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Sadler, Michael - Clear
Über den Sinn oder Unsinn von Solo-CDs von Band-Mitgliedern lässt sich ja immer trefflich streiten. Und meiner Meinung nach sind Solo-CDs eigentlich dann unnötig, wenn musikalisch eh nichts anderes dabei herauskommt, wie wenn die ganze Band eine neue CD veröffentlicht hätte. Dies ist umso wahrer, wenn es sich um eine Solo-CD des Sängers handelt und es ist noch wahrer, wenn es sich bei dem Sänger um Michael Sadler handelt, der ja alleine schon mal durch seine Stimme mindestens 70 % des Wiedererkennungswertes der kanadischen Band SAGA ausmacht. Und bei 'Clear' hat man eigentlich immer den Eindruck, eine Saga-CD zu hören ... wobei allerdings eine kleine Einschränkung gemacht werden muss ... denn 'Clear' deckt dann eher nur die 'ruhigeren' Seiten von Saga ab, was auf Dauer (die CD ist fast eine Stunde lang) dann doch etwas zäh wird. Allerdings sind auf 'Clear' mit z.B. 'Who's Sorry Now', 'Who's Foolin' Who', 'Can't Let Go', 'In The Name Of Love' oder auch dem Titelsong 'Clear' ein paar tolle Song-Perlen vertreten. Wer Saga-Songs im Stile von 'The Security Of Illusion' mag, sollte sich die Solo-Scheibe von Michael Sadler auf jeden Fall zulegen. Wer Saga-Bombast-Rock mag, wird nach 20 Minuten Hören wahrscheinlich eher selig eingeschlafen sein.
Saga - House of Cards
SAGA. Was für eine Institution Ende der Siebziger und Anfang der Achziger Jahre. Damals meine absolute Lieblingsband und kein Konzert wurde verpasst. Dann kam der totale Abstieg mit grottenschlechten Platten (Heads or tales, Wildest Dreams, The Beginner's Guide...) und ständigem Personalwechsel. Dann ein geniales Aufbäumen 1993 mit der CD 'The Security of Illusion' wieder in Original-Besetzung, um danach so Katastrophen wie 'Steel Umbrellas', 'Generation 13' und den von mir schon geglaubten totalen Untergang 'Pleasure & the Pain' zu verbrechen. Zugute halten möchte ich der Band, daß sie, um aus ihrem langfristigen Plattenvertrag herauszukommen, einfach was produzieren mußten. Aber dafür noch Geld zu verlangen, war dann schon eine Frechheit. Offensichtlich hat Saga der Wechsel zu SPV richtig gut getan. Denn nach der schon recht ansprechenden Scheibe von 1999 (Full Circle), wo die alte Spielfreude sowohl auf CD als auch auf der entsprechenden Tour zu erkennen war, gibt's Anfang des Jahres 2001 nun den absoluten SAGA-Hammer. House of Cards knüpft musikalisch voll an die 'alte Zeit' von Worlds Apart an. 11 grandiose Songs mit 100%-igem Erkennungsfaktor (einschließlich mal wieder 2 Chapters), die vor allem meine Generation, die mit Saga aufgewachsen ist, begeistern wird. Für mich jetzt schon ein heißer Anwärter auf die CD des Jahres 2001. UNBEDINGT KAUFEN !!! Und die Konzerte in Deutschland März/April 2001 (mit Vorgruppe ARENA) nicht verpassen !!!
Saga - Marathon
Von der kanadischen Band Saga, die jetzt immerhin auch schon 25 Jahre ihr Unwesen treiben, gibt's auch im Jahr 2003 pünktlich zur Europa-Tournee einen neuen Studio-Output. Bis jetzt waren Saga-Scheiben ja entweder hammergenial (z.B. die ersten vier oder 'Security Of Illusion' oder auch die letzte CD 'House Of Cards') oder schlicht beschissen (wie 'The Beginners Guide ...' oder 'Steel Umbrellas' oder noch schlimmer 'Pleasure & The Pain'). Aber eine Platte, die so vor sich hindümpelt, ohne aufzufallen (weder angenehm noch unangenehm), ist mir bis jetzt nicht untergekommen. ... wie gesagt ... bis jetzt. Denn 'Marathon' ist echt weder Fleisch noch Fisch. Typischer Saga-Sound, typischer Saga-Gesang (klar, Michael Sadler singt ja immer noch), ein paar neue Chapters, ein paar musikalische Elemente, die auch schon vor einem viertel Jahrhundert grandios waren ... aber so die richtige Begeisterung will bei mir auch nach mehrfachem Hören einfach nicht aufkommen. Ein paar Songs (wie z.B. 'You Know I Know -Chapter 12-') stechen etwas heraus aber insgesamt bin ich etwas enttäuscht. Freuen wir uns also auf die Tour (im März 2003 auch in Deutschland) und hoffen, dass es mal wieder lauter Best Of ... Konzerte gibt.
Saga - All Areas (Limited Edition Double DVD)
Kritik von Siggi Greck: Nun haben auch Saga Ihre erste "richtige" Live-DVD veröffentlicht (Silhouette war ja mehr eine Zusammenstellung Ihrer Musikvideos, angereichert mit Live-Material). Wie nicht anders zu erwarten, bieten Saga eine hervorragende Leistung bei diesem Konzert, das 2002 in Bonn aufgezeichnet wurde. Wer schon mal ein Saga-Konzert besucht hat, weiß was ich meine. Saga bieten immer wieder eine hervorragende Show, mit einem Supersound und zaubern einfach eine tolle Atmosphäre in jede Halle (wobei es sich hier allerdings um ein Open-Air Konzert handelt). Es wird ein Querschnitt durch das Schaffen der Band dargeboten, in dem selbstverständlich Ihre Gassenhauer "Wind Him Up", "Time’s Up" und "Humble Stance" nicht fehlen dürfen. Aus der hervorragenden Truppe, da ja seit einiger Zeit wieder in Originalbesetzung agiert, sticht der charismatische Sänger Michael Sadler heraus. Es ist einfach phantastisch, insbesondere ihn live zu erleben. Etwas störend, sind die Unterbrechungen zwischen den einzelnen Stücken (keine nahtlosen Übergänge: Bild und Ton werden ausgeblendet, und beim nächsten Stück wieder eingeblendet). Das Konzert hat eine Spieldauer von knapp 85 Minuten. Als besonderes Schmankerl gibt es eine Limited Edition Double DVD, mit einer Bonus-DVD, die eine Aufzeichnung eines Konzerts der Marathon-Tournee 2003 (Stuttgart, ich denke mal, Roland war dabei) enthält. Es handelt sich hier allerdings um eine "Official Bootleg"-DVD, die leider bild- und tonmäßig etwas schwächelt. Dennoch wird auch hier auf 75 Minuten ein tolles Konzert geboten.
Und meine Ergänzungen dazu: Ich kann Siggi nur zustimmen. Sicher ein tolles Konzert, das allerdings komisch nicht chronologisch zusammengeschnitten wurde, obwohl die Aufnahmen alle von EINEM Konzert (also dem Konzert zum 25-jährigen Saga-Jubiläum) stammen. Und das stört schon ein bißchen. Beim ersten Song sieht Herr Sadler schon aus wie nach nem Marathon-Lauf, dann hat er mal sein Hemd aus und beim nächsten Song wieder an und ist top fit. Wäre sicher nicht nötig gewesen. Und Siggis Vermutung ist natürlich richtig ... ich WAR auf dem Stuttgart-Konzert von der Bonus-DVD.
Saga - Network
Es gibt doch tatsächlich noch Bands, die machen seit über 25 Jahren die gleiche Musik und scheren sich einen Scheiß um neue Moden und Klänge ... und das ist gut so. Denn auch 26 Jahre nach der Veröffentlichung der ersten Saga-Platte klingen die kanadischen Jungs um Sänger Michael Sadler noch (oder besser gesagt wieder) frisch wie damals und haben einen Wiedererkennungsfaktor von ziemlich genau 100 Prozent. Leider ist Drummer Steve Negus mal wieder und wohl für immer ausgestigen und wurde durch (den mir unbekannten) Christian Simpson ersetzt. Auf der Studio-Produktion macht sich das natürlich nicht bemerkbar, man wird aber abwarten müssen, ob er das auf der anstehenden Tour (November 2004 in Deutschland, übrigens mit der Band Arilyn im Vorprogramm) alles auch so cool und locker rüberbringen wird. Auf jeden Fall ist auch 'Network' eine richtig gute Scheibe geworden, auch wenn's, wie gesagt, eigentlich nichts Neues ist. Aber das verlangt von Saga ja auch niemand mehr.
Saga - The Chapters Live
Eine 16-teilige Geschichte verteilt auf 8 Studio-Alben, veröffentlicht von 1978 bis 2003. Das sind die berühmten 'Chapter', die Saga in wirrer Reihenfolge (Chapter 1 - 8 auf den ersten 4 CDs und 9 - 16 dann auf 3 'neueren' Scheiben) veröffentlicht hat. Inhaltlich geht es darum, dass irgendwelche Aliens auf die Erde kommen, um sie vor der Selbstzerstörung zu retten. Sie brauchen dazu eine Intelligenzbestie und finden sie in Albert Einstein. Der ist zwar schon länger tot aber irgend jemand hat sein Hirn konserviert und die Außerirdischen versuchen, ihn wieder zum Leben zu erwecken. Zumindest so oder so ähnlich wird die Geschichte von Jim Crichton im Booklet von 'The Chapters Live' erzählt. Wahre Saga-Fans waren natürlich auf der Marathon-Tour im Jahr 2003 und haben, je nach Konzertabend, die Chapters 1 - 8 oder 9 - 16 hören dürfen (die wurden von Konzert zu Konzert immer abwechselnd gespielt). Und damit jetzt jeder in den Genuss von allen Chapters kommt, wurde eben diese Doppel-Live-CD veröffentlicht. Die Spielzeit der 2 CDs ist dann auch leider entsprechend kurz (knapp über bzw. knapp unter 40 Minuten), allerdings wird die Scheibe dann auch zum Einzel-CD-Preis verkauft und beinhaltet auch noch ein hübsch bebildertes Booklet mit allen Song-Texten (was bei Live-Alben ja auch eher ungewöhnlich ist). Leider geht nicht hervor, woher die Aufnahmen stammen, so dass ich mal vermute, dass die Songs aus der gesamten Tour zusammengestückelt wurden, was dann auch erklären dürfte, dass das Live-Erlebnis (also Zuschauer-Gegröle usw.) eher spärlich rüberkommt. Insgesamt eine nette Zusammenstellung und man merkt dann auch, dass die ersten 8 Chapters musikalisch einfach besser waren. Muss man nicht haben, der Saga-Fan wird aber begeistert zugreifen.
Saga - Trust
Ich glaube wenn Saga in 20 Jahren noch Musik machen, wird es so sein wie jetzt ... CD rein, 3 Takte gehört und wiedererkannt. Auch bei 'Trust' ist das keinen Deut anders. Die Jungs haben einfach nichts verlernt (tolle Melodien, noch bessere, sich ins Hirn einbrennende Refrains, die charakteristische Stimme von Michael Sadler) und kopieren sich im Prinzip mit jeder CD wieder neu. Also wer die letzten CDs der kanadischen Band gut bis sehr gut fand, kommt auch an 'Trust' nicht vorbei (alleine wegen dem Opener 'That's As Far As I'll Go' lohnt sich der Kauf ja schon). Immer wieder gut. Und hier lohnt sich jetzt auch die limitierte Doppel-CD oder besser gesagt die Version mit der Bonus-DVD, denn dort ist noch ein recht interessantes Making Of ... drauf sowie ein 'Ghost-Guitar-Solo' :-)) ... ach ja, dass Saga mal wieder nen neuen Drummer haben, fällt auch kaum auf, nur dass der Drum-Sound ziemlich druckvoll rüberkommt.
Saga - 10.000 Days
Ziemlich genau 10.000 Tage hat uns die kanadische Band 'Saga' mit ihren (vergessen wir mal die zwischenzeitlichen Durchhänger in den späten 80ern) genialen Werken beglückt. Und durch die Gnade der frühen Geburt hatte ich das Glück, die Musik von Saga von Anfang an mitzuverfolgen. Auf jeden Fall immer eine meiner Lieblings-Bands, die vor allem auch live durchweg überzeugen konnten. Umso härter traf (wahrscheinlich nicht nur) mich die Nachricht, dass Sänger und Ur-Gestein Michael Sadler nach 30 Jahren aus der Band aussteigt (was in meinen Augen auch das Aus der Band bedeuten wird). Es wird noch eine große Abschiedstour geben, wobei ich natürlich tödlich beleidigt bin, dass sie nicht in Stuttgart vorbei schauen, obwohl gerade da die Stimmung immer grandios war und die Konzerte meistens richtig gut waren. Sei's drum ... ich werde mich dann halt auf einen längeren Weg machen, um die Band gebührend zu verabschieden. Und zum Abschluss gibt es nochmal eine Studio-CD mit dem sprechenden Titel 10.000 Days. Klar wäre es hier nochmal die Möglichkeit gewesen, alle Register zu ziehen, aber bis auf ein paar Song-Perlen, die auf der CD vertreten sind, fällt der Abschied nicht all zu schwer (um es mal neutral auszudrücken). Der Opener 'Lifeline' ist der Hammer (alles was Saga ausgemacht hat, von Keyboard-Läufen über geiler Gitarre bis zum grandiosen Gesang von Michael Sadler ist alles vertreten ... von der eingängigen Melodie mal ganz abgesehen). Auch das folgende 'Book Of Lies' ist ziemlich gut gelungen, und hätte in Teilen auch auf der allerersten Saga Platz gefunden. Dann dümpelts aber doch recht poppig dahin. Ein ziemliches Highlight ist dann wieder das über 7 Minuten lange Instrumental-Stück (!!!) 'Corkentellis' (wollen Saga jetzt vielleicht ohne Sänger weiter machen?). Richtig schmalzig wird's dann bei 'More Than I Deserve', ein bißchen besser bei 'Sound Advice' (den Stil kennt man von den letzten Veröffentlichungen), voll auf die Tränendrüse geht's beim Titelstück (richtig grausam sind da die Bläser vom Keyboard) und Hoffnung gibt uns 'It Never Ends' (schön, wenn es so wäre). Ich kann nur sagen: DANKE Saga für fast 30 Jahre tolle Musik und noch tollere Konzerte.
Saga - Contact (2 DVD / 2 CD)
Da ist es also, das letzte Konzert von Michael Sadler auf CD und DVD gebrannt. Und es ist ihm sichtlich nahe gegangen. Somit bestimmt für Saga-Fans ein Muss. Objektiv betrachtet stimmt das aber nur teilweise. Klar ist es wieder ein typisches Saga-Konzert gewesen (also ein paar Stücke der neuesten CD die nicht so zünden und der Rest dann ein Best Of... von 'You're Not Alone' über 'On The Loose' bis 'Wind Him Up'), aber gerade das macht die DVD /CD so austauschbar oder unnötig. Denn davon gibt's ja schon etliche Aufnahmen. Und die Bonus-DVD gibt auch nicht wirklich viel her. Ein paar Anekdoten von Gilmour und Crichton über die Anfänge von Saga, ein paar nette Bilder von der Tour und das war's. Für ein Abschieds-Konzert hätte ich mir da ein bißchen mehr erwartet ... vor allem ein bißchen mehr von oder über Michael Sadler. Eigentlich schade ... also erstens dass das Package nicht wirklich was Neues ist und natürlich dass Sadler jetzt nicht mehr bei Saga singt. Aber wie der Nachfolger (Rob Moratti) diesen Platz einnehmen wird, werden wir ja bald erfahren, wenn 'The Human Condition' veröffentlicht wird. Und das wird am 27.03.2009 sein.
Saga - The Human Condition
CD 1 nach dem Weggang von Sänger Michael Sadler. Und es stellt sich natürlich die Frage, ob Nachfolger Rob Moratti das schwere Erbe seines Vorgängers antreten kann oder nicht. Das ist leider nicht so einfach zu beantworten, denn Saga machen auch weiterhin den selben Stiefel den sie schon 30 Jahre oder so durchziehen. Lustig ist, dass die CD mit einem Instrumental-Stück (The Human Condition) beginnt, so dass man sich zuerst mal langsam an die neue Situation gewöhnen kann. Nette Idee, denn der Song ist voll Saga, nur eben ohne Gesang. Aber dann geht's doch los mit der neuen Stimme und ich muss sagen, dass mir der Gesang von Rob Moratti gar nicht so schlecht gefällt. Klar, ist ganz anders als Michael Sadler aber hat auch einen gewissen Wiedererkennungswert und ist irgendwo was 'Eigenes'. Ich glaube an den neuen Sänger kann man sich gewöhnen, so wie es auch bei Runrig irgenwann mal geklappt hat. Ansonsten ist 'The Human Condition' ein typisches Saga-Album mit allen Höhen und Tiefen. Ein paar richtig gute Songs (z.B. 'Step Inside') und auch ein paar Lückenfüller. Aber schön dass die Band auch nach dem Ausstieg des Frontmanns noch weitermacht.
Saidian - Phoenix
Das Schwabenländle ist ja nicht gerade als Heavy Metal - Hochburg bekannt. Umso überraschender war es für mich, als ich beim letzten Metal Forever Festival die Band Saidian aus dem schönen Esslingen (bei Stuttgart) in den Gehörgang geblasen bekommen habe. Also blieb mir ja gar nichts anderes übrig, als mir mal den letzten Output der Band (Phoenix aus dem Jahr 2006) zu besorgen. Und ... wenn man nicht wüsste, dass da diese Band am Werk ist, könnte man ganz locker auf Edguy tippen. Und das nicht nur, weil Sänger Markus Engelfried dem Edguy-Sänger Tobi Sammet absolut ähnelt. Die zwei könnte man echt verwechseln. Und auch die Musik der Band geht voll in die Edguy-Richtung. Hört Euch nur mal 'Power And Glory' oder 'The Jester' an. Da merkt man, dass die schwäbischen Jungs sich vor den (ganz bestimmt) Vorbildern aus dem Hessischen überhaupt nicht verstecken brauchen. Für Edguy-Fans als absolute Alternative ein MUSS.
Salem Hill - The robbery of murder
GAST-KRITIK VON MICHAEL DOSTER
Die Stilrichtung von "Salem Hill" ist purer "progressiver Rock" - nicht mehr und nicht weniger. "The Robbery of Murder" ist ein Konzeptalbum: Unter Alkoholeinfluß verursacht ein Autofahrer einen Unfall, der Vater stirbt, der Sohn überlebt diesen Unfall und sinnt Jahre später nach Rache... Die Musik auf dieser CD ist ganz und gar nicht von der Sorte, die man "so nebenher" mal anhören kann; aber auch wenn man konzentriert zuhört, braucht man schon einige Durchläufe, um mit dem Werk warm zu werden. Die Bandbreite reicht von schräg-verspielten Instrumentalnummern ("Overture") über melancholische songs ("Swerve", "Blame") und rockigen Nummern bis zu jazzig angehauchten Instrumentalstücken ("Father and son"). Ein komplexes Werk, in dem man sich erst beim genauen Zuhören zurechtfindet - für Prog-Fans durchaus empfehlenswert, für Freunde rockigerer Töne: Finger weg!
Santana - Shaman
Als alter Knochen kenne ich ja Santana schon ein paar Jährchen. Und sein Stil hat sich im Vergleich zu (ganz) früher ja gewaltig gewandelt. Offensichtlich hat sich Carlos Santana bei der Produkion von 'Shaman' daran erinnert, warum sich gerade seine letzte Veröffentlichung 'Supernatural' so erfolgreich verkauft hat. Man nehme ein paar SängerInnen, die gerade 'in' sind, lasse sie was singen und jammere ein bißchen mit der Gitrarre dazu und alle werden die Scheibe kaufen. Bei 'Shaman' kommen somit so 'Künstler' wie Musiq (wer immer das sein mag), Michelle Branch, Seal, Marcy Gray, P.O.D. oder Chad Kroeger (Nickelback ist ja gerade voll der Renner) zu der Ehre, von Carlos eingeladen worden zu sein. Aber auch vor einem Song mit Placido Domingo schreckt Santana nicht zurück. Wer 'Supernatural' mag, wird auch mit 'Shaman' glücklich werden. Wer aber Santana auch noch mit so genialen Alben wie 'Abraxas' und so genialen Songs wie 'Samba Pa Ti' oder 'Europe' verbindet, sollte in 'Shaman' vielleicht erst mal reinhören. Viele Grammys werden Santana wieder sicher sein ... aber das ist ja für uns Proggies ja kein Qualitätsmerkmal ... im Gegenteil. Ich gebe zu, dass ich so poppige Songs ab und zu echt hören kann und finde 'Shaman' zur richtigen Gelegenheit geradezu gut. Aber ich war auch von 'Supernatural' begeistert.
SAS-Band - The Show
Wer kennt sie nicht, die zusammengewürfelte 'Fast-Super-Gruppe' um Spike Edney (seineszeichens Tour-Keyboarder von Queen). Und nach der hervorragenden Studio-CD gibt's nun endlich auch einen Live-Output, der mich allerdings nicht vom Hocker reisst. Aufgenommen wurde das Konzert am 19.02.2000 in England. Markenzeichen der SAS-Band ist ja der Auftritt von ganz unterschiedlichen Sängern und Sängerinnen. Und bei diesem Konzert wurde mit Namen wirklich nicht gespart: Chris Thompson (Manfred Manns Earthband), Paul Young (Mike and the Mechanics), Tony Hadley (Spandau Ballet), Fish, und Roger Taylor (Queen), um nur ein paar zu erwähnen sind dabei und knallen in knapp 73 Minuten Hit an Hit herunter. Und genau da liegt auch das Problem. Im Prinzip könnte man sich auch eine Bravo-Hits kaufen und hätte dann auch massenweise unterschiedliche Sachen drauf. Da ich allerdings schon mehrere SAS-Band-Gigs live gesehen habe, weiß ich, daß es auch besser geht. Weniger ist manchmal einfach mehr. So hat jeder Sänger / jede Sängerin nur Gelegenheit sich bei einem Song auszuzeichnen (und da auch noch in völlig unterschiedlichen Musik-Richtungen). Ja, Herr Edney. Wir wissen alle, was Du alles drauf hast. Aber was zuviel ist, ist zuviel. Und irgendwie geht bei dieser Scheibe auch der Live-Charakter verloren. Dafür ist's einfach zu perfekt. Wer die SAS-Band also noch nicht kennen sollte (alle anderen glauben mir meine Kritik ja eh nicht), kauft sich lieber die Studio-CD.
Satellite - Evening Games
Dass in Polen eine nicht zu verachtende Neo-Prog-Szene entsteht, ist ja den meisten meiner Leser (hoffentlich) seit dem Kauf der genialen Riverside-CD 'Out Of Myself' bekannt. Das war immerhin meine CD des Jahres 2004. Und zumindest in eine ähnliche Kerbe schlägt jetzt der neueste Polen-Output der Band 'Satellite', wobei 'Evening Games' meines Wissens nach nach einem Album aus dem Jahr 2003, das ich allerdings noch nicht gehört habe, bereits die zweite CD der Band ist. Meiner Meinung nach kommt 'Evening Games' zwar qualitativ nicht ganz an den Oberhammer von Riverside ran, allerdings fällt bei Satellite positiv auf, dass sie nicht nur an allen Ecken und Enden von anderen Bands geklaut haben (so wie Riverside, wobei das natürlich nicht unbedingt verwerflich ist), sondern teilweise schon ziemlich eigenständig klingen. Wer auf melodischen Neo-Prog im Stile von Pendragon (mit besserem Gesang), Jadis (nur etwas komplizierter, was schon die Titel-Längen von bis zu knapp 17 Minuten hoffen lassen) und auch den schon genannten Riverside steht, sollte sich 'Evening Games' unbedingt zulegen. Was viel besseres in der Richtung wird wohl dieses Jahr nicht mehr veröffentlicht werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Band nicht von Steven Wilson unter die Fittiche genommen und dann ihrer Kreativität beraubt wird. Wer die Möglichkeit hat, sollte aber unbedingt die auf 1000 Stück limitierte CD mit den zwei Bonus-Tracks kaufen, denn sonst fehlt was, zumal die Stücke so klingen, als ob sie unbedingt zu 'Evening Games' dazu gehören.
Saviour Machine - Live in Deutschland 2002
Den Einträgen von Jörg Neumann in meinem Gästebuch zu folge, ist die gleichnamige Doppel-DVD der aus dem christlichen Sektor stammenden Band 'Saviour Machine' ja der absolute Hammer. Ich habe mir die ensprechende Doppel-CD besorgt und bin mir nicht so ganz sicher, ob ich mit 'Saviour Machine' so richtig warm werde. Das Konzert wurde 2002 in Owen (auf der schwäbischen Alb) bei einem christlichen Festival aufgenommen und Erzählungen nach dauerte das Konzert bis ca. 4.00 Uhr morgens, weil einige Passagen für die DVD immer und immer wieder wiederholt wurden, damit das alles perfekt ist. Diese Perfektion kommt natürlich auf der CD nicht so rüber. Der Sound ist brilliant und die Stimmung auf dem Konzert scheint auch gut gewesen zu sein. Aber mit der Musik kann ich mich irgendwie nicht so ganz anfreunden. Mir ist das alles zu theatralisch und depressiv. Okay, die Welt ist schlecht und alle sind böse, aber Songs wie 'World War III', The Final Holocaust' oder 'American Babylon' sind dann schon ganz schön harter Tobak. Die Meinungen bei 'Saviour Machine' werden wohl von genial bis Oberschrott reichen. Mein Fall ist es nicht unbedingt aber ich habe auch schon viel schlimmeres gehört. Vielleicht ist es als DVD wirklich viel besser, weil dann die (bestimmt) geniale Show mit rüberkommt.
