CD-Kritiken-Archiv I - L
Iced Earth - The Glorious Burden
Mit Iced Earth konnte ich ja bis jetzt nicht viel anfangen (wobei ich zugeben muss, daß ich nur die 3er-Live-CD 'Alive In Athens' habe, weil die mal so richtig hochgelobt wurde). Zu primitiver Schrei- Brüll-Metal. Nun hat Iced Earth mit Tim 'Ripper' Owens (ja, der von Judas Priest) einen neuen Sänger und die Musik ist dadurch in meinen Augen etwas komplizierter und auch melodischer geworden. Besungen werden alle möglichen Kriege und kriegerischen Ereignisse (vom U.S - Bürgerkrieg über Napoleon bis zum 11.September 2001), da Iced Earth - Kopf John Schaffer schon seit seiner Kindheit ein Faible für Geschichte hatte. Anhörbar auf der mir vorliegenden limitierten Doppel-CD ist auf jeden Fall der erste 'richtige' Song auf der CD 'Declaration Day', das Mid-Tempo-Stück 'When The Eagle Cries' (also Bonus-Track auch in einer Unplugged-Version auf der Scheibe) sowie die komplette zweite CD mit dem dreiteiligen und über halbstündigen 'Gettysburg (1863). Aber auch der Rest ist ganz nett auch nicht gerade überragend oder sogar innovativ. Auf jeden Fall hat der Austausch des Sängers zumindest meiner Meinung nach der Band gut getan.
Auch wenn's mal wieder überhaupt nichts mit Prog-Musik zu tun hat, muss ich diese CD doch unbedingt vorstellen. Die französische Band Indochine, im Heimatland schon mehr als 20 Jahre absolut top und außerhalb von Frankreich völlig unbekannt, begeistert mich mit ihrem fetzigen Rock mit (natürlich) französischen Texten (was auch sonst ... alles andere wird in Frankreich ja kaum im Radio gespielt) neben der fast 'ähnlichen' Band 'Telephone' (siehe auch meine Kritik über 'Illimité) schon seit meinem ersten Südfrankreich-Urlaub Anfang der 80er Jahre. Leider ist es fast unmöglich, von der Band in Deutschland zu vernünftigen Preisen CDs zu bekommen. Aber zum Glück wohne ich ja nicht wirklich weit von Frankreich weg, deswegen gibt's bei mir ab und zu ein ausgiebiges Frankreich-Shopping. Und letztes Wochenende ist mir dann die vorliegende CD 'Hanoi' in die Hände gefallen. Und wie der Name schon ein bißchen verrät, ist diese Scheibe im Juni 2006 in der Oper von Hanoi (Vietnam) bei einem Live-Konzert zusammen mit dem Philharmonischen Orchester Hanoi unter der Leitung von Xavier Rist mitgeschnitten worden. Und deswegen sind die Songs (unter anderem auch die etwas bekannteren Sachen von Indochine wie z.B. 'Salombo', 'Trois Nuits Par Semaine' oder auch das immer wieder gern gehörte 'L'Aventurier' auch ein bißchen ruhiger ausgefallen als die Original-Aufnahmen. Was den Songs aber richtig gut tut, denn vor allem Sänger Nicola Sirkis kann deshalb zeigen, was für eine filigrane Stimme er hat. Leider spielt die Band (vor allem der Gitarrist) ein bißchen arg im Hintergrund, so dass das 'Klassik-Feeling' doch ziemlich dominant ist. Aber wer auf Rock meets Klassik steht und auch vor französischer Sprache nicht zurückschreckt, sollte, falls ihm die CD ausversehen in die Hände fallen sollte, unbedingt mal reinhören. Es lohnt sich.
Infinite Horizon - Mind Passages
Manchmal kommt man ja zu CDs wie die
Jungfrau zum Kinde. 'Infinite Horizon' zum Beispiel, eine Band aus dem Siegerland, war ein
'heißer Tip' von Into-Exit-Sängerin Steffi Lesic, die die Band beim Lennerock-Award
gehört hatte.
Tja und jetzt liegt der Silberling 'Mind Passages' aus dem Jahr 2004 (und 2005
wiederveröffentlicht bei TTS Media Music) vor mir und ich frage mich, warum die Band an
mir bis jetzt vorbeigehen konnte. Stilistisch würde ich Infinite Horizon mal ganz klar in
die melodische Prog-Metal-Ecke stecken, wobei meiner Meinung nach der Metal über den Prog
dominiert. Also mehr Savatage oder Threshold (wie z.B. das tolle 'Return To Babylon') als
Dream Theater. Wobei... wenn man das 5-teilige und 28-minütige Epos 'Space Dream
Navigation' so anhört mit all seinen Tempo- und Stilwechseln und dem trotzdem
durchgehenden roten Faden, könnte man Infinite Horizon auch als Prog-Band durchgehen
lassen. In vielen Teilen erinnert mich die Musik auch an Eternal Reign oder Lanfear, die
ja bekanntlich zu meinen Lieblingen gehören. Und nach langem Nachdenken und mehrfachem
Hören der CD weiß ich jetzt auch warum ich mich ein bißchen dagegen sträube, die Musik
in die Prog-Ecke zu schieben ... es ist die Stimme von Sänger Marc Lemler, die mir (jetzt
ganz neutral gesagt) einfach eher nach Metal-Band klingt (und nicht nur weil er in dem
Song 'The Reaper' den 'Bösen' raushängt und schon fast bei ner Deathmetal-Truppe
mitmachen könnte). Also wer auf Musik der oben genannten Band steht, sollte schleunigst
auf die Homepage der Band
gehen und sich für schlappe 10 Euro die CD besorgen. Es lohnt sich auf jeden Fall.
(Beto Vazquez) Infinity - Infinity
Kaum sind singende Mädels etwas erfolgreich, versucht schon jemand, damit Kohle zu machen. So könnte der erste Eindruck von 'Infinity' sein, wenn man nur das Booklet durchliest. Beto Vazquez, ein mir völlig unbekannter argentinischer Bassist, schreibt ein paar Songs, verteilt sie an so bekannte Namen wie Tarja Turunen (Nightwish), Sabine Edelsbacher (Edenbridge) und Candice Night (Blackmore's Night), die dann (unter Mithilfe ihrer Mitstreiter wie Lanvall oder Emppu Vuorinen) die Teile auf ihre Bedürfnisse umschreiben dürfen. Die Songs werden dann im jeweils heimischen Studio aufgenommen, damit's auch ja nahe am 'Original' ist und schon ist die Geld-Maschine produziert. Ich weiss natürlich nicht, ob diese Rechnung für Beto Vazquez tatsächlich aufgehen wird, aber 'Infinity' ist auf jeden Fall ein Muss-Kauf für alle Nightwish - Edenbridge- und Blackmore's Night - Fans, die mal die Mädels mit anderen Musikern hören wollen bzw. für alle, die mit diesen Bands bis jetzt noch nicht in Berührung gekommen sind und mal einen netten Querschnitt haben wollen. Alle Anderen finden den Silberling natürlich unnötig wie ein Kropf. Aber man kanns ja nicht jedem Recht machen. Ich finde die CD einfach schön. Nur eines verstehe ich nicht. Wie konnte Beto Vazquez für das letzte Stück nur Fabio Lione von Rhapsody einkaufen. Schlimmer geht's nimmer.
Manchmal sollte man ja echt denken, deutsche Prog-Bands haben was an der Waffel. Da nennt man eine CD 'The Neck Pillow' (also 'Das Nackenkissen') und dann gibt es die Songs 'Die Bettwurst Part One', Die 'Bettwurst Part Two' und zum krönenden Abschluss 'Die Berliner Bettwurst Part One'). Im Booklet ist dann noch erklärt, dass 'Die Bettwurst' (die haben tatsächlich 'The Neck Pillow' mit 'Bettwurst übersetzt), also die vorliegende CD, die absurde Liebesgeschichte zweier seltsamer an der Gesellschaft verzweifelter Individuen erzählt, die durch die Flucht in die Kleinbürgerlichkeit dem drohenden Untergang zu entkommen suchen. Wenn man dann noch die abgedruckten Texte durchliest (Beispiel gefällig? 'Get over there, you Schwein, Hund, move. Moment, ja jetzt ich habe Du on the Fluss. Dann Du schwimmen aus in the middle of the world ... Wenn you abgesoffen, kein Mann gucken for you'). Ich gebe jetzt mal einfach die Prognose ab: Wenn jemand die CD beim Händler im Regal stehen sieht und sich das Booklet durchliest, wird das Teil ganz schnell wieder zurückstellen. Sowas Behämmertes kauft sich doch kein Mensch, oder? Nun gibt es aber noch andere Möglichkeiten, sich vor dieser CD nicht retten zu können. Ich zum Beispiel habe die CD bei einer Competition meines Schweizer Kritiker-Kollegen Werner Wachtarczyk gewonnen. Zuerst dachte ich ja, er will mit diesem Teil seinen 'Konkurrenten' aus dem Weg räumen, aber weit gefehlt. 'The Neck Pillow', und jetzt kommen wir endlich zur Musik, ist eine ganz feine Prog-CD aus deutschen Landen, die einen eigentlich nicht mehr los lässt. Geniale Prog-Passagen, raffinierte Breaks, tolle Gitarren-Soli und auch ein paar lustige Elemente (wie z.B. 'Die Berliner Bettwurst Part One' ... eine behämmerte Cover-Version von 'Das ist die Berliner Luft' oder die Ankündigung am Schluss der CD, dass auf der offiziellen Inquire-Homepage die Geschichte von 'Luzy und Dietmar' zu Ende erzählt wird), machen die Scheibe zu einem Erlebnis der besonderen Art. Ich kann nur sagen: Danke, Werner. Das hat mir über eine Stunde richtig Freude gemacht.
Into Exit - Backside Of The Night
Ist ja echt erstaunlich, wie sich eine Band ändern kann. Früher hatten 'Into Exit' einen spanischen Sänger, hießen 'Droga Del Espiritu' und machten Rock-Musik mit ausschließlich spanischen Texten (und klangen dabei ein bißchen wie 'Herores Del Silencio'). Mittlerweile ist die Band auf 5 Leute geschrumpft, nur noch 2 oder 3 Original-Mitglieder sind noch dabei und mit Stefanie Lesic ist eine Sängerin mit an Bord, die den 'alten Stil' absolut vergessen macht. Die erste 'Into-Exit'-CD gibt es noch als MP-3-Sound-Files unter www.into-exit.de kostenlos zum downloaden (wobei vor allem der Porky-Spice Cover-Song absolut genial ist). 'Into Exit' sind jetzt zwischenzeitlich bei der zweiten CD und beim Art-Rock angelangt (teilweise erinnert mich das musikalisch alles ein bißchen an eine Mischung aus Alias Eye und Poor Genetic Material gepaart mit The Gathering und The Chieftains), es gibt nur noch englische Texte und schon der Opener 'Backside Of The Night' macht deutlich, dass der Stilwechsel der Band absolut gut getan hat (nett auch das Gimmick mit dem rückwärts aufgenommenen Gesang). 'Need To Know' rockt dann ganz gut und 'High And Mighty' sowie 'Down' könnten locker auch irische Folk-Songs sein. Mit 'Shrink' ist dann wieder ein Stück härterer Gangart am Start, das gegen Ende richtig proggig wird (hey, das hättet Ihr locker auf 10 Minuten ausbauen können). Sicher ein Highlight der CD. 'Loved You All The Time' möchte ich dann mal als die obligatorische 'Quoten-Ballade' bezeichnen und bei 'Change Life' könnten dann alle Pogo-Freunde eine Runde abhotten. 'Waiting For' spricht dann wieder eher die Prog-Fraktion an (bestimmt das zweite Highlight). Mit 'Escape' gibt's dann noch einen tollen Abschluß der eigenen Songs, bevor mit 'I Come Undone' noch eine Cover-Version von Jennifer Rush präsentiert wird, was mir persönlich jetzt aber (verglichen mit dem echt genialen Mel C. - Song der anderen CD) nicht so gut gefällt. Ich würde jetzt allen meinen Lesern folgenden Vorschlag machen: 1.) Auf www.into-exit.de gehen, die erste CD saugen und mal in Ruhe anhören. 2.) Bei Gefallen eine Mail an tobi@into-exit.de schicken und für schlappe 8 Euro (inclusive Porto usw.) die hier beschriebene CD per Vorkasse bestellen. Es lohnt sich - vor allem bei diesem Preis - auf jeden Fall.
Die 'deutsche Prog-Hoffnung' aus dem Sauerland 'Into Exit'
hat nach einem dreiviertel Jahr Studio-Arbeit endlich einen Nachfolger der CD 'Backside Of
The Night' herausgebracht und sich nach eigenem Bekunden auf Ihrer Homepage vom Art-Rock verabschiedet und
ist 'endlich' (was immer das heißen mag) beim Prog-Rock angekommen. Nun gut. Hatte ich
den Vorgänger noch mit Bands wie Poor Genetic Material oder Alias Eye verglichen, die ja
eindeutig zum Art-Rock-Genre gehören, hat ja zumindest diese Einschätzung gestimmt. Und
wenn ich mir 'With Angels High' so anhöre, muß ich auch zugeben, dass hier jetzt doch
einige Prog-Elemente (wie ein paar richtig gute Breaks, Gitarren-Soli, Tempo-Wechsel und
ein instrumentaler Long-Song) hinzugekommen sind, die diese Meinung sicher unterstreichen.
Ganz deutlich ist auf jeden Fall, dass soundmäßig im Vergleich zum Vorgänger noch ein
Brikett draufgelegt wurde und, abgesehen von dem teilweise doch etwas arg ploppenden Bass
(komischerweise aber nur auf meiner 'guten' Anlage und nicht beim Abspielen auf PC oder
tragbarem CD-Player), der mein Trommelfell ab und zu etwas erschreckt (ich werde halt auch
älter und empfindlicher), richtig gut klingt und keine Eigenproduktion vermuten lässt.
Da habe ich ganz andere Sachen im Regal stehen, die mit wahrscheinlich mehr Geld weitaus
schlechter produziert wurden. Hierfür schon mal ein Hut ab! Die Mühe hat sich auf jeden
Fall gelohnt.
Wer meinen Rat in der Review zu 'Backside Of The Night' befolgt hat (also erste CD der
Band kostenlos runterladen, anhören und danach 'Backside Of The Night bestellen), weiß
ja zumindest mal, dass ihn bei 'Into Exit' weiblicher Gesang (von Sängerin Steffi Lesic)
erwartet. Und am Sanges-Stil hat sich (trotz der 'Mutation' zum Prog-Rock) nicht viel
geändert ... bis auf vielleicht die Tatsache, dass sie versucht, noch ein bisschen mehr
Gefühl in die vor allem langsameren Parts der Songs zu bringen, was leider ab und zu auf
Kosten der Verständlichkeit der Texte geht (das war jetzt ein Tip an Into Exit, die Texte
der Songs vielleicht auf der Homepage abzudrucken, denn bei der CD sind sie nicht dabei).
Komischerweise erinnern mich einige Songs (wie z.B. 'Here Inside' oder 'We Are Here'), vor
allem wegen den wirklich guten Gitarrenarbeit von Tobias Schmelzer und den proggigen
Keyboard-Teppichen (aha, da war er wieder, der Prog) von Tobias Latsch, an Clepsydra,
obwohl keiner der Band-Mitglieder (laut Homepage) diese Band zu ihren Favoriten zählt.
