CD-Kritiken-Archiv P - R
Pagan's Mind - Celestial Entrance
Eine kleine Überraschungs-Neuentdeckung möchte ich allen Lesern hier nicht vorenthalten. Die norwegische Band 'Pagan's Mind' legte bereits schon letztes Jahr (also 2002) ihre zweite CD 'Celestial Entrance' in die Regale. Das Erstlingswerk der Jungs ist mir völlig unbekannt (falls es jemand haben sollte und Lust darauf hat, eine Review darüber zu schreiben ... keinen Zwang antun und mir die Kritik als TXT-Datei schicken) aber mit 'Celestial Entrance' haben mich Pagan's Mind voll überzeugt. Der Gesang (und teilweise die Musik) klingt voll nach Queensryche (in ihren besten Zeiten) und man macht auch nicht davor Halt, die Prog-Götter Dream Theater (wirklich gut) zu kopieren bzw. imitieren. Und das geht über 70 Minuten auf höchstem Niveau so die ganze CD durch. Für alle Prog-Metal-Fans gibts hier nur einen Tip: KAUFEN !!
Die Norwegischen Prog-Metaller von Pagan's Mind haben mit 'God's Equation' noch eine Schippe draufgelegt und eine richtig fette CD rausgebracht. War ich von 'Celestial Entrance' ja schon richtig begeistert (siehe meine Review ... und auch Enigmatic: Calling war genial, leider gibt's davon keine Review auf meiner Seite), aber der neueste Output schlägt echt alles was die Jungs bis jetzt verbrochen haben. Toller gefühlvolles 2-Minuten-Intro und dann knallt's auch schon rein. Die Kerle haben's einfach drauf, eine geniale Mischung aus Dream Theater, Symphony X und Queensryche (und hier vor allem der Gesang) zu bieten, das meiner Meinung nach so keine Band sonst hinbekommt. Das sind dann 60 Minuten Prog-Metal-Feuerwerk vom Feinsten, ohne auch nur eine Sekunde langweilig zu sein. Muss jeder Prog-Metal-Fan, der auf ein bißchen härtere Mucke steht, gehört haben. Die Scheibe gibt's dann noch als limitierte Doppel-CD mit nem Bonus-Track, einer live-Version von 'Search For Life' sowie einigen Demo-Versionen, einem Video-Clip und Wallpapern.
Pain of Salvation - The Perfect Element Part I
Was habe ich abgelästert über diese Band, als ich sie zum ersten Mal live (auf der Threshold-Tour im Jahre 1999) gesehen habe. Etwas schlechteres war mir bis dahin (außer vielleicht 'Motorsheep' als Vorgruppe von J.M.Watts) noch nicht zu Ohren gekommen. Aber die Jungs aus Skandinavien haben offensichtlich enorm dazugelernt. 'The Perfect Element Part I ist eines der Besten 'härteren' Prog-Alben, das mir in letzter Zeit unter den Laser gekommen ist. Von total brachial bis absolut gefühlvoll ist alles vertreten. Geniale Gitarren-Solis (z.B. bei 'King of Loss'), hervorragender Gesang und Song-Strukturen, die man zum letzten Mal bei den alten Marillions entdecken konnte, machen das Teil fast zu einem Meisterwerk. Play as loud as you can. Und DANKE Jörg, daß Du mir das Teil in meinem Gästebuch empfohlen hast. Ich hätte es mir sonst NIE angehört.
Pain of Salvation - Remedy Lane
Nachdem Pain of Salvation - Mastermind Daniel Gildenlöw offensichtlich mittlerweile zu den Prog-Grössen gehört (immerhin durfte er bei der 2001er- Tour von Transatlantic als Gast-Gitarrist und -Sänger dabeisein und erntete hierfür haufenweise Lob), und mich PoS mit der letzten Veröffentlichung 'The Perfect Element Pt. 1' mehr als überrascht hatten, war ich äußerst gespannt, wie es mit dieser Schweden-Combo weitergehen würde. Und siehe da, der hohe Standard von 'The Perfect Element' wurde locker gehalten. Es ist bestimmt kein leicht verdauliches Material, was uns hier geboten wird. Textlich geht es bei 'Remedy Lane' um Fragen wie Liebe, Enttäuschung und den Sinn des Lebens, eingepackt in eine Geschichte um Budapest. Musikalisch gibt's dann, typisch Pain of Salvation, ordentlich was auf die Ohren. Von feinstem Prog-Metal bis zu tiefsttraurigen melancholischen Balladen (vor allem 'Second Love' - einfach herzzerreissend) ist alles vorhanden. Absolute Kaufpflicht für Prog-Metal-Fans. Und nicht vergessen: Pain of Salvation sind zusammen mit Dream Theater im Frühjahr 2002 auf Tour in Deutschland.
Man kann über die schwedische Band 'Pain Of Salvation' um Sänger und Gitarrist Daniel Gildenloew (der ja auch als Gast-Musiker auf der letzten Transatlanic-Tour mehr als überzeugt hat) ja denken was man will. Aber meiner Meinung nach sind sie eine der kreativsten und innovativsten Bands im Prog-Metal-Sektor. Live zwar (bis jetzt) grottenschlecht (ich habe sie schon mehrfach anhören müssen), aber die Studio-CDs (und zwar ausnahmslos alle) sind einfach genial gut. Und zwischen dem letzten Output 'Remedy Lane' und dem bald kommenden Konzeptwerk 'Be' (so soll sie wohl heißen und im Mai / Juni 2004 veröffentlicht werden) gibt es mit '12:5' den Mitschnitt eines Akustik-Konzertes, aufgenommen im Frühjahr 2003 im tiefsten Schweden (was dann auch erklärt, warum die 'spärlichen' Ansagen ziemlich unverständlich in schwedisch sind). Warum die CD so heißt ?? Man weiß es nicht. Warum die drei Teile des Konzerts 'Genesis', 'Genesister' und 'Genesinister' heißen ?? Man weiß es nicht. Warum die Unter-Titel auf der CD teilweise mit 'T 5' markiert sind ?? Keine Ahnung. Tatsache ist aber, dass in diesem Konzert ein Querschnitt aus allen PoS - Alben, gepaart mit neuen Teilen, aufgeführt wurde (also von 'Entropia' bis 'Remedy Lane'), der einfach sensationell gut ist. Sind Pain Of Salvation auf 'normalen' Konzerten richtig schlecht, stellt man bei der akustischen Version von '12:5' fest, dass sie es doch können. Einfach ein perfektes Zusammenspiel, geniale neue Parts und absolut gefühlvoll rübergebracht. Für Pain Of Salvation-Fans ein MUSS und für alle, die mit der Band noch keinen Kontakt hatten, auf jeden Fall ein toller Einstieg. Wenn diese CD am Ende des Jahres nicht unter meine Top 10 kommt, dann weiß ich auch nicht. Bis jetzt DAS CD-Highlight des Jahres.
Absolut genial oder tierischer Oberschrott? Selten habe ich mir nach einem CD-Kauf diese Frage gestellt. Sicher ist 'Be' etwas ganz besonderes, will uns Pain Of Salvation - Kopf Daniel Gildenlöw doch erklären, warum, falls es einen Gott gibt, er die Welt und das menschliche Dasein so gemacht hat wie es jetzt ist und wie das vielleicht alles mit unseren Sagen und Mythen zusammenhängt. Oder so ähnlich. Ehrlich gesagt habe ich das ganze Konzept noch nicht ganz kapiert, obwohl in dem umfangreichen Booklet versucht wird, zu erklären, wie 'Be' zustandegekommen ist. Zumindest musikalisch herausgekommen ist eine CD mit vielen Sound-Fragmenten, vielen 'Erzählungen' und wenigen typischen 'Songs', so wie man sie von Pain Of Salvation eigentlich kennt. Auch die klassischen Parts (von Violine bis Kirchenorgel) sind reichlich vertreten und teilweise richtig genial (wie z.B. bei Track 4 'Iter Impius', wie es im Booklet heißt bzw. 'Pluvius Aestivus', wie es in der Titel-Liste genannt wird ... alles ist so verwirrend). Ein abschließendes Urteil möchte ich mir auch nach mehrfachem Hören der CD nicht erlauben., aber wenn man sich mal etwas intensiver mit den Texten beschäftigt, würde ich fast zu dem Ergebnis kommen, dass 'Be' eher zu der Kategorie Meisterwerk zu zählen ist. Wer auf leichte und unkomplizierte Kost steht, sollte sicher die Finger von der CD lassen. Wer sich auch mal mit den queren Gedanken eines Musikers und der entsprechend komplizierten Musik auseinandersetzen kann, sollte 'Be' auf jeden Fall haben. Ich werde wahrscheinlich noch 100 Durchläufe brauchen, um die Scheibe zu verstehen. Aber auch das macht ja gute Prog-Musik aus.
Pain Of Salvation - Be (live CD / DVD)
Sehnsüchtig habe ich auf die DVD-Version der Pain Of
Salvation - CD 'Be' gewartet, denn auch intensivstes Hören der Studio-CD-Version hat mir
den Duchblick nicht verschaffen können. Zu quer und zu schräg sind wohl die Ideen, die
Daniel Gildenlöw in diesem Werk verarbeitet hat (siehe auch meine Review). Deswegen
konnte ich es nicht erwarten, die Live-Performance zu sehen, die vor einiger Zeit in
Schweden zusammen mit dem 'Orchestra Of Eternity', also diversen Streichern und Bläsern,
aufgeführt und auf DVD gebrannt wurde. Und endlich gibt es das Konzert zusammen mit der
passenden Live-CD käuflich zu erwerben. Zur Qualität des Konzertes, des Sounds, der
'schauspielerischen Leistungen' und der Bildführung gibt es nur ein einziges Wort:
GENIAL. Auch das 48-seitige Booklet mit den ganzen Songtexten, Photos und Kommentaren zur
Geschichte sowie Erklärungen zu den Schlüsselbegriffen der Geschichte ist auch als
vorbildlich zu bezeichnen, gibt es doch normalerweise zu DVDs eher nichts bis gar nichts
zum nachlesen. Ob man die Live-CD unbedingt braucht, sei dahingestellt, denn wer das
Konzet in Bildern gesehen hat, wird darauf sicher nicht verzichten wollen. Und nach dieser
Live-Performance nehme ich auch meine früheren Aussagen zurück, das Pain Of Salvation
live eine Katastrophe sind. Echt erstaunlich, was die Jungs da geleistet haben.
Nur: Wer Antworten auf die Frage erwartet, was uns 'Be' eigentlich sagen will, wird wohl
mehr als enttäuscht sein, denn am Ende gibt es mehr neue Fragen als Antworten: Warum kann
sich Daniel Gildenlöw keine Schuhe leisten ... warum geht er ins Wasser und kann nicht
drüber laufen, wer hat einem solchen Langhaarigen nen fetten Daimler ausgeliehen, aus
welchem Vampir-Film ist der Keyboarder entflohen, warum Sonnenbrille auf und Sonnenbrille
wieder runter, warum muss die Flötistin in dem Vollkörperkondom rumstehen und so weiter
und so weiter. Ich bin auf jeden Fall noch verwirrter als vorher. Ach ja ... als
DVD-Extras gibt es auch noch einen Audio-Kommentar der Musiker und noch ein paar andere
Gimmicks. Aber was will uns 'Be' jetzt eigentlich sagen ?? Keine Ahnung. Kauft Euch
unbedingt die DVD und klärt mich auf. BITTE BITTE.
