CD-Kritiken U - Z

CD-Kritiken-Archiv U - Z
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U

Ümit! - The Spirit Of Ümit! (VÖ:03.11.2015)
Warum betreibe ich diese Homepage schon seit 20 Jahren, schlage mir Stunden und Tage mit Musik hören um die Ohren und gebe Berge von Euros für das Hosting dieser Seite aus? Ich sag’s Euch. Weil ich dadurch die Möglichkeit habe, völlig unbekannte Bands kennen zu lernen die ich im ‘normalen Leben’ nie entdeckt hätte und die es verdient hätten bekannter zu werden. Eine dieser Bands ist auch Ümit! (jawoll ... mit Ausrufezeichen), die keine Sau kennt (denke ich mal) aber trotzdem geniale Musik macht. Die Band kommt aus Düsseldorf und besteht laut Facebook (andere Infos habe ich leider nicht gefunden) aus 3 Leuten namens Jochen Oberlack (Gitarre, Keyboards, Gesang), Von Irme (Bass) und Peter Sherman (Drums). Als Einflüsse nennen sie Pink Floyd, Alan Parsons Project und Hawkwind und waren schon in diverse Bands (die mir alle unbekannt sind) aktiv. Nach einem Drink zuviel gründeten sie dann laut Facebook ‘Ümit!’.
Los geht’s mit ‘Ummagumma’, mit über 10 Minuten das längste Stück auf dem Album. Klingt zwar nach Pink Floyd, ist es aber nicht. Klingt eher nach Space-Rock mit Keyboard-Teppich und -Läufen, tragendem Rhythmus und viel Gitarre. Sehr viel Gitarre. Leicht verzerrte Gitarre. Aber keine Ähnlichkeit zu Gilmour. Okay ... manchmal vielleicht doch, aber nicht blind kopiert sondern eigenständig. Spielen kann er auf jeden Fall, der Jochen Oberlack. Cooler Song. Richtig cooler Song. Es folgt ‘Tesla’, mit knapp 9 1/2 Minuten auch nicht wirklich ein Short-Track. Da klingt’s schon eher nach Pink Floyd. Vor allem die Rhythmus-Arbeit. Kann jetzt aber gar nicht so genau sagen ob es eher Richtung ‘Dark Side ...’ oder ‘Division Bell’ geht. Mich erinnert es vom Grundgedanken her etwas an ‘What Do You Want From Me’, nur ein bißchen langsamer. Wieder ein cooler Song. ‘Cobra Verde’, gerade mal 8 Minuten lang, beginnt irgendwie wie die nervigen Panflöten-Spieler in der Einkaufsstrasse. Nicht böse gemeint. Wird aber richtig gut. Wenn nur die Keyboards alias Panflöten nicht wären. Dafür entschädigt der Art-Rock-Style der Gitarre. Eigentlich ein cooler Song. Es folgt der Short-Track ‘Tiefensee (ganz knapp unter 8 Minuten). Wieder leichte Pink Floyd - Anleihen im Rhythmus (dieses Mal eher aus der Animals-Zeit) mit cooler Gitarre, die am Ende jetzt aber wirklich nach Gilmour klingt. Also ein cooler Song. Leider ist die CD mit ‘Mark Of Cain’ ... (9 Minuten) dann schon zu Ende. Wunderschöner Song mit Keyboard-Teppich, gefühlvoller Gitarre, die kurz vor der 6-Minuten-Linie sowas von floydig klingt und bis zum Schluss so weiter macht. Leider mit einem abrupten Ende ... da hat wohl das Fade Out nicht wirklich geklappt.
Nachdem ich ja der absolute Gitarren-Freak bin, komme ich mit ‘The Spirit Of Ümit!’ voll auf meine Kosten. 5 richtig geile Songs. Es stellt sich zwar die Frage, warum bei Jochen Oberlack die ‘Vocals’ genannt sind, weil die CD komplett instrumental ist, aber darüber sehe ich jetzt mal hinweg. Wer auf sphärischen Space-Rock (oder Art-Rock oder was weiß ich) steht und auf Gesang zu Gunsten von genialer Gitarrenarbeit verzichten kann, sollte hier unbedingt zugreifen. Die Produktion ist übrigens auch total fett. Beim Stichwort zugreifen muss ich allerdings dazu sagen, dass die CD mittlerweile ausverkauft ist und derzeit nur als Download zur Verfügung steht. Dafür solltet Ihr sofort auf die entsprechende Bandcamp-Seite gehen und für schlappe 5 Euro das Teil kaufen. Lohnt sich unbedingt! (mit Ausrufezeichen).

Unitopia - More Than A Dream

Und noch ein neues Pferd im Stall von Unicorn Digital. Dieses mal aus Australien. Wer hinter Unitopia genau steckt, habe ich leider nicht so ganz rausgefunden. Es scheinen aber Mark Trueack und Sean Timms zu sein, die mit Hilfe von weiteren Musikern wie Matt Williams (Gitarre, Gesang), Shireen Khemlani (Bass und Gesang), Monty Ruggiero und Tim Irrgang an den Drums sowie dem Multi-Instrumentalisten Mike Stewart eine ziemlich geniale Neo-Prog-Scheibe veröffentlicht haben. So ne Schnittmenge aus Magellan, For Absent Friends, Big Big Train und gesanglich ab und zu etwas Yes ... also eine ziemlich gute Mischung. Absoluter Über-Song ist bestimmt das 12-minütige 'Justify', aber auch durchweg alle anderen Songs sind wirklich klasse. Eine gute Stunde tolle Unterhaltung ohne einen Durchhänger und genau meine Musik. Infos über die Band gibts auch unter www.unitopiamusic.com. Kann man fast blind kaufen!

Urbane, The - Glitter

Alle Arena-Fans die nicht wissen, dass Gitarrist John Mitchell noch ein kleines Nebenprojekt am Laufen hat und sogar singen kann, bekommen jetzt Aufklärungsunterricht. The Urbane ist die Band von John Mitchell, in der er neben der (logisch) Gitarre auch noch die Lead-Vocals übernimmt und Keyboard spielt. Ausser ihm sind noch 3 weitere Musiker involviert (Bass, Drums, und weitere Keyboards), deren Namen mir allerdings überhaupt nichts sagen. Und nach 'Neon' (von 1999, damals noch als Trio) ist 'Glitter' bereits die zweite Scheibe. Gut, wer 'Neon' kennt, dem erzähle ich jetzt nichts neues. The Urbane spielen nicht einmal annähernd Prog-Musik sondern ... wie soll ich sagen ... vielleicht flotten Gitarren-Pop-Rock der unbeschwerten Art. Nett zum nebenher hören aber auch nicht mehr. Ganz lustig ist die Cover-Version von Cyndi Laupers 'Time After Time', die richtig flockig daherkommt. Ansonsten alles solide gespielt aber nichts was mich vom Hocker reisst ... aber wie gesagt ... The Urbane haben mit Prog-Rock auch gar nichts am Hut.

Ure, Midge - Move Me

Wer erinnert sich nicht an seine Jugend und an Ultravox (Vienna, Dancing with tears in my eyes, Hymn) oder Visage (Fade to Grey). Und wer steckte dahinter ?? Midge Ure. Sein 2000er-Album 'Move Me' knüpft nahtlos an den Vorgänger 'Breathe' (Titelsong wohl allen bekannt aus der Swatch-Werbung) an und musikalisch hat Midge Ure mittlerweile genauso viel mit Ultravox oder Visage zu tun wie ich mit Pur oder Wolfgang Petry. Fast durchgehend super Songs (vor allem das härtere Instrumentalstück 'Monster') in hervorragender Sound-Qualität. Eine richtige CD zum relaxen und genießen. Übrigens ist Midge Ure vor allem live ein begnadeter Gitarrist (was ich auf der Breathe-Tour feststellen durfte). Ein Konzertbesuch kann ich nur empfehlen (allein wegen der Hard & Heavy-Version von 'Fade to Grey' und dem Alltime-Klassiker 'Vienna').

Ure, Midge - Live in Concert

Ex-Ultravox-Sänger Midge Ure, einer meiner Top-Favoriten, mit einem Konzertmitschnitt aus dem Jahre 1991 (veröffentlicht allerdings erst 1999 und jetzt als Import bei Amazon zu haben). Neben einigen Ultravox-Heulern (wie Lament, Dancing with Tears in My Eyes oder Vienna) wird vor allem die damals erschienene CD 'Pure' dargeboten. Für einen Midge-Ure-Einstieg ist die Scheibe hervorragend geeignet und ich gehe mal davon aus, daß nach dem Hören dieses Teils mindestens die Hälfte zum nächsten Midge Ure-Konzert pilgern werden. Der Mann ist live wirklich ein Erlebnis. Schade ist nur, daß die Heavy-Metal-Version von 'Fade to Grey' (jaja, das von Visage - das war auch Midge Ure) nicht auf der CD ist, obwohl dieser Hammer-Song bei jedem Konzert gespielt wird.

Ure, Midge - Rewind (DVD)

Gast-Kritik von Siggi Greck:

Sehr gefreut habe ich mich über die Veröffentlichung der DVD von Midge Ure. Ich habe ihn leider noch nie live gesehen, habe aber schon einige Lobeshymnen auf seine Konzerte anhören müssen. Die DVD hat eine Laufzeit von 140 Minuten und glänzt durch einen hervorragenden Sound (selbstverständlich Dolby Surrround 5.1). Die DVD enthält ein komplettes, wirklich hervorragendes Konzert aus dem Jahr 2001 mit überragenden Songs, darunter z.B.: "Fade To Grey", "Breathe", "Monster", "Vienna"(Duet mit Russel Watson), "Hymn",...(jetzt hör ich wohl besser auf). Die Songs sind alle deutlich gitarrenorientierter als zu Ultravox-Zeiten. Midge Ure ist stimmlich voll auf der Höhe und seine Band weiss ebenfalls zu überzeuten.

Neben dem Konzert gibt es auch einige Specials: Acoustic-Versionen von "No Regrets", "Vienna" und "Dancing With Tears In My Eyes". Dazu kurze Statements von Midge Ure zu einigen Songs. Ausserdem noch die Videos zu "Beneath A Spielberg Sky" und "Move Me".

Die DVD macht wirklich Spass. So muss nach meiner Meinung eine gelungene DVD-Produktion aussehen.

Ure, Midge - Breathe Again (VÖ:30.10.2015)
Midge Ure war für mich schon immer ein herausragender Sänger. Sei es am Anfang seiner Karriere als Nachfolger von John Foxx bei Ultravox, bei seinem kleinen Side-Project ‘Visage’ oder auch danach als Solo-Künstler. Und wenn Midge Ure vielleicht an vielen Musikliebhabern vorbei gegangen ist, hat er wirklich herausragende Songs geschrieben. Man erinnere sich nur an das geniale Teil ‘Breathe’, das in den 90er Jahren als Musik in der Swatch-Werbung verwendet wurde. Und mit diesem Song beginnt auch ‘Breathe Again’, eine akustische Live-Doppel-CD, aufgenommen im März 2015 in Schottland. Gitarren, Mandoline, Violine und wunderbarer Gesang ... die ganze Scheibe macht einfach nur Spaß und Midge Ure hat auch im ‘hohen Alter’ (immerhin ist der Mann schon 62 Jahre alt) noch eine brillante Stimme. Die erste CD beinhaltet ausschließlich Songs aus seiner Solo-Karriere. Auf CD 2 geht es dann richtig ‘zur Sache’. Vienna, Fade To Grey, Lament, All Fall Down ... alles Songs von Ultravox bzw. Visage. Und natürlich sein vielleicht bekanntestes Solo-Stück ‘If I Was’. Und alle Songs funktionieren auch in der akustischen Version dermassen gut ... Gänsehautfeeling eingeschlossen. Sehr sehr schön alles ... unbedingt kaufen!

Uriah Heep - Wake The Sleeper

Ich oute mich jetzt mal als absoluten Uriah Heep-Fan, war nicht die erste Schallplatte die ich mir gekauft habe 'Return To Fantasy' aus dem Jahr 1975 (wenn mich nicht alles täuscht). By the way ... wer nicht mehr weiß was ne Schallplatte ist ... das sind die großen schwarzen Dinger mit dem kleinen Loch in der Mitte und den Rillen :-). Klar, seit diesen jetzt über 30 Jahren sind einige üble Scheiben der Jungs über die Ladentheke gegangen und Ärger in der Band, Tot des früheren Sängers David Byron, Ausstieg von Kopf und Keyboarder Ken Hensley und lauter solche Sachen sind auch an der Band nicht spurlos vorübergegangen. Aber mit 'Wake The Sleeper' haben die Jungs einen relativ großen Wurf gemacht. Jetzt in der Besetzung Mick Box (Gitarre als einziges übriggebliebenes Urgestein), Trevor Bolder (Bass und auch schon länger dabei), Phil Lanzon (Keyboards ... und der macht seine Sache richtig gut, toller alter Hammond-Sound), Bernie Shaw (Vocals, macht auch keinen schlechten Job) und Russell Gilbrook (Drums, der hält das Niveau der Band locker) feuern die Jungs ein Feuerwerk an Rock-Hämmern raus, bei denen mancher Jung-Musiker vor Neid erblassen wird. Einfach klasse und der gute alte Sound der Band wurde prima getroffen. 'Wake The Sleeper' könnte man also locker übersetzen mit 'die alten Herren sind erweckt worden'. Hat zwar jetzt wenig mit Prog zu tun aber wer so ein alter Knochen ist wie ich und die Band noch aus den früheren Jahren kennt, wird ebenso begeistert sein wie ich. Muss man haben.

V

Valensina/Valentine - Valensina/Valentine

Gast-Kritik von Siggi Greck
1999 erschien diese CD als eine Gemeinschaftsarbeit der holländischen Musiker Robby Valentine und Valensia. Ich erwähne diese CD hier nur, da ich von ihr dringend abraten möchte. Mehr als einige wenige gute Ansätze bietet dieses Album nicht, und wer sich, so wie ich, eine CD auf dem Niveau der Robby Valentine-CDs erhofft, wird hier bitter enttäuscht. Ich konnte nur 1 Song ausmachen, der in etwa diese Qualität erreicht ("Free"). Deshalb: Finger weg!

Valentine, Robby - Robby Valentine

Gast-Kritik von Siggi Greck

Das Debüt von Robby Valentine von 1992 besticht durch brillianten Melodic-Rock. Das phantastische temporeiche Keybordspiel des Holländers sucht seinesgleichen. Aus seiner Liebe zu den frühen Queen macht er keinen Hehl, wobei er trotzdem seinen eigenen Stil entwickelt hat. Klar sind Ähnlichkeiten da. Höhepunkte dieser ersten von bisher insgesamt sechs CD's sind die Stücke "The Magic Breeze" und "The Gift Of Life".
Vor seiner Solo-Karriere war Robby Valentine Mitglied bei der holländischen Band Zinatra. Viele von Euch haben Ihn vielleicht auch schon auf der CD von Ayreon - Into The Electric Castle gehört, ohne es zu wissen. Hier war er am Piano.
Leider sind wohl inzwischen alle CD's von Robby Valentine schwer zu bekommen, wie Roland auch erfahren musste. Aber vielleicht werden sie ja nochmal aufgelegt.

Und mein Kommentar dazu:
Der Meinung von Siggi kann ich mich nur anschließen. Ein wirklich geniales Album (Queen meets Styx). Und die 9 Punkte sind absolut gerechtfertigt. Tja, und wie Siggi schon ausgeführt hat, ist es fast unmöglich, von Robby Valentine eine (bezahlbare) CD zu bekommen. Nicht mal in seinem Heimatland Holland gibt es was. Bei AOR-Heaven war mal was im Programm, aber meine Bestellung wurde leider mit der Aussage 'da haben wir seit Monaten keine Nachlieferung mehr bekommen ... das wird wohl nichts' nicht ausgeführt. Lediglich ein paar Japan-Pressungen (natürlich für ein Schweinegeld) sind noch bei AOR-Heaven zu bekommen. Und bei Ebay werden die Teile auch für ne Menge Geld ersteigert.

Valentine, Robby - The Magic Infinity

Gast-Kritik von Siggi Greck
Auch mit seiner 2. CD aus dem Jahre 1993 hat Robby Valentine eine hervorragende Arbeit hingelegt. Nicht ganz so bombastisch wie auf dem Debut geht diese Scheibe mehr in Richtung "melodischer Rock-Music". Trotzdem enthält auch dieses Album sehr gutes Material, das ich bedenkenlos empfehlen kann. Anspieltipps erübrigen sich, da die Platte sehr ausgeglichen ist, das allerdings auf hohem Niveau.

Valentine, Robby - Valentine

Gast-Kritik von Siggi Greck
Ab seiner 3. CD von 1995 verzichtete Robby Valentine auf seinen Vornamen und nannte sich nur noch "Valentine". Im Gegensatz zu seiner 2. CD "The Magic Infinity" gehen die Songs auf dieser Platte wieder mehr in Richtung Bombast, also wieder was für alle Freunde der Queen zu "Bohemian Rhapsody"-Zeiten. Gleich mit dem ersten Titel "God" liefert Valentine wieder ein absolutes Meisterwerk ab, mein absoluter "All-Time-Favorite". Was sich in diesem Song alles abspielt, einfach sagenhaft. Ich möchte an dieser Stelle nochmal erwähnen, dass Valentine keineswegs ein billiger Queen-Abklatsch ist. Er hat absolut seinen eigenen Stil entwickelt. Die anderen Titel sind ebenfalls sehr stark. Leider wohl nur noch mit sehr viel Glück (und noch mehr Geld) bei ebay zu ergattern.

Valentine, Robby - 4 United

Gast-Kritik von Siggi Greck:

Auf seiner 4. CD von 1997, die leider nur in Japan erschienen ist, zeigt Robby Valentine erneut sein musikalisches Talent. Alle Songs wurden von ihm komponiert. Neben den Vocals spielt er auch die meisten Instrumente selbst. Die Titel erinnern teilweise wieder sehr stark an die guten alten Queen, wobei Robby aber nie wie eine billige Kopie klingt. Er hat einen eigenen Stil entwickelt, der aber wohl nur in Japan seine Anhänger findet. Die Übersongs auf dieser CD sind meiner Meinung nach "I Believe In Music" (wunderbar abwechslungsreich, mit einem Super-Keybordsolo), "Christmas In Heaven" (toll-schmalziges Weihnachtslied!!) und "Concerto For The Unconditional Love" (nicht in Worten zu beschreiben). Also, alle die auf bombastischen Klassik-Rock a la Queen stehen, können hier bedenkenlos zugreifen (falls sich die Gelegenheit bietet).

Valentine, Robby - No Sugar Added

Gast-Kritik von Siggi Greck
Das Album "No Sugar Added" aus dem Jahre 1998 ist meiner Meinung das bisher schwächste von (Robby) Valentine. Der Künstler setzt hier für meinen Geschmack zu häufig elektronischen Schnick-Schnack ein, dennoch gibt es einige überragende Passagen. Sehr stark die Balladen "Love Never Dies", die er allerdings schon mal mit seiner alten Band "Zinatra" aufgenommen hat, "Blinded By Love" und "My Only 1". Deshalb trotzdem eine sehr hörenswerte CD.

