CD-Kritiken-Archiv D - E
Und nun mal wieder eine CD-Kritik aus der Reihe '...aber auch ganz anderes komisches Zeugs'. Homepage-Besucher meiner Generation können sich sicher noch an das Duo 'Deutsch Amerikanische Freundschaft' (kurz DAF), also Robert Görl und Gabi Delgado Lòpez erinnern, die vor vielen vielen vielen Jahren (also in meiner fortgeschrittenen Jugend ... um genau zu sein im Jahre 1981) einen genialen Hit mit 'Der Mussolini' hatten und wohl - zusammen mit Kraftwerk - die 'Erfinder des Techno' waren. Harte schnelle elektronische Beats mit spärlichem Gesang (DAF beschränkten sich immer nur auf vier oder fünf Zeilen Text die ständig wiederholt wurden). Und jetzt nach über 20 Jahren gibt es mal wieder ein Lebenszeichen von den beiden Jungs und mit 'Fünfzehn neue DAF Lieder' gibts auf knapp über 70 Minuten das volle Brett an DAF-Liedern als ob sie nie weggewesen wären. Absoluter Hammer sind die Songs 'Der Sheriff (anti-amerikanisches Lied)', 'Rock hoch (Sexlied)', 'Moschino Heckler & Koch (Ganovenlied)' und 'Liebeszimmer (Hexenlied)'. Der Rest ist natürlich auch nicht schlecht, wobei aber die CD ruhig ein paar Minuten kürzer hätte sein können. Trotzdem freut's mich, dass es von DAF mal wieder eine neue Scheibe gibt, die wohl aber in Prog-, Rock- bzw. Metal-Kreisen keine Freunde finden wird. Deswegen gibt's auch keine Wertung
Gast-Kritik von Siggi Greck
Nach dem Comeback "Calm Before The Storm"
veröffentlichten die Mannen um Mastermind Darren Wharton mit "Belief" ein sehr
ruhiges Album, das mich deshalb anfangs etwas enttäuschte (damaliger Eindruck: 7,5 von 10
Punkte). Nach mehrmaligem Anhören bekommt man die Melodien jedoch einfach nicht mehr aus
dem Kopf. Insbesondere die keltischen Anleihen gefielen mir mit der Zeit immer besser.
Absolut tolle Musik zum Relaxen und Träumen, Anspieltipps: "Silent Thunder",
"Belief" und "We Were Friends" (inzwischen 8,5 Punkte). Nach einem
genialen Konzert im Frühjahr 2002 und einer netten After-Show-Party (mit Freibier und
"leckeren Schnittchen" - Hallo Reiner!) möchte ich mich nun festlegen: 9,5
Punkte
Dare - Beneath The Shining Water
Kritik von Siggi Greck:
Die Melodic-Rocker aus Wales haben Ihr neues Output
"härter" und "düsterer" als den Vorgänger "Belief"
angekündigt. Meiner Meinung nach ist das Gegenteil der Fall. War der Vorgänger schon
recht soft, ist dieses Album schon sehr weichgespült und hat mich etwas enttäuscht. Die
Songs sind an sich nicht schlecht, aber es ist einfach nur eine Neuauflage des
Vorgängers. Ich hoffe, Darren Wharton kriegt noch mal die Kurve in Richtung des
Comeback-Albums "Calm Before The Storm" von 1998.
Deadsoul Tribe - The January Tree
Nun oute ich mich mal als absoluter Nicht-Wisser. Ich besitze weder eine CD von Psychotic Waltz noch habe ich jemals vorher was von der Band gehört. Und auch die erste Solo-CD des Ex-Sängers dieser Band, der sich bei Psychotic Waltz wohl irgendwie anderst genannt hat und jetzt Devon Graves heißt oder vielleicht hieß er auch früher richtig und hat jetzt ein Pseudonym ... keine Ahnung, ging an mir völlig vorbei. Auf jeden Fall ist dieser besagte Devon Graves der Kopf oder Gründer oder Beides von Deadsoul Tribe und hat auch beim letzten Ayreon-Output (The Human Equation) mitgewirkt. Meine erste Berührung mit Deadsoul Tribe hatte ich mit dem Kauf des Vorgänger-Werkes 'A Murder Of Crows', mit dem ich allerdings so gar nichts anfangen konnte. Nichts Halbes und auch nichts Ganzes. Warum ich mir trotzdem den Nachfolger 'The January Tree' gekauft habe, weiß ich auch nicht so genau ... vielleicht ja wegen dem schönen Cover, einem blattlosen Baum (wahrscheinlich im Januar ?) und wegen der Tatsache, dass Deadsoul Tribe (dazu gehört übrigens nur noch Drummer Adel Moustafa, alles andere übernimmt Devon Graves) als Vorgruppe bei der 2004er-Tour von Threshold auftreten sollte und man ja 'vorbereitet' sein muss. Naja, auf jeden Fall gefällt mir 'The January Tree' bedeutend besser als der Vorgänger, was wohl auch daran liegt, dass wirklich ein paar äußerst gelungene Songs (wie der fette Opener 'Spiders And Flies', das richtig proggige 'Just Like A Timepiece' und die zuckersüße Ballade 'Lady Of Rain') herausgekommen sind. Allerdings ist der Rest doch etwas eintönig (immer zwei drei gleiche Gitarrenriffs, die ausgenudelt werden bis zum gehtnichtmehr und auf Dauer ganz schön depressiv machen), so daß bei Deadsoul Tribe noch eine Steigerung möglich ist. Vielleicht auf der nächsten Scheibe ?? Es bleibt spannend.
Ich hasse CDs mit Kopierschutz und Scheiß Playern, die beim Abspielen auf PC installiert werden, obwohl ich schon genügend Player auf dem Rechner habe und dann auch noch klingen wie Arsch und Friedrich. Und so ein Teil ist die neue Deep Purple leider auch. Wer also normalerweise seine CDs auf dem Computer abspielt, rate ich vom Kauf auf jeden Fall ab ... das ist mal wieder eine Frechheit. Wer trotzdem das Teil kaufen will, sollte natürlich erfahren, dass ich völlig fertig bin wegen 'Bananas'. Nach den letzten paar wirklich unterirdisch schlechten Deep Purple CDs (wie z.B. der Oberschrott 'Abandon') hatte ich mir ja geschworen, keine CD von Deep Purple mehr zu kaufen. Aber auf Anraten eines meiner CD-Dealers habe ich es doch getan. Und ... ich bin hellauf begeistert und vollkommen überrascht, dass die Jungs (jetzt ohne Jon Lord und dafür mit Don Airey an den Keyboards) sowas überhaupt nochmal hinbekommen haben. So frisch und locker klangen sie vielleicht vor 20 Jahren das letzte Mal. Schon der Opener 'House Of Pain' klingt voll nach 'Woman From Tokyo' und diese Aha-Erlebnisse gibt es dann zu Hauf, von Rock bis Blues ist alles vertreten und vor allem Steve Morse zeigt das eine oder andere Mal, wie wertvoll er mittlerweile für DP geworden ist. Und auch Don Airey fügt sich nahtlos ein und manchmal merkt man gar nicht, dass Jon Lord nicht mitspielt, so perfekt kann er ihn kopieren. In meinen Augen schlichtweg ein sensationelles Comeback. Muss man als Rock-Fan haben.
Deep Purple - Rapture Of The Deep
Positiv:
Sie machen noch Musik.
Sie scheinen sich noch zu verstehen, denn es gab keinen weiteren Line-Up-Wechsel
Steve Morse darf ab und zu so richtig schon mit seiner Gitarre wimmern
Don Airey hat den guten alten Orgel-Sound von Jon Lord wiederentdeckt
Negativ:
Alles Andere, also langweilige Songs, dünnes Stimmchen von Ian Gillan, keine Highlights.
Muss man nicht haben, denn der Vorgänger 'Bananas' war um Klassen besser.
Demon - Taking The World By Storm / One Helluva Night (beide remastered)
Anlässlich der Tatsache, dass jetzt endlich alle alten CDs der englischen Hard Rock - Band 'Demon' überarbeitet und teilweise mit Bonus-Tracks wiederveröffentlicht wurden, möchte ich die in meinen Augen zwei besten Scheiben hier kurz vorstellen. Beide CDs wurden im Jahr 1989 erstmals veröffentlicht. Bei 'Taking The World By Storm' handelt es sich um eine Studio-CD, die sogar für absolute Prog-Freunde interessant sein könnte. Denn neben ein paar knackigen Hard-Rock-Nummern (wie z.B. 'Commercial Dynamite' oder dem Titelstück 'Taking The World By Storm') gibt es auch ein paar hervorragende längere und kompliziertere Stücke wie 'Remembrance Day' mit 9 1/2 Minuten, 'Blue Skies In Red Square' mit über 8 Minuten und das sensationelle 'Time Has Come' mit 11 1/2 Minuten. Die zweite CD, die ich erwähnen möchte, ist dann die Doppel-Live-CD 'One Helluva Night', die am 10.12.1989 in Ludwigsburg in der Rockfabrik mitgeschnitten wurde und neben einigen Highlights der o.g. CD (leider ohne 'Time Has Come') noch einen klasse Querschnitt über das frühere Schaffen der Band gibt. Wer Demon mal antesten will, sollte es dann mit einer der beiden CDs probieren. Leider ist es etwas schwierig, an die CDs heranzukommen, weil nicht jeder CD-Versand jede CD hat.
Fast 10 Jahre mußten wir warten, bis sich die alten Hard-Rock-Haudegen Demon mal wieder herablassen, eine CD zu veröffentlichen. Und ob sich das Warten gelohnt hat, möchte ich weder mit ja noch mit nein beantworten. Viel geändert hat sich am Musik-Stil von Demon nicht. Und auch die CD ist eigentlich durchwachsen wie alle Outputs der Engländer. Ein paar herausragende Songs ('Never Saw It Coming', 'Let Me Out Of Here') und ein paar Schrott-Nummern (wie z.B. der Titelsong). An mein absolutes Demon-Lieblingsstück 'Time Has Come' (welches sogar dem Prog-Freund gefallen könnte) kommt leider kein Lied ran. Insgesamt eine CD, die man nicht unbedingt braucht, aber auch nicht unbedingt schlecht ist.
DeYoung, Dennis - Ultimate Collection
Der Name Dennis DeYoung dürfte den 'Betagteren' unter uns vielleicht was sagen. Er war der Kopf (und Keyboarder) von Styx und dort u.a. verantwortlich für so geniale Songs wie 'Lady', 'Suite Madame Blue', 'Show Me The Way' oder 'Babe'. Nach seinem Rausschmiss bei Styx ('gesundheitliche Gründe' wurden vorgegeben aber sein Name ist auf der offiziellen Styx-Homepage komplett verschwunden) ist es äußerst ruhig um ihn geworden (d.h. ich habe nichts mehr über ihn gehört oder gelesen). Dass Dennis DeYoung während seiner Styx-Zeit auch einige Solo-Alben herausgebracht hat, war mir unbekannt. Lediglich sein geniales Musical 'The Hunchback of Notre Dame' (von ca. 1997), das nur über DeYoung's Homepage bezogen werden konnte, steht bei mir im CD-Regal. Umso überraschter war ich, bei www.aorheaven.com ein Best of Dennis De Young - Soloalbum (US-Import für 45.- DM oder 23 Euro) im Katalog zu finden. Tja, und die CD hält, was der Titel verspricht. Praktisch jeder Song hätte auf einem Styx-Album Platz finden müssen, wobei die ruhigen, einfachen Songs eindeutig überwiegen. Für Styx-Fans (wie mich) auf jeden Fall ein MUSS in der CD-Sammlung.
Dass die Italiener nicht nur Pizza, Spaghetti und leckeren Rotwein zu bieten haben, ist nicht erst seit Eros Ramazotti und Rhapsody bekannt. DFA - die Abkürzung für 'Duty Free Area' haben seit 1997 bereits 2 Studio-Alben veröffentlicht, die mir allerdings völlig unbekannt sind. 'Work In Progress Live' ist nun, wie der Name schon sagt, das erste Live-Album der 4er-Combo, mitgeschnitten beim 2000er-NEAR-Fest in Bethlehem, PA, dem ersten Live-Konzert der noch jungen Band in Amerika. Die CD beinhaltet Songs beider Studio-Alben und der Gesang ist ausschließlich in meiner Lieblingssprache Italienisch. Die Musik ist klassischer, komplexer und vertrackter Progressiv-Rock im Stile von Gentle Giant mit Einflüssen von (den alten) Genesis und Yes, gepaart mit (leider auch) jazzigen Parts. Klar im Vordergrund stehen dabei Keyboarder Alberto Bonomi und der geniale Drummer Alberto De Grandis. Wer auf flockige 3-Minuten-Songs steht, sollte von der Scheibe die Finger lassen. Für diejenigen, denen Longsongs mit bis zu 15 Minuten Länge und massenweisen Breaks, Tempo- und Stilwechseln zusagen und auch mal einen Risiko-Kauf tätigen, möchte ich diesen Silberling ans Herz legen. Für ein Live-Album einer noch so frischen Band gebührt hier Respekt. Leider ist es ziemlich schwierig, an das Teil heranzukommen. 2 Möglichkeiten habe ich gefunden. Entweder bei Herrn Bäcker unter http://www.empire-music.de oder direkt bei der Plattenfirma in den USA unter http://www.moonjune.com (für 15 $ incl. Porto usw.).
Dass in Italien eine kleine aber feine Prog-Metal-Szene existiert, ist wohl nur den absoluten Insidern bekannt. Und nach meinem Wissen hat es auch keine Band geschafft, sich ein bißchen in den Vordergrund zu spielen. Aber ich denke mal, dass sich da mit DGM was ändern könnte. Keine Ahnung wie ich auf die Idee gekommen bin, mir dieses Teil zu kaufen (muss ich wohl irgendwo mal gelesen haben oder so) aber seit ich die Scheibe habe, läuft sie doch ziemlich regelmäßig in meinem CD-Player. Schon der Opener 'A Day Without The Sun' fetzt ziemlich knackig los und ist mit knapp 4 Minuten der kürzeste Song auf der CD. Die insgesamt 10 Stücke haben eine Länge von bis zu über 8 Minuten und klingen irgendwie alle ein bißchen nach Symphony X. Der Sänger Titta Tani kommt da zwar nicht ganz an Sir Russel Allen ran, aber Ähnlichkeiten sind unüberhörbar. Für Prog-Verhältnisse richtig klasse. Aber auch die anderen Musiker können's ganz gut (tolle Keyboard- und Gitarrenparts) und die Scheibe wird auch nach ziemlich genau 1 Stunde zu keiner Zeit langweilig. Für ein Zweitlingswerk absolute klasse. Antesten lohnt sich hier auf jeden Fall.
Eine absolute Neuentdeckung für mich ist, obwohl er mit 'Land's End' schon die dritte CD veröffentlicht hat, Mat Dickson. 'Land's End' schließt die sogenannte 'Lighthouse Trilogy', die mit 'The Keeper's Log' und 'The Lighthouse Keeper', also den 2 Vorgängern begonnen wurde. Lighthouse heißt ja auf Deutsch Leuchtturm, und wenn man eine Trilogie über Leuchttürme schreibt, kann man schon erahnen, welch schöne Musik dabei herauskommt. Mat Dickson spielt auf diesem rein instrumentalen Album praktisch alle Gitarren und Keyboards und wird nur bei ein paar Songs durch Harfe (Fiona Clifton-Welker), Saxophon (Ken Trethewey) und Drums (Will Glancy) ergänzt. Und die Musik, eine Mischung aus Celtic Folk mit Prog-Einflüssen erzählt von den sich immer wieder verändernden Stimmungen des Meeres und des Himmels um den Leuchtturm herum bei Ruhe und Sturm. Ein bißchen vergleichen kann man das mit Mike Oldfield oder auch ein bißchen Mark Knopfler bei seinem 'Local Hero' - Soundtrack. Eine einfach wunderschön atmosphärische CD zum dahinfließen. Mehr Infos sowie Soundsamples und natürlich die CD selbst zum Bestellen gibt es unter www.beachcombermusic.com . Unbedingt vorbeischauen und antesten. Sowas darf in keinem gut sortierten CD-Regal fehlen !!