Ziemlich schwer zu verdauende Musik-Kost gibt es mal wieder von meinen Schwedischen Freunden 'Pain Of Salvation'. Leider habe ich das Rätsel bzw. die Geschichte vom Vorgänger 'Be' noch immer nicht ganz kapiert, schon kommt der nächste Happen in Form von 'Scarsick'. Nicht ganz so 'quer' wie 'Be' sondern stilistisch teilweise wieder 'Back to the roots' in die Vor-Perfect-Element-Zeit (z.B. der Opener und Titelstück mit fetter Gitarre und dem typischen Gesang von Daniel Gildenlöw ... der vielleicht noch 'normalste' Song auf der CD). Auch das folgende 'Spitfall' könnte man noch mit 'ach, sie können ja doch noch richtige Musik machen' beschreiben. Und wer die CD 'Remedy Lane' gut findet, kann sich auch noch mit dem nächsten Stück 'Cribcaged' anfreunden. Aber dann kommt's. 'America' ist dann ja wohl eher komischer New Metal und hätte eher von 'System Of a Dawn' sein können oder noch 'schlimmer', das dann folgende 'Discoqueen' (das klingt echt so wie's der Titel verspricht ... über 8 Minuten Disco-Mucke). Völlig daneben. Etwas melancholischer geht es dann bei 'Kingdom Of Loss' zu (mit einem viel zu seltenen Gitarren-Solo). Zu den nächsten 2 Songs fällt mir dann nicht wirklich viel ein. Sehr merkwürdig alles (bis auf den Schluß von 'Idiocracy', das ist dann wieder typisch P.O.S). 'Flame To The Moth' kann man dann wieder durchgehen lassen (recht harmlos). Und dann folgt zum Schluss noch das 10 Minuten lange 'Enter Rain', das über 7 1/2 Minuten richtig soft und melancholisch daher kommt aber dann am Schluss schon noch die Ohren durchpustet. Fazit: mit den 67 Minuten 'Scarsick' haben es Pain Of Salvation mal wieder geschafft, mich halbwegs sprachlos mit dieser CD alleine zu lassen. Gut? Schlecht? Komisch? Ihrer Zeit voraus? Man weiß es nicht. Auf jeden Fall wieder nix zum nebenher hören und man braucht viele Durchläufe, um mit dieser CD warm zu werden.
Von der 1999er-Tour ('Beat The Drum') gibt es tatsächlich eine Live-Doppel-CD (wobei Doppel-CD eigentlich übertrieben ist, da auf der zweiten Scheibe nur noch etwas über 20 Minuten Musik ist). Im Handel ist das Teil leider schwer bis gar nicht erhältlich (nur über die Pallas-Homepage war das Teil zu erwerben). Gott sei Dank hat jetzt Herr Bäcker von Empire-Music die Scheibe auch im Programm (ich habe sie neulich auf einem Konzert, auf dem Herr Bäcker seinen CD-Stand hatte, für 18 Euro erworben). Im Gegensatz zum damaligen Konzert (ich war in Offenbach in der Hafenbahn), wo der Sound eine einzige Katastrophe war (z.B. war vom Gitarristen überhaupt nichts zu hören), ist dieser Live-Mitschnitt soundmäßig richtig gut. Und die Musik-Auswahl geht von uralt (z.B. 'Atlantis', 'Cut And Run') über ganz schön alt ('Rat Racing' oder 'The Executioner') bis natürlich neu (z.B. 'Beat The Drum', 'Blood And Roses', 'Fragments Of The Sun') und ist somit ein hervorragender Querschnitt aus 23 Jahre Pallas. Die CD sollte sich eigentlich jeder Prog-Fan gönnen, der bis jetzt von Pallas noch nichts gehört hat. Pallas-Fans haben das Teil bestimmt schon in England bestellt oder rennen jetzt Herrn Bäcker die Bude ein.
Pallas - The Cross & The Crucible
In 22 Jahren Band-Geschichte gerade mal 4 Studio-CDs zu veröffentlichen ist ja nicht viel. Und nachdem uns die schottischen Proggies bis zur vorletzten Veröffentlichung (Beat the Drum) immerhin 13 Jahre warten ließen, hat es jetzt nur pfeilschnelle 2 Jahre gedauert, um das nächste Werk abzuliefern. Pallas, wahrscheinlich nur den absoluten Prog-Insidern bekannt, hatten mich mit 'Beat the Drum' ja schon etwas enttäuscht, weil die Scheibe für Pallas-Verhältnisse ziemlich 'einfach' war (obwohl so grandiose Songs wie 'Blood & Roses' oder 'Fragments of the Sun' vertreten waren). Aber wem es genauso wie mir ging, wird mit 'The Cross & The Crucible' wieder hochzufrieden sein. Eindeutig wieder ein Schritt in die Richtung 'Knightmoves to Wedge', also zu den etwas komplizierteren Prog-Songs im Stile von 'Sanctuary' oder 'Ratracing'. Insgesamt eine klare Steigerung gegenüber dem Vorgänger und dem Prog-Freund nur zu empfehlen. Wer Pallas noch nicht kennt, sollte allerdings erst mal antesten, da vor allem der Gesang von Alan Reed nicht jedermann liegen dürfte. Und hoffen wir mal, daß Pallas sich jetzt auf den 2-Jahres-Rhythmus für eine Veröffentlichung verständigt hat.
Pallas - The Blinding Darkness (als Doppel-Live-CD)
Ja welch Überraschung. Zuerst braucht Pallas ewig, um ne CD zu veröffentlichen und jetzt gibt es nach nur einer weiteren Studio-CD schon wieder einen Live-Output in Form einer Doppel-CD, einer Doppel-DVD und auch als Package mit allem und Ei. Aus haushaltspolitischen Gründen habe ich mir nur die Live-Doppel-CD gegönnt (irgendwann wird's ja echt zuviel mit den ganzen Veröffentlichungen in der letzten und auch der nächsten Zeit ... offensichtlich ist es gerade hip, Live-CDs mit passender DVD zu veröffentlichen, solange es noch technisch etwas kompliziert ist, den reinen Sound-Teil von einer DVD zu separieren und dafür so richtig Geld zu verlangen). Nicht verwunderlich ist dann natürlich, dass sich die Songauswahl im Vergleich zur letzten Live-CD 'Live Our Lives' schon ganz schön ähnelt. So die Hälfte ist einfach doppelt und der Rest ist dann fast ausschließlich von der letzten Studio-CD 'The Cross And The Crucible'. So weit so gut. Das wäre jetzt ja alles nicht so spektakulär. Aber falls jemand (noch) die erste Pallas-CD 'The Sentinel' (von 1984) kennen sollte, wird vielleicht auch noch wissen, dass damals ein gewisser Euan Lowson gesungen hat und da auch schon mal als blutbeschmierter 'Ripper' aufgetreten ist. Und ... The Ripper Is Back !!! Aus mir völlig unbekannten Gründen tritt Euan Lowson bei diesem Konzert jetzt (übrigens aufgenommen im September 2002 in Zoetetmeer) bei 2 Titeln (dem Uralt-Heuler 'Cut and Run' sowie dem schon genannten 12-minütigen 'Ripper') auf. Und das möchte ich jetzt dann mal als eine kleine Sensation bezeichnen. Aber ob sich deswegen der Kauf dieser CD lohnt ?? Hmm ... Pallas-Fans werden mit der Zunge schnalzen und sich doch (auch) die DVD besorgen (um den Ripper im Bild zu sehen). Allen anderen sei gesagt, dass man nicht alles haben muss, was veröffentlicht wird. Ich denke, eine der letzten zwei Live-Doppel-CDs genügt eigentlich (wobei ich dann eher zur 'The Blinding Darkness' tendieren würde).
Wenn eine Band einen hohen Wiedererkennungswert hat, dann auf jeden Fall 'Pallas'. Fünf Töne der neuen CD 'The Dreams Of Men' haben mir zumindest gereicht, um die Band zu erraten. Und wenn dann auch noch Alan Reed anfängt zu singen, ist eh alles klar. 73 Minuten Prog-Rock vom Feinsten (Bombast, Gefühl, Breaks, Pathos) und ein wunderschönes Booklet dazu. Prog-Herz, was willst Du mehr. 'The Dreams Of Men' ist sicher neben den Frühwerken und 'The Cross And The Crucible' die bis jetzt beste aber vielleicht auch 'härteste' Studio-Veröffentlichung und sollte in keinem Prog-Haushalt fehlen. Ob man allerdings die 'Special Edition' mit einer Bonus-CD und Bergen von Outtakes, Remixen und Jam-Sessions braucht, ist fraglich. Aber für solche Dinge waren Pallas ja schon immer bekannt.
Mit der amerikanischen Instrumental-Prog-Band 'Parallel Mind' hat sich das kanadische Platten-Label Unicorn Digital sicher einen ganz dicken Fisch an Land gezogen. Bestehend aus Wiliam Kopecky (Bass), Nibandh Nadkarni (Keyboards) und Joe Babiak (Drums, Trumpet, Flügelhorn) und unterstützt von einigen Gast-Musikern (z.B. dem genialen Saar Schnitman, der in dem Opener 'Chromanic' ein sensationelles Gitarrensolo zelebriert sowie ein paar anderen Musikern, die dann die Musik von Parallel Mind mit Cello, Mandoline oder auch Violine bereichern) erkennt man ziemlich schnell, dass die Musiker von Bands wie Yes, Rush oder auch die chaotischeren Planet X inspiriert wurden. Schon der Opener 'Chromanic' ist ein über 14-minütiges Feuerwerk aus Ideen und Stilrichtungen von Jazz bis fast Santana. Grosses Kino ist das, wenn man auf Gesang verzichten kann. Es gibt aber auch ruhigere Momente, die dann in Richtung Emerson Lake und Palmer gehen (z.B. das nächste Stück 'Opposite Of Know'). Herzstück der CD ist das 4-teilige und insgesamt über 18 Minuten lange Titel-Stück 'Colossus ADEA', bei dem, ziemlich keyboard-lastig, auch wieder alle möglichen Stil-Richtungen des Prog von melodisch bis leicht chaotisch angeschnitten werden, bis der Song dann zu einem sphärischen Ende kommt. Beim folgenden 'Casa De Jig' sind dann sogar schottische Folk-Einflüsse hörbar (wo immer die hergekommen sind). Die CD endet dann mit dem fast 13-minütigen 'Beginning's End', bei dem dann die Band nochmal das ganze Repertoir zeigen darf, das sie drauf hat. Auffällig hier finde ich dann vor allem die treibende Rhythmus-Arbeit. Also wer auf instrumentalen und klassischen Prog steht, sollte sich 'Colossus ADEA' von 'Parallel Mind' auf jeden Fall zulegen, denn neben der brillianten Produktion (die bei Unicorn Records ja schon mehr als üblich ist) gibt es auf fast 62 Minuten Song- und Soundideen im Überfluss. Klasse.
Pariah Beat - Babylon Is Fallen
Neulich habe ich schon mal eine CD von Billy Sharff (No Return From Snockville) rezensiert und war ziemlich begeistert davon. Nun gibt es eine EP der Band 'Pariah Beat', in der genannter Billy Sharff Fiddle, Gitarre und Keyboards spielt und natürlich auch noch singt. Musikalisch wandern Pariah Beat ein bißchen auf anderen Pfaden und anstatt Blues und ruhigem Folk gibt es knackigen englischen Folk-Rock, der ein bißchen an ... entschuldigung ... Sauflieder erinnert. Und das ist jetzt überhaupt nicht böse gemeint, denn da bleibt kein Fuß still und auch kein Auge trocken. Sowas macht nur Laune und Freude. Wirklich schade, dass auf der EP nur 5 Songs drauf sind und die Scheibe nach gut 16 Minuten schon wieder vorbei ist. Davon könnte ich viel mehr haben. Freunde des englischen Folk-Rocks sollten unbedingt mal die Pariah Beat - Seite auf My Space besuchen oder ein Video bei Youtube (z.B. das Titelstück 'Babylon Is Fallen') anschauen und ihr wisst was ich meine. Macht nur Spaß das Teil.
Parry, Ian - Consortium Project
Ian Parry, seineszeichens Sänger von Elegy, versucht sich hier auf Solo-Pfaden, unterstützt von Musikern wie Patrick Rondat und Arjen Lucassen. Insgesamt ganz schön heavy und ehrlich gesagt, gefällt mir Herr Parry bei Elegy bedeutend besser. Aber die Scheibe ist vor allem bei ungeliebten Arbeiten im Haushalt (z.B. Bügeln) ausgezeichnet geeignet. Nichts, was man unbedingt haben muss.
