Sicherlich eines der Highlights des Jahres 2004 ist für mich die erste Solo-Scheibe des Vanden Plas - Sängers Andy Kuntz, die unter dem Titel 'Abydos' veröffentlicht wurde. Unterbetitelt ist die Scheibe mit ' The little boy's heavy mental shadow opera about the inhabitants of his diary' und basiert auf dem von Andy Kuntz geschriebenen Theaterstück 'The Inhabitants Of My Diary'. Im Ursprung sollte 'Abydos', die Musik stammt übrigens fast ausschließlich von Stefan Glass und Michael Krauss (die auch auf der CD als Gitarristen und Keyboarder mitspielen ... unterstützt noch von Drummer Andy Lill von Vanden Plas) und die Texte von Andy Kuntz, eigentlich als eine Rock-Oper veröffentlicht werden. Allerdings hatte da anscheinend die Plattenfirma (InsideOut) was dagegen ... kann ich auch verstehen, denn in der letzten Zeit gab es ja genügend von dem Zeug ... und so wurde es eine Andy Kuntz - Solo-CD. Auch recht. Wer Vanden Plas kennt, weiß ja, wie ausdrucks- und gefühlvoll Andy Kuntz singen kann. Und bei 'Abydos' wird das praktisch 70 Minuten lang zelebriert. Insgesamt ist die Musik etwas 'ruhiger' als bei Vanden Plas, was aber die Scheibe keineswegs in irgend einer Weise langweilig macht. Mir fällt dazu eigentlich nur ein Wort ein. KAUFEN. Und neben der Musik möchte ich auch ausdrücklich das Layout des Booklets und die wunderschönen Zeichnungen von Li-Wen Kuo loben.
Die 1992'er Live-CD (als 'Special Collector's Edition' im Doppelpack) war mir bis jetzt bei einem Preis von über 40 Mark schlichtweg zu teuer (nachdem ich ja schon eine AC/DC-CD habe und sowieso alle gleich sind). Aber seit Neuestem gibt's das Teil für schlappe 24,95 Mark zum Sonderpreis. Und da kann man einfach nicht nein sagen. Von Thunderstruck über Dirty Deeds und Hells Bells bis Whole Lotta Rosie sind alle bis 1992 veröffentlichten Hits in erstaunlich guter Soundqualität veröffentlicht (leider alle mit Sänger Brian Johnson).
Obwohl 'Last Epic' schon die dritte CD der schwedischen (?) Melodic-Prog-Band ist, hatte ich vorher noch überhaupt nix von denen gehört. Da sie aber zur Zeit (März 2003) zusammen mit Saga auf Tour sind und man ja wissen muss, auf was man sich da einlässt, habe ich mir halt mal die neueste CD zugelegt. Und 'Last Epic' klingt wirklich nicht schlecht. Dass mit A.C.T. sicherlich keine blutigen Anfänger am Werk sind, merkt man schon an den ersten Stücken, wo es schon ganz schön vertrackt zugeht. Insgesamt geht die Musik von A.C.T. in die Richtung Bombast-Rock ein bißchen im Stile von Robby Valentine, wobei aber weniger Keyboard und ab und zu so richtig fette Gitarre zum Einsatz kommt. Ein sehr angenehmer Sänger und eine nette Geschichte über die ganze CD machen mich zumindest neugierig, was die Jungs live draufhaben. Auf jeden Fall eine CD zum antesten. Die Vorgänger-Alben sollen laut Internet-Reviews aber proggiger sein.
Wer auf der 2003er-Saga-Tour war, wird die schwedische Band A.C.T. ja schon kennen und hat sich bestimmt schon mit dem kompletten Back-Katalog ausgestattet (und damit keine schlechte Wahl getroffen). Mittlerweile sind die Jungs bei Inside Out untergekommen, was mich persönlich jetzt doch etwas verwundert aber natürlich für die Band freut. Denn damit haben sie die Garantie, dass alle Proggies, die normalerweise (fast) alles von Inside Out kaufen (können), jetzt auch blind bei A.C.T. zuschlagen werden. Und auch mit 'Silence' hat man dann da keinen Fehlgriff getan. Stilistisch geht es (natürlich) im Sinne der Vorgänger-Alben weiter, also im weitesten Sinne mit recht poppigem Prog-Rock, der ab und zu schon an die genannten Saga erinnert aber trotzdem was ganz Eigenes hat. Aufgeteilt ist die CD in 10 eigenständige Songs (alle ziemlich fetzig und klasse) und in einen Part namens 'Consequences' mit nochmals 9 Titeln, die allerdings teilweise recht kurz sind, aber es insgesamt schon auf rund 22 Minuten bringen. 'Silence' ist auf jeden Fall zu empfehlen. Außerdem gibt es als Bonus dann auch noch ein Live-Video von dem Song 'Mr. Landlord' von der 2003er 'Last Epic' - CD.
Was kann man erwarten, wenn einige Musiker von Majestic und Elegy zusammen mit Sänger David Readman (von Pink Cream 69) eine CD aufnehmen, für die dann auch noch PC 69 - Producer Dennis Ward verantwortlich ist ?? Vielleicht kennt ja der eine oder andere schon das Erstlingswerk dieser Combo aus dem Jahr 2001 (mit Namen 'Sanctus Ignis' und einer genialen Cover-Version des Led Zeppelin-Klassikers 'Immigrant Song'), denen kann ich dann nur empfehlen, wenn Euch die erste Scheibe gefallen hat, dann werdet Ihr von 'Underworld' begeistert sein. Allen anderen Lesern meiner Homepage sei gesagt, dass Adagio hervorragenden Prog-Metal mit (wie der Bandname auch schon ein bißchen ausdrückt) ein paar klassischen Elementen spielt und am ehesten vielleicht mit Elegy (ohne Schreihals Ian Parry) oder Symphony X (leider ohne Gitarrenheld Michael Romeo) zu vergleichen ist. Freunde dieser Bands können bedenkenlos zugreifen. Höhepunkte der CD sind auf jeden Fall der über 13 minütige Titelsong sowie das 8-minütige Instrumentalstück 'Niflheim'.
Ein bißchen abseits vom Prog ist das neue Projekt von Bassist Richard Addison, der auf den ersten zwei CDs der kanadischen Prog-Band Mystery zu hören war. Mit einem Berg von mir relativ unbekannten aber eindeutig hervorragenden Musikern gibt es ein rein instrumentales Album mit einem ziemlich jazzig angehauchten Mix aus tollen Gitarrenparts, einem hervorragendem Schlagzeug, viel Saxophon und ab und zu einer Violine, die mich stark an Eddie Jobson aus seiner Curved Air - Zeit erinnert. Auffallend ist neben dem teilweise wirklich groovenden und manchmal relaxten Rhythmus vor allem die glasklare Produktion, wie ich sie leider nur noch selten höre. Aber wie gesagt ... für verwöhnte Prog-Ohren dürfte das Addison Project schon gewöhnungsbedürftig sein. Intelligente Musik, die nicht zum nebenherhören geeignet ist. Anspieltipps sind vor allem der Opener 'Sleepwalking' sowie 'Controlled Freedom', das klingt wie aus einer Schluß-Szene eines Humphrey Bogart- Filmes, wenn der Filmheld nach einer durchgezechten Nacht sich von seinem Mädel verabschiedet und durch das menschenleere und verregnete New York die Straße runtergeht. Richtig schön kitschig und gefühlvoll. Die CD wurde von UNICORN-RECORDS veröffentlicht.
Man sollte nicht unbedingt eingeschweißte CDs kaufen, die mit einem verlockenden Aufkleber (in diesem Fall 'Featuring Sharon del Adel and Lana Lane') versehen ist, wenn man vorher nicht reingelauscht hat. Denn sonst ist die Erwartung (zumindest auf die Musikrichtung) ziemlich groß und die Enttäuschung könnte folgen. So ähnlich ging es mir mit der vorliegenden CD der holländischen Band 'Aemen', die wohl vornehmlich aus Sänger, Gitarrist, Keyboarder und Songschreiber Toine van der Meijden besteht und um diesen Kopf sich noch ein paar Musiker scharen. Und damit die Scheibe interessant wird, kauft man ein paar bekanntere Namen ein (wie z.B. Frau del Adel, die ja zur Zeit mit ihrer Band 'Within Temptation' richtig 'IN' ist und sogar in einschlägigen Musik-Sendern auftritt), mit denen man dann wirbt. Naja, um es kurz zu machen, die Aemen-CD ist in keiner Weise kompatibel mit den Gast-Sängerinnen (wobei Lana Lane anscheinend auf einem Song mitsingen soll, was man aber gar nicht hört, und auch Sharon del Adel ist gerade mal auf 2 Songs vertreten). Musikalisch geht Aemen (zumindest wenn Herr van der Meijden singt) eher in Richtung Smashing Pumpkins und von Prog ist keine Spur zu entdecken. Ich würde mal sagen: ein klassischer Fehlkauf. Aber die in der Papp-Box enthaltenen Kunst-Postkarten sind ganz nett und die 2 Songs mit Sharon del Adel auch. Deswegen gibt's von mir noch eine mittlere Wertung.
After Forever - Prison of Desire
Daß unsere flachen Nachbarn aus Holland nicht nur Käse sondern auch Musik machen, ist spätestens seit Rudi Carrell, Heintje, Ayreon und The Gathering bekannt. Doch daß sie jetzt schon die finnische Vorliebe für melodischen Dark- bzw. Gothicmetal entdeckt haben, ist mir neu. Die After Forever-CD könnte man auch als Anneke (van Giersbergen) goes to Nightwish bezeichnen. Sängerin Floor Jansen (schon mal aufgetaucht auf der Ayreon-CD 'The Dream Sequenzer' im Duett mit Tiamat-Sänger Johan Edlund) erinnert mich stimmlich trotz des Versuchs, an Nightwish-Tarja heranzukommen (was etwas mißlingt), sehr stark an Anneke von 'The Gathering', wo hingegen die musikalischen Einflüsse (oder hat man da eher geklaut ??) eher bei Nightwish zu suchen sind. Teilweise sind die Songs unnötig in die Länge gezogen und die klassischen Teile könnten ruhig noch ein bißchen mehr sein, aber insgesamt möchte ich die CD allen Freunden der o.g. Bands ans Herz legen.
Aus dem fernen Irkutsk kommt die Band 'Agarta', die von Gitarrist Svyatoslav Opritov, genannt 'Miff' gegründet wurde und durch 3 Mitglieder der Haus-Band des Musik-Theaters Irkutsk (Denis Popov -Drums-, Max Popov -Bass- und Valery Shukevich als zweiter Gitarrist) vervollständigt wird. Miff Opritov wird in Russland ziemlich oft mit Robert Fripp verglichen, und wenn man die Musik von 'Under The Same Sky' so anhört, könnte man diesen Eindruck auch bestätigen. Geboten wird fast rein instrumentaler Fusion-Prog, der teilweise auch von Steve Hackett oder anderen Instrumental-Prog-Größen sein könnte. Highlight der CD ist ganz sicher das 9-minütige Titelstück mit vielen tollen Melodie-Linien, Breaks und Gitarren-Parts. Aber auch andere Songs wie z.B. 'Seven Yards!' (mit einer gefühlvollen Jadis-Gitarre) oder 'The Autumn Garden' (nette Bar-Musik) wissen zu überzeugen. Wer auf leicht jazzig angehauchten Instrumental-Prog steht, könnte der Band 'Agarta' eine Chance geben. Veröffentlicht wurde die CD bereits im Jahr 2003 bei Starless Records (die Seite gibt's nur in kyrillisch !!) in Russland. Leider habe ich auch von der Plattenfirma nicht erfahren können, wo man die CD halbwegs vernünftig bestellen kann. Aber vielleicht tut sich da ja in der nächsten Zeit noch was. Immerhin versucht Starless Records zur Zeit ziemlich massiv, auch im deutschsprachigen Raum bekannt zu werden.
Aina - Days Of Rising Doom (Limited Edition)
Zuerst einmal möchte ich die Preispolitik von Transmission
Records mehr als loben. Die limitierte Edition von 'Days Of Rising Doom' beinhaltet neben
der eigentlichen CD noch eine zweite Musik-Scheibe (betitelt mit 'The Story Of Aina'),
eine DVD ('Beyond The Borders') sowie ein mehr als fettes Booklet (mit sage und schreibe
68 Seiten und wirklich allen Infos über das Projekt, die Geschichte und und und). Und das
alles für unter 20 Euro. Also wer sich da die Mühe macht, das Teil zu brennen und damit
die Künstler betrügt, ist wirklich selbst schuld und tausende Sackratten sollen ihn
heimsuchen. Wirklich - von der Aufmachung her einfach vorbildlich. Aber neben der
Verpackung interessiert natürlich vor allem die Musik und die Musiker. Aina ist ein
Projekt von Sascha Paeth, Miro, Robert Hunnecke-Rizzo und Amanda Somerville. Zumindest die
drei Erstgenannten dürften einigen meiner Leser zumindest ein bißchen bekannt vorkommen.
Kleiner Tip: Rhapsody, Kamelot, Heavens Gate. Dann gibt es einen Arsch voll
Gast-SängerInnen (die Bekanntesten sind Michael Kiske, Damian Wilson, Glenn Hughes,
Tobias Sammet, Andre Matos oder Candice Night) und Gast-Musiker (wie z.B. Derek Sherinian,
Emppu Vuorinen, Thomas Youngblood oder Erik Norlander). Untertitelt ist das ganze dann mit
'The Metal Opera'. Erst mal vielen Dank an Aina, dass nicht zum dreiundzwanzigtausenden
Mal die Sage von König Arthur und seinem blöden Schwert vertont wurde sondern eine
eigene Geschichte erfunden wurde, die hier zu erzählen viel zu lange dauern würde. Eine
richtig gute Zusammenfassung mit dazugehörigem Interview gibt es u.a. auf der holländischen Prog-Page. Deswegen möchte
ich das hier nicht unbedingt alles wiederholen. CD 1, also die Metal-Opera selbst, ist
ganz okay. Ich finde, ein bißchen wenig Metal und dafür zu viel 'Musical', also seichte
Durchhänger. Aber super gespielt und noch besser produziert. Wer auf solche Sachen steht
(wie auch z.B. auf 'Nostradamus' von Herrn Kotzev oder 'Missa Mercuria' oder ähnliches),
wird natürlich auch bei 'Days Of Rising Doom' auf seine Kosten kommen. Ich finde es zwar
nicht schlecht aber doch etwas langatmig. Aber deswegen hat man ja die limitierte Edition
und noch ne zweite CD am Start. Und die ist richitg klasse. Dort gibt es nämlich zu
Beginn ein 15-minütiges Instrumental namens 'The Story Of Aina' (wäre ne geile
klassische Filmmusik für nen krassen Endzeit-Film), Berge von Single-Versionen der besten
Songs von CD 1 sowie nochmals einen Song namens 'The Story Of Aina' (natürlich auch
wieder 15 Minuten lang), hier allerdings mit einem Sprecher, der die ganze Geschichte
wirklich toll erzählt. Alleine deswegen ist die CD schon kaufbar. Und die DVD rundet die
ganze Sache dann noch ab mit einem 'Zeichentrick-Video', einem 'Making Of ... (mit vielen
Interviews mit den Hauptakteuren), nochmals der ganzen Story (mit bewegtem Text mit und
ohne Vorlesen) und noch diversem anderem Schnickschnack. Und am Schluß der Geschichte
steht noch 'To be continued ...'. Es bleibt also zu hoffen, dass es irgendwann noch Teil 2
gibt, dieser dann noch ein bißchen metallischer ist und Glenn Hughes nicht mehr mitsingt
(denn den finde ich gelinde gesagt grottenschlecht auf der CD), Dafür dürfen dann von
mir aus die Herren Matos, Wilson und Sammet mehr singen, die meiner Meinung nach leider
etwas zu kurz kommen.
Wer die limitierte Box bekommt (die es wie gesagt für unter 20 Euro gibt), sollte auf
jeden Fall zugreifen.