Savoldelli Boris / Sharp Elliott - Protoplasmic
Elliott Sharp und Boris Salvoldelli dürften jetzt meinen Homepage eher nicht geläufig sein. Mir waren sie, bis ich die vorliegende CD mein Eigen nannte, auch völlig unbekannt. Diverse Recherchen im Internet usw. haben mir aber zumindest ein bißchen Klarheit verschafft auf was man sich beim Hören von 'Protoplasmic' einlassen muss. Zu allererst möchte ich erwähnen, dass die CD bei Moonjune Records veröffentlicht wurde, was zumindest mal darauf hindeutet, dass wir hier keine 'normale' Musik auf die Ohren bekommen sondern dass ein bißchen was avantgardistisches auf uns zukommen wird. Und wenn man dann noch weiß, dass Elliott Sharp schon seit Beginn der 80er Jahre in der New Yorker Avantgardeszene sein 'Unwesen' treibt und diverse abgefahrene CDs veröffentlicht hat, muss man sich auf einiges gefasst machen. Bei einem Konzert von Elliott Sharp mit seiner aktuellen Band 'Terraplane' in Mailand traf er dann den italienischen Sänger Boris Savoldelli, der ihm seine Solo-CD 'Insanology' in die Hand drückte. Sharp war von dieser Scheibe sowas von begeistert, dass er sich ein Jahr später wieder mit Savoldelli in Padova traf und da verabredeten sie sich für ein Konzert von Sharp in Manhattan. Ein Tag vor dem Konzert gingen sie dann in Sharps Tonstudio mit Namen zOaR und nahmen spontan die da entstandene Session auf, die jetzt in Teilen auf der vorliegenden CD 'Protoplasmic' das Licht der Welt entdeckte. Die 'Musik', wenn man das so bezeichnen darf, ist völlig schräg und voll von elektronisch verfremdeten Gitarrenklängen und anderen Digital-Gimmicks gepaart mit total verwurstetem 'Gesang' von Boris Savoldelli. Ich muss glaube ich nicht erwähnen, dass man bei dieser Aufnahme Melodien vergeblich sucht sondern dass sich hier 2 wahrscheinlich kurz vor dem Wahnsinn stehende Musiker an allen möglichen und unmöglichen Effektgeräten versucht haben und sich vielleicht einen Arsch lachen, was diverse Rezensenten (eingeschlossen mir) aus diesem Klang-Opus alles hineininterpretieren. Da sind sie bei mir aber an den völlig Falschen geraten, denn ich werde hier überhaupt keine Tipps dazu abgeben, was man hier alles heraushören kann oder auch nicht. Und Titel wie 'Noise In My Head', 'Prelude To Biocosmo' oder auch 'Khaotic Life' sagen dann voll alles. Geht einfach auf die Homepages der beiden Künstlern auf www.borisinger.eu bzw. www.elliottsharp.com und macht Euch selbst ein Bild. Auf jeden Fall ist 'Protoplasmic' eine der seltsamsten CDs, die ich in meiner jetzt 10-jährigen Karriere als CD-Kritiker in den Fingern hatte. Eine gewisse Art von Faszination in welche Richtung auch immer möchte ich aber nicht verschweigen.
Savoldelli, Boris - Biocosmopolitan
Puh ... da stellt mich Moonjune Records mal wieder vor eine ganz schwierige Aufgabe. Die letzte Veröffentlichung des italienischen Sängers Boris Savoldelli (zusammen mit Eliott Sharp) namens ‘Protoplastic’ (siehe meine Review) hat mich ja fast in den Wahnsinn getrieben und ich war sprachlos. Zum Glück wurde jetzt ‘Biocosmopolitan’ nicht noch eine Steigerung des Teils sondern Boris Savoldelli zeigt uns mit dieser Scheibe, wie abwechslungsreich man eine Stimme mit nur wenigen elektronischen Hilfsmitteln gestalten kann. Wie das Platten-Label schon verrät, ist natürlich auch ‘Biocosmopolitan’ nicht wirklich leichte Kost, aber für mich als ‘Nicht-Jazz-Freund’ ist die CD erstaunlich leicht zu verdauen. Lediglich auf 2 der insgesamt 16 Songs wird Boris S. von 2 Gast-Musikern (Jimmy Haslip - Bass und Paolo Fresu - Trompete und Flügelhorn) unterstützt. Alles andere macht er selber. Und neben ein paar recht schrägen Sachen sind sind diverse Perlen versteckt, die zwar überhaupt nichts mit Prog zu tun haben, aber trotzdem faszinieren. Vor allem beim Song ‘The Discordia’ zeigt uns Boris Savoldelli, was für ein Händchen er für eingängie Melodien er hat und vor allem mit was für einer tollen Stimme er gesegnet ist. Höchst interessant ist aber auch das Jimmy Hendrix-Cover ‘Crosstown Traffic’, in einer ganz eigenwilligen Interpretation. Man muss selbstverständlich schon einen breiten Musikgeschmack haben, um mit der Welt von Boris Savoldelli zurecht zu kommen. Aber wenn man sich einmal darauf eingelassen hat, kommt man eigentlich nicht mehr davon weg. Unbedingt antesten. Mehr Infos gibt es auf seiner Homepage.
Sayit - Again
Das überaus fleißige AOR-Bienchen Tommy Denander (schaut nur mal auf seiner Super-Homepage www.tommydenander.com nach, wo er schon überall mitgemischt hat) hat mal wieder zugeschlagen. Nachdem ich sein Radioactive-Album 'Ceremony Of Innocence' (siehe meine Kritik) als AOR-Scheibe der letzen 10 Jahre bezeichnen möchte, war ich natürlich gespannt, ob er ohne der Mitwirkung aller Toto-Musiker diese Qualität halten kann. Und ich bin positiv überrascht. Melodic-Rock-Freunde werden auch an Sayit ihre helle Freude haben. Alle Songs (bis auf Einen) wurden von Tommy Denander geschrieben und gehen voll in die Richtung Toto (der ersten vier Alben). Und neben der brillianten Instrumentierung möchte ich auch Sänger Geir Rönning hervorheben, der locker auch bei Toto singen könnte. Im direkten Vergleich zur Radioactive-Scheibe möchte ich mal sagen, daß die Songs dort insgesamt einen Tick besser sind. Die Produktion von 'Sayit' allerdings ist eindeutig gelungener.
Sayit - Louder
Das jetzt schon dritte Werk des schwedischen Gitarristen 'Sayit' ist in meinen Augen das bis jetzt Beste (wobei ich zugeben muss, dass ich die erste Scheibe leider nicht kenne). Wieder mit so alten Bekannten wie z.B. Tommy Denander, Geir Rönning oder Chris Demming fetzt 'Louder' ganz schön los. War der Vorgänger 'Again' noch etwas getragen und 'lahmer', wird hier ein richtiges Melodic-Rock-Feuerwerk abgebrannt, bei dem sich Toto und Konsorten echt warm anziehen müssen. Tolle Songs und zu keiner Zeit langweilig. Für den Melodic-Rocker ist die Scheibe Pflicht.
Scenes - Call Us At The Number You Provide
Nektarios Bamiatzis. Wer jetzt sagt 'ach der ???', ab in die Ecke und schämen. Proggies schauen kein Deutschland sucht den Superstar !! Aber trotzdem muss ich dieses Bohlensche Geschwür der deutschen Unterhaltung, denn anderst kann man ja wohl zu diesem TV-Scheiß nicht sagen, doch kurz nennen, denn der gute Nektarios, leider bei DSDS völlig unterbewertet weil einfach auf dem falschen 'Pop-' Fuss erwischt, war mal Sänger der schwäbischen Prog-Metal-Band 'Scenes' und durfte auch auf dem neuesten Output der Band, der bereits 2002 / 2003 eingespielt (und aber erst jetzt, also Anfang 2005 veröffentlicht) wurde, noch 2 Songs singen (und bei 6 Titeln mitschreiben). Wohl aus (naja verständlichen DSDS-) Zeitgründen ist er aber mittlerweile aus der Band ausgestiegen und wurde durch den nicht minder guten Alex Koch ersetzt. Die Musik von Scenes geht klar in die Richtung Dreamscape / Vanden Plas und Konsorten, also knackiger Metal mit proggigem Einschlag. Schon der Opener 'So (Father)' kommt recht fett daher und glänzt neben der guten Gitarre auch mir leicht Dream Theater - mäßigen Keyboards. Noch herauszuheben wäre dann der getragene Prog-Metal-Kracher 'My Own Life' (gesungen von Nektarios), das über 10-minütige 'Start Again' (gesungen von Alex Koch) mit einer tollen Steigerung im Laufe des Songs und nem geilen Gitarren-Solo, dem Metal-Kracher 'I Will Stay' (mit Gast-Vocals u.a. von Ex-Angel Dust und jetzt Mercury Tide - Sänger Dirk Thurisch) und dem in meinen Augen Über-Song 'Save The Light' (wieder mit Nektarios ... so eine Prog-Metal-Hymne schreibt man wohl nur ein mal im Leben). Als eher 'nett' bis unnötig möchte ich dann mal die Cover-Version von 'Such A Shame' (Talk Talk) bezeichnen. Das wäre nicht unbedingt nötig gewesen. Aber auch der Rest der insgesamt 55-minütigen CD ist absolut gut. Wer auf obengenannte Bands steht, sollte das neue Werk von 'Scenes' auf jeden Fall haben. Und wer die Jungs live erleben will, sollte am 25.05.2005 nach Stuttgart in die Röhre kommen. Dort treten sie zusammen mit Dreamscape und Ivanhoe auf. Und mich kann man natürlich dort dann auch treffen. Mehr Infos über die Band gibt es auch unter www.scenes.de
Scheepers - Scheepers
Primal Fear - Sänger Ralf Scheepers ist sicher einer der besten Shouter im Metal-Bereich. Und jetzt hat er es gewagt, eine Solo-CD zu veröffentlichen. Über den Sinn kann man sich etwas streiten, denn einige der beteiligten Musiker kennt man von Scheepers Stamm-Band (Mat Sinner, Magnus Karlsson) und zumindest ein Großteil der Songs könnten locker auf eine Primal Fear - Scheibe passen. Somit können Fans der Band bedenkenlos zugreifen. Erwähnen möchte ich noch ein paar Musiker, die auf der CD mitgewirkt haben: Viktor Smolski, Alex Beyrodt, Kai Hansen, Ripper Owens ... alles klar?
Schumpelt, Michael - Mirror Of My Soul
Solo-CDs von Keyboardern sind ja normalerweise entweder ziemlich klassisch angehaucht ('Michael Pinnella - Enter By The Twelfth Gate'), einfach nur schräg ('James Gerrard Gilmour - Instrumental Encounters') oder absoluter Müll ('Geoffrey Downes - World Service'). Und ab heute kenne ich zumindest noch eine Kategorie, nämlich schlicht 'schön'. Denn was Tea For Two - Keyboarder Michael Schumpelt nur am Piano zaubert, ist einfach gut. Wie sagt Michael Schumpelt in dem Beipackzettel zur CD: "Am Piano kann ich mich ausdrücken, austoben und entspannen, ohne Worte. Ich höre in mich hinein und während des Spielens erkenne ich, wie es mir geht. Es ist tatsächlich wie ein Blick in den mirror of my soul." Und so erzählt jeder Song auch eine kleine Geschichte, die im Booklet in ganz wenigen Sätzen auch kurz erzählt wird. Tea For Two - Fans werden auf der CD ein paar 'bekannte' Songs entdecken, wie z.B. '101' oder 'Things To Come', die meisten Sachen sind aber eigene Stücke von Michael Schumpelt. Und um nochmal den Beipackzettel der CD zu zitieren ... genießt das Album am besten in aller Ruhe bei einem guten Single Malt zu später Stunde. Und da kann ich nur beipflichten. Eine wunderschöne CD. Erschienen bei www.quixote-music.de.
Seagal, Steven - Mojo Priest
Steven Seagal kennt man ja normalerweise nur als Prügelknabe aus Film und TV. Dass der Mann aber ne mehr als annehmbare Stimme hat und ein begnadeter Blues-Gitarrist ist, wissen wohl die Wenigsten unter uns. Damit sich dieses Unwissen nun endlich in Begeisterung wandelt, solltet Ihr Euch, wenn Ihr auf geilen Blues steht, einfach mal 'Mojo Priest' reinziehen. Nicht nur, dass Steven Seagal fast alle Songs selbst geschrieben hat, er ist wirklich ein absoluter Könner an der Gitarre. Wie sagt Blues-Legende Hubert Sumlin: "Steven can play man! If you watch his fingers, his fingers are just like mine. The man's a wizard. If you listen to his guitar it's talkin' to you". Und damit wär eigentlich schon alles gesagt. Kaufen!!
Second Floor - Mirror Of Time
Aus Jena / Thüringen kommt die Band 'Second Floor', die mit 'Mirror Of Time' nach einem 4-Track-Demo nun ihre erste komplette CD (in Eigenvertrieb) auf die Beine gestellt hat. Second Floor beschreiben ihre Musik selbst als 'komplexe Arrangements, progressive Anklänge, Einflüsse aus dem klassischen Heavy Metal mit melancholischen Stimmungen und eingängigen Melodien'. Nun gut ... das klingt ja schon mal nicht schlecht und ganz schön vielversprechend. Zuerst möchte ich mal sagen, dass die Produktion für so ein selbstgebasteltes Erstlingswerk richtig professionell klingt. Okay, der Sound ist sicher noch ausbaufähig (und wäre mit einem entsprechenden Plattenvertrag sicher auch finanziell machbar), aber die Behauptung der Band, die Klangqualität von 'Mirror Of Time' würde über Demo-Niveau nicht hinausgehen, möchte ich so nicht stehen lassen ... da habe ich schon ganz andere CDs in den Fingern gehabt, die um Klassen schlechter waren. Ich finde es richtig gut. Aber interessant ist dann eher die Musik. Und da erinnert mich der Opener 'Remember Me' irgendwie an die Siebziger-Krautrock-Zeit. Musik ist okay, Gesang ist gewöhnungsbedürftig (so wie Anyone's Daughter in ihrer Anfangszeit). Track 2 (Spiritual Salvation) klingt da schon vielversprechender und erinnert mich von der Melodie her irgendwie an frühe Fury In The Slaughterhouse, als sie noch richtig fetzigen Rock gemacht haben. Der Titel-Track 'Mirror Of Time' dann auch wieder recht flott, hat aber schon ein paar Breaks und Tempowechsel drin. 'The Black Stone' ist dann fast Prog-Metal und nach hinten hinaus wird's richtig klasse melodisch. Mit 'Longing For Truth' kommt dann mein Lieblingsstück auf der CD. Richtig tolles Prog-Stück. Auch 'Believe' ist ganz gut ... ziemlich heavy. Mit 'The Seal' kommt dann ein Stück, mit dem ich nicht so arg viel anfangen kann. Ein eher langweiliges aber recht flottes Teil. Weiteres Highlight ist dann 'The Darkness Ain't Dark With You'. Tolles Keyboard am Anfang, dann fette Gitarren und auch der Gesang kann überzeugen. Leider mit knapp über 4 Minuten das kürzeste Stück. 'This Feeling' ist dann auch wieder so ein Stück, was mir nicht unbedingt gefällt. Erst am Ende wird's interessant. Die CD endet dann mit dem fast 8-minütigen 'Cold Lake', bei dem die Prog-Fraktion wieder auf ihre Kosten kommt. Fazit: Mit 'Mirror Of Time' legen 'Second Floor' eine recht interessante und auch abwechslungsreiche Erstlings-CD mit ein paar ganz wenigen Durchhängern vor, die sowohl für Prog- (eher) als auch für Metal-Freunde (eher eingeschränkt) zum Antesten geeignet ist. Zu haben ist die CD nur über die Band-Homepage für 10 Euro bei www.secondfloorband.de .
Seer, The - Rise
Fish-Fans, die Mitte der 90er Jahre auf einem Fish-Konzert waren, können sich sicher noch an die grandiose Vorband aus Augsburg erinnern, die Fish fast an die Wand gespielt hätte (Fish legte aber damals bei seinem Auftritt noch einen drauf). Das waren 'The Seer' und sie gibt es immer noch. Sie sind immer noch in der gleichen Besetzung wie auf Ihrer Debut-CD 'Across The Border' (von 1995) und ich würde mal sagen, viel geändert hat sich nicht. Musikalisch immer noch auf der fetzigen Folk-Welle mit eingängigen Melodien und dem absoluten Wiedererkennungseffekt. Und genau das finde ich etwas schade. 7 Jahre und viele CDs später ('Rise' ist meine vierte CD von The Seer und ich glaube, ich habe mindestens eine ausgelassen) klingts noch genauso wie am Anfang und eine Weiterentwicklung hat nicht stattgefunden. Na gut, man kann mir natürlich jetzt vorwerfen, was soll diese Aussage, denn was gut ist, muss man ja nicht ändern. Aber ist halt Geschmackssache. Deswegen mein Fazit: Wer The Seer aus den Augen verloren hat, kann ruhig mal wieder eine Scheibe von den Jungs kaufen, denn sie sind immernoch gut. Aber wer sich bis jetzt alles von The Seer gekauft hat, könnte jetzt auch mal eine CD auslassen. Viel Neues gibt es nicht.
Seer, The - Live
Lange nichts mehr gehört von der Augsburger Band 'The Seer'. In den 90ern waren sie ja mal Vorgruppe von Fish (und haben ihn fast an die Wand gespielt) und auch zwei drei Headliner-Konzerte von den Jungs habe ich mir reingezogen. Seit ein paar Jahren sind sie aber von der Bildfläche verschwunden und ich habe nichts mehr mitbekommen. Nur durch Zufall (bzw. eines Newsletters vom Musikladen Frankfurt) habe ich dann erfahren, dass die Band eine Live-CD veröffentlicht hat. Ich natürlich gleich gekauft, in den Player gesteckt ... und ... in (positiven) Erinnerungen geschwelgt. Aufgenommen wurde das Konzert im Park-Theater in Augsburg, also ein Heimspiel. Was man den Besuchern auch irgendwie anmerkt. Textsicher, gute Stimmung, tolles Konzert. Und natürlich diverse Highlights wie das immer wieder Gänsehaut erzeugende 'Wait For The Day' und alte Heuler wie 'Across The Border', 'Man Behind Your Sky' oder 'Esmeraldas Story'. Tolle Live-CD. Für Fans ein MUSS und für alle noch nicht The Seer - Kenner ein schöner Einstieg.
Serenity - Words Untold & Dreams Unlived
Serenity nennt sich selbst eine Melodic Progressive Power Metal Band, kommt aus Österreich und hat mit 'Words Untold & Dreams Unlived' nach 2 Demo-CDs nun die erste offizielle Veröffentlichung geschafft. Produziert wurde die Scheibe in den Dreamscape Studios von keinem Geringeren als Jan Vacik (dem Ex-Keyboarder der Münchner Prog-Metal-Band Dreamscape), was schon mal einen richtig fetten Sound verspricht. Die ersten paar Keyboard-Töne erinnern mich ein bißchen an Edenbridge ... zum Glück aber nicht lange, denn der Opener 'Canopus 3' geht ziemlich schnell richtig ab und geht tatsächlich eher in Richtung Power Metal. Noch mehr allerdings in diese Kerbe haut 'Reduced', der nächste Song. Irgendwie kommt mir bei der CD ständig die Band 'Power Quest' in den Kopf, und das liegt nicht alleine an der Stimme von Georg Neuhauser, der echt eine 1:1 Kopie von Power Quest - Sänger Alessio Garavello sein könnte. Auch die ganze Dynamik der Songs geht voll in diese Richtung. Wer sich also meine Power Quest - Tipps schon zu Herzen genommen hat und begeistert war, kommt auch an Serenity nicht vorbei. Auf die zwei Gast-Auftritte von Edenbridge-Gitarrero Lanvall hätte man allerdings locker verzichten können. Der sticht irgendwie überhaupt nicht raus. Serenity waren jetzt übrigens gerade zusammen mit Machine Men (oder so ähnlich, die waren ja sowas von grottenschlecht), Communic (haben mich auch nur enttäuscht) und Threshold (mit Alt-Sänger Damian Wilson) auf Tour. Leider durften sie nur als Opener spielen und das grad mal ne halbe Stunde. Trotzdem haben sie mich auch live (im Gegensatz zu den 2 danach folgenden Bands) überzeugt. Ich habe das Konzert in Reichenbach (bei Stuttgart) miterlebt. Ein besonderer Gruß geht an den verkaufstüchtigen Sänger Georg Neuhauser, der nach dem Serenity-Auftritt am Merchandise-Stand es doch noch geschafft hat, die hübschen Kapuzen-Sweatshirts auszupacken und an den Mann (bzw. eher die Frau) zu bringen :-)) Mehr Infos über die Band gibt es unter www.serenity-band.com.
Serenity - Fallen Sanctuary
Nach der letzten Veröffentlichung der österreichischen Band 'Serenity' (Words Untold & Dreams Unlived) und meinem dazugehörigen Konzertbesuch (siehe meine Review) war ich ja recht begeistert von der Scheibe. Ich habe sie ein bißchen mit Power Quest verglichen (vor allem Sänger Georg Neuhauser klang meiner Meinung nach ziemlich danach ... seiner Meinung nach übrigens nicht ;-)). Diesen Vergleich möchte ich aber nach mehrfachem Hören von 'Fallen Sanctuary' nicht mehr so aufrecht erhalten. Von Power Quest sind sie mit dieser CD dann doch ein Stück entfernter. Geil schon der Opener 'All Lights Reversed', der, würde ihn Roy Khan singen, glatt von Kamelot sein könnte (ich hoffe der Vergleich ist jetzt besser). Und in dem Stil geht es weiter. Auch 'Rust Of Coming Ages' ist ein voll fetter Song mit klasse Melodie und einem Refrain, der einem nicht aus dem Kopf geht. 'Coldness Kills' beginnt etwas folklorisch wird dann aber auch zu einer Serenity-Hymne. Wieder ein sensationeller Refrain, den man nicht vergisst. Songs können die Jungs schon schreiben. 'To Stone She Turned' klingt dann ein bißchen nach Dreamscape (was ja auch nicht schlecht ist) und danach folgt der Oberhammer. Selten so eine geile Ballade wie 'Fairytales' gehört. Sensationell gefühlvoller Gesang von Sänger Georg Neuhauser und im Duett mit einer gewissen Sandra Schleret nochmal besser. Auf die restlichen Songs genauer einzugehen wäre jetzt reine Zeitverschwendung, denn alle weiteren folgenden Sachen stehen dem bereits Besprochenen in nichts nach (na gut ... vielleicht möchte ich 'Velatum' noch erwähnen, ein toller Song, der auf der limitierten Version auch noch als Video drauf ist und 'Journey's End', dem Bonustrack auf der Limited Edition, ein schöner akustischen Song). So ganz zu Unrecht ist der Kleber auf der CD (For Fans Of Kamelot oder so ähnlich) auf jeden Fall nicht. Wer auf so Musik steht, sollte 'Fallen Sanctuary' auf jeden Fall haben. Produziert wurde die Scheibe übrigens von Jan Vacik in seinen Dreamscape-Studios und (Achtung!!) Oliver Philipps (den kennt man von Everon) in seinen Spacelab-Studios. Ein Garant also für fetten Sound. Mehr Infos über die Band gibt es unter www.serenity-band.com und auf ihren MySpace-Seiten.
Serenity - Death & Legacy
Serenity ... ich freue mich immer wieder über eine Veröffentlichung der Band aus Tirol, denn seit dem ersten Hören bin ich mehr als begeistert von der Band. Als Referenzen nennen sie gerne ‘Kamelot’, und auch wenn ich nicht ganz dieser Meinung bin, geht die Musik natürlich schon ein bißchen in die Richtung. Fetter symphonischer Metal, bombastisch, episch und mit einem charismatischen Frontmann (Georg Neuhauser), der einfach nur eine geile Stimme hat (wer schon mal ein Konzert von Serenity gesehen und Georg beim warm singen mit einem Queen-Song erlebt hat, weiß was ich meine). Meiner Meinung nach einer der besten Sänger des Genres und äußerst sympathisch. Mit Death & Legacy begeben sich Serenity auf eine Zeitreise in die vergangenen Jahrhunderte und schlüpfen dabei mit ihren Songs in historische Figuren wie z.B. Christoph Columbus, Casanova, Sir Francis Drake, Queen Elizabeth I, Albrecht Dürer oder Galileo Galilei. Unterstützt von drei tollen Gast-Sängerinnen (Ailyn - Sirenia, Amanda Somerville - Avantasia und Charlotte Wessels - Delain) gibt es ein Feuerwerk an tollen Songs ohne einen einzigen Ausfall. Und auch wenn die 2 Vorgänger-CDs schon ohne Einschränkungen zu empfehlen sind, muss ‘Death & Legacy’ als noch ein größerer Schritt nach vorne bezeichnet werden. Ich hoffe echt, dass die Band mit diesem kleinen Meisterwerk endlich die Anerkennung bekommen die sie verdienen. Ich kann die Scheibe nur wärmstens empfehlen und ich freue mich schon auf die Tour mit Delain im Frühsommer 2011.
Seven Steps To The Green Door - The Puzzle
Interessanter Name für eine Band und noch nie vorher gehört. Gut, CD ausgepackt und Booklet gelesen. Ah ja ... immerhin ein Name ist mir bekannt, nämlich Marek Arnold, der bei der Prog-Band 'Toxic Smile' an den Keyboards steht. Nun habe ich ja auf meiner Homepage schon 2 Toxic-Smile-CDs kritisiert und ich hoffe doch mal, dass Ihr alle schön artig gewesen seid und Euch die Scheiben zugelegt habt. Bevor Ihr jetzt aber 'blind' auch die hier vorliegende CD kauft, muss ich schon ein bißchen warnen, denn mit Prog-Metal im Stile von Toxic Smile hat 'The Puzzle' eigentlich recht wenig gemein. Nun sind mir ja die restlichen Musiker gänzlich unbekannt und ich habe gar keine Ahnung, aus welcher Musik-Richtung die jetzt alle kommen, aber ihre Instrumente beherrschen sie vorzüglich und es werden auch alle Möglichen Genres von ein bißchen Rap (beim Opener 'Everytime', der leicht nach Saga klingend beginnt und dann wie gesagt etwas rappig daher kommt), Reggae (der Song 'Sigrid'), schmalzige Ballade mit Klarinette ('Tell Me'), proggiger Longsong ('Days Run Away' mit nem geilen Gitarren-Solo), etwas rockig (At The End Of December'), instrumental und leicht angejazzt ('The Puzzle') und mit weiblicher Stimme ('Farewell', für mich das absolute Highlight auf der CD). Insgesamt eine äußerst abwechslungsreiche Scheibe auf hohem Niveau, auf der für alle Ohren was geboten wird. Nur auf den Hidden-Track nach 10 Minuten warten hätte ich persönlich jetzt verzichten können. Unbedingt antesten. Zu bestellen unter anderem direkt über die Band-Homepage.