Nicht unerwähnt lassen möchte ich natürlich auch die Rhythmus-Arbeit von Bassist
Christian Pickhan und Schlagzeuger Torsten Urbanski. Auch diese Zwei verstehen natürlich
ihr Handwerk. Meine persönlichen Favoriten auf der CD sind neben den bereits oben
genannten zwei Songs 'Here Inside' und 'We Are Here' noch das knackige und rockige
'Timebomb' (also wenn Ihr mal so viel Beifall bekommt, wie bei diesem Song beigemischt
worden ist, dann hab Ihr's geschafft) sowie das 11 1/2 - minütige Instumentalstück
'Alea' - aber natürlich nicht, weil da der Gesang fehlt ;-) sondern weil's ein tolles
Stück Musik ist -. Nur eine Tatsache ist ja schon irgendwo enttäuschend. Es fehlt - nach
Mel C. auf der ersten Into Exit - CD und Jennifer Rush auf CD 2 - eindeutig der
obligatorische Cover-Song am Schluss. Ein 'Ooops I Did It Again' von Britney Spei-Übel
hätte ich da schon erwartet und wäre ja auch rein zeitmäßig, die CD hat insgesamt eine
Laufzeit von gut 63 Minuten, noch draufgegangen.
Auch für 'With Angels High' kann ich nur den Tip abgeben, auf die Homepage von Into Exit zu gehen und die
Scheibe für schlappe 8 Euro zu bestellen. Es lohnt sich.
IQ - Subterranea (The Concert) Live-CD & Video
Gerade mal 1 1/2 Jahre nach dem Konzerttermin (4.4.1999 in Tilburg - Holland) beglücken uns IQ mal wieder mit einem Doppelpack (Doppel-Live-CD und Live-Video). Das ist deswegen so erstaunlich, weil beim letzten Mal (Forever-Live-Box) immerhin fast 3 Jahre vergehen mußten, bis der Konzertmitschnitt den Ansprüchen der Künstler genügte. Jeder der das Glück hatte, auf der Subterranea-Tour dabei zu sein, kann ermessen, welches Schmuckstück in seinem CD- und Video-Regal stehen wird, wenn die paar viele Mark investiert werden, um beide 'Teile' anzuschaffen. Sound- und Bildqualität auf CD bzw. Video sind, verglichen mit der 'Forever Live Box', noch eine halbe Klasse besser. Allerdings beinhaltet der Mitschnitt leider 'nur' die komplette Subterranea-Doppel-CD, obwohl noch Platz für die (zumindest auf dem Konzert in Schorndorf, das ich besucht habe) grandiosen Zugaben gewesen wäre. Schade eigentlich. Aber für den Freund der anspruchsvollen und perfekten Prog-Musik (und vor allem für meinen Ex-Kollegen Bernd S.) ein absolutes MUSS !!!
Erst mal muß ich meinen Ärger über die
Veröffentlichungspolitik von IQ loslassen. Es ist einfach unverschämt, eine CD zu
produzieren, sie auf den Konzerten im November 2000 schon zu verkaufen aber offiziell erst
im Februar 2001 zu veröffentlichen. WAS SOLL DAS ??? Sind Holländer die besseren IQ-Fans
(da fast alle Konzerte im November nur in Holland), die zuerst bedient werden müssen ??
Ich denke nicht, daß es die Jungs nicht mehr nötig haben, CDs baldmöglichst zu
verkaufen. Aber na gut. Ich hatte zumindest das Glück, von einem Konzert-Besucher (DANKE
nochmal, Andreas) die CD auf Tape vorab zu bekommen und mich schon ein bißchen darauf zu
freuen, bis das Teil endlich als Silberling in den Plattenläden zu haben ist.
Nun aber zur Musik: Eigentlich gäbe es 2 Möglichkeiten, die CD zu bewerten.
Version 1: Nach jahrelangem Warten auf eine neue IQ-Studio-CD (das
letzte - geniale - Werk 'Subterranea' ist immerhin auch schon wieder über 3 Jahre alt)
scheinen IQ einfach keine neuen Einfälle zu haben. Die neue CD 'The Seventh House' ist
eine Mischung aus den beiden letzten Studio-Alben 'Ever' und 'Subterranea'. Nicht ganz so
depressiv wie Subterranea und nicht ganz so eintönig wie Ever. Aber nach 3 Jahren einfach
zu wenig Neues.
Version 2: IQ haben auch nach 3 Jahren Abstinenz nichts von ihrer
Genialität eingebüßt. Gewohnt genial-bombastische Songs, grandioser Gesang, geile
Keyboards und ein erstaunlich gut gewordener Gitarrist. Proggie-Herz was willst Du mehr ?
KAUFEN KAUFEN KAUFEN.
Tja, welche Version jetzt tatsächlich zutrifft, darf jeder für sich selbst entscheiden.
Ich nehme den Mittelweg.
Ich denke mal, dass ich mir mit dieser Review keine neuen Freunde machen werde. Aber ich kann ja auch nichts dafür. Mit dem Kauf meiner ersten IQ-CD ('Ever') war ich ja Feuer und Flamme für diese Band und hellauf begeistert. Und der Studio-Nachfolger 'Subterranea' gehört auch heute noch zu meinen Highlights im CD-Regal. Meine Meinung über 'The Seventh House' war ja dann schon etwas gespalten aber mit 'Dark Matter' haben IQ den (für ihre Verhältnisse) Langweiler des Jahres veröffentlicht. Null neue Ideen und alles schon mal dagewesen. Bei jedem Part kommt einem sofort der Gedanke, das ist doch von diesem Song geklaut, das habe ich auch schon mal gehört und und und. Über diese Ideenlosigkeit kann leider auch der (mal wieder) brilliante Sound nicht hinwegtäuschen. So geht's nicht weiter, meine Herren. Etwas mehr Kreativität erwarte ich von solch genialen Musikern schon. Prog heisst Fortschritt und nicht Stehen bleiben !!! Trotzdem ist die Scheibe für sich alleine gesehen natürlich absolut gut ... nur wie gesagt ... das kennen wir alles schon. Ich lege mir dann lieber mal wieder das Über-Werk 'Subterranea' in den Player.
Iron Maiden wieder mit Sänger Bruce Dickinson liefern mit Brave New World für diese Band eine recht anhörbare CD ohne wirkliche Höhepunkte ab. Drei vier Lieder stechen ein bißchen heraus, ansonsten Altbekanntes von Iron Maiden. Nicht unbedingt eine CD, die man haben muss. Ich denke dass ältere CDs von Iron Maiden weitaus besser sind.
(Der Beste Song von Bruce Dickinson ist übrigens auf der Ayreon - Flight of the Migrator vertreten).
Trotz jahrzehntelanger Bandgeschichte gibt es von Iron Maiden, im Vergleich zu anderen Bands, äußerst wenig Live-Material. Dies hat natürlich den Vorteil, dass nicht auf jeder Live-Scheibe fast das gleiche drauf ist. 'Rock In Rio' wurde auf einem Konzert am 19.01.2001 in Rio de Janeiro vor über 200.000 Zuschauern mitgeschnitten. Und hierbei scheint es sich ausschließlich um eingefleischte Maiden-Fans gehandelt zu haben, denn es wird von vorne bis hinten mitgegröhlt (ohne Textschwächen !!!). Der Schwerpunkt von CD1 liegt auf dem neuen Material von 'Brave New World', das mir ja als Studio-Version nicht so gefallen hat. Aber live kommt das ganz schön fett rüber. Der Rest (von CD1 und CD2) ist dann ein 'Best of Maiden', bei dem aber auch ein paar unbekanntere Sachen gespielt wurden. Nicht fehlen dürfen natürlich 'The Number of the Beast' und 'Run to the Hills', die aber weitestgehend von den Zuschauern gebrüllt werden. Ausserdem gibt's noch einen Ausblick auf die folgende DVD (Video-Version von 'Brave New World' und eine kleinen Dokumentation), die aber hoffentlich nicht in dieser Version veröffentlicht werden, denn erstens ist mein Rechner mittendrin bei beiden Teilen abgestürzt (bei einem Pentium 4 mit 2 GHz-Prozessor und 256MB Arbeitsspeicher bestimmt kein Rechner-Problem) und bei der Dokumentation stimmt die Synchronisation nicht. Trotzdem eine der besten Live-CDs, die in letzter Zeit auf den Markt geworfen wurden.
Ab und zu bekomme ich per E-Mail CD-Tips, worüber
ich mich auch immer sehr freue, bin ich doch gegenüber mir unbekannten Bands sehr
aufgeschlossen. Auch die vorliegende CD 'Panopticon' der kalifornischen Band 'Isis' war so
ein Tip. Beschrieben wurde mir die CD mit den Worten
"bin ja kein Progrock-Fan,aber vielleicht gefällt Dir dieses Album. Geht in
Richtung Neurosis oder Opeth ( wobei ich die jetzt nicht ganz so gut kenne)...Isis -
Panopticon ... Also die Songs sind alle kaum kürzer als 10 min, von daher müsste das Dir
"Progger" das ja ganz gut gefallen ; )"
Und auch aus einer ganz anderen Richtung wurde mir die CD empfohlen. Also blieb mir ja gar
nichts anderes übrig, als mir das Teil zu besorgen. Aber auch nach mehrfachem und
intensivem Hören fehlen mir irgendwie die Worte einer Beschreibung. 'Neurosis' kenne Ich
jetzt nicht so gut, deswegen kann ich leider nicht entscheiden, ob das in die Richtung
geht. Aber nach Opeth klingt's eher gar nicht, da alleine schon der Gesang von Mikael
Akerfeldt fehlt, denn 'Panopticon' ist mit Ausnahme ein paar weniger Text-Zeilen, die dann
auch eher gegrowled werden, fast nur instrumental. Und das aber ziemlich fett und hart.
Black Metal fast ohne Gesang, Porcupine Tree auf Drogen, manchmal aber auch in Richtung
Pink Floyd der 70er Jahre (Meddle, Atom Heart Mother) ... irgend sowas in der Art trifft's
vielleicht am ehesten. Auf jeden Fall nix für die sonntägliche Kaffeestunde sondern eher
zum Abreagieren nach einem harten aber erfolglosen Arbeitstag. Auch wenn's mir ein
bißchen schwer fällt, die CD zu beschreiben muss ich sagen, dass mir das Teil wirklich
gefällt. Also kann ich nur den Tip geben, mal ein Ohr für 'Isis' zu riskieren.
Eine weitere Prog-Metal-Band aus süddeutschen Landen ist mit 'Ivanhoe' anscheinend schon länger am Start. Nur ist die Band an mir bis jetzt so völlig vorbeigegangen. Allerdings haben sie auch schon länger keine neue CD mehr veröffentlicht. Doch mit 'Walk In Mindfields' haben mich die Jungs dann doch überzeugt. Klasse Opener (das Titelstück), ein paar weitere Metal-Kracher ('Bless My Soul', 'History ... Or Crime', 'Take Me To The Spirit') eine nette Quoten-Ballade ('Arrows') sowie die restlichen guten Stücke, alle im Stile von 'Vanden Plas' oder auch gemäßigte 'Angel Dust' machen die CD auf jeden Fall kaufenswert. Nur warum die Band in den Fachmagazinen als die 'deutschen Dream Theater' bezeichnet werden, wird wohl ewig ein Geheimnis bleiben. Denn abgesehen von dem eher seltenen Rudess-Keyboard-Gefrickel hat die Band in meinen Augen so gar nichts von Dream Theater. Aber was soll's. Kauft Euch die CD und macht Euch selber ein Bild.
Ivory Tower - Beyond the Stars
Gut eineinhalb Jahre nach dem Debüt des Kieler Prog-Power-Ensembles und offensichtlich nach kräftigem Üben kommt nun mit 'Beyond the Stars' für die Liebhaber komplexer Songs im Stile von Dream Theater ein Knüller. Harte, melodische Longsongs, gekonnt verpackt in anspruchsvolle Arrangements ohne heilloses Rauf- und Runtergefrickel. Glasklare Riffs wechseln sich ab mit melodischen Keyboards, gepaart mit orchestralem Prunk. Das Teil macht nach über einer Stunde Spielzeit so süchtig, daß man im nächsten Moment wieder auf den Startknopf drückt.
Für Dream Theater-Fans eine absolute Alternative.
Solo-CDs von Gitarristen sind normalerweise grausame Frickel-Orgien mir Rauf- und Runtergenudel von Tonleitern. Diese Befürchtungen braucht man aber bei 'The Itch' (hinter dem sich kein geringerer als Robin Boult von Fish und Howard Jones verbirgt) nicht haben. Robin Boult klimpert auf knapp über 44 Minuten neun Liedchen auf der akustischen Gitarre, begleitet von einem Percussionisten und auf einem Song von Pete Trewavas (Marillion) am Bass. Mehr ist zu dieser CD leider nicht zu sagen. Wem sowas gefällt, wird begeistert sein. Mir ist's zu langweilig und zu ruhig. Schade eigentlich. Hier wäre mehr drin gewesen. Denn dass Robin sein Instrument beherrscht, das merkt man.
Die englischen Proggies Jadis hatten mich ja mit ihren ersten beiden Alben ('More Than Meets The Eye' und 'Across The Water') sowie einem von mir erlebten Live-Auftritt (genial) absolut überzeugt. Aber nach dem Weggang von Martin Orford (IQ) und John Jowitt (IQ, Ex-Arena) ging es musikalich doch ganz schön abwärts. Umso erfreuter bin ich, daß es Jadis wieder in Original-Besetzung gibt. 'Alive Outside' ist ein Live-Mitschnitt vom 14.07.2001 (Nomansland, Hampshire, UK) und beinhaltet bei einer Spielzeit von ca. 60 Minuten einen herrlichen Querschnitt des Schaffens dieser Band, wobei komischerweise die CD 'Across The Water' ausgespart wurde. Die Soundqualität ist hervorragend und als kleines Bonbon gibt es auch noch 2 Cover-Versionen von der Cutting Crew (Weather With You) und Pink Floyd (Comfortably Numb), wobei aber doch klar wird, daß Gary Chandler an David Gilmour von Pink Floyd nicht rankommt. Trotzdem ein eher guter Versuch. Für Freunde des melodischen Prog-Rocks und natürlich für alle Jadis-Fans gilt: KAUFEN.
Nach etlichen Umbesetzungen, Aus- und Einstiegen sind sie endlich wieder in der Ur-Besetzung zusammen und haben eine weitere Studio-CD aufgenommen. Gary Chandler mit seiner unverwechselbaren Stimme und dem einzigartigen Gitarrenspiel, Steve Christey, der unauffällige aber gute Drummer, Martin Orford an den Keyboards und John Jowitt mit einem unglaublich fetten Bass (der Nachbar's Gläser in der Vitrine scheppern lässt). Als ich im Jahre 1993 Jadis zum ersten Mal gehört (das war irgendwo in Holland auf einem Open Air - Konzert) und mir die erste CD (More Than Meets The Eye) gekauft habe, war ich voll begeistert von dieser melodischen, atmosphärischen Musik. 'Leider' hat sich aber nach über 10 Jahren nach dem Erstlingswerk überhaupt nichts an der Musik geändert. Und das finde ich eigentlich irgendwo ganz schön schade. So tolle Musiker könnten im Laufe der Zeit und nach so vielen Einflüssen durch ihr Mitwirken in anderen Bands wirklich ein bißchen innovativer zu Werke gehen. Die CD ist zwar schön ... aber auch ganz schön vorhersehbar. Schade. Da wäre mehr dringewesen.