Parry Ian (Consortium Project II) - Continuum In Extremis
Hatte Ian Parry, seineszeichens genialer Sänger der holländisch-englischen Band Elegy, auf seinem ersten Solo-Werk unter dem Namen 'Consortium Project' noch einige Musiker-Größen eingekauft, probiert er es dieses Mal mit weniger bekannten Leuten (wie z.B. Thom Youngblood von Kamelot , Günter Werno von Vanden Plas und seinen Elegy-Kumpels Patrick Rondat und Dirk Bruinenberg). Herausgekommen ist ein astreines Hard Rock - Album der feinsten Sorte ohne jeden Durchhänger, das jedem härteren Musik-Fan ans Herz gelegt werden kann. Ähnlichkeiten mit Elegy (vor allem mit dem Forbidden Fruit - Album) sind bestimmt rein zufällig aber nicht zu verbergen. Und da mir dieses Elegy-Album sehr gefallen hat, gibts für Consortium Project II von mir eine Kaufempfehlung.
Parry, Ian (Consortium Project III) - Terra Incognita
Elegy-Sänger Ian Parry hat mal wieder eine Menge von mehr oder weniger bekannten Musikern (wie z.B. Stephan Lill, Sascha Paeth,Jan Bijlsma oder Casey Grillo um nur ein paar zu nennen) eingeladen, um einen würdigen Nachfolger des Consortium Projects II einzuspielen. Und es sind mal wieder ein paar ganz fette Metal-Songs in brillianter Sound-Qualität herausgekommen. Wer den Vorgänger mochte, kommt auch um 'Terra Incognita' nicht herum. Teilweise ist die CD etwas melodischer (bis ruhiger) geworden ohne jedoch auch nur einen Moment langweilig zu werden. Die Scheibe gibt es unter anderem bei AOR-Heaven.
Geschlagene fünf Jahre mußte die Prog-Gemeinde ohne eine
Veröffentlichung von Pendragon aushalten. Ich dachte ja schon, Nick Barrett (Sänger und
Gitarrist) hätte die Zeit genutzt, endlich mal eine Gesangsschule zu besuchen. Aber weit
gefehlt. Er meint immer noch er kann's (und kann's halt nicht). Aber genug der Lästerei.
Begonnen hat meine 'Pendragon-Karriere' mit der CD 'The World', die ich obergenial fand.
Meine Lieblings-Pendragon ist ohne Zweifel die danach folgende 'The Window of Life', die
ich bedenkenlos unter die Top 20 meiner CD-Sammlung wählen würde. Und mit deren
Nachfolger 'The Masquerade Overture' kann ich bis heute nicht ganz so viel anfangen. Die
ist mir einfach zu langweilig. Und die neue Veröffentlichung 'Not of this World' ist
musikalisch eine Mischung aus 'The World' und 'The Masquerade Overture', was wiederum eine
grandiose CD gibt (weil nicht so langweilig wie 'The Masquerade Overture' alleine). Das
Warten hat sich auf jeden Fall gelohnt. 'Not of this World' ist eine 100%-ige Pendragon-CD
mit höchstem Erkennungswert. Immer noch eine der besten Prog-Bands zur Zeit und ich
möchte deshalb eine Kaufempfehlung aussprechen. Auf der Erstauflage der CD sind außerdem
noch 2 Bonus-Stücke vertreten (Akustische Versionen von 'Paintbox' und 'King of the
Castle', beide Songs von der 'Masquerade Overture).
Pendragon - Acoustically Challenged
Ein Lotto-Gewinn wäre mir zwar lieber gewesen, aber auch kleine Gewinne nimmt man ja mit. So gab es auf der holländischen Prog-Page für registrierte Besucher eine Pendragon-Competition, bei der ich den Hauptpreis, eine CD sowie eine DVD gewonnen habe. Die CD beinhaltet ein Unplugged-Konzert von 'Polskie Radio 3' (aus dem Jahr 2001) und ausser Drummer Fudge Smith sind alle 'Pendragoner' anwesend, wobei Bassist Peter Gee (neben Nick Barrett) ebenfalls (akustische) Gitarre spielt. Die Songauswahl ist interessant, weil auch ein paar uralte Sachen (weil wahrscheinlich unplugged-geeignet) wie z.B. 'Alaska', '2 AM' oder 'The Voyager' gespielt werden. Pendragon unplugged konnte ich mir bis dato ja eigentlich nicht vorstellen, weil die Musik zu sehr von Barretts Gitarrensoli und dem Keyboard-Teppich von Clive Nolan lebt. Aber ich muss zugeben, dass auch die akustischen Sachen so ihren Reiz haben und zu keinem Zeitpunkt langweilig werden.
Da wartet man geschlagene 4 Jahre auf einen neuen Studio-Output der Ober-Proggies um Nick Barrett und Clive Nolan und dann bekommt man eigentlich 50 Minuten ziemliche Enttäuschung geboten. Instrumentales Intro, viel Midtempo-Songs, manchmal richtig gut jammernde Gitarre, fetter Keyboard-Teppich, grausamer Gesang. Leider alles schon mal dagewesen. Mich haut das nicht vom Hocker und hoffe nur, dass, auch wenn es jetzt bis zur nächste CD vielleicht 6 Jahre braucht, die Kreativität von 'The World' oder 'The Window Of Life' (beide CDs sind absolut zeitlos und noch immer wärmstens zu empfehlen) zurückkehrt. Eigentlich ganz schön schade. Mehr fällt mir zu 'Believe' nicht ein.
Petrucci/Rudess - An Evening With ...
Ich habe einen kleinen Tip für alle Hobby-Gitarristen und Hobby-Keyboarder ... und alle Semi-Professionellen der gleichen Sparte: Bitte tut es Euch NICHT an und kauft Euch die Live-CD der Dream Theater - Heroren ... denn nach dem ersten Hören werdet Ihr Eure Instrumente in die Ecke werfen und nie wieder anfassen. Es ist einfach sensationell, was die Jungs draufhaben. Vor allem John Petrucci an der akustischen Gitarre, die er bei Dream Theater ja nicht so oft auspackt, ist er der volle Meister. Aber auch Jordan Rudess hat ein paar herausragende Parts zu bieten. Einzig bekanntes Stück ist übrigens 'State Of Grace' (von der ersten Liquid Tension Experiment - CD), alle anderen Songs sind zumindest meines Wissens nach neu und, das würde mich jetzt auch nicht mehr wundern, wahrscheinlich kurz auf dem Konzert improvisiert worden. Auf jeden Fall gibt es 78 Lehr-Minuten der allerfeinsten Art, mitgeschnitten im Jahr 2000 im Helen Hayes Perfoming Arts Center in Nyack, NY. Und mein DANK geht an Steffi für den genialen Tip :-)), da wäre mir echt was entgangen.
Kritik von Siggi Greck
Nach einer 5jährigen Pause seit Ihrer letzten CD nun das vierte Werk der
US-Rocker. Nachdem mir nach dem starken Debüt und dem Nachfolgewerk "So Long To
Broadway" die dritte CD "Following Dreams" nicht sehr gut gefallen hat,
kann die neue CD wieder etwas mehr begeistern. Der Keyboarder Jack Young ist wie bei den
anderen Alben für das komplette Songwriting zuständig. Phantom`s Opera bieten
melodischen Bombast-Rock. Übrigens ist auf diesem Album erstmals Terry Brock (ehemals
Strangeways und The Sign) als Sänger dabei. Sehr gut gefallen mir die Stücke
"Etched In Stone", "Shadows On The Wall" und "God Save The
King".
Kritik von Siggi Greck:
Phenomena ist wohl nur den älteren Lesern dieser Homepage ein Begriff. Diese
Hardrock-Truppe veröffentlicht nun ihr 4.
Studioalbum. Bisher erschienen: Phenomena (1985), Dreamrunner
(1987) und Inner Visions (1991). Und nun, nach 15 Jahren Pause das neue
Werk Psycho Fantasy. Hinter
Phenomena steckt Tom Galley, der alle Alben produziert hat und bei allen Liedern am
Songwriting beteiligt ist. Vor allem die beiden ersten Alben sorgten auch in kommerzieller
Hinsicht für einige Schlagzeilen. Phenomena war eine aus bekannten Musikern
zusammengewürfelte Studioband, die meines Wissens niemals live in Erscheinung getreten
sind. Mitwirkende auf den ersten 3 Alben unter anderem: Glenn Hughes, Brian May, Neil
Murray, Don Airey, Cozy Powell, Richard Bailey, John Wetton. Für das neue Werk konnten
für den Gesang unter anderem Glenn Hughes und Tony Martin gewonnen werden. Meine
Favoriten auf dieser CD: So Near So Far, Higher(mit einem
sensationellen Glenn Hughes) und How Do You Feel? (ebenfalls mit einem Glenn
Hughes in Hochform). Alles in allem: Pflicht für alle Freunde des melodischen Hardrocks!
Kritik von Georg Lögler
In den ersten Monaten des Jahres 2003 geschehen gar kuriose Dinge : Da
veröffentlichen zwei Bands mit recht ähnlichem Sound ihre CD's : Die einen, EVANESCENE
aus Amerika landen mit dem einzigen guten Song ihrer CD auf dem
"Daredevil"-Soundtrack und sind aufgrund der Heavy-Rotation des Videos in aller
Munde die anderen, PHLOXX aus Deutschland krebsen mühselig im Untergrund herum und
freuen sich sicherlich über jedes verkaufte Exemplar ihrer nahezu durchgehend guten CD,
die nur über ihre Website www.phloxx.de
erhältlich ist.
Bei den Amis ruft das Label der Band in einem öffentlichen Brief, alle Veröffentlichungen von EVANESCNE aus den christlichen Shops und Radios zurück !?!? Die Deutschen PHLOXX gehen genau den gegenteiligen Weg und stellen ihren Glauben und Gott in den Mittelpunkt ihrer ausschließlich Eigenkompositionen. Dabei bauen die 5 nicht unähnlich zu GUANO APES durch brachiale Riffs, eingestreute Keyboardfills und allen voran den Gesang von Mirjam Sijanta ihre Songs derart auf, dass man sie immer wieder hören möchte. Im Jahre 2001 habe ich die Band bei einem ihrer ersten Auftritte in Owen gesehen, und sie weckten schon damals mein Interesse. Mirjam kann sowohl aggressiv shouten als auch überzeugend singen ("Gehtsemane" und "World through your eyes") und ihre samtene Stimme hat irgendetwas betörendes. Ausgerechnet bei einem der besten Songs, dem krachenden treibenden "Jesus" dann leider ein grosses Minus : Eine völlig unpassende Rapeinlage, die diesen tollen Song entwertet, schade.
Höhepunkt der Platte (neben "You Need") ist das ruhige "World through your eyes" bei dem Keyboarder Waldemar Friesen auf Piano umgeschaltet hat, und der Gitarrist immer ein Kurzriff Marke "startender Motor" einstreut und darüber wieder der hypnotisierende Gesang und im Hintergrund Streichinstrumente absolut fantastisch ! Das geht so weiter u.a. auf dem eindringlichen "Nearly Day" und immer wieder fällt der Keyboarder auf durch seine songdienlichen Effekte. Und wer weiss, vielleicht hängen bei PHLOXX-Gigs demnächst auch Zettel in der Halle "Kein Stagediving !" wie bei TOURNIQUET auf der Christmas Rock Night - im Booklet ist jedenfalls ein verschwommenes Foto zu sehen, auf dem diverse Leutchen durch die Luft fliegen...Zu wünschen ist es auf jeden Fall der jungen sympathischen Band, also unterstützt sie bitte !
