CD-Kritiken-Archiv M - O
Madder Mortem - All Flesh is Grass
Nach 'The Gathering' und 'Lacuna Coil' beglückt uns die Plattenfirma 'Century Media' mit einer weiteren Band in diesem Stil. Allerdings ist 'Madder Mortem', wie der Name schon erahnen läßt, etwas härter und darker als die genannten Zugpferde der Company. Beim ersten Hören ist mir fast der Zeiger verbogen. Aber jetzt quäle ich mich gerade durch den dritten Durchgang und so langsam kann ich mich - mit Abstrichen - mit der Scheibe anfreunden. Ist halt schon etwas heftig, was die Norweger um Frontfrau Agnete M. Kirkevaag abliefern. Ich würde mal sagen, eigentlich eine CD zum Bügeln (wenn man die Bügelfalten in den T-Shirts nicht so schlimm nimmt. Denn das kann bei diesen Keulen von Songs echt passieren). Für den Prog-Freund bestimmt nicht zu empfehlen. Wem aber The Gathering zu seicht ist, würde ich vorschlagen, einfach mal reinzuhören.
Hat er's gewusst ??? Pünktlich zur Jahrhundertflut in Ostdeutschland veröffentlicht Trent Gardner eine neue Magellan-CD mit diesem Titel. Es gibt schon komische Zufälle. Neben den Standard-Magellans (den Gardner-Brüdern sowie Joe Franco) dürfen noch Ian Anderson (Jethro Tull), Tony Levin (u.a. Peter Gabriel), Robert Berry (der war auch schon fast überall) und George Bellas (den kenne ich nicht) mitmachen. Die CD beginnt völlig behämmert mit einem Acapella-Stück, einem von 13 Parts des fast 35-minütigen 'The Great Goodnight', gefolgt von klasse Melodien, chaotischem Gefrickel und hammergenialen Teilen. Schwer verdauliche Kost aber hochinteressant gespielt. Mit 'Family Jewels' gibts dann eine knapp 6-minütige instrumentale Verschnaufpause (mit Ian Anderson an der Flöte). Die CD endet dann schon wieder mit 'Brothers Keeper', wo wieder 11 Minuten lang die komplette Bandbreite des Prog zelebriert wird. Insgesamt eine hochinteressante wenn auch arg sperrige CD, die erst nach mehrfachem Hören zugänglich wird. Kein wirkliches Prog-Highlight aber absolut antestenswert.
Die californischen Brüder Trent und Wayne Gardner, die ja eigentlich die Band 'Magellan' verkörpern, sind ja nicht gerade für leichte Kost bekannt (wie die Vorgänger-CD 'Hundred Year Flood' eindeutig bewiesen hat). Ganz ohne bekannte Gast-Musiker (lediglich ein Drummer namens Jason Gianni sowie der Pianist Stephen Imbler machen noch mit) eingespielt, hat mich 'Impossible Figures' dann von Anfang an richtig überrascht. Zu aller erst fällt die absolut perfekte und glasklare Produktion auf. Selten in letzter Zeit so eine gut klingende CD im Spieler gehabt. Nach dem kurzen Opener 'Gorilla With A Pitchfork' folget das 10-minütige 'Killer Of Hope' und klingt wie 'Herr Gardner singt bei Fates Warning'. Klasse fetter Song. Mit 'Bach 16' geht's dann klassisch weiter (wie der Titel schon vermuten lässt - das Piano gespielt vom oben genannten Stephen Imbler und Wayne Gardner bläst einen dazu - es dürfte ja vielleicht bekannt sein, dass die Gardner-Brüder erst klassische Instrumente wie Posaune und was weiß ich was gelernt haben, bevor sie mit Rock-Musik anfingen). Mit knapp 3 Minuten aber leider viel zu kurz. Da hätte ich noch ein Weilchen zuhören können. Die CD geht dann eigentlich bis zum Ende weiter mit für Magellan echt gemäßigtem Prog (was man fast als Songorientiert bezeichnen könnte). Leider ist die ganze Sache dann nach insgesamt 9 Songs und 45 Minuten fertig. Auf der 'Special Edition' gibt's dann noch einen Bonus-Song mit Namen 'Hallucination', der etwas sphärischer anfängt und am Ende dann noch ganz schön rockt. Fazit: Wer wieder mal eine oberkomplizierte Scheibe erwartet hat, wird etwas überrascht sein, welch 'leichte Kost' Magellan zu stande bringen. Ich finde, 'Impossible Figures' ist eine richtig gute Scheibe geworden, die durchgehend anhörbar ist und zu keiner Zeit nervt (was mitunter bei früheren Magellan-Werken der Fall war). Als Einstieg in die Magellan-Welt sicher geeignet.
Magellan - Symphony For A Misanthrope
Die Gardner-Brüder haben auch mal wieder zugeschlagen. Und der Trend zu Magellan 'light' geht mit 'Symphony For A Misanthrope' eigentlich weiter, denn im Verleich zum Vorgänge 'Impossible Figure' ist der neueste Output noch songorientierter und somit leichter verdaulich geworden. Klar, schon der Opener 'Symphonette', einer knapp 3-minütigen klassichen Overtüre, macht klar, dass auch weiterhin von Magellan keine leichte Kost zu erwarten ist. Aber insgesamt ist die Scheibe richtig melodisch, teilweise aber auch richtig heavy geworden. 'Why Water Weeds' ist deshalb auch schon fast Prog-Metal, wäre nicht zwischendurch dieser typische Gesang von Trent Gardner, der alles wieder etwas ruhiger und gediegener macht. Es gibt aber auch richtig 'schöne' Momente ('Wisdom'), wo man einfach nur wegträumen könnte, wären nicht die bissigen Texte, die eindeutig gegen Herrn Bush gerichtet sind. Herzstück der CD ist die 18-minütige 'Cranium Reef Suite', die ich einfach mal nur als geniales musikalisches Werk bezeichnen möchte. 3 Minuten instrumentale Einleitung, Breaks, Tempowechsel, toller Gesang. Ein Prog-Schätzchen par excellence. Eine kurze Erholung gibt es dann mit 'Pianissimo Intermission' (geklaut von J.S. Bach), aber der Beginn des folgenden 'Doctor Concoctor' reisst einen gleich wieder aus den Träumen, denn das könnte auch von Rammstein sein. Fett. Mit 'Every Bullet Needs Blood', einem eher typischen Magellan-Stück, ist die CD dann leider nach knapp 47 Minuten auch schon wieder vorbei. Schade, da hätte ich noch ein paar Minütchen zuhören können. Einsteiger in die Magellan-Welt treffen mit 'Symphony For A Misanthrope' sicher eine gute Wahl, bevor sie sich an die älteren, komplizierteren Werke machen. Alle die Magellan schon kennen, werden eh begeistert sein.
Magni Animi Viri - Heroes Temporis
Eine ich würde mal sagen fast
sensationelle Prog-Rock-Oper hat neulich in Italien das Licht der Welt erblickt. Denn
'Heroes Temporis' hat mich, auch als alter Freund italienischer Opern, vom Hocker gehauen.
Sind die Musiker der Band 'Magni Animi Viri' (MAV) teilweise doch recht unbekannt. Es
machen mit als 'Köpfe der Band' Giancarlo Trotta und Luca Contegiacomo, beide am Piano
und an den Keyboards (und zumindest nach meinem Wissen bis jetzt in Prog-Kreisen noch
nicht in Erscheinung getreten, haben sie ja auch beide einen klassischen
Musik-Background), sowie Marco Sfogli (den kennt man jetzt eher als brillianten
Gitarristen von James LaBries Solo-CD 'Elements Of Persuasion'), Randy Coven (hat auf
'Burn The Sun' von ARK Bass gespielt), Roberto d'Aquino (ebenfalls Bass und schon beim
italienischen Schnulzen-Sänger Edoardo Bennato unter Vertrag), und John Macaluso (war
Drummer auch schon bei vielen Rock-Größen wie Malmsteen und ebenfalls schon bei ARK).
Eine interessante Mixtur also, die noch durch die zwei Vocalisten Francesco Napoletano
(ein tatsächlicher und wahrer Tenor aus Arena Foundation of Verona) und dem weiblichen
Part Ivana Giugliano (von der weiß ich jetzt allerdings gar nichts) ergänzt werden.
Inhaltlich erzählt die Oper von einem Mann, der in einer unbestimmten Zeit und in einer
unbestimmten Gegend männliche und weibliche Figuren trifft, und dadurch Phasen seines
eigenen Lebens reflektiert werden. Jeder kleine Schritt ... und dabei sind die einzelnen
Songs der CD jeweils ein (Fort-)Schritt in der Geschichte bringt ihn am Ende zu der
Entscheidung, dass er sein Leben ändern muss. In Wahrheit hat der Mann aber nur
geschlafen und geträumt und er wacht auf und versteht, dass er nur Opfer seines Traums
geworden ist.
Auf die einzelnen Songs jetzt textlich einzugehen verkneife ich mir lieber, weil hierfür
mein recht spärliches Italienisch und mein noch spärlicheres Latein (der 'Erzähler'
spricht nur lateinisch, die Song-Texte sind aber fast ausschließlich auf italienisch)
eher nicht ausreichen. Musikalisch ist's aber tatsächlich fast eine Oper geworden, was
sowohl an der klasse Tenor-Stimme von Francesco Napoletano liegt (und nicht irgend ein
Rock-Sänger versucht, ein auf Klassik zu machen, so wie es z.B. bei 'Rhapsody' der Fall
ist) als auch an der Tatsache, dass das 100-köpfige Bulgarische Symphonie-Orchester Sif
309 unter Leitung von Giacomo Simonelli einen ziemlich dominanten Part hat. Trotzdem
dürfen vor allem Drummer Macaluso und Gitarrist Sfogli mehrfach ihr Können beweisen.
Aber auch die weibliche Stimme von Ivana Giugliano passt hervorragend ... obwohl sie mich
dann doch eher an diverse italienische Pop- und Rock-Sängerinnen erinnert.
Wer auf Rock-Opern (und darunter verstehe ich eher Oper als Rock) steht und endlich mal
das non plus ultra hören will, sollte sich 'Heroes Temporis' auf jeden Fall zulegen. Das
ist ganz großes Kino. Weitere Infos über die Band gibt es unter www.mavsite.com, www.mavband.net, www.magnianimiviri.com oder www.heroestemporis.com.
Magnitude 9 - Reality in Focus
Oha. Ein reiner Risiko-Kauf hat sich als die Prog-Metal-Scheibe des Jahres (bis jetzt) herausgestellt. Die Ami-Proggies Magnitude 9, mir bis dato völlig unbekannt, liefern eine fetzige, harte, abwechslungsreiche und zu keinem Moment langweilige CD ab, die locker an Fates Warning oder Symphony X rankommt. Nur das Iron Maiden-Cover 'Flight of Icarus' hätten sie bleiben lassen sollen. Das ist fast Gotteslästerung. Aber von mir gibt's dafür nur die Empfehlung: KAUFEN !!
Magnitude Nine - Decoding The Soul
Magnitude Nine, auf ihrer letzten CD noch mit '9' geschrieben (warum auch immer der Namenswechsel nötig war), die mich ja mit ihrem Vorgänger 'Reality In Focus' wirklich begeistert haben, sind mit einer neuen Scheibe am Start, die einen gewaltigen Nachteil hat. Sie ist nur gut 45 Minuten lang. Und das ist echt schade, denn die US-Jungs haben sich noch weiterentwickelt und spielen jetzt endgültig in der Oberliga der 'seichteren' Prog-Metal-Bands (also nicht ganz so heftig wie z.B. 'Evergrey') mit. Fetter Sound, toller Gesang und ein Gespür für Melodien sind der Garant für eine dreiviertel Stunde Kurzweiligkeit. Nur warum die Titel ab und zu so dermaßen grausam und stümperhaft ausgeblendet werden, wird wohl ewig ein Rätsel bleiben. Da hat der Mann am Mischpult wohl einen zuviel im Tee gehabt.
Nach 20 Jahren Bandgeschichte verabschiedeten sich Magnum mit der Doppel-Live-CD 'The Last Dance' im Jahre 1996 für immer von den Fans. Damals war ich doch schwer enttäuscht, denn Magnum kannte ich noch aus der Zeit als Vorgruppe von Marillion und war eigentlich von jeder CD begeistert. Vor allem natürlich vom absoluten Magnum-Meisterwerk 'On A Storyteller's Night'. Die Nachfolgeband 'Hard Rain' (mit Sänger Bob Catley und Gitarrist Tony Clarkin) brachte noch 2 CDs heraus (die allerdings eher etwas blues-orientiert waren und somit nicht mehr meinen Geschmack trafen) und die 3 Solo-Scheiben von Bob Catley (in Zusammenarbeit mit Ten-Chef Gary Hughes) waren auch eher mittelmäßig (mit Ausnahme von 'The Tower'). Deswegen hatte es mich voll erfreut als ich gehört hatte, daß sich Magnum wieder in (Fast-) Originalbesetzung (immerhin ist neben Catley und Clarkin noch Keyboarder Mark Stanway wieder mit dabei) zusammengetan haben. Und nun ist sie veröffentlicht ... die erste Magnum-CD nach 6 Jahren. Und irgendwie bin ich ganz schön enttäuscht, hatte ich doch mal wieder einen Ober-Hammer erwartet. Und diese Erwartungen (die bestimmt auch noch andere Magnum-Fans hatten) erfüllt 'Breath Of Life' leider überhaupt nicht. Ein paar nette Rock-Songs, ein paar nette Balladen, ein richtig gutes Lied ('Night After Night' ... der längste Song mit knapp 8 Minuten) sowie als Bonus-Tracks 3 Live-Songs (davon eines in beschissener Qualität) machen den Silberling zwar insgesamt zu einer anhörbaren CD, von 'On A Storyteller's Night' (die von mir 10 Punkte bekommen würde) ist sie aber weit entfernt. Unter Zurückstellung der größten Bedenken vergebe ich (mit Magnum-Bonus), auch wegen der langen Spielzeit von über 75 Minuten doch noch ein Lob.
Magnum - A Winter's Tale (DVD)
Kritik von Siggi Greck
Nun haben also auch die alten Recken von Magnum eine DVD veröffentlicht.
Es handelt sich hier um eine Aufnahme aus dem Jahr 1992, aufgenommen in Birmingham. Es
beinhaltet einen guten Querschnitt Ihres Schaffens. Einfach phantastisch immer wieder die
Stimme von Bob Catley (freue mich schon auf sein neues Solo-Album, das Ende Mai 2003
erscheinen soll). Soundmässig finde ich das ganze nicht so toll, obwohl lt. Cover Dolby
5.1. Dennoch, die alten Kracher "Storyteller`s Night", "One Sacred
Hour", "Kingdom Of Madness" und "How Far Jerusalem" lohnen den
Kauf auf jeden Fall.
Kritik von Siggi Greck:
Nach dem Comeback-Album "Breath Of Life", das 2002
erschienen ist, ein neues Lebenszeichen von Magnum. Nachdem die letzte Solo-CD von Bob
Catley die "beste Magnum-Platte" seit längerer Zeit war, hat sich nun auch
seine Stammband bzw. der für alle Songs zuständige Gitarrist Tony Clarkin steigern
können. Neben den beiden Ur-Mitgliedern ist auch wieder der Keyboarder Mark Stanway mit
an Bord. Die Band wird vervollständigt durch Harry James (Drums) und Al Barrow (Bass).
Auf dem Album wird Magnum-typische Kost geboten (Hard-, Melodic-, Pop-, Prog-, Bombast-Rock ), wie man es gewohnt ist und auch erwartet. Es ist zwar kein Titel dabei, der an die Oberhämmer "Storyteller`s Night", "How Far Jerusalem", "Soldier Of The Line", "The Spirit" oder "Sacred Hour" heranreicht, aber es ist sicherlich ein gutes Magnum-Album, das ich qualitativ in etwa mit "Vigilante" vergleichen würde. Neben dem recht harten Titeltrack "Brand New Morning" gefallen mir am Besten das etwas gemächliche "We All Run", der Ohrwurm "The Last Goodbye" mit tollem Keyboard-Intro und "The Scare Crow". Ich bin der Meinung, dass Magnum bei diesem Werk wieder verstärkt Gitarre und Keyboard einsetzen, was der Musik einfach gut tut. Und Bob Catley kann wie immer voll überzeugen, und das ist schon mal die halbe Miete.