Jadis - More Than Meets The Eye
Wer sich damals (also 1992) die Debut-CD von Jadis 'More
Than Meets The Eye' nicht gekauft hat und sich bis heute darüber geärgert hat, dass er
das beste Werk der Jungs (damals und wie heute wieder in der Besetzung Gary Chandler,
Stephen Christey, Martin Orford und John Jowitt) nicht besitzt und auch nicht mehr
bekommt, darf endlich aufatmen. InsideOut hat die Scheibe in einer 'Special Edition', also
mit Bonus-CD, nochmals veröffentlicht. Also wer sie noch nicht hat, sollte UNBEDINGT
zugreifen. Denn so geile Songs wie z.B. 'Holding Your Breath' oder 'Wonderful World' haben
Jadis später nie mehr geschrieben.
Wer 'More Than Meets The Eye' schon besitzt, muss sich natürlich überlegen, ob es sich
lohnt, das Teil wegen der Bonus-CD nochmal zu kaufen. Denn auf der Bonus-Scheibe sind 13
Songs von Demo-Tapes (zum Teil von 'More Than Meets The Eye' - Sachen) veröffentlicht,
die, mit Ausnahme von Gary Chandler, von früheren - mir unbekannten - Musikern Ende der
80er Jahre eingespielt wurden.
Ich habe zwar so langsam den Überblick verloren, wie viele Studio-CDs Jadis seit dem Erstlingswerk 'More Than Meets The Eye' Anfang der 90er Jahre veröffentlicht haben. In meiner CD-Sammlung stehen aber einige Teile rum. Tja und dieses Phänomen stellt sich bei mir immer dann ein, wenn ich CDs nicht mehr unterscheiden kann und nicht mehr weiß, auf welcher CD jetzt welcher Song veröffentlicht wurde. Und warum passiert das ?? Weil praktisch alle CDs gleich sind. Und leider macht da auch 'Photoplay' überhaupt keine Ausnahme. Typischer Gesang und typische Gitarre von Gary Chandler und der Rest auch irgendwie wie gehabt. Irgendwo habe ich gelesen, dass Jadis jetzt 'härtere Musik' machen sollen ... naja, also wenn man nach dem dritten Ton einer neuen CD schon erkennt, was das für ne Band ist, kanns ja wirklich nicht so richtig anders sein. Schade ... so langsam muss ich mir echt überlegen, ob ich mir das Geld in Zukunft nicht sparen soll. So langsam wirds echt unendlich langweilig mit Jadis.
Jaimz, Steevi - Damned if I do ... damned if I don't
GAST-KRITIK VON GEORG LÖGLER
No Shit ! Da taucht doch tatsächlich nach `zig Jahren aus dem Nichts ein Veteran mit einer Platte auf, mit der man nun wirklich nicht mehr gerechnet hätte. Steevi Jaimz, der erste Sänger von TIGERTAILZ hat hier seine Songs vor und nach seiner Zeit bei den Walisern zusammengestellt. Wenn man bedenkt, dass die Stücke bis ins Jahr 1982 zurückreichen- als Steevi mit CRASH K.O. seiner Zeit voraus war und mit der Band ein Equivalent zu den US Bands darstellte- und bis ins Jahr 1994 gehen, dann klingt die Platte doch recht homogen. Steevi musste mit dem Manko einer fürchterlich dünn produzierten LP ("Young & Crazy"-1987) leben und seine Alkoholexzesse in Verbindung mit diversen. aeh...Auseinandersetzungen haben damals im Kerrang! immer für Erheiterung gesorgt. Doch der Mann rehabilitiert sich hier ca. 10 Jahre zu spät- mit kompetenten Musikern und guten (Party-) Songs in einem Niveau wie in etwa auf den ersten beiden MOETLEY CRUE Platten. Steevi hat mal einen Journalisten in London verprügelt- also von mir bekommt er auch ohne Drohung eine 4. (Auch wenn ich beim letzten Song zum Telefon gesprungen bin, obwohl das Klingeln zum Song gehört)
Jethro Tull - Living With The Past
Wer hätte gedacht, dass Ian Anderson, Martin Barre und Co. nochmal so eine geniale Live-CD herausbringen. Die Aufnahmen stammen zum grössten Teil aus den Jahren 2001 und 2002, es sind aber auch ein paar ältere Shows vertreten. Also ist schon mal klar, dass 'Living With The Past' kein normaler Konzertmitschnitt sondern ein Sammelsurium von vielen Live-Auftritten ist. So kommen wir in den Genuss von Uralt-Heulern wie 'Locomotive Breath', 'Aqualung' oder 'Living In The Past' aber auch die neuere Schaffens-Phase von Jethro Tull kommt nicht zu kurz und zeigt, dass sie vor allem zeitlose Musik machen, die auch heute noch absolut hörbar ist. Über die musikalischen Qualitäten der Jungs braucht man sowieso nicht diskutieren. So ist 'Living With The Past' ein Querschnitt aus Jahrzehnten genialer Musik und jedem halbwegs Interessierten nur ans Herz zu legen. Lediglich Live-Atmosphäre kommt nicht so recht auf, da das Publikum nur sehr spärlich zu hören ist.
Nach der grandiosen Vorstellung auf dem 1999er-Konzert des früher in Popper-Kreisen bekannten Howard Jones (wer erinnert sich nicht an die Jugendzeit und an HoJo's Hits 'What is love' oder 'New Song'), bei dem er neben den neuen Titeln der letzten CD 'People' (KAUFTIPP !!) seine sämtlichen alten Heuler, unterstützt von Ex-Fish-Gitarrist Robin Boult, in einem völlig neuen Kleid präsentierte, muß auf seiner Homepage die Hölle losgewesen sein. Tausende von Fans sind an HoJo mit dem Wunsch herangetreten, die 'modernen' Versionen auf CD zu verewigen. Und er hat's getan. Ein geniales 'No one is to blame', ein klasse 'Everlasting love', ein über 10-minütiges 'Hide and seek (der absolute Hammer auf der CD ... mit Robin Boult an der Spanish-Guitar ), ein paar alte Stücke als Reggae oder mit Karibik-Sound. Insgesamt eine hypergute CD für Leute ohne Vorurteile. Der Mann kann wirklich Musik machen.
Jorn Lande wird so langsam der heimliche Star-Sänger der Hard Rock-Szene. Neben seinen (zum Teil genialen) Sangesleistungen bei Ark, Millennium, Brazen Abbot und bei Herrn Malmsteen ist 'Worldchanger' bereits sein zweites Solo-Album. Und hier kommt er locker an seine offensichtlichen Vorbilder wie Glenn Hughes, David Coverdale oder Tony Martin ran. Und von Power-Metal bis Fantasy-Zeugs hat er alles drauf. Insgesamt ist Jorn Lande etwas härter als auf seiner Debut-CD 'Starfire', aber das passt hervorragend zu seiner Heavy-Stimme. Für Metal-Freaks könnte das eine Scheibe sein, die so schnell nicht mehr aus dem CD-Player wandert. Für den Prog-Freund ist das Teil allerdings nur sehr eingeschränkt zu empfehlen.
Hansdampf in allen Gassen Jorn Lande hat es mal wieder geschafft und ein Solo-Album rausgebracht. Eigentlich richtig erstaunlich wenn man bedenkt, wo der Mann alles mitmischt (Masterplan, Ark, Millenium, Brazen Abbot und diverses anderes Zeug), dass er hierfür überhaupt noch Zeit hat. Immerhin hat es dann für 10 Titel und gut 47 Minuten Musik gereicht. Unter anderem Pagan's Mind - Gitarrist Jörn Viggo Lofstad, der auf der CD ganz schöne Bretter runterschrammeln darf, hat großen Anteil daran, dass die Songs teilweise sehr straight daherkommen. An die 'Masterplan' kommt die Scheibe zwar nicht heran, ist aber Heavy Metal - Fans trotzdem zu empfehlen.
Oh jeh. Jahrelang freut man sich auf eine neue Journey-CD und dann DAS. Neuer Sänger der meint er wäre Steve Perry (ist es aber nicht mal annähernd), Neal Schon hat auch schon bessere Tage an der Klampfe gehabt und das Songwriting lässt auch sehr zu wünschen übrig. Ich würde mal sagen, lasst Eure Finger von dem Teil und kauft Euch was Altes von Journey (z.B. die vorletzte Veröffentlichung 'Trial by Fire'). Sonst ist's rausgeschmissenes Geld.
Kaipa ist die Band, in der Flower Kings Mastermind Roine Stolt seine Musiker-Karriere begann. Und nach vielen vielen Jahren haben sich zumindest die Ur-Mitglieder Stolt und Keyboarder Hans Lundin wieder zusammengetan und im Jahr 2002 die CD 'Notes From The Past' aufgenommen (die ich mir nicht zugelegt hatte, weil ich gelesen hatte, das klingt wie Flower Kings und die mag' ich ja eigentlich nicht so). Und jetzt gibt es ein weiteres Werk, unter anderem noch eingespielt mit Jonas Reingold (Bassist der Flower Kings) und Ritual-Sänger Patrik Lundström. Warum habe ich mir jetzt 'Keyholder' gekauft ? Keine Ahnung. Das Cover fand ich ganz toll und außerdem hat mir das Booklet verraten, dass Roine Stolt zumindest an den Kompositionen wenig beteiligt war und auch nicht singt sondern nur das tut, was er wirklich kann - nämlich Gitarre spielen. Somit dachte ich ... gib' 'Kaipa' eine Chance ... und sie haben sie genutzt. 'Keyholder' ist in meinen Augen ein sensationell gutes Prog-Album, das auf über 78 Minuten klingt wie eine Mischung aus Yes und alten Genesis (aus der Lamb Lies Down ... Zeit). Komplizierte, vertrackte Stücke zwischen 6 und 14 Minuten, die wohl jedes Prog-Herz erfreuen werden. Und der angenehme Gesang von Patrik Lundström ist echt auch richtig passend und auch nicht allzu häufig. Bis jetzt für mich das Prog-Highlight des Jahres und bei nächster Gelegenheit werde ich mir auch noch 'Notes From The Past' zulegen.
Die Enttäuschung des bisherigen Jahres kommt für mich sicher von Kaipa. Fand ich den Vorgänger 'Keyholder' noch richtig gut, kann ich jetzt 'Mindrevolutions' aber so überhaupt nichts abgewinnen. Langweiliges, uninspiriertes Gedudel, alles total vorhersehbar und schon mal dagewesen. Da hilft auch der fast 26-minütige Titeltrack nicht ... ich konnte die Scheibe bis jetzt noch nicht mal am Stück anhören, da ich immer das Bedürfnis hatte, vor Langeweile einzuschlafen. Ähnlich wie bei 'The Tangent' ist also Herr Stolt mal wieder bei mir durchgefallen.
Fast völlig unbeachtet fristet die Ami-Band Kamelot (in Florida liegt man nicht nur am Strand sondern macht auch Musik) ihr Dasein. Und das völlig zu Unrecht. Meiner Meinung nach ist Kamelot eine der besten Prog-Metal-Bands, die derzeit ihr Unwesen treibt. 'The Expedition' ist ein nach (glaube ich) 4 Studio-CDs das erste Live-Album von der Europa-Tour im April 2000 (mit Crimson Glory) und beinhaltet ausschließlich geniale Songs in glasklarem Sound vor allem von den letzten 2 Alben (The Forth Legacy und Siege Perilous). Vor allem Sänger Khan erinnert mich schwer an James LaBrie (von DreamTheater). Außerdem sind auf der CD noch 3 Bonus-Tracks enthalten, wobei vor allem das keltisch angehauchte Instrumental 'We Three Kings' überzeugt. Für alle, die Kamelot noch gar nicht kennen ist diese Live-CD ein toller Querschnitt der Band und absolut gut.
Schon immer zu meinen absoluten Lieblingen im Hard-Rock-Bereich gehört die Ami-Band Kamelot, die leider bis jetzt den ganz großen Durchbruch noch nicht geschafft hat. Schade eigentlich, denn auch die neueste Veröffentlichung 'Karma' gehört in meine Augen zu den bisherigen Highlights im Jahr 2001. Gewohnt gute weil fetzige Songs, die aber leider ein bißchen unter der schwachen Produktion leiden. Sänger Khan hat sich mittlerweile hervorragend in die Band integriert und ist in meinen Augen von Kamelot nicht mehr wegzudenken. Ich hoffe mal, daß die Jungs mit dieser Scheibe den Durchbruch endlich schaffen. Verdient hätten sie's. Wegen dem mäßigen Sound gibts von mir aber einen Abzug in der Wertung.
Die US-Prog-Metal-Band Kamelot beglückt uns mal wieder mit einem neuen Output, produziert von Sascha Paeth und Miro, die ja bekanntermassen auch für Rhapsody hinter dem Studio-Mixer stehen. Zwar ist auch 'Epica' (wie schon der Vorgänger 'Karma') soundmäßig nicht gerade der Brüller (eigentlich komisch, denn bei Rhapsody bekommen es die Jungs ja auch hin), doch musikalisch haben Kamelot noch einen Zahn zugelegt, wobei ich aber ein bißchen negativ anmerken muss, dass sich Sänger Khan zwischenzeitlich ganz schön in den Vordergrund singt. 16 Songs plus ein Bonustrack (inklusive ein paar Zwischenspielen) machen die Scheibe aber zu einer der besten CDs, die die Jungs bis jetzt aufgenommen haben. Kamelot-Fans werden sowieso blind zugreifen (und machen dabei auch wahrlich keinen Fehler) ... und alle die Kamelot bis jetzt noch nicht kennen, könnten mit 'Epica' den richtigen Einstieg schaffen.
Hmm ... was soll ich schon wieder über den neuen Output der Jungs aus Florida schreiben. Irgendwie wiederhole ich mich bei jeder Review. Und das passiert jetzt auch bei 'The Black Halo'. Geile CD, tolle Songs, das Beste was die Jungs bisher rausgebracht haben ... UND ... endlich auch mal ein ansprechender, fetter Sound. Das ist wohl das auffälligste an dieser CD. Und der immer mal wieder eingestreuten weiblichen Stimmen unterschiedlicher Sängerinnen. Und auch Dimmu Borgir - Shouter Shagrath hat einen Gast-Auftritt. Thematisch geht es bei diesem Konzept-Album (wie auch schon beim Vorgänger 'Epica') um Goethes Faust (unschwer schon am Opener 'March Of Mephisto' zu erkennen). Für Freunde der etwas härteren Töne unbedingt zu empfehlen.
Kamelot - One Cold Winter's Night (Doppel-CD / Doppel-DVD)
Es wurde ja auch endlich mal Zeit,
dass alle die bis jetzt noch kein Kamelot-Konzert live erleben durften, zumindest in Form
einer Live-DVD einen Eindruck gewinnen können, wie klasse die Band ist. 'One Cold
Winter's Night' gibt es in Bergen von Ausstattungsvarianten. Ich habe mir die teuerste
Version davon gegönnt, nämlich die Doppel-DVD mit einem grandiosen Konzert aufgenommen
in Kamelot-Sänger Roy Khan's Heimat Norwegen ... genauer gesagt in Oslo und einer
Bonus-DVD mit Interviews, Videos, Photo Gallery und was man sonst noch so alles braucht.
Und dazu gibt es dann noch das Konzert als Doppel-CD sowie ein Kamelot-Poster.
Wer von dieser Prog-Metal-Band noch gar nichts hat, sollte mit One Cold Winder's Night
einfach den Einstieg probieren. Ein toller Querschnitt aus vielen Jahren Kamelot. Alle
Anderen sind ja eh schon vom Kamelot-Fieber befallen und gönnen sich für knapp 40 Euro
dieses Package sowieso. Ich kann nur sagen: KAUFEN!! Einfach eine klasse Band ... auch
live.