Pictorial Wand - A Sleeper's Awakening
Aus Norwegen kommen ja normalerweise nur so richtige Schwer- oder Dunkelmetaller. Umso überraschter war ich über die Information, dass auch die 'Band' Pictorial Wand (die eigentlich aber nur aus Mattis Sörum besteht, der für alle Gitarren, Sitar, Orgel, Keyboards und Orchester-Arrangements verantwortlich ist und sich einen Arsch voll mir völlig unbekannter Mit-Musiker und Gast-SängerInnen besorgt hat) aus dem Land im hohen Norden stammt und mitnichten irgendwelches Todesblei verbricht. 'A Sleeper's Awakening' ist für mich DIE Überraschung und Neuentdeckung des Jahres, denn die Doppel-CD ist symphonischer Prog-Rock vom Feinsten und für mich am ehesten noch mit Ayreon zu vergleichen. Die Story handelt von einer Person, die nach einem langen Blick in den Spiegel aufwacht und sich seiner Fehler bewusst wird, die er im Laufe seines Lebens gemacht hat. Kurz die sieben Totsünden in einer abstrakten Umgebung. Mehr wird jetzt einfach mal nicht verraten, denn die CD MUSS ein Proggie glaube ich haben, der auf verschachtelte Stories und melodischen Prog steht. Ich würde mal sagen die bis jetzt beste Veröffentlichung von Unicorn Digital. Super.
Pink Floyd - Pulse (Doppel-DVD)
Ich weiß echt nicht mehr, seit wie vielen Jahren diese DVD versprochen und die Veröffentlichung immer wieder verschoben wurde. Letztes offizielles Datum war jetzt Ende September 2006 ... und dann DIE Überraschung. Ohne irgend eine Vorankündigung steht das Teil bereits Anfang Juli (sozusagen 'pünktlich' zum Tod des Ur-Besetzungs-Mitglieds Syd Barret) plötzlich in den Läden. Und das ist wie wenn Weihnachten und Ostern zusammenfällt ... naja, zumindest für Pink Floyd - Fans. Aber hat sich das Warten auch gelohnt? Also ich würde diese Frage definitiv mit einem JA beantworten. Okay, das Bild nur in 4:3 und nicht in 16:9 ist vielleicht nicht der neueste Stand, aber da das hier verewigte Konzert bereits 1994 aufgenommen wurde (im Earls Court in London), hätte eine Umwandlung in 16:9 einen Qualitätsverlust bedeutet. Und wer die Perfektionisten von Pink Floyd kennt weiß, dass das ja nicht sein kann. Dafür gibt es den Sound neben Stereo und 'normalem' 5.1 Dolby Digital (also mit 448 kbps) zusätzich noch in einer 5.1 Version mit 640 kbps, mit der allerdings ältere DVD-Spieler nichts anfangen können. Muss man also ausprobieren, ob bei Euch dieser Super-Sound kommt oder nicht. Das Konzert mit einer Länge von 145 Minuten selber ist natürlich absolut geil gefilmt ... die Lightshow stellt auch 12 Jahre danach noch das non plus ultra dar. Und als besondere Features gibt es dann noch allen möglichen nötigen und unnötigen Schnickschnack von ein paar Bootleg-Aufnahmen über die Screen Films (die während des Konzertes auf der Video-Leinwand gelaufen sind), einem Film eines Roadies über die Tour bis zu Bühnenplänen und einem Mitschnitt einer Preisverleihung, wo danach Billy Corgan von den Smashing Pumpkins als Laudator noch eine Akustik-Version von 'Wish You Were Here' mitspielt. Für mich DAS Referenzwerk in Sachen Konzert-DVD.
Pinnella, Michael - Enter By The Twelfth Gate
Solo-CDs von Keyboardern sind ja meist eher unterirdisch schlecht. Zumindest habe ich da so einigen merkwürdigen Schrott im CD-Regal (ich denke da nur an Jim Gilmour von Saga oder ein paar Outputs von Asia-Tastenmann Geoffrey Downes). Symphony X - Keyboarder Michael Pinnella macht da nur eingeschränkt eine bessere Figur. Irgendwie müssen die Jungs wohl immer zeigen, was sie auf siebzehn Tastaturen gleichzeitig mit zwei Händen, zwei Füssen, der Nase und was weiß ich noch was spielen können. Und raus kommt dann meistens ein unerträgliches Gedudel. Okay, Herr Pinnella hat sich wirklich bemüht, in seine Songs auch ein paar Strukturen reinzubekommen und nicht nur uninspiriert rumzududeln. Und so sind dann doch ein paar Songperlen auf dem Output enthalten, die allerdings durch Hören des Rests hart erkauft werden müssen. Vor allem die 3 Teile des Piano Concerto#1 mvt. 1 - 3 sowie das Titelstück möchte ich hier doch positiv erwähnen. Ansonsten ist die Scheibe ... wer hätte es gedacht ... dann doch eher für Keyboard-Freaks.
Plant, Robert - Mighty Rearranger
In den einschlägigen Musik-Postillen wird die neue CD des ehemaligen Led Zeppelin - Sängers ja hochgelobt ohne Ende. Beste CD der letzten 10 Jahre und was ich alles lesen musste. Leider ist es dann meistens so, dass genau diese Einschätzungen von mir nicht geteilt werden. Und so kann ich eigentlich nur ein paar Worte über die CD sagen: Die Kritiken sind natürlich völlig übertrieben. Klar, wenn so ein Sangesgott, der Robert Plant unbestritten ist, sich mal wieder herab lässt, seinen Jüngen einen silbernen Output vor die Füsse zu werfen, muss man Preisen bis zum gehtnichtmehr. Aber nüchtern betrachtet ist die CD sicher nicht schlecht, denn wer so eine CD veröffentlicht, macht es wirklich nur noch aus Spass und nicht weil er Geld damit verdienen muss ... absolut relaxed und keinesfalls auf Kommerz produziert. Aber es ist auch nicht der Überflieger. Sangesmäßig hat Herr Plant nichts verlernt und seine Stimme klingt noch fast so wie in alten Zeppelin-Zeiten. Und das merkwürdig-musikalische wie z.B. auf der 'No Quarter-' oder 'Clarksdale-CD' fehlt Gott sei Dank auch. Aber den leichten Touch zum Orientalischen hat er auch nicht abgelegt. Mein Tip: Vielleicht vorher lieber mal reinhören.
Plasmic Ocean ist eine Band aus Chemnitz, die, obwohl sie schon seit 1999 besteht, bis jetzt so völlig an mir vorbei gegangen ist. Obwohl ... so richtig vorbei eigentlich nicht, denn immerhin Keyboarder Pierre Laube ist schon auf meiner Homepage verewigt. Dort allerdings unter dem Namen 'Black Shark Said'. Nun liegt die neue Scheibe von 'Plasmic Ocean' in meinem Player und im Vergleich zu 'Black Shark Said' würde ich mal sagen, ich erkenne da kaum Gemeinsamkeiten. Selbst beschreibt die Band ihre Musik als 'Extended Rock', was immer das auch sein mag. Mich erinnerts ein bißchen an die guten alten 70er (wen wundert's, denn die Band hat ihre Einflüsse von den großen 70er-Jahre-Bands wie Led Zeppelin, Black Sabbath und Yes) und auch der Band-Name ist angelehnt an den Sabbath-Song 'Spiral Architect'. Interessant ist auf jeden Fall der Stil-Mix auch innerhalb eines Songs, bei dem es harte Gitarren-Riffs gepaart mit altem Pink Floyd-Sound gibt (wie z.B. im vierten Song 'Like A Bump On A Log'. Aber auch die Hard-Rocker und Matten-Schwinger kommen auf ihre Kosten (hört Euch nur mal den Beginn von Song 5 'A. vs. R.' an). Das ist Sabbath gemischt mit Zeppelin ... nur stark. Oder das folgende 'Nails'. Auch ein fette Rocker. Richtig gefühlvoll mit Piano können sie aber auch (Titelstück !! Leider 5 Minuten zu kurz, da hätte locker noch ein Bombast-Teil und ein 3 minütiges Gitarren-Solo drangepasst). Glänzend hier auch die Sangesleistung von Peter Barthel. Dass sie aber nicht nur von 70ern beeinflusst werden sondern auch 'modernen' Art- oder Neoprog-Rock drauf haben (Porcupine Tree lässt grüßen), beweisen sie z.B. bei 'Who Cares?'. Mein absoluter Favorit ist aber das mit knapp 7 Minuten längste Stück 'Yell', ein Prog-Metal-Hammer vom Feinsten (tolles Gitarren-Solo und atemberaubende Breaks). Insgesamt ein tolles Album der Chemnitzer, das auf jeden Fall Beachtung finden sollte. Und hier sind sowohl Proggies als auch Hard Rocker gut bedient. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage. Dort kann man ein paar MP3-Files anhören und natürlich auch die CD für schlappe 10 Euro bestellen.
Poor Genetic Material - Summerland
Neues von QuiXote-Music. Nach dem genialen Silberling '101' von Tea for
Two aus dem selben Haus gibt's jetzt eine weitere Scheibe, die auf jeden Fall empfohlen
werden muss. Poor Genetic Material (PGM), bis jetzt ein rein instrumentales Projekt von
Stefan Glomb (Gitarre) und Philipp Jaehne (Keys) mit immerhin zwei (mir völlig
unbekannten) Alben, verbanden sich für ihre Song-orientierten Ideen mit Alias Eye -
Sänger Philip Griffith und Alias Eye - Schlagzeuger Ludwig Benedek, um Summerland
einzuspielen. Zuerst einmal möchte ich erwähnen, daß mir Philip Griffith als Sänger
bei Alias Eye nicht unbedingt gefällt, da er mir dort einfach zu eintönig singt. Deshalb
war ich umso überraschter über die Sangesleistung bei PGM. Offensichtlich passt seine
Stimmlage zu den eher ruhigeren Songs von PGM einfach besser. Aber nun zur CD. Eröffnet
wird die Scheibe durch den Song 'Shooting Psycho', der mich - vor allem wegen dem irren
Sprechgesang - unheimlich an 'Once in a Lifetime' von den Talking Heads erinnert. Auch der
Refrain 'I shoot my gun, I'm having fun' zeigt, daß der Titel den Namen zurecht trägt.
Wer jetzt allerdings glaubt, die CD geht so abgedreht weiter, hat sich schwer getäuscht.
'Wouldism' ist eine zuckersüße Ballade mit über 7 Minuten Länge, bei der aber keine
Langeweile aufkommt. 'Living Desert' möchte ich mal mit 'Vollenweiders Harfe meets Kamele
in der Wüste' umschreiben (Augen zu und Du stehst auf einer Sanddüne in der Sahara), ein
wunderschöner, atmosphärischer Song, der allerdings vielleicht eine Minute zu lang ist.
Auf 'Just Another Me' geht's ebenfalls ruhig und melodisch weiter, der Song wandelt sich
aber zur Mitte hin zur fetzigen Mitklatsch-Nummer (das ist jetzt aber nicht negativ
gemeint) und Sänger Philip Griffith zeigt hier, warum er für PGM so wertvoll ist. 'A
Secret Song' ist ein Mid-Tempo-Stück, das ich als einzigen Schwachpunkt der CD bezeichnen
würde. Das einzige Instrumentalstück 'Late' könnte auch auf jeder Camel-CD Platz
finden. Und dann kommt das für mich absolute Highlight des Silberlings. Das Titel-Stück
'Summerland', immerhin fast 12 Minuten lang, ist der wohl einzige 'richtige' Prog-Song auf
der CD. Und allein schon deswegen würde sich der Kauf lohnen. Stilmäßig erinnert es
mich am Anfang etwas an Tea for Two (allerdings nur bis zum ersten Break). Wunderschöner
Refrain, herrlich gesungen von Herrn Griffith, im Zwischenteil klingt's dann fast nach
alten Genesis, um am Ende wieder an den Anfang des Stückes zu kommen.
Gemastered wurde das Teil übrigens von Tea for Two-Sänger Stephan Weber. Und das ist ihm
außerordentlich gut gelungen. Eine hervorragende Soundqualität.
Ich habe etwas Probleme damit, die Musik einzuordnen. Ein bißchen Prog, ein bißchen
Art-Rock. Auf jeden Fall viel Melodie und Atmosphäre, wobei insgesamt die ruhigeren
Passagen überwiegen. Aber einen Kritikpunkt hätte ich natürlich auch: Mit nicht mal 44
Minuten ist diese Scheibe eindeutig zu kurz. Und einen kleinen Tip hätte ich auch noch:
Falls Ihr die CD relaxt in der Hängematte hört ... bitte schmiert Euch kräftig mit
Sonnencreme ein. Denn sonst gibt es nach dem 'Wegträumen' eine knallrote Überraschung in
Form von Sonnenbrand.