Valentine, Robby - Believing Is Seeing

CDs des holländischen Multi-Instrumentalisten sind ja wirklich schwer zu bekommen (siehe die andere Kritik über Robby Valentine). Jetzt hat es AOR-Heaven doch tatsächlich geschafft, eine Korea-Pressung (für ein Schweinegeld natürlich, gigantische 20 Euro) der 2000er-CD 'Believing Is Seeing' aufzutreiben. Und auch diese Scheibe ist absolut genial. Okay, das Foto von ihm auf der Rückseite der CD hätte er besser lassen sollen (sieht ja ganz schön tuntig aus), aber wer auf die alten Queen steht, ist bei Robby Valentine absolut richtig aufgehoben. Außer dem Schlagzeug hat Herr Valentine alle Instrumente selbst bedient (was meine Hochachtung vor diesem Musiker noch erhöht) und es ist absolut erstaunlich, mit welcher Frische er so absolut 'veraltete' Musik spielt (oder waren Queen ihrer Zeit 20 Jahre voraus ???). Wer 'A Night at the Opera' usw. genial findet, sollte sich Robby Valentine unbedingt mal anhören. Da besteht dann Suchtgefahr.

Valentine - The Most Beautiful Pain

Kritik von Siggi Greck:

Nach sechs Jahren Pause seit seiner letzten Scheibe „Believing Is Seeing“ veröffentlichte Robby Valentine im März 2006 seine CD „The Most Beautiful Pain“. Meiner Meinung nach nicht unbedingt seine beste Scheibe, aber all diejenigen, denen die anderen Sachen von Robby gefallen, werden hier auch ihre Freude haben. Auf alle Fälle ist es erfreulich, dass Robby endlich eine europäische Plattenfirma (Frontiers Records) gefunden hat, so dass die CD zum normalen Preis erhältlich ist (die anderen CDs waren ja, wenn überhaupt, nur als teure Importe aus dem asiatischen Raum erhältlich). Die Titel auf der neuen CD sind nicht mehr ganz so „Queen-lastig“ wie auf den Vorgängeralben, wobei natürlich immer wieder entsprechende Passagen auftauchen, und er keinen Hehl aus seiner Liebe zu Queen macht (z.B. auf dem Stück Magical Memories: „I grew up with „A Night at the Opera“, …“). Richtig radiotauglich dagegen die beiden Rocker „One Of These Days“ und „Everyday Hero“. „Supernova“ erinnert bei manchen Passagen irgendwie an Led Zeppelin. Ebenfalls super: das an Bolero angelehnte Stück „One Heart“, das dann direkt in das „Back To The Future Theme“ (Filmmusik von „Zurück in die Zukunft“) übergeht. Von da geht’s wieder nahtlos weiter in den mitreissenden Song „Now Or Never“ mit den für Valentine typischen, treibenden Keyboards. Ganz lustig: „Magnum Opus“ – bei dem Titel erwartet man irgendwie automatisch einen hintergründigen Text. Es handelt sich hier aber um ein lustiges Liedchen, mit dem Robby seine Lieblingsspeise, die Magnum-Eiscreme huldigt. Also ich denke, wer auf bombastischen Melodic-Rock abfährt, wird hier auf jeden Fall wieder bestens bedient. Nach mehrmaligem Hören gefällt mir das Werk immer besser!
Wie immer hat Robby Valentine die CD fast im Alleingang eingespielt. Das Album ist etwas gitarrenlastiger als man es gewohnt ist. Deshalb sicher bisher die härteste Produktion von Valentine. Wer nähere Infos über Robby sucht, kann sich auf seiner neuen, sehr gut aufgemachten Homepage
www.robbyvalentine.com informieren. Hier können auch diverse Hörproben und Videoclips heruntergeladen werden. Da sich in den vergangenen sechs Jahren wohl einiges in Robbys Schublade angesammelt hat, ist für den Herbst 2006 eine weitere CD (Titel: Falling Down In Misanthropolis – Who Killed Robby Valentine?) angekündigt.
PS: Nach dem harten Instrumentalteil am Anfang des letzten Stückes den CD-Player nicht ausschalten. Nach ca. 2 Minuten Wassergeplätscher folgt noch das Lied „… I Can`t Get Over You“. Eine geniale Ballade – nur Gesang mit Pianobegleitung.

Van & Borner - Miracles

Aus Polen erreichte mich diese CD der beiden Keyboarderinnen Barbara Zielinska-Van und Sabina Borner, die beide an der Musik-Akademie Kattowitz studiert und der elektronischen Musik verschrieben haben. Die 2-Mädels-Band besteht seit 1995, aber für die CD 'Miracles' im Jahr 2003 wurden erstmals Gast-Musiker wie Gitarrist Marek Gorlitz, Bassist Darek Budkiewicz und Sängerin Jola Literska mit dazugenommen, um der Musik auch einem breiteren Spektrum zugänglich zu machen. Sabina Borner ist mittlerweile aus der Band ausgestiegen, die sich seit dem nur noch 'VAN' nennt. Bisherige Highlights der Band sind sicherlich der Auftritt beim Electronic Music Meeting Festival in Deutschland, die Veröffentlichung eines Songs auf einer CD des britischen Musik-Magazins 'Sequences' sowie im Jahr 2004 die Polen-Tour zusammen mit der russischen Band 'Romislokus'. Man sollte elektronische Musik mit wabernden Keyboard-Teppichen und sphärischem Gesang im Stile von Enya schon mögen, um mit 'Miracles' warm zu werden. Auch das Gefallen an Mike Oldfield ist hilfreich. Mir gefallen vor allem die Songs mir der wimmernden Gitarre im Hintergrund wie z.B. beim 6 1/2 - minütigen Opener 'Shadow Dancing' (wirklich klasse) oder bei 'Mystic'. Wer sich für die CD oder die Band interessiert, sollte mal auf ihre Homepage gehen. Dort gibt es zumindest die Möglichkeit, die CD direkt in Polen zu bestellen. Ob und wie das klappt und was die CD dann kostet, kann ich aber leider nicht sagen. Vielleicht sollte man vorher mal mit Barbara Zielinska-Van oder dem Management Kontakt aufnehmen. Nur warum die Mädels im Booklet mit ihren dunklen Sonnenbrillen so böse dreinschauen, weiß ich jetzt auch nicht. An der Musik kann's eher nicht liegen.

Vanden Plas - Spirit Of Live

Oft gelesen, nie gekauft. Von Vanden Plas hatte ich schon mehrfach gehört, hatte es aber nie gewagt, mir eine CD zu kaufen. Deutscher Prog-Metal steht auch bei mir sozusagen auf dem Index. Aber nachdem es die erste Live-CD (aus demJahr 2000) der Pfälzer zum Nice-Price gibt, habe ich halt zugeschlagen. Und: Deutscher Prog-Metal wird vom Index gestrichen. Selten habe ich eine so gute Live-CD im Player gehabt. Mitgeschnitten wurde das Konzert in Paris und zeigt einen hervorragenden Querschnitt des Schaffens dieser von mir bis jetzt unbeachteten Band (Shame On Me !!!!). Songs mit bis zu 10 Minuten Länge, geniale Balladen, ein hervorragend aufgelegtes Publikum und 2 Überraschungsgäste (Don Dokken mit dem Dokken-Klassiker 'Kiss Of Death' und Patrick Rondat von Elegy treten auf) machen diese Platte zu einer meiner Entdeckungen des Jahres 2001. Und ich verspreche hoch und heilig, daß ich mir die nächsten Veröffentlichungen von Vanden Plas ungehört zulegen werde. Prog-Metal-Fans sollten zuschlagen.

Vanden Plas - Beyond Daylight

'Beyond Daylight' ist mal wieder der eindeutige Beweis, daß es mit Vanden Plas auch in Deutschland eine Prog-Metal-Band gibt, die locker mit den Genre-Größen mithalten kann. Auf knapp über 60 Minuten gibts kräftig was auf die Ohren, was mich teilweise stark an Threshold erinnert. Einen einzelnen Song herauszuheben, wäre eigentlich nicht richtig, denn die CD kommt ohne Schwachpunkte aus. Toller Gesang, klasse Keyboards, bestechende Gitarren, mal heavy, mal balladesk und eine Cover-Version des Kansas-Klassikers 'Point of Know Return' machen diesen Silberling eigentlich zum Pflicht-Kauf eines jeden Prog-Metal-Fans.

Vanden Plas - Colour Temple (Special Edition)

Das Erstlingswerk der deutschen Prog-Metal-Band 'Vanden Plas' aus dem Jahr 1994 wird jetzt zusammen mit der in Frankreich erschienenen Unplugged-CD 'AcCult' (von 1996) von InsideOut-Music als Special-Edition (Doppel-CD) verkauft. Auf Colour Temple möchte ich gar nicht genauer eingehen (hat ja wohl hoffentlich schon jeder im CD-Regal stehen). Interessant ist vor allem die AcCult-CD, die mehr enthält als die damals veröffentlichte Scheibe. Neben ein paar Eigen-Kompositionen gibt es hier einige Cover-Versionen, die es teilweise in sich haben. 'Pseudo Silk Kimono + Kayleigh' (Marillion - ganz nett), 'Georgia On My Mind' (Ray Charles - klasse), Des Hauts, Des Bas (Stephan Eicher - eine hammergeile Version im Vergleich zum Original) und 'Raining In My Heart' (habe leider nicht rausbekommen, von wem das Original ist. Der Song ist aber der absolute Hammer ... eine Ballade zum dahinschmelzen. Falls jemand das Original kennt, bitte bei mir melden). Alleine schon wegen dieser Bonus-CD lohnt sich der Kauf. Aber Colour Temple ist natürlich auch absolut klasse.
Anmerkung: Mittlerweile habe ich erfahren, von wem 'Raining In My Heart' ist ... es ist von VANDEN PLAS ... ein Frühwerk aus dem Jahr 1986, das als Vinyl-Single immerhin 23 Mal verkauft wurde (alle Achtung). Danke an Marcus für die Aufklärung.

Vanden Plas - Christ 0

Normalerweise ist es das Ende einer Band, wenn sie 4 Jahre lang keine CD veröffentlicht (ja, 'Beyond Daylight' ist echt aus dem Jahr 2002). Aber wenn man weiß, dass die Jungs am Pfalztheater Kaiserslautern die Abydos-Soloscheibe von Sänger Andy Kuntz umgesetzt haben (und so wie ich gehört und gelesen habe mit großem Erfolg) und man jetzt den neuen Silberling Christ 0 (sprich Christ Zero) teilweise mit dem Chor des Pfalztheaters eingespielt hat, bin ich eigentlich ganz froh, dass Vanden Plas die Zeit genutzt haben, sich weiter zu entwickeln und neue musikalische Pfade zu entdecken. Denn 'Christ 0' ist für mich die CD des Jahres geworden. Inspiriert wurde die Geschichte von Christ-0 durch den Roman von Dumas 'Der Graf von Monte Christo', also über einen Mann der nicht vergeben kann und versucht, dieser lebenden Hölle zu entkommen. Die ganze Geschichte ist aber im Booklet genauer erzählt. Musikalisch gibt es von Musical-angehauchten Parts über Keyboardläufe in guter alter Dream Theater - Manier und total gefühlvollen Liedern (z.B. Lost in Silence) bis zu Prog-Metal-Longsongs (January Sun ist immer hin gute 10 Minuten lang) die volle Bandbreite genialer Mucke zu hören. Wer Vanden Plas eh schon immer gemocht hat (so wie ich), wird nach dem Hören von Christ 0 irgendwo einen Vanden Plas - Schrein aufbauen und davor niederknien. Alle anderen Musikliebhaber sollten mit dieser CD den perfekten Einstieg in die geile Musik der Pfälzer machen. Ein absolutes MUSS in jeder CD-Sammlung.

Vanden Plas - The Seraphic Clockwork

Viele Jahre haben wir warten müssen, bis endlich der Nachfolger von ‘Christ O’ auf den Markt kommt. Aber endlich ist es so weit und das Warten hat sich absolut gelohnt. ‘Vanden Plas’ werden in den einschlägigen Gazetten ja als die Deutschen Dream Theater bezeichnet. Ich finde aber, dass da die Band in eine Schublade steckt, die nicht wirklich passt und auch nicht ganz fair der Band gegenüber ist. Denn von Dream Theater sind sie jetzt doch ein Stückchen entfernt (und das meine ich jetzt nicht qualitativ). Und das liegt nicht nur an der außergewöhnlichen Stimme von Andy Kuntz, der für mich im Prog-Bereich zu den besten und facettenreichsten Sängern gehört. Der macht einfach einen klasse Job. Auffällig ist, dass ‘Vanden Plas’ teilweise etwas härter geworden sind, was der Band hervorragend zu Gesicht steht. Schon der Opener ‘Frequency’ haut ordentlich rein, klingt am Anfang sehr nach ‘Symphony X’, hat geile Breaks, tollen mehrstimmigen Gesang, ist zwischendurch mit Violine und Keyboard richtig ruhig, um dann wieder total bombastisch zu werden. Dazu noch herrliche Keyboard-Läufe von Gunter Werno, Hammer-Gitarre von Stephan Lill und eine fette Rhythmus-Arbeit von Drummer Andreas Lill und Bassist Torsten Reichert. Einfach nur genial und für mich der beste Song, den Vanden Plas bis jetzt veröffentlicht haben. Und es geht grad so weiter. ‘Holes In The Sky’ (zuerst ruhig dann bombastisch), ‘Scar Of An Angel’ (tolle Bombast-Ballade mit Gänsehautgarantie), ‘Sound Of Blood’ (mit geilem Chor im Hintergrund), ‘The Final Murder’ (auch ein klasse Prog-Metal-Kracher), ‘Quicksilver’ (auch wieder etwas ruhiger ... einfach schön), ‘Rush Of Silence’ (fette Gitarren-Arbeit), das mit fast 13 Minuten Länge grandiose ‘On My Way To Jerusalem’ (einfach der Hammer) und der Bonus-Track ‘Eleyson’ ... das ist Prog-Metal auf allerhöchstem Niveau. Und als Zugabe gibt es (zumindest auf meiner Version der CD) noch als Bonus-Video einen Auschnitt aus der Rock-Oper ‘Ludus Danielis’ von Vanden Plas, die als DVD veröffentlicht wurde. Mehr Infos gibt es auch auf der Band-Homepage und die CD kann ich nur allen ans Herz legen. Einfach eine geniale Scheibe.

Vanden Plas - Chronicles Of The Immortal - Netherworld (Path One)
              (VÖ: 21.02.2014)

Auf dem neuesten Output der Pfälzer Prog-Metal Band ‘Vanden Plas’ haben sich die Jungs um Sänger Andy Kuntz wieder einmal bei dem Fantasy-Autor Wolfgang Hohlbein bedient, wobei dieses Mal Herr Hohlbein bei der Entstehung von ‘Chronicles Of The Immortal’ direkt beteiligt war, denn auf Basis seiner Erfolgsreihe ‘Die Chronik der Unsterblichen’ wurde für die Aufführung am Pfalz-Theater in Kaiserslautern die Rock-Oper ‘Blutnacht’ kreiert, die insgesamt 19 Stücke umfasst und für ‘Path One’ auf 10 Stücken der erste Akt so umgeschrieben wurde, dass die Musik auch ohne Augen funktioniert. Path Two mit dem Rest der Oper soll dann wohl 2015 folgen.
Heraus gekommen ist ein richtig starkes Werk, das typisch Vanden Plas zwischen Bombast, Gefühl, Prog, Metal und ein bißchen Kitsch wechselt ohne auch nur eine Sekunde langweilig zu werden. Geniale Highlights wie z.B. ‘The Black Knight’, ‘Godmaker’ (das es als Video auch auf YouTube gibt), ‘New Vampyre’ oder ‘Soul Alliance’ sind richtig fette Prog-Metal-Kracher, das abschließende ‘Inside’ geht voll unter die Haut aber auch die ‘Filler’ bzw. Zwischenstücke passen hervorragend zur Story.
Für mich jetzt schon das absolute Highlight des noch jungen Jahres 2014 und ich freue mich tierisch auf ‘Path Two’. MUSS MAN HABEN!

Vanden Plas - Chronicles Of The Immortals Netherworld II (VÖ:06.11.2015)
Einen weiteren Anwärter auf die Auszeichnung CD des Jahres 2015 (neben Phantasma ... siehe dort meine Review) haben Vanden Plas veröffentlicht. Endlich der zweite Teil des von Fantasy-Autor Wolfgang Hohlbein geschriebenen Werks ‘Die Chronik der Unsterblichen’. Also jetzt die Parts 11 - 19. Und was soll ich sagen ... einfach genial. Schon der Opener ‘In My Universe’ bringt alles was Vanden Plas so ausmachen. Eingängigkeit, Härte, Bombast, hervorragender Gesang von Andy Kuntz. Und es geht gerade so weiter ... keine Sekunde Langeweile ... Spannungsbogen hoch, Spannungsbogen ein bißchen runter. Trotz aller Kompliziertheit immer wieder Melodien die runter gehen wie Öl. Dazu ein glasklarer Sound, immer wieder fette Gitarren-Parts, Breaks ... Prog-Metaller, was willst du mehr? Der proggigste Song ist auf jeden Fall das 13-minütige ‘Blood Of Eden’ (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Song von Peter Gabriel). Der ist einfach packend, unheimlich abwechslungsreich, hat viel Gefühl und Stimmung (hoppla, plötzlich eine deutsche und eine italienische Text-Passage) ... hier zeigen Vanden Plas ganz deutlich, dass sie zum Oberhaus des Prog-Metal gehören. Schade das mit Teil 2 die Geschichte der Blutnacht zu Ende ist ... ich hätte mich jetzt auch noch auf eine dritte Scheibe gefreut. Aber macht nichts, so kreativ wie Vanden Plas sind fällt ihnen sicher was neues spannendes ein. Absoluter Kauftipp!

Vanishing Point - Tangled In Dream

Oooops !!! Kurz vor Jahresende kommt mir hier noch ein Silberling auf den Tisch, von dem ich ja hin und weg bin. Vanishing Point, eine australische 'Melodic Progressive Metal' - Band, legen mit ihrer zweiten CD (die Erste kenne ich leider nicht) ein echtes Zuckerchen vor. Tolle Prog-Songs von äußerst talentierten Musikern von denen ich einfach mal behaupte, daß sie im Prog-Olymp bald noch höher stehen werden. Musikalisch (und vor allem der Sänger) erinnern mich die Jungs an die Prog-Band 'For Absent Friends' (und an deren Album 'Tintinnabulation'). Okay, dem Produzenten sollte man mal erklären, daß man den QuickTime-Track (für PC) nicht an den Anfang stellen soll (denn 11 Minuten Stille am Anfang einer CD sind dann doch sehr ermüdend), aber sein Handwerk versteht er allemal. Die Produktion ist erste Sahne. Außerdem sollte man die CD nicht zu früh aus dem Player nehmen. Denn als 'Hidden-Track' kommt noch ein 'On The Turning Away' von Pink Floyd in einer folkigen Hooters-Version.

Vankers, The - Blackout

Mal wieder was völlig abseits von Prog-Musik. Aus Metzingen (für Norddeutsche: in der Nähe von Stuttgart, für Süddeutsche: in der Nähe von Reutlingen ... für alle: aus der Factory-Outlet-Hochburg wo Boss zu Hause ist) kommt die Band 'The Vankers'. Im normalen Englisch-Wörterbuch ist dieses Wort nicht vertreten ... müsst Ihr also mal selber schauen, was das bedeutet ... ich schreib's hier nicht :-)) ... aber der Name sagt schon ein bißchen aus, in welche Richtung die Musik geht. Gediegener Punk-Rock würde ich mal sagen. Die Band wurde 2004 gegründet und besteht zur Zeit aus Benjamin Richter (Gitarre, Vocals), Ralf Wezel (Gitarre), Philipp Finke (Bass) und Jakob Petzold (Drums), sind alle so um die 20 Jahre alt rum und haben 2007 einen Band-Contest gegen 10 andere Bands gewonnen und durften dafür eine CD aufnehmen. Dies ist dann im Frühjahr 2007 geschehen. Leider habe ich für die CD, auf der 5 fette Punk-Knaller vertreten sind (die Pogo-Fraktion wird sich freuen), keine Bezugsquelle gefunden und auch über die Band-Homepage kann die CD nicht bestellt werden. Aber vielleicht ändert sich das ja noch. Auf jeden Fall ne gute Möglichkeit, sich mal wieder das Hirn durchpusten zu lassen. Soundfiles gibt es auf der Homepage.