Seven Steps To The Green Door - Step In 2 My World
Von der ersten CD der Band 'Seven Steps To The Green Door' mit Namen 'The Puzzle' war ich ja schon ziemlich angetan. Hochinteressanter Stilmix von Rap über Reggae bis Prog-Metal. Und nun gibt es die zweite Scheibe der Band um den Toxic Smile - Keyboarder Marek Arnold. Und auf 'Step In 2 My World' geht es stilmäßig - um das mal vorwegzunehmen - nicht weniger gemischt zur Sache. Der Opener 'New Rising' ist ein richtig hübsch melodisches Stück mit mehrstimmigem Gesang, bei dem mir vor allem Sängerin Anne Trautmann positiv auffällt ... sie hat eine richtig angenehme Stimme. Zwischendurch ein paar Bläser und Pauken, Keyboard-Teppich ... ein toller 6-minütiger Einstieg. Das folgende 'Stay Beside' ist ein typischer Art-Rocker (so im Stil von Arilyn oder auch ein bißchen Alias Eye), der zwischendurch auch recht heftig wird. Dominant aber das tolle und gefühlvolle Piano-Spiel von Marek Arnold und ... wieder ... die Stimme von Anne Trautmann. Das Titelstück 'Step Into My World' ist dann ein bißchen elektronischer, hektischer, härter und hat einen tollen, treibenden Rhythmus. Danach folgt eine wunderschöne Ballade ('Melissa'), ein bißchen Jazz darf auch nicht fehlen (My lovely Mr. Singing Club) ... naja, nicht so mein Fall, aber das ist ja glaube ich zwischenzeitlich bekannt. 'Attract Me' geht dann schon wieder eher in meine Richtung, wobei ich nicht wirklich sagen kann, an was mich das erinnert. 'Paid For Glance' hat dann wieder alles was das Progger-Herz begehrt. Tolles Piano, alter Keyboard-Sound Old-School-Instrumente, nette Breaks, mehrstimmiger Gesang, und am Schluss noch ein abgedrehtes Saxophon-Solo. Sicher eines der Highlights der CD und mit 7 1/2 Minuten auch eines der längeren Stücke. 'Moon Talks To Me' folgt danach mit der genialen Stimme von Larry B. (Toxic Smile, Stern Combo Meissen). Geiler Song, der auch von Toxic Smile sein könnte. Eindeutig ein weiteres Highlight. Rap hat noch gefehlt ... kommt dann auch mit 'Rising Shore', wobei der Song auch richtig harte Momente hat. Gerade dieses Stück zeigt überdeutlich, was für ein Spektrum an Musik 'Seven Steps To The Green Door' abdecken können. Klasse. Letzter 'regulärer' Song ist dann noch 'Closer', ein tendenziell ruhiges Stück (bei dem mal wieder Anne Trautmann glänzen darf). Danach folgen noch 2 Bonus-Tracks mit 'Out Of Clouds' (ganz schön funky) und 'The Making Of' (das man aber mit seinen 1 1/2 Minuten nicht wirklich ernst nehmen darf). Insgesamt ist 'Step In 2 My World' gegenüber dem Vorgänger 'The Puzzle' ein bißchen eingängiger geworden, ohne auch nur annähernd langweiliger zu sein. Proggies sollten sich die Scheibe auf jeden Fall zu Gemüte führen. Veröffentlicht wurde das Teil bei progrock-records (SPV). Im Internet gibt's natürlich die Band-Homepage sowie ihre MySpace-Seite. Unbedingt mal reinlauschen.
Seventh Key - Same
Gast-Kritik von Siggi Greck Das erste und bisher einzige Album der Band Seventh Key (die zweite CD soll Anfang 2004 erscheinen) kann man jedem Melodic Rock-Fan nur ans Herz legen. Das Projekt um den Kansas-Bassisten Billy Greer wurde von dem genialen Mike Slamer (City Boy, Steelhouse Lane) produziert. Und das hört man. Billy Greer, der hier auch die Lead Vocals in überzeugender Manier übernommen hat, konnte eine Reihe namhafter Musiker gewinnen: Richard Williams (Kansas), Steve Morse (Kansas, Deep Purple), Phil Ehart (Kansas), Steve Walsh (Kansas), Terry Brock (Strangeways, The Sign) und Mike Slamer. Hmm, Steve Walsh, Mike Slamer, Billy Greer ... richtig! Streets!! Und so ähnlich kann man sich Seventh Key auch vorstellen. Meine Anspieltipps: Missy, No Man`s Land, Forsaken und die wunderschöne Ballade Broken Home. Übrigens: bei AOR Heaven im Angebot für schlappe 6 Euro (Angebot bis 18.12.03). Für Freunde dieser Musik sei darauf hingewiesen, dass AOR Heaven auch andere Superscheiben bis zum 18.12.03, solange Vorrat reicht, zu 6 Euro verkauft! Beispiele gefällig?: Terry Brock -Back To Eden-, Giant -III-, Harem Scarem -Live At The Gods 2002-, Mecca -Mecca-, Jeff Scott Soto -Prism-, Axe -The Crown-, Royal Hunt -Eye Witness-. Ich denke, da kann man bedenkenlos zugreifen!
Seventh Key - The Raging Fire
Kritik von Siggi Greck: Das zweite Album von Seventh Key bietet wieder Melodic Rock vom Feinsten. Der Kansas-Bassist Billy Greer sowie der geniale Mike Slamer sind wohl ein Garant für gute Musik dieser Art. Billy Greer beschreibt es auf seiner Homepage ganz treffend als ".. Kansas meets Streets meets Steelhouse Lane…". Da ist eigentlich gar nichts mehr hinzuzufügen. In meiner Kritik zur Debüt-CD habe ich ja bereits die Gesangsleistungen von Billy Greer gelobt. Es ist wirklich erstaunlich, was dieser Mann für eine Stimme hat. Hört sich fast wie der Bruder von Steve Walsh an (man könnte meinen, dass hier die Stimme durch das viele Zuhören abgefärbt hat, aber Billy Greer hat bereits auf der ersten Streets-CD bei einem Stück die Leadvocals übernommen). Waren bei der ersten CD noch andere Musiker beim Songwriting beteiligt, so haben die Herren Greer und Slamer hier alles im Alleingang gemacht. Anspieltipps: "Always From The Heart", "The Raging Fire" und "Winds Of War" Für alle, die auf diese Art von Musik stehen (alles mit Mike Slamer wie City Boy, Streets, Steelhouse Lane, Seventh Key) noch ein Tipp: Die Band "Wall Of Silence" (auch ein "Baby" von Mike Slamer, allerdings wohl kaum noch zu bekommen).
Shadow Gallery - Carved In Stone
Nach einer eher mäßigen Debut-CD stellen die Ami-Proggies schon auf ihrer zweiten Scheibe (von 1995) klar, in welche Richtung die Entwicklung gehen soll. Prog-Rock der etwas härteren Art soll es werden. Und ich muß zugeben, daß sie das gar nicht schlecht machen. Getragene, teilweise recht vertrackte Songs mit bis zu 22 Minuten Länge machen auf jeden Fall Lust auf mehr von den Jungs.
Shadow Gallery - Tyranny
1998, also nach längerer Schaffens-Pause kommt der Oberhammer von Shadow Gallery. 'Tyranny' klingt teilweise wie meine absolute Lieblings-CD (Metropolis II von DreamTheater), nur daß sie bereits ein Jahr vorher veröffentlicht wurde. Mit Unterstützung von James La Brie, seineszeichens Sänger von Dream Theater, ist dieses Teil produziert worden ... ob er sich vielleicht da ein paar Ideen geholt hat ?? Auf jeden Fall ist dieser Silberling ein MUSS für alle Prog-Freunde der Dream Theater - Richtung, und nachdem ich für DT's Metropolis 12 von 10 Punkten vergeben würde, gibts für 'Tyranny' ganz einfach die Höchstwertung von 10 Punkten.
Shadow Gallery - Legacy
Weitere 3 Jahre später, also 2001, noch ein Meisterwerk von Shadow Gallery. Verschachtelte Prog-Hämmer (wie Cliffhanger 2 ), zuckersüße Balladen (z.B. Colors) und das 34-minütige 'First Light' (Achtung: CD nicht rausnehmen, wenn nix mehr kommt ... nach ein paar Minuten Pause gehts mit einem grandiosen Instrumental-Finale weiter) ergibt eine CD ohne Schwachpunkt oder Durchhänger, die mir wohl noch Wochen und Monate Spaß machen wird. Ich entschuldige mich hiermit schon mal bei meinen Nachbarn, wenn sie immer wieder das gleiche hören müssen. Auch für 'Legacy' gibts ganz klar die Höchstwertung.
Shadow Gallery - Room V
Viele Jahre mussten wir warten, bis endlich ein Nachfolger der sensationell guten 'Legacy' das Licht der Welt erblickt hat. Und das Warten hat sich mehr als gelohnt. Inhaltlich anschließend an die 1998'er CD 'Tyranny' (auf der schon Act I und Act II der Geschichte veröffentlicht wurden), also die Story über 2 Leute auf der Suche nach einer neuen Identität, gibt es auf Room V nun mit Act III und Act IV weitere 14 interessante Kapitel (beginnend 8 Stunden nach dem Ende von 'Tyranny'). Nett ist schon der instrumentale Opener 'Manhunt', bei dem einige 'Tyranny' - Zitate in Erinnerung gebracht werden. Und auch beim nächsten Song 'Comfort Me' gibt es ein Aha-Erlebnis (wegen dem Duett mit der Sängerin Laura Jaeger, die ja auch schon auf Tyranny mitgesungen hatte). Und in den insgesamt mehr als 75 Minuten gibt es einfach Shadow Gallery at it's best. Hart, soft, frickelig, melodisch, geile Gitarren-Soli, toller mehrstimmiger Gesang und und und. Muss man haben !! Und ... man muss die Special Edition haben, denn auf der Bonus-CD gibt es noch, neben einem 3-minütigen Drum-Solo (Joe's Spotlight), einem Solo-Stück mit akustischer Gitarre (She Wants To Go Home), einer kurzen Demo- und einer weiteren Akustik-Version einen 24 1/2 - minütigen Song namens 'Floydian Memories', bei dem von 'Pigs On The Wing', über 'Mother' bis zu 'Shine On You Crazy Diamond' und ein paar eigenen Parts kreuz und quer zusammengemischt wurde. Sensationell gut gemacht (und unterstützt von Arjen Lucassen, der auch ein bißchen singen und Gitarre spielen darf). Außerdem ist auch noch ein knapp 12-minütiges Quicktime-Video enthalten, in dem die komplette Story von Bassist Carl Cadden-James ausführlich erzählt wird. Danke Shadow Gallery für dieses tolle Package.
Shadow Gallery - Digital Ghosts
Nach dem überraschenden Herztod von Sänger Mike Baker hätte ich eigentlich nicht gedacht, dass Shadow Gallery nochmal eine CD unter dem Band-Namen herausbringen, war doch Mike Baker DER Wiedererkennungsfaktor der Musik. Aber mit Brian Ashland haben sie überraschenderweise einen Ersatz gefunden, der das Feeling von Mike Baker fast identisch rüberbringen kann, ohne ihn zu kopieren. Ich denke da hat die Band richtig Glück gehabt. Musikalisch ist auch 'Digital Ghosts' ein weiterer genialer Output der Band, der nahtlos an den Vorgänger 'Room V' anknüpfen kann. Wer die ganzen Vorgänger gemocht hat, macht auch mit 'Digital Ghosts' nichts falsch und Musikliebhaber, die die Band noch nicht kennen, dürfen auch gerne zugreifen. Besonders hervorheben möchte ich aber den Song 'Strong', auf dem kein Geringerer als Ralf Scheepers (von Primal Fear) die Lead-Vocals übernommen hat ... und das klingt richtig geil. Außerdem solltet Ihr Euch die Limitierte Fassung mit den 4 Bonus-Tracks zulegen, denn dann kommt Ihr noch in den Genuss von 'Two Shadows', wohl eine der letzten Aufnahmen mit Mike Baker. Hier kann ich nur einen Kauftipp abgeben.
Shadow Keep - Corruption Within
Gerade mal 1 1/2 Jahre nach Gründung der Band und Top-Platzierungen im Internet in den mp3.com-Charts veröffentlichen Shadow Keep eine CD, die von Mr. Prog-Metal himself (Karl Groom, bekannt als Gitarrist von Threshold, Shadowland, Strangers On A Train und als Produzent u.a. von Moria Falls) in seinen (und Clive Nolans) Thin Ice Studios produziert wurde. Mr. Nolan (Pendragon, Arena, Shadowland und und und) darf sogar bei einem Titel die Keyboards bedienen (laut Booklet - zu hören ist das leider nicht). Musikalisch bewegen sich Shadow Keep im reinen Heavy Metal-Bereich und müssen sich vor anderen Größen in diesem Genre bestimmt nicht verstecken. Aber auf Dauer ist mir diese Art von Musik einfach zu eintönig.
Shadow Keep - A Chaos Theory
Auch die zweite CD von 'Shadow Keep' wurde von Threshold-Mastermind Karl Groom produziert. Aber musikalisch sind sie auf 'A Chaos Theory' nicht reifer geworden. Immer noch gar heftiger Metal, der mit Prog nicht viel zu tun hat. Mäßiger Gesang und irgendwie klingen alle Songs gleich. Keine Ahnung, warum sich Karl Groom für die Band so einsetzt. Denn mit dieser Musik werden sie wohl den Durchbruch nicht schaffen. Dafür ist's einfach zu einseitig und mir eindeutig zu hart. Wegen der super Sound-Qualität und weil man auch mal Musik zum Bügeln braucht, gibt's von mir gerade noch ein 'na ja, es geht so'.
Shadowland - Edge Of Night (2 CD / 1 DVD)
Shadowland waren in den 90ern eine meiner absoluten Lieblings-Bands. Vor allem der Zusammenschluss von Karl Groom (Threshold) und Clive Nolan (Pendragon) war damals neben den 'Strangers On A Train' - Alben richtig genial. Und die Musik ging auch in eine ähnliche Richtung der zwei Bands. Nicht so proggig wie Pendragon und nicht so heavy wie Threshold. Also eine tolle Mischung. Leider war 1996 mit der dritten Studio-CD 'Mad As A Hatter' schon wieder Schluss mit Shadowland (warum auch immer). Deswegen glich es eigentlich einer kleinen Sensation, dass sich die Band - fast in Original-Besetzung - (nur Ian Salmon am Bass wurde durch Mark Westwood ersetzt) 2009 entschloss, wieder zusammen aufzutreten. Ich möchte mich nicht wiederholen, aber die guten Polen von Metal Mind Productions haben mal wieder ein dickes Package mit einer DVD und 2 CDs herausgebracht, auf der das Konzert vom 16. Februar 2009 in Katowice verewigt wurde. Wie auf fast allen Metal Mind - Sachen kann man auf jeden Fall von einer brillianten Song- und Bildqualität sprechen. Die Jungs haben echt was auf dem Kasten und scheuen auch keine Mühen. Auch wenn ich nach 13 Jahren Shadowland-Abstinenz von der ganzen Musik nicht mehr so richtig begeistert bin (okay ... mein Musikgeschmack hat sich in den Jahren doch auch verändert und ist ein bißchen 'härter' geworden), finde ich's doch klasse, dass es jetzt endlich eine Live-Veröffentlichung gibt, auch wenn's so lange gedauert hat. Shadowland-Fans müssen hier unbedingt zugreifen, für alle Anderen ist das ein schöner Querschnitt aus den 3 Studio-Cds sowie einem neuen Song ('The Edge Of Night'). Als Bonus auf der DVD ist dann noch ein Interview mit Karl Groom und Clive Nolan vertreten sowie ein Video 'Shadowland live in Holland' mit nochmal 8 Live-Songs (die allerdings auch in Katowice gespielt wurden und somit eigentlich unnötig sind).
Shakary - The Last Summer
Ex-Clepsydra-Gitarrist Lele Hofmann überraschte die Prog-Welt ja vor Jahren schon mit seiner neuen Band 'Shakary' mit der hervorragenden Doppel-CD 'Alya'. Deswegen war ich auf 'The Last Summer' ganz schön gespannt. Aber irgendwie bin ich ein bißchen enttäuscht. Mit dem neuen Sänger Michael Branzino habe ich irgendwie so meine Probleme (er singt etwa so langweilig wie Andy Latimer bei Camel). Musikalisch ist Shakary auch weiterhin über jeden Zweifel erhaben. Klasse Songs, geniale Gitarren-Parts (was will man von Lele Hofmann auch anderes erwarten), aber irgendwie springt der Funke bei mir nicht so recht über, obwohl ich die Scheibe schon ziemlich oft gehört habe (ich muss aber zugeben, dass sie mir immer mehr gefällt). Clepsydra-Fans sollten auf jeden Fall zugreifen. Alle anderen sollten vielleicht vor dem Kauf mal hineinlauschen. Zu bestellen gibt es die CD bei meinem Kritiker-Kollegen Werner Wachtarczyk in seinem Progressive-Corner und wird (wie immer bei Werner) prompt geliefert.
Shakary - 2006
Wer es aus unerfindlichen Gründen nicht geschafft hat, die beiden CDs des Ex-Gitarristen von Clepsydra, Lele Hofmann, zu kaufen (was zwischenzeitlich ziemlich schwierig bis unmöglich ist), hat jetzt die einmalige Gelegenheit, das nachzuholen. Denn sowohl 'Alya' (in Teilen) als auch 'The Last Summer' (komplett) wurden jetzt völlig neu aufgenommen, von Noel McCalla mehr als genial eingesungen (Kenner wissen ja, dass der gute Mann Nachfolger von Chris Thompson bei Manfred Mann's Earthband ist) und mit einem Gastauftritt von Arjen Lucassen und Steve Rothery veredelt. Veröffentlicht wurde das Teil jetzt unter dem Titel 'Shakary 2006' und ist sowohl für bereits 'alle Shakary-CD-Besitzer' als natürlich umso mehr für alle sonstigen Prog- und Clepsydra-Fans ein absolutes MUSS !! Zu kaufen gibt es die Doppel-CD unter anderem bei www.justforkicks.de, die auch noch pfeilschnell liefern. Nur geil das Teil !!!
Shameless - Famous 4 Madness
Glam-Rock ist ja nicht unbedingt das, was sich ein eingefleischter Proggi so reinzieht. Aber mir geht es zumindest so, dass ich ab und zu nach dem ganzen 'komplizierten' Prog-Zeug eine CD einlegen muss, die die Ohren einfach nur durchbläst und Spaß macht. Und da kommt die Band 'Shameless' um den Münchner Bassisten Alexx Michael mit ihrem erfrischenden Rock 'n Roll ganz gut. Immerhin 4 Jahre hat es gedauert, bis mal wieder was von der Band auf den Markt geworfen wurde. Mit dabei sind Steve Summers und Stevie Rachelle (Vocals), ein gewisser B.C. und Michael Thomas an den Gitarren und Kari Kane sowie T Burr an den Drums. Aber auch die 'Gäste-Liste' lässt sich sehen. Jani Lane (Warrant), John Corabi (Motley Crue), Phil Lewis (LA Guns), Eric Singer (Kiss) und Keri Kell (Alice Cooper, Slash's Snakepit usw. und Mit-Produzent der CD) sagen dann schon, in welche Richtung die Scheibe geht. Wer mal wieder 42 Minuten fetten Rock 'n Roll braucht, sollte Shameless unbedingt mal antesten. Infos über die Band gibt's unter www.shamelessrock.com und auch bei MySpace sind sie natürlich vertreten.
Sharff, Billy - No Return From Snockville
Billy Sharff ist ein Musiker, Fotograf und Filmemacher aus Cornish, New Hampshire, der schon 2 Lang- und mehr als ein Dutzend Kurz-Filme produziert hat. Die Filme liefen be vielen Film-Festivals von England bis Indien. Seine musikalische Karriere begann, als er die Musik für seine Filme aufgenommen hat und so gründete er eine R&B-Cover-Band, die Songs von Curtis Mayfield, Wilson Pickett und Otis Redding nachspielte. Da fing er auch an, eigene Lieder zu schreiben, die er dann auf Acoustic-Gigs und zusammen mit Gitarrist Isaac Luxon performte. 2006 begann dann die Arbeit für das vorliegende Album ’No Return From Snockville’. Neben Gitarre und Violine, seine Hauptinstrumente zu der Zeit, erweiterte er sein Repertoir auf mehr als 10 Instrumente von Saxophon bis zum Keyboard. Bis auf die Schlagzeugparts auf 2 Songs hat er auch alle Lieder der CD komplett alleine eingespielt. Insgesamt bewegt sich die CD im ruhigen Blues- und Folk-Bereich, wandert aber schon auch mal in einen kernigen Rock ab (z.B. beim Opener ’I’m Dead’). Wunderschön sind aber vor allem die gefühlvollen Balladen (’Four Years’, Jenny’ oder auch ‚’Song To Sing When Feeling Blue’) sowie der Schluß-Song ’The End Of The Road’, der mir persönlich besonders gut gefällt. Eine schöne Platte zum genießen, bei dem auch die angenehme Stimme von Billy Sharff gefällt. Weitere Infos gibt’s unter www.bsharff.com, wo die CD auch käuflich erworben werden kann. Außerdem kann man natürlich in ein paar MP3-Files reinhören.
Sherinian, Derek - Inertia
Derek Sherinian, Ex-Keyboarder von Dream Theater und jetzt bei Platypus am Werk, beglückt uns, unterstützt u. a. von den Toto-Männern Steve Lukather und Simon Phillips mit einer reinen Instrumental-CD, die wohl nur für absolute Keyboard-Freaks interessant sein dürfte. Ziemlich schwer verdauliche Songs, die einem im Laufe der Zeit auf den Keks gehen. Und das Abdriften in Jazz-Gefilde gibt mir dann den Rest. Technisch auf jeden Fall brilliant gespielt, aber für Prog-Freunde eher nichts.
Sherinian, Derek - Black Utopia
Die letzte Scheibe von Ex-Dream Theater und Platypus - Keyboarder Derek Sherinian habe ich ja mehr oder weniger verrissen (und stehe da auch noch dazu) und hatte mir eigentlich geschworen, da kein Geld mehr zu investieren. Doch auf den Tip einer Geschäftskollegin, ob ich den kenne würde und die CD 'Black Utopia' wäre ganz toll, habe ich es dann halt doch nochmal gewagt und mir das Teil besorgt. Unterstützt von ein paar 'großen' Gitarristen (Yngwie Malmsteen, Zakk Wylde, Steve Lukather und !!! Al DiMeola), Billy Sheehan und Tony Franklin am Bass, Simon Phillips an den Drums (und als Co-Produzent) sowie Jerry Goodman an der Violine gibt's ein rein instumentales Album, das allerdings ganz schön kurzweilig ist. Von bretthart über elendes Gedudel bis hammergefühlvolle Stücke ist alles vertreten und zumindest mit gemischten (eher positiven) Eindrücken wandert die CD wieder aus dem Player und wird sicher noch ein paar mal im Laufe der Zeit rotieren. Glück gehabt, Herr Sherinian.
Shining Star - Enter Eternity
Musik aus Brasilien ist ja jetzt auf meiner Page nicht wirklich oft vertreten. Um nicht zu sagen ich habe so gar nix aus diesem Land zu bieten. Umso erfreuter war ich, als mir mein Kritiker-Kollege Roland Ludwig von Crossover eine CD der brasilianischen Band 'Shining Star' zukommen ließ. Also rein in den Player und mal lauschen. Der Opener 'Nightmare' klingt noch etwas gewöhnungsbedürftig, doch auffallend ist schon mal, dass der Sänger Lance King auf jeden Fall was kann und Gitarrist Fabio Rocha auch kein Schlechter ist. Aber ab dem zweiten Song 'Insanity' weiß man, wo der Hase lang läuft. Midtempo-Melodic-Rock im Stil von Balance Of Power (wen wundert's bei dem Sänger) oder ... mit Abstrichen Narnia (weil jetzt Narnia-Sänger Christian Rivel doch völlig anders singt). Absolute Highlights sind mit 'Insomnia' (so richtig zum mitwippen und mitsingen), der Ballade 'Never Too Late' sowie dem Schluss-Song 'Travel Through Time' auch vertreten. Wer die oben genannten Vergleichs-Bands mag, sollte Shining Star auf jeden Fall mal antesten.
Shiva - Desert Dreams
Wer auf knackige, schnörkellose Power-Rock-Songs mit weiblicher Stimme steht, sollte unbedingt die neueste Scheibe der schwedischen Zweimann-Band (äh natürlich ein Mann und eine Frau) 'Shiva' antesten. Fette Gitarrenarbeit von Mats Edström und schöner dreckiger Gesang von Anette Johannson (die ab und zu ein bißchen an Kimberly Goss von 'Sinergy' erinnert), aber auch ein paar stille Momente (wie z.B. bei der genialen Ballade 'Losing My Child') machen 'Desert Dreams' zur besten MTM-Veröffentlichung in der letzten Zeit. Mehr über die Band gibt es unter www.shivahardrock.com und ich kann die CD allen 'Rockern' unter uns nur weiterempfehlen.
Signs Of One - Innerlands
Eine neue Band aus dem Hause Unicorn Digital gibt es mit 'Signs Of One', die aus Quebec City stammt. 'Innerlands' ist bereits die zweite CD, das Erstlingswerk wurde unter Eigenregie produziert und verkauft und entzieht sich völlig meiner Kenntnis. 'Signs Of One' ist ein typischer Fünfer, also Vocals, Gitarre, Bass, Keyboard und Drums. Die CD beginnt recht mystisch mit dem 1 1/2 minütigen 'Reverie', das dann fast nahtlos in den nächsten Song 'Innerlight' übergeht. Das läuft ganz flott runter mit guter Rhythmus-Gitarre und mehrstimmigem Gesang und wird zum Ende richtig rockig. Ein wirklich guter Opener. Der Prog-Faktor ist aber noch nicht so hoch. Der folgt aber postwendend, nachdem der nächste (recht kurze) Song 'Frantic Memories' das Thema des Vorgängers weiterführt, mit 'Confusion' mit ein paar hübschen Breaks und Gitarren-Läufen. Hier scheint dann Teil 1 der CD zu Ende zu sein (alle Songs sind bis jetzt ineinander übergeganen und haben jeweils das Thema des vorherigen Songs weitergeführt). 'Wise Man' ist dann ein recht ruhiges Stück mit akustischer Gitarre und Keyboards, das mich am Anfang ein bißchen an Pink Floyds 'Welcome To The Machine' erinnert hat ... aber nur ganz kurz. Der Song wandelt sich zur Hammer-Ballade mit wirklich hervorragendem Gesang und tollem Gitarren-Solo. Alle weiteren Songs (insgesamt sind's 14 Stück) einzeln zu beschreiben, sprengt hier ein bißchen den Rahmen. Nur soviel sei gesagt ... es geht auf höchstem Niveau weiter. Weiteres Highlight ist sicher das Titelstück 'Innerlands', auch eher getragen, super gesungen und fett mit Gitarrensolo veredelt. Zwischendurch rockt es auch ziemlich heftig (=> 'Legends Lives') und progged gewaltig (bei den 2 längsten Songs, die beide knapp 9 Minuten Spieldauer haben). Für mich ist 'Innerlands' von 'Signs Of One' ganz sicher DIE Entdeckung des noch recht jungen Jahres und ich kann Euch die CD nur ans Herz legen. Eine Hörprobe gibt es auf der Band-Homepage (Achtung: PopUp zulassen!!) und bei MySpace.