Dimension X - So ... This Is Earth
Neues von Unicorn Digital gibt es in Form der Debut-CD der amerikanischen Prog-Band 'Dimension X' aus Milwaukee. Ursprünglich gegründet unter dem Namen 'Dweller' bereits im Jahre 1986 von Sänger David Hoover II und Bassist D.R. Burkowitz (der auch den Chapman Stick spielt) ... beide übrigens noch immer in der Band aktiv ... musste 'Dimension X' bis zur heutigen Formation noch einige Namens- und Bandmitgliederwechsel über sich ergehen lassen. Und jetzt, also im Jahr 2005, gibt es (nachdem 2001 bereits eine EP aufgenommen wurde) endlich das erste komplette Album mit Namen 'So ... This Is Earth', gemastered übrigens von Richard Addison, der ja schon einige Veröffentlichungen von Unicorn Digital veredelt hat und für ausgezeichneten Sound steht. Musikalisch bewegen sich 'Dimension X' zwar schon auf Unicorn-Pfaden, machen also eher komplizierten, leicht jazzigen Prog, aber teilweise fällt einem fast die Klappe runter, wie die tolle Melodien und Breaks zaubern (z.B. in meinem absoluten Lieblings-Song 'Train Wreck' mit atemberaubendem Gitarren-Solo, fast klassischer Melodie, tollem Rhythmus und gutem Gesang ... leider mit knapp 6 Minuten etwa 10 Minuten zu kurz). Aber auch Freunde des Long-Songs kommen mit 'Xeno's Paradox' (fast 17 Minuten) voll auf ihre Kosten. Das ist Prog vom Feinsten. Insgesamt bewegen sich Dimension X auf sehr klasisch-progressiven Pfaden und die Scheibe wird auch nach mehrfachem Hören nicht langweilig sondern immer interessanter. Infos über die Band gibt es auf ihrer Homepage.
Dimmu Borgir - Death Cult Armageddon
Warum gibt es eine Review über eine Grunz - Brüll - Schrei - Gurgel - Ratta - Satan - CD auf meiner Homepage ? Nun, immerhin hat es die Scheibe von Dimmu Borgir bei einem meiner Homepage-Leser auf Platz 4 der Top10 von 2003 geschafft. Und somit muss man auch so einer Band mal hier eine Chance geben. Okay, natürlich machen die Norweger Black Metal und der Herr mit den zwei Hörnern auf dem Kopf kommt auch in den Texten öfters mal vor. Aber es ist jetzt doch nicht so, dass man das gar nicht anhören könnte. Wer mit dem Gesangsstil dieser Musikrichtung überhaupt nichts anfangen kann, kann sich das Geld natürlich sparen. Alle anderen sollten aber doch mal ein Ohr riskieren, denn erstens ist die Produktion absolut fett und gelungen und zusammen mit dem kompletten Prager Philharmonischen Orchester sind vor allem die klassischen und instrumentalen Teile sensationell gut und fast schon Prog-Metallisch (Hört Euch nur mal den Anfang von 'Eradication Instincts Defined' an). Das knallt ganz schön rein.
Djam Karet - No Commercial Potential
Untertitelt ist die Doppel-CD der californischen Prog-Band mit 'Rock Improvisations from 1985 - 2002' und als kleiner Hinweis für alle Nicht-Djam-Karet-Kenner ist noch 'We talk in pictures not in words' aufgedruckt. Und damit wäre ja eigentlich alles gesagt. Zwei Dekaden Musik, nicht radiotauglich und ohne Worte. Aber ein bißchen ausführlicher will ich es ja schon machen. Den mittlerweile 20. Geburtstag feiert die Band mit der Veröffentlichung ihres bereits 16. Albums (!!), wobei CD 1 eine spontane Studio-Session aus dem Jahre 1985 ist, die bisher nur auf Musikkassette veröffentlicht wurde und CD 2 (betitelt mit ... And Still Getting The Ladies) eine unveröffentlichte CD aus dem Jahr 2002 ist, die während der 'A Night for Baku - Session' eingespielt wurde und spontan komponierte Improvisationen enthält. Wirklich interessant an der Sache ist natürlich, wie sich die Band in fast 20 Jahren musikalisch verändert hat obwohl sich im Line-Up der Band nichts getan hat. Auf CD 1 befinden sich gerade mal 3 Titel (mit allerdings bis zu fast 30 Minuten Länge), die teilweise an die guten alten Pink Floyd (in ihrer experimentelleren Phase) oder auch King Crimson erinnern. Vor allem Song 3 'Blue Fred' hat teilweise ganz schöne Anleihen an 'Dark Side Of The Moon', ab und zu (z.B. im Mittelteil von Track 1 'Where's L. Ron??!!') rockt und groovt es aber auch ganz gewaltig, wobei dann vor allem der treibende Bass auffällig ist. Auf der zweiten CD - mit einem leicht besseren Sound (wen wundert's zwei Jahrzehnte später) - gehts dann - auch wieder mit nur 3 Titeln (mit bis zu 27 Minuten Länge) teilweise jazziger (Track 3 'The Window') und auch etwas elektronischer und experimenteller (Song 2 'The Door') zu. Wer auf instrumentalen Prog der alten Schule steht, sollte die Band Djam Karet (das Wort stammt übrigens aus dem Balinesischen und bedeutet 'elastische Zeit') auf jeden Fall mal antesten. CDs (allerdings -noch- nicht die hier besprochene Scheibe) gibts bei www.amazon.de oder www.jpc.de . Band-Infos können unter www.djamkaret.com entdeckt werden.
Don Dokken, der 'Master Of Melodic-Rock' ist einfach nicht totzukriegen. Auch 2002 beglückt er uns wieder mit einer neuen Scheibe, die nicht nur wegen seines tollen (und etwas eigenwilligen) Gesangs sondern auch wegen den super Gitarren-Soli, klasse Balladen und restlichen Songs ohne wirklichen Durchhänger ein Pflicht-Kauf für alle Melodic-Rock-Anhänger darstellt. Da können sich einige jungen Bands noch ein Stückchen davon abschneiden, bis sie in diese Bundesliga des Rocks aufsteigen.
Dominici - O3 A Trilogy - Part 2
Ein neuer Stern am Prog-Metal-Himmel? Nein, eigentlich nicht wirklich. Denn erstens heißt die CD ja 'Part 2' ... also muss es irgendwann auch schon mal einen Part 1 gegeben haben (der ging aber dann völlig an mir vorbei) und zweitens verbirgt sich hinter 'Dominici' kein Geringerer als Charlie Dominici, den alle Dream Theater - Nasen ja als Sänger von der ersten DT-Platte 'When Dream And Day Unite' kennen. Nun hat mich die Scheibe damals (also 1989) nicht wirklich vom Hocker gerissen (meine Liebschaft mit Dream Theater begann erst später), und das lag unter anderem auch an dem grausamen Sänger. Nun, nach diesem kurzen Gastspiel bei DT ist Herr Dominici zumindest was das Musik-Business betrifft, ziemlich von der Bildfläche verschwunden und hat sich, so wie ich gelesen habe, wohl als Autohändler probiert. Ob das jetzt nicht so erfolgreich war oder langweilig wurde weiß ich nicht, aber plötzlich (wie gesagt, Part 1 ist mir völlig unbekannt) taucht der gute Mann bei InsideOut auf und veröffentlicht eine Hammer-CD. Zwar sind die Locken (von damals) ab, aber dafür hat Charlie Dominici stimmlich außerordentlich dazugelernt und man fragt sich allen Ernstes, wie Dream Theater heute klingen würde, wenn nicht James LaBrie (mit seinem doch ziemlich begrenzten Ton-Spektrum) sondern Dominici dort immer noch singen würde. Bis man allerdings in den Genuss von Charlie Dominicis Stimme kommt, braucht es einige Minuten auf 'O3 A Trilogy', denn der erste Song 'The Monster' ist ein oberaffengeiles 8 1/2 Minuten - Instrumentalstück, bei dem Dominicis Begleitband (lauter mir unbekannte Leute, nämlich Brian Maillard an der Gitarre, Yan Maillard an den Drums, Riccardo Atzeni am Bass und Americo Rigolodi an den Keyboards ... keine Ahnung wo er die Jungs ausgegraben hat, auf jeden Fall haben die echt was drauf) zeigen darf, was sie kann. Und das ist Einiges. Fette Gitarren, geile Breaks, treibende Drums und herrliche Keyboard-Läufe. Voll der fette Einstieg in die CD und zu keiner Sekunde langweilig. Ich glaube da wollte Dominici gleich mal zeigen, dass er den Stil von Dream Theater voll drauf hat. Einfach nur gelungen. Bei 'Nowhere To Hide' darf er dann endlich singen (und dann natürlich auch bei allen folgenden Songs) und der Wiedererkennungswert zu der 1989er-Scheibe ist gleich Null. Aber gut, da sind ja jetzt auch fast 20 Jahre dazwischen. Auf jeden Fall kann Dominici sowohl die härten Sachen als auch Balladen ('Captured', 'The Real Life') richtig gut singen. Ganz großes Kino.
Dominici - O3 A Trilogy - Part 3
Charlie Dominici, der Ur-Sänger von Dream Theater, hat wieder zugeschlagen und seine Trilogie vollendet. Und Part 3 ist meiner Meinung nach noch geiler geworden als der zweite Teil (siehe meine Review). Und davon war ich ja schon mehr als begeistert. Dieses mal dauert es nicht so lange, bis wir die Stimme von Dominici genießen dürfen. Nur ein kurzes instrumentales Intro gibt es, bevor der Song 'King Of Terror' richtig beginnt. Und hier geht es gleich sowohl musikalisch als auch textlich zur Sache. Atomschlag im mittleren Osten. Wobei nicht so genau rauskommt, wer die Bombe gezündet hat ... aber ich denke mal der Song geht gegen Herrn Bush ... denn die Textzeile 'The King Of Terror ... The Anti-Christ, We must destroy him deutet dann schon ein bißchen darauf hin, dass da die Amis ein bißchen gefeuerwerkt haben. Auf jeden Fall könnte der Song auf jeder Dream Theater - CD bestehen. Auch das folgende 'March Into Hell' hätte locker ein 90er-DT-Song sein können. Auch die Quoten-Ballade darf nicht fehlen und kommt mit 'So Help Me God'. Wunderschön und ich stelle mir wieder die Frage wie Dream Theater klingen würde, wenn Charlie Dominici noch bei der Band wäre .... wahrscheinlich kein Deut schlechter als mit Herrn LaBrie. Ein bißchen 'Pull Me Under' klingt dann bei 'Liquid Lightning' durch (vor allem am Anfang des Songs). Mit knapp über 10 Minuten folgt 'The Enemies Of God' ... und was soll ich sagen ... fetter Prog-Metal mit allem was dazugehört. Geile Gitarren, tolle Breaks, Keyboard-Solo, überragender Gesang. Sicher eines der Highlights der CD. Zu den nächsten 2 Songs fällt mir jetzt nichts besonderes ein ... es geht halt einfach klasse weiter. Und zum Abschluss gibt es dann noch einen weiteren Longsong (fast 11 Minuten der Titel 'Genesis'), der die CD genial abschließt. Dream Theater ein bißchen anders aber nicht schlechter ... so könnte man Part 3 der Trilogie bezeichnen. Freunde des härteren und komplizierteren Prog-Metals kommen hier voll auf ihre Kosten.
Donahue, Tim - Madmen + Sinners
Wer der Meinung ist, das Dream Theater - Säger James LaBrie bei seiner Stammband unterdrückt wird und nicht mehr zur Geltung kommen darf, sollte sich unbedingt 'Madmen + Sinners' von Tim Donahue zulegen. Denn hier darf Herr LaBrie nach Herzenslust singen und klingt dabei wie in seinen besten Zeiten (bei 'Falling Into Infinity' bzw. 'Metropolis 2'). Sensationell gutes Prog-Metal-Album mit geringer Frickel-Quote und dafür mehr als genügend tollen Melodien. Highlight hierbei natürlich das fast 16-minütige Titelstück. Das hätte ein Hammersong auch auf einem Dream Theater - Album sein können. Da gibt's nur einen Tip: Kaufen.
GAST-KRITIK VON GEORG LÖGLER
Einem geschenkten Gaul schaut man nichts ins Maul- oder wie war das ? Diese CD habe ich im Radio gewonnen, und war recht baff als sogar noch ein Autogramm mitkam- und die vermeintliche "Single" sich als Promo des kompetten Albums entpuppte ( und dies vor der Veröffentlichung !) Wenn dann Doro auch noch fleht "KOMM LIEBE MICH....DEIN KÖRPER IST MEIN ZIEL...KOMM NIMM MICH !" in "Ich Will Alles" welcher männliche Rezensent kann da noch eine subjektive Besprechung verfassen ? Zumal DORO in "Danke" vorab sich schon bedankt "... dass Du niemals Schlechtes von mir denkst". Das tue ich auch nicht, aber die Mitgröhl-Hymne "Burn it up" ist nahezu unerträglich und die Version von "White wedding" meines Erachtens fürchterlich. Auch eine ganze Riege von namhaften Musikern kann grösstenteils durchschnittliche Songs nicht aufwerten. Gute Songs hingegen sind das überragende "Give me your reason" ( Höhepunkt der CD) sowie "Scarred" und "Love me forever" ( von MOTÖRHEAD) und "Black rose" alles ruhigere Stücke, die wirklich DOROs Stärke sind. Also halbe halbe macht 5 von 10 moeglichen Punkten -- Danke Doro, dass Du mir verzeihst. (zumal die Platte gleich in der 1 Woche gut eingeschlagen hat hier in Deutschland)
Eine ziemlich interessante CD hat mich aus Israel erreicht. Die Band
Double Space, gegründet von Gilad Cohen (Gitarre, Bass, Keyboards, Melodica und Gesang)
und Zohar Sharon (Gesang, Piano und Keyboards), zwei Studenten der Jerusalem Academy of
Music and Dance, vertonen israelische Gedichte, wobei ihre außergewöhnlichen
Interpretationen und komplexen Arrangements schon etwas Eigenes haben. Unterstützt werden
sie von 2 weiteren Studenten, Yakir Sasson (Saxophon) und Nadav Rogel (Drums und Gesang).
Zwar geht die CD ab und zu schon etwas ins jazzige (was ja eigentlich nicht wirklich mein
Fall ist), der Anteil ist aber mehr als erträglich. Gut wird's vor allem, wenn die doch
recht fetzigen Folk-Elemente (wie z.B. im 12. Song 'After The Tsimmes') zum tragen kommen.
Insgesamt überwiegen aber die ruhigen Elemente. Und vor allem wenn die weibliche Stimme
(leider kann ich nicht sagen, wie die Dame heißt ... Erklärung folgt später) zum
Einsatz kommt, erinnert mich die Musik schon ein bißchen an Renaissance.
Wer also auf ruhige, leicht folkige Musik steht, bei dem auch mal ein Saxophon spielen
darf, sollte 'Windings' von 'Double Space' auf jeden Fall mal antesten.
Und nun zur versprochenen Erklärung:
Bis auf die Song-Titel ist das komplette Booklet in Hebräisch ... Ihr wisst schon, die
Schrift bei der alle Zeichen gleich aussehen ... und auch die Songtexte sind nach meiner
bescheidenen Meinung in Hebräisch. Von daher ist es etwas schwierig zu verstehen, um was
es in den Liedern geht. Trotzdem eine interessante Erfahrung, mal Musik in einer völlig
anderen Sprache zu hören (das ging mir schon mit Omegas CD 'Trans-And-Dance' so, die
komplett auf Ungarisch gesungen wird).