Leider einen Schritt zurück haben Kamelot mit ihrem neuesten Output 'Ghost Opera' gemacht. Fand ich den Vorgänger 'The Black Halo' doch fast genial, ist 'Ghost Opera' eigentlich eher langweilig und lange nicht so abwechslungsreich wie die letzten CDs der Jungs. Klar, alleine durch die Stimme von Roy Khan klingt's natürlich nach Kamelot, aber irgendwie sind alle Songs irgendwie gleich. Und dann auch noch nach 44 Minuten schon wieder vorbei. Schade eigentlich. Ich hoffe mal, dass das nur ein kleiner Ausrutscher war. Eingefleischte Kamelot-Fans werden natürlich trotzdem ihren Spaß daran haben. Ich bin ein bißchen enttäuscht.
Kansas - Somewhere to elsewhere
GAST-KRITIK VON MICHAEL DOSTER
Die alten Herren sind wieder zurück, und zwar in Originalbesetzung - Robbie Steinhardt (Violine/Gesang) und Kerry Livgren (Keyboards/Gitarre) sind also wieder mit dabei. Wie man eigentlich erwarten konnte, ist dabei ein Album herausgekommen, das qualitativ an die legendären Werke von Kansas lückenlos anknüpft. Melodisch, mit einer Prise Bombast, mehrstimmiger Gesang und Violine: die Jungs haben nichts verlernt. Leider stellt sich auch bei mehrmaligem Anhören keine rechte Freude ein. Hervorragende Musiker und ein gutes Arrangement sind eben kein Garant für Musik die "unter die Haut" geht. Zweifelsohne ein gutes Album - leider ohne herausregende Ohrwürmer oder andere Überraschungsmomente. Kansas-Fans werden die Scheibe "der Vollständigkeit halber" brauchen - für alle anderen würde ich behaupten, daß das Fehlen dieser CD keine allzu häßliche Lücke im CD-Regal hinterlassen wird.
Kansas - Device - Voice - Drum
Die alten Haudegen der legendären Band 'Kansas' waren ja 2001 (zusammen mit Asia) in fast Original-Besetzung auch auf Tour in Deutschland. Und das Konzert (das ich in Stuttgart besucht habe) war wirklich klasse. Jetzt (Anfang 2003) gibt es auch den passenden Live-Mitschnitt in Form einer Doppel-CD (allerdings mit einer nur knapp 35 Minuten langen 2. CD, auf der aber zusätzlich noch ein paar CD-Rom-Sachen wie z.B. ein Live Video von 'Distant Vision' drauf sind) von einem Konzert aus Atlanta (Georgia). Und wie kann es anderst sein: es ist praktisch eine Best Of ... CD mit den alten Heulern wie 'Journey from Mariabronn', Dust in the Wind, 'Point Of Know Return', 'Portrait' oder 'Carry On ...', aber auch ein paar 'neue' Stücke der 2000er-CD 'Somewhere To Elsewhere' (wie z.B. 'Icarus') sind vertreten, die live richtig gut rüberkommen. Insgesamt eine gelungene Scheibe, die sicher nicht zum letzten Mal bei mir im CD-Player war ... alleine schon Mal wegen den 'guten alten Zeiten'.
Kansas - Device - Voice - Drum (DVD)
Kritik von Siggi Greck
Einer meiner absoluten Lieblings-Bands haben inzwischen auch eine DVD mit
dem bezeichnenden Titel "Device-Voice-Drum" veröffentlicht. Dem Fan wird hier
ein tolles Konzert, das am 15. JUni 2002 vor einem auserwählten Fan-Kreis in Atlanta
stattgefunden hat. Neben den frühen Werken aus den 70ern wie "Icarus",
"The Wall", "Dust in The Wind" und "Carry on Wayward Son"
sind auch ein paar neuere Stücke enthalten, die auch begeistern können, wie z.B. Icarus
II vom 2000er Albumg "Somewhere To Elsewhere". Interessant sind auch die Songs
"Fight Fire With Fire" und "Play The Game Tonight", die ja
ursprünglich in der Phase aufgenommen wurden, in der Steve Walsh die Band verlassen
hatte. Mit der Stimme von Walsh kommen diese Stücke einfach besser rüber. Alles in allem
eine sehr gelungene DVD!
Kaos Moon - The Circle Of Madness
Die kanadische Prog-Rock-Band 'Kaos Moon' existiert, mit Unterbrechungen, eigentlich schon seit 1985. Seit dieser Zeit gab es aber einige Musiker-Wechsel, Auflösungen, Wiedervereinigungen, Treffen einzelner Musiker in anderen Bands und so weiter. Und im Jahr 2004 gibt es mal wieder eine Neuauflage der Band, wobei als Alt-Mitglieder nur noch Schlagzeuger Bernard Ouellette, und die Gitarristen Alain Pothier sowie Benoit Chaput dabei sind. Vor allem die erste CD 'After The Storm' wurde in der Prog-Welt hervorragend kritisiert und die Band mit Saga und Queensryche verglichen (wobei ich das etwas merkwürdig finde, denn diese 2 genannten Bands haben ja wohl so gut wie nichts gemeinsam). Da mir die Musik von Kaos Moon ja so gar nicht bekannt ist, war ich ja schon ziemlich gespannt, was nach Jahren der Abstinenz herausgekommen ist. Und ich muss sagen, ich bin mehr als positiv überrascht. Von Saga oder Queensryche ist zwar überhaupt nichts zu erkennen, aber wer auf melodischen Folk-Prog-Rock zwischen Mostly Autumn (natürlich ohne weiblichen Gesang) und ruhigere Kansas-Stücke (wie 'Dust In The Wind') steht, sollte mehr als ein Ohr riskieren. Vor allem die gefühlvollen Stücke wie 'The Waves' (mit einem tollen mehrstimmigen Gesang) oder dem leicht orientalisch angehauchten 'Eternal Light Avenue' sind richtig klasse. Aber auch die etwas schnelleren und proggigeren Sachen ('Crawl', 'Say To Me' oder 'SOAB') sind nicht schlecht und erinnern mich vielleicht sogar ein bißchen an 'Yes'. Und dass die Jungs George W. Bush nicht unbedingt leiden können, macht sie auch nicht gerade unsympatisch (siehe den Song 'Presidency'). Für mich eine gelungene CD mit nur einem Nachteil. Sie ist lediglich knapp 41 Minuten lang. Gemastered wurde die Scheibe übrigens von Richard Addison, der ja schon auf einigen Veröffentlichungen von Unicorn Records gezeigt hat, dass er sein Handwerk mehr als versteht.
Bereits im Jahr 2003 hat die Montréaler Instrumental-Band 'Karcius', bestehend aus Simon L'Espérance (Gitarre), Thomas Brodeur (Drums), Dominique Blouin (Bass) und Mingan Sauriol (Keyboards) die CD 'Sphere' eingespielt und auch in Eigenregie veröffentlicht. Nun sind die Jungs unter den Fittichen des kanadischen Labels von Unicorn Digital und werden bald einen Nachfolger präsentieren. Bis dahin hat Richard Addison (regelmäßige Leser meiner Homepage wissen jetzt schon, dass das ein Garant für brillianten Sound ist) sich der CD angenommen und überarbeitet. Und herausgekommen ist eine (natürlich mit einem tollen Sound versehene) Instrumental-Prog-Fusion-CD, die, obwohl sie teilweise in Richtung Jazz abdriftet (was jetzt ja nicht so unbedingt mein Hauptfach ist), auf immerhin 67 Minuten interessante Songs präsentiert. Gut finde ich vor allem die immer wieder auftauchenden Latino-Anleihen (wie z.B. bei meinem Lieblings-Song 'Evolution', der auch wegen der tollen Gitarre irgendwo sogar an Carlos Santana erinnert), die einen automatisch zum mitwippen animieren oder auch den 8 1/2 Minuten-Song '1111' (der heißt wirklich so) mit einem tollen klassischen Piano-Part . Etwas aufgeschlossen gegenüber Jazz oder Fusion sollte man auf jeden Fall sein, wenn man sich die komplette CD 'Sphere' anhört. Aber dann bekommt man wirklich einen interessanten Happen Musik geboten. Mehr Infos über die Band gibt es unter www.karcius.com.
Schon mit der Vorgänger-CD 'Sphere', ursprünglich aus dem Jahr 2003, hatte ich bei den ersten Hördurchgängen so meine leichten Schwierigkeiten, konnte mich aber dann doch in Teilen daran mehr als gewöhnen. Umso gespannter war ich auf den Nachfolger, der jetzt in Form von 'Kaleidoscope' wieder von Richard Addison gemastert und bei Unicorn Digital veröffentlicht wurde. Irgendwie habe ich so den Eindruck, als ob die Band meine leichte Abneigung gegenüber Jazz berücksichtigt haben, denn diese Parts sind auf 'Kaleidoscope' zwar noch vertreten (z.B. beim Song 'Tunnel'), aber nicht mehr so dominat wie auf 'Sphere'. Deswegen kommt, zumindest für meine Ohren, eine weitaus melodischere und zugänglichere Instrumental-CD rüber, die dem Prog-Freund, wenn er gewissen Fusion-Einflüssen offen gegenüber steht, sicherlich gefallen wird, denn immer wieder gibt es wunderschöne Melodie-Linien gepaart manchmal auch mit etwas härteren bzw. hektischern Tönen. Highlight für mich ist das 11-minütige 'Hypothèse B', vor allem wegen dem tollen gefülvollen Gitarrensolo ziemlich am Ende des Songs. Antesten lohnt sich auf jeden Fall.
Bands aus der Ukraine sind in unseren Gefilden ja eher selten. Zumindest mir fällt da auf Anhieb nichts dazu ein. Doch diese Lücke hat jetzt endlich ein Ende. Denn Unicorn Digital (www.unicorndigital.com) hat eine neue Band namens Karfagen (was soviel wie Karthago bedeutet) unter ihre Fittiche genommen, die aus der Ukraine stammt und zumindest den Artrock-Fans unter uns wahrscheinlich Tränen in die Augen treiben wird. Denn die Jungs um Band-Gründer und Keyboarder Antony Kalugin brennen hier ein sehr keyboardlastiges und fast instrumentales Artrock-Feuerwerk ab, das seinesgleichen echt suchen muss. Da wird sogar Rick Wakeman wahrscheinlich erstaunt aus der Wäsche schauen. Keyboard-Gefrickel, Folk-Rock-Elemente mit teilweise traditionellen Instrumenten (Drehleier, Duduk), ein paar wimmernde Gitarren-Parts, ein absolutes Highlight (das über 8-minütige Amused Fair) und ein wunderschöner, gefühlvoller Bonustrack (Close To Heaven). Leider nach nicht mal 42 Minuten schon wieder vorbei. Aber jeden zu empfehlen, der auf etwas folkigen Artrock steht. Einziges Manko ist demnach nur das etwas unleserliche und knappe Booklet. Zu beziehen unter anderm bei www.justforkicks.de.
Karfagen - The Space Between Us
Ich war ja schon vom Vorgänger-Album 'Continium' der Ukrainischen Art-Rock-Band 'Karfagen' mehr als begeistert und hoffe doch mal, dass wenigstens ein paar von Euch diese geniale Scheibe gekauft haben. Und jetzt gibt es einen würdigen Nachfolger namens 'The Space Between Us', bei dem die Band um Kopf und Multiinstrumentalist Antony Kalugin mal wieder alle Register des fast instrumentalen Art-Rocks ziehen. Tolle Gitarrenparts mit unterlegtem Keyboard-Teppich, nette Einlagen mit Harmonium und Bayan, einfach 65 Minuten tolle Musik ohne auch nur einmal langweilig zu werden. Da machen sogar mir die kurzen Ausflüge ins jazzige Gefilde nichts aus. Und das will was heißen. Und dass neben Antony Kalugin noch ein mehr als begnadeter Keyboarder und Pianist mitspielt (in Form von Oleg Poyanski), zeigt das Stück 'The Dream Master) bei dem der Gute am Piano zaubert. 'The Space Between Us' zeigt aber auch einmal mehr, dass Prog-Musik auch ohne Gesang klasse und abwechslungsreich sein kann. Veröffentlicht wurde die CD wieder bei Unicorn Digital und dürfte wohl bald bei Just For Kicks zu erhalten sein. Freunde der instrumentalen Musik sollten auf jeden Fall zugreifen.
Karmakanic - Entering The Spectra
Hinter Karmakanic verbirgt sich niemand anderes als FlowerKings-Bassist Jonas Reingold, der neben seinen Flower-Brüdern Roine Stolt, Tomas Bodin und Zoltan Csörsz noch ein paar andere Schweden aufgelesen hat (darunter lustigerweise auch Melodic-Rock-Sänger Göran Edman) um eine CD aufzunehmen, die musikalisch nicht weit von seiner Stamm-Band entfernt ist. Vielleicht nicht so Stolt-lastig (und deswegen für mich als Nicht-FlowerKing-Fan erträglicher) und manchmal sogar richigt gut (wie z.B. bei 'The Man In The Moon Cries') aber dann auch wieder völlig daneben und jazzig. Wäre ich jetzt gehässig, würde ich als Fazit ziehen, dass 'Entering The Spectra' die beste Flower Kings - CD ist, die im Jahr 2002 veröffentlicht wurde. Für Freunde der Blumenkönige und Anhäger von Spock's Beard und Konsorten ist die Scheibe auf jeden Fall ein Kauf wert. Mich haut sie nicht unbedingt vom Hocker.
Kritik von Siggi Greck
Die CD Wonderland der schwedischen Band Kharma wäre fast irgendwie spurlos an
mir vorbeigegangen. Hatte Sie zwar schon einige Zeit im Regal stehen, aber gar nicht
gemerkt, was für eine Perle diese Scheibe aus dem Jahr 2000 ist. Sänger Göran Edman hat
ja schon bei einigen Projekten mitgewirkt und dürfte Kennern der Szene bekannt sein.
Wer auf guten Melodic Rock mit einer ordentlichen Portion Kansas/Styx steht, kann hier
bedenkenlos zugreifen!
Kritik von Siggi Greck
Ein sehr gutes Album für alle Melodic und Hard Rock Fans ist dieses Werk
der Formation Khymera. Hinter dieser Band steckt der Multi-Instumentalist Daniele Liverani
und der Kansas-Sänger Steve Walsh. Und das ist eben nun mal eine Bank. Weitere Musiker:
Billy Greer (Streets, Seventh Key, Kansas) und Mike Slamer (Streets, City Boy, Streethouse
Lane). Die Songs stammen aus der Feder von so bekannten Musikern wie Jim Peterik
(Survivor), Russ Ballard, Kip Winger, Neal Schon, David Foster, Mark Spiro, JOhnny Gioli
und Giorgio Moroder! Also, wer auf Sachen wie Streets oder Steelhouse Lane abfährt, ist
hier richtig! Einziges Manko: nur knapp 45 Minuten Laufzeit!
