Pagans Mind’ habe ich bis jetzt ja immer in die Prog-Metal-Schublade gesteckt. Diesen Stempel möchte ich der Band nach mehrfachem Hören des neuesten Outputs ‘Heavenly Ecstasy’ einfach mal wegnehmen, denn die Jungs um Sänger Nils K. Rue (der allerdings immer noch so klingt wie Queensryche in ihren besten Jahren) haben sich jetzt mehr dem straighten Metal zugewand und die komplizierten und vertrackten Passagen sind so gut wie verschwunden. Schon der Opener Eyes On Fire knallt sowas von fett rein, das gibt’s gar nicht. Pagans Mind verstehen es hervorragend, Power Metal und Hardrock zu vermischen und das richtig modern klingen zu lassen. Auch das nachfolgende ‘Intermission’ haut in die selbe Kerbe und es bleibt einem die Klappe offen (auch wenn das jetzt ein klein wenig proggig ist ... zumindest ganz kurz). Auch Double-Bass-Drums dürfen nicht fehlen (zum Beispiel bei ‘Revelation To The End’), der Keyboarder darf auch mal zeigen was er drauf hat (‘Follow Your Way’) und eine Ballade gibt’s natürlich auch (‘When Angels Unite’ ... leider viel zu kurz). Zusammen mit den 2 Bonus-Tracks auf meiner Digi-Version kommt die Scheibe auf 66 Minuten und die haben’s wirklich in sich. Auch wenn Pagans Mind jetzt nicht mehr so ‘kompliziert’ sind wie früher macht die CD richtig Spaß. Metal-Fans müssen das Teil haben.

Pain of Salvation - The Perfect Element Part I

Was habe ich abgelästert über diese Band, als ich sie zum ersten Mal live (auf der Threshold-Tour im Jahre 1999) gesehen habe. Etwas schlechteres war mir bis dahin (außer vielleicht 'Motorsheep' als Vorgruppe von J.M.Watts) noch nicht zu Ohren gekommen. Aber die Jungs aus Skandinavien haben offensichtlich enorm dazugelernt. 'The Perfect Element Part I ist eines der Besten 'härteren' Prog-Alben, das mir in letzter Zeit unter den Laser gekommen ist. Von total brachial bis absolut gefühlvoll ist alles vertreten. Geniale Gitarren-Solis (z.B. bei 'King of Loss'), hervorragender Gesang und Song-Strukturen, die man zum letzten Mal bei den alten Marillions entdecken konnte, machen das Teil fast zu einem Meisterwerk. Play as loud as you can. Und DANKE Jörg, daß Du mir das Teil in meinem Gästebuch empfohlen hast. Ich hätte es mir sonst NIE angehört.

Pain of Salvation - Remedy Lane

Nachdem Pain of Salvation - Mastermind Daniel Gildenlöw offensichtlich mittlerweile zu den Prog-Grössen gehört (immerhin durfte er bei der 2001er- Tour von Transatlantic als Gast-Gitarrist und -Sänger dabeisein und erntete hierfür haufenweise Lob), und mich PoS mit der letzten Veröffentlichung 'The Perfect Element Pt. 1' mehr als überrascht hatten, war ich äußerst gespannt, wie es mit dieser Schweden-Combo weitergehen würde. Und siehe da, der hohe Standard von 'The Perfect Element' wurde locker gehalten. Es ist bestimmt kein leicht verdauliches Material, was uns hier geboten wird. Textlich geht es bei 'Remedy Lane' um Fragen wie Liebe, Enttäuschung und den Sinn des Lebens, eingepackt in eine Geschichte um Budapest. Musikalisch gibt's dann, typisch Pain of Salvation, ordentlich was auf die Ohren. Von feinstem Prog-Metal bis zu tiefsttraurigen melancholischen Balladen (vor allem 'Second Love' - einfach herzzerreissend) ist alles vorhanden. Absolute Kaufpflicht für Prog-Metal-Fans. Und nicht vergessen: Pain of Salvation sind zusammen mit Dream Theater im Frühjahr 2002 auf Tour in Deutschland.

Pain Of Salvation - 12:5

Man kann über die schwedische Band 'Pain Of Salvation' um Sänger und Gitarrist Daniel Gildenloew (der ja auch als Gast-Musiker auf der letzten Transatlanic-Tour mehr als überzeugt hat) ja denken was man will. Aber meiner Meinung nach sind sie eine der kreativsten und innovativsten Bands im Prog-Metal-Sektor. Live zwar (bis jetzt) grottenschlecht (ich habe sie schon mehrfach anhören müssen), aber die Studio-CDs (und zwar ausnahmslos alle) sind einfach genial gut. Und zwischen dem letzten Output 'Remedy Lane' und dem bald kommenden Konzeptwerk 'Be' (so soll sie wohl heißen und im Mai / Juni 2004 veröffentlicht werden) gibt es mit '12:5' den Mitschnitt eines Akustik-Konzertes, aufgenommen im Frühjahr 2003 im tiefsten Schweden (was dann auch erklärt, warum die 'spärlichen' Ansagen ziemlich unverständlich in schwedisch sind). Warum die CD so heißt ?? Man weiß es nicht. Warum die drei Teile des Konzerts 'Genesis', 'Genesister' und 'Genesinister' heißen ?? Man weiß es nicht. Warum die Unter-Titel auf der CD teilweise mit 'T 5' markiert sind ?? Keine Ahnung. Tatsache ist aber, dass in diesem Konzert ein Querschnitt aus allen PoS - Alben, gepaart mit neuen Teilen, aufgeführt wurde (also von 'Entropia' bis 'Remedy Lane'), der einfach sensationell gut ist. Sind Pain Of Salvation auf 'normalen' Konzerten richtig schlecht, stellt man bei der akustischen Version von '12:5' fest, dass sie es doch können. Einfach ein perfektes Zusammenspiel, geniale neue Parts und absolut gefühlvoll rübergebracht. Für Pain Of Salvation-Fans ein MUSS und für alle, die mit der Band noch keinen Kontakt hatten, auf jeden Fall ein toller Einstieg. Wenn diese CD am Ende des Jahres nicht unter meine Top 10 kommt, dann weiß ich auch nicht. Bis jetzt DAS CD-Highlight des Jahres.

Pain Of Salvation - Be

Absolut genial oder tierischer Oberschrott? Selten habe ich mir nach einem CD-Kauf diese Frage gestellt. Sicher ist 'Be' etwas ganz besonderes, will uns Pain Of Salvation - Kopf Daniel Gildenlöw doch erklären, warum, falls es einen Gott gibt, er die Welt und das menschliche Dasein so gemacht hat wie es jetzt ist und wie das vielleicht alles mit unseren Sagen und Mythen zusammenhängt. Oder so ähnlich. Ehrlich gesagt habe ich das ganze Konzept noch nicht ganz kapiert, obwohl in dem umfangreichen Booklet versucht wird, zu erklären, wie 'Be' zustandegekommen ist. Zumindest musikalisch herausgekommen ist eine CD mit vielen Sound-Fragmenten, vielen 'Erzählungen' und wenigen typischen 'Songs', so wie man sie von Pain Of Salvation eigentlich kennt. Auch die klassischen Parts (von Violine bis Kirchenorgel) sind reichlich vertreten und teilweise richtig genial (wie z.B. bei Track 4 'Iter Impius', wie es im Booklet heißt bzw. 'Pluvius Aestivus', wie es in der Titel-Liste genannt wird ... alles ist so verwirrend). Ein abschließendes Urteil möchte ich mir auch nach mehrfachem Hören der CD nicht erlauben., aber wenn man sich mal etwas intensiver mit den Texten beschäftigt, würde ich fast zu dem Ergebnis kommen, dass 'Be' eher zu der Kategorie Meisterwerk zu zählen ist. Wer auf leichte und unkomplizierte Kost steht, sollte sicher die Finger von der CD lassen. Wer sich auch mal mit den queren Gedanken eines Musikers und der entsprechend komplizierten Musik auseinandersetzen kann, sollte 'Be' auf jeden Fall haben. Ich werde wahrscheinlich noch 100 Durchläufe brauchen, um die Scheibe zu verstehen. Aber auch das macht ja gute Prog-Musik aus.

Pain Of Salvation - Be (live CD / DVD)

Sehnsüchtig habe ich auf die DVD-Version der Pain Of Salvation - CD 'Be' gewartet, denn auch intensivstes Hören der Studio-CD-Version hat mir den Duchblick nicht verschaffen können. Zu quer und zu schräg sind wohl die Ideen, die Daniel Gildenlöw in diesem Werk verarbeitet hat (siehe auch meine Review). Deswegen konnte ich es nicht erwarten, die Live-Performance zu sehen, die vor einiger Zeit in Schweden zusammen mit dem 'Orchestra Of Eternity', also diversen Streichern und Bläsern, aufgeführt und auf DVD gebrannt wurde. Und endlich gibt es das Konzert zusammen mit der passenden Live-CD käuflich zu erwerben. Zur Qualität des Konzertes, des Sounds, der 'schauspielerischen Leistungen' und der Bildführung gibt es nur ein einziges Wort: GENIAL. Auch das 48-seitige Booklet mit den ganzen Songtexten, Photos und Kommentaren zur Geschichte sowie Erklärungen zu den Schlüsselbegriffen der Geschichte ist auch als vorbildlich zu bezeichnen, gibt es doch normalerweise zu DVDs eher nichts bis gar nichts zum nachlesen. Ob man die Live-CD unbedingt braucht, sei dahingestellt, denn wer das Konzet in Bildern gesehen hat, wird darauf sicher nicht verzichten wollen. Und nach dieser Live-Performance nehme ich auch meine früheren Aussagen zurück, das Pain Of Salvation live eine Katastrophe sind. Echt erstaunlich, was die Jungs da geleistet haben.
Nur: Wer Antworten auf die Frage erwartet, was uns 'Be' eigentlich sagen will, wird wohl mehr als enttäuscht sein, denn am Ende gibt es mehr neue Fragen als Antworten: Warum kann sich Daniel Gildenlöw keine Schuhe leisten ... warum geht er ins Wasser und kann nicht drüber laufen, wer hat einem solchen Langhaarigen nen fetten Daimler ausgeliehen, aus welchem Vampir-Film ist der Keyboarder entflohen, warum Sonnenbrille auf und Sonnenbrille wieder runter, warum muss die Flötistin in dem Vollkörperkondom rumstehen und so weiter und so weiter. Ich bin auf jeden Fall noch verwirrter als vorher. Ach ja ... als DVD-Extras gibt es auch noch einen Audio-Kommentar der Musiker und noch ein paar andere Gimmicks. Aber was will uns 'Be' jetzt eigentlich sagen ?? Keine Ahnung. Kauft Euch unbedingt die DVD und klärt mich auf. BITTE BITTE.

Pain Of Salvation - Scarsick

Ziemlich schwer zu verdauende Musik-Kost gibt es mal wieder von meinen Schwedischen Freunden 'Pain Of Salvation'. Leider habe ich das Rätsel bzw. die Geschichte vom Vorgänger 'Be' noch immer nicht ganz kapiert, schon kommt der nächste Happen in Form von 'Scarsick'. Nicht ganz so 'quer' wie 'Be' sondern stilistisch teilweise wieder 'Back to the roots' in die Vor-Perfect-Element-Zeit (z.B. der Opener und Titelstück mit fetter Gitarre und dem typischen Gesang von Daniel Gildenlöw ... der vielleicht noch 'normalste' Song auf der CD). Auch das folgende 'Spitfall' könnte man noch mit 'ach, sie können ja doch noch richtige Musik machen' beschreiben. Und wer die CD 'Remedy Lane' gut findet, kann sich auch noch mit dem nächsten Stück 'Cribcaged' anfreunden. Aber dann kommt's. 'America' ist dann ja wohl eher komischer New Metal und hätte eher von 'System Of a Dawn' sein können oder noch 'schlimmer', das dann folgende 'Discoqueen' (das klingt echt so wie's der Titel verspricht ... über 8 Minuten Disco-Mucke). Völlig daneben. Etwas melancholischer geht es dann bei 'Kingdom Of Loss' zu (mit einem viel zu seltenen Gitarren-Solo). Zu den nächsten 2 Songs fällt mir dann nicht wirklich viel ein. Sehr merkwürdig alles (bis auf den Schluß von 'Idiocracy', das ist dann wieder typisch P.O.S). 'Flame To The Moth' kann man dann wieder durchgehen lassen (recht harmlos). Und dann folgt zum Schluss noch das 10 Minuten lange 'Enter Rain', das über 7 1/2 Minuten richtig soft und melancholisch daher kommt aber dann am Schluss schon noch die Ohren durchpustet. Fazit: mit den 67 Minuten 'Scarsick' haben es Pain Of Salvation mal wieder geschafft, mich halbwegs sprachlos mit dieser CD alleine zu lassen. Gut? Schlecht? Komisch? Ihrer Zeit voraus? Man weiß es nicht. Auf jeden Fall wieder nix zum nebenher hören und man braucht viele Durchläufe, um mit dieser CD warm zu werden.

Pain Of Salvation - On The Two Deaths Of Pain Of Salvation (2 DVD / 2 CD)

Dass Daniel Gildenlöw ein ziemlich genialer Kopf ist, habe ich glaub schon öfter erwähnt. Und dass Pain Of Salvation - Konzerte zwischenzeitlich zu den absoluten Highlights gehören wahrscheinlich auch. Und mit dem dicken Paket 'On The Two Deaths Of Pain Of Salvation' kommt mal wieder sowohl ein grandioses Konzert in Form einer DVD bzw. 2 CDs angerauscht, das seinesgleichen sucht. Zwar nicht so theatralisch wie damals die Aufführung von 'Be', aber nicht minder gut. Und dann ist da noch die zweite DVD ... und das ist Kopfkino vom Feinsten. Was sich da Herr Gildenlöw wieder in seinen queren Gedanken ausgedacht hat ... schwierig zu verstehen und auch nach dem fünften Anschauen bleiben noch Fragen offen. Aber um Klassen besser als das übliche 'Making Of ..., das sonst so mit eingepackt wird. Und auch das geschätzte 65-seitige Booklet ist nicht nur prima aufgemacht und für so Packages einfach vorbildlich sondern verwirrt eigentlich noch mehr. Musikalisch wird bei dem Konzert die ganze Karriere von POS abgedeckt, wobei natürlich Songs der neuesten CD 'Scarsick' ein bißchen überwiegen. Was aber wirklich grandios ist und mir beim ersten Hören schon Gänsehaut bereitet hat ist das Stück 'Hallelujah' von Leonard Cohen, das in brilliantester Weise interpretiert wird und ich noch in keiner Version besser gehört habe (und da gibt es ja einige Cover-Versionen davon). Wer auf feinen Prog-Metal steht, kommt an diesem Paket einfach nicht vorbei.

Pain Of Salvation - Road Salt One

Pain Of Salvation sind ja immer für Überraschungen gut. Für richtig fette Prog-Metal-Alben (The Perfect Element ...) und auch für fast Rock-Opern (Be). Und mit ‘Road Salt One’ entführen uns die Jungs um Band-Kopf Daniel Gildenlöw zurück fast in die 70er-Jahre, denn einige Songs könnten echt aus der Zeit stammen und haben ziemliche Anleihen an alte Led Zeppelin. Nun ist die Idee nicht neu, denn auch ‘Wolfmother’ haben ja mit ihrer ersten CD in die selbe Kerbe gehauen. Doch ‘Road Salt One’ gefällt mir noch um eine Klasse besser. Das liegt auf jeden Fall an dem prägnanten Gesang von Daniel Gildenlöw, der teilweise fast an Robert Plant herankommt. Hört Euch nur mal den eigentlichen Opener ‘No Way’ an (‘What She Means To Me’ das Queen-angehauchte Intro gibt es nur auf der mir vorliegenden limitierten Version). Einfach nur gut. Leicht bluesig, fette, tief gestimmte Gitarre und der geile, leicht jammernde Gesang von Herrn Gildenlöw. Einer der besten Songs, den Pain Of Salvation bis jetzt veröffentlicht haben. Auch ‘She Likes To Hide’ ist ähnlich gestrickt. Blues, wimmernde Gitarre im Hintergrund, toller mehrstimmiger Gesang. Etwas ruhiger geht es dann mit ‘Sister’ weiter, einer schönen Ballade, die gegen Ende eine Hammer-Steigerung im Gesang hat und fast bombastisch wird. Dann wird ein bißchen im Pop-Sektor geklaut (wobei in ‘Of Dust’ aus ‘Don’t break my heart’ dann ‘Don’t break my bones’ wird), dann klingt’s fast ein bißchen nach ZZ Top (‘Tell Me You Don’t Know’), und bei ‘Sleeping Under The Sun’ werden wir sozusagen in den Zirkus versetzt. Dann folgt die zweite Hälfte der CD, die bezeichnenderweise auch mit ‘Side B’ angegeben ist. Und das ist dann auch der Bruch in der Scheibe. Plötzlich wird’s ‘alte’ Pain Of Salvatoin’, komisch, vertrackt, einfach außergewöhnlich. Denn ‘Darkness Of Mine’ hätte auch auf eine der Anfangs-CDs der Band gepasst. ‘Linoleum’ gab’s ja schon auf der gleichnamigen EP, die vor ein paar Monaten rausgekommen ist, auch ein typischer POS-Song. ‘Curiosity’ und ‘Where It Hurts’ könnten auch von ‘Be’ stammen. Der Bonus-Track ‘Road Salt’, nur Gesang und Keyboard geht unter die Haut und das abschließende ‘Innocence’ ist auch recht POS-lastig, wenn man das so sagen kann. Freunde der alten POS-Scheiben werden mit ‘Road Salt One’ wahrscheinlich zuerst nicht glücklich, aber nach mehrfachem Hören wird die Scheibe immer eingängiger und besser. Man sollte also schon Geduld haben und die CD nicht gleich in die Ecke werfen. Es lohnt sich.

Pain Of Salvation - Road Salt Two

Die Songs zu ‘Road Salt Two’ wurden, soweit ich weiß, gleichzeitig mit den Songs der Vorgänger-CD (logischerweise ‘Road Salt One’) geschrieben, so dass wir ja eigentlich ein Doppel-Album haben, das nur in einem gewissen Zeit-Abstand veröffentlicht wurde. Und somit ist es auch nicht verwunderlich, dass Part Two doch ziemlich ähnlich angelegt ist wie Part One. Und was ich über den ersten Teil geschrieben habe, könnt Ihr auf meiner Homepage natürlich nachlesen. Von Prog-Metal der früheren Alben ist nicht mehr viel zu hören, es ist eher Mainstream, 70er Jahre, ein bißchen Led Zeppelin usw und jetzt auch ein bißchen Southern Rock. Somit möchte ich über ‘Road Salt Two’ eigentlich gar nicht viele Worte verlieren. Lest Euch einfach die Kritik von Teil Eins durch, tauscht die Song-Namen aus und alles ist prima.

Pain Of Salvation - In The Passing Light Of Day (VÖ:13.01.2017)
Mit den Schweden ‘Pain Of Salvation’ hatte ich schon immer so meine Schwierigkeiten. Hochkomplizierter Prog-Metal zwischen Genie und Wahnsinn, für mich eher unverständliche, undurchschaubare Stories. Ab ‘The Perfect Element Pt. 1’ bis zur Scheibe ‘12:5’ waren es richtige Highlights, ‘Be’ war mir zu schwierig und danach kam eigentlich was ganz anderes und war nicht mehr mit der Musik von davor vergleichbar. Vor allem die ‘Road Salt ...’ Scheiben waren richtig komisch.
Umso schöner dass sich ‘Pain Of Salvation’ wieder an ihre alten Zeiten erinnert haben, denn ‘In The Passing LIght Of Day’ kommt stilmäßig an ‘The Perfect Element’ und Konsorten ran. Musikalisch sowieso, vom Gesang her auch wieder. Und textlich ... auch wieder hochkompliziert. Daniel Gildenlöw verarbeitet jetzt seine fast tödliche Krankheit, die ihn eine Weile außer Gefecht gesetzt hat. Aus einer bakteriellen Infektion wurde eine nekrotisierende Fasziitis, d.h. fleischfressende Bakterien zerstörten von Innen das Gewebe und nach einer Operation hatte er ein Loch im Rücken durch das man teilweise seine Wirbelsäule sehen konnte. So beschäftigt sich der Opener ‘On A Tuesday’ ... mit 10 Minuten der zweitlängste Song ... z.B. mit der Frage ob man sein Leben ändert wenn man diese Krankheit überlebt. Und schon dieser Song vereint alles was Pain Of Salvation groß macht. Fettes Gitarrenriff, tiefer und brachialer Bass, vertrackter Rhythmus, Breaks ohne Ende, Sprechgesang, dazwischen ne göttliche, eingängige Melodie, Violinen-Part mit weiblichem Gesang, verzerrtes Elektronik-Gewitter, bombastischer Schluss.
Und es geht gerade so weiter ... wobei mir vor allem die Stellen mit dem zerbrechlichen Gesang gefallen, die wohl nur Daniel Gildenlöw so ‘schön’ singen kann. Es gibt auch richtig ruhige Momente (‘Silent Gold’ oder ‘If This Is The End’). Und das ganze endet dann im über 15-minütigen Titelstück. Und das ist nochmal das volle Brett an Genialität.76 Minuten recht ruhig mit genialen Gitarrenparts und dann langsam eine Steigerung mit einer Traum-Melodie und genialem Gesang. Dann immer mehr Steigerung um nach 12 Minuten wieder ruhig und zerbrechlich zu werden. Der Song ist ein kleines Meisterwerk.
Insgesamt möchte ich ‘In The Passing Light Of Day’ als back to the roots bezeichnen. Und das ist gut so.

Pallas - Live Our Lives

Von der 1999er-Tour ('Beat The Drum') gibt es tatsächlich eine Live-Doppel-CD (wobei Doppel-CD eigentlich übertrieben ist, da auf der zweiten Scheibe nur noch etwas über 20 Minuten Musik ist). Im Handel ist das Teil leider schwer bis gar nicht erhältlich (nur über die Pallas-Homepage war das Teil zu erwerben). Gott sei Dank hat jetzt Herr Bäcker von Empire-Music die Scheibe auch im Programm (ich habe sie neulich auf einem Konzert, auf dem Herr Bäcker seinen CD-Stand hatte, für 18 Euro erworben). Im Gegensatz zum damaligen Konzert (ich war in Offenbach in der Hafenbahn), wo der Sound eine einzige Katastrophe war (z.B. war vom Gitarristen überhaupt nichts zu hören), ist dieser Live-Mitschnitt soundmäßig richtig gut. Und die Musik-Auswahl geht von uralt (z.B. 'Atlantis', 'Cut And Run') über ganz schön alt ('Rat Racing' oder 'The Executioner') bis natürlich neu (z.B. 'Beat The Drum', 'Blood And Roses', 'Fragments Of The Sun') und ist somit ein hervorragender Querschnitt aus 23 Jahre Pallas. Die CD sollte sich eigentlich jeder Prog-Fan gönnen, der bis jetzt von Pallas noch nichts gehört hat. Pallas-Fans haben das Teil bestimmt schon in England bestellt oder rennen jetzt Herrn Bäcker die Bude ein.

Pallas - The Cross & The Crucible

In 22 Jahren Band-Geschichte gerade mal 4 Studio-CDs zu veröffentlichen ist ja nicht viel. Und nachdem uns die schottischen Proggies bis zur vorletzten Veröffentlichung (Beat the Drum) immerhin 13 Jahre warten ließen, hat es jetzt nur pfeilschnelle 2 Jahre gedauert, um das nächste Werk abzuliefern. Pallas, wahrscheinlich nur den absoluten Prog-Insidern bekannt, hatten mich mit 'Beat the Drum' ja schon etwas enttäuscht, weil die Scheibe für Pallas-Verhältnisse ziemlich 'einfach' war (obwohl so grandiose Songs wie 'Blood & Roses' oder 'Fragments of the Sun' vertreten waren). Aber wem es genauso wie mir ging, wird mit 'The Cross & The Crucible' wieder hochzufrieden sein. Eindeutig wieder ein Schritt in die Richtung 'Knightmoves to Wedge', also zu den etwas komplizierteren Prog-Songs im Stile von 'Sanctuary' oder 'Ratracing'. Insgesamt eine klare Steigerung gegenüber dem Vorgänger und dem Prog-Freund nur zu empfehlen. Wer Pallas noch nicht kennt, sollte allerdings erst mal antesten, da vor allem der Gesang von Alan Reed nicht jedermann liegen dürfte. Und hoffen wir mal, daß Pallas sich jetzt auf den 2-Jahres-Rhythmus für eine Veröffentlichung verständigt hat.

Pallas - The Blinding Darkness (als Doppel-Live-CD)

Ja welch Überraschung. Zuerst braucht Pallas ewig, um ne CD zu veröffentlichen und jetzt gibt es nach nur einer weiteren Studio-CD schon wieder einen Live-Output in Form einer Doppel-CD, einer Doppel-DVD und auch als Package mit allem und Ei. Aus haushaltspolitischen Gründen habe ich mir nur die Live-Doppel-CD gegönnt (irgendwann wird's ja echt zuviel mit den ganzen Veröffentlichungen in der letzten und auch der nächsten Zeit ... offensichtlich ist es gerade hip, Live-CDs mit passender DVD zu veröffentlichen, solange es noch technisch etwas kompliziert ist, den reinen Sound-Teil von einer DVD zu separieren und dafür so richtig Geld zu verlangen). Nicht verwunderlich ist dann natürlich, dass sich die Songauswahl im Vergleich zur letzten Live-CD 'Live Our Lives' schon ganz schön ähnelt. So die Hälfte ist einfach doppelt und der Rest ist dann fast ausschließlich von der letzten Studio-CD 'The Cross And The Crucible'. So weit so gut. Das wäre jetzt ja alles nicht so spektakulär. Aber falls jemand (noch) die erste Pallas-CD 'The Sentinel' (von 1984) kennen sollte, wird vielleicht auch noch wissen, dass damals ein gewisser Euan Lowson gesungen hat und da auch schon mal als blutbeschmierter 'Ripper' aufgetreten ist. Und ... The Ripper Is Back !!! Aus mir völlig unbekannten Gründen tritt Euan Lowson bei diesem Konzert jetzt (übrigens aufgenommen im September 2002 in Zoetetmeer) bei 2 Titeln (dem Uralt-Heuler 'Cut and Run' sowie dem schon genannten 12-minütigen 'Ripper') auf. Und das möchte ich jetzt dann mal als eine kleine Sensation bezeichnen. Aber ob sich deswegen der Kauf dieser CD lohnt ?? Hmm ... Pallas-Fans werden mit der Zunge schnalzen und sich doch (auch) die DVD besorgen (um den Ripper im Bild zu sehen). Allen anderen sei gesagt, dass man nicht alles haben muss, was veröffentlicht wird. Ich denke, eine der letzten zwei Live-Doppel-CDs genügt eigentlich (wobei ich dann eher zur 'The Blinding Darkness' tendieren würde).

Pallas - The Dreams Of Men

Wenn eine Band einen hohen Wiedererkennungswert hat, dann auf jeden Fall 'Pallas'. Fünf Töne der neuen CD 'The Dreams Of Men' haben mir zumindest gereicht, um die Band zu erraten. Und wenn dann auch noch Alan Reed anfängt zu singen, ist eh alles klar. 73 Minuten Prog-Rock vom Feinsten (Bombast, Gefühl, Breaks, Pathos) und ein wunderschönes Booklet dazu. Prog-Herz, was willst Du mehr. 'The Dreams Of Men' ist sicher neben den Frühwerken und 'The Cross And The Crucible' die bis jetzt beste aber vielleicht auch 'härteste' Studio-Veröffentlichung und sollte in keinem Prog-Haushalt fehlen. Ob man allerdings die 'Special Edition' mit einer Bonus-CD und Bergen von Outtakes, Remixen und Jam-Sessions braucht, ist fraglich. Aber für solche Dinge waren Pallas ja schon immer bekannt.

Pallas - XXV

Pallas kann man ohne Zweifel zu den Begründern des Neo-Prog zählen. Ich habe sie Anfang der 90er Jahre zum ersten Mal live gesehen (irgendwo in Holland und als SI-Music noch ein geniales Prog-Label war) und seit dem war ich eigentlich die ganze Zeit durch Fan der Band, auch wenn sie zwischendurch auch mal einen kleinen Durchhänger hatten. Nun ist leider der charismatische Sänger Alan Reed gegangen - das ist Ähnlich wie der Weggang von Fish bei Marillion - und ich habe mich natürlich schon gefragt, ob die Band mit einem neuen Sänger weitermachen kann oder ob man sich nicht lieber auflöst und unter einem anderen Namen einen Neubeginn startet. Nun haben jetzt aber (im Gegensatz zu Marillion) einen adäquaten Ersatz für Alan Reed gefunden, der zumindest ähnlich klingt. Und Paul Mackie (so heißt der Knabe) macht seine Sache richtig gut. Er kann zwar die (ganz) hohen Töne nicht wirklich gut (da hatte ja Alan Reed seine Stärken), aber die Songs der neuen CD ‘XXV’ wurden auf den ‘neuen’ Stimmumfang des Sängers angepasst, so dass Paul Mackie wirklich nie unangenehm auffällt (und das heißt bei Prog-Bands ja schon einiges). Musikalisch bewegen sich Pallas auf sicheren Pfaden, das heißt Pallas-Fans werden nicht enttäuscht und der Wiedererkennungs-Faktor ist auch trotz neuem Sänger relativ hoch. Der übliche Bombast, nicht gerade leichte Kost und reihenweise Songs die erst nach mehrfachem Hören so langsam ins Ohr gehen. Neo-Proggies werden mal wieder ihre helle Freude haben. ‘XXV’ gibt es auch als limitierte Version mit einer Bonus-DVD. Dort ist dann ein Teil des Auftritts 2010 auf der Loreley im Rahmen des Night Of The Prog - Festivals verewigt.

Panic Room - Satellite

Die Panic Room - Sängerin Anne Marie Helder dürften belesenere Prog-Fans wahrscheinlich von Mostly Autumn kennen, wo sie so 2008 rum Gitarre, Keyboards und Flöte gespielt und auch gesungen hat. Davor war sie Mitglied der walisischen Band ‘Karnataka’ (zusammen mit 3 weiteren Musikern die jetzt bei Panic Room sind, nämlich Paul Davies (Gitarre), Jonathan Edwards (Keyboards) und Gavin John Griffiths (Drums). Dazu gesellte sich dann noch Alun Vaughan am Bass, den ich so gar nicht kenne), die sich glaube ich 2004 aufgelöst hat. Musikalisch liegen ‘Panic Room’ eher im seicht-melodischen Bereich, bei dem Piano / Keyboard immer hübsch im Hintergrund ist, die Gitarren auch nicht wirklich auffallen aber trotzdem Song für Song runter geht wie Öl. Die Stimme von Anne Marie Helder ist äußerst angenehm und erinnert schon teilweise an Mostly Autumn, wobei die Songs doch einfacher gestrickt sind. ‘Satellite’ ist übrigens das Erstlingswerk der Band aus dem Jahr 2010 und derzeit (Mai 2012) ist der Nachfolger in Arbeit. Ich werde die Band auf jeden Fall weiter beobachten und ihr auch noch eine zweite Chance geben. Potential ist ganz sicher vorhanden. Diverse Videos von Panic Room gibt es übrigens auf Youtube. Da kann man sich dann selbst mal ein Bild machen.

Panic Room - Skin

Endlich gibt es den neuen Output der Gewinner des Classic Rock Prog Magazin - Polls als beste Prog-Band ‘Panic Room’. Vom Vorgänger ‘Satellite’ war ich ja schon recht angetan, doch ‘Skin’ geht eindeutig noch einen Schritt weiter und bietet neben mehr Abwechslung auch (endlich) viel mehr Gitarre, die eindeutig an ‘Mostly Autumn’ erinnert. Alleine der Opener ‘Song For Tomorrow’ ist schon voll sein Geld wert und lohnt die Anschaffung der CD. Aber auch die ruhigen Momente, unterstützt von dem ‘Larkin Quartet’ (2 Violinen, 1 Viola, 1 Cello) sind genügend vertreten und schaffen zusammen mit der genialen Stimme von Anne Marie-Helder Gänsehautstimmung.
Wer auf etwas folkig angehauchten, eher ruhigen Prog-Rock steht, sollte die Walisische Band ‘Panic Room’ auf jeden Fall antesten und macht mit ‘Skin’ nichts falsch. Sehr schöne CD.

Panzerballett - Tank Goodness

Was passiert, wenn zwei völlig unterschiedliche und eigentlich nicht zueinander passende Musik-Genres zusammengeschmissen werden? Es kommt entweder unglaublicher Schrott raus oder es ist was ganz unfassbares. Die Münchner Band ‘Panzerballett’ um den Gitarristen Jan Zehrfeld (mit dabei sind noch Josef Doblhofer an der Gitarre, Alexander von Hagke am Saxophon, Heiko Jung am Bass und Sebastian Lanser an den Drums) schaffen die zweite Variante mit einem eigentlich genialen Mix aus Jazz und Metal (jaja ... das funktioniert tatsächlich). Und wenn dann auch noch neben 4 eigenen Stücken von Jan Zehrfeld so ganz unterschiedliche Cover-Versionen von (I’ve Had) The Time Of My Life (aus dem Film Dirty Dancing ... ehrlich gesagt würde sich wahrscheinlich Patrick Swayze bei der Verwurstung dieses genialen Songs im Grab rumdrehen ... aber es ist schon ne Hammer-Version, die da zusammen mit den 2 Gast-Vocalisten Conny Kreitmeier und Ron van Lankeren eingespielt wurde ... am Anfang klingt’s total nach dem Original und dann geht’s jazzig und hart-metallisch ab) bis ‘Take Five’ (DEM Jazz-Standard und fast bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet ... geile Gitarrensoli !!!) verkrasst werden (Jan Zehrfeld selbst spricht von der Kunst der Verkrassung),ist schon einzigartig.
Die ‘eigenen’ Songs haben dann noch so geniale Titel wie ‘Mustafari Likes di Carnival’, ‘Vulgar Display of Sauerkraut’ oder (Achtung jetzt kommts !!!) ‘The Ikea Trauma’(einem Song über den wahr gewordenen Männer-Albtraum eines Ikea-Einkaufes ... einfach nur göttlicher Text !!).
Man braucht schon eine gewisse Art von Humor, um mit der Scheibe warm zu werden. Aber wenn man diese Schwelle einmal überwunden hat, ist ‘Tank Goodness’ etwas ganz Besonderes.
Meine Recherchen im Internet haben ergeben, dass Panzerballett auch schon Songs von AC/DC, Rammstein oder Deep Purple durch die Mangel gedreht haben. Und Youtube ist voll von diversen Videos. Da lohnt sich auf jeden Fall mal ein bißchen stöbern. Und auf der Homepage der Band gibt es natürlich auch einiges zu entdecken.
Veröffentlicht wird die Scheibe allerdings erst am 28.09.2012 bei ‘Gentle Art Of Music’, also dem Heim-Label von RPWL.

Panzerballett - Live At Theatron Munich 2013 (VÖ: 01.11.2013)

Über den letzten Studio-Output der Münchner Band ‘Panzerballett’ namens ‘Tank Goodness’ habe ich auf meiner Seite ja schon geschrieben. Völlig schräger aber trotzdem hochinteressanter Mix aus Jazz und Metal, für den man eine gehörige Portion Humor braucht um damit warm zu werden. Wer die Scheibe, veröffentlicht beim RPWL-Label ‘Gentle Art Of Music’ gekauft hat weiß jetzt was ich damit gemeint habe. Und um da noch einen drauf zu setzen haben die Jungs um Band-Kopf Jan Zehrfeld jetzt auch noch eine Live-DVD veröffentlicht, die nicht weniger witzig ist (schaut man sich nur mal den ‘Helm’ von Jan Zehrfeld an, der zuerst aus sieht wie Rasta-Zöpfe aber genauso auch ein Psycho-Helmchen aus ‘Einer flog über’s Kuckucksnest’ sein mit Elektroden um das Gehirn zu manipulieren.
Die Songs auf dem Konzert entsprechen mehr oder weniger dem letzten Studio-Output (siehe also meine Review), ein weiteres Highlight ist aber der Song ‘Ein bißchen Frieden’, der leider nur zu sehen und nicht zu hören ist. Denn offensichtlich hat Ralf Siegel wohl nicht genügend Humor und hat ziemlich kurzfristig die Veröffentlichung untersagt. In der Einblendung gibt’s aber einen Hinweis auf YouTube, denn dort kann man den Song auch mit Ton anhören (da sieht man mal wie bescheuert die Internet-Welt geworden ist, denn das konnte er Siegel wohl nicht verhindern).
Neben dem Konzert gibt es dann noch ein Road-Movie über die USA-Tour 2012 mit der Band Consider The Source (sehr interessant gemacht) sowie ein Gespräch mit Jan Zehrfeld und dem Gitarristen Mattias Eklundh (Freak Kitchen, Soilwork), ein paar Songs von einem Konzert im Backstage München und einem Song aufgenommen live in Berlin (Vulgar Display Of Sauerkraut).
Coole, schräge und ganz schön krasse Sache, die man unbedingt gesehen haben muss.