Mehr Infos über die Band gibt es unter www.double--space.com, die CD kann über Justforkicks bezogen werden.
Nachdem meine Kritiken-Seiten mit Prog-Rock und Prog-Metal (aber auch ganz anderes Zeugs) betitelt sind, gibt's endlich mal wieder eine CD aus der Kategorie 'ganz anderes Zeugs'. Empfohlen wurde mir die CD von meinem Kumpel und Gast-Kritiker Georg, der wegen der Scheibe ganz aus dem Häuschen war. Er hatte mich aber schon gewarnt, dass man hier schon ziemlich aufgeschlossen sein muss, um das Teil zu mögen. Interessiert hat's mich aber doch, so dass ich mir die CD bei Peregrina Music bestellt habe (sie gibt es aber auch im besser sortierten CD-Shop). Lila Downs, in ihrer Heimat Mexico längst ein Superstar, singt auf der CD 'Border', von den Problemen der Immigranten, die in den Erste-Welt-Ländern behandelt werden wie Aliens, obwohl sich z.B. die USA als 'Land der Einwanderer' betitelt. Sie singt von Freude und Schmerz, von Liebe (die Sache ohne Grenzen, die von allen Menschen gefühlt wird, ob reich oder arm, Einwanderer oder nicht), von ihrem Leben. Die Songs, gesungen teilweise in Englisch, teilweise in Spanisch (wobei alle spanischen Songs im Booklet ins Englische übersetzt werden), sind meist traurig, folk-angehaucht, blues-orientiert aber manchmal auch sehr fröhlich. Harfe, Violine, Saxophon, Congas usw. zeigen dann auch, dass es hier multi-instrumental zur Sache geht. Die Produktion ist auch noch perfekt, so dass diese Scheibe für Open-Minded - Musik-Fans zum Erlebnis wird. Tolle CD, die (wie oben schon gesagt) aber gar nix mit Prog am Hut hat.
Dream Or Nightmare - Light Burning Bright Till The Dawn
'Hybrid Metal' nennt die Ohio-Metal-Band 'Dream Or Nightmare' ihren Musikstil, weil sich in die Musik aus vielen unerschiedlichen Einflüssen zusammensetzt. So kommen Prog-, ein kleines bißchen Black- (wegen der Zweit-Stimme) aber auch purer Heavy Metal zum Zuge ... auf jeden Fall eine ganz gute Mischung. 'Light Burning Bright Till The Dawn' ist die erste 'offizielle' Veröffentlichung der Band, mit insgesamt 4 Songs, nachdem bereits im Jahr 2001 eine selbst produzierte Demo-CD aufgenommen wurde. Gegründet wurde die Band von Gitarrist Joe Sims bereits im Jahr 1999, zuerst angelegt als Solo-Projekt nach dem Ausstieg bei 'Reign', aber am Ende wurde es doch eine komplette Band, bestehend neben Joe Sims noch aus Jim Arnold (Gitarre, Keyboards, Vocals), Russ Kirk (Drums) und Dave Rhynard (Bass, Gitarre, Vocals). Die CD beginnt mit dem 6 1/2 - minütigen Opener 'Lost Wish', der ganz klar auch das Highlight der Scheibe darstellt. Auffallend dabei ist der Gesang, der ziemlich oft an Metallica erinnert, wobei der Song insgesamt etwas 'getragener' ist. Das könnte vom Stil her auch von Nevermore mit besserem Gesang sein. Der zweite Song, 'Self Inflicted Gunshot Wound to The Head' (der Name sagt ja eigentlich schon alles) knallt dann auch recht heftig ins Hirn, wobei vor allem die fetten Gitarren auffallen. Aber auch hier erinnert der Gesang teilweise ganz schön an Metallica. Eine kleine Entspannung gibt es dann, allerdings nur kurzfristig, bei 'Tomorrow Aside', das so richtig balladesk mit akustischer Gitarre und Keyboard-Teppich (ein bißchen wie Pink Floyd's 'Welcome To The Machine') beginnt, aber dann doch auch wieder recht hart und heftig endet. Und mit 'Conflicting Addiction' endet die CD dann auch schon mit fettem Double-Bass-Gewitter und tollen Gitarren-Riffs. Ist die CD also mehr ein Dream oder ein Nightmare ?? Ganz klar ... eher ein Dream, wenn man auf fetten Metal steht. Infos über die Band gibt es unter www.dreamornightmare.com, bestellen kann man die Scheibe (leider nur in den USA) bei www.diskery.com .
Ich kann mich dunkel daran erinnern, dass vor längerer
Zeit mal Dreamscape-Gitarrist Wolfgang Kerinnis eine Beschwerde in mein Gästebuch
geschrieben hat, dass auf meiner Seite nichts von Dreamscape steht. Tja, was soll ich denn
machen ?? Wenn Ihr nix veröffentlicht, dann kann auch keine Kritik kommen !! Okay, war
nur Spaß. Ich habe nur keine CD von Euch auftreiben können.
Die Münchner Prog-Metal-Band Dreamscape hat wohl einige Höhen und Tiefen hinter sich.
Nach mehreren Umbesetzungen, Sänger-Wechseln (zuletzt hat Hubi Meisel dort gesungen ...
siehe auch meine Review über seine letzte Scheibe EmOcean) und Vertragslosigkeit haben es
Dreamscape endlich geschafft, bei Massacre Records unterzukommen und die schon länger fertige CD 'End
Of Silence' zu veröffentlichen. Und ich bin Massacre unendlich dankbar, dass dieser
Diamant am Prog-Metal-Himmel nicht in der Versenkung geblieben ist. Schon der Opener
'Clockwork' gibt ordentlich was auf die Ohren und braucht sich nicht hinter den
Szene-Größen wie Symphony X und Konsorten verstecken. Auch der nächste Song
''Short-Time News' glänzt mit fetten Gitarrenriffs und ein paar interessanten
Tempowechseln. Danach folgt (schon) das Highlight der CD, das über 20-minütige
Meisterwerk 'The End Of Light', mit symphonischem Anfang, gnadenlos (aber nicht schlecht)
bei Dream Theater abgekupfertem Folgeteil, tollem gefühlvollen Mittelteil und fettem
Schlußteil, weswegen sich der Kauf der CD alleine schon lohnen würde. Auch die danach
folgende Quoten-Ballade 'All I Need' ist echt klasse (nur hätte am Schluß noch ein
5-minütiges Gitarrensolo kommen können). 'Silent Maze' kommt dann mehr in Richtung
Evergrey, also voll fetter Metal. Auch 'Flow' geht in die Richtung, hat allerdings im
Zwischenteil ein paar langsamere Momente (und ne geile Gitarre nach 4 Minuten). Der Rest
ist schnell erzählt, denn auch die weiteren 3 Songs sind einfach gut und
abwechslungsreich, so daß mehr als 72 Minuten fette Musik wie im Fluge vergehen. Wer auf
Prog-Metal im Stile von den oben genannten Bands steht, kommt an dem Kauf von 'End Of
Silence' nicht vorbei. Die Scheibe ist PFLICHT !! Mehr über die Band gibt es übrigens
unter www.dreamscape.de
.
Lange nichts mehr gehört von der Münchner Prog-Metal-Band Dreamscape. Und dann zuerst eine richtig fette CD (die vorliegende Scheibe 5th Season) und dann die Nachricht, dass nicht weniger als 3 Leute aus der Band ausgestiegen sind, nämlich Keyboarder Jan Vacik, Sänger Roland Stoll und Bassist Benno Schmidtler. Laut Homepage wurde aber zwischenzeitlich Ersatz gefunden. Eigentlich schade um die Ausstiege, denn ich fand die Band äußerst gut und auch ziemlich harmonisch. Aber gut ... über die Gründe weiß ich nichts und geht mich auch nichts an. Auf jeden Fall ist das letzte Album in der 'alten' Besetzung richtig gut geworden. Schon irgendwie im Stil des Vorgängers 'End Of Silence' (siehe meine Review) aber auch ein bißchen anders und noch abwechslungsreicher. Der Opener 'Fed Up With' und das folgende 'Borderline' sind auf jeden Fall typische Dreamscape-Songs, also fetter Prog-Metal. Doch schon beim folgenden Titelstück, mit über 14 Minuten natürlich das Kernstück und Highlight der CD, kann man erkennen, dass sich die Jungs noch weiterentwickelt haben. Tolle Breaks, super Hymnen-Chorus, geile Gitarre, leicht orientalische Klänge und und und. Sicher das beste Stück, das Dreamscape je veröffentlicht hat. Aber auch der Rest kann sich durchaus hören lassen. Von kernig über Mid-Tempo bis zur obligatorischen Ballade (Farewell) ist alles vertreten. Prog-Metal-Fans können hier bedenkenlos zugreifen. Und ich bin gespannt, was das neue Line Up so bringt.
Dream Theater - Live at the Marquee
Uralt-Live-CD. Daher mäßiger Sound aber muß in die Sammlung
Dream Theater - Through her eyes
Maxi-CD mit über 40 Minuten Spielzeit.
Neben 2 Versionen von Through her eyes gibt es noch 2 Live-Tracks der 1999er-Tour
KAUFEN !! Für 10 Mark ein Schnäppchen
Dream Theater - Metropolis 2000: Scenes from New York (VHS-Video)
Dieses Video, aufgenommen am 30.08.2000 im Roseland
Ballroom in New York, beinhaltet auf ca. 95 Minuten die komplette Live-Version der
Überhammer-CD 'Metropolis Pt. 2'. Und wer bis jetzt das Ende der Geschichte nicht
verstanden hat, sollte sich das Video auf jeden Fall besorgen, denn es gibt endlich die
Auflösung (soviel sei angemerkt: einfach genial !!). Insgesamt ein klasse
Konzertmitschnitt, den ich jedem nur ans Herz legen kann. Die passende DVD (mit einer
Spielzeit von anscheinend über 3 Stunden) soll übrigens wegen Produktionsfehlern erst im
September 2001 erscheinen.
Genauso wie für die Metropolis-CD (irgendwann kritisiere ich sie noch) gibts von mir für
das Video natürlich die Höchstpunktzahl.
Dream Theater - Live Scenes From New York
Nach monatelangem Warten ist es endlich soweit. Die 3-fach-live-CD ist endlich auf dem Markt. Nach technischen Schwierigkeiten und unglücklichen Fotos im Booklet (ein brennendes World Trade Center) mußte die Veröffentlichung mehrfach verschoben werden. Aber das Warten hat sich gelohnt. Neben der kompletten 'Metropolis Pt. 2', die in der Live-Version nicht mal mehr auf eine CD gepasst hat (Dream Theater beweisen hier mal wieder, daß sie live nicht nur ihre Liedchen originalgetreu runterspielen sondern noch einige geniale Passagen dazufügen) gibt's obendrauf noch einen Queerschnitt aus vielen Jahren genialer Musik (u.a. Metropolis Pt. 1, Acid Rain von der Liquid Tension Experiment, Another Day und ein komplettes Change Of Seasons). Die Aufnahme ist übrigens der Mitschnitt eines einzigen Konzertes und bei einer Spielzeit von über 3 Stunden kann man erahnen, was man hier als Nicht-Besucher verpasst hat. Lustig ist, daß sich Dream Theater nach dem letzten Song bei den Fans für das 'kurze Set' entschuldigt haben. Ich würde mal sagen: Ein Meilenstein der Live-CDs in brillianter Sound-Qualität. Nur wegen der mehr als ranzigen Verpackung (ein Papp-Schuber, der wohl nach einem halben Jahr intensivem Gebrauch im Eimer sein dürfte) gibts von mir einen kleinen Abzug von der Höchstwertung.
Dream Theater - Metropolis 2000, Scenes From New York (DVD)
Endlich ist sie raus ... die lange versprochene und immer wieder verschobene DVD des Mega-Konzerts (siehe auch meine Kritik der 3er-CD Metropolis 2000). Neben der kompletten 'Metropolis Pt. 2 - Scenes From A Memory' sind noch folgende Live-Titel auf der DVD: A Mind Beside Itself, Learning To Live und das komplette A Change Of Seasons. Zusätzliche Features sind eine 'Behind The Scenes-Dokumentation und eine Photo-Gallery. Aber der eigentliche Gag kommt noch. Auf einer zweiten Tonspur kann man sich während des Metropolis-Teils den Audio-Kommentar der Band anhören, der hochinteressant aber manchmal auch ganz schön lustig ist. Insgesamt eine klasse DVD. KAUFPFLICHT
Dream Theater - Six Degrees Of Inner Turbulence
Nach meinem - zugegebenermaßen subjektiven - Geschmack folgt die
Veröffentlichung einer Dream Theater - Studio-CD einer einfachen Regel. Zuerst eine
schlechte CD (When Dream And Day Unite) dann eine gute CD (Images And Words) dann eine
schlechte CD (Awake) dann eine gute CD (A Change Of Seasons) dann wieder eine 'relativ'
schlechte CD (Falling Into Infinity) und dann wieder der Überhammer (Metropolis Pt. 2 -
Scenes From A Memory, die ich als absoluten Meilenstein der Rockmusik bezeichnen möchte).
Also wäre jetzt wieder an der Zeit, Schrott auf den Markt zu werfen. Und wer jetzt eine
'Metropolis Pt. 3' erwartet, wird auf jeden Fall enttäuscht. Dream Theater gehen mit 'Six
Degrees Of Inner Turbulence' völlig futuristische Wege, was Sound, Ideen und
Musik-Experimente betrifft. CD 1 beinhaltet 5 Songs, CD 2 lediglich den 42-minütigen
Titel-Track, der in 8 Parts unterteilt ist.
Aber nun von Anfang an: Los gehts mit 'The Glass Prison', der wohl bis jetzt härteste
Song, den Dream Theater je aufgenommen haben (laut Drummer Mike Portnoy wurde der Song
nach dem Besuch eines Pantera-Konzerts geschrieben ... kein Wunder also). Prog-Fans werden
wohl die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, ob die Jungs jetzt völlig ballaballa
sind. Aber hört's Euch mal an, das knallt voll rein. 'Blind Faith', Stück Nummer 2,
beginnt eher Dream Theater - mäßig und eher ruhig, sehr klavierlastig und mit einem eher
langweiligen Gesang. Aber nach einer Minute (von 10) gehts dann doch besser zur Sache.
Insgesamt erinnert mich der Song an die 'Falling Into Infinity' - Phase. Also nicht
wirklich was berauschendes (Gott sei Dank steigert sich Sänger LaBrie im Laufe des
Stückes dann doch noch). Bei 'Misunderstood' dann zeigen Dream Theater, wie es
musikalisch in Zukunft weitergehen kann. Dort stecken zahllose Klangdetails, die bis jetzt
von Dream Theater noch nie verwendet wurden. So wurden (laut Portnoy) einige Drum-Spuren
in doppelter Geschwindigkeit aufgenommen, um sie dann langsamer abgespielt in den Song
einbinden zu können. Ein geniales Meisterwerk. 'The Great Debate', Song Nummer 4, beginnt
mit sagenhaft groovigem Drumming mit hinterlegten TV-Sequenzen um dann zusammen mit
Petrucci's Gitarre und (endlich mal merklichem) Myung-Bass abzugehen. Ein echter Dream
Theater - Song, mit allem, was das Prog-Metal-Herz begehrt. Zum Abschluss der ersten CD
gibt's dann noch 'Disapper', einer wieder mir vielen interessanten Klangeffekten
vollgestopften Ballade, bei der Sänger James LaBrie endlich zur Höchstform aufläuft.
Die 'Halbzeit-Analyse' lautet von mir dann wie folgt: Dream Theater haben es mal wieder
geschafft, alle zu überraschen.
Meiner Meinung nach kommt das eigentliche Highlight von 'Six Degrees Of Inner Turbulence'
aber auf CD 2. Ein 42-minütiges Meisterwerk, was dann auch den eingefleischten Dream
Theater - Fan überzeugen muss. Es beginnt mit einer 7-minütigen Klassik-Metal-Overtüre
(nur geil) und wandert im Laufe des Stückes von Metal über Prog zu fast Musical und
zeigt einfach mal wieder, daß Dream Theater eine Klasse für sich sind. Einfach SUPER.