Vehicle Reason, The - Odds On Occurrence

Eine für mich neue Band aus Texas ist 'The Vehicle Reason'. Die haben zwar mit Prog so gar nix zu tun ... aber ich kritisiere ja auch 'anderes komisches Zeug', wenn's mir gefällt. Und die drei Jungs, Jay Baker (Guitar, Vocals, Keyboards), Mac Carl (Drums, Vocals) und Nick Baker (Bass, Vocals) machen richtig fetzigen Gitarren-Rock, der mich ziemlich an 'The Urban' (der Zweit-Band von Arena-Gitarrist John Mitchell) erinnert. Nur dass The Vehicle Reason irgendwie abwechslungsreicher sind, was nicht nur der teilweise mehrstimmige Gesang ausmacht. Ein paar so richtige Song-Perlen sind da vertreten. 'Wherever You Go' könnte bei uns glatt im Radio bestehen (Oasis und The Verve und Konsorten sind da auch nicht besser), 'Walls And Ceilings' ist genauso ein Kaliber (wäre das von Nickelback, wäre es schon lange in den Charts) und so geht's grad weiter. Die Jungs hätten es auf jeden Fall verdient, bekannt zu werden. Wie gesagt ... kein bißchen Prog, aber wer auch mal zum Ohren durchpusten oder erholen ne tolle Gitarrenrock-Scheibe hören kann, sollte The Vehicle Reason einfach mal antesten. Geht mal auf www.thevehiclereason.com und lauscht ein bißchen rein. Vielleicht findet Ihr ja Geschmack. Dort könnt Ihr auch in das absolute Highlight 'Undone' reinhören.

Vengeance - Wings of an Arrow

'Wings of an Arrow' ist eine Remaster-CD von alten Vengeance-Heulern aus den Hoch-Zeiten der Band 1990-1992. Warum das Teil auf den Markt gekommen ist, wissen wohl nur die Herren Ian Parry (jetzt Elegy) und Arjen Lucassen (jetzt Ayreon). Ich weiß es nicht. Alles zwar ganz nette Liedchen (erinnert etwas an ältere Whitesnake oder sowas ähnliches) aber nichts was man unbedingt in der Plattensammlung haben müsste. Ich gehe mal davon aus, dass dieses Teil in meinem CD-Regal verstauben wird.

Verspielte Zeit - Das ist die Frage

Absolut genial finde ich die Kurzfassung der Biografie der Band 'Verspielte Zeit' durch Quixote-Music: "Es waren einmal ein Gitarrist (Roland Reimann) und ein Schlagzeuger (Detlef Ramb), die verspielten ihre Zeit, bis sie schließlich im Jahr 2000 einen Bassisten (Frank Diedrich) fanden - und seither spielen sie zu Dritt."
Dass die drei 'älteren' Jungs einen völlig unterschiedlichen musikalischen Background haben, lässt sich unschwer erkennen, wenn man sich den Begriff auf der Zunge zergehen lässt, wie sie selbst ihre Musik beschreiben. 'Psychedelic Groove Rock' nennt sich das ganze und das trifft es, zumindest was die Grundstimmung der Musik betrifft, zumindest zur Hälfte. Unweigerlich wird man ein bißchen an die frühen 'The Cure' erinnert, denkt aber auch, und das ist die andere Hälfte, vor allem auch was die Interpretation der Texte betrifft, eher an Sven Regener (allerdings ohne Trompete ... wer's nicht glaubt, sollte mal in die CD 'An einem Sonntag im April' von 'Element Of Crime' reinhören) oder auch an diverse NDW-Vertreter (wie z.B. Joachim Witt). Nichts gegen den schnörkellosen und mitunter etwas monotonen Gesang von Roland Reimann, aber die (für mich als Prog-Liebhaber) richtigen Highlights der CD sind die Instrumental-Stücke 'Das ist die Frage' ( DAS rockt) und 'Egal' sowie das (fast instrumentale), knapp 14-minütige 'Keine offene Tür'. Eingefleischte Proggies werden mit 'Verspielte Zeit' wahrscheinlich nicht so viel anfangen können, alle Anderen können ruhig mal ein Versuch wagen. Denn eines ist sicher: Nicht jede Musik aus Deutschland ist schlecht wie das Gejammer von Pur und die Besucher vom 2004er Burg Herzberg Festival waren begeistert.

Vezina, Claire - Cyber Neptune

Ein völlig neues Pferd im Stall von Unicorn Digital ist die Sängerin / Songwriterin Claire Vezina. Noch nie von ihr gehört, dabei ist 'Cyber Neptune' bereits ihr viertes Album. Und beim ersten Hören dieser Scheibe kommt mir unweigerlich Michelle Young in den Sinn. Einfach aus dem Nichts aufgetaucht (damals entdeckt von Clive Nolan) und gleich bei mir eingeschlagen. Und so ähnlich ist es auch bei Claire Vezina. Erstens hat sie eine ausgezeichnete bis brilliante Stimme, zweitens beherrscht sie ihr Fender Rhodes und drittens hat sie auch noch ein tolles Händchen für Melodien. Ihre Musik als reine Prog-Rock zu bezeichnen, ist auf jeden Fall falsch, denn vieles geht schon in die gefühlvolle und ein bißchen poppige Richtung. Aber zur richtigen Gelegenheit ist 'Cyber Neptune' einfach DIE CD. Und dann kommen auch noch die französischen Texte dazu, die mich ja als Freund dieser Sprache eh schon mal verzaubern, ist doch Französisch meiner Meinung nach die schönste Sprache wenn es um das Vertexten von Songs geht. Im Internet habe ich gelesen, dass Claire Vezina so eine Art weiblicher Peter Gabriel ist. Ich find's einen witzigen Vergleich, aber wenn man so drüber nachdenkt, könnte man da in Teilen schon zustimmen. Mir gefällt die CD ziemlich gut und ich hoffe, dass Claire Vezina in Europa ein bißchen bekannter wird. Denn hier ist sie glaube ich noch so richtig unbekannt. Mehr Infos gibt es auf ihrer Homepage sowie auf ihrer MySpace-Seite. Unbedingt antesten.

Villains, The - Slow Train

Eine richtig schöne und angenehme CD ist mir in Form von 'Slow Train' der deutschen Band 'The Villains' ins Haus geschneit. Eine Satz aus dem Beipackzettel der Band möchte ich Euch nicht vorenthalten: 'Gemeinsam mit Eric Fish's Label Esox Music haben die vier Musiker den Kreuzzug gegen Klingeltonhitparaden, gegen das Verkommen der Musik zum Beiwerk der Werbeindustrie, gegen Casting- und Talentmassaker mit ihrem Longplayer Slow Train begonnen'. Einfach nett geschrieben und damit ist eigentlich auch schon alles gesagt. Die Band, bestehend aus Jan Mas (Gitarre, Vocals), Sandro Herdt (Bass), René Szatmari (Drums) und Gerit Hecht (Piano) machen wunderschönen Akustik-Rock, der vom Stil her ein bißchen an Ezio erinnert. Schön ist auch, dass sich englische und deutsche Texte abwechseln und dass nicht irgendwelches Blabla gesungen wird sondern die Texte auch noch tiefgründig sind. Im Dezember 2008 erschien auch die erste Single aus diesem Album mit dem Song 'Wieso sitzen sie da', auf dem Eric Fish (den kennt man ja auch als Frontmann der Band 'Subway To Sally') einen Gast-Auftritt hat. Eine tolle CD für ein verregnetes Wochenende. Die CD erscheint allerdings erst am 06. März 2009. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage.

Vincent, Robert - Life In Easy Steps

Ist es Euch auch schon mal passiert, dass Ihr eine CD von einem Euch völlig unbekannten Künstler gehört habt und ihr sie einfach nur ‘wunderschön’ gefunden habt, obwohl die Musik eigentlich gar nicht Euer ‘eigentlicher Geschmack’ ist? Mir passiert so etwas nicht wirklich oft, aber beim Hören von ‘Life In Easy Steps’ des Liverpooler Gitarristen und Sängers Robert Vincent war es mal wieder so weit. Auch wenn ich nicht verheimlichen kann, dass ich Folk und Country ab und zu mal in den CD-Player lege um mal so richtig bei völlig unkomplizierter Nicht-Prog-Musik zu entspannen, kommt es tatsächlich nicht oft vor, dass mich eine CD von vorne bis hinten so begeistert hat. Robert Vincent hat ein absolutes Händchen für tolle Melodien, hat eine äußerst angenehme Stimme und findet auf ‘Life In Easy Steps’ ... übrigens seine erste komplette CD (nach 2 EP-Veröffentlichungen) ... eine geniale Mischung aus gefühlvollen Folk-Songs (z.B. Burns) und recht fetzigen Country-Nummern (z.B. das Titel-Stück). Teilweise erinnert mich die Scheibe auch ein bißchen an die Solo-Sachen von Life Of Agony - Sänger Keith Caputo, die ich übrigens alle durchweg richtig geil finde.
Die Nominierung von Robert Vincent als bester männlicher Künstler bei den Liverpool Music Awards kommt deshalb nicht von ungefähr und ich kann nur hoffen, dass die Leser meiner Homepage vielleicht etwas über ihren (Prog-)Schatten springen und die CD kaufen. Ich bin total begeistert. Natürlich hat Robert Vincent eine sehr informative Homepage, auf der es auch diverse Videos zu sehen gibt. Und wer sich beeilt (die Scheibe wird übrigens am 01.03.2013 veröffentlicht) bekommt sogar die limitierte Version mit einer Bonus-CD (auf der noch 4 ältere Songs drauf sind).

Violet District - Terminal Breath

Violet District war die Vorgänger-Band der Münchner Proggies 'RPWL' (Siehe meine Kritik), die jetzt als Pink Floyd-Klon (sorry für den Ausdruck, aber das war ein Lob) unterwegs sind. 'Terminal Breath' wurde im Original wohl schon 1992 aufgenommen und jetzt, zusammen mit einer Bonus-CD (Live at Feierwerk München 1996) remastered nochmals veröffentlicht. Obwohl RPWL jetzt eindeutig eine Klasse besser sind, ist auch bei Violet District zumindest in Ansätzen erkennbar, wohin die musikalische Reise gehen wird. Insgesamt ein überdurchschnittliches Album mit einigen genialen Passagen und Songs aber auch mit ein bißchen Leerlauf. Für den Prog-Freund auf jeden Fall eine Art Geheimtip und für alle, die aufgrund meiner Kritik die RPWL-Scheibe gekauft haben (und auch begeistert sind), eine interessante Alternative. Nur die Live-Bonus-CD ist zumindest soundmäßig nicht so der Renner.

Virgin Island - Fantasy Or Reality?

Bereits seit 22 Jahren gibt es die Band 'Virgin Island' aus Niederbayern. Komisch, dass die Band bis jetzt so total an mir vorbeigegangen ist, denn was ich auf 'Fantasy Or Reality?' höre, trifft meinen Geschmack doch ziemlich. 'Virgin Island' in eine Schublade zu stecken ist einigermaßen schwierig ... aber so einen kleinen Touch von Nightwish haben sie (was vor allem an der Sängerin Ulrike Peetz-Kunkel liegt ... wobei sie nicht annähernd so 'theatralisch' singt wie seinerzeit die Tarja), ein bißchen Edenbridge kommt zum Vorschein (hier vor allem die melodie-lastige Gitarre von Lorenz Kunkel sowie die Rhytmus-Arbeit von ebenfalls Gitarrist Johnson Zitzelsberger), die Keyboards von Thomas Urlbauer erinnern mich ein bißchen an Tobias Latsch von Into Exit (und jetzt Droga del Espiritu) und auch die restlichen zwei Musiker (Markus Urlbauer - Drums und Alexander Hiller - Bass) könnten locker in der Melodic- oder Gothic-Rock-Ecke in anderen Bands glänzen. Meist recht rockig, ziemlich melodiebetont und zu keiner Zeit auch nur ein bißchen langweilig, ab und zu mit ein paar netten Breaks, gepaart mit wenigen leiseren Tönen ('Wherever You Will Go ... da klingt Ulrike sogar ein bißchen wie Steffi Lesic) geht die CD leider schon nach ca. 40 Minuten zu Ende. Eigentlich schade ... da hätte ich gerne noch ein bißchen mehr gehört. Freunde der oben genannten Bands sollten auf jeden Fall ein paar Ohren mehr riskieren und die Band antesten. Geht am Besten auf die Band-Homepage, hört Euch ein paar Songs an und bestellt dann die CD direkt über die Band-Page. Lohnt sich.

Virgin Steele - The House of Atreus (Act I)

Wenn Metal-Bands sich an klassischen Themen oder Sagen versuchen, kommt meistens ein übler Scheiss raus. Hierfür gab es in der Vergangenheit genügend Beispiele. Deswegen war ich auf die 'Barbaric Romantic Opera' der Ami-Rocker doch sehr gespannt, nachdem ich in diversen Zeitschriften nur Lobeshymnen gelesen hatte. Leider habe ich die CD erst einmal am Stück durchhören können und der erste Eindruck ist wirklich beeindruckend. Rein musikalisch haben mich sowohl die klassischen Elemente als auch die Speed-Hymnen (z.B. 'Gate of Kings' oder 'Kingdom of the Fearless') überzeugt. Es ist keinesfalls eine CD, die man so 'nebenher' hören kann. Deswegen freue ich mich 1. auf eine hoffentlich bald stille Stunde und 2. auf den zweiten Teil dieser 'Oper', die zwar schon veröffentlicht aber leider auch gerade ausverkauft ist.

Virgin Steele - The House of Atreus (Act II)

Der zweite Teil der Oper braucht sogar eine Doppel-CD. Allerdings wäre das nicht nötig gewesen (Spielzeit zusammen nicht mal 90 Minuten und die 15 Minuten 'zuviel' hätte man locker kürzen können). Hier und da entdeckt man Teile von 'Act I', ansonsten gehts im ähnlichen Stil weiter. Nach dem ersten Teil war ich doch sehr gespannt und bin etwas enttäuscht. CD 1 der Doppel-CD hätte man sich sparen können. Allerdings entschädigt die zweite CD sehr. Die finde ich, weil etwas ruhiger und 'musikalischer', sogar ausgezeichnet. Aber meiner Meinung nach muß man das komplette Werk nicht haben.

Vision Scope - World's Requiem

Es tobt der Prog-Krieg. Zumindest wenn man sich die Votings der DA-Hitparade von Radio Darmstadt ansieht. Da sind (im März 2004) die Mannen von Neronia (siehe auch meine Kritik) mit 'Feeling Blue' auf Platz 4 (gefallen von 3) und die Darmstädter Band Vision Scope auf Platz 2 mit 'Remember Me'. Und da Radio Darmstadt ja DER Weltsender ist und überall gehört werden kann, habt Ihr Euch sicher schon gefragt, was und wer sich hinter 'Vision Scope' versteckt. Haha ... kein Problem ... ich kann Euch das natürlich erklären. Vision Scope bestehen aus 5 Jungs, die zwischen 1986 und 1982 geboren wurden, als Lieblingsbands von Dream Theater über Angel Dust bis Guano Apes ein ziemlich breites Spektrum an Rock-Musik abdecken, und jetzt die erste CD in Eigenregie produziert haben, die für schlappe 5 Euro über die Band-Homepage verkauft wird (und auf der das ominöse Remember Me von Radio Darmstadt natürlich enthalten ist). Schaut man sich das Cover der CD an, könnte man ja eher auf die Idee kommen, hinter 'Vision Scope' versteckt sich eine Death Metal-Band (düsterer Friedhof in grau-braun) und auch der Titel 'World's Requiem' lässt nicht gerade auf eine vor Lebensfreude sprühende CD hoffen. Aber weit gefehlt. Schon der Opener 'In The Beginning', der mich unweigerlich an 70er-Jahre Krautrock erinnert (komisch, denn da waren die Musiker ja noch gar nicht auf der Welt sondern standen noch als Quark im Kühlschrank), so die Art Novalis oder Ougenweide, also ein männlich-weibliches Zwiegespräch mit abwechselndem Gitarrensolo, hat also Gott sei Dank rein gar nichts von Todesblei-Musik. Die folgenden Stücke würde ich dann eher durchgehend als Art-Rock bezeichnen, da von den oben genannten Lieblingsbands (wie z.B. Dream Theater) eher weniger Ähnlichkeiten zu entdecken sind. Das geht eher in die Richtung Arilyn, Sylvan und Konsorten, wobei natürlich die Perfektion dieser Bands (noch) nicht erreicht wird. Auffallend ist auf jeden Fall jetzt schon das oft im Vordergrund stehende Gitarrenspiel, der 'typisch deutsche' Rock-Gesang (manchmal mehrstimmig) und die überaus guten Song-Ideen (z.B. bei 'State Of Me', 'Mystery and Fear' oder auch 'Checkmate'). Das Keyboard könnte noch etwas dominanter werden und den Titel 'Ytiro Jam' würde ich lieber umbenennen, das ist frech (Dream Theater-Fans wissen jetzt, was ich meine). Ach ja ... 'Remember Me', also Platz 2 der DA-Hitparade, ist ne richtig gut gelungene Ballade und ich denke mal, dass in der Band auf jeden Fall genügend Potential für mehr steckt. Und wie oben geschrieben ... für 5 Euro könnt Ihr Euch selbst ein Bild davon machen.

Vivaldi Metal Project - The Four Seasons (VÖ:22.07.2016)
Man stelle sich mal das vor: Ein italienischer Keyboarder und Produzent (namens Mistheria) läd ca. 120 (!!) Musiker ein und nimmt eine Metal-CD, inspiriert von Vivaldis Vier Jahreszeiten auf. Was kommt dabei raus? Genau das. Das findet man entweder toll oder total bescheuert und langweilig. Da ich die italienische Band ‘Rhapsody (Of Fire)’ mag, und ich finde, dass dieses Werk ziemlich in diese Richtung geht, kann ich mir auf die Scheibe total einlassen und finde sie auch richtig gut. Okay ... ob man hierfür jetzt unbedingt 120 Mitstreiter gebräucht hätte steht auf einem anderen Blatt, aber teilweise sind die Musiker richtig bekannt. Ich möchte jetzt gar nicht auf die einzelnen Songs eingehen, denn das wäre völlig sinnlos. Es ist tatsächlich ein Mix aus Metal (z.B. der Opener ‘Escape From Hell’, gesungen von Ailyn und Rob Rock) und umgestalteten Vivaldi-Parts aus den Vier Jahreszeiten (wie z.B. ‘The Illusion Of Eternity’ ... hier Vivaldis Frühling -Allegro-). Co-Produziert wurde die CD von Bassist Alberto Rigoni, der auch auf ein paar Songs zu hören ist. Wer tritt noch so auf? Also ich kenne von den 120 Leuten Ailyn (Ex-Sirenia), Alberto Rigoni (hat schon diverse Alben veröffentlicht wie z.B. Bassorama oder Three Wise Monkeys und arbeitet derzeit an einem neuen Projekt namens BadAss), Fabio D’Amore (Serenity, Killer Kings), Fabio Leone (Rhapsody Of Fire, Angra), John Macaluso (Ark, TNT), Lance King (mir vor allem bekannt als genialer Sänger von Balance Of Power), Raphael Saini (ziemlich genialer Schlagzeuger), Rob Rock, Tommy Denander (Radioactive), Tony Liotta (noch ein brillanter Schlagzeuger) und Victor Smolski (Ex-Rage, Almanac). Der Rest ist mir im Moment nicht wirklich geläufig.
‘The Four Seasons’ wird die Metal-Gemeinde auf jeden Fall spalten. Wie oben schon geschreiben ... man findet es genial oder scheiße um es auf Deutsch zu sagen. Ich find’s klasse Musik und vor allem die unterschiedlichen Sänger und Sängerinnen machen die Scheibe besonders.