John Mitchell (Arena, The Urbane), John Beck (It Bites), Pete Trewavas (Marillion, Transatlantic) und Chris Maitland (Porcupine Tree) sind zusammen die Band 'Kino', die in den einschlägigen Kreisen schon wieder als 'Supergruppe' betitelt wird. Ich weiß zwar nicht, was daran super sein soll, denn so bekannt sind die Jungs jetzt auch nicht und ihre Kreativität ist in ihren Stamm-Bands nun auch eher rudimentär vorhanden, sieht man vielleicht ein bißchen von John Mitchell ab, der immerhin bei Arena zwischenzeitlich zum zweiten Kopf neben Clive Nolan geworden ist. Naja, und wer ein Prog-Feuerwerk im Stile der letzten Prog-Supergruppe (Transatlantic) erwartet, wird dann auch eher enttäuscht werden. Anspruchsvolle Pop-Musik mit einem leichen Touch zum Rock würde ich mal sagen. Belanglos wäre der negative Ausdruck dafür ... ich möchte es mal dann eher als 'es bleibt von der Musik auch nach mehrfachem Hören leider nicht viel hängen' beschreiben. Und da hilft auch die Limitierte Version mit Bonus-DVD nicht viel weiter, auf der 4 Live-Stücke vom Konzert im Kölner 'Underground' veröffentlicht sind, die mich aber weder von der Stimmung her noch wegen der Darbietung vom Hocker reissen. Ich würde mal sagen eine 'nette CD zum nebenher hören'. Mehr ist's leider nicht. Aber wer Mitchell's Veröffentlichungen mit seiner Zweit-Band 'The Urbane' mag, wird vielleicht auch mit 'Kino' seine Freude haben.
Vielleicht mögen einigen von Euch, vor allem wenn Ihr Euch in der Power-Metal-Szene etwas auskennt, die Namen Stephen Fredrick (Ex-Fire Wind Sänger) und Corbin King (Gitarrist von Vainglory) was sagen. Und wer meine CD-Reviews über hochgelobte Scheiben gelesen hat und sich die Teile dann auch kauft, wird eventuell auch Stian Kristoffersen (Schlagzeuger von Pagan's Mind) kennen. Dazu kommt noch James Martin (der sagt mir jetzt nichts) und als Produzent David T. Chastain (hat als Gitarrist auf mehr als 50 CDs mitgespielt und ist Gründer von 'eviathan Records' und fertig ist eine ziemlich interessante Power-Metal-CD, die 10 zumeist im Midtempo-Bereich angesiedelte und recht fett produzierte Songs beinhaltet, die manchmal sogar (wahrscheinlich vor allem wegen der Stimme von Stephen Fredrick) manchmal sogar ein bißchen nach Metal Church klingt. Freunde der härteren melodischen Töne sollten mal mehr als ein Ohr riskieren. Nur die Texte sind dann doch etwas dämlich und für die heutige Zeit unpassend ... das wäre dann eher das Niveau von Manowar der 80er (viel Fight, viel War).
Hinter 'Kirlian Aura' steckt nur eine Person, nämlich der
Keyboarder Keith Petty. Inspiriert von der Rush-CD 'Hold Your Fire' und von Blue Oyster
Cult's 'Imaginos' kam er zur Musik und begann zuerst mit analogen Synthies. Und viele
Jahre hat es gedauert, bis jetzt endlich die erste (hier vorliegende) CD das Licht der
Öffentlichkeit erblickt hat. Natürlich rein instrumental, sehr atmosphärisch, herrliche
Keyboard-Teppiche, schöne Hook-Lines, eine CD zum dahinschweben. Vergleichen möchte ich
die CD eigentlich mit nichts in meinem CD-Regal. Aber ich würde mal sagen, das was
Geoffrey Downes mit seinem 'New Dance Orchestra' bei mir nicht geschafft hat (nämlich
dass mich auch nur eine seiner CDs halbwegs gefesselt hat), schafft Keith Petty vom ersten
Takt an. Licht aus, Kerzen an, Flasche Wein in den Kopf (oder andere biologische
Hilfsmittel) und einfach mit der Musik treiben lassen.
Klar ist eine 70-minütige Instrumental-CD mit reinen Synthie-Klängen nicht Jedermanns
Sache, aber wer sich das in etwa vorstellen kann, sollte versuchen, an den Silberling
heranzukommen. Ich habe keine Ahnung, ob die CD in Deutschland erhältlich ist. Aber auf
der Homepage von
Kirlian Aura sind ein paar Bezugsmöglichkeiten (sowie MP3-Downloads) genannt. Außerdem
gibt es dort ein paar recht interessante Statements des Künstlers. Unbedingt antesten!
Gast-Kritik von Siggi Greck
Mehr durch Zufall bin ich auf diese DVD gestossen. Ich habe einen kurzen
Ausschnitt gesehen, und fand den so gut, dass ich mir das Teil zulegen musste. Das
Konzert, das im Februar 2003 vor fast 40.000 Besuchern in Melbourne aufgezeichnet wurde,
ist in 3 Abschnitte unterteilt. Der 1. Akt besteht aus einem normalen Kiss Konzert, im 2.
Akt werden Kiss-Klassiker mit einem 12köpfigen Teil des Melbourne Symphony Orchestras,
dem "Melbourne Symphony Ensemble" dargeboten. Hier werden vorwiegend Balladen
gespielt, die dann auch für entsprechende Gänsehautstimmung sorgen. Im 3. Akt stösst
dann das Komplette Orchester mit etwa 60 -70 Musikern dazu. Ein regelrechter Overkill an
Pyro- und Lichteffekten erwartet den Zuschauer, eingefangen von über 40 Kameras. Die
Musiker, die schätzungsweise zum Teil die 50 Jahre deutlich überschritten haben, sind
alle, wie auch der Dirigent, im Kiss-Look geschminkt. Also, ich finde, hier hat die Truppe
was ganz Tolles abgeliefert. Meine beiden Söhne, 6 und 8 Jahre finden das Konzert auf
alle Fälle so toll, dass sie dauernd fragen, wann Kiss denn endlich mal nach Ulm kommen.
Ausserdem wollen Sie sich im Fasching als Gene Simmons bzw. Peter Criss verkleiden. Ich
hoffe, Sie vergessens bald wieder, denn ich weiss nicht, wo ich die Kostüme herkriegen
soll. Aber zurück zur DVD: Perfekte Aufmachung, das komplette Konzert auf 2 DVDs, sowie
eine Dokumentation. Unverständlich bei soviel Aufwand: Die Tracklist auf dem Cover stimmt
nicht, und warum der 3. Akt auf beiden DVD´s komplett enthalten ist, hab ich bis heute
noch nicht kapiert.
Knopfler, David - Wishbones / Ship Of Dreams
Kritik von Siggi Greck
Mehr durch Zufall bin ich auf den relativ unbekannten Bruder von Mark Knopfler gestoßen.
David Knopfler hat die Band Dire Straits nach den ersten beiden Alben verlassen und
seitdem einige Veröffentlichungen hervorgebracht. Angeregt durch positive Kritiken im
Internet hab ich mir die beiden CDs Wishbones (2001) und Ship Of Dreams (2004) bestellt
und bin positiv überrascht. Mark ist mir, vor allem mit seinen letzten
Veröffentlichungen doch irgendwie zu lahm geworden. Da hört sich sein Bruder David viel
frischer an. Mehr gefallen die beiden Alben auf jeden Fall ganz hervorragend. So könnten
Dire Straits heute klingen! Die CDs werden bei ebay haufenweise zu Billigstpreisen
verkauft (so um die EUR 3,--) Antesten!
Knopfler, Mark - The Ragpicker's Dream
Waren das noch Zeiten, als Mark Knopfler zusammen mit den Dire Straits so geniale Sachen wie 'Telegraph Road', 'Brothers In Arms' oder 'Private Investigations' veröffentlicht hat. Dire Straits gibt es nicht mehr und Mark Knopfler hat es wohl auch nicht mehr nötig, sich anzustrengen, nachdem man ihm jeden Mist (wie z.B. die letzten Veröffentlichungen) millionenfach abkauft. Und so wird es bestimmt auch wieder mit 'The Ragpickers Dream' sein. Die CD beginnt ja ganz nett mit 'Why Aye Man' aber dann dudelt das Teil nur noch so vor sich hin (ein Langweiler nach dem Anderen), zwischendurch mal wieder ganz nett (wie z.B. bei 'Quality Shoe') aber die meisten Songs könnten locker für die Jack Daniels - Werbung verwendet werden. Lahmes Gedudel auf der akustischen Klampfe und der typisch knödelige Gesang von Mark Knopfler. Wer sich schon unbedingt die Scheibe kaufen muss, sollte wenigstens die limitierte Doppel-CD nehmen. Denn auf der Bonus-CD sind neben Live-Aufnahmen von 'Why Aye Man' und 'Quality Shoe' auch noch Live-Aufnahmen von 'Sailing To Philadelphia und 'Brothers In Arms' vertreten sowie ein Enhanced Video für PC. Wegen der Bonus-CD gibt's dann doch noch eine sehr eingeschränkte Kaufempfehlung.
Zumindest den einen Kopecky-Bruder, nämlich William Kopecky, müsstet Ihr ja schon kennen, wenn Ihr meinem Rat gefolgt seid und Euch von der Band 'Parallel Mind' die CD 'Colossus ADEA' zugelegt habt. Und genau dieser William Kopecky spielt den Bass auch in der Band 'Kopecky' zusammen mit seinen Brüdern Joe (Gitarre) und Paul (Drums). Neben einigen Konzerten als Vorgruppe von so Prog-Größen wie Porcupine Tree, Spock's Beard oder auch den Flower Kings haben sie sich schon einen Namen gemacht. Aber auch Auftritte beim BajaProg oder ProgDay oder William und Joes Auftritten beim Pär Lindh Project auf dem NearFest zeigen schon, dass die Band 'Kopecky' in dieser Liga irgendwo mitspielen kann. Musikalisch bewegen sich die 3 Brüder aber auf eigenen Pfaden, denn dieser rein instrumentale Prog ist in der Grundrichtung etwas 'dunkel' und getragen, hat aber trotzdem genug Drive und Virtuosität. Sie jetzt rein wegen der Instrumenten-Besetzung mit Rush zu vergleichen, wäre natürlich etwas vermessen. Aber so ein klein wenig in diese Richtung geht es dann schon. Veröffentlicht wurde die CD bei Unicorn Digital und ich würde empfehlen, das Teil einfach mal anzutesten, wenn man mit Instrumental-Mucke was anfangen kann.
Kostarev Group, Alexander - Live At Inprog
Einer der bekannteren Leute in der Progressiv-Szene von Moskau ist der jetzt 50-jährige Gitarrist Alexander Kostarev und seine in den späten 90ern gegründete Band ist eine der Führenden in Moskau. Sagt zumindest die Plattenfirma 'Starless Records'. Leider habe ich über die Band keinerlei sonstigen Informationen, weil sowohl die Homepage der Record Company als auch die Band-Homepage in kyrillisch ist. Auch das Booklet gibt nicht viel mehr her, wobei hier zumindest ein paar Kommentare zu den Songs in Englisch nachzulesen sind. Kostarev selbst bzw. die Plattenfirma bezeichnet die Musik als 'Sympho Progressive Fusion' (was immer das genau sein mag), aber irgendwie trifft das dann auch zu. Rein instrumentaler Prog mit leicht jazzigen Einflüssen, eingestreuter ziemlich hektisch-quietschender Violine und manchmal auch leicht orientalischen Klängen. Herzstück der CD, übrigens wie der Name schon sagt live aufgenommen beim Moskauer Inprog-Festival im Jahr 2003, ist das 5-teilige 'Concerto Grosso #1' mit kurz überschlagenen 23 1/2 Minuten und leicht barocken Einflüssen (die teilweise ein bißchen an Jethro Tull erinnern). Hier wird dann durch alle möglichen Stilrichtungen musiziert von Klassik bis oberschrägem Gitarren-Gefrickel. Handwerklich richtig gut gemacht. Wer auf instumentalen Retro-Prog mit leicht chaotischen Teilen steht, sollte sich die Scheibe besorgen. Ich findt's ein bißchen 'anstrengend'.
Kotipelto - Waiting For The Dawn
Noch ein unbekannter finnischer Ratta-Heinz ??? Weit gefehlt. Timo Kotipelto ist Sänger von Stratovarius und hat die längere Auszeit seiner Band genutzt, um ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen. Und die Musiker, die sich hier versammelt haben, können sich sehen lassen. Gitarren-Gott Michael Romeo (Symphony X), Ex-Helloween-Gitarrero Roland Grapow, Sonata Arctica - Keyboarder Mikko Harkin, HIM-Drummer Gas Lipstick sind genauso vertreten wie Statovarius-Mitstreiter Jari Kainulainen (Bass) und noch einige andere Jungs, deren Namen mir aber leider nichts sagen. Und musikalisch steht Timo Kotipelto seiner Haupt-Band eigentlich in nichts nach, abgesehen davon, dass sein Solo-Debut irgendwie sogar abwechslungsreicher (weil nicht immer ganz so bombastisch) ist. Von Zucker-Ballade bis Metal-Hymne ist alles vertreten, was der Metal-Freund braucht. Wer auf Stratovarius und Konsorten steht, sollte das Teil sofort kaufen.
Kramer, Josh - Headbanger's Night 2
Auch wenn die Musik von Josh Kramer bzw. Saint, bei der der Junge ja
wieder singt, nicht gerade prog-relevant ist, lohnt es sich doch, mehr als ein Ohr zu
riskieren, wenn man von True-Metal nicht von vorne herein abgeschreckt wird. Denn was Josh
Kramer auf dem Konzert in der (wahrscheinlichen ) Metal-Hochburg Nanzdietschweiler (ich
hoffe ich habe das richtig geschrieben, weil ich habe überhaupt keine Ahnung wo das
liegt) im Jahr 2005 nach nur 2 Proben und 2 vorangegangenen Konzerten zusammen mit 3
Musikern von Ivory Night (Tilmann Ruby Gitarre, Patrick Fuchs - Gitarre, Carsten
Kettering Bass) und einem Musiker von Adorned Graves (Stefan Lang Drums)
abgeliefert hat, kann man schlichtweg nur als durch und durch professionell bezeichnen. Da
kommt ohne Zweifel rüber, dass der Mann wohl so richtig Spaß an dem Gig gehabt hat, auch
wenn nur 300 Fans auf dem Festival waren.
Saint, deren Musik vielleicht am ehesten mit Judas Priest zu vergleichen ist, hatten ja
vor allem in den 80er Jahren größeren Erfolg und waren dann über 10 Jahre von der
Bildfläche verschwunden. Erst 1999 gabs eine Reunion und 2004 mit In The
Battle eine weitere Veröffentlichung, die auch durch Josh Kramer auf der
Headbangers-CD mit 5 Songs gewürdigt wird. Der Rest sind alte Heuler aus den
guten alten 80ern. Und als besonderes Schmankerl gibts dann noch 2 MPEG-Videos von
The Path und Phantom of The Galaxy / Steel Killer.
Wer Interesse an der wirklich empfehlenswerten CD hat, kann sie z.B. bei www.hellionrecords.de bestellen.