Dream Teater sind auf dem Besten Wege, (Prog-) Musik neu zu erfinden. Ich bin echt mal
gespannt, was den Jungs noch einfallen wird. Insgesamt sind sich noch mehr abgekommen von
Frickel-Orgien (diesen Teil ihrer Musik leben sie offensichtlich in ihren Side-Projekten
aus) und die Musik ist etwas keyboard-lastiger geworden. Außerdem ist auffallend, daß
Sänger James LaBrie irgendwie das fünfte Rad am Wagen zu sein scheint. Er durfte
lediglich die Lyrics zu 2 Songs beisteuern. An der Musik ist er gar nicht mehr beteiligt.
Aber solange er uns dann weiterhin mit seinem Mullmuzzler-Projekt beglückt und Dream
Theater auch weiterhin so geniale Musik machen, soll's auch recht sein. Auf jeden Fall
fällt es mir nicht schwer, für dieses Meisterwerk die Höchstpunktzahl zu vergeben. Und
somit bestätigen Ausnahmen die Regel. Dream Theater haben es geschafft, 2
Hammer-Studio-Alben hintereinander zu veröffentlichen.
Dream Theater - Train Of Thought
Ich glaube es ist ganz schön schwierig, eine Dream Theater - CD zu bewerten, wenn die zwei Vorgänger-Alben als absolutes Meisterwerk (Metropolis Pt. 2) bzw. würdiger Nachfolger (Six Degrees ...) angesehen werden müssen. Voller Vorfreude die CD gekauft, ausgepackt, in den CD-Player gelegt, gestartet ... und ... hä ??? ... Metallica ?? Hmm ... also zumindest der Opener 'As I Am' klingt vom Stil her aber wirklich voll nach Metallica (würde nicht James LaBrie singen ... der ist halt schon typisch Dream Theater). 'This Dying Soul' beginnt dann mit Drum-Gewitter und fettem Gitarren-Riff und an was erinnert mich das ?? Metallica ?? Schon wieder ?? Gott sei Dank fängt Petrucci an, mit seinem typischen Gitarren-Brett zu wimmern und der Song mutiert zu einer Auskopplung von 'Six Degrees ...'. Nur die ab und zu verzerrte Stimme im Stile von Nu-Metal passt ja überhaupt nicht zu Dream Theater. Was soll das ?? Wollen wir uns beweisen, dass wir alle kopieren können ?? Aber am Schluß gibt's dann endlich ne Frickel-Orgie, die uns wieder daran erinnert, wer hier spielt (hätte auch auf einer 'Liquid Tension - CD' sein können. 'Endless Sacrifice' läßt uns dann kurz verschnaufen (sehr ruhiges Intro mit genial gefühlvollem Gesang wie auf der Metropolis 2), es dauert aber kaum 2 Minuten, dann sind wir auch schon wieder wach. Der Song hätte aber wirklich locker auch auf die Metropolis 2 gepasst. 'Honor Thy Father' beginnt dann wie ein übler Song von Metallicas 'St. Anger', wird dann aber doch noch ein ganz netter Song. Dann wird's richtig komisch. Knapp 3 Minuten haben die Jungs Sänger LaBrie geopfert, um einen Text unterzubringen (ansonsten taucht er bei Musik / Text nicht auf), und herausgekommen ist der Song 'Vacant' (herrlich gesungen und nur von Piano und Bass begleitet), der dann zumindest als Opener für das dann folgende 11-minütige Instrumentalstück 'Stream Of Consciousness' taugt (in dem so alle möglichen Dream Theater - Phasen der letzten knapp15 Jahre verarbeitet wurden). Die CD endet mit dem 14-Minuten-Opus 'In The Name Of God', dem vielleicht typischsten Stück Dream Theater auf der ganzen CD. Fazit: Wer die CD zum ersten Mal hört, ist wahrscheinlich geneigt, das Teil in die Ecke zu werfen und nie mehr in den Player zu schieben. Sperrig, kompliziert und irgendwie nicht Dream Theater. So ging's mir. Der zweite Versuch war dann im Auto ... da musste ich die Scheibe aber wieder aus machen, sonst wäre ich noch gegen eine Hauswand gefahren. Zu Hause dann noch ein paar mal durchgequält und mit der Zeit wird 'Train Of Thought' immer besser. Kein absolutes Meisterwerk aber auf knapp 70 Minuten gibt es stilmäßig Dream Theater der letzten 15 Jahre im Kurzdurchlauf gepaart mit dem Beweis, dass sie auch Metallica mögen.
Gast-Kritik von Daniel Bollinger
Für viele DT-Fans dürfte dieses Album vor allem zwei Dinge darstellen: Zunächst einmal
einen Schock und danach wahrscheinlich eine Enttäuschung. So etwas hat wohl niemand von
den Prog-Helden erwartet: heftige Thrash-Metal-Riffs, verzerrte Vocals und sogar
ebenfalls verzerrt eine Rap-Einlage. Doch natürlich gibt es auch die typischen
DT-Trademarks. Und diesen steht das harte neue Gewand meiner Meinung nach sehr gut. Ich
habe selten einen Song gehört, der auf so geniale Weise Power und Melodie verbindet wie
"This Dying Soul" oder auch die bombastischen Parts in "Endless
Sacrifice". Und ich habe noch nie ein 11-minütiges Instrumental gehört, das zu
keiner Sekunde langweilt ("Stream of Consciousness"). Ich muss sagen, der für
mich schwächste Song des Albums ist gerade der traditionellste, nämlich der
Rausschmeißer "In The Name of God". Also, um es kurz zu machen: Gemessen an und
verglichen mit den bisherigen DT-Outputs, sozusagen aus der Sicht eines
"strengen" DT-Jüngers würde ich sagen: 7 von 10 Punkten. Betrachtet man T.O.T
jedoch einmal gelöst vom Background muss man für ein wirklich innovatives und
eigenständiges Album 9,5 von 10 Punkten geben.
Sicherlich ist die Prog-Metal-Überband 'Dream Theater'
immer für eine Überraschung gut. Denn kennt man den letzten Output 'Train Of Thought'
und die Äußerungen von Herrn Oberarroganz Portnoy in Bezug auf Sänger James LaBrie
(passt nicht zu Dream Theater, würde er nie wieder als Sänger nehmen usw., was man bei
den Vocal-Parts von T.O.T. auch deutlich merkt ... mehr gemobbt kann ein Sänger
eigentlich nicht), hätte man eigentlich ein rein instrumentales Album erwarten müssen.
Aber weit gefehlt ... in meinen Augen ist auf 'Octavarium' James LaBrie fast dominant und
darf herrliche Melodie-Linien singen, die ihm wie auf den Leib geschrieben sind. Manchmal
glaube ich, die Jungs von Dream Theater reden einfach nur Käse damit was gesagt ist und
die nervigen Journalisten wieder abrücken. Naja, was soll's ... nachdem ich
bekanntermaßen ein Liebhaber von James LaBrie bin, kann ich ja nicht meckern.
Fette 75 Minuten warten auf den Hörer und nicht mal bei der arg schmalzigen Ballade 'The
Answer Lies Within' kommt auch nur eine Sekunde Langeweile auf. Und wer glaubt, Dream
Theater machen im Härtegrad da weiter, wo sie mit 'Train Of Thought' aufgehört haben,
also auf Metallica-Niveau, wird auch etwas überrascht sein, denn 'Octavarium' ist das
melodischste und songorientierteste Album seit 'Falling Into Infinity'. Massenweise
Prog-Zitate von U2 (!! 'I Walk Beside You') über Muse ('Never Enough') bis zu Dream
Theater - Gefrickel natürlich ('Panic Attack'). Absolutes Highlight ist allerdings das
24-minütige Titelstück. Die Text-Zeile
"Sailing on the seven seize the day tripper diem's ready
jack the ripper owens wilson phillips and my supper's ready
lucy in the sky with diamond dave's not here I come to save the
day for nightmare cinema show me the way to get back home again ... und so weiter und so
weiter"
sagt da eigentlich schon alles, denn von alten Genesis über Pink Floyd bis allen
möglichen sonstigen Konsorten (okay, warum die Beach Boys jetzt da genannt werden ist mir
nicht so klar) wird hier alles 'positiv' durch den Kakao gezogen. Sozusagen ein neues 'Big
Medley' der 'A Change Of Seasons' in eigenen Worten und Noten und somit schlicht genial.
Wer von 'Six Degrees ... ' und 'Train Of Thought' doch ein bißchen enttäuscht war, wird
von 'Octavarium' wieder hellauf begeistert sein. Nur die von vielen meiner
Kritiker-Kollegen entdeckten Marillion-Keyboards aus alten Tagen konnte ich beim besten
Willen nicht heraushören. Aber man kann ja nicht alles haben. KAUFEN !!
Dream Theater - Live At Budokan
Nach nur zwei Studio-CDs (Six Degrees ... und Train Of ...) schon wieder eine 3-fach Live-CD. Hat das sein müssen ? Als Dream Theater - Fan kommt von mir hier ein ganz klares JA, denn beim Vergleich mit der letzten Live-CD (die auch 3-fache 'Live Scenes From New York) gibt es bei der Song-Auswahl kaum Überschneidungen ('Beyond This Life' ist der einzige Song, der auf beiden CDs verewigt wurde ... wobei sich die 'neue' Version der Budokan-CD durchaus lohnt). Genialer Sound ist logisch und die Musik-Auswahl legt natürlich das Hauptaugenmerk auf die letzten zwei Studio-Scheiben. Aber auch ein paar Uralt-Perlen (wie 'Only A Matter Of Time' von der allerersten Dream Theater - CD) und Ausflüge zu Liquid Tension Experiment sind vertreten. Alles in allem muss man das Teil natürlich mal wieder haben, wenn einem die Kinnlade runterfallen soll bei solch perfekten Live-Musikern.
Dream Theater - Score (3-fach-CD / Doppel-DVD)
Sicher wird sich der eine oder andere Musikliebhaber fragen, ob es wirklich notwendig ist, dass Dream Theater nach jeder Studio-CD und jeder Tour wieder ein dickes Paket an CDs und DVDs herausbringen muss, um die Live-Qualitäten wieder mal zur Schau zu stellen. Aber wer sich in der Musik-Szene ein bißchen auskennt wird ja wissen, dass Dream Theater neben den früheren Marillion und dann Fish eine der Bands waren, von denen illegale Live-Bootlegs auf den Markt geworfen wurden. Und damit diesen Typen das Handwerk gelegt wird und sie sich an dem meist qualitativ minderwertigem Zeugs auch nicht mehr goldene Eier verdienen können, gibt es eben von jeder Tour einen offiziellen Mitschnitt. So jetzt auch von der letzten Tour nach dem Octavarium-Album. Aber ... wenn man jetzt ein normales Dream Theater - Konzert erwartet, wird man vielleicht etwas überrascht sein, denn 'Score' beinhaltet ein Jubiläums-Konzert zum 20-jährigen Bestand der Band, aufgenommen in der Radio City Music Hall in New York ... und teilweise zusammen mit einem klassischen Orchester. Und genau DAS macht dieses Konzert so genial und anders. Denn gerade so symphonische Songs wie das komplette 'Six Degrees ...', 'Octavarium' oder auch die Hammer-Ballade 'The Answer Lies Within' wirken zusammen mit dem Orchester noch um klassen Besser und Gänsehaut ist garantiert. Außerdem haben Dreamt Theater darauf geachtet, dass im Vergleich mit den letzten Live-Outputs (Budokhan, Live Scenes From New York) keine oder nur ganz wenige gleiche Songs vertreten sind (lediglich 'The Spirit Carries On' und 'Metropolis' sind doppelt). Ein MUSS für jeden Dream Theater - Fan. Aber noch mehr ein MUSS ist die dazu passende Doppel-DVD mit dem gesamten Konzert in brillianter Ton- und Bildqualität sowie auf der Bonus-DVD dann hochinteressante Interviews mit den Musikern und alte Aufnahmen, die die letzten 20 Dream Theater - Jahe nochmal Revue passieren lassen ... einfach klasse. KAUFEN !!!!
Dream Theater - Systematic Chaos
Hmm ... die neue Dream Theater
rotiert jetzt schon ein Weilchen in meinem CD-Player. Aber so richtig warm bin ich mit dem
Teil noch nicht geworden. Irgendwie fehlt mir entweder der intellekte Zugang oder die CD
ist schlichtweg nicht so der Überflieger wie die übrigen Dream Theater -
Veröffentlichungen. Irgendwie ist aber auch alles schon mal dagewesen (und nur anders
zusammengestückelt). Das fängt beim 9-Minuten-Opener 'In The Presence Of Enemies - Part
1' an, der an die Frickel-Orgien von 'Metropolis 2' erinnert und zieht sich eigentlich wie
ein roter Faden durch die kompletten knapp 79 Minuten durch. Wundervolle melodische Parts
gemischt mit musikalischem Chaos, LaBrie singt eigentlich wie immer (also hart
ausgedrückt seine 5 Töne die er perfekt kann) und nach dem Durchhören der Scheibe fragt
man sich tatsächlich, ob das jetzt gut oder schlecht war. Nein, schlecht ist es auf
keinen Fall, nur eben etwas gewöhnungsbedürftig, weil so jeder Song seine
Kompliziertheiten hat und man eigentlich nie durchschnaufen kann. Höchstens vielleicht
der zweite Song 'Forsaken' (schönes langsames Lied), der allerdings als 'Break' dann
eindeutig zu früh kommt. Das wünscht man sich eher nach 40 Minuten als kleine Pause.
Auch 'wir können Metallica' (beim dritten Song 'Constant Motion') ist schon mal
dagewesen.
Naja, ich gebe der CD noch diverse Durchläufe. Vielleicht zündet sie ja noch.
Auf jeden Fall empfehlenswert ist aber die Limited Edition mit ner Bonus-DVD mit dem kompletten 5.1-Mix sowie einem 90-minütigen Film über die Entstehung der CD.
Dream Theater sind ja dafür bekannt, dass sie schon mal bei nem Kozert eine komplette CD von einer anderen Band nachspielen. Und was würde da passender sein, als in Japan die fast non plus ultra Live-CD von Deep Purple 'Made In Japan' zu zelebrieren. Gesagt, getan. Denn am 15.01.2006 wurde in der NHK Hall in Osaka (Japan) dieses Konzert abgeliefert. Und was soll ich sagen? Wirklich gelungen. Zwar ist der Sound nicht gerade berauschend (aber die CD läuft ja auch unter 'Official Bootleg' und wurde beim band-eigenen Label YTSEJAM-Records veröffentlicht) aber irgendwie hat man den Eindruck, als ob Dream Theater wirklich jeden Ton identisch nachspielen wollten. Da ist fast kein Unterschied zum Original. Außer Sänger James LaBrie, der natürlich mit seiner Stimme weit weg vom Original ist (damals sang ja glaube ich Ian Gillan bei Deep Purple). Für Sammler sicher ein Must-Have. Leider gibt es die CD nur über die Band-Homepage (und damit in Amerika für ein Schweinegeld) oder jetzt auf der Tour zu kaufen (die ja leider in Deutschland schon durch ist).
Eagles - Long Road Out Of Eden
Ja gibt's denn die auch noch !!! Gefühlte 50 Jahre nach der letzten Studio-Veröffentlichung überraschen uns die alten Haudegen mit einer neuen CD. In der Besetzung Glenn Frey, Don Henley, Joe Walsh und Timothy B. Schmit (also praktisch dem Uralt-Line Up) und Bergen von Gast-Musikern gibt's auf 2 CDs den typischen Eagles-Sound, also Slide-Guitar, mehrstimmiger Gesang und Melodien, die nach dem zweiten Hören nicht mehr aus dem Kopf gehen. Nix verlernt also. Dass die Jungs die Musik nicht neu erfunden haben, erübrigt sich fast zu erwähnen. Aber erwartet man das bei einer Eagles-CD? Nein, natürlich nicht. Wer die Musik schon immer gut fand (es gibt nichts besseres, als mit ner Eagles-CD im Player über einen amerikanischen Highway zu düsen), kommt an 'Long Road Out Of Eden' sicher nicht vorbei. Und einen Klassiker im Stile von 'Hotel California' könnte das Titelstück auch noch werden.