Kritik von Siggi Greck
Nach der Trennung von Triumph Ende der 80er Jahre hat Rik Emmett zwar noch drei Solo-CDs
veröffentlicht, die im Bereich Melodic-Rock anzusiedeln waren, danach hat es ihn aber
wohl mehr in Richtung Blues, Jazz, Swing gezogen. Auch aus dieser Zeit habe ich mir
einiges zugelegt. Ist zwar nicht so mein Ding, aber Gesang und Gitarrenspiel von Emmett
sind einfach göttlich!
Nachdem Rik Emmett zur Überraschung aller im Sommer 2006 beim Bang Your Head-Festival in
Balingen aufgetreten ist und mit Triumph-Songs überzeugen konnte, folgte nun die logische
Fortsetzung: Endlich wieder back to the roots: Zusammen mit Michael Shotton
(Von Groove) gründete er das Projekt Airtime. Die beiden legen mit
Liberty Manifesto ein erstklassiges Debüt hin. Durch die prägende Stimme und
das Gitarrenspiel Emmetts wird man natürlich immer wieder an Triumph erinnert. Man hört
aber auch diverse andere Stilrichtungen raus, ich würde es mal als gesunde Mischung aus
Triumph, Rush, Queen mit etwas Led Zeppelin bezeichnen. Teils experimentell, dann wieder
Melodic-Rock, dazwischen auch mal etwas progressiv und immer wieder echter
Classic-Rock.
Für alle, die auch nur irgendwas mit Triumph oder Rush anfangen können, meine absolute
Empfehlung!
PS: Habe erfahren, dass Triumph beim 2008 Sweden Rock Festival zum ersten Mal
seit 20 Jahren (und zum ersten Mal überhaupt in Europa) in Originalbesetzung auftreten
werden! Vielleicht wirds ja nochmal was
In sämtlichen Prog-Blättern und Internet-Reviews wurde das Werk 'Field of Names' der deutschen Prog-Band Alias Eye hochgelobt. Ich hatte die Scheibe zwar schon mehrfach gehört, konnte mich aber nicht so recht durchringen, mir das Teil auch zuzulegen, da ich zugegebenermaßen nicht wusste, was ich dazu schreiben sollte. Jetzt endlich (gut ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung) nenne ich den Silberling mein Eigen. Wer meine Lobeshymne über die Poor Genetic Material - CD 'Summerland' gelesen hat (und meine Aussage, daß Alias Eye - Sänger Philip Griffiths besser zu PGM als zu Alias Eye passt), wird jetzt vielleicht ein Lichtlein aufgehen. 2 Gast-Musiker (??) von PGM sind Mitglieder von Alias Eye. Und genau das ist auch der Grund, warum ich Alias Eye eine 'Chance' gegeben habe, mich musikalisch zu überzeugen. Und ich muß zugeben, daß von mir nach mehrfachem Hören ein positives Urteil gefällt wird. Ein paar wirklich geniale Songs (z.B. Premortal Dance, Driven) aber auch komische Sachen (z.B. Wasteland), die eigentlich gar nicht in die Prog-Richtung gehen, sind vertreten. Wer aufgrund meiner Review die Poor Genetic Material gekauft hat und begeistert ist, sollte auf jeden Fall Alias Eye antesten. Und alle anderen Prog-Fans sollten zumindest mal reinhören. Ich würde mal sagen, daß Alias Eye es auf jeden Fall verdient haben, weiter beobachtet zu werden. Da könnte echt noch ein Prog-Highlight daraus werden.
Alias Eye - A Different Point Of You
Auch wenn ich jetzt vielleicht ein paar böse Kommentare bekommen werde ... ich weigere mich ab sofort, die deutsche Band Alias Eye weiterhin als Prog-Band zu bezeichnen. Okay, wenn Ihr Prog als wörtlich 'fortschrittlich' bezeichnet, dann trifft das sicher noch zu. Denn was Alias Eye auf 'A Different Point Of You' abliefern, ist sicher nicht gewöhnliche Musik der heutigen Zeit. Aber man muss mittlerweile schon ganz schön aufgeschlossen sein, um diesen Mix aus orientalischen Klängen ('A Clown's Tale'), fetten Gitarren -also Hard Rock- (auch 'A Clown's Tale'), Soul-Beat ('Fake The Right'), Barmusik ('Too Much Toulouse) und toller Ballade ('Icarus Unworded', 'Drifting') durchgängig zu mögen. Mir fällt's mittlerweile ganz schön schwer. Da war der Vorgänger 'Field Of Names' ja richtig leichte Kost dagegen. Ich würde schon empfehlen, die CD mal anzutesten. Aber nicht böse sein, wenn's Euch nicht so ganz gefällt.
Nach 'Field Of Names' und 'A
Different Point Of You', zwei doch im Stil doch ziemlich unterschiedliche Alben, gibt es
jetzt von der deutschen Band 'Alias Eye', die ihren Wiedererkennungseffekt wohl vor allem
über den außergewöhnlichen und prägnanten Gesang von Philip Griffith erhalten, einen
weiteren Output namens 'In Focus', der im Vergleich zu den Vorgängeralben etwas
straighter, rockiger und nicht ganz so 'vielfältig' ist. Das merkt man schon an den
beiden Stücken am Anfang der CD 'I'm Your Lie' und 'In Denial', die für Alias Eye -
Verhältnisse schon recht flott und direkt daher kommen. Ihren 'Humor' und ihr Faible für
Merkwürdigkeiten haben sie aber trotzdem nicht verloren. Davon zeugt schon der Anfang von
'The Call' mit dem lustigen 'Ringedingdong' ... was aber ziemlich schnell auch in eine
rockige Nummer überwechselt. 'Enlighten Them' erinnert dann schon eher an die 'alten'
Tage von Alias Eye mit dem Akkordeon und dem eher karibischen Rhythmus. Schöner Song!
Eine wunderschöne aber mit 2 1/2 Minuten viel zu kurze Ballade folgt dann mit 'Books'.
Bei solchen Stücken kommt die Stimme von Philip Griffith einfach am Besten zur Geltung.
Ähnlich ist auch das 8. Lied 'Hold On' ... zum dahinschmelzen ... sowie der Schluss-Song
'How We Perceive ...' bei dem dann auch noch eine weibliche Stimme (Anna-Sabrina Lopp)
mitsingen darf ... ebenfalls wunderschön. Und nach gut 6 Minuten Stille gibt es dann noch
einen Ghost-Track (netter Text).
Fazit:
Ich hoffe mal, dass die Mannheimer Band, die ja auf der letzten Saga-Tour im Vorprogramm
war und dort mehr als überzeugen konnte (und das nicht nur weil Philip Griffith sozusagen
als Hommage an seinen Vater den alten Heuler 'Time Machine' von Beggar's Opera gesungen
hat), sich da eine menge neuer Fans erspielt hat. All diejenigen werden an 'In Focus'
bestimmt ihre helle Freude haben. 'Alte' Alias Eye-Freunde werden sowieso begeistert sein.
Und für bis jetzt Unschlüssige könnte 'In Focus' ein guter Einstieg in die musikalische
Welt der Band sein, weil, wahrscheinlich durch den neuen Gitarristen Matze Wurm, die Musik
etwas eingängiger und auch rockiger geworden ist.
Wenn man sich so die Solo-CD des Symphony X - Sängers Russell Allen anhört, bekommt man irgendwie den Eindruck, dass der Mann wohl am liebsten schon Ende der Siebziger oder Anfang der Achtziger Sänger geworden wäre. Denn Songs wie z.B. 'Voodoo Hand', 'Angel' oder auch 'Saucey Jack' könnten locker von alten Deep Purple oder Whitesnake - Scheiben stammen. Guter alter Hard Rock eben. Trotzdem blitzt auch manchmal ... vor allem natürlich wenn Symphony X - Mitstreiter und Gitarrist Michael Romeo seine Klampfe auspackt ... seine Stamm-Band durch ('Seasons Of Insanity', Gaia und vor allem im längsten Song 'We Will Fly', bei dem dann auch noch Symphony X - Keyboarder Michael Pinnella mitmischen darf). Nett ist aber auch das Titelstück 'Atomic Soul' (da hat wohl einer zuviel Speed King gehört), auf dem dann unverkennbar Jens Johannson von Stratovarius einen runterdudelt. Insgesamt eine recht überraschende CD, die sich doch erfrischend von der sonstigen Musik von Russell Allen unterscheidet. Freunde von alten Hard Rock - Bands sollten unbedingt mal ein Ohr riskieren.
Wenn die derzeit wohl zwei besten Sänger aus dem Metal-Bereich, nämlich Russell Allen (Symphony X) und Jorn Lande (Masterplan) zusammen eine CD einsingen, deren Songs von Last Tribe - Gitarrero Magnus Karlsson geschrieben wurden, kann eigentlich nur ein Ergebnis rauskommen. Eine voll fette und geile Hard Rock - Scheibe vom Feinsten. Und auch wenn die zwei Sänger doch völlig unterschiedliche Stimmen haben, passt die CD von vorne bis hinten. Mitbang-Nummern wie z.B. 'Come Alive' oder 'My Own Way Home', eine tränenrührende Metal-Ballade ('Reach A Little Longer' z.B. lässt einen nur so dahinschmelzen) und Midtempo-Kracher ('The Forgotten Ones'), Rocker-Herz was willst du mehr. Die Scheibe kann ich nur empfehlen.
Nach dem ersten Streich 'The Battle' gibt es jetzt von den zwei Ausnahme-Sängern Russell Allen (Symphony X) und Jorn Lande (Ex-Alles Mögliche von Masterplan bis Ark) die Rache in Form von weiteren 12 Metal-Krachern aus der Feder von Last Tribe - Gitarrist Magnus Karlsson. Und 'The Revenge' ist meiner Meinung nach sogar noch einen Tick besser geworden als die erste Schlacht der beiden Jungs. Je drei Songs dürfen die Sänger 'solo' singen und auf den restlichen 6 Songs gibt's ein Stimmen-Duell der feinsten Art (man sollte sich nur mal die geile Ballade 'Master Of Sorrow' anhören). Muss man haben.
Was kommt wohl für Musik raus, wenn der Sänger von Angra (Edu Falaschi), der Gitarrist von Nightwish (Emppu Vuorinen), der Basser von Stratovarius (Lauri Porra) und der Drummer von Kamelot (Casey Grillo) zusammen eine CD machen. Die Antwort gibt's unter dem Band-Namen 'Almah', denn da sind die 4 Musiker vereint. Und beim Opener 'King' sollte man nicht glauben was man da hört. Eine stampfende Power-Hymne, bei der aber null der genannten Bands herausgehört werden kann (nicht mal auf die Angra-Stimme kommt man, weil Edu Falaschi eher im Stile eines rotzigen Metal-Sängers agiert). Nur geil. Auch beim folgenden Song 'Take Back Our Spell' kann man Falaschi kaum erkennen. Der Song könnte auch eher von Stratovarius sein. Voll die Power-Hymne. 'Leider' geht es nicht in diesem Stil weiter. Denn bei 'Forgotten Land', einer so richtig schmalzigen Ballade mit quietschender Gitarre und allem was dazu gehört, versucht Edu Falaschi mal wieder das was er eigentlich gar nicht so richtig kann und ihn deshalb so eine einzigartige Stimme verleiht ... er versucht hoch zu singen. Und schon erkennt man ihn. Trotzdem ein schöner Song. Dann scheinen ihm aber die (neuen) Ideen (alle Songs wurden von Falaschi geschrieben) ausgegangen zu sein, denn fast der komplette Rest der CD klingt dann doch arg nach Angra (was natürlich nicht schlecht ist, denn ich mag die Band ja ungemein). Insgesamt also für mich eine fast Angra-CD mit ein paar Überraschungen. Was allerdings so richtig positiv auffällt, sind die fetten Drums von Casey Grillo. Wusste gar nicht, dass der Mann so gut ist. Am Schluß hat die CD auch einen so richtigen Durchhänger. Langweilig möchte ich nicht sagen ... aber irgendwie 4 Songs, die irgendwie schon mal dagewesen sind und dann im Titelstück 'Almah' enden, das jetzt aber echt auf die letzte Angra-CD gepasst hätte. Zum identischen Preis gibt es von der CD noch eine Limited Edition mit 2 Bonustracks, wobei vor allem 'The Sign Of Glory' lohnenswert ist. Insgesamt eine recht gute Idee. Ich frage mich allerdings, wofür man da ne Solo-CD machen muss ... das hätte man fast alles (bis auf die ersten 3 wirklich genialen Songs) auch auf ner weiteren Angra-CD verwursten können.
Manche CDs bewegen die Welt. Manche CDs sind grottenschlecht (damit meine ich jetzt z.B. alles von Pur und Maria und Margot Hellwig und Konsorten), manche sind rattengeil. Und dann gibt es noch einen kleinen Haufen von Veröffentlichungen, die ich unter die Rubrik 'völlig für'n Arsch' einordnen würde. Und dazu gehört mit absoluter Sicherheit das Erstlingswerk von 'Altaria', einem Sammelsurium von mehr oder weniger bekannten Musikern (unter anderem von 'Nightwish' und 'Sonata Arctica'), die völlig uninspiriert und auf tiefstem Song-Niveau meinen, sie könnten durch die Bekanntheit ihrer Haupt-Bands noch ein paar Finnmark mehr in die Tasche spülen. Und das Konzept wird wahrscheinlich aufgehen (ich habe ja schließlich auch 16 Euro dafür abgesteckt). Hier erübrigen sich alle weiteren Worte. Für diese Musiker schlichtweg eine herbe Enttäuschung und es ist echt erstaunlich, dass ich über die Scheibe fast nur positive Reviews gelesen habe.
Sorry, aber das ist Schrott
Ambeon (eine Wort-Kombination aus 'ambient' und 'Ayreon'), ist das neueste Projekt von Ayreon-Mastermind Arjen Lucassen. Hier verwurstet er Songstrukturen altbekannter Ayreon-Liedchen, die mit neuen Texten und teilweise neuen Melodien aufgepeppt wurden. So langsam könnte man meinen, Herr Lucassen möchte einfach ein paar Mark dazuverdienen, in dem er (nach der Veröffentlichung von 'Ayreonauts only') schon wieder nix Neues rausbringt. Aber weit gefehlt. Die Texte und (neuen) Melodien wurden von der erst 14-jährigen Astrid van der Veen geschrieben, die die Lieder auch zum Besten geben darf. Und es ist echt erstaunlich, was dabei herausgekommen ist. Das Mädel hat einfach eine wunderschöne (und für dieses Alter schon recht ausgebildete) Stimme, die die CD zum Genuss werden läßt. Ayreon-Fans werden die meisten Songs wohl wiedererkennen, obwohl teilweise schwer daran gearbeitet wurde. Von mir gibts für den Silberling eine absolute Kaufempfehlung (auch wenn sich Herr Lucassen rein gitarrenmäßig arg zurückhält und eher die Keyboards im Vordergrund stehen).