Erhältlich ist die CD entweder direkt bei QuiXote-Music oder bei Amazon. Viel Spaß damit.
Poor Genetic Material - Leap Into Fall
Nicht einmal ein Jahr haben sich die Jungs von Poor Genetic Material
(sie haben jetzt übrigens auch eine sehenswerte Homepage) Zeit
gelassen, um einen Nachfolger des genialen Scheibchens 'Summerland' (hierfür gab's von
mir immerhin 9 von 10 Punkte) zu veröffentlichen. Neu bei der Band ist, dass sie jetzt
auch einen festen Bassisten (Dennis Sturm) haben. Ansonsten hat sich beim Line-Up nichts
geändert (Sänger Philip Griffiths und Drummer Ludwig Benedek von Alias Eye sowie die
zwei alten PGM-Hasen Stefan Glomb an der Gitarre und Philipp Jaehne an den Keyboards).
Erwartet habe ich eigentlich, dass es tatsächlich ein 'Nachfolger' von Summerland wird,
wo ich massenweise Anleihen anderer Bands (wie z.B. Camel, Vollenweider oder auch Talking
Heads) entdeckt hatte. Dieses Erlebnis allerdings blieb mir beim erstmaligen Hören von
'Leap Into Fall' komplett 'erspart'. Offensichtlich haben sich PGM zu einer total
eigenständigen Band mit 'eigener' Musik weiterentwickelt. Sicherlich gibt es alleine
schon durch den Gesang von Philip Griffith Assoziationen zu Alias Eye und natürlich
auch zu 'Summerland', aber die Musik ist doch anderst. Aber nun zu den einzelnen Titeln.
'Leap Of Faith' beginnt mit dem 16 1/2 - Minuten-Stück 'Rush Of Ages' das in 5 Parts
unterteilt ist. Und hier fällt auch schon auf, warum PGM so anderst klingen. Durch den
neuen Bassisten und das etwas in den Vordergrund gemischte Schlagzeug ist alles etwas
rhythmus-orientierter. Sehr gefühlvoller Gesang bei Part 1 ('The Lady Stands') und tolle
Gitarre wechseln dann zu Part 2 ('Beneath The Rubble'), was mich noch am ehesten an die
Vorgänger-CD (oder Alias Eye ??) erinnert. Der dritte Teil ('Obscured By Stars') bzw.
vierte Teil ('The Lady Speaks') hat einen klasse Beat (vor allem durch den Bassisten). Die
verzerrte Stimme passt aber irgendwie nicht so ganz. Der letzte Teil ('You') bringt dann
diesen klassischen Prog-Song zu einem Ende mit Flöte, Keyboards, klasse Schlagzeug und
schöner Gitarre. Und wie 'Summerland' geendet hat (nämlich mit dem längsten und besten
Song auf der CD), beginnt 'Leap Into Fall' mit dem längsten, proggigsten und auch besten
Song. Es folgt 'Thin Red Line', einem tollen Halb-Ballade mit genialem Refrain. Und auch
hier ist Bass und vor allem Schlagzeug etwas im Vordergrund. Die Keyboards erinnern mich
irgendwie an Tony Banks von Genesis (doch noch einen Vergleich gefunden) ... aber das ist
ja nicht schlecht. Das Gitarren-Solo gegen Ende könnte von mir aus noch etwas länger
sein, aber man will ja nicht meckern. Als Gitarren-Solo-Freak hätte mich ja schon
interessiert, was Stefan Glomb technisch noch so alles drauf hat. 'Star Of Eden', Titel
Nummer 3 und gut 8 Minuten lang, gefällt mir persönlich, vor allem wegen den
Gesangs-Dialogen, nicht ganz so gut, hat aber interessante Tempo-Wechsel und braucht
vielleicht noch ein paar Hör-Durchgänge, bis ich mit damit anfreunden kann. Es folgt das
5-minütige Titelstück, ein weiteres Highlight der CD, wobei mir vor allem der Gesang
gefällt. Klasse. 'Antares', mit über 9 Minuten der zweitlängste Song, wird jedem
Prog-Fan bestimmt auch wieder gefallen. Tolle Breaks, super Gesang, herrlich wimmernde
Gitarre im Hintergrund und ich meine, das Schifferklavier (andere sagen auch Akkordeon)
von 'Field Of Names' (dem Titel-Stück der Alias Eye - CD) zu erkennen (wenn es überhaupt
ein Echtes ist). Der Silberling endet mit 'Fall', einer kurzen (knapp über 2 Minuten)
aber schönen Ballade, bei der Sänger Philip Griffith zeigen kann, wie toll er singen
kann.
Fazit: Nach der CD 'Summerland' haben mich Poor Genetic Material mal wieder erstaunt. Dass
so eine gute Band aus der Prog-Wüste Deutschland kommt, ist wirklich überraschend. Mit
'Leap Into Fall' haben sie wohl ihren eigenen Stil gefunden und die Tatsache, dass jetzt
ein fester Bassist in die Band integriert wurde, hat der Musik absolut gut getan. Für
Prog-Fans gibt's nur einen Rat: KAUFEN.
Doch halt ... bevor Ihr jetzt Eurem CD-Dealer auf die Nerven geht. Die CD wird offiziell
erst am 25.03.2002 veröffentlicht und ist dann zumindest bei Amazon und Empire-Music erhältlich.
Ihr könnt die Scheibe aber jetzt schon direkt bei Quixote-Music bestellen.
Und damit sich die Jungs von PGM nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen und auch einen Anreiz
haben, vielleicht das nächste Mal eine NOCH BESSERE CD zu veröffentlichen, gibt's von
mir nicht die Höchstpunktzahl.
Poor Genetic Material - Winter's Edge
Nach Sommer ('Summerland') und Herbst ('Leap Into Fall') gibt es von der deutschen Prog- (oder Art-Rock-) Band 'Poor Genetic Material' nun die dritte Jahreszeit Winter. Nachdem zwischen 'Summerland' und 'Leap Into Fall' doch musikalisch gewaltige Unterschiede waren, bin ich doch gespannt, was uns jetzt erwartet. Zumindest am Line Up hat sich gegenüber der letzten CD nichts geändert, was mich schon mal hoffnungsvoll stimmt. Und auch beim Opener 'Sharp Bends Sudden Crest' stellt sich bei mir das beruhigende Gefühl ein, dass ich die Band sofort wiedererkenne. Tolles Stück, einprägsamer Refrain und der PGM absolut typische Gesang von Philip Griffiths. Doch schon beim zweiten Stück 'Whitescape', mit über 9 Minuten der zweitlängste Titel, merkt man, dass PGM nicht auf der Stelle treten sondern sich auch in groovigeren Gefilden tummeln können. Und gepaart mit der typischen PGM-Gitarre von Stefan Glomb ist's ein tolles Stück Musik. 'Hugging Horses' beginnt mit einem längeren Instrumental-Teil, erinnert mich dann von der Machart her aber stark an 'Summerland' (was ja nicht schlimm ist ... das war ja mein Lieblingsstück von der damaligen CD). 'Protean Profile' beginnt mir ein bißchen zu jazzig, wird aber mit Gesang dann zu einem der Highlights der CD. Danach folgt mit dem Titelstück (Part 1) der mit über 11 Minuten längste Song, weswegen sich der Kauf der CD mal wieder alleine lohnen würde. Ein vielschichtiges Stück mit ein paar tollen Tempowechseln. Auch 'Nuage Bleu' gefällt mir ausgesprochen gut und mit Part 2 des Titelstücks endet dann die CD auch schon wieder, wobei nach der 'regulären Spielzeit' von knapp 3 1/2 Minuten noch nicht Schluss ist sondern nach einer kurzen Pause nochmal leicht abgewandelt das Thema von Part 1 aufgenommen wird. 'Winter's Edge' ist somit schon wieder eine absolut hörenswerte CD geworden, wobei der Unterschied zur Vorgänger-Scheibe nicht ganz so groß ist wie der vorherige Schritt von 'Summerland' zu 'Leap Into Fall'. Positiv gesehen heißt das, dass PGM ihren Stil jetzt gefunden haben. 'Winter's Edge' wird am 01.09.2003 veröffentlicht und kann zur Zeit über Quixote-Music bezogen werden. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf CD 4 dieser 'Serie', die ja dann wohl was mit dem Frühling zu tun haben müsste.
Poor Genetic Material - Free To Random
Die deutsche Prog- oder Artrock-Band 'Poor Genetic Material' kenne ich ja erst seit dem Beginn ihres Jahreszeiten-Zyklus in Form von bisher 3 CDs über Sommer (Summerland), Herbst (Leap Into Fall) und Winter (Winter's Edge). Der Frühling fehlt noch und lässt (nicht nur tatsächlich, wenn ich so aus dem Fenster schaue) auch noch ein bißchen auf sich warten (denn durch Studio-Umzug und Drummerwechsel verzögern sich die Aufnahmen für die vierte Jahreszeit), trotzdem oder gerade deswegen hatten Keyboarder Philipp Jaehne und Gitarrist Stefan Glomb Zeit, in alten Aufnahmen zu kramen, denn - bis jetzt nur als CD-R und nicht offiziell zu haben - vor den 'Jahreszeiten' gab es schon 2 Poor Genetic Material - CDs mit Namen 'Free To Random Vol. 1 und 2', die rein instrumental waren und in einer 3er-Besetzung (die bereits erwähnten Jaehne und Glomb sowie Pianist Martin Lengsfeld) eingespielt wurden. Herausgekommen ist nun eine Art 'Best Of Free To Random', wobei allerdings das verwendete Material zumindest remixed, meist aber komplett neu eingespielt wurde. Außerdem ist dabei auch ein komplett neues Stück (Meanwhile) entstanden, das, mit einem leicht jazzigen Touch, auch eher zu 'Poor Genetic Material 'light'' passt. Die höchste Wiedererkennung hat man ganz sicher mit dem typischen Gitarren-Sound von Stefan Glomb (z.B. bei Song 2, 4 oder 8), ansonsten ist 'Free To Random' doch was ganz 'Eigenes' geworden. Wer mit melodischer Instrumental-Musik was anfangen oder sich die Musik von Poor Genetic Material auch ohne den Gesang von Philip Griffith vorstellen kann, wird mit 'Free To Random' auf jeden Fall mehr als glücklich. Alle anderen müssen sich halt bis zum 'Frühling' gedulden. Erschienen ist die CD natürlich bei Quixote-Music. Infos über die Band gibt es unter www.poorgeneticmaterial.de .