Parallel Mind - Colossus ADEA

Mit der amerikanischen Instrumental-Prog-Band 'Parallel Mind' hat sich das kanadische Platten-Label Unicorn Digital sicher einen ganz dicken Fisch an Land gezogen. Bestehend aus Wiliam Kopecky (Bass), Nibandh Nadkarni (Keyboards) und Joe Babiak (Drums, Trumpet, Flügelhorn) und unterstützt von einigen Gast-Musikern (z.B. dem genialen Saar Schnitman, der in dem Opener 'Chromanic' ein sensationelles Gitarrensolo zelebriert sowie ein paar anderen Musikern, die dann die Musik von Parallel Mind mit Cello, Mandoline oder auch Violine bereichern) erkennt man ziemlich schnell, dass die Musiker von Bands wie Yes, Rush oder auch die chaotischeren Planet X inspiriert wurden. Schon der Opener 'Chromanic' ist ein über 14-minütiges Feuerwerk aus Ideen und Stilrichtungen von Jazz bis fast Santana. Grosses Kino ist das, wenn man auf Gesang verzichten kann. Es gibt aber auch ruhigere Momente, die dann in Richtung Emerson Lake und Palmer gehen (z.B. das nächste Stück 'Opposite Of Know'). Herzstück der CD ist das 4-teilige und insgesamt über 18 Minuten lange Titel-Stück 'Colossus ADEA', bei dem, ziemlich keyboard-lastig, auch wieder alle möglichen Stil-Richtungen des Prog von melodisch bis leicht chaotisch angeschnitten werden, bis der Song dann zu einem sphärischen Ende kommt. Beim folgenden 'Casa De Jig' sind dann sogar schottische Folk-Einflüsse hörbar (wo immer die hergekommen sind). Die CD endet dann mit dem fast 13-minütigen 'Beginning's End', bei dem dann die Band nochmal das ganze Repertoir zeigen darf, das sie drauf hat. Auffällig hier finde ich dann vor allem die treibende Rhythmus-Arbeit. Also wer auf instrumentalen und klassischen Prog steht, sollte sich 'Colossus ADEA' von 'Parallel Mind' auf jeden Fall zulegen, denn neben der brillianten Produktion (die bei Unicorn Records ja schon mehr als üblich ist) gibt es auf fast 62 Minuten Song- und Soundideen im Überfluss. Klasse.

Pariah Beat - Babylon Is Fallen

Neulich habe ich schon mal eine CD von Billy Sharff (No Return From Snockville) rezensiert und war ziemlich begeistert davon. Nun gibt es eine EP der Band 'Pariah Beat', in der genannter Billy Sharff Fiddle, Gitarre und Keyboards spielt und natürlich auch noch singt. Musikalisch wandern Pariah Beat ein bißchen auf anderen Pfaden und anstatt Blues und ruhigem Folk gibt es knackigen englischen Folk-Rock, der ein bißchen an ... entschuldigung ... Sauflieder erinnert. Und das ist jetzt überhaupt nicht böse gemeint, denn da bleibt kein Fuß still und auch kein Auge trocken. Sowas macht nur Laune und Freude. Wirklich schade, dass auf der EP nur 5 Songs drauf sind und die Scheibe nach gut 16 Minuten schon wieder vorbei ist. Davon könnte ich viel mehr haben. Freunde des englischen Folk-Rocks sollten unbedingt mal die Pariah Beat - Seite auf My Space besuchen oder ein Video bei Youtube (z.B. das Titelstück 'Babylon Is Fallen') anschauen und ihr wisst was ich meine. Macht nur Spaß das Teil.

Pariah Beat - Pariah Beat Radio

Von der letzten Pariah Beat - CD 'Babylon Is Fallen' war ich ja ziemlich begeistert, auch wenn's nix mit Prog zu tun hatte. Das war eher Folk-Rock, der an englische Sauflieder erinnert hat. Schlicht aber einfach fröhlich und gut. Und jetzt gibt es mit 'Pariah Beat Radio' einen weiteren Output der Band und nicht nur eine sehr kurze EP wie 'Babylon Is Fallen' sondern eine komplette CD mit einer Spielzeit von schlappen 62 Minuten. Und auch mit 'Pariah Beat Radio' haben die Jungs wieder voll ins Schwarze getroffen. Die Scheibe ist voll von fröhlicher Folk-Musik mit den typischen Instrumenten Banjo, Waschbrett, schräges Piano usw. Das ist 'dreckige Party-Musik'. Rauh, ursprünglich und zu keiner Sekunde langweilig. Da bleibt kein Auge trocken und auch kein Bein still. Da muss man einfach mitwippen. Abseits des Prog sicher eine tolle Alterntive, um sich eine gute Stunde prächtig zu unterhalten. Mit 'Pariah Beat Radio' hat die Band aus Vermont einen folkigen Volltreffer gelandet. Ich möchte auch ausdrücklich auf die neue Band-Homepage verweisen, auf der ein paar Stücke der neuen CD angehört werden können. Natürlich kann dort auch die CD bestellt werden. Unbedingt antesten!!

Parry, Ian - Consortium Project

Ian Parry, seineszeichens Sänger von Elegy, versucht sich hier auf Solo-Pfaden, unterstützt von Musikern wie Patrick Rondat und Arjen Lucassen. Insgesamt ganz schön heavy und ehrlich gesagt, gefällt mir Herr Parry bei Elegy bedeutend besser. Aber die Scheibe ist vor allem bei ungeliebten Arbeiten im Haushalt (z.B. Bügeln) ausgezeichnet geeignet. Nichts, was man unbedingt haben muss.

Parry Ian (Consortium Project II) - Continuum In Extremis

Hatte Ian Parry, seineszeichens genialer Sänger der holländisch-englischen Band Elegy, auf seinem ersten Solo-Werk unter dem Namen 'Consortium Project' noch einige Musiker-Größen eingekauft, probiert er es dieses Mal mit weniger bekannten Leuten (wie z.B. Thom Youngblood von Kamelot , Günter Werno von Vanden Plas und seinen Elegy-Kumpels Patrick Rondat und Dirk Bruinenberg). Herausgekommen ist ein astreines Hard Rock - Album der feinsten Sorte ohne jeden Durchhänger, das jedem härteren Musik-Fan ans Herz gelegt werden kann. Ähnlichkeiten mit Elegy (vor allem mit dem Forbidden Fruit - Album) sind bestimmt rein zufällig aber nicht zu verbergen. Und da mir dieses Elegy-Album sehr gefallen hat, gibts für Consortium Project II von mir eine Kaufempfehlung.

Parry, Ian (Consortium Project III) - Terra Incognita

Elegy-Sänger Ian Parry hat mal wieder eine Menge von mehr oder weniger bekannten Musikern (wie z.B. Stephan Lill, Sascha Paeth,Jan Bijlsma oder Casey Grillo um nur ein paar zu nennen) eingeladen, um einen würdigen Nachfolger des Consortium Projects II einzuspielen. Und es sind mal wieder ein paar ganz fette Metal-Songs in brillianter Sound-Qualität herausgekommen. Wer den Vorgänger mochte, kommt auch um 'Terra Incognita' nicht herum. Teilweise ist die CD etwas melodischer (bis ruhiger) geworden ohne jedoch auch nur einen Moment langweilig zu werden. Die Scheibe gibt es unter anderem bei AOR-Heaven.

Parzivals Eye - Fragments

Nachdem Kalle Wallner mit seinen (bis jetzt ) zwei Blind Ego - CDs den Anfang gemacht hat, gibt es nun einen weiteren Output eines RPWL-Musikers, denn hinter 'Parzivals Eye' steckt Chris Postl, der bei der Münchner Band den Bass bedient. Ohne mich vorher über die CD informiert zu haben, hat sie den Weg in meinen CD-Player gefunden und der Anfang des Openers 'Longings End', mit über 13 Minuten auch gleich der längste Song auf der CD erinnert total an Pink Floyd der 'Neuzeit' (haha). Dann folgt eine ziemlich geniale Akustik-Gitarren, die mich, neben dem mehrstimmigen Gesang und die Melodie als solches tierisch an Alan Parsons Project erinnert. Sollten jetzt die RPWL-Musiker, nachdem sie ja als Pink Floyd-Coverband gestartet sind, jetzt die nächsten Szene-Größen der 70er und 80er kopieren? Weit gefehlt ... denn nach Durchsicht der Musiker-Liste habe ich Ian Bairnson entdeckt ... und der war ja damals für den typischen Gitarren-Sound von Alan Parsons Project verantwortlich. Ganz toll das Chris Postl diesen genialen Mann wieder 'ausgegraben' hat (von dem ich seit Jahren nichts mehr gehört habe). Ich habe jetzt zwar erst die ersten sechs Minuten des Songs gehört aber ich würde einfach mal behaupten, dass alleine die paar Minuten mit das Beste ist, was ich in letzter Zeit auf die Ohren bekommen habe. RPWL finde ich ja schon richtig toll (auch weil sie Musik in der Nähe von Pink Floyd machen), aber diese Mischung aus zwei richtig genialen Bands ist einfach sensationell. Eigentlich könnte man die CD jetzt ausmachen und einen absoluten Kauftipp abgeben, egal was jetzt noch folgen wird. Aber so bin ich ja nicht ... denn ich habe die Musiker-Liste natürlich zu Ende gelesen und finde darauf noch so klangvolle Namen wie Alan Reed (Sänger von Pallas) und Christina Booth (Sängerin von Magenta), und das sind ja beides Bands, die zu meinen Lieblingen gehören. Deswegen den nächsten drei Songs 'Signs', 'Fragments' und 'Face My Fear', auf denen Alan Reed zeigen kann, dass er einfach eine tolle und unverwechselbare Stimme hat. Ob jetzt Chris Postl die Songs extra für ihn geschrieben hat weiß ich nicht, aber der Gesang passt einfach prima zur Musik, erinnert natürlich an Pallas, sie sind (und da vor allem das Titel-Stück 'Fragments') ziemlich neo-progressiv und teilweise ganz schön fett gitarrig und für mich weitere Highlights der CD (was natürlich auch daran liegt, dass ich absoluter Fan von Alan Reed bin). So kann's weitergehen. Dann folgt der erste Auftritt von Christina Booth bei 'Meanings' (ganz typisch und wundervoll gesungen am Schluss). Bei 'Skylights' dürfte dann wieder Ian Bairnson seine Finger im Spiel bzw. an der Gitarre gehabt haben. Ein typischer Parsons-Song. 'Disguise' tanzt dann ein bißchen aus der Reihe, weil's dann doch ein bißchen arg 'melodisch' (ich will ja nicht sagen poppig) ist. Aber nicht schlecht gemacht ... vor allem die Gitarre im Mittelteil, die an Mark Kelly erinnernden Keyboards sowie ein paar von Genesis abgekupferte 'Abacab'-Teile. Ein ganz besonderer Song (für mich) ist 'Chicago', eine Cover-Version von Crosby, Stills, Nash & Young. Nicht nur dass dieser Song viele gute Erinnerungen in mir weckt (jaja ... da war ich auch jung, nämlich genau 9 Jahre alt ... aber die guten Erinnerungen sind von ein bißchen später :-)) sondern weil Christina Booth selten so dermaßen gut gesungen hat. Zuerst nur vom Piano begleitet und ab der zweiten Strophe dann auch mit Gitarre (sehr geil eingesetzt) und Schlagzeug. Und dann noch das floydige Gitarren-Solo am Schluss. Das gibt Gänsehaut pur! Auf dem nächsten Stück 'Where Have Your Flowers Gone' ist dann unverwechselbar zu erkennen, woher Chris Postl stammt ... das klingt von allen Songs noch am nächsten nach den neueren RPWL. 'Through Your Mind' ist mir persönlich dann ein bißchen zu cheesy, wobei auch da Christina Booth wirklich schön singt. Auch 'Wide World' ist mir insgesamt ein bißchen zu 'süß' aber nicht schlecht gemacht. Die CD endet dann mit einem 'Bonus Track' namens 'Another Day'. Und da werden jetzt die wahren RPWL-Fans gleich wieder hellhörig, denn der Song war schon auf der CD '9' (einer limitierten CD mit ein paar Live-Tracks sowie Solo-Sachen der einzelnen Musiker) vertreten und ist, auch wegen der Nähe zu seiner Stammband, ein wundervoller Abschluss einer wirklich begeisternden CD. Diese Scheibe MUSS man unbedingt haben. Näheres gibt es unter www.parzivals-eye.com sowie bei MySpace.

Past M.D. - Part Time Rebellion

Vielleicht kann sich noch jemand an die Oberhausener Metal-Band 'Midnight Darkness' aus den 80ern erinnern, die mit 'Holding The Night' auch eine CD veröffentlicht hatten. Mitglieder dieser Band waren unter anderem Gitarrist Detlef Poschmann und Sänger Jorg Reuter. Die Band löste sich kurz danach auf und die Nachfolger 'Born Child' waren unter anderem auch schon mit Magnum auf Tour. Und der heutige Band-Name 'Past M.D.' ist natürlich ein kleiner Hinweis auf 'Midnight Darkness', denn 15 Jahre später im Jahr 2004 trafen sich Detlef Poschmann und Jorg Reuter wieder um eine neue Band zu gründen. Und zusammen mit Andre Zimmermann (Drums), Frank Schneiders (Bass) und Marcel Planz (Gitarre) gibt es jetzt den ersten Output der Band, der zuerst (Februar 2008) in Eigenregie vertrieben wurde und jetzt (seit 07.11.2008) über Bellaphon vertickert wird.
Zuerst muss man mal sagen, dass die Jungs nichts aber auch gar nichts verlernt haben. Schon der Opener 'Fine' ist ein typischer Hard Rock - Kracher im Stil der 80er Jahre. Fette Gitarre, tolle Rhythmus-Truppe, richtig guter Gesang. Klasse. Und es geht grad so weiter. 'No Time For A Heartbreak' haut in die gleiche Kerbe. Etwas ruhiger wird es dann mit 'Waste Of Time' (könnte ein Live-Knaller werden), 'A Kiss From The Frontline' haut wieder voll auf die Zwölf, dann folgt ein Rock 'n' Roller mit 'So Happy (Without News)' (richtig gut). Danach gibt es was zum mitgröhlen ('Scared Of Dreams' ... toller Refrain), 'Escape From Poverty' ist dann wieder etwas härter (geile Gitarren-Riffs), und 'Silicone' ist auch wieder ein typischer 80er-Metal-Hammer. Dann wird's ein bißchen ruhiger bei 'Closer To You' (aber nicht lange, der Song steigert sich klasse) und wird gefolgt von der Hammer-Ballade 'Sail On' (die auch als Download-Single veröffentlicht wird oder wurde), die auch von Gotthard sein könnte. Richtig geniales Stück. Und zum Abschluss kommt dann noch 'L.A. Prisoner', einem wiederaufgenommenem Song aus der Midnight Darkness-Zeit (da kann man nochmal kräftig den Kopf schütteln).
Wer auf 80er-Jahre Hard Rock oder Melodic Metal steht, sollte Past M.D. unbedingt antesten. Hier wird man dann sicher nicht enttäuscht. Schön, dass es (noch) solche Bands aus deutschen Landen gibt. Die Band-Homepage findet man unter
www.pastmd.com.

Pastor Brad - Christmas Shred

Wow ... was für ein fettes Gitarrenspiel von 'Pastor Brad' aus Pennsylvania, USA, der sich dem christlichen Rock verschrieben hat (was irgendwie etwas schwierig ist, bei rein instrumentaler Musik ... aber 2010 kommt ein neues Album mit Vocals raus). Alle Hobby-Gitarristen (so wie ich) werden staunen, was der Junge so alles drauf hat. 80er- Old School - Heavy Rock vom Feinsten kann ich da nur sagen. Pastor Brad hat schon diverse CDs veröffentlicht, die teilweise zumindest bei Amazon gelistet aber leider alle nicht vorrätig sind und bestellt werden können (für einen ziemlich heftigen Preis ... wenn man nicht den MP3-Download vorzieht). Aber es geht auch billiger. Geht einfach auf die Homepage von Pastor Brad unter http://www.guitarjams.net/ und stöbert ein bißchen rum. Denn dort gibt es nicht nur diverse Soundfiles wie das hammergeile ''Little Town Of Bethlehem', sondern auch Bestellmöglichkeiten zu kleinem Preis. Außerdem gibt es diverse 'Guitar Lessons', die Euer Gitarrenspiel auf jeden Fall verbessern werden. 'Christmas Shred' ist eine Ansammlung von einfach geil gespielten Weihnachtssongs, die wohl zumeist eher in Amerika bekannt sind ... aber das obligatorische 'Silent Night' darf natürlich auch nicht fehlen, und das klingt so als hätte es Joe Satriani nicht besser spielen können. Da gibt es nur eins ... vor Weihnachten noch die CD bestellen und guten Freunden und Gitarristen unter den Weihnachtsbaum legen ... sie werden begeistert sein.

Pastor Brad - Break Out

Wie versprochen hat Pastor Brad, der geniale amerikanische Gitarrist, der sich der christlichen Musik verschrieben hat, ein Album mit Gesang veroffentlicht (die letzte Scheibe ... siehe meine Review ... war ja noch rein instrumental). Und siehe da, seine Musik funktioniert auch mit Vocals. Und seine Botschaften kommen so natürlich auch viel besser an. Der Opener (und gleichzeitig das Titelstück) ist nur genial. Weiblicher Gesang, fette, heavy Gitarre, tolle Rhythmus-Arbeit. ‘In Your Lovin’ Arms’ fängt auch gleich mal mit nem fetten Gitarren-Riff an, dieses Mal dann männliche Stimme, toller Metal-Kracher. ‘Turn Up The Light’, ‘Cold Blooded Killer’ (sehr geil, könnte auch von Iron Maiden sein), ‘We Win’ (etwas getragener ... und Brad kann auch Ritchie Blackmore :-)), ‘I Live’, ‘He Loves Me’ (hat einen leichten Black Sabbath- Touch), ‘Gethsemene’, ‘Edge Of Midnight’ (das erinnert mich stark an Savatage), ‘Beating The Flesh’ (Brad kann Gitarre auch ganz schön schnell), ‘Treasure Life’, ‘Choose To Love’, ‘Tentacles Of Love’ und das abschließende ‘I Wanna Be, alles geniale Heavy-Metal-Songs, bei denen natürlich vor allem die grandiose Gitarrenarbeit von Pastor Brad im Vordergrund steht und Fans von Maiden bis Helloween begeistern könnten. Wer eine außergewöhnlich gute Heavy-Scheibe von einem glaube ich außergewöhnlichen Menschen besitzen will, sollte ‘Break Out’ auf jeden Fall mal antesten. Mehr Infos gibt es auf der Homepage von Pastor Brad.

P.a.w.n. - The Gift Of Awareness (VÖ:September.2014)

Warum betreibe ich diese Homepage? Nicht weil ich der Welt meinen Senf aufdrücken will, sondern weil ich dadurch die tolle Möglichkeit habe, mit Bands in Berührung zu kommen, die ich als ‘Normalkonsument’ vielleicht nie entdeckt hätte und mir dann was gefehlt hätte.
Auch wenn diese Momente recht spärlich gesät sind, kommt es doch ab und zu mal vor, dass man eine CD zugeschickt bekommt, die man in den Player legt und einfach nur begeistert ist, was sich in der Prog-Welt so tummelt und eigentlich bekannt werden sollte.
Eine Band die auf jeden Fall darunter fällt, ist ‘P.a.w.n.’ aus Hamburg. Bereits 2002 gegründet, 2005 im Finale des Hamburger Emergenza Band-Contests, durch Personalwechsel immer wieder zurückgeworfen, vom Fünfer erst zum Trio geschrumpft und dann noch die traurige Geschichte um Gitarrist Daniel Müller-Ramien, bei dem 2009 ein Tumor diagnostiziert wurde, er dann aus der Band aussteigen musste und zwischenzeitlich verstorben ist. Er konnte aber noch bei dem Song ‘Vessels’ ein paar Vocals und Gitarrenparts beisteuern.
P.a.w.n. besteht jetzt noch aus den beiden Musikern Sebastian Rudolph (Keyboards, Gitarren, Bass, Vocals) und Dennis Matzat (Drums), die die komplette Musik geschrieben, eingespielt und produziert haben. Hut ab. Die Texte stammen vom Ex-Bandmitglied Michael Klein und als (richtig guter) weiblicher Gesang ist noch Lisa-Marie Rothe dabei.
Musikalisch bewegen sich P.a.w.n. im sicheren deutschen melodischen Prog-Bereich im Stile von ICU, Ulysses um mal ein paar ‘frühere’ deutsche Genre-Größen zu nennen. 6 Songs auf 78 Minuten, als Herzstück das 26-minütige Titelstück, viel atmosphärischer Prog, viel Gefühl, nur wenig härtere Parts, massenweise Breaks. Progger-Herz was willst du mehr?
‘The Gift Of Awareness’ kann ich nur empfehlen, denn es ist eine hochinteressante Scheibe geworden. Zu kaufen gibt es das Teil bei Amazon (ich hoffe der Link funktioniert) und bei YouTube kann man auch einiges entdecken.

Pendragon - Not of this World

Geschlagene fünf Jahre mußte die Prog-Gemeinde ohne eine Veröffentlichung von Pendragon aushalten. Ich dachte ja schon, Nick Barrett (Sänger und Gitarrist) hätte die Zeit genutzt, endlich mal eine Gesangsschule zu besuchen. Aber weit gefehlt. Er meint immer noch er kann's (und kann's halt nicht). Aber genug der Lästerei.
Begonnen hat meine 'Pendragon-Karriere' mit der CD 'The World', die ich obergenial fand. Meine Lieblings-Pendragon ist ohne Zweifel die danach folgende 'The Window of Life', die ich bedenkenlos unter die Top 20 meiner CD-Sammlung wählen würde. Und mit deren Nachfolger 'The Masquerade Overture' kann ich bis heute nicht ganz so viel anfangen. Die ist mir einfach zu langweilig. Und die neue Veröffentlichung 'Not of this World' ist musikalisch eine Mischung aus 'The World' und 'The Masquerade Overture', was wiederum eine grandiose CD gibt (weil nicht so langweilig wie 'The Masquerade Overture' alleine). Das Warten hat sich auf jeden Fall gelohnt. 'Not of this World' ist eine 100%-ige Pendragon-CD mit höchstem Erkennungswert. Immer noch eine der besten Prog-Bands zur Zeit und ich möchte deshalb eine Kaufempfehlung aussprechen. Auf der Erstauflage der CD sind außerdem noch 2 Bonus-Stücke vertreten (Akustische Versionen von 'Paintbox' und 'King of the Castle', beide Songs von der 'Masquerade Overture).

Pendragon - Acoustically Challenged

Ein Lotto-Gewinn wäre mir zwar lieber gewesen, aber auch kleine Gewinne nimmt man ja mit. So gab es auf der holländischen Prog-Page für registrierte Besucher eine Pendragon-Competition, bei der ich den Hauptpreis, eine CD sowie eine DVD gewonnen habe. Die CD beinhaltet ein Unplugged-Konzert von 'Polskie Radio 3' (aus dem Jahr 2001) und ausser Drummer Fudge Smith sind alle 'Pendragoner' anwesend, wobei Bassist Peter Gee (neben Nick Barrett) ebenfalls (akustische) Gitarre spielt. Die Songauswahl ist interessant, weil auch ein paar uralte Sachen (weil wahrscheinlich unplugged-geeignet) wie z.B. 'Alaska', '2 AM' oder 'The Voyager' gespielt werden. Pendragon unplugged konnte ich mir bis dato ja eigentlich nicht vorstellen, weil die Musik zu sehr von Barretts Gitarrensoli und dem Keyboard-Teppich von Clive Nolan lebt. Aber ich muss zugeben, dass auch die akustischen Sachen so ihren Reiz haben und zu keinem Zeitpunkt langweilig werden.

Pendragon - Believe

Da wartet man geschlagene 4 Jahre auf einen neuen Studio-Output der Ober-Proggies um Nick Barrett und Clive Nolan und dann bekommt man eigentlich 50 Minuten ziemliche Enttäuschung geboten. Instrumentales Intro, viel Midtempo-Songs, manchmal richtig gut jammernde Gitarre, fetter Keyboard-Teppich, grausamer Gesang. Leider alles schon mal dagewesen. Mich haut das nicht vom Hocker und hoffe nur, dass, auch wenn es jetzt bis zur nächste CD vielleicht 6 Jahre braucht, die Kreativität von 'The World' oder 'The Window Of Life' (beide CDs sind absolut zeitlos und noch immer wärmstens zu empfehlen) zurückkehrt. Eigentlich ganz schön schade. Mehr fällt mir zu 'Believe' nicht ein.

Pendragon - Concerto Maximo

Es hat sich wohl inzwischen rumgesprochen, dass vor allem in Polen die Prog-Szene ziemlich groß und immer noch am wachsen ist. Deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass die polnische Plattenfirma 'Metal Mind Productions' in erschreckender Häufigkeit Live-Produktionen von genialen Prog-Bands herausbringt, die natürlich auch in Polen aufgenommen wurden. Umso mehr ärgert sich dann natürlich der deutsche Fan, dass unser Nachbarland so gut bedient wird und wir bei Prog-Konzerten der bekannten Bands meistens leer ausgehen, wenn wir nicht gerade in Aschaffenburg oder Reichenbach wohnen. Denn viel mehr Konzerte gibt es ja nicht mehr auf deutschem Boden, wenn sich unsere Prog-Größen endlich mal wieder die Ehre geben auf Tour zu gehen. Auf jeden Fall kann ich mich schon langsam nicht mehr erinnern, wann Bands wie Pendragon, Arena, IQ, Riverside und wie sie alle heißen in der Gegend um Stuttgart aufgetreten sind. Umso mehr freut es einen dann natürlich, dass es wenigstens von den richtig gut besuchten Konzerten in Polen irgendwann Aufnahmen in Form von CD und/oder DVD gibt. Und so ist auch 'Concerto Maximo' von Pendragon eine Aufnahme aus Katowice (oder wie wir Deutschen sagen Kattowitz) vom 13. Oktober 2008. Neben der genialen Songauswahl (es wurden neben vielen alten Heulern auch ein paar neue Songs von der damals noch nicht veröffentlichten CD 'Pure' gespielt) fällt vor allem der neue Schlagzeuger Scott Higham auf, der auch den alten und ganz alten Songs einen fast eigenen Stempel aufdrückt und den Liedern durchweg mehr Power spendiert. Den gleichen Effekt habe ich übrigens neulich beim Night Of The Prog - Festival auf der Loreley auch positiv feststellen können (wo Pendragon übrigens ihren für mich bis jetzt besten Gig überhaupt abgeliefert haben ... und ich habe Pendragon schon öfter gesehen). Hört Euch nur mal 'Breaking The Spell' an, wie Scott Higham nach 4 Minuten nach vorne treibt ... einfach nur gut, und von den neuen Songs von 'Pure' ganz zu schweigen. Da haben Pendragon einen richtig guten Einkauf getätigt. Über das gefühlvolle Gitarrenspiel von Nick Barrett brauche ich ja nicht mehr viel zu schreiben, aber auch er liefert auf diesem Konzert eine weltklasse Leistung ab. Clive Nolan bleibt mit seinen Keyboardteppichen ein bißchen im Hintergrund (der war früher auf Konzerten etwas präsenter) und Bassist Peter Gee zeigt mal wieder, dass er einer der Besten im Genre ist.
Concerto Maximo ist auf jeden Fall wärmstens zu empfehlen, auch wenn man schon die diversen anderen Live-Outputs von Pendragon hat. Denn sowohl soundmäßig als auch von der Songauswahl steckt diese Doppel-CD alle Vorgänger in den Schatten. 'Concerto Maximo' gibt es auch noch als DVD sowie als Package mit DVD/CDs. Über die DVD kann ich leider nichts sagen, weil ich sie nicht habe. Aber wenn ich mir die CDs noch zwei drei mal angehört habe, werde ich sie wahrscheinlich doch noch kaufen.

Pendragon - Pure

Pendragon ... viele Jahre einer meiner absoluten Lieblings-Bands im Neo-Prog-Sektor. Vor allem die absoluten Hammer-CDs 'The World' (von 1991) und noch mehr 'The Window Of Life' (von 1993) kann ich jedem nur halbwegs interessierten Musik-Liebhaber ans Herz legen. Danach gab's mit 'The Masquerade Overture', 'Not Of This World' und 'Believe' noch drei weitere Studio-Outputs, die mir teilweise richtig gut bis eher durchwachsen gefallen haben. Besonders 'Believe' war nicht so ganz auf meiner Wellenlänge (auch wenn meine Kritik doch etwas zu hart ausgefallen ist). Umso gespannter war ich jetzt auf den neuen Output 'Pure', den es im Moment nur auf der Band-Homepage zu bestellen gibt und bei Just For Kicks erhältlich ist und beide Male auch nur als limitierte Book-Edition mit Bonus-DVD. Offiziell erscheint die CD wohl dann im Januar 2009 wenn ich mich noch recht erinnere. Und falls Ihr so lange warten wollt ... Euch entgeht schon was. Kein Vergleich zu 'Believe', denn Pendragon sind etwas härter geworden (schon der Opener 'Indigo' haut ganz schön rein und ist ziemlich gitarrenlastig) und auch der Gesang von Nick Barrett klingt viel angenehmer als auf den letzten Outputs. Keyboarder Clive Nolan darf auch wieder seine Klangteppiche ausbreiten, Peter Gee ist wie immer sehr souverän am Bass und auch Neu-Schlagzeuger Scott Higham macht seine Sache ausgesprochen gut. Absolut dominant (und wie immer wunderschön) sind aber die gefühlvollen Gitarren-Parts von Nick Barrett, der mal wieder zeigt, wer zu den Top Five -Gitarristen des Prog-Genres gehört. Nichts verlernt der Mann ... und das ist auch gut so. Die ersten knapp 14 Minuten sind also einfach nur genial und man schwebt einfach dahin. 'Eraserhead' ist dann ein typisches Pendragon-Stück der 'Neuzeit', aber von der besseren Sorte. Also nochmal 9 Minuten klasse Musik. Dann folgt der Dreiteiler 'Comatose' (fast 18 Minuten), der wie zu alten World-Zeiten beginnt, dann ziemlich heavy wird (ein ganz neues Gesicht von Pendragon), zwischendurch ein bißchen nach Radiohead klingt (ziemlich elektronisches Gezwirbel zum Teil) und in typischer Pendragon-Manier endet (also mit nem affengeilen und minutenlangen Gitarrensolo). Insgesamt ein Hammer-Song. 'The Freak Show' ist dann etwas schräg (aber das sagt ja der Name eigentlich schon) am Anfang, mutiert dann aber am Ende wieder zu nem richtigen Pendragon-Song (auch richtig gut). Und mit 'It's Only Me' endet die CD mit einer Hammer-Ballade fast im Stil von 'Am I Really Losing You'. Wunderschönes Keyboard, toller Gesang und 3-minütiges Gitarren-Solo (!!) am Schluss. Grandioses Ende einer wirklich wunderbaren CD, die in keinem Prog-CD-Regal fehlen darf. Pendragon haben mich mal wieder total überzeugt und ich kann hier nur einen uneingeschränkten Kauftipp abgeben. Muss man haben. Über die Bonus-DVD kann ich leider nichts sagen, weil ich noch keine Zeit hatte, mir das Teil anzuschauen.

Pendragon - Passion

Ich hoffe mal, Nick Barrett hat mir mittlerweile meine sehr schlechte Kritik zu ‘Believe’ verziehen. War ich doch schon beim Nachfolger ‘Pure’ mehr als gnädig mit meinen Worten. War aber auch eine richtig geniale Scheibe, die sowohl an die ‘alten Zeiten’ erinnerte, aber auch eine etwas andere und neue Seite von ‘Pendragon’ gezeigt hat, waren doch Teile der Scheibe schon ganz schön heavy. Um so gespannter war ich jetzt, wie denn der neueste Output ‘Passion’ (übrigens auch wieder mit einer Bonus-DVD erhältlich) ausfallen würde. Und ich bin ziemlich überrascht, denn Pendragon haben sich fast neu erfunden. Im Vergleich zu ‘Pure’ wurde noch eine Schippe Neues draufgepackt, ohne aber auf die bekannten und beliebten Trademarks der Band (also geile Gitarrensoli von Nick Barrett und üppige und schwülstige Keyboard-Teppiche von Clive Nolan wie z.B. beim 11 1/2 - minüter ‘Empathy’) zu verzichten. So wird mal die Stimme elektronisch verzerrt (‘Passion’), mal wird gejodelt (ganz am Schluss des grandiosen und 13 Minuten langen ‘This Green And Pleasant Land’), es gibt Harfen (am Anfang von ‘It’s Just A Matter Of Not Getting Caught’). Eingefleischte Pendragon-Fans werden mit ‘Passion’ bestimmt am Anfang ihre Schwierigkeiten haben. Aber mehrere Durchläufe später wird man erkennen, dass die CD ein wahres Meisterwerk ist. Ich hätte nicht gedacht, dass die Jungs auch nach so langer Zeit noch so so was fähig sind. Muss man unbedingt haben! Auch die Bonus-DVD mit einer Dokumentation über die Entstehung der Scheibe ist richtig interessant, gibt doch Nick Barrett hier einige Einblicke über seine Ideensammlung und Umsetzung im Studio.

Pendragon - Out Of Order Comes Chaos

Nach Concerto Maximo aus dem Jahr 2009 und gerade mal 2 weiteren Studio-CDs (Pure und Passion ... wobei auf der Concerto Maximo schon ein paar Songs von ‘Pure’ drauf waren) schon wieder eine Live-Doppel-CD mit dazugehöriger DVD. Muss das sein? Ja muss ... denn das Repertoire von Pendragon ist nach gefühlten 30 Jahren feinster Prog-Musik so groß, dass sich die Song-Auswahl doch sehr unterscheidet (zum Glück). Nicht ein Song ist doppelt !! Das Hauptaugenmerk lag bei dem 2011er-Konzert (aufgenommen mal wieder in Polen, genauer gesagt in Katowice ... und somit ist auch klar, dass es sich erneut um eine Veröffentlichung des polnischen Labels Metal Mind handelt) natürlich auf der letzten CD Passion ... immerhin 4 der 7 Songs wurden gespielt ... aber es gibt auch genügend ganz alte Überraschungen wie z.B. ‘Back In The Spotlight’, ‘Shane’ oder auch ‘Last Man On Earth’ was man immer wieder gerne hört. Deswegen kann ich auch bei dieser Live-Scheibe eine Kaufempfehlung abgeben. Auf der dazu passenden DVD sind übrigens noch ein paar Songs mehr drauf, die wohl keinen Platz mehr auf der CD gehabt haben.

Pendragon - Men Who Climb Mountains (VÖ:09.10.2014)
Am Anfang meiner Kritik möchte ich schon mal betonen, dass ‘Men Who Climb Mountains’ eine der besten Pendragon-CDs der ‘Neuzeit’ geworden ist. Ich hätte nicht gedacht, dass Master-Mind Nick Barrett, der mal wieder alle Songs geschrieben und auch noch ein paar Keyboard-Solos und Piano-Parts beigesteuert hat, nochmal so eine geniale Scheibe veröffentlicht. Der Opener ‘Belle Ame’ und das folgende ‘Beautiful Soul’ sind sowas von perfekt (klingt nach Pendragon der End-Achtziger bis Neuzeit ... hier werden alte bis uralte Erinnerungen wach) mit einer traumhaften Melodie, Steigerung, Instrumentierung ... zum dahinschweben. Hier noch ein 5-minütiges Gitarrensolo am Schluss und es wäre der Pendragon-Song des Jahrhunderts. Und das folgende ‘Come Home Jack’ schließt sich nahtlos an mit genialer Gitarre, zurückhaltendem Bombast, Rock, viel akustischer Gitarre und endlich einem Gitarrensolo gegen Ende.
‘In Bardo’ hätte dann locker auf der ‘The World’ sein können ... wieder mit Gänsehaut-Gitarre. Und das waren jetzt 25 Minuten Pendragon at it’s best. Einfach sensationell. Und mit ‘Faces Of Light’, das ein bißchen kitschig ist, geht es gerade so weiter. Hammer. Das folgende ‘Faces Of Darkness’ haut mich jetzt nicht wirklich vom Hocker (ist mir zu chaotisch und die verzerrte Stimme ist auch nicht so meins ... aber das Gitarrensolo nach 5 Minuten entschädigt), und die restlichen drei Songs sind wieder Pendragon pur mit viel Keys, Gitarren-Soli, mehrstimmigem Chor usw. I love it !!!
 In der limitierten Doppel-CD-Fassung gibt es dann noch Nick Barrett alleine akustisch mit diversen Pendragon-Heulern von ‘The Voyager’ über ‘Nostradamus’ und ‘Paintbox’ bis ‘Master Of Illusion’. Die paar Zuhörer (es ist ein Acoustic House Gig) machen begeistert mit und Barrett ist auch richtig gut drauf). Nett aber muss man nicht unbedingt haben. ‘Men Who Climb Mountain’ kann ich aber ohne Einschränkungen empfehlen. Darf in keinem Proggie-CD-Regal fehlen.

Persona Non Grata - Shade In The Light

Prog-Metal aus Griechenland? Endlich mal wieder was Neues auf meiner Homepage. Denn 'Persona Non Grata' kommen eben da her und machen Prog-Metal vom Feinsten. Gegründet wurde die Band von John Ioannidis (Keyboards) und Chris Gatsos (Gitarre), die auch alle Songs komponiert haben. Und nachdem dann der (wirklich gute und ein bißchen nach Russel Allen klingende) Bill Axiotis gefunden wurde, gab's die Aufnahmen für 'Shade In The Light'. Zwischenzeitlich sind die zwei Studiomusiker Akis Gavalas (Drums) und Chris Vogiatzis (Bass) feste Mitglieder der Band und ich hoffe, dass die Jungs in Prog-Metal-Kreisen bald bekannter werden. Musikalisch gehen sie so in Richtung Fates Warning gemischt mit Symphony X, also teilweise getragener aber fetter Prog-Metal, der sich vor den Szene-Größen (jetzt mal Dream Theater ausgenommen, die einfach eine Sonderstellung haben) nicht zu verstecken brauchen. Richtig angenehm, und das möchte ich nochmal betonen, ist aber echt der Sänger ... so einen Stimmumfang findet man selten in dem Genre. Leider habe ich von der Band keine Homepage gefunden, aber bei MySpace sind sie vertreten. Und bei Just For Kicks kann man die CD bestellen. Prog-Metal-Freunde sollten auf jeden Fall mehr als ein Ohr riskieren. Ich kann die CD nur empfehlen.

Petrucci/Rudess - An Evening With ...

Ich habe einen kleinen Tip für alle Hobby-Gitarristen und Hobby-Keyboarder ... und alle Semi-Professionellen der gleichen Sparte: Bitte tut es Euch NICHT an und kauft Euch die Live-CD der Dream Theater - Heroren ... denn nach dem ersten Hören werdet Ihr Eure Instrumente in die Ecke werfen und nie wieder anfassen. Es ist einfach sensationell, was die Jungs draufhaben. Vor allem John Petrucci an der akustischen Gitarre, die er bei Dream Theater ja nicht so oft auspackt, ist er der volle Meister. Aber auch Jordan Rudess hat ein paar herausragende Parts zu bieten. Einzig bekanntes Stück ist übrigens 'State Of Grace' (von der ersten Liquid Tension Experiment - CD), alle anderen Songs sind zumindest meines Wissens nach neu und, das würde mich jetzt auch nicht mehr wundern, wahrscheinlich kurz auf dem Konzert improvisiert worden. Auf jeden Fall gibt es 78 Lehr-Minuten der allerfeinsten Art, mitgeschnitten im Jahr 2000 im Helen Hayes Perfoming Arts Center in Nyack, NY. Und mein DANK geht an Steffi für den genialen Tip :-)), da wäre mir echt was entgangen.