Amber Light, The - Goodbye To Dusk, Farewell To Dawn
Mit Veröffentlichungen des kleinen aber feinen Prog-Labels Quixote-Music habe ich so ab und zu meine Schwierigkeiten. Es braucht manchmal echt viele Durchläufe, bis man mit der Musik warm wird ... was aber eher für die Qualität der Musik spricht. Denn was schnell im Ohr ist, ist auch schnell wieder draußen. Allerdings bekommen eben die wenigsten Bands dieser Art von Musik die Chance, so oft gehört zu werden, bis sie 'zünden'. Und ich befürchte mal, der deutschen Band 'The Amber Light' wird es nicht anderst gehen. Was ganz schön schade wäre. Meine ersten Kontakte mit 'The Amber Light' hatte ich schon vor einiger Zeit, als ich noch regelmäßig(er) Besucher der deutschen Marillion-Fanclub-Homepage war und mich dort auch öfters mal im Forum getummelt habe. Und dort hat immer einer (ich weiß nur nicht mehr wer) massiv Werbung für die Band gemacht. Und wer die ersten drei Titel von 'Goodbye To Dusk, Farewell To Dawn' gehört hat, weiß auch, warum gerade bei Marillion so Werbung gemacht wurde. Das klingt einfach alles tierisch nach Marillion mit Hogarth (wobei vor allem die Stimme von Sänger Louis Gabbiani ganz stark an H. erinnert) und einer Mischung aus 'Seasons End' und 'Beautiful'. Auf jeden Fall hochinteressant für alle Post-Fish-Marillos. Erst mit dem vierten Titel 'Gangsters' wirds dann etwas flotter, proggiger und quixotiger (wer die besten Pferde im Quixote-Stall wie 'Poor Genetic Material' oder 'Tea For Two' kennt, weiß was ich meine). Nur dieser jazzige Teil (in den letzten 3 Minuten des Songs) ist oberübel (weil Free-Jazz überhaupt nicht mein Ding ist). 'The Drowning Man In My Hands' könnte dann fast von einer 'Sigur Rós -CD' stammen. Klasse Song, der mit einem langen, gefühlvollen Gitarren-Solo endet. Weiteres Highlight der CD ist sicher das 14-minütige 'Clock Hands Heart', das stark an die besseren Werke von 'Porcupine Tree' erinnert und auch das 11-minütige 'New Day' mit italienischen Lyrics und tollen Steigerungen im Song. Fazit: 'Goodbye To Dusk, Farewell To Dawn' ist ein hochinteressantes Album, das einige Durchläufe braucht, um so richtig Spaß zu machen. Dann allerdings hört man ein wirklich breites Spektrum hervorragender Musik, die - nach Aussage der Band - mit rein analogen Instrumenten eingespielt wurde und somit auf jeden Fall zeigt, dass hier wirklich gute Musiker am Werke sind. Mehr Infos über die Band gibt es unter www.theamberlight.de und den Kauf der CD kann ich auf jeden Fall empfehlen.
Amber Light, The - Stranger & Strangers
Für mich waren die Deutsche Band 'The Amber Light' mit ihrer Debut-CD 'Goodbye To Dusk, Farewell To Dawn' im Jahr 2004 sicher eine DER Newcomer im Prog- oder Art-Rock-Sektor, auch wenn die Scheibe einige Durchgänge gebraucht hatte, um so richtig zu zünden. Umso erstaunlicher ist nun, dass mit 'Stranger & Strangers' nach ziemlich kurzer Zeit eine gut 26-minütige EP mit 4 Songs nachgeschoben wird, um die Wartezeit auf das nächste reguläre Album zu verkürzen, und auf dieser CD neben einer Akustik-Live-Version des 'Farewell' - Songs 'Hide Inside' (toll gesungen und gespielt) und dem eigentlichen Highlight, dem 14-minütigen Titelsong (mit allem was das Progger-Herz begehrt) auch noch 2 fast radiotaugliche Stücke veröffentlicht wurden, die eine ganz andere Seite von 'The Amber Light' zeigen (und so in Richtung 'The Urban' gehen). Hochinteressant und alleine schon wegen dem Titelstück fast ein Pflichtkauf.
Ambros, Wolfgang - Ambros singt Waits
Ziemlich ruhig ist es geworden um Wolfgang Ambros. Und ziemlich alt ist er geworden (zumindest nach dem Foto auf der CD-Hülle). Nachdem er nur noch als 'Austria 3' (zusammen mit Georg Danzer und Reinhard Fendrich) auftritt und seine alten Heuler (wie 'Ski foarn' und den Watzmann) zum Besten gibt, war ich doch sehr überrascht, nach mehr als 20 Jahren wieder eine Scheibe nur mit Cover-Versionen und ins Alpen-Deutsch übersetzt in den Händen zu halten. Und nach Bob Dylan versucht sich Wolfgang Ambros jetzt an Tom Waits. Und wie ich finde mit Erfolg. Die unendlich depressiven Lieder von Tom Waits (wie z.B. Martha, In the Neighbourhood, Romeo is bleeding, I hope I don't fall in love with you oder der grandiose Tom Traubert's Blues) erhalten durch die teilweise weit vom Original abweichenden österreichischen Texte ein völlig neues Gewand, die von Christian Kolonovits hervorragend produziert wurden. Der absolute Geheimtipp für die folgenden kalten Winterabende.
Massenweise CDs haben die Melancholie-Jungs aus Liverpool (würg ... da kommt ja auch meine absolute Minus-Band her) veröffentlicht, ohne dass ich auch nur eine davon gekauft hätte. Vielleicht wird sich dieser Zustand ja nach der neuesten Scheibe 'A Fine Day to Exit' aber ja auch ändern. Zumindest auf diesem Werk (ein anderes kenne ich ja nicht) befinden sich 9 Songs, die mit 'eine Mixtur aus Porcupine Tree, Radiohead und Tool (hallo Jörg, hast Du verstanden, was ich damit meine ?? KAUFEN !!!) gepaart mit ein paar Anleihen bei Pink Floyd' umschrieben werden könnten. Beim ersten Hören ist das Teil noch etwas unzugänglich, aber je öfter der Silberling in meinem Player rotiert, desto besser wird sie. Für den reinen Proggie wird Anathema vielleicht nicht das non plus ultra sein, aber wer seinen musikalischen Horizont erweitern will, sollte auf jeden Fall mal reinhören. Mir gefällts.
Andersen, André - Black On Black
Wer von André Andersen noch nichts gehört hat, sollte sich mal seine Royal Hunt - Booklets besser durchlesen. Oder eben irgendein Song von dieser CD hören. Denn dann ist schon klar, aus welcher Ecke der Junge kommt. Alles klingt nämlich voll nach Royal Hunt und manchmal habe ich den Eindruck, dass hier irgendwelche Restbestände verwurstet werden. Aber wer Royal Hunt mag, wird auch mit dieser Ausschussware hervorragend leben können. Interessant ist neben den Songs auch die Tatsache, dass kein Geringerer als Elegy-Shouter Ian Parry als Sänger verpflichtet wurde und das passt absolut genial zu dieser Mucke. Also sollten sowohl Royal Hunt - Fans als auch Elegy-Freunde bedenkenlos zugreifen. Klasse Album mit ein paar hochkarätigen Metal-Krachern. Schade nur, dass das Album gerade mal 45 Minuten lang ist. Ideen für ein paar weitere Songs wären bestimmt vorhanden gewesen.
Andrea, Jose - Donde el corazón te lleve
Jose Andrea nicht zu kennen, ist sicherlich keine Schande. Wäre ich nicht ausgesprochener Fan diverser spanischer Bands, hätte ich mir die CD auch nicht angeschafft. Der Herr ist nämlich Sänger der spanischen Folk-Prog-Rock-Band Mägo De Oz und hatte wohl auch mal den Drang zur Selbstverwirklichung. Anderst ist wohl nicht zu erklären, wie man eine Scheibe wie 'Donde el corazón te lleve' veröffentlichen kann, auf der absolut bekannte Melodien von Songs von Bryan Adams über Dokken bis Deep Purple ins spanische adaptiert wurden (also es wurden völlig neue Texte in spanisch von Mägo-Drummer Txus di Fellatio geschrieben und nicht nur übersetzt ... so wurde z.B. aus 'When I'm Gone' von der Michael Schenker Group 'El dios de la guerra', also ein 'Kriegsgott'). Musikalisch ist sicher zweifelhaft, ob die Menschheit diese CD braucht. Allerdings sind einige der Songs schlichtweg besser (oder gefühlvoller) gesungen als die Originale (kann natürlich an der Sprache liegen), wobei ich vor allem die Cover-Versionen von 'Soldier Of Fortune' (Deep Purple), 'Always Somewhere' (Scorpions ... denn Klaus Meine fand ich schon immer grottenschlecht) und 'Heaven' (Bryan Adams) herausheben möchte.
So langsam entwickelt sich Schweden offensichtlich zur Prog-Metal Hochburg. Mit 'Andromeda' ist nach Evergrey und Pain Of Salvation schon die dritte Band am Start, die absolut zu empfehlen ist. Etwas frickeliger und 'softer' als Evergrey und eingängiger als 'Pain Of Salvation', manchmal schon fast melancholisch aber immer auf höchstem musikalischen Niveau. Tolle Breaks (die teilweise an Dream Theater erinnern), ab und zu ein sensationell gefühlvolles Keyboard und ein Sänger der stimmlich irgendwo zwischen Midge Ure und Michael Sadler anzusiedeln ist, machen diese Scheibe zu einem Kauftipp für alle Prog-Metal-Freunde. Unbedingt antesten.
Da kann man mal sehen, wie man sich täuschen kann. Da denkt man jahrelang, dass die schwedische Formation 'Anekdoten' eine Prog-Band ist, ärgert sich schwarz weil es kaum möglich ist, eine CD von denen zu bekommen, findet dann zufällig (in meinem Stuttgarter Lieblings - CD - Laden 'Ratzer Records') die neueste Scheibe 'Gravity', freut sich schon auf eine geniale Prog-CD und ... beim ersten Song 'Monolith' denkt man unweigerlich an die Reinkarnation der 'Smashing Pumpkins' (die ich ja echt nicht schlecht fand aber nie in die Prog-Ecke gestellt hätte). Und leider geht das die kompletten 46 Minuten so weiter. Ich würde mal sagen das war ein typischer Fall von 'ganz schön getäuscht'. Und warum dachte ich 'Anekdoten' machen Prog ???
Angel Dust - Enlighten The Darkness
Nachdem ich vom neuesten Werk 'Of Human Bondage' ja so begeistert bin, habe ich es ja nicht lassen können und musste mir auch den Vorgänger aus dem Jahre 2000 , Enlighten The Darkness' besorgen. Man(n) muss ja schließlich wissen, ob 'Of Human Bondage' nur ein (positiver) Ausrutscher war. Doch schon der Opener 'Let Me Live' macht klar, dass es auch bei 'Enlighten The Darkness' ganz schön heftig (aber gut) zur Sache geht. Der Song könnte lässig als Threshold-Knaller durchgehen. Auch die folgenden Songs 'The One You Are'' und Enjoy!' gehen in die selbe Richtung und ganz schön ab. Bei 'Fly Away' wird dann eine kleine Verschnaufpause angedeutet, die allerdings nicht lange anhält. Auch Track Nr. 5 ('Come Into Resistance') scheppert gar heftig in den Ohrmuscheln. Die erste Ballade folgt dann mit 'Beneath The Silence' (nur mit Bass und Akustik-Gitarre ... leider viel zu kurz). 'Still I'm Bleeding' ist wohl der beste Song auf der CD. Geniale Ballade (leider ist der Text im Booklet absolut unleserlich), die zum Schluss hin dann ganz schön fetzig wird und eine opernmäßige Sirene noch ein bißchen mitwimmern darf. 'I Need You' kommt eher langweiliger im Mid-Tempo daher und erinnert mich an schlechtere Stücke von Stratovarius. 'First In Line' ist ein kleines ruhiges Zwischenstück mit knapp über 1 Minute, das nahtlos in 'Cross Of Hatred' , einem absoluten Metal-Kracher, übergeht. Die Scheibe endet dann mit 'Oceans of Tomorrow', einer eher langsamen Metal-Hymne mit geilem Gitarren-Solo. Fazit: 'Of Human Bondage' war keine Eintagsfliege sondern eine Weiterentwicklung des bereits hervorragenden Vorgängers 'Enlighten The Darkness'. Und hierfür gibt's von mir dann ebenfalls eine hohe Wertung.
Von CDs der deutschen Band 'Angel Dust' habe ich bis jetzt immer die Finger gelassen, da ich dachte, das wäre eine dieser unerträglichen Gothic-Grunzer. An einem langweiligen Abend stand ich aber nun so bei dem CD-Dealer meines Vertrauens und lauschte einfach mal in ein paar suspekte CDs (um meinen Musikhorizont zu erweitern bzw. meine Vorurteile zu bestätigen). Und an der Review hier ist zu erkennen, dass ich mir die Scheibe gekauft habe. Warum ?? Es sind gar keine Gothic-Grunzer sondern bei 'Angel Dust' handelt es sich um eine richtig gute Melodic-Metal-Band (wobei der Begriff 'Melodic' hier nicht so genau genommen werden darf). Fette, fetzige Knaller so um die 5 Minuten, eine geniale Ballade ('Disbeliever') und eine Metal-Version des Seal-Klassikers 'Killer' machen knapp über 47 Minuten richtig Freude. Man sollte sich also von dem Cover (das wirklich mehr an Gothic-Schrott erinnert) nicht in die Irre führen lassen. Klasse Mucke für gediegene Headbanger.
Auch wenn ich nicht gerade der ausgesprochene Freund (und zugegebenermaßen auch nicht der ausgesprochene Kenner) der brasilianischen (Prog ?) Metal-Band bin (obwohl ich doch ein paar CDs von ihnen besitze), hat es bis heute keine Review über 'Angra' auf meiner Page gegeben. Aber anlässlich der Doppel-Live-CD 'Rebirth World Tour' (die wie der Name schon sagt auf der Rebirth-Tour 2001 mitgeschnitten wurde), muss ich die Truppe, bei der bis vor kurzem Andre Matos gesungen hat (den vielleicht der Eine oder Andere dann doch kennen dürfte), doch mal lobend erwähnen. Aufgenommen wurde die CD in ihrer Heimat Brasilien (in Sao Paolo), so dass dann auch nicht verwundert, dass die Stimmung auf dem Konzert ziemlich gut war und die Ansagen von (dem mehr als guten) Neu-Sänger Edu Falaschi alle in unverständlichem Portugiesisch sind. Musikalisch gehen 'Angra' ein wenig in die Richtung von 'Kamelot' und erinnern leicht auch an die symphonischen Teile von Rhapsody. Als Einstieg in die musikalische Welt von Angra ist die CD ganz sicher geeignet und kann uneingeschränkt empfohlen werden. Und zum Abschluss gibt es dann auch noch ein 'The Number Of The Beast' (was sie aber lieber hätten bleiben lassen sollen).
Über den neuesten Output der brasilianischen Metaller 'Angra' lässt sich eigentlich nicht viel spektakuläres schreiben. Vielleicht dass im Vergleich zu den letzten Alben am Sound gewaltig gebastelt wurde. Vielleicht, dass sich Andre Matos - Nachfolger Edu Falaschi mittlerweile als Sänger nahtlos in den Rest der Band eingefügt hat und dem Angra-Stil entsprechend singen kann, was bei einem Sänger-Wechsel (siehe damals Marillion oder Runrig usw.) ja nicht immer unbedingt der Fall ist. Vielleicht dass sich auf 'Temple Of Shadows' auch ein paar Gast-Musiker wie Kai Hansen, Hansi Kürsch oder Sabine Edelsbacher tummeln, die aber nicht weiter auffallen. Vielleicht, dass wo Angra draufsteht, auch Angra drin ist ... sprich immer noch fette Power-Metal-Mucke ... allerdings mit ein paar tollen Folklore-Einlagen (bei 'Shadow Hunter'). Aber vor allem, dass man sich, wenn man den Kauf der CD in Erwägung zieht, auf jeden Fall die limitierte Version mit der Bonus-DVD besorgen sollte. Denn dann kommt man noch in den Genuss von 160 Minuten (!!!) kostenlosem Vergnügen von einem kompletten Konzert der 2001er Rebirth-Tour (kurz der gesamten letzten Doppel-Live-CD) sowie weiteren Sachen (Konzertausschnitte aus Asien und Europa, Photo Gallery, Videoclips). Nachdem andere Bands für so eine DVD normalerweise richtig Geld verlangen, finde ich es schlicht vorbildlich von Angra, diese DVD als Bonus praktisch umsonst beizufügen (die limitierte CD/DVD kostet glaube ich genau 2 Euro mehr).