Voices From Beyond - The Gates Of Madness

Eine weitere Band aus Italien, genauer gesagt aus Cervia, ist 'Voices From Beyond'. Der klassische Fünfer bestehend aus Roberto Ferri (Vocals ... und zwar richtig geil), Andrea Giunchi (Gitarre), Matteo Poni (Gitarre), Raffaele Sapio (Bass) und Claudio Tirinacanti (Drums), machen astreinen Heavy Metal und zwar so gut, dass sie sich hinter den Szene-Größen nicht verstecken brauchen. Vor allem der Gesang von Roberto Ferri ist astrein und das gepaart mit den fetten und richtig schön schnellen Gitarren lassen das Herz eines jeden Metal-Fans höher schlagen. Und dann noch die perfekte Rhythmus-Arbeit von Bass und Drums ... einfach nur gut. Inspiriert wurden die Jungs durch Horrorfilme (naja ... so schlimm ist's dann auch wieder nicht) und sind schon seit 2006 zusammen. Nach einer EP (im Jahre 2008) gibt es nun das erste vollständige Werk mit 'The Gates Of Madness' und Freunde des Heavy Metal (im Stile von Primal Fear und Konsorten) sollten auf jeden Fall mehr als ein Ohr riskieren, das dann kräftig durchgepustet wird. Soundfiles gibt es natürlich auf MySpace. Unbedingt reinhören.

Void's Last Stand, The - A Sun By Rising Set

Puh ... ganz schön harter Tobak, den hier die Aachener Prog-Band 'The Void's Last Stand' mit 'A Sun By Rising Set' auf CD gebrannt hat. Mit einmal durchhören ist es da sicher nicht getan, um die ganzen Facetten dieses Werkes zu entdecken. Zuerst muss ich mal sagen, dass wenn man auf Prog-Musik im 'klassischen' Sinn steht, wird man mit dieser Scheibe bestimmt auch so seine Schwierigkeiten haben (wie ich). Angefangen beim, sagen wir mal gewöhnungsbedürftigen Gesang, der mich unweigerlich an die Anfänge von Dirk Radloff von Heartscore erinnert (siehe meine Reviews) und auch die Musik ist ähnlich stillos (jetzt im positiven Sinne ... also man kann es keinem Stil so richtig zuordnen). Leicht chaotisch, dann plötzlich ein bißchen Blues, Ska und was weiß ich noch ... und das alles vermischt in zwei Songs mit jeweils über 25 bzw 19 Minuten Länge (wenn man hier überhaupt von zusammenhängenden Songs sprechen kann, denn eigentlich wechselt der Stil minütlich und man könnte hier auch ein Break auf der CD einbauen und einen neuen Song beginnen). Auf jeden Fall sind die Jungs, nämlich Jonas Wingens (Vocals, Gitarre), Geoffrey Blaeske (Gitarre), Ray Dratwa (Drums) und Rachid Touzani (Bass) unheimlich spielfreudig und haben Ideen ohne Ende, für die andere Bands vielleicht 10 CDs gebraucht hätten. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage. Dort kann man die CD wohl auch runterladen bzw. bestellen. Einfach mal reinhören und sich selbst ein Bild machen.

Void’s Last Stand, The - Rakash

Das Vorgänger-Album der Aachener Band (‘A Sun By Rising Set’) habe ich auf meiner Homepage ja schon besprochen und ich hoffe dass einige Leser (trotz oder gerade wegen meiner Review) die Scheibe angetestet und gekauft haben. Und nun gibt es mit ‘Rakash’ einen mehr als würdigen Nachfolger. War ‘A Sun By Rising Set’ schon recht sperrig und für Easy-Listening-Freunde nicht wirklich geeignet, geht’s bei ‘Rakash’ eigentlich noch mehr zur Sache was Eigenwilligkeit und Mischmasch aus vielen Musik-Stilen angeht. Alles recht gitarrenlastig und der ‘außergewöhnliche’ Gesangsstil von Jonas Wingens erinnert mich immer noch an Dirk Radloff von ‘Heartscore’.
Immerhin hat man es jetzt geschafft, die Berge von Ideen auf insgesamt 6 Songs zu verteilen (der Vorgänger hatte ja nur 2 Long-Songs). Ich frage mich allerdings, wo ‘Mother Sun And The Other Son (Part II) abgeblieben ist, denn Part I ist auf dem Erstlingswerk drauf und Part III jetzt hier als Opener und ‘nur’ gute 16 Minuten lang. Richtig melodisch können ‘The Void’s Last Stand’ aber auch. ‘Sail My Ship Achilles’ könnte locker als 80er New Wave durchgehen und auch das Gitarren-Solo ist klasse. Und auch ‘She’s A Ghost / They Shall Not Pass’ ist ein richtig melodischer Song ohne viel Geschnörkel. Richtig angenehm finde ich den 10 1/2-minütigen Instrumental-Song ‘Land(e)scapes And The Beauty Of No. 64’, der etwas verschnaufen lässt, obwohl auch da zwischendurch ganz schön gefrickelt wird. Total klasse endet die CD mit ‘Glass Cabinet’ ... wieder über 9 Minuten lang und mit fettem Gitarren-Solo ausgestattet. Und ganz am Schluss gibt’s dann noch ein Gedicht namens ‘An Ode To Antoine Marie Joseph Artaud: Poesy In Asylum’, also eine ‘Huldigung’ des allseits bekannten französischen Poeten, Schauspielers und Theater-Direktors. Wobei ich so meine Zweifel habe, dass der Texter Herrn Artaud wirklich leiden kann. Eventuell ein kleines Schul-Trauma?
Als Gast-Musiker haben The Void’s Last Stand übrigens Alex Stoll gewonnen, der auf der CD vor allem die Keyboard-Parts übernommen hat. Mehr Infos über die Band gibt es unter www.tvls.de. Unbedingt antesten!

Voluntary Mother Earth - Unacceptable Vegetable

Endlich habe ich mal wieder was völlig Schräges im CD-Player. Die japanische Band 'Voluntary Mother Earth', bestehend aus Akihiko Hayakawa (Gitarre, Vocals und verantwortlich für alles Songs), Chunko (Bass und Vocals), Shon Mage (Drums und Vocals) und Yoko Iwasawa (Keyboards und Vocals ... mittlerweile aber nicht mehr bei der Band) sind beeinflusst von Frank Zappa (und das hört man gewaltig), Mimi Hendrix, Deep Purple und Led Zeppelin. Sie schrecken aber auch nicht zurück zu behaupten, sie wären auch von Michael Jackson und Willie Nelson beeinflusst worden. Nun gut ... die letzten zwei Namen wollen wir jetzt mal eher verschweigen, denn am ehesten geht die Musik tatsächlich in Richtung Frank Zappa ... genauso experimentell, genauso plötzlich wieder voll melodisch, immer mit einem Augenzwinkern (man beachte nur mal die Song-Titel wie 'Give Us A Tomato', 'I Said Just Water Please and She Gave Me Sprite' oder auch die Penis-Duologie 'Forgive My Penis' (geil hier die Michael Jackson und Britney Spears - Verarsche) und '... And You Got My Penis Hurt'). Hier einen Song herauszuheben, würde diesem 'Kunstwerk' sicher nicht gerecht werden. Trotzdem sei das Stück 'A Story Of The Typical Week Of A Starving Musician' erwähnt bei dem in knapp über 4 Minuten von Disco-Sound bis einem Country-Part alles verarbeitet wird. Man muss die CD wirklich mit einer großen Prise Humor genießen, sonst fehlt einem der Zugang. Aber neben dieser witzigen Art Musik zu verpacken möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass die Musiker absolut ihr Handwerk verstehen. Von harten Rock-Riffs bis zu jazzigen Passagen haben die alles ziemlich perfekt drauf. Ein paar Sound-Files habe ich sogar bei Spiegel Online gefunden. Also einfach mal reinlauschen und dann den Link zu CDBaby nutzen und die Scheibe bestellen. Das ist köstliche Unterhaltung und musikalisch sind die Jungs auch nicht schlecht. Wer auf Zappa steht, sollte sich 'Voluntary Mother Earth' sowieso nicht entgehen lassen. Das sind würdige Erben dieser Art von Musik.

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Wakeman, Oliver - Heaven's Isle

Oliver Wakeman, Sohn des Yes-Keyboarders Rick Wakeman, ist zum ersten Mal in Erscheinung getreten durch die geniale CD 'Jabberwocky', die er mit Clive Nolan (Arena, Pendragon, Shadowland, Strangers On A Train) aufgenommen hat. Heaven's Isle ist nun seine erste Solo-CD, die allerdings (weil ganz schön seicht und einschläfernd) nur als Hintergrundmusik an der Wursttheke im Supermarkt taugt. Vielleicht habe ich mir die CD auch nur zur falschen Gelegenheit angehört. Zum Nachmittags-Tee oder in stiller Stunde mit einem leckeren Fläschchen 97er Chianti Classico Riserva kommt sie vielleicht besser.

Wakeman, Rick - Out There

Nach vielen belanglosen und auch absolut unnötigen Alben gibt es endlich mal wieder was von Ex- und Wieder- und Wieder-Ex und Wieder-Wieder - Yes-Keyboarder Rick Wakeman, das erwähnenswert ist. Das liegt allerdings weniger daran, dass Herr Wakeman plötzlich wieder so richtig gute Musik macht sondern eher daran, dass er als Sänger keinen Geringeren als Ex-Threshold (und Ex-Landmarq) - Sänger Damian Wilson mit ins Boot genommen hat. Und der macht seine Sache mal wieder erwartungsgemäß hervorragend. Alleine schon mal wegen dem Titelstück (mit 13 Minuten auch der längste Song auf der CD) müsste man sich die CD schon kaufen. Toller, fetziger Rocksong mit proggigen Passagen im Stile der besten Yes-Zeiten. Klar zeigt Herr Wakeman, was er so alles an den Tasten kann, aber hier wird's nie nervig. Die nächsten 4 Songs sind dann leider etwas langweiliger und eigentlich nur deshalb anhörbar, weil halt ein Ausnahmesänger mitmacht. Tja, und da nur 6 Songs auf der CD sind, folgt mit 'The Cathetral Of The Sky' dann auch schon das Ende. Und wie der Titel schon erahnen lässt, wird's hier nochmal richtig gut. Ebenfalls ein Highlight der CD. Fazit: Die zwei Longsongs mit zusammen knapp 24 Minuten sind super, der Rest (etwa genauso lang) ist so naja. Für Wakeman-Verhältnisse allerdings ist die Scheibe hervorragend.

Wallace, Dan - Culture Of Self

Als Betreiber einer Musik-Homepage ist immer wieder schön, unbekannte Künstler kennen zu lernen. Und so ging es mir auch mit Dan Wallace, der mir seine neue CD 'Culture Of Self' für eine Review zur Verfügung gestellt hat. Dan Wallace kommt aus Chicago und die vorliegende Scheibe ist bereits sein zweiter Output als Musiker. Meine Recherchen im Internet haben ergeben, dass das Debüt-Werk mit Namen 'Neon And Gold' doch viele positive Kritiken ... vor allem natürlich in den USA ... bekommen hat. Einsortiert wurde die CD unter Indie-Pop (so bei CD-Baby beschrieben). Mag sein, ich kenne die CD ja nicht, aber 'Culture Of Self' ist sicher kein Indie-Pop. Mich erinnert's ein ganz klein wenig an die CDs von 'Heartscore' (siehe meine Reviews), ohne auch nur halbwegs so 'schräg' zu sein. Trotzdem ist es doch irgendwie nicht wirklich einsortierbar. Dan Wallace wurde vor allem von Dimitri Shostakovich (einem russischen Komponisten aus Sankt Petersburg - 1906 - 1975) und ... Achtung ... Frank Zappa beeinflusst. Nette Mischung würde ich sagen. Aber kommt schon irgendwie hin. Zwischen Beatles ('z.B. Song 2 'The Heap'), klassischer Arie mit Flügel-Begleitung (Song 4 'I Want To Be' mit den weiblichen Vocals von Robin Morgan) bis zu spanischen akustischen Gitarren (Song 6 'The Low Road') ist alles vertreten. So dass die Nähe zu Frank Zappa doch nicht so ganz abwegig ist. Die CD erschließt sich sicherlich erst nach mehrfachem Hören und verwöhnte Prog-Ohren werden damit wahrscheinlich eher ihre Schwierigkeiten haben. Aber aufgeschlossene Musik-Liebhaber, die auch mal einen Blick an den Rand der Rock-Musik werfen, sollten Dan Wallace mal antesten. Viele Infos gibt es auf seiner Homepage unter www.danwallacemusic.com.

Wallace, Dan - Reattachment

Von dem amerikanischen Songwriter Dan Wallace habe ich letztes Jahr schon das Vorgänger-Album 'Culture Of Self' besprochen. Ein hochinteressantes Album am Rande des Rock, das vor allem ein bißchen an Frank Zappa erinnerte. Jetzt gibt es mit 'Reattachment' einen neuen Output. Und ich muss sagen, dass diese CD eindeutig leichter zu verdauen ist. Teilweise richtig schöne Melodien (z.B. der Song 'South Of Heaven'), die so richtig flockig und fröhlich runtergehen wie Öl. Solche Seiten waren auf dem Vorgänger-Album noch nicht zu hören. Aber auch das zappaeske kommt nicht zu kurz ('Invisible Lines', um nur mal einen Song zu nennen). Insgesamt ist Dan Wallace aber melodischer geworden, ohne auch nur eine Sekunde langweilig zu klingen. Dan Wallace spielt ja alle Instrumente selbst (nur auf ein paar Stücken wird er von Schlagzeuger George Lawler unterstützt) und ich möchte vor allem sein Gitarrenspiel hervorheben, das sich vor Szene-Größen nicht verstecken braucht. Klar ist auch 'Reattachment' nicht wirklich leichte Kost und es braucht schon ein paar Hördurchgänge, bis sich die einzelnen Songs erschließen (auch wenn sie mit so zwischen 3 und 6 Minuten nicht wirklich lang und kompliziert sind). Doch lohnt sich wirklich der Zeitaufwand, um in die Musik richtig einzutauchen. Musikliebhaber die auch abseits des Prog ein Ohr riskieren, sollten Dan Wallace auf jeden Fall mal antesten. Mehr Infor gibt es auf seiner Homepage.

Wallace, Dan - Den Of Maniacs

Bereits die dritte Scheibe ist ‘Den Of Maniacs’, die ich von dem Songwriter Dan Wallace aus Chicago auf meiner Homepage besprechen darf. War die erste CD noch ein bißchen chaotisch und die zweite CD dann schon ein bißchen eingängiger, ist ‘Den Of Maniacs’ noch leichter verdaulich geworden. Wieder hat Dan Wallace fast alle Instrumente selber eingespielt (wobei vor allem mal wieder seine fette Gitarre positiv auffällt) und nur bei 2 Songs hat George Lawler an den Drums ausgeholfen (wie auch schon beim Vorgänger ‘Reattachment’) sowie jetzt neu Emanuel Ban, der auf 2 anderen Songs Violine spielt. Der Opener ‘Look At Me’ haut schon richtig fett rein und erinnert stimmlich sogar mal wieder ein bißchen an Wallace’s Vorbild Frank Zappa. ‘Go Away’ ist dann etwas ruhiger, fast süß :-). ‘Vante Left Them Human (Revamped) ist hochinteressant nur mit akustischer Gitarre und der oben genannten Violine (ziemlich gut gemacht). ‘Take It Back’ ist dann fast ein Pop-Song (zumindest am Anfang und immer mal wieder zwischendurch) mit mehrstimmigem Gesang. Auch hier muss ich unweigerlich ein bißchen an Frank Zappa denken, der auch ab und zu solche Ideen hatte. ‘Morceau’ könnte fast ein französischer Chanson sein (absolut witzig gemacht ... akustische Gitarre, der typisch französische Rhythmus und sogar ein paar eingestreute französische Worte). Echt erstaunlich, was für Ideen Dan Wallace so hat, ist er doch weit weg von Frankreich. Aber da sieht man mal, was ein genialer und kreativer Musiker alles aus der Feder zaubert. ‘The Gift’ könnte fast als Weihnachtslied durchgehen (‘Christmas Time will be here soon, now that november is half the way through ... um mal die erste Zeile des Songs zu zitieren). Auch wieder nur akustische Gitarre und wunderschön gesungen. ‘Spiders In Heaven’ ist auch wieder ein bißchen französich angehaucht ... richtig gut. ‘I Want To Be’ klingt fast ein bißchen nach Beatles (obwohl ich die ja gar nicht leiden kann, ist der Song richtig witzig). ‘Fell (For Two Musicians and a Computer)’ fängt auch recht gemächlich an, wird aber gegen Ende richtig fett (mit tollem Synthie-Einsatz und endlich mal wieder einer fetten Gitarre). Die CD endet leider viel zu schnell mit ‘Fever’, einem Song nur mit Gesang und Piano. Mit ‘Den Of Maniacs’ hat Dan Wallace mal wieder eine hochinteressante CD abgeliefert, die auf jeden Fall nicht in meinem CD-Regal verstauben wird. Bei so vielen Ideen die Dan Wallace hat, freue ich mich schon auf den nächsten Output. Mehr Infos gibt es auf seiner Homepage.

Waters, Roger - In the Flesh

Das Jahr 2000 neigt sich dem Ende entgegen, man überlegt so langsam, welche Scheibe den Titel 'CD des Jahres' bekommen könnte und schwupps ... alles wird vielleicht über den Haufen geworfen. Roger Waters, den meisten Lesern wohl bekannt (als Ex-Mitglied von Pink Floyd und dort verantwortlich für die eher 'chaotischen' Momente der Band), hat es tatsächlich geschafft, eine Doppel-Live-CD mit ca. 150 Minuten Spielzeit zu produzieren, die ganz locker an die letzten 2 Pink Floyd Live-Alben herankommt. Dabei hat Herr Waters bei den PF-Songs natürlich ausnahmslos Stücke ausgewählt, für die er mitverantwortlich war. So kommen wir endlich in den Genuß, Sahnestückchen wie 'Pigs on the Wing Pt. 1', 'Dogs' (von 'Animals') oder 'Southampton Dock' (von 'The Final Cut') in geradezu genialen Live-Versionen zu hören, die von Pink Floyd nicht auf ihren Live-CDs veröffentlicht wurden. Abgerundet wird der PF-Teil mit Songs von 'The Wall' (darunter ein grandioses 'Comfortably Numb'), 'Wish yor were here' (u.a. 'Shine on you crazy diamond Pt.1 - 8) und 'Dark Side of the Moon'. Aber auch seine Solo-Alben 'The Pros and Cons ...' und vor allem die überragende 'Amused to Death' kommen nicht zu kurz. Sicherlich, es fehlt dem PF-Fan natürlich ein Gitarrenspiel von David Gilmour, aber Waters' Alternativen (Doyle Bramhall, Andy Fairweather Low und vor allem Snowy White) sind auch nicht von schlechten Eltern. An dieser CD gefällt mir von allem die frische Art der teilweise ja schon fast 30 Jahre alten Songs, die einfach auch nicht so oberperfekt rüberkommen. Und DAS macht ja auch eine Live-CD aus.