Phantasma - The Deviant Hearts (VÖ:20.11.2015)
Eine neue Supergruppe des Symphonic-Rock? Das vielleicht nicht, aber auf jeden Fall eine super Gruppe. Charlotte Wessels (Delain), Georg Neuhauser (Serenity) und Oliver Philipps (Everon) ... alleine die Namen versprechen schon mal einiges. Neben diesen drei Ausnahmemusikern gesellen sich als Gäste dann auch noch Jason Gianni (Drums - Neal Morse Band / TSO), Randy George (Bass - auch Neal Morse Band), Thomas Buchberger (Ex-Serenity) und als weitere Vocalisten Chloe Lowery (TSO), Thomas S. Englund (Evergrey) und Dennis Schunke (Van Canto). Alleine diese Aufzählung ... würde ich mal sagen ... reicht zum Kauf des Albums. ‘The Deviant Hearts’ basiert auf einer Novelle, die Charlotte Wessels geschrieben hat. Musikalisch bewegen sich Phantasma auf sicherem Boden. Symphonic Rock at it’s best würde ich mal sagen. Immer schön getragen, gefühlvoll und manchmal richtig bombastisch. Unglaublich gut passen die Stimmen von Charlotte Wessels und Georg Neuhauser zusammen. Auf einigen Songs gibt es geniale Duette. Einzelne Songs herauszuheben würde dem Album nicht genügen ... zu sehr ist alles aus einem Guss. Trotzdem ... das Titelstück (klingt voll nach Serenity), ‘Runaway Grey’, ‘Try’, ‘Enter Dreamscape’ (noch so ein Teil das locker auf einer Serenity-Platte Platz finden würde ... lustigerweise nicht von Georg Neuhauser sondern von Oliver Philipps geschrieben), ‘The Sound Of Fear’ (was für eine Power-Ballade) und ‘Let It Die’ (geht nicht mehr aus dem Kopf) stechen noch ein bißchen heraus. Und auch der Bonus-Track ‘Symphony Of Light’ ist der Hammer. Ich kann hier nur eine absolute Kaufempfehlung aussprechen. Könnte die CD des Jahres 2015 werden.
‘The Deviant Hearts’ gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Ich habe mir (direkt bei Napalm Records bestellt) die fetteste Version gegönnt ... als 3-fach CD in LP-Cover-Größe. CD 2 und 3 ist die oben genannte Novelle, gelesen von Charlotte Wessels, die auch im ‘Booklet’ (wenn man das fette große Teil so nennen darf) abgedruckt ist. Wäre auch ein schönes Weihnachtsgeschenk für jeden Musikliebhaber. Auch mal auf YouTube schauen ... da gibt es aktuell 2 Videos, die auch richtig gut gemacht sind.

Phantom's Opera - Act IV

Kritik von Siggi Greck
Nach einer 5jährigen Pause seit Ihrer letzten CD nun das vierte Werk der US-Rocker. Nachdem mir nach dem starken Debüt und dem Nachfolgewerk "So Long To Broadway" die dritte CD "Following Dreams" nicht sehr gut gefallen hat, kann die neue CD wieder etwas mehr begeistern. Der Keyboarder Jack Young ist wie bei den anderen Alben für das komplette Songwriting zuständig. Phantom`s Opera bieten melodischen Bombast-Rock. Übrigens ist auf diesem Album erstmals Terry Brock (ehemals Strangeways und The Sign) als Sänger dabei. Sehr gut gefallen mir die Stücke "Etched In Stone", "Shadows On The Wall" und "God Save The King".

Phenomena - Psycho Fantasy

Kritik von Siggi Greck:
Phenomena ist wohl nur den älteren Lesern dieser Homepage ein Begriff. Diese Hardrock-Truppe veröffentlicht nun ihr 4. Studioalbum. Bisher erschienen: „Phenomena“ (1985), „Dreamrunner“ (1987) und „Inner Visions“ (1991“). Und nun, nach 15 Jahren Pause das neue Werk „Psycho Fantasy“. Hinter Phenomena steckt Tom Galley, der alle Alben produziert hat und bei allen Liedern am Songwriting beteiligt ist. Vor allem die beiden ersten Alben sorgten auch in kommerzieller Hinsicht für einige Schlagzeilen. Phenomena war eine aus bekannten Musikern zusammengewürfelte Studioband, die meines Wissens niemals live in Erscheinung getreten sind. Mitwirkende auf den ersten 3 Alben unter anderem: Glenn Hughes, Brian May, Neil Murray, Don Airey, Cozy Powell, Richard Bailey, John Wetton. Für das neue Werk konnten für den Gesang unter anderem Glenn Hughes und Tony Martin gewonnen werden. Meine Favoriten auf dieser CD: „So Near So Far“, „Higher“(mit einem sensationellen Glenn Hughes) und „How Do You Feel?“ (ebenfalls mit einem Glenn Hughes in Hochform). Alles in allem: Pflicht für alle Freunde des melodischen Hardrocks!

Phenomena - Blind Faith

Freunde des Melodic-Rock werden von Phenomena sicher schon mal was gehört haben, wurden doch in den 90er-Jahren diverse CDs mit Bergen von Gast-Musikern und Gast-Sängern veröffentlicht (es handelt sich hier also um ein Projekt), die allesamt mehr als hörbar bis richtig toll sind. Und nach jahrelanger Abstinenz hat Phenomena-Schaffer Tom Galley wieder einen ganzen Haufen Leute zusammengetrommelt (ich möchte nur folgende Namen erwähnen: Tony Martin - Black Sabbath, Mike DiMeo - Masterplan, Terry Brock - Giant, Ralf Scheepers - Primal Fear, Rob Moratti und Ian Crichton - Saga) und ein richtig geiles Melodic-Rock-Album eingespielt. Alleine der Song ‘The Sky Is Falling’ (mit Sänger Tony Martin, den ich über alles schätze) würde den Kauf der CD rechtfertigen. Wie in alten Tagen singt der Mann. Einfach nur gut. Aber auch der Rest ist richtig klasse und Song für Song geht in’s Ohr und nicht mehr raus. Fans dieses Genres müssen das Teil haben.

Phloxx - Face 2 Face

Kritik von Georg Lögler
In den ersten Monaten des Jahres 2003 geschehen gar kuriose Dinge : Da veröffentlichen zwei Bands mit recht ähnlichem Sound ihre CD's : Die einen, EVANESCENE aus Amerika landen mit dem einzigen guten Song ihrer CD auf dem "Daredevil"-Soundtrack und sind aufgrund der Heavy-Rotation des Videos in aller Munde – die anderen, PHLOXX aus Deutschland krebsen mühselig im Untergrund herum und freuen sich sicherlich über jedes verkaufte Exemplar ihrer nahezu durchgehend guten CD, die nur über ihre Website www.phloxx.de erhältlich ist.

Bei den Amis ruft das Label der Band in einem öffentlichen Brief, alle Veröffentlichungen von EVANESCNE aus den christlichen Shops und Radios zurück !?!? Die Deutschen PHLOXX gehen genau den gegenteiligen Weg und stellen ihren Glauben und Gott in den Mittelpunkt ihrer ausschließlich Eigenkompositionen. Dabei bauen die 5 – nicht unähnlich zu GUANO APES – durch brachiale Riffs, eingestreute Keyboardfills und allen voran den Gesang von Mirjam Sijanta ihre Songs derart auf, dass man sie immer wieder hören möchte. Im Jahre 2001 habe ich die Band bei einem ihrer ersten Auftritte in Owen gesehen, und sie weckten schon damals mein Interesse. Mirjam kann sowohl aggressiv shouten als auch überzeugend singen ("Gehtsemane" und "World through your eyes") und ihre samtene Stimme hat irgendetwas betörendes. Ausgerechnet bei einem der besten Songs, dem krachenden treibenden "Jesus" dann leider ein grosses Minus : Eine völlig unpassende Rapeinlage, die diesen tollen Song entwertet, schade.

Höhepunkt der Platte (neben "You Need") ist das ruhige "World through your eyes" – bei dem Keyboarder Waldemar Friesen auf Piano umgeschaltet hat, und der Gitarrist immer ein Kurzriff Marke "startender Motor" einstreut und darüber wieder der hypnotisierende Gesang und im Hintergrund Streichinstrumente – absolut fantastisch ! Das geht so weiter u.a. auf dem eindringlichen "Nearly Day" und immer wieder fällt der Keyboarder auf durch seine songdienlichen Effekte. Und wer weiss, vielleicht hängen bei PHLOXX-Gigs demnächst auch Zettel in der Halle "Kein Stagediving !" – wie bei TOURNIQUET auf der Christmas Rock Night - im Booklet ist jedenfalls ein verschwommenes Foto zu sehen, auf dem diverse Leutchen durch die Luft fliegen...Zu wünschen ist es auf jeden Fall der jungen sympathischen Band, also unterstützt sie bitte !

Pictorial Wand - A Sleeper's Awakening

Aus Norwegen kommen ja normalerweise nur so richtige Schwer- oder Dunkelmetaller. Umso überraschter war ich über die Information, dass auch die 'Band' Pictorial Wand (die eigentlich aber nur aus Mattis Sörum besteht, der für alle Gitarren, Sitar, Orgel, Keyboards und Orchester-Arrangements verantwortlich ist und sich einen Arsch voll mir völlig unbekannter Mit-Musiker und Gast-SängerInnen besorgt hat) aus dem Land im hohen Norden stammt und mitnichten irgendwelches Todesblei verbricht. 'A Sleeper's Awakening' ist für mich DIE Überraschung und Neuentdeckung des Jahres, denn die Doppel-CD ist symphonischer Prog-Rock vom Feinsten und für mich am ehesten noch mit Ayreon zu vergleichen. Die Story handelt von einer Person, die nach einem langen Blick in den Spiegel aufwacht und sich seiner Fehler bewusst wird, die er im Laufe seines Lebens gemacht hat. Kurz die sieben Totsünden in einer abstrakten Umgebung. Mehr wird jetzt einfach mal nicht verraten, denn die CD MUSS ein Proggie glaube ich haben, der auf verschachtelte Stories und melodischen Prog steht. Ich würde mal sagen die bis jetzt beste Veröffentlichung von Unicorn Digital. Super.

Pink Floyd - Pulse (Doppel-DVD)

Ich weiß echt nicht mehr, seit wie vielen Jahren diese DVD versprochen und die Veröffentlichung immer wieder verschoben wurde. Letztes offizielles Datum war jetzt Ende September 2006 ... und dann DIE Überraschung. Ohne irgend eine Vorankündigung steht das Teil bereits Anfang Juli (sozusagen 'pünktlich' zum Tod des Ur-Besetzungs-Mitglieds Syd Barret) plötzlich in den Läden. Und das ist wie wenn Weihnachten und Ostern zusammenfällt ... naja, zumindest für Pink Floyd - Fans. Aber hat sich das Warten auch gelohnt? Also ich würde diese Frage definitiv mit einem JA beantworten. Okay, das Bild nur in 4:3 und nicht in 16:9 ist vielleicht nicht der neueste Stand, aber da das hier verewigte Konzert bereits 1994 aufgenommen wurde (im Earls Court in London), hätte eine Umwandlung in 16:9 einen Qualitätsverlust bedeutet. Und wer die Perfektionisten von Pink Floyd kennt weiß, dass das ja nicht sein kann. Dafür gibt es den Sound neben Stereo und 'normalem' 5.1 Dolby Digital (also mit 448 kbps) zusätzich noch in einer 5.1 Version mit 640 kbps, mit der allerdings ältere DVD-Spieler nichts anfangen können. Muss man also ausprobieren, ob bei Euch dieser Super-Sound kommt oder nicht. Das Konzert mit einer Länge von 145 Minuten selber ist natürlich absolut geil gefilmt ... die Lightshow stellt auch 12 Jahre danach noch das non plus ultra dar. Und als besondere Features gibt es dann noch allen möglichen nötigen und unnötigen Schnickschnack von ein paar Bootleg-Aufnahmen über die Screen Films (die während des Konzertes auf der Video-Leinwand gelaufen sind), einem Film eines Roadies über die Tour bis zu Bühnenplänen und einem Mitschnitt einer Preisverleihung, wo danach Billy Corgan von den Smashing Pumpkins als Laudator noch eine Akustik-Version von 'Wish You Were Here' mitspielt. Für mich DAS Referenzwerk in Sachen Konzert-DVD.

Pink Floyd - The Endless River (VÖ:07.11.2014)

Für die ‘neue’ Pink Floyd CD gibt es wohl ziemlich unterschiedliche Meinungen.

Meinung 1:
Wow ... endlich was Neues von der genialen Band. Ich freue mich so und finde es wie immer einfach nur toll.

Meinung 2:
Was soll der Scheiß ... Resteverwertung auf niedrigstem Niveau um noch ein paar Euros in die leeren Schatullen zu spülen.

Meinung 3 = meine Meinung:
Ich habe mich tierisch darüber gefreut als ich gelesen habe, dass Pink Floyd nach über 20 Jahren doch nochmal eine CD heraus bringen. Nachdem ich aber mitbekommen habe, dass das alles nur Reste der Division Bell - Aufnahmen von 1993 sind, war ich ziemlich ernüchtert. Auch die kleinen Teaser im Internet waren nicht wirklich berauschend. Trotzdem habe ich mir das Teil zusammen mit der Bonus-DVD, einem fetten Booklet und drei Postkarten gekauft. Und nach dem ersten Hören war ich dann doch ziemlich enttäuscht. Meinung 2 war auch meine Meinung. 55 Minuten fast nur instrumental, nur der letzte Song (Louder Than Words) mit Gesang und neben ein paar richtigen Stücken (die man als Songs bezeichnen kann) nur irgend welche völlig zusammenhanglos aneinandergebastelte Sound-Schnipsel.
Doch manchmal hilft ein zweiter, dritter, vierter usw. Durchgang, um dann doch noch Gefallen daran zu finden um am Ende zu dem Fazit zu kommen, dass ‘The Endless River’ doch ein schöner und notwendiger Abschluss der Band ist, der nicht anders hätte sein können.
‘The Endless River’ beginnt mit ‘Things Left Unsaid’, das fast eine Hommage an ‘Echoes’ sein könnte. Das geht nahtlos in ‘It’s What We Do’ über, einem weiteren Part von ‘Shine On You Crazy Diamond’ ... genial, Gänsehaut, fette Gitarre und mit über 6 Minuten das längste Instrumental-Stück. Alleine deswegen lohnt sich schon der Kauf. Die nächsten 4 Stücke haben auch nicht wirklich viel mit der Division Bell zu tun sondern sind auch eher ‘ältere’ Pink Floyd. Nächster Übersong ist dann ‘Anisina’, cooles Piano, coole Gitarre, cooles Saxophon. Wieder Gänsehaut. Dann plätschert die CD so vor sich hin bis ‘Allons-y (1)’, das den Rhythmus von ‘Keep Talking’ aufnimmt, dann gibt’s Orgel aus der Royal Albert Hall, Teil 2 von ‘Allons-y (wieder geil), ‘Talkin’ Hawkin’ (mit einem Vocal-Beitrag von Stephen Hawking) und wieder einer traumhaften Gitarre, wieder ein bißchen Dahingeplätscher, ein schönes ‘Surfacing’ und das schon genannte ‘Louder Than Words’, einem nette Floyd-Song, der allerdings gegenüber dem Rest etwas abfällt (der Text stammt übrigens von Frau Gilmour ... Polly Samson) aber am Schluss doch wieder ein fettes Gitarren-Solo hat..

Warum ist diese CD genau so richtig wie sie ist? Weil es keine Neueinspielung mit irgend welchen Gast-Musikern ist sondern hier der leider zu früh verstorbene Rick Wright gewürdigt wird mit Original-Aufnahmen, die sonst der Nachwelt fehlen würde.
Gebt der Scheibe eine Chance!
Aber ich hoffe echt, dass es das jetzt war, denn ich habe im Internet gelesen, dass es noch massenweise Aufnahmen aus der Zeit geben soll ... aber das wäre dann echt Resteverwertung die kein Mensch braucht.

Pinnella, Michael - Enter By The Twelfth Gate

Solo-CDs von Keyboardern sind ja meist eher unterirdisch schlecht. Zumindest habe ich da so einigen merkwürdigen Schrott im CD-Regal (ich denke da nur an Jim Gilmour von Saga oder ein paar Outputs von Asia-Tastenmann Geoffrey Downes). Symphony X - Keyboarder Michael Pinnella macht da nur eingeschränkt eine bessere Figur. Irgendwie müssen die Jungs wohl immer zeigen, was sie auf siebzehn Tastaturen gleichzeitig mit zwei Händen, zwei Füssen, der Nase und was weiß ich noch was spielen können. Und raus kommt dann meistens ein unerträgliches Gedudel. Okay, Herr Pinnella hat sich wirklich bemüht, in seine Songs auch ein paar Strukturen reinzubekommen und nicht nur uninspiriert rumzududeln. Und so sind dann doch ein paar Songperlen auf dem Output enthalten, die allerdings durch Hören des Rests hart erkauft werden müssen. Vor allem die 3 Teile des Piano Concerto#1 mvt. 1 - 3 sowie das Titelstück möchte ich hier doch positiv erwähnen. Ansonsten ist die Scheibe ... wer hätte es gedacht ... dann doch eher für Keyboard-Freaks.

Plant, Robert - Mighty Rearranger

In den einschlägigen Musik-Postillen wird die neue CD des ehemaligen Led Zeppelin - Sängers ja hochgelobt ohne Ende. Beste CD der letzten 10 Jahre und was ich alles lesen musste. Leider ist es dann meistens so, dass genau diese Einschätzungen von mir nicht geteilt werden. Und so kann ich eigentlich nur ein paar Worte über die CD sagen: Die Kritiken sind natürlich völlig übertrieben. Klar, wenn so ein Sangesgott, der Robert Plant unbestritten ist, sich mal wieder herab lässt, seinen Jüngen einen silbernen Output vor die Füsse zu werfen, muss man Preisen bis zum gehtnichtmehr. Aber nüchtern betrachtet ist die CD sicher nicht schlecht, denn wer so eine CD veröffentlicht, macht es wirklich nur noch aus Spass und nicht weil er Geld damit verdienen muss ... absolut relaxed und keinesfalls auf Kommerz produziert. Aber es ist auch nicht der Überflieger. Sangesmäßig hat Herr Plant nichts verlernt und seine Stimme klingt noch fast so wie in alten Zeppelin-Zeiten. Und das merkwürdig-musikalische wie z.B. auf der 'No Quarter-' oder 'Clarksdale-CD' fehlt Gott sei Dank auch. Aber den leichten Touch zum Orientalischen hat er auch nicht abgelegt. Mein Tip: Vielleicht vorher lieber mal reinhören.

Plasmic Ocean - Haptic Trips

Plasmic Ocean ist eine Band aus Chemnitz, die, obwohl sie schon seit 1999 besteht, bis jetzt so völlig an mir vorbei gegangen ist. Obwohl ... so richtig vorbei eigentlich nicht, denn immerhin Keyboarder Pierre Laube ist schon auf meiner Homepage verewigt. Dort allerdings unter dem Namen 'Black Shark Said'. Nun liegt die neue Scheibe von 'Plasmic Ocean' in meinem Player und im Vergleich zu 'Black Shark Said' würde ich mal sagen, ich erkenne da kaum Gemeinsamkeiten. Selbst beschreibt die Band ihre Musik als 'Extended Rock', was immer das auch sein mag. Mich erinnerts ein bißchen an die guten alten 70er (wen wundert's, denn die Band hat ihre Einflüsse von den großen 70er-Jahre-Bands wie Led Zeppelin, Black Sabbath und Yes) und auch der Band-Name ist angelehnt an den Sabbath-Song 'Spiral Architect'. Interessant ist auf jeden Fall der Stil-Mix auch innerhalb eines Songs, bei dem es harte Gitarren-Riffs gepaart mit altem Pink Floyd-Sound gibt (wie z.B. im vierten Song 'Like A Bump On A Log'. Aber auch die Hard-Rocker und Matten-Schwinger kommen auf ihre Kosten (hört Euch nur mal den Beginn von Song 5 'A. vs. R.' an). Das ist Sabbath gemischt mit Zeppelin ... nur stark. Oder das folgende 'Nails'. Auch ein fette Rocker. Richtig gefühlvoll mit Piano können sie aber auch (Titelstück !! Leider 5 Minuten zu kurz, da hätte locker noch ein Bombast-Teil und ein 3 minütiges Gitarren-Solo drangepasst). Glänzend hier auch die Sangesleistung von Peter Barthel. Dass sie aber nicht nur von 70ern beeinflusst werden sondern auch 'modernen' Art- oder Neoprog-Rock drauf haben (Porcupine Tree lässt grüßen), beweisen sie z.B. bei 'Who Cares?'. Mein absoluter Favorit ist aber das mit knapp 7 Minuten längste Stück 'Yell', ein Prog-Metal-Hammer vom Feinsten (tolles Gitarren-Solo und atemberaubende Breaks). Insgesamt ein tolles Album der Chemnitzer, das auf jeden Fall Beachtung finden sollte. Und hier sind sowohl Proggies als auch Hard Rocker gut bedient. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage. Dort kann man ein paar MP3-Files anhören und natürlich auch die CD für schlappe 10 Euro bestellen.

Poor Genetic Material - Summerland

Neues von QuiXote-Music. Nach dem genialen Silberling '101' von Tea for Two aus dem selben Haus gibt's jetzt eine weitere Scheibe, die auf jeden Fall empfohlen werden muss. Poor Genetic Material (PGM), bis jetzt ein rein instrumentales Projekt von Stefan Glomb (Gitarre) und Philipp Jaehne (Keys) mit immerhin zwei (mir völlig unbekannten) Alben, verbanden sich für ihre Song-orientierten Ideen mit Alias Eye - Sänger Philip Griffith und Alias Eye - Schlagzeuger Ludwig Benedek, um Summerland einzuspielen. Zuerst einmal möchte ich erwähnen, daß mir Philip Griffith als Sänger bei Alias Eye nicht unbedingt gefällt, da er mir dort einfach zu eintönig singt. Deshalb war ich umso überraschter über die Sangesleistung bei PGM. Offensichtlich passt seine Stimmlage zu den eher ruhigeren Songs von PGM einfach besser. Aber nun zur CD. Eröffnet wird die Scheibe durch den Song 'Shooting Psycho', der mich - vor allem wegen dem irren Sprechgesang - unheimlich an 'Once in a Lifetime' von den Talking Heads erinnert. Auch der Refrain 'I shoot my gun, I'm having fun' zeigt, daß der Titel den Namen zurecht trägt. Wer jetzt allerdings glaubt, die CD geht so abgedreht weiter, hat sich schwer getäuscht. 'Wouldism' ist eine zuckersüße Ballade mit über 7 Minuten Länge, bei der aber keine Langeweile aufkommt. 'Living Desert' möchte ich mal mit 'Vollenweiders Harfe meets Kamele in der Wüste' umschreiben (Augen zu und Du stehst auf einer Sanddüne in der Sahara), ein wunderschöner, atmosphärischer Song, der allerdings vielleicht eine Minute zu lang ist. Auf 'Just Another Me' geht's ebenfalls ruhig und melodisch weiter, der Song wandelt sich aber zur Mitte hin zur fetzigen Mitklatsch-Nummer (das ist jetzt aber nicht negativ gemeint) und Sänger Philip Griffith zeigt hier, warum er für PGM so wertvoll ist. 'A Secret Song' ist ein Mid-Tempo-Stück, das ich als einzigen Schwachpunkt der CD bezeichnen würde. Das einzige Instrumentalstück 'Late' könnte auch auf jeder Camel-CD Platz finden. Und dann kommt das für mich absolute Highlight des Silberlings. Das Titel-Stück 'Summerland', immerhin fast 12 Minuten lang, ist der wohl einzige 'richtige' Prog-Song auf der CD. Und allein schon deswegen würde sich der Kauf lohnen. Stilmäßig erinnert es mich am Anfang etwas an Tea for Two (allerdings nur bis zum ersten Break). Wunderschöner Refrain, herrlich gesungen von Herrn Griffith, im Zwischenteil klingt's dann fast nach alten Genesis, um am Ende wieder an den Anfang des Stückes zu kommen.
Gemastered wurde das Teil übrigens von Tea for Two-Sänger Stephan Weber. Und das ist ihm außerordentlich gut gelungen. Eine hervorragende Soundqualität.
Ich habe etwas Probleme damit, die Musik einzuordnen. Ein bißchen Prog, ein bißchen Art-Rock. Auf jeden Fall viel Melodie und Atmosphäre, wobei insgesamt die ruhigeren Passagen überwiegen. Aber einen Kritikpunkt hätte ich natürlich auch: Mit nicht mal 44 Minuten ist diese Scheibe eindeutig zu kurz. Und einen kleinen Tip hätte ich auch noch: Falls Ihr die CD relaxt in der Hängematte hört ... bitte schmiert Euch kräftig mit Sonnencreme ein. Denn sonst gibt es nach dem 'Wegträumen' eine knallrote Überraschung in Form von Sonnenbrand.
Erhältlich ist die CD entweder direkt bei
QuiXote-Music oder bei Amazon. Viel Spaß damit.

Poor Genetic Material - Leap Into Fall

Nicht einmal ein Jahr haben sich die Jungs von Poor Genetic Material (sie haben jetzt übrigens auch eine sehenswerte Homepage) Zeit gelassen, um einen Nachfolger des genialen Scheibchens 'Summerland' (hierfür gab's von mir immerhin 9 von 10 Punkte) zu veröffentlichen. Neu bei der Band ist, dass sie jetzt auch einen festen Bassisten (Dennis Sturm) haben. Ansonsten hat sich beim Line-Up nichts geändert (Sänger Philip Griffiths und Drummer Ludwig Benedek von Alias Eye sowie die zwei alten PGM-Hasen Stefan Glomb an der Gitarre und Philipp Jaehne an den Keyboards). Erwartet habe ich eigentlich, dass es tatsächlich ein 'Nachfolger' von Summerland wird, wo ich massenweise Anleihen anderer Bands (wie z.B. Camel, Vollenweider oder auch Talking Heads) entdeckt hatte. Dieses Erlebnis allerdings blieb mir beim erstmaligen Hören von 'Leap Into Fall' komplett 'erspart'. Offensichtlich haben sich PGM zu einer total eigenständigen Band mit 'eigener' Musik weiterentwickelt. Sicherlich gibt es alleine schon durch den Gesang von Philip Griffith Assoziationen zu Alias Eye und natürlich auch zu 'Summerland', aber die Musik ist doch anderst. Aber nun zu den einzelnen Titeln. 'Leap Of Faith' beginnt mit dem 16 1/2 - Minuten-Stück 'Rush Of Ages' das in 5 Parts unterteilt ist. Und hier fällt auch schon auf, warum PGM so anderst klingen. Durch den neuen Bassisten und das etwas in den Vordergrund gemischte Schlagzeug ist alles etwas rhythmus-orientierter. Sehr gefühlvoller Gesang bei Part 1 ('The Lady Stands') und tolle Gitarre wechseln dann zu Part 2 ('Beneath The Rubble'), was mich noch am ehesten an die Vorgänger-CD (oder Alias Eye ??) erinnert. Der dritte Teil ('Obscured By Stars') bzw. vierte Teil ('The Lady Speaks') hat einen klasse Beat (vor allem durch den Bassisten). Die verzerrte Stimme passt aber irgendwie nicht so ganz. Der letzte Teil ('You') bringt dann diesen klassischen Prog-Song zu einem Ende mit Flöte, Keyboards, klasse Schlagzeug und schöner Gitarre. Und wie 'Summerland' geendet hat (nämlich mit dem längsten und besten Song auf der CD), beginnt 'Leap Into Fall' mit dem längsten, proggigsten und auch besten Song. Es folgt 'Thin Red Line', einem tollen Halb-Ballade mit genialem Refrain. Und auch hier ist Bass und vor allem Schlagzeug etwas im Vordergrund. Die Keyboards erinnern mich irgendwie an Tony Banks von Genesis (doch noch einen Vergleich gefunden) ... aber das ist ja nicht schlecht. Das Gitarren-Solo gegen Ende könnte von mir aus noch etwas länger sein, aber man will ja nicht meckern. Als Gitarren-Solo-Freak hätte mich ja schon interessiert, was Stefan Glomb technisch noch so alles drauf hat. 'Star Of Eden', Titel Nummer 3 und gut 8 Minuten lang, gefällt mir persönlich, vor allem wegen den Gesangs-Dialogen, nicht ganz so gut, hat aber interessante Tempo-Wechsel und braucht vielleicht noch ein paar Hör-Durchgänge, bis ich mit damit anfreunden kann. Es folgt das 5-minütige Titelstück, ein weiteres Highlight der CD, wobei mir vor allem der Gesang gefällt. Klasse. 'Antares', mit über 9 Minuten der zweitlängste Song, wird jedem Prog-Fan bestimmt auch wieder gefallen. Tolle Breaks, super Gesang, herrlich wimmernde Gitarre im Hintergrund und ich meine, das Schifferklavier (andere sagen auch Akkordeon) von 'Field Of Names' (dem Titel-Stück der Alias Eye - CD) zu erkennen (wenn es überhaupt ein Echtes ist). Der Silberling endet mit 'Fall', einer kurzen (knapp über 2 Minuten) aber schönen Ballade, bei der Sänger Philip Griffith zeigen kann, wie toll er singen kann.
Fazit: Nach der CD 'Summerland' haben mich Poor Genetic Material mal wieder erstaunt. Dass so eine gute Band aus der Prog-Wüste Deutschland kommt, ist wirklich überraschend. Mit 'Leap Into Fall' haben sie wohl ihren eigenen Stil gefunden und die Tatsache, dass jetzt ein fester Bassist in die Band integriert wurde, hat der Musik absolut gut getan. Für Prog-Fans gibt's nur einen Rat: KAUFEN.
Doch halt ... bevor Ihr jetzt Eurem CD-Dealer auf die Nerven geht. Die CD wird offiziell erst am 25.03.2002 veröffentlicht und ist dann zumindest bei
Amazon und Empire-Music erhältlich. Ihr könnt die Scheibe aber jetzt schon direkt bei Quixote-Music bestellen.
Und damit sich die Jungs von PGM nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen und auch einen Anreiz haben, vielleicht das nächste Mal eine NOCH BESSERE CD zu veröffentlichen, gibt's von mir nicht die Höchstpunktzahl.

Poor Genetic Material - Winter's Edge

Nach Sommer ('Summerland') und Herbst ('Leap Into Fall') gibt es von der deutschen Prog- (oder Art-Rock-) Band 'Poor Genetic Material' nun die dritte Jahreszeit Winter. Nachdem zwischen 'Summerland' und 'Leap Into Fall' doch musikalisch gewaltige Unterschiede waren, bin ich doch gespannt, was uns jetzt erwartet. Zumindest am Line Up hat sich gegenüber der letzten CD nichts geändert, was mich schon mal hoffnungsvoll stimmt. Und auch beim Opener 'Sharp Bends Sudden Crest' stellt sich bei mir das beruhigende Gefühl ein, dass ich die Band sofort wiedererkenne. Tolles Stück, einprägsamer Refrain und der PGM absolut typische Gesang von Philip Griffiths. Doch schon beim zweiten Stück 'Whitescape', mit über 9 Minuten der zweitlängste Titel, merkt man, dass PGM nicht auf der Stelle treten sondern sich auch in groovigeren Gefilden tummeln können. Und gepaart mit der typischen PGM-Gitarre von Stefan Glomb ist's ein tolles Stück Musik. 'Hugging Horses' beginnt mit einem längeren Instrumental-Teil, erinnert mich dann von der Machart her aber stark an 'Summerland' (was ja nicht schlimm ist ... das war ja mein Lieblingsstück von der damaligen CD). 'Protean Profile' beginnt mir ein bißchen zu jazzig, wird aber mit Gesang dann zu einem der Highlights der CD. Danach folgt mit dem Titelstück (Part 1) der mit über 11 Minuten längste Song, weswegen sich der Kauf der CD mal wieder alleine lohnen würde. Ein vielschichtiges Stück mit ein paar tollen Tempowechseln. Auch 'Nuage Bleu' gefällt mir ausgesprochen gut und mit Part 2 des Titelstücks endet dann die CD auch schon wieder, wobei nach der 'regulären Spielzeit' von knapp 3 1/2 Minuten noch nicht Schluss ist sondern nach einer kurzen Pause nochmal leicht abgewandelt das Thema von Part 1 aufgenommen wird. 'Winter's Edge' ist somit schon wieder eine absolut hörenswerte CD geworden, wobei der Unterschied zur Vorgänger-Scheibe nicht ganz so groß ist wie der vorherige Schritt von 'Summerland' zu 'Leap Into Fall'. Positiv gesehen heißt das, dass PGM ihren Stil jetzt gefunden haben. 'Winter's Edge' wird am 01.09.2003 veröffentlicht und kann zur Zeit über Quixote-Music bezogen werden. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf CD 4 dieser 'Serie', die ja dann wohl was mit dem Frühling zu tun haben müsste.

Poor Genetic Material - Free To Random

Die deutsche Prog- oder Artrock-Band 'Poor Genetic Material' kenne ich ja erst seit dem Beginn ihres Jahreszeiten-Zyklus in Form von bisher 3 CDs über Sommer (Summerland), Herbst (Leap Into Fall) und Winter (Winter's Edge). Der Frühling fehlt noch und lässt (nicht nur tatsächlich, wenn ich so aus dem Fenster schaue) auch noch ein bißchen auf sich warten (denn durch Studio-Umzug und Drummerwechsel verzögern sich die Aufnahmen für die vierte Jahreszeit), trotzdem oder gerade deswegen hatten Keyboarder Philipp Jaehne und Gitarrist Stefan Glomb Zeit, in alten Aufnahmen zu kramen, denn - bis jetzt nur als CD-R und nicht offiziell zu haben - vor den 'Jahreszeiten' gab es schon 2 Poor Genetic Material - CDs mit Namen 'Free To Random Vol. 1 und 2', die rein instrumental waren und in einer 3er-Besetzung (die bereits erwähnten Jaehne und Glomb sowie Pianist Martin Lengsfeld) eingespielt wurden. Herausgekommen ist nun eine Art 'Best Of Free To Random', wobei allerdings das verwendete Material zumindest remixed, meist aber komplett neu eingespielt wurde. Außerdem ist dabei auch ein komplett neues Stück (Meanwhile) entstanden, das, mit einem leicht jazzigen Touch, auch eher zu 'Poor Genetic Material 'light'' passt. Die höchste Wiedererkennung hat man ganz sicher mit dem typischen Gitarren-Sound von Stefan Glomb (z.B. bei Song 2, 4 oder 8), ansonsten ist 'Free To Random' doch was ganz 'Eigenes' geworden. Wer mit melodischer Instrumental-Musik was anfangen oder sich die Musik von Poor Genetic Material auch ohne den Gesang von Philip Griffith vorstellen kann, wird mit 'Free To Random' auf jeden Fall mehr als glücklich. Alle anderen müssen sich halt bis zum 'Frühling' gedulden. Erschienen ist die CD natürlich bei Quixote-Music. Infos über die Band gibt es unter www.poorgeneticmaterial.de .

Poor Genetic Material - Spring Tidings

Für regelmäßige Besucher meiner Homepage und / oder Fans von Poor Genetic Material kommt er nicht gerade überraschend ... der Frühling. Wie schon vermutet, ist nach einer kleinen Schaffenspause nach dem Winter (also der Veröffentlichung der CD 'Winter's Edge' im Jahr 2003), die durch die CD 'Free To Random' überbrückt wurde, mit dem neuesten Output der deutschen Artrock-Band 'Poor Genetic Material' das Jahr komplett. Und mir fällt zu 'Spring Tidings' eigentlich nur ein Wort ein ... GEIL !! Alles was mir an den 3 Jahreszeiten-Vorgängern gefallen hat, nämlich diese tollen Melodien, die Stimmung und die atmosphärischen Songs gepaart mit der dazu absolut passenden Stimme von Alias Eye - Sänger Phil Griffiths sind bis zur Perfektion ausgereift und die ( mir immer nicht so ganz gefallenden) jazzigen Parts sind komplett verschwunden. Außerdem wurde (Alias Eye-)Drummer Ludwig Benedek durch einen gewissen Dominik Steinbacher ersetzt, und der haut ab und zu ganz schön kräftig rein, was den Songs noch einen gewissen Zusatz-Kick gibt. Also wer bis jetzt von meinen Kritiken über Poor Genetic Material noch nicht so überzeugt war, ob er sich eine CD davon kaufen soll, kann jetzt absolut bedenkenlos bei 'Spring Tidings' zugreifen. Für mich bis jetzt das Highlight des (noch jungen) Jahres 2006. Erfreut Euch an dem tollen Opener 'Three Steps Back ...' (mit der typischen Gitarre von Stefan Glomb, dem fetzigen 'Blow-Up' (könnte auch von Alias Eye sein), dem fast rockigen 'April' (das im Zwischenteil irgendwas von 'Arena# hat), dem ersten Longsong 'Watercolours (mit exakt 9 1/2 Minuten ein richtiges Prog-Highlight und einer tollen Melodie-Linie, die einem nicht mehr aus dem Kopf geht), dem leicht elektronisch angehauchten Titelstück 'Tidings' (netter Keyboard-Teppich am Anfang und im Zwischenteil), dem längsten Song auf der CD ('La ville qui n'existait pas' ... immerhin rund 10 1/2 Minuten lang und auch wieder ein Prog-Highlight mit Breaks, viel Keyboard und tollen Gitarren-Parts), dem fast bombastischen 'Lotus-Eaters' und dem instrumentalen Abschluss '... or right ahead'. Geht auf die Homepage der Band, kauft die CD am besten direkt bei Quixote-Music und seid so begeistert wie ich. Die CD wird übrigens am 20.03.2006 veröffentlicht.