Anthony - Pools Of Sorrow, Waves Of Joy
Kritik von Siggi Greck
Arjen Anthony Lucasson, damals noch schlicht Anthony, Mastermind von
Ayreon, Ambeon und Star One, hat im Jahr 1993 diese recht ruhige CD veröffentlicht. Durch
die bei mir wegen der veröffentlichung der "Star One - DVD" entstandenen
Euphorie musste ich mir mal wieder die alten Werke des Meisters zu Gemüte führen. Was
soll ich sagen, diese CD hat fast nichts mit den aktuellen Sachen zu tun. Dennoch,
schöne, melodische Liedchen ("Country Girl, City Boy", "LIttle Miss
Understood", "Summer`s In The Air" sind recht bezeichnende Titel) mit der
wirklich ansehnlichen Stimme von Anthony. Erinnert teilweise ein bisschen an die
besseren Sachen von Tony Carey bzw. Planet P aus den 80ern. Anspieltipps: "Best
Of Friends", "Crescendo" oder "Days Of The Knights".
Anyone's Daughter - Requested Document Live 1980 - 1983 Vol. 2
Ich weiß jetzt nicht, ob jemand überhaupt (noch) die Stuttgarter Band Anyone's Daughter kennt, die Ende der Siebziger und Anfang der Achtziger Jahre zumindest hier im Schwäbischen in Prog-Kreisen schon fast Kult-Status hatten und zumindest mit dem Song 'Moria' auch überregional bekannt geworden sind. Auf jeden Fall gab's 2001 mit der CD 'Danger World' eine Reunion (immerhin Gitarrist und Keyboarder sind wieder mit im Boot), die CD haute mich aber nicht gerade vom Hocker (deswegen hatte ich auch auf eine Review verzichtet). Die vorliegende 'Requested Document Live Vol. 2' allerdings möchte ich doch allen Prog der-Siebziger-Nachheulern ans Herz legen. CD1 ist ein faszinierendes Sammelsurium von alten A.D.-Stücken zwischen 4 und 12 Minuten (unter anderem eine deutsche Cover-Version des U.K.-Titels 'In The Dead Of Night'), die live richtig klasse rüberkommen. Absolutes Highlight allerdings ist CD2, eine 2-stündige DVD eines Konzertes von 1981 in Frankfurt, wo unter anderem auch das knapp 40-minütige 'Piktors Verwandlungen' aufgeführt wurde. Leider ist die Qualität des Videos (und des Sounds) nicht gerade gut, aber als Zeitdokument einfach toll. Und das Ganze zum Preis einer einfachen CD. Kauftipp auch für Leute, die Anyones Daughter nicht kennen.
Wenn ich nur ein paar Namen nenne, die AOR-Boss Frédéric Slama für die Einspielung der neuen Scheibe 'L.A. Reflection' eingekauft hat, dann dürfte jeder halbwegs musikbegeisterte Leser dieser Review zum nächsten Plattenladen rennen und sich das Teil besorgen. Tommy Denander (der überall seine Finger im Spiel hat, wenn mehr als zwei schwedische Melodic-Musiker zusammen sind), Göran Edman, Chris Demming, Steve Lukather, Michael Landau, Bruce Gaitsch, Steve Procaro, David Paich und natürlich der unvergessene Jeff Procaro machen auf diesem Allstar-Projekt mit und genauso klingt dann natürlich auch der Silberling. Schlappe 65 Minuten Melodic-Rock vom Feinsten im Stile von Toto und so weiter machen dieses Teil zur KAUFPFLICHT für alle Freunde dieser Musikrichtung. Und bevor ihr euch die Hacken ablauft um diesen Knaller zu bekommen ... bestellt einfach bei AOR-Heaven. Prompte Lieferung bei fairen Preisen ist fast garantiert. Ich hatte mein Exemplar 2 Tage nach Bestellung im Briefkasten.
Auch auf dem Nachfolgeralbum der genialen 2002er - Scheibe 'L.A. Reflection' hat Gitarrist und Keyboarder Frédéric Slama wieder mal keine Kosten und Mühen gescheut und die Crème de la Crème der AOR-Szene versammelt. Tommy Denander, Steve Lukather, Michael Landau, Bruce Gaitsch, Vinnie Colaiuta und weitere 27 (!!) Musiker bieten dann auch wieder äußerst relaxten Melodic-Rock in leider nur (offiziellen) 8 Akten und einer Gesamtspielzeit von nicht mal 38 Minuten. Allerdings sind dann auch noch 4 Bonus-Tracks auf der CD (unter anderem die 3 besten Songs der letzten Scheibe in einer neuen Version), so daß dann fast eine Stunde tolle Musik zustande kommt. Zu bestellen gibt es das (fast) Meisterwerk zur Zeit für günstige 13 Euro bei AOR-HEAVEN.
Erste Aufmerksamkeit erweckten die finnischen Cello-Spieler im Jahre 1996 mit ihrer CD 'Apocalyptica plays Metallica by four Cellos'. Wie der Titel schon sagt, wurden auf diesem 'Werk' alte Metallica-Heuler verwurstet und auf dem Cello runtergeschrammelt. Allerdings ziemlich genial. Seither ist mir nichts Neues der Jungs in den Player gekommen. Jetzt, im Jahre 2000, gibt es endlich wieder ein Lebenszeichen der vier Nordlichter. Zehn Eigenkompositionen, 2 Metallica-Cover (Until It Sleeps, Fight Fire with Fire) sowie ein klassisches Stück von Edward Grieg beinhaltet diese CD. Allerdings ist das 'Neue' an Apocalyptica (von 1996) mittlerweile nicht mehr so sensationell, so daß ich diese CD nur eingeschränkt empfehlen möchte. Der bessere Kauf ist auf jeden Fall die 'Metallica-CD' von 1996.
Aus der schönen Schweiz flog mir neulich eine
hochinteressante CD zu, die mich auch jetzt noch dazu verleitet, mit den Schultern zu
zucken ohne zu wissen, was ich da jetzt eigentlich gehört habe. Die Band 'Apokatastasia'
dürfe wohl den wenigsten meiner Leser was sagen. Und wer bei dem Namen an eine ähnliche
Combo (namens Apokalyptika) denkt, liegt überraschenderweise gar nicht so falsch (obwohl
ich denke, dass die Namensähnlichkeit eher zufällig ist), denn das prägende Instrument
der Musik von Apokatastasia ist auch ein Cello (genauer gesagt ein Violoncello und ein
E-Cello), gespielt von David Reitz. Im Unterschied zu Apokalyptika machen aber auch noch
die klassischen Rock-Instrumente (also Gitarre - gespielt von Milan Hofstetter, Bass -
gespielt auf der CD von Matthias Kürsteiner und Drums - gespielt von Dario Hofstetter)
kräftig mit. Seit Neuestem ist auch noch Markus Bach am Bass dabei, so dass Matthias
Kürsteiner ab sofort die zweite Gitarre spielen darf.
'Waiting Four' ist leider nur eine Demo-CD mit vier Songs und knapp 34 Minuten Spielzeit.
Dafür kann der Silberling auf der Homepage der Band aber auch für schlappe 15 Schweizer
Franken (oder 10 Euro) erstanden werden.
Musikalisch bewegen sich Apokatastasia auf ziemlich neuem Terrain. Gesang fehlt auf der CD
(mit Ausnahme von ein paar choralen Einschüben und wenigen Growls) so gut wie ganz, da
diesen Part sozusagen das Cello übernimmt. Es ist also ein fast instrumentales Album. Die
Musik kann, auch wenn doch alles beim ersten bis zehnten Hören etwas ungewöhnlich
klingt, ganz klar als metallischer Prog-Rock durchgehen. Fette Gitarrenriffs wechseln sich
ab mit eher ruhigen, ja fast symphonischen Phasen, geile Breaks, ein leichter (seltener)
Hang zum Jazz und dann plötzlich wieder 5 Sekunden, die nach der übelsten
Death-Metal-Combo klingen (z.B. am Schluß des ersten Stückes 'Apokatastasia', wobei der
Name des Songs sicher nicht von ungefähr kommt, denn in diesen knapp 10 Minuten wird
schon das komplette Spektrum der Band vorgestellt). Nach meinen Recherchen im Internet
soll die Band übrigens auch live sensationell gut sein. Wer also Gelegenheit hat, ein
Konzert von den Jungs zu sehen, sollte das auf jeden Fall tun. Ansonsten bleibt eben nur
die Möglichkeit, die CD zu bestellen um endlich mal wieder einen Silberling zu besitzen,
der sich vom Einheitsbrei der gegenwärtigen Veröffentlichungen abhebt.
Wer meine Homepage regelmäßig und aufmerksam liest, wird sich ganz bestimmt das Demo-Erstlingswerk der Schweizer Band 'Apokatastasia' mit Namen 'Waiting Four' auf deren Homepage bestellt haben und war nach dem Hören dieser Scheibe genauso sprachlos wie ich damals. Nun gibt es endlich ein komplettes Werk der Band mit insgesamt 9 Songs auf ziemlich genau 50 Minuten Spielzeit. Geblieben ist natürlich die Art der Musik, also meist instrumental mit Cello als Leit-Instrument und ein paar spärlich eingesetzten Growls. Auffallend gut ist die fette Produktion gelungen ... alle Achtung. Und etwas melodischer um nicht zu sagen teilweise ruhiger wurde die ganze Sache auch. Schon der erste Song ('Schizophriend', im Übrigen gleich benannt wie ein früherer Name der Band) nach dem kurzen Intro beginnt ja sowas von zuckersüß mit 'zartem' Cello dass man meinen könnte, Apokatastasia könnten jetzt auch auf der nächsten Kuschelrock-CD vertreten sein. Zum Glück ändert sich das nach nicht mal einer Minute gewaltig und es wird gerockt und gebreakt was das Zeug hält. Klar ist es auch bei 'Shedding' noch etwas 'gewöhnungsbedürftig' (aber absolut positiv gemeint), wie das alles instrumentiert wird, allerdings kommt mir die CD insgesamt doch ein kleines bißchen eingängiger vor als die Demo-CD 'Waiting Four' und dürfte jetzt auch eine etwas breitere Masse ansprechen, zumal auch Berge von tollen Gitarren-Parts (wie z.B. beim Song 'LysergSäureDiäthylamit', der mit 8 1/2 Minuten auch einer der Längeren ist) vorhanden sind. Somit gilt auch für 'Shedding' ganz klar: wer gegenüber 'neuerer' oder andersartiger Instrumentierung aufgeschlossen ist und nicht immer einen Sänger braucht und auch vor klassischen Instrumenten und Parts nicht das Kreuz schlägt, sollte den neuen Output von Apokatastasia auf jeden Fall antesten. Freunde von Apokalyptika und/oder auch Fans die in Richtung Metallica tendieren (die würden am Song 'Raped Visions ihre helle Freude haben), sollten auch mehr als ein Ohr riskieren.
Für Fans der holländischen Gothic-Band 'The Gathering' war der überraschende Ausstieg von Sängerin Anneke van Giersbergen sicherlich ein kleiner Schock. Denn ohne die mehr als markante (und überaus gute) Stimme könnte das eventuell das Ende der Band bedeuten. Zum Glück hat sich Anneke nicht ganz aus dem Musik-Business verabschiedet sondern macht unter neuem Namen und mit neuer Band, also als 'Aqua de Annique' weiter. Etwas enttäuschend dürfte für 'The Gathering' - Fans die erste CD betitelt mit 'Air' aber schon sein. Klar, die Stimme klingt immer noch 100% nach 'The Gathering', aber bis auf ein paar vereinzelte Titel oder auch nur Teile von Songs doch ganz schön seicht ... und mit Bläser-Einsätzen dann doch etwas gewöhnungsbedürftig. Der Opener 'Beautiful One', 'Witness', 'My Girl' und 'You Are Nice!' kommen noch am ehesten an die alte Band ran ... der Rest ist dann eher als 'hübsch' oder 'schön' zu bezeichnen. Mal sehen in welche Richtung sich 'Aqua de Annique' weiterentwickeln.
Lange Zeit war es ruhig um die australische Prog-Band 'Aragon', die mich vor allem wegen ihrer 1995er-CD 'Mouse' (und da insbesondere wegen dem überragenden Sound) begeistert hatte. Zwar wurde danach noch eine CD veröffentlicht (die ich nicht habe und mir auch der Titel entfallen ist) und auch die genannte 'Mouse' wurde nochmal mit einer Bonus-CD wiederveröffentlicht. Aber jetzt endlich gibt es mit 'The Angels Tear' neues Material zu hören. Auffällig ist, dass das etwas 'chaotische' von 'Mouse' zugunsten von tollen (aber auch manchmal recht poppigen) Melodien verschwunden ist. Schon der Opener 'Growing Up In Chukoo Land' ist ein richtig nettes Liedchen, geprägt von der etwas 'eigentümlichen' Stimme von Les Dougan, der sich teilweise ein bißchen wie die Reinkarnation von Peter Gabriel anhört. Prog-Highlights der CD sind aber sicher die Long-Songs ('In The Name Of God' mit gut 9 Minuten und das Titelstück mit fast 13 Minuten) sowie das letzte Stück 'The Silent Field'. 'The Angels Tear' kann man getrost als gute CD bezeichnen und sie hat es auf jeden Fall verdient, mehr als ein Ohr zu riskieren. Und wem 'Mouse' zwar ganz gut gefallen hat aber zu schräg fand, der wird von 'The Angels Tear' sicher äußerst positiv überrascht sein. Einziges Manko ist die etwas kurze Spielzeit von gerade mal gut 43 Minuten. Da wäre natürlich mehr drin gewesen.
Meine Fresse ist der Mann gut geblieben. Fast 16 (!!!) Jahre nach dem Ausstieg bei Fates Warning (das war 1987 nach der dritten FW - CD 'Awaken The Guardian') und nach absoluter Musik-Abstinenz (er kümmerte sich nur noch um seine Familie und hatte vom Bandleben die Nase voll), gibt es ENDLICH mal wieder ein Lebenszeichen von dem grandiosen Ausnahme-Sänger, der wohl wahrscheinlich wegen der damaligen (noch) Erfolglosigkeit von Fates Warning nie in den Sänger-Olymp aufgestiegen ist und deswegen den meisten meiner Leser wahrscheinlich völlig unbekannt ist. Aber ich hoffe, das wird sich nach dem Kauf von 'A Twist Of Fate' ändern. Es ist leider nur eine EP mit zwei Stücken und einer Gesamtlaufzeit von ca. 28 Minuten geworden. Aber was John Arch zusammen mit den Musikern Jim Matheos (Fates Warning), Mike Portnoy (Dream Theater) und Joey Vera (Fates Warning, Armored Saint) hier abliefert, ist genialer, etwas härterer und teilweise komplizierter Prog-Rock vom Feinsten mit einem sensationellen Gesang. Da gibt's nur eine Wertung: KAUFEN.
Das neue Werk von Arena 'besticht' durch Langeweile.
Leider sind den Jungs keinerlei neue Ideen gekommen, so dass diese CD bei weitem nicht an
den Vorgänger 'The Visitor' herankommt.
Schon wieder ein neuer Sänger (... nach jedem Tausch ein Rückschritt) und auch ein neuer
Bassist.
Also wer mit Arena noch gar nichts anfangen kann, sollte auf das Erstlingswerk 'Songs from
the lions cage' oder auf die vorgenannte CD 'The Visitor' zurückgreifen. Aber Arena
spielt natürlich immer noch in der Bundesliga der Prog-Rocker. Aber ich hätte halt mehr
erwartet.
Tja, und auch ich bin lernfähig (gell, Micha !!!). Nachdem ich mir doch die Zeit genommen habe, mir die neue Arena-Scheibe ein paar Mal anzuhören, muß ich meine Bewertung ein bißchen nach oben korrigieren. Ist doch nicht so schlecht ... wohl einfach nicht so eingängig wie 'The Visitor'.