Sigur Ròs - ( )
CD reingelegt ... angehört ... sprachlos. Schon mal passiert ?? Wenn nicht habe ich einen Tip: Sigur Ròs mit der CD '( )' (nee, das ist kein Schreibfehler ... das Teil heißt wirklich so). Aber was will man erwarten. Das Cover ist Schwarz-Weiss gesprenkelt, das Jewel Case ist in einer weißen Plastik-Hülle verpackt, bei der die ( ) ausgestanzt sind. Rückseite ist weiß , die CD ist komplett weiß und das 12-seitige Booklet ist ... leer. Toll ... wie heißen die Titel? Wie heißen die Musiker? Wer hat's produziert? Was will uns der Künstler damit sagen ?? Einziger Hinweis ist der kleine Aufdruck www.sigur-ros.com auf der Rückseite des Booklets. Aber auch da gibt's nicht viele Informationen. Die Titel heißen Track 1, Track 2, Track 3 ... bis Track 8 und die anderen Fragen werden so gut wie nicht beantwortet. Na toll. Die Jungs kommen auf jeden Fall aus Island und mein erster musikalischer Eindruck war 'Björk hat sich einen üblen Drogen-Cocktail reingepfiffen und ist kurz vor'm Exodus'. Okay ... das war jetzt vielleicht etwas hart, aber mit 'Track 1' fühle ich mich echt in die psychedelische 70er-Zeit von Pink Floyd und Konsorten versetzt (wabernder, träger Keyboard-Teppich mit zirpsendem Etwas im Hintergrund und wimmernde Gitarre gibt einem den Rest kurz vor'm Abfliegen in andere Sphären). 'Track 2 geht etwa genauso weiter, nur dass plötzlich auch noch jemand 'singt' (meine Recherchen haben ergeben, dass das keineswegs Björk oder eine andere Frau ist sondern ein MANN !! Der arme Kerl, dem müssen sie bei der Aufnahme echt die Nüsse eingeklemmt haben bei so einer engelsgleichen Stimme). Der Hammer ist aber echt, daß ich die Scheibe wirklich mehrfach am Stück durchgehört habe, weil ich sowas bestimmt die letzten 25 Jahre nicht mehr erlebt habe. Diese wirklich faszinierenden Keyboards und Pianos, der Gesang dazu und die in über 70 Minuten kontinuierliche Steigerung (ab der Mitte der CD steigt plötzlich das Schlagzeug ein, dass ich vorher nicht wahrgenommen habe) bis zur Reinkarnation der Smashing Pumpkins (Track 7 klingt wirklich wie eine Session von der 'Adore'-CD) machen mich echt fast sprachlos. Geht einfach mal auf die o.g. Homepage von Sigur Ròs und klickt dort 'Lyrics' an ... im Hintergrund gibt's dann die entsprechenden Soundfiles. Und wenn ihr dann mehr wollt ... CD KAUFEN !!!!!
Je nach Art und Menge des eingenommenen Drogen-Cocktails zwischen Schrott und Wahnsinn.
Sigur Rós - Heima (DVD)
Hammer ... einfach Hammer. Die mit Abstand geilste Konzert-DVD in meinem Regal ist ohne Zweifel 'Heima' der isländischen Band Sigur Rós. Noch nie was davon gehört? Dann unbedingt nachholen und sich Stuff von den Jungs besorgen. Eine CD-Kritik gibt es ja schon auf meiner Page. Aber das muss man einfach selbst erlebt haben. Beschreiben ist echt schwierig. Musikalisch lässt sich Sigur Rós eigentlich mit nichts vergleichen. Innovativ wie Pink Floyd in ihrer Anfangszeit, der Gitarrist bearbeitet sein Instrument schon mal mit einem Geigenbogen und insgesamt ist es einfach nur Atmosphäre pur. Irgend eine Sigur Rós-CD einlegen, Licht aus, Lautstärke hoch und einfach nur wegschweben. So könnte man's vielleicht beschreiben. 'Heima' ist aber was ganz Besonderes. Nach einer ausgiebigen Welt-Tournee kam die Band in ihr Heimatland zurück, um dort noch eine Reihe von kostenlosen und unangekündigten Konzerten zu geben. Und die dann auch noch in teilweise außergewöhnlichen Locations wie vor einem einsamen Bauernhaus oder bei einer Protest-Veranstaltung gegen Umweltzerstörung in Island. Aber auch ein Riesen-Konzert in Reykjavik ist dabei. Und 'Heima erzählt von diesen Konzerten mit zwischendurch Interviews oder grandiosen Landschaftsaufnahmen. 'Heima' sind 2 DVDs, wobei mir nicht so recht erschließt, warum 2 DVDs, denn teilweise sind die Sachen identisch. DVD 1 ist dann aber mehr ein Film mit Konzert-Ausschnitten (und mehr Interviews und Informationen) und DVD 2 ist mehr Konzerte und weniger anderes Zeugs. Insgesamt sind das dann schlappe 250 Minuten Sigur Rós der außergewöhnlichen Art. Okay, das Teil ist nicht gerade billig, aber wer noch einen draufsetzen will, sollte die Super-Deluxe-Version mit 116-seitigem Fotobuch kaufen. Einfach nur toll. Ich kann das jedem Musik-Freund nur ans Herz legen. Und ein tolles Weihnachtsgeschenk für liebe Freunde wäre es auch. Ich bin auf jeden Fall total begeistert.
Sigur Rós - Med Sud I Eyrum Vid Spilum Endalaust
Endlich beglücken mich meine Lieblings-Isländer 'Sigur Rós' mal wieder mit einer kompletten Studio-CD. Ich möchte jetzt den Titel nicht nochmal hier erwähnen (ich vertippe mich da immer), aber übersetzt heißt das 'Mit einem Brummen in den Ohren spielen wir endlos weiter' (nett, oder?). Der Opener 'Gobbeldigock' kommt für Sigur Rós-Verhältnisse ja geradezu fröhlich und euphorisch rüber. Netter Einstieg. Und auch der folgende Song (ich hab jetzt echt keinen Bock das abzutippen ... ist ja furchtbar) ist eher 'fetzig'. Aber wer die traurigen und gefühlvollen Momente der Band so liebt (wie ich), kommt auch auf seine Kosten. Sie haben halt echt das Talent, Gefühle und Bilder in ihre Musik zu bringen. Man kann einfach so dahinschweben (nein ... ich hab keine Drogen genommen) und die Band nimmt einen auf eine wunderschöne Reise mit. Freunde der Band werden sich am Anfang vielleicht tatsächlich über die Fröhlichkeit wundern ... aber in Island ist es ja auch ab und zu mal hell ... vielleicht haben sie so einen Moment ausgenützt um ein paar bißchen andere Songs zu schreiben :-)) Immer noch wärmstens zu empfehlen ist aber die DVD 'Heima' (siehe meine Kritik).
Sigur Ros - Inni
Nach dem genialen Konzert-Film ‘Heima’, den Ihr hoffentlich alle gekauft habt und genauso begeistert seid wie ich, gibt es mit ‘Inni’ endlich auch mal eine Live-Doppel-CD der Isländer, die von vorne bis hinten begeistert. Aufgenommen in London und insgesamt 110 Minuten lang spielen die Jungs in brillianter Aufnahme-Qualität einen Querschnitt ihres Schaffens, bei der keine Studio-CD ausgelassen wird. Und auch wenn die Musik doch sehr gewöhnungsbedürftig und außergewöhnlich ist (manche würden auch sagen ‘immer das gleiche Komische), kommt in keiner Sekunde Langeweile auf sondern man wird immer faszinierter von dieser Klangwelt. Aufgeschlossene Musik-Liebhaber, die von Sigur Ros noch nichts gehört haben, sollten mit ‘Inni’ einen prima Einstieg schaffen. Selbstredend bleibt es aber nicht bei den 2 Live-CDs sondern das Paket beinhaltet auch noch (wahlweise als DVD oder Blue-Ray) einen 75-minütigen Konzertfilm, der in schwarz-weiss gehalten richtig genial aufgenommen wurde. Muss man haben.
Silent Force - Infatuator
Ex-Sinner-Gitarrist Alex Beyrodt und Ex-Royal Hunt Sänger D.C. Cooper haben mit ihrer zweiten Silent Force - CD es immerhin geschafft, CD des Monats Dezember 2001 bei Rock Hard zu werden. Bei mir hat es die CD fast geschafft, Staubfänger des Jahres zu werden. Nach den ersten drei Songs habe ich mir echt überlegt, ob ich das Teil einfach als Bierdeckel verwenden soll. Aber wie es dann halt bei mir so ist, höre ich doch weiter und ich muß sagen, je länger die Scheibe läuft, desto besser wird sie. Ist mir Sänger D.C. Cooper am Anfang doch sehr auf die Nüsse gegangen (also Entschuldigung, aber am Anfang der CD singt er einfach grauenhaft) und musikalisch fand' ich es eine ziemlich billige Kopie von 'Statovarius meets Sonata Arctica but we copy only the terrible songs'. Aber die CD erfährt tatsächlich eine gigantische Steigerung, so daß ich am Ende der CD doch sehr enttäuscht war, daß das Teil schon aus ist. Naja, vielleicht gefallen mir die ersten paar Songs irgendwann auch noch. Insgesamt ein 'nettes' Power-Metal-Scheibchen.
Silver - Intruder
Gary Barden (Praying Mantis und Ex-Michael Schenker Group), Bernie Torme und Bob Daisley (beide Ozzy Osbourne), Don Airey (Ex alles mögliche und jetzt bei Deep Purple), Bertram Engel (huch ... wie kommt der da rein ... aus der Band von Peter Maffay), dazu noch ein paar Gast-Musiker wie z.B. Colin Hodgkinson (Whitesnake), Marco Minnemann (Ex-H-Blockx) und Tommy Denander (Radioactive, Sayit und und und). Was kann man da erwarten ?? Und vor allem was bekommt man dann tatsächlich ?? Frage 1 muss jeder für sich beantworten. Frage 2 ist schnell erledigt: Auf knapp 46 Minuten gibt es 11 Songs in Richtung härterem Melodic-Rock, die allerdings mehrere Durchläufe brauchen, um wirklich zu begeistern. Neben kackigen Rock-Nummern (wie dem Titelsong) und einem Cover-Stück (Dance With The Devil) gibt es auch eine hammergefühlvolle Ballade (When The Lights Go Down). Wer vor etwas sperrigeren Scheiben nicht abgeschreckt wird obwohl er was leicht verdauliches erwartet, sollte zugreifen. Die CD gibt es bei AOR-HEAVEN.
Simak Dialog - Demi Masa
Moonjune Records ist ja vor allem bekannt für ziemlich geniale Prog-Jazz-CDs, wenn man auf so eine Art von Musik steht. Wie ich schon öfter erwähnt habe, kann ich mit Jazz nicht wirklich warm werden, aber wenn dann zumindest die Musiker zeigen, was für tolle Techniken sie drauf haben und dass sie sowohl ihre Instrumente als auch das Song schreiben verstehen, bin ich natürlich nicht abgeneigt, auch so eine CD hier auf meiner Homepage vorzustellen. Es wird ja bestimmt auch Prog-Jazz-Freunde unter meine Homepage-Lesern geben. Und unter diese Kategorie fällt auch die Band 'Simak Dialog' aus Indonesien, genauer gesagt aus Jakarta. Gegründet wurde die Band von Riza Arshad (Fender Rhodes elecric piano und Synts) sowie einem gewissen Tohpati (elektrische und akustische Gitarre). Das sind auch absolut die zwei prägenden Instrumente, wobei man Bassist Adhithya Pratama nicht vergessen darf, denn der spielt einen wirklich guten Rhythmus und auch richtig schwere Passagen. 'Demi Masa' ist bereits das fünfte Album der Band, die seit 1993 besteht. Und vor allem der Vorgänger 'Patahan' (von 2007), der ebenfalls bei Moonjune veröffentlicht wurde, hat weltweit in 25 Ländern richtig enthusiastische Kritiken bekommen für die ersten Alben gab's sogar 2 Jazz-Preise in Indonesien. Um die Band noch vollständig vorzustellen: Es machen auch noch 2 Percussionisten mit, besser gesagt Endang Ramdan und Erland Suwardana, die 'Sudanese Kendang Percussions' spielen. Und das macht die Musik von Simak Dialog noch mehr zu was ganz speziellem. Ein paar Vocals werden zwischendurch eingestreut durch Gast-Vocalisten und auch ein Soundscape-Mann darf sich beim Song 'Karuhun' dazugesellen. Richtig angenehm an der CD finde ich, dass hier nicht einfach nur drauf los gejazzt wird sondern dass immer wieder auch orientalische bzw. asiatische Anleihen durchscheinen, die richtig gut sind. Und auch die zwei Percussionisten machen die CD richtig interessant. Die haben auch richtig was drauf. Wer sich ein besseres Bild über die Musik der Band machen möchte, sollte ihre MySpace-Seite besuchen.
Simeon Soul Charger - Meet Me In The Afterlife
Normalerweise versuchen ja neue Bands, zuerst in ihrer Heimat bekannt zu werden um dann später die Welt zu erobern. Bei ‘Simeon Soul Charger’, einer recht frischen Band aus Ohio, scheint der Weg gerade anders herum zu gehen. Sie haben ihre Zelte in Amerika komplett abgebrochen, sind ins tiefste Bayern in ein Bauernhaus gezogen, konnten beim RPWL-Label ‘Gentle Art Of Music’ einen Plattendeal ergattern und versuchen nun Europa zu erobern. 30 Live-Termine ab März 2011 wurden schon bestätigt und auch auf einigen Festivals werden die Jungs als Headliner auftreten. Im ‘Beipackzettel’ der Plattenfirma zur CD wird auf einen ‘melodiös-dreckigen Led Zeppelin-Sound der frühen 70er Jahre’ hingewiesen, den ich allerdings nicht ganz bestätigen kann. Im Gegenteil. Simeon Soul Charger klingen sehr frisch und modern und Led Zeppelin kann ich beim besten Willen nicht erkennen. Klar, auch Sänger Aaron Brooks hat eine sehr eigenwillige und markante Stimme (von daher könnte man das schon mit Robert Plant vergleichen), aber musikalisch bewegt sich die Band dann doch in ganz anderen Gefilden und sind viel abwechslungsreicher als Led Zeppelin. Schon der Opener ‘Vedanta (The Nothing)’ knallt ganz heftig rein und die quietschende Gitarre am Schluss kommt recht fett daher. Aber auch bluesige Stücke können ‘Simeon Soul Charger’ richtig gut (hört Euch nur mal den Song ‘Please’ an ... das klingt nicht nach Ohio sondern eher nach New Orleans). Richtig geil ist aber der Schluss-Track ‘The Swallowing Mouth’ ... mit über 11 Minuten auch das längste Stück auf der CD und da zeigen die Jungs wirklich alles. Alleine deswegen würde sich der Kauf schon lohnen. Insgesamt ist ‘Meet Me In The Afterlife’ eine hochinteressante CD geworden, die überraschenderweise bei ‘Gentle Art Of Music’ veröffentlicht wird, obwohl sie so weit von RPWL entfernt ist wie Ohio vom tiefsten Bayern. Hier sollte man auf jeden Fall mehr als ein Ohr riskieren. Zu haben ist das Werk ab 04.03.2011 und mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage.
Simmonds, Mickey - The Seven Colours Of Emptiness
Ich habe mich echt seit Jahren gefragt, was eigentlich der in meinen Augen Ausnahme-Keyboarder Mickey Simmonds (den man ja jahrelang in der Band von Fish und auch bei Camel bewundern konnte) macht. Sein letztes mir bekannte Lebenszeichen als Solo-Künstler war ja die 1996 veröffentlichte Scheibe 'The Shape Of Rain', die hier natürlich empfohlen werden kann. Also habe ich mal ein bißchen im Internet gestöbert und tatsächlich herausgefunden, dass Mickey 2007 eine neue CD mit Namen 'The Seven Colours Of Emptiness' veröffentlicht hat. Musste ich mir natürlich gleich über seine Homepage bestellen und das Teil war sowohl recht günstig (durch den zur Zeit genialen Pfund-Kurs) als auch nach knapp einer Woche geliefert. Und was soll ich sagen ... der Kerl hat nichts verlernt. Im Gegenteil Hört man sich nur mal Song 2 an (Voices) stellt man fest, dass Mickey auch noch ein begnadeter Gitarrist ist. Denn 'The Seven Colours Of Emptiness' wurde mal wieder komplett von Mickey Simmonds selbst eingespielt, und zwar alle Instrumente. Wie es für einen Keyboarder üblich ist, liegt das Hauptaugenmerk natürlich auf seinem Lieblings-Instrument. Aber im Gegensatz zu sonstigen Solo-Ergüssen von Keyboardern (man höre sich nur mal Zeugs von Geoffrey Downes oder auch Jim Gilmour an) ist die Scheibe durchweg melodisch und nicht nur ein rauf- und runtergenudel von irgendwelchen Keyboard-Läufen (unter dem Motto schaut mal wie schnell ich das kann). Im Gegenteil. Die ruhigen Parts überwiegen bei diesem Output (ähnlich wie bei 'The Shape Of Rain') und es wurde viel Wert auf Melodie gelegt. Und es sind ein paar richtig fette Highlights drauf ('Back', 'Open Door', 'Time Waits' oder eben das schon genannte 'Voices'). Schön mal wieder was von Mickey Simmonds gehört zu haben denn der hat mir immer ziemlich gut gefallen. Ich kann hier nur eine Kaufempfehlung abgeben.
Simon - Sweet Angel
Gast-Kritik von Georg Loegler
Spielzeit : 57:01
Plattenfirma/Vertrieb : Eigenveröffentlichung /USA
Zu dieser Band bin ich über das Forum auf kipwinger.com gestossen, als Matt Iorlano erwähnte, er sei ein Schüler von Rod Morgenstein gewesen. Davon ist auf dem vorliegenden Werk nichts zu merken, denn er ist lediglich Percussionist... SIMON sind ganz klar das Baby des Sängers,Gitarristen und Komponisten Steve Hartmann, der mit seiner Glatze und dem Gewand auf den schwarz-weissen Fotos aussieht wie ein thailändischer Mönch. Das Trio (Jru Breder spielt Bass) bietet hier auf 10 Songs (+ Ghost Track, der 1 Minute nach dem letzten Song plötztlich aus dem off ertönt) Folk(-Rock), der am ehesten mit der Musik von Michael Dickes vergleichbar ist. Steve’s eindringliche, manchmal jedoch auch fast zerbrechliche Stimme trägt die ausnahmslos melancholischen Songs. Ich habe ein Faible für solche ruhige Art von Musik, doch manchesmal sagt mir das phasenweile Gejaule nicht mehr so ganz zu und das Fehlen der Drums wirkt über volle CD Länge ermüdend. Eine kleine Band mit schönen Songs, die 10 $ kosten bei Matt Iorlano, 11 Lawrence Pl # 1, Brighton,MA 02135 USA. Homepage : www.simonband.com (Da es sich hier um eine Eigenproduktion handelt, moechte ich hier keine Wertung im üblichen Sinne vornehmen.)
Georg Loegler
Simon, Alan - Excalibur II (The Celtic Ring)
Nachdem die CD ja Excalibur II heißt und auf dem Aufkleber 2nd Chapter of Alan Simon's Celtic Rock Trilogy steht, müsste es ja eigentlich schon Teil 1 geben. Der ging an mir so völlig vorbei und ist zumindest in den einschlägigen Online-Shops auch nicht mehr zu erhalten. Sei's drum ... auf jeden Fall hat Excalibur II NICHTS mit der CD 'Excalibur' von und mit Michael Ernst (siehe meine Kritik) zu tun, auch wenn man vielleicht auf diese Idee kommen können. Denn auch auf der hier vorliegenden Scheibe machen Berge von Gast-Musikern bzw. ganzen Gast-Bands mit. Genannt seien mal Jon Anderson (Yes), Alan Parsons (allerdings nur als Produzent), Fairport Convention, John Helliwell (Supertramp), John Wetton (Asia, King Crimson usw.), Justin Hayward (Moody Blues), Martin Barre (Jethro Tull), Barclay James Harvest und so weiter. Eine recht nette Ansammlung wie ich finde ... nur sind die Leute zum Teil überhaupt nicht herauszuhören, was ja eigentlich recht schade ist ... warum läd man dann so charakteristische Musiker ein ?? Musikalisch ist Excalibur II eine insgesamt recht ruhige CD, die, keiner hätt's gedacht, ziemlich oft in irischen bzw. schottischen Folk abdriftet (kein Wunder, bei dem Titel 'The Celtic Ring'). Wer also auf solche Sachen steht, kann sich die Scheibe ruhig mal reinziehen. Auf jeden Fall hält sie leider nicht das was die Horde an Gast-Musikern verspricht. Und wer ist eigentlich Alan Simon? Keine Ahnung. Auf jeden Fall hat er alle Songs geschrieben. Tipps sind willkommen !!
Sinergy - Suicide By My Side
The Bitch is back !!! Metal-Sängerin und Sinergy-Chefin Kimberley Goss hat mit ihren Jungs mal wieder zugeschlagen. Hat mich die Band auf der letzten Nightwish-Tour als Vor-Band schon mehr als überzeugt, bin ich jetzt felsenfest davon überzeugt, daß mit 'Suicide By My Side' nun endlich der Durchbruch im Power-Metal-Bereich zu schaffen ist. Mit dem Gitarren-Duo Alexi Laiho (Children of Bodom und gleichzeitig Kimberleys Lebensabschnittspartner) und Roope Latvala (weiß nicht wo der herkommt) gibt's massenweise Gitarrenriffs und Power-Metal-Hymnen bis zum Abwinken. Und der Gesang von Kimberley Goss passt einfach hervorragend zur Mucke. Kein opernhaftes Rauf- und Runter (wie z.B. bei Nightwish oder Edenbridge) sondern knallharter Rock-Gesang allererster Güte. Nachteil der CD ist eindeutig die Länge von nur etwas über 38 Minuten. Aber vielleicht ist das auch gut so, den für mich als verwöhnten Proggie wäre mehr Metal am Stück vielleicht auch zuviel und der Titel der CD wäre dann evetuell auch noch wahr.
Skew Siskin - Peace Breaker
Hat sich schon mal jemand gefragt, wie Motorhead klingen würde, wenn Lemmy eine weibliche Rock-Röhre wäre? Tja, all denen wird seit 1989 gedient, denn die Berliner Band Skew Siskin wütet seit Ende der 80er Jahre (mit einer kleinen 'Auszeit' im Jahr 2000 durch Bandauflösung und 2001 der Reunion) mit ziemlich knackigem Kick-Ass-Metal in der Musiklandschaft und als Sängerin ist Nina C Alice am Mikrofon und die macht tatsächlich ein bißchen den weiblichen Lemmy. Und jetzt gibt es ne neue Scheibe mit Namen 'Peace Breaker', und wenn man sich die Titel so auf der Zunge zergehen lässt wie z.B. 'Metal In Your Face', 'Ridin With The Devil' oder 'Hit You Harder' ist klar, dass es da auch textlich voll 'abgeht'. Richtig witzig finde ich aber den Song 'Eva Braun Is Back In Town' (zum Glück mit nem 'Stop Nazis!' - Zeichen daneben). Wer also von dem ganzen komplizierten Prog-Zeugs mal die Schnauze voll hat und mal wieder so ein richtig schnelles Gitarren-Gewitter über sich ergehen lassen will, sollte es mit Skew Siskin probieren. Danach sind die Gehörgänge wieder frei. Klasse.
Slamer - Nowhere Land
Kritik von Siggi Greck: Mit seinem neuen Projekt „Slamer“ liefert der geniale Musiker Mike Slamer (City Boy, Streets, Steelhouse Lane, Wall Of Silence, Seventh Key) wieder eine tolle Scheibe für alle Melodic Rock Freunde ab. Zusammen mit Terry Brock (Gesang, Ex-Strangeways, The Sign) und Billy Greer (Kansas, Seventh Key) hat er die Songs geschrieben, die sich dann erwartungsgemäß in der Schnittmenge Kansas, Streets, Seventh Key (allerdings etwas gitarrenlastiger) bewegen. Terry Brock ist meiner Meinung nach einer der besten Sänger dieser Musikrichtung und mit dem Multitalent Slamer (Guitars, Keyboards und Produktion) kann dann eigentlich auch nicht viel schief gehen. Anspieltipps: Superstar, Jaded, Nowhere Land, Higher Ground Also, Freunde des anspruchsvollen Melodic Rocks: Hier kann man nicht viel falsch machen!
Slivovitz - Bani Ahead
Slivovitz ist mir bis jetzt erst als ekeliger jugoslawischer Pflaumen-Schnaps untergekommen. Und meine Erinnerungen daran sind nicht wirklich die Besten. Ich finde schon mal, dass das als Band-Name ganz witzig gewählt ist, zumal der Siebener nicht mal aus dem ehemaligen Jugoslawien sondern aus Italien kommt. Die Band besteht bereits seit 2001 und ‘Bani Ahead’ ist schon das dritte Album (nach ‘Slivovitz’ und ‘Hubris’). Musikalisch angesiedelt sind die Jungs irgendwo zwischen Fusion Jazz gemischt mit ein bißchen Prog, wobei die jazzigen Parts doch sehr überwiegen. Und auch wenn die Band aus insgesamt sieben Musikern besteht, hört man vor allem Saxophon und Gitarre. Der Rest (von Trompete über Violine bis Harmonica) läuft eigentlich eher nur nebenher und darf ab und zu glänzen (wie z.B. die Violine bei ‘Cleopatra Through’. Für Jazz-Freunde sicher eine interessante Neuerscheinung ... eingefleischte Proggies sollten vielleicht vorher erst mal intensiv reinhören. Veröffentlicht wurde das Album natürlich bei Moonjune Records.