Wenn man sich so die Kommentare des Kopfs der 'Band' Kresta, Peter Kresta so im Booklet durchliest, muss die Geburt dieser CD ja ziemlich schief gelaufen sein. Klauender Drummer, der erste Sänger bricht sich die Knochen (Leistenbruch), während den Demo-Aufnahmen versagen das Equipment und die Computer und während den Studio-Aufnahmen passiert das noch mal. Der Sänger kündigt und dann verreckt auch noch das Auto (nett ... im Booklet steht 'My Car died, Fiesta RIP') und so weiter. Aber (wieder im Booklet) 'No one died' ... na immerhin. Aber trotz dieser ganzen Schwierigkeiten ist mit 'Damaged Passion' eine richtig gute Melodic Rock - CD herausgekommen. Wie schon geschrieben ist der Kopf der Band ein gewisser Peter Kresta, der Gitarre und Keyboards spielt, Teile der Vocals übernommen hat und in München lebt. Weiter dabei bei diesem Projekt sind Ossy Pfeiffer, Sänger und Keyboarder aus Hannover, Jürgen Wulfes, Sänger der Hannoveraner Band Cholane, Dana B., eine leider viel zu selten auf der CD zu hörende Sängerin aus dem Süddeutschen Raum, Karel Adam, Bassist aus Prag, Daniel Hafstein, tschechischer Drummer, Victor Janota, noch ein Keyboarder aus Prag, Milos Dolezal (Tschechischer Gitarrist und Produzent), Wolfgang Süssenbeck (verantwortlich für die Keyboardeffekte) und Walter Wicha (Background Vocals und Sänger der Münchner Band 'Railway'). Und wenn man jetzt die Aufzählung so betrachtet, weiß man auch wohin die musikalische Reise geht. Einige Sänger (mit somit abwechslungsreichem Gesang im Stil von Demon ... hört Euch nur mal den Song 'No Limits' an ... bis Bon Jovi), ein paar Keyboarder (Melodic Rock ohne Keyboards sind auch sowas von langweilig ... deswegen Daumen Hoch für diese Entscheidung) sowie 2 Gitarristen für die harten (z.B. bei 'Massacre (Strike Down)' oder 'Love Reaction') aber auch gefühlvolleren Griffe in die Saiten. Freunde des gepflegten AOR können bei der CD von Kresta wirklich nichts falsch machen. Gemastert wurde die CD übrigens von Bobby Altvater, der ja schon für z.B. Bonfire gearbeitet hat. Mehr Infos sowie Links zu MP3-Files und einem Youtube-Video gibt es unter www.kresta.de. Unbedingt antesten.
Kyle, Jaime - The Best Of My Heart
Tolles Melodic-Rock-Album der mir bis dato unbekannten Sängerin Jaime Kyle, die mich teilweise etwas an Melissa Etheridge erinnert. Allerdings ist Jaime Kyle eine Klasse besser. Schöne Rocksongs, ein paar hübsche Balladen, die richtige CD zum relaxen.
LaBrie, James - Elements Of Persuasion
Wäre ich jetzt Rapper würde ich einfach mal behaupten, dass Dream Theater - Sänger James LaBrie bei seiner Stammband ganz schön gedisst wird. Zumindest wenn man die Aussagen seiner Mit-Musiker so liest oder hört könnte man fast meinen, sie nehmen ihren Sänger nicht ganz ernst und sehen ihn als Musiker zweiter Klasse. Gott sei Dank stört sich Herr LaBrie nicht übermäßig daran und beweist mit seinen Solo-Projekten (wer's nicht weiß: James LaBrie hat unter dem 'Pseudonym' MULLMUZZLER - siehe auch meine Reviews - bereits zwei ganz tolle Solo-Alben rausgebracht) immer wieder das Gegenteil. Und auch 'Elements Of Persuasion' zeigt die Vielseitigkeit des Mannes mehr als deutlich. Metal-Kracher wie der Opener 'Crucify' (der auf jedem Dream Theater - Album Platz finden würde), das elektronisch angehauchte 'Freak', etwas getragenere, bombastischere Songs wie z.B. 'Invisible', komischere Sachen wie 'Lost' oder auch ruhige Teile wie bei 'Smashed' oder 'Slightly Out Of Reach' machen den Silberling nicht mal eine Sekunde langweilig und so vergehen fast 67 Minuten wie im Flug. Wer die Stimme von James LaBrie mag und - wie ich - der Meinung ist, dass der Mann bei Dream Theater viel zu wenig singen darf, sollte sich 'Elements Of Persuasion' unbedingt zulegen. Eine nicht immer leicht verdauliche aber tolle Sache.
Lange habe ich mir überlegt, ob ich von der neuen Lacrimosa-CD überhaupt eine Review auf meine Seiten bringen soll, denn bis jetzt dachte ich, die Band wäre eine dröge Gothic- (oder Dark Wave oder weiß der Geier wie man das nennt) Band, bei der die 'wahren Fans' des Nachts auf den Friedhof gehen und Gräber ausbuddeln. Und wenn man sich die Bilder im Booklet von Lacrimosa-Chef Tilo Wolff und seiner Sanges-Gespielin Anne Nurmi so anschaut, wird dieses Vorurteil eher bestärkt. Aber ich nehme hiermit alles zurück, was ich bis jetzt über diese schweizer Formation gedacht habe. Mit 'Echos' haben sie ein (Fast-) Meisterwerk abgeliefert, das zwar überhaupt nicht in die Prog-Ecke passt, aber trotzdem Beachtung verdient. Die Scheibe beginnt mit dem knapp 13-minütigen klassischen 'Kyrie', das alleine schon den Kauf der CD rechtfertigen würde. Grandiose Sache. Eher gewöhnungsbedürftig ist dann halt der 'Sprechgesang' von Tilo Wolff und die etwas doch sehr geschwollenen deutschen Texte auf den nächsten Liedern, die aber teilweise voll fett mit ein paar harten Gitarrenriffs untermalt sind. Eine weitaus bessere Stimme hat da Anne Nurmi, die aber leider etwas zu wenig singen darf. Die CD endet in 'Die Schreie sind verstummt', einem 'Requiem für drei Gamben und Klavier', das auf 12 1/2 Minuten nochmal zeigt, wie genial Lacrimosa (zumindest auf dieser Scheibe ... andere kenne ich nicht) Musik machen. Jeder halbwegs musikinteressierte Leser sollte sich echt überwinden und sich diesen Silberling mal reinziehen. Würde mich interessieren, ob jemand aus der Prog-Ecke meine Meinung teilt.
Lacuna Coil - Unleashed Memories
Aus dem Hause 'Century Media' (mit Zugpferd The Gathering) gibt's ne relativ neue Band namens 'Lacuna Coil', die nach den Namen der Bandmitglieder wohl offensichtlich aus Italien stammt. Und die Jungs um Sängerin Cristina Scabbia müssen sich wirklich nicht vor The Gathering fürchten. Musikalisch finde ich 'Lacuna Coil' fast noch einen Tick besser (weil nicht ganz so getragen). Zehn rockige Songs, die auch noch hervoragend und fett produziert wurden (bei der Gelegenheit möchte ich mich schon mal bei meinen Nachbarn dafür entschuldigen, daß bei diesem genialen wabernden Bass Eure Gläser in der Vitrine scheppern). Wirklich hoffnungsvolle Newcomer und eine CD, die auch nach mehrfachem hören nicht langweilig wird.
The Beauty and a lot of beasts. Beim Blick auf das Band-Foto im Booklet von 'Comalies' fällt mir da echt nichts anderes ein. Die bildhübsche Sängerin Cristina Scabbia umrahmt von Langhaarbezopften und kahlrasierten Ziegenbartträgern. Aber entscheidend ist ja die Musik. Und da muss ich ohne Einschränkung zugeben, dass im Vergleich zum letzten Album (und ersten Durchbruch) 'Unleashed Memories' noch mal ein Brikett an Professionalität draufgelegt wurde. 'Comalies' ist absolut perfekt und fett produziert und musikalisch haben sie die Abgrenzung zum früheren Century Media - Zugpferd 'The Gathering' geschafft. Das ist 'getragener' Metal vom Feinsten und der Gesang von Cristina Scabbia passt einfach dazu. Klasse Scheibe und ein Kauftipp für alle Freunde von The Gathering und Co.
Lake Of Tears - Black Brick Road
Auch wenn ich über die Schweden-Combo 'Lake Of Tears' bis jetzt noch nichts auf meiner Homepage geschrieben habe, gehörten die Jungs trotzdem und vor allem wegen ihren zwei obergenialen Alben 'A Crimson Cosmos (1997)' und 'Forever Autumn (1999)' zu meinen Lieblingen im melodischen Hard Rock-Sektor (man könnte sie ja auch als 'Metallica für Arme' bezeichnen). Im Jahr 2002 gab's dann noch einen eher mäßigen Output ('The Neonai') und die Band wurde aufgelöst. Umso überraschender ist jetzt im Jahr 2004 die Scheibe 'Black Brick Road', die fast in Originalbesetzung (nur Keyboarder Christian Saarinen fehlt jetzt ganz ... war aber auch auf 'The Neonai' schon nicht mehr dabei) und aus mehr oder weniger heiterem Himmel auf den Markt gekommen ist. Und auf dem 2004er Summer-Breeze-Festival haben die Jungs auch einen mächtig guten Eindruck hinterlassen. Verlernt haben sie nichts und musikalisch geht's auch im Stile von 'Forever Autum' weiter (leider ohne einen so richtigen Überflieger wie seinerzeit 'To Blossom Blue'). Etwas enttäuschend ist die Spielzeit von lediglich knapp über 39 Minuten. Aber macht nix ... besser als gar keine Lake Of Tears - CD mehr. Freunde der Band können bedenkenlos zugreifen.
Lana Lane - Secrets of Astrology
Die 'American Queen of Progressiv Rock' (sorry, aber steht auf der CD drauf) liefert ein hörbares Album ab, das allerdings nicht an den Vorgänger 'Queen of the ocean' rankommt.
Lesern die von Lana Lane noch nichts gehört haben wird deshalb der Vorgänger empfohlen.
Unter dem Titel 'Ballad Collection' verbirgt sich keineswegs eine Best-Of-CD mit seichten Songs. Die Doppel-CD (Special Edition) beinhaltet vielmehr die 1998 nur in Japan veröffentlichte 'Ballad Collection I' sowie eine im Jahr 2000 neu aufgenommene CD (sozusagen Part II). Neben einigen Eigenkompositionen im bekannten Lana-Lane-Stil befinden sich auf beiden CDs überwiegend Cover-Versionen von sehr bekannten (Goodbye yellow brick road von Elton John oder If Everyone was listening von Supertramp) bis mir bis dato unbekannten (Nether Lands von Dan Fogelberg oder Autumn Leaves aus dem Jahre 1947) Songs. Absolut grandios ist das Marillion-Cover von 'Seasons End' (ohne die Vocals von Steve Hogarth klingts halt gleich viel besser), der Tom Waits-Klassiker 'Innocent when you dream', 'Stardust' (von den Rocket Scientists) sowie die bereits genannten Songs von Elton John und Supertramp. Aber der Rest ist auch vom Feinsten.
Lana Lane - Garden Of The Moon (Special Edition)
Die 1998er-CD 'Garden Of The Moon' gibt es jetzt (Anfang 2002) als limitierte Doppel-CD. Auf die 'Garden Of The Moon' möchte ich gar nicht lange eingehen, da die jeder Lana Lane - Fan sowieso im Regal stehen hat. Sie ist ja auch zweifellos eine der besten Lana Lane - CDs. Die Bonus-CD, betitelt mit 'Echoes And Bonus Tracks', ist dann ein Sammelsurium der zwei EP's 'Echoes From The Garden' und 'Echoes From The Ocean'. Und wie der Name schon sagt, gibt es hier dann Remixe von 'Frankenstein Unbound' (genial), 'Escher's Staircase' (eines der besten Lana Lane-Stücke), 'Seasons', 'Without You', 'Let Heaven In', 'Evolution Revolution' und 'Reverie', ein Live-Stück ('Symphony Of Angels' mit den Rocket Scientists) sowie zwei neue Stücke ('Leaving Stardust' und das Bowie-Cover 'This Is Not America'). Über den Sinn oder Unsinn dieser Veröffentlichung kann man sich natürlich streiten. Aber da die Original-Garden Of The Moon sogut wie nicht mehr zu bekommen ist (außer natürlich als schweineteuere Japan-Pressung), lohnt es sich natürlich für alle, die die CD noch nicht haben. Alle anderen können auch darauf verzichten.
Lana Lane - Project Shangri-La
Schon wieder eine neue Lana Lane - CD. Eigentlich ist das ja erfreulich, aber der guten Frau (und ihrem Lebensabschnittspartner Erik Norlander) ist leider nicht viel Neues eingefallen. Und mir fällt zu dieser CD auch nicht viel ein. Alles wie gehabt, nur alles auch etwas langweiliger. Bestimmt keine schlechte Scheibe, wenn man von Lana Lane nicht schon die besseren Outputs ('Queen Of The Ocean' oder 'Garden Of The Moon') hätte. Und der Höhepunkt an Peinlichkeit ist die Cover-Version von 'Time To Say Goodbye', gesungen in einem grausamen Italienisch (im Duett mit einem gewissen Mark Boals ... wer immer das auch sein mag). Liebe Lana, bitte bitte lass Dir doch bis zur nächsten Veröffentlichung einfach mehr Zeit und bring mal wieder eine richtig geniale Scheibe auf den Markt. Für dieses wirklich nur durchschnittliche Teil gibt's von mir keine Kaufempfehlung.
Lana Lane - Curious Goods (Special Edition)
Und noch eine Wiederveröffentlichung von US-Prog-Göttin Lana Lane.
Dieses Mal gibt's die 1996er-CD 'Curious Goods' als limitierte Doppel-CD. CD1 ist 'Curious
Goods' neu eingesungen mit neuen Keyboard-Parts. CD 2 beinhaltet die Original-CD von
'Curious Goods'. Also eigentlich nicht wirklich das, was man unbedingt braucht. Einziger
Unterschied ist, dass auf CD1 anstatt 'Do It Again' (von Steely Dan) der James Bond - Song
'You Only Live Twice' verwurstet wurde.
Ach ja ... auf Curious Goods sind die Überhämmer von Lana Lane 'Eschers Staircase' und
'Symphony of Angels' drauf. Alleine deswegen lohnt sich der Kauf, wenn man die Scheibe
noch nicht hat. Sicher eine der besseren Lana Lane - CDs.
Da es ja gerade 'In' ist, in schöpferischen Pausen (oder soll man sagen in Zeiten der Einfallslosigkeit ?) altbekannte Songs nachzusingen, hat sich auch Lana Lane an ein paar mehr oder weniger bekannte Songs gewagt und teilweise sich auch der Majestätsbeleidigung strafbar gemacht. Lana Lane - Kenner wissen ja, dass Sie auch auf ihrer 'Ballad Collection' einiges an Fremdmaterial verbraucht hat. Trotzdem ist KEIN Song dieser Scheibe auf der 'Covers Collection' vertreten ... also hier schon mal Entwarnung. Diese CD ist keine Zweitverwertung von schon bekanntem Zeug. Nun aber zu den Songs. Die Scheibe beginnt mit 'The Wall' von Kansas und diese Version möchte ich mal als rundum gelungen bezeichnen. Nahe am Original aber richtig gut gesungen. 'Kashmir' (Led Zeppelin) ist dann die oben erwähnte Majestätsbeleidigung. Sowas macht man nicht !!! Unbekannt aber ganz gut ist dann 'Soaring' von der US-Band 'Aviary' (kennt wohl keiner). 'Hold Your Head Up' (von Argent) hat Fish auf seiner 'Songs From The Mirror - CD' weitaus besser gesungen. Toll ist dann 'Innocence' von Enuff Z'nuff (einer übrigens richtig geilen Melodic Rock Band). Das absolute Highlight kommt dann mit dem Samenzieher 'I'll See You In My Dreams' der total verkannten US-Band 'Giant', einer einfach sensationellen Ballade. Queen darf natürlich auch nicht fehlen und ist mit dem eher unbekannten 'Don't Try So Hard' (ich glaube von der Innuendo-Scheibe) vertreten. Naja. Ganz nett. 'Northern Light' (TNT), 'Still Loving You' (Scorpions) und 'Weep In Silence' (Uriah Heep) folgen ziemlich unauffällig. Am Ende dann noch ein Highlight mit 'Stargazer' von Rainbow. Als Musiker wurden dann wieder mal die Jungs verpflichtet, die bei Ehemann Erik Norlander gerade im Studio waren, also die üblichen Verdächtigen von natürlich Erik Norlander über Mark McCrite und Gregg Bissonette bis zu Neil Citron, Nick D'Virgilio und Arjen Lucassen. Wer Lana Lane mag, wird die Covers Collection lieben. Alle anderen sollten vielleicht lieber die Finger davon lassen. Ich finde sie ziemlich gemischt von langweilig bis schlicht genial.