In ihrer recht kurzen Karriere beglücken uns Arena schon mit der zweiten offiziellen Live-CD (neben den soundmäßig katastrophalen Fanclub-CDs). Allerdings machen Arena nicht den selben Fehler wie Fish und haben auf ihrer neuen CD fast ausschließlich Songs veröffentlicht, die auf der ersten Live-Scheibe nicht vertreten waren. So kommen wir in den Genuß einer Best Of 'The Visitor' and Immortal?. In einer für Arena-Verhältnisse herausragenden Live-Qualität werden hier Prog-Perlen wie 'Moviedrome', 'The Hanging Tree' oder 'Enemy Without' zum Besten gegeben, die jeden ärgern werden, der noch kein Arena-Konzert erlebt hat. Die zweite (Bonus-) CD enthält noch 3 Live-Stücke (Chosen, Elea und Friday's Dream) sowie einen CD-ROM-Track (Arena documentary). Vor allem Loben möchte ich neben der oben erwähnten Sound-Qualität vor allem die hervorragende stimmliche Leistung des neuen Sängers Rob Sowden sowie die immer wieder faszinierenden Gitarren-Soli von John Mitchell, die vor allem Live ein Erlebnis sind. Für Arena-Fans und Prog-Freunde ist diese CD ein absolutes MUSS.
Monatelang verschoben. Doch jetzt ist das neue Werk von Arena endlich veröffentlicht worden. Ein Blick auf die Track-Liste lässt schon erkennen, dass eher ein Werk im Stile von 'The Visitor' und weniger eine 'Immortal?'-Kopie herausgekommen ist. 16 Stücke zwischen einer und fünfeinhalb Minuten lassen dann eher ein 'zusammenhängendes' Werk vermuten. Und so kommt es dann auch. Ich würde mal sagen, 'Contagion' ist ein absolut typisches Arena-Werk ohne grosse Überraschungen (leider). Sänger Rob Sowden hat sich zwischenzeitlich sehr gut integriert und vor allem Bassist Ian Salmon fällt mir äußerst angenehm mit ein paar genialen Parts auf. Der Rest: Typische Clive Nolan - Keyboards, fette John Mitchel - Gitarren (mit einigen klasse Akustik-Teilen) und Mick Pointer fällt auch nicht unangenehm aus der Reihe. Den Sound finde ich etwas mäßig und ein bißchen was Neues hätte es auch musikalisch sein können. Aber naja ... Arena sind noch immer Prog-Bundesliga. Allerdings sollten sie aufpassen, dass sie sich im Laufe der Zeit nicht selbst kopieren. Sonst wird's ganz schön schnell langweilig.
Es stellt sich ja echt die Frage, wie sinnvoll es ist, ein Konzept-Album (Contagion) zu veröffentlichen und dann ein paar Monate später die erste (von insgesamt 2) Maxi-CDs herauszubringen, auf denen dann Songs enthalten sind, die zwischen die Songs des Konzept-Albums einzufügen sind. Selten so gelacht. So muss der (zugegeben geniale) instrumentale Opener 'Vanishing Act' nach 'Painted Man', das zweite Stück 'The Hour Glass' (hätte der beste Song auf 'The Visitor' sein können) nach 'Vanishing Act', der dritte Titel 'Contagious' (wieder ein super Instrumentalstück) nach 'On The Box' und das akustische 'I Spy' (klingt eher nach Shadowland) nach 'Mea Culpa' einsortiert werden. So ... meinen Kommentaren kann man entnehmen, dass alle vier Contagion-Titel richtig gut sind, so dass der Arena-Fan zugreifen MUSS. Ich befürchte mal, dass dann die zweite Maxi-CD (die im Dezember kommen soll), dann auch nochmal so ein Scherz ist und wenn dann jeder alles gekauft hat, das ganze Zeugs nochmal in der richtigen Reihenfolge als Doppel-CD veröffentlicht wird. Egal, der durchschnittliche Prog-Fan ist im mittleren Alter und hat ja somit Geld. Ach ja ... als fünften Track gibt es noch einen grandiosen Disco-Mix von 'Witch Hunt' sowie noch einigen Schnickschnack für CD-Rom. Wer sich die CD auf der Arena-Tour noch nicht gekauft hat, muss bis Mai 2003 warten ... dann wird das Teil offiziell in den Läden stehen.
Nun ist es also komplett, das 'Contagion' - Triple. Die zweite Maxi-CD ist jetzt veröffentlicht und beinhaltet wieder 3 neue Songs, die in die Ur-CD 'Contagion' einsortiert werden müssen, eine Remix-Version von 'Salamander' sowie nochmal ein bißchen Schnickschnack für PC (Tourfotos, die komplette 'richtige' Tracklist, Contagion-Story usw.). Leider finde ich die neuen Songs - alleine für sich - nicht ganz so gelungen wie die Tracks von der 1. Maxi (Contagious). Deswegen haut mich das alles nicht so ganz vom Hocker. Und den Remix hätte man sich auch sparen können (ganz schöner Schrott). Aber ... ich habe mir mittlerweile die Mühe gemacht, alle 3 CDs in der richtigen Reihenfolge zusammenzustellen und ... siehe da ... es ist insgesamt fast ein Meisterwerk geworden. Deswgen wird allen Arena-Fans nichts anderes übrig bleiben, als 'Contagium' auch zu kaufen, sich von dem ganzen Zeug ne Doppel-CD zu brennen (ja ... das ist FÜR DEN EIGENGEBRAUCH noch erlaubt, weil kein Kopierschutz auf den CDs ist) und das ganze Werk zu genießen. Stellt sich trotzdem für mich die Frage, warum nicht gleich eine Doppel-CD veröffentlicht wurde. Wäre doch viel einfacher gewesen.
Nach 'Breakfast in Biarritz', der letzten Live-CD von Arena, wurde ja lediglich eine offizielle Studio-Scheibe ('Contagion') sowie die zwei dazu passenden Maxi-CDs veröffentlicht. Ob somit eine weitere Live-Doppel-CD schon wieder Sinn macht, möchte ich nicht entscheiden. Meine bescheidene Meinung dazu ist: DEFINITIV JA, denn Arena war für mich schon immer auch eine geniale Live-Band und alle, die nicht in den Genuss gekommen sind, ein Konzert der Contagion-Tour zu erleben, MÜSSEN 'Live & Life' haben, denn darauf ist ein komplettes Konzert-Set verewigt (wobei leider im Booklet nicht vermerkt wurde, ob es auch EIN Konzert war oder aus mehreren Konzerten zusammengestückelt wurde ... aber ist im Grunde ja auch egal). Und neben der kompletten 'Contagion', die live noch eine Klasse besser und druckvoller klingt, gibt es auf CD2 dann noch ein Best Of ... von 'Serenity' bis 'Solomon'. Soviel zum Teil 'Live'. Da die CD aber 'Live & Life' heißt, gibt es neben der Doppel-CD noch eine 40-minütige DVD mit einem Tour-Tagebuch und ein paar Fotos von den Konzerten. Insgesamt ein tolles Package, das aber mit um die 20 Euro meiner Meinung nach vielleicht ein bißchen zu teuer ist.
Gast-Kritik von Georg Lögler (mit Bestem
Dank an www.crossover-agm.de,
dass ich die Review verwerten darf).
Mit Jahrmarktatmosphäre beginnt das neue (Konzept-)Album der Briten, doch bald schon ist
man zuhause im vertrauten Umfeld und beginnt eine weitere Reise in die Klangwelten der
Sound-Zauberer : "Bedlam Fayre" startet ähnlich flott, nicht ganz so heavy wie
vor 2 Jahren "Witch-Hunt", aber wie bei dem konstant hohen Niveau de Band
üblich, rockt der Opener des 6. Studioalbums edel und eingängig und leitet die
Geschichte ein. Jene dreht sich um die Themen Wahrnehmung, Missinterpretation und
Wahnsinn. "Pepper's Ghost" war eine Erfindung eines gewissen Henry Pepper im 19.
Jahrhundert, der mittels Glas und Reflektion eine "Geistererscheinung" auf die
Bühne projizierte. Die ganze Story wird wieder liebevoll illustriert und die Musiker
agieren als Comic-Helden in viktorianischer Zeit. Doch zurück zur Musik "Smoke And
Mirrors" beginnt mit sanften Gitarrenklängen, bevor Clive Nolan sein Keyboard
erklingen lässt. Er hat einmal mehr alle Texte und die Musik zusammen mit John Mitchell
und Mick Pointer geschrieben, sowie das Album produziert und mit Helfe von Karl Groom
(TRHRESHOLD) das Engineering vollzogen. Die gefühlvolle Gitarre von John, der elegante
Gesang von Rob Sowden lassen diesen für ARENA-Verhältnisse eher kürzeren Song zu einem
ersten Highlight werden. "The Shattered Room" ist dann mit fast 10 Minuten
doppelt so lang und hier wird sich dann wieder die Spreu vom Weizen trennen : Liebhaber
der Band (hinterm PC sitzende eingeschlossen...) werden es geradezu lieben, sich auf einen
erneuten Flug zu begeben in die Dimensionen des Herrn Nolan und das Album bereits jetzt
als den ersten Höhepunkt 2005 bezeichnen. Für Newcomer oder aber Außenstehende, selbst
für solche, die die Band schon live sahen (damals als Vorgruppe von SAGA vor 3 Jahren
kamen leider von drei Bekannten eher negative Kommentare..., nach anfänglicher Skepsis
wurde ich aber vor 2 Jahren überzeugt, wird es auch hier keinen Einstieg geben, was
schade ist. Denn das symphonisch-sphärische Stück mit mehreren Tempiwechseln vertont
eine multiple Persönlichkeit und den Kampf mehrerer Ichs miteinander. Das ist im wahrsten
Sinne des Wortes Kopf-Musik, aber m.E. leichter zugänglich wie die letzte MARILLION. Die
Augen der Lara Moon bitten um "Gehör" in einer schönen Ballade, die an
GENESIS-Zeiten pre-1980 erinnert. "Tantalus" beginnt mit einem Klavierintro auch
balladesk, schaukelt sich dann aber hoch zu einem instrumental gestalteten Kampf zu dem
oben angesprochenen Thema Wahnsinn. "Purgatory Road" wird eingeleitet von einer
schneidenden Gitarre, bevor Keyboard-Kaskaden und das Schlagzeug den Song auf die Reise
schicken, der mit einem eingängigen charismatischen Refrain ("I'm here to
stay...") versehen ist, und das Tempo dessen wird nach einem Mittelteil mit
decoderverfremdeten Stimmen verdoppelt, wobei man kaum merkt, wie die musikalischen Genies
dies so hinbekommen haben, mein Lieblingssong der Platte. Das Herzstück des Albums ist
das 13-minütige "Opera Fanatica", wahrlich eine kleine Mini-Oper mit
eingefügten Operngesang-Snippets, in der wieder sämtliche Register gezogen werden, und
über deren vielschichtigem Aufbau alleine eine kleine Abhandlung verfasst werden könnte.
ARENA, deren Output sehr hoch ist nach CONTAGION erschienen 2004 noch 2 EP's namens
CONTAGIOUS und CONTAGIUM und auch erst Ende letzten Jahres die LIVE AND LIFE haben
sich und ihrer Fangemeinde hier zum zehnjährigem Bandjubiläum das beste Geschenk
gemacht. Bei dem Dealer eueres Vertrauen könnt ihr abchecken was ein "Ecolbook"
ist, in dieser Variante wird die CD erscheinen bzw. ist erschienen zum Zeitpunkt dieses
Updates. Begebt euch auf den Trip, der außer dass die Musik süchtig machen kann, keine
Nebenwirkungen hat ! Band : http://www.verglas.com
Vertrieb/Label in Deutschland : www.insideout.de
.
Georg Loegler
Und mein Kommentar dazu:
Alle Achtung, Kollege Georg Lögler ... als eher nicht unbedingt zur harten
Proggie-Fraktion zählender Musikliebhaber hast Du hier eine Review abgeliefert, die nicht
besser und zutreffender hätte geschrieben werden können. Ich kann mich, nach
anfänglichen Schwierigkeiten mit der Scheibe (es fehlt halt das 5-minütige Gitarrensolo
eines 'Solomon' und der Aha-Effekt wie beim ersten Hören von 'The Visitor'), der Meinung
zwischenzeitlich nur anschließen.
Komischerweise machen mir Reviews von CDs des deutschen Prog-Labels
QuiXote-Music immer ganz schön Schwierigkeiten. Erst nach einigen Hör-Durchgängen wage
ich es, mir eine Kritik zu erlauben. Und bis jetzt sind die Scheiben von QuiXote (also die
letzteTea For Two und die beiden Poor Genetic Material) ja in der Bewertung äußerst gut
weggekommen. Nun hat das Heidelberger Label mit 'Arilyn' aus Ludwigshafen ein neues Pferd
im Stall (äh natürlich eine neue Band am Start), die bei mir allerdings nicht als
Prog-Band durchgeht und somit wohl auch für QuiXote-Music einen interessanten Schritt
darstellt. Selbst beschreibt sich Arilyn als Band, die 'Space-Rock' macht (was immer das
sein mag .. aber das werden wir ja noch erfahren) und sich nicht nach Charts richtet. Na
das hört sich doch hoffnungsvoll an. Aber nun zu der CD. Nach einem knapp 1
1/2-minütigen (wirklich spacigem) Intro geht's los mit 'New World', das klingt, wie wenn
'The Seer' als 3-Akkorde-Band mit Hummeln im Hintern geschwind einen Song runterrocken.
Klasse Einstieg. 'Far Away', 'Foreign Shores' und 'Nightmare', die nächsten Stücke,
erinnern mich gesangsmäßig voll an Fury In The Slaughterhouse, wobei die zwei
erstgenannten Titel auch musikalisch als Mid-Tempo-Songs voll in die Richtung gehen. Mit
'Adventurer' kommt dann der erste große Stil-Wechsel, denn das erinnert mich an alte
70er-Jahre Krautrock-Titel (unterlegt mit Gitarrensound à la Paranoid von Black Sabbath).
Was ich vielleicht zwischendurch einstreuen sollte ist, dass die Texte fast alle von
Sänger Christian Külbs geschrieben wurden und autobiographische Züge tragen. Das kann
aber (zumindest nicht bis zur letzten Konsequenz) für den nächsten Titel gelten. 'State
Of Desperation' handelt nämlich von jemandem, der nicht mehr leben will und der Song
beginnt mit Kirchenglocken und endet mit einem Schuss. Dazwischen gibt es eine obergeniale
Ballade mit zweiter weiblicher Stimme. Und ab hier wird die CD auch für den reinen
Prog-Fan interessant (was nicht heißen will, das die Songs vorher für Proggies nicht
anhörbar sind ... im Gegenteil), denn wir hören die ersten knackigen Tempowechsel und
Breaks. Bei 'Nameless' klingt Sänger C. Külbs plötzlich nach Midge Ure (wirklich klasse
gesungen) und Gitarrist Jürgen Kaletta wimmert einen dazu. Meine absoluten Lieblingssongs
der CD sind dann 'Return' und 'Rescue Me' (zusammen über 12 Minuten lang und gehen
ineinander über), wofür sich der Kauf der CD eigentlich schon lohnen würde. War der
Sound bis jetzt eher unauffällig, glänzt 'Return' mit fettem Bass im wabernden unteren
Bereich und irgendwie erinnert mich der Song an beste Ultravox-Zeiten (aber mit mehr
Gitarre, so wie das Midge Ure jetzt auf seinen Konzerten macht). Beim Übergang zu 'Rescue
Me' wird dann ein bißchen bei Marillion 'geklaut' ('Seasons End') und der Song entwickelt
sich fast zur Hymne. Richtig genial. 'Reach You' geht etwas geruhsamer los, rockt aber im
Mittelteil schon gewaltig, wobei die klasse Gitarre heraussticht. 'Mindeater' rockt wie in
den 60ern / 70ern und die CD endet mit dem Titelstück 'Tomorrow Never Comes', dem wohl
'schönsten' Song auf dem Silberling (klasse Ballade), das die Band als das
'Persönlichsten Lied der Platte' bezeichnet.