Smolski, Victor - The Heretic
Zum Zeitpunkt des Kaufs dieser CD habe ich so um die 800 CDs. Und endlich gibt es mal Eine die mich sprachlos macht. Ich habe keine Ahnung, was ich zu dieser CD schreiben soll. Vielleicht nur die Fakten. Victor Smolski, den meisten Lesern wahrscheinlich völlig unbekannt, ist Gitarrist bei den Bands Rage und Mind Odyssey. Und er ist der Sohn des berühmten weissrussischen Komponisten Dimitri Smolski. Der Titel der CD 'The Heretic' bedeutet auf Deutsch übersetzt 'Der Ketzer'. Die CD wurde zusammen mit dem Weissrussischen Staatsorchester unter Leitung von Dimitri Smolski eingespielt (was für Musiker aus den Rage-Kreisen ja nichts ungewöhnliches ist). Die CD handelt von Hexenverbrennung und der Inquisition. Und nun bin ich mit den Fakten am Ende.
Und die Musik ??? Hmmm ... Also Victor Smolski wimmert und jammert und frickelt auf der Gitarre, das Staatsorchester spielt sich den A.... ab und seine Rage-Kumpels und er rezitieren auf Deutsch, Englisch und Russisch historische Dokumente. Noch Fragen ?????
Von mir nicht bewertbar (was nicht heißen soll, das die CD schlecht ist, höchstens äußerst gewöhnungsbedürftig).
Snarling Adjective Convention - Bluewolf Bloodwalk
Die beiden Kopecky-Brüder William und Joe sind ja den regelmäßigen Lesern meiner Homepage keine ganz Unbekannten mehr, sind sie doch auf einigen Veröffentlichungen von Unicorn Digital vertreten. Und jetzt wüten sie auch ein bißchen bei der neuesten Unicorn-Formation 'Snarling Adjective Convention' zusammen mit Roger Ebner (Saxophon), Dan Maske (Keyboards, diverse Blasinstrumente) und Craig Walkner (Drums). Leichte Kost ist 'Bluewolf Bloodwalk' sicher nicht, denn dafür ist die Musik der Jungs schon ziemlich abgefahren. Fast nur instrumental (bis auf zwei Songs, auf denen William Kopecky's Frau Sophie ein paar Gedichte auf französisch rezitiert) gibt's teilweise ziemlich was vor den Latz geknallt. Ziemlich düstere Gitarren, viel Saxophon dazwischen, dazu ein immer präsenter Keyboard-Teppich und immer hart an der Grenze zum unmelodischen. Das ist sicher keine CD zum nebenher hören sondern erfordert die volle Aufmerksamkeit. Aber dann erkennt man überdeutlich, was für perfekte Musiker die Jungs von 'Snarling Adjective Convention' sind. Die haben schon einiges drauf. Instrumental-Prog-Freunde die auch keinen Aber vor teilweise recht chaotischen und jazzigen Passagen haben, sollten 'Bluewolf Bloddwalk' auf jeden Fall mal antesten. Freunde der Melodie lassen lieber die Finger weg. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage.
Snubnose - Jesus
Gast-Kritik von Georg Lögler
Spielzeit : 43:50 Plattenfirma/Vertrieb : Reveal Yourself /Eigenproduktion Vergleichbare Bands : Deftones, Faith No More
Melodic-Groove-Core bezeichnet die Ludwigsburger Formation ihren Sound und stellt uns mit diesem (Konzept-)Album bereits ihre 4. Veröffentlichung vor. Melodic stimmt- trotz hohen Härtegraden schwenkt man immer wieder auf Melodielinien ein, wobei ich mich ertappe sie vor mich hin zu summen, z.B. "Release". Groove- ja auch, die 13 Songs (die sich inhaltlich mit der Sichtweise von Personen befassen, denen Jesus begegnet ist) zeichnen sich sich durch Drive, klar differenzierten und druckvollen Sound aus. Core – aua! Das ist ja nicht so mein Ding und da bin ich auch nicht der Fachmann zu...aber wenn eine ganze Halle mit 2000 Leuten im Kollektiv ausrastet und wohin ich auch immer blicke Leute mit SNUBNOSE T-Shirts durch die Luft fliegen sehe ( so geschen in Owen auf der Rocknacht im März 2001), dann ist das wohl Core ! Der letzte Song erinnert mich an die FAMOUS B.BROTHERS und deren Album "The Dead Sea Scrolls" habe ich schon vor 9 Jahren gelobt. Fazit : Die vier sehr engagierten Christen haben hier ein überzeugendes Werk abgeliefert mit übrigens einem brilliant und liebevoll gestaltetem Cover- und Bookletartwork. Leute, die etwas open-minded sind, sollten die Band mal testen. www.snubnose.com e-Mail : info@snubnose.com
Soft Machine Legacy - Live Adventures
Die ganz ‘Alten’ unter uns kennen bestimmt noch die Band ‘Soft Machine’, die sich Mitte der 60er-Jahre in Canterbury (England) formierte und bis heute eine Menge von Line Up - Wechseln zu verkraften hatten. Und obwohl sich die Band nie offiziell auflöste, war sie doch einige Jahre verschwunden. Ende der 90er formierte sich die Band neu unter dem Namen ‘Soft Ware’ und hier waren dann Elton Dean, Hugh Hopper, John Marshall und Keith Tippet mit dabei. Tippet geht, Allan Holdsworth kommt, ein neuer Band-Name mit ‘Soft Works’ folgt. Dann gibt’s die Umbenennung in ‘Soft Machine Legacy’ (um die Nähe zur Ur-Band zu demonstrieren) und weitere Musiker-Austausch-Aktionen folgen. 2006 stirbt Elton Dean und es folgt Theo Travis. Hugh Hopper wird krank und vertretungsweise kommt Roy Babbington in die Band. Außerdem tritt John Etheridge wieder der Band bei (der war in den 70ern schon mal Mitglied). So ... jetzt habe ich mal Berge von Namen in die Runde geworfen und wer meine Homepage aufmerksam verfolgt hat den einen oder anderen Namen bestimmt schon mal gelesen und weiß jetzt auch um welche Musikrichtung es sich bei ‘Soft Machine Legacy’ handelt und wo die Scheibe ‘Live Adventures’ veröffentlicht wurde. Natürlíich ... hier handelt es sich um feinen Prog-Jazz vom dafür bekannten Label Moonjune Records. Für mich als nicht unbedingt Jazz-Liebhaber ist ‘Live Adventures’ erstaunlich leicht verdaulich, weil nicht nur wild in der Gegend rumgejammt wird sondern ‘sogar’ großen Wert auf Melodie und teilweise Eingängigkeit gelegt wird. Trotzdem kommen Jazz-Freunde voll auf ihre Kosten. Und wenn man dann noch bedenkt, dass die Jungs die Scheibe tatsächlich live eingespielt haben, fällt einem schon manchmal die Klappe runter, was für perfekte Musiker das sind. Wirklich fein gemacht und auch der Nicht-Jazz-Freund sollte mal ein Ohr riskieren. In diesem Genre bestimmt eine der besten Veröffentlichungen.
Sonata Arctica - Silence
Nach dem bemerkenswerten Debut 'Ecliptica', einer Tour mit Rhapsody und Stratovarius, und einer grottenschlechten Cover-Versionen-CD die keiner braucht legen die finnischen Power-Metaller ihre zweite offizielle Studio-CD vor, bei der man merkt, daß sie sich enorm weiterentwickelt haben. Super Speed-Hymnen mit geilen Keyboard-Läufen und Gitarren-Riffs gepaart mit einigen Balladen und einem 10-minütigen Longsong entlocken mir eine absolute Kaufempfehlung für Freunde von Bands wie Stratovarius oder Edguy.
Sonata Arctica - Winterhearts Guild
Begonnen als Stratovarius-Klon haben es Sonata Arctica jetzt wohl endgültig geschafft, aus dem Schatten ihrer Vorbilder herauszutreten und etwas eigenständiges zu machen. Klar, Sonata Arctica spielen immer noch Power-Metal, bei dem vor allem die Double-Bass-Drums im Vordergrund stehen, aber der Wiedererkennungswert wird immer höher. Schon beim ersten Song 'Abandoned, Pleased, Brainwashed, Exploited' denkt man nicht 'noch ne finnische Metal-Band' sondern 'aha ... Sonata Arcitca haben wieder was Neues gemacht'. Und so soll's ja auch sein. Geile Speed-Hymnen, tolle Ballade(n) und der jetzt schon fast obligatorische Long-Song ('Draw Me') machen dann eine tolle CD ohne Ausfälle und eine Kauf-Tip für Metal-Fans.
Spaced Out - Unstable Matter
Obwohl ‘Unstable Matter’ bereits das vierte Studiowerk der Franko-Kanadischen Prog- / Jazz- / Fusion-Band (neben einer Live-DVD) ist, bedeutet es für mich absolutes Neuland. Nun kann ich ja mit reinem Jazz nicht viel anfangen (um nicht zu sagen man kann mich damit jagen), deswegen war ich nach dem Studium des Beipack-Zettels und einigen Recherchen im Internet über die Vorgänger-CDs doch etwas mit Vorurteilen belastet. Nichts desto trotz habe ich mich an ‚Unstable Matter’ gewagt und muss sagen, dass ich positiv überrascht bin. So richtig jazzig ist das alles gar nicht sondern geht doch in vielen Teilen in Richtung ‚Rush goes Jazz’, also fette Drums (durch Martin Maheux ... siehe auch meine Review über die CD ‚Sybille’ von ‚Martin Maheux Circle’) und ziemlich geile Bass-Linien von Antoine Fafard, der auch alle Songs geschrieben und die CD produziert hat. Nicht zu vergessen aber auch Mark Tremblay an der Gitarre, der mehr als einmal zeigt, was er drauf hat. Und siehe da, auch das 3-Mann-Line-Up deutet ein bißchen auf Rush hin, allerdings ohne Gesang. Aber der wäre bei der Musik von Spaced Out auch eher unangebracht. Wer also auf fette Instrumental-Musik im Stil von jazzig-abgedrehten Rush steht, sollte ‚Unstable Matter’ unbedingt antesten. Erschienen ist die CD bei Unicorn Digital (www.unicorndigital.com) und dürfte bei www.justforkicks.de zu erwerben sein, denn die haben so gut wie alle Unicorn-Veröffentlichungen auf Lager.
Spaced Out - Evolution
Nach längerem Warten gibt es endlich mal wieder einen Output des franko-kanadischen Instumental-Trios 'Spaced Out'. Wer meine letzte Review über die CD 'Unstable Matter' gelesen hat, wird sich die Scheibe ja sicher gleich besorgt haben. Ich fand das Werk richtig genial und bei 'Spaced Out' wird ziemlich klar, dass gute Prog-Musik nicht unbedingt Gesang braucht (zumal viele Prog-Bands durch schlechte Sänger ja eigentlich abgewertet werden). Somit war ich ziemlich gespannt auf 'Evolution' und ich muss sagen, auch diese CD überzeugt mich von vorne bis hinten. Ziemlich groovender Prog-Rock bei dem jeder der drei Musiker ausgiebig zeigen kann, was er an seinem Instrument kann. Und das ist einiges. Über die Fähigkeiten von Schlagzeuger Martin Maheux habe ich ja schon in einigen anderen Kritiken ausgiebig geschrieben, ist er doch auf diversen anderen Scheiben vertreten. Und Gitarrist Mark Trembly zeigt auch wieder mehr als ein mal, was er so alles drauf hat. Bassist / Gitarrist / Keyboarder ( sowie Songschreiber und Producer) Antoine Fafard hat hier mal wieder ein paar ganz tolle Melodie-Linien aus dem Ärmel geschüttelt und ziemlich fett produziert. Veredelt wurde die Scheibe dann von Richard Addison in seinen Trillium-Studios. Und das bedeutet dann auch noch einen richtig brillianten Sound. Zum Glück sind auch auf 'Evolution' die Jazz-Anteile ziemlich wenig bis nicht vorhanden, so dass ich für 'Evolution' an alle Freunde des instrumentalen Prog eine absolute Kaufempfehlung aussprechen kann. Veröffentlicht wurde die Scheibe natürlich wieder bei Unicorn Digital.
Sparks - Exotic Creatures Of The Deep
Ja leben die auch noch!! Das war mein erster Gedanke als ich erfahren hatte, dass die Sparks, meine Pop-Helden der 70er und 80er Jahre, mal wieder eine CD veröffentlichen. Immerhin sind die Brüder Ron und Russell Mael jetzt schon seit 37 Jahren (!!) auf dem Markt und in der Zeit haben sie 20 Platten bzw. CDs herausgebracht. Und 'Exotic Creatures Of The Deep' ist nun der 21. Output, der am 09. Oktober 2008 das Licht der Welt erblicken wird. Man erinnere sich nur an so Song-Perlen wie 'This Town Ain't Big Enough For Both Of Us' oder 'When Do I Get To Sing My Way'. Ja ich weiß ... das hat jetzt so gar nix mit der Musik zu tun, die ich sonst hier auf meiner Homepage bespreche. Aber auch ich war mal jung und hatte Vorlieben auch für ganz andere Musik. Deswegen hier die Vorstellung der CD praktisch als Hommage an 2 nicht totzukriegende Künstler. Und man mag über die Musik der Sparks denken was man will ... es ist wirklich eine enorme Leistung, sich so lange im Musik-Business zu halten. Und wenn man sich die Fotos im Booklet von den Zwei so anschaut, könnte man meinen, dass sie überhaupt nicht gealtert sind. Okay, Ron Meal hat sein typisches Hitler-Bärtchen mittlerweile nicht mehr und sieht eher aus wie Rhett Butler (oder wie der Heinz von 'Vom Winde verweht' genau heißt) ... noch genau so 'schmierig' aber irgendwie seriöser. Und Russell Meal ist immer noch der volle Schönling und könnte glatt als Zwillingsbruder von Bryan Ferry durchgehen. Musikalisch bewegen sich die Sparks weiterhin auf poppigen und elektronischen Pfaden (Ron Meal hat also an seinen Keyboards nichts verlernt) und die Stimme von Russell Meal ist immer noch ziemlich hoch und klar. Proggies werden sich natürlich mit Grausen von der CD abwenden ... aber ich tippe mal drauf, dass die Single-Auskopplung 'Good Morning' oder auch der Song 'Let The Monkey Drive' auch ohne unsere Unterstützung ein weiterer Top-100-Hit werden wird.
Spearin, Charles - The Happiness Project
Was für eine schräge Idee. Da fragt Charles Spearin eine Haufen seiner Nachbarn, was für sie 'Happiness' sei, die erzählen was und über dieses Erzählte wird dann eine Melodie gelegt. So kommen wir dann zu den Aussagen von Mrs. Morris, von Anna, Vittoria, Vanessa, Marisa, Ondine, Mr. Gowrie und nochmal Mrs. Morris. Ich weiß echt nicht, was ich davon halten soll, aber alleine die Idee zu haben ist schon mehr als genial. Vertont wird das ganze dann ziemlich 'happy' (wie auch sonst) mit Gitarre, Bass, Violine, Trompete, Flügelhorn, Harfe, Saxophon und so weiter. Auch wenn man manchmal ein bißchen die Fröhlichkeit von Songs a la Matt Bianco raushören kann, ist das doch was völlig Eigenständiges und eigentlich so daneben, dass es schon wieder gut ist. Sowas hätte ich glaube ich zu Lebzeiten nur Frank Zappa zugetraut. Das Happiness-Project hat auch eine Homepage und auf MySpace sind sie natürlich auch vertreten. Einfach mal reinschauen und sich genauso überraschen lassen wie ich überrascht war, als ich das zum ersten Mal gehört habe.
Spellbound Dazzle - Unreal Fairy Tales
Spellbound Dazzle kommen aus Norditalien und neben 2 Italienern (Stefano Artus und Dante Britta) machen noch 2 Exil-Kroaten mit, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind (die Brüder Kreso und Branko Stekovic). Die Musik von Spellbound Dazzle zu beschreiben ist etwas schwierig, denn ... obwohl die Grundausrichtung auf jeden Fall beim melodischen Hard Rock liegt ... sind so viele Einflüsse von Folk über Sprechgesang bis Polka vertreten, dass man sich schon fragen muss, was die Jungs eigentlich machen wollen. Ich meine das absolut nicht negativ, denn gerade als eingefleischter Proggie ist man ja froh, wenn eine Band nicht nur eine Stilrichtung beherrscht sondern auch in anderen Gefilden wildert. So ist das Intro mit spanischer Gitarre (geil gespielt) und könnte auch die Filmmusik von einem alten Italo-Western sein, ‘Goodbye My Love’ ist fast ein Prog-Song mit tollen Breaks, fetten Gitarren und angehauchter Folk-Musik. Dann kommt ein bißchen Limp Bizkit durch, im nächsten Stück Osteuropa-Polka, eine Quoten-Ballade ist auch vertreten und ganz am Schluss beim Titel ‘Ruska’ hört man die Herkunft zumindest der zwei Kroaten äußerst deutlich. Es ist ziemlich schwierig, Spellbound Dazzle in eine Schublade zu stecken ... hochinteressant und kreativ ist’s allemal. Mehr Infos über die Band gibt es auf Ihrer Homepage sowie auf den obligatorischen MySpace-Seiten. Muss man auf jeden Fall gehört haben, wenn man auch ein bißchen ‘Spaß’ versteht. Tolle Musiker sind es ganz sicher.
Spheric Universe Experience - Unreal
Wow ... endlich mal wieder was ganz Neues auf meiner Homepage. Prog-Metal aus Frankreich. Hatte ich bis jetzt noch nicht in meinem CD-Player. Und Spheric Universe Experience knallen ganz schön rein. Das kann ich Euch versprechen. 'Unreal' ist bereits die dritte CD der Band und ... logischerweise ... sind mir die zwei Vorgänger-Alben völlig unbekannt. Aber mal sehen ob ich nicht versuche, mir die Teile noch zu besorgen, denn von 'Unreal' bin ich richtig begeistert. Schon der Opener 'White Willow' (ja ... es gibt tatsächlich Franzosen die Englisch können !!) geht voll in Richtung Symphony X, wobei Gitarrist Vince Benaim fast ein zweiter Michael Romeo sein könnte. Und auch Sänger Frank Garcia hat für Prog-Metal-Verhältnisse eine wirklich gute und angenehme Stimme. Zwar kein Russell Allen (das muss auch nicht sein denn wer braucht schon einen Symphony X - Klon) aber er kann einige Oktaven brilliant singen ... und ... man erkennt keinerlei französichen Akzent. Und es geht in diesem Stil weiter. Fette Double-Bass-Drums (Christophe Briand), geile Gitarren-Riffs, super Keyboard (Fred Colombo), der Bassist (John Drai) spielt sich auch den Arsch ab. Richtig was zum Kopfnicken. Die Band hat ja 2008 auf dem Progpower USA in Atlanta gespielt und dort anscheinend ziemlich abgeräumt. Und ich kann mir diese Musik live auch richtig gut vorstellen. Da geht das Publikum bestimmt ab. Die CD hält übrigens durchweg das hohe Niveau und hat überhaupt keinen Durchhänger. Auch das 4-minütige Instrumental O.B.E, wo die Jungs dann zeigen dass sie auch Frickeleien a la Dream Theater drauf haben, ist richtig gut. Deswegen kann ich für 'Unreal' auch nur eine uneingeschränkte Kaufempfehlung an alle Prog-Metal-Freunde abgeben, die auf Bands im Stile von Symphony X oder auch (alte) Pain Of Salvation stehen. Klasse Album. Mehr Infos und Soundfiles gibt es natürlich auf der Band-Homepage sowie ihrer MySpace-Seite.
Spock's Beard - V
Die California-Proggies mit ihrer schon (wie der Name sagt) fünften CD. Aber irgendwie passen sie mir immer noch nicht. Vielleicht liegt es auch am Booklet, wo die Musiker ihre Lieblings-CDs usw. nennen dürfen und mir einfach zu oft der Name 'Beatles' vorkommt. Und wer sind die Beatles ???? Und irgendwie klingt Spock's Beard genauso schlecht. Allerdings gefällt mir die CD weitaus besser wie der Vorgänger 'Day for Night'. Vielleicht wird's ja doch noch irgendwann was mit den Jungs. Gute Ansätze sind auf jeden Fall erkennbar . Und wenn mich die eingeschworene Prog-Gemeinde jetzt zum Teufel wünscht: eher mäßig.
Spock's Beard - Snow
Bevor ich's mir mit der Prog-Gemeinde voll verscherze, versuche ich mal, das sechste Studio-Epos (ich habe hier die limitierte Box mit 3 CDs) etwas 'neutraler' zu kritisieren. Zuerst einmal möchte ich Spock's Beard loben, dass sie es endlich geschafft haben, ein reines Konzept-Album mit einer grandiosen Geschichte, die mich im weitesten Sinne irgendwie ein bißchen an 'The Lamb Lies Down On Broadway' von Genesis erinnert (und komischerweise auch die Musik in einigen Teilen) auf die Beine zu stellen. Bei der Story geht es (in ganz kurzen Worten) um einen Albino mit Namen John, der aber von allen Leuten 'Snow' genannt wird. Und als Gabe kann er in das Innere der Menschen sehen und ihr Leben voraussagen, geht als Erwachsener nach New York, freundet sich dort mit einem Schwarzen ('Harlem Knight') an, gründet mit ihm eine Organisation und hilft anderen Menschen, in dem er ihr Leben voraussagt. Leider kann er auch in sein eigenes Leben sehen und das (schlimme) was er sieht wird auch wahr. Er lebt auf der Strasse und ist dem Tod nahe. Aber seine Freunde, denen er geholfen hat, helfen auch ihm wieder, auf den richtigen Weg zu kommen. Da die ganze Geschichte auf fast 120 Minuten verteilt ist, ist das wirklich nur eine ganz grobe Zusammenfassung. Musikalisch ist's irgendwo typisch Spock's Beard, was natürlich vor allem an der etwas eigenwilligen Stimme von Neal Morse liegt. Aber aufgrund der Länge der Doppel-CD (CD 3 aus der Box beinhaltet 'nur noch' Live- und Demo-Songs) hat es auch ausreichend Platz, dass sich die Musiker gründlich austoben können. Insgesamt finde ich CD 1 recht unspektakulär, der eigentliche Höhepunkt kommt für mich erst bei CD 2, die durchgehend gut und hörenswert ist. Zusammen mit der tollen Geschichte muss ich somit zugeben, dass dies bis jetzt die mit Abstand beste Spock's Beard CD ist, die ich gehört habe (wobei ich offen zugebe, dass mir Spock's Beard bis jetzt überhaupt nicht gefallen hat). An 'The Lamb Lies Down on Broadway' kommt 'Snow' erwartungsgemäß natürlich nicht heran. Aber Prog-Freunde können angesichts der abwechslungsreichen Musik bedenkenlos zugreifen und diejenigen, die Spock's Beard bis jetzt nicht so gut fanden, sollten zumindest mal ein Ohr riskieren.
Spock's Beard - Feel Euphoria
Der Ruf des Herrn an Neal Morse - Fluch oder Segen für die Band ?? Für mich aber ganz ganz deutlich ein SEGEN. Besser hat Spock's Beard zumindest nach meiner Meinung nie geklungen. Fand ich die Ami-Band früher (abgesehen von der letzten CD 'Snow') langweilig bis schlecht und erst mit der Solo-CD von Keyboarder Ryo Okumoto kam etwas mehr Klasse von den Bärten, bin ich von 'Feel Euphoria', die von Drummer Nick D'Virgilio eingesungen wurde, richtig begeistert. Schon der Opener 'Onomatopoeia' ist rockiger als alles, was Spock's Beard jemals gemacht haben. Und die scheibe geht gerade so weiter. Geniale Songs, prima instrumentiert (und vor allem gesungen) und sogar der Longsong (das 6-teilige und 20-minütige 'A Guy Named Sid') gefällt mir wirklich ausgezeichnet. Okay, ein paar Durchhänger sind natürlich auch vorhanden (z.B. das seicht-poppige 'Shining Star') aber bei einer Gesamt-Spielzeit von über 74 Minuten (inclusive der 2 Bonus-Tracks) ist das nicht verwunderlich. Und zur limitierten Papp-Box gibt es dann auch noch eine Bonus-CD in Form eines Samplers von InsideOut mit 11 Titeln von Steve Hackett bis OSI (aus den teilweise erst kommenden Veröffentlichungen aus dem Jahr 2003). Ich würde mal sagen: Für Spock's Beard eine erstaunlich gute Scheibe.
Spock's Beard - Octane
12 Songs verteilt auf 55 Minuten ... und Tschüss Prog-Rock ?? Auf jeden Fall ist auf der neuesten Bärte-CD kein Long-Song im alten Stil mehr vertreten, sondern lauter 3 1/2 bis fast 7 - Minüter (zum Teil auch noch in mehrere Parts unterteilt), die es aber zum Teil trotzdem in sich haben. Ich glaube, Spock's Beard haben jetzt endgültig ihren Post-Morse-Stil gefunden. Und der gefällt mir zu großen Teilen ausgesprochen gut. Schon der Opener 'The Ballet Of The Impact' ist 'trotz' seiner Kürze (von immerhin auch 5 1/2 Minuten) zwar recht seicht aber vielleicht auch deshalb richtig gut (und vor allem von Nick D'Virgilio toll gesungen). Und auch das folgende 'I Wouldn't Let It Go' geht in die gleiche Richtung, ein toller melodischer Song. Weitere herausragende Stücke sind 'She Is Everything' (mit knapp 7 Minuten auch das längste Stück auf der CD), das eher bombastische 'Of The Beauty Of It All', 'Watching The Tide' und 'As Long As We Ride', das sogar etwas rockt. Was mir aber vor allem an den neuen Spock's Beard gefällt ist, dass das ganze früherer 'chaotische' zugunsten von ruhigen, melodischen Stücken fast komplett verschwunden ist. Gut, Frickel-Orgien-Liebhaber werden somit mit den Bärten nicht mehr allzuviel anfangen können ... mit diesem neuen Stil werden die Jungs aber mindestens genauso viele neue Fans gewinnen können. 'Octane' gibt es übrigens auch als Limitierte Special Edition (als Doppel-CD mit 27 Minuten zusätzlichen Bonus-Tracks sowie einem Video über die Aufnahmen von 'Octane'.