Poor Genetic Material - Spring Tidings
Für regelmäßige Besucher meiner Homepage und / oder Fans von Poor Genetic Material kommt er nicht gerade überraschend ... der Frühling. Wie schon vermutet, ist nach einer kleinen Schaffenspause nach dem Winter (also der Veröffentlichung der CD 'Winter's Edge' im Jahr 2003), die durch die CD 'Free To Random' überbrückt wurde, mit dem neuesten Output der deutschen Artrock-Band 'Poor Genetic Material' das Jahr komplett. Und mir fällt zu 'Spring Tidings' eigentlich nur ein Wort ein ... GEIL !! Alles was mir an den 3 Jahreszeiten-Vorgängern gefallen hat, nämlich diese tollen Melodien, die Stimmung und die atmosphärischen Songs gepaart mit der dazu absolut passenden Stimme von Alias Eye - Sänger Phil Griffiths sind bis zur Perfektion ausgereift und die ( mir immer nicht so ganz gefallenden) jazzigen Parts sind komplett verschwunden. Außerdem wurde (Alias Eye-)Drummer Ludwig Benedek durch einen gewissen Dominik Steinbacher ersetzt, und der haut ab und zu ganz schön kräftig rein, was den Songs noch einen gewissen Zusatz-Kick gibt. Also wer bis jetzt von meinen Kritiken über Poor Genetic Material noch nicht so überzeugt war, ob er sich eine CD davon kaufen soll, kann jetzt absolut bedenkenlos bei 'Spring Tidings' zugreifen. Für mich bis jetzt das Highlight des (noch jungen) Jahres 2006. Erfreut Euch an dem tollen Opener 'Three Steps Back ...' (mit der typischen Gitarre von Stefan Glomb, dem fetzigen 'Blow-Up' (könnte auch von Alias Eye sein), dem fast rockigen 'April' (das im Zwischenteil irgendwas von 'Arena# hat), dem ersten Longsong 'Watercolours (mit exakt 9 1/2 Minuten ein richtiges Prog-Highlight und einer tollen Melodie-Linie, die einem nicht mehr aus dem Kopf geht), dem leicht elektronisch angehauchten Titelstück 'Tidings' (netter Keyboard-Teppich am Anfang und im Zwischenteil), dem längsten Song auf der CD ('La ville qui n'existait pas' ... immerhin rund 10 1/2 Minuten lang und auch wieder ein Prog-Highlight mit Breaks, viel Keyboard und tollen Gitarren-Parts), dem fast bombastischen 'Lotus-Eaters' und dem instrumentalen Abschluss '... or right ahead'. Geht auf die Homepage der Band, kauft die CD am besten direkt bei Quixote-Music und seid so begeistert wie ich. Die CD wird übrigens am 20.03.2006 veröffentlicht.
Poor Genetic Material - Paradise Out Of Time
Die Jahreszeiten sind durch ... was kommt jetzt? Vor allem die
letzten 2 'regulären' Veröffentlichungen von Poor Genetic Material, nämlich 'Winter's
Edge' und 'Spring Tidings' waren in Prog- und Art-Rock-Kreisen ja auf tolle Resonaz
gestossen. Und auch ich (siehe meine Reviews) war ja mehr als begeistert. Auffällig bei
PGM war für mich vor allem die Verwandlung der Band innerhalb des Jahreszeiten-Vierers.
Interessante Stilwechsel und einfach mit jeder Veröffentlichung besser. Und jetzt kommt
mit 'Paradise Out Of Time' eine CD daher, die eigentlich mit kompliziertem Prog-Rock wenig
am Hut hat, sondern mehr in die fast radiotaugliche Pop-Rock-Richtung geht. Aber auch das
steht der Band richtig gut. Schon der Opener, bezeichnenderweise mit dem Titel 'New Phase'
ist so richtig schöne Happy-Music mit einem kleinen Touch zu Alias Eye (was natürlich an
Sänger Phil Griffiths liegt, der ja auch bei Alias Eye singt). Auffallend hier schon die
tolle Arbeit von Stefan Glomb an einer recht 'rotzigen' Rhythmus-Gitarre (die sich fast
durch das ganze Album hindurchzieht) und die absolut zu diesem Song passende Violine (von
Gast-Musiker Oliver Berger). Weiter geht's mit einem fast Blues-Rocker ('The Key'), bei
dem vor allem Keyboarder Philipp Jaehne glänzen darf. Tolle Old-School-Orgel als
Begleitung. 'Wir fahren mit dem Pferdewagen durch Irland' kommt mir unweigerlich in den
Sinn bei den ersten Klängen von 'Paradise' (auch wieder durch die vorgenannte Violine),
das Stück wandelt sich aber zu einer ganz tollen Ballade. Einfach nur schön (und ich
entschuldige mich nochmals dafür, dass ich bei meinen ersten musikalischen Begegnungen
mit der Stimme von Herrn Griffiths recht wenig damit anfangen konnte ... der Mann singt
einfach traumhaft gefühlvoll). Geiles Gitarren-Intro dann bei 'Out Of Time', dem mit
über 8 Minuten längsten Song auf der CD und ganz sicher dem Highlight. Vielleicht das
proggigste Stück auf dem Album. Da darf echt jeder Musiker zeigen was er drauf hat ...
und das ist ganz schön viel. 'Beauty Passing' gibt mir jetzt nicht so viel, ist aber ein
netter Pop-Rocker. 'Citizen Cyclops' geht dann etwas flotter ab und zeigt eine ganz andere
Seite von PGM. Da noch ein 3-minütiges Gitarren-Solo am Schluß und es wäre perfekt.
'Holy Ground' erinnert noch am ehesten an frühere Poor Genetic Material - Stücke, und
das vor allem wegen dem Gitarrenspiel. Philipp Jaehne darf dann nochmal bei
'Starlightbound' alle seine Register ziehen (toller gefühlvoller Song), bevor mit dem
7-Minüter 'My Other Life', einem weiteren recht proggigen Stück (und natürlich einem
weiteren Highlight) die CD auch leider schon zu Ende ist.
Fazit: 46 Minuten Poor Genetic Material in (fast) völlig neuem Gewand, hochinteressant
und nicht eine Sekunde langweilig. Wieder einmal eine wunderschöne CD und sicher ein
weiterer Meilenstein in der Band-Geschichte. Unbedingt kaufen !! Veröffentlicht wurde die
CD natürlich wieder bei Quixote-Music.
Porcupine Tree - Lightbulb Sun (Tour Edition)
Porcupine Tree, die Band von Fish-Produzent Steve Wilson, veröffentlicht pünktlich zur Headliner-Tour 2001 ihre letzte CD 'Lightbulb Sun' nochmal und gibt als Zugabe einen Silberling mit 3 Songs (davon ein Neuer von der nächsten CD) und einem Video-Track. Zu der CD ist eigentlich nicht viel zu sagen. Porcupine Tree sind immer noch eine recht innovative Band, die eigentlich in keine Schublade zu stecken ist. Es ist kein Prog, es ist kein Rock, der (öfter mal gehörte) Vergleich mit Pink Floyd ist auch ziemlich abwegig. Sehr keyboard - gitarrenlastiges Album. Auf jeden Fall für den interessierten Musikfreund zu empfehlen. Einfach mal reinhören.
Obwohl schon viele viele Jahre in der Musikszene aktiv, haben es Porcupine Tree, die Band von Ex-Fish-Producer Steve Wilson, nicht weiter als bis zum Geheimtip geschafft. Und da halfen u.a. auch tolle Konzerte im Vorprogramm von Dream Theater nicht viel weiter. Mittlerweile scheint aber die Plattenindustrie auf PT aufmerksam geworden zu sein, denn offensichtlich haben die Jungs jetzt einen Vertrag mit WEA / Warner Music in der Tasche. Leider waren die ersten Auswirkungen von diesem Vertrag, dass die CD 'In Absentia' bereits letztes Jahr in den USA veröffentlicht wurde und erst jetzt in Europa auf den Markt geworfen wird. Naja, immerhin wird es jetzt wohl insgesamt einfacher, hier in Deutschland an Porcupine Tree - CDs ranzukommen. Verglichen werden PT meistens mit Pink Floyd (so würde Pink Floyd klingen, wenn sie heute noch vernünftige Musik machen würden usw.), aber diesen Vergleich kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Zur Genialität von Pink Floyd fehlt dann doch noch einiges.Vergleiche mit 'Radiohead' oder auch 'Tool' kommen da wohl schon näher. Auffallen ist, dass PT auf 'In Absentia' teilweise ganz schön heavy zur Sache gehen. Aber auch die (vor allem früher) so genialen Instrumental-Stücke kommen nicht zu kurz. Porcupine Tree - Einsteiger sollten vielleicht nicht unbedingt mit 'In Absentia' beginnen, sondern lieber zuerst mal leichtere Kost wie 'Lightbulb Sun' verdauen. Fortgeschrittene PT-Hörer werden mit 'In Absentia' aber sicher ihre Freude haben. Sicherlich ein starkes Werk, das aber einige Zeit braucht, bis es 'wirkt'.
Porcupine Tree - Mastermind Steven Wilson scheint ja vor
Ideen nur so zu sprühen. Nicht nur dass er selbst unter anderem Namen CDs veröffentlicht
(wie z.B. unter 'Blackfield') und auch anderen Bands seinen Stil zu fast 100 % aufdrückt
(wie z.B. Opeth, die ja mittlerweile auch wie ein Porcupine Tree - Klon klingen), nein,
auch mit seiner Stammband bringt er ja regelmäßig neue Sachen raus. Und jetzt ist halt
mal wieder ein Output unter dem Namen Porcupine Tree an der Reihe, bei dem dann neben den
üblichen PT-Musikern (also Richard Barbieri, Colin Edwin und Gavin Harrison) noch Opeth's
Mikael Akerfeldt mit ein paar Backing-Vocals und einem Gitarren-Solo (!!) sowie Adrian
Belew (kenne ich den nicht von King Crimson ??) mit zwei Gitarren-Soli mitwirken. Die CD
beginnt mit dem fast 10-minütigen Titelstück 'Deadwing', das ich mal als ein 'mehr als
typisches Wilson-Stück' bezeichnen möchte. Das könnte auch auf jedem
Deadwing-Vorgänger gewesen sein. Langweiliger, leicht verzerrter Wilson-Gesang, gute
Rhythmus-Arbeit und mindestens 4 Minuten zu lang. Warum dann das zweite Stück 'Shallow'
jenseits groß auf der CD-Hülle genannt ist (da ist ein Sticker über die halbe Hülle
drauf mit dem Hinweis 'Deadwing featuring Lazarus & Shallow), entzieht sich meiner
Kenntnis, denn meines Wissens nach wurde lediglich 'Lazarus' als Single veröffentlicht,
aber sei's drum, denn das Teil geht ab wie Nachbars Lumpi. Fette Gitarre am Anfang und man
könnte meinen, Herr Wilson hätte in der letzten Zeit ein bißchen Led Zeppelin gehört.
Leider driftet das Stück zwischendurch wieder in typisches PT-Lala ab. Wenn er das mal
bleiben lassen könnte, würde ich Porcupine Tree einfach mal so richtig loben ... aber so
langsam habe ich den Verdacht, dass Wilson immer wieder seine eigenen paar Ideen
verwurstet, die ihm mal eingefallen sind. Schade drum, denn ohne die immer wieder
eingestreuten paar Sekunden wäre 'Shallow' der volle Hammer. Über die Single 'Lazarus'
legen wir jetzt einfach mal den Mantel des Schweigens, denn dieser Song hätte dann
stimmungsmäßig eher auf die -eh zu kurze- Blackfield-CD gepasst.
Okay ... ich hoffe mal, ich habe jetzt nicht alle Porcupine Tree - Fans schon vergrault
und sie lesen auch jetzt noch weiter. Denn ... hat man die 3 Songs vom Anfang hinter sich
gebracht, wird 'Deadwing' richtig gut. Viel instrumental bei 'Halo', ein toller Longsong
('Arriving Somewhere' ist mit über 12 Minuten mein absolutes Lieblingsstück auf der CD
und mit das Beste, das von Porcupine Tree samt allen Ablegern bis jetzt veröffentlicht
wurde), endlich mal ein ruhiger Song der ne Steigerung im Stück hat und nicht ewig
dahinplätschert ('Mellotron Scratch'), noch ein fetter Gitarren-Hammer ('Open Car'), mit
'Start Of Something Beautiful' zwar ein eher 'typisches' PT-Stück aber trotzdem endlich
mal etwas abwechslungsreicher als sonst und mit 'Glass Arm Shattering' ein ruhiger aber
schöner Abschluss. Fazit: 'Deadwing' ist musikalisch sicher ein Schritt zurück (nachdem
der Vorgänger 'In Absentia' doch teilweise ziemlich chaotisch war) zur Melodie und wenn
die ersten drei Songs mit leider immerhin über 18 Minuten nicht wären, wäre es echt ne
klasse CD geworden. So sinds 18 Minuten Schrott und knapp über 40 Minuten gut bis klasse.
Und das ist mehr Lob als ich jemals über eine Porcupine Tree - CD geschrieben habe !!!