Kommen wir nun zum Fazit: Eine Band, die es auf knapp 64 Minuten fertig bringt, eine
musikalische Mischung aus The Seer, Fury In The Slaughterhouse, Prog-Bands, Ultravox und
70er-Krautrock mit wirklich anspruchsvollen Texten zu veröffentlichen, hat es auf jeden
Fall verdient, näher beachtet zu werden. Und ich kann jedem musikinteressierten Leser
meiner Homepage nur raten, sich die CD zu besorgen (entweder direkt bei QuiXote-Music oder auch
bei Amazon). Ich kann ohne Bedenken eine gute Stunde wirklich interessante Musik
versprechen. Und es bleibt die Hoffnung, dass der Albumtitel nie eintrifft, denn sonst
gibt es keine zweite Arilyn-CD.
Sicher eine der besten CDs, die bis jetzt beim deutschen Prog- und Artrock-Label Quixote-Music veröffentlicht wurde, war die Debüt-CD der Ludwigshafener Band 'Arilyn', betitelt mit 'Tomorrow Never Comes' (siehe meine Review). Damals endete meine CD-Besprechung mit den Worten "es bleibt die Hoffnung, dass der Albumtitel nie eintrifft, denn sonst gibt es keine zweite Arilyn-CD". Und nach fast 3 Jahren Stille um die Band, nach 10 Monaten Tonstudio und unverändertem Line-Up gibt es ENDLICH wieder einen Output mit Namen 'Virtual Reality'. Klangen Arilyn auf dem Vorgänger-Album noch nach allem möglichen (ich hatte sie mit The Seer, Fury In The Slaughterhouse', 'Ultravox' und 70er Jahre Krautrockbands verglichen), haben sie mit 'Virtual Reality' nicht nur ein paar Grad Härte zugelegt, sondern wohl auch in dem Stil-Mix der Anfänge jetzt ihre brilliante Schnittmenge gefunden, was vor allem in dem absoluten Highlight-Song 'Reality' (mit über 8 Minuten auch das längste Stück auf der CD) voll rüberkommt, denn in diesem Song ist alles vereint, was die Musik von 'Arilyn' so einzigartig und herausragend macht. Eine tolle Melodie mit eingängigem Refrain, eine perfekte Rhythmus-Arbeit, spacige Keyboard-Einsätze, ab und zu eine richtig rotzige Gitarre, eine brilliante Steigerung im Song und ein ambitionierter Text. Dazu kommt dann noch speziell in diesem Song ein herrliches Saxophon und ... nicht zu vergessen der Gesang von Christian Külbs, der seit der letzten Arilyn-CD offensichtlich noch ein bißchen mehr Midge Ure gehört hat. Die Ähnlichkeit in der Stimme ist schon mehr als verblüffend. Weitere absolute Highlights der CD sind der (nach dem Intro folgende) Opener 'Chaos' (ein mehr als fetter Rock-Song), 'Ris'n Sorrow' (könnte auch von Ultravox aus den 80ern sein), 'Run' (das wird auf Live-Konzerten bestimmt der Stimmungsmacher), 'Fall From Here' (eine wunderschöne Ballade zum Erholen), 'Unreal' (wieder so ein fetter Rock-Kracher mit Hymnen-Refrain), 'Break Out' (hier darf mal zu Beginn des Stückes Gitarrist Jürgen Kaletta zeigen, was er Gefühlvolles drauf hat), 'Time Went Backwards' (sicher das proggigste Stück auf der CD), 'Virtual Reality' (klingt voll nach Sylvan und ist meiner Meinung nach neben 'Reality' der beste Song auf der Scheibe) und 'Encourage Me' (ein gut 6 1/2 - minütiger würdiger Abschluss mit anschließendem 'Ghost-Part'). Oh Mist ... jetzt habe ich doch tatsächlich alle Songs genannt ... naja ... auch wenn ich mich jetzt wiederhole: War 'Tomorrow Never Comes' bis jetzt die beste Veröffentlichung von Quixote-Music, muss ich meine Meinung jetzt ändern ... 'Virtual Reality' von Arilyn ist noch einen guten Tick besser. Unbedingt kaufen !! Infos über die Band gibt es unter www.arilyn.de .
'Alter Ego' ist das jetzt dritte
Album der Ludwigshafener Art-Rocker. Und wer meine Homepage aufmerksam liest, weiß jetzt
bestimmt, dass ich von den 2 Vorgängern mehr als begeistert war. Aber um mal gleich wegen
dem Album-Titel den Wind aus den Segeln zu nehmen, zeigt die Band keineswegs ein 'anderes
Ich'. Auch im dritten Anlauf gibt es einen hübschen Mischmasch aus verschiedenen Stilen,
so dass man die Band noch immer nicht so richtig einordnen kann. Nett schon das Intro
'Gamma' mit Werbung für die Band-Homepage www.arilyn.de.
Es folgt das erste Highlight, der 6-Minüter 'Take Off', der am Anfang mit den
Keyboard-Parts schwer an die guten alten Eloy erinnert aber dann ziemlich schnell rockt
und einen 'Sylvan-Refrain' hat (lustigerweise klingt Sänger Christian Külbs auch noch
voll nach Sylvan). 'A Secret Wish' könnte zu Beginn auch von Pink Floyd sein -
wunderschöner langsamer Song mit zwischendurch gefühlvoller Gitarre - toll. 'Carpe Diem'
kommt dann etwas spaciger und rockiger daher. Typischer Arylin-Song würde ich mal sagen,
der im Mittelteil dann aber sehr getragen wird (fette Orgel, kitschige Chöre, wieder
tolle Gitarre) um am Ende wieder voll zu rocken. Fast ne Prog-Hymne. Aber auch eine
Piano-Ballade darf nicht fehlen, die mit 'Wish That I Was Special' folgt. Ein Song, der
einem nicht mehr aus dem Ohr geht. Und als ob sie auch was absolut radiotaugliches
schreiben wollten, kommt danach 'Controlling' (und da isser wieder ... der Gesang der voll
an Midge Ure erinnert). 'When Worlds Collide' ist dann wieder ein typischer
Arilyn-Art-Rocker, der in fast 7 Minuten praktisch ohne Gesang auskommt. Eine weitere
Ballade folgt mit 'Wake Me Up' (auch richtig schön). Das Titelstück 'Alter Ego' ist dann
aber tatsächlich das andere Ich der Band. Fast schon Hardrock (aber nur ein bißchen !!)
mit rotziger Gitarre und aggressivem Gesang. Interessante Seite der Band. Und zum
Abschluß gibt's dann noch 'Again', einem weiteren absoluten Highlight der CD. Super zum
Teil mehrstimmiger Gesang, toller Rhythmus bei dem kein Bein still hält.
Fazit: Mit 'Alter Ego' haben Arilyn sich sicher nicht neu erfunden (was man aus dem
Album-Titel vielleicht schließen könnte) sondern gehen zielstrebig ihren Weg im
musikalischen 'nicht richtig einsortierbar' weiter. Ob jetzt 'Alter Ego' eine weitere
Steigerung im Vergleich zu den Vorgängern ist, möchte ich gar nicht mal so behaupten.
Ich denke sie haben ihren eigenen Stil gefunden und versuchen ihn zu bewahren. Und das ist
gut so. Absoluter Kauftipp !!! Veröffentlicht wurde die CD natürlich wieder bei QuiXote-Music.
Norwegische Prog-Metal-Band mit ihrer zweiten Veröffentlichung. In den einschlägigen Medien wird die Truppe um Sänger Jorn Lande, der zugegebenermaßen für Prog-Bands eine ausgezeichnete Stimme hat, ohne Ende hochgelobt. 'Erschwerend' kommt noch dazu, daß die Scheibe von InsideOut Music vertrieben wird, die zumindest bis jetzt einen hervorragenden Geschmack gezeigt haben. Musikalisch liegen Ark in der Richtung Dream Theater bis Pain of Salvation, ohne jedoch auch nur annähernd die Klasse zu erreichen. Insgesamt ein gutes aber nicht überragendes Album, das man nicht unbedingt haben muss.
Die Comeback-Scheibe von "L.A.'s most headbanging Band" besticht, abgesehen von der Musik, die mich doch stark an Metallica in der Anfangszeit erinnert (jaja Georg ... für diese Aussage würdest DU mich jetzt bestimmt am liebsten würgen) vor allem durch einen oberfetten Sound, kernige Drums und gar heftige Gitarren gepaart mit einem für Heavy-Verhältnisse hervorragenden Gesang. Aber als Prog-Freund muß ich natürlich bemerken, daß mir das Teil auf Dauer wegen der Eintönigkeit etwas auf den Keks geht. Deswegen gilt der Rat: Headbanger müssen kaufen kaufen kaufen ... Proggies lassen lieber die Finger weg.
Der geniale Keyboarder Vitalij Kuprij und Royal Hunt - Sänger John West bilden das Gerüst der Band 'Artension', die sich als rare Art von Band bezeichnet, weil die unterschiedlichen Einflüsse der Musiker in die Songs einfließen und somit von Klassik-Rock bis Prog alles vertreten ist. Unterstützt werden die zwei Musiker von Roger Staffelbach (Gitarre), Kevin Chown (Bass) und Rage-Drummer Mike Terrana. Insgesamt ist 'New Discovery' eine nette CD in Richtung Royal Hunt mit ein bisschen mehr Bombast (wie Asia oder Yes), ohne jedoch irgendwo herauszuragen. Vielleicht fällt am ehesten noch der Song 'Endless Days' auf, der dann auch gleich zwei Mal auf der CD (also Lang-Fassung und als Radio-Edit) ist. Naja, schlecht ist's nicht aber vom Hocker haut's mich jetzt auch nicht.
GAST-KRITIK VON MICHAEL DOSTER
"ASIA" ist eine Band, die es nun schon seit 18 Jahren gibt und die uns -mit wechselnder Besetzung - einige wirklich phänomenale Werke abgeliefert hat, die teilweise auch in den internationalen Charts bis auf die Spitzenplätze geklettert sind. Leider ist es in letzter Zeit sehr ruhig um "ASIA" geworden, seit 1996 das letzte Studio-Album "Arena" erschien, die damals geplante Arena-Tour jedoch nie zustandekam und die Band-Mitglieder sich anderen Projekten zuwandten. Mittlerweile begannen die Plattenfirmen, eine Flut von Veröffentlichungen auf den Markt zu werfen. Darunter waren einerseits bisher unveröffentliche Tracks (Archiva) und "best of"-Alben und andererseits eine beinahe nicht mehr zu überschauende Zahl von live-Mitschnitten, zu denen auch die vorliegende "live acoustic", ein Konzertmitschnitt vom 21. September 1997 in Bruchsal gehört. Nun, außer der kommerziellen gibt's bekanntlich auch immer eine musikalische Seite: Die Musiker bieten eine solide Leistung - etwas anderes hätte man ja auch von ASIA kaum erwartet, die Songs reichen von der ersten Stunde (Heat of the moment) bis zum letzten Studio-Album (Arena). Über eine "acoustic"-Darbietung von ASIA-Material mag man geteilter Meinung sein - mein Ding ist es nicht, ich mag ASIA eigentlich genau für das, was sie normalerweise machen: Bombastrock mit Prog- und Rock-Anleihen, der auch manchmal haarscharf am Schnulzigen vorbeischrammt! Die Klangqualität dieser Aufnahme ist eher enttäuschend, da sind selbst in den 70er-Jahren wesentlich bessere live-Mitschnitte erschienen. Die Produktion ist recht lieblos gemacht, dies setzt sich beim Cover und beim Inlay fort: außer den Mitspielern bei diesem Auftritt und den Titeln findet man nur Informationen über weitere live-Alben, die Adresse der offiziellen Asia-Web-Site und eine Telefonnummer / Bestelladresse, wo man die neue offizielle ASIA-Biographie kaufen kann. Wenn man nicht gerade zu den hard-core-Sammlern gehört, die alles von ASIA haben (wollen), dann kann man von dieser CD guten Gewissens die Finger lassen.
Immerhin 5 Jahre haben sich Asia Zeit gelassen, um eine
neue Studio-CD zu veröffentlichen. Im Vorfeld hatte ich schon einige Kritiken über den
Silberling gelesen und alle bewerteten das neue Werk ziemlich miserabel. Von 'Abgesang
einer ehemaligen Supergruppe' war die Rede und eigentlich wurde das Teil ziemlich
verrissen. Ich persönlich kann mich diesen Meinungen nicht anschließen. Die Zeit von
'Heat of the moment' oder 'Only time will tell' sind seit dem Weggang der Asia-Gründer
John Wetton, Carl Palmer und Steve Howe ja eh vorbei, und seit das Duo Geoffrey Downes und
John Payne alleine Asia am Leben erhalten, ist (seit der Veröffentlichung von 'Aria')
auch songmäßig eine Veränderung eingetreten (was ich nicht schlecht finde. Meiner
Meinung nach ist gerade 'Aria' eine hervorragende Asia-CD). Und daran schließt 'Aura'
eigentlich nahtlos an.
Unterstützt von so namhaften Musikern wie Steve Howe, Pat Thrall, Ian Crichton, Tony
Levin oder Simon Phillips gibts (zumindest beim limitierten Digi-Pack) fast 80 Minuten
Asia der ruhigeren Art wobei vor allem das Stück 'Free' mit über 8 Minuten heraussticht.
Freunde der 'neuen' Asia können bedenkenlos zugreifen.
Asia - Silent Nation (Special Edition)
Was wurde die neue Asia-CD 'Silent Nation' im Vorfeld hochgelobt. Back to the roots, Prog-Rock vom Feinsten und so weiter und so weiter. Naja, nach so vielen Vorschußlorbeeren bin ich dann auch nach mehrfachem hören schon etwas enttäuscht. Ich würde 'Silent Nation' eher anderst beschreiben: Wer Asia im Stil der alten Scheiben mit John Wetton erwartet, wird auch weiterhin enttäuscht sein, wer Asia auch noch seit John Payne als Sänger und Mit-Song-Schreiber mag (so wie ich), wird auch 'Silent Nation' mögen. Also schlicht nix Neues. Nette melodische Rock-Liedchen ohne große Überraschung. Herausheben möchte ich vielleicht nur den Opener 'What About Love', das geniale 'Blue Moon Monday' und das tolle 'Gone Too Far'. Neben John Payne und dem einzig übriggebliebenen Ur-Asiaten Geoffrey Downes sind zur Zeit übrigens noch Drummer Chris Slade (Ex-Manfred Mann's Earthband und AC/DC) und Gitarrist Guthrie Govan (völlig unbekanner Mann, der ab und zu aber ganz schön wimmern darf und schon auf der letzten Tour dabei war) mit an Bord. Wer Interesse an der Asia-CD hat, sollte sich allerdings die Special Edition mit DVD zulegen, denn auf der Bonus-DVD ist noch ein ganz interessanter Bericht über das Making Of Silent Nation drauf.
Asia - Aqua (Re-Release / Special Edition)
Kritik von Georg Loegler:
ASIA-Fans haben in
diesen Monaten die Qual der Wahl zwischen mehreren hochklassigen Veröffentlichungen :
Kurz nach dem ICON-Project (= Classic ASIA !) von Geoff Downes und John Wetton und knapp
vor Steve Howe's neuer Solo-Scheibe "Spectrum" erschienen im Juni gleich zwei
vorzüglich aufgemachte Wiederveröffentlichungen. Eine davon ist die ursprünglich 1992
erschienene "Aqua", nun aufgestockt mit 3 Zusatzsongs, neuem Booklet mit
Einleitung von David Gallant, dem Autor des Buches "Asia : The Heat Goes On".
1992, das war 10 Jahre nach dem Mega-Erfolg des Debuts, das nicht nur 10 Millionen+
Einheiten absetzte, sondern auch die erfolgreichste Platte weltweit 1982 überhaupt war.