Poor Genetic Material - Paradise Out Of Time

Die Jahreszeiten sind durch ... was kommt jetzt? Vor allem die letzten 2 'regulären' Veröffentlichungen von Poor Genetic Material, nämlich 'Winter's Edge' und 'Spring Tidings' waren in Prog- und Art-Rock-Kreisen ja auf tolle Resonaz gestossen. Und auch ich (siehe meine Reviews) war ja mehr als begeistert. Auffällig bei PGM war für mich vor allem die Verwandlung der Band innerhalb des Jahreszeiten-Vierers. Interessante Stilwechsel und einfach mit jeder Veröffentlichung besser. Und jetzt kommt mit 'Paradise Out Of Time' eine CD daher, die eigentlich mit kompliziertem Prog-Rock wenig am Hut hat, sondern mehr in die fast radiotaugliche Pop-Rock-Richtung geht. Aber auch das steht der Band richtig gut. Schon der Opener, bezeichnenderweise mit dem Titel 'New Phase' ist so richtig schöne Happy-Music mit einem kleinen Touch zu Alias Eye (was natürlich an Sänger Phil Griffiths liegt, der ja auch bei Alias Eye singt). Auffallend hier schon die tolle Arbeit von Stefan Glomb an einer recht 'rotzigen' Rhythmus-Gitarre (die sich fast durch das ganze Album hindurchzieht) und die absolut zu diesem Song passende Violine (von Gast-Musiker Oliver Berger). Weiter geht's mit einem fast Blues-Rocker ('The Key'), bei dem vor allem Keyboarder Philipp Jaehne glänzen darf. Tolle Old-School-Orgel als Begleitung. 'Wir fahren mit dem Pferdewagen durch Irland' kommt mir unweigerlich in den Sinn bei den ersten Klängen von 'Paradise' (auch wieder durch die vorgenannte Violine), das Stück wandelt sich aber zu einer ganz tollen Ballade. Einfach nur schön (und ich entschuldige mich nochmals dafür, dass ich bei meinen ersten musikalischen Begegnungen mit der Stimme von Herrn Griffiths recht wenig damit anfangen konnte ... der Mann singt einfach traumhaft gefühlvoll). Geiles Gitarren-Intro dann bei 'Out Of Time', dem mit über 8 Minuten längsten Song auf der CD und ganz sicher dem Highlight. Vielleicht das proggigste Stück auf dem Album. Da darf echt jeder Musiker zeigen was er drauf hat ... und das ist ganz schön viel. 'Beauty Passing' gibt mir jetzt nicht so viel, ist aber ein netter Pop-Rocker. 'Citizen Cyclops' geht dann etwas flotter ab und zeigt eine ganz andere Seite von PGM. Da noch ein 3-minütiges Gitarren-Solo am Schluß und es wäre perfekt. 'Holy Ground' erinnert noch am ehesten an frühere Poor Genetic Material - Stücke, und das vor allem wegen dem Gitarrenspiel. Philipp Jaehne darf dann nochmal bei 'Starlightbound' alle seine Register ziehen (toller gefühlvoller Song), bevor mit dem 7-Minüter 'My Other Life', einem weiteren recht proggigen Stück (und natürlich einem weiteren Highlight) die CD auch leider schon zu Ende ist.
Fazit: 46 Minuten Poor Genetic Material in (fast) völlig neuem Gewand, hochinteressant und nicht eine Sekunde langweilig. Wieder einmal eine wunderschöne CD und sicher ein weiterer Meilenstein in der Band-Geschichte. Unbedingt kaufen !! Veröffentlicht wurde die CD natürlich wieder bei
Quixote-Music.

Poor Genetic Material - Island Noises

Poor Genetic Material gehören für mich seit Jahren zur absoluten Spitze im Art-Rock-Bereich. Und nach ein paar instumentalen CDs, dann, nach dem Einstieg von Sänger Phil Griffiths (eigentlich Alias Eye) die 4-Jahreszeiten-Scheiben sowie der letzten Veröffentlichung (‘Paradise Out Of Time’) gibt es jetzt endlich den lang erwarteten Nachfolger in Form einer Doppel-CD. Dieses geniale Werk wird zwar erst am 07.02.2011 veröffentlicht, bei Empire-Music und Just For Kicks kann man das Teil aber jetzt schon erwerben. Und ich kann den Kauf nur empfehlen. Angelehnt an das Shakespeare-Stück ‘The Tempest’ (das ich leider nicht kenne) geht es um einen Surm auf einer geheimnisvollen Insel, um Zauberer, Luftgeister, deformierte Monster, Liebe, Magie, Intrigen, skrupellose Machtpolitik und ein versuchtes Attentat. Insgesamt sind PGM rockiger und proggiger geworden, ohne jedoch ihre gefühlvollen Parts (sowohl was der Gesang von Phil Griffiths als auch die ganze Instrumentierung betrifft) aus den Augen zu verlieren. Bis auf das etwas poppige ‘Brave New World’ ist die erste CD ziemlich rockig und endet mit dem fast 20-minütigen Titel-Stück, das man locker auf eine Stufe mit den genialen Long-Tracks von Genesis stellen kann. Die zweite CD ist insgesamt etwas ruhiger und erinnert mehr an die ‘alten’ Poor Genetic Material’. Somit werden sowohl die Fans der Band bedient als auch neue Schichten erschlossen, die es etwas kerniger mögen. Besonders hervorheben möchte ich auch noch das tolle Flötenspiel von Pia Darmstädter, das einfach hervorragend zur Musik von PGM passt sowie die weibliche Stimme von Jutta Brandl. Außerdem tritt auch noch der Vater von Phil Griffiths als ‘Erzähler’ auf, den man ja noch von der Band ‘Beggar’s Opera’ kennen dürfte. Ich kann hier nur mal wieder einen absoluten Kauftipp abgeben. Im jungen neuen Jahr schon ein absolutes Highlight.

Poor Genetic Material - A Day In June

Gut zwei Jahre nach dem genialen Werk ‘Island Noises’ sind die deutschen Art-Rocker ‘Poor Genetic Material’ mit ‘A Day In June’, das lustigerweise schon offiziell am 31.Mai 2013 erscheinen wird, am Start. Dieses Mal wurden die Texte von einem weiteren literarischen Werk, nämlich ‘Ulysses’ von James Joyce inspiriert. Und wer das Buch kennt (ich musste das im Englisch-Unterricht lesen) weiß, dass es sich in der Geschichte unter anderem auch um eine Vater-Sohn-Beziehung des Protagonisten (Steven Dedalus) mit seinem Vater Simon Dedalus geht. Das ist um so interessanter, weil sich PGM-Sänger Philip Griffiths auf ‘A Day In June’ die Vocals mit seinem Vater Martin Griffiths teilt (d.h. sie singen je 2 Songs alleine und auf 3 Songs noch im Duett), den man noch von der Band ‘Beggar’s Opera’ kennt (also zumindest die Älteren unter uns), die im Jahr 1971 den genialen Song ‘Time Machine’ veröffentlicht haben (siehe hier auch meine Review zu Alias Eye - In Between).
Weiter hinzugekommen ist bei PGM die Flötistin Pia Darmstaedter, die bei früheren Veröffentlichungen nur als Gast-Musikerin aufgeführt war, jetzt aber beim Line-Up mit aufgeführt ist.
Musikalisch bewegen sich PGM eigentlich auf recht sicherem Pfad, wobei sie sich aber doch ein bißchen weiterentwickelt haben. Zwar ist ‘A Day In June’ immer noch sehr melodisch und äußerst gefühlvoll, doch haben sich die rockigen Parts deutlich erhöht. Schon der Opener ‘Martello Morning’ geht ganz schön vorwärts und könnte fast als Neo-Prog bezeichnet werden. Hier gibt’s auf 9 Minuten geilen Rock, zarte Phasen, ein tolles Gitarren-Solo, traumhafte Flöte und (natürlich) einen überragenden Gesang von Philip Griffiths. Auf dem dritten Song ‘Bloom’ darf dann zum ersten Mal Martin Griffiths als Solo-Sänger ran und es ist erstens überraschend, wie nahe die Stimmen von Vater und Sohn zusammen sind (wobei Martin Griffiths insgesamt tiefer singt) und zweitens total erstaunlich, wie toll die Stimme von Martin Griffiths noch klingt. Da gibt’s Sänger in dem Alter, die da schwer abgebaut haben.
Die absoluten Highlights der CD sind aber zweifelsohne die 3 Duette von Vater und Sohn (Wandering Rocks, Oxen Of The Sun und Ithaca), wobei vor allem das über 9-minütige Ithaca einfach genial ist. Dass PGM sich aber auch noch an ihre Wurzeln als Instrumental-Band erinnern, zeigt der Schluss-Song ‘Yes’ mit dem typischen Sound der Band, viel Atmosphäre und einer tollen Pia Darmstaedter.
Eine wirklich coole Scheibe, die in jedem CD-Regal stehen sollte.

Poor Genetic Material - Absence (VÖ:16.09.2016)
Knappe 3 1/2 Jahre haben sich die Rhein-Neckar-Art-Prog-Rocker ‘Poor Genetic Material’ Zeit gelassen, um einen würdigen Nachfolger von ‘A Day In June’ zu veröffentlichen. Im Gegensatz der zwei Vorgänger-CDs (Island Noises / A Day In June), die beide übrigens absolute Highlights sind (siehe meine Reviews) hat ‘Absence’ keinen literarischen Hintergrund mehr sondern befasst sich, wie der Name der CD schon sagt, mit Absence - also Abwesenheit - in allen Facetten.
Neu bei ‘Absence’ ist, dass Martin Griffiths, also der Ex-Sänger von Beggar’s Opera und Vater von bis jetzt einzelner PGM-Sänger Philip Griffiths, nun fest zum Band-Line-Up gehört, was ich persönlich richtig gut finde, da sich die zwei (ähnlichen) Stimmen hervorragend ergänzen. Und es ist manchmal echt schwierig zu erkennen wer gerade singt. Nebenher erwähnen möchte ich, dass Martin Griffiths ‘nebenher’ als Schlossführer in Mannheim, Schwetzingen und Heidelberg arbeitet. Wer den Mann also mal persönlich kennen lernen will, sollte mal eine entsprechende Führung buchen (vor allem das Heidelberger Schloss kann ich nur empfehlen).
Die CD ‘Absence’ wird eingerahmt vom Opener Absence Part 1 (knapp 13 Minuten) und dem Schluss-Stück Absence Part 2 (18 1/2 Minuten) mit dazwischen nochmals 4 Songs (nochmal so ca. 25 Minuten). Absence Part 1 beginnt ziemlich sphärisch mit Floyd’schem Keyboard-Teppich von Philipp Jaehne, nach knapp 3 Minuten darf Flötistin Pia Darmstaedter mit einsteigen und das Ganze entwickelt sich zu einem Sound wie bei ‘Us And Them’ (Pink Floyd auf Dark Side Of The Moon). Mit dem einsetzenden Gesang (zuerst Philip und dann Martin Griffiths) wird es dann ein ‘typischer’ Poor Genetic Material-Song. Wundervolle Gesangslinien mit viel Gefühl gesungen und textlich ein bißchen so vertrackt und bebildert wie Fish bzw. Marillion in den besten Zeiten. Nach knapp 7 1/2 Minuten dann ein plötzlicher Rhythmus-Wechsel (erinnert mich ein bißchen an Camel aus der Rajaz-Zeit) mit ‘endlich’ ein bißchen mehr Gitarren-Parts von Stefan Glomb (was für mich immer den typischen PGM-Sound dargestellt hat). Dann wieder eher Pink Floyd, viel Flöte. Richtig genial. Da am Schluss noch ein 5-minütiges Gitarrensolo und der Song wäre perfekt gewesen (nein Spaß ... ich stehe halt drauf).
Rockiger wird es dann bei ‘What If ...?’. Das klingt irgendwie - natürlich auch wegen der Stimme von Philip Griffiths - eher nach einem Alias Eye Song als nach Poor Genetic Material. Aber da ich die Band auch mag ... warum nicht. Wobei ich gelesen habe, dass Philip gar nicht mehr bei Alias Eye singt, aber ob das stimmt kann ich nicht sagen.
Wieder ruhiger wird es bei ‘Lost In Translation’. Schöne Melodie und mir fällt hier vor allem das filigrane Bass-Spiel von Dennis Sturm auf und auch Schlagzeuger Dominik Steinbacher darf sich ein bisschen in den Vordergrund spielen. Somit hätte ich in dieser Review auch alle Musiker genannt und gelobt, und zwar zurecht. Und hier kommt dann ‘endlich’ auch das vorhin vermisste Gitarren-Solo am Schluss.
‘Chalkhill Blues’ finde ich jetzt am Anfang ein bißchen langatmig (dauert ein bisschen bis der Song auf den Punkt kommt), aber nach 1 1/2 Minuten wird’s richtig cool. Und es ist kein Blues wie der Name vermuten könnte. Richtig fetziger Rhythmus zwischendurch.
‘Absconded’, mit gut 10 1/2 Minuten neben den zwei Parts ‘Absence’ der dritte Long-Song auf dem Album gefällt mir auch ausgesprochen gut. Einige Tempowechsel, tolle Gesangsmelodien. Schlagzeuger Dominik Steinbacher möchte ich hier auch nochmal extra erwähnen (gute Mann!) und zwischendurch sogar ein paar fette Gitarren-Riffs gepaart mit der typisch ‘singenden’ Gitarre, die den einzigartigen Sound von PGM ‘früher’ ausgemacht hat. Und am Schluss gibt es (anstatt dem Gitarren-Solo) noch einen ziemlich genialen Flöten-Part von Pia Darmstaedter.
Leider ist dann mit ‘Absence Part 2’ schon Schluss. Allerdings, wie oben schon erwähnt, erst nach 18 1/2 Minuten. Und die haben es in sich. Wieder Keyboard-Teppich, dann Gitarre mit Percussions, einsetzender Gesang, nach 9 1/2 Minuten Rhythmus-Wechsel und gegen Ende fast bombastisch mit beiden Sängern, die ‘übereinander’ singen. Das verspricht echt Gänsehaut. Leider wieder kein 5-minütiges Gitarrensolo am Schluss.
Was soll ich sagen ... ich verfolge die Band ja schon eigentlich von Anfang an aber sie sind nie in ihrer Entwicklung stehen geblieben. Auch ‘Absence’ stellt für mich eine Weiterentwicklung dar wobei ich vor allem positiv erwähnen will, dass sowohl die feste Aufnahme von Pia Darmstaedter in die Band und dadurch viel mehr Flöten-Parts als auch jetzt Martin Griffiths als zweiten Sänger Poor Genetic Material weiter gebracht und noch abwechslungsreicher gemacht haben. Die Scheibe muss man unbedingt haben.
Veröffentlicht wurde die Scheibe natürlich wieder bei QuiXote-Music in Heidelberg.

Porcupine Tree - Lightbulb Sun (Tour Edition)

Porcupine Tree, die Band von Fish-Produzent Steve Wilson, veröffentlicht pünktlich zur Headliner-Tour 2001 ihre letzte CD 'Lightbulb Sun' nochmal und gibt als Zugabe einen Silberling mit 3 Songs (davon ein Neuer von der nächsten CD) und einem Video-Track. Zu der CD ist eigentlich nicht viel zu sagen. Porcupine Tree sind immer noch eine recht innovative Band, die eigentlich in keine Schublade zu stecken ist. Es ist kein Prog, es ist kein Rock, der (öfter mal gehörte) Vergleich mit Pink Floyd ist auch ziemlich abwegig. Sehr keyboard - gitarrenlastiges Album. Auf jeden Fall für den interessierten Musikfreund zu empfehlen. Einfach mal reinhören.

Porcupine Tree - In Absentia

Obwohl schon viele viele Jahre in der Musikszene aktiv, haben es Porcupine Tree, die Band von Ex-Fish-Producer Steve Wilson, nicht weiter als bis zum Geheimtip geschafft. Und da halfen u.a. auch tolle Konzerte im Vorprogramm von Dream Theater nicht viel weiter. Mittlerweile scheint aber die Plattenindustrie auf PT aufmerksam geworden zu sein, denn offensichtlich haben die Jungs jetzt einen Vertrag mit WEA / Warner Music in der Tasche. Leider waren die ersten Auswirkungen von diesem Vertrag, dass die CD 'In Absentia' bereits letztes Jahr in den USA veröffentlicht wurde und erst jetzt in Europa auf den Markt geworfen wird. Naja, immerhin wird es jetzt wohl insgesamt einfacher, hier in Deutschland an Porcupine Tree - CDs ranzukommen. Verglichen werden PT meistens mit Pink Floyd (so würde Pink Floyd klingen, wenn sie heute noch vernünftige Musik machen würden usw.), aber diesen Vergleich kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Zur Genialität von Pink Floyd fehlt dann doch noch einiges.Vergleiche mit 'Radiohead' oder auch 'Tool' kommen da wohl schon näher. Auffallen ist, dass PT auf 'In Absentia' teilweise ganz schön heavy zur Sache gehen. Aber auch die (vor allem früher) so genialen Instrumental-Stücke kommen nicht zu kurz. Porcupine Tree - Einsteiger sollten vielleicht nicht unbedingt mit 'In Absentia' beginnen, sondern lieber zuerst mal leichtere Kost wie 'Lightbulb Sun' verdauen. Fortgeschrittene PT-Hörer werden mit 'In Absentia' aber sicher ihre Freude haben. Sicherlich ein starkes Werk, das aber einige Zeit braucht, bis es 'wirkt'.

Porcupine Tree - Deadwing

Porcupine Tree - Mastermind Steven Wilson scheint ja vor Ideen nur so zu sprühen. Nicht nur dass er selbst unter anderem Namen CDs veröffentlicht (wie z.B. unter 'Blackfield') und auch anderen Bands seinen Stil zu fast 100 % aufdrückt (wie z.B. Opeth, die ja mittlerweile auch wie ein Porcupine Tree - Klon klingen), nein, auch mit seiner Stammband bringt er ja regelmäßig neue Sachen raus. Und jetzt ist halt mal wieder ein Output unter dem Namen Porcupine Tree an der Reihe, bei dem dann neben den üblichen PT-Musikern (also Richard Barbieri, Colin Edwin und Gavin Harrison) noch Opeth's Mikael Akerfeldt mit ein paar Backing-Vocals und einem Gitarren-Solo (!!) sowie Adrian Belew (kenne ich den nicht von King Crimson ??) mit zwei Gitarren-Soli mitwirken. Die CD beginnt mit dem fast 10-minütigen Titelstück 'Deadwing', das ich mal als ein 'mehr als typisches Wilson-Stück' bezeichnen möchte. Das könnte auch auf jedem Deadwing-Vorgänger gewesen sein. Langweiliger, leicht verzerrter Wilson-Gesang, gute Rhythmus-Arbeit und mindestens 4 Minuten zu lang. Warum dann das zweite Stück 'Shallow' jenseits groß auf der CD-Hülle genannt ist (da ist ein Sticker über die halbe Hülle drauf mit dem Hinweis 'Deadwing featuring Lazarus & Shallow), entzieht sich meiner Kenntnis, denn meines Wissens nach wurde lediglich 'Lazarus' als Single veröffentlicht, aber sei's drum, denn das Teil geht ab wie Nachbars Lumpi. Fette Gitarre am Anfang und man könnte meinen, Herr Wilson hätte in der letzten Zeit ein bißchen Led Zeppelin gehört. Leider driftet das Stück zwischendurch wieder in typisches PT-Lala ab. Wenn er das mal bleiben lassen könnte, würde ich Porcupine Tree einfach mal so richtig loben ... aber so langsam habe ich den Verdacht, dass Wilson immer wieder seine eigenen paar Ideen verwurstet, die ihm mal eingefallen sind. Schade drum, denn ohne die immer wieder eingestreuten paar Sekunden wäre 'Shallow' der volle Hammer. Über die Single 'Lazarus' legen wir jetzt einfach mal den Mantel des Schweigens, denn dieser Song hätte dann stimmungsmäßig eher auf die -eh zu kurze- Blackfield-CD gepasst.
Okay ... ich hoffe mal, ich habe jetzt nicht alle Porcupine Tree - Fans schon vergrault und sie lesen auch jetzt noch weiter. Denn ... hat man die 3 Songs vom Anfang hinter sich gebracht, wird 'Deadwing' richtig gut. Viel instrumental bei 'Halo', ein toller Longsong ('Arriving Somewhere' ist mit über 12 Minuten mein absolutes Lieblingsstück auf der CD und mit das Beste, das von Porcupine Tree samt allen Ablegern bis jetzt veröffentlicht wurde), endlich mal ein ruhiger Song der ne Steigerung im Stück hat und nicht ewig dahinplätschert ('Mellotron Scratch'), noch ein fetter Gitarren-Hammer ('Open Car'), mit 'Start Of Something Beautiful' zwar ein eher 'typisches' PT-Stück aber trotzdem endlich mal etwas abwechslungsreicher als sonst und mit 'Glass Arm Shattering' ein ruhiger aber schöner Abschluss. Fazit: 'Deadwing' ist musikalisch sicher ein Schritt zurück (nachdem der Vorgänger 'In Absentia' doch teilweise ziemlich chaotisch war) zur Melodie und wenn die ersten drei Songs mit leider immerhin über 18 Minuten nicht wären, wäre es echt ne klasse CD geworden. So sinds 18 Minuten Schrott und knapp über 40 Minuten gut bis klasse. Und das ist mehr Lob als ich jemals über eine Porcupine Tree - CD geschrieben habe !!!

Porcupine Tree - Fear Of A Blank Planet

Zu Porcupine Tree im allgemeinen und Steven Wilson im speziellen hatte ich bis jetzt ja immer ein etwas 'gestörtes' Verhältnis. Aber was die Band mit 'Fear Of A Blank Planet' abliefern, hat mich dann doch einigermaßen überrascht und auch überzeugt. Gut, der Opener und Title-Track ist noch 'typisch' Wilson und da musste ich erst mal 'durch'. Aber was dann kommt, ist schon erste Sahne. 'My Ashes' ... nur gefühlvoll und geil (und obwohl es doch etwas an 'Blackfield' erinnert, gefällt's mir), das fast 18-minütige 'Anesthetize' ist fast nicht von dieser Welt (tolle Steigerung in dem Song), 'Sentimental' (da sagt der Titel schon alles), 'Way Out Of Here' (ist ja schon fast Prog-Metal !!!) und 'Sleep Together' (da muss man auch nichts dazu sagen ... schiebt mal ein Nümmerchen bei dem Song :-)) machen einfach nur Spaß. Und auch nach dem 10 Hören wird das Teil nicht langweilig ... taugt aber auch einfach nur zum nebenher hören beim Einschlafen.
Klasse Herr Wilson, endlich hast Du mich mal voll begeistert. Weiter so!

Porcupine Tree - The Incident

Nach 'Fear Of A Blank Planet' liefert Porcupine Tree - Mastermind mit 'The Incident' schon wieder eine äußerst starke Scheibe ab. Sozusagen ein Querschnitt aus alles Schaffensphasen der Band, denn sowohl Freunde der 'alten' Porcupine Tree als auch diejenigen, die erst später zu der Musik gestossen sind, kommen hier voll auf ihre Kosten. Fette Gitarren-Riffs (leider viel zu wenig), ruhige Parts (die teilweise auch an Blackfield erinnern), lange Songs (wie das fast 12-minütige Time Flies), ein paar kurze Zwischenstücke ... schlicht 55 Minuten tolle Musik. Aber das ist nur die erste CD, also 'The Incident', aufgeteilt in 14 Parts. Es gibt dann noch eine zweite CD, allerdings nur noch so 20 Minuten lang mit weiteren 4 Songs, wobei ich hier vor allem 'Flicker' hervorheben möchte, der wirklich genial ist. Wenig Worte für eine richtig gute CD. Fans der Band haben eh schon zugegriffen und ob man sich mit 'The Incident' neue Fans erschließt ... keine Ahnung. Die Musik von Porcupine Tree ist halt doch ein bißchen speziell.

Gast-Kritik von Jonathan Göhring:

Progfans hassen Best-of-Alben! Da wäre zum einen die meist lieblose Ansammlung möglicher Single Hits (richtige Progbands zeichnen sich gewöhnlich nicht durch besonders gelungene geschweige denn erfolgreiche Singles aus), zum anderen fehlt einfach das Konzept, welches hinter den Songs eines Albums im Allgemeinen steht. Auch der Versuch, mit irgendwelchen bisher nie veröffentlichten Soundschnippseln als Zugabe eine Käuferschicht anzusprechen, hat vornehmlich nur bei den rar gesäten Komplettisten Erfolg. Um es auf den Punkt zu bringen: Wer braucht und kauft so etwas?

Und nun veröffentlichen Porcupine Tree eben ein solches Werk. Zum Glück ist die Sache hier ein bisschen anders. Nicht bereits veröffentlichte Titel bekommen wir hier zu Gehör, sondern vielmehr die besten Zutaten aus der Schaffenskarriere der Briten. So umfasst „The Incident“ sowohl psychedelische Klänge der Frühphase, als auch ein Hauch von leicht härteren Tönen, die von den neueren Alben ab „In Absentia“ stammen könnten. Allerdings wurden die jüngsten Metal-Anleihen stark zurückgefahren und die Fahrt durch ruhigeres Gewässer erinnert stark an die Britpop-Phase der Band um die Jahrtausendwende. Überraschend harmonisch lassen sich die verschiedenen Stile zu einem Gesamtwerk vereinen, bei dem leise und weiche Klänge härteren und lauteren in einer Art Kontrast gegenüber stehen, der sich als die bemerkenswerteste Stärke der Scheibe ausmachen lässt.

Wer durch die kräftigeren Laute der letzten Alben verschreckt wurde, sollte hier auf jeden Fall mal wieder ein Ohr riskieren. Aber auch Neulinge bekommen hier eine umfangreiche Einsicht in die variantenreiche Diskographie der Gruppe um Steven Wilson - daher auch als Einstieg empfehlenswert. Sollten Best-of-Alben ab jetzt - so wie hier - neu definiert werden, könnte eine Einleitung wie oben vielleicht bald der Vergangenheit angehören.

Fazit: Kaufempfehlung; für mich das Album des Jahres!

Power Quest - Wings Of Forever

Mein Herz für notleidende Künstler hat mich dazu veranlasst, mir vom Merchandise-Mann (Steve Scott) der 2003er Arena-Tour eine CD von seiner Band 'Power Quest' mitzunehmen. Er hatte zwar bemerkt, dass die Musik nichts für Prog-Ohren wäre und deswegen seine Band auch Arena nicht supporten würde und die CD deswegen auch nicht in der Halle gespielt wird. Es bemerkte noch was von Power Metal im Stil von Stratovarius und Edguy und genau das ließ mich natürlich nicht zögern, die Scheibe mitzunehmen (da ja der regelmäßige Leser meine Homepage weiß, dass ich solche Mucke gerne höre). Und was soll ich sagen ... 'Wings Of Forever' ist der volle Tritt in den Arsch für alle Power-Metal-Freaks. Nach der kurzen (und symphonischen) Prelude gibts mit dem Titelstück gleich sowas in die Fresse, dass Edguy und Konsorten echt wie kleine Milchbubis dastehen. Fettes, unglaublich schnelles Schlagzeug, Formel 1 Speed - Bass, geile Keyboard-Läufe, eine blitzschnelle Gitarre und ein Gesang, der mich gnadenlos an Sonata Arctica erinnert. Mehrstimmiger Gesang ist dann der Beginn von 'Far Away', einer weiteren Metal-Hymne. Und es geht gerade so weiter, bis erst mit Track 5 (Power Quest Part 1) ein Mid-Tempo-Stück etwas für Ruhe sorgt und da voll an Stratovarius erinnert. Mit 'Beyond The Stars' ist dann aber gleich wieder Schluss mit Lustig und es geht wieder ab wie Sau. Die obligatorische Ballade darf natürlich auch nicht fehlen und folgt mit 'Immortal Plains'. Nach zwei weiteren Super-Songs ist dann mit dem Outro (ganz genial aber leider mit knapp 3 Minuten schlichtweg zu kurz) Schluss.
Fazit: Die von Threshold-Kopf Karl Groom und Arena Keyboarder Clive Nolan produzierte CD ist der absolute Hammer unter den Power-Metal-CDs und jedem zu empfehlen, der nur annähernd auf schnellere, harte Mucke steht. Leider habe ich noch nicht rausgefunden, wo man das Teil offiziell erhalten kann, denn bei Amazon gibt's nur den Japan-Import für ein Schweinegeld. Ich werde mich aber kundig machen und die Review dann ergänzen. Denn das Teil MUSS MAN HABEN. Gute Nacht Sonata Arctica und Edguy ... Hallo Power Quest.

So, und nach längerer Recherche habe ich jetzt eine halbwegs preisgünstige Bestellmöglichkeit gefunden: beim EMP-Versand gibt's die Scheibe für schlappe 15,50 Euro. Also nix wie hinsurfen und bestellen.

Power Quest - Neverworld

Endlich gibt es sie ... die Nachfolge-CD von 'Wings Of Forever', die ich ja schon in den höchsten Tönen gelobt habe. Und es ist ein absolut würdiger Nachfolger geworden. Schon der fett-bombastische Opener 'Neverworld (Power Quest Part II)' zeigt, dass sich die Band vor den Szene-Größen wie Edguy, Stratovarius und Co. nicht verstecken brauchen. Im Gegenteil ... im Vergleich zum neuen Output von Edguy aus der selben Woche ('Hellfire Club') möchte ich sogar behaupten, dass 'Neverworld' um KLASSEN besser geworden ist. Und nach diesem 9-Minuten-Brett geht es Hymne an Hymne weiter bis Track 4 (Sacred Land), einem pfeilschnellen Teil. Eine kleine Verschnaufpause gibt es dann mit 'When I'm Gone', bei dem Arena-Keyboarder Clive Nolan ein bißchen mitgemischt hat. Threshold-Gitarrero Karl Groom veredelt dann das nächste Stück 'For Evermore' und nach zwei weiteren tollen Hymnen-Songs folgt der knapp 11-minütige Abschluss 'Lost Without You', der auch - natürlich mit einer anderen Stimme - locker von einem Threshold-Album stammen könnte und zusammen mit Sabine Edelsbacher (von Edenbridge) eingesungen wurde. Bleibt noch zu erwähnen, dass die CD (nicht ganz überraschend) einen hervorragenden Sound besitzt, für den Karl Groom und die Thin Ice Studios verantwortlich waren. Wer auf so schnelle Mucke steht, sollte sofort zugreifen.

Power Quest - Magic Never Dies

Von den ersten zwei Scheiben der englischen Band 'Power Quest' war ich ja mehr als begeistert. Und nachdem jetzt auch auf dem Neverworld-Nachfolger 'Magic Never Dies' Karl Groom, Richard West (beide Threshold) und Clive Nolan (Arena, Pendragon usw.) ihre Finger mit im Spiel hatten, kann man zumindest mal am Sound überhaupt nichts aussetzen. Am Line-Up hat sich, außer dem Austausch des Schlagzeugers (mit Francesco Tresca an den Drums steht's in der Band jetzt 3 : 2 für Italien) auch nichts geändert und somit ist auch 'Magic Never Dies' eine rundum gelungene und qualitativ hochwertige Melodic-Rock-Scheibe geworden. Instumentaler, orchestraler Opener ('Ascension'), pfeilschnelle, mit tollen Keyboard-Läufen untermalte Songs im Stile von Statovarius und Edguy (keine Ahnung, wie der Drummer das durchhält ohne sich Knoten in die Finger zu spielen) wie z.B. 'Find My Heaven' oder 'Galaxies Unknown', zwischendurch ein paar Mid-Tempo-Stücke mit tollem Refrain (z.B. 'Hold On To Love') und ne tolle Ballade ('The Message') ergeben am Ende fast eine Stunde Melodic Rock ohne auch nur eine Minute langweilig zu sein. Ich bin mal gespannt, wann die Jungs in der Szene endlich den Durchbruch schaffen. Verdient hätten sie's so langsam. Mehr Infos über die Band gibt's unter www.power-quest.co.uk .

Power Quest - Master Of Illusion

Auch wenn die Band nicht mehr von Karl Groom in den Thin Ice Studios produziert wird, ist doch noch jemand von Threshold in der Nähe, der sich der Band angenommen hat. Dieses mal ist es Threshold-Keyboarder Richard West, der kräftig mitmischt. Als Gast-Musiker sind dieses Mal Bill Hudson (Cellador), John Viggo Lofstad (Pagan's Mind) und Bob Katsionis (von der griechischen Band 'Firewind') am Start. Außerdem steuerte Richard West ein paar Keyboard-Parts bei. Musikalisch machen Power Quest keine Experimente sondern knüpfen nahtlos an die (glaube ich 3) letzten Outputs an. Das bedeutet mal wieder Meldodic Metal von schnell bis Mid-Tempo, fette Gitarren, tolle Drums und melodischer Gesang, der im Hirn bleibt. Einmal die CD gehört und die Songs bleiben noch ewig im Kopf. Melodic-Metal-Freunde können mal wieder bedenkenlos zugreifen.

Pride Of Lions - Pride Of Lions

Gast-Kritik von Siggi Greck
Ein Schmankerl für alle Freunde des "80er-AOR" ist die CD von Pride Of Lions. Ich fand den Namen (und auch das Cover mit dem gemalten Kopf eines Löwen) zwar ein bisschen doof, aber dann habe ich mich doch zum Kauf durchgerungen. Jim Peterik, ehemaliger Keyboarder von Survivor (ja, genau die: Eye Of The Tiger) hat sich den Gesang mit dem Youngster Toby Hitchcock geteilt. Die Songs wurden von Peterick im Alleingang geschrieben. Die teilweise hymnenhaft angelegten Lieder werden von den überragenden Vocals getragen. Toby Hitchcock erinnert manchmal an Dennis De Young, manchmal an Bobby Kimball. Die CD ist ist über die gesamte Länge von 60 Minuten sehr gelungen und für Freunde des Genres ein Muss. Ich hoffe, dass es nicht zuviele Beschwerden in Roland`s Meckerecke gibt, aber mir gefällt diese Art von Musik eben auch. Anspieltipp: 'Music And Me'.

Primal Fear - New Religion

Guten Hard Rock aus Deutschen Landen gibt es ja massig. Aber die Schwäbische Band 'Primal Fear' sticht in meinen Augen doch noch etwas heraus. Ich bin ja schon seit Jahren Fan dieser Band (und nicht nur weil sie aus meiner Ecke kommt). Und ich finde jetzt wird es endlich mal Zeit, dass die Band auch auf meiner Homepage erwähnt wird. Proggies unter uns werden vielleicht mit dem Sänger Ralf Scheepers was anfangen können, der ja auf der Ayreon-CD 'Flight Of The Migrator' einen Auftritt hatte. Und der Junge kann singen ... das sage ich Euch. Da kann sich Rob Halford verstecken und staunen. Und auch Bassist Mat Sinner dürfte ja dem Einen oder Anderen bekannt sein. 54 Minuten Metal-Feuerwerk sind garantiert, wobei vor allem die Songs 'Face The Emptiness', 'Everytime It Rains' (ein Mid-Tempo-Stück zusammen mit Epica-Sängerin Simone Simons), der Dreiteiler 'Fighting The Darkness' sowie das obergeile 'The Man (That I Don't Know)' herausstechen. Für Prog-Freunde erwähnenswert ist vielleicht noch, dass Matz Ulmer eine Keyboard-Gastauftritt hat und auch die orchestralen Arrangements gemacht hat ... und den kennt man ja (hoffentlich) noch von der deutschen Prog-Band 'Anyone's Daughter'. Geile Scheibe.

Primal Fear - 16.6 Before The Devil Knows You're Dead

Für mich war ja die Vorgänger-CD 'New Religion' ein Meilenstein in der Karriere meiner schwäbischen Metal-Freunde 'Primal Fear' und wenn man Ralf Scheepers auf der CD singen gehört hat, kann man Iron Maiden in die Tonne kicken. Außerdem waren auf diesem Silberling ein paar absolut grandiose Songs drauf ('Fighting The Darkness', 'The Man That I Don't Know' oder auch 'Face The Emptiness'). Um es gleich mal vorwegzunehmen, solche Überflieger sind auf 16.6 (leider) nicht drauf, denn Primal Fear haben sich hier ... wie soll ich mich ausdrücken ... an ihre Wurzeln als Metal-Band erinnert und zünden ein Feuerwerk an durchweg fetten Metal-Krachern ab, das einem die Spucke wegbleibt. Alleine die ersten zwei Songs 'Riding The Eagle' und 'Six Times Dead (16.6)' knallen sowas von rein, dass Nackenschmerzen vorprogrammiert sind. Aber auch für Freunde der eher bombastischen Mid-Tempo-Stücke ist natürlich was dabei ('Black Rain', 'No Smoke Without Fire'). Und die Quoten-Ballade ('Hands Of Time') darf natürlich nicht fehlen. Der limitierte Digi-Pack hat dann noch 2 Bonus-Tracks (wobei vor allem 'Scream' richtig gut ist) sowie das Video zu 'Six Times Dead' zu bieten. Es gab auch eine Änderung am Line-Up, denn seit Neuestem ist Gitarrist Magnus Karlsson (das ist der, der für die Allen/Lande - Scheiben verantwortlich ist) mit an Bord, und sein Stil ist auf 16.6 unverkennbar herauszuhören. Eine perfekte Metal-Scheibe, die Primal Fear mal wieder aus dem Ärmel gezaubert haben. Muss der Metal-Freund unbedingt haben Und wer Gelegenheit hat, Primal Fear mal live zu sehen (sie sind Ende des Jahres 2009 auf Tour), sollte sich das auch nicht entgehen lassen.