Porcupine Tree - Fear Of A Blank Planet
Zu Porcupine Tree im allgemeinen und
Steven Wilson im speziellen hatte ich bis jetzt ja immer ein etwas 'gestörtes'
Verhältnis. Aber was die Band mit 'Fear Of A Blank Planet' abliefern, hat mich dann doch
einigermaßen überrascht und auch überzeugt. Gut, der Opener und Title-Track ist noch
'typisch' Wilson und da musste ich erst mal 'durch'. Aber was dann kommt, ist schon erste
Sahne. 'My Ashes' ... nur gefühlvoll und geil (und obwohl es doch etwas an 'Blackfield'
erinnert, gefällt's mir), das fast 18-minütige 'Anesthetize' ist fast nicht von dieser
Welt (tolle Steigerung in dem Song), 'Sentimental' (da sagt der Titel schon alles), 'Way
Out Of Here' (ist ja schon fast Prog-Metal !!!) und 'Sleep Together' (da muss man auch
nichts dazu sagen ... schiebt mal ein Nümmerchen bei dem Song :-)) machen einfach nur
Spaß. Und auch nach dem 10 Hören wird das Teil nicht langweilig ... taugt aber auch
einfach nur zum nebenher hören beim Einschlafen.
Klasse Herr Wilson, endlich hast Du mich mal voll begeistert. Weiter so!
Power Quest - Wings Of Forever
Mein Herz für notleidende Künstler hat mich dazu veranlasst, mir
vom Merchandise-Mann (Steve Scott) der 2003er Arena-Tour eine CD von seiner Band 'Power
Quest' mitzunehmen. Er hatte zwar bemerkt, dass die Musik nichts für Prog-Ohren wäre und
deswegen seine Band auch Arena nicht supporten würde und die CD deswegen auch nicht in
der Halle gespielt wird. Es bemerkte noch was von Power Metal im Stil von Stratovarius und
Edguy und genau das ließ mich natürlich nicht zögern, die Scheibe mitzunehmen (da ja
der regelmäßige Leser meine Homepage weiß, dass ich solche Mucke gerne höre). Und was
soll ich sagen ... 'Wings Of Forever' ist der volle Tritt in den Arsch für alle
Power-Metal-Freaks. Nach der kurzen (und symphonischen) Prelude gibts mit dem Titelstück
gleich sowas in die Fresse, dass Edguy und Konsorten echt wie kleine Milchbubis dastehen.
Fettes, unglaublich schnelles Schlagzeug, Formel 1 Speed - Bass, geile Keyboard-Läufe,
eine blitzschnelle Gitarre und ein Gesang, der mich gnadenlos an Sonata Arctica erinnert.
Mehrstimmiger Gesang ist dann der Beginn von 'Far Away', einer weiteren Metal-Hymne. Und
es geht gerade so weiter, bis erst mit Track 5 (Power Quest Part 1) ein Mid-Tempo-Stück
etwas für Ruhe sorgt und da voll an Stratovarius erinnert. Mit 'Beyond The Stars' ist
dann aber gleich wieder Schluss mit Lustig und es geht wieder ab wie Sau. Die
obligatorische Ballade darf natürlich auch nicht fehlen und folgt mit 'Immortal Plains'.
Nach zwei weiteren Super-Songs ist dann mit dem Outro (ganz genial aber leider mit knapp 3
Minuten schlichtweg zu kurz) Schluss.
Fazit: Die von Threshold-Kopf Karl Groom und Arena Keyboarder Clive Nolan produzierte CD
ist der absolute Hammer unter den Power-Metal-CDs und jedem zu empfehlen, der nur
annähernd auf schnellere, harte Mucke steht. Leider habe ich noch nicht rausgefunden, wo
man das Teil offiziell erhalten kann, denn bei Amazon gibt's nur den Japan-Import für ein
Schweinegeld. Ich werde mich aber kundig machen und die Review dann ergänzen. Denn das
Teil MUSS MAN HABEN. Gute Nacht Sonata Arctica und Edguy ... Hallo Power Quest.
So, und nach längerer Recherche habe ich jetzt eine halbwegs preisgünstige Bestellmöglichkeit gefunden: beim EMP-Versand gibt's die Scheibe für schlappe 15,50 Euro. Also nix wie hinsurfen und bestellen.
Endlich gibt es sie ... die Nachfolge-CD von 'Wings Of Forever', die ich ja schon in den höchsten Tönen gelobt habe. Und es ist ein absolut würdiger Nachfolger geworden. Schon der fett-bombastische Opener 'Neverworld (Power Quest Part II)' zeigt, dass sich die Band vor den Szene-Größen wie Edguy, Stratovarius und Co. nicht verstecken brauchen. Im Gegenteil ... im Vergleich zum neuen Output von Edguy aus der selben Woche ('Hellfire Club') möchte ich sogar behaupten, dass 'Neverworld' um KLASSEN besser geworden ist. Und nach diesem 9-Minuten-Brett geht es Hymne an Hymne weiter bis Track 4 (Sacred Land), einem pfeilschnellen Teil. Eine kleine Verschnaufpause gibt es dann mit 'When I'm Gone', bei dem Arena-Keyboarder Clive Nolan ein bißchen mitgemischt hat. Threshold-Gitarrero Karl Groom veredelt dann das nächste Stück 'For Evermore' und nach zwei weiteren tollen Hymnen-Songs folgt der knapp 11-minütige Abschluss 'Lost Without You', der auch - natürlich mit einer anderen Stimme - locker von einem Threshold-Album stammen könnte und zusammen mit Sabine Edelsbacher (von Edenbridge) eingesungen wurde. Bleibt noch zu erwähnen, dass die CD (nicht ganz überraschend) einen hervorragenden Sound besitzt, für den Karl Groom und die Thin Ice Studios verantwortlich waren. Wer auf so schnelle Mucke steht, sollte sofort zugreifen.
Power Quest - Magic Never Dies
Von den ersten zwei Scheiben der englischen Band 'Power Quest' war ich ja mehr als begeistert. Und nachdem jetzt auch auf dem Neverworld-Nachfolger 'Magic Never Dies' Karl Groom, Richard West (beide Threshold) und Clive Nolan (Arena, Pendragon usw.) ihre Finger mit im Spiel hatten, kann man zumindest mal am Sound überhaupt nichts aussetzen. Am Line-Up hat sich, außer dem Austausch des Schlagzeugers (mit Francesco Tresca an den Drums steht's in der Band jetzt 3 : 2 für Italien) auch nichts geändert und somit ist auch 'Magic Never Dies' eine rundum gelungene und qualitativ hochwertige Melodic-Rock-Scheibe geworden. Instumentaler, orchestraler Opener ('Ascension'), pfeilschnelle, mit tollen Keyboard-Läufen untermalte Songs im Stile von Statovarius und Edguy (keine Ahnung, wie der Drummer das durchhält ohne sich Knoten in die Finger zu spielen) wie z.B. 'Find My Heaven' oder 'Galaxies Unknown', zwischendurch ein paar Mid-Tempo-Stücke mit tollem Refrain (z.B. 'Hold On To Love') und ne tolle Ballade ('The Message') ergeben am Ende fast eine Stunde Melodic Rock ohne auch nur eine Minute langweilig zu sein. Ich bin mal gespannt, wann die Jungs in der Szene endlich den Durchbruch schaffen. Verdient hätten sie's so langsam. Mehr Infos über die Band gibt's unter www.power-quest.co.uk .
Power Quest - Master Of Illusion
Auch wenn die Band nicht mehr von Karl Groom in den Thin Ice Studios produziert wird, ist doch noch jemand von Threshold in der Nähe, der sich der Band angenommen hat. Dieses mal ist es Threshold-Keyboarder Richard West, der kräftig mitmischt. Als Gast-Musiker sind dieses Mal Bill Hudson (Cellador), John Viggo Lofstad (Pagan's Mind) und Bob Katsionis (von der griechischen Band 'Firewind') am Start. Außerdem steuerte Richard West ein paar Keyboard-Parts bei. Musikalisch machen Power Quest keine Experimente sondern knüpfen nahtlos an die (glaube ich 3) letzten Outputs an. Das bedeutet mal wieder Meldodic Metal von schnell bis Mid-Tempo, fette Gitarren, tolle Drums und melodischer Gesang, der im Hirn bleibt. Einmal die CD gehört und die Songs bleiben noch ewig im Kopf. Melodic-Metal-Freunde können mal wieder bedenkenlos zugreifen.
Pride Of Lions - Pride Of Lions
Gast-Kritik von Siggi Greck
Ein Schmankerl für alle Freunde des "80er-AOR" ist die CD von
Pride Of Lions. Ich fand den Namen (und auch das Cover mit dem gemalten Kopf eines Löwen)
zwar ein bisschen doof, aber dann habe ich mich doch zum Kauf durchgerungen. Jim Peterik,
ehemaliger Keyboarder von Survivor (ja, genau die: Eye Of The Tiger) hat sich den Gesang
mit dem Youngster Toby Hitchcock geteilt. Die Songs wurden von Peterick im Alleingang
geschrieben. Die teilweise hymnenhaft angelegten Lieder werden von den überragenden
Vocals getragen. Toby Hitchcock erinnert manchmal an Dennis De Young, manchmal an Bobby
Kimball. Die CD ist ist über die gesamte Länge von 60 Minuten sehr gelungen und für
Freunde des Genres ein Muss. Ich hoffe, dass es nicht zuviele Beschwerden in Roland`s
Meckerecke gibt, aber mir gefällt diese Art von Musik eben auch. Anspieltipp: 'Music And
Me'.
Guten Hard Rock aus Deutschen Landen gibt es ja massig. Aber die Schwäbische Band 'Primal Fear' sticht in meinen Augen doch noch etwas heraus. Ich bin ja schon seit Jahren Fan dieser Band (und nicht nur weil sie aus meiner Ecke kommt). Und ich finde jetzt wird es endlich mal Zeit, dass die Band auch auf meiner Homepage erwähnt wird. Proggies unter uns werden vielleicht mit dem Sänger Ralf Scheepers was anfangen können, der ja auf der Ayreon-CD 'Flight Of The Migrator' einen Auftritt hatte. Und der Junge kann singen ... das sage ich Euch. Da kann sich Rob Halford verstecken und staunen. Und auch Bassist Mat Sinner dürfte ja dem Einen oder Anderen bekannt sein. 54 Minuten Metal-Feuerwerk sind garantiert, wobei vor allem sie Songs 'Face The Emptiness', 'Everytime It Rains' (ein Mid-Tempo-Stück zusammen mit Epica-Sängerin Simone Simons), der Dreiteiler 'Fighting The Darkness' sowie das obergeile 'The Man (That I Don't Know)' herausstechen. Für Prog-Freunde erwähnenswert ist vielleicht noch, dass Matz Ulmer eine Keyboard-Gastauftritt hat und auch die orchestralen Arrangements gemacht hat ... und den kennt man ja (hoffentlich) noch von der deutschen Prog-Band 'Anyone's Daughter'. Geile Scheibe.
Bis jetzt dachte ich, dass Italien die Prog-Metal-Wüste sei. Und
nun schneit mir eine CD der Band 'Proloud' ins Haus, die sich als 'Progressive Metal Band'
bezeichnet. Die Band stammt aus Bologna und wurde 1996 vom heutigen Bassisten und
Schlagzeuger gegründet. Nach einigen Umbesetzungen wurde 1999 die erste Demo-CD
produziert (mit dem Titel 'Fickle', der jetzt auch in einer neuen Version auf dem
Debut-Album 'Rebuilding' vertreten ist). Und im Juni 2002 wurde nun die erste
vollständige CD 'Rebuilding' auf dem Sublime-Label veröffentlicht. Nun aber zur Musik.