Wetton war ausgestiegen, und diese Platte, die erste nach "Astra", 1985, war der
Anfang von John Payne in der Band. Er hatte zuvor mit ELO und Jim Steinman gearbeitet und
auch auf Roger Daltrey's "Under A Raging Moon" gesungen und Geoff im Studio
getroffen, als jener an dem GTR Album werkelte. Steve Howe kehrte zurück, er war
bekanntlich 1984 bereits ausgestiegen und auch Carl Palmer taucht als Gast auf, betourte
die Platte jedoch nicht, das übernahm Trevor Thornton.
Und tatsächlich spielten zwei WEITERE Spitzendrummer, nämlich Simon Philips und Nigel
Glockler ebenfalls Schlagzeug-Parts ein.
Und zwei weitere hochkarätige Musiker, die bereits erste Schritte im Rampenlicht hinter
sich hatten und später noch berühmter werden sollten, tauchen hier als Gitarristen auf :
Al Pitrelli, zu der Zeit mit Alice Cooper unterwegs (später SAVATAGE, MEGADETH u.a.) und
Vinny Burns ( damals bei DARE, er sollte später TEN gründen).
Zur Musik : Eingerahmt wird das (ursprüngliche) Album von edlen majestätischen
Keyboard-Klängen : Aqua Part One und Two (aber hier bekommen wir ja noch 3 Songs mehr)
somit ist der eigentliche Abschluss das viertletzte Stück.
"Who Will Stop The Rain ?" macht klar, dass die Band in den 90ern ankam, ihre
Trademarks zwar beibehält, aber nicht zur Retro-Band wurde, denn Payne hat seine eigene
Identität und hat nie versucht, John Wetton nachzumachen.
Nach Slide-Guitar Klängen läuft "Back In Town" wie eine bestgeölte Maschine
und zeigt die Band von einer Rock'n'Roll-igeren Seite. Das ruhige "Love Under
Fire" (im Bonusteil noch einmal als Live-Song dabei) sorgt für getragene Klänge,
und wenn überhaupt dann erinnert Payne's Stimme hier ein wenig an seinen Vorgänger. Das
pumpende "Someday" stammt aus einer anderen Aufnahmesitzung, das hört man am
Sound sofort, was nicht heißen soll, das hier beim digitalen Remastern nicht ganze Arbeit
geleistet wurde, was der zuständige Mensch sogar erklärt hier.
"Little Rich Boy" ist gleich zweimal vertreten, der Song ist in einer
wesentlichen längeren mit Solo-Passagen versehenen Live-Version als Bonus-Song
hinzugefügt worden, und durch die charakteristischen "Wo-ohoh" Chöre erinnert
das wirklich an die 2. DARE "Blood From Stone". Das verträumte "The Voice Of Reason" hätte ich zu
Beginn Steve Howe zugerechnet, wenn in den Credits nicht Downes/Payne gestanden hätte.
Das folk-artige Stück macht eine überraschende Biege, wenn nach drei Minuten eine
Keyboard-Wand die harten Drums herausfordert.
Zurück zu bekanntem Territorium mit Panorama-Keyboards bei "Lay Down Your
Arms". Zu "Crime Of The Heart", mit fast 6-minuten der längste Studiosong
eine kritische Anmerkung, denn das Stück plätschert irgendwie gar nicht packend dahin
und ist viel zu lang. " A Far Cry" ist zwar fast genauso lang, aber überzeugt
wieder durch eine ASIA-typische, immer leicht dramatische Inszenierung mit Hang zum Pomp,
wie sie viele Fans so lieben an der Band. Auch
"Don't Call Me" hat diesen leicht sentimentalen Touch in der Melodieführung und
gleitet souverän daher, bevor dann mit "Heaven On Earth" m.E. der Höhepunkt
von AQUA erfolgt. Das Stück bringt noch einmal alle Stärken dieser
"Arbeitsgemeinschaft" auf den Punkt : Höchstes musikalisches Können,
eingängige Melodien, fesselnde hier sogar spannende Instrumentierung, guter Gesang bei
rockigem Anstrich, der nach wie vor radiofreundlich war, aber vor 13 Jahren interessierte
das ja nur noch eine Minderheit, was sich bis heute nur noch geringfügig änderte...
Nun liefert man uns noch einen weiteren Studio-Song namens "Obsession", der die
Platte dann auf eine Laufzeit von 78 Minuten bringt, viel mehr geht nicht.
Also holt euch nicht irgendwelche dubiose Pressungen von ASIA, sondern diese von Geoffrey
autorisierten Platten, dann wisst Ihr, das Ihr Qualität habt, was man bei all den seltsam
zusammengeschusterten Samplern nicht immer sagen kann !
Zeitgleich erschien in ebenso opulenter Aufmachung (zusätzliche Hülle mit eingraviertem
Logo) die "Anthology" Zusammenstellung. Im August folgen dann gleich weitere
drei Re-Releases der 'Asiaten'.
Tracklist :
Aqua Part
One
Who Will Stop The Rain ?
Back In Town
Love Under Fire
Someday
Little Rich Boy
The Voice Of Reason
Lay Down Your Arms
Crime Of The Heart
A Far Cry
Don't Call Me
Heaven On Earth
Aqua Part Two
Bonus-Tracks :
Obsession
Little Rich Boy (Live)
Love Under Fire (Live)
Band : www.asiaworld.org
Label : www.insideout.de
Ziemlich genau 25 Jahre mussten wir warten, bis es endlich eine Asia-Reunion gibt ... also die Ur-Besetzung mit John Wetton, Geoffrey Downes, Carl Palmer und Steve Howe. Tatsächlich endlich? Tja, schwer zu sagen. Die Jungs sind natürlich auch 25 Jahre älter geworden, waren aber immer der Musik verschrieben. Viele Leute haben ja Asia in der John Payne-Aera abgelehnt, weil er der Band schon seinen eigenen Stil aufgedrückt hat. Sowohl musikalisch als natürlich auch mit seiner Stimme. Zwar mochte ich viele der Payne-CDs trotzdem (vor allem 'Aria' ist meiner Meinung nach einfach genial), doch John Wetton hat halt doch eine unverwechselbare Stimme und gehört auch heute noch zu den besten Sängern des Genres. Das hat er auf zahllosen Solo-Scheiben bewiesen und auch bei dem Icon-Projekt (mit Geoffrey Downes) war er das Highlight. Deswegen verwundert es auch nicht dass auch auf 'Phoenix' vor allem durch seinen Gesang das alte Asia-Feeling wieder da ist. Im Internet kursieren ja schon viele Reviews über die CD und die meisten davon sind eher negativ. Aber das finde ich ziemlich ungerecht. Mir gefällt die Scheibe ausgesprochen gut. Klar versuchen die Jungs, einige ihrer 'alten Heuler' zu kopieren und sind sich auch nicht zu schade dafür, das teilweise Ton für Ton zu tun ... aber was soll's ... genau sowas erwarte ich doch von einer Reunion. Sie sollen ja Musik nicht neu erfinden sondern den alten Fans (zu denen ich gehöre) auch das alte Gefühl zurückgeben. Und das ist ihnen hervorragend gelungen. Asia-Fans können deswegen bedenkenlos zugreifen. Nur eine Tatsache finde ich mal wieder überaus ärgerlich ... die CD lässt sich ums Verrecken nicht am PC abspielen, weil ein ätzendes Video drauf ist, das sich beharrlich beim Einlegen der CD automatisch startet und auch etliche Versuche, dies zu umgehen, schlugen leider fehl. Deswegen habe ich auch keine Lust, auf die einzelnen Titel einzugehen, weil ich schlichtweg keine Böcke habe, ständig zu meinem CD-Player zu rennen um weiterzutackern. Wenn schon ein Video, dann bitte als MPEG oder so ... andere Bands können das ja auch. Und Angst vor Raub-Kopien oder MP3's im Internet brauchen sich die Jungs wohl auch keine großen Sorgen machen ... die 'Zielgruppe' ist eh jenseits der 40 und kann sich die CD auch leisten.
Astral Doors - Of The Son And The Father
Fette Rock-CDs sind ja im Jahr 2003 ziemlich viele erschienen. Aber eine Band, die so perfekt Rainbow kopiert, ist mir schon lange nicht mehr untergekommen. Schon der erste Song 'Cloudbreaker' erinnert unweigerlich an 'Kill The King' und Sänger Patrik Johansson (der Name sagt schon alles ... die Jungs kommen aus Schweden) klingt wie der perfekte Ronnie James Dio - Klon. Und das geht praktisch die ganze CD so weiter. Deswegen gibt es als Bewertung dieser CD nur zwei Möglichkeiten . Entweder man findet so eine Kopie einfach nur scheiße (und empfindet die CD als Gotteslästerung) oder man zappelt und nickt die komplette CD durchgehend mit und ist hellauf begeistert. Mir ist dann eher das Zweite passiert und ich kann nur empfehlen, den Jungs eine Chance zu geben. Tolles Debut und eine absolute Kaufempfehlung von mir.
Atmosfear - Inside The Atmosphere
Erstaunlicherweise hat sich die deutsche Band 'Atmosfear', beheimatet im hohen Norden (genauer in Hamburg), bereits Mitte der 90er Jahre gesucht und gefunden. Doch außer einer 3-Track-Promo-CD im Jahre 1997 gab es bis zur Veröffentlichung von 'Inside The Atmosphere' letztes Jahr (2003) kein Lebenszeichen in Form eines Silberlings. Trotzdem haben sie es geschafft zusammen mit Bands wie Vanden Plas, Sun Caged, Pain Of Salvation oder zuletzt Evergrey aufzutreten. Somit wurde es endlich Zeit, ihre Musik auch einem breiteren Publikum vorzustellen. Und 'Inside The Atmosphere' hat (nicht nur wegen der Nennung als eines der Highlights des Jahres 2003 von meinem Gast-Kritiker Michael Doster in seiner Top 10 - Liste) auf jeden Fall das Potential, die Prog-Gemeinde zu begeistern. Atmosfear in eine Schublade zu stecken, ist nicht einfach. Denn für Prog-Metal im Stile von Dream Theater gibt es eindeutig zu wenig Gefrickel (nur ansatzweise wie z.B. in dem Song 'A Cry Of Dismay' gehts dann schon mal ein bißchen chaotischer zur Sache) und für reinen Prog-Rock ist die Musik eigentlich insgesamt zu 'einfach', wobei aber z.B. der längste Song 'Zephaniah' mit immerhin 12 Minuten alles hat, was einen tollen Prog-Song ausmacht. Tempowechsel, Instrumentalparts ohne Ende, harte Breaks, zwischendurch fette Gitarrenriffs und und und. Mir von Anfang an aufgefallen ist der für eine deutsche Prog-Band hervorragende Gesang von Oliver Wulff, der nicht nur phasenweise klingt wie Herr Khan von Kamelot. Aber damit will ich die Leistung der restlichen Musiker natürlich nicht schmälern. Eine wirklich tolle Keyboard-Arbeit (stets vorhanden aber nie nervig im Vordergrund), vielleicht ein bißchen zu wenige Gitarren-Soli (das mag ich halt) und eine solide bis perfekte Rhythmus-Truppe machen 'Inside The Atmosphere' zu einem tollen Album, das, abgesehen von der grässlichen Coverversion von 'Eleanor Rigby' (und das auch noch in zwei Versionen ... Achtung: Hidden Track), wirklich von vorne (schon der 9-minütige Opener 'Inside The Atmosphere' ist erste Sahne) bis hinten (mit der abschließenden Ballade 'There Is Love At The End') einfach nur Spaß macht. Hätte ich die CD im Jahre 2003 schon gehabt, wäre sie sicher auch auf meine Top 10 - Liste gekommen. Ich kann da nur einen Tip abgeben: KAUFEN. Das könnte mal eine ganz große Prog-Band werden.
Auf der Maur, Melissa - Auf der Maur
Der Name 'Melissa Auf der Maur' dürfte wohl den wenigsten meiner Leser ein Begriff sein. Ist auch nicht so schlimm. Die gute Frau wurde gezwungen (wahrscheinlich ganz fies mit Geld), mit Courtney Love's Band 'Hole' als Bassistin 6 CDs einzuspielen, war auch vertraglich geknebelt an die 'Smashing Pumpkins' (auch wieder als Bassistin und womöglich auch wieder mit Geld gelockt) und ist jetzt 'froh', endlich ihre eigene Musik machen zu dürfen. Mir kamen ja die Tränen, als ich das gelesen habe. Wie böse doch die Welt ist. Aber gut. Ihre erste Solo-CD ist ja gar nicht so schlecht. Also wer auf schnörkellosen Rock mit fetter Bass-Gitarre steht, sollte ruhig mal reinhören. Das fetzt teilweise schon ganz schön. Aber ich befürchte mal, dass die gute Frau (auch wegen ihrem Aussehen) wahrscheinlich von Viva und MTV ausgeschlachtet wird und ich tippe mal darauf, dass der Song 'Followed The Waves' ziemlich hochgepusht wird. Aber nachdem Frau Auf der Maur ja schon so schlimme Dinge in ihrem Leben erfahren hat, sei's ihr ja gegönnt. Ach ja ... die CD ist Copy Controlled und läuft mal wieder nicht überall.
Metal-Herz, was willst Du mehr ?? Da trifft sich die Crème de la Crème der deutschen Metal-Szene unter 'Leitung' von Edguy-Keyboarder Tobias Sammet und schrammelt eine Metal-Hymne nach der anderen runter. Zwar handelt es sich, wie der CD-Titel unschwer erkennen läßt, um eine fortlaufende Handlung, doch ist es im Grunde egal, wo man bei der Scheibe einsteigt. Mal abgesehen von den paar instrumentalen Zwischenstücken sind die Songs für sich auch alleine absolute Würmer für das verwöhnte Metal-Ohr. Angesichts des Berges von 'Gast-Musikern' ist klar, in welche Richtung der Silberling geht: David DeFeis, Rob Rock, Timo Tolkki, Sharon Del Adel, André Matos und Kai Hansen sagen ja wohl alles. Für die Metal-Fraktion meiner Leserschaft ist dies ganz bestimmt die CD des Jahres 2001 und ich weiß, Ihr werdet mich jetzt wieder steinigen wollen, wenn ich nicht die Höchstwertung dafür vergebe. Aber leider gibt es natürlich auch eine Einschränkung: Die Proggies sollten von dem Teil wirklich die Finger lassen. Filigrane Musik und feine Songstrukturen sucht man auf dieser Scheibe vergeblich. Aber zum Bügeln ist das Teil hervorragend geeignet.
Avantasia - The Metal Opera II
Edguy-'Chef' Tobias Sammet ist ja ein ganz Fleißiger. Kaum ist die erste Avantasia so langsam in Vergessenheit geraten und alle Fans haben sich an der letzten Edguy-Scheibe 'Mandrake' sattgehört, gibt's eine würdigen Nachfolger der Metal Opera. Eben Part II. Wie auch schon der erste Teil der Oper lebt der Silberling von den unterschiedlichen Sängern in verschiedenen Rollen (was für eine Überraschung bei einer Oper ... es wirken mit: natürlich Tobias Sammet als Hauptrolle, Michael Kiske, Kai Hansen, David DeFeis, André Matos, Bob Catley, Oliver Hartmann, Sharon del Adel, Rob Rock und Ralf Zdiarstek) sowie von der Crème de la Crème der deutschen Metal-Szene (wie z.B. Henjo Richter, Alex Holzwarth oder Jens Ludwig) sowie anderen Musikern wie z.B. Timo Tolkki (von Stratovarius). Der Opener 'The Seven Angels' alleine rechtfertigt eigentlich schon den Kauf der CD. Über 14 Minuten wird von Metal bis Klassik alles geboten, was das Herz begehrt. Leider wird dieses Niveau nicht gehalten. Speed-Hymne und billiger Edguy-Abklatsch, geniale Ballade ('In Quest For', gesungen von Magnum-Sangesgott Bob Catley -leider viel zu kurz-), geiler Metal-Kracher, nettes Mid-Tempo-Stück, noch 'ne Hammer-Ballade ('Anywhere', gesungen von Mr. Tobi himself), ein fetziges Metal-Stück mit klasse Gitarrensolo, was etwas komisches und zum Schluss noch ein Epos für die Gänsehaut und ruckzuck ist die CD (nach knapp einer Stunde) auch schon wieder vorbei. Fazit: 'The Metal Opera I' fand ich irgendwie besser (wahrscheinlich weil's was Neues war). Part II ist jetzt nicht unbedingt die Neuerfindung der Metal meets Klassik - Welle aber zumindest perfekt gespielt und in super Soundqualität. Wäre Part II zuerst erschienen, hätte ich wahrscheinlich Part I nicht mehr so prickelnd gefunden. Trotzdem kann ich eine unbedingte Kaufempfehlung für alle Metal-Freunde aussprechen.