Watts, J.M. - Spiritual Headcase

John Malcolm Watts, den meisten Lesern wahrscheinlich nur bekannt als Kopf der englischen Band 'Fischer-Z' (die größten Hits waren in den 80ern u.a. Room Service, Marliese, Berlin und die genialen Scheibe 'Red Skies Over Paradise', die damals in keinem Plattenständer fehlen durfte) tritt nach einigen Versuchen, Fischer-Z wieder aufleben zu lassen (wobei vor allem die CD 'Destination Paradise' zu empfehlen wäre) mittlerweile nur noch unter J.M.Watts oder schlicht 'Watts' auf und kann seine Konzert-Besucher einzeln mit Handschlag begrüßen (trauriges Highlight war vor ein paar Jahren ein Konzert in der Röhre in Stuttgart, als sich jeder Besucher ein Lied wünschen durfte). Und leider ist auch musikalisch von der Fischer-Z-Ära nicht mehr viel übrig. Watts war zwar noch nie dafür bekannt, auf der Stelle zu treten, aber jetzt versucht er's mit scratchendem DJ am Plattenteller (zuletzt gesehen in Stuttgart auf dem Konzert 1999). Aber: stimmlich ist er noch voll auf der Höhe und der Wiedererkennungssatz alleine wegen seinem Organ liegt noch immer bei ziemlich genau 100 %. Die CD 'Spiritual Headcase' ist ein Remake der letzten CD 'Big Beat Poetry', die schon in die Richtung Fischer-Z goes Techno ging. Und jetzt hat Watts das Teil neu aufgenommen und abgemischt. Gag an dieser Produktion ist: Wer die CD bestellt, darf im Januar kostelos auf eines der fünf in Deutschland stattfindenden Konzerte. Und wer die (wirklich hochinteressante) Biographie bestellt, darf auch noch zur Pressekonferenz vor dem Konzert. Wie ich finde eine wirklich tolle Idee (falls das wirklich stattfindet). CD und Biographie sind ausschließlich erhältlich beim Dilemma-Verlag in München (E-Mail-Adresse: kontakt@dilemma-verlag.de ). CD und Biographie kosten zusammen knappe 60 Mark (mit Nachnahmegebühr).

Waverly Lies North - A Soul In The Void (VÖ: 20.03.2014)
Aus dem beschaulichen Örtchen Abbeville in Frankreich (gelegen zwischen Calais und Le Havre in der Nähe des Atlantiks) kommt die Band ‘Waverly Lies North’. Und das ist mal wieder ein kleiner Geheimtipp auf meiner Seite in der Hoffnung, dass die Jungs um die Gründungs-Zwillige Julien und Edouard Mehay vielleicht ein bißchen bekannter werden. ‘A Soul In The Void’ ist eine reinrassige Symphonic Metal Scheibe der härteren Gangart, die Fans von Symphony X und Konsorten durchaus begeistern könnte. Bestechend ist der klare und professionielle Gesang von Eric Pariche, der es locker mit den Genre-Größen aufnehmen kann.
Ich möchte gar nicht auf die einzelnen Songs eingehen, denn wirklich JEDER ist für sich richtig gut, mit fetten Gitarren und einer einprägsamen Melodie-Linie.
‘Waverly Lies North’ ist auf jeden Fall eine vielversprechende Band im Symphonic Metal Sektor und wenn man bedenkt, dass ‘A Soul In the Void’ das Debut-Album ist, freue ich mich schon darauf mehr von den Jungs zu hören. Ein richtig gutes Werk. Mehr Infos über die Band gibt es auf ihrer Homepage. Dort gibt es ein paar Hörbeispiele / Videos und man kann da auch die Scheibe, die ich Euch nur ans Herz legen kann, auch bestellen.

Weinberger, AG - Nashville Calling

Rumänien ist bis jetzt, wenn man meine CD-Kritiken so anschaut, ein absolut weißer Fleck auf der Landkarte. Aber das wird sich mit dieser Review ändern. Denn AG Weinberger, genannt 'The Transylvanian Guitar Man', ist DIE rumänische Blues-Legende. Und diese Bezeichnung trägt er zu recht. Hatte ich neulich ja schon mal eine grandiose Blues-CD (von Brad Wilson) kritisiert, haut Attila Weinberger, so heißt er nämlich richtig, in die selbe Kerbe. Von fetzigem Blues ('Love Doctor') bis gefühlvoller Gänsehaut-Musik ('Break The Man') hat er alles drauf. Im Jahr 2000 verließ Weinberger Rumänien für ein kulturelles Exil in den USA. Dort musizierte er in Clubs in Chicago und New York. Danach wurde er von der Country-Sängerin Sandie Brooks für eine US-Tour angeheuert. 2005 begannen dann die Aufnahmen zu 'Nashville Calling', die von keinem Geringeren als Tom Hambridge produziert wurde, der schon für Lynyrd Skynyrd, Johnny Winter oder auch Bonnie Raitt gearbeitet hat, auf der CD auch die Drums bearbeitet und einige Songs beigesteuert hat. Wer Interesse an Blues-Musik hat, wird an AG Weinberger nicht vorbeikommen. Geht auf seine Homepage und lauscht ein bißchen der tollen Musik und Ihr werdet genauso überzeugt sein wie ich.

Weinhold, Jutta - Best

Den Namen Jutta Weinhold werden jetzt vielleicht viele meiner Homepage-Leser nicht unbedingt kennen. Da muss man schon ... so wie ich ... mindestens der Ü-40-Generation angehören und sich vielleicht ein bißchen in der 70er-Jahre Szene der deutschen Rockmusik auskennen. Denn Jutta Weinhold, Jahrgang 1947, gründete 1975, nachdem sie in einigen Musical (Hair, Jesus Christ Superstar) involviert war, die Jutta Weinhold-Band, in der so damalige Größen wie Steffi Stefan und Bertram Engel (von Udo Lindenberg's Panik Orchester) mitgespielt haben. Aber auch bei zahlreichen Live-Auftritten mit Udo Lindenberg trat Jutta ins Rampenlicht und wurde gefeiert. Über Chris Evans (wer erinnert sich nicht an die geniale Platte 'Stonehenge' mit David Hanselman ... über 25 Jahre alt und noch immer eine meiner Lieblings-Scheiben) kam sie dann zu Zed Yago und verkaufte dort Berge von Tonträgern. Nach Ärger mit den Band-Mitgliedern gab's dann zu Beginn der 90er Jahre einen Neu-Anfang unter dem Namen 'Velvet Viper' und danach weitere CDs unter ihrem eigenen Namen. Und nebenher arbeitet sie noch als Leiterin von Gesangs-Workshops in einer Musikschule. Ein bewegtes Musiker-Leben würde ich mal sagen.
Auf der vorliegenden Best Of -CD vom
Zounds-Label (schaut mal dort rein ... das ist eine ziemlich interessante Art, an tolle Musik zu kommen, denn über das Zounds-Abo gibt es 'Hits von gestern im Sound von heute' recht günstig zu kaufen) ist dann ein großer Querschnitt über das Schaffen von Jutta Weinhold verewigt, der von Live-Auftritten mit Udo Lindenberg aus den 70ern bis zu einem Bonus-Track von 2007 (der Lindenberg-Song 'Mädchen') reicht. Reinhören lohnt sich, denn Jutta Weinhold braucht sich vor der 'ewig jungen' (haha) Doro Pesch nicht zu verstecken.

Wesley, John - Under the Red and White Sky / The Closing of the Pale Blue Eyes

John Wesley, mittlerweile Gitarrist von Fish, hat offensichtlich auch schon ein paar Solo-CDs veröffentlicht (wieder ein Tip von Mic). Die vorliegende Doppel-CD sind Alben aus den Jahren 1994 und 1995. 'Under the Red and White Sky' wurde u.a. produziert von Mark Kelly (Keyboarder von Marillion) und unter Mithilfe der anderen Marillos eingespielt. Insgesamt finde ich die CD zwar nicht schlecht aber auf Dauer etwas eintönig. Nette Liedchen hübsch vorgetragen. Aber wirklich nix berauschendes. Schlimmer jedoch ist die andere CD 'The Closing of the Pale Blue Eyes', die mich dazu veranlasst hat, beim dritten Lied einzuschlafen. Wesley klampft ein bißchen auf der akustischen Gitarre rum und jammert dazu (genauso wie auf der letzten Fish-Tour als 'Vorgruppe', und das hat mich damals schon ganz schön gelangweilt). Für hartgesottene Fish-Fans, die alles von allen Musikern haben müssen, bestimmt keine schlechte Wahl, aber für Prog-Freunde ist das eher nichts.

Wetton, John - Sinsiter

Es ist ja eigentlich fast eine Frechheit. Da läßt uns Ex-Asia-Sänger John Wetton fast 4 Jahre auf eine neue Studio-CD warten, und dann ist das Teil nicht mal 40 Minuten lang. Aber diese 40 Minuten haben es in sich. Unterstützt von so genailen Musikern wie John Mitchell (Arena), John Young (jetzt Fish), Martin Orford (IQ, Jadis), Tod Sucherman (Styx), Robert Fripp (King Crimson), Gary Chandler (Jadis) oder Steve Hackett (Ex-Genesis) gibt's ordentlich was auf die verwöhnten Ohren, nämlich typische Wetton-Songs im Stil von 'Battle Lines' oder 'Arkangel'. Er hat halt einfach ein obergeniales Stimmchen, der Mann.

Wetton, John - Rock Of Faith

Wenn einer meiner absoluten Lieblings-Sänger (John Wetton) u.a. zusammen mit einigen meiner Lieblings-Musiker (Clive Nolan, John Mitchell von Arena) aufnimmt, als Produzenten keinen Geringeren als Karl Groom (Threshold) verpflichtet und nach Durchblättern des Booklets dann auch noch das Wunder geschehen ist, und es eine halbe Asia-Reunion gegeben hat (Geoffrey Downes ... mit John Wetton Gründungsmitglied der Bombast-Rocker ... hat 2 Songs mitgeschrieben und auch mitgespielt) was kann man da nur raten ?? Natürlich CD kaufen und geniessen. Highlights sind der instrumentale Opener ('Mondrago') sowie das gleich danach folgende Titelstück 'Rock Of Faith', aber auch die restlichen Songs, obwohl alle eher ruhig, sind einfach klasse. Aber mal wieder schade, dass es nur zu 46 Minuten genialer Musik gereicht hat. Trotzdem würde ich einfach mal behaupten: MUSS MAN HABEN.

Wetton, John - Raised In Captivity

Ein Künstler wie John Wetton, der schon in so vielen Bands gespielt und Erfolg gehabt hat (Uriah Heep, UK, Yes usw.) könnte wahrscheinlich den größten Mist aufnehmen und es wäre gut. Seine unverkennbare Stimme ist einfach klasse und er schafft es jedes Mal, für seine Solo-Scheiben hochinteressante und gute Musiker um sich zu scharen. Dieses Mal sind es Billy Sherwood (Gitarre), Mick Box (darf ein Solo spielen), Geoffrey Downes, Steve Hackett, Eddie Jobson, Tony Kaye, Alex Machacek und Steve Morse ... als fast alles Musiker, die John Wetton in seiner langen Karriere begleitet haben. Hierfür schon mal Respekt. Im Vergleich zu den letzten Alben ist ‘Raised In Cptivity’ ein Tacken rockiger geworden (hier vor allem der Opener ‘Lost For Words’ oder auch das Titelstück), diverse Balladen (wie z. B. ‘Steffis Ring’ wo der Schmalz nur so trieft oder ‘Mighty Rivers’, das John Wetton zusammen mit Anneke van Giersbergen geschrieben hat, die da auch gesanglich ihr Bestes gibt) fehlen aber auch nicht. Tolle Scheibe, die man haben sollte.

Wetton / Downes - Icon

Was sich auf der letzen John Wetton - CD 'Rock Of Faith' schon angedeutet hatte und alle alten Asia-Fans gehofft haben, ist tatsächlich eingetreten. Die Asia-Urgesteine John Wetton (Bass, Vocals) und Geoffrey Downes (Keyboards) haben mal wieder eine CD zusammen gemacht. Und ... hierfür gibt es für mich ... als Asia-Fan der ersten Stunde ... nur ein Urteil: GEIL. Unterstützt von Arena-Gitarrist John Mitchell und Jadis-Drummer Steve Christey, die übrigens die restlichen 50 Prozent Ur-Asia-Mitglieder (Steve Howe und Carl Palmer) mehr als ersetzen (vor allem John Mitchell ist mit einem völlig neuen Gitarren-Sound überhaupt nicht zu erkennen), werden eine Asia-Hymne nach der anderen zelebriert, so dass man sich echt fragt, warum die Jungs nicht zusammengeblieben sind. Schon der Opener 'Let Me Go' hätte ganz locker auch auf das Asia-Debüt-Album von 1982 gepasst. Und es geht gerade so weiter: 'God Walks With Us', 'I Stand Alone' und wie die Songs alle heißen ... jeder Track mit einem hohen Wiedererkennungsfaktor (wobei natürlich die Stimme von John Wetton viel ausmacht). Bei zwei Songs darf dann noch Annie Haslam, die vielleicht einige von Euch von der Band 'Renaissance' kennen, die Backing Vocals übernehmen. Das Mastering hat übrigens Rob Aubrey (der ja auch z.B. für IQ schon geniale Arbeit geleistet hat) gemacht. Und herausgekommen ist dann auch noch ein überfetter Sound. Also hier kann ich nur einen uneingeschränkten Kauftipp abgeben.

Wetton / Downes - Icon (DVD)

Kritik von Siggi Greck:
Auf der vorliegenden DVD (auch auf CD erhältlich) präsentieren Wetton und Downes diverse Asia-Klassiker sowie einige Titel Ihrer gemeinsamen “Icon”-CD in akustischem Gewand – also John an der akustischen Gitarre, Geoffrey am Piano, dazu noch Begleitung von einem Cellisten. Wetton und Downes beherrschen ihr Handwerk, das merkt man zu jeder Sekunde während dieses Auftritts. Leider ist die DVD selbst etwas dürftig ausgefallen – dennoch, ich denke für alle Asia-Fans absolute Pflicht!

Wetton / Downes - Icon II (Rubicon)

Die erste CD der beiden alten Asia-Haudegen (Icon) war ja eine kleine Sensation. Offensichtlich hat sich die Veröffentlichung gelohnt, denn jetzt gibt es einen zweiten Teil von Icon .. nämlich Icon II Rubicon. Und wem schon die erste CD von John Wetton zusammen mit Geoffrey Downs (und wieder unterstützt von Arena-Gitarrist John Mitchel und Jadis-Schlagzeuger Steve Christey sowie dem Cellisten Hugh McDowell) gefallen hat, wird auch von Icon II begeistert sein. Der Opener 'The Die Is Cast' ist gleich der Hammer und hätte auf jeder alten Asia-CD Platz gefunden (Heat Of The Moment lässt grüßen). Die CD geht zwar (leider) nicht in diesem Stil weiter sondern wird etwas ruhiger, doch vor allem die 2 Gast-Auftritte von Gathering-Sängerin Anneke van Giersbergen sind klasse und auch die (leider viel zu selten) eingestreuten Gitarren-Soli von John Mitchell hauen einen vom Hocker. Ansonsten ist die CD guter 'Überdurchschnitt' und alle Wetton- und natürlich Asia-Anhänger haben hiermit ca. 15 Euro weniger in der Tasche. Denn die müssen hier ungehört zuschlagen.

Kritik von Siggi Greck:

Hier kann ich mich der Meinung von Roland voll anschliessen. Wem die erste Icon gefallen hat, wird den zweiten Teil auch mögen. Auch ich finde die CD insgesamt etwas zu ruhig und nicht ganz so stark wie Teil eins – trotzdem für alle Asia- und John Wetton-Fans uneingeschränkte Kaufempfehlung!

Wicked Sensation - Reflected

Welcher Melodic-Metal-Fan war nicht traurig, als sich Whitesnake aufgelöst haben. Und welcher Fan ist nicht enttäuscht über das Zeugs, das David Coverdale danach veröffentlicht hat. Die Depressionen haben ein Ende ... Wicked Sensation sind da. Die klingen voll nach Whitesnake, wobei Sänger Robert Soeterboek (einige werden ihn von Ayreon-Scheiben kennen) mit seiner Stimme wohl den größten Anteil daran hat. Kein Wunder auch, dass die Scheibe so eine hervorragende Qualität hat. Ayreon-Mastermind A.A. Lucassen hat bei den Songs mitgeschrieben, die CD mitproduziert und taucht, zusammen mit Damian Wilson (Ayreon, Threshold, Landmarq) auch als Background-Sänger auf. Veröffentlicht wurde das Teil bei Thomas Hässlers MTM-Music. Mehr gibt's nicht zu sagen, Melodic-Metal-Fans sollten sich die Scheibe ungehört zulegen.

Wig Wam - Hard To Be A Rock 'N' Roller ... In Kiev

Kritik von Siggi Greck:
Nun haben Sie es also geschafft. Die Glamrocker „Wig Wam“ haben sich als Vertreter ihres Heimatlandes Norwegen für den „Grand Prix d’Eurovision“-Wettbewerb in Kiew qualifiziert. Wenn sie das Halbfinale am 19. Mai 2005 erfolgreich überstehen können Sie am 21. Mai 2005 im Finale teilnehmen. Aus diesem Grund haben sie das bereits unter dem Titel „667…The Neighbour Of The Beast“ unter neuem Titel mit dem zusätzlichen Song „In My Dreams“, mit dem sie antreten, neu veröffentlicht. Aufgrund der Bilder und der Titel der Songs sind die Norweger wohl echte Spaßvögel, die sich auch selbst gern auf die Schippe nehmen. Auf Ihrer CD bieten sie wirklich erstklassigen Melodic-Rock mit Anleihen aus den 70ern. Die Musik ist eine Mischung aus Bon Jovi, Europe, Slade, Sweet, Cinderella und Kiss. Anspieltipps: „In My Dreams“, „Out Of Time“ und „No More Living On Lies“. Für die reinen Prog-Fans wohl nicht Weltbewegendes, aber wohl die erste Kritik auf Rolands Seite über einen Grand Prix-Teilnehmer … und ich drück den Jungs auf alle Fälle die Daumen!

Wig Wam - Wig Wamania

Kritik von Siggi Greck:
Die Glamrocker aus Norwegen haben wieder zugeschlagen. Sie knüpfen nahtlos an Ihre Debüt-CD „Hard To Be A Rock`N`Roller“ an. Feinster Melodic-Rock ala Bon Jovi/Def Leppard/Europe gemischt mit Glamrock aus den Siebzigern (Sweet/Slade lassen grüssen). Macht einfach Spaß, dieser Band zuzuhören. Und bei allem lustigem Outfit, es sind hier wirklich hervorragende Stücke dabei, mit denen die Jungs derzeit sicher in der oberen Liga der Melodic-Rocker mitspielen. Ich bin überzeigt, dass beispielweise die Titel „Slave To Your Love“ sowie „At The End Of The Day“ mit einem Namen wie Bon Jovi als Interpreten größte Chancen auf einen Superhit hätte.