Primal Fear - Live In The USA (CD / DVD)

Meine Lieblings-Schwaben im Heavy-Metal-Bereich, Primal Fear, mit dem genialen Sänger Ralf Scheepers als Frontmann’, haben mit ‘Live In The USA’ eine richtig geile Live-CD rausgebracht. Gesehen habe ich die Jungs (mit fast diesem Set) zusammen mit Brainstorm auf der ‘Viva La Swabia Tour’ im Herbst 2009 in der Rockfabrik in Ludwigsburg und ich muss ehrlich sagen, dass die Band live einfach der Kracher ist. Ob das nun am Heimspiel lag (die Band kommt ja aus dem Schwabenländle und ich habe sie bis jetzt immer nur hier bei mir in der Gegend gesehen) weiß ich nicht, aber Konzerte von Primal Fear haben mich bis jetzt noch nie enttäuscht. Die CD wurde aber, wie der Name schon vermuten lässt, in den USA mitgeschnitten. Aber auch unsere Amis scheinen doch ab und zu mal musikalischen Geschmack zu haben, denn die Stimmung (wenn sie nicht wie bei anderen Live-CDs schon erlebt einfach dazugemischt wurde) scheint ziemlich gut gewesen zu sein. Hauptaugenmerk wurde bei den Konzerten natürlich auf die da aktuelle Studio-CD 16.6 gelegt, aber natürlich wurden auch ein paar Primal Fear - Klassiker wie ‘Fighting The Darkness’, ‘Nuclear Fire’, ‘Sign Of Fear’ oder auch ‘Metal Is Forever’ gespielt. 14 Songs und ein Heavy-Feuerwerk der Extraklasse. Muss man haben. Wem die CD alleine nicht genügt, sollte auf die Version ‘Live In The USA / All Over The World’ zurückgreifen, denn da ist dann noch eine Live-DVD von einem Konzert aus der Schweiz mit dabei und es gibt neben den 14 Songs der CD nochmal 3 Titel mehr. Für mich sind Primal Fear auf jeden Fall die Speerspitze des Deutschen Metal und wer die Tour verpasst hat, hat was verpasst und sollte sich das Package unbedingt zulegen.

Primal Fear - Unbreakable

Mit Primal Fear - Scheiben kann der geneigte Metal-Freund ja normalerweise nichts falsch machen. Und das trifft selbstverständlich auch auf den neuesten Output ‘Unbreakable’ zu. Nach einem gepflegten orchestralen Intro gibt’s dann auch gleich was auf die Zwölf mit ‘Strike’, bei dem alle Trademarks der Band zum Vorschein kommen. Geiler Gesang von Ralf Scheepers, fette Gitarren-Soli, ordentliche Geschwindigkeit. Und auch die nächsten Songs sind (wie sollte es auch anders sein) genauso. Der sechste Song ‘Where Angels Die’ ist dann die obligatorische Quoten-Ballade, wobei die zwischendurch ganz schön Power hat. Mit ‘Born Again’ gibt’s dann später auch nochmal was Langsameres (wunderschön gesungen und fettes, gefühlvolles Gitarren-Solo). Der Rest ist purer Metal. Insgesamt also knapp 60 Minuten Primal Fear der härteren Sorte mit 2 zwischenzeitlichen Songs zum erholen. Freunde der Band können ungehört zugreifen.

Primal Fear - Delivering The Black (VÖ: 24.01.2014)

Eine Primal Fear - CD zu kritisieren ist eigentlich ganz schön langweilig, denn wo Primal Fear draufsteht ist auch immer Primal Fear drin. Geiler Gesang von Ralf Scheepers, geniale Gitarren von Magnus Karlsson und Alex Beyrodt, Randy Black’s druckvolle Drums und Mat Sinner am Bass (ohne Worte). Dazu Songs die voll in die Fresse hauen (‘King For A Day’, ‘Rebel Faction’ usw), bombastische und melodische Mid-Tempo-Nummern sind (vor allem ‘When Death Comes Knocking’ oder das über 9-minütige ‘One Night In December’) oder die obligatorische Ballade (‘Born With A Broken Heart’) sind. Dazu auf der limitierten Version noch 3 Bonus-Tracks sowie eine DVD mit zwei Videos und einem Making Of ...
Metal-Herz was willst Du mehr? Einfach nur genial, die Scheibe.

Primal Fear - Rulebreaker (VÖ:22.01.2016)
Es gibt echt wenig Bands, von denen man nie enttäuscht wird. Dazu gehören auf jeden Fall meine Lieblings-Schwaben Primal Fear. Wie schon zur letzten Scheibe ‘Delivering The Black’ geschrieben ... wo Primal Fear drauf steht ist auch immer Primal Fear drin. Jetzt sogar noch mit einem dritten Gitarristen (Tom Naumann) und einem neuen Schlagzeuger (Randy Black ist raus und Francesco Jovino drin). Und es gibt mal wieder voll auf die Fresse ... Opener ‘Angels Of Mercy’ fett und schnell. ‘The End Is Near’ etwas mehr Midtempo, ‘Bullets & Tears’ geradezu Melodic Rock, das Titelstück bestimmt ne neue Live-Hymne, ‘In Metal We Trust’ die obligatorische Metal-Plattitüde (wie auf praktisch jedem Album), dann fast 11 Minuten ‘We Walk Without Fear’, der obligatorische Long-Song, der zwar nicht ganz an ‘Fighting The Darkness’ heran kommt aber trotzdem richtig cool ist (Hammer Refrain der nicht mehr aus dem Kopf geht) und und und ... die übliche Ballade fehlt auch nicht (‘The Sky Is Burning mit geilem Gitarren-Solo), 2 Bonus-Tracks (das ultraschnelle ‘Final Call’ und noch ein Kracher mit ‘Don’t Say You’ve Never Been Warned). Auch ‘Rulebreaker’ kann ich nur jedem ans Herz legen. Und wer 2 Euro mehr hat, kauft sich die Scheibe mit der Bonus-DVD. Dort gibt es dann noch 2 Videos (von ‘Angels Of Mercy’ und ‘The End Is Near’) sowie ein Making Of mit ein paar netten Kommentaren der Musiker.

Proloud - Rebuilding

Bis jetzt dachte ich, dass Italien die Prog-Metal-Wüste sei. Und nun schneit mir eine CD der Band 'Proloud' ins Haus, die sich als 'Progressive Metal Band' bezeichnet. Die Band stammt aus Bologna und wurde 1996 vom heutigen Bassisten und Schlagzeuger gegründet. Nach einigen Umbesetzungen wurde 1999 die erste Demo-CD produziert (mit dem Titel 'Fickle', der jetzt auch in einer neuen Version auf dem Debut-Album 'Rebuilding' vertreten ist). Und im Juni 2002 wurde nun die erste vollständige CD 'Rebuilding' auf dem Sublime-Label veröffentlicht. Nun aber zur Musik. Nach einem kurzen Intro ('Self Destruction') folgt gleich der vorhin genannte Song 'Fickle', der alles vereint, was das Prog-Herz begehrt. Tempowechsel, instrumentale Parts, ein Gesang der stimmlich an 'Rush' erinnert und das alles verpackt in knapp über 8 Minuten. Auch der nächste Song 'Leave It To Nature' schlägt in die nächste Kerbe, wobei zwischendurch auch ein paar kurze Jazz-Elemente auftauchen, bei dem die einzelnen Musiker zeigen, was sie technisch draufhaben. Und das ist nicht schlecht. Auch 'Island Lake' ist eine recht straighte Nummer mit ein paar ruhigeren Zwischenstücken. Mit 'Shooting Star' folgt dann die erste mit knapp 4 Minuten zwar schöne aber auch leider etwas zu kurze Ballade. 'Gethsemane' ist dann ein Instrumentalstück mit klasse Gitarre und herrlichem Schlagzeug (bei dem die Jungs wohl zeigen wollen, dass sie auch in Richtung Dream Theater was drauf haben). 'Last Inhabited Planet' und das mit über 9 Minuten längste Stück 'To Be On Fire' gehen dann wieder ein wenig in Richtung Rush, ohne dabei aber als billige Kopie zu wirken. Die CD endet mit dem Titelstück 'Rebuilding', einem klasse Happy-Acoustic-Song. Insgesamt finde ich die CD hochinteressant und total abwechslungsreich und die Scheibe erschließt sich erst nach mehrmaligem Hören. Nur der etwas dünne Sound trübt den Hörgenuss ein wenig. Eine etwas fettere Produktion hätte der CD bestimmt gut getan. Aber mit etwas Erfolg (den ich den Jungs absolut gönne) kommt vielleicht mehr Geld in die Kassen und die nächste CD kann dann auch etwas teuerer produziert werden. Die CD kommt übrigens in einer aufwändigen Papp-Verpackung mit CD-Hülle, Booklet und 10 Postkarten. Wegen der Bezugsadresse der CD hat mir die Band auf Anfrage folgendes mitgeteilt:
'You can order "Rebuilding" on
http://www.abighor.freeweb.supereva.it/
http://www.sublime-label.com
http://www.killerclowncdstore.net/catalog/p.htm
I hope that you'll find our CD in german catalogs as soon as possible....'

Proto-Kaw - Before Became After

Hier ein kleines Rätsel: Lynn Meredith, John Bolton, Dan Wright, Craig Kew, Brad Schulz, Kerry Livgren ... und die CD heißt 'Before Became After' ... was schließt der Musikkenner daraus ?? Genau ... die Vorgängerband wird die Nachfolgeband ... von KANSAS. Leider stimmt das nur wegen den Musikern ... nicht aber ganz wegen der Musik. Zwar kann der Opener 'Alt. More Worlds Than Known' sogar ein bißchen an Kansas erinnern (wobei die Flöte ja mehr nach Jethro Tull klingt), einem klasse 7 1/2 - Minuten-Song. Eher getragener kommt dann 'Words Of Honor' daher (mit Kansas-typischen Keyboards). Die CD plätschert dann so vor sich hin (mal härter, mal softer, mal akustisch, mal leicht jazzig, mal mehr mal weniger Kansas), ohne unangenehm aufzufallen und endet in einem Hammer-Song, dem fast 12-minütigen Theophany (was immer das sein mag). Hmm ... was soll ich dazu sagen ?? Ich finde es 'too much', was auf dieser CD für Stilrichtungen abgedeckt werden sollen. Eine kleine Konzentration auf ein paar wenigere Musik-Gefilde hätten der CD sicher gut getan, wobei ich den Musikern absolut nicht absprechen will, dass sie ihr Handwerk verstehen. Etwas gewöhnungsbedürftig (wenn man denkt, das wäre Kansas) ist natürlich der Gesang von Lynn Meredith, der so gar nicht nach Steve Walsh oder Billy Greer klingt. Auf jeden Fall braucht die Scheibe viele viele Hördurchgänge, bis sie gut wird. Ich befürchte nur, dass die Meisten diese Geduld nicht aufbringen werden. Wer die CD kaufen will, sollte sich aber die limitierte Doppel-CD besorgen, denn auf der Bonus-Scheibe ist unter anderem eine tolle Live-Version von 'Belexes' und ein knapp 14-minütiges Interview mit der Band (als Video) drauf.

Proto-Kaw - The Wait Of The Glory

Ziemlich gespannt war ich auf die Veröffentlichung einer zweiten Scheibe der wiedervereinigten Kansas-Vorgänger 'Proto-Kaw'. Und das Warten hat sich mehr als gelohnt. Klar, auch 'The Wait Of The Glory' klingt nicht nach Kansas pur, doch haben die Jungs jetzt doch aus dem etwas wirren Stil-Mix der ersten CD ihren Weg gefunden und kommen zumindest teilweise an den Stil von Kansas heran (hört Euch nur mal das obergeniale 'Picture This' an ... toller Gesang, getragene Gitarre usw.). Aber auch 'The Wait Of The Glory' braucht einige Hördurchgänge, bis sich dem Geniesser das Teil erschließt. Aber genau das macht ja eine gute CD aus. Auf jeden Fall ein erster Kauftipp des noch jungen Jahres 2006. Und wenn schon, dann muss es auch die Limitierte 'Special Edition' mit Bonus-Live-DVD sein, auf der dann noch 3 Songs zu sehen und zu hören sind (2 Songs der ersten Proto-Kaw-CD sowie den frühen 70er-Kansas-Song 'Skont') und man erkennen kann, was die Jungs für Spaß zusammen haben. Alle Songs wurden übrigens von Kerry Livgren geschrieben. Toll.

BuiltWithNOF

 

Q

Queen - Live At Wembley Stadium (DVD)

Kritik von Siggi Greck:
Ein Muss für alle Queen-Fans: Das Konzert aus dem Jahr 1986, das im ausverkauften Wembley Stadion in London stattgefunden hat. Es sind alle Hits der Band enthalten, und man sieht hier noch einmal die unheimliche Live-Präsenz von Freddy Mercury. Über die Songs muss man ja nicht mehr viel sagen. Bild und Ton (DTS) sind sehr gut. Bei
www.amazon.de als Sonderangebot für EUR 19,99 (Juli 2003). Die DVD enhält noch eine Bonus-Disc mit aktuellen Interviews mit Brian May und Roger Taylor sowie anderem Schnickschnack.

Queen (+ Paul Rodgers) - Return Of The Champions

Nun haben sie es also doch gemacht ... eine Tour nach dem Tod von Freddy Mercury und mit neuem Sänger. Die Wahl ist auf Paul Rodgers gefallen, was ich ausgesprochen begrüßt habe (wenn man bedenkt, dass so Deppen wie Robbie Williams im Gespräch waren), da ich ihn schon seit Jahrzehnten sehr schätze (wer ihn nicht kennen sollte ... er war mal Sänger von Free, Bad Company und The Firm) und ich denke, dass er ziemlich unterbewertet ist. Klar tritt er bei Queen ein großes Erbe an und, bis auf ganz wenige Ausnahmen, versucht er auch gar nicht, einen zweiten Freddy zu machen sondern singt sein eigenes Ding durch. Lediglich 'Bohemian Rhapsody' hätte er wirklich sein lassen sollen (aber muss bei einem Live-Konzert natürlich sein). Schön finde ich, dass bei dem Konzert, aufgenommen in Sheffield, auch ein paar Rodgers-Songs (vor allem natürlich 'Wishing Well' und 'All Right Now') gespielt wurden. Insgesamt ist die Doppel-Live-CD ganz nett und wegen dem neuen Sänger auch recht interessant. Aber ob man das unbedingt haben muss ?? Ich denke bei den Bergen von Live-CDs, die es von Queen gibt, ist 'Return Of The Champions' vielleicht eher die schlechtere Wahl.

Queen + Paul Rodgers - The Cosmos Rocks

Es hat ja ziemlich lange gedauert, bis sich die zwei restlichen Queen-Jungs Brian May und Roger Taylor dazu durchgerungen haben, unter dem Bandnamen Queen eine CD aufzunehmen (auch wenn auf der Hülle '+ Paul Rodgers' steht). Ich war sehr gespannt auf die CD und ich bin ein bißchen überrascht. Erwartet habe ich eigentlich schon eine CD im Stile von Queen, aber wenn man zumindest mal die Hälfte der CD anhört würde man nicht draufkommen, was für eine Band das ist. Denn durch den Gesang von Paul Rodgers, der ja unter anderem auch bei Bad Company gesungen hat, klingt die Scheibe eher nach einer ganz genialen Bad Company - CD. Und ich finde das im Nachhinein eigentlich klasse ... also dass man Songs eher (mit dem und) für den neuen Sänger geschrieben hat. Trotzdem sind natürlich auch ein paar echte Queen-Kracher drauf ... man höre sich nur mal den Opener 'Cosmos Rockin' an. Leider aber auch ein paar recht langweilige Lückenfüller. Aber insgesamt gefällt mir die CD wirklich gut. Weitere Highlights: 'Small', 'We Believe', 'Through The Night' (wenn das nicht Bad Company ist) und 'Say It's Not True (teilweise mit Roger Taylor am Mikro). Leute die immer noch von Queen mit Freddy schwärmen und nix anderes hören können, sollten von der CD die Finger lassen. Ansonsten kann ich die Scheibe sowohl Queen- als auch (vor allem) Bad Company - Fans wärmstens empfehlen.
Ich habe mir dann noch die limitierte Version mit der Live-DVD gegönnt. In Deutschland leider recht teuer (so um die 25 Euro), ich hatte das Glück mir das Teil im Urlaub in Frankreich zu holen, dort gab es die Version für unter 20 Euro. Und auf der DVD, betitelt mit 'Super Live In Japan - Highlights' sind dann noch 15 Live-Kracher drauf von 'Tie Your Mother Down' bis 'All Right Now' von Free, wo ja Herr Rodgers auch mal war. Lohnt sich auf jeden Fall, denn im Vergleich zur letzten Live-CD mit Paul Rodgers (Return Of The Champions) ist der Herr zwischenzeitlich viel routinierter, sicherer und lockerer geworden.

Queen - Hungarian Rhapsody (DVD / 2 CD)

Aus der Zeit als Rock-Sänger noch Schnauzbärte trugen und fast ein Busch unter der Achsel heraus gewachsen ist stammt dieses Konzert von Queen. Aufgenommen im legendären Nép-Stadion in Budapest am 27.07.1986 war dies das erste Stadion-Konzert einer westlichen Band hinter dem eisernen Vorhang und an den enthusiastischen Zuschauern kann man erkennen, dass sie da lange drauf warten mussten. Aufgenommen wurde das Konzert auf 35mm-Film (!! deswegen die super-Bildqualität) und jetzt auch noch gemastert in HD und 5.1 Surround Sound. Und auch wenn sich die Track-List nicht sehr von der schon bekannten ‘Live At Wembley Stadium’ unterscheidet, lohnt sich der Kauf trotzdem, denn ich finde ein paar Songs wurde nie besser gesungen wie bei diesem Konzert. Diverse Gänsehaut-Momente sind garantiert (vor allem bei Who Wants To Live Forever). Leider sind wohl nicht mehr alle Film-Aufnahmen des Konzerts aufgetaucht, deswegen fehlen im Vergleich zur Doppel-CD, die bei diesem Package dabei ist, insgesamt 4 Songs. Dafür gibt es - eigentlich recht ärgerlich immer wieder während dem Konzert eingestreut - diverse teils oberlustige Sightseeing-Filmchen über den Besuch in Budapest (vor allem die Frage von Freddie Mercury auf einer Bootstour, ob man das Parlaments-Gebäude kaufen kann und wie viele Schlafzimmer das Haus hat ist schon zum Kringeln). Queen-Fans müssen hier zuschlagen.

Queensryche - Greatest Hits

Anhand des Booklets der CD konnte ich feststellen, daß Queensryche bereits seit 17 Jahren auf dem Markt ist. Ganz schön erstaunlich. Gott sei Dank sind auf dieser Greatest Hits-CD vor allem Tracks aus den besseren (weil älteren) Tagen vertreten, die Katastrophen-CD 'Q2K' ist gar nicht berücksichtigt worden. Je zwei Titel von 'Queensryche' ('83), 'The Warning' ('84), 'Rage For Order' ('86), 'Operation: Mindcrime' ('88) und 'Promised Land ('94), drei Titel der genialen 'Empire' ('90, darunter MEIN Queensryche-Lieblingsstück 'Silent Lucydity') und ein Titel von 'Hear In The Now Frontier' ('97) sowie zwei Bonus-Tracks, die bisher nur in Japan erschienen waren. Für alle Leute, die bis jetzt noch keine Queensryche-CD gekauft haben, weil eigentlich keine so recht am Stück anhörbar ist, kann diese Compilation nur empfohlen werden. Alle anderen haben ja schon alles von dieser Band. Übrigens: alle Titel wurden remastered.

Queensryche - Live Evolution

Live Evolution, eine Doppel-CD der letzten Q2K-Tour, bietet einen hervorragenden Querschnitt des Schaffens in hervorragender Sound-Qualität, wobei Schwerpunkt auf die genaile Phase von Queensryche (Operation Mindcrime, Empire usw.) gelegt wurde. Wer von Queensryche bis jetzt noch nicht so überzeugt war, sollte sich das Teil (zum Schnäppchen-Preis von 30.- DM) zulegen. Live sind die Jungs noch eine Klasse besser als auf Studio-CDs. Und für Queensryche-Fans besteht sowieso Kauf-Pflicht.

Queensryche - Tribe

Die Nachricht, dass Ex-Gitarrist Chris DeGarmo auf der Tribe-CD wieder mitmacht, ist ja bei Queensryche-Fans eingeschlagen wie eine Bombe und man hatte die Hoffnung, dass die Ausrutscher der letzten Jahre (wie z.B. die katastrophale 'Q2K'-CD) nicht wiederholt werden und Queensryche wieder auf den rechten Weg zurückkommen werden. Naja ... DeGarmo ist nur als 'Special Guest' genannt, weiterhin kein Mitglied mehr und die CD dann doch eher enttäuschend. Also wer gehofft hat, Queensryche machen wieder genialen Prog im Stile der 'Operation Mindcrime' oder 'Empire', der wird ganz schön enttäuscht sein. Für mich klingt das eher nach Nu-Metal und 10 Titel auf knapp 42 Minuten sagen dann auch eigentlich alles. Also nicht dass die Scheibe schlecht wäre (z.B. Der Opener 'Open' knallt schon ganz schön rein) und der Wiedererkennungswert ist Dank Sänger Geoff Tate ja auch sehr hoch ... aber musikalisch ist das mittlerweile echt absolut austauschbar. Schade ... die Wandlung weg vom Prog hin zu 'modernen' Gefilden haben der Band nicht gut getan.

Queensryche - Operation: Mindcrime II

Es ist ja schon richtig viel über Teil 2 des Über-Albums von Queensryche 'Operation: Mindcrime' aus dem Jahr 1988 geschrieben worden. Finde ich richtig lustig, denn es gab noch keinen Ton Musik und die einschlägige Presse hat sich schon mit Superlativen überschlagen. Keine Ahnung, woher die wissen wollten, was nachher tatsächlich auf der CD ist. Nett finde ich, dass genau diese Presse jetzt total enttäuscht ist und fast vernichtende Kritiken geschrieben hat. Tja Jungs und Mädels, vielleicht ab sofort einfach abwarten bis man weiß was man loben soll, dann ist man hinterher nicht so enttäuscht.
Textlich schließt OM II natürlich an das Ende von OM I an ... also die Hauptfigur Nikki wurde ja in den Knast gesteckt und kommt jetzt am Anfang von OM II wieder frei und muss sich an die 'neue' Welt gewöhnen, die so ähnlich der Welt ist, die Nikki vor dem Knast gekannt hat. Naja, schön konstruierte Story. Musikalisch würde ich OM II als teilweise richtig gut bis ganz nett bezeichnen. Klar dass tatsächlich keine Operation: Mindcrime herauskommen kann. So ein Überflieger-Album schreibt eine Band wahrscheinlich eh nur einmal in ihrer Karriere. Außerdem ist ja der Haupt-Schreiber von OM I, Gitarrist Chris DeGarmo, nicht mehr dabei. Aber im Vergleich zu den letzten Outputs wie 'Tribe' oder 'Q2K' ist sie doch um mindestens eine Klasse besser geworden. Ärgerlich ist nur der Scheiß Sound. Da wäre echt mehr drin gewesen. Muss man also nicht unbedingt haben.

Querstand-Special

Das kleine aber feine Klassiklabel Querstand aus Altenburg (Thüringen), bei dem Kritiker- und Homepage-Kollege Roland Ludwig von Crossover Marketingleiter ist, stellt mich mal wieder vor eine ganz schön schwierige Aufgabe. Zwar habe ich von ihm schon ein paar richtig geniale Tips bekommen (wie z.B. 'Toxic Smile'), aber was da jetzt in meinem Briefkasten gelandet ist, macht mir echt Probleme. Drei Neuerscheinungen aus dem Querstand-Fundus, die allesamt nichts aber auch gar nichts mit Prog-Rock oder ähnlichem zu tun haben, aber es trotzdem 'wert' sind, einem breiteren Publikum nahegelegt zu werden.

Am Wenigsten kann ich mit der CD
'Lost Paradise' von Andreas Böttcher (Orgel) und Mack Goldsbury (Saxophon) anfangen. Nicht dass die Musiker jetzt schlecht wären... nein ... nur mit Free-Jazz werde ich überhaupt nicht warm. Und bei dieser Scheibe, aufgenommen in der Stadtkirche Radeberg, ist so viel Improvisation und so wenig Komposition (was ganz bestimmt für die Kreativität der Künstler spricht), dass mir das einfach zu viel ist. Trotzdem sollten Freunde des Free-Jazz sowie Kirchenorgel-Liebhaber auf jeden Fall mal reinhören. Denn die Mischung aus Kirchenorgel, Piccolo-Flöte und Saxophon ist schon faszinierend. Leider habe ich auf die Schnelle auch keinen Gast-Kritiker auftreiben können, der die CD richtig einschätzen bzw. einordnen kann. Denn wie gesagt: Free-Jazz ist wirklich nicht meine Welt

Einen Tick mehr in meine 'Richtung' (als ehemaliger Schulchor-Sänger) geht dann die CD
'Farb Töne' vom Calmus Ensemble. Fünf Männerstimmen (Countertenor, Bariton, Bass und 2mal Tenor) sowie eine Sopranistin bilden das Leipziger Ensemble und auf ihrer zweiten CD singen sie a capella (so sagt man doch ??) Lieder von Franz Schubert (Erlkönig) über Robert Schumann (z.B. Zigeunerleben) bis Ludwig Böhme (geboren 1979). Aufgenommen wurde die CD im Gewandhaus zu Leipzig und zumindest der CD-Sound ist erstklassig. Auch hier habe ich mich um einen Gast-Kritiker bemüht und musste nicht lange suchen.
Hier der Kommentar von Karl Weis: "Schöne Stimmen, schöne Melodien - man könnte alles Mögliche dazu in Verbindung mit dem Wort "schön" dazusagen. Aber irgendwie lässt mich die CD kalt. Mir scheint die Musik zu bemüht und vor allem fehlt mir die Leichtigkeit, wie sie in den Gesängen der Comedian Harmonists trotz schwierigster Arrangements zum Ausdruck kommt. Ich kann mir sehr gut vorstellen dass mich das calmus ensemble im Konzert begeistern könnte, aber die CD lässt mich leider ziemlich unberührt. Genauso geht es mir übrigens auch bei den Kings Singers, deren Konzerte ein Ereignis sind und die auf Tonträgern doch relativ schal wirken."

Und dann wäre da noch CD 3 mit dem Titel
'Karneval der Tiere & anderes' von 'Quintonic Brass'. Und die finde ich jetzt richtig interessant. Fünf studierte Blechbläser (Trompete, Horn, Posaune, Tuba und Euphonium ... hä? was ist denn das für ein Instrument ?) blasen sich einen ab und haben von Richard Wagners 'Tannhäuser' und 'Lohengrin' über Camille Saint-Saens 'Karneval der Tiere' (das musste ich im Gymnasium im Musik-Unterricht durchkauen) bis zu hammerflottem Ragtime und noch ein paar alten Gassenhauern aus den 20er Jahren so ziemlich alles drauf. Und vor allem die Wagner-Sachen und die neueren Stücke finde ich ganz klasse.
Mein Neu-Gast-Kritiker Karl Weis mag auch Blasmusik, deswegen sein Kommentar: "Als ich die CD gehört hatte, drängten sich mir Vergleiche mit den "Cascades" des Budapester Blechbläserquintetts auf. Ich finde es immer wieder herrlich, wie leicht und beschwingt Blech klingen kann, wenn es so gekonnt und beschwingt gespielt wird. Die 52nd Street Suite und die Melodien der 20er Jahre sind hervorragend. Den "Karneval der Tiere" fand ich etwas anstrengend.- hier werden m.E. die Grenzen eines Bläserquintetts deutlich, was die Gestaltung von Stimmungen betrifft. Dafür umso fulminanter die Wagner-Stücke. Eine wirklich schöne CD, die mich veranlasste auch ml wieder meine anderen "Blech-CD's" zu hören und die dabei gut wegkommt."

Wer Interesse an den genannten CDs hat, sollte sich direkt an das Querstand-Label wenden. Wäre schön, wenn sich der Eine oder Andere dafür erwärmen könnte. Es gibt auch gute Musiker außerhalb des Prog.

Querstand-Special Teil 2

Das kleine aber feine Klassiklabel Querstand aus Altenburg (Thüringen), bei dem Kritiker- und Homepage-Kollege Roland Ludwig von Crossover Marketingleiter ist, hat wieder zugeschlagen und mir ein paar interessante Neuerscheinungen weit abseits des Prog aufs Auge gedrückt, mit denen ich meine liebe Mühe hatte. Trotzdem gibt es auch dieses Mal wieder ein paar Worte dazu in der Hoffnung, dass der eine oder andere Leser meiner Homepage sich auch hierfür interessiert.

Die erste CD, die ich hier vorstellen möchte, ist '
Sommersprossen' von den 'Five Gentlemen'. Wie man aus dem Namen vielleicht schon vermuten kann, sind diese Jungs (fast) würdige Nachfolger der Comedian Harmonists und geben auch im gleichen Stil insgesamt 16 Stücke aus den 20er- bis 40er-Jahren zum Besten. Allerdings unterscheiden sich die 'Five Gentlemen' in ihrer Besetzung von den Ur-Vätern dieses Genres, da sie lediglich aus 4 Sängern (2 Tenöre, 1 Bass, 1 Bariton) und einem Pianisten bestehen. Und auch wenn der 'Harmonists-Hype', der durch den gleichnamigen Kinofilm vor ein paar Jahren ausgelöst wurde, schon ganz schön abgeebbt ist, macht die CD der Five Gentlemen richtig Spaß.
Zu der CD meint mein Gast-Kritiker und mittlerweile schon Querstand-Spezialist
Karl Weis:
Wenn man die CD einer Gruppe hört, deren Repertoire in Stil und Liedauswahl ziemlich dem der Comedian Harmonists gleicht, muss sich dieses (hier) Quintett auch den Vergleich mit den Vorbildern gefallen lassen. Und er fällt m.E. nicht schlecht für die 5 Gentlemen aus. Ich vermisse zwar etwas den fetten Bass eines Biberti aber sonst gefällt mir die CD ausgesprochen gut. Da kommt richtig Leben rüber und man kann sich gut vorstellen, wie viel noch mehr Spaß ein Konzert mit den "five Gentlemen" bringen kann. Bei AMAZON würde ich mindestens 4 Sterne vergeben.

Eine weitere Neuerscheinung ist die CD 'Carmina Fati' des 'Calmus Ensemble', die ja auch schon in meinem ersten Querstand-Special vertreten waren. Aufgenommen wurde die CD in der Lutherkirche in Leipzig, was man auch hört, denn der Gesang klingt alles andere als steril im Studio aufgenommen sondern der erhabene Hall eines großen Gebäudes ist immer hörbar.
Wie wir ja alle noch aus dem Religions- und Musikunterricht (oder vielleicht aus aus dem Schulchor) wissen, besteht jede christliche Messe im Kern aus 'Kyrie', 'Gloria', 'Credo', 'Sanctus' und 'Agnus Dei'. Und das Calmus Ensemble präsentiert uns diese Teile von teilweise unterschiedlichen Komponisten und Epochen (und zwar aus dem Jahr 900 bis heute und von Verdi bis Ludwig Böhme, also einem Mitglied des Calmus Ensemble). Aber was mein Gast-Kritiker schon zur Vorgänger-CD 'Farb Töne' des Calmus Ensemble geschrieben hat, gilt in gleichem Maße meiner Meinung auch für 'Carmina Fati': auch wenn duch die CD-Produktion versucht wurde, die Atmosphäre einer Kirche 'einzufangen', geht nichts über das Live-Erlebnis solcher Musik. Auf CD geht da mindestens 50 % Gänsehaut-Feeling verloren.

Die dritte und letzte Neuvorstellung des Querstand-Labels ist 'Von Bach bis Broadway' von 'Opus 4', einem Posaunenquartett, dessen Mitglieder allesamt auch schon am Gewandhaus zu Leipzig wirkten bzw. noch wirken. Das Quartett besteht seit 1994 und im Laufe der Zeit erarbeitete es sich ein Repertoire aus fünfhundert Jahren Musik, wobei auf 'Von Bach bis Broadway' lediglich Renaissance, Barock sowie ein paar modernere Stücke des 20. Jahrhunderts berücksichtigt wurden. Wie vielleicht bei meinen eher ungeübten Blechblas-Ohren nicht weiter verwunderlich ist, gefallen mir eher die Originalkompositionen, die für Blechblasinstrumente geschrieben wurden (wie z.B. die 'Turmmusik' von Johann Georg Christian Störl, die Sachen von Melchior Frank oder die für mich genial gespielte Aria D-Dur BWV 1086 von J.S. Bach (auch wenn das jetzt nicht für Bläser komponiert wurde ... aber Barock eignet sich wohl ausgezeichnet für Posaune). Weniger überzeugen mich die für Posaune bearbeiteten Stücke des 20. Jahrhunderts (wie 'A Portrait' von George Gershwin, einem Best Of ... von Gershwin in 8 Minuten von Summertime bis zum Amerikaner in Paris oder der Säbeltanz von Aram Chatschaturjan) mit Ausnahme von Pat Ballards 'Mr. Sandman', das wohl in jeder Version einfach gut ist.

Wer Interesse an den genannten CDs hat, sollte sich wieder direkt an das Querstand-Label wenden.

Querstand-Special Teil 3

CD-Kritiker und Homepage-Kollege Roland Ludwig (von Crossover), seineszeichens Marketingleiter des Klassiklabels Querstand aus Altenburg (Thüringen) hat mal wieder ein paar Veröffentlichungen bei mir abgeliefert, die ich hier auf meinen Seiten gerne vorstellen möchte, auch wenn sie mal wieder so rein gar nichts mit Prog-Musik zu tun haben.

Die erste CD ist 'Las Estrellas' des Ensembles 'Asfur' (was auf arabisch 'Vogel' bedeutet), die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Verbindungen der europäischen mit der orientalischen Musik aufzuzeigen. Und dabei greifen sie unter anderem auf Musik und Themen aus dem mittelalterlichen Spanien vor 700 Jahren oder auch auf französische Liebeslieder aus dem 13. Jahrhundert zurück. Es sind aber auch Stücke auf der CD, die von Mitgliedern des Ensembles geschrieben wurden. Hochinteressant an der Musik von 'Asfur' finde ich jetzt, dass so authentische Instrumente wie Nay (eine Rohrflöte), Ud (eine Knickhalslaute aus dem arabischen Raum, die ja auch schon bei Peter Gabriel's RealWorld-Künstlern zum Einsatz kam) oder auch Drehleier und Rahmentrommel zum Einsatz kommen. Somit bekommen wir bei 'Las Estrellas' 50 Minuten interessante Instrumente zu hören, und wer Blackmore's Night gut findet, kann auch mal 'die Originale des Mittelalters' antesten.

Die nächste CD die ich vorstellen möchte ist 'Die Gläserne Stadt und andere sonderbare Geschichten' von dem Duo 'Pianoworte'. Und wie der Name schon vermuten lässt, werden hier sonderbare Geschichten von dem Wiener Schauspieler Helmut Thiele erzählt, die von dem Pianisten Bernd-Christian Thiele begleitet werden. Ich möchte jetzt ja nichts über den Inhalt der Geschichten verraten (das wäre ja langweilig), aber wer sich auch sonst mal ein Hörspiel anhört, wird von der vorliegenden CD sicher auch begeistert sein. Helmut Thiele hat ein absolutes Talent, die Stories richtig lebendig rüberzubringen und die Piano-Begleitung passt absolut zu den Geschichten. Wirklich mal eine Abwechslung für einen gemütlichen Sonntag zu Hause auf dem Sofa.

Jetzt so überhaupt nicht mein Ding ist die CD des 'LeipJAZZig-Orkesters' (nein, kein Schreibfehler) unter Leitung von Stephan König. Nun bin ich bekennender Jazz-Hasser. Deswegen kann ich so gar nichts zu dieser CD schreiben. Absolut nichts für mich. Deswegen die Fakten: Es handelt sich hierbei um den Mitschnitt einer Live-Konzerts im Kunsthaus 'die naTo' in Leipzig aus dem Jahr 1998 und alle Titel wurden von Stephan König (geboren 1963) geschrieben und arrangiert. Das ist wirklich nur was für Jazz-Freunde.

Etwas zu spät aber nach Weihnachten ist auch vor Weihnachten (ich habe die CD wirklich erst neulich erhalten) gibt es die CD 'Weihnachten mit Opus 4', und wer meine früheren Querstand-Specials aufmerksam gelesen hat wird jetzt sofort wissen, dass es sich bei Opus 4 um das Posaunenquartett handelt, die jetzt zusammen mit den Leipziger Vokalromantikern und der Mezzo-Sopranistin Anne-Marie Seager eine wirklich stimmungsvolle und interessante (weil im Dom zu Wurzen eingespielte) Scheibe veröffentlicht haben, bei der die so unterschiedlichen Stimmen und Stimmungen (Posaune, Männerchor, Mezzo-Sopran) unter einen Hut gebracht haben. Das könnte das nächste Weihnachts-Geschenk für Mutti oder Omi werden.

Und dann gibt es auch noch was Neues von 'Quintonic', die ja schon in meinem erste Querstand-Special vertreten waren. Und auch auf 'Till Eulenspiegel und noch mehr Streiche' gibt es wieder ein Blechbläser-Querschnitt von Richard Strauss (eben Till Eulenspiegel) über Johann Sebastian Bach und Giovanni Battista Sammartini bis zu modernen Klängen (z.B. Summertime, ein paar James Bond-Themen, die allesamt als Bläser-Arrangement richtig genial sind oder auch so Alltime-Klassiker wie 'Ich brech die Herzen der stolzesten Frau'n'). Das ist echt mal was Anderes und richtig gut anzuhören, wenn man ein bißchen aufgeschlossen ist.

Bereits die fünfte CD beim Querstand-Label ist 'Joys And Sorrows' des 'Thüringer Salonqintetts', die sich auf die authentische Wiedergabe des reichen Musikspektrums spezialisiert haben, das in Kaffeehäusern und Salons gepflegt wurde. Zwischenzeitlich feiert das Thüringer Salonquintett auch internationale Erfolge in China und den USA. Auf 'Joys And Sorrow' sind schwerpunktmäßig Stücke des österreichisch-amerikanischen Violinisten Fritz Kreisler (1875 - 1962) verewigt, der vielleicht wie kein Anderer wirklich bezaubernde Salonwerke geschaffen hat, von denen jetzt Einige, wenn auch etwas umarrangiert, auf der CD vertreten sind. So fühlt man sich beim Hören vor allem der Kreisler-Stücke tatsächlich in ein Wiener Kaffeehaus versetzt. Eine wirklich schöne CD für 'modernere' Violinen-Liebhber.