Irgend ein Besucher meiner Homepage hat mir mal geschrieben, daß meine Homepage eigentlich Prog-Light heißen müsste, weil so richtige Prog-Musik gar nicht vertreten ist. Naja ... vielleicht kann ich ja mit der CD 'Apsilene' des britischen Multi-Instrumentalisten Ian Eccles-Smith ja ein bißchen über meinen Prog-Light-Schatten springen und mal eine CD kritisieren, die weit weg ist vom kommerziellen Prog. Das rein instrumentale Werk ist sehr sehr kompliziert und bedarf wirklich der ganzen Aufmerksamkeit des Hörers und ist absolut nicht dazu geeignet, nur nebenher gehört zu werden. Es ist absolut schwierig, Vergleiche zu anderen Bands oder Künstlern zu ziehen. Am ehesten fällt mir da noch Ex-Genesis-Gitarrist Steve Hackett (in seiner experimentellen Solo-Phase) ein oder vielleicht auch im weitesten Sinne Porcupine Tree (in früheren Tagen) ein. Ansonsten ist 'Apsilene' ein absolut eigenständiges Werk, dominiert von akustischer Gitarre und Keyboards. Ich würde einfach mal vorschlagen, daß Ihr auf www.ianesmith.com geht, Euch das eine oder andere Soundfile runterladet (die komplette CD gibt's als Download) und bei Gefallen die CD für schlappe 7,50 Pfund bestellt. Ich finde sie schlicht gesagt außergewöhnlich.
Eine meiner Entdeckungen im Jahr 2000 war die Debut-CD der
amerikanischen Prog-Band Greyhaven, die ich zu meiner CD des Jahres gewählt hatte.
Leider habe ich danach nie mehr was von der Band gehört oder gelesen. Anscheinend hat
sich die Band nach der Veröffentlichung getrennt und die Musiker gingen verschiedene
Wege. Und einer dieser Musiker, Gründungsmitglied, Keyboarder und Gitarrist Ethan
Matthews, ist jetzt mit seinem neuen Projekt 'Echo Us' wieder aufgetaucht und hat eine CD
im Alleingang eingespielt und produziert, lediglich auf einem Song unterstützt von
Bassist Kai Kurasawa. Wer von 'Echo Us' jetzt allerdings Prog-Mucke im Stil von Greyhaven
erwartet, wird beim Hören der CD wohl etwas überrascht sein, denn mit Prog-Musik im
eigentlichen (und hier überwiegend besprochenen) Sinne hat Ethan Matthews nicht mehr so
viel am Hut. Schon die ersten Sequenzen des Openers 'My Sirens' lassen vermuten, dass Herr
Matthews wohl eher Keyboarder als Gitarrist ist, denn dieser instrumentale 3-Minüter
lässt dann eher die Elektronic- und Ambient-Fraktion jubeln. Besser oder 'proggiger /
melodischer' kommt dann schon das folgende 'Dreaming' daher, das in den 80ern,
veröffentlicht von Soft Cell oder Blancmange, wahrscheinlich ein Hit geworden wäre.
Ähnlich wäre es wahrscheinlich mit 'Directed Study' gelaufen, wäre es 20 Jahre früher
veröffentlicht worden. Der Hammer ist aber das 11-minütige 'Her Hearts Army / White
Wednesday', bei dem endlich auch mal in längeren Passagen eine Mike Oldfield-artige
Gitarre wimmern darf. Das ist ja fast ein hypermodernes, halbelektronisches Tubular Bells.
Klasse. Auch das dann folgende 'Who loves you', mit einem geilen Reggae-Rhythmus, gefällt
mir ausgesprochen gut, auch wenn's etwas Easy-Listening-Musik ist. Sommer, Karibik, nen
Caipirinha in der Hand und wegschweben. Etwas schräger und experimenteller geht es dann
mit 'To Save You' und 'I Radiate I' weiter. Das Instrumentalstück 'Black Thursday'
gefällt mir, als alter Elektronic-Liebhber, dann wieder ausgesprochen gut und mit 'In The
Fall' (mit nem tollen Refrain ist die knapp 50-minütige CD auch schon wieder zu Ende.
Fazit: Wer Greyhaven erwartet, wird wahrscheinlich ein bißchen überrascht bis
enttäuscht sein. Wer aber schon in den achtziger Jahren die Elekronik-Beats von Depeche
Mode bis Visasge toll fand und sowas jetzt im neuen und modernen Kleid, gepaart mit leicht
progressiven Einflüssen und ein paar wimmernden Gitarren hören kann, sollte Echo Us auf
jeden Fall mal antesten. Auf der Homepage der amerikanischen Plattenfirma www.absoluteprobability.com
ist ein Link zu einem holländischen CD-Versand, der die Scheibe verkauft. Ob und wenn ja
wo die CD in Deutschland erhältlich sein wird, ist mir leider zur Zeit nicht bekannt.
Es war ja klar, dass es nach dem großen Erfolg von Nightwish alsbald ein paar Nachahmer geben wird. Und die österreichische Band (!!!) Edenbridge gehört eindeutig dazu. Allerdings kann vor allem die Stimme der Sängerin Sabine Edelsbacher Nightwish das Wasser nicht reichen. Wirklich gut an der Band ist das Gitarrenspiel von Lanvall, der anscheinend schon ein paar Soloalben veröffentlicht haben soll (die aber an mir vorbeigegangen sind) und mit seinem Instrument wirklich gefühlvoll umgehen kann und ein paar herausragende Gitarrenparts beisteuert. Insgesamt ist Edenbridge nicht ganz so abwechslungsreich wie Nightwish, hat aber auf jeden Fall genügend Potential für eine Entwicklung nach Oben. Produziert wurde die CD übrigens von Gandalf, der zumindest mit seiner CD 'Gallery of Dreams' vor allem den Prog-Fans bekannt sein dürfte.
Es gibt CDs die sind gut, es gibt CDs die sind schlecht und es gibt CDs, die sind einfach unnötig. War ich vom Erstlingswerk der Österreicher mit Sängerin Sabine Edelsbacher und Top-Gitarrero Lanvall noch einigermaßen angetan, muß ich jetzt (entgegen aller komerzieller Kritiker wie den Jungs von Rock Hard usw.) leider sagen, daß sich die Band überhaupt nicht weiterentwickelt hat. Lobhudeleien wie in den einschlägigen Magazinen (im Rock Hard hat diese CD immerhin Platz 7 im Dezember 2001 erreicht und 9 Punkte bekommen) kommen von mir bestimmt nicht. Ich finde dieses Werk keinen Deut besser als das Debüt. Im Gegenteil. Eigentlich ist die Scheibe auf Dauer ganz schön langweilig. Nur das wirklich gefühlvolle Gitarrenspiel von Meister Lanvall kann überzeugen. Wer Edenbride trotzdem mal antesten will, sollte sich den Vorgänger 'Sunrise in Eden' zulegen.
Edenbridge - A Livetime In Eden
Auch wenn ich die österreichische Band 'Edenbridge' bis jetzt nicht unbedingt immer über den grünen Klee gelobt habe, möchte ich doch mal für die Jungs und das Mädel eine Lanze brechen. Klar hat man es schwer, sich gegen so Übermächte wie 'Nightwish' oder 'Within Temptation' zu behaupten. Trotzdem zeigt die Band auf 'A Livetime In Eden', einem wie der Name schon erahnen lässt Live-Album der 2004er-Tour, einen tollen Querschnitt ihrer Fähigkeiten. Mir kommt es auf jeden Fall so vor, als ob ALLE Songs live einfach besser rüberkommen. Das fängt an beim Opener 'The Undiscovered Land' und geht weiter über den Kopfschüttelklassiker 'Starlight Reverie' und die Hammerballade 'The Final Curtain' bis zur Zugabe 'Cheyenne Spirit'. Wirklich klasse. Das Wunder der Studio-Technik kommt aber mit der Bonus-DVD, auf der u.a. ein (Teil-) Mittschnitt des Konzerts im Rahmen des 'Building A Force Festivals' in Widdern verewigt ist. Nun war ich ja auf dem besagten Festival und habe auch bis zum Schluss (Edenbridge sind als letzte Band weit nach 24.00 Uhr aufgetreten und am Ende waren noch 20 'Normale' und 30 sturzbesoffene Dorftrottel im Saal) durchgehalten. Und ich hatte damals auch vollen Respekt vor der Band, die ihren Act in aller Ruhe und vollprofessionell durchgezogen haben, obwohl die Stimmung bei ziemlich genau NULL angelandet war (wen wundert's auch, wenn die Mehrzahl der Besucher nicht mal mehr gerade stehen kann). Aber wenn ich mir jetzt die Aufnahmen auf der DVD betrachte bin ich ja fast geneigt zu sagen, das ist von einem ganz anderen Konzert (was ja nicht stimmt). Aber die Stimmung der Meute, die dazugemischt wurde, ist schon wirklich gut gemacht. Da könnte man echt denken, das Konzert war der volle Erfolg und rappelvoll. Also Hut ab vor dem Produzenten. Ich find's lustig, weil ich ja weiß wie es wirklich war ... und alle Anderen kommen in den Genuss einer Bonus-DVD mit nem tollen Konzertmitschnitt :-) ... was will man also mehr ??
Nachdem Edguy-Frontmann Tobias Sammet mit seinem Side-Project 'Avantasia' (Kritik siehe oben) eine mehr als respektable Leistung abgeliefert hat, finde ich daß es an der Zeit ist, auch eine Kritik über seine Haupt-Band abzulassen. 'Vain Glory Opera' von 1999 ist eine typische Deutsch-Heavy-Metal-Scheibe. Hymne an Hymne gepaart mit fetten Gitarren-Riffs und spärlichem Keyboard-Einsatz. Positiv fällt auf, daß die Scheibe trotz meiner Vorbehalte gegen solche Bands (nicht wahr, Eric ???) nicht langweilig sondern abwechslungsreich ist. Vor allem die Balladen sind vom Feinsten. Warum allerdings bei der Produktion der Gesang von Tobias Sammet merklich in den Hintergrund gemischt wurde, weiß ich nicht so genau. Möglicherweise war der Band auch aufgefallen, daß die Sangeskünste des Herrn (gegenüber anderen deutschen Shoutern) eher mittelmäßig ist. Für Metal-Freaks auf jeden Fall aber eine empfehlenswerte CD.
Mit 'The Savage Poetry' aus dem Jahre 2000 haben Edguy ihre ersten Versuche von 1995, eine Plattenfirma zu finden, völlig neu aufgenommen. Das als Bonus-CD beigefügte Original läßt unschwer erahnen, daß der Versuch damals in die Hosen gehen mußte. Dieser Band hätte ich auch keinen Plattenvertrag gegeben. Allerdings klingt die 2000er-Version bedeutend frischer, professioneller und einfach besser. Auch hier gilt das gleiche Urteil wie für 'Vain Glory Opera' - für Metal-Heads empfehlenswert aber muß nicht in jeder Plattensammlung vorhanden sein.
Die Messlatte liegt hoch ... sehr hoch ... zu hoch. Nach der grandiosen Veröffentlichung 'Avantasia' von Edguy-Mastermind Tobias Sammet war ich ja sehr gespannt, ob dieses Niveau gehalten werden kann. Aber leider erfüllt Mandrake meine Erwartungen nicht. Mandrake ist eindeutig ein Rückschritt in Richtung deutscher Power-Metal, wie wir sie von vielen anderen Bands (wie z.B. Gamma Ray usw.) auch kennen. Schade eigentlich. Daß die Jungs mehr drauf haben, wurde ja schließlich schon bewiesen. Trotzdem ist Mandrake natürlich keine schlechte Scheibe. Positiv fällt auf, daß der Gesang von Tobias Sammet eindeutig besser geworden ist und auch nicht mehr in den Hintergrund gemischt werden muß (wie dies bei 'Vain Glory Opera' noch der Fall war). Ich würde mal sagen, für Edguy ein eher mittelmäßiges Album.
Edguy - Burning Down The Opera (live)
Und hier mal wieder ein Beispiel aus der Rubrik 'CDs die die Welt nicht braucht'. Edguy's erste Live-CD (als Doppel-CD) mit einem netten Querschnitt aus dem noch nicht allzu reichhaltigen Schaffen der Band plus einem Song des Tobi-Sammet - Solo-Werks 'Avantasia', einem öden Drum-Solo und das alles im Studio kräftig nachbearbeitet, damit es auch nach was klingt. Naja. Edguy-Fans werden sowieso schon zugegriffen haben und alle anderen sollten sich echt überlegen, ob sie die knapp 20 Euro investieren wollen. Arg vom Hocker haut mich die Scheibe nicht, zumal bei 2 CDs das eher begrenzte musikalische Spektrum der Band deutlich wird (auf Deutsch: es klingt 2 Stunden lang so ziemlich alles gleich). Wegen der aufkommenden Langeweile gibt's von mir dafür nur eine mäßige Bewertung.
Schon wieder was Neues von den deutschen Power-Metallern um Tobias Sammet. Und was soll ich dazu schreiben ... eigentlich doch nix Neues. Das altbewährte Muster 'viel schnell, viel Dampf, wenig Ballade, ein paar Streicher, viel fette Gitarre, harte Drums und die auf Dauer nervende Quäke-Stimme von Herrn Sammet'. Macht zusammen ein typisches Edguy-Album ohne Höhen und Tiefen. Die einschlägigen Magazine überschlagen sich zwar mit ihrem Lob und haben auch einen gigantischen Stilwechsel und eine tolle Weiterentwicklung der Band entdeckt ... ich als eher Freund der komplizierten Prog-Musik kann das aber leider nicht erkennen. Aber vielleicht kenne ich mich in dieser Musikrichtung und den dazugehörigen Nuancen auch nur nicht aus. Wer weiß. Edguy-Fans dürfen bedenkenlos zugreifen und werden begeistert sein. Mir ist's auf Dauer 'zu wenig'.
Eldritch - Portrait Of The Abyss Within
Die italienische Prog-Metal-Band 'Eldritch' habe ich vor ein paar Jahren mal als Vorgruppe von Threshold gesehen. Und damals habe ich fast schreiend den Saal verlassen ... einfach grottenschlecht die Band, obwohl der damalige Output 'El Ninjo' (glaube ich zumindest, dass die Scheibe so geheißen hat) hochgelobt und auch fast komplett gespielt wurde. Naja, was die Band in den letzten Jahren so getrieben hat, kann ich nur vermuten ... es muss wohl viel Üben Üben Üben gewesen sein, denn der neueste Silberling 'Portrait Of The Abyss Within' kann durchaus als gut bezeichnet werden. Ziemlich fette Gitarrenriffs und meist leicht depressive harte Metal-Mucke im Stile von Pain Of Salvation oder auch (im Ansatz) Threshold in einer ganz annehmbaren Sound-Umgebung. Kann vom Prog-Metal-Freund zumindest mal angetestet werden (Anspieltip: 'Lonesome Existence', das auf der limitierten Edition neben 2 Bonus-Tracks auch noch als Video verewigt wurde).