Wilson, Brad - Live Power Blues Guitar / Brad Wilson

Wow! Da gibt es einen absolut grandiosen Blues-Gitarristen namens Brad Wilson, der fast ausschließlich in Californien Konzerte gibt (bis zu 150 Gigs im Jahr), auf Harley Davidson Treffen Furore macht, Szene-Heroes wie Eric Clapton oder B.B. King praktisch an die Wand spielt, und niemand in Europa nimmt diesen Mann wahr. Immerhin 10 Alben hat Brad Wilson zwischenzeitlich veröffentlicht und zwei seiner Songs wurden für John Carpenter-Filme ('Teaser' im Film 'Vampires' und 'Can't Let You Go' im Film 'Ghosts Of Mars') ausgewählt. Ich habe das große Glück, von Brad Wilson eine Live-CD zu haben ('Power Blues Guitar), die 2006 bei diversen Konzerten aufgenommen wurde und von vorne bis hinten einfach nur begeistert. Rattengeile Blues-Gitarre, dreckiger Blues-Gesang und überdurchschnittliche Rhythmus-Gruppe durch seine Band. Knapp 60 Minuten Blues-Feuerwerk vom Feinsten. Und dann habe ich noch die neueste Studio-CD (schlicht Brad Wilson betitelt), die in keinster Weise der Live-Scheibe nachsteht, wobei ich mir die Musik live in einer verrauchten Kneipe mit schwitzenden und total begeisterten Besuchern so richtig vorstellen kann. Einzelne Songs herauszuheben wäre einfach absoluter Blödsinn, weil die Scheiben einfach durchweg grandios sind. Fans von fetzigem Blues können bedenkenlos zugreifen und Hobby-Gitarristen werden vor Brad Wilson einfach niederknien. Viel Infos und Bezugsquellen gibt es unter www.bradwilsonlive.com. Unbedingt vorbeischauen, ein paar MP3's runterladen und CDs kaufen! Der Mann muss unbedingt mal in Deutschland ein Konzert geben. Ein absolutes MUST HAVE !!! Und zumindest die letzte Studio-CD gibt es auch bei Amazon durch diverse Händler für knapp 13 Euro.

Wilson, Damian - Disciple

Kritik von Siggi Greck:
Mehr durch Zufall bin ich auf diese CD gestossen. Der Ex-Sänger von Threshold lässt es hier sehr ruhig angehen. Die Songs sind durchweg "unplugged" mit Begleitung eines klassischen Orchesters aufgenommen. Dadurch tritt die tolle Stimme von Damian Wilson in den Vordergrund, was mir sehr gut gefällt. Die Songs sind alle sehr gut geeignet zum Träumen und Relaxen. Einige Songs erinnern mich sogar etwas an Cat Stevens ("Beating Inside" und "What A Man Can Dream"). Anspieltipps: "Disciple", "Part Of Me" und das John Lennon-Cover "Grow Old With Me" (Duett mit der Sängerin Alex Sharpe).

Wilson, Damian - Let's Start A Commune

Damian Wilson ist ja vor allem als ' Immer mal wieder - Sänger' von Threshold bekannt. Dass er auch schon einige Solo-CDs veröffentlicht hat (die teilweise nur über seine Homepage zu kaufen waren oder sind), wissen vielleicht nicht so viele Leute. Und das ist wirklich schade. Denn hier zeigt Damian Wilson weit ab vom Prog-Metal-Sektor, was er stimmlich drauf hat. 'Let's Start A Commune' ist eigentlich schon etwas älter und war bis jetzt nur als Download erhältlich (ich glaube von 2003 oder so). Und jetzt gibt es das Teil auch als reguläre CD zu kaufen (z.B. bei Just For Kicks). Und der Kauf lohnt sich auf jeden Fall, wenn man die geniale Stimme von Damian Wilson mag. Zwar sind die Songs fast alle etwas poppig und leicht rockig angehaucht, teilweise auch ziemlich spärlich instrumentiert und recht ruhig, aber was der Mann mit seiner Stimme anfangen kann ist schon weltklasse. Eine schöne CD zum nebenher hören.

Wilson, Damian - I Thought The World Was Listening 1997 - 2011

Dass Ex- und Wieder-Threshold-Sänger Damian Wilson schon seit vielen Jahren mehr oder weniger erfolgreich auch Solo-CDs rausgebacht hat, ist glaube ich nicht allen Proggies bekannt, wandelt er auf Solo-Pfaden auch in einer ganz anderen Musik-Welt. Denn zumindest die Scheiben die ich von ihm habe, sind durchweg ziemlich ruhig gehalten und zeigen vor allem eine ganz andere Stimme von Damian Wilson, der wirklich sehr gefühlvoll singen kann, dass es einem eiskalt den Rücken runter läuft. Und wie der Name der CD schon vermuten lässt, handelt es sich hierbei um eine Best Of ... Doppel-CD, die allerdings nicht nur Original-Songs enthält sondern viele Lieder neu aufgenommen worden sind. Insgesamt sind 31 Songs enthalten ... und das alles zur Zeit bei Just For Kicks zu einem tollen Preis. Unbedingt kaufen bevor das Teil ausverkauft ist !!

Wilson, Damian / Wakeman, Adam - Weir Keeper’s Tale (VÖ:08.01.2016)
Kickstarter ist toll. Man finanziert eine CD vor und bekommt dann für’s Geld geniale Sachen. Eigentlich habe ich ‘nur’ die neue Solo-CD von Treshold-Sänger Damian Wilson unterstützen wollen, aber für ein paar Euro mehr ‘Kredit’ gab es jetzt noch die vorher veröffentlichte Scheibe zusammen mit Keyboarder Adam Wakeman dazu. Natürlich von Beiden signiert und im Moment ‘offiziell’ in Deutschland nur als MP3-Download bei Amazon erhältlich.
Ich will gar nicht viel über die Scheibe schreiben ... sie ist einfach schön ... wunderschön. Piano, akustische Gitarren, ruhig, tolle Melodien, überirdischer Gesang von Damian Wilson. Ein bißchen wie seine Solo-Alben. Nur schöner, epischer, gefühlvoller, besser instrumentiert. Das richtige für kalte Winterabende am Kamin mit einer Flasche Bral von Casetto, dem mit Abstand besten Rotwein vom Gardasee. Mehr Worte will ich nicht darüber verlieren. Wäre unnötig. Versucht einfach die CD zu bekommen. So schön ... so wunderschön.

Wilson, Damian - Built For Fighting (VÖ:08.09.2016)
Über eine Crowdfunding-Kampagne hat das fleißige Bienchen Damian Wilson neben der CD mit Adam Wakeman (siehe meine Review) auch ‘Built For Fighting’ finanziert. Daneben hat er auch noch eine Scheibe mit seiner Zweit-Band ‘Headspace’ dieses Jahr raus gebracht. Somit ist das schon der 3. Output im Jahr 2016.
Im Gegensatz zu Wilson’s früheren Solo-CDs ist ‘Built For Fighting’ richtig rockig geworden. Unterstützt von ‘eher’ unbekannten Musikern (oder zumindest von Leuten die man sonst nicht im Dunstkreis von Damian Wilson vermuten würde) wie Bill Shanley (arbeitete schon mit Ray Davies - Kinks), Lee Pomeroy (ELO, Take That) oder Brian Willoughby (The Strawbs), aber natürlich auch Adam Wakeman gibt es insgesamt 11 sehr melodische aber teilweise recht rockige Songs sowie eine Cover-Version von ‘Somebody’ (Depeche Mode). Alles überragend ist aber natürlich die tolle und markante Stimme von Damian Wilson. Ich bin froh, dass er endlich auch mal eine etwas ‘fröhlichere’ Solo-CD rausgebracht hat. Seine älteren Werke sind ja schon ab und zu recht depri.
Zu kaufen gibt es die Scheibe u.a. bei JPC und Amazon (dort auch als Download) sowie natürlich direkt über seine Homepage. Schönes Teil.

Wilson, Larry Jon - Same

Larry Jon Wilson macht schon seit 30 Jahren Musik. Musikalisch 'aufgewachsen' ist er in Nashville, und das sagt auch schon ein bißchen was über die Stilrichtung aus. Zu seinen größten Fans gehören Kris Kristofferson, Willie Nelson oder auch Steve Earle. In den 70ern hat er auch insgesamt 4 Scheiben rausgebracht, vom Rolling Stone wurde er als 'the next big thing' bezeichnet und Bob Dylan sagte 'He's the most exciting thing I've seen in twenty years'. Trotzdem waren seine Songs zu 'soulful' für die wahren Country-Fans, zu hausbacken für die Discos, zu real für's Radio. So hatte er nur seine 'wahren Fans' und der weltweite Durchbruch kam nie. Und jetzt 30 Jahre später gibt es wieder eine CD von ihm. Rauh, persönlich, unplugged nur mit Gitarre und Fiddle. Die Musik und vor allem seine Stimme geht wirklich unter die Haut und man fragt sich, warum der Mann nie den großen Erfolg in den einschlägigen Musikkreisen gehabt hat. Ein bißchen erinnert mich die ganze Atmosphäre der CD an die Spät-Werke von Johnny Cash ... da gibt es mehrfach Gänsehaut, wenn man auf so ruhige Gitarren-Musik steht. Kris Kristofferson hat über Larry Jon Wilson gesagt 'He can break your heart with a vioce like a cannon ball'. Da kann ich nichts mehr hinzufügen. Wer abseits des Prog mal einen Versuch in Richtung Country 'light' wagen will, ist mit Larry Jon Wilson mehr als gut bedient. Die CD kann als Import über Amazon ab knapp 12 Euro bestellt werden.

Wilson, Ray - Live And Acoustic

Ray Wilson, Ex-Sänger u.a. von Stiltskin und Nachfolger von Phil Collins bei Genesis gab im Jahr 2001 beim Edinburgh International Festival 13 (!!!) ausverkaufte Unplugged-Konzerte. 'Live And Acoustic', zuerst nur über Wilson's Homepage erhältlich, wurde jetzt endlich auch bei InsideOut veröffentlicht und beinhaltet insgesamt 18 Songs (von 'In The Air Tonight' -Phil Collins- über 'Inside' -Stiltskin- und 'Shipwrecked' -Genesis- bis 'Desperado' von den Eagles) von diesem Festival. Begleitet wird er nur von Amanda Lyon (Keyboards) und Steve Wilson (Gitarre), die auch beide die Background-Vocals übernehmen. In meinen Augen eine Super-CD, die zeigt, wie vielseitig Ray Wilson ist (der mir bei Genesis überhaupt nicht gefallen hat). KAUFEN !!!

Wilson, Ray - Change

Nach kleinen Erfolgen mit seiner Band Stiltskin (immerhin ein Song für die Levis-Werbung), einem kurzen Gastspiel bei Genesis (allerdings auf der gefloppten CD 'Calling All Stations'), einem weiteren Versuch mit einer meiner Meinung nach ziemlich unterbewerteten CD ('Millionairhead' mit der Band 'Cut') und einer tollen Acoustic-CD gibt es nun auch eine 'richtige' Studio-CD von Ray Wilson. Wer hier aber proggige oder sogar rockige Töne erwartet, wird bestimmt enttäuscht werden. Die CD ist erstens mal ziemlich kurz (in der limitierten Version mit 3 Bonus-Tracks gerade mal 55 Minuten und somit in der Original-Version lächerliche 42 Minuten) und zweitens sehr ruhig und nachdenklich. Toller Beginn mit 'Goodbye Baby Blue' und der Single-Auskopplung 'Change', aber im Laufe der Zeit dümpelt die CD halt ohne große Highlights so vor sich hin. Schöne Stimme, schöne Songs aber irgendwie doch ein bißchen enttäuschend. Zur richtigen Gelegenheit sicher eine tolle CD aber wir Proggies lieben's dann doch etwas abwechslungsreicher.

Wilson, Ray - The Next Best Thing

Hoffentlich ist der Mann nicht so eingebildet und meint das wirklich so. Denn seine letzte Scheibe 'Change' war ja meiner Meinung nach eher langweilig und wenn jetzt das 'Nächste Beste Teil' kommen soll ... naja. Der Opener 'These Are The Changes' klingt zwar schon wieder recht eintönig und langweilig, ist aber textlich (auch durch die eingespielten Zitate der Herren Bush, Edward Kennedy, Nixon und Reagan) wenigstens politisch ambitioniert. Recht gut (und rockig) ist dann das Remake von 'Inside', das Herr Wilson ja schon auf seiner Stiltskin-CD veröffentlicht hatte. Der Rest ist insgesamt recht nett aber ganz schön poppig. Somit ist 'The Next Best Thing' auch mal wieder eine Scheibe, die mich bestimmt nicht vom Hocker reisst aber zur passenden Gelegenheit sicher ganz hübsch ist.

Winger, Kip - Songs from the Ocean Floor

Also freiwillig hätte ich mir die CD wahrscheinlich nie gekauft. Aber aufgrund eines heißen Tips von meinem Kumpel (und Gast-Kritiker) Georg 'Shade' Lögler, der die Scheibe über den Schellenkönig lobte, kam ich natürlich nicht umhin, mir das Teil zu besorgen. Nach einem harten Schlag (dem Tod seiner Frau), versucht Kip Winger, unterstützt von so klasse Musikern wie Rod Morgenstein (Platypus, Rudess-Morgenstein-Project) oder Andy Timmons, seine Gefühle darzulegen, ohne jemals deprimierend zu wirken. Herausgekommen sind 12 hervorragende Songs, wobei vor allem die unendlich melancholischen Balladen 'Two Lovers Stand', 'Landslide' oder 'Song of Midnight' herausstechen. Auf Dauer ist die CD aber leider etwas eintönig.

Within Temptation - The Heart Of Everything

So richtig intensiv möchte ich auf die neue CD des holländischen Nightwish-Klons (naja, nicht ganz ... Sängerin Sharon Den Adel kommt stimmlich an die gute Tarja nicht mal annähernd ran) gar nicht eingehen. Nachdem 'Mother Earth', also der letzte offizielle Output der Band (immerhin auch schon 5 Jahr alt) ja von MTV hochgepusht wurde (der Song Ice Queen wurde ja rauf- und runtergenudelt), kennt Hinz und Kunz den Stil von Within Temptation. Bombastisch-symphonischer Metal mit Frauenstimme. Und da hat sich in den letzten 5 Jahren auch nichts geändert (warum auch). Wer 'Ice Queen' kennt, kennt auch 2/3 von 'The Heart Of Everything'. Man mag's oder auch nicht. Mir gehen die immer gleichen Chöre im Hintergrund auf Dauer einfach auf die Nüsse. Und auch dass man eine gute Idee oder Melodie jetzt schon seit Jahren auslutscht (irgendwie ist ja doch fast jeder Song gleich. Mal ein bißchen schneller, mal ein bißchen langsamer ... aber trotzdem immer der gleiche Spannungsaufbau usw.) zeugt nicht gerade von Kreativität. Aber sie werden damit bestimmt wieder erfolgreich sein. Und ich gönne es ihnen ja auch. Ein Song ('What Have You Done') allerdings sticht ziemlich positiv heraus, denn da singt die gute Sharon zusammen mit Keith Caputo (bekannt als Sänger von Life Of Agony) und das klingt wirklich gut. Ich tippe drauf, dass das mal wieder ein Single-Erfolg wird. Und, wahrscheinlich um mich etwas gnädig zu stimmen :-), ist der Song auch noch in 2 Versionen vertreten, nämlich auch als sogenannter 'Rock Mix'. Leider um 1 1/2 Minuten gekürzt, denn DAS ist die ultimative Version für diesen Song mit den fetten Gitarren. Insgesamt haut mich die CD aber nicht vom Hocker.

Wolfmother - Wolfmother

Da kommt so eine Newcomer-Jungspund-Band aus Australien daher und macht andere Musik als das übliche 'Brit-Pop-Geseiere'. Ich konnte ja nicht glauben, dass ich von einer CD aus den Charts so begeistert sein könnte ... aber Sänger Andrew Stockdale klingt wie die Inkarnation von Robert Plant in seinen besten Led Zeppelin - Jahren und auch die Musik kommt ähnlich straight und rockig daher ... allerdings mit einem nicht mal so kleinen Touch von Black Sabbath aus der Paranoid-Zeit. Alles klar ?? Genau richtig zum Ohren durchpusten (Achtung ... nicht die Nachbarn verärgern !!!) und schwelgen in uralten Erinnerungen !! Unbedingt antesten oder lieber gleich kaufen.

Wrong Object, The - Stories From The Shed

Ich habe lange nichts mehr von dem New Yorker Label 'Moonjune Records' gehört und gelesen. Jahre war es still (habe ich doch vor längerer Zeit ein paar richtig interessante Veröffentlichungen wie D.F.A., Finisterre oder auch TriPod besprochen, die allesamt bei Moonjune das Licht der Welt erblickt haben) doch jetzt scheint es weiter zu gehen. Insgesamt waren die Moonjune-Sachen ja eher alle ein bißchen in Richtung Jazz und somit etwas weg vom klassischen Prog-Rock. Und da macht auch 'The Wrong Object', übrigens eine Band aus Belgien keine Ausnahme. Aber da ich aus einigen Zuschriften weiß, dass auch jazziger Gefilde ab und zu gern gehört werden, möchte ich die Gelegenheit nicht verpassen, und Euch diese Band vorstellen. Die Jungs sind zwischen 23 und 39 Jahre alt, haben fast alle Musik-Akademien in Belgien besucht (nur der Bassist hat sich alles selber beigebracht), sind in Jazz-Kreisen hoch angesehen (diverse Jazz-Magazine haben die Musiker schon in den höchsten Tönen gelobt) und haben alle interessante Einflüsse (wobei Frank Zappa und Soft Machine doch recht häufig genannt werden). Und auch wenn's doch eher Jazz-Rock (als Prog-Rock) ist, finde ich die Scheibe erstaunlich gut. Das liegt zum einen an den handwerklichen Fähigkeiten der Musiker (der Drummer Laurent Delchambre ist der Hammer ... was der abliefert ist vom Feinsten, Gitarrist Michel Delville haut ein paar Solis raus, die ein reiner Prog- oder Rock-Gitarrist nicht besser machen könnte, Bassist Damien Polard ist auch ziemlich filigran am Werk und das Bläser-Duo Fred Delplancq und Jean-Paul Estievenart hält sich für Jazz-Verhältnisse genau richtig zurück. Klar, für reine Prog-Ohren dürfte 'Stories From The Shed' nicht unbedingt Jubelstürme auslösen, aber wer auch mal ein bißchen abseits des Prog antesten und abgrasen will und auch von jazzigen Sachen nicht abgeschreckt wird, sollte 'The Wrong Object' auf jeden Fall mal antesten. Mehr Infos über die Band und Soundfiles gibt es auf der Homepage sowie bei MySpace.

Wrong Object, The - After The Exhibition (VÖ: 18.06.2013)

Von der Vorgänger-CD ‘Stories From The Shed’ der belgischen Band ‘The Wrong Object’ war ich ja trotz reichlich jazziger Parts recht angetan, da auch der Prog-Freund auf seine Kosten gekommen ist.
Nach immerhin 5 Jahren kommt nun ‘After The Exhibition’ auf den Markt und von der letzten Besetzung sind nur noch Gitarrist Michel Delville und Drummer Laurent Delchambre übrig. Dazu gekommen sind ein recht junger Keyboarder (Antoine Guenet, der auch singt und seine Sache sowohl an den Stimmbändern als auch an den Tasten richtig gut macht), Marti Melia (Bass- und Tenor-Saxophon), Francoise Lurtie (Tenor- Alt- und Sopransaxophon), Pierre Mottet (Bass) sowie 2 Gast-Musiker namens Susan Clynes (die auf dem Stück Glass Cubes singt) und ein gewisser Benoit Moerlen ... im Übrigen der Bruder von Pierre Moerlen, der der Band ‘Gong’ seinen Namen gegeben hat ... der auf diversen Stücken Marimba und ein elektrisches Vibraphon spielt.
Auch ‘After The Exhibition’ ist ziemlich jazzig, könnte aber auch Prog-Freunden gefallen, weil dann doch immer nicht nur rumgedudelt sondern auch richtig melodisch Musik gemacht wird. Ziemlich abwechslungsreich, überraschend und zumindest spieltechnisch auf höchstem Niveau. Unbedingt reinhören!!
Natürlich wurde auch ‘After The Exhibition’ auf dem Moonjune-Label veröffentlicht.