Und meine Meinung zur neuen Magnum:
Ich kann den Ausführungen von Siggi Greck nur zustimmen. War 'Breath Of Life' noch eher
unnötig und enttäuschend und Catley's 'When Empires Burn' eigentlich der beste
Magnum-Output seit Jahren, ist 'Brand New Morning' richtig gut geworden. Zwar kein
Überflieger wie 'On A Storyteller's Night', aber ein richtig gutes Rock-Album. Ich kann
nur sagen: Weiter so und gut, dass es Euch wieder gibt.
Magnum - Livin' The Dream (DVD)
Ich denke, darauf haben alle Magnum-Fans sehnsüchtig gewartet ... auf eine visuelle Live-Dokumentation der 2005er-Tour zum 20-jährigen Geburtstag der 'On A Storyteller's Night' - CD. Und endlich ist es so weit ... in Form einer Doppel-DVD mit einer Spielzeit von insgesamt 237 Minuten. DVD 1 beinhaltet dabei den Zusammenschnitt von 2 Konzerten in England, auf dem neben der kompletten 'Storyteller's Night' auch noch ein kleines Best Of ... zum Besten gegeben wurde (u.a. Brand New Morning, Need A Lot Of Love, Vigilante, Kingdom Of Madness, Sacret Hour). Und dabei ist mir positiv aufgefallen, dass hier fast nicht nachbearbeitet wurde, denn der Gesang von Bob Catley klingt genauso geknödelt scheiße (sorry), wie ich ihn auch auf dem von mir besuchten Konzert der gleichen Tour in Stuttgart erlebt hatte. Und komischerweise gewöhnt man sich (genauso wie beim Konzert) auch beim Betrachten der DVD ziemlich schnell an diesen etwas merkwürdigen Sound in der Stimme. DVD 1 wäre eigentlich alleine Schon das Geld (von derzeit knapp 20 Euro) wert ... aber der Magunum-Fan bekommt mit dem zweiten Silberling noch einen dicken Packen Material in Form von Interviews mit den Musikern, acht Musik-Videos, Fan-Kommentaren, einer Tour-Dokumentation und und und. Muss man haben.
Magnum - Princess Alice And The Broken Arrow
Dass ich das noch erleben darf. Knapp 22 Jahre nach der absoluten Über-CD von Magnum (On A Storyteller's Night) gibt es endlich den one an only würdigen Nachfolger, nämlich 'Princess Alice And The Broken Arrow'). Schon das Cover, wie damals von Rodney Matthews gestaltet, lässt einen in Nostalgie schwelgen. Dann CD rein, Play gedrückt ... da fällt einem sofort die Klappe runter. Denn der Opener 'When We Were Younger' ist das geilste, was Magnum in den letzten 20 Jahren geschrieben haben. Catley singt (wieder) wie ein junger Gott, ein Hammer-Refrain, der einen sofort das Hühnerkostüm anziehen lässt (wer das jetzt nicht versteht ... das gibt Gänsehaut-Feeling), und ein Tony Clarkin an der Gitarre zum Niederknien. Einfach Göttlich. Und wer geglaubt hat, das wäre nur eine Eintagsfliege, hat sich schwer getäuscht. Den die CD geht im ähnlichen Niveau weiter. 'Eyes Wide Open' ... einfach fett, 'Like Brothers We Stand' ... tolle Keyboards am Anfang (kennt man von den 'neueren' Magnum gar nicht mehr), 'Out Of The Shadows' ... Clarkin in Bestform, 'Dragons Are Real' ... typischer Magnum-Song im Mid-Tempo (sowas höre ich liebend gerne beim Ski-Fahren, weil man da so schön im Takt mitwedeln kann), 'Inside Your Head' ... die schönste Ballade von Magnum seit Jahren, 'Be Strong' ... wie der Name schon sagt ein starker, etwas härtere Song (wieder mit einem tollen Clarkin an der Gitarre), 'Thank You For The Day' ... die sagen wir mal drittbeste Ballade seit Jahren, 'Your Lies' ... ein typischer Song im Stile von 'Two Hearts' und Konsorten (der Refrain geht einem nicht mehr aus dem Kopf), 'Desperate Times' ... die jetzt zweitbeste Ballade seit Jahren und zum Schluß als Rauswerfer noch 'You'll Never Sleep' ... noch ein typischer Magnum-Knaller, der wahrscheinlich die neue Live-Hymne werden könnte. Genug der Worte .... da gibt's nur eins. Ab in den CD-Laden und das Teil kaufen. Absoluter Anwärter für die CD des Jahres 2007. Und wer Glück hat bekommt noch die Limited First Edition mit kostenloser DVD (die kostet tatsächlich nicht mehr als die Normal-Version ... zumindest bei mir im MediaMarkt) und kann dann noch 45 Minuten 'The Making Of ... ' und weitere Sachen anschauen. Für mich ist die CD eine kleine Sensation.
Es scheint in Musiker-Kreisen zur Zeit ziemlich In zu sein, anlässlich eines runden Geburtstages einer alten Platte die Scheibe zu betouren und sie komplett zu spielen (siehe Fish mit Misplaced Childhood oder auch der Clutching .... - CD). Magnum lassen sich da auch nicht lumpen und zum 25. Geburtstag der 'Wings Of Heaven' gab's im November 2007 einige Konzerte, bei der dieser Rundling unter Anderem komplett gespielt wurde, auch wenn 'Wings Of Heaven' jetzt nicht unbedingt das Highlight der Band-Geschichte darstellt. Die Tour wird im Frühjahr 2008 fortgesetzt und im Mai 2008 kann man Magnum z.B. in Ludwigsburg bewundern (man sieht sich dort). Und um ein paar Euros in die Kassen zu spülen, gibt es von den November-Konzerten jetzt eine Doppel-Live-CD. CD1 ist geprägt von Songs der Princess Alice ... CD (einige Liedchen sind da vertreten) sowie ein paar alten Heulern, die bei Magnum-Konzerten unbedingt sein müssen (How Far Jerusalem, All Englands Eyes, Vigilante, Kingdom Of Madness). CD2 ist dann Wings Of Heaven komplett (da sind dann echt ein paar interessante Live-Versionen von Songs vertreten, die man sonst nicht so oft hört) sowie zum Abschluss das obligatorische 'Sacred Hour'. Wer von Magnum alles braucht, kommt an dieser CD natürlich nicht vorbei. Ob man sie unbedingt haben muss? Naja, vielleicht schon :-)
Es gibt Bands, die kennt fast niemand, nur weil sie aus dem falschen Land kommen bzw. in der falschen Sprache singen. Und zu dieser Spezies gehören ganz sicher auch die Spanier 'Mägo de Oz', die, würden sie in einer massen-kompatiblen Sprache ihre Songs vortragen, bestimmt in der Bundesliga des Prog-Metal bzw. Folk-Rock mitspielen würden. Das Album 'Gaia' finde ich einfach sensationell gut. Schon der Opener 'Obertura MDXX' ist genial (klassisch) und mündet in das erste Highlight, dem 11-minütigen Titelsong 'Gaia', bei dem die 8 Musiker der Band alle Register ihres Könnens ziehen (von balladesk über bombastisch und rockig bis folkloristisch) und dabei alle Instrumente einsetzen, die sie zur Verfügung haben (und das sind neben den 'klassischen' Sachen z.B. auch elektrische und akustische Violinen oder Querflöten). Sensationeller Song, der bei mir gerade rauf- und runtergenudelt wird. Hier jetzt alle Songs zu besprechen, wäre wirklich Zeitverschwendung. Ein Lied geiler als das andere. Insgesamt 72 Minuten mal heavy ('La Conquista'), mal gefühlvoll ('Si Te Vas'), mal komplizierter ('La Venganza de Gaia'). Hier kann ich jedem nur raten, sich die Scheibe zu besorgen. Und wenn es die Gelegenheit gibt, nehmt die Version mit der zusätzlichen DVD (mit Interviews, Fotos und dem üblichen Schnickschnack) und dem 36-seitigen Booklet. Das kommt Euch dann zwar alles spanisch vor, ist aber egal. So ein geiles Teil sollte man sich nicht entgehen lassen. KAUFEN KAUFEN KAUFEN.
Manfred Mann's Earthband - Mann Alive
Diese Doppel-Live-CD ist zwar schon ein bißchen älter (1998), mittlerweile gibt's das Teil aber zum absoluten Dumping-Preis von 25.- DM. Insgesamt 20 Songs in brillianter Sound-Qualität von uralt (Father of Day ...) bis nagelneu (Shelter from the Storm) werden zelebriert. Vor allem Sänger Chris Thompson (meiner Meinung nach einer der genialsten Prog-Sänger) zaubert eine grandiose Atmosphäre, die diese CD zum Erlebnis macht. Zu diesem Schnäppchen-Preis nur zu empfehlen.
Manfred Mann's Earthband - 2006
Der Grandfather des Prog-Rock (wer erinnert sich nicht an das obergeniale 'Father Of Day, Father Of Night' aus den frühen 70ern) hat nach immerhin 8 langen Jahren im Jahr 2004 auch mal wieder eine neue Studio-CD rausgebracht. Und warum das Teil gerade '2006' heißt, wird im Booklet auch erklärt ... der Earthband-Fan ist jetzt noch nicht reif für ein paar 'komische' Songs und braucht wohl noch 2 Jahre, bis er das auch mag. Naja ... ob die CD die nächsten 2 Jahre in meinem Player rotieren wird, wage ich jetzt mal zu bezweifeln. Zwar sind ein paar ganz gute Titel drauf (z.B. 'Demons And Dragons' mit ... welch Überraschung ... am Schluß des Songs einem Rap von Thomas D von den Fantastischen Vier), aber auch recht merkwürdiges Zeug ('Get Me Out Of This' oder 'Frog', einem vertonten Witz von Manfred Mann). Eine neue Version von 'The History Of Sexual Jealousy' darf natürlich auch nicht fehlen. Und so dümpelt die CD so vor sich hin, ohne irgendwie spektakulär zu sein. Schön wird es (mal wieder) immer dann, wenn Chris Thompson singen darf (er teilt sich die Vocals u.a. mit Noel McCalla). Und das kommt leider (nach meinem Geschmack) zu selten vor. Deswegen kann ich hier nur eingeschränkt eine Kaufempfehlung abgeben.
Manowar - Warriors Of The World
Viele Jahre musste die Metal-Gemeinde auf eine neue CD von Manowar warten. Doch 2002 ist es endlich wieder soweit. 'Warriors Of The World' nennt sich das Teil, und der Titelsong wurde sogar schon bei Stefan Raab's 'TV Total' zum Besten gegeben (mit der Bestätigung aller Vorurteile, die man von Metal-Fritzen so haben kann ... ein grottenschlechter Auftritt, den die Jungs eigentlich nicht nötig haben). Auffällig ist zuerst mal der absolut fette Sound (klasse). Aber auch die Songs, eine Mischung aus Heavy-Metal-Hymnen (Call To Arms, Warriors Of The World United usw.), geilen Balladen (z.B. Swords In The Wind) und einer genialen Cover-Version von Puccinis 'Nessun Dorma', machen die Scheibe zu einer der Metal-Highlights des Jahres 2002. Hier kann ich nur eine uneingeschränkte Kaufempfehlung für alle abgeben, die der etwas härteren Musik nicht abgeneigt sind.
Für all diejenigen, die jetzt den Namen 'Phil Manzanera' noch nie gehört haben oder gerade nicht einordnen können: Der gute Mann ist (neben Bryan Ferry, Brian Eno und Andy Mackay) Fast-Gründungsmitglied der legendären Band 'Roxy Music', die ja bereits Anfang der Siebziger Jahre mit 'Virginia Plain' schon ihren ersten Hit hatten und auch heute noch (allerdings nicht mehr mit Phil Manzanera sondern mit Chris Spedding an der Gitarre) die großen Hallen füllen und eine geniale Show abliefern. Wie der Titel der CD schon verrät, ist '6pm' das sechste Album von Herrn Manzanera. Die Musik zu beschreiben, fällt mir auch nach dem 20. Hören nicht leicht, aber eines ist sicher: Phil Manzanera ist ganz bestimmt ziemlich unterbewertet in der Hörerschaft. Schaut man nur mal auf die Liste der Mit-Musiker (die teilweise schon auf der ersten Solo-CD von 1975 vertreten waren), muss es in Musikerkreisen eine Ehre sein, mit dem Mann eine CD aufnehmen zu dürfen. Brian Eno (Roxy Music, David Bowie), Chrissie Hynde (Pretenders), Andy Mackay (Roxy Music), David Gilmour (Pink Floyd). Herausgekommen ist dabei dann eine völlig relaxte Scheibe, die eine Grundstimmung wie z.B. der Song 'Wish You Were Here' von Pink Floyd verbreitet und meiner Meinung nach eine der Highlights meiner CD-Sammlung abseits des Progs darstellt. Wer auch mal 'was anderes hören' will', sollte mal mehr als ein Ohr für Phil Manzanera riskieren.
Irgendwann mußte es mal ja soweit kommen. Ich muß (als
bekennender Marillion- bzw. eher Hogarth-Feind) eine Marillion-CD kritisieren. Und ich
versuche (wider besseren Wissens), dies objektiv zu tun. Anoraknophobia - den Namen sollte
man vielleicht kurz erklären: Es soll wohl ein Wortspiel aus 'Arachnophobia' (also der
Angst vor Spinnen) und 'Anorak' (ein Mensch, der außergewöhnliche Obsessionen hegt und
obskuren Tätigkeiten nachgeht - außerdem wurden die Marillion-Fans früher 'Anorak'
genannt) sein und soll bedeuten, daß man vor solchen Leuten keine Angst haben braucht,
weil sie im Grunde liebe, harmlose Zeitgenossen sind (so zumindest die Erklärung von
Sänger Steve H.). Die CD wurde von den Marillion-Fans vorfinanziert (d.h. insgesamt
12.700 Fans haben die Scheibe vor der Produktion bezahlt). Davon kann man halten was man
will - ich halte absolut nix davon. Naja, 12.700 Leute können nicht irren. Nach diesem
'Erfolg' haben Marillion wieder einen Plattenvertrag bei EMI und der neue Silberling wird
richtig ordentlich promoted. Aber nun zur Musik:
Insgesamt 8 Songs sind auf der Scheibe verewigt und ehrlich gesagt haut mich da keines vom
Hocker. Gitarrist Steve Rothery und Keyboarder Mark Kelly werden weiterhin unterdrückt
und dürfen sich zu keiner Zeit in den Vordergrund spielen (schade) und Steve H. säuselt
immernoch äußerst unangenehm in der Gegend rum (auch schade). Allerdings kann
Anoraknophobia trotzdem als kleiner Lichtblick (nach den richtig katastrophalen Alben
'Radiation' und 'Marillion.Com') gesehen werden. Musikalisch sind sie mal wieder etwas
besser geworden, was vor allem die 2 Songs 'Quartz' und 'Map of the World' beweisen. Als
Fazit würde ich also einfach mal behaupten, der Patient ist auf dem Weg der Besserung
aber noch lange nicht über dem Berg. Und zum Abschluß vielleicht noch ne Äußerung von
meinem Lieblings-Freund Hogarth : 'Würden wir nur versuchen, den Erwartungen der Fans
gerecht zu werden, wären wir eine seelenlose Song-Fabrik und keine Künstler'. Tja dann
... macht weiter was ihr wollt und nicht das was die Fans wollen.