Und zum guten Schluss gibt es dann noch die Doppel-CD 'Mut haben heisst die Angst überwinden' mit Dialogen im Gewandhaus zu Leipzig vom 22.10. bis 17.11.1989. Und damit ist auch schon klar, um was es hier geht ... nämlich um die Bürgergespräche, die vor allem für Geschichtsinteressierte richtig spannend sein könnten.

Alle genannten CDs sind im Querstand-Verlag veröffentlicht worden. Bei Interesse könnt Ihr Euch dann direkt an den Verlag wenden.

Querstand-Special Teil 4

CD-Kritiker und Homepage-Kollege Roland Ludwig (von Crossover), immer noch Marketingleiter des Klassiklabels Querstand aus Altenburg (Thüringen) hat mich mal wieder mit ein paar Veröffentlichungen bedacht, die ich immer gerne vorstellen möchte, auch wenn sie mal wieder so rein gar nichts mit Prog-Musik zu tun haben.

Andreas Böttcher - Blue Hornet
Andreas Böttcher ist ja schon (zusammen mit dem Saxophonisten Mack Goldsbury) in meinem ersten Querstand-Special vertreten gewesen. Die damalige CD 'Lost Paradise' war mir aber bedeutend zu free-jazzig gewesen (womit ich jetzt so gar nichts anfangen kann). Weitaus eingängiger für meine Ohren ist jetzt aber 'Blue Hornet' ... mit dem 'Untertitel' Soloimprovisationen, die allerdings gar nicht so improvisiert gespielt werden, wie man sich das jetzt vielleicht im ersten Augenblick vorstellen könnte. Man höre sich nur mal das Piano-Stück 'Traumtänzer' an, das mit einer wunderschön melancholischen Melodie total gefühlvoll gespielt wird. Andreas Böttcher verwendet auf 'Blue Hornet' aber nicht nur das Klavier, sondern wir kommen in den Genuss von Vibraphon, Marimbaphon, Calimba (ein afrikanisches Daumenklavier), Windspiel und Glöckchen. Besonders interessant finde ich aber, wie Andreas Böttcher das Innere eines Klaviers als Drums benutzt und damit dem ersten von insgesamt 4 Teilen des 'Blue Hornet Hat' intoniert. Bestes Stück auf der CD ist meiner Meinung nach aber ganz klar das fast 11 1/2-minütige 'All mein Gedanken, die ich hab ...' bei dem er so manchen klassischen Profi-Pianisten an die Wand spielt. Für klassisch angehauchte Musikfans eine recht empfehlenswerte CD.

Calmus Ensemble - Dir, dir Jehova will ich singen
Auch das Leipziger Calmus Ensemble war in meinen Querstand-Specials schon mehrfach vertreten. A-Cappella-Gesang mit Psalm- und Gebetsvertonungen aus fünf Jahrhunderten. Wobei 'Dir, dir Jehova will ich singen' ursprünglich das 2001 erschienene Erstlings-Werk des Ensembles war (in der Besetzung Sopran, Countertenor, Tenor, Tenor, Bariton und Bass), das zwischenzeitlich vergriffen ist. Querstand hat nun diese CD, angereichert mit Johann Sebastian Bachs 'Jesu, meine Freude' (anstatt ursprünglich auf der Erst-Version vorhandenen fünf Spirituals) mit der 2007er-Besetzung (Sopran, Countertenor, Tenor, Bariton, Bass), bei der anstatt der ursprünglichen 2 Tenöre eine neue Stimme namens Tobias Pöche hinzugekommen ist. So kann man auch noch die musikalische und stimmliche Entwicklung des Ensembles in den letzten sechs Jahren mitverfolgen.

Duetto Giocondo - Amerikanische Musik für Mandoline und Gitarre / Musik für Barockmandoline und Laute / Sonaten für Mandoline und Gitarre/Laute
Gleich drei CDs wurden Querstand über das Querstand-Label vom 'Duetto Giocondo', bestehend aus Caterina Lichtenberg (Mandoline / Sopranlaute) und Mirko Schrader (Gitarre / Laute). Das Duetto Giocondo gehört heute zu den Spitzenduos in dieser Besetzung. Das Repertoire umfasst Werke aus vier Jahrhunderten und die Interpretation der Stücke zeichnen sich durch große Virtuosität aus.
Wie man den Titeln der drei CDs unschwer entnehmen kann, sind hier recht unterschiedliche Musikstile verarbeitet wurden, haben aber alle ihren speziellen Reiz. Mir gefällt vor allem die 'Amerikanische Musik für Mandoline und Gitarre' bei der Stücke von Stephen Funk Pearson, George Gershwin, Will Ayton, Brian Israel, Daniel Pinkham, Paul Mitchell Davidson und Dave Brubeck gespielt werden. Und vor allem wegen der Mandoline kommt man sich manchmal so vor, wie wenn ein einsamer Cowboy durch die Wüste Nevadas reitet. Hochinteressante Sache. Aber auch die beiden anderen CDs haben ihren Reiz, wobei alleine durch die Auswahl der Komponisten (von Händel über Bach bis zu Scarlatti bei der 'Barockmandoline-CD), obwohl alle Stücke NICHT für Gitarre/Mandoline geschrieben wurden, das 'außergewöhnliche Erlebnis' nicht so hoch ist wie bei den amerikanischen Stücken. Trotzdem haben diese Versionen was ziemlich eigenständiges. auf der 'Sonaten-CD' wurden übrigens ausnahmslos Komponisten aus Neapel ausgewählt (wenn auch aus verschiedenen Jahrhunderten), da sich die Mandoline im 18. Jahrhundert vor allem in der neapolitanischen Musik einer besonderen Gunst erfreute.
Mindestens eine der drei CDs sollte der geneigte Klassik-Freund gehört haben. Die Freude auf die anderen 2 CDs kommt dann ganz von alleine.

Hot Club d'Allemagne - Swing de flaneur
Thomas Prokein (Violine), Karl-Heinz Vogel (Gitarre), Klaus Jacob (Gitarre) und Georg Prokein (Kontrabass). Das sind der 'Hot Club d'Allemagne'. Wer sich jetzt ein bißchen in der Musik der 30er und 40er Jahre auskennt, müsste eigentlich hellhörig werden. Denn 1934 wurde das 'Quintette du Hot Club de France' gegründet. Und wer waren die Gründungsmitglieder? Django Reinhardt und Stéphane Grappelli. Und zumindest der Name Django Reinhardt dürfte vielleicht etwas geläufig sein, war er doch eigentlich das Ur-Gestein des sogenannten 'Zigeunerjazz'. Und der Hot Club d'Allemagne hat sich der Tradition dieses Musikstils verschrieben. Aber nicht nur alte Lieder von Reinhardt oder auch dem ebenfalls bekannten Haens'che Weis werden gespielt, sondern auch Eigenkompositionen von Karl-Heinz Vogel, die ebenfalls in der Tradition des Swings im Paris der 30er und 40er Jahre stehen. Neben ein paar melancholischen Sachen steht aber eindeutig der flotte Swing im Vordergrund, bei dem kein Bein ruhig bleiben kann. Tolle Debut-CD.

Symphonieorchester des Schwedischen Rundfunks, Chor des Schwedischen Rundfunks unter Leitung von Manfred Honeck - Wolfgang Amadeus Mozart Requiem und der Tod in Musik und Wort
'Der Tod ist mein wahrer und bester Freund'. Diese Worte Mozarts in einem Brief an seinen Vater und sein Glaube, dass das Leben nach dem Tod keineswegs zu Ende sei, kennzeichnen die Aufnahme der CD. Diese positive Grundhaltung ist für Wolfgang Amadeus Mozart der Schlüssel zur wahren Glückseligkeit. Dirigent und Initiator dieses Projektes beschäftigte zum einen der Gedanke, dass ein Mensch gerade über der Arbeit zu einem Requiem vom Tode eingeholt wird, und zum anderen die Entstehungsgeschichte des Werkes. Gespielt wird die unvollendete Fassung des Requiems, das wohl berühmteste Fragment der Musikgeschichte. Nach den acht Takten von 'Lacrimosa', an der Stelle also, wo der todkranke Mozart abbrechen musste, erklingt das 'Ave verum corpus'. Das Requiem ist - ähnlich einer realen Totenfeier der damaligen Zeit - eingebettet in Mozarts 'Maurerische Trauermusik, das 'Laudate Dominum' und gregorianische Gesänge. Dazu wird es umrahmt von Versen aus der Offenbarung des Johannes, Auszügen aus einem Brief Mozarts sowie Texten über den Tod von Nelly Sachs.
Nun habe ich ja selber eine bewegte Chor-Vergangenheit hinter mir - habe ich doch 9 Jahre im zumindest bei mir regional bekannten Chor des Friedrich-Eugens-Gymnasiums Stuttgart unter der Leitung des berühmten Dirigenten Fritz Roth unter anderem auch das Mozartsche Requiem in der damals ausverkauften Liederhalle in Stuttgart singen dürfen. Aber diese Aufnahme hier macht mir doch das eine und andere Mal eine ganz schöne Gänsehaut. Das Symphonieorchester des Schwedischen Rundfunks wurde zum Beispiel von der Washington Post schon reichlich gelobt ('bestes Orchesterkonzert 2001') und auch schon für den Grammy in der Kategorie 'Beste Orchesterperformance' nominiert. Und der Chor des Schwedischen Rundfunks, bestehend aus 32 Profi-Sängern, gilt als einer der weltweit besten A-Cappella-Chören. Für mich eine der besten bis jetzt gehörten Aufnahmen dieses Werkes und für Klassik-Freunde unbedingt zu empfehlen.

Alle genannten CDs sind im Querstand-Verlag veröffentlicht worden. Bei Interesse könnt Ihr Euch dann direkt an den Verlag wenden.

Quidam - Alone Together

Polen entwickelt sich ja langsam echt zur Prog-Hochburg. Denn neben nen allseits bekannten 'Riverside' und 'Satellite' (beide Bands ja schon auf meiner Homepage vertreten) habe ich jetzt auch noch 'Quidam' entdeckt, die den beiden genannten Bands in nichts nachstehen. Ruhiger melodischer Prog, der vor allem durch den tollen Gesang (kommt ja nicht so oft vor, dass Prog-Bands einen herausragenden Sänger haben) und geile Gitarrren-Solis glänzt. Schon der Opener 'Different' zeigt hier die ganze Bandbreite der Band auf und macht Lust auf mehr. Und dieses 'Mehr' gibt es dann auf insgesamt 63 Minuten, die nicht auch nur eine Sekunde langweilig werden. Im Gegenteil. Song für Song gibt es Neues zu entdecken und die Zeit geht eigentlich viel zu schnell vorbei. Insgesamt würde ich 'Quidam' als 'Riverside light' bezeichnen. Ähnliche Richtung aber nicht ganz so hektisch und auch nicht ganz so hart. Aber viele Stil-Elemente sind schon vergleichbar. Wer also auf solche Musik steht, sollte Quidam auf jeden Fall antesten. Sicher eine der besseren Prog-Veröffentlichungen aus dem Jahr 2007.

Quill, The - The Quill

Wer hätte das gedacht, daß im neuen Jahrtausend noch eine Band Musik macht, die an die 'guten alten 70er Jahre' erinnert. Astreiner Gitarren - Keyboard - Rock im Stile von Led Zeppelin, Deep Purple usw. Die älteren Säcke unter uns (so wie ich) werden bestimmt begeistert sein von diesem Silberling. Die Band kommt übrigens irgendwo aus Skandinavien. Mehr konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen.

R

Radioactive - Ceremony Of Innocence

Tommy Denander, Jeff + Mike + Steve Porcaro, David Paich, Bobby Kimball, Fergie Frederiksen, Joseph Williams, Fee Waybill, Bruce Gaitsch und so weiter und so weiter. Wenn jetzt dem AOR-Fan nicht das Wasser im Munde zusammengelaufen ist, dann weiß ich auch nicht. Radioactive ist ein Projekt von Tommy Denander, der obengenannte Musik-Größen eingekauft hat, um eine hammergenaile CD zu produzieren. Und der Musik-Stil geht genau in die Richtung der Gäste. Also Toto at it's best (leider ist Steve Lukather nicht dabei). Warum das Teil erst jetzt veröffentlicht wird, weiß ich nicht. Immerhin müssen die Aufnahmen schon etwas älter sein (da Jeff Porcaro bei fast allen Songs an den Drums sitzt und er ja bekanntermaßen schon seit Jahren nicht mehr unter uns weilt). Ein absoluter Pflicht-Kauf für alle AOR- und Toto-Fans.

Radioactive - Yeah

Nach der grandiosen Melodic-Rock-Scheibe 'Ceremony Of Innocence' war ich ja sehr gespannt, was Radioactive-Mastermind Tommy Denander als nächstes auf die Beine stellt. Und 'Yeah', das möchte ich ganz deutlich sagen, ist ein würdiger Nachfolger geworden (auch wenn ausser Fergie Frederiksen keine Toto-Musiker mehr mitmachen). Unterstützt von seinen zwischenzeitlich schon bekannten Mit-Musikern wie z.B. Geir Rönning, Bruce Gaitsch oder Chris Demming gibt's tollen Melodic Rock vom Feinsten, so dass man auch bei der zweiten Radioactive-CD blind zugreifen kann, wenn man auf diese Art von Mucke steht. Veröffentlicht wurde die Scheibe übrigens wieder bei Thomas Hässlers Label MTM. Wieder ein MUSS für alle AOR-Fans.

Radioactive - Taken

Da isser wieder ... mein Lieblings-Schwede aus dem AOR-Bereich Tommy Denander. Und er hat mal wieder seine ganzen Freunde mitgebracht. Jeff Porcaro, Steve Porcaro, Bobby Kimball, Fergie Frederiksen, Steve Lukather (somit hätten wir fast alle Toto's durch), Neal Schon (also Journey darf ja auch nicht fehlen), Yngwie Malmsteen, Michael Landau, Vinnie Colaiuta, Bruce Gaitsch und so weiter und so weiter. Die Crème de la Crème hat sich also wieder eingefunden, um unter dem Namen 'Radioactive' eine geile AOR-CD rauszubringen. Und was soll ich sagen .. wer die beiden ersten Radioactive-CDs hat und davon begeistert ist (wie z.B. ich), der wird auch an 'Taken' mehr als seine Freude haben. 12 neue Songs mit Bergen von unterschiedlichen Sängern, die alle ihren eigenen individuellen Stempel aufdrücken, meist gespickt mit nem schönen Gitarren-Solo (natürlich auch wieder von unterschiedlichen Gitarristen gespielt) und einfach tolle melodische Songs, die das Melodic-Rock-Herz höher schlagen lässt. Und am Ende als absolute Steigerung noch das allseits bekannte 'Never Gonna Let Her Go' von der AOR-CD 'L.A. Reflection' als Instrumental-Version (und einem Gitarren-Solo von Steve Lukather). Toll. Und diese CD gibt es dann noch als Limited Edition mit einer Bonus-DVD und 13 Minuten Studio-Report.

Radiohead - Amnesiac

Das schönste an dieser CD ist zweifelsohne die Verpackung. Ein Teil in Buchform mit lauter komischen bunten Bildern drin. Aufwendig gemacht und oberwitzig. Über die CD gibt es von meiner Seite aus leider nicht viel zu sagen. Experimenteller Elektro-Schrott (lustigerweise sind Radiohead schon mit Pink Floyd verglichen worden, aber dieser Kritiker hatte da wohl ne schöne große Tüte geraucht oder nen Kasten Bier vorher vernichtet oder, noch schlimmer, beides zusammen). Ich finde die CD ziemlichen Mist.

Rage - Unity

Die Deutsche (Prog-?, Metal-?) Band Rage hat es wohl nun endgültig geschafft, von ihrem Metal meets Klassik - Trip runterzukommen. Nachdem die letzten Scheiben immer mit einem Klassik-Orchester eingespielt wurden, gibt's auf Unity endlich mal wieder German Metal at it's best. Und nach der Trennung von einigen Band-Mitgliedern im Jahre 1999 sind die drei verbliebenen Musiker Peavy Wagner, Victor Smolski und Mike Terrana jetzt wohl auch zu einer Einheit zusammengewachsen. So hat der CD-Titel sogar eine richtige Bedeutung. 'Unity' ist sicher eines der besten Rage-Alben ohne wirklichen Durchhänger. So gibt es eine tolle Mischung aus purem Metal gepaart mit Prog-Metal. Absolutes Lieblingslied für mich ist das 7-minütige Titelstück, ein Instrumental, bei dem vor allem Gitarrist Victor Smolski zeigen kann, was er drauf hat. Wer von Rage noch keine CD hat, sollte ruhig den Einstieg mit 'Unity' wagen und sich gleich noch die etwas ältere CD 'Lingua Mortis' zulegen, um auch eine Einblick zu bekommen, wie Rage mit einem Symphonieorchester klingen.

Rage - Soundchaser

Auch die 2003er-CD 'Soundchaser' lässt keinen Zweifel daran, dass die deutsche Band 'Rage' von ihrem Klassik meets Rock - Trip abgekommen sind. Schon der Opener 'Orgy Of Destruction' (als Intro) und das folgende 'War Of Worlds' zeigen deutlich, dass Rage wieder beim melodischen Metal angekommen sind (wo sie auch hingehören). Okay ... ich hatte die CD neulich mit im Geschäft und ließ sie gleich als Erstes laufen ... so vor dem Frühstück ist's dann doch ein bißchen heftig ... was ich auch an den Blicken meines Kollegen ablesen konnte. Aber Versuch zwei (beim Schneiden von 2 Kilos Zwiebeln für ein leckeres Gulasch) war dann ziemlich erfolgreich. Eingängige Melodien, die sofort ins Ohr gehen und man wippt und bangt unweigerlich mit. Wer sich die - in meinen Augen bis jetzt beste Rage-CD - zulegen will, sollte sich die limitierte Version mit dem Bonus-Track 'French Bourreé' kaufen (klasse Remake des Stücks von J.S. Bach). Diese limitierte Version gibt es im Moment (11/2003) noch bei AOR-Heaven.

Rage - Speak Of The Dead

Ich hatte ja im Vorfeld der Veröffentlichung der neuen Rage-CD schon gehört, dass sie mal wieder was mit einem klassischen Orchester machen wollten. Aber nach dem Kauf von 'Speak Of The Dead' und dem Hören der 'Suite Lingua Mortis' (das sind die ersten 8 Tracks der CD) war ich doch mehr als sprachlos. Sowas genial-perfektes habe ich seit dem 'Concerto For A Group And Orchestra' von Deep Purple nicht mehr gehört. Rage-Gitarrist Victor Smolski hat da wirklich etwas geschrieben, was die Verschmelzung von fettem Metal und klassischer Musik in Reinkultur darstellt. Und dazu noch der geile Gesang von Peavy Wagner (der auch die Texte gemacht hat). Der Hammer. Alleine wegen diesen knapp 22 Minuten lohnt sich schon der Kauf von 'Speak Of The Dead' auch für jeden Prog-Fan. Und der Rest ist Rage in Bestform, also knüppelharte Gassenhauer wie z.B. 'No Fear', 'Soul Survivor' (toller Refrain der einem nicht aus dem Hirn geht) oder auch 'Full Moon' (der je nach Pressung außer in Englisch noch in unterschiedlichen Sprachen auf der CD ist ... in Deutschland als deutsche und spanische Version). Tolle CD, mit der auch ein Proggie warm werden könnte.

Rain For A Day - Elemental

Als ich gehört hatte, dass 'Rain For A Day' das Solo-Projekt von Sylvan-Schlagzeuger Matthias Harder ist, war ich ja schon auf einiges vorbereitet. Denn wenn sich ein Schlagzeuger auf ner CD 'selbst verwirklichen' will, kann ja nur wildes Rumgetrommel rauskommen (allerdings gibt es auch hier ja Ausnahmen, denn z.B. Solo-Scheiben von Queen-Drummer Roger Taylor sind ja auch mehr als gut). Etwas stutzig bin ich allerdings geworden, als ich dann noch gelesen hatte, dass Miriam Schell auf der CD singen soll (die ja auch schon auf der Sylvan-CD 'Artificial Paradise' die weiblichen Vocals übernommen hatte und mir da ziemlich gut gefallen hat). Und wenn man sich dann noch die Biografie der Band auf der Homepage durchliest, ist man völlig verwirrt, denn neben des Gewinns des John Lennon Förderpreises und einem exklusiven Auftritt in der VIP-Lounge von Eric Clapton hat man sogar mit dem Gedanken gespielt, beim Grand Prix d'Eurovision de la Chanson mitzumachen (was allerdings an Differenzen mit Produzenten usw. gescheitert ist ... mir unbekannt ist allerdings, ob Ralf Siegel oder Dieter Bohlen den Song schreiben sollte ...). Noch zu erwähnen wäre vielleicht, dass Matthias Harder bei Rain For A Day gar kein Schlagzeug spielt sondern für Piano und Keyboards verantwortlich ist. Aber genug der Vorreden, nun zur Musik. Also wer feinen Prog im Stile von Sylvan erwartet, wird sicher enttäuscht sein. Nein, 'Rain For A Day' machen einfach wunderschöne, melancholische Musik, wie wir sie vielleicht von Tori Amos (manche Sachen erinnern mich schon ein bißchen an 'Little Earthquakes), Michelle Young (allerdings ist die Stimme von Miriam Schell etwas zarter und zerbrechlicher) oder, mit vielen Abstrichen, vielleicht auch von Kate Bush (hier vor allem beim Titelstück 'Elemental') kennen. Wer also neben dem Prog auch mal 'etwas leichtere Kost' hören kann, sollte sich auf jeden Fall die CD von 'Rain For A Day' zulegen und sich einfach mal ne Stunde beim Hören dieses wundervollen Werkes davonschweben lassen. Ich finde die Scheibe sensationell gut und seit ich sie habe, hat sie meinen CD-Spieler im Schlafzimmer nicht mehr verlassen. Die CD kann, außer im gut sortierten CD-Shop (sie wurde, wie die letzten Sylvan-CDs, bei Point Music veröffentlicht), auch auf der Band-Homepage www.rainforaday.de bestellt werden.

Rammstein - Mutter

Die Mutter aller CDs ?? Bestimmt nicht. Rammstein knüpfen nahtlos an ihre restlichen zwei Veröffentlichungen an und bieten harten Industrial-Rock mit kernigen bis schweinischen Texten. Mit einer ordentlichen Lautstärke ist es obergeniale Musik. Bei empfindlichen Nachbarn würde ich lieber die Finger davon lassen. Ob einem Rammstein gefällt oder nicht ist natürlich Geschmackssache. Ich finde es -situationsabhängig- ganz klasse.

Rammstein - Reise, Reise

Als bekennender Rammstein-Fan (vor allem Live-Konzerte sind ein absolutes Erlebnis) möchte ich über die neueste Veröffentlichung nur ein paar wenige Worte verschwenden. Im Vergleich zu den letzten 3 Studio-Scheiben ist 'Reise, Reise' mit höchstens 2 Ausnahmen ('Mein Teil' und 'Amerika' sind ganz nette Songs) ziemlich langweilig. Ich denke, so langsam ist die Luft raus und die Originalität weg. Mehr gibt es von meiner Seite aus nicht zu sagen.

Rammstein - Liebe ist für alle da

Die letzten paar Rammstein-Studio-Outputs waren ja eher langweilig. Und ich dachte schon, das war's jetzt so langsam mit der Band, zumal ja Gitarrist Kruspe mit 'Emigrate' auch schon auf Solo-Pfaden gewandert ist. Aber weit gefehlt, denn mit 'Liebe ist für alle da' sind Rammstein zurück in alter Stärke. Fette Songs, fiese Texte (hört Euch nur mal 'Ich tu dir weh' an :-)) und auch die Abgründe der Menschheit ('Wiener Blut' ist ein Song über die Inzest-Sache von Herrn Fritzl) werden wieder vertont. Ein durchweg gelungenes Album wie ich finde (wenn man die Band mag ... und da gibt es ja geteilte Meinungen). Und wer die Scheibe kauft, sollte auf jeden Fall auf die limitierte Doppel-CD zurückgreifen, denn auf der Bonus-CD sind noch ein paar Schmankerl drauf (wie z.B. das geniale 'Liese', ein lustiger Alternativ-Text für 'Roter Sand'). Die Jungs können also nicht nur böse sein sondern auch witzig. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf's Konzert am 12.12.2009 in Stuttgart (ja, ich bin einer der Glücklichen, der nach 2 1/2 Tagen Enter-Drücken ein Ticket bekommen hat).

Rammstein - Made in Germany

Es war ja klar, dass Rammstein irgendwann mal eine Best Of - CD auf den Markt werfen. Und nun passend zur gerade laufenden Tour ist das kommerziell natürlich eine tolle Idee. Über die Best Of - CD möchte ich auch gar nicht viele Worte verlieren. Ob die Song-Auswahl nun gelungen oder nicht so gelungen ist, kann sich jeder selbst eine Meinung bilden, und unterschiedliche Meinungen wird es da eh geben. Dem einen fehlt dieser Song, dem anderen jeder Song. Blabla. Auf jeden Fall sind die ganzen Renner von ‘Engel’ über ‘Links 2 3 4’ und ‘Du Hast’ bis zu neueren Stücken (‘Pussy’, ‘Haifisch’) vertreten. Auch ein ganz neuer Song (‘Mein Land’) ist drauf. Und da werden die Rammstein-Hasser schon wieder irgendwelche Nazi-Verschwörungs-Theorien verbreiten. Aber dann haben sie den Song nicht verstanden. Das ist kein ausländerfeindlicher Song sondern ein Lied GEGEN Ausländerfeindlichkeit !! Egal, den Rammstein-Kritikern wird’s man eh nie recht machen können. Warum ich diese CD überhaupt hier bespreche ist die Tatsache, dass es ‘Made in Germany’ auch in einer Doppel-CD-Version gibt. Und CD2 beinhaltet 17(!!) Remix-Versionen, und die sind zwischen unnötig, schräg und genial angesiedelt. ‘Sonne’ (von Clawfinger), ‘Links 2 3 4’ (von Westbam gemischt), ‘Mein Teil’ (von den Pet Shop Boys ... einfach klasse), ‘Ohne Dich’ (von Laibach), ‘Pussy’ (in einer Version von Scooter ... der Hammer) und ‘Rammlied’ (von Devin Townsend in einer total witzigen Country-Version) lohnen den Kauf auf jeden Fall. Ich frage mich angesichts der teilweise auch sehr üblen Mixen, warum Rammstein den finnischen Humppa-Königen Eläkeläiset bis jetzt verboten haben, einen Song zu verwursten.

Rammstein - In Amerika / 2 Blu-Ray (VÖ:25.09.2015)
Nach 10 Jahren (und nach der Verhaftung von Till und Flake wegen ihren schauspielerischen Leistungen bei ‘Bück Dich) ... einfach legendär und leider auf Film nicht mehr zu bekommen, gab es damals nur unter der Ladentheke auf der VHS-Kassette ‘Live aus Berlin’ in der unzensierten Fassung zu sehen ... haben es Rammstein mal wieder gewagt, in den USA aufzutreten. Und das Konzert im New Yorker Madison Square Garden war nach 20 Minuten ausverkauft. 18.000 Zuschauer singen alle Songs mit und flippen sowas von aus. Einfach erstaunlich, dass Metal mit deutschen Texten auch Amerika so beliebt ist.
Die Blu-Ray 1 beinhaltet das komplette Konzert der Band, genial gefilmt, brillanter Sound, tolle Show. Ein Feuerwerk von Hits, allerdings kommt die ‘Liebe Ist Für Alle Da’ mehr Raum als die alten Sachen. Trotzdem ... von Feuer Frei über Benzin, Du riechst so gut, Sonne, Ich will bis Engel sind natürlich alle alten Heuler auch vertreten.
Blu-Ray 2 ist dann ein Dokumentarfilm von den Anfängen 1988 über die Ereignisse am 11. September bis eben zur fulminanten Rückkehr jetzt, gepaart mit Aussagen von Berühmtheiten über Rammstein von Moby bis Steven Tyler .. ein hochinteressantes und kurzweiliges Werk. Ein Making Of ... ‘Liebe ist für alle da’ ist auch noch drauf.
Für Rammstein-Fans ein unbedingtes MUSS.

Razors Edge - Revelation

Eine völlig neue Band (für mich) aus dem Saarland ist Razor's Edge', obwohl die Band schon 1995 durch Chris Dörrenbächer (Gesang) und Markus Lesch (Drums) gegründet wurde. Die Gründungs-Mitglieder sind immer noch dabei und werden ergänzt von Bassist Jörg Schanding und Gitarrist Ralf Jung. Wenn man sich die Band-Biographie so anschaut, haben die Jungs ja schon mit einigen Metal-Größen auf der Bühne gestanden. Erwähnen möchte ich nur Onkel Tom Angelripper, Vanden Plas, Chinchilla, Sinner, Axxis oder Evergrey. Wenn man dann mal diese 6 Bands nimmt, bei denen sie im Vorprogramm aufgetreten sind, würde ich mal sagen, dass sie musikalisch am ehesten noch mit Chinchilla oder Sinner zu vergleichen sind. Also straighter Hard Rock ohne viel Schnörkel. 'Revelation' (aus dem Jahr 2005) ist die bereits vierte CD der Band und produktionstechnisch ist rein gar nichts auszusetzen. Fetter Sound kann man da nur sagen. Der Opener 'Unfair' haut schon ganz schön rein (fette Gitarre) und etwas herausheben möchte ich bei Razor's Edge vor allem Sänger Chris Dörrenbächer, der, wenn man bedenkt, was für Schreihälse im Metal-Bereich so ihr Unwesen treiben, eine wirklich tolle Stimme hat, die auch im kraftvollen Bereich noch richtig Power hat und eben nicht nur schreit (und manchmal sogar ein bißchen nach Dave Hill von Demon klingt). Aber auch der Rest der Band ist natürlich überdurchschnittlich gut. Noch erwähnen möchte ich, dass die Keyboard-Parts von Günter Werno übernommen wurden, den man ja von Vanden Plas kennt (die Pfalz ist halt nicht weit weg vom Saarland). Mehr Infos über die Band gibt es unter www.razors-edge.de. Dort kann man sich von den Künsten der Band durch Soundfiles überzeugen und natürlich auch die CD für 13 Euro käuflich erwerben. Unbedingt vorbeischauen !!

Re-Vision - Whore Venus

Gast-Kritik von Daniel Bollinger
re-Vision spielen - von den metall-üblichen Soli abgesehen - frickelfreien Prog-Metal mit leichtem Gothictouch, der sich vor allem an den Vocals bemerkbar macht. Die zwölf Songs sind bis auf wenige Ausnahmen sehr stark ausgefallen. Besonders grandios sind die filigranen Melodien, die immer wieder auftauchen und die manchmal im Zusammenspiel mit den dünnen Vocals die Songs fast zerbrechlich wirken lassen. Auf der anderen Seite die heftigeren Parts, in denen die markante, aber auch gewöhnungsbedürftige, Stimme von Sänger Frank Wenner besonders gut zur Geltung kommt. Als Anspieltipps kann vor allem "Beyond The Veil", das auf einer der erwähnten tollen Melodien aufbaut, und "Silence", das sehr schön die verschiedenen Facetten der Musik von re-Vision verbindet, empfehlen.

Fazit: Ein gutes und vor allen Dingen eigenständiges Album, das jedem etwas offeneren Prog-Fan gut gefallen müsste.

Re-Vision - Downfall (Maxi-CD)

Gast-Kritik von Daniel Bollinger
Ingesamt etwas eingängiger als die Songs auf "Whore Venus" kann man die 4 auf "Downfall" wohl am besten als eigenständige Mischung aus HIM, Iron Maiden und Iced Earth bezeichnen oder auch als Dark Progressive Alternative Rock/Metal. Allein der Titeltrack und das kurze zweistimmige Solo in "Moonflash", in dem die beiden Gitarristen eindrucksvoll ihre technischen Fähigkeitenaufzeigen, sind schon Grund genug, sich diese Maxi zuzulegen. Außerdem bietet die eine gute Gelegenheit, re-Vision kennen zu lernen.

Rea, Dennis - Views From Chicheng Precipice

Wer meine Kritiken auf meiner Homepage in den letzten glaube ich 13 Jahren aufmerksam verfolgt hat, wird festgestellt haben, dass ich von Veröffentlichungen des New Yorker Labels Moonjune Records manchmal zwar etwas irritiert aber trotzdem am Ende überrascht oder auch fasziniert war. Eine solche Scheibe liegt mir jetzt mal wieder mit der neuesten CD von Dennis Rea (den man von Moraine oder auch Iron Kim Style ... beide Bands sind auch auf meiner Page vertreten) vor, der sich bei den 5 Songs von ‘Views From Chicheng Precipice’, die zwischen knapp 4 und fast 16 Minuten lang sind, von chinesischer, taiwanesischer und insgesamt asiatischer Musik beinflusst hat. Entsprechend ‘schräg’ und neu klingt das dann alles auch. Trotzdem hat die Musik was, das einen in den Bann zieht, was natürlich auch an den teilweise außergewöhnlichen Instrumenten liegt, die verwendet werden. So kommen merkwürdige Sachen wie Naxi jaw harp, Kalimba, Dan Bau, Koto oder auch Shakuhachi zum Einsatz, was immer das alles sein mag :-). Leichte Kost ist das natürlich nicht, aber wer etwas Open minded ist, sollte auf jeden Fall ein Ohr riskieren und mal reinhören. Mehr Infos gibt es auf der Homepage von Dennis Rea.

Reasoning, The - Dark Angel

Kritik von Jan Specht

2008 erschien die zweite CD der 2005 gegründeten walisischen Band The Reasoning. Die Stilrichtung ist eine Mischung aus Melodic- und Neoprogrock, was gleich im ersten recht abwechslungsreichen Opener „Dark Angel“ zu hören ist. Matthew Cohen (Songwriting, Bass), Dylan Thompson (Vocals, Guitar), Owain Roberts (Guitar) und Sängerin Rachel Cohen standen schon neben Marillion und Fish auf der Bühne. Der Gesang von Rachel Cohen ist gewöhnungsbedürftig, gefällt mir aber von Durchgang zu Durchgang immer besser. Viele der Songs gewinnen dadurch, das Rachel sehr gute Unterstützung durch Dylan Thompson und Keyboarder Gareth Jones bekommt. Die Bandbreite reicht von Melodic Rock, Folk und Pop bis zum Prog. „Absolute Zero“ und „In the Future“ gehen eher in Richtung Ballade, während „Breaking the 4th Wall“ eine ist und im Vergleich zum Rest der CD klar abfällt. Härter kommt „Call me God?“ daher, neben „Dark Angel“ und dem sehr starken Rausschmeisser „A musing Dream“ einer der besten Songs. „Sharp Sea“ und das sehr kurze „Serenity“ halten den hohen Level. So sind die etwa 51 Minuten der neun Titel für mich immer zu schnell zu Ende. www.thereasoning.com.

Redemption - Snowfall On Judgment Day

Wow ... was für eine fette Scheibe. Endlich mal wieder eine Prog-Metal-CD, die von vorne bis hinten zu begeistern weiß. Und wenn man den Beipack-Zettel der CD liest, weiß man auch wo's herkommt. Denn Sänger dieser Band ist kein Geringerer als Ray Alder, der ja auch bei 'Fates Warning' zu überzeugen weiß. Und in eine ähnliche Richtung geht auch 'Snowfall On Judgment Day', also viel Keyboard-Genudel, fette Gitarren, eine teilweise eher depressivere Stimmung (was sich bei Redemption aber im Gegensatz zu Fates Warning in Grenzen hält), geniales Schlagzeug und natürlich ein brillianter Gesang. Für Freunde von Dream Theater ist die Platte eh zu empfehlen, aber auch andere Prog-Metaller können hier ungehört zugreifen und werden sicher begeistert sein. Nur was der blöde Aufkleber auf der CD-Hülle 'Special Guest James LaBrie') soll, entschließt sich mir nicht wirklich, denn der Dream Theater-Sänger ist grad mal auf einem Song (Another Day Dies) vertreten, und da hätte man locker auf ihn verzichten können. Keine Ahnung warum man ihn da eingekauft hat ... hoffentlich war er nicht zu teuer, denn das hat sich nicht gelohnt, Ray Alder hätte das locker auch singen können. Endlich mal wieder eine gescheite Veröffentlichung von Inside Out.

Redemption - The Art Of Loss (VÖ:26.02.2016)
Nach einer gefühlten Ewigkeit gibt es mal wieder was Neues von den Prog-Metallern ‘Redemption’ um Sänger Ray Alder und Gitarrist Nicolas van Dyk. Und was soll ich sagen ... nix verlernt. Schnell, hart, kompliziert, genial. Alleine der Opener ‘The Art Of Loss’, also das Titelstück, beinhaltet alle Trademarks der Band. Genialer Gesang, Gitarren-Soli, Keyboard-Läufe, tolle Melodie. Fast ein würdiger Nachfolger des Über-Songs ‘Peel’ von der ‘Snowfall-Scheibe’. Keine Durchhänger und drei weitere richtig gute Lieder, die etwas herausstechen. Da wäre zum einen der 8-Minüter ‘Slouching Towards Bethlehem’, das über 10 minütige ‘Hope Dies Last’ und vor allem das Schluss-Werk ‘At Day’s End’, mit über 22 Minuten nochmals feinste Prog-Metal-Kost. Wer auf etwas härteren Prog steht und neben Dream Theater auch noch andere Sachen in der Richtung hört, kommt an ‘The Art Of Loss’ nicht vorbei. Das Teil gibt’s auch noch als Doppel-CD, auf der Bonus-Scheibe sind dann noch 3 Remixe drauf, die sich aber kaum vom Original unterscheiden sowie eine geniale Piano-Version von ‘Say Something’, dem Gänsehaut-Song von ‘A Great Big World’ zusammen mit Christina Aguilera. Und da läuft es einem eiskalt den Rücken runter. Auch bei der Redemption-Version singt eine Frau mit, leider ist nirgends ihr Name vermerkt. Schade ... eine tolle Stimme. Und alleine dafür lohnt sich die Doppel-CD-Version.