X

Xang - Destiny of a dream

GAST-KRITIK VON MICHAEL DOSTER

"Destiny of a Dream" ist eine Mischung aus Prog-Rock und dezenten Anflügen von ProgMetal, auf Gesang wurde hier völlig verzichtet. Bei der Menge an Sängern, die schon eigentlich gute Produktionen mit ihrer Stimme verunziert haben, muß ich sagen, daß mir ein gutes instrumentales Album allemal lieber ist, als eines mit schlechtem Gesang. Bei "Destiny of a Dream" sind Musiker am Werk, die ihre Instrumente im Griff haben. Vom klassischen Klavier über Kirchenorgel, von harten Gitarrenparts (vergl. Dream Theater) bis zu wunderschönen melodischen Soli ist einfach alles vertreten. Ein begeisterterndes Istrumentalalbum, hier wird von ProgRock bis ProgMetal eine ganze Menge geboten.

Xinema - Different Ways

Ich bin ja immer wieder froh, wenn ich eine neue Band aus dem Melodic Rock oder Prog entdecke, die mich gleich begeistert. Und so ging es mir auch mit der schwedischen Formation Xinema, bestehend aus Mikael Askemur (voc, bass, keys), Sven Larsson (guit., voc) und Jonas Thurén (dr, voc) ... also die typische Rush-Besetzung. Veröffentlicht wurde das Erstlingswerk bei dem kanadischen Plattenlabel Unicorn Records und die Jungs sehen sich selber als Band aus dem Melodic / AOR - Sektor mit progressiven Einflüssen. Früher (zwischen 1985 und 1990) waren sie als Band mit dem Namen 'Madrigal' unterwegs und wurden beeinflusst von Bands wie Yes, Styx, Genesis, Rush und Kansas. Ende der 90er Jahre trafen sich die Jungs dann wieder und nach ein paar Drinks (was ja in Schweden nichts ungewöhnliches ist) kamen sie auf die alten Zeiten zu sprechen und gründeten wieder eine Band mit Namen 'Xinema'. Und seit Ende des letzen Jahres ist nun die erste Studio-CD mit dem Namen 'Different Ways' erhältlich (in Deutschland zur Zeit nur bei Empire-Music zu bestellen). Lustigerweise ist bei oben genannten Vorbilder-Bands der Name Saga nicht erwähnt, was mich etwas überrascht, denn der Opener 'In The Scent Of The Night' klingt voll nach Saga in ihren besten Zeiten. Und auch das zweite Stück 'Over The Sea' hätte locker auf 'Worlds Apart' gepasst. 'The Last Flower' beginnt dann etwas ruhiger und geht mehr in die Melodic Rock - Richtung. 'Timing' hat wieder einen vollen fetten Saga-Refrain. Mit 'One Day' gibt es dann erste Ballade mit vor allem wunderschönem Gesang. Das Titelstück 'Different Ways' ist auch noch eher ruhig und mit 'Maybe Time' geht's in diesem Stil weiter. Highlight der CD ist meiner Meinung nach dann 'Across The Styx' (fetter Bass der die Tassen im Schrank mitwabern lässt und ein genial gefühlvolles Gitarrensolo). 'Distant Lights', 'How Can I Believe' und 'The Secret' sind auch schlichtweg hervorragende Melodic-Rock-Songs mit teilweise proggigen Einflüssen und mit 'Blind Is The Light' endet die CD mit einem Stück, das ziemlich nach Rush klingt. Insgesamt ist 'Different Ways' ein hervorragendes Debut-Album, das aber eher in Richtung Melodic Rock / AOR geht und nur ab und zu ein paar proggige Töne bietet. Für mich aber im noch jungen Jahr 2003 die Neuentdeckung des Jahres. Hervorragende Musiker, ein erstaunlich guter Gesang und ein brillianter Sound. Ein Kauf lohnt sich auf jeden Fall.

Xinema - Basic Communication

Ich war ja schon vom Erstlingswerk der Schwedischen Band 'Xinema' mit Namen 'Different Ways' mehr als begeistert. Umso erfreuter war ich, als ein Päckchen mit dem Nachfolger 'Basic Communication' im Briefkasten lag. Und was soll ich sagen ... bereits beim ersten Hören bin ich noch mehr gepackt von der Musik. Alleine der Opener 'Colours' ist schon das Geld wert ... eine tolle Melodic-Prog-Nummer im Stile von Saga und Konsorten. Die wahren Highlights sind aber ganz sicher 'Speak To The World Part I - IV' und 'Ghost Of A Memory Part I - V', die den Großteil der CD ausmachen und fast schon Prog-Opern mit viel Keyboard und tollen Breaks sind. Aber auch der Abschluss der Scheibe, 'Dust In Your Eyes', ein toller gefühlvoller Song der unter die Haut geht, kann sich mehr als hören lassen. Was die drei Schweden Jonas Thurén, Mikael Askemur und Sven Larsson hier mal wieder abgeliefert haben, ist vom Feinsten und Freunde des melodischen Prog (so Richtung Saga, Kansas ... also alles etwas Keyboard-lastiges) müssen hier zugreifen. Erschienen ist die CD wieder bei Unicorn Digital und ich muss fast nicht erwähnen, dass auch der Sound erstklassig ist. Mehr Infos über die Band gibt es unter www.xinemaworld.com.

Xystus - Equilibrio (A Rock Opera)

Rock-Opern scheinen wohl immer noch Konjunktur zu haben. Waren es vorletztes Jahr Magni Animi Viri aus Italien, die mit 'Heroes Temporis' (siehe meine Review) wohl in diesem Genre einen kleinen Meilenstein hingelegt haben (was auch damit zu tun hatte, dass es mehr Oper als Rock war), könnten es im Jahr 2008 die holländische Band 'Xystus' schaffen, einen ähnlichen Erfolg zu haben. Vielleicht kennt der eine oder andere Leser meiner Homepage die Band als Support von Epica im Jahr 2005/2006 oder auch als Support von Kamelot. Auf jeden Fall haben die Prog-Metaller vor 'Equilibrio' bereits 2 CDs veröffentlicht (2004 und 2006), die sind allerdings völlig an mir vorüber gegangen. Im Jahr 2006 wuchs dann der Gedanke an eine Rock-Oper und es gab erste Kontakte zur 'Utrechtsch Studenten Concert, dem ältesten Symphonie-Orchester der Niederlande. Und nach 2 Jahren Zusammenarbeit ist nun die Rock Oper 'Equilibrio' fertig geworden, die schon vier mal vor ausverkauftem Hause aufgeführt wurde. Leider ist auf der CD nicht die komplette Oper verewigt ... aber die Schlüssel-Szenen (immerhin auch schon 57 Minuten lang) zeigen schon, dass die komplette Oper sicher ein ziemliches Highlight gewesen sein muss. Prägend bei der CD-Version ist auf jeden Fall der Gesang von Simone Simons als Lady Sophia, die man ja als Epica-Sängerin kennt. Aber auch die männlichen Parts (die Hauptfigur 'Diegu' wird von Bas Dolmans gesungen, der auch eigentlicher Sänger und Gitarrist von Xystus ist) sind nicht von schlechten Eltern. Durchweg gut ausgesuchte Stimmen. Insgesamt ist 'Equilibrio' eine ziemlich interessante Rock-Oper, bei der sowohl der Rock- als auch der Opern-Part nicht zu kurz kommt. Somit eine ausgewogene Mischung und irgendwie fast eine Schnittmenge aus der schon genannten 'Heroes Temporis', Jabberwocky von Clive Nolan und The Hunchback Of Notredame von Dennis DeYoung. Ein bißchen fehlen mir die harten Gitarren, die man von einer Prog-Metal-Band eigentlich erwarten könnte. Aber das wird duch den wirklich guten Gesang und das Gefühl für tolle Melodien wieder ausgeglichen. Freunde von Rock-Opern sollten sich also den 28.11.2008 im Kalender ankreuzen ... dann wird die Scheibe veröffentlicht.

Y

Yagull - Films

Ein ganz neues Pferd im Moonjune-Stall ist das von Komponist und Gitarrist Sasha Markovic ins Leben gerufene akustische Power-Projekt ‘Yagull’.
Unterstützt von Lori Reddy (Flöte), Eylon Tushiner (Saxophon) und Sonja Choi (Cello) hat Herr Markovic eine total geniale und mit wunderschönen Melodien gespickte CD gezaubert, die einen nur so dahinschweben lässt. Besser kann man atmosphärische akustische Musik nicht machen. Und wie der Titel der CD schon erahnen lässt, könnte man jeden einzelnen Song auch als Filmmusik durchgehen lassen. Ich bin hellauf begeistert und die Scheibe könnte man auch locker bei der Familien-Weihnachtsfeier laufen lassen und niemand würde sich beschweren. Alle Songs (bis auf zwei) wurden auch von Sasha Markovic geschrieben. Und daneben gibt es auch noch 2 Cover-Versionen (‘White Room’ von Cream und !!! ‘Sabbath Bloody Sabbath’ von Black Sabbath, das zwar in dieser akustischen Version fast nicht zu erkennen aber sehr geil ist). Diese Scheibe MUSS man haben wenn man nur einen Funken Gefühl im Ranzen hat.
Natürlich gibt es von Yagull auch eine Homepage.

Yargos - To Be Or Not To Be

Was passiert, wenn ein Uralt-Krautrocker (nämlich Wieland Hofmeister, der schon in den 70ern mit der Band 'Yargos' die Welt beglückt hatte und zum Beispiel auch mit Amon Düül II unterwegs war) als Musik-Schreiber und Threshold-Sänger Andrew McDermott als 'Lyriker' zusammen eine CD machen ... es kommt 'To Be Or Not To Be' heraus, das wegen der Stimme (McDermott übernimmt zusammen mit Anca Graterol die Gesangsparts) schon irgendwo nach Threshold klingt, aber musikalisch dann doch weit davon entfernt ist und eher in Richtung 'moderne Queen' gepaart mit elektronischem Schnickschnack und verzerrten Gitarren geht. Ich würde mal sagen, das ist gewöhnungsbedürftig bis gar nicht schlecht. Wer auf McDermotts Stimme steht, sollte sich die Yargos-CD auf jeden Fall mal zu Gemüte führen. Alle anderen die daran Interesse haben, sollten vor dem Kauf vielleicht doch mal ein Ohr riskieren um vor einer Enttäuschung gefeit zu sein.

Yargos - Magical Karma

Ziemlich genau ein Jahr nach dem tragischen Tod des Ex-Threshold-Sängers Andrew McDermott (genannt Mac) und ziemlich genau 7 Jahre nach dem Erstlingswerk ‘To Be Or Not To Be’ (siehe meine Review) haben Yargos mal wieder eine Scheibe rausgehauen. Und wie auch schon bei ‘To Be Or Not To Be’ stehe ich ‘Magical Karma’ recht gespalten gegenüber. Herausragend ist der Gesang von Mac, teilweise richtig heavy sind einige Songs (z.B. Alien Nation), es gibt diverse Queen-artige mehrstimmige Gesänge, es wird ein bißchen elektronisch, es erinnert ein bißchen an Musical, es gibt gefühlvolle Momente (Pay The Price) und die letzten 2 Songs sind mit über 12 und über 17 Minuten richtig proggig. So möchte ich auch bei ‘Magical Karma’ nicht uneingeschränkt zum Kauf raten ... aber antesten sollte man die Scheibe auf jeden Fall. Und wer auf die Stimme von Andrew McDermott gestanden hat, muss auf jeden Fall zugreifen. Ein herausragender Sänger war er auf jeden Fall.

Years - Years

Wie 'Apostle Of Hustle - Eats Darkness' (siehe meine Review) ist auch 'Years' ein kleiner Ableger der Band 'Broken Social Scene', dieses Mal aber nicht von Gitarrist Andrew Whiteman sondern von Ohad Benchetrit, auch einem Mitglied dieser Musiker-Interessengemeinschaft aus Toronto. Und der Multiinstrumentalist zeigt auf 'Years', was er alles so drauf hat. Das fast instrumentale Album ist meistens recht ruhig angelegt und akustische Gitarre steht im Vordergrund, aber so ab und zu geht es auch mal ganz Post-Rock-mäßig ab. Manchmal klingt's ein bißchen nach Film-Musik aber auf jeden Fall steckt viel Gefühl in den Kompositionen von Ohad Benchetrit. Und die Songtitel wie z.B. 'Don't Let The Blind Go Deaf', 'Hey Cancer ... Fuck You' oder auch 'The Assassination Of Dow Jones' sagen schon auch aus, dass Ohad Benchetrit hier auch ohne (viele) Worte seine Sicht der Dinge ausdrücken kann. Leider ist die Scheibe nach 34 Minuten schon wieder zu Ende, aber lieber eine gute halbe Stunde prächtige Unterhaltung als noch ein paar langweilige Lückenfüller. Natürlich gibt es auch von Years eine MySpace-Seite, wo man sich die wirklich tolle Musik zu Gemüte führen kann. Sollte man auf jeden Fall antesten.

Yes - Magnification

Auch wenn ich mich jetzt der (Prog-)Gotteslästerung schuldig mache. Yes waren noch nie so mein Fall. Nur einige wenige Scheiben haben mir so richtig gut gefallen (wie z.B. als Geoffrey Downes und Trevor Horn bei Yes waren - also auf der 'Drama' sowie der 1994er-Output 'Talk'). Alles andere war mir einfach zu kompliziert. Außerdem hat mir Sänger Jon Anderson noch nie so zugesagt und auch Gitarrist Steve Howe schwebte für mich immer mindestens einen Meter (oder einen Joint) zu viel über dem Boden. Und jetzt versuchen es Yes sogar mit einem Orchester (wahrscheinlich weil nach dem Verschleiß von einigen Keyboardern keiner von den Jungs in der Lage ist, das aus den Synths rauszuholen). Ein nett gemeinter Versuch, der mich nichts berauschend Neues entdecken lässt. Insgesamt eine eher durchschnittliche Yes-CD ohne jeglichen Höhepunkt. Plätschert so vor sich hin ohne zu begeistern. Technisch bestimmt perfekt gespielt, aber ...

Young, Michelle - Marked For Madness

Neulich erhielt ich eine E-Mail von meinem Kumpel Georg Loegler mit einem CD-Tip. Michelle Young. Leider war die CD etwas schwer zu bekommen (Point Music hat immerhin fast 4 Wochen gebraucht, um das Teil zu liefern). Aber das Warten hat sich gelohnt. Über Michelle Young habe ich gar nichts herausbekommen. Aber sie hat ein Stimmchen wie Kate Bush in ihren besten Zeiten. Und die Musik ist auch ähnlich schön. Am Keyboard sitzt kein geringerer als Clive Nolan, der die Scheibe auch verbrochen hat. Weitere Prog-Grössen wie Peter Gee (Pendragon), Pete Banks (Yes) und Karl Groom (Threshold) dürfen auch mitspielen. Trotz der Musiker ist aber keine Prog-CD herausgekommen (Michelle Young hat alle Songs selbst geschrieben) sondern ein wunderschönes melodisches und episches Album, das auf jeden Fall nicht zum nebenherhören taugt. Damit sollte man sich schon intensiver befassen. Zur Zeit liege ich nur vor meinen Boxen und lausche der genialen Stimme von Michelle Young. Am ehesten könnte man vielleicht noch einen Vergleich mit der ersten 'Strangers On A Train' anstellen.

Young, Michelle - Songs Of The Siren

Gast-Kritik von Siggi Greck
Nun halt ich sie also endlich in meinen Händen. Das Debütalbum von Michelle Young aus dem Jahr 1996. Es handelt sich um eine von Karl Groom 2002 remasterte Version. Wie schon von Roland bei seiner Kritik des Nachfolgers "Marked For Madness" erwähnt, ähnelt die Stimme sehr stark der von Kate Bush. Also, wem Kate Bush gefällt, wird Michelle Young lieben. "Song Of The Siren" ist ganz gut gelungen, wenn sie auch meiner Meinung nach nicht an "Marked For Madness" herankommt. Wer neugierig geworden ist, sollte sich mal das beste Stück "Solitude" bei
www.michelleyoung.com downloaden.

Z

Zenobia - Delayed

Sieben Jahre sind vergangen seit dem Erstlingswerk der Berliner Band 'Zenobia' mit Namen 'October', das ich leider nicht kenne. Aber ist ja schon nett, dass man dann die neue CD 'Delayed' nennt ... vielleicht als kleine Entschuldigung für die lange Wartezeit? Veröffentlicht wurde die CD bei Quixote Music, was normalerweise auf Neo-Prog oder auch Art-Rock schließen ließe. Doch weit gefehlt, denn 'Delayed' rockt im Vergleich zu anderen Quixote-Veröffentlichungen wie Sau. Und da ändert auch nichts daran, dass schon der Opener 'The Ballad Of Billy The Brain' fast 15 Minuten lang ist und später mit 'Meet Your Maker' auch noch ein 7-teiliger Song mit rund 33 Minuten folgt. Normalerweise bin ich ja schnell dabei, eine vergleichbare Band zu finden. Bei 'Zenobia' tue ich mich da aber sehr schwer. Ist schon ziemlich eigenständig, was die Jungs da machen. AOR-Anleihen, Melodic-Rock, manchmal doch ganz schön proggig. Dazu noch eine leicht rauh-rockige Stimme und eine tolle Produktion. Und damit auch noch über 70 Minuten Spielzeit herauskommen, gibt es sozusagen als Bonus-Track noch einen groovigen Remix von 'Moonstone Sky' (einem regulären Song der CD), der fast besser als das Original ist. Unbedingt antesten !!

Zero Hour - Dark Deceiver

Prog-Metal von der heftigeren Sorte gibt es von 'Zero Hour' in Form der bereits 5. Veröffentlichung 'Dark Deceiver'. Die Band um die Zwillinge Jasun und Troy Tipton (Gitarre bzw. Bass), dem Schlagzeuger Mike Guy und Ex-Power Of Omens - Sänger Chris Salinas kommen aus der Bay Area um San Francisco und wurden in den einschlägigen deutschen Rock-Magazinen mit ihren Vorgänger-Alben ziemlich gut bewertet. An mir ging die Band bis jetzt (leider) völlig vorbei. Was ziemlich schade ist, denn wenn man sich anschaut, mit welchen Prog-Metal-Größen die Jungs verglichen werden (da wird Dream Theater genannt, Fates Warning, Pain Of Salvation oder auch Sieges Even), müssten 'Zero Hour' ja eigentlich voll auf meiner Linie liegen. Nun kann man sicher ein paar kleinere Parallelen zu den Vergleichs-Bands erkennen, doch meiner Meinung nach haben 'Zero Hour' absolut ihren eigenen Stil. Absolut im Vordergrund steht hier die Gitarre von Jasun Tipton, die wirklich oberfett mit genialen Riffs aus den Boxen knallt. Dies gepaart mit mit ziemlich harten und knackigen Drums (die zwar nicht so kompliziert wie Portnoy's Arbeit ist, aber trotzdem ziemlich viele schwierige Parts beinhaltet) und einem äußerst abwechslungsreichen Gesang (von ziemlich böse bis klasse Metal-Sänger) macht die Musik von 'Zero Hour' mehr als interessant. Klar gibt es ab und zu schon ziemlich heftig was auf die Ohren und der Metal-Faktor ist ziemlich hoch, aber auch Prog-Fans mit einer Ader zu härteren Klängen haben bestimmt vor allem an dem über 12 Minuten langen Stück 'Inner Spirit' ihre helle Freude. Tolle Breaks, Tempowechsel, gefühlvoller Gesang zwischendurch ... alles was das Prog-Metal-Herz begehrt, ist hier vereint. Alleine wegen diesem Song lohnt sich schon der Kauf. Aber auch die Frickel-Fraktion kommt voll auf ihre Kosten. Hier wird die Gitarre rauf und runter genudelt, eine kleine Bass-Einlage ('Tendonitis') lässt alle Hobby-Basser blass werden und am Ende der CD steht man da mit offenem Mund und das Hirn ist frei. Die CD ist sicher nichts für schwache Nerven, aber wer die alten Pain Of Salvation - CDs überlebt hat und der Meinung war, dass man da noch eine Schippe an Härte hätte drauflegen können, ist mit 'Dark Deceiver' mehr als bedient. Mehr Infos über die Band sowie MP3's zum anhören gibt es auf der Band-Homepage. Die CD wird am 23.05.2008 veröffentlicht.