Meines Wissens gibt es ja in Europa noch keine (offizielle) Live-CD der 'Queen Of Symphonic-Prog' Lana Lane. Deswegen wurde es echt mal Zeit, auch hier eine Live-Scheibe zu veröffentlichen. Und da Lana Lane offensichtlich in Japan die meisten Fans hat (wie man unschwer an dem Beifall auf der CD erkennen kann ... da waren wohl mehr Leute auf den Konzerten wie üblicherweise bei uns), sind die Aufnahmen der ersten CD ('Return To Japan' ist eine Doppel-CD) von 2 Konzerten in Japan aus den Jahren 1999 und 2002. Geboten wird ein mehr oder weniger interessanter Querschnitt des Schaffens von 'Escher's Staircase' bis 'Project Shangri La' in recht guter Live-Qualität. Insgesamt sind das dann 16 Titel verteilt auf ziemlich genau 75 Minuten. Meiner Meinung nach besser ist allerdings die zweite CD, betitelt mit 'Acoustic Live and Special Events', bei der die geniale Stimme von Lana Lane einfach besser rüberkommt. 'Stardust', 'Dream On' (die Cover-Version des Aerosmith-Titels), 'Autumn Leaves' oder auch 'Seasons End' sind eigentlich Lana Lane wie auf den Leib geschrieben. Und der (fast) Abschluss der Scheibe ist auch der Hammer, nämlich eine 9-Minuten-Version des King Crimson - Klassikers 'In The Court Of The Crimson King'. Eher unnötig (und grottenschlecht) dann noch der alte Rainbow-Heuler 'Long Live Rock 'n' Roll'. Nochmal 12 Titel auf knapp 59 Minuten, und das alles zum Einfach-CD-Preis. Wer da nicht zuschlägt, ist selber schuld.
'A Majestic New Concept Album From The Symphonic Metal Queen' steht auf der Verpackung. Naja, ganz schön vermessen, sich selbst so zu loben. Aber das kennt man ja eigentlich schon von den Veröffentlichungen des Norlander-Clans. Die sind halt so richtig überzeugt von ihrer Arbeit. Und können es ja eigentlich auch sein, denn bis auf ein paar wenige Langweiler, die in den letzten Jahren veröffentlicht wurden (wie z.B. die letzte Lana Lane - CD 'Project Shangri-La'), war es ja immer recht ansprechend bis richtig gut. Und auch das neueste Werk 'Lady Macbeth', eingespielt von den üblichen Verdächtigen (also den Rocket Scientists wie Mark McCrite, Neil Citron und Don Schiff und anderen mehr oder weniger alten Bekannten wie z.B. Peer Verschuren oder auch Kristoffer Gildenlöw von Pain Of Salvation), fängt recht rockig an, wird zwischendurch etwas soft und endet theatralisch. Also schlicht ne typische Lana Lane - CD der besseren Sorte. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Fans können bedenkenlos zugreifen und Lana Lane - Nichtkenner hätten mit 'Lady Macbeth' keinen schlechten Einstieg.
Die britischen Proggies 'Landmarq' legen mit 'Thunderstruck' ihre erste Live-CD vor. Aufgenommen wurde das Teil auf der 1998/99er-Tour in Europa. Nachdem Landmarq praktisch auf jeder veröffentlichten Studio-CD den Sänger / die Sängerin getauscht hatten (Damian Wilson -Ex Threshold / Tracy Hitchings - bekannt vor allem von einigen Produktionen von Arena-Keyboarder Clive Nolan wie z.B. Strangers on a Train oder Jabberwocky) durfte auf dieser Tournee die gute Tracy ran und macht ihre Sache erstaunlich gut. Ist auch nicht weiter verwunderlich, da die Mehrzahl der Songs von der letzen CD 'Science of Coincidence' stammen, auf der Tracy Hitchings ja auch singen durfte. Ich für meinen Teil bekomme von der Scheibe nicht genug und sie läuft mindestens ein Mal pro Tag. Vor allem der geniale Sound (produziert wurde das Teil von Karl Groom und Clive Nolan), die perfekte Darbietung und natürlich die grandiosen Songs (Landmarq gehörten schon immer zu meinen Favoriten) machen den Silberling zu einem Zuckerstück in jeder CD-Sammlung. Zwei 'Nachteile' hat die CD allerdings. Erstens die kurze Spielzeit von knapp 60 Minuten (da hätte man bestimmt auch ne Doppel-CD machen können) und Zweitens die zu kleinen und zu unscharfen Oben-Ohne-Fotos von Tracy Hitchings im Booklet.
Bei mir um die Ecke hat einer der 'größten Elektronik-Händler Süddeutschlands' pleite gemacht und am Ende seine Rest-CD-Bestände für die Hälfte verkauft. Da konnte ich natürlich nicht anderst und habe mir auch ein paar mir unbekannte Scheiben (nur wegen dem Cover) mitgenommen. Eine davon war die CD 'The Art Effect' der deutschen Band 'Lanfear' (die peinlicherweise auch noch aus meiner Gegend stammt und ich kenne sie trotzdem nicht). Also ohne Erwartungen die CD in den Player geworfen und ... huch ... nach einem kurzen Intro geht es mit 'Stigmatized' ja schon ganz schön heftig zur Sache. Fetter melodischer Metal, der mich an so Bands wie Stygma IV oder auch Angel Dust erinnert. Auch die weiteren Songs haben ähnliches Kaliber. Ein bißchen ruhiger geht es zwischendurch (z.B. bei 'The Artefact' oder dem affengeilen 'Fortune Lies Within' sowie beim Ghost-Track) auch zu. Insgesamt eine hervorragende Melodic-Rock-Scheibe aus dem Schwabenländle, die sich vor den Szene-Größen nicht zu verstecken braucht. Sicher nicht meine letzte Lanfear-CD, die ich mir gekauft habe. Mehr über die Band gibt es unter www.Lanfear.eu .
Die deutsche (Prog-)Metal-Band Lanfear hat mich ja schon mit ihrem letzten Output 'The Art Effect' überrascht und begeistert zugleich. Und auch ein von mir besuchter Live-Auftritt im Rahmen des 'Building A Force - Festivals' war nicht von schlechten Eltern. Umso gespannter war ich jetzt auf ein neues Lebenszeichen der Heilbronner Jungs. Und 'Another Golden Rage' hält das Niveau des Vorgängers locker und legt sogar noch eine Schippe drauf. Schon der Opener 'Another Golden Rage', das Titelstück also, knallt voll ins Ohr und will da auch nicht mehr raus. Seit ich den Song gehört habe, geht er mir nicht mehr aus dem Kopf. Das könnte DIE Live-Hymne werden. Was ich aber ... als eigentlich Prog-Fan ... an Lanfear absolut mag, ist, dass nicht nur dauflosgeknüppelt wird, sondern dass (wie z.B. bei Threshold, wobei die Engländer natürlich proggiger und nicht so metal-lastig sind) großes Augenmerk auf tolle Melodie-Linien gelegt wird und auch mal ein paar Breaks in bester Prog-Manier eingebaut werden. Außerdem finde ich das im Metal-Bereich ja eher vernachlässigte Keyboard bei Lanfear absolut klasse. Neben dem Titelstück noch weitere Songs hervorzuheben, ist eigentlich unnötig, weil die Scheibe praktisch durchgehend ein absolut hohes Niveau hat. Erwähnen möchte ich aber trotzdem die absolut geniale Quoten-Ballade 'Eternally' mit einer tollen Saxophon-Einlage sowie den brillianten und klaren Sound, der in den Dreamscape-Studios von Dreamscape-Keyboarder Jan Vacik gezaubert wurde. Wer sich auch mal ein paar Metal-Kracher reinziehen kann, MUSS Lanfear gehört haben. Hut ab vor dieser CD und hoffentlich haben sie den verdienten Erfolg damit. Mehr Infos über die Band gibt es unter www.lanfear.eu.
Des Einen Freud ... des Anderen Leid. Oder auch anderstrum. Die CD der schwedischen Power-Metaller war meinem Gast-Kritiker Michael Doster zu hart ... deswegen gibts jetzt ne Review von mir. Und ich muss sagen, dass das absolut meine Richtung ist. Fette Gitarren, überzeugender Gesang und auch die Rhythmus-Gruppe ist nicht schlecht. Freunde von Royal Hunt, Kamelot, Adagio oder so sollten mehr als ein Ohr riskieren.
Eine Neuentdeckung (für mich) aus Frankreich ist die Band 'Lazuli'. Viele Leute werden vielleicht mit der ungewöhnlichen Sprache (für Prog-Musik) ihre Schwierigkeiten haben. Ich als absoluter Fan unseres Nachbarlandes habe das keine Probleme mit und freue mich immer wieder, wenn was Interessantes aus Frankreich kommt. 'En Avand Doute' wurde bereits im Jahr 2006 bei Musea veröffentlicht und bietet leider nur 41 Minuten tolle Musik. Interessant bei der Band ist das Instrument 'Lèode', das Band-Mitglied Claude Leonetti selbst erfunden hat, weil er nach dem Verlust eines Arms nicht mehr Gitarre spielen konnte. Es ist vom Aussehen eine Art Chapman-Stick, ohne Saiten, das nur durch berühren des Griffbretts MIDI-Signale erzeugt, die dann in Töne umgesetzt werden. Das gibt einen hochinteressanten Klang und ist ein bißchen das, was Lazuli einzigartig macht. Stimmlich liegt Sänger Dominique Leonetti meistens ziemlich hoch in der Tonlage, was zwar am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig ist, aber ziemlich gut zur Musik passt. Kernstück der Band ist aber sicher die Rhythmusgruppe, die alleine aus 2 Percussionisten besteht. 'En Avant Doute' gibt es zur Zeit als Limitierte Edition, wo es als Bonus noch eine DVD mit knapp 30 Minuten Live-Aufnahmen (grandios !!) gibt sowie der Geschichte dieses außergewöhnlichen Instruments Lèode, einen Video-Clip und einem 40-minütigen Film, gennannt 'Derrière la scène'. Unbedingt antesten. Und mein Dank geht an Toni Vollenweider für den tollen Tipp. Mehr Infos über die Band gibt es unter www.lazuli-music.com.
Schwedische Ratta-Band.
Laut Rock Hard gibt's für die CD, weil sie so abwechslungsreich ist fast die Höchstpunktzahl. Von mir gibt's höchstens 4 von 10 Punkte. Arschlangweiliger Scheiß und immer das Gleiche
Lens, The - A Word In Your Eye
Es war einmal Ende der Siebziger Jahre eine Band in Hampshire namens 'The Lens', die sich trotz damaliger Punk-Rock- und New-Wave-Bewegung nicht davon abhalten ließ, melodische und fast ausschließlich instrumentale Musik zu machen. Konzerte in der Gegend um Southampton und Bournemouth waren regelmäßig ausverkauft und sie galten als die 'Retter des Progressive-Rock'. Trotzdem haben sie es nie geschafft, eine CD (sorry ... damals natürlich eine Schallplatte) aufzunehmen. Lediglich eine Demo-Cassette wurde fabriziert, die aber nie das Licht der offiziellen Veröffentlichung sah. Im Jahre 1981 dann gründeten der Gitarrist und der Keyboarder von 'The Lens' eine neue Band, die heute wohl als DAS Aushängeschild des Prog-Rocks gilt. Die Rede ist von IQ und die zwei ehemaligen Lens-Mitglieder waren Martin Orford und Michael Holmes. Jetzt, über 20 Jahre später wurde das ganze alte Material neu eingespielt (mit Unterstützung von IQ-Drummer Paul Cook und Tony Wright am Saxophon) und die Sound-Qualität ist einfach überragend. Erstaunlich ist, daß einige der alten Lens-Sachen auch nach 20 Jahren voll nach IQ klingen (nur der Sänger 'fehlt' halt ... wenn man das als Fehlen ansehen kann). Allerdings kommt, im Gegensatz zu IQ, auch viel die akustische Gitarre zum Einsatz, was dieses Album eigentlich noch hörenswerter macht. Wunderschöne Melodien, die sich mit IQ-mäßigen Breaks abwechseln, dürften eigentlich in keinem Prog-CD-Regal fehlen. Deswegen gilt hier meine absolute Kauf-Empfehlung für alle Prog- (im Allgemeinen) und natürlich IQ-Fans (im Besonderen). Der letzte Titel der CD (Choosing The Farmer Pt. 3) wurde übrigens teilweise dann später für den IQ-Song 'Widow's Peak' verwendet.
Für mich eine Neuentdeckung ist die deutsche Band Lightness aus Nordrhein-Westfalen, die mit der CD 'Lightness' bereits ihren zweiten Silberling - die erste CD hieß übrigens 'Lightness' - veröffentlicht haben. Auf der Homepage der Band kann man nachlesen, dass man die Musik am ehesten dem Progressiv Rock zuordnen kann, die CD aber von Pop über Soul und Psychodelic bis hin zum Heavy reicht. Oh jeh kann ich da nur sagen, falls das stimmen sollte. Aber zum Glück wurde da dann doch etwas übertrieben. Prog-Rock mit einem Hang zum Art-Rock (im Stile von Alias Eye oder Poor Genetic Material) stimmt auf jeden Fall, aber die restlichen Aussagen würde ich jetzt nicht so unbedingt unterschreiben, denn die Ausflüge in die Pop-, Soul- oder Heavy-Gefilde sind eher nur äußerst selten bis kaum erkennbar, was ich allerdings begrüße, denn man muß auf einer CD ja nicht alles bringen. Highlight auf der knapp 52-minütigen CD ist ganz sicher das 5-teilige 'At Sea' (Teil I bis IV zusammenhängend am Anfang der CD und Teil V als Ende des Silberlings), das es alleine auf runde 20 Minuten bringt und die Stärken der Band - nämlich eher keyboardlastigen, ruhigeren Prog mit gekonnt platzierten Gitarren-Parts und vereinzeltem Streichereinsatz und in Part IV dann erstmals auch gepaart mit für deutsche Prog-Bands überraschend angenehmem Gesang vereint. Weitere herausragende Songs sind das gefühlvolle 'A Strange Kind Of Farewell' sowie das sechsminütige 'Rewind, Replay', welches das Progger-Herz wegen den tollen Breaks höher schlagen lässt. Die restlichen Titel der CD hauen mich persönlich (als Liebhaber der eher härteren Musik) jetzt zwar nicht unbedingt vom Hocker, dürften aber gerade für die melodische Art-Rock-Fraktion interessant sein. Für mich als Fazit bleiben über 30 Minuten (also mehr als die Hälfte der CD) hervorragende Musik und der Rest ist absolut anhörbar. Und das alles für schlappe 9 Euro, die die Scheibe auf der Band-Homepage kostet. Somit kann ich hier ganz klar einen Kauftip abgeben.