Marillion - Anorak In The UK (live)
Nach der Doppel-Live-CD 'Made Again' gibt es jetzt schon wieder eine
neue offizielle Live-CD von Marillion. Glücklicherweise wurde auf doppelte Songs
weitestgehend verzichtet, da der Hauptteil aus neuen Stücken der 'Anoraknophobia' besteht
(5 von10) . Und scheiße wie ich die Anoraknophobia finde, bin ich doch etwas überrascht,
wie gut die Songs live klingen. Daneben gibt es noch je ein Stück von Season's End,
Holidays Eden und Brave sowie zwei Titel von der Afraid of Sunlight. Richtig positiv finde
ich, dass NICHTS von den Schrott-Alben 'Radiation' und 'Marillion.com' drauf ist (ob sie
selber eingesehen habe, dass das absoluter Müll ist ???). Fazit: Nette Scheibe, die man
aber nicht unbedingt haben muss. Und wer Hogarth nicht mag, soll eh die Finger davon
lassen.
Nun aber zum eigentlichen Kritikpunkt: Die mir vorliegende CD ist die offizielle
Einfach-CD von EMI. Daneben gibt es aber über den englischen Fanclub noch eine Doppel-CD
(für ein Schweinegeld), die dann, neben dem zusätzlichen Material, nicht mal alle Songs
der EMI-Version beinhaltet, so dass der Hardcore-Fan mal wieder der angeschmierte ist und
beide CDs kaufen muss. WAS SOLL DAS ???
Marillion - Recital Of The Script (DVD)
Kritik von Siggi Greck:
Endlich da! Das legendäre Konzert von Marillion aus dem Hammersmith Odeon in London,
aufgezeichnet am 18. April 1983. In den 80ern ist dieses Konzert bereits auf zwei
Videokassetten erschienen. Nun das komplette Material beider Bänder auf einer DVD. Die
Titel des Konzertes sprechen für sich: 1. Script For A Jester`s Tear - 2. Garden Party -
3. The Web - 4. Chelsea Monday - 5. He Knows You Know - 6. Forgotten Sons - 7. Market
Square Heroes - 8. Grendel. Dazu als Bonus aus dem Marquee in London die Stücke He Knows
You Know sowie Market Square Heroes, ein Interview mit Fish und Backstage Material.
Historisches Material, Pflicht für alle Fish- und Marillion-Fans! Ich hoffe, EMI wird
auch noch das Loreley-Konzert auf DVD veröffentlichen. Also, kauft eifrig die Recital,
dann legt EMI sicherlich dieses Konzert auch noch auf.
Dass die Marillos das Geschäft vom Geschäft auf jeden Fall besser verstehen als Fish, wird sich mittlerweile ja rumgesprochen haben. Der neueste Hit war bei 'Marbles', dass die Fans eine für eine CD nicht gerade unbedeutende Summe vorgestreckt haben mit dem Versprechen, dann in einer Super-Duper-Extra-Limitierten Doppel-CD im Booklet namentlich genannt zu werden. Das hat geklappt und herausgekommen ist ein über 100-Seiten-Buch sowie eine Doppel-CD. Normal im Handel erhältlich ist lediglich eine Einzel-CD, auf der dann (laut Meinung der vieler Marillon-Fans) nicht mal die besten Songs drauf sind. Aber es gibt ja noch die Jungs von Marillion, die wiederum im Vorfeld versprochen haben, dass in der Einzel-CD aus dem 'normalen Handel' ein Gutschein mit dabei ist, mit dem man dann die Doppel-CD für 9,99 Pfund bzw. 15.99 Euro in England bei den Marillos bestellen kann. Wer jetzt allerdings beim Kauf der Einzel-CD gedacht hat, das ist ja toll, wird aber so richtig enttäuscht ... denn das mit dem Gutschein gilt nur für England (hat man wohl vergessen zu erwähnen). Auf der CD ist nur lapidar vermerkt, dass 'wenn der Gutschein nicht beigefügt ist, solle man auf die Homepage von Marillion gehen und dort erfahren, wie man an die Doppel-CD kommt'. Na toll ... und unter diesem Link gibt es die CD dann natürlich nicht für 9,99 Pfund sondern genauso teuer wie wenn man die Einzel-CD nicht gekauft hätte für knapp das doppelte oder als Special Edition für noch viel teuerer. Das nenne ich jetzt mal so richtig verarscht. Musikalisch finde ich 'Marbles' jetzt auch nicht gerade die Offenbarung. Ziemlich lahmes, belangloses Gedudel, das man wohl nicht mehr so richtig als Rock-Musik bezeichnen kann. Einige Songs (wie z.B. der Opener 'The Invisible Man') wirklich absolut unnötig in die Länge gezogen. Herr Rothery darf nur ansatzweise wieder, Herr Kelly darf auch nur noch ein bißchen, Hogarth singt zu viel. Wie immer halt. Und dann noch die grausige Drum-Machine bei der Single-Auskopplung You're Gone. Oh man ... das waren mal alles echt tolle Musiker und das Talent wird sowas von verschwendet. Schade drum. Leider nur in Teilen anhörbar (wie z.B. der wirklich gute Song 'Neverland') und einfach zu eintönig. Würde mich mal interessieren, wie die Songs sind, die nur auf der Doppel-CD-Version drauf sind ... aber ich werde das wohl sicher nicht erfahren.
Tja, das kann ich jetzt doch nicht so stehen lassen. Die Doppel-CD-Version ist zwischenzeitlich bei mir eingetroffen, den Gutschein gab es in Deutschland wohl doch in einigen CDs (hab' mir natürlich auch einen organisiert) und ein paar Wochen nach der Bestellung ist die Scheibe dann auch aus England eingetroffen. Allerdings habe ich (noch) keine Ahnung, was mich das jetzt tatsächlich gekostet hat, da bis jetzt noch keine Kreditkartenabbuchung erfolgt ist. Hier nun also noch meine zusätzlichen Anmerkungen zur 2-CD-Version. Auffallend ist die geänderte Songreihenfolge und die Tatsache, dass auf der Doppel-CD der Bonus-Track (You're Gone - Single Mix) fehlt. Aber das ist ganz sicher zu verschmerzen. Zusätzlich hinzugekommen sind insgesamt 4 Songs ('Genie' - knapp 5 Minuten und recht unspektakulär, 'The Only Unforgivable Thing' - mit über 7 Minuten klingt es ein bißchen nach 'Beautiful' und ist das wohl von H. am gefühlvollsten gesungene Stück auf der ganzen Scheibe, 'Ocean Cloud' - fast 18 Minuten lang und sicher ein Highlight auf der CD und 'The Damage', einem ziemlichen Schrott. Da hat wohl einer zuviel Beatles gehört). Mein Fazit: Die Doppel-CD-Version lohnt sich auf jeden Fall, da sich dort (außer 'Neverland', das mir noch immer von allen Songs am besten gefällt) tatsächlich die zwei Perlen befinden.
Wochen hat's gedauert, bis der MediaMarkt meines Vertrauens die Schnäppchen-Live-CD von Marillion besorgt hat. Knapp unter 9 Euro für ne offizielle Veröffentlichung ist ja nun wirklich billig. Trotzdem ging die Scheibe an meinem CD-Dealer vorbei, weil sie wohl unter einem merkwürdigen Vertrieb gelistet und somit von der Einkäuferin gar nicht entdeckt wurde. Naja, es stellt sich eh die Frage, ob man diese CD unbedingt braucht, ist doch darauf lediglich die komplette Marbles-Kurzfassung (also die Einfach-CD-Version von 'Marbles', allerdings ohne den Song 'Drilling Holes') plus einem anderen Song ('Estonia'), und das auch noch in ziemlicher Original-Fassung zu hören. Wem die DVD 'Marbles On The Road' zu teuer ist, kann somit wenigstens einen Teil des Soundtracks für ein paar Euro kaufen. Und Marillion-Fans werden eh schon zugeschlagen haben.
Eigentlich könnte man die neue Marillion-CD 'Somewhere Else' mit einem Wort beschreiben. SCHROTT. Viel mehr fällt mir dazu auch nicht ein. Ich habe immerhin mehrere Anläufe gebraucht, um die CD mal am Stück durchzuhören. Denn lange vor'm Ende geht einem das Geseiere sowas von auf den Sack, dass man die Scheibe aus dem Player nehmen muss. Einfach grausam schon der Opener 'The Other Half' (wusste gar nicht, das Hogarth mit 5 Tönen und die Band mit gefühlten 2 Akkorden auskommt). Und dieses uninspirierte Gedudel zieht sich praktisch wie ein roter Faden durch die komplette CD. Rückfall in 'Afraid Of Sunlight' und 'Radiation'-Zeiten. Ich habe mich jetzt echt drei mal durch die CD gequält und irgendwie so gar nichts gefunden, was ich positives Schreiben könnte. Ein Langweiler vor dem Herrn. Sorry Jungs, aber das war gar nix.
Viele Jahre nach der meiner Meinung nach letzten Solo-Veröffentlichung von Tony Martin ('Back Where I Belong' aus dem Jahr 1992) und nach etlichen Gast-Auftritten und Projekten von 'Mollo-Martin' bis 'Rondinelli' gibt es endlich mal wieder ein musikalisches Lebenszeichen eines meiner Lieblings-Sängers aus dem Hard Rock-Bereich, dem Ex Black Sabbath - Sänger Tony Martin. Die Haare sind ab (man trägt jetzt Glatze) und die Ideen sind auch ein bißchen ausgegangen. Die Stimme ist zwar immer noch einfach grandios und der gute Tony singt so ziemlich alle Konkurrenten aus diesem Genre an die Wand, aber so richtig zünden will das Teil bei mir nicht. Auf einem Song ist noch der gute und unvergessene Cozy Powell an den Drums zu hören, der ja im Jahr 1998 bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist ('Raising Hell ... und das klingt auch voll nach Rainbow). Außerdem darf Tony Martins Sohn Joe Harford an den Gitarren mitspielen. Nett aber muss man nicht unbedingt haben.
Martin Maheux Circle - Sibylle
Violine, Alt-Violine, Violoncello, Kontrabass, Trompete, Flügelhorn, Piano und Schlagzeug. Sicher eine etwas merkwürdige Instrumenten-Mischung, die der kanadische Drummer Martin Maheux für seinen Zirkel da zusammengesucht hat. Geboren 1975 lernte er zuerst Piano (mit 7 Jahren) nur durch Hören, danach Gitarre, um mit 11 Jahren dann sein endgültiges Instrument, das Schlagzeug, zu entdecken. Auf der Universität in Montréal studierte er 'Jazz Interpretation' und hatte danach dann auch irgendwann Berührung mit der Rock-Jazz-Progressiv - Band 'Spaced Out' (die ja auch bei Unicorn Records untergekommen ist) und 'Poly Esther' (die ich jetzt leider nicht kenne). Die erste CD von Martin Maheux 'Physics Of Light' wurde 2002 auf dem Unicorn-Records-Label veröffentlicht. Und mit 'Sibylle' (benannt nach der Tante aus der griechischen Mythologie) verschmelzt Martin Maheux jetzt ein Jazz-Quartett mit einem Streicher-Quartett mit 2 Cellos. Und herausgekommen ist eine mehr als merkwürdige Mischung zwischen verruchtem Bar-Jazz ('Tergiversation') und Kammermusik ('Mauvais Cirque'), teilweise vermischt in einem Song (z.B. in dem 15-minütigen 'Aller Simple'). Das ist schwer verdaulicher Tobak und sicher nichts für alle Tage.
In meinem Gästebuch befindet sich eine 'Beschwerde', warum ich von Helloween noch keine Review auf meinen Seiten habe. Die Antwort ist ganz einfach. Ich besitze keine Helloween-CD und bis jetzt hat mir auch noch niemand eine Gast-Kritik geschickt. Aber zumindest so halb kann ich jetzt den Wunsch des Gästebuch-Schreibers erfüllen. Denn hinter der Band 'Masterplan' verstecken sich die bei Helloween verjagten Roland Grapow (Gitarre) und Uli Kusch (Drums). Als Sänger konnten sie keinen geringeren als Ausnahme-Shouter Jorn Lande (Millenium, Ark) gewinnen, der neben Tony Martin sicher zur Zeit einer der besten Metal-Sänger ist. Und entsprechend genial geht's auch zur Sache. Ein Metal-Feuerwerk vom Feinsten, bei dem, wer hätte es gedacht, vor allem Jorn Lande heraussticht und die restlichen Musiker auch ausgiebig glänzen können. Ich kann nur jedem (Melodic-) Metal-Fan empfehlen, die Scheibe zu kaufen. Was besseres wird wahrscheinlich im Jahr 2003 in dieser Musik-Richtung nicht mehr veröffentlicht. Zumindest liegt die Messlatte bereits im Januar ganz schön hoch.
Das Debut-Album der Band um die beiden Ex-Helloween-Jungs Uli Kusch und Roland Grapow zusammen mit Ausnahme-Shouter Jorn Lande aus dem Jahr 2003 konnte man ja nur ganz einfach als 'sensationell' bezeichnen. Und endlich gibt es den Nachfolger 'Aeronautics', der dem Vorgänger zwar ein bißchen nachsteht - so die richtig großen Kracher sind mit Ausnahme von 'Crimson Rider' (fett fett fett), 'Back For My Life' (das ich völlig überrascht neulich sogar auf Viva oder MTV gesehen habe), 'Headbangers Ballroom' (tolle eingängige Melodie) und dem fast 10-minütigen 'Black In The Burn' (toller Song) - aber auch nicht enttäuscht. Wahrscheinlich war die erste Masterplan-CD einfach zu gut und nicht mehr zu toppen. Die meisten Bands aus diesem Genre wären wohl froh, wenn sie nur einmal in ihrer Bandgeschichte ein Album wie 'Aeronautics' veröffentlichen würden, für Masterplan-Verhältnisse ist's dann eher fast ein 'Rückschritt'. Trotzdem natürlich ein Kauftip für alle Metal-Fans.
Nach dem Abgang von Schlagzeuger und Masterplan-Mitbegründer Uli Kusch und vor allem dem charismatischen und unverwechselbaren Sänger Jorn Lande war ich doch recht skeptisch, ob die Band noch so gut sein wird. Aber der mehr als adäquate Ersatz an den Drums (kein Geringerer als Mike Terrana, der ja bei Rage ausgestiegen ist) sowie der ehemalige Riot-Sänger Mike DiMeo lassen gar keinen Zweifel aufkommen ... Masterplan sind auch weiterhin weit vorne in der Rangliste der Melodic-Metal-Liga. Dabei finde ich vor allem angenehm und auch konsequent, dass Neu-Sänger Mike DiMeo gar nicht versucht, wie Jorn Lande zu klingen sondern seinen eigenen Gesangs-Stil einbringt. Masterplan-Fans sowie Liebhaber des genannten Musik-Genres können mal wieder blind zuschlagen. Nett auch die Aufmachung in der limitierten Metall-Box, die neudeutsch 'Tincase' heißt und auch noch einen Video-Clip beinhaltet.
Meat Loaf - Couldn't Have Said It Better
Nach Alkohol- und Drogenexzessen, Identitätskrisen, mehreren
Kinofilmen und dem Verlust von ca. 40 Kilos hat es Meat Loaf mal wieder zu einer CD
gebracht. Die CD wurde zwar ohne die Hilfe von Jim Steinman (der ja zusammen mit Meat Loaf
so geniale Sachen wie die zwei Bat Out Of Hell - CDs verbrochen hat) geschrieben und
produziert, aber irgendwie klingt's doch genauso bombastisch und theatralisch. Stimmlich
hat Meat Loaf eher noch zugelegt (obwohl weniger Resonazkörper) und vor allem die Duette
mit den Mädels (z.B. der Titelsong mit Patti Russo) sind einfach erstklassig.
Auf der regulären Einzel-CD gibt' als Bonus-Tracks dann noch zwei Live-Aufnahmen von 'Bat
Out Of Hell' und 'You Took The Words ...'. Aber wer die CD unbedingt haben will, sollte
schauen, dass er die limitierte Doppel-CD bekommt. Auf der zweiten CD sind dann noch 2
DVD-Tracks (live) , ein Video (Did I Say That) und ein MP3-File von 'Two Out Of Three
Ain't Bad' drauf.