Zur Zeit eine meiner absoluten Top-CDs ist die neue Scheibe von Elegy. Diese holländisch - englische Arbeitsgemeinschaft kann sowohl durch kernige Uptempo-Kracher (Icehouse, Force Majeure, Killing Time), DreamTheater-ähnliches Rauf- und Runtergefrickel (Behind the Tears, Til Eternity, Forbidden Fruit) sowie einer hervorragenden Ballade (I Believe) überzeugen. Außerdem sind auf der limitierten Version noch 2 Akustik-Songs enthalten, die auch nicht von schlechten Eltern sind. Völlig überrascht hat mich bei dieser CD der geradezu geniale Gesang von Ian Parry (den kannte ich bis jetzt nur als unerträglichen Schreihals z.B. bei seinem 'Consortium Project') sowie das fantastische Gitarrenspiel von Patrick Rondat. Außerdem hat die CD eine hervorragende Aufnahmequalität. Verbotene Früchte sind ja nach Volksmeinung die interessantesten. Also passt sogar der CD-Titel
Einige meiner Kritiker-Kollegen haben ja über die neue Elegy-Scheibe schon abgelästert. Aber dieser Meinung kann ich leider überhaupt nicht folgen. Nach 'Forbidden Fruit', einer der besten Prog-Metal-Scheiben der letzten Jahre, ist 'Principles Of Pain' eindeutig ein würdiger Nachfolger. Wahrscheinlich haben meine Kollegen nach der ersten Minute die CD schon wieder rausgeworfen (okay, sehr gewöhnungsbedürftiger Rhythmus). Aber sie hätten einfach länger durchhalten sollen. Die Englisch-Holländische Musikergemeinschaft um Ian Parry (Gesang) und Patrick Rondat (Gitarre) liefern hier ein absolut fettes (sowohl song- als auch soundmäßig) Teil ab, das den reinen Proggies als auch den Headbangern gefallen müsste. Elegy kommen hier ziemlich nahe an die Prog-Metal-Götter Threshold ran.
Eläkeläiset - In Humppa We Trust - live / Pahvische
Wer Musik für eine ernste Angelegenheit ansieht und hier auch keinen Spass versteht, sollte einfach diese Review überspringen und mit der nächsten Kritik weitermachen. Für alle anderen Leser meiner Homepage möchte ich hier in aller Kürze eine Band vorstelllen, die wirklich jenseits von Gut und Böse ist. Die Finnen 'Eläkeläiset' (was auf Deutsch 'Rentner' heißt) ziehen so ziemlich alles durch den musikalischen Kakao, was man sich nur vorstellen kann. Diese Musikrichtung nennen sie Humppa und das ist dann so eine Art finnische Polka mit mehr oder weniger sinnvollen finnischen Texten (keine Ahnung, ob das überhaupt Sinn macht, was die da so singen ... aber ist ja eh wurst, wer würde schon finnisch verstehen). Als Einstieg in die Humppa-Welt würde ich dann mal die ältere CD 'In Humppa We Trust - live' (von 1996) empfehlen, die zum einen Teil auf dem Roskilde-Festival in Dänemark und zum anderen Teil bei einem Konzert in Erlangen (Bayern) aufgenommen wurde (was besonders lustig ist, weil die Jungs ... offensichtlich von viel Wodka-Orange schon etwas stark angeheitert ... versuchen, die Titel auch noch in Deutsch anzusagen und eines sogar in Deutsch zu singen). Alle Titel sind Cover-Versionen von mehr oder weniger bekannten Titeln wie z.B. 'Humppaleka' (Viva Las Vegas von Elvis Presley), Humppaukaasi (We Will Rock You von Queen), 'Dementikon Keppihumppa' (I Was Made For Loving You von Kiss) und weiteres Zeugs von Makarena über Billy Idol und Kim Wilde bis zu Metallica. Selten so genialen Scheiß gehört. Wer dann von diesem Zeugs nicht genug bekommen kann, sollte sich unbedingt die eine oder andere Studio-CD zulegen. Neben einer Best Of Doppel-CD (Humppa-Akademia ... u.a. mit einem Cover-Humppa von 'Hotel California') könnte ich da vor allem die Scheibe 'Pahvische' empfehlen, die sensationelles Material von Donna Summer (Hot Stuff), Rainbow (Man On A Silver Mountain), Scooter (Faster Harder Scooter), den Pet Shop Boys (Domino Dancing), Stratovarius (Hunting High And Low) oder Iron Maiden (Run To The Hills) sowie weitere bekannte Kracher auf Humppa-Art bietet. Eine Punkte-Wertung gibt's dafür natürlich nicht. Aber ein Fazit:Sensationeller Scheiß, den man unbedingt mal gehört haben muss
Am Cover kann man es vielleicht ein bißchen erkennen, in welche 'Ecke' man Emigrate stellen muss. Und auch beim Stöbern durch's Booklet bekommt man einen kleinen Hinweis. Emigrate ist eigentlich Richard Z. Kruspe und ein Dank im Booklet geht an ... Rammstein! Ja genau, Richard Z. Kruspe ist eigentlich Gitarrist von Rammstein, in die Staaten 'ausgewandert' und verarbeitet mit dieser CD sein Immigranten-Dasein in den USA. Wer jetzt allerdings denkt, dass da auch nur das 'übliche Rammstein-Geknüpple' rausgekommen ist, täuscht sich aber gewaltig. Okay, ein paar harte Gitarren-Riffs erinnern natürlich schon an seine Stamm-Band (man höre sich nur mal das zweite Stück 'Wake Up' oder das dritte Stück 'My World' an ... voll fett im Stil von 'Du hast'). Aber insgesamt ist natürlich die Stimme von Herrn Kruspe nicht mit Rammstein zu vergleichen (und ist überaus angenehm) und es geht teilweise mehr 'elektronisch' und manchmal recht ruhig und gefühlvoll ab. Emigrate würde ich mal als Rammstein meets Alternative-Rock beschreiben und ist BEIDEN Lagern wärmstens zu empfehlen. Für mich eine ziemlich überraschend gute Scheibe.
Enchant - A Blueprint Of The World (Special Edition), Wounded & Time Lost (Special Edition), Break, Juggling 9 Or Dropping 10, Blink Of An Eye
Anlässlich der Veröffentlichung der neuen CD 'Blink Of An Eye'
sowie 2 Wiederveröffentlichungen der ersten zwei (drei) Scheiben der US-Proggies aus San
Francisco ist es nun endlich mal an der Zeit, die Jungs etwas näher unter die Lupe zu
nehmen.
Grundsätzlich möchte ich einfach mal behaupten, dass derjenige Prog-Fan, der bis jetzt
noch gar nichts von Enchant gehört hat, auf jeden Fall was verpasst hat. Aber fangen wir
von vorne an.
1994 wurde die erste Scheibe von Enchant, 'A Blueprint Of The World',
veröffentlicht. Und kein Geringerer als Steve Rothery (Gitarrist von Marillion) hatte
hier auch seine Finger drin und hat 5 der 10 Songs produziert, was man bei näherem
Hinhören auch feststellen kann. Irgendwo ist es eine (geniale) Mischung aus
Marillion-Anleihen mit einem starken Hang zu Jadis (vor allem bei den Gitarren-Parts und
noch mehr bei dem mehrstimmigen Gesang ... naja, ab und zu klingt Sänger Ted Leonard
sogar ein bißchen nach Richard Marx). Absolut geil gleich der Opener 'The Thirst', fetzig
Titel Nummer 3 ('Oasis', welcher wohl auch der Homepage von Enchant den Namen gegeben hat,
nämlich www.theoasis.cc,
welche vor allem wegen dem Design unbedingt mal besucht werden sollte) mit wieder einem
klasse Gitarren-Solo von Douglas A. Ott und fetten Keyboard-Läufen von Michael 'Benignus'
Geimer, super Instrumental ('Mae Dae, leider mit 3 1/2 Minuten viel zu kurz), ein 'wir
können es besser als Marillion' ('At Death's Door') und so weiter und so weiter.
Insgesamt gibt es auf 'A Blueprint Of The World' zusammen mit dem Bonus-Track 'Enchanted -
Acoustic Version' - über 74 Minuten feinsten Prog-Rock, der keine aber auch gar keine
Minute langweilig wird. Ein absolutes Hammer-Debut-Album. Und das Beste ist, dass die
Scheibe jetzt als limitierte Doppel-CD (mit unveröffentlichten Demo-Versionen aus den
Jahren 1989 bis 1992 mit zum Teil anderen Musikern) veröffentlicht wurde.
Nach so einem grandiosen Debut ist man natürlich gespannt auf den Nachfolger. Der wurde
dann 1996 veröffentlicht und nannte sich 'Wounded'. Steve Rothery war
nicht mehr dabei aber Gitarrist Doug A. Ott muss wohl heimlich mit ihm noch geübt haben.
Absolut auffällig ist, dass 'Wounded' total gitarrenlastig ist (mit Bergen von Solis) und
wenn man nicht wüsste, dass man Enchant im Player hat, würde man echt glauben, Herr
Rothery will es mal wieder allen zeigen, dass er es doch noch kann. Grandios !!
Mittlerweile erinnert Enchant aber auch irgendwo ein bisschen an Rush, was vor allem an
den fetten Drums von Paul Craddick und dem knüppelharten Bass von Ed Platt liegt. Der
Opener 'Below Zero' geht schon ganz schön ab und zwischendurch gibt's jetzt sogar ein
paar Frickel-Parts im Stil von Dream Theater (z.B. bei 'Hostile World') und irgendwie
werde ich den Eindruck nicht los, dass die Jungs ein bisschen bei Marillion's 'Brave'
geklaut haben. Klasse. Mit 'Armour' und 'Distractions' gibt's leider auch einen kleinen
Durchhänger (der mich ebenfalls an die schlechten Marillion-Tage mit H. erinnert).
Abgerundet wird die Scheibe dann noch mit 2 Bonus-Tracks (eine Demo und eine
Acoustic-Version), was dann immerhin fast 77 Minuten Musik macht. Insgesamt eine sehr
ansprechende CD, die aber nicht ganz an das brilliante Debut herankommt.
Als kleinen Lückenfüller bis zur nächtsten regulären Studio-CD wurde dann 'Time
Lost' veröffentlicht, ein Sammelsurium aus unveröffentlichtem Material aus der
Vergangenheit sowie einige Songs aus der Wounded-Zeit (mit einer Spielzeit von ca. 66
Minuten). Und auch hier sind ein paar richtige Prog-Perlen verewigt, wenn auch nicht alles
super ist. Alleine wäre 'Time Lost' bestimmt nicht empfehlenswert, aber im Moment gibt es
'Wounded & Time Lost' als limitierte Doppel-CD, und da lohnt sich der
Kauf auf jeden Fall.
1998 wurde dann 'Break' veröffentlicht, Bassist Ed Platt war nicht mehr
dabei und seinen Part übernahm Gitarrist Doug A. Ott noch mit. Insgesamt sind Enchant auf
'Break' etwas härter geworden, was der Band meiner Meinung nach aber
nicht unbedingt gut getan hat. Ich finde die Scheibe eher etwas langweilig. Nur einige
Gitarren-Parts sind wirklich genial. Alles andere plätschert so dahin und endet dann nach
schon 58 Minuten mit dem Bonus-Track 'Once A Week', der mich irgendwie an Spock's Beard
erinnert (naja). Insgesamt eine ganz nette Prog-CD, die man aber nicht unbedingt haben
muss. Schade.
Steigerung oder endgültiger Abstieg ? Im Jahr 2000 gab's 'Juggling 9 Or Dropping
10' und siehe da, Bassist Ed Platt ist wieder aufgetaucht. Und mit 'Paint The
Picture' gibt's auch gleich mal wieder was Gescheites auf die Ohren. Weitere Highlights
sind 'What To Say' (geiles Gitarren-Solo), 'Bite My Tongue' (klingt am Ende fast ein
bisschen wie Santana), 'Shell Of A Man' und 'Broken Wave' (wieder mit einem Hammer-Solo a
la Steve Rothery). Der Rest ist aber auch nicht zu verachten. Also ist 'Juggling 9
Or Dropping 10' mit ca. 64 Minuten Spielzeit eindeutig wieder eine Steigerung im
Vergleich zum Vorgänger 'Break'.
So ... und nun sind wir bei der aktuellen Veröffentlichung aus dem Jahr 2002 - 'Blink
Of An Eye' angelangt. Genau 62 Minuten liegen vor uns und wenn ich so meine
Kritiker-Kollegen betrachte, geht die Meinung über 'Blink Of An Eye' von
'CD des Monats' (Rock Hard) bis 'nur 2 gute Lieder drauf' (Progressive-Pages von Thorsten
Gürntke). Na gut. Schaun mer mal. Fehlt wieder Herr Platt ? Nein ... dieses
Mal fehlen Drummer Paul Craddick (ersetzt durch Sean Flanegan) und Keyboarder Michael
Geimer (das macht Herr Ott jetzt noch nebenher). Ein rattengeiler Opener 'Under Fire' (nur
warum wird das Gitarren-Solo so übel abgehackt ??? Da hätte Herr Ott ruhig noch ein paar
Minuten weiterwimmern können), ein super 'Monday' (erinnert mich jetzt wieder etwas an
'Jadis' oder 'Moria Falls'), 'Seeds Of Hate' klingt in der Mitte bis zum Schluss voll von
'Dream Theater' geklaut (warum auch nicht, wenn man's kann), 'Flat Line' gefällt mir
nicht so arg, 'Follow The Sun' (den Anfang gibt's auf der Homepage beim Anklicken der
Menü-Punkte ... lustig) ist wieder hammergut (fängt langsam an und endet in einem
Gitarrengewimmer ... suuupiiii), 'Ultimate Gift' ist nach meinen Ohren irgendwo geklaut
(mir fällt nur nicht ein wo), ist aber ganz nett. 'My Everafter' fetzt wieder ganz gut
und erinnert mich (endlich mal wieder) an die neueren Marillion. 'Invisible' knüpft
nahtlos an und die reguläre CD endet mit 'Despicable' (haben die Jungs da womöglich
'Police' gehört ???). Der absolute Hammer kommt aber mit dem Bonus-Track 'Prognosis',
einem 7 1/2 - minütigen Instrumentalstück, bei dem die US-Boys einen abrocken und
abfrickeln, dass einem die Spucke wegbleibt. Einfach sagenhaft. Alleine wegen diesem
Stück lohnt sich schon der Kauf von 'Blink Of An Eye'. Ich würde mal behaupten, Enchant
haben mit dieser Scheibe ihr Tief endgültig überwunden und liefern hier einen absolut
heissen Anwärter für die Prog-CD des Jahres 2002 ab.
Auch wenn ich mich vielleicht wiederhole: So könnten Marillion klingen, wenn sie noch halbwegs vernünftige Musik machen würden. Vor allem das Gitarrenspiel von Doug Ott ist einfach klasse (und könnte glatt eine super Kopie von Steve Rothery in besseren Zeiten sein, hört Euch nur mal die Gitarrensoli beim Opener 'Sinking Sand' an). Enchant sind wieder zu fünft (ein neuer Keyboarder - Bill Jenkins - ist jetzt mit an Bord) und machen noch immer herrlich verspielten aber immer melodischen Prog. Auch wenn ich jetzt schon einige Kritiken über 'Tug Of War' gelesen habe, die behaupten, dass Enchant auf der Stelle treten und langweilig wären ... ich finde das überhaupt nicht. Ich kann auch bei dieser Scheibe nur einen uneingeschränkten Kauftip abgeben. Und ich würde schnell zugreifen, damit es die limitierte Version (mit einem Bonustrack) noch gibt.