Zeus - Say Us

Wer genug von kompliziertem Prog-Rock hat und sich mal ne richtig witzige Scheibe anhören will, die klingt wie die Beatles wenn sie heute noch Musik machen würden, sollte sich mal die kanadische Band ‘Zeus’ zu Gemüte führen. Nicht nur dass der eine Sänger (Carlin Nicholson) klingt wie Ringo Starr und lustigerweise auch noch die Drums bedient und der andere Sänger (Mike O’Brien) locker als die Reinkarnation von Paul Mc. Cartney durchgehen könnte ... auch die ganzen Songs haben was von einer Mischung aus Beatles und Beach Boys der 60er und 70er Jahre. Ich konnte ja die Beatles noch nie leiden, aber ‘Say Us’ finde ich einfach erfrischend und richtig gut gemacht. Klar ... für Freunde der komplizierten Frickeleien und Leuten die meinen ein Song unter 10 Minuten ist keine richtige Musik ist ‘Zeus’ sicher nicht zu empfehlen. Wer aber ein bißchen über den Prog-Tellerrand schauen kann (und nicht wenige Prog-Musiker haben ja die Beatles als Vorbild), sollte sich ‘Say Us’ einfach mal reinziehen. Ein Besuch auf ihrer MySpace-Seite mit ein paar Songs von dem Album möchte ich auf jeden Fall empfehlen.

Sampler

A Tribute To Fankie Miller

Der 1949 geborene schottische Blues-Sänger und Gitarrist Frankie Miller ist wohl in unseren Breiten nicht übermäßig bekannt. Lediglich sein (peinliches) Pop-Liedchen 'Darling', das es sogar 1978 in die Hitparaden geschafft hat, sorgte in Deutschland ein bißchen für Aufsehen und wird auch heute ab und zu im Radio gespielt. Viele Alben und diverse Anstellungen in einigen mehr oder weniger erfolgreichen Bands machten Frankie Miller zwar nicht so richtig berühmt, aber er schaffte ein paar wirlich zeitlos schöne Songs. 1994 wurde bei ihm ein Hirntumor festgestellt und nach fünf Monaten Koma war die Überlebenschance bei 2 %. Trotzdem rappelte er sich ganz langsam wieder auf. Und dieses Tribute-Album möchte das große Talent von Frankie Miller zeigen. Die reguläre CD besteht aus 2 Scheiben, auf der mehr oder weniger bekannte schottische Musiker der unterschiedlichsten Richtungen (von Fish über Ray Wilson und Rod Stewart bis zu Edwyn Collins) Songs von Frankie Miller interpretieren. Und dann gibt es noch eine dritte CD, auf der die besten schottischen Acts ohne Plattenvertrag auch noch randürfen. Insgesamt sind das dann 51 Songs von langweilig (nur ganz wenige) über richtig gut (so die Hälfte) bis genial (z.B. 'Caledonia' von Fish oder 'Good Time Love' von Ray Wilson oder das allbekannte 'You're The Star' von Rod Stewart). Insgesamt eine tolle Box, die in keinem Haushalt fehlen darf und zur Zeit (Ende Juni 2003) nur 17,99 Euro bei Amazon kostet.

The Big 4 - Live From Sofia, Bulgaria

Anthrax, Megadeath, Slayer, Metallica … und das alles bei einem Konzert. Thrasher-Herz was willst Du mehr? Das Sonisphere-Festival in Sofia (Bulgarien) war auf jeden Fall gut besucht, das Wetter hat halbwegs mitgespielt und die Stimmung ist grandios. Insgesamt 2 DVDs (DVD 1 mit allen Vor-Gruppen, DVD 2 mit dem Gig von Metallica) und 5 CDs (je eine CD für die Vor-Gruppen, 2 CDs von Metallica) beinhaltet die grandiose limitierte Deluxe-Box, in der dann auch noch diverser anderer Schnickschnack von Poster über Postkarten, fettem Booklet bis zu einem Gitarren-Pick enthalten ist. Und das zu einem Preis von derzeit knapp unter 50 Euro. Das nenne ich mal fan-freundlich. Von den 4 Auftritten gefällt mir vor allem Anthrax, die leider das Pech hatten, als erste Band aufzutreten. Da ist natürlich nichts mit geiler Light-Show, trotzdem rocken sich die Jungs den Arsch ab. Megadeath finde ich persönlich zu dröge und auch Slayer können mich nicht wirklich überzeugen. Aber Thrash ist eh nicht so wirklich meine Welt. Der Gig von Metallica ist eher durchschnittlich und auch die Show ist im Vergleich zur Death Magnetic – Tour eher als ’abgespeckt’ zu bezeichnen. Absolutes Highlight ist aber der Song ’Am I Evil’, bei dem fast alle Musiker des Festivals gemeinsam auftreten. Fett fett kann ich da nur sagen. Die Beschreibung der diversen Bonus-Sachen schenke ich mir mal. Muss man nicht unbedingt haben. Für Trash-Fans ist die Box auf jeden Fall ein MUSS ... geballter kann man das nicht bekommen. Wer mit dem Gedanken spielt, die Box wegen dem Metallica-Gig zu kaufen, dem möchte ich eher die DVD ’Francais pour une nuit’ empfehlen. Besseres Konzert, besserer Sound, bessere Lightshow. Und natürlich für 15 Euro viel billiger.

Sampler - Tribut an Ougenweide (Minne, Rock und Zaubersprüche)

Die deutsche Band ‘Ougenweide’, gegründet 1970 (und somit war im Jahr 2010 das 40-jährige Jubiläum), prägte wie keine andere Band die Entwicklung der Mittelaltermusik und Bands, die heute noch in der Szene unterwegs sind (wie, um die bekanntesten zu nennen ‘In Extremo’ oder ‘Galahad’), wurden maßgeblich von Ougenweide beeinflusst. Und zum 40-jährigen Gründungsjubiläum hatte Dr. Lothar Jahn von www.minnesang.com und gleichzeitig Kulturmanager sowie Musikjournalist die Idee, ein Tribut-Album zu veröffentlichen. Am Ende gab es dann eine hochkarätige Besetzung, bei der die Speerspitzen der Mittelalter-Musik alte Ougenweide-Song neu aufgenommen haben. Und die insgesamt 18 Songs sind wirklich faszinierend von minimalistisch instrumentiert (‘Merseburger Ougenweide’ von ‘Fundevogel’) über Folk-Rock (‘Wan si dahs’ von ‘Die Irrlichter’) bis zu knackigem Rock (‘Der Rivale’ von ‘Van Langen’). Richtig genial ist auch ‘Merseburger Zaubersprüche’ (mit In Extremo und vielen anderen Mitwirkenden der CD). Und da der Silberling mit 73 Minuten picke-packe-voll ist, wurden die Zaubersprüche nur mit 3 Minuten bedacht und, um noch mehr der Zaubersprüche zu verewigen, gibt es noch einen zusätzlichen, 22-minüten Sampler namens
Merseburger Zaubersprüche (Eine Huldigung an Ougenweide)
bei dem die ‘Merseburger Zaubersprüche’ als siebenteiliges Konzeptwerk dargeboten werden. Freunde der mittelalterlichen Musik - und das sind, wenn man bedenkt, wie viele Bands in dem Genre erfolgreich unterwegs sind - eine ganze Menge, werden ihre helle Freude haben, und mich freut es besonders, dass der Band Ougenweide, die ich noch aus meiner Jugend kenne, mal wieder eine Plattform geschafft wird, damit sie nicht in Vergessenheit gerät. Interessant ist auch das Vorwort von Achim Reichel, der in den 70ern Produzent der Band war.

Sampler - Earthgrooves 2

Sicher habt Ihr auch schon mal an einem verregneten Wochenende den Fernseher angemacht und lustlos rumgezappt, seit bei N24 hängen geblieben, weil da gerade Earth TV gelaufen ist. Das Programm, das stündlich bei N24 und auch ab und zu bei Pro 7 läuft, fängt mit ferngesteuerten High-Definition-Kameras live das alltägliche Geschehen an den schönsten Orten und Plätzen der Erde ein. seien es zentrale Großstadtplätze, Strände oder auch ein einsamer Berg. Und untermalt werden die Bilder dann von wundervoller Instrumental-Musik. Earth TV wird übrigens in über 200 Länder übertragen. Verantwortlich für die Musik sind die Produzenten Christian Hamm und Alain Bertoni, die die Untermalung mit mehr als 100 Musikern aus 15 Ländern gemacht haben. Deswegen sind auch so unterschiedliche Stile zu hören von Orientalisch über Australisch (Digeridoo) bis zu südamerikanischen Klängen. Und nachdem viele Leute bei den Sendern angefragt haben, ob es die Musik nicht auch auf CD gibt, wurde die Earthgrooves-Reihe ins Leben gerufen. Und ab 25.07.2008 gibt es 'Earthgrooves 2', die gespickt ist mit wunderschönen Melodien. Kopfhörer auf, CD reinlegen und abtauchen in Klänge aus aller Welt. So eine CD sollte man auf jeden Fall im Regal haben ... die passende Gelegenheit zum Auflegen kommt bestimmt mal, und sei es nur, um die zukünftige Freundin zu beeindrucken :-))

Gitarren-Weltrekord 2007 - The Ultimate Smoke On The Water Show

Am 23. Juni 2007 findet beim Flughafen Stuttgart in Leinfelden-Echterdingen ein Gitarrenweltrekord-Versuch statt, bei dem mindestens 1323 Gitarristen gleichzeitig 'Smoke On The Water' spielen sollen. Ich bin mal gespannt ob das klappen wird, nachdem der Weltrekord-Versuch im Rahmen des Metal Forever Festivals in Böblingen ja richtig in die Hosen gegangen ist. Anmeldungen werden unter www.gitarrenweltrekord.de noch dankend angenommen. Und zu Ehren dieses Songs und natürlich zu Ehren des Gitarrenweltrekords wurde vom Zounds-Label in Stuttgart eine CD mit Namen 'The Ultimate Smoke On The Water Show' veröffentlicht, auf der dieser Song von 14 'Bands' in 14 Versionen zum Besten gegeben wird, die unterschiedlicher nicht sein können. Den Anfang machen 'Party Blues in Bb', die ziemlich nahe ans Original herankommen. Dann folgen die 'Skankaroos' mit einer genialen Ska-Version, 'The Twang' machen einen auf Country und Western (witzig), 'Albi Hefele und das Poporchester der Musikschule LE' bringen ne Klassik-Version, die Ludwigsburger Prog-Metal-Band 'Scenes' (wir erinnern uns an meine ziemlich gute Review über die letzte CD von den Jungs 'Call Us At The Number You Provide) haben ne fetten Metal-Version am Start, dann folgen die 'Asian Stars' (wer hätt's gedacht mit ner japanischen Version), die Low Noize Gang flüstert den Song, 'Die Theoretiker' bringens unplugged, 'Applephonics' im Philly-Sound, gerappt wird bei 'Modern School Of Music, der Spielmannszug Leinfelden-Echterdingen hat auch ne recht eigenwillige Interpretation, dann folgt das absolute Highlight mit 'Frau Kächele und Frau Peters' (die vor allem im Schwäbischen Raum durch geniale Beiträge im SWR-Rundfunk bekannt sind .... samt Hefezopf mit einem Haufen Butter drin), eine weitere interessante Rock-Version von Ray Frederix sowie zum Abschluss die 'AJ Gang' mit einer Akustik-Umweltschutz-Version.
Auf jeden Fall hochinteressant, was man aus dem Song alles machen kann. Wer Interesse an der CD hat, kann sie beim Zounds-Label für schlappe 13,95 Euro inclusive der Weltrekordaufnahme (Lieferbar dann ab September 2007) bestellen.

Mannerisms - A Celebration of the Music of Geoff Mann

Geoffrey Mann war Sänger der englischen Band 'Twelfth Night', guter Freund der englischen Prog-Szene-Musiker und verstarb im Alter von 36 Jahren an Krebs. 1994 kam dann diese Tribute-CD auf dem SI-Label auf den Markt. Und wie der Prog-Interessierte sicherlich weiß, ist SI-Music mittlerweile pleite. Offensichtlich haben sich die Geoff Mann-Freunde Clive Nolan und Karl Groom die Rechte an der Platte gekauft und im Jahr 2001 gibts nun also unter dem Verglas-Label (das so geniale Sachen wie Arena, Shadowland und Strangers on a Train vertreibt) eine Wiederveröffentlichung. Highlights dieser CD sind zweifelsfrei die Songs von Pallas, IQ, Pendragon, Jadis und Clive Nolan & (Pallas-Sänger) Alan Reed, also alles Bands, die heute zur Oberliga der Prog-Szene gehören und damals (1994) fast alle noch nicht so bekannt waren. Insgesamt ein toller Sampler, den ich jedem Proggie ans Herz legen möchte.

MTM-Music - Volume 5

Wieder mal beglückt uns das Plattenlabel von Fußballer Thomas Hässler mit einem Sampler, der für knappe 15 Mark mal wieder einen Querschnitt über die alten und neuen Pferde im Stall liefert. Von bekannteren Sachen wie 'Axe' oder 'Joe Lynn Turner' bis zu absolut unbekannten Bands ist alles vertreten. Und der Melodic-Rock scheint immer noch die Lieblings-Musikrichtung von MTM zu sein. Was aufregend Neues habe ich beim zweimaligen Hören der CD nicht entdecken können (interessant könnte höchstens die neue Axe, die noch im November 2000 veröffentlicht werden soll sowie die CD von 'Kharma', die mich schwer an Styx erinnern, werden).

MTM-Music - Ballads Volume 3

Und passend zum o.g. Sampler gibts natürlich auch eine 2000er-Ausgabe der MTM-Ballads. Auch hier sind sowohl die MTM-Zugpferde (wie Danger Danger, Axe, oder Harlan Cage) als auch völlig neue Band vertreten. -Nett-.

MTM-Music - Vol. 6

Zum 5-jährigen Geburtstag des MTM-Labels gibt es die mittlerweile 6. Compilation mit Band wie Guild of Ages, Dare, Kharma, Jaded Heart, Storyteller, House of Shakira oder Harlan Cage. Mittlerweile ist mir das MTM-Zeugs einfach zu eintönig, da alle Bands irgendwie gleich klingen. Aber für Freunde des gepflegten Melodic-Rocks sind knapp 20 Mark bestimmt nicht zuviel.

MTM-Music - Rock Ballads

Zugunsten der unschuldigen Opfer des Terror-Anschlags in New York und Washington hat die Plattenfirma von Thomas Hässler (MTM-Music) eine Doppel-CD mit Rock-Balladen (von Künstlern, die bei MTM unter Vertrag sind) herausgebracht. Dare, Radioactive, Axe, Joe Lynn Turner, Harlan Cage, Cita, Fergie Frederiksen, RTZ, House of Shakira und Danger Danger sind unter anderem darauf vertreten. Erstaunlich ist, daß bei einem Verkaufspreis von 19,99 DM (für eine Doppel-CD) noch ein Erlös herauskommt. Da frage ich mich doch, warum ich z.T. für eine Einzel-CD über 30.- DM zahlen muss. Auf jeden Fall ein prima Sampler, wenn auch der Anlass für diese Veröffentlichung nicht erfreulich ist.

MTM-Music - Volume 7

Und ein weiterer Sampler mit netten Melodic-Rock-Songs der Bands, die bei Herrn Hässler unter Vertrag sind. Netter Querschnitt der aktuellen (und bald kommenden) Alben von u.a. Dare, Joe Lynn Turner, King Kobra, Guild of Ages, Radioactive, Axe usw. usw.

MTM-Music - Volume 8

Auch im Jahr 2002 beglückt uns das Deutsch-Schwedische Label MTM Music mit einer Compilation seiner Bands. Und die passende Balladen-CD wird sicher vor Weihnachten noch folgen. Ganz gut bis klasse sind die Songs von 'Hughes Turner Project', 'Rondinelli' und 'Radioactive' (hier gibt's z.B. den Japan-Bonus-Track von der 'Ceremony Of Innocence -CD)'. Der Rest ist typisch MTM, also mittelklassiger bis ganz netter Melodic Rock. Und die Bands die bei MTM unter Vertrag sind, werden immer unbekannter.

Unicorn Records - Progression In Balance Vol. 1

Wer regelmäßig meine Homepage besucht und die CD-Reviews aufmerksam liest, wird festgestellt haben, dass ich von dem kanadischen CD-Label 'Unicorn Records' einige CDs kritisiert habe, wird aber auch festgestellt haben, dass ich bei einigen der Veröffentlichungen dazugeschrieben habe, dass die Musik für den verwöhnten Prog-Freund vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig aber durchaus gut und interessant ist. Wer durch diese Beschreibungen doch eher abgeschreckt wurde, dem sei der erste Sampler von Unicorn Records, betitelt mit 'Progression in Balance Vol. 1', empfohlen. Denn auf diesem Sampler sind insgesamt 14 Songs von rockig (Mystery, Xinema) über proggig (Talisma, Hamadryad) und leicht jazzig (Addison Project, Spaced Out, Martin Maheux Circle) bis völlig abgefahren (Heon) vertreten und zeigen einen tollen Querschnitt aus den ersten 8 Jahren Unicorn Records. Und nach dem Hören dieses Samplers sind wegen den tollen Appetithappen weitere CD-Käufe sicher nicht ausgeschlossen.

Unicorn Digital - Progression in Balance Vol. 2

Auch der zweite Sampler des kanadischen Platten-Labels Unicorn Digital ist mit Vorsicht zu genießen ... aber natürlich nur wenn der Geldbeutel geschont werden soll. Denn genauso wie bei Vol. 1 (siehe meine Kritik) kann es durchaus vorkommen, dass die eine oder andere CD nach dem Hören dieses Samplers unbedingt gekauft werden muss. Progression In Balance Vol. 2 zeigt wieder einen hochinteressanten Querschnitt der Veröffentlichungen der letzten Zeit und beinhaltet neben den hier auf meinen Seiten schon kritisierten Bands wie Talisma, Hamadryad oder auch Retroheads auch andere mir bis jetzt unbekannte Sachen (Upright, Alkemy), die dann doch etwas vom Prog entfernt aber nicht weniger interessant sind. Wer sich bis jetzt nicht getraut hat, aufgrund meiner Reviews CDs von Unicorn Digital zu kaufen, sollte sich diesen Sampler unbedingt besorgen. Ihr verpasst sonst wirklich was. Ich gehe mal davon aus, dass er früher oder später bei www.empire-music.de erhältlich sein wird. Denn dort gibt es fast alle Unicorn-Veröffentlichungen.

 

 

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