Achtung: Die CD hat einen Kopierschutz mit eigenem Player für Computer,
der einfach nur SCHEISSE klingt. Wer seine CDs also im PC abspielen will, sollte auf das
Teil einfach verzichten, da das wirklich rausgeschmissenes Geld wäre. Ansonsten
sicher eine lohnende Anschaffung. Zwar kein 'Bat Out Of Hell Part 3' aber trotzdem ganz
gut.
Meat Loaf - Bat Out Of Hell III (The Monster Is Loose)
Mit über 77 Minuten randvoll gepackt ist Teil 3 von 'Bat Out Of Hell'. Auch wenn's ein kleiner Etiketten-Schwindel ist, denn von Ur-Songschreiber Jim Steinman sind gerade mal die Hälfte der Songs. Aber das macht die CD nicht unbedingt schlechter, denn der 'Rest' ist teilweise nicht ganz so schmalzig-bombastisch sondern sogar recht heavy (wie z.B. der Opener 'The Monster Is Loose' mit fetter Gitarre, das aus der Feder von Desmond Child stammt). Aber es dürfen natürlich auch nicht die zum Dahinschmelzen geeigneten Duette mit den Weibchen fehlen. So wird ja zur Zeit das 'It's All Coming Back To Me Now' mit der weiblichen Stimme von Marion Raven im Radio rauf und runter genudelt. Und die gute Patti Russo hat er wieder ausgegraben (die ja schon auf anderen Meat Loaf-CDs singen durfte). Und ... kein Geringerer als Brian May (Queen) zeigt auf einem Song auch mal kurz sein Können. Insgesamt kann Bat Out Of Hell III natürlich den immerhin schon 30 (!) Jahre alten ersten Teil nicht toppen und kommt auch nicht annähernd ran. Aber eine 'nette' und empfehlenswerte Fortsetzung ist es allemal.
Nach Teil I von 1977 und Teil II aus dem Jahr 1993
folgte nun im Jahr 2006 der dritte Teil von Bat Out Of Hell. Nachdem die ersten beiden
Teile komplett von Jim Steinman komponiert und produziert wurden, hat er zu Teil drei
nur die Hälfte der Songs beigesteuert. Der Rest kommt grösstenteils von den
Hitlieferanten Desmond Child (Kiss, Cher, Bon Jovi, Alice Cooper, usw.) und Diane Warren
(Celine Dion, Starship, Toni Braxton). Desmond Child hat die CD auch produziert.
Vorab möchte ich Roland zustimmen: Toll, dass es Teil III überhaupt gibt ich
halte die CD insgesamt für sehr gut gelungen und freue mich auch, dass
normale Rockmusik noch den Weg in die deutschen Charts findet. Allerdings
scheinen Jim Steinman schon langsam die Ideen auszugehen: Schon bei Teil II hat er sich
selbst beklaut, was sich in Teil III fortsetzt. It´s All Coming Back To Me
Now und The Future Ain`t What It
Used To Be hat er bereits mit der Band Pandora`s Box 1989 veröffentlicht
(It`s All Coming Back
wurde auch schon von Celine Dion interpretiert,
Bad For Good erschien auf der kaum beachteten, gleichnamigen Platte von Jim
Steinman, die bereits 1981 erschienen ist (für Bat Out Of Hell II hat er ebenfalls
bereits 4 Titel seines Soloalbums und 1 Titel von Pandora`s Box verwendet, das komplette
Musical Tanz der Vampire war ebenfalls schon Recyclingware). Alle Titel wurden
von Meat Loaf aber hervorragend interpretiert. Auch mir gefällt der Rocker The
Monster Is Loose ganz hervorragend.
Ich hoffe auf jeden Fall, dass es noch einen weiteren Teil geben wird, und dass Jim
Steinman doch mal wieder neue, geniale Einfälle hat. Ansonsten werden wir wohl auf der nächsten CD von Meat Loaf Total Eclipse Of My Heart,
Holding Out For A Hero und Faster Than The Speed Of Night von
Bonnie Tyler sowie Making Love Out Of Nothing At All von Air Supply
wiederfinden
Dass in München neben der wohlbekannten Bussi-Bussi-Gesellschaft auch eine kleine aber feine Prog-Szene existiert, wissen wir spätestens seit der Band RPWL. Auch Hubi Meisel ist irgendwann mal in München gelandet und wurde der Sänger der Prog-Metal-Band 'Dreamscape', die u.a. im Vorprogramm von Axel Rudi Pell spielten und 1999 mit der CD 'Very' vor allem in Japan aber auch in Europa etwas bekannt wurden. 'Musikalische Differenzen' (so sagt man das wohl immer) führten dann dazu, dass Hubi Meisel bei Dreamscape wieder ausgestiegen ist und im Jahr 2002 eine erste Solo-CD veröffentlicht hat, die 80er-Jahre Cover-Versionen beinhaltete. Diese CD ging allerdings irgendwie an mir vorbei (und ich finde auch nicht, dass diese Beschreibung jetzt irgendwie spannend klingt). Okay ... jetzt gibt es eine weitere CD von Hubi Meisel mit dem Titel EmOcean (man könnte das natürlich auch wie 'Emotion' deuten), einem Konzept-Album über den (oder die ?) Sargasso See (bzw. das Bermuda-Dreieck), bezaubernde Unterwasserwelten und der versunkenen Stadt Atlantis, also der griechischen Mythologie. Aufgeteilt ist das Album in 3 Teile. Die Story in kurzen Worten: (Part 1:) Ein Mann fährt mit seinem Segelboot auf der Saragossa See (bei den Bermudas), kommt in einen Tornado, Poseidon taucht auf und zeigt auf das Sternbild des Delphins. Prompt taucht auch ein (echter) Delphin auf und der Mann wird von ihm in die Tiefe gezogen direkt nach (Part 2:) Atlantis, dem versunkenen Kontinent. Er bekommt von den Atlantern eine wichtige Botschaft, die er der Welt mitteilen soll. (Part 3:) Ein Seeungeheuer bringt ihn wieder an die Oberfläche und ein Schiff der Argonauten bringt ihn nach Hause, wo er die empfangene Botschaft verbreitet, nämlich dass noch nicht alles zu spät ist. So ganz kurz zusammengefasst ... die ganze Geschichte gibt es aber (zusammen mit vielen weiteren historischen Informationen) im Internet unter www.hubimeisel.com (und dort unter 'read more about EmOcean'). Hochinteressant kann ich nur sagen. Und die Musik steht dem eigentlich in nichts nach. Finde ich Part 1 zumindest nach dem recht knackigen Opener 'Lost In The Waters Of Sargasso' noch ein bißchen zäh und ab und zu fast zu poppig, ist der Atlantis-Teil (mit insgesamt fast einer halben Stunde) schlichtweg genial und auch Part 3 ist echt gelungen. Die Musik wurde übrigens geschrieben von dem (französischen ?) Keyboarder Vivien Lalu, der mir bis jetzt völlig unbekannt war. Des weiteren sind dann noch Marcel Coenen (Gitarre - bekannt von Sun Caged), Daniel Flores (Drums - von Mind's Eye) und Bamby (eigentlich Jean B. Affonco am Bass) dabei. Wirklich toll ist neben dem Gesamtkonzept und der glasklaren Produktion die Musik, die (vor allem auch teilweise wegen dem Gesang von Hubi Meisel, wenn er etwas 'härter' singt) teilweise an Vanden Plas erinnert, aber insgesamt eigentlich kein reiner Prog-Metal ist ... dafür ist die Sache ab und zu zu sphärisch und es gibt (herrlich) zu viele wimmernde Gitarren. Leichte Anleihen an (alte bis mittelalte) Marillion sind auch zu erkennen. Kurzum eine Scheibe, die sich der Prog-Fan nicht entgehenlassen sollte. Am einfachsten gibt's den Silberling im Shop von Hubi Meisel unter der obigen Internet-Adresse zur Zeit für schlappe 12 Euro (plus 2 Euro Porto). KAUFEN !!!!
Vom letzten Konzept-Album des
Münchner Sängers Hubi Meisel ('EmOcean'), das im Jahr 2003 veröffentlicht wurde, war
ich ja mehr als begeistert. Und jetzt gibt es endlich den Nachfolger 'Kailash', der, auch
wieder als Konzept-Album angelegt, von den Mysterien der buddhistischen / hinduistischen
Kultur handelt. Inhaltlich geht es darum, dass ein Mann, begleitet von einem
majestätischen Schneelöwen die beschwerliche Wanderung über den Himalaja zum heiligen
Berg Kailash auf sich nimmt, um dort in einer sagenumwobenen Höhle ein lang gehütetes
Geheimnis zu entdecken. Leider liegt mir von 'Kailash' nur eine Vorab-Promo-CD ohne Texte
vor. Deswegen kann ich Euch nicht sagen, ob ihm das Geheimnis tatsächlich offenbart wird
... das müsst Ihr also nach dem Kauf der CD schon selbst rausfinden. Aber es ist mal
wieder eine mehr als interessante Geschichte geworden. Die Musik stammt, wie auch schon
'EmOcean', von dem französischen Keyboarder Vivien Lalu, die Texte und Vocal-Melodien von
Hubi Meisel selbst. Weiter dabei sind wie schon auf 'EmOcean' der Gitarrist von 'Sun
Caged' Marcel Coenen, der eine tollen Job abliefert (hier sei auch nochmal die letzte Sun
Caged -CD empfohlen) und der Drummer von 'Mind's Eye' Daniel Flores, der auch eine klasse
Rhythmus-Arbeit macht. Neu dabei sind Jorge Salán ('Mägo De Oz') an der zweiten Gitarre
und für mich jetzt wegen dem dann doch ziemlich unterschiedlichen Musik-Background etwas
überraschenden Therion-Bassisten Johan Niemann, der aber ganz schön fett rüberkommt.
Vergleiche ich 'Kailash' mit 'EmOcean' fällt mir auf, dass die neue Scheibe etwas härter
und prog-metalliger geworden ist. Und das trifft auch auf die Stimme von Hubi Meisel zu,
der (äußerst positiv) teilweise etwas dunkler klingt als früher. Es ist schwierig, aus
'Kailash' einzelne Highlights herauszuheben, weil die Scheibe (einschließlich der 2
Bonus-Tracks, die alleine fast 10 Minuten ausmachen) in sich schlüssig ist und einfach
zusammengehört. Aber müsste ich doch ein paar Songs herausheben, wären das 'Snow Lion'
(das hat alles, was einen Prog-Metal-Song ausmacht), 'Shiva's Dance' (fett, das könnte
auch von Threshold sein) und natürlich das 10 1/2-minütige 'Wheel Of Life'. Hubi Meisel
hat mal wieder großes Musik-Kino abgeliefert und ich kann nur hoffen, dass die CD
'Kailash' den Erfolg erzielt, den sie verdient hat. Und am Besten bestellt Ihr die CD bei www.lionmetal.de. Dort
bekommt Ihr die Scheibe im Digi-Pack mit den 2 Bonus-Tracks zur Zeit für 12.90 Euro. Mehr
Infos über Hubi Meisel gibt es auf seiner Homepage.
Nachdem die CD 'Barcelona' des verstorbenen Queen-Sängers (mit der spanischen Opern-Sängerin Montserrat Caballé) leider im Handel nicht mehr erhältlich ist und sich die Scheibe alleine schon wegen dem Lied 'Guide Me Home' lohnt, mußte ich in den sauren äh teueren Apfel beissen, und mir die 3-fach-CD 'Solo' zulegen. Hierbei handelt es sich im Einzelnen um die Silberlinge 'Mr. Bad Guy' (u.a. mit den Hits I Was Born To Love You, Your Kind Of Lover und Living On My Own sowie der Originalversion von Made In Heaven), der obengenannten 'Barcelona' und einer 'Bonus-CD' mit ein einem Remix sowie u.a. den Titeln I Can Hear Music (den Freddy Mercury bereits 1973 unter dem Namen Larry Lurex veröffentlicht hat), Love Kills und The Great Pretender. Für knapp 40.- DM auf jeden Fall eine lohnenswerte Anschaffung für alle Queen - und Mercury-Freunde.
Nach dem Split der deutschen Power Metal Band 'Angel Dust' war es ja recht ruhig um die Musiker. Und als erstes Lebenszeichen gibt es eine CD von Sänger Dirk Thurisch, der die Band 'Mercury Tide' gegründet hat. Die Scheibe fängt mit dem Titelstück 'Why ?' auch an, wie die letzte CD von Angel Dust 'Of Human Bondage' geklungen hatte. Toller Song, der Hoffnung auf einen guten Neuanfang macht. Bei Titel 2 'This Never Ending Dreaming' wurde dann so richtig böse bei Metallica (Nothing Else Matters) geklaut. Auch ein paar weitere Songs sind richig klasse. Aber so die volle Begeisterung will bei mir dann doch nicht aufkommen, denn insgesamt ist 'Why ?' zwar ein recht netter Anfang aber einfach zu wenig. Ich werde aber 'Mercury Tide' weiter 'unter Beobachtung' halten.
Jahre musste die Metal-Gemeinde warten, bis die Heavy-Götter Metallica mal wieder eine richtige Studio-CD rausbringen. Und nach Entziehungskur von Sänger James Hetfield und dem Austausch des Bassisten (auf St. Anger spielt Produzent Bob Rock den Bass und zwischenzeitlich wurde auch 'richtiger' Ersatz für Jason Newsted in Ex-Ozzy-Bassist Robert Trujillo gefunden) klingen Metallica so frisch und unverbraucht wie lange nicht mehr. Es geht zwar auf den ca. 75 Minuten fast durchgehend gar heftig zur Sache (nur wirklich nur ein paar kleine Ruhepausen sind zwischendurch eingestreut wobei ich von einer Ballade nicht reden will) und der Sound ist eher 'gewöhnungsbedürftig, doch ich würde davor abraten, die CD nach erstmaligem Hören genervt zur Seite zu legen. Die zündet wirklich erst ziemlich spät. Eigentliches Highlight ist aber ... zumindest bei der limitierten Erst-Ausgabe neben dem individuellen Zugangscode für Handy-Klingeltöne und Song-Downloads die KOSTENLOSE (jawoll, das Teil kostet wirklich nix extra) DVD, wofür Metallica die komplette CD im Studio nochmals live zum Zuschauen gespielt und aufgenommen haben. Das finde ich einfach vorbildlich und zeigt, dass die Jungs für ihre Fans wirklich alles tun was möglich ist. Dieses Bonus-Zeugs gibt natürlich einen Punkt extra.
GAST-KRITIK VON MICHAEL DOSTER
"Starfooted" ist das erste Album der Amerikaner "Metaphor". Die Stilrichtung ist klassischer Prog-Rock, so wie man ihn von den alten Genesis her kennt. STOP!! Bevor jetzt gleich "Nachahmer" schreit: Hier handelt es sich nicht um ein Plagiat der erwähnten Prog-Giganten der Siebziger (nicht die heutigen Kommerz-Bombast-Genesis), vielmehr muß oder darf man "Starfooted" als ein Projekt bezeichnen, das die "alten" genialen Progzeiten aufleben läßt. "Starfooted" ist mit Longtracks gespickt - die ganze Scheibe ist mit knapp 74 Minuten Spielzeit voll genutzt. Die Bandbreite reicht von "leicht verdaulichen" Stücken mit schönen harmonischen Passagen über eher verspielte Stücke, die meist mit recht schrägen Einlagen durchsetzt sind. Meist klingt das Ganze wie ""Flower Kings" meets "Spock's Beard", also "immer mit der Faust voll auf's Auge" (Autsch!). Ich gebe zu, daß ich damals auch eine ganz schöne Zeit gebraucht habe, um mich mit der Musik von Genesis "anzufreunden" - hier ist die Lage ähnlich: man muß sehr oft hinhören, um sich mit den recht komplexen Strukturen anzufreunden. Allerdings fehlen mir hier die Genialität und auch die musikalische Perfektion der Genesis-Musiker doch etwas (aber das kann ja noch werden!). Für Genesis-Fans der "alten Sorte" gilt: Reinhören kann sich durchaus lohnen - gegebenenfalls sollte man zum Nachspülen einen passenden "Ohrenputzer" bereitstellen (Symphony X, Kamelot oder so ähnlich).