Red 7 - Prologue EP

Red 7 ist eine relativ neue Band aus Italien, die ziemlich melodischen Nu Metal machen. Gegründet wurde die Band von Cristiano Ciccotti, der singt, Gitarre spielt und die Keyboards bedient sowie Federico 'FritZ' Criscimanni am Bass. Ein fester Schlagzeuger gehörte zuerst nicht zu der Band sondern da gab es diverse Gastspiele. Mittlerweile ist aber Daniele Leopardi als fester Drummer dazugestossen. 'Prologuep' (so heißt das Teil eigentlich richtig, aber ich denke mal, dass das eigentlich Prologue EP heißen soll) ist noch aus der Vor-Drummer-Zeit, nämlich von 2007. Was absolut typisch für den Stil von Red 7 ist, kann man kurz damit beschreiben, dass die Stimme von Cristiano Ciccotti ein bißchen (und manchmal auch ein bißchen mehr) nach Midge Ure klingt. Und das finde ich absolut klasse. Und auch die insgesamt 6 Songs auf der CD klingen teilweise nach Midge Ure in seiner Anfangszeit als Solo-Künstler (und da möchte ich vor allem den zweiten Song 'Destiny' nennen, der mit 7 1/2 Minuten auch das längste Stück auf der Scheibe ist). Das ist wirklich ein richtig gutes Lied. Aber auch die anderen Songs sind absolut angenehm anzuhören (wobei auch das Keyboard richtig abwechslungsreich eingesetzt wird). Die Songs wechseln zwischen richtig heavy ('Paranoic Star', 'Immortal') bis auch ein bißchen balladesk ('Feel The Silence'). Leider hat die EP nur eine Spielzeit von ca. 33 Minuten, aber die werden zu keiner Zeit langweilig. Ich bin gespannt auf den ersten regulären Output der Band, ob sie dann dieses Niveau auch halten können. Leider habe ich sonst keine Infos über die Band im Internet gefunden, aber 'Destiny' kann man sich über die MySpace-Seite des Promoters (Kick Promotion Agency) anhören.

Redrock - Power For The Mighty

Hmm ... ein blondes weibliches Engelchen hält ein Baby in den Händen, das Bild ist in ziemlich rot bis ein bißchen gelb gehalten. So sieht das Cover von 'Power For The Mighty' der deutschen Band 'Redrock' aus. Ich hätte da jetzt als völlig unbedarfter und unwissender Musikhörer irgendwie auf ne Power-Metal-Combo oder fast was Death-Metallisches getippt. Aber weit gefehlt. Die Musiker Mitsch (Gesang und Gitarre), Rain (auch Gitarre), Mr. Haawk (Bass), Wolfman (Hammond-Orgel), und ... endlich ein paar richtige Namen ... Marco Rämisch (Drums) sowie Alexander Burghard (Piano) machen eigentlich klassische Rock-Musik in Anlehnung an die guten alten 70er-Jahre. Also viel Gitarre/Orgel-Duelle (wie 'damals' bei Uriah Heep oder auch Deep Purple), gepaart mit einem fetten Rhythmus a la guter alter Eric Clapton (wie z.B. der Opener 'Pleasure & Torture' oder nicht minder Retro wenn auch souliger der Song 'Dreams' oder das Lennon-Artige Stück 'Mine'). Aber irgendwie klingt die Orgel im Hintergrund doch meistens nach Ken Hensley aus der guten alten 'Gypsy-' oder 'July Morning'-Zeit. Obwohl ... es gibt auf der CD auch zwei 'Ausrutscher'. Die wären zum Einen der Song 'Believe In You', der so sorry schmalzig rüberkommt, als wäre er von den Crash Test Dummies, die einen auf Garth Brooks machen (echt nicht böse gemeint, aber das passt irgendwie zum Rest wie die Faust auf's Auge) und Titel Nummer 2 auf der CD 'Moon In My Hand', der von keiner Geringeren als der allseits bekannten Jazz-Orglerin Barbara Dennerlein veredelt wurde und stilmäßig auch irgendwie nicht ganz zum Rest passen mag (denn dieses Stück könnte eher von der Band 'The Seer' in ihrer besten Zeit stammen). Insgesamt sind es dann leider nur knapp 39 Minuten (plus noch 2 zusätzliche MP4-Files) wirklich interessante Musik, die den Prog-Fan vielleicht nicht unbedingt zur Zielgruppe hat, aber wer vor 30 Jahren schon auf gute Rock-Musik gestanden hat, sollte hier mal mehr als ein Ohr riskieren. Infos über die Band und Sachen zum Anhören gibt es unter www.redrock-theband.com. Reinschauen (und -hören) lohnt sich auf jeden Fall.

Renaissance - Tuscany

Ja gibt's die denn auch noch ?? Ich kann mich ja ganz dunkel an diese Band in meiner Jugend erinnern. Und plötzlich tauchen sie wieder auf. Die Scheibe mußte ich natürlich gleich ungehört und ungesehen haben. Umso überraschter war ich dann, als ich im Booklet gelesen habe, daß an den Keyboards kein Geringerer als Mickey Simmonds (viele Jahre bei Fish und Camel) sitzt. Meine Vorfreude war noch mehr gestiegen. Dann noch ein klasse Bild auf dem Cover von meiner geliebten Toskana (wer schon mal auf dem Castellare-Weingut in Castellina in Chianti nach einer alkoholvollen Wein- und Grappaverkostung gestanden hat und bei Traum-Wetter auf die unendliche Weite der sanften Hügel der Toskana geschaut hat, der weiß von was ich rede). Das müßte eigentlich mal wieder einen 10-Punkter geben. ... Aber Pfeifendeckel. Tuscany ist eine überflüssige, lahme und langweilige CD, bei der einem nach spätestens 20 Minuten Sängerin Annie Haslam auf den Keks geht. Drei bis vier Töne kann sie perfekt, aber leider versucht sie nicht einmal, mehr zu singen. Und das ist auf Dauer echt nicht erträglich. Schade eigentlich. Von Mickey Simmonds zumindest hätte ich mehr erwartet. Aber wenigstens ist er für die Songs nicht verantwortlich.

Retroheads - Retrospective

Bands aus Norwegen sind in meiner CD-Sammlung nicht gerade üppig vertreten, was eventuell daran liegen könnte, dass die nordischen Musiker wohl eher die dunkleren Töne bevorzugen und Prog-Rock nicht ganz so beliebt ist. Aber mit der Band 'Retroheads' kann ich jetzt einen norwegischen Neuzugang in meiner Sammlung begrüßen, der mich echt positiv überrascht. Gegründet wurde die Band im Jahr 2003 von Tore Bo Bendixen, der vorher als Musik-Produzent für Fernsehn und Radio in Norwegen gearbeitet hatte. Dann beschloss er aber, auch mal was anderes zu versuchen und schrieb 'so nebenher' Berge von Musik für ein eigenes Album, die dann auch in seinem eigenen Studio und unter Zuhilfenahme von weiteren Musikern aufgenommen wurde. Veredelt wurde das ganze dann von Richard Addison, bekannt von mehreren Produktionen von Unicorn Records. Und der Mann schafft wirklich einen klaren und brillianten Sound. Beim Hören von 'Retrospective' wird dem einen oder anderen Alt-Prog-Fan sicher sein Herz aufgehen, denn schon beim fast 11-minütigen Opener 'Earthsong' gibts Anleihen bei alten Genesis, Pink Floyd und Eloy, wobei aber vor allem der weibliche Co-Gesang von Ann-Kristin Bendixen richtig fein dazupasst. Auch der zweite Song 'Man' erinnert mich stark an die Animals-Phase von Pink Floyd. Naja, alle Songs hier jetzt einzeln aufzuzählen, wäre echt unnötig. Denn wie der Name der Band 'Retroheads' schon vermuten lässt, geht die 67-minütige CD exakt so weiter wie sie angefangen hat ... im Stile guter alter Prog-Musik der 70er mit teilweise moderneren Einschüben. Aber was will man auch anderes erwarten, wenn so klassische Instrumente wie der gute alte Moog und so weiter zum Einsatz kommen. Unbedingt antesten !!

Retroheads - Introspective

Wenn eine CD nach den ersten Tönen nach einer Mischung aus Marillions 'Incommunicado' und der 'Colony Of Slippermen' (aus dem Genesis-Meisterwerk 'The Lamb Lies Down On Broadway') klingt, kann zumindest für mich eigentlich nichts mehr schief gehen. Und genau so ist es beim Opener der neuen Retroheads-CD 'Introspective' mit Namen 'Rainy Day'. Einfach nur geil und Freunde der alten Prog-Schule werden ihre helle Freude haben. Und auch das folgende 'Living In A Bubble' (mit ner genialen Hammond-Orgel) lässt das Retro-Prog-Herz höher schlagen. Aber wer glaubt da gibt es keine Steigerung, wird beim nächsten Stück 'Black Hole Eyes' eines Besseren belehrt. Das beginnt mit einer Gänsehaut-Frauenstimme (von Mit-Sängerin Ann-Kristin Bendixen), mündet in eine Fast-Coverversion von Pink Floyds 'Us And Them', dann wimmert uns Gitarrist Tommy Berre einen runter (vom Feinsten) und das folgende Keyboard-Gefrickel könnte wieder locker von ner Pink Floyd - Scheibe sein (da ist ne Steigerung wie bei 'Shine On You Crazy Diamond' drin) ... man ist der Song gut !! Jetzt alle weiteren Stücke einzeln zu beschreiben, würde hier echt den Rahmen sprengen. Das Teil MUSS man haben. Erschienen ist die Scheibe bei Unicorn Digital, die immer wieder für unbekannte aber geile Prog-CDs ein Händchen haben. Bleibt noch zu erwähnen, dass die CD wie fast alles von Unicorn Digital in den Trillium Sound Studios von Richard Addison verfeinert wurde und somit auch noch einen richtig genialen Sound hat. Wie fast alles von Unicorn kann man auch die Retroheads-CD unter www.justforkicks.de bestellen.

Re-Vision - ChapterIV: ... All For The Sake Of Love

Dass es außer Doro Pesch (die ich jetzt persönlich nicht wirklich leiden kann) noch andere Metal-Bands aus Deutschland mit weiblichem Gesang gibt, beweisen Re-Vision aus Waltrop. Wie der Name 'Chapter IV ...' schon sagt, ist die CD bereits die vierte Scheibe der Band um Sängerin Anke Willnat, die eine richtig geile Rock-Röhre hat. Bis jetzt gab es 'nur' 3 Demo-CDs (Deconstructed von 2002, re-Constructed von 2003 und For The Sake ... von 2004), wobei sogar ein Song auf einer Unerhört-CD von Rock Hard platziert wurde ('Shapeless', der auch auf dieser CD drauf ist). Nun haben sie durch das griechische Label Sleaszy Rider Records einen Plattenvertrag ergattert und 'Chapter IV' durfte das offizielle Licht der Welt erblicken. Und was die Band geleistet hat, ist aller Ehren wert. Schon der Opener 'Colours' haut richtig kräftig rein. Toller harter Gesang, fette Gitarren-Riffs, treibende Drums und fette Bass-Linien. Und dann noch ein Refrain, der einem nicht mehr aus dem Kopf geht. Ist bestimmt live der absolute Hammer. Und es geht gerade so weiter. 'Scream', 'Deconstructed', 'For The Sake Of Love', 'Tomorrow May Come' ... alles recht fette Metal-Kracher. 'Shapeless' (der Song von der Rock Hard - CD) ist dann eher im Mid-Tempo angesiedelt (zumindest am Anfang) und lässt einen ein bißchen runterkommen. 'Awake My Soul' ähnlich gestrickt und 'While We Sleep' würde ich als wunderschöne Quoten-Ballade bezeichnen, die auf keinem Metal-Album fehlen darf. Richtig schön. Den Wachmacher gibt es aber gleich danach mit 'Chew Em Through'. Die nächste (Halb-)Ballade folgt mit 'Don't Wake Me Up' und auch 'Tantalized' ist eher im Mid-Tempo-Bereich angesiedelt. 'Lights On Me' gibt dann aber gleich wieder eins auf die Zwölf ... fette Gitarre, toller Gesang. Letztes 'reguläres Stück ist 'Deep Fovea'. Und dann gibt's noch eine ziemlich geniale Cover-Version des Maiden-Songs 'Strange World', und der ist richtig gut gelungen.
Produziert wurde die CD übrigens von Devon Graves (den kennt man ja von Psychotic Waltz und vor allem Dead Soul Tribe), der auf 3 Songs auch den Background-Gesang übernommen hat. Dies bedeutet dann auch, dass der Sound mehr als amtlich ist. Mehr Infos über die Band gibt es auf
MySpace. Dort gibt's auch einen Hinweis, wie Ihr an die Scheibe rankommt (einfach bei der Band direkt bestellen).

Rhapsody - Holy Thunderforce

Als Vorabveröffentlichung des neuen Albums 'Dawn Of Victory' (Kritik folgt natürlich umgehend wenn das Teil rausgekommen ist) beglücken uns Rhapsody (die italienischen Power Symphonic Epic Metal-Götter, die live eher an eine Kirmestruppe erinnern) mit einer Maxi-CD, auf der 2 neue Titel sowie einer 'Symphonic & original demo length version' des Titels 'Rage Of The Winter' (von der ersten Rhapsody-CD 'Legendary Tales'). Also arg innovativ sind Rhapsody in den letzten 2 Jahren nicht geworden. Irgendwie klingt das alles wie schon mal da gewesen. Aber das dagewesene (vor allem die letzte CD 'Symphony Of Enchanted Lands', die ich allen Freunden der härteren Musik ans Herz legen möchte) ist ja gar nicht so schlecht. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf den neuen Longplayer.

Rhapsody - Dawn of Victory

Mein Gott ... bin ich bescheuert. Nach dem Rhapsody-Meisterwerk 'Symphony of Enchanted Lands' muß ich mir natürlich für ein Schweinegeld die super-duper-limitierte Ausgabe der neuen CD 'Dawn of Victory' (mit 64-seitigem Buch und Bonus-CD im Papp-Schuber) kaufen. Und was habe ich jetzt davon ??? Dawn of Victory ist die absolute Kopie von 'Symphony of ...' . Also sowas von geklaut von der eigenen letzten Scheibe habe ich noch nie erlebt. Etwas im Mixer verwurstet, die 'Mighty Warriors' hüpfen immernoch in der Gegend rum und der Hintergrund-Sound des Orchesters ist bestimmt nicht neu eingespielt sondern original von der letzten CD übernommen worden. Da fällt mir echt nichts mehr ein. Die Bonus-CD beinhaltet ein Helloween-Coversong, 3 Alternativ-Versionen (die auch nicht anderst klingen) und einen Multimedia-Part für PC mit Storys und Bildern, die genauso auch schon im Booklet sind sowie einem Bildschirmschoner, der mein Windows zum Absturz gebracht hat.

FRECHHEIT

Rhapsody - Rain Of A Thousand Flames

Die italienische Kirmestruppe (Live sind sie noch immer grottenschlecht) hat mal wieder zugeschlagen. Bis zur Veröffentlichung des neuen Studio-Albums dauert's noch ein Weilchen. Deswegen gibt's eine Maxi-CD (mit immerhin 42 Minuten Spielzeit) mit insgesamt 7 neuen Songs, die teilweise völlig unnötig, teilweise aber auch wieder richtig genial sind. Die ersten 3 Stücke hätte man sich echt sparen können. Nummer 4 - 7 allerdings (betitelt mit 'Rhymes Of A Tragic Poem - The Gotic Saga) hätten locker auf der bis jetzt besten Rhapsody-CD 'Symphony Of Enchanted Lands' drauf sein können. Also ein eher durchwachsenes Teil, bei dem zumindest der Rhapsody-Fan wieder ausflippen wird. Ich für meinen Teil würde mal sagen ... die Jungs sind wieder auf dem Weg der Besserung und man kann auf das folgende Album gespannt sein.

Rhapsody - The Power Of The Dragonflame

Habe ich mich krankgelacht. Im Rock-Hard wird das Cover der neuesten Rhapsody-CD folgendermaßen beschrieben: 'Eine offensichtlich durch Atommüll mutierte Schuppenratte mit Flügel kotzt vor schickem Sonnenuntergangshimmel auf zwei Miniaturhelden'. Der Rock-Hard-Kritiker verdient für diese prägnante Beschreibung eigentlich den Pulitzer-Preis. Treffender konnte man es nicht beschreiben. Die 4 1/2 - teilige Saga um das 'Emerald Sword' und den 'Mighty Warrior' ist mit 'The Power Of The Dragonflame' zu Ende und Rhapsody haben sich (endlich mal wieder) so richtig angestrengt, eine mehr als ordentliche CD abzuliefern. Über die Musik brauche ich eigentlich nicht viele Worte zu verlieren. Power-Metal vom Feinsten und endlich mal ein paar neue Sachen (und nicht nur von den letzten Alben kopiert, wie zum Beispiel bei der letzten CD 'Dawn Of Victory'). Besonders hervorheben möchte ich allerdings, dass (glaube ich) zum ersten Mal ein Song in der Rhapsody - Original-Sprache (also italienisch) aufgenommen worden ist. Und das klingt einfach gigantisch. 'Lamento Eroico' (für alle Nichtitaliener unter uns übersetzt: 'Heroische Klage') ist wohl das bis jetzt beste Lied, das Rhapsody verbrochen hat. 'The Power Of The Dragonflame' kommt meiner Meinung nach fast an das Über-Werk 'Symphony Of Enchanted Lands' ran, das allerdings wohl einfach nicht zu toppen ist (ausser sie nehmen es vielleicht noch komplett in italienischer Sprache auf).

Rhapsody - Symphony Of Enchanted Lands II -The Dark Secret-

Offensichtlich haben sie die italienischen Bombast-Metaller daran erinnert, dass ihre 1998er Veröffentlichung 'Symphony Of Enchanted Lands' die wohl am meisten beachtete Scheibe war. Deswegen wohl jetzt Part II 'The Dark Secret'. Musikalisch gibt es nicht wirklich viel Neues. Die Klassik-Parts sind etwas mehr geworden, dafür wurde das -auf Dauer auch etwas eintönige - Double-Bass-Drumming zurückgenommen, was ich nur begrüßen kann. Außerdem wurde alles etwas theatralischer, wobei vor allem Storyteller Christopher Lee (ja genau ... der gute alte Dracula) Gänsehautfeeling aufkommen lässt. Sicher nach 'Symphony Of Enchanted Lands Part I' die bisher beste CD von Rhapsody. Nur schade, dass die Musik schon wieder so dermaßen überfrachtet wurde, so dass es auf Konzerten auch weiterhin mehr von Konserve als tatsächlich 'Live gespielt' geben wird.

Ricochet - Zarah (A Teartown Story)

Denke ich an eine Prog-Band aus Hamburg, fällt mir eigentlich nur 'Sylvan' ein. Doch ab sofort gibt es eine 'neue' Band in meinem Repertoire, die - zumindest nach der neuesten Veröffentlichung mit Namen 'Zarah (A Teartown Story)' - im gleichen Atemzug genannt werden muss. Nämlich die Band Ricochet. Wobei ich das 'neue' Band deswegen in Hochkommatas geschrieben habe, weil mir die Band bis jetzt nicht untergekommen ist, obwohl sie bereits im Jahr 1996 ihr Debut-Album 'Among The Elements' veröffentlicht hatten, das durchweg nur positive Resonanzen bekommen hatte. Auch die CD 'Zarah' hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel, hat sie doch schon im Jahr 2002 das Licht der Welt erblickt. Nennen wir es Schicksal, dass die Scheibe erst jetzt ihren Weg in meinen CD-Player gefunden hat ... ich bin froh, dass ich diese Musik überhaupt noch entdecken darf, bin ich doch recht aufgeschlossen gegenüber neuen und unbekannten Sachen.
Ricochet haben nach dem Debut-Album, das ich leider (noch) nicht kenne, ihren Sänger und Bassisten durch Ausstieg aus der Band verloren und die Band war wohl kurz davor, nicht mehr oder als Instrumental-Combo weiterzumachen. Zum Glück hat sich aber dann ein neuer Sänger (Christian Heise) gefunden, der allerdings wohl gegenüber seinem Vorgänger eine etwas andere Stimmlage hatte, so dass das ganze Songmaterial für 'Zarah' umgeschrieben werden musste. Das erklärt dann die große Zeitspanne zwischen den zwei CDs. 'Zarah' ist ein Konzept-Album bei dem es kurz beschrieben um ein missbrauchtes Mädchen geht, das den Täter ermordet und dann im Gefängnis Selbstmord begeht. Nun habe ich mich im Internet mal ein bißchen durchgelesen und ein paar Kommentare über die Musik von Ricochet gesucht. Herausgekommen sind so Kommentare wie 'härterer Prog-Metal', 'Dream Theater' und solche Vergleiche. Hmm ... also zumindest nach mehrfachem Hören von 'Zarah' möchte ich diese Beschreibungen nicht unbedingt für richtig erachten. Denn dafür ist die Musik einerseits zu melodisch (um als Dream Theater - Gefrickel durchzugehen) und andererseits kann ich von 'hartem' Prog-Metal auch nicht viel entdecken, da dafür die Musik einfach zu abwechslungsreich und 'dramatisch' ist. Eine Schnittmenge aus Sylvan (wobei hier vor allem der Sänger und teilweise der Gitarren-Sound ziemlich ähnlich sind), Everon (wegen dem melodischen Bombast) und Arilyn (weil so abwechslungsreich) würde da wohl eher zutreffen. Highlights auf der CD zu nennen fällt mir ziemlich schwer, weil sich die Scheibe durchweg auf hohem Niveau bewegt und auch in sich stimmig und schlüssig ist. Okay, 'Silent Retriever' (das könnte echt auf ner Sylvan-CD sein ... toller Gesang und geiles Gitarren-Solo), das 11-minütige 'Cincinatti Road' (Wahnsinns Steigerung im Song), 'Final Curtain' (sensationell gute Ballade) und natülich die knapp 19 Minuten (mit einer kleinen Pause zwischendurch) von 'A New Days Rising' glänzen schon besonders. Außerdem möchte ich dann auch noch ausdrücklich die fette Produktion loben. Da haben Ricochet wirklich einen feinen Sound hinbekommen. Für Neo-Prog-Fans im Stile der o.g. Bands ist 'Zarah' ein absolutes MUSS !! Infos über die Band gibt es auf der
Homepage. Dort kann die CD auch bestellt werden. Ich kann Euch die Scheibe nur wärmstens ans Herz legen ... ich frage mich nur, warum die Band bis jetzt so komplett an mir (und allen anderen bekannten Prog-Seiten im Internet) vorbeigegangen ist.

Riding The Scree - Infinite (VÖ:27.02.2015)
’Riding The Scree’ ist eine recht junge Band (die vier Jungs sind alle so Anfang bis Mitte 20) aus Oberfranken, genauer gesagt aus Rugendorf, irgendwo im Nirvana zwischen Kulmbach (=> geniales Bier) und Kronach. Musikalische Einflüsse sind eindeutig Prog-Rock bzw. Prog-Metal (vor allem Keyboarder Michael Popp hat wohl schon viel Marillion gehört !!!) aber auch so Sachen wie Opeth (es wird auch mal gegrunzt ... wie z.B. beim Opener ‘Two Moons’) und Bands aus dem Artrock-Bereich. Aber auch Ausflüge in den Jazzrock-Bereich gibt es (wobei ich da drauf verzichten könnte ... aber ist Geschmacksache). Alte Genesis ist zwischendurch auch zu hören.
Interessant und richtig gut sind vor allem die (ausgiebigen) Instrumental-Parts. Die haben wirklich Potential, sind äußerst abwechslungsreich und dem Progger dürfte hier das Herz aufgehen. Leider schwächelt der Gesang von Tobias Linhardt ein bißchen (das ist eh der Schwachpunkt der meisten Prog-Bands) ... seine Gitarre macht aber alles wieder wett. ‘Infinite’ ist auf jeden Fall ein Geheim-Tipp für Euch und Ihr solltet auf jeden Fall mal reinhören. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage und die Scheibe kann z.B. über Amazon bezogen werden.

Ring Of Myth - Weeds

Bereits 1990 begann die Geschichte der californischen Prog-Band 'Ring Of Myth', als Multi-Instrumentalist Danny Flores (Gitarre, Bass, Keyboards und Vocals) seine erste Band zusammenstellte. Und nach vielen Musiker-Wechseln hat sich mit George Picado (Gitarre) und Scott Rader (Drums) ein Trio namens 'Ring Of Myth' gefunden, das jetzt mit 'Weeds' eine hochinteressante Scheibe veröffentlicht hat. Bereits 1996 ist die erste CD der Band 'Unbound' auf dem Kinesis-Label erschienen, die mir aber leider völlig unbekannt ist. Leider deswegen, weil mit 'Weeds' der gute alte 70er-Prog aufersteht, wie ihn Yes (auch wegen der Stimme von Danny Flores), Rush (allene schon mal wegen der Besetzung) oder - mit Abstrichen - vielleicht auch die alten Genesis gemacht haben. Logischerweise stechen bei der CD vor allem die Long-Songs (wie z.B. der 8-minütige Opener 'Offering' - voll alte Yes -, das fast 10-minütige 'Into Phase' - könnte vom Gesang her auch von Triumvirat sein und der 12-Minüter 'Blue Stern' - eher Rush -) heraus. Aber auch der Rest lässt sich mehr als hören. Freunde des 70er-Jahre Prog-Gefrickels sollten 'Ring Of Myth' auf jeden Fall mal antesten. Erschienen ist die CD bei Unicorn Digital, Infos über die Band gibt es unter www.ringofmyth.com .

Ritual - Ritual

Offensichtlich wurden die guten Kritiken der zwei letzten 'Kaipa'-CDs (mit Ritual-Sänger Patrik Lundström) zum Anlass genommen, die erste Ritual-CD (von 1995) neu zu veröffentlichen. Aber wie auch das neueste Werk 'Think Like A Mountain' ist mir die erste Ritual-CD etwas suspekt, da sich (eher langweilige) folkige Momente mit richtig geilen Parts innerhalb der einzelnen Songs abwechseln und somit für mich kein schlüssiges Gesamtwerk herauskommt. Herausragend ist aber auf jeden Fall der glasklare Sound (die CD wurde natürlich remastered). Muss man nicht haben aber zur Vervollständigung der Sammlung ist der Kauf halt nötig gewesen.

Ritual - Think Like A Mountain

Von der schwedischen Band 'Ritual' hatte ich bis jetzt eigentlich noch nichts gehört, obwohl 'Think Like A Mountain' schon die dritte CD dieser Band ist und immerhin bei Inside Out veröffentlicht wurde (was ja schon mal ein gewisses Qualitätsmerkmal ist). Gekauft habe ich mir die CD aber nur, weil Ritual-Sänger Patrik Lundström auf meiner Prog-CD des Jahres 2003 (Kaipa - Keyholder) gesungen hat (und übrigens mal in den neunziger Jahren für Schweden für den Grand Prix Eurovision de la Chanson angetreten ist). Musikalisch habe ich mit Ritual ein wenig so meine Schwierigkeiten, weil mir nichts einfällt, was ähnlich sein könnte. Die Musik ist so ein bißchen Folk-Art-Rock, die aber auch etwas in Richtung Porcupine Tree geht. Ein paar geniale Songs sind auf jeden Fall drauf (wie z.B. 'Humble Decision' mit einer tollen elektrischen Violine, dem melancholischen 7-minütigen 'Mother You've Been Gone For Much To Long' oder dem fetten 'Infinite Justice'), wofür sich der Kauf eigentlich schon lohnt. Antesten sollte man die CD aber auf jeden Fall.

Riverside - Out Of Myself

Leute, Leute. Also wer von der polnischen Prog-Band 'Riverside' noch nichts gehört hat, sollte sofort seine letzten paar Euros im Geldbeutel zusammenkratzen, um sich die CD 'Out Of Myself' zu besorgen. Selten hat mich ein Debut-Album einer Prog-Band so fasziniert wie dieses Teil. Es ist absolut erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit und Genialität die vier Jungs ganz locker 53 Minuten Prog-Musik der allerfeinsten Art herunterspielen. Schon der Opener 'The Same River', mit 12 Minuten auch das längste Stück auf der CD beginnt mit einer wimmernden Gitarre im Stile von David Gilmour, wechselt dann zu einem Part, den auch Eloy zu ihren besten End-70er-Zeiten geschrieben haben könnten (das klingt voll nach 'Poseidons Creation') und endet in Neo-Prog à la Pendragon oder Sylvan. Geil ... einfach nur geil. Das zweite Stück 'Out Of Myself' hätte dann auch auf Marillions 'Script For A Jesters Tear' Platz finden können. 'I Believe' könnte aus der Feder von Steven Wilson stammen und wäre auf jeder Porcupine Tree - CD die Ballade. Als nächstes folgt dann das Instrumentalstück 'Reality Dream' (fett) und noch ein paar weiteren Perlen ähnlicher Qualitäten ... und endet in dem Song 'Ok', einem genialen, atmosphärischen Abschluss, den Pink Floyd hätte nicht besser machen können. Für mich DAS Prog-Highlight des Jahres 2004.

Riverside - Second Life Syndrome

Von der Debut-CD 'Out Of Myself' aus dem Jahr 2004 war ich ja mehr als begeistert, war doch die Musik von Riverside eine Schnittmenge aus Marillion, Eloy, Porcupine Tree und Pink Floyd. Okay, andere Kritiker haben bemängelt, dass so wenig 'Eigenes' in der Musik verwurstet wurde und dass nur versucht wurde, die im Moment führenden Prog-Bands zu kopieren. Das kann man sehen wie man will ... nur dürften DIESE Kritiker jetzt von 'Second Life Syndrome' begeistert sein, denn offensichtlich haben Riverside ihren Stil gefunden und diese Aha-Effekte von wegen das habe ich hier oder da schon mal ähnlich gehört, sind lange nicht mehr so oft vertreten wie auf dem Erstlingswerk. Ich finde auf jeden Fall, dass Riverside etwas härter und schneller geworden sind (das merkt man schon am zweiten Titel 'Volte-Face' oder auch am fast 16-minütigen Titelstück, einem tollen Song mit allen Facetten der Prog-Musik). Fans des Neo-Prog müssen mal wieder zugreifen. Riverside sind auch im Jahr 2005 fast der Maßstab der Prog-Musik und ein heißer Anwärter darauf, in meine Top 10 zu kommen.

Riverside - Anno Domini High Definition

Kritik von Jonathan Göhring

Nach Beendigung der „reality dream“ – Trilogie war es an Riverside sich auf zu neuen Ufern zu begeben. Auf dem nun vierten offiziellen Album lagen hohe Erwartungen aber auch die Befürchtung, die Jungs aus Polen könnten sich ein wenig verheben. Kein reines Konzeptalbum ist es diesmal geworden, dennoch beherrscht das zentrale Thema „hektische moderne Welt“ die gesamte Atmosphäre des Werkes. Pate des Inhaltes dürfte wohl Genrekönig Porcupine Tree mit dem 2007er Album „Fear of a blank planet“ gewesen sein. Das Thema betreffend wurde die ein oder andere Botschaft versteckt (Gesamtlänge des Albums 44:44 Minuten; Abkürzung des Titels ADHD). Dementsprechend zieht sich eine hektische Grundstimmung wie ein roter Faden durch das ganze Album hindurch und diese stets rastlose und unruhige Art passt perfekt in das thematisierte Konzept. Riverside besinnen sich einerseits auf ihre Stärken, sowohl stimmungsvolle als auch härtere Töne anzuschlagen und diese wie gewohnt harmonisch zu verbinden. Andererseits ist es ihnen dennoch gelungen sich von den Vorgängeralben freizuschwimmen und dem neuen Album eine eigene Note zu verpassen. Schlussendlich kann hier für Fans des New Artrock/Progmetals nur eine Kaufempfehlung ausgesprochen werden. Anno Domini High definition ist ein heißer Kandidat für das Album des Jahres, allerdings kann Porcupine Tree ja demnächst ebenfalls mit einem neuen Werk aufwarten.

Rolie, Gregg - Roots

Santana-Urmitglied Gregg Rolie, der später dann auch bei Journey, The Storm und Abraxas Pool seine Brötchen verdient hat, läßt auch mal wieder was von sich hören. Und er besinnt sich wieder auf seine Wurzeln und zelebriert uns Latino-angehauchte Rocksongs im Stile von Santana und Abraxas Pool. Wer mit den beiden Bands (und vielleicht auch mit Neal Schons 'Beyond the Thunder') etwas anfangen kann, ist hier bestens bedient. Für mich eine klasse Scheibe, bei der vor allem die Songs 'Breakin my Heart' (mit Neal Schon an der Gitarre) und 'Orient Express' herausstechen.

Rondinelli - Our Cross, Our Sins

Bobby Rondinelli (Blue Oyster Cult, Rainbow), Neil Murray (Black Sabbath, Whitesnake und SAS-Band), Tony Martin (Black Sabbath) und Teddy Rondinelli (keine Ahnung ob der schon mal irgendwo bekanntes war) machen auf dem Papier eine neue Melodic Rock Super-Group. Und der Opener 'Naughty Dragon' lässt auch viel versprechen. Ein klasse Song (vor allem wegen dem Gesang von Tony Martin). Auch der zweite Song 'Dawn' ist noch echt gut. Aber dann ... irgendwie klingt alles gleich. Schade. Und da Namensgeber Bobby Rondinelli ja Schlagzeuger ist, stehen auch die Drums beim Sound im Vordergrund. Und das ist eher gewöhnungsbedürftig. Rondinelli ist der eindeutige Beweis, dass gute Musiker alleine noch keine gute Band machen. Songs sollte man auch noch schreiben können. Und das ist das große Manko von Rondinelli. Auf Dauer ganz schön langweilig. Der Gesang von Tony Martin übertüncht aber so manche Schwäche, so dass ich doch ein paar Punkte vergeben kann.

Rough Edges, The - Back To Life (VÖ:17.02.2017)
Die Pfälzer Band ‘The Rough Edges’ wurde im Jahr 2012 von Günter Kehrein (Gitarre, Gesang) und seinem Sohn Johnny Kehrein (Drums) gegründet. Dazu kam noch der Bassist Walter Weinheimer und Friedrich Dilger (Gitarre), der allerdings 2013 wieder ausgestiegen ist. Seit 2016 ist mit Philippe Nix ein fester Sänger mit an Bord, so dass sich Günter Kehrein mehr auf die Gitarre konzentriert und noch als Background Sänger agiert.
Im Mai 2014 gab es ein erstes Album und jetzt mit ‘Back To Life’ eine EP mit insgesamt 5 Stücken. Die Band selbst beschreibt ihre Musik mit Hard Rock, Alternative Rock und Progressive Rock. Ich finde, dass Hard Rock mit einem kleinen Touch Alternative am besten passt. Von Progressive Rock (so wie ich ihn kenne) habe ich jetzt nichts entdeckt. Aber das macht ja auch nichts. Mir ist straighter Rock mit ein paar fetten Gitarren-Riffs lieber als dass sich eine Band in einem Genre versucht in dem sie eigentlich nicht zu Hause ist.
Die EP beginnt richtig rockig mit ‘Rain’ und irgendwie erinnert mich der treibende Rhythmus an den guten alten Hard Rock im Stile von Deep Purple aus den 80ern. Richtig cool gemacht und in diesem Metier sind ‘The Rough Edges’ genau richtig aufgehoben. Dazu trägt auch die Stimme von Philippe Nix bei, die eine gewisse Rauigkeit hat und somit richtig gut passt. ‘Between Two Worlds’ rockt auch ganz gut, ist aber etwas getragener als ‘Rain’. Das macht aber die geniale Gitarrenarbeit wett. Schönes Solo ! Noch am ehesten proggig ist ‘House Of Shadows’, mit knapp über 6 Minuten auch der längste Song. Wobei mir hier eher so ein Road-Movie Soundtrack in den Sinn kommt. ‘Mr. Samson’ könnte man dann eher in die Alternative Rock Schublade stecken. Die EP endet dann mit dem Titelstück, das wie ‘Rain’ eher im 80er Hard Rock angesiedelt ist.
‘The Rough Edges’ ist auf jeden Fall eine interessante Neuentdeckung für mich. Und Freunde des klassischen Hard Rock müssen hier unbedingt mehr als ein Ohr riskieren und einfach mal reinhören. Mehr Infos über die Band gibt es auf ihrer Homepage.

Royal Hunt - Paradox / Closing The Chapter

Von SPV gibt es eine 2er-CD-Box mit den beiden Royal Hunt - Alben Paradox (Studio-CD) und Closing The Chapter (das gleiche nochmals als Live-CD, aufgenommen 1997 in Tokio) zum Special-Price von ca. 30.- DM (15, 50 Euro). Damals noch mit Sänger D.C. Cooper (der ja zwischenzeitlich von John West ersetzt wurde) ist Paradox ein ziemlich geniales Scheibchen mit symphonischem Metal, super Mehrstimmen-Gesang und melancholischen Teilen. Super Melodic-Metal. Und die Live-Scheibe steht dem Studio-Silberling in nichts nach. Perfekt gespielt und soundmäßig auf höchstem Niveau kann ich diese Box nur weiterempfehlen. Ich denke, von Royal Hunt werden wir noch viel Gutes hören.

Royal Hunt - Intervention

Endlich habe ich ihn ... Teil 1 der Trilogie, der nur in Japan erschienen ist (Teil 2 ist 'The Mission' und Teil 3 'The Watchers'). Es handelt sich hierbei um eine 33-minütige EP (oder Maxi-Single oder wie auch immer), auf der eine rattengeile Version des Titel-Stücks (nämlich 'Intervention Part I') veröffentlicht ist, bei der erst nach 5 1/2 Minuten der Gesang einsetzt. Super. Dann gibt es noch 2 Live-Versionen von 'Lies' und 'Flight' (allerdings glaube ich in einer anderen Version wie auf der Watchers-CD), einer Acoustic-Version von 'Follow Me' sowie dem (neuen) Titel 'U-Turn', bei dem Sänger John West klingt wie Glenn Hughes in seinen besten Zeiten. Nun ist die Trilogie zumindest in meiner Sammlung komplett.