Spock's Beard - Spock's Beard
Gähn .... Schnarch ... Gedudel. Ein absoluter Rückfall in alte Spock's Beard - Zeiten ist in meinen Augen diese CD, die mich 77 Minuten lang einfach nur gelangweilt hat. Klar haben die Jungs ihre Instrumente absolut perfekt im Griff und auch Sänger Nick D'Virgilio erweckt immer mehr den Eindruck, dass Ex-Sänger Neal Morse echt ersetzlich ist. Aber musikalisch ist das wirklich ein totaler Rückschritt gegenüber dem Vorgänger 'Octane', der mir (als bekennender Nicht-Spock's Beard - Fan) ja ganz gut gefallen hat. Leider nix für mich aber bestimmt was für alle eingefleischten Spock's Beard Fans.
Spock’s Beard - X
Mit der Ami-Prog-Band ‘Spock’s Beard’ hatte ich ja bis auf wenige Ausnahmen (‘Snow’, ‘Feel Euphoria’, ‘Octane’) so meine Schwierigkeiten und vor allem der letzte von mir kritisierte Studio-Output (Spock’s Beard) war für mich wieder eine ganz schöne Enttäuschung, war die Scheibe doch auch ohne die nölende Stimme von Neal Morse ein Rückfall in alte ‘chaotische’ Zeiten. Trotzdem habe ich der Band wieder eine Chance gegeben und mir ‘X’ gekauft. Und ich weiß nicht so recht ... irgendwie ist das nicht meine Musik (auch wenn ich mir jetzt wieder ein paar Prog-Feinde gemacht habe). Für mich ist’s (bis auf ein paar wirklich gute Parts auf der CD) einfach ein langweiliges und langatmiges Gedudel, das nie so richtig auf den Punkt kommt und vor lauter ‘ich mach den Song noch länger’ auf Dauer einfach einschläfernd wirkt. So richtig begeistern tut mich eigentlich nur der letzte Song ‘Jaws Of Heaven’ ... mit 16 1/2 Minuten auch das längste Lied auf dem Album und durchweg schön und abwechslungsreich. Aber das genügt halt leider nicht, um die CD durchweg zu loben. Aber gut ... bei der Review bitte nicht vergessen, dass ich die Band nicht leiden kann. Fans von Spock’s Beard werden sicher total begeistert sein.
Springsteen, Bruce - The Rising
The Boss is back. Und nach über 10 Jahren hat er mal wieder eine CD mit seiner E-Street-Band eingespielt (u.a. mit Nils Lofgren und 'Little Steven' van Zandt). Und unter den Eindrücken der Ereignisse des 11. September 2001 gibt's auf 72 Minuten meist gediegenere bis traurige Stücke (z.B. 'Into The Fire', 'Paradise' oder 'My City Of Ruins') aber auch Songs voller Hoffnung (wie z.B. 'Let's Be Friends', das sogar etwas orientalisch beginnt). Mir ist die CD (z.B. im Vergleich zu Sprigsteens Highlight 'The River') viel zu depressiv. Aber Springsteen-Fans werden ihre helle Freude daran haben. An den Musikern und an der Produktion ist natürlich nichts auszusetzen. Und dass der CD ein Extra-Booklet mit den ins Deutsche übersetzten Texten beiliegt, finde ich wirklich klasse. Da könnten sich andere Künstler ein Stück davon abschneiden.
Stanley, Paul - LiveTo Win
Kritik von Siggi Greck:
Ein hervorragende Leistung bietet der Kiss-Sänger und -Gitarrist auf seiner 2. Soloscheibe. Harter, melodischer Rock gemischt mit gefühlvollen, manchmal sogar etwas schmalzigen Balladen. Die Songs stammen allesamt vom Meister selbst, unter Mithilfe von Desmond Child und Andreas Carlsson. Für Liebhaber von harter, melodischer Rockmusik sehr empfehlenswert. Einziges Manko: die 10 Songs bringen es gerade mal auf eine Laufzeit von 33 Minuten (da hätte das ebenfalls geniale 1. Soloalbum aus dem Jahr 1978 mit 9 Songs und 35 Minuten Laufzeit noch locker Platz auf der CD gehabt).
St. James, Rebecca - Transform
Gast-Kritik von Georg Lögler
Spielzeit : 53:06 Plattenfirma/Vertrieb : Forefront Records Vergleichbare Bands : Cindy Bullens, Margaret Becker
Der Gitarrist von EXTOL, einer christlichen Death Metal Band hat sich in Ennepetal diese CD angehört- sie gefiel ihm nicht, so dachte ich, es könnte was für mich sein...Rebecca St James, die gerade mal 23 Jahre alte Australierien, veröffentlicht hiermit bereits ihr 5. Album ! Unterstützt durch mehrere Ausnahmemusiker wie Dann Huff (der das Album z.T. auch produzierte) oder Bob Halligan (der u.a. für ICON Songs schrieb, und 1991 auch eine Solo-Scheibe rausbrachte) ist in Nashville ein total überzeugendes Album entstanden. Die sympathische Frau mit dem strahlenden Lächeln und der phasenweise engelsgleichen (bisweilen aber auch cool-lässigen) Stimme hat hier erneut 12 hervorragende Songs (mit-)komponiert und niemand im säkulären Lager kriegts mit... Allein die 2 Highlights "Reborn" oder "One" würden mit einem guten Video und entsprechender Promotion für ein paar 10.000 Absätze in Deutschland sorgen. Doch da diese Scheibe nur im christlichen Buchhandel erhältlich ist, wird auch dieses fantastische Album einer breiteren Käuferschicht unbekannt bleiben. Was schade ist, denn die Platte gefällt mir dermassen gut, dass ich hier eine Note im absoluten Spitzenbereich auf der "Roland Leicht" Skala vergeben muss. Erwähnt werden sollte unbedingt noch, dass Rebecca St. James sich immens für diverse Organisationen einsetzt und sie mit ihrer Band die ERSTE (!) westliche Künstlerin überhaupt war, die in KIRGISISTAN (!!!) letzen Monat Auftritte hatte.
Star One - Space Metal
Eigentlich heißt 'Star One' vollständig 'Arjen Anthony Lucassen's Star One' und somit ist wohl jedem klar, dass hier Ayreon-Mastermind A.A. Lucassen dahintersteckt. Warum er diese Scheibe jetzt unter einem anderen Namen als 'Ayreon' veröffentlicht hat, wird wohl ewig sein Geheimnis bleiben, denn was anderes als 'Ayreon' kann auch hier nicht drinstecken. Die gleichen Musiker (Lucassen, Ed Warby, Eric Norlander), altbekannte GastsängerInnen (Sir Russell Allen, Damian Wilson, Dan Swanö und Floor Jansen) und natürlich der unverwechselbare Ayreon-Sound. Fette Keyboard-Passagen, geile Gitarren und ein Super-Damian Wilson machen dann eine Mischung aus 'Universal Migrator Pt. 2' und 'Into The Electric Castle', also metal-angehauchte Songs mit einigen Prog-Anleihen. Ayreon-Freaks dürfen bedenkenlos zugreifen. Alle anderen sollten sich vielleicht zum Einstieg eher die 'Electric Castel' kaufen. Die Scheibe gibt's auch als limitierte Doppel-CD. Dort ist dann ein Hawkwind-Medley (mit Hawkwind-Original-Sänger Dave Brock), ein paar Mixe bzw. alternative Versionen und eine grottenschlechte Version von Bowies 'Space Oddity verewigt.
Star One - Live On Earth (CD + DVD)
Wer einen Haufen Geld in der Tasche übrig hat und nur halbwegs was mit Ayreon und Konsorten anfangen kann, sollte sofort in den nächsten CD-Laden rennen und sich die Star One - Box mit Doppel-CD und DVD besorgen. Denn für 25 Euro (soviel habe zumindest ich bezahlt) gibts neben einem kompletten Konzert auf Doppel-CD (mit einer Gesamt-Spielzeit von knapp 2 Stunden) das Ganze plus zusätzlichem Material noch als 150-minütige DVD (aufgenommen mit 3 Kameras). So kommt man in den doppelten Genuss von einem Best Of Ayreon / Star One mit toller Besetzung (als Sänger treten u.a. Russell Allen und Damian Wilson auf), wobei vor allem die DVD mit toller Bild- und Tonqualität (Dolby 2.0) überzeugt. Sensationelle Box die man als Prog-(Metal-) Fan haben MUSS. Dafür gibt's von mir die Höchstwertung.
Star One - Victims Of The Modern Age
Arjen Anthony Lucassen’s härtere Version von Ayreon ... also sein zweites Baby ‘Star One’ geht mit ‘Victims Of The Modern Age’ nach ‘Space Metal’ in die zweite Runde. Als Sänger wurden wieder Sir Russel Allen (Symphony X), Damian Wilson (u.a. Threshold), Dan Swanö (u.a. Edge Of Sanity) und für die weibliche Stimme Floor Jansen (After Forever) verpflichtet, als Musiker neben Arjen spielen Ed Warby (Drums), Peter Vink (Bass), Joost van den Broek (ein paar Keyboard-Solos) und Gary Wehrkamp (Shadow Gallery, der auf 4 Songs mit Gitarren-Soli glänzen darf). Musikalisch geht auch ‘Victims Of The Modern Age’, wie schon oben kurz erwähnt, in die etwas härtere, metallischere Richtung als Arjen’s Stamm-Band ‘Ayreon’. Und das gefällt mir ausgespochen gut. Fette Gitarren-Parts, quietschende Keyboards, geile Rhythmus-Arbeit ... Prog-Metal-Herz was willst Du mehr. Und dass die Vokalisten exzellent zu der Musik passen, brauche ich glaub nicht extra erwähnen. Eine glasklare Produktion ist natürlich auch selbstverständlich bei Arjen Lucassen. So kann ich ‘Victims Of The Modern Age’ ohne einschränkung wärmstens empfehlen. Und wer ein paar Euros mehr ausgeben will, sollte die limitierte Version als Doppel-CD kaufen. Dort gibt es dann neben 5 weiteren Songs (unter anderem mit Tony Martin als Sänger ... wobei er bei dem Song’Closer To The Stars’ meiner Meinung nach eigentlich unter seinen Fähigkeiten singt ... auf seinen Solo-CDs oder auch früher bei Black Sabbath hat er ganz andere Leistungen abgerufen) noch ein 36-minütiges Video (Making Of Victims Of The Modern Age). Hier kann mal wieder bedenkenlos zugegriffen werden. Wo Arjen Anthony Lucassen drauf steht, ist er auch zu 100% drin.
Stassinopoulos, Chris & Friends - Light In The Dark
Auch wenn Chris Stassinopoulos jetzt vom Namen her nicht wirklich bekannt ist (also zumindest mir nicht), hat er in seiner langen Musiker-Karriere seit den späten 60ern (!!) schon mit ganz großen Namen zusammengearbeitet. Zu allererst muss natürlich sein Landsmann Vangelis (Papathanassiou) (den dürfte jetzt ja wohl jeder kennen ... sowol als Solo-Künster als auch durch seine Zusammenarbeit mit Yes-Sänger Jon Anderson) genannt werden, aber auch Nicht-Griechische Künstler wie Francis Moze (Gong), David Cross (King Crimson), Hugh Hopper (Soft Machine), Barry Finnerty (Miles Davis) oder The Wrong Object stehen auf der langen Liste der bekannten Musiker und Bands. Und bei dieser Aufzählung wird auch schon klar, in welche Richtung die Musik von Chris Stassinopoulos geht. Cosmic Rock oder auch Fusion Jazz im Stile der 70er treffen das wahrscheinlich am Besten. Und seine Verbindung zu Leonardo Pavkovic (regelmäßigen Lesern meiner Reviews bekannt als Chef des New Yorker Moonjune-Labels bekannt) erklärt dann das Übrige. Nun muss man für diese Art von Musik wirklich ein passendes Ohr haben, denn Fusion Jazz ist bestimmt nicht jedermanns Sache. Aber wenn man sich darauf einlässt stellt man ziemlich schnell fest, dass Chris Stassinopoulos und seine Freunde wirklich wahre Könner ihrer Instrumente sind. Hier wird gejammt bis zum geht nicht mehr, wobei vor allem die Gitarre zum teil atemberaubende Parts spielen darf (leider geht aus dem Booklet nicht wirklich hervor, wer dieser Ausnahme-Gitarrist ist). Aber auch die Rhythmus-Truppe (und hier natürlich vor allem Schlagzeuger Chris Stassinopoulos, der auch noch die Keyboards bedient) ist nicht von schlechten Eltern. Vor allem die 3 Live-Tracks auf der CD ('Flight Of The Condor', 'Fa Blues' und 'Cosmic 1') sind fast atemberaubend. Freunde des Genres sollten unbedingt in die Scheibe reinhören. Hörproben gibt es auf seinen MySpace-Seiten, wobei vor allem www.myspace.com/chrisstassinopoulos2 gennant sein will.
Stewart, Chaz - The Angel Falls
Hoffentlich kritisiere ich jetzt endlich mal ne CD, die wirklich keiner kennt. Neulich war ich auf dem Konzert von Ex-Runrig-Sänger Donnie Munro und der hatte eine ganze Batterie von Ausnahme-Musikern dabei. Zu erwähnen wären z.B. Foss Patterson (Ex-Fish und Ex-Camel-Keyboarder), David Paton (Ex-Fish-Bassist), Dave 'Squeaky' Stewart (wohl noch bei Fish und Ex-Camel-Schlagzeuger) und auch zwei Gitarristen, von denen einer ziemlich cool in der Gegend rumgewimmert hat. Und eben Dieser wurde dem Publikum als 'The famoust Guitar-Player of Scotland' vorgestellt. Und er durfte dann auch ein Instrumental-Stück seiner Solo-CD spielen. Die erste Minute dieses Songs hat mich dann dazu veranlasst, den Saal fluchtartig zu verlassen ... allerdings nicht, weil der Junge so schlecht war, sondern um zum Merchandising-Stand zu rennen und die CD zu kaufen, bevor sie ausverkauft ist (ich habe dann die vorletzte Scheibe bekommen). Wie es nun mal bei Gitarristen-CD so üblich ist, wollen die Jungs zeigen, welche Stilrichtungen sie draufhaben. Und Chaz Stewart macht das natürlich genauso. Und er kann von Country bis Prog einfach alles. Und zwar in einer Art und Weise, die jedem die Klappe runterfallen läßt. Ich frage mich nur, warum Fish nach Amerika gehen muß, um einen mittelmäßigen Gitarristen einzukaufen (John Wesley), wenn ein genialer Typ sozusagen nebenan wohnt. Rätsel über Rätsel. Aber ich habe einen Gitarristen mehr kennengelernt, der sein Handwerk versteht. Und seine (bisher einzige) CD ist absolut hörenswert.
Storyteller - Corridor of Windows
GAST-KRITIK VON MICHAEL DOSTER
Nanu? Fängt jetzt auch das MTM-Label an, alte Aufnahmen auszugraben? Ich hoffe doch nicht, daß etwa das neue "Material" ausgegangen ist. Na gut, es muß ja nicht heißen, daß ältere Produktionen wegen ihres Alters schlecht sind - manchmal ist ja eher das Gegenteil der Fall. Storyteller war in den 80'ern und Anfang der 90'er eine bekannte Band in Los Angeles und an der Westküste. Nachdem sie von Don Arden (seinerzeit der Manager von Black Sabbath) entdeckt wurden, haben sie mit Jeff Glixmann, seines Zeichens der Produzent von Kansas und E.L.O. in den Top-Studios von L.A. gearbeitet. Allerdings gingen die Band und das Management wegen diverser Meinungsverschiedenheiten schnell wieder getrennte Wege. Bis auf drei Titel (ohne Zeitangabe) stammen alle Lieder aus den Jahren 1988 - 1990. Diese Songs sind allesamt ähnlich und heben sich zum Teil deutlich von den 3 (vermutlich später aufgenommenen) Tracks ab. Storyteller bietet soliden Rock mit interessanten Ansätzen und Anflügen von Prog-Elementen, die allerdings (und zu meinem Bedauern) nur sehr sparsam gestreut sind - gelegentlich muß man schon etwas genauer hinhören, um z.B. Gitarrenriffs im Stile eines Trevor Rabin oder David Gilmour, oder den typischen, fetten Sound von Everon zu entdecken. Die drei (neueren) Tracks sind deutlich moderner und etwas progressiver gefärbt, als der Rest - absoluter Anspieltip ist das 7 minütige "Wait Till You Find Me", das die ganze Bandbreite der Band aufzeigt. Die Band bietet sehr gute Ansätze und hätte sicher das Potential, auch heute noch interessante Werke abzuliefern - aber leider war wohl ein ausverkauftes Konzert Silvester 1990 der Höhepunkt ihrer Karriere.
Stratovarius - Intermission
Die finnisch-schwedisch-deutsche Power-Metal Combo Stratovarius (meine absoluten Lieblinge aus dieser Musik-Richtung) beglücken uns in ihrer 'kreativen Auszeit' mit einem Sammelsurium aus hier bisher unveröffentlichten Bonus-Tracks aus Japan und Frankreich, Songs von Tribute-Alben, einer Live-Version von 'Hunting High and Low' sowie 4 neuen Krachern. Stratovarius-Fans aber auch Leute die diese Band noch nicht kennen aber auf fetzigen Power-Metal stehen, können bedenkenlos zugreifen. Neben den 4 neuen Songs, die locker auf den letzten Veröffentlichungen Platz gehabt hätten haben mich vor allem die Rainbow-Cover 'Kill the King' (nahe am Original) und 'I Surrender' sowie die Live-Version von 'Hunting High and Low' (von der letzten CD 'Infinite' - absoluter Kauftip) begeistert. Außerdem wurde das Teil zum 'Special Price' auf den Markt geworfen und es somit 70 Minuten Stratovarius zum Schnäppchen-Preis gibt.
Stratovarius - Elements Pt. 1
Nach einer längeren Schöpfungspause haben sich die finnischen Power-Metaller um Timo Tolkki mal wieder zurückgemeldet. Aber warum diese Pause eingelegt wurde, ist mir nach dem Hören von 'Elements Pt. 1' nicht ersichtlich. Die Musik haben Stratovarius in dieser Zeit sicher nicht neu erfunden, denn der Wiedererkennungswert (z.B. zum Vorgänger-Album 'Infinite') ist dann doch ziemlich hoch. Mit der Single-Auskopplung 'Eagleheart' geht's schon recht munter à la 'Hunting High And Low' los und die Scheibe rotiert so ohne richtige Schwachpunkte mal schneller, mal langsamer dahin um so ziemlich am Ende zum eigentlichen Höhepunkt 'Elements', mit 12 Minuten dem längsten Stück, zu kommen. Das wird wohl die neue Live-Hymne auf den geplanten Konzerten ab April 2003. Fazit: Stratovarius haben in den letzten 2 CD-losen Jahren wenigstens nichts verlernt. Aber ich hätte doch ein paar neue Elemente auf 'Elements' erwartet. Aber der wahre Stratovarius-Freund wird sicher nicht enttäuscht sein. Eindeutig die erste Liga des Power-Metal. Elements Pt. 2 ist übrigens auch schon im Kasten, wird aber erst später veröffentlicht. Übrigens sollte man sich die limitierte Box (mit dem 3-D-Cover) besorgen. Dort ist dann noch eine Bonus-CD (mit 2 Demo-Songs und einem neuen Stück), ein Aufkleber sowie ein Extra-Booklet mit eingepackt.
Stratovarius - Elements Pt. 2
Gähn ... viel mehr fällt mir zu 'Elements Pt. 2' wirklich nicht ein. Der Opener 'Alpha & Omega', in sehr getragenem Tempo ja noch ganz nett. Aber dann ... nur Wiederholungen und Selbst-Kopien von älteren Stratovarius-Songs. Wirklich bei jedem Lied kommt einem der Gedanke ... das habe ich schon mal gehört ... das ist doch 'Hunting High And Low', das ist doch 'Millennium', die Ballade hatten wir doch vor Jahren schon mal ... und so weiter und so weiter. Zur Geldvermehrung der Finnisch / Schwedisch / Deutschen Jungs bestimmt gut geeignet (denn der Strat-Fan wird wieder blind zugreifen und sich bestimmt die mega-super-luxus Box mit 2. CD, extra Booklet und Aufkleber kaufen) ... aber der Nachwelt dürfte nichts fehlen, wenn die CD schnell in Vergessenheit gerät. Schade eigentlich. Nach Jahren der 'Regeneration' von Stratovarius hätte sicher mehr drin sein können als ein billiger Abklatsch von sich selbst ... außerdem geht mir Sänger Timo Kotipelto sowas von auf den Sack, weil er besonders oft probiert, die hohen Töne zu treffen (und kann es einfach nicht). Genug gemeckert ... will ja nicht mit allen Stratovarius-Fans Ärger bekommen.
Stream Of Passion - Embrace The Storm
Wo Arjen Lucassen draufsteht, ist normalerweise geile Musik drin. Und wenn dann auch noch seine letzte Sängerinnen-Entdeckung Marcela Bovio (siehe meine Ayreon-Review zu 'The Human Equation') mitmachen darf und ein paar unbekannte aber hungrige Musiker (Lori Linstruth - Gitarre, Johan van Stratum - Bass, Alejandro Millan - Piano und Davy Mickers - Drums) zeigen, dass sie einiges drauf haben, kommt eine neue Band namens 'Stream Of Passion' heraus, die zwar auf der derzeitigen Musik-Welle 'Frau singt dramatischen Metal' mitschwimmen (Nightwish, Evanesence, Within Temptation, After Forever und wie sie alle heißen sind ja gerade voll der Renner), sich aber vor allem wegen der mehr als deutlichen Handschrift von Arjen Lucassen (der alle Songs geschrieben hat .... Marcela Bovio steuerte die Texte bei) aus dieser Masse mehr als herausheben, wobei die gute Marcela nicht nur einmal eher eine wahnsinnige Ähnlichkeit mit Anneke van Giersbergen hat, wobei man die Musik mit The Gathering nicht unbedingt vergleichen kann. Dafür ist 'Stream Of Passion' zu hart. Freunde des weiblichen Metal-Gesangs müssen hier genauso zugreifen wie Ayreon-Anhänger. Denn beide Lager kommen voll auf ihre Kosten. Und dann gibt es 'Embrace The Storm' noch in einer 'Special Edition', und zwar mit Bonus-DVD, die man eigentlich auch haben muss. Dort sind dann neben einem knapp 30-minütigen 'Making Of ...' noch Demo-Recordings, ein Musik-Video von 'Passion' und weiterer Schnickschnack verewigt. Muss man haben.
Stream Of Passion - Live In The Real World (Doppel-CD und DVD)
Wie wir Proggies ja alle wissen, ist 'Stream Of Passion' ein weiteres Projekt (oder besser gesagt eine neue, anscheinend eigenständige Band) von Ayreon-Mastermind Arjen Lucassen mit immerhin einem Studio-Output. Und da das für eine Live-Tour ja ein bißchen wenig ist, heißt die Live-CD im Ganzen eigentlich auch 'Stream Of Passion Featuring Ayreon'. Und auch das stimmt nicht ganz, denn ein bißchen Star One und meiner Meinung nach auch Ambeon (also die ganze Palette des Schaffens von Arjen Lucassen) ist ebenfalls vertreten. Und genau das ist für mich zumindest bei der CD-Version ein bißchen das Manko. Denn sind die CDs der einzelnen Projekte in sich stimmig und passend, kommt mir das Konzert doch etwas willkürlich aneinandergereiht und zusammgestückelt vor. Viel besser allerdings und lange nicht so störend ist das alles in der DVD-Version, denn zusammen mit den tollen optischen Eindrücken (und damit meine ich nicht nur das Aussehen der drei Damen auf der Bühne, nämlich Sängerin Marcela Bovio, ihrer Schwester und Background-Sängerin Diana Bovio sowie der mehr als attraktiven Gitarristin Lori Linstruth) kommt das komplette Konzert irgendwie ganz anders rüber und ist wirklich begeisternd. Vor allem finde ich klasse, dass mein absoluter Ayreon Lieblings-Song 'Computer Eyes' vertreten ist (auch wenn die Version mit Sängerin Diana Bovio etwas gewöhnungsbedürftig aber keineswegs schlechter ist) und dass Ausnahme-Sänger Damian Wilson (Ex-Threshold und Ex-Landmarq und auf diversen Ayreon-Outputs vertreten) auch noch einen tollen Auftritt hat. Für diejenigen die nicht alles haben müssen, möchte ich also eher die DVD-Version empfehlen, die insgesamt sicher der bessere Kauf ist. Zusätzlich gibt es nämlich dann auch noch einen 5.1 - Sound, eine Foto-Galerie, ein 'Behind The Scenes', nen Video-Clip sowie ein Tour-Tagebuch.
Stream Of Passion - Darker Days
’Stream Of Passion’ war ja mal ein neues Baby von Arjen A. Lucassen (Ayreon). Mittlerweile hat sich die Band von Arjen gelöst und macht ihr eigenes Ding. Und das gar nicht schlecht. Zwar schwimmen die Jungs um Sängerin Marcela Bovio natürlich immer noch im Fahrwasser der Genre-Größen des Gothic-Rocks mit weiblichem Gesang (frühere The Gathering, Edenbridge, Within Temptation usw.), haben aber durch das Lösen von Arjen Lucassen meiner Meinung nach viel mehr Eigenständigkeit gewonnen und gehen nicht mehr als Ayreon-Gothic-Klon durch. Insgesamt sind die Songs ganz schön heavy und was mir besonders gut gefällt sind die zwischendurch eingestreuten spanischen Lyrics ... also der Muttersprache von Marcela Bovio, die ja aus Mexiko stammt, mittlerweile aber in Holland wohnt. Eine schöne und abwechslungsreiche Scheibe, die zum Glück nicht mehr viel mit dem Erstlings-Werk zu tun hat (auch wenn ich diese CD natürlich immer noch genial finde ... aber ist halt ein Ayreon-Klon gewesen). Für Gothic-Rock-Fans ein MUSS.