Metaphor - Entertaining Thanatos
Das Erstlingswerk der amerikanischen Prog-Band 'Metaphor', betitelt mit 'Starfooted', wurde in weiten Kreisen der Prog-Freunde äußerst positiv bewertet. Nur mein lieber Gast-Kritiker, der die CD-Review auf meiner Homepage geschrieben hatte, konnte mit der Band nicht so ganz warm werden. Ich habe die CD leider bis heute nicht gehört. Deswegen ist 'Entertaining Thanatos' meine erste Begegnung mit 'Metaphor'. Untertitelt ist die CD mit 'Seven Cheery Songs About Death'. Ah ja. Was mir schon beim Opener 'Socrates' auffällt (so nach ein paar Minuten) ist die Tatsache, dass 'Metaphor' wohl ziemlich viel 'The Lamb Lies Down On Broadway' zur Inspiration gehört haben, denn sowohl der Gesang von John Mabry, der teilweise voll nach dem jungen Peter Gabriel klingt, als auch die Instrumentierung (und hier vor allem das Keyboard von Marc Spooner) erinnern mich voll an die früheren Genesis (super 8-Minuten-Song). Nur die Gitarre von Malcolm Smith klingt zu modern für die 70er Jahre. Auch der zweite Titel 'Galatea 3.3', ein meist ruhiger aber dann auch wieder sehr proggiger Titel, könnte aus der 'Wind and Wuthering' - Phase von Genesis stammen (toller Song). Etwas moderner (ja teilweise fast ein bißchen jazziger) wird es bei 'When It All Comes Together', einem schönen, langsameren Song. 'Raking The Bones' einem Song über die finnische Sage 'Kalevala', fällt vor allem durch den erzählerischen Stil des Gesang und abwechslungsreichen Prog-Teilen im Stile der 70er-Jahre auf. Dann folgt der längste Titel (allerdings nicht zeitlich sondern vom Namen des Songs her) 'Call Me Old and Uninspired or Even Lazy and Tired but Thirteen Heads in the Backyard Says You're Wrong' einem eher 'lustigen' Liedchen. Der tatsächlich längste Song ist mit knapp 18 Minuten 'Yes & No', dem sicherlichen Highlight der CD. Also wer mit Neo-Prog nichts anfangen kann und sich nach der 'guten alten Prog-Zeit' sehnt, muss diesen Song gehört haben. Tolle Breaks, tolle Melodien, toller Gesang, tolle Instrumental-Parts. Einfach nur klasse. Die CD endet mit 'Wheel Of The World', bei dem auf nochmal fast 8 Minuten bewiesen wird, dass der gute alte Prog nicht tot ist (auch wenn die CD nur vom Tod handelt) sondern mit 'Metaphor', wenn auch mit einigen modernen Teilen, weiterlebt. Die CD ist auf jeden Fall mehr als hörenswert und bei Empire-Music erhältlich. Mehr Infos über die Band gibt es unter www.metaphor.org.
Von der Vorgänger-CD 'Entertaining Thanatos' war ich ja mehr als
begeistert. Guter alter 70er-Prog im Stile der alten Genesis mit einem Gesang, der
teilweise ganz arg an Peter Gabriel erinnert. Deswegen bin ich jetzt auch ziemlich
gespannt auf den Nachfolger gewesen, der jetzt mit 'The Sparrow' veröffentlicht wurde.
Und Metaphor haben es sich nicht leicht gemacht, wurde jetzt doch der gleichnamige Roman
von Mary Doria Russell praktisch als eine Art Rock Oper vertont. Inhaltlich geht es darum,
dass die erste Jesuiten-Mission auf einen anderen Planeten (namens Rakhat) startet, die
Father Emilio Sandoz (ein Jesuiten-Priester natürlich) leitet, nachdem ein Singen von
einem anderen Planeten auf der Erde entdeckt wurde. Sandoz entdeckt auf diesem Planeten
eine perfekte Menschheit und muss nach seiner Rückkehr auf die Erde erklären, was bei
uns falsch gelaufen ist. Naja, zumindest habe ich so die Zusammenfassung der Story
verstanden.
Musikalisch ist daraus ein hochinteressantes Stück Musik entstanden, das auf über 71
Minuten Old-School-Prog vom Feinsten bringt. Natürlich singt John Mabry teilweise noch
immer wie Peter Gabriel, klingt aber auch manchmal ein bißchen (wie z.B. auf dem tollen
'Stella Maris') nach Neal Morse. Einzelne Songs herauszuheben, würde dem Gesamt-Werk
sicher nicht gerecht werden. Und auch nach vielen Durchläufen gibt es immer wieder noch
was Neues zu entdecken. Wer also vor 'altem' Prog in neuem Gewand (manchmal ein bißchen
in Richtung Spocks Beard) und einer komplizierten und vielschichtigen CD nicht
zurückschreckt, sollte sich 'The Sparrow' auf jeden Fall zulegen. Auf jeden Fall keine CD
so zum nebenher hören. Da braucht es schon etwas Aufmerksamkeit. Auf jeden Fall ein
würdiger Nachfolger von 'Entertaining Thanatos'.
Mike & The Mechanics - Rewired
Er war jung und brauchte das Geld. Leider ist das für Mike
Rutherford (den wir ja alle als Gitarristen von Genesis kennen) sicher keine Ausrede für
'Rewired', denn er ist nicht mehr jung und Geld hat er hoffentlich auch genug. Also kann
es nur Spaß und/oder Langeweile gewesen sein, was ihn dazu veranlasst hat, mal wieder
unter Mike & The Mechanics (dieses Mal mit dem Zusatz '+ Paul Carrack') eine CD zu
veröffentlichen. Warum Herr Carrack explizit genannt wurde, ist mir etwas schleierhaft,
da er ja schon immer bei den Mechanics (zumindest mit-) gesungen hat. Sei's drum ... Paul
Carrack macht mit seiner genialen Stimme (für mich einer der besten Sänger in der
Rock-Szene) aus den eher 'einfachen' Songs einfach geile Teile. (Fast) keiner singt so
gefühlvoll Balladen ('If I Were You') und auch recht fetzige Sachen ('One Left
Standing'). Alleine wegen ihm lohnt sich schon der Kauf der CD. Ansonsten ist 'Rewired'
eher unspektakulär.
ACHTUNG: Die CD ist COPY CONTROLLED und hat für PC einen eigenen Player.
GAST-KRITIK VON GEORG LÖGLER
Eine Band, die eine Platte mit einem Gesangssolo-Part eröffnet, es dann richtig
krachen lässt, im selben Song ein Klaviersolo einbaut, dann abstoppt und erneut loslegt,
kann nur positive Aufmerksamkeit erwecken. Das Titelstück dann groovt ohne Ende und nimmt
einen sofort gefangen : Sänger Jorn Lande hat hier eine Sternstunde und ist David
Coverdale ebenbürtig ( und hört sich auch so an) - die Stakkato-Riffs im Mittelteil
erinnern an DEEP PURPLEs "Perfect Strangers" - ein Juwel ! Das
nächste kommt mit dem Midtempo-Stück "I still believe", wo sich Jorn, ( der
uns ja auch kürzlich mit einem guten Solo-Album erfreute) erneut in Hochform zeigt, er
kann sowohl hohe als auch tiefe Tonlagen überzeugend rüberbringen.
Jorn Lande- ein Hans-Dampf-in-allen-Gassen : jetzt singt er ausser bei ARK und bei
MILLENIUM auch noch bei Yngwie Malmsteen... Aber auch die Gitarrenarbeit von Ralph
Santolla darf nicht unerwähnt bleiben - hört euch nur mal "Chasing time", das
3. Highlight der Platte an, was hier alles gitarrentechnisch abgeht, ist beeindruckend.
Man kann nicht viel besser machen wie das amerikanisch-norwegisch-österreichische
Quintett. ( Die Höchstnote gibts nur nicht, weil mehr Refrains und Hooklines der
Sache einen grösseren Wiedererkennungswert gegeben hätten)
Aus Schweden kommt die Band Million. Und wenn man sich die Jungs im Booklet so anschaut, könnte man auf die Idee kommen, hier sind ein paar Stratovarius oder Edguy-Klone losgelassen worden. Und der Opener 'Eyes Of A King' knallt dann auch schon entsprechend aus den Boxen. Schnell, druckvoll, viel harte Drums und toller Gesang. Und auch der nachfolgende Song 'Backdoor Queen' könnte glatt von den oben genannten Finnen (gepaart mit ein bißchen Rainbow) sein (wobei mir die Stimme von Million-Sänger Ulrich Carlsson irgendwie aber besser gefällt). Endgültig gepackt hat mich die CD aber beim dritten Song (Room No. 3), einem voll fetten Hard-Rock-Stampfer im Stile der guten alten End-70er Jahre sowie bei fast allen folgenden Krachern zwischen Deep Purple ('Those Eyes') und modernem Power-Metal. Es gibt aber auch eine kleine Gelegenheit zum Durchatmen (bei der tollen Ballade 'Forbidden Fruit'). Wer auf 70er Hard-Rock-Mucke in manchmal modernerem Stil mag, sollte das neueste Werk von Million mal antesten. Mehr Infos über die Band gibt es unter www.million.o.se .
Mind Odyssey - Nailed to the shade
Ich weiß auch nicht warum ich mir die CD gekauft habe. Die Jungs waren mir völlig unbekannt. Hatte nur mal auf einer Internet-Site von denen was (positives) gelesen. Naja, ist eine Mischung aus Heavy mit ein bisschen Prog-Rock. Nichts was man haben müsste.
Missa Mercuria - Missa Mercuria
Und noch ne Rock-Oper. Dieses Mal geht's um Mercuria, der Götterbotin und Nachfolgerin von Hermes. Und sie bringt und Weisheiten, wie wir die Welt retten können. Näher möchte ich auf die Geschichte gar nicht eingehen (die kann man auf 22 Booklet-Seiten nachlesen). Interessanter sind da schon die Musiker, die bei diesem Projekt mitmachen. Auf einen schnellen Nenner gebracht sind das die kompletten Musiker von Vanden Plas (der deutschen Prog-Metal-Band) und Silent Force (um Ex-Royal-Hunt-Sänger D.C. Cooper), angereichert mit ein paar anderen Gast-Musikern wie z.B. Sabine Edelsbacher von Edenbridge. Und so ähnlich klingts dann auch. Singt Frau Edelsbacher, ist's wie Edenbridge, singt D.C. Cooper denkt man sofort an Royal Hunt und singt gar niemand, klingt's fast am Besten. 'Leider' kann ich am wenigsten Einflüsse von Vanden Plas erkennen, was mich ja dann schon enttäuscht hat (nachdem ich die Jungs ja ganz klasse finde). Insgesamt würde ich die CD mal in die Kategorie 'CDs, die die Welt nicht braucht aber trotzdem nicht schlecht sind' einsortieren. Schade ... ich dachte da sei mehr drin.
Mollo, Dario / Martin, Tony - The Cage 2
Wer auf knackigen Hard Rock im Stile von Rainbow, Deep Purple oder auch Led Zeppelin steht, wird an dieser genialen CD nicht vorbeikommen. Gitarrist Dario Mollo (den kannte ich noch nicht) und Ex-Black Sabbath - Sänger Tony Martin (was für eine Stimme) zünden hier ein Feuerwerk an geilen Songs, dass einem der Atem stockt. Bis auf das Led Zeppelin-Cover 'Dazed and Confused' (das hätten sie lieber bleiben lassen) gehen allle Songs sofort ins Ohr, um es nicht mehr zu verlassen. Hier gibt's nur einen Tip: KAUFEN !!!
Mollo, Dario / Martin, Tony - The Cage
Nachdem ich 'The Cage II' von Dario Mollo und Ex-Black Sabbath-Shouter Tony Martin ja schon (äußerst positiv) kritisiert habe, fiel mir nun mehr oder weniger zufällig (also bei einer Bestellung bei AOR-Heaven) der Vorgänger 'The Cage' (aus dem Jahr 1999) in die Hände. Und auch hier gibt's geile Hard Rock-Mucke und feinste Balladen von vorne bis hinten sowie eine Cover-Version ('Stormbringer' von Deep Purple). Als Keyboarder wurde übrigens kein Geringerer als Don Airey verpflichtet. Purple -, Rainbow-, Whitesnake- usw. Fans müssten jetzt eigentlich sofort eine Bestellung aufgeben. Ein absolutes Super-Album.
Moore, Pamela - Stories From A Blue Room
Eifrige Leser von CD-Booklets werden vielleicht schon mal über den
Namen Pamela Moore gestolpert sein. Besonders Queensryche-Fans sollten sich nochmal die
Über-CD 'Operation: Mindcrime' zu Gemüte führen, denn dort sang Pamela Moore schon die
'Sister Mary'. Aber auch auf diversen Live-Aufnahmen der Band ist die gute Frau zu hören.
Natürlich macht Pamela Moore als Solo-Künstlerin keine Musik im Stil von Queensryche
sondern man kann sie, zumindest wenn man die ersten zwei Songs der CD 'Stories From A Blue
Room' hört, die dann auch gleich die absoluten Highlights der CD sind, locker als
Rock-Röhre bezeichnen. Der Opener 'Get Off (American Way)' haut nach etwas gebremstem
Intro schon voll in die Fresse und vor allem das Gitarren-Brett ist vom Feinsten. Auch das
folgende 'Satisfied' geht voll in die selbe Richtung. Rotzige Stimme, knackige Gitarre.
Einfach toll und im Moment fällt mir kein Vergleich zu irgend einer anderen Sängerin
ein. Stimmlich vielleicht ein bißchen Melissa Etheridge in ihren besseren Zeiten. Aber
viel rockiger. Danach gehts mit 'Ordinary Day' etwas ruhiger aber nicht weniger gut zur
Sache. Leicht erinnernd an Michelle Young würde ich sagen. Auch beim nächsten,
balladesken Stück 'Forever In My Dreams' fallen mir diverse Prog-Sängerinnen im Stile
von Tracy Hitchings (Landmarq, Clive Nolan usw.) ein, die etwas ähnlich singen.
Wunderschöner Song. 'Dive Into Me' hat ne geile Steigerung im Laufe des Songs und auch
endlich mal ein fettes Gitarren-Solo von Jeff Loomis (der Mann hat echt was drauf und
spielt normalerweise bei Nevermore ein etwas härteres Brett). Ganz sicher ein weiteres
Highlight der CD. Auch 'Deeper' lebt vor allem von der tollen Gitarre im Zwischenteil.
Auch 'Feel Your Heart' fängt ziemlich ruhig an und steigert sich im Laufe der Zeit zu nem
richtig fetten Song. 'Eyes Wide Open' ist für mich dann wieder ein weiteres Highlight der
CD. Toller Gesang, treibender Rhythmus, fette Gitarre zwischendurch. Einfach nur gut. Eine
schöne Ballade folgt mit 'Cross My Heart' und danach der nächste Hammer mit
'Complicated', wieder einem richtig rockigen Knaller. Dann kommt leider schon das Ende mit
'Take Me Down', das vielleicht noch am ehesten nach Queensryche klingt. Ein toller
Abschluss.
Fazit: Wenn man bedenkt, wie viel Scheiße in Deutschland veröffentlicht wird von
'Künstlern', die diese Bezeichnung nicht verdienen und praktisch nix können außer
vielleicht blöd kucken und auf der anderen Seite gibt es herausragende Sängerinnen wie
jetzt hier Pamela Moore, und die hat wahrscheinlich null Möglichkeiten, in Deutschland
auf sich aufmerksam zu machen und muss ihre CDs auf ihrem eigenen kleinen Label
veröffentlichen, finde ich das ausgesprochen traurig. Denn die gute Frau hätte es mit
ihrer tollen Musik absolut verdient, auch hier in Europa groß rauszukommen. Bleibt nur
die Hoffnung, dass Ihr nach dem Lesen dieser Review auf die Homepage von Pamela Moore
geht und Euch diese Scheibe besorgt, auch wenn sie vielleicht durch das Bestellen in den
USA ein paar Euro mehr kosten wird. Es lohnt sich auf jeden Fall.