Royal Hunt - The Mission

Die dänische Band Royal Hunt (u.a. mit Steen Mogensen von Cornerstone) legen mit 'The Mission' ein wirklich beachtliches Rock-Album vor. Melodischer Hard Rock, ein bißchen Power-Metal, klasse Keyboardparts, die sich mit schnellen Gitarren-Läufen abwechseln, ein hervorragender Sänger (John West). Hard Rock-Fan, was willst Du mehr ??? Die CD soll wohl ein Konzept-Album sein (7 'echte' Songs mit kurzen Zwischenspielen). Allerdings bin ich hinter den Sinn noch nicht gestiegen. Ist auch egal. Die Musik ist grandios gut. Hier kann ich nur einen uneingeschränkten Kauftip abgeben.

Royal Hunt - The Watchers

Der letzte Teil der Trilogie (Teil 1 ist nur in Japan erschienen, Teil 2 ist die geniale Scheibe 'The Mission') ist nun auch endlich raus. Und Royal Hunt könnten so langsam zu einer meiner Lieblingsbands werden. Neben 2 Versionen des einzigen neuen Songs ('Intervention', als 14-minütige Full Version und als knapp 6-minütigem Radio Edit), der übrigens eines der besten Lieder von Royal Hunt überhaupt ist, gibt es noch Neuaufnahmen von 'One by one', 'Clown in the mirror', 'Day in day out' und 'Legion of the damned' sowie ein paar Live-Aufnahmen (u.a. 'Message to god') von der 2000er Tour. Insgesamt ein toller Querschnitt mit einer Sangesleistung von John West, der Vorgänger D.C. Cooper endgültig vergessen lässt.

Royal Hunt - Eye Witness

Die Welt ist böse, die Welt ist brutal, die Welt ist schlecht ... und an allem ist das Fernsehen schuld. Soweit die Geschichte der neuen Royal Hunt-CD. Also nach der Science Fiction - Story von 'The Mission' jetzt mal wieder in der Gegenwart. Musikalisch kann 'Eye Witness' dem Vorgängeralbum zumindest nach meiner Meinung nicht das Wasser reichen. Dafür sind die Songs einfach im Vergleich zu 'The Mission' zu ähnlich. Trotzdem eine richtig gute Melodic-Rock-CD mit einem immer besser werdenden Sänger John West. Knackige Rocksongs (wie z.B. 'Hunted'), melodische Dahinschmacht-Songs (z.B. 'Edge Of The World') aber auch ein ganz komisches Stück ('Wicked Lounge') zeigen auf jeden Fall, dass Royal Hunt zur Bundesliga der Melodic Rocker gehören. Und wenn Ihr die Limitierte Version kauft, gibt es sogar noch 2 Bonus-Tracks (nämlich eine Special Edition von 'Martial Arts' sowie eine Acoustic-Version von 'Follow Me').

Royal Hunt - Paper Blood

Die letzte Royal Hunt - CD (Eye Witness) fand ich ja recht langweilig. Und der neueste Output (Paper Blood ... in etwa das Geld das durch die Adern der Welt fließt) steht dem in nichts nach ... leider. Alles irgendwie schon mal dagewesen und trotz heftigem LineUp-Wechsel (Schlagzeuger, Gitarrist) keine neuen Ideen. Wirklich schade. Klar, auch Paper Blood kann den meisten Veröffentlichungen des Genres auch noch das Wasser reichen, aber nach dem absoluten Überflieger 'The Mission' (noch immer eines meiner Highlights in der CD-Sammlung) sind musikalische Rückschritte dann doch eher enttäuschend. Royal Hunt - Fans können natürlich wieder zugreifen und werden auch an 'Paper Blood' ihre Freude haben. Allen anderen Musikliebhabern sei dann lieber die genannte 'The Mission' empfohlen.

Royal Hunt - 2006

Endlich mal wieder ein Live-Album von Royal Hunt ... es ist ja schließlich schon 10 Jahre und diverse Studio-Alben her, seit (bezeichnender Weise) der letzte Live-Output '1996 veröffentlicht wurde. Und auf der 'neuen' Live-Doppel-CD sind dann auch zum Glück fast nur neuere Stücke zu hören, so dass der Fan nicht allzu viel doppelt im Regal stehen hat. Gut in meinen Augen sind vor allem die Songs meines Lieblings-Albums der Band 'The Mission', sowie das dann doch auf fast jeder Hunt-CD zumindest als Bonus-Track vorhandene 'Far Away'. Außerdem möchte ich dann auch noch die recht fette Produktion loben ... wirklich ein schönes Live-Album.

Royal Hunt - Collision Course

Waren die letzten zwei Veröffentlichungen von Royal Hunt ja nicht gerade der Renner (siehe meine Reviews), bin ich von 'Collision Course' doch wieder einigermaßen angetan. Untertitelt wird die CD ja auch mit 'Paradox 2' ... als kleinen Hinweis auf die bis jetzt wohl bekannteste CD 'Paradox' von 1992. Es gab schon wieder einen entscheidenden Line-Up-Wechsel. Sänger John West ist weg und jetzt singt kein Geringerer als Mark Boals, den man ja von diversen Solo-CDs und von Malmsteen kennt. Lustigerweise klingt Boals auch nicht viel anders als John West, passt also hervorragend zum Royal Hunt - Sound. Die hohen Töne singt er halt etwas 'schräger' ... aber bei den Melodie-Linien kann man fast nicht erkennen, dass da ein neuer Mann am Mikro ist. Musikalisch geht's endlich mal wieder in Richtung 'The Mission', also fetter Melodic-Rock mit ein bißchen Bombast drin. Gute Scheibe und Royal Hunt scheinen wieder auf dem aufsteigenden Ast zu sein.

Rozmainsky, Ivan - Diverse Scheiben

Vor einiger Zeit hatte ich von dem russischen Keyboarder Ivan Rozmainsky (aus St. Petersburg) einen Eintrag in meinem Gästebuch und nach ein paar E-Mails liegen jetzt 3 CDs von ihm vor mir, die ich hier kurz vorstellen möchte. Die erste CD (aus dem Jahr 2002) wurde unter dem Bandnamen 'Missionaries Of Silence' mit dem Titel 'Resurrection In June' eingespielt und zwar von Ivan Rozmainsky (Keys) sowie dem Gitarristen Sergey Laskin (von der Band 'Missionaries From The Outside'), der auch den Drum-Computer sowie diverse andere Krachmach-Teile bedient. Geboten werden hier auf über 60 Minuten Klangkollagen (Synthie-Sound mit teilweise fetten oder sägenden Gitarren), die ich mal als sehr experimentell von nervig bis hochinteressant bezeichnen will. Das könnte man sich gut zu einem dunklen Science Fiction - Film vorstellen.
Die zweite CD heißt 'Lazarus' und ist von der Band '
Roz Vitalis' (aus dem Jahr 2003). Die Scheibe beginnt mit einem 'relativ kurzen' Opener 'Nepsis', der die russische Heimat von Ivan Rozmainsky nicht verbergen kann ... ein bißchen russische Polka ist da schon versteckt. Der Rest der CD allerdings hat dann damit überhaupt nichts zu tun. Spärlich besungen von Nadezhda Regentova (sowie auf einem Song von Natalia Agapova und Ekaterina Sofronova) sind dann auch wieder Ivans Keyboards eindeutig im Vordergrund, unterstützt von einem weiteren Keyboarder (Vladimir Polyakov) sowie dem schon oben erwähnten Sergey Laskin, der auf dem 22-minütigen Longsong 'Becoming The Poor-In Spirit' noch die Gitarre beisteuert. Auch für 'Lazarus' gilt, dass das ganz schön schwere und experimentelle Kost ist, wobei hier schon ab und zu richtige Melodien erkennbar sind.
Eindeutig am besten gefallen hat mir die EP 'Painsadist' (was für ein Name !!!), ebenfalls aus dem Jahr 2003 und auch aufgenommen unter der Band-Bezeichnung 'Roz Vitalis'. Der Titelsong beginnt herrlich getragen und klassisch mit tollem Piano und Synthie-Klängen und steigert sich richtig symphonisch bis zum Ende (und erinnert mich nicht nur wegen der Instrumentierung ein bißchen an die deutsche Prog-Band 'Triumvirat'). Auch die weiteren Songs gehen in die Richtung, ohne aber leider die Klasse zu erreichen. Stück Nummer 7 heißt dann wieder 'Painsadist - Ascension DreaMix' und nimmt das Thema von Song 1 erneut auf. Insgesamt eine interessante CD, die allerdings nur auf eine Spielzeit von knapp 38 Minuten kommt.
Wer jetzt Interesse an der Musik von Ivan Rozmainsky bekommen hat, sollte entweder mal bei
http://www.mp3.com/rozz_vitalis ein paar Songs herunterladen, oder sich direkt mit Ivan Rozmainsky unter irozmain@yandex.ru bzw. rozvit@list.ru in Verbindung setzen, denn die CDs wurden alle in Eigenregie aufgenommen und sind im Handel (noch) nicht erhältlich. Vielleicht findet sich ja auch auf diesem Wege jemand, der die CDs in Deutschland vertreiben möchte. Ein Interview mit Ivan gibt es unter http://unalargapasion.freeyellow.com/r-rozvitalis.htm .

RPWL - God has failed

GAST-KRITIK VON MICHAEL DOSTER

"RPWL" begannen 1997 als Pink Floyd Coverband, nur wenige werden schon von dieser Band gehört haben, entweder vom Pink Floyd Tribute Album (Signs of life), oder von ihren Liveauttritten in der Nähe von München. Im September 2000 kam nun das Debutalbum auf den Markt. "God has Failed" ist eine CD, die ohne Ausfälle über die Runden kommt. Von der Produktion gibt es rein gar nichts auszusetzen. Daß sich "RPWL" auf den Spuren von Pink Floyd bewegen, ist reine Geschmacksache - interessant ist allemal, daß sich entsetzlich viele Bands beim Covern von Genesis gegenseitig das Leben schwermachen, jedoch bisher keine mir bekannte Band so konsequent Pink Floyd covert. Ich persönlich finde das nicht tragisch, Pink Floyd ist eine der größten Bands der Prog-Musik, insofern kann man das sogar als Kompliment bezeichnen. Technisch einwandfrei gespielt könnten manche songs glatt als Pink Floyd durchgehen, wenn man nicht weiß, daß gerade eine Produktion aus München im CD-Spieler steckt.

Und meine eigene Kritik:

Also ich kann mich den Ausführungen meines Vor-Kritikers nur anschließen. Mit 'God has failed' haben RPWL wirklich ein kleines Meisterwerk (zwischen Dark Side of the Moon und A Momentary Lapse of Reason) abgeliefert. Es ist wirklich erstaunlich, was die deutsche Prog-Szene hervorbringen kann. Für mich DIE Entdeckung des Jahres 2000.

RPWL - Trying To Kiss The Sun

RPWL, die Nachfolgeband von 'Violet District', waren wohl mal eine der besten Pink Floyd -Coverbands. Und der Vorgänger von 'Trying To Kiss The Sun', 'God Has Failed' (siehe auch meine Review und die Gast-Kritik von Michael Doster) ging auch voll als Pink Floyd - Klon durch. Deswegen war ich auf 'Trying To Kiss The Sun' doch sehr gespannt. Geht es weiter in die Richtung 'wir kopieren Pink Floyd, dann sind wir auf der sicheren Seite' oder gibt's was völlig Eigenständiges. Und wie sollte es anders sein, es ist was irgendwo dazwischen geworden. Vielleicht wollte man seine schwer erkämpften (äh erspielten) Fans ja nicht ganz vor den Kopf stossen und was völlig Neues machen. Auf jeden Fall ist 'Trying To Kiss The Sun' ein hervorragendes, melodisches, meist ruhiges Prog-Album geworden, bei dem die Keyboards gepaart mit einigen tollen Gitarren-Soli absolut überwiegen. Aber eigentlich hätten sich RPWL ja umbenennen müssen. War RPWL doch eine Kombination der Anfangsbuchstaben der Musiker (Rissettio, Postl, Wallner, Lang) und Bassist Lang ist nicht mehr Bandmitglied (hat aber alle Songs noch mitgeschrieben und ist auch als Gast-Musiker genannt). Dafür sind Stephan Ebner (Bass) und Andreas Wernthaler (2. Keyboarder) dazugekommen. Für Prog-Feunde gilt hier: KAUFEN.

RPWL - Stock

Die Freisinger Band RPWL, regelmäßige Leser meiner Homepage werden sie schon kennen und (HOFFENTLICH) auch schon CDs von ihnen im Regal stehen haben, 'beglücken' uns mit einem Sammelsurium von Titeln, die es nicht auf die (bis jetzt) zwei regulären Studio-CDs (wenn wir die Vorgängerband Violet District jetzt mal auslassen) geschafft haben. Eigentlich eine Frechheit für eine so unbekannte Band (die ja jetzt auch nicht schon Berge von CDs veröffentlicht hat), aber fast alle Titel hätten wirklich locker auf 'God Has Failed' bzw. 'Trying To Kiss The Sun' gepasst. Netter Output, den man - zumindest als Einstieg - aber nicht unbedingt haben muss. RPWL-Fans werden zuschlagen müssen, zumal mit dem Song 'Opel' sogar eine Syd Barrett - Coverversion verwurstet wurde. Die Doppel-CD beinhaltet dann zusätzlich noch alle Titel in 5.1 Dolby Surround - Mix. Dazu kann ich aber leider nichts sagen, da beim Abspielen der zweiten CD mein Erst-PC (immerhin ein 2 GHz-Rechner) den Geist total aufgegeben hat und sich seitdem nicht mehr zum Laufen bewegen ließ. Ob das an der Dolby-CD liegt, wage ich jetzt aber mal zu bezweifeln.

RPWL - World Through My Eyes

Sie heißen immer noch RPWL, obwohl schon wieder ein LineUp-Wechsel stattgefunden hat (der W, also Karlheinz Wallner und mal wieder der Herr L, also Yogi Lang sind dabei und dazu noch Stephan Ebner und als Neu-Erwerbung Manni Mueller. Der Herr P, also Chris Postl ist dieses mal als Gast-Musiker aufgeführt und Herr R, also Paul Rissettio fehlt ganz). Trotzdem hat das der Art von Musik weder geschadet noch irgendwie so richtig genützt, denn der Wiedererkennungswert ist noch immer bei ziemlich genau 100 % (wenn man sich z.B. den tollen gefühlvollen Song 'Everything Was Not Enough' anhört und unweigerlich an Pink Floyd's 'Us And Them' erinnert wird). Wer die Vorgänger 'God Has Failed' und 'Trying To Kiss The Sun' mag, wird somit auch mit 'World Through My Eyes' seine helle Freude haben ... so wie ich. Erwähnen möchte ich aber noch den Song 'Roses', bei dem kein Geringerer als Ray Wilson singt (ganz großes Kino). Bleibt vielleicht noch zu sagen, dass die CD tolle 77 Minuten lang ist und in SACD-Surround aufgenommen wurde, die aber auf normalen CD-Playern als Stereo-CD abgespielt wird. Prog-Freunde müssen zugreifen.

RPWL - Start The Fire - Live

Nach einigen durchweg guten bis sehr guten Studio-CDs gibt es von der Münchner Band RPWL endlich auch mal eine auf CD gebrannte Dokumentation ihres Live-Schaffens in Form einer Doppel-CD, auf der neben Früh- (Hole In The Sky, Who Do You Think We Are), Mittel- (Trying To Kiss The Sun usw.) und Spät-Werken (z.B. Roses, auch hier gesungen von Ray Wilson) auch ein paar Songs ihrer 'Vorbilder' Pink Floyd (Cymbaline, Welcome To The Machine) verewigt sind. Dazu gibt es dann noch die komplette 12-Minuten Studio-Version von 'New Stars Are Born' (die ja auf 7 Minuten 'kastriert' schon auf der letzten Studio-CD als Bonus-Track verewigt war). Insgesamt ein toller Querschnitt und für 'Einsteiger' mehr als geeignet. Kleiner Kritikpunkt von mir ist aber die frappierende Ähnlichkeit zu den Studio-Versionen, was die CD dann doch etwas 'steril' wirken lässt.

RPWL - The RPWL Experience

Und schon wieder ein Line-Up-Wechsel bei der Münchner Prog-Band RPWL :-)) Herr P. aus dem Band-Namen, also Chris Postl ist mal wieder da, dafür fehlt Stephan Ebner. Somit wären RPWL fast wieder 'komplett' ... nur der 'R' fehlt. Aber wer weiß, vielleicht ist Paul Rissettio ja nächstes Mal wieder dabei. Es bleibt spannend.
Musikalisch bewegen sich RPWL eigentlich auf recht sicheren Pfaden. Der Wiedererkennungsfaktor ist ziemlich hoch, was natürlich sehr stark an dem recht charakteristischen Gesang von Yogi Lang liegt. Insgesamt sind RPWL aber meiner Meinung nach etwas 'elektronischer' geworden (siehe z.B. schon mal den Opener 'Silenced' ... mit knapp 9 Minuten auch der längste Song auf der CD), ohne allerdings die typischen Gitarren, die für mich RPWL so interessant machen, zu vergessen. Klasse Song. Aber auch der Rest ist von hohem Niveau, so dass man auch 'The RPWL Experience' bedenkenlos kaufen kann. Witzig ist in meinen Augen Stück 5 'This Is Not A Prog Song'. Ich weiß zwar nicht, was für einen Anlass es dafür gegeben hat, aber wenn man den Text so durchliest, scheint es wohl mal eine schlechte Kritik für ne RPWL-Scheibe gegeben zu haben. Nett ... :-)
Mehr Infos gibt es auf der
Band-Homepage sowie bei MySpace.

RPWL - The RPWL Live Experience (2 CD / 1 DVD)

Nach der erste Live-CD der Münchner Band RPWL von 2005 ('Start The Fire - Live' ... siehe meine Review) gibt es jetzt ein dickes Live-Paket von Metal Mind Productions (der geübte Prog-Fan wird jetzt sagen ... von wem auch sonst ??) aus Polen in Gestalt einer DVD und 2 Live-CDs. Das Konzert wurde im Februar 2009 in Katowice aufgenommen, dauert immerhin 95 Minuten (zumindest sind die 2 CDs so lang und dort ist auch das komplette Konzert drauf) und dann gibt es noch ein paar Specials wie ein Interview mit Yogi Lang und Kalle Wallner, einem Video Clip sowie einem Tour Footage von 2006. Bild-Qualität ist brilliant, Sound-Qualität ist brilliant, Song-Auswahl ist brilliant (von alt bis neu sowie 2 Pink Floyd-Cover's ist alles vertreten) und somit bekommt der RPWL-Fan (so wie ich) alles was er braucht. Tolles Package, das in keinem Regal fehlen darf. Und für RPWL-Einsteiger ist das Teil natürlich ein prima Sammelsurium von dem was die Band bis heute so alles herausgebracht hat. Muss man haben.

RPWL - The Gentle Art Of Music

Nachdem die Münchner Prog-Band RPWL bzw. die Vorgänger-Formation ‘Violet District’ ja schon seit einigen Jahren zur Prog-Szene gehört und sich vom Pink Floyd - Klon zu einer wirklich eigenständigen Band entwickelt hat, war es wohl Zeit für eine Best Of - CD. Aber RPWL wären nicht RPWL, wenn ‘The Gentle Art Of Music’ eine reine Best Of - Scheibe geworden wäre. Nein, diese Doppel-CD enthält neben den genialen Sachen von ‘Hole In The Sky’ bis ‘Silenced’ (also einem genialen Querschnitt ihres Schaffens ... genannt ‘Compilation’) noch eine zweite CD namens ‘Revisited’ auf der dann nochmal 11 Songs in einer akustischen Version neu aufgenommen wurden. Und das ist eigentlich das Highlight der Doppel-CD. Die ‘Compilation’ hat ja eh schon jeder RPWL-Fan, ist aber ein toller Querschnitt für Einsteiger. Die Akustik-Versionen haben wirklich Charme und teilweise sind richtig lustige Sachen dabei rausgekommen (wie z.B. ‘Moonflower’ in einer Bar-Version). Somit wird auch der RPWL-Fan mit Sachen bedient, die er noch nicht hat und es besteht natürlich Kaufpflicht. Wirklich gut gemacht.

RPWL - Beyond Man And Time

Immerhin fast 4 Jahre musste die (hoffentlich stetig wachsende) RPWL-Gemeinde auf einen neuen Studio-Output warten (denn zwischen ‘The RPWL Experience’ aus dem Jahr 2008 und der am 09.03.2012 zu habenden ‘Beyond Man And Time’ wurde ‘nur’ eine Live-DVD sowie eine Best Of ... Doppel-CD veröffentlicht; beide Sachen natürlich auf meiner Homepage besprochen). Und auch wenn sich (zum Glück) die musikalische Welt der Freisinger Jungs (es gab mal wieder ein paar Besetzungswechsel ... nur noch Yogi Lang - Gesang / Keyboards und Kalle Wallner - Gitarre sind an Bord, neu hinzugekommen sind Markus Jehle - Keyboards, Werner Taus - Bass und Marc Turiaux - Drums ... wobei Jehle und Turiaux schon auf der Live-DVD mitgespielt haben) nicht wirklich verändert hat - und das erwartet ja auch niemand - ist ‘Beyond Man And Time’ das erste Konzeptalbum der Band. Es geht um die Reise eines Protagonisten, der diverse Personen trifft, die ihm zu neuer Erkenntnis behilflich sind, angelehnt an Nietzsche’s ‘Zarathustra’. Nun war mir Nietzsche schon immer etwas suspekt, deswegen halte ich mich mal lieber an die Musik (ohne zugeben zu wollen, dass ich die ganze Geschichte nicht ganz nachverfolgen kann). Aber vielleicht findet sich ja noch ein Gast-Kritiker, der die Scheibe unter Sozio-Philosophischen Gesichtspunkten beschreibt (immerhin ist Nietzsches ‘Zarathustra’ auch mit ‘Ein Buch für Alle und Keinen’ untertitelt).
Absolut typisch und natürlich mit 100%-igem Wiedererkennungsfakor ist bei RPWL der Gesang von Yogi Lang. Zwei Töne gehört und Band erkannt. So geschehen, wenn man das gut 2-minütige ‘Into’ ‘Transformed’ hinter sich gelassen hat. Denn ‘We Are What We Are’ ist gleich ein typischer RPWL-Song, gut 9 Minuten lang, ruhig, atmosphärisch, gefühlvoll, schöner Gesang, tolle Gitarren-Arbeit, Tempo-Wechsel, interessante Keyboard-Parts und weit weg vom früheren Pink Floyd - Klon. ‘Beyond Man And Time’, also das Titelstück klingt dann zumindest gitarrenmäßig schon eher nach den guten alten Gilmour-Zeiten von Pink Floyd, ohne jedoch die ‘neueren’ RPWL zu vernachlässigen. ‘Unchain The Earth’ beginnt mit tollem Gitarren -/ Keyboard-Sound, wird dann aber erstaunlich eingängig um nicht zu sagen poppig oder radiotauglich (wobei 7 Minuten für’s Radio zu lang sind). ‘Trotzdem’ ein schöner Song, wobei einem der Refrain auch nicht mehr so richtig aus dem Kopf geht. Und das Gitarren-Solo am Ende ist auch wieder erste Sahne und ganz nach meinem Geschmack. Könnte nur noch ein paar Minuten länger sein. ‘The Ugliest Man In The World’ ist zum Glück nicht so ‘hässlich’ wie der Titel verspricht sondern ist sogar zwischendurch ganz schön rockig. ‘The Road Of Creation’ erinnert mich nicht nur vom Titel her ein bißchen an Eloy (es kennt ja wohl hoffentlich jeder den Song ‘Poseidon’s Creation’), auch der Sound und Aufbau des Songs ist ähnlich der ‘neueren’ Werke von Herrn Bornemann (wobei Yogi Lang viel besser singen kann ... aber das ist ja nicht wirklich schwer). ‘Somewhere In Between’ ist mit 2 Minuten fast als Lückenfüller zu bezeichnen, klingt aber richtig hübsch und mal wieder ein bißchen nach Gilmour. ‘The Shadow’ ist für RPWL fast ein bißchen untypisch weil ganz schön rockig. Das ändert sich aber wieder bei ‘The Wise In The Desert’ ... typisches RPWL-Stück in 2 Parts geteilt, zuerst recht ruhig und dann ganz schön flott. Ein kleines Herzstück des Albums ist sicherlich der Song ‘The Fisherman’, der alleine schon durch die Länge von gut 16 Minuten auffällt. Und er hält auch was die Länge verspricht. Auf jeden Fall der proggigste Song, ein bißchen RPWL, ein bißchen Keyboards in Richtung ‘Garden Party’ von Marillion (oder auch Anleihen an Genesis), ELP, moderner Prog à la Porcupine Tree und am Schluss wieder ein nettes Gitarren-Solo. Sicher das Beste was die Jungs in ihrer 12-jährigen Karriere geschrieben haben. Und zum Schluss gibt’s noch ‘The Noon’, der vielleicht einzigen richtigen Ballade auf dem Album, das mich zwischendurch stark an ‘Us And Them’ von Dark Side Of The Moon erinnert.
Fazit: Auch wenn RPWL teilweise immer noch ein bißchen nach Pink Floyd klingen (ich weiß, dass das die Band wahrscheinlich nicht mehr hören kann, aber dieses Trademark bekommen sie wahrscheinlich nie mehr los), bekommen sie immer mehr Eigenständigkeit. Und auch wenn ich die Geschichte dieses Konzept-Albums nicht ganz nachvollziehen konnte (was auch an meiner Unbedarftheit liegen kann), wurde es endlich mal Zeit, dass sich die Jungs an sowas ran gewagt haben. Auf jeden Fall ist ‘Beyond Man And Time’ ein ziemlich großer Schritt in die richtige Richtung. Fans der Band können bedenkenlos zugreifen, Art-Rock-Fans werden auch begeistert sein und auch eingefleischte Proggies haben sicher viel Freude an dem Album. Muss man also haben.

Rudy's Journey - Rudy's Journey

Hinter 'Rudy's Journey' verbirgt sich (oh Gott wie peinlich) Rudi Buttas, Gitarrist von Pur (würg). Eigentlich wollte ich ja meine 'Freunde aus der Nachbarschaft' nicht unterstützen. Aber nachdem ich erfahren hatte, daß auf der CD alles andere als Pur-Scheiß drauf ist und so illustre Gäste wie Michelle Young, Michael Sadler (Saga), David Hanselmann (DIE Lokalgrösse in und um Stuttgart) und Bodo Schopf (u.a. schon Drummer bei Eloy-Touren) mitmachen, habe ich es gewagt und mir die Scheibe besorgt. Und ich bin zumindest mal nicht ganz enttäuscht worden. Musikalisch ist der Silberling doch ganz schön seicht (und Buttas Aussage, er würde entgegen der Musik von Pur mehr in die Rock-Richtung gehen, ist wohl nur wirklich im Vergleich zu Deutschem Schlager wahr), aber die Gast-SängerInnen reissen es echt raus. Die CD ist mal wieder der eindeutige Beweis, dass gute Musik u.a. mit dem Sänger steht und fällt. Alle Songs, die mit Michael Sadler eingespielt wurden (und das sind immerhin 5), klingen voll nach Saga. Michelle Young enttäuscht mich etwas. Ist ihre Solo-CD 'Marked for madness' richtig genial und Frau Young klingt voll nach Käthe Bush, liefert sie hier teilweise leider nur Mittelmass ab (ausgenommen die Duette mit Michael Sadler ... die sind die absoluten Highlights) aber es war immer noch besser, Michelle Young einzuladen als vielleicht Herrn Engler von Pur. Und über David Hanselmann erübrigt sich ja jedes Wort (wer ihn kennt, wird seine Stimme lieben). Für Proggies ist Rudy's Journey bestimmt nicht der Geheimtipp. Aber Saga-Fans werden (zumindest an der Hälfte der CD) ihre helle Freude haben.

Runrig - The Stamping Ground

Nach dem Weggang von Sänger Donnie Munro ,dem 'Einkauf' von Bruce Guthro (einem Garth Brooks - Verschnitt) und der Veröffentlichung der CD 'In Search of Angels' hatte ich Runrig eigentlich abgeschrieben. Kaum Wiedererkennungswert, schlechter Sänger, schlechte Songs, schlechtes Konzert. Trotzdem habe ich den Jungs noch eine Chance gegeben und mir den Nachfolger 'The Stamping Ground' gekauft. Naja, Fans der 'alten' Runrig werden wohl auch weiterhin enttäuscht sein, obwohl die CD insgesamt besser geworden ist als der Vorgänger. Aber richtige Freude will trotzdem nicht aufkommen, obwohl der Silberling absolut hörbar ist. Aber kauft Euch lieber die Solo-CD von Donnie Munro (On the West Side) - DAS ist die bessere Runrig-CD.

Runrig - Year Of The Flood (CD/DVD)

DVDs von Runrig gibt es ja mittlerweile wie Sand am Meer. Deswegen stellt sich natürlich schon die Frage, ob man den neuesten Output unbedingt haben muss. Ich denke aber JA. Das Konzert wurde am Loch Ness vor 17.500 Zuschauern aufgenommen und das Wetter war mehr als bescheiden. Deswegen vielleicht der Titel 'Year Of The Flood'. Am Anfang des Films gibt es ein paar Eindrücke von dem Schlamm und Matsch, in dem die Zuschauer ihre 'Freude' hatten. Aber das tat der Stimmung eindeutig keinen Abbruch, denn das Publikum ist sensationell und singt, wie auf Runrig-Konzerten so üblich, kräftig mit. Die Songauswahl ist auch nicht schlecht, denn es wurde viel 'neues' Zeug (also mit Sänger Bruce Guthro) gespielt. Nur die üblichen Stimmungskanonen wie 'Every River' und 'Loch Lomond' durften natürlich nicht fehlen. Eine recht gute Figur macht übrigens Herr Guthro, den ich ja eigentlich nie als adäquaten Ersatz von Donnie Munro gesehen habe. Gut, mit dem Gälischen hat er so seine Probleme, aber das kann man einem Kanadier glaube ich auch nicht ankreiden :-) Insgesamt kommen die 'neueren' Songs aber live auch irgendwie viel besser und stimmungsvoller rüber als auf Studio-CD.
Die in dem Package noch vorhandene CD ist dann natürlich auch von dem Konzert ... allerdings in einer leicht abgespeckten Version, denn es fehlen aus Platzgründen ein paar Songs.

Runrig - Party On The Moor (VÖ: 28.03.2014)

Kaum zu glauben, dass uns die schottische Folk-Rock-Band ‘Runrig’ schon seit 40 Jahren mit richtig hübscher Musik beglückt. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich den Weg der Band seit dem Weggang von Sänger Donnie Munro vor vielen Jahren nicht mehr regelmäßig verfolgt habe (weil ich den Nachfolger Bruce Guthro nicht wirklich mag), kann ich Runrig trotzdem noch regelmäßig hören. Umso erfreuter war ich, als ich die 3-fach-Live-CD ‘Party On The Moor’ in die Finger bekommen habe, die das Konzert zum 40. Geburtstag der Band in den Schottischen Highlands (The Black Isle Showground im Muir Of Ord um es genau zu sagen) zum Besten gibt. Und das muss eine riesige Party gewesen sein, wenn man so das Publikum hört. Und richtig schön finde ich, dass für dieses Konzert auch der ehemalige Band-Kollege Donnie Munro für 3 Songs auf die Bühne geholt wurde. Nicht zu erwähnen brauche ich wohl, dass bei 3 CDs alle alten Runrig-Heuler von ‘Only The Brave’ über ‘Every River’ und ‘Alba’ bis zum unverzichtbaren ‘Loch Lomond’ gespielt werden, aber auch die ‘neuere Phase’ gebührend bedacht wird. Schöne CD um in Erinnerungen zu schwelgen.

Rush - Vapor Trails

Über die neue Rush-CD ist vor der offiziellen Veröffentlichung ja schon ziemlich viel geschrieben worden (da das Teil schon lange vorher im Internet kursiert ist). Und die Meinungen gingen mal wieder (eigentlich wie immer) weit auseinander. Von 'stinklangweilig' bis 'ein neues Meisterwerk' habe ich so alles gelesen. Nun ja. 6 Jahre nach 'Test For Echo' (das mich nicht gerade vom Hocker gerissen hat) und einigen Schicksalsschlägen für Super-Drummer Neil Peart (zuerst starb seine Tochter bei einem Autounfall und ein Jahr später seine Frau an Krebs), einer Solo-CD von Bassist und Sänger Geddy Lee (nicht unbedingt zu empfehlen) sowie Produktions-Arbeiten von Gitarrist Alex Lifeson war sowieso die Frage, ob Rush überhaupt nochmal zusammen eine Scheibe rausbringen würden. Doch sie haben es endlich geschafft, 'Vapor Trails' rotiert in meinem CD-Player und ich weiß eigentlich nicht so recht, was ich zu diesem Teil schreiben soll. Auffällig ist auf jeden Fall, dass auf die Keyboards von Geddy Lee, die eigentlich auf jeder vorigen CD zum Einsatz kamen, gänzlich verzichtet wurde. Dafür kommen die Gitarren-Parts mehr zur Geltung. So ist auf jeden Fall mal sicher, dass die Songs live, sollten Rush endlich mal wieder auf Tour kommen, ohne Einsatz von Konserven gespielt werden können.
Zur CD selbst würde ich mal sagen, dass der Wiedererkennungsfaktor bei 100% liegt, 'Vapor Trails' ganz sicher eine der besseren Rush-CDs ist, aber an meine Lieblings-Rush 'Moving Pictures' (eine ganz klare 10-Punkte-CD) nicht rankommt.

Rush - Rush In Rio

Seit meinem ersten Rush-Konzert vor gut 20 Jahren bin ich absoluter Fan dieses kanadischen Trios, die mir vor allem live imponiert haben. Was diese drei Jungs auf der Bühne vollführen, ist einfach sensationell. Leider bin ich seitdem nicht mehr in den Genuss eines Rush-Gigs gekommen und auch auf der diesjährigen Tour wurde Europa 'aus Kostengründen' nicht besucht. Naja. Gott sei Dank wurde jetzt ein Konzert der Vapor Trails Tour (aufgenommen in Rio vor 40.000 Leuten) auf 3-fach-CD und Doppel-DVD gebrannt. Und dazu fällt mir nur ein Wort ein: SENSATIONELL. Der Sound der CD ist etwas gewöhnungsbedüftig (ziemlich dumpfer Bass und von den begeisterten Zuschauern ist einiges zu hören ... aber dafür ist es ja live) aber durchaus gut und es werden nicht weniger als 27 Songs (plus 2 Bootleg-Lieder von anderen Konzerten) geboten, die natürlich von uralt (Tom Sawyer, Roll The Bones, La Villa Strangiato usw.) bis nagelneu (von der Vapor Trails) gehen. Und das sind dann schlappe 3 Stunden geniale Musik. Normalerweise konnte ich ja nicht mehr als eine Rush-CD am Stück anhören, weil's doch etwas anstrengend ist ... aber bei diesem Werk hier vergeht die Zeit wie im Fluge.
Noch besser allerdings ist die dazu passende Doppel-DVD. Auf der ersten DVD ist das komplette (170-minütige) Konzert zu sehen in einer grandiosen Bild- und Tonqualität. Un DVD 2 enthält dann noch eine 1-stündige Documentary über die Tour in Brasilien sowie nochmals 3 Songs des Konzertes in einer Multi-Angle-Version (also wo man die Kameraposition wählen kann). Und dann sind da noch 2 Easter-Eggs versteckt (wird aber nix verraten). Da gibt es von mir nur einen Tip: KAUFEN !!!!!!!!!!!!

Rush - Feedback

Der absolute Witz dieser CD ist ja der Aufkleber '30th Anniversary Price'. Hab ich gelacht. 12 Euro für 27 Minuten Musik in einer ranzigen Papp-Verpackung. Haha ... das kann man ja nur so verstehen, dass das ein Geburtstagsgeschenk der Fans AN die Band und nicht VON der Band an die Fans ist. Eigentlich eine Frechheit. Aber der Rush-Fan ist ja froh über jede Veröffentlichung. Geboten werden insgesamt 8 Heuler aus den 60ern, wobei den meisten Leuten wohl nur der abgedroschene 'Summertime Blues' bekannt sein dürfte. Na wenigstens klingt alles ein bißchen nach Rush, sonst wäre die Scheibe der volle Schrott. So kann man sich nur über den unverschämten Preis aufregen und sich mal wieder fragen, warum man wirklich alles kaufen muss.

Rush - Snakes & Arrows

Dass ich das noch erleben darf. Waren die letzten Rush-Veröffentlichungen ja nicht unbedingt durchweg anhörbar bis Schrott ('Feedback'), so kommt 'Snakes & Arrows' doch fast an die wohl beste Rush-CD 'Moving Pictures' ran. Schon der Opener 'Far Cry' ist einfach klasse und lässt kein Bein und auch keinen Kopf ruhig. Jetzt weitere einzelne Songs herauszuheben, wäre der CD nicht würdig, denn die insgesamt 13 Stücke, verteilt auf knapp über ne Stunde, sind durchweg gut bis sehr gut. Kein Ausfall und alles 100% Rush. Sie haben zumindest nichts verlernt und Fans können endlich mal wieder bedenkenlos zugreifen. Gut gemacht!

Rush - Clockwork Angels

Ich war ja vom Vorgänger-Album ‘Snakes & Arrows’ ja endlich mal wieder schwer angetan, nachdem davor die Kanadier ‘Rush’ - jetzt immerhin schon 38 Jahre auf dem Musikmarkt vertreten - ein paar schwächere Alben abgeliefert haben. Und auch ‘Clockwork Angels’, das jetzt glaube ich 20. Studio-Album der Band, überzeugt mich von vorne bis hinten. 3 Töne gehört und Rush erkannt. So muss es sein. Tolle Bass-Läufe von Geddy Lee, fettes Schlagzeugspiel von Neil Peart und nicht zu vergessen auch zwischendurch tolle Gitarren-Soli von Alex Lifeson. Über den Gesang von Geddy Lee braucht man ja eh nichts mehr zu schreiben. Man mag ihn oder findet ihn langweilig und eintönig. Teilweise findet man in den Songs diverse Anleihen an ihre Hoch-Zeiten Ende der 70er und Anfang der 80 Jahre und das steht den Songs ... übrigens in perfektem und modernen Sound aufgenommen ... ausgesprochen gut. Als Rush-Fan muss man die Scheibe haben.

 

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