Streets - 1st
Gast-Kritik von Siggi Greck Endlich sind sie da. Die beiden Studio-Platten der legendären Band Streets sind auf CD erschienen. Die Band um Sänger Steve Walsh, der 1981 Kansas verlassen hatte, brachte im Jahr 1983 ein sehr gutes Debutalbum heraus. Neben Steve Walsh (Vocals, Keyboards) waren folgende Musiker an dem Projekt beteiligt: Mike Slamer (Ex-City Boy: Guitars), Billy Greer (Bass, Vocals) und Tim Gehrt (Drums). Streets liefern hier erstklassige Musik ab, die eher als "Melodic Rock" bezeichnet werden muss, und selbstverständlich von der überragenden Stimme des Sängers getragen wird. Meine Anspieltipps: If Love Should Go, Lonely Woman`s Cry, Cold Hearted Woman, So Far Away und Fire. Einziger Schwachpunkt der Platte: Nur knapp 38 Minuten Laufzeit.
Streets - Crimes In Mind
Gast-Kritik von Siggi Greck 1985 erschien die zweite und zugleich letzte Studioarbeit von der Band Streets. Mit dieser Platte schafften sie es, das Debutalbum noch zu toppen. Während auf der 1. Veröffentlichung das Songwriting noch vorwiegend von Steve Walsh war, kann man diese 2. Platte als gelungener Zusammenarbeit mit Mike Slamer bezeichnen. Absolut genial: The Nightmare Begins, Broken Glass (Traumballade) und I Can`t Wait. Schwach wiederum die viel zu kurze Laufzeit.
Streets - King Bisquit Flower Hour
Gast-Kritik von Siggi Greck Der Vollständigkeit halber sei auch auf die Live-Platte von Streets hingewiesen. Diese Konzertaufzeichnung stammt aus dem Jahre 1983 und enthält Material aus der 1. Studio-Platte sowie einige nicht veröffentlichte Songs. Diese CD ist inzwischen mit veränderter Songreihenfolge auch unter dem Titel "Shakedown" als "Nice-Price CD" erschienen.
Stuermer, Daryl - Go
Ziemlich gefreut habe ich mich über die neue CD von Gitarrist Daryl Stuermer (den die Meisten ja von Genesis- und Phil Collins-Konzerten kennen ... und wer kennt nicht das geniale Gitarren-Solo von 'Old Medley' von der Genesis-Live-CD 'The Way We Walk Vol.2 oder von 'An Island In The Darkness' aus der Strictly Inc.-CD von Tony Banks). Ziemlich enttäuscht bin ich aber, seit ich die CD gehört habe. Kein Vergleich zu den tollen und gefühlvollen Sachen, die Daryl Stuermer dort spielen durfte. Jazzig angehaucht und fast 'lieblos' runtergedudelt, wie leider die meisten der Solo-CDs von begnadeten Gitarristen sind. Schade eigentlich. Da hätte ich einfach mehr erwartet. Muss man echt nicht haben. Und wahrscheinlich ist der Kleber auf der CD mit 'Best known as guitarist of GENESIS and PHIL COLLINS' nur deswegen drauf, dass die Leute blind kaufen und nicht vorher reinhören. Ein Schelm der Böses dabei denkt ...
Styx - Styxworld live 2001
Tommy Shaw, James Young, Todd Sucherman, Glen Burtnick, Lawrence Gowan und Chuck Panozzo, so die aktuelle Besetzung der alten Heuler 'Styx'. Wie der Name der CD schon sagt, haben wir es hier (schon wieder) mit einer Live-CD von Styx zu tun. Allerdings haben es Styx vermieden, nur die gleichen Songs auf CD zu brennen, die schon auf der 97'er 'Return to Paradise' - Live-CD vertreten waren. Deswegen kommen wir nun in den Genuss, so verkannte Highlights wie 'High Enough (Original von den Damn Yankees mit Tommy Shaw), 'Love is the Ritual' (von Glen Burtnicks Solo-CD 'Retrospectacle' bzw. dem Styx-Album 'Edge of the Century'), 'Sometimes Love Just Ain't Enough' (von Patty Smyth / Don Henley) oder 'Sing for the Day', die sonst auf Styx-Live-Alben nicht vertreten waren. Komischerweise ist aber von der letzten Styx-Veröffentlichung 'Brave New World' nichts auf der CD drauf, obwohl die Konzert-Mitschnitte (von Tokio, Offenbach und Edmonton) eindeutig von der Brave New World - Tour stammen. Die Soundqualität ist überragend und somit möchte ich auch dem Styx-Fan, der schon alles hat, diese CD ans Herz legen.
Styx - Cyclorama
Es waren meine Musik-Götter Styx, die in den Siebzigern und Anfang der Achtziger Jahre ein paar richtig geniale Schallplatten (für alle die das nicht mehr kennen ... das waren so große schwarze Scheiben mit einem kleinen Loch in der Mitte wo mit einem hochkomplizierten Gerät Musik herausgekratzt wurde) rausgebracht haben. Lange war es dann ruhig um die Jungs doch nach wohl größerem Ärger mit Ur-Mitglied Dennis DeYoung (der es wohl voll mit dem Rest von Styx verschissen hat und nicht mal mehr auf der Homepage erwähnt wird) gibts mal wieder einen Studio-Output. Die ersten Reviews die ich gelesen habe, überschlagen sich vor Freude über eine hammergeniale CD und so weiter und so weiter. Aber ich möchte allen, die diese Kritiken schon gelesen haben, ein bißchen die Illusion nehmen. So toll ist 'Cyclorama' dann doch nicht. Da ich Dennis DeYoung ja eh als besten Mann von Styx angesehen habe (er hat immerhin die besten Styx-Songs geschrieben, die jetzt auf den Konzerten auch alle nicht mehr gespielt werden), fehlt jetzt natürlich was entscheidendes ... seine geniale Stimme. Tommy Shaw oder Glen Burtnik kommen da halt doch nicht ran. Und auch die Songs dümpeln - bis auf wenige Ausnahmen - auch im mittelklassigen Bereich rum. Schade eigentlich. Da wäre sicher mehr dringewesen. So ist's für mich doch eher (gemessen an anderen Styx-Scheiben) eine Enttäuschung.
Styx - Return To Paradise (DVD)
Kritik von Siggi Greck "Return To Paradise" ist ein sensationelles Konzert einer meiner Lieblingsbands. Die Originalmitglieder Dennis De Young, Tommy Shaw, James Young und Chuck Panozzo sowie Todd Suchermann (Drums für den verstorbenen John Panozzo), die sich nach 13 Jahren Trennung im Jahr 1996 reformiert haben, bieten hier ein Konzert der Meisterklasse. Einfach phantastisch die Stimmen der beiden Sänger Dennis De Young und Tommy Shaw. Styx bieten eine sehr emotionale Show und Dennis De Young untersteicht immer wieder seine Qualitäten als Entertainer. Der Konzertmitschnitt enthält alle "Hits" der Band wie z.B. "Grand Illusion","Come Sail Away", "Babe", "Renegade" und das unvermeidliche "Boat On The River". Über 100 Minuten, Dolby 5.1 - Geniales Konzert!
Styx - The Complete Wooden Nickel Recordings (Doppel-CD) (Styx, Styx II, The Serpent Is Rising, Man Of Miracles)
Kritik von Siggi Greck: Für alle Freunde von Styx ist eine Doppel-CD mit den ersten 4 Scheiben der Amerikaner erschienen, die ursprünglich auf dem Label „Nickel Recordings“ erschienen sind. Bevor sich Styx zu einer der großen Melodic-Rockbands der späten 70er und frühen 80er Jahren entwickelten, verdienten sie sich ihre ersten Sporen mit einer Mischung aus Heavyrock, Progressive Rock und Bombastrock. An den ersten Versuchen der Band kann man sehr gut nachvollziehen, in welche Richtung es mal gehen sollte. Die Doppel-CD enthält das selbstbetitelte Debüt der Band aus dem Jahre 1972. Dieses Werk beginnt gleich mit dem über 13minütigen „Movement For The Common Man“ das die ganze Variabilität der Band unterstreicht. Purer Heavy Rock mit symphonischem Progressive Rock vereint. Ebenfalls enthalten ist das Stück „Best Thing“. Dieses Stück wurde bereits zu Zeiten der Styx-Vorgängerband TW4 von Dennis De Young und James Young komponiert. Laut Booklet wurde der Entdecker und spätere Produzent der Band, Bill Traut, durch dieses Lied auf die Gruppe aufmerksam. An den Anfängen kann man schon die „späteren“ Styx erkennen. 1973 erschien dann das Album „Styx II“, auf dem der erste Hit „Lady“ enthalten war. Auf der CD ist hier noch der Bonustrack „Unfinished Song“ enthalten. Ebenfalls 1973 erschien das nächste Album „The Serpent Is Rising“. Der Stilwechsel vollzog sich langsam weg vom progressiven und hin zum härteren Sound. Mehr und mehr sind auf diesem Album auch die Styx-typischen Chorgesänge enthalten. Diese Entwicklung setzte sich mit dem 1974 erschienenen „Man Of Miracles“ fort. Die ersten 4 Alben der Band wurden alle in der Besetzung James Young (Guitars, Vocals), Dennis De Young (Keyboards, Vocals), John Curulewski (Guitars, Vocals), Chuck Panozzo (Bass) und John Panozzo (Drums) aufgenommen. Die 4 ersten Alben von Styx in remasterten Versionen für unter EUR 20,-- - sehr empfehlenswert für alle Liebhaber dieser Band, die nun seit mittlerweile 33 Jahren meist sehr gute Musik macht!
Subsignal - Beautiful & Monstrous
Subsignal. Eine neue Band? Hmm ... nicht wirklich. Ich habe schon mehrfach gelesen, dass sie die 'Nachfolge-Band' von Sieges Even sein sollen. Nun bin ich mit 'Sieges Even' ehrlich gesagt nie richtig warm geworden, muss aber auch zugeben, dass ich von der Band lediglich 2 CDs im Regal stehen habe, nämlich 'A Sense Of Change' von 1991, und damals waren einfach andere Bands mehr meine Favoriten (wie z.B. Pendragon, IQ oder auch Pallas) und Sieges Even war mir zu neo-proggig, und als zweiter Versuch mit der Band dann 'The Art Of Navigation By The Stars' von 2005, das in Prog-Kreisen in den höchsten Tönen gelobt wurde aber bei mir über 2 oder 3 Durchläufe nicht hinaus kam (später mehr dazu). Es folge 2007 noch die CD 'Paramount', die ich mir dann gar nicht mehr zugelegt habe und 2008 noch ein Live-Album ('Playgrounds'), das ich aber auch nicht kenne. Dann gab es vom letzten Sänger der Band, Arno Menses, noch eine Band namens 'Bonebag' (siehe meine Review), auf der aber mitnichten Prog oder ähnliches dargeboten wurde sondern eher Gitarren-Rock vom Feinsten (die CD ist nur zu empfehlen). Dann kam das Night Of The Prog-Festival 2009 auf der Loreley. Am zweiten Tag sind als erste Band 'in den frühen Morgenstunden' Subsignal aufgetreten. Und ich kann nur sagen 'wer zu spät kommt den bestraft das Leben', denn Subsignal waren da neben der französischen Band 'Lazuli' für mich die absoluten Abräumer. Mit wenig Erwartungen gekommen (weil ich ja mit Sieges Even nicht wirklich was anfangen konnte) und mich eines Besseren belehren lassen. Nun machen 'Subsignal' nicht ganz so 'komplizierte' Musik wie 'Sieges Even', denn die Songs sind eher ein bißchen 'einfacher' gestrickt, verströmen aber einen Reiz und eine Wärme, die seinesgleichen suchen. Dies lässt sich auch an dem Effekt beweisen, dass ich nach dem ersten Hören von 'Beautiful & Monstrous' das Gefühl hatte, die CD bestimmt schon 20 Mal gehört zu haben, so eingängig und toll waren die Melodien und vor allem der überragende Gesang von Arno Menses (der live keinen Deut schlechter singt als auf Studio-CD). Bei 'Subsignal' sind neben Arno Menses (Vocals) und Markus Steffen (Gitarre) als ehemaliger Sieges Even - Musiker noch ein paar andere 'alte Bekannte' vertreten, nämlich Ralf Schwager (Bass von Dreamscape), David Bertok (Keyboards und ebenfalls von Dreamscape) sowie Roel van Helden (Drums und der kommt von Sun Caged). Auf jeden Song hier einzeln einzugehen wäre total verschwendete Zeit, denn die CD ist von vorne bis hinten einfach nur genail, macht Spaß ohne Ende und wird auch nicht nur eine Sekunde langweilig. Besonders herausheben möchte ich aber 'Paradigm' wegen dem nicht mehr aus dem Kopf gehenden Refrain und dem mehrstimmigen Gesang, der aber alleine von Arno Menses eingesungen wurde, 'The Sea', das mit einem tollen und tragenden Schlagzeug beginnt, danach ein bißchen nach Marillion klingt, super geil und gefühlvoll gesungen wird, auch wieder einen Hammer-Refrain hat und am Ende noch eine richtig geniale Heavy-Gitarre dazukommt (für mich bis jetzt der Song des Jahres !!) und 'I Go With The Wind', eine richtig schöne Ballade. Wer diese CD nicht kauft ist wirklich selber schuld. Für mich der absolute Anwärter für die CD des Jahres 2009. Veröffentlicht wird das Teil am 25.09.2009 und das Warten lohnt sich. Bis dahin könnt Ihr ja ein bißchen auf der Homepage der Band blättern und Euch dabei von den Soundfiles im Hintergrund verzaubern lassen, einem Querschnitt der CD. Übrigens ist Subsignal Ende Oktober bis Mitte November in Deutschland auf Tour (siehe ihre Homepage) ... und so wie ich gelesen habe zusammen mit Jane bzw. Alias Eye. Sollte man nicht verpassen.
Noch kurz zurück zu 'The Art Of Navigation By The Stars'. Nachdem ich von Subsignal ja sowas von begeistert bin, habe ich mein CD-Regal nochmal durchwühlt und mir die Scheibe nochmal angehört ... und ... wow ... manchmal sollte man CDs einfach mehr Chancen geben, bis man sich ein endgültiges Urteil erlaubt. Denn unter dem Gesichtspunkt dass mir vor allem die Stimme von Arno Menses ziemlich gut gefällt, höre ich 'The Art ... ' jetzt auch mit völlig neuen Ohren und bin von der Scheibe richtig begeistert. Wie sagte schon mein alter Französich-Lehrer? Mancher lernt's nie und mancher noch später.
Subsignal - Touchstones
Gestern (27.09.2011) war ich auf dem Subsignal-Konzert in Stuttgart und hab mir gleich die neue Scheibe gekauft, die offiziell übermorgen veröffentlicht wird. Das Erstlingswerk der Nachfolgeband von ‘Sieges Even’ namens ‘Beautiful & Monstrous’ aus dem Jahr 2009 habe ich ja in meiner Review als ‘CD des Jahres’ bezeichnet und daran hat sich auch nichts geändert. Um so gespannter war ich natürlich auf den Nachfolger und die Antwort auf die Frage, ob die Band dieses Niveau halten kann oder ob es nur eine Eintagsfliege war. Auf jeden Fall ist es so, dass die Musik von Subsignal insgesamt etwas härter geworden ist (was auch auf dem Konzert zu merken war ... selbst die Songs der ersten Scheibe wurden recht heavy rübergebracht), was meiner Meinung nach überhaupt kein Nachteil ist. ‘Beautiful & Monstrous’ war ja ziemlich melodisch und sozusagen ‘Sieges Even light’. Das hat sich jetzt dann doch etwas angenähert. Herausragend ist auch weiterhin der tolle Gesang von Arno Menses, das wirklich brilliante Gitarrenspiel von Markus Steffen (der von Arno Menses auf dem Konzert mehrfach als ‘The Man behind the band’ genannt wurde) und die perfekte Rhythmus-Fraktion um Ralf Schwager (Bass) und Roel van Helden (Drums). Aber auch den Keyboarder David Bertok möchte ich nicht vergessen zu erwähnen, der vor allem auf den Konzert einen tollen Job gemacht hat, auf ‘Touchstones’ (im Vergleich zum Vorgänger) aber leider nicht mehr die Präsenz hat. Auch bei ‘Tochstones’ gilt, dass man hier keinen Song herausheben kann, denn die Platte ist von vorne bis hinten stimmig, ohne irgendwelche Durchhänger und einfach spannend. Okay ... das Titelstück ... mit 11 Minuten auch der längste Song auf dem Album ... ist schon was richtig Besonderes. Muss man haben. Und die Homepage gibt es natürlich immer noch. Und wer noch die Gelegenheit hat, die Band auf der gerade laufenden Tour zu besuchen sollte das tun.
Subway to Sally - Schrei!
Aufgrund eines Tips habe ich mir diese CD gekauft. Aber sorry Iris, damit kann ich nicht so arg viel anfangen. Mittelalter meets Heavy mit deutschen Texten. Songtitel wie 'Das Opfer', 'Unterm Galgen', 'Grabrede', 'Minne', 'Die Hexe' oder 'Henkersbraut' weisen schon darauf hin, in welche Richtung die Texte diese Band aus Podsdam gehen. Musikalisch erinnern sie mich auf dieser Live-CD manchmal an Rammstein, allerdings sind auch Folk-Elemente erkennbar. Interessant ist, daß teilweise mittelalterliche Instrumente zum Einsatz kommen. Ich glaube ich mag zwar die Musik der Band, aber der Sänger geht mir mit seiner monotonen Art ziemlich schnell auf den Keks. Gute Musiker sind es allemal.
Sun Caged - Sun Caged
Endlich mal wieder so ein richtiger Lichtblick im Prog-Metal-Sektor. Die holländische Band 'Sun Caged' haben mich mit ihrem Erstlingswerk, produziert von Arjen Lucassen (also Herrn Ayreon), voll überzeugt. Gekauft habe ich mir die Scheibe eigentlich nur, weil Gitarrist Marcel Coenen auf der letzten Hubi Meisel - CD (EmOcean) so toll gespielt hat und ich wissen wollte, wie seine Stamm-Band ist. Die Jungs gehen voll in Richtung Dream Theater (ohne natürlich so perfekt zu sein) oder auch Symphony X. Es geht also schon ganz ordentlich zur Sache und ein paar Songs (wie z.B. der Opener 'Sedation') gehören zu den besten Prog-Metal-Sachen, die ich in den letzten Jahren hören durfte (und ich habe einige CDs in der Richtung im Player gehabt). Sicher gibts auch zwischendurch ein paar kleine Durchhänger, die aber bei einer Gesamtspielzeit von 59 Minuten auf einer Debut-CD erlaubt sind. Zu kaufen gibt es die CD bei AOR-Heaven.
Sunstorm (feat. Joe Lynn Turner) - Sunstorm
Kritik von Siggi Greck:
AOR (wie man so schön sagt) vom Feinsten bietet hier Joe Lynn Turner mit seinem Projekt Sunstorm. 12 Songs, die jedem Melodic Rock-Fan das Herz höher schlagen lassen. Am Songwriting haben neben Joe Lynn Turner so namhafte Leute wie Jack Ponti, Jim Peterik und Dan Huff mitgewirkt. Auf dem Album sind ausserdem mit „Heart Over Mind“ und „Fist Full Of Heat“ zwei Songs enthalten, die von dem leider schon verstorbenen, genialen Van Stephenson geschrieben und auch schon interpretiert wurden. Auch Klasse, das Cover von Marilyn Martin`s 80er Jahre Hit „Night Moves“ (die älteren erinnern sich vielleicht noch). Der Rest sind alles auch hervorragende, neu aufgenommene Titel, die aber teilweise schon vor Jahren für bzw. von Turner geschrieben wurden und in irgendeiner Schublade landeten. Uneingeschränkt empfehlenswert, allein schon wegen der Superstimme von Joe Lynn Turner! Anspieltipps: Alle
Superheavy - Superheavy
Ist der Name der Band ‘Superheavy’ (oder wie die nette Verkäuferin im FNAC in Lyon gesagt hat ‘Sübeerewwii’) Programm? Nein, natürlich nicht, wenn man weiß, wer da dahinter steckt. Mick Jagger (oder die Dame vom FNAC ‘Mick Schaggäär’), Dave Stewart (Eurhytmics), Joss Stone (der aufgehende Stern am Blues-Himmel), Damian Marley (ganz überraschend der Sohn von Bob Marley) sowie A.R. Rahman, ein indischer Komponist und Keyboarder, der vor allem durch Filmmusiken bekannt wurde. Und somit ist über die Scheibe auch schon alles gesagt. Es gibt (erstaunlich viel) Reggae, ein bißchen Blues, ein paar poppig angehauchte Songs und ganz wenig Weltmusik. Wie geschrieben habe ich mir die Scheibe in Lyon gekauft und hab sie mir ein paar Mal im Auto auf der Fahrt nach Hause angehört und ich fand sie äußerst angenehm zu hören. Für Prog-Fans natürlich absolut belanglos, aber ab und zu braucht man auch mal leichte Kost und vor allem das Reggae-Zeugs kommt richtig gut und macht Laune.
Suspyre - When Time Fades ...
Obwohl 'When Time Fades ...' schon die dritte CD der Prog-Metal-Band aus New Jersey ist, habe ich von denen aber noch gar nie was gehört. Und das ist wirklich sehr schade. Und nach mehrfachem Hören von 'Whe Time Fades ...' werde ich mich sicher auch noch um die Vorgänger-Alben kümmern. Größten Einfluss auf die Band hat sicher 'Symphony X' gehabt, denn schon der Opener 'Possession / The Negative' könnte locker auf einer S-X-Scheibe bestehen. Und das liegt nicht nur alleine an der Stimmer von Sänger Clay Barton, der aber sowas von nach Russel Allen klingt ... der könnte stimmlich echt sein Zwillingsbruder sein. Nein, auch die Songs gehen voll in die Richtung. Fetter Prog-Metal, zwischendurch ein paar kurze klassische Parts und dann gleich wieder mit einem Gitarren-Gewitter voll auf die Zwölf. Auch die ganzen Song-Strukturen sind sehr ähnlich zu Symphony X, ohne jedoch eine 1:1 - Kopie zu sein. Dafür sind 'Suspyre' dann doch wieder zu eigenständig. Enzelne Songs herauszuheben würde dem Album eigentlich nicht gerecht werden. Doch die 2 Longsongs (jeweils mit über 10 bzw. 11 Minuten) möchte ich doch besonders erwähnen. Da wäre zuerst 'Siren (One Last Breath)', der ganz sanft und locker beginnt (zuckersüßer Gesang, nette Flöten im Hintergrund, nach 2 Minuten wird's ein bißchen schneller, dann eine kleine orchestrale Einlage, nach 3 Minuten setzten dann die ersten fetten Gitarren ein, dann ein Refrain, der nicht mehr aus dem Kopf geht (grad hier ist das ja nur Symphony X), dann ein bißchen Gefrickel, ein paar Breaks ... besser geht's kaum. Und dann noch 'Let Freedom Ring (The Heart Of It All)', ein weiterer Prog-Metal-Knaller mit überraschenden Wendungen. Fazit: 'When Time Fades ...' ist eine der besten Prog-Metal-CDs, die ich in den letzten Jahren gehört habe. Ich bin restlos begeistert und kann nur empfehlen, sich die Scheibe zu besorgen. Eindeutig ein Anwärter auf meine Jahres Top-10. Allerdings müsst Ihr bis zur Veröffentlichung noch bis zum 14.11.2008 warten ... aber das Warten wird auf jeden Fall belohnt. Den Veröffentlichungs-Tag gleich mal im Kalender notieren!! Das Cover wurde übrigens von Gustavo Sazes gestaltet, der auch schon für Firewind und Mystic Prophecy gearbeitet hat.
Svenson - Home And Everywhere
’Svenson’ ist eigentlich Sven Kuehlbauch, der an der Jazz und Rockschule in Freiburg Gitarre studiert hat, jetzt an der Music Academy Köln und der Pop Farm Bonn als Dozent unterrichtet, Workshops und Clinics anbietet (einfach mal bei Youtube schauen), schon mit Pain und Atrocity auf Tour war aber auch auf dem Montreux Jazz Festival aufgetreten ist. Ihr merkt schon, der Mann ist in allen Genres (von hart bis Jazz) unterwegs und lässt sich somit in keine Schublade stecken. Und das merkt man auch auf seiner bereits zweiten CD ‘Home And Everyhwere’. Von Samba-Rhythmen (Samba de Gaja) über Blues mit Wah Wah - Solo (was es meiner Meinung nach leider zwischenzeitlich viel zu selten gibt ... klingt einfach nur gut ... hört Euch den Song ‘Blossomwhite’ an), Klassik (‘Die Liebe höret nimmer auf ist an Beethoven angelehnt), ‘richtigem’ Blues (On my knees) mit geil wimmernder Gitarre bis zu Country (der Bonus-Track ‘The Ballad of Sam Hawkins) ist alles Mögliche vertreten. Kaufen kann man die wirklich tolle und abwechslungsreiche Scheibe in diversen Online-Stores wie z.B. Amazon oder i-Tunes. Oder hört einfach vorher mal rein und kauft dann. Mehr Infos gibt es unter www.svensonguitar.com, www.myspace.com/svensonguitar und www.youtube.com/svensonguitar.. Wirklich eine interessante und abwechslungsreiche Sache.
Sylvan - Encounters
Die zweite CD der deutschen Prog-Band Sylvan ist trotz ihrer unbestrittenen Qualitäten lange nicht so interessant wie das Erstlingswerk (Deliverance). Der Sänger hat auf jeden Fall dazugelernt und ist lange nicht mehr so nervig, aber musikalisch ein kleiner Rückschritt. Ausflüge (wenn auch nur kurze) in Richtung Jazz passen irgendwie halt nicht zu Prog-Rock. Aber trotzdem keine schlechte CD.