Nachdem Ex-Spock's Beard - Sänger Neal Morse ja der Ruf des Herrn ereilt hat und er deswegen vom Musikgeschäft zurücktreten wollte, hat es nicht mal ein Jahr gedauert, und er beglückt uns mit einer neuen Solo-Scheibe, die, in der Special Edition, immerhin 3 CDs (zwei reguläre und eine Bonus-CD) umfasst. Für einen Musik-Aussteiger ganz schön viel, finde ich ... und finde es ziemlich merkwürdig alles. Aber na gut ... muss er selber wissen. Wichtig ist ja schließlich die Musik. Außerdem will uns Herr Morse mit diesem Werk erklären, wie und warum er auf den rechten Weg gekommen ist. Soso ... auf jeden Fall überzeugt mal die Aufmachung der Box. Inhalt ist die reguläre Doppel-CD im Extra-Papp-Schuber, eine Bonus-CD mit 2 weiteren Titeln auf 13 Minuten sowie einem Extra-Booklet mir Anmerkungen von Neal Morse zu den einzelnen Liedern und wann bzw. wie sie entstanden sind. Ich würde mal sagen ... das ist vorbildhaft. Erstaunlich ist auch, dass Herr Morse neben ein paar Gast-Musikern an Flöte, Violine und Cello sowie ein paar mir unbekannten Background-SängerInnen nur noch auf Dream Theater - Drummer Mike Portnoy und für ein Gitarrensolo auf Kansas-Urgestein Kerry Livgren zurückgegriffen hat. Alles andere hat Neal Morse selbst gespielt Und auch dafür gibt's von mir ein dickes Lob. So ... und noch nicht genug der Lobhudelei ... ich bin vollkommen überrascht, wie gut die CD geworden ist. Erwartet habe ich eigentlich Spock's Beard hoch zwei (da die Bärte ja ohne Herrn Morse plötzlich so klasse und frisch klingen). Aber weit gefehlt. Sensationelle Melodien, viel Gefühl, tolle Lyrics und kaum Spock's Beard-Gedudel, was ich eigentlich so hasse. Kein Abdriften in Free-Jazz, keine Anlehnungen an die Beatles (würg), sondern melodischer Prog-Rock vom Feinsten (und sogar seine Stimme klingt um klassen ausgereifter als auf den Beard-CDs). Okay ... ab und zu gehts ganz schön schmalzig zu, wird aber durch geniale Instrumentalparts in bester alter Genesis-Manie wieder ausgeglichen. Und seit er in Nashville wohnt, kann er sogar ein bißchen Country-Music. Für mich eines der Prog-Highlights des Jahres und die volle Überraschung.
Warum Ex-Spock's Beard Frontmann und Kopf Neal Morse seine Band verlassen hat, wird wohl immer undurchsichtiger. Eigentlich wollte er sich ja aus dem Musik-Business zurückziehen um sich ganz seiner neuen Berufung (zu oder von Gott) widmen. Umso erstaunlicher ist, dass der Mann trotz Musik-Abstinenz innerhalb nur eines Jahres jetzt schon FÜNF CDs veröffentlicht hat (nämlich 'Testimony' als 3-fach-CD und jetzt 'One' als Doppel-CD). Für mich sieht das eher nach Differenzen mit der Ex-Band und einer Ausrede aus. Aber sei's drum. Ist nicht mein Problem und macht die Musik von Neal Morse dadurch auch nicht besser oder schlechter. Auch 'One' wurde wieder fast alleine von Herrn Morse eingespielt. Lediglich die Drums wurden wieder von Dream Theater - Prügler Mike Portnoy und der Bass von Randy George übernommen, die auch an ein paar Songs mitschreiben durften. Phil Keaggy veredelte 2 Songs mit seiner Gitarre und ein paar Streicher usw. wurden auch noch eingekauft. Hat mich der Vorgänger 'Testimony' noch ziemlich überrascht und überzeugt (weil wenig Ähnlichkeit mit Spock's Beard), bin ich von 'One' als ausgesprochener Nicht-Bärte-Fan leider nicht mehr so angetan. Textlich steigt Neal Morse noch weiter in die Religiösität ein und musikalisch gibt's absolute Melodic-Highlights (z.B. der Song 'Cradle To The Grave', der, wenn er von Heulboje Chris DeBurgh gesungen worden wäre, wochenlang auf Platz 1 der Single-Charts stehen würde), sensationell gute Prog-Sachen (wie z.B. der 18-minütige Opener 'The Creation' oder das 11-minütige 'Help Me / The Spirit And The Flesh') aber auch -sorry- Spock's Beard - Gedudel (wie z.B. 'Author Of Confusion). Insgesamt ist aber die fast 80-minütige CD 1 dann doch genial bis erträglich, wobei der Anteil an 'guten' Sachen weit überwiegt. Deswegen auch Daumen hoch für 'One'. Die 'Special Edition' enthält dann noch eine zweite CD mit allerdings nur noch knapp 40 Minuten Material, bestehend aus Bonus-Tracks, einer Alternativ-Version von 'Cradle To The Grave' und ein paar Cover-Versionen von U2 bis The Who. Spock's Beard - Fans werde die Scheibe eh blind kaufen ... alle anderen Prog-Freunde, die eher auf die melodischen und gefühlvollen Momente des Lebens stehen, sollten ebenfalls zugreifen. Frickel-Orgien-Liebhaber werden eher nicht auf ihre Kosten kommen.
Der Xavier Naidoo der Prog-Musik beglückt uns auch schon wieder mit einem neuen Output. Nein ... ich schreibe jetzt nichts mehr über die Gründe der Trennung mit Spock's Beard usw. sondern halte mich nur noch an die Tatsachen. Die CD mit Namen '?' reiht sich nahtlos in die Qualitäts-Entwicklung von Neal Morse ein. Soll heißen dass '?' eigentlich noch langweiliger und unspektakulärer als der Vorgänger 'One' geworden ist, obwohl mal wieder so Prog-Größen wie Steve Hackett (Genesis), Mike Portnoy und Jordan Rudess (Dream Theater), Roine Stolt (Flower Kings) oder auch Adam Morse (Spock's Beard) mitmachen. Textlich geht's auch mal wieder um das übliche (was Songtitel wie 'The Temple Of The Living God' oder 'The Glory Of The Lord' überdeutlich ausdrücken) und sorry ... so langsam wird's echt öde. Klar mache ich mir jetzt mit diesen Kommentare viele Feinde ... aber ich kann ja auch nichts dafür. Und mehr fällt mir zu '?' auch nicht ein. Spock's Beard und natürlich Neal Morse - Jünger werden begeistert sein ... neue Fans werden dadurch aber sicher nicht gewonnen. Hauptsache der gute Mann ist bald mit sich im Reinen.
Neues vom Weltverbesserer. 4 Songs, 76 Minuten. Deutet auf eine endlich mal wieder richtige Prog--CD hin. Und auch der Anfang von 'The Door' (gleich das längste Stück mit knapp über 29 Minuten) klingt voll nach Spock's Beard in ihren 'besten' Zeiten. Mittlerweile hat Herr Morse mit Mike Portnoy und Randy George ja auch ein eingespieltes Team beieinander (die haben ja schon öfter mitgemacht) und auch der gute Paul Gilbert darf ein bißchen Gitarre spielen, allerdings nur als 'Special Guest'. Nun was soll's. Inhaltlich geht es dieses Mal um Martin Luther, wobei ich die Texte teilweise dann schon etwas ... sorry ... primitiv finde. Auf jeden Fall ist musikalisch wieder mehr Prog zu hören (und nicht mehr so viel seichtes Gedudel wie teilweise auf den Vorgänger-CDs). Es geht wohl wieder aufwärts mit Neal Morse. Nur seine ewigen Bekehrungsversuche gehen mir langsam echt auf den Wecker. Es folgt mal wieder der übliche Satz. Spock's Beard- und Neal Morse-Fans können bedenkenlos zugreifen und werden wie immer begeistert sein.
Mostly Autum - Heroes Never Die
In gut unterrichteten Prog-Kreisen sind die Briten 'Mostly Autumn' mehr als nur ein Geheimtip. Und wer bis jetzt noch nichts von dieser Band gehört hat und auf melodischen Prog mit leichten Folk-Einflüssen und minutenlangen gefühlvollen Gitarren-Soli steht, sollte unbedingt die CD 'Heroes Never Die' kaufen. Hier gibt es nämlich einen herrlichen Querschnitt des Schaffens der Band in den letzten sechs Jahren. 12 neu aufgenommene -alte- Stücke der ersten 5 Studio-CDs (von der Band bezeichnet als 'Stunning new arrangements of 12 essential songs ... re-worked, re-crafted and re-recorded to produce the definitive introduction to Mostly Autumn) machen Lust auf mehr und ich kann versprechen, dass 'Heroes Never Die' nur der geniale Einstieg in die Welt von Mostly Autum ist und auch die kompletten Studio-CDs zwar schwer zu bekommen aber absolut hörenswert sind. Und auch die Live-CD 'The Story So Far' kann hier gleich mitempfohlen werden.
Zu einer meiner Lieblingsbands mutieren in letzter Zeit die Engländer 'Mostly Autumn'. Endlich habe ich auch die 2003er - CD 'Passengers', die qualitativ nahtlos an die Vorgängerwerke anschließt. Viel weiblicher Gesang (von Heather Findlay ... tolle Stimme), weniger männlicher Gesang (vom Kopf der Band, dem Ausnahme-Gitarristen Bryan Josh, der auch mit einigen sensationellen Gitarren-Soli glänzt) und einfach ganz tolle Melodien. Wer Prog-Rock mit Folk-Einflüssen gepaart mit Gitarren im Stile von Pink Floyd mag, sollte sich 'Passengers' unbedingt zulegen. HIghlights sind 'Another Life' (wegen dem Gitarren-Solo), das Instrumental-Stück 'Distant Train', sowie das dreiteilige, 13-minütige 'Pass The Clock'. Unbedingt antesten oder gleich kaufen.
Mostly Autumn - Heart Full Of Sky
Die Band um Ausnahme-Gitarrist Brian Josh und bald Fish-Ehefrau Heather Findlay haben ja schon ein paar herausragende CDs veröffentlicht. Hört Euch nur mal 'Passenger' an oder einige der Vorgänger. Nach Passenger ging's meiner Meinung nach dann aber etwas abwärts mit 'Storms Over Still Water' (die ich schon gar nicht kritisiert habe). Und jetzt folgt 'Heart Full Of Sky', die richtig genial mit 'Fading Colours' beginnt. Toller Rhythmus, toller Gesang, herrliche quietschende Gitarre. So mag ich Mostly Autumn. Haben sie das Tal also überwunden? Naja, nicht wirklich, denn der Opener ist tatsächlich einer der wenigen Songs, die richtig gut sind. Das allerdings immerhin 8 1/2 Minuten lang. Gut, auch das folgende 'Half A Word' ist zwar recht langsam aber doch noch recht anhörbar (klingt ein bißchen wie 'Passenger' ... aber bei sich selber darf man ja klauen). Danach flacht die CD aber mächtig ab, hat ein kleines Aufbäumen mit Song 7 (Ghost) und 9 (der tollen Ballade 'Silver Glass'). Nette Gitarre gibt's dann noch bei Song 10 (Further From Home) und dann folgt noch der recht langweilige und zusammengestückelte Rausschmeißer 'Dreaming'. Ich gebe die Hoffnung noch nicht auf, aber von Mostly Autumn habe ich echt schon viel besseres gehört.
Mullmuzzler - Keep It To Yourself
Was für ein bescheuerter Name für eine Band. Den höheren Sinn dieses Namens habe ich zugegebenermaßen noch nicht verstanden. Auf dem Cover kaut auf jeden Fall einer einem anderen das Ohr ab. Macht aber nix, denn es ist ja eher die Musik interessant. Ich denke mal, daß die wenigsten meiner Leser von dieser Band schon mal was gehört haben. Aber wenn ich verrate, daß dort ein gewisser Herr James LaBrie singt (ja, genau mein Ober-Prog-Sänger von Dream Theater) und die Songs größtenteils von Trent Gardner (Magellan) bzw. Carl Cadden-James (Shadow Gallery) in Zusammenarbeit mit James LaBrie geschrieben wurden, ist eigentlich klar, daß diese Scheibe ein absolutes MUSS für alle Prog-Freunde ist. Einen so feinen Silberling habe ich mir schon lange nicht mehr zugelegt. Weitestgehend wurde auf Frickel-Orgien verzichtet (die man ja sonst von Dream Theater - Mitgliedern kennt) und Wert wurde auf geniale Rocksongs von 4 bis 8 Minuten Länge gelegt. Einige Lieder (wie 'His Voice' oder 'Shores Of Avalon') hätten locker auf 'Falling Into Infinity' gepasst. Auch die etwas langsameren Tracks ('Sacrifice', 'Slow Burn') sind einfach genial gesungen. Einzig das etwas merkwürdige 'Beelzebubba' fällt mit seinen Bläsern aus dem Rahmen, dafür entschädigt aber der herbe Text. Von mir gibt's dafür eine absolute Kaufempfehlung.
Der zweite Output des Dream Theater - Sängers James LaBrie unter dem Namen 'Mullmuzzler' wurde schon wieder unter Mithilfe von Carl Cadden-James (Shadow Gallery) und Trent Gardner (Magellan) gebastelt. Und wie nicht anderst zu erwarten war, ist wieder ein Sahnestück herausgekommen, das das Beste der 3 Bands vereinigt. Ein grandioser Sänger (Dream Theater), geniale Songs (Shadow Gallery) und immer darauf bedacht, daß es nicht zu sehr ins chaotische abdriftet (Magellan). Auch diese Scheibe kann ich nur jedem meiner Leser ans Herz legen.
Meinem geschätzten Leser / meiner geschätzten Leserin sagt Donnie Munro nichts ?? Hmm ... ganz schön schade. Aber ich betreibe ja auch Aufklärung. Herr Munro war bis vor Kurzem noch Sänger der schottischen Band RUNRIG und prägte dort mit seiner markanten Stimme den Sound der jetzt leider ohne ihn recht schwach gewordenen Band. Donnie Munro hatte sich seinerzeit aus dem Musik-Business zurückgezogen um eine Politiker-Karriere im Parlament zu beginnen. Aber er kanns (Gott sei Dank) doch nicht lassen. Nach einer eher ruhigen ersten Solo-CD (On the West Side) gibt's jetzt einen Live-Mitschnitt von 2 Konzerten vom September 2000. Geboten werden neben seinen Solo-Stücken auch 'alte Heuler' aus der Runrig-Zeit (wie z.B. Harvest Moon, Always the winner oder The Greatest Flame). Und es ist einfach schöner, diese Songs mit seiner Stimme zu hören. Denn von meinem letzen Runrig-Konzert (mit neuem Sänger) war ich doch schwer enttäuscht. Für Runrig-Freunde ist diese CD ein MUSS. Bleibt eigentlich nur noch zu erwähnen, daß in der 'Donnie-Munro-Band' so erlesene Musiker wie Foss Paterson, David Paton oder Dave 'Squeaky' Stewart -alles alte Bekannte von der Band von Ex-Marillion-Sänger Fish- mitspielen und vor allem Squeaky Stewart durch sein unverkennbares Schlagzeug-Spiel den alten Runrig-Titeln ein neues Kleid verpasst. Die 70 Minuten Spielzeit werden auf jeden Fall zu keiner Zeit langweilig.