Was macht man, wenn man eine Ankündigung liest, die folgendermaßen lautet: "Michael Ernst with Alan Parsons & Chris Thompson - Excalibur. Alan Parson produzierte, spielte und sang Passagen auf diesem Album. Den Hauptpart des Gesangs übernahm Chris Thompson (Manfred Mann's Earthband)". Kaufen natürlich, oder ?? Und die Erwartungen sind groß. Die Geschichte von Excalibur (also dem legendären Schwert von König Arthur von England) wurde zwar schon von fast jedem Musiker vertont, aber was soll's. Ist ja immer noch ne nette Geschichte. Dann das Booklet ausgepackt und durchgelesen. Alan Parsons hat die Scheibe gar nicht produziert sondern war nur 'Consultant Producer' (was immer das sein mag) und hat bei 3 Songs (von 13) im Background-Chor gesungen. Na toll. Immerhin: Chris Thompson darf 6 Songs singen. Den Rest übernimmt Michael Ernst (wer immer das sein mag). Und die restlichen Musiker von Andi Cutic über Johnny Bertl bis zu Manfred Schweng sagen mir einfach gar nichts. Ach ja ... Christian Kolonovits (bekannt aus 'Der Watzmann ruft') darf einmal Piano spielen und Alan Parsons ist noch bei einem Song als Percussionist genannt. Dazu fällt mir dann nur eines ein: Tolle Werbung. Sonst würde das Teil wahrscheinlich gar niemand kaufen. Kurz aber zur Musik: Seichte, poppige Songs, die nur durch die Stimme von Chris Thompson ziemlich aufgewertet werden (wenn er sie singt natürlich). Manchmal hart am Kitsch (Rondo Veneziano meets Drum-Computer), manchmal fast unerträglich ('People Shall Be Free' könnte fast von D.J. Bobo sein) aber auch sensationell gut ('Goodbye', gesungen von Chris Thompson). Meine Empfehlung: Vor dem Kauf reinhören. Ach ja ... bei Amazon läuft die CD sogar unter 'Alan Parsons Excalibur', was ich mal als Mogelpackung bezeichnen würde.
Eternal Reign - Crimes Of Passion
Manchmal kommt man ja zu einer CD auf komischen Wegen. Bei Eternal Reign ging es mir so, dass ich neulich (März 2004) auf einem Metal-Festival war, bei dem 8 Bands aufgetreten sind. Die Bands 5 bis 8 kannte ich, 1 bis 4 waren mir völlig unbekannt. Trotzdem hatte ich mir vorgenommen (und es auch geschafft), auch den Beginn des Festivals mitzubekommen. Aus gut unterrichteten Kreisen (also meinem Gast-Kritiker und Bermuda-Funk-Moderator Georg Loegler) erfuhr ich dann, dass ich mir auf JEDEN FALL 'Eternal Reign' anhören sollte, die extra für diesen Gig aus Bremen angereist wären. Na gut. Das Festival plätscherte mit den ersten Bands so dahin und keine hat mich eigentlich vom Hocker gerissen. Aber dann kamen sie ... 'Eternal Reign' ... und der Saal war plötzlich voll in Stimmung. Absolut professioneller Auftritt, fette Power-Metal-Mucke, Hammer-Gitarren-Riffs, treibende Drums und Bässe und ein toller Gesang und mit dem Song 'Inner Strength' ein sensationelles Teil zum Abschluss des Auftritts. Naja, irgendwie hatte ich dann vergessen, mir die CD gleich mitzunehmen, konnte sie dann aber über die Band-Homepage (durch das Kontaktformular) für schlappe 12 Euro (mit Versand ... danke nochmal an Sänger Dirk Stühmer für die schnelle Lieferung) doch noch erwerben. Was mir beim Hören der CD (übrigens aus dem Jahr 2002) aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass die Scheibe insgesamt nicht ganz so hart klingt wie die Songs auf dem Festival, was wohl zum Einen daran gelegen hat, dass auf dem Festival einige Songs von der kommenden CD gespielt wurden, die wohl etwas härter (PRIMA !!) ausfallen soll, zum Anderen gehe ich auch einfach mal davon aus, dass 2 Jahre nach der CD die Band ihre Songs vielleicht auch ein bißchen anderst interpretiert. Trotzdem ist 'Crimes Of Passion' ein klasse Album, das eigentlich in keinem CD-Regal von 'Melodic-Rock-Fans mit Touch zum Härteren' (hoffentlich habe ich das jetzt zutreffend geschrieben) fehlen. Denn Songs wie der Opener 'Isolation', 'Loneliness', 'Perfect Crime', 'Hands Of Fate' oder das schon genannte 'Inner Strength' (allene deswegen würde sich der Kauf der CD schon lohnen) sind vom Feinsten. Nur wie diese Mond-Zahlen der Song-Längen auf der Inlay-Card zustande gekommen sind, wird wohl immer ein Geheimnis bleiben. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf die neue CD, die wohl schon eingespielt ist und nur noch auf die Veröffentlichung wartet ... bis dahin solltet Ihr Euch halt an 'Crimes Of Passion' erfreuen.
Eternal Reign - Forbidden Path
Ich hoffe ja mal, dass Ihr Euch alle nach meiner Review über die letzte Eternal Reign-CD 'Crimes Of Passion' die Scheibe zugelegt und genauso Gefallen daran gefunden habt wie ich. Falls ja gibt es wieder einen Grund zur Freude, denn der Nachfolger 'Forbidden Path' ist mittlerweile (jetzt bei Limb Music) erschienen und hat - zumindest bei mir - wieder so richtig eingeschlagen. Wie in meiner letzten Review schon vermutet, ist 'Forbidden Path' ein Stückchen härter geworden (was man schon ... nachdem man den netten instrumentalen Opener 'Gate To Infinity' hinter sich gelassen hat ... bei 'Light The Light' unschwer erkennen kann. Fettes Gitarren-Riff, Drum-Gewitter und dazu eine der guten Metal-Stimmen, die nicht nur schreien sondern auch singen kann. Und wie bei der neuen Lanfear ('Another Golden Rage') ist auch bei 'Forbidden Path' positiv anzumerken, dass vor allem die tollen Melodie-Linien aus dieser Scheibe was besonderes Machen, wobei auch (und auch wieder wie bei Lanfear) das Keyboard seinen Teil dazu beträgt, dass die CD aus dem Metal-Einlerlei heraussticht. Mit 'Forbidden Path' haben die Norddeutschen auf jeden Fall ein gutes Schätzchen fabriziert, auch wenn ein 'Überflieger', wie auf dem Vorgänger mit 'Inner Strength' vorhanden war, dieses Mal fehlt. Infos über die Band gibt es auch weiterhin unter www.eternal-reign.com . Reinschauen lohnt sich.
Eternal Tears of Sorrow - Chaotic Beauty
Nachdem man(n) von finnischen Bands (siehe Nightwish) ja so begeistert ist und diese Newcomer als Opener der Nightwish-Tour 2000 ihr 'Können' zum Besten geben dürfen, ist es natürlich logisch, daß ich mir die Debüt-CD kaufe. Und leider werde ich doch etwas enttäuscht. Ziemliches Geschreie (Gothic-Fans werden auf ihre Kosten kommen) und mir eindeutig zu hart.
Eternal Tears Of Sorrow - A Virgin And A Whore
Die erste Scheibe der finnischen Nachwuchsband 'Eternal Tears Of Sorrow' (Chaotic Beauty) war ja nicht so der Renner. Und als Opener der letzten Nightwish-Tour haben sie mich auch nicht gerade überzeugt. Aber ich bin ja nett und gebe den Jungs noch eine Chance (man kauft sich ja so viele Schrott-CDs, so daß es auf einen Fehlkauf mehr auch nicht mehr ankommt). Und der zweite Silberling hat zumindest an musikalischer Qualität eindeutig zugelegt. Fetzige Gitarren, ordentliche Keyboard-Läufe und ein ansprechender Sound sind ja zu entsprechenden Gelegenheiten auch für einen Prog-Freund erträglich. Nur das Gebrülle (Gesang kann man das leider nicht nennen) geht einem schon mit der Zeit auf den Keks. Also liebe Eternals: Einen annehmbaren Sänger einstellen (also so einen, der sogar ein paar Töne schafft) und es könnte sogar mal zu einer höheren Bewertung kommen.
Als Beweis, dass ich auch CDs besitze, die in den einschlägigen TV-Sendern hochgejubelt und rauf- und runtergenudelt werden, möchte ich hier die Scheibe der US-Band 'Evanescence' erwähnen, die ja mit dem Song 'Bring Me To Life' gerade voll in sind. Härtere Musik mit weiblicher Stimme ist halt gerade der Renner (siehe Within Temptation, die mit einer 2 Jahre alten CD jetzt plötzlich in den Charts sind, nur weil sie von Viva und Co. hochgepuscht werden). Ich möchte mich kurz fassen ... es ist mir ein Rätsel, warum gerade das erwähnte 'Bring Me To Life' als Single ausgekoppelt wurde ... jedes zweite Lied klingt genauso. Und es ist mir ein größeres Rätsel, warum gerade Evanescence hochgejubelt werden ... viel Abwechslung bieten sie ja mal nicht. Ich würde mal sagen ein typischer Fall von Eintagsfliege ... es werden noch ein paar Songs von 'Fallen' ausgekoppelt und wahrscheinlich auch gut verkauft und dann werden wir von Evanescence wohl nichts mehr hören und sehen ... außer es geschieht natürlich noch ein Wunder.
InsideOut-Music waren ja schon immer dafür bekannt, ein feines Händchen für gute, unbekannte Bands zu haben. Und mit Evergrey haben sie mal wieder bewiesen, daß diese Aussage immer noch stimmt. Die Schwedischen Prog-Metaller im Stile von Symphony X (und dabei keinen Deut schlechter) lassen es mit ihrer bereits dritten CD so richtig krachen und haben stilmäßig von düster über melodisch bis rockig alles drauf, was das Prog-Metaller-Herz begehrt. Und ein hervorragender Sänger gehört natürlich auch noch dazu. Für mich eine der Entdeckungen des Jahres 2001.
Evergrey - Recreation Day (Limited Edition)
Sie haben's geschafft ... ich denke sie haben es geschafft. Von der anfangs ziemlich drögen Gothic- / Dark-Metal Band zu einem der Highlights der Prog-Metal Szene. Mit Recreation Day liefert die Schweden-Combo ein absolut geniales und abwechslungsreiches Werk ab, das sich von den Szene-Größen Threshold, Symphony X und Konsorten absolut nicht verstecken braucht. Hatte ich beim Opener 'The Great Deceiver' noch kurz den Eindruck, die dunkle Seiten von Evergrey würden wieder durchkommen, ist ab Song Nummer 2 durchgehend bis zum Schluß ein brillianter Song nach dem anderen von melodisch bis gar heftig zu hören. Prog-Metal-Freaks können hier absolut BLIND zugreifen ... nur möchte ich allen potentiellen Käufern raten, die limitierte Version (mit dem 9-minütigen Bonustrack 'Trilogy Of The Damned') zu kaufen, sonst fehlt ein grandioser Song (der ruhig aber richtig genial ist) in der Sammlung. Eine Steigerung wird hier nur noch schwer möglich sein.
Die schwedischen Dark-Prog-Metaller (sorry für den Begriff ... aber so bezeichnen sie sich halt) werden auch immer besser. Hat mir der Vorgänger 'Recreation Day' schon mehr als gut gefallen, ist 'The Inner Circle' noch stärker geworden. Schon der Operner 'A Touch Of Blessing' haut voll rein ... ist hart aber melodisch und Sänger Tom S. Englund ist einfach in Höchstform. Genial. Hier einzelne Songs herauszuheben, sollte eigentlich nicht sein, denn dieses Konzeptalbum (über einen Mann mit wenig Selbstbewusstsein, der in die Fänge einer religiösen Sekte gerät und am Ende feststellt, dass das keine Lösung ist) ist von vorne bis hinten schlichtweg klasse. Mal hart und aggressiv, mal ruhig, ja fast zerbrechlich und am Ende dann ein knapp 6-minütiges Instrumental-Stück, das teilweise schon fast klassisch ist. Eindeutig das beste Album, das Evergrey bis jetzt rausgebracht haben. Einziges Manko ist die relativ kurze Spielzeit von nicht mal 50 Minuten. Deswegen sollte man, solange es sie noch gibt, die limitierte Version mit den 3 Bonus-Tracks (3 Akustik-Songs der letzten CD) kaufen. Denn dort zeigen Evergrey eine ganz andere Seite der Band. Toll !!!
Evergrey - A Night To Remember
Nach immerhin schon 5 tollen bis überragenden Studio-Alben wurde es endlich mal Zeit für ein Live-Album. Und dass es eine Doppel-CD geworden ist, finde ich umso besser. Aufgenommen wurde das Konzert im Oktober 2004 im Stora Teatern in Göteborg, für Evergrey also ein Heimspiel und eine tolle Location ... ein altes Theater mit Kronleuchtern, Logen und Balkonen. Sicher keine alltägliche Umgebung für ein Metal-Konzert. Aber wenn man die CD so anhört, scheint das alles eine tolle Stimmung verbreitet zu haben. Nicht nur, dass die Band in absoluter Spiellaune war und ... unterstützt von einem 3-köpfigen Chor und einem Streicherquartett des Göteborger Symphonie-Orchesters ... ein Feuerwerk ihrer geilsten Songs zelebriert haben (dankenswerterweise wurden alle Studio-CDs im Konzert bedacht), nein, auch die Atmosphäre die rüberkommt (vor allem bei den ruhigeren Parts wie z.B. bei 'Waking Up Blind' oder bei 'For Every Tear That Falls', das Tom Englund im Duett mit seiner Frau Carina singt), ist pure Gänsehaut. Für mich eine der geilsten Metal-Bands zur Zeit und wer von Evergrey bis jetzt noch nichts im CD-Regal stehen hat, sollte mit 'A Night To Remember' einen tollen Einstieg schaffen. Ach ja ... eine Live-DVD von diesem Konzert ist in Vorbereitung und soll wohl in den nächsten Monaten auch veröffentlicht werden.
Evergrey - A Night To Remember & The Shocking Truth (Doppel-DVD)
Die Doppel-Live-CD 'A Night To Remember' habe ich ja schon ausführlich gelobt. Und DVD 1 dieses Packages ist die visualisierte Version dieses Konzertes in einen um mindestens eine Klasse besseren Sound. Und wer die Live-Performance der Band sieht, wird noch mehr begeistert sein. Ich denke ein Evergrey-Konzert MUSS man mal gesehen haben und dafür lohnt sich eigentlich schon der Kauf dieser DVD. Noch toller ist allerdings DVD 2, bezeichnet mit 'The Shocking Truth', einer 6 1/2 - stündigen (kein Schreibfehler !!) Dokumentation des Schaffens der Band (Backstage-Aufnahmen, ausführliche Interviews und 6 Musik-Videos). Ganz toll und keine Sekunde langweilig. Vor allem das Interview 'In bed with Evergrey' ist mehr als interessant und zeigt teilweise auch ganz andere als die 'düsteren' Seiten der Jungs. Wer die (allerdings recht üppigen) knapp 30 Euro übrig hat, sollte sich die Doppel-DVD auf jeden Fall zulegen.
Evergrey - Monday Morning Apocalypse
Sollte noch jemand der Meinung sein, dass Evergrey Prog-Metal machen (nur weil sie beim Prog-Label InsideOut unter Vertrag sind), der wird spätestens mit 'Monday Morning Apocalypse' eines Besseren belehrt werden. Denn von Longsongs, Tempowechseln, Breaks usw. ist nichts (mehr) zu hören. Nur noch fetter, etwas darker Metal der einfach mitreißt und eigentlich nur wegen der mehr als charakteristischen Stimme von Tom Englund sofort an Evergrey erinnert. 12 Songs auf 44 Minuten Spielzeit verteilt, lassen da jetzt auch nicht wirklich mehr was anderes vermuten. Super gelungen ist der Opener 'Monday Morning Apocalypse', das folgende 'Unspeakable (Hammerfette Gitarre), 'Lost' (mit einem Refrain der einem nicht mehr aus dem Kopf geht), das wunderschöne Piano-Instrumental 'Till Dagmar', 'Still In The Water' (was noch am ehesten an die älteren Evergrey-Alben erinnert und mit knapp über 5 Minuten auch der längste Song ist) sowie der Bonus-Track 'Closure' (Englund hat einfach ne geile Stimme). 'Monday Morning Apocalypse' ist sicher für Evergrey-Fans etwas gewöhnungsbedürftig geworden. Aber nach mehrfachem Hören zündet das Teil trotzdem.