Die dritte Rock-Oper von Edguy-Mastermind Tobias Sammet ist ... gewollt oder ungewollt ... zeitgleich mit dem neuen Ayreon-Werk veröffentlicht worden. Das ist mehr als interessant, weil bei beiden Werken zum Teil die gleichen Gast-Sänger mitmachen (Bob Catley, Jorn Lande), so dass man eigentlich einen direkten Vergleich anstellen könnte. Das will ich aber nicht tun, weil beide Rock-Opern-Kreateure (also Tobi Sammet und Arjen Lucassen) dann doch einen ganz anderen musikalischen Hintergrund haben. 'The Scarecrow' hat mit der ersten (und bis jetzt auch besten) Avantasia-Oper nicht mehr viel zu tun. Das ist dann eher eine Anreihung von sehr guten bis langweiligen Songs ... wobei der Langeweile-Faktor doch recht gering ist. Gegenüber seiner Stammband Edguy lässt er es dann doch etwas 'ruhiger' angehen, und der melodische Hard Rock steht im Vordergrund. Die Songs mit Jorn Lande sind natürlich geil (wie kann's auch anders sein, der Junge singt halt einfach brilliant). Doch auch Roy Khan (Kamelot ... auf dem Opener 'Twisted Mind' ... schon eines der Highlights der CD) macht seine Sache mehr als klasse. Fast ein bißchen Folk-rockig geht's beim Titelstück zu (kommt aber richtig gut ... Jorn Lande at it's best halt), über Bob Catley braucht man eigentlich keine Worte mehr verlieren (der könnte auch 'Alle meine Entchen' singen und es würde nach Magnum klingen), Amanda Sommerville (die kennt man ja vom Aina-Projekt) ist auch recht gut (für die Balladen eine Traum-Besetzung). Die wirkliche Überraschung ist aber, dass kein Geringerer als Alice Cooper einen Song ('The Toy Master') veredelt hat. Der kann's auch noch richtig gut. Ein paar Musiker mit recht klingenden Namen (Eric Singer, Sascha Paeth, Michael Kiske, Henjo Richter, Kai Hansen, Rudolf Schenker, um nur ein paar zu nennen) sind auch noch dabei. Insgesamt für die Zielgruppe also ein Aufmarsch an Stars, die die Entscheidung über kaufen oder nicht kaufen eher leicht macht. Also eher kaufen ... auch wenn's wie oben erwähnt ... mit den Avantasia-Anfängen nicht mehr viel zu tun hat. In der limitierten Version gibt es dann noch eine Bonus-DVD mit diversem Schnickschnack.
Die sechste Studio-CD der AOR-Legenden Axe (wer erinnert sich nicht an die Jugend und an so geniale Songs wie 'Silent Soldier' oder 'Rock and Roll Party') knüpft nahtlos an den Vorgänger 'Five' (von 1996) an. Axe beweisen ein weiteres Mal, daß sie im Melodic-Rock-Bereich in der Oberliga mitspielen. Die Mannen um Bobby Barth erfreuen uns mit zehn knackigen Songs (meist fetzig ... aber die obligatorische Ballade darf natürlich auch nicht fehlen), meisterhaft und mit viel Drive produziert. Aber was will man von Axe auch anderes erwarten.
'Ältere' Semester unter uns werden sie noch kennen, die Hard Rock - Legende 'Axe'. Pünktlich zur Deutschland-Tour 2001 gibts eine Mini-CD mit 5 Live-Aufnahmen aus 1981 in limitierter Auflage von gigantischen 1000 Stück, die laut Ankündigung ausschließlich auf den Konzerten verkauft wurden (allerdings wurde sie von mir auch bei www.aorheaven.com gesichtet). Geboten werden die wohl bekanntesten Axe-Renner Holdin' On, Steal Another Fantasy, Jennifer, Silent Soldiers (grandioses Gitarren-Solo !!) und Rock And Roll Party in eher gewöhnungsbedürftiger Live-Qualität. Aber der Schnäppchen-Preis von knapp über 20.- DM entschädigt dann schon für dieses seltene Teil. Axe-Fans dürften die Konzerte wohl besucht und sich die Scheibe gesichert haben, alle anderen schauen wegen der geringen Stückzahl jetzt eh in die Röhre.
Gast-Kritik von Georg Lögler:
Es ist geradezu meine Pflicht, diese Scheibe hier für Rolands
Site zu reviewen : Sind AXE doch der Grund, warum wir uns überhaupt kennengelernt haben
1998 im Mai beim Konzert in Mannheim ! Genau 3 Jahre später sind AXE wieder in
Deutschland unterwegs ( vor einem durchschnittlichen Publikum von 30-50 Personen ! MENSCH
LEUTE; WAS FUER EINE SCHANDE- DA SPIELT EINE GROSSARTIGE BAND AUS DEN USA MIT KLASSE
MATERIAL, hat noch n tollen opener in SERUM dabei und keiner geht hin....3 Tage später
rennen dann wieder 67000 zu AC/DC, ja ja, da sind dann 99.50 DM nicht zuviel.... ich
koennte verzweifeln...)
Im Gepäck hatten AXE diese einmalig auf 1000 Exemplare limitierte (äussert schlicht
aufgemachte) Live CD dabei, auf der die 5 Songs "Holdin on","Steal
another fantasy", "Jennifer", "Silent soldiers" und das auch nach
20 Jahren immer wieder mitreissende Schlusstueck jedes Live-Gigs "Rock and Roll
Party". Aufgenommen in Dallas, Texas haben AXE hier ein Konzert dargeboten, dass nun
nach 20 Jahren endlich das Licht der Welt erblickt und in "Silent Soldiers"
seinen Höhepunkt hat. Die zeitlos traumhaften Gitarrenparts lassen mich auch 20 Jahre
später in höchste Entzückung gleiten (und in Gedanken sehe ich AXE auf einer Riesen
Open air-Bühne in Hockenheim stehen....) während ich mit geschlossenen Augen Air-Guitar
spiele....und dann rastet beim Finale "Rock and Roll Party" die gesamte Meute
aus... Doch 2001 sieht es so aus, dass sich Bob Harris und Bobby Barth bei mir bedanken,
dass ich zum Gig kam ! So dass es Ehrensache ist, diese Scheibe für DM 25.- zu erwerben,
damit die Jungs noch n paar Mark machen, wenn sie schon bei der Tour drauflegen.
Ein Stück Musikgeschichte- thank you guys.
PS : Und da gibt es dann so ARSCHLÖCHER die sich diese CD signieren lassen und sie dann
in ebay drei Tage nach der Tour mit Gewinn noch verhökern !
Part I des Universal Migrators knüpft stark an das Werk 'Into the electric castle' an. Ziemlich seichte und Synthie-orientierte Prog-CD mit GastsängerInnen wie Lana Lane, Damian Wilson (Threshold, Landmarq), Neal Morse (Spocks Beard) sagen eigentlich alles. Außerdem dabei sind Johan Edlund (Tiamat), Floor Jansen (After Forever), Jacqueline Govaert (die erst 16-jährige Sängerin von 'Krezip'), Eric Norlander und Clive Nolan (Arena, Pendragon, Shadowland usw.).
Ayreon - Flight of the Migrator
Part II ist etwas härter (mehr Gitarren, weniger Keyboards) als Part I. GastsängerInnen hier (u.a.):
Damian Wilson (s.o.), Lana Lane (s.o.), Bruce Dickinson (Iron Maiden), Fabio Lione (Rhapsody), Timo Kotipelto (Stratovarius), Russel Allen (Symphony X), Ralf Scheepers (Primal Fear), Andi Deris (Helloween) und so weiter und so weiter. Mir persönlich gefällt Part I bedeutend besser, da auf 'Flight of the Migrator' doch ein paar Durchhänger zu finden sind. Absolutes Highlight ist auf dieser CD der Song 'Into the black hole' mit Bruce Dickinson.
"This is not a new Ayreon album. It contains unreleased versions of known Ayreon songs, home demo's & newly recorded songs, sung by different singers". 'Diese Warnung' steht auf der CD-Hülle und genauso ist es auch. 'Ayreonauts only' beinhaltet einen zugegeben hervorragenden Querschnitt des Schaffens von Herrn A.A.Lucassen. Von der 'Universal Migrator-Doublette' sind so feine Songs wie 'Into the black hole' (gesungen hier von Damian Wilson und Lana Lane), 'Out of the white hole', 'Through the wormhole (Gesang: Ian Parry von Elegy), das geniale Instrumental 'Chaos' (hier unter dem Namen 'Carpe Diem' veröffentlicht) und 'Temple of the cat' (gesungen von der erst 14-jährigen Astrid van der Veen, die in Lucassens neuem Projekt 'Ambeon' die Lead-Vocals übernehmen soll). Je ein Song ist von 'Into the electric castle' und 'Actual fantasy' vertreten, der Rest sind Home-Demos von der ersten Ayreon-CD 'The final experiment' sowie eine Vorschau auf das neue Projekt 'Ambeon'. Für den Ayreon-Fan ist diese CD ein absolutes MUSS, vor allem weil die Songs allesamt durch die neuen SängerInnen völlig neu klingen. Gespannt sein darf man auch auf 'Ambeon', das im Vergleich zu Ayreon noch etwas düsterer und mystischer klingt. Der Nicht-Ayreon-Kenner erhält durch die CD einen tollen Einstieg in die Welt des A.A.Lucassen.
Der Titel dieser Platte ist programmatisch : Es handelt sich um eine Zusammenstellung von unveröffentlichen Versionen bereits bekannter AYREON Songs jeweils von anderen Sängern eingesungen, sowie alter Demos und einer Preview auf Arjen Lucassens neues Projekt AMBEON. Und den grössten Unterhaltungswert werden diejenigen aus dieser CD ziehen, die bereits alle 5 AYREON Alben besitzen. Was auch wieder das Manko ist, denn wenn man nun z.B. "Temple Of The Cat" in einer Akustic-Version hört, und dazu Arjens Kommentar liest, dass er die hier vorliegende Version besser findet aber man kennt das Original nicht, dann hat man gelitten. Und ich breche mir keinen Zacken aus der Krone, wenn ich zugebe, genau die "Dream Sequencer"-CD nicht zu kennen. Trotzdem spreche ich eine Empfehlung aus, denn selten hat man eine solche Stilvielfalt auf einer Scheibe vorgefunden : Vom Progressiv Song, über Midtempo-Tracks bis hin zu Heavy-Krachern das volle Programm- natürlich wieder mit einer ganzen Riege von Gastmusikern. Die Vorschau auf das AMBEON Album, das auch für dieses Frühjahr angekündigt wird, kann mich jedoch nicht überzeugen.Auf der Georg-Lögler-Skala gibt das
4 von 6 Punkten
Ayreon - Day Eleven: Love (Maxi-CD)
Als kleinen Vorgeschmack auf die nächste Ayreon-CD ('The Human Equation') sind auf der Maxi-CD 2 Songs dieser Scheibe verewigt, wobei 'Day Eleven - Love' nur als Radio-Edit mit 3 1/2 Minuten Länge vorgestellt wird. Und dieser Song könnte locker von der letzten 'Star One' sein. Gesungen wird von James LaBrie (Dream Theater), Heather Findlay (Mostly Autumn), Irene Jansen (schon bei 'Star One' dabei), Magnus Ekwall (The Quill), Devon Graves (Dead Soul Tribe), Mikael Akerfeldt (Opeth) und Marcela Bovio (der Gewinnerin eines Aufrufs von Herrn Lucassen, Demo-Bänder einzuschicken und Sangeskünste zu präsentieren ... also ein sozusagen 'Star One - Search'). Der zweite Song ist dann 'Day Two - Isolation' als knapp 9-minütiger Albumtrack, bei dem dann zusätzlich noch Eric Clayton (Saviour Machine) mitmachen darf. Auch ein recht fetter Song im Stile von 'Star One' bzw. 'Flight Of The Migrator'. Und zur Abrundung sind auf der Maxi dann noch 2 Cover-Versionen drauf (No Quarter von Led Zeppelin in einer recht merkwürdigen Version und Space Oddity von David Bowie, die zwar ganz nett sind aber man nicht unbedingt braucht). Auf jeden Fall machen die Songs der 'The Human Equation' Lust auf mehr ... viel mehr.
Ayreon - The Human Equation (Special Edition 2CD + DVD)
Ein Mann fährt mit seinem Auto gegen einen Baum, fällt ins Koma und erfährt dabei komische Erinnerungen und Geschichten und nach 100 Minuten Doppel-CD (bzw. wenn man nach den Song-Titeln geht nach 20 Tagen) wacht er wieder auf und alles ist gut. Das ist so kurz die Geschichte von 'The Human Equation'. Klingt zwar nicht gerade aufregend, wenn man aber die ganze Geschichte verfolgt, geht das schon fast in die Richtung von 'Metropolis Pt. 2 von Dream Theater', nicht ganz so spannend aber genauso in sich geschlossen. Und Herr Ayreon hat mal wieder weder Kosten noch Mühen gescheut und alle möglichen SängerInnen vereinigt, die, so wollte er es, noch nie bei Ayreon mitgemacht haben. Und da ist schon die Crème de la Crème der härteren Musikszene zusammengekommen, die, im Unterschied zu anderen Ayreon-CDs und/oder Projekten, innerhalb der einzelnen Songs wechseln und nicht pro Song einen neuen Sänger haben. Und das klingt mehr als gut. Mitmachen dürfen der alles überragende James LaBrie (Dream Theater als 'Me'), die mehr als süße Heather Findlay (Mostly Autumn als 'Love'), der härtere und ganz kurz auch growlende Mikael Akerfeldt (Opeth als 'Fear'), der recht unbekannte aber gute Magnus Ekwall (The Quill als 'Pride'), der geniale Eric Clayton (Saviour Machine als 'Reason'), Marcela Bovio (eine Mexikanerin, die einen Wettbewerb gewonnen hat, bei dem Arjen Lucassen aufgerufen hatte Demo-Bänder einzuschicken, als 'Wife'), der eher unauffällige Mike Baker (Shadow Gallery als 'Father'), Irene Jansen (bekannt durch das Star One - Projekt als 'Passion'), Devon Graves (Dead Soul Tribe als 'Agony') und Devin Townsend als 'Rage'. Außerdem hat Arjen Lucassen den Part des 'Best Friend' selbst übernommen, weil beide Wunschkandidaten hierfür (es bleibt allerdings im Dunkeln, wer die Kandidaten gewesen sind) ausgefallen sind. Anscheinend waren die SängerInnen dann so teuer, dass auf Berge von Gast-Musikern dieses Mal verzichtet wurde. Arjen Lucassen spielt sämtliche Gitarren, Keyboards und so weiter selbst. Und sein alter Haudegen und Mitstreiter Ed Warby darf wieder trommeln was das Zeug hält. Nur ein paar Keyboard-Solos wurden durch andere Musiker veredelt. So dürfen Joost van den Broek (Sun Caged), Martin Orford (IQ, Jadis), Oliver Wakeman (Nolan / Wakeman) und !!! Surprise Surprise !!! kein Geringerer als Ken Hensley mit einem typischen Uriah Heep - Solo mi