Munro, Donnie - Across The City And The World
Rechtzeitig zur anstehenden Tour (ab Ende März 2002 auch in Deutschland) veröffentlicht Ex-Runrig-Sänger Donnie Munro natürlich wieder ein Studio-Album. Aber ein bißchen Kritik muss ich ja schon üben. Gerade mal für knapp 46 Minuten hat's gereicht, wobei der als Bonus-Track betitelte Song 'Amazon' gar nicht von Donnie Munro ist, sondern bereits auf der Solo-CD des Gitarristen (Chaz Stewart - The Angel Falls ... siehe auch meine Review) veröffentlicht wurde und mit D.M. gar nichts zu tun hat. Ein weiterer Song ('Irene') war bereits auf der letzten Live-CD drauf, so dass es lediglich 37 Minuten und ein paar Zerquetschte neue Songs gibt. Ganz schön wenig, finde ich. Die neuen Sachen sind natürlich voll im Stil von Donnie Munro (man erwartet ja auch nichts anderes), wobei die wirklich ruhigen Sachen absolut überwiegen. Zu erwähnen ist vor allem, dass es D.M. mal wieder geschafft hat, die Crème de la Crème der schottischen Musiker zusammenzurufen. Dave 'Squeaky' Stewart (hat der nicht bei Fish aufgehört, weil er für Musik keine Zeit mehr hat, da er einen Job als Manager eines Drum-Shops angenommen hat ??), David Paton (war auch mal bei Fish), Foss Paterson (auch Ex-Fish), der oben genannte Chaz Stewart (vor allem live ein Erlebnis) und Zweit-Gitarrist Morph Dobie, die übrigens auf der anstehenden Tour auch wieder dabei sein werden.
Es war wohl der grösste Traum von Ex-Runrig-Sänger Donnie Munro, mal eine rein gälische CD aufzunehmen. Und endlich konnte er seinen Traum verwiklichen. Aber ob die Scheibe so bei den Runrig- und Munro-Fans einschlagen wird, möchte ich jetzt einfach mal bezweifeln. Alleine schon mal die Spielzeit von nicht mal 45 Minuten ist in der Post-LP-Zeit schon fast eine Frechheit. Und dass einige der Songs schon auf anderen Munro-CDs vorhanden waren (immerhin 3 von 11), macht die CD auch nicht gerade innovativ. Und der Rest, also die 'neuen' Stücke (alle übrigens traditionelle Songs aus Schottland), unterscheiden sich auch nur wenig und sind ganz schön seicht. Der Silberling ist somit meiner Meinung nach nur den harten Fans zu empfehlen, die unbedingt alles von Runrig / Munro haben müssen. Eine halbe Stunde 'neue' Munro-Mucke zum vollen CD-Preis ist eigentlich nicht das was ich erwartet habe.
Munro, Donnie - Heart Of America (Across The Great Divide)
Langweiler des Jahres ... so könnte man vielleicht die neueste CD von Ex-Runrig-Sänger Donnie Munro bezeichnen. Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass der Mann zwei oder drei geniale Song-Ideen hatte, die er seit seinem Einstieg als Solo-Sänger versucht zu verwursten. Nix Neues und immer die gleiche Leier. Ein bißchen seicht, zwischendurch was Gälisches und irgendwann ist die CD vorbei und keiner hat's gemerkt weil vorher eingeschlafen. Okay, klingt jetzt vielleicht etwas hart aber so ähnlich stimmt das schon. Für mich vielleicht die letzte Munro-CD in meiner Sammlung. Mehr ist dazu nicht zu sagen ... schade.
My Dying Bride - 34.788% ... Complete
Als regelmäßiger Amazon-Kunde bekommt man ja ständig irgendwelche CD-Tips, die allerdings zum Teil sehr verbesserungsbedürftig sind (z.B. habe ich auf eine gute Bewertung von Michelle Young als Nächstes den CD-Tip Michelle - also die deutsche Silikon-Schlager-Tante - bekommen). Trotzdem 'falle' ich halt manchmal doch rein. 'My Dying Bride', eine englische Metal (?) - Band wurde mir auch empfohlen. Und nach dem Studium einiger Kritiken habe ich mich dann auch dazu entschlossen, daß das was für mich sein könnte. Oder läuft einem bei Aussagen wie 'Sieben Epen über Sex und die Momente, an denen man am Leben verzweifeln will', 'tolle Melodien und noch schönere Texte', 'die Gitarren - POW', 'begnadeter Sound', 'volkommene Platte' das Wasser im Mund zusammen ??? Schön wäre es, wenn auch nur die Hälfte zutreffen würde. Ich kann mit dieser Scheibe eigentlich nicht viel anfangen. Eine Mischung aus Anathema und Theater Of Tragedy. Wem's gefällt, okay. Mir nicht. Also eher FINGER WEG.
Mystery - At the Dawn of a New Millenium
GAST-KRITIK VON MICHAEL DOSTER
Bei dieser (vierten) Studioscheibe der Kanadier "Mystery" handelt es sich um eine Best of - Produktion. Insgesamt sind hier 10 Stücke aus den 3 Studioalben "Mystery", Theatre of the mind" und "Destiny?" - diese Scheiben kennt hier fast keiner, denn davon ist noch keine einzige Scheibe hierzulande erschienen. Mystery machen sehr melodischen, recht ruhigen und eigenständigen mainstream (heute auch moderner als "AOR" bezeichnet) und diese Scheibe bietet einen netten Querschnitt der musikalischen Bandbreite von "Mystery". Die Nummern, die aus den neueren Alben stammen, sind doch auch die deutlich besseren - die Band hat sich durchaus weiterentwickelt. Alles in allem ein nettes Scheibchen mit sehr guten Stücken, das ich allerdings deutlich besser fände, wenn der Sänger öfter das Maul halten würde: Auf den älteren Stücken klingt's, wie wenn die Hose des Herrn Savoie etwas zu eng geraten ist; auf den neueren Stücken versucht er für meinen Geschmack zu sehr, nach Steve Perry zu klingen.
Unter meinen Top-10-CDs des Jahres 2005 war ja die Flagship-CD 'Maiden Voyage', die als Hommage an Bands wie Styx oder Kansas unter anderem von Mitgliedern der schwedischen Band Narnia veröffentlicht wurde. Und da mich natürlich interessiert, was die Jungs sonst so für Musik machen, habe ich mir den neuesten Output 'Enter The Gate' gegönnt. Und was soll ich sagen ... klar, keine Mucke wie Flagship aber allerfeinster Melodic Metal ohne irgend einen Durchhänger. Und Sänger Christian Rivel kann also auch etwas härtere Sachen singen. Schöne CD zum Auto fahren. Die macht Laune und die Songs gehen einem nicht mehr aus dem Kopf. Nach 2 Durchläufen klappt schon das fehlerfreie Mitsummen. Schön.
Besucher meiner Homepage haben sich hoffentlich nach dem Studium meiner Narnia-Kritik über 'Enter The Gate' die Scheibe zugelegt und waren genauso begeistert wie ich. Nun ist es ja zwischenzeitlich richtig schwierig, an all die alten CDs der Band heranzukommen. Kaum ein Versand hat die Scheiben noch im Angebot und selbst im gut sortierten Plattenladen steht unter 'Narnia' nix rum. Glücklicherweise ist jetzt aber 'Decade Of Confession' veröffentlicht worden (und z.B. bei Nuclear Blast im Shop erhältlich) und wie der Name schon vermuten lässt, ist diese Doppel-CD eine Best Of ... der letzten 10 Jahre. Und wenn man auch vielleicht mit den christlichen Texten unter Umständen nicht unbedingt was anfangen kann, reißt die Musik doch mit. Toller Melodic Rock mit Hammer-Refrains zum mitsingen. Geile Scheibe ohne Durchhänger und jedem Melodic Rock-Fan wärmstens ans Herz zu legen. Absolutes Highlight für mich ist das Uriah Heep - Cover 'Sunrise' vom Tribute-Album 'A Return To Fantasy'.
Prog-Musik aus Frankreich ist auf meiner Homepage ja nicht unbedingt stark vertreten. Was eigentlich schade ist, denn die Prog-Szene in unserem Nachbarland ist ja gar nicht so klein. In letzter Zeit habe ich ja immerhin die Band 'Lazuli' vorgestellt, die ich Euch immer noch ganz warm ans Herz legen möchte. Eine Neuentdeckung ist jetzt 'Nebuleyes', eine Band aus Nizza, die ebenfalls Prog vom Feinsten darbietet. 'Nebuleyes' besteht eigentlich aus den zwei Gitarristen Xavier Boscher und Benjamin Masson, die allerdings auch alle anderen Instrumente spielen (denke ich mal ... leider geht das aus der CD-Version, die ich bekommen habe, nicht hervor). Wenn man sich so die Einflüsse der beiden Musiker betrachtet, liest man so Bands wie Iron Maiden, Dream Theater, Liquid Tension Experiment, Symphony X, Pagan's Mind, Pain Of Salvation, Pink Floyd und und und. Und so eine kleine Mischung aus Allem ist auch 'Divine Revolution'. Und nicht dass jemand auf die Idee kommt, den CD-Titel spricht man englisch aus ... weit gefehlt ... gesungen wird auf französisch. Und das macht die Musik (zumindest für mich) noch interessanter ... mag ich doch die Sprache ausgesprochen gern. Den ersten Prog-Hammer gibt es schon mit dem ersten Stück (der Title-Track), das mit über 32 Minuten (!!) ein Feuerwerk von Gitarren-Soli, getragenen Passagen, gesprochenen Teilen und viel melodischem Prog bietet. Ein Weltklasse-Longsong, der auch nicht nur eine Sekunde langweilig wird. Aber man merkt, das die zwei Jungs aus dem Gitarren-Fach kommen, denn dieses Instrument ist schon dominant, sei es als Akustik-Gitarre oder als fette Riffs. Alleine wegen diesem Song lohnt sich schon der Kauf. Etwas rockiger geht es dann beim zweite Stück 'Endorphine et Placenta' zur Sache ... allerdings nur gut 4 1/2 Minuten. Dann wird der Song wunderschön fast 'romantisch' mit Keyboard-Teppich und geiler Akustik-Gitarre. Aber am Schluss geht's dann doch wieder zur Sache. Eigentlich letzter Song ist dann das nur knapp 5-minütige 'Digitaline', einem ziemlich interessanten Instrumental. Als Bonus-Track folgt dann noch 'Elixir', ein Stück, das Nebuleyes bereits 2002 geschrieben haben. Auch wieder ein Instrumental-Stück, aber dieses Mal über 10 Minuten lang. Insgesamt ist 'Divine Revolution' eine äußerst gute Prog-CD, die hoffentlich viele Liebhaber finden wird. Song-Files könnt Ihr auf der Band-Homepage anhören. Danach seid Ihr bestimmt genauso begeistert wie ich und kauft Euch das Teil. Bezugsquellen findet Ihr auch auf der Homepage.
Sicherlich nix für verwöhnte Prog-Ohren ist die russische Band 'Necrost', die, wie der Name schon vermuten lässt, eher in der Death Metal - Ecke zu Hause ist, nach eigenen Bekenntnissen aber zwischenzeitlich eher zum 'Progressiv Death Metal' (was immer das sein mag) gewechselt ist. 'Conception Of Noise' ist sozusagen eine Best Of der letzten zwei EP's aus den Jahren 2001 und 1999, wobei komischerweise die 2001er-CD (mit den Tracks 1 - 5) zuerst kommt (da sollen sie schon 'sanfter' geworden sein ... das lässt für die Songs 6 - 10 dann eigentlich das Schlimmste hoffen, heißt dann dort auch noch der Sänger 'Cannibal' und der Gitarrist 'Deathstringer' ... mein Gott, werden da die Klischees bedient). Naja, man muss sie schon mögen, die Crowls, wobei ich ganz lustig finde, dass der 'Sänger' (wenn man das so nennen darf) wohl offensichtlich russisch grunzt und man das irgendwie überhaupt nicht merkt ... Death Metal scheint wohl 'grenzenlos' zu sein, weil man eh nichts versteht. Soundmäßig ist der 2001er-Teil weitaus besser als das ältere Zeug. Aber mehr kann ich jetzt dazu auch nicht sagen. Irgendwie so überhaupt nicht mein Ding und die CD sollte sich vielleicht mal ein Death-Metaller vornehmen der mehr 'Ahnung' von dieser Musikrichtung hat. Veröffentlicht bei Starless-Records. Band-Infos gibt's unter www.necrost.ru.
Nektar ... viele Jung-Proggies werden jetzt den Kopf schütteln und
behaupten, sie hätten noch nie was von der Band gehört. Ich als in den frühen 60ern
geborener Musikliebhaber schnalze jetzt mit der Zunge. Nektar, eine Band aus England, die
aber auch vor allem in Deutschland riesen Erfolg hatte, begannen ihre Karriere 1972 (!!)
mit dem Debut-Album 'Journey To The Center Of The Eye', einer Science Fiction - Story, die
in der damals abflauenden Psychedelic- und Spacerock-Aera Aufsehen erregte. Und Nektar
hatten auch immer den Anspruch, diese Sachen in Konzerten visuell umzusetzen. Schlicht ...
Nektar-Konzerte waren genial. Ich hatte zum Glück in meinen (damals) jungen Jahren auch
die Möglichkeit die Band live zu sehen und war begeistert. Es folgten bis 1980 Berge von
Veröffentlichungen, die teilweise Gold-Status erreichten. Danach wurde es sehr ruhig um
die Band, bis 2001 mit 'The Prodigal Son' wieder ein Lebenszeichen von sich gegeben hat.
Ich persönlich fand diese CD eher enttäuschend, weil von dem 'Progressiven' leider nicht
viel rüber kam. Das war eher netter Rock, mal schneller, mal langsamer. 2004 gab es dann
die weitaus bessere CD 'Evolution', die zum Glück ihrem Namen nicht alle Ehre machte
sondern das 70er-Feeling wieder aufleben ließ. Tolle Scheibe ... und auch die Konzerte
waren wieder klasse. Und jetzt gibt es 'Book Of Days'. Von den Nektar-Urgesteinen sind
noch immer Sänger und Gitarrist Roye Albrighton sowie Drummer Ron Howden dabei.
Ergänzt werden sie von den zwei deutschen Musikern Klaus Henatsch (Keyboards ... war
schon bei Jane und der Jutta Weinhold Band) und Peter Pichl (Bass, den kennt man von
Running Wild und Yargos), wobei dieses Line-Up als 'Nektar live are ...' bezeichnet wird.
Deswegen weiß ich jetzt nicht, ob die 2 Jungs auch auf der CD mitgespielt haben oder
'nur' bei Konzerten mit auftreten. Aus dem Booklet geht das auch leider nicht hervor. Aber
sei's drum ... 'Book Of Days' ist auf jeden Fall eine klasse Scheibe geworden. Der Opener
'Over Krakatoa' fällt noch etwas 'schräg' aus (vor allem durch die verzerrte Stimme) hat
aber einen unheimlich guten Groove und auch die Gitarre darf hintenraus ein herrliches
Solo spielen. 'King Of The Deep' klingt dann schon eher nach altem 'Krautrock' (wobei man
das Wort bei Nektar ja eigentlich nicht in den Mund nehmen darf ... sie sind ja ne
englische Band und Krautrock war ja ein Ausdruck für die damalige deutsche Rock-Szene),
gepaart mit alten Uriah Heep (vor allem der Gesang ist echt nah dran an David Byron) und
einer Spur Pink Floyd (der Refrain klingt fast ein bißchen nach Dark Side Of The Moon).
Danach folgt ein kurzes instrumentales Zwischenspiel ('Lamorna') und dann geht's mit
'Doctor Kool', mit über 11 Minuten dem längsten Song auf dem Album so richtig ab.