Immerhin 3 Jahre hat sich die deutsche Prog-Band Everon Zeit gelassen, um einen Nachfolger des genialen Albums 'Venus' zu veröffentlichen. Und das lange Warten hat sich gelohnt. 'Fantasma' knüpft nahtlos an den Vorgänger an und ist zu keinem Zeitpunkt langweilig. Ein klasse Album, das nur deswegen nicht die Höchstpunktzahl erreicht, weil der Sänger noch immer der Schwachpunkt der Band ist und auf Dauer etwas nervt. Trotzdem ein wirklich tolles Album.
Endlich mal wieder eine neue Scheibe der deutschen Proggies Everon. Und wer die Jungs bis jetzt noch nicht kennt (was ich mir aufgrund der letzten genialen Scheiben 'Fantasma' oder 'Venus' eigentlich nicht vorstellen kann) sollte spätestens jetzt mit 'Bridge' den Einstieg in die Everon-Welt wagen (und sich danach alle anderen CDs von Everon kaufen). Selten eine so sagenhaft gut produzierte CD aus deutschen Landen gehabt. Und musikalisch geht es den Weg nach oben weiter. Abwechslungsreicher Prog, perfekt gespielt. Frickelige Momente, fette Songs, zuckersüsse Balladen und am Schluß noch ein bißchen bei Billy Joel (Leningrad) geklaut macht diese Scheibe zum heissen Anwärter für die CD des Jahres 2002. Die volle Punktzahl kann ich aber (noch) nicht vergeben ... immerhin sollen sich die Jungs auch weiterhin anstrengen und NOCH besser werden.
Eigentlich hätte 'Flesh' schon vor geraumer Zeit zusammen mit
'Bridge' als Doppel-CD veröffentlicht werden sollen. Lassen wir es einfach mal
dahingestellt, warum 'Flesh' nun als eigenständige CD auf den Markt geworfen wird ... ich
gönne ja Everon jeden Euro zusätzliche Einnahmen (hoffentlich haben sie ja auch was
davon und die Plattenfirma streicht nicht den Mehr-Gewinn ein), immerhin bin ich ja, wenn
man die Bewertungen der letzten Scheiben so anschaut, daran interessiert, dass es auch
weiterhin Everon-CDs geben wird. Und nach dem intensiven Genuss von 'Flesh' muss ich auch
ganz klar sagen, dass eine Doppel-CD die echte Verschwendung gewesen wäre, weil sowohl
'Bridge' als auch (noch mehr) 'Flesh' als einzelne CD absolut kaufenswert ist. Und ich
nehme alles zurück, was ich bis jetzt über die Sangesleistungen von Oliver Philipps
geschrieben habe und behaupte ab sofort das Gegenteil. Geradezu genial und zusammen mit
der weiblichen Stimme von Judith Stüber, die auf zwei Songs mitsingen darf, sogar mit
Gänsehautfeeling. Die CD beginnt schon hammergeil mit Piano und Cello bei 'And Still It
Bleeds', Drum-Machines und Gesang wie Michael Sadler bei Saga gibt's bei 'Already Dead',
'Pictures Of You' klingt fast nach Simple Minds (Belfast Child), das 14-minütige
Titelstück 'Flesh' ist ein grandioses Prog-Teil, 'Missing From The Chain' dann eine
zuckersüsse Ballade (am Anfang nur mit Gesang und Streicher, später noch mit Piano...
vor allem wegen diesem Stück möchte ich mich bei Oliver Philipps entschuldigen für
meine früheren Aussagen). Weiter geht's mit 'The River', vor allem wegen dem Duett mit
Judith Stüber ganz toll, 'Half As Bad', einem eher 'typischen' Everon-Stück und mit
'Back In Sight' - einem weiteren Highlight (vor allem wegen dem groovigen Rhythmus
und dem wunderschönen Refrain) ist die CD nach gut 51 Minuten auch schon wieder zu Ende.
Fazit: 'Flesh' ist meiner Meinung nach die beste (vielleicht weil auch melodischste)
Everon-CD, die bis jetzt veröffentlicht wurde. Hier stimmt die Mischung aus Gesang und
Instrumental-Parts, die weibliche Stimme ist der Hammer und auch der Gesang von Oliver
Philipps ist richtig klasse. Und nachdem ich für die Vorgäger 'Fantasma' und 'Bridge' ja
schon jeweils fast schon die Höchstpunktzahl vergeben habe, muss ich mich ja noch
steigern. Deswegen gibt es für 'Flesh' die absolute Höchstwertung.
Über 5 Jahre mussten wir warten, bis die Band 'Everon' endlich mal wieder eine CD veröffentlicht haben. 2002 gab's ja gleich 2 Outputs (mit 'Bridge' und 'Flesh'), doch eine längere Krankheit von Sänger Oliver Philipps sowie diverse andere Umstände der Verhinderung verursachten die lange Wartezeit. Doch diese Zeit des Wartens hat sich mehr als gelohnt. Gewohnt ausdrucksstark, melodisch aber ab und zu auch kompliziert und immer wieder bombastisch kommt 'North' daher. Ist der Opener 'Hands' noch ein Song im Stile der 'älteren' Everon-Scheiben (der könnt auch auf 'Fantasma' sein, also mit teilweise fetten Metal-Gitarren-Riffs und richtig bombastisch ... schlicht einfach geil und geht nicht mehr aus dem Kopf), geht's mit 'Brief Encounter' etwas ruhiger zur Sache (tolles Piano, geniale akustische Gitarre). Wunderschön dann 'From Where I Stand' (hier kommt mal wieder das Cello zum Einsatz, was ja für Everon auch 'typisch' ist) mit der Everon-eigenen Steigerung des Songs zum Ende hin (geiles Gitarren-Solo von Ulli Hoever zwischendurch) und auch 'Test Of Time' schlägt in die selbe Kerbe. Wieder Cello am Anfang und toller Refrain, den man nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Das Titelstück 'North' ist sicher auch ein kleines Highlight der CD, gefolgt von 'South Of London', das ein bißchen Everon-untypisch ist. Etwas 'elektronisch' und eher einfach gestrickt. Aber wunderschön gesungen. Richtig geil geht's weiter mit 'Wasn't It Good', dann dem Instrumental 'Woodworks' (viel Piano und fette Gitarre) und anschließend meinem absoluten Highlight der CD 'Islanders'. Gast-Sängerin Judith Stüber hat mir ja schon ausgesprochen gut auf 'Flesh' gefallen ... bei dem Song 'Islanders' ist aber nochmal ne Steigerung drin. Wunderschöner Song (der allerdings nicht als Everon zu erkennen ist. Völlig andere Instrumentierung). Den Abschluss der CD macht dann 'Running', der am Anfang auch eher nicht nach Everon klingt, aber nach knapp 2 Minuten sowas von grandios wird. Auf jeden Fall haben sich die 5 Jahre warten gelohnt. Alt-Everon-Fans werden voll bedient, aber auch ein paar neue Seiten der Band werden auf 'North' gezeigt. Tolle CD, die zu keiner Sekunde langweilig wird ... und hoffentlich gibt es den nächsten Output etwas schnelle. Lohnenswert ist auch die Band-Homepage.
Everybody Used To Call Me Joe - Same
Eine neue, vielversprechende Band kommt aus Schweden und nennt sich 'Everybody Used To Call Me Joe' (warum auch immer). In den nächsten Wochen wird die erste 6-Track-CD bei Statue Records (in den USA) veröffentlicht. Ein Deal in Europa ist leider noch nicht vorhanden. Allerdings können die Songs unter www.ortogonal.com/everybody als MP3-File runtergeladen werden. Mir liegt (nur) die Promo-CD vor, die einen leicht anderen Sound wie das Original hat, aber trotzdem schon ganz klasse klingt. Die 6 Songs haben immerhin eine Länge von 28 Minuten und alle Songs gehen ein bißchen in Richtung Ezio (also viel Gitarre - bei EUTCMJ allerdings eher elektrisch aber auch immer päsentes Keyboard), mit einem leichten Touch zu früheren Dire Straits. Die CD fängt noch recht ruhig mit 'Way Of Life' an (und passt eigentlich nicht so recht zum Rest ... aber toller Song), wird aber dann richtig rockig ('The Boss'), bluesig bis psychedelisch ('10-19') bis fast ein bißchen was von Led Zeppelin ('Us Against The World'). Ich würde mal vorschlagen: Auf die Homepage gehen, ein paar Songs runterladen und sich selbst ein Bild davon machen. Ich hoffe auf jeden Fall, dass die Jungs auch bald für Europa einen Platten-Deal bekommen, damit die Musik auch einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wird.
Everybody Used To Call Me Joe - Arise
Das Musik-Business ist manchmal etwas undurchschaubar. Da gibt es Bands wie Nickelback
oder Three Doors Down, die machen wenig berührende gitarrenorientierte Rock-Musik und
werden bekannt, weil zufällig ein MTV- oder Radio-Redakteur eine CD von denen in die
Finger bekommt und hochjubelt oder die Band ausversehen beim 'richtigen' Platten-Label
untergekommen ist und dort genügend Unterstützung bekommt. Und dann gibt es musikalisch
weitaus bessere und anspruchsvollere Bands aus dem selben musikalischen Bereich wie z.B.
Ezio, Fury In The Slaughterhouse oder eben die schwedische Band 'Everybody Used To Call Me
Joe', die diese Beachtung unverständlicherweise nicht oder noch nicht in diesem Maße
bekommen.
Begonnen hat die Band im Jahr 2002 als Trio und ist mittlerweile zu einem Quintett
gewachsen.
Bereits die erste CD der Band, die allerdings meines Wissens nie hier erschienen ist, hat
mir, obwohl es nur 28 Minuten und 6 Tracks waren, mehr als gefallen. Und mit 'Arise' gibt
es bald den ersten vollständigen Longplayer zu kaufen und auf dieser CD ist nach 13 Songs
und etwas über 57 Minuten Spielzeit ganz klar, dass die Jungs vor allem tierische Lust
beim Spielen haben und ihr Interesse auf songorientierte Musik legen.
Schon der Opener 'Nightcall # 12' und das nachfolgende 'Launch Pad' sind klasse, direkte
Gitarren-Rocker, bei denen aber auch das trockene und unverfälschte Old-School-Schlagzeug
hervorsticht. Absolut radiotauglich. Danach das Titelstück 'Arise', das ein wenig
pathetischer daherkommt und dort mir vor allem der gefühlvolle Gesang gefällt. Im
nächsten Song 'Mr. Man' glänzt dann die Gitarre im Mittelteil nach ca. 2 1/2 Minuten und
auch der mehrstimmige Gesang kommt ganz gut. Das längste Stück folgt dann 'Hold 'em',
das aber auch mit knapp 8 Minuten keine Sekunde zu lang ist. Die Harmonika am Anfang
klingt fast nach Neil Young oder Bob Dylan und der Song hat durchgehend ein absolutes
Gänsehaut-Feeling. Nach zwei weiteren, nicht schlechten Songs ('Insect' und 'Storm')
folgt das nächste Highlight 'Back As King', das mir vor allem auch textlich gefällt.
Mein derzeitiges Lieblingsstück auf der CD kommt dann mit 'Here You Are So Am I', einer
wundervollen 6-minütigen Ballade. Das folgende 'Breathe' könnte dann fast von 'Dire
Straits' oder 'Fury In The Slaughterhouse' sein. Der einzigen zwei Songs, mit dem ich dann
nicht so viel anfangen kann, sind 'Turning Point' und 'City Sleep', was aber leicht zu
verschmerzen ist, denn zum Abschluss gibt es nochmal ein Highlight mit dem Titel 'Father',
einem äußerst gefühlvollen Song nur mit Blues-Gitarre und Gesang. Ein klasse Ende einer
wirklich tollen CD. Wer anspruchs- und gefühlvolle Rockmusik mag, sollte 'Arise' von
Everybody Used To Call Me Joe auf jeden Fall haben. Reine Prog-Fans werden sich natürlich
mit der Musik eher schwerer tun.
Fazit: It's not prog but it rocks. Kaufen! ... leider zur Zeit nur über die Band-Homepage zu beziehen, da es die
Plattenfirma noch nicht geschafft hat, das Teil zu veröffentlichen.
Explorers Club - Age Of Impact
Terry Bozzio, Billy Sheehan, Trent Gardner, Wayne Gardner, James LaBrie, Steve Howe, Derek Sherinian, John Petrucci und noch ein paar weitere Musiker sind der Explorers Club. Und damit ist eigentlich schon alles gesagt. Wenn sich die Creme de la Creme der 'härteren' Prog-Musik versammelt, gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder es kommt ein grausames Gefrickel heraus oder das Teil ist genial. Dachte ich zumindest, als ich mir die CD als Risiko-Kauf (wenn man bei diesen Musikern überhaupt von Risiko reden kann) besorgt habe. Tja, und ich muß zugeben, daß es auch was dazwischen gibt. Es ist nicht so schlimm wie ich es befürchtet hatte, ist aber auch nicht so genial wie erhofft. Sicherlich ein klasse Prog-Album, das allerdings nicht so richtig vom Hocker reißt. Grandiose Passagen aber auch viel Leerlauf. Fazit: Nichts was man unbedingt haben muß. CDs der Stamm-Bands der Musiker (also Magellan, Dream Theater, Yes usw.) sind auf jeden Fall besser. Aber kein schlechter Versuch, solch unterschiedliche Bands unter einen Hut zu bekommen.
Explorers Club - Rising The Mammoth
Ach Du grüne Neune. Hatte ich mit der ersten Explorers Club schon so meine Probleme, gibt's mit dem zweiten Output 'Rising The Mammoth' noch schwierigeren Tobak auf die Ohren. Dieses Mal dabei sind (ausser Explorers Club-Gründer Trent Gardner von Magellan) so illustre Musiker wie Terry Bozzio (Bozzio/Levin/Stevens), John Myung (Dream Theater), Kerry Livgren (Kansas) und Gary Wehrkamp (Shadow Gallery) sowie als Sänger Steve Walsh (Kansas) und James LaBrie (Dream Theater). Aufgeteilt ist das 'Werk' in 44 Tracks (aber eigentlich nur 3 Songs). Wenigstens weiß ich jetzt, dass mein CD-Spieler auch 44 Stücke erkennen und anzeigen kann, aber arg sinnvoll finde ich das ja nicht, zumal die Übergänge zu den einzelnen Tracks nicht mal hörbar sind. Musikalisch bewegt sich das ganze zwischen chaotischem Gefrickel und dem Versuch, ab und zu etwas Melodie einzustreuen. Für (Hobby-) Musiker ist die Scheibe bestimmt interessant. Mir persönlich ist das Teil einfach zu chaotisch und abgedreht. Einfach too much. Eine Kaufempfehlung kann ich deshalb nur sehr eingeschränkt abgeben.
Exhibition - The Sign Of Tomorrow
Neue Radau-Band (entstanden aus den 1998 aufgelösten Eternity X) die glaubt, wenn man einen Sänger einstellt, der klingt wie Geoff Tate von Queensryche und dort auch ein bißchen kopiert, hat man Erfolg. Naja, im Rock Hard wurde sie immerhin mit 9 Punkten bewertet ... ich finde sie dann eher überflüssig, denn wenn ich Queensryche hören will dann höre ich nicht eine billige Kopie. Und das Cover der CD ist ja wohl der Oberscheiß. Schlimmer geht's ja kaum. Ich denke mal nicht, dass die Jungs aus New Jersey den grossen Erfolg haben werden, obwohl die Produktion ja wirklich recht fett ist. Naja ... vielleicht habe ich ja ein bißchen zu hart geurteilt. Unanhörbar ist 'The Sign Of Tomorrow' ja dann auch wieder nicht.
Ezio - The Making Of Mr. Spoons
Wer seinerzeit auf dem kostenlosen Fish-Konzert