Ich war etwas überrascht, als ich die CD 'Virus Divine' der texanischen Band 'Little King' in den CD-Player gelegt habe. Ist doch das Platten-Label Unicorn Digital doch eher für klassische Prog-Veröffentlichungen bekannt, die ab und zu auch ins jazzige abdriften. Liest man dann auch noch, dass die CD von keinem Geringeren als Terry Brown gemixt wurde, der u.a. für die geniale 'Moving Pictures' von Rush, die 'Still Life' von Fates Warning und auch diverse Tiles-CDs wie 'Window Dressing' oder 'Presents Of Mind' verantwortlich war, erwartet man eigenlich eine klassische Prog-Band. Aber (etwas) weit gefehlt. Klar, die Stimme von Band-Gründer Ryan Rosoff geht ab und zu (z.B. bei den genialen Songs 'Narcissus And Echo' und 'Peacemaker') voll in Richtung Rush, wobei die Songs eigentlich insgesamt an den kanadischen Dreier erinnern, was vielleicht auch daran liegt, dass 'Little King' die klassische Rush-Besetzung (also Gitarre, Bass, Schlagzeug) verkörpern. Aber irgendwie sind 'Little King' auch rockiger und eingängiger als Rush ohne auch nur eine Sekunde langweiliger zu klingen. Einziges Manko der CD ist leider die kurze Spielzeit von gerade mal 36 Minuten. Dafür kann man die Scheibe dann aber auch für nur schlappe 10 Dollar auf der Homepage der Band erwerben. Wer auf rushige Musik steht, sollte 'Virus Divine' auf jeden Fall testen. Die Band muss man sich merken, auch wenn sie ab und zu in Gitarren-Rock abdriftet.
Die letzte Veröffentlichung von Little King mit Namen 'Virus
Divine', die im Jahr 2005 das Licht der Welt erblickte, habe ich ja schon auf meiner
Homepage verewigt. Damals, um diese Review zusammenzufassen, habe ich die Musik mit Rush
meets Gitarren-Rock beschrieben. Was sowohl am damaligen Producer, an der typischen
Rush-Dreier-Besetzung und an der Stimme von Mastermind Ryan Rosoff lag. Ziemlich
verständlich also, dass ich mich sehr gefreut habe, den neuesten Output 'Legacy Of Fools'
in die Hände zu bekommen. Die Musiker sind komplett ausgetauscht worden. An den Drums
sitzt jetzt Eddy Garcia (Ex-Ministry) am Bass spielt (ziemlich druckvoll und teilweise
richtig kompliziert) Michael Esparza und auch ein Keyboarder namens Ruben Gutierrez
veredelt 7 der 9 Songs. Nur Ryan Rosoff ist natürlich noch dabei. Klar, er hat ja auch
alle Songs geschrieben. Textlich geht es auf der CD um 'alles was wir geerbt haben und und
was wir bewusst hinter uns gelassen haben'. So geht es (im Song 'Legacy') um 4
Generationen Rosoff vom Großvater bis zu Ryan's Sohn, 'Prodigal Son' beschreibt
familiäre Verbindungen, '202' beleuchtet den Bildungsstand in den USA (Rosoff ist
High-School-Englisch-Lehrer), 'Mea Culpa' ist eine Bitte um Vergebung (na wer hätt's
gedacht) und 'Collateral Damage' ein Song über den Irak-Krieg.
Musikalisch sind Little King näher an den Gitarren-Rock gerückt. Das knallt schon ab und
zu ganz heftig rein. Hört Euch nur mal den Opener 'Prodigal Son' oder 'Internal Smut' an.
Aber auch die ruhigeren Töne, teilweise mit Violine und Cello (z.B. das Instrumental
'Moving On' können Little King ganz gut. Richtig gut tut der Musik aber auch der Einsatz
des Keyboards, das die Songs im Vergleich zu 'Virus Divine' noch abwechslungsreicher
machen. Wer mit dem Vorgänger schon seine Freude hatte, kann 'Legacy Of Fools'
bedenkenlos kaufen. Little King - Anfänger sollten auf jeden Fall mit dem neuesten Output
reinschmecken. Tolle Musik !! Veröffentlicht wurde die CD wieder bei Unicorn Digital. Little King sind
aber auch auf MySpace
vertreten. Einfach mal vorbeischauen und die Musik genießen.
Don Airey, Bob Daisley, Jimmy Barnes, Lee Kerslake, Steve Morse. Wer jetzt unwissend mit den Schultern zuckt, kann diese CD bedenkenlos aus seinem Speicher löschen. Wer sich sagt, ach ... den einen oder anderen Namen habe ich doch schon mal gehört, sollte mal ein Ohr riskieren. Und wer jetzt mit der Zunge schnalzt, sollte sofort zuschlagen. Denn genau was die Namen dieser Jungs versprechen, wird auf der CD auch gehalten. Wenn man sich überlegt, wo die alle schon mitgespielt haben (von Cold Chisel über Ozzy Osbourne, Gary Moore, Rainbow, Uriah Heep bis zu Deep Purple), kann man vielleicht ermessen, welcher musikalischer Background, welche Routine aber auch welch unterschiedliche musikalischen Einflüsse in dieser Melodic-Rock-Supergroup vorhanden sind. Gut, die Stimme von Jimmy Barnes ist vielleicht nicht die Beste unter der Sonne (denn gerade im Melodic-Rock-Bereich gibt es sicher noch ein paar richtige Überflieger wie z.B. Tony Martin), aber einen recht guten Gillan bringt er allemal hin. Richtig herausstechend ist aber die geniale Gitarrenarbeit von Steve Morse. Fans der o.g. Bands dürfen bedenkenlos zugreifen. Mir ist nur schleierhaft, warum die CD mit einem Kopierschutz versehen wurde. So Musik hört doch heutzutage eh niemand mehr, also ist die Gefahr des unerlaubten Brennens doch eigentlich eher niedrig.
Low Budget Orchestra - Extraordinary
'Low Budget Orchestra' ist das
Ein-Mann-Projekt des finnischen Multi-Instrumentalisten Mikko Muranen. Sein Erstlingswerk
'Extraordinary' wurde zwischen Oktober 2004 und Dezember 2005 aufgenommen und 2006 dann in
Eigenregie veröffentlicht. Mikko Muranen macht instrumentalen Progressive-Rock, wobei die
meisten Songs, die alle so zwischen 4 und 6 Minuten lang sind, vor allem von der fetten
Gitarre leben, die locker von Steve Vai oder Eddy Van Halen sein könnte. Aber auch zarte
Vergleiche zu Liquid Tension Experiment sind nicht von der Hand zu weisen. Dass Mikko
Muranen aber nicht nur ein begnadeter Gitarrist sondern auch ein hervorragender Keyboarder
ist, wird mehrfach (wie z.B. beim dritten Song 'Less Beautiful') deutlich. Kurzweiliger
können 53 Minuten instrumentaler Prog-Rock kaum sein, denn die CD wird nicht eine Minute
langweilig.
Mehr Infos, MP3-Files sowie viele Ausführungen des Künstlers zu den einzelnen Songs gibt
es unter www.lowbudgetmusic.com.
Auf dieser Homepage kann nach vorherigem E-Mail-Kontakt für zur Zeit 7 Euro (!!
Schnäppchen !!) direkt bei Mikko Muranen bestellt werden. Schaut einfach mal auf der
Homepage vorbei und macht Euch ein eigenes Bild. Mir gefällt es.
Auch wenn es mit Prog- oder Rock-Musik überhaupt nichts mehr zu tun hat: Nur zur Info möchte ich erwähnen, dass Ex-Deep-Purple Keyboarder Jon Lord mitnichten seinen Ruhestand genießt und an irgendeinem einsamen See ne Runde angelt. Nein nein ... den nach seiner 1998er-Scheibe 'Pictured Within', die vielleicht die Wenigsten kennen werden und auch schon recht interessant war (wobei das Teil eher klassische Musik beinhaltet und mit ein paar Gesangs-Stücken von Sam Brown und Miller Anderson 'aufgewertet' wurde), gibt es jetzt im Jahr 2004 einen weiteren Output im gleichen Stil, also viel klassische Musik (gespielt von Jon Lord am Piano und Keyboard, Bergen von unterschiedlichen klassischen Musikern und mehr (z.B. Thys van Leer an der Flöte) oder wenigen 'modernen' Künstlern. Ob's gefällt, ist natürlich wie immer Geschmacksache. Auf ein 'kleines' Detail möchte ich aber hinweisen. Denn neben den schon erwähnten Sam Brown und Miller Anderson, die auch bei 'Beyond The Notes' wieder ein paar wenige Songs veredeln dürfen, ist dieses Mal auch keine Geringere als Frida (von Abba) dabei, die wohl mit Jon Lord befreundet ist und nur deswegen ein Stück gesungen hat ... übrigens mit absolutem Gänsehaut-Feeling. Alleine schon wegen diesem Song 'The Sun Will Shine Again' lohnt sich der Kauf der CD. Aber einen Wermutstropfen hat die CD, denn sie ist lächerlicherweise kopiergeschützt und hat nen eigenen Player für CD. Keine Ahnung, wie man auf die Idee kommen kann, da nen Kopierschutz draufzupacken ... das kaufen sich doch eh nur die oberharten Fans.
Gast-Kritik von Georg Lögler
Spielzeit : 55:46 Plattenfirma/Vertrieb : More Music / Thailand Import
LOSO sind die bekannteste Rock-Band in Thailand und verkaufen
Millionen an Tonträgern in ihrem Heimatland und haben vom Bekanntsheitgrad her dort den
Status wie PUR in Deutschland : Jedes Kind kennt LOSO und es ist unmöglich in Thailand
nicht mit der Musik des Trios in Berührung zu kommen. Das vorliegende 5. Album der Band
erschien zwar schon im Buddhistischen Jahr 2042 (try to figure that out !), sollte aber
hier endlich mal gewürdigt haben. Sekson Sookpimay, der kreative Kopf, Sänger und
Gitarrist hat wieder 12 überzeugende Kompositionen mit seinen Mitstreitern Nattapon
Sontaranu (Bass) und Kittisak Khoat-Kam (Drums) abgeliefert, wobei sich Rockstücke mit
Balladen die Waage halten. Sogar Progressiv-Elemente kommen im 6. Song zum Einsatz. Es
sind speziell die ruhigeren Songs, die das fantastische Talent und Gespür für Melodien
von Sek beweisen und mich immens beeindrucken ! Ja, der Satz ist mehr als wahr:
"Music is an universal language" obwohl ich textlich nichts verstehe,
gehören diverse Songs von LOSO, von denen ich nicht einmal weiss, wie sie heissen, zu
meinen all-time faves ! Und...nennt die Jungs einfach Sek, Klang und Yai in
Thailand hat jeder einen nickname ! Die CD kann bei http://thaicdnow.com für 8 Dollar
(+ Porto) bestellt werden.
Die folgende Site benötigt allerdings Thai-Fonts: www.grammy.co.th/contact/index.html
Gast-Kritik von Georg Loegler:
Diese Review erscheint u.a. für Willi aus Wien wegen seiner Resonanz an den Betreiber dieser Homepage ! ( Hallo, du Sid Vicious Freak !) Denn nicht nur ihn, sondern Hundertausenden von Thailändern hat die "neue" LOSO erfreut ! ( Ok, sie erschien im Oktober 2001 unserer Zeitrechnung) Man würde wohl JEDER westlichen Band ein Plagiat vorwerfen, wenn sie diesen Namen als Albumtitel wählen würde. Die BEATLES haben sozusagen ein lifetime copyright darauf. Aber im Land der Freien ist alles ein wenig anders und LOSO legen hier tatsächlich ihr bisher filigranstes Werk vor und haben sich stilistisch enorm ausgeweitet : Da erscheint ein Saxophon, ein Violoncello, Streicher und auch der alte Kochtopf ( ihr kennt ihn von MOETLEY CRUEs "Too fast for love"...) ist mittlerweile in Südostasien gelandet : Tok, tok, Tok.... Beeindruckend dass ein Trio solch eine Vielfalt an Stilen vorträgt. Es sind wieder ein paar melancholisch gehaltene eingängige Songs dabei, die sofort in den Kopf gehen- und die man sicherlich sofort mitsingen könnte, verstände man nur die Sprache. Ein weiterer Song natürlich habe ich wieder das Problem, dass ich die Songtitel nicht nennen kann, da alles in Thai geschrieben ist ist recht spassig : er hat einen schon fast reggae-mässigen Touch und Sek muss während er singt selbst öfters lachen. Ein ander Song, die Mega-Ballade ist ein Best-Seller in Thailand und die Laser-Karaoke Bildplatten sind rund um den Globus im Einsatz : erst letzte Woche habe ich diese fantastische Ballade (mit Geigenbegleitung) im Asia-Karaoke in Mannheim gehört bzw gesehen. Mittlerweile habe ich die Band schon einige Male vergebens kontaktet- aber ich glaube nicht, dass sie nicht wollen, ich denke sie können nicht und der Empfänger versteht einfach kein Englisch. Vielleicht habt ihr ja mehr Glück : www.losociety.com ( Ich sehe nur Rot, aber ok, ich habe ja auch kein Flash Plug in). Special Thanks an Yum, die mir die Cassetten- Version zur Verfügung stellte.Lost Weekend - Presence of Mind
GAST-KRITIK VON MICHAEL DOSTER
Au Backe! Was ist denn das? Lost Weekend heißt die Truppe - kennen tut sie so gut wie kein Mensch. Also sind wir doch mal gespannt - point music ist ja auch eher für den rockigen mainstream-Bereich bekannt: CD in den Player, Lautstärke irgendwo zwischen "Nachbarn ärgern" und "Haus abbrechen" eingestellt und warten, was da so kommt: Das erste Lied "Holding on" haut gleich mächtig rein - ein fetter Gitarrensound bebt durch den Raum, das hört sich doch gleich mal relativ vielversprechend an. Weiter zum zweiten und zum dritten Lied: Hört sich irgendwie an, wie "gerade schon gehört". Viertes Lied: kennt man alles irgendwie schon. Der Sound ist kompakt und ohne Höhen - die Dynamik ist ungefähr gleich 0, jeder Titel ist von vorne bis hinten "full-power" abgemischt, vielen Dank! Der 5. Track bietet ein eher ruhiges, balladenähnliches Stück - das läßt sich hören (wenn man den schlechten Sound mal ignoriert...). Nach dem inhaltsschweren Namen dieses Stücks "The Best Is Yet To Come" bin ich dann doch etwas gespannt. Aber leider geht's in alter Tradition weiter: Auch die folgenden Lieder besitzen das gleiche Strickmuster - 2 Strophen Gesang, ein kurzes Zwischenspiel, eine weitere Strophe Gesang. Die Keyboards beschränken sich auf eine ausgewählte Anzahl an Akkorden, die Gitarrenfraktion bemüht sich in jedem Stück einmal um ein kurzes Solo im Zwischenspiel - zugegebenermaßen fällt David Thompson mit seinem Gitarrenspiel immer wieder auf, da könnte man wohl mehr daraus machen. Insgesamt ist es zwar kein "verlorenes Wochenende", aber man kann sich auch die 11 mal 3 1/2 bis 5 1/2 Minuten Standard-Rock aus England getrost sparen, sonst wird's zumindest eine "verlorene Stunde".
Eine richtig interessante Scheibe aus Russland kommt von der Band 'Lost World', die endlich auch mal eine Homepage in Englisch hat. Eigentlic