Mehrstimmiger Gesang, toller Rhythmus, herrliche Tempowechsel, wieder ein geiles
Gitarren-Solo. Der Hammer. Und es wird nicht schlechter. Noch ein Long-Song ... 'The
Iceman' ... zwar mit 10 1/2 Minuten etwas kürzer, dafür ein bißchen spaciger und
dramatischer im Aufbau. Und nicht genug von den langen Stücken, denn auch 'Where Are You
Now' ist fast 11 Minuten lang und kommt am Anfang recht rockig daher, wird nach knapp 5
Minuten instrumental, langsamer und richtig dramatisch (schon wieder ein geniales
Gitarren-Solo!) und am Schluss wieder richtig fett. Könnte ne neue Live-Hymne werden!!
Zum Schluss gibt es dann noch 2 kurze 3-Minüter, eine wunderschöne Ballade ('Book Of
Days - Between The Lines) ... da kann man auf dem Konzert mal wieder das Feuerzeug
rausholen und 'Book Of Days', ebenfalls ne Ballade und ein toller Abschluss der CD.
Fazit: Wie jung und frisch eine Band auch nach über 35 Jahren klingen kann, haben Nektar
mit 'Book Of Days' eindrucksvoll bewiesen. Hier werden Liebhaber aller möglichen Stile
von Prog bis Rock bedient und ich kann die CD nur wärmstens empfehlen. Veröffentlicht
wird das Teil am 16.05.2008 ... also Termin vormerken und dann gleich zum CD-Dealer
rennen. Viele Infos gibt es natürlich auch noch auf der Band-Homepage.
Neronia ... da war doch mal was. Irgendwie konnte ich mit
dem Namen in Bezug auf Prog-Rock was anfangen. Bin aber nicht drauf gekommen, was das sein
könnte. Also CD-Datenbank gestartet, Suchbegriff eingegeben und ... eine CD von 1993
gefunden, die so hieß. Und die war von der deutschen Band 'Ulysses', wurde in den Thin
Ice - Studios von Clive Nolan und Karl Groom produziert, bei SPV veröffentlicht und als
Gast-Sängerin trat Tracy Hitchings in Erscheinung. Wie konnte ich das nach 'nur 10
Jahren' vergessen ?? Keine Ahnung, denn damals fand ich die CD - mit Ausnahme des Sängers
Gerard Hynes (der war gelinde ausgedrückt etwas 'langweilig' ... aber diese Meinung hatte
ich von vielen Sängern deutscher Prog-Bands) richtig gut. Und ich habe mich eigentlich
danach immer mal wieder gefragt, was aus dieser Band geworden ist, denn nach der
Veröffentlichung von 'Neronia' habe ich nie mehr was von ihnen gehört.
Aber genug der Geschichten und Storys ... hier geht es ja um die BAND 'Neronia'. Tja ...
und welch Überraschung ... nach Studium der Band-Geschichte (nachzulesen unter www.neronia.org ) muss
ich feststellen, dass Ulysses sich jetzt nach Ihrer Debut-CD 'Neronia' benannt hat und von
der Ur-Besetzung immerhin noch 2 Leute (Gitarrist Mirko Rudnik und Schlagzeuger Robert
Zoom) übrig geblieben sind. Neu dabei sind dann noch Sänger und Keyboarder Falk Ullmann
(der mir als Sänger weitaus besser gefällt als der Sänger zu Ulysses-Zeiten) sowie
Joerg Schaufert am Bass. Unter dem Namen 'Ulysses' fand ich die Band sehr keyboardlastig.
Dieses hat sich jetzt mehr in die Gitarren-Richtung verschoben, was der Musik sicher gut
getan hat. Es klingt teilweise sogar (auch wegen dem Gesang) ein bißchen nach Clepsydra
(z.B. bei Song 3 'One Moment') und ansonsten schon nach den 'anderen' deutschen Prog-Bands
wie Everon (allerdings ohne den dort vorhandenen Bombast) oder Sylvan, ohne sie jedoch zu
kopieren. Highlights der CD sind neben dem schon genannten 7 1/2 - minütigen 'One Moment'
auf jeden Fall noch der fast 9-minütige Song 'Frost' (nicht zu verwechseln mit dem
gleichnamigen Hammerteil der Band 'Moria Falls') sowie das grandiose Ende der Scheibe, dem
fast 11-minütigen 'She Cat'. Schön dass sie wieder da sind ... auch wenn sie jetzt
anderst heißen. Weiterentwickelt haben sie sich auf jeden Fall. Die CD ist übrigens
käuflich zu erwerben z.B. über den Shop auf der Homepage von Neronia und den Kauf kann ich nur
empfehlen.
Never The Bride - Never The Bride / Surprise
Dass auf Fish-Konzerten schon die eine oder andere
Vor-Gruppe entdeckt wurde (The Seer, T 42, Tea For Two usw.), dürfte ja eventuell bekannt
sein. Aber der Support-Act der Tour von 2004 war der absolute Hammer und hat mich sofort
dazu veranlasst, 2 CDs zu kaufen. Die Band heißt 'Never The Bride' und besteht aus
Haupt-Sängerin Nikki Lamborn sowie Keyboarderin / Sängerin Catherine 'Been' Feeney. Dazu
scharen sich dann noch ein paar weitere (Gast-?) Musiker mit Gitarre, Bass und Drums. Und
was die Jungs und Mädels während ihres Auftritts für Stimmung verbreitet haben, war
schon klasse. Hat man die Augen geschlossen, dachte man, es würde Melissa Etheridge in
ihren besten Zeiten abrocken. Und das Duett von Nikki Lamborn mit Fish bei 'Just Good
Friends' auf dem von mir besuchten Konzert in Karlsruhe war mindestens nochmal eine Klasse
besser als die Original-Version mit Fish und Sam Brown. Einfach nur geil. Und die Mädels
waren auch noch nach ihrem Auftritt voll nett, haben alle CDs signiert und jedem voll das
Gespräch reingedrückt und am Ende wurde mancher CD-Käufer von Nikki noch abgeknutscht
... das ist Fan-Nähe und hoffentlich behalten sie alle ihre Natürlichkeit. Aber ich
denke auch mal, dass sie selbst von ihrem Erfolg als Vor-Band etwas überrascht waren.
Gekauft habe ich mir eine CD von 1995 ohne Titel sowie die neueste Scheibe 'Surprise', die
laut Aussage von Nikki Anfang April 2004 bei Voiceprint auch überall zugänglich
vertickert wird. Und ich kann nur vorschlagen, die CD zu kaufen, wenn Ihr auf weiblichen
Rock-Gesang (im Stile von Melissa E. oder auch Tina Turner gemischt mit dem souligen Part
von Anastacia) steht. Erfrischendere Rock-Musik habe ich schon lange nicht mehr gehört.
Und wer noch die Gelegenheit hat, Fish auf der 2004er-Frühjahrstour zu sehen, sollte auf
jeden Fall hingehen. Alleine schon mal wegen 'Never The Bride'.
Gast-Kritik von Michael Doster:
NEVER THE BRIDE - Surprise
Bis zum Konzert von "uncle" Fish im Karlsruher Tollhaus kannte ich von
"Never the Bride" gerade mal den Namen und den auch nur deswegen, weil mir ein
freundliches (unübersehbar!) weibliches Wesen einen Zettel in die Hand drückte, der
inhaltlich etwa die Aussagekraft einer Rolle Hakle 3-lagig hatte. Nun, Vorgruppen haben
meist ihren eigenen Charme: wenn sie anfangen zu spielen, ist dies die beste Gelegenheit,
endlich mal eine Lücke an der Biertheke zu entdecken und die Vorgruppe zunächst einmal
Vorgruppe sein zu lassen.
Doch hier sollte es doch ganz anders laufen: Kaum hatte Never the Bride begonnen, begannen
verschiedentlich die Besucher im Vorraum, die Ohren zu spitzen und sich in den Saal zu
bewegen - und was sich dort auf der Bühne abspielte - mein lieber Schwan!
Soviel zur Einleitung oder "wie kommt ein Mensch auf diese Band"?
Nach dem Konzert war ich um 2 CDs reicher und hatte immer noch keine blasse Ahnung, wer
denn nun "Never the Bride" ist - die Musik kannte ich nun (ja, ich komme noch
darauf zurück), die übrigen Recherchen entnahm ich den unendlichen Tiefen des
world-wide-wait:
Never the Bride ist eine Band, die in erster Linie aus der Lead-Sängerin Nikki Lamborn
und der Keyboarderin, bisweilen Gitarristin und Haupt-Songschreiberin Catherine (Been)
Feeney besteht. Um dieses Duo scharen sich noch weitere Musiker: Murray Gould, Gitarre,
Julian McLaren, Drums, Alex Toff, Drums, Greg Harewood, Bass, Trevor Barry, Bass.
Was einem nun beim Anhören des "Surprise"-Albums sofort auffällt, ist die
unwahrscheinliche Stimme von Nikki. Schon der erste Song "This is a cry for
love" legt im funkigen Stil und der unwahrscheinlich markanten Stimme von Nikki los.
Der Mensch sucht sich als altes Gewohnheitstier erst mal einen Vergleich und hier kommt
mir als erstes die Stilrichtung der ersten CD von Melissa Etheridge in den Sinn - wobei
Nikki Melissa (sorry Melissa!) aber ganz lässig an die Wand singt. Track 2 "When
it's all too late" beginnt so ein bißchen in der Stilrichtung von Sade's
"Smooth Operator", um dann im Stil einer schönen Ballade der Wilson-Schwestern
(Heart) weiterzugehen, jedoch wiederum mit der überragenden Stimme von Nikki. Titel
Nummer 3 "The livin tree" könnte völlig problemlos den Titel-Song für einen
James-Bond-Streifen abgeben (weiß jemand, wem man da einen Tip geben muß?). Mit
ähnlicher Abwechslung geht's durch die ganze Scheibe weiter, die Stilrichtung reicht von
funkig (This is a cry for love), blueslastig (Feels like I'm falling) bis hin zu leicht
jazzig angehauchten songs (She knows you know) oder auch einfach wunderschönen Balladen
(If I counted to ten, I feel for you), dennoch zieht sich eine Art roter Faden durch das
ganze Album; es ist keinesfalls nur eine Zusammenstellung einzelner Songs. Die ganze Band
leistet eine grundsolide Arbeit, Schwachstellen gibt es praktisch keine - einfach ein
fantastisches, absolut hörenswertes Album! Immer wieder faszinierend ist einfach die
Bandbreite und unheimlich prägnante und energiegeladene Stimme von Nikki, die am besten
mit "irgendwo zwischen Melissa Etheridge, Ann Wilson, Tina Turner und Janis
Joplin" beschrieben werden kann.
Ich für meinen Teil kann nur empfehlen:
1. Zum nächsten Konzert gehen (hoffentlich kommen die Mädels auch bald mal wieder nach
Deutschland)
2. Postwendend 2 Exemplare der "Surprise"-CD beim Herrn Bäcker ordern (wenn er sie
gehört hat, wird er sie sicher gerne ins Programm aufnehmen) - 2 Exemplare deshalb, weil
sicher irgendeiner aus dem Freundeskreis die CD unbedingt auch haben will.
Die finnische Band war mir völlig unbekannt. Eine weibliche Sirene singt zu Ratta-Klängen. Gewöhnungsbedürftiger Gesang, aber irgendwo genial. Hat was von Rhapsody und Stratovarius. Also für Hörer der härteren Töne ein absolutes MUSS.
Irgendwann musste es ja mal passieren. Nachdem ich vom 2000er-Album der finnischen Band schon angetan war (siehe Kritik Mai 2000), habe ich nun endlich nach langem Suchen den Vorgänger von 1999 erstanden. Und was soll ich sagen: EINFACH GENIAL UND GEIL !!!!!!!
Fette Gitarren-Riffs, Power-Schlagzeug, Tarja's hymnenhafter und grandioser Gesang, feinste Heavy-Songs (Stargazers, The Riddler, The Pharao Sails To Orion), ein Super-Instrumental (Moondance), traumhafte Balladen zum dahinschmelzen (vor allem Walking In The Air - das Thema des Zeichentrickfilms 'The Snowman' - gefühlvoller kann man Musik nicht interpretieren) und und und. Ich komme aus dem Schwärmen nicht mehr raus.
An Alle die nur halbwegs mit anspruchsvoller Rockmusik was zu tun haben gibt es von mir nur einen Tip: KAUFEN UND GENIESSEN !!!!!!!!! Was Besseres kommt in nächster Zeit nicht mehr.
Nachdem ich von den 2 letzten Nightwish-Alben so angetan bin, mußte ich mir natürlich (auch zur Vervollständigung der Sammlung) das Erstlingswerk der Finnen zulegen. Allerdings merkt man auf dieser CD doch stark, daß die Jungs und Mädels am Anfang ihrer Karriere nicht so genau wußten was sie machen sollen. Das Teil ist deswegen nur eingeschränkt zu empfehlen.
Nightwish - Over the Hills and Far Away
Meine finnischen Lieblinge um Sängerin Tarja Turunen vertreiben uns die Zeit bis zur nächsten offiziellen Studio-CD mit einer hammergenialen Scheibe, die (man soll es ja nicht glauben) BEIDSEITIG bespielt ist. Die Vorderseite (Audio Tracks) besteht aus 4 Studio-Stücken (2 neue, 1 Remake und 1 Cover-Version von Gary Moore's Over the Hill and Far Away) sowie 6 Live-Stücken in brillianter Qualität. Und nun der Clou: Die Rückseite (DVD-Videos) gibt uns einen Ausblick auf die angekündigte DVD 'From Wishes to Eternity' - eines über 2-Stündigen Konzert-Mitschnitts- in Form von 6 Live-Titeln (natürlich die selben 6 Stücke, die schon auf der Vorderseite sind). Und das alles zum Preis einer normalen CD. Ich würde einfach mal sagen, da bekommt man was für's Geld (was natürlich nur für DVD-Spieler-Besitzer wirklich interessant ist). Aber auch die Audio-Seite alleine lohnt die Anschaffung. Einziger Nachteil: der Silberling ist dicker als eine normale CD und passt somit nicht mehr in den CD-Wechsler im Auto.
Im Vorfeld der Veröffentlichung der neuen Nightwish-CD gab es ja schon Gerüchte, dass dies die letzte Scheibe der Finnen mit Sängerin Tarja Turunen sein wird. Hoffen wir's mal nicht, denn ohne den göttlichen Gesang von Tarja wäre Nightwish wohl nicht mal mehr die Hälfte wert. Trotzdem ist auffällig, dass Neu-Bassist Marco Hietala (kam von der Metal-Band 'Sinergy') einige Passagen singen darf. Soll hier der Fan an die eventuell kommenden 'Nightwish' gewöhnt werden ?? Hoffentlich nicht, denn die Songs mit Tarja sind einfach mal wieder grandios. Das bombastische 'Bless The Child', End Of All Hope' (das voll nach 'Wishmaster' klingt), das zuckersüsse 'Forever Yours', 'The Phantom Of The Opera' (DAS musste ja mal kommen) und das über 10-minütige 'Beauty Of The Beast' alleine rechtfertigen schon den Kauf. Aber der Rest kann sich natürlich auch hören lassen. Insgesamt kommt 'Century Child' meiner Meinung nach aber nicht an 'Wishmaster' oder gar 'Oceanborn' heran. Es bleibt also abzuwarten, wie es mit dieser Band (eventuell ohne Tarja) weitergeht.
Normalerweise braucht es bei einer Nightwish-CD drei Töne um zu erkennen, dass das die Finnen sind. Man kann das 'hoher Wiedererkennungswert' oder auch 'immer das Selbe' nennen. Deswegen war ich von 'Once' von Anfang an sehr überrascht. Klar klingt Sängerin Tarja immer noch wie früher, doch schon der Opener 'Dark Chest Of Wonders' klingt irgendwie härter und metallischer und nicht so bombastisch-klassisch. Man erkennt schon fast Rammstein-Riffs. Der nächste Song 'Wish I Had An Angel' ist dann ein Duett mit Bassist Marco Hietala, der offensichtlich gesanglich dazugelernt hat ... das klingt ja richtig gut. Eher Standard ist dann die hochgepushte und von MTV / VIVA rauf- und runtergenudelte Single-Auskopplung 'Nemo' ... wobei es mich natürlich f