Sylvan - Artificial Paradise
Mit der Hamburger Prog-Band 'Sylvan' hatte ich bis jetzt ein bißchen meine Probleme. Das Debut-Album 'Deliverance' (aus dem Jahr 1998) fand ich musikalisch teilweise obergenial, wobei aber der Gesang von Marco Glühmann sehr gewöhnungsbedürftig war. Die zweite CD ('Encounters' aus dem Jahr 2000) war dann vom Gesang her viel überzeugender aber die Ausflüge in den jazzigen Bereich konnten bei mir keine so großen Freudensprünge hervorlocken und insgesamt war 'Encounters' auch musikalisch nicht ganz so mein Fall. Und wieder 2 Jahre später gibt es nun 'Artificial Paradise' und ich schiebe die CD in meinen Player mit der Hoffnung, dass der Gesang so gut geblieben ist und Sylvan ihren Musikstil gefunden haben. Knapp 70 Minuten für 9 Titel geben schon mal einen guten 'Prog-Schnitt'. Und mit dem ca. 9-minütigen 'Deep Inside' geht's auch schon gut los. Keyboard mit Gesang, grooviger Bass toller Schlagzeug-Rhythmus, im Mittelteil ein schönes Gitarren-Solo ... der Song ist absolut das Beste, was Sylvan bis jetzt veröffentlicht haben. Weiter geht's mit 'That's Why It Hurts', wo es nochmal 7 Minuten gerade so weitergroovt (und mich vor allem der Gesang von Marco Glühmann überrascht ... so gut war er noch nie). 'Strange Emotion' ist dann ein nettes 'Fast-Pop-Liedchen', das zum Verdauen der sagenhaften ersten 16 Minuten aber gerade recht kommt. Bei 'Human Apologies' kommen, für Sylvan eher ungewöhnlich, plötzlich fette Gitarren zum Einsatz, dazu ein paar knackige Breaks, zwischendurch Keyboard-Teppiche und ein gefühlvoll wimmernde Gitarre ... alles was das Prog-Herz begehrt (und somit ein weitere 8 Minuten Highlight auf der CD). 'Timeless Traces', das fünfte Stück auf der CD, ist vielleicht das Sylvan-typischste Stück. Zumindest erinnert es mich am ehesten noch an die 'alten Zeiten' von 'Deliverance'. Super gespielt und gesungen. Hier merkt man ganz deutlich, dass sich Sylvan eindeutig noch verbessert haben. 'I Still Believe', mit etwas über 3 Minuten ein 'Short-Track', gibt dann wieder eine kleine Verschnaufpause. Und als ob ich es befürchtet habe ... der Beginn von 'Around The World' geht wieder voll in Richtung Jazz (was ich ja gar nicht mag). Aber zum Glück ist's nur ein ganz kurzer Ausflug und der Rest des Songs ist richtig relaxed (weil sehr akustisch und mit toller Melodie). Das zweiminütige 'Souvenirs' (ich weiß nicht ob ich dazu 'die obligatorische Ballade' sagen soll ... aber dafür ist das Stück - nur Gesang und Klavier - eigentlich zu kurz) ist wunderschön und geht nahtlos in das über 20-minütige Titelstück 'Artificial Paradise' über, das ich ganz schlicht nur als 'Meisterwerk' bezeichnen kann. Prog in Vollendung von (eher) sanft bis (manchmal) hart, viele Instrumental-Parts, ein paar klassische Elemente, super Gesang. Mein Fazit nach knapp 70 Minuten fällt ganz einfach aus: Mit 'Artificial Paradise' haben Sylvan ein kleines Prog-Meisterwerk abgeliefert. Musikalisch mindestens noch eine Klasse besser als 'Deliverance' und mit 'Encounters' überhaupt nicht zu vergleichen. Und neben den perfekten Musikern begeistert jetzt auch der Gesang. Chapeau für Sylvan !!!! Noch eine kleine Steigerung und für die nächste CD gibt's die Höchstpunktzahl.
Sylvan - X-Rayed
Vom Vorgängeralbum 'Artificial Paradise' war ich ja schwer angetan und eine Steigerung war für verwöhnte Prog-Ohren auch kaum mehr möglich. Deswegen war ich dann doch sehr gespannt, was die Hamburger Band 'Sylvan' jetzt als nächstes veröffentlicht. Und ich kann es relativ kurz machen. Wer 'Artificial Paradise' mochte, wird auch an 'X-Rayed' seine helle Freude haben. Toller Opener ('So Easy'), langsamere Stücke (z.B. 'So Much More'), härtere Songs (wie 'Lost'), ein Langweiler ('Belated Gift'), ein Hammer-Long-Song ('Given - Used - Forgotten' knapp 13 Minuten) und ein krönender Abschluss ('This World Is Not For Me'). Auch wenn Sylvan mit 'X-Rayed' meiner Meinung nach jetzt keinen weiteren Schritt nach vorne gemacht haben (was auch schwierig wäre), würde ich die Scheibe mal als bisheriges Highlight der Prog-Szene bezeichnen. Und die Live-Qualitäten der Band werde ich mir in ein paar wenigen Wochen (am 17.04.2004 in Reichenbach bei Stuttgart) mal zu Gemüte führen. Für Proggies gibt es mal wieder nur einen Tip: KAUFEN.
Sylvan - Posthumous Silence
Bis jetzt war ja für mich mit jeder neue Sylvan-CD bis zum letzten Output X-Rayed eine Steigerung zu erkennen. Umso gespannter war ich jetzt auf die nächste CD um zu sehen wie's weitergeht. Und ich bin dann doch ein kleines bißchen enttäuscht, denn 'Posthumous Silence' haut mich auch nach dem 10. Hören nicht wirklich vom Hocker. Auf den letzten Sylvan-CDs waren immer ein paar Melodie-Linien vertreten, die einem nicht aus dem Kopf gingen. Aber jetzt ... ich höre die CD und kann mich danach an nichts weltbewegendes erinnern. Aber nicht dass Ihr jetzt glaubt, dass die CD schlecht wäre ... nein ... im Gegenteil. Musikalisch und technisch sicher Bundesliga. Aber irgendwie wird halt auch die Erwartung an eine neue Sylvan-Scheibe immer höher. Für Einsteiger in die musikalische Welt von Sylvan empfehle ich auch weiterhin die Über-CD der Band 'Artificial Paradise'. Absolute Sylvan-Fans werden natürlich auch an Posthumous Silence ihre helle Freude haben. Mir ist sie glaube ich schlichtweg 15 Minuten zu lang und damit zu eintönig. Aber wer weiß ... dieses Jahr soll ja noch ne Sylvan-CD auf den Markt kommen (siehe meine News-Seite). Vielleicht gibt's ja da mal wieder (für meinen Geschmack) eine Steigerung.
Sylvan - Presets
Eigentlich wurdedie CD 'Presets' ja schon zusammen mit dem Vorgänger 'Posthumous Silence' fertig. Veröffentlicht ist sie erst jetzt worden. Darüber geschrieben wurde vor allem im Vorfeld schon einiges. Es soll ein Pop-Album sein und ganz anders als alle anderen Sylvan-CDs und manche Review-Seiten fahren auch voll darauf ab und behaupten genau Dieses. Teilweise werden nicht mal Punkte vergeben, weil's ja mit Prog nichts zu tun hat. Haha ... ich kann da eigentlich nur müde drüber lächeln. CD rein, ein paar Takte gehört, Sänger fängt an zu singen ... alles klar, das ist Sylvan. Übrigens ein wunderschöner Song, der Opener 'One Step Beyond' ... hätte auch auf 'Artificial Paradise' gepasst. Und mit über 7 Minuten ist's ja mitnichten ein radiotauglicher Pop-Song. Natürlich gebe ich zu, dass die 2 folgenden Songs mit 4 1/2 und knapp 4 Minuten dann schon eher das Raster eines Radio-Senders treffen könnten, aber ich bezweifle mal, dass das bei meinem Haus- und Hofsender SWR3 gespielt werden würde. Naja, vielleicht 'For One Day' ... klingt schon ein bißchen poppig. 'Former Life' ist dann aber schon wieder ein amtlicher 7-Minüter und auch ein typisches Sylvan-Lied (wundervoll getragener, pathetischer Song). Und so weiter und so weiter. Bis zum Schluss ... und das ist dann das knapp 13-minütige Titelstück (auch wieder voll radiokonform) und das Highlight der CD. Sylvan vom Feinsten. Also ich weiß ja nicht was meine geschätzten CD-Kritiker in diese CD hineininterpretiert haben und woher sie die Infos bezüglich poppig usw. haben (vielleicht stand's ja auf dem Beipackzettel zur Promo-CD). Ich finde, nach der zumindest für mich eher enttäuschenden 'Posthumous Silence' ist 'Presets' einfach ne tolle Sylvan-CD und ein weiterer Meilenstein in der Band-Geschichte. Nicht mehr und nicht weniger.
Sylvan - Leaving Backstage
10 Jahre Sylvan mit vielen guten, ein oder zwei überragenden und wenn ich mich genau erinnere mit nur einem eher schwächeren Album. Da wurde es wirklich Zeit, diesen runden Geburtstag zu feiern. Un die Feier fand am 1. September 2007 in Hamburg im 'Kampnagel' statt. Dort wurde dann neben der kompletten 'Posthumous Silence'-CD noch ein Best Of ... Feuerwerk abgebrannt, das dann insgesamt 2 1/2 Stunden gedauert hat und wohl auch visuell nicht so schlecht umgesetzt wurde. Nun gefällt mir ja gerade die 'Posthumous Silence'-CD nicht wirklich gut (im Vergleich zu den restlichen Studio-Outputs) und auch die Live-Umsetzung ist so ziemlich identisch mit der Studio-Version. Deswegen werden hier dann nur die Leute auf ihre Kosten kommen, die auch die Posthumous-CD gut fanden. Richtig klasse in meinen Augen (oder besser Ohren) ist aber die 2. CD des Doppelpacks mit den 'alten Heulern', die richtig gut rüberkommt. Ein geiles 'Lost', ein formidables 'That's Why It Hurts' und so weiter bis zu dem Oberhammer ... fast 19 Minuten 'Artificial Paradise'. Alleine wegen der 2. CD lohnt sich schon der Kauf. Etwas komisch finde ich allerdings, dass es von dem Konzert auch noch eine Live-DVD gibt, die nur den ersten Teil (also die Posthumous Silence) beinhaltet. So muss der geneigte Hörer doppelt in die Tasche greifen und sich neben der DVD eben auch noch die Doppel-CD kaufen, da er sonst nicht das komplette Konzert hat. Naja, ich verkneife mir da jetzt jeden weiteren Kommentar bis auf das Wort 'fanfeindlich'. Ich jedenfalls habe auf den Kauf der DVD verzichtet. Deswegen gibt's hier auf meiner Seite auch keine Review darüber. Da müsst Ihr Euch dann auf den Seiten von meinen Kritikerkollegen von z.B. www.babyblaue-seiten.de informieren.
Sylvan - Force Of Gravity
Eine CD genannt 'Schwerkraft', eine Achterbahn und ein Riesenrad auf dem Cover. Soll das bedeuten, dass man nach 'Höhenflügen' (Artificial Paradise, Posthumous Silence) am Ende (Force Of Gravity) doch wieder auf dem Boden (der Tatsachen) ist? Nein, das kann sicher nicht sein, dass Sylvan ihren neuesten Output, der am 25.09.2009 offiziell erscheint (und jetzt schon über die Band-Homepage www.sylvan.de ohne Bereicherung von Zwischenhändlern zu erhalten ist) als (qualitativen) Rückschritt oder auch 'back to the roots' bezeichnen würden. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich bei den ersten drei oder vier Hörgängen ziemlich verwirrt war und nicht wusste, wie ich die CD einordnen soll. Normalerweise verschwindet so eine Scheibe dann länger in meinem Regal und taucht nur zufällig irgendwann wieder auf. Aber nachdem ich ja von Sylvan, wie man diversen Reviews von mir entnehmen kann, eigentlich überzeugt bin, konnte ich das nicht verantworten und habe mir noch weitere Durchgänge gegönnt. Und plötzlich machte es 'klick' und siehe da ... 'Force Of Gravity' zündet doch irgendwann. Auffällig ist zuerst mal, dass (ausgenommen vom letzten Stück 'Vapour Trail', das immerhin 14 1/2 Minuten lang ist) der Hang zu längeren Epen (wie sie auf den Vorgänger-CDs massenweise vertreten waren) wohl immer noch oder endgültig weg ist (was man ja schon bei dem letzten Studio-Output 'Presets' bemerken konnte) und dass eher auf den Punkt gekommen wird (was ich persönlich eigentlich schade finde, denn gerade die Long-Songs waren für einen Proggie wie mich ja die Highlights). Außerdem wurde durch den Austausch des Gitarristen (anstatt dem Gründungsmitglied Kay Söhl ist jetzt Jan Petersen mit an Bord) die Musik zumindest gitarrentechnisch teilweise etwas härter. Zu Beginn meiner Hördurchgänge ist mir eigentlich eher unangenehm aufgefallen, dass Sänger Marco Glühmann ab und zu schon hart an der Grenze zum Kitsch versucht, seine Gefühle in die Songs zu bringen. Komischerweise habe ich mich mittlerweile daran 'gewöhnt' und es fällt gar nicht mehr so auf. Einen Vergleich zu Herrn Hogarth von Marillion möchte ich hier lieber nicht anbringen, denn ich glaube meine Homepage-Leser wissen so langsam, dass ich H's 'Gesang' überhaupt nicht leiden kann. Aber wie geschrieben, man gewöhnt sich tatsächlich auch an das Leiden des Herrn Glühmann. Richtig gut ist auf jeden Fall schon mal der Opener (und gleichzeitig das Titel-Stück) 'Force Of Gravity, bei dem eigentlich schon mal alle Trademarks von Sylvan gezeigt werden (ein bißchen Bombast, dramatischer Gesang, viel Piano, tolle Breaks ... nur das 3-minütige Gitarrensolo am Schluss fehlt). 'Follow Me', so wie ich gehört habe die Single-Auskopplung, ist dann der erste Song in Richtung 'wir können auch heavy' und z.B. hier erkennt man klar, dass ein neuer Gitarrist am Start ist. Warum man gerade dieses Stück als Single gewählt hat ... keine Ahnung, ich hätte wahrscheinlich eher was anderes genommen, will man mit Single-Auskopplungen ja eher kommerziell was erreichen. Ein richtiges Highlight ist dann 'Isle In Me', immerhin 6 Minuten lang und eine tolle Ballade, zuerst nur mit Piano und Streicher untermalt, dann bombastisch werdend und (endlich) mal ein schönes, längeres Gitarren-Solo. Wirklich gut gemacht. 'Embedded' ist dann ein Stück, das auch auf jeder der Vorgänger-CD seinen Platz gefunden hätte. Typischer Sylvan-Song mit einem Refrain, der einem nicht aus dem Kopf geht. Ruhiger wird es wieder mit 'Turn Of The Tide', auch richtig gut gemacht mit einer herrlichen Melodie. 'From The Silence' ist dann etwas flotter und hat den urigen Sylvan-Rhythmus, der auch live einfach ziemlich gut rüberkommt. Miriam Schell, die ja schon auf diversen Sylvan-Songs und vor allem auf der Solo-CD von Schlagzeuger Michael Harder (unter dem Namen 'Rain For A Day ... siehe auch meine Review) glänzen konnte, hat dann ihren Auftritt bei 'Midnight Sun', und hier zeigt sich mal wieder, dass die Stimmen von Frau Schell und Herrn Glühmann einfach super harmonieren. Das ist Gänsehaut-Feeling pur (knapp vorm Kitsch ... aber das meine ich jetzt positiv). Einen richtigen 'Rocker' gibt es dann mit 'King Of Porn' und auch da fällt Gitarrist Jan Petersen auch wieder sehr angenehm auf. 'Episode 609' fällt nicht weiter auf, aber dass Sylvan auch (fast) Punk-Rock machen können war mir neu. Denn 'God Of Rubbish' zeigt eine ganz andere (aber wirklich interessante) Seite der Hamburger. Und dann folgt zum Schluss noch das Highlight für alle Proggies, das bereits erwähnte 'Vapour Trail', das dann alle Hörer versöhnt, die mit der CD bis jetzt nicht viel anfangen konnten. Streicher, Gesang nur mit akustischer Gitarre, super Rhythmus-Arbeit, Keyboard-Läufe, fette Gitarre, Piano-Teil, Bombast-Einsatz, Gitarren-Solo, Break, wieder Gitarren-Solo, dramatischer Gesang, Abschluss-Gitarren-Solo. Sie haben nichts verlernt. Einer der besten Songs die Sylvan jemals aufgenommen haben. Mein Fazit ist auf jeden Fall, dass man schon einige Hördurchgänge braucht, bis man mit der CD was anfangen kann. Aber wenn man sich auf den teilweise 'neuen Stil' eingelassen hat muss man zugeben, dass Sylvan mit 'Force Of Gravity' wieder ein kleines Meisterwerk gelungen ist, das vielleicht nicht unbedingt neue Fans bringen kann (denen würde ich dann doch eher empfehlen, mit 'Artificial Paradise' oder auch Posthumous Silence' einzusteigen) aber eingefleischte Sylvan-Fans auf jeden Fall überzeugt.
Symphony X
- Symphony X
- The damnation game
- The divine wings of tragedy
- Twilight in olympus
Die ersten vier CDs der Ami-Progger Symphony X können im Kurzdurchlauf kritisiert werden. Eine einfache Regel: je neuer die CD desto besser die CD. Das Erstlingswerk 'Symphony X' ist nicht unbedingt eine CD die man haben muß. Noch mit altem (schlechtem) Sänger, den man glücklicherweise verabschiedet hat, wenig Prog-Einflüsse (eher Heavy-Metal). Auf Dauer recht langweilig.
Die zweite Scheibe 'The damnation game' wird langsam anhörbar. Vor allem Sänger Russell Allen (u.a. auf der Ayreon-CD 'The universal migrator' zu hören) hat der Band hörbar gut getan. Allerdings sind die Jungs auch auf der 95er-CD noch sehr heftig.
CD Nummer 3 'The divine wings of tragedy' von 1997 läßt so langsam erkennen, daß die Herren mehr drauf haben als Ratta-Ratta. Hier sind schon einige Prog-Elemente zu erkennen, was diese CD absolut empfehlenswert macht. Vor allem der über 20-minütige Titel-Track ist ein Ohrenschmaus.
Die bis jetzt wohl mit Abstand beste Symphony X-CD ist die 98er 'Twilight in Olympus'. Eine meiner Top-25-Scheiben. Klassischer Prog-Rock mit Metal-Einflüssen, ein Zucker-Stimmchen von Russell Allen, Super Songs, prima geklautes Teil von J.S.Bach (die Sonate - leider viel zu kurz - ist ein Highlight der CD). Vergleichbar mit einer Mischung aus Arena und Threshold. KAUFEN !!!
Symphony X - V (The New Mythology Suite)
Nach ganzen 2 Jahren Abstinenz melden sich endlich mal wieder die Ami-Proggies zurück. Meine Hoffnungen waren groß, endlich die CD des Jahres 2000 in den Händen zu halten. Aber vorweg gesagt: Sie wird es wahrscheinlich nicht werden. Einfach grandios an Symphony X ist auch weiterhin die geniale Stimme von Russell Allen und die sägenden Gitarren-Riffs von Michael Romeo gepaart mit klassischen Elementen, enormen Tempowechseln und netten Instrumental-Zwischenstücken. Aber eine Steigerung zum Vorgänger ('Twilight In Olympus' s.o.) habe ich beim jetzt dritten Durchlauf der CD nicht entdecken können. Schade, denn ich wollte endlich mal wieder eine 10-Punkte-CD kritisieren. Aber trotzdem ist die CD absolut empfehlenswert (vor allem für Musikfreunde, denen Rhapsody zu heftig und Dream Theater zu kompliziert ist).
Symphony X - Live On The Edge Of Forever
Die Prog-Metaller Symphony X haben uns auch ganz schön lange auf die Folter gespannt, bis diese Live-Doppel-CD endlich veröffentlicht wird (immerhin war sie schon über ein halbes Jahr vorher angekündigt worden). Naja, vielleicht bewahrheitet sich ja der Spruch 'Was länge währt, wird endlich gut'. Schaun 'mer mal. Aufgenommen wurde das Teil während der Europa-Tour 2000/2001 (bei der ich auch ein Konzert von Symphony X besucht hatte). Nachdem sich bei meinem Konzert-Besuch die Menschenmassen in Grenzen hielten, finde ich es ziemlich überraschend, daß die Zuschauer auf der CD ziemlich laut vertreten sind. Ztztzt ... ob da vielleicht etwas gemogelt wurde ??? Sei's drum. Die Songauswahl beschränkt sich auf die letzten 3 Veröffentlichungen ' V - The New Mythology Suite', Twilight in Olympus' und 'The Divine Wings of Tragedy', was allerdings kein Fehler ist, also kein schlechter Queerschnitt für Leute, die sich mit Symphony X noch nicht so beschäftigt haben. Allerdings ist die Sound-Qualität (wie übrigens auch beim Konzert) eher bescheiden. Am Mastering kanns also nicht gelegen haben, daß die CD so spät auf den Markt gekommen ist.
Symphony X - The Odyssey
Dass Symphony X zu meinen absoluten Lieblings-Band gehören, dürfte sich ja zwischenzeitlich rumgesprochen haben. Umso gespannter war ich natürlich auf die neueste Veröffentlichung 'The Odyssey'. Und schon der Opener 'Inferno' zeigt, dass Symphony X nicht stehengeblieben sind und ganz schön hart zur Sache gehen können. Das klingt ja teilweise wie Metallica in ihren besten Zeiten. Aber auch die klassischen Symphony X - Sachen gibt's auf 'The Odyssey' noch zu hören (vor allem der 24-minütige Titel-Track oder 'Accolade II' sei hier erwähnt). Dann gibt es noch den (schon fast obligatorischen) Bonus-Track 'Masquerade' auf der limitierten Version. Als S-X-Fan bin ich von 'The Odyssey' eigentlich etwas enttäuscht. Das 'harte' Genre hätten sie echt anderen Bands überlassen sollen. Das passt weder zu Sänger Russel Allen und noch weniger zu Gitarren-Gott Michael Romeo, der hier sein Talent echt verschwendet. Auch der Sound der CD ist eher mäßig. Zu überzeugen wissen eigentlich nur die typischen Symphony X - Songs, die allerdings noch immer in der Überzahl sind. Ich hoffe, dass 'The Odyssey' nur ein kleiner Ausrutscher in falsche Gefilde war. Ich hätte von Symphony X lieber mal eine 10-Punkte-CD kritisiert.
Symphony X - Paradise Lost
Ganze 5 Jahre hat es gedauert, bis es endlich den Nachfolger für ‘The Odyssey’ gibt, die für meine Ohren ja etwas zu arg metallisch und zu wenig proggig war. Umso erfreuter war ich über den ersten Hör-Durchlauf von ’Paradise Lost’. Die klassischen Erkennungsmerkmale (geiler Gesang von Russell Allen, fetter und typischer Gitarrensound von Michael Romeo) sind immer noch da und es wurde trotz weiterer vorhandener Härte wieder mehr Augenmerk auf die Prog-Elemente der Musik (wie ein paar fette Breaks und so ... eben das was wir am Prog-Metal so lieben) gelegt. Aber fangen wir vorne an. Der Titel der CD sagt ja eigentlich schon ganz schön viel, und wenn man dann noch das (richtig schöne) Cover betrachtet, weiß man schon um was es geht. Kaputte Welt, Apocalypse und all solche Sachen. Ziemlich düster also. Und auch der Opener ‚Oculus Ex Inferni’ lässt uns da nichts anderes Hoffen .... klingt wie ein Soundtrack aus einem Weltuntergangs-Film. Das folgende ’Set The World On Fire’ knallt dann auch schon mit typischen Romeo-Riffs in die Ohren und Russell Allen ist gleich in Höchstform. Ein echter Symphony-X-Song mit Hymnen-Refrain. Selten was besseres von der Band gehört. Noch härter geht es dann mit ’Domination’ weiter, bei dem Herr Allen schon ganz schön aggressiv singt. Das ist schon fast Härte-Grad ’The Odyssey’. Das könnte der neue Live-Renner werden. ’The Serpent’s Kiss’ beginnt auch mit dem göttlichen Gitarren-Gewitter, wird aber im Laufe des Songs etwas gemäßigter, wobei vor allem der mehrstimmige Gesang hervorragend dazu passt. Dann folgt der Title-Track ... eine wunderschöne Ballade. Sicher eines der Highlights der CD, bei der Russell Allen beweist, dass er auch die ruhigen Sachen mit viel Gefühl singen kann. Toll. Den Aufwecker gibt es aber danach gleich wieder mit ’Eve Of Seduction’. Da bleibt kein Bein still und der Nacken wird danach schmerzen. ’The Walls Of Babylon’, mit über 8 Minuten einer der längsten Songs auf dem Album, fällt für mich dann etwas ab. Damit kann ich nicht so viel anfangen, wird aber nach einigen Hördurchgängen etwas eingängiger. Klingt eher nach ziemlich ’alten’ Symphony X. ’Seven’ ist dann wieder eines der absoluten Highlights für mich. Tolle Keyboard-Läufe, angemessene Geschwindigkeit, tolle Tempo-Wechsel. Hier zeigt die Band, dass sie auch im Power-Metal-Bereich bestehen könnte. Fast zum Abschluss gibt’s noch mal eine Ballade namens ’The Sacrifice’ (sehr schön). Und dann der absolute Höhepunkt ... ’Revelation’. Über 9 Minuten Symphony X at it’s best. Fazit: Für mich neben ‘V’ und ‘Twilight In Olympus’ der wohl beste Output der Band und jedem Prog-Metaller nur zu empfehlen. Sicher bis jetzt ein Highlight im Jahr 2007. Und wer schnell ist, kann sich noch die limitierte Version mit Bonus-DVD sichern, auf der dann noch ein paar Live-Auftritte (aber Achtung ... das sind alles Home-Videos, also in ensprechend schlechter Sound- und Bildqualität) verewigt wurden. Und das ist zumindest für den Fan interessant.
Symphony X - Iconoclast
Symphony X haben wieder 4 Jahre gebraucht, um einen neuen Studio-Output in die CD-Läden zu bekommen. Und ‘Iconoclast’ ist ein würdiger Nachfolger von ‘Paradise Lost’, das 2007 veröffentlicht wurde. Jetzt eben ne andere Geschichte (aber kein Konzept-Album sondern einfach Songs um das Thema ‘Mensch gegen Maschine’) aber musikalisch dem letzten Output absolut ebenbürdig. Und das ist auch das was mich bei ‘Iconoclast’ ein bißchen enttäuscht. Denn bis jetzt haben sich die CDs der Band nach der immer recht langen Wartezeit doch ziemlich unterschieden und man konnte den Jungs um Gitarren-Gott Michael Romeo und Ausnahmesänger Russell Allen immer eine Steigerung oder Weiterentwicklung bescheinigen. Und das fällt mir jetzt dann doch ziemlich schwer. Trotzdem spielt ‘Iconoclast’ natürlich in der Bundesliga des Prog-Metal mit und Fans der Band können bedenkenlos zugreifen.
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