Nach einem kurzen Intro ('Self Destruction') folgt gleich der vorhin genannte Song
'Fickle', der alles vereint, was das Prog-Herz begehrt. Tempowechsel, instrumentale Parts,
ein Gesang der stimmlich an 'Rush' erinnert und das alles verpackt in knapp über 8
Minuten. Auch der nächste Song 'Leave It To Nature' schlägt in die nächste Kerbe, wobei
zwischendurch auch ein paar kurze Jazz-Elemente auftauchen, bei dem die einzelnen Musiker
zeigen, was sie technisch draufhaben. Und das ist nicht schlecht. Auch 'Island Lake' ist
eine recht straighte Nummer mit ein paar ruhigeren Zwischenstücken. Mit 'Shooting Star'
folgt dann die erste mit knapp 4 Minuten zwar schöne aber auch leider etwas zu kurze
Ballade. 'Gethsemane' ist dann ein Instrumentalstück mit klasse Gitarre und herrlichem
Schlagzeug (bei dem die Jungs wohl zeigen wollen, dass sie auch in Richtung Dream Theater
was drauf haben). 'Last Inhabited Planet' und das mit über 9 Minuten längste Stück 'To
Be On Fire' gehen dann wieder ein wenig in Richtung Rush, ohne dabei aber als billige
Kopie zu wirken. Die CD endet mit dem Titelstück 'Rebuilding', einem klasse
Happy-Acoustic-Song. Insgesamt finde ich die CD hochinteressant und total
abwechslungsreich und die Scheibe erschließt sich erst nach mehrmaligem Hören. Nur der
etwas dünne Sound trübt den Hörgenuss ein wenig. Eine etwas fettere Produktion hätte
der CD bestimmt gut getan. Aber mit etwas Erfolg (den ich den Jungs absolut gönne) kommt
vielleicht mehr Geld in die Kassen und die nächste CD kann dann auch etwas teuerer
produziert werden. Die CD kommt übrigens in einer aufwändigen Papp-Verpackung mit
CD-Hülle, Booklet und 10 Postkarten. Wegen der Bezugsadresse der CD hat mir die Band auf
Anfrage folgendes mitgeteilt:
'You can order "Rebuilding" on
http://www.abighor.freeweb.supereva.it/
http://www.sublime-label.com
http://www.killerclowncdstore.net/catalog/p.htm
I hope that you'll find our CD in german catalogs as soon as possible....'
Proto-Kaw - Before Became After
Hier ein kleines Rätsel: Lynn Meredith, John Bolton, Dan Wright, Craig Kew, Brad Schulz, Kerry Livgren ... und die CD heißt 'Before Became After' ... was schließt der Musikkenner daraus ?? Genau ... die Vorgängerband wird die Nachfolgeband ... von KANSAS. Leider stimmt das nur wegen den Musikern ... nicht aber ganz wegen der Musik. Zwar kann der Opener 'Alt. More Worlds Than Known' sogar ein bißchen an Kansas erinnern (wobei die Flöte ja mehr nach Jethro Tull klingt), einem klasse 7 1/2 - Minuten-Song. Eher getragener kommt dann 'Words Of Honor' daher (mit Kansas-typischen Keyboards). Die CD plätschert dann so vor sich hin (mal härter, mal softer, mal akustisch, mal leicht jazzig, mal mehr mal weniger Kansas), ohne unangenehm aufzufallen und endet in einem Hammer-Song, dem fast 12-minütigen Theophany (was immer das sein mag). Hmm ... was soll ich dazu sagen ?? Ich finde es 'too much', was auf dieser CD für Stilrichtungen abgedeckt werden sollen. Eine kleine Konzentration auf ein paar wenigere Musik-Gefilde hätten der CD sicher gut getan, wobei ich den Musikern absolut nicht absprechen will, dass sie ihr Handwerk verstehen. Etwas gewöhnungsbedürftig (wenn man denkt, das wäre Kansas) ist natürlich der Gesang von Lynn Meredith, der so gar nicht nach Steve Walsh oder Billy Greer klingt. Auf jeden Fall braucht die Scheibe viele viele Hördurchgänge, bis sie gut wird. Ich befürchte nur, dass die Meisten diese Geduld nicht aufbringen werden. Wer die CD kaufen will, sollte sich aber die limitierte Doppel-CD besorgen, denn auf der Bonus-Scheibe ist unter anderem eine tolle Live-Version von 'Belexes' und ein knapp 14-minütiges Interview mit der Band (als Video) drauf.
Proto-Kaw - The Wait Of The Glory
Ziemlich gespannt war ich auf die Veröffentlichung einer zweiten Scheibe der wiedervereinigten Kansas-Vorgänger 'Proto-Kaw'. Und das Warten hat sich mehr als gelohnt. Klar, auch 'The Wait Of The Glory' klingt nicht nach Kansas pur, doch haben die Jungs jetzt doch aus dem etwas wirren Stil-Mix der ersten CD ihren Weg gefunden und kommen zumindest teilweise an den Stil von Kansas heran (hört Euch nur mal das obergeniale 'Picture This' an ... toller Gesang, getragene Gitarre usw.). Aber auch 'The Wait Of The Glory' braucht einige Hördurchgänge, bis sich dem Geniesser das Teil erschließt. Aber genau das macht ja eine gute CD aus. Auf jeden Fall ein erster Kauftipp des noch jungen Jahres 2006. Und wenn schon, dann muss es auch die Limitierte 'Special Edition' mit Bonus-Live-DVD sein, auf der dann noch 3 Songs zu sehen und zu hören sind (2 Songs der ersten Proto-Kaw-CD sowie den frühen 70er-Kansas-Song 'Skont') und man erkennen kann, was die Jungs für Spaß zusammen haben. Alle Songs wurde übrigens von Kerry Livgren geschrieben. Toll.
Queen - Live At Wembley Stadium (DVD)
Kritik von Siggi Greck:
Ein Muss für alle Queen-Fans: Das Konzert aus dem Jahr 1986, das im ausverkauften Wembley
Stadion in London stattgefunden hat. Es sind alle Hits der Band enthalten, und man sieht
hier noch einmal die unheimliche Live-Präsenz von Freddy Mercury. Über die Songs muss
man ja nicht mehr viel sagen. Bild und Ton (DTS) sind sehr gut. Bei www.amazon.de als Sonderangebot für EUR
19,99 (Juli 2003). Die DVD enhält noch eine Bonus-Disc mit aktuellen Interviews mit Brian
May und Roger Taylor sowie anderem Schnickschnack.
Queen (+ Paul Rodgers) - Return Of The Champions
Nun haben sie es also doch gemacht ... eine Tour nach dem Tod von Freddy Mercury und mit neuem Sänger. Die Wahl ist auf Paul Rodgers gefallen, was ich ausgesprochen begrüßt habe (wenn man bedenkt, dass so Deppen wie Robbie Williams im Gespräch waren), da ich ihn schon seit Jahrzehnten sehr schätze (wer ihn nicht kennen sollte ... er war mal Sänger von Free, Bad Company und The Firm) und ich denke, dass er ziemlich unterbewertet ist. Klar tritt er bei Queen ein großes Erbe an und, bis auf ganz wenige Ausnahmen, versucht er auch gar nicht, einen zweiten Freddy zu machen sondern singt sein eigenes Ding durch. Lediglich 'Bohemian Rhapsody' hätte er wirklich sein lassen sollen (aber muss bei einem Live-Konzert natürlich sein). Schön finde ich, dass bei dem Konzert, aufgenommen in Sheffield, auch ein paar Rodgers-Songs (vor allem natürlich 'Wishing Well' und 'All Right Now') gespielt wurden. Insgesamt ist die Doppel-Live-CD ganz nett und wegen dem neuen Sänger auch recht interessant. Aber ob man das unbedingt haben muss ?? Ich denke bei den Bergen von Live-CDs, die es von Queen gibt, ist 'Return Of The Champions' vielleicht eher die schlechtere Wahl.
Anhand des Booklets der CD konnte ich feststellen, daß Queensryche bereits seit 17 Jahren auf dem Markt ist. Ganz schön erstaunlich. Gott sei Dank sind auf dieser Greatest Hits-CD vor allem Tracks aus den besseren (weil älteren) Tagen vertreten, die Katastrophen-CD 'Q2K' ist gar nicht berücksichtigt worden. Je zwei Titel von 'Queensryche' ('83), 'The Warning' ('84), 'Rage For Order' ('86), 'Operation: Mindcrime' ('88) und 'Promised Land ('94), drei Titel der genialen 'Empire' ('90, darunter MEIN Queensryche-Lieblingsstück 'Silent Lucydity') und ein Titel von 'Hear In The Now Frontier' ('97) sowie zwei Bonus-Tracks, die bisher nur in Japan erschienen waren. Für alle Leute, die bis jetzt noch keine Queensryche-CD gekauft haben, weil eigentlich keine so recht am Stück anhörbar ist, kann diese Compilation nur empfohlen werden. Alle anderen haben ja schon alles von dieser Band. Übrigens: alle Titel wurden remastered.
Live Evolution, eine Doppel-CD der letzten Q2K-Tour, bietet einen hervorragenden Querschnitt des Schaffens in hervorragender Sound-Qualität, wobei Schwerpunkt auf die genaile Phase von Queensryche (Operation Mindcrime, Empire usw.) gelegt wurde. Wer von Queensryche bis jetzt noch nicht so überzeugt war, sollte sich das Teil (zum Schnäppchen-Preis von 30.- DM) zulegen. Live sind die Jungs noch eine Klasse besser als auf Studio-CDs. Und für Queensryche-Fans besteht sowieso Kauf-Pflicht.
Die Nachricht, dass Ex-Gitarrist Chris DeGarmo auf der Tribe-CD wieder mitmacht, ist ja bei Queensryche-Fans eingeschlagen wie eine Bombe und man hatte die Hoffnung, dass die Ausrutscher der letzten Jahre (wie z.B. die katastrophale 'Q2K'-CD) nicht wiederholt werden und Queensryche wieder auf den rechten Weg zurückkommen werden. Naja ... DeGarmo ist nur als 'Special Guest' genannt, weiterhin kein Mitglied mehr und die CD dann doch eher enttäuschend. Also wer gehofft hat, Queensryche machen wieder genialen Prog im Stile der 'Operation Mindcrime' oder 'Empire', der wird ganz schön enttäuscht sein. Für mich klingt das eher nach Nu-Metal und 10 Titel auf knapp 42 Minuten sagen dann auch eigentlich alles. Also nicht dass die Scheibe schlecht wäre (z.B. Der Opener 'Open' knallt schon ganz schön rein) und der Wiedererkennungswert ist Dank Sänger Geoff Tate ja auch sehr hoch ... aber musikalisch ist das mittlerweile echt absolut austauschbar. Schade ... die Wandlung weg vom Prog hin zu 'modernen' Gefilden haben der Band nicht gut getan.
Queensryche - Operation: Mindcrime II
Es ist ja schon richtig viel über
Teil 2 des Über-Albums von Queensryche 'Operation: Mindcrime' aus dem Jahr 1988
geschrieben worden. Finde ich richtig lustig, denn es gab noch keinen Ton Musik und die
einschlägige Presse hat sich schon mit Superlativen überschlagen. Keine Ahnung, woher
die wissen wollten, was nachher tatsächlich auf der CD ist. Nett finde ich, dass genau
diese Presse jetzt total enttäuscht ist und fast vernichtende Kritiken geschrieben hat.
Tja Jungs und Mädels, vielleicht ab sofort einfach abwarten bis man weiß was man loben
soll, dann ist man hinterher nicht so enttäuscht.
Textlich schließt OM II natürlich an das Ende von OM I an ... also die Hauptfigur Nikki
wurde ja in den Knast gesteckt und kommt jetzt am Anfang von OM II wieder frei und muss
sich an die 'neue' Welt gewöhnen, die so ähnlich der Welt ist, die Nikki vor dem Knast
gekannt hat. Naja, schön konstruierte Story. Musikalisch würde ich OM II als teilweise
richtig gut bis ganz nett bezeichnen. Klar dass tatsächlich keine Operation: Mindcrime
herauskommen kann. So ein Überflieger-Album schreibt eine Band wahrscheinlich eh nur
einmal in ihrer Karriere. Außerdem ist ja der Haupt-Schreiber von OM I, Gitarrist Chris
DeGarmo, nicht mehr dabei. Aber im Vergleich zu den letzten Outputs wie 'Tribe' oder
'Q2K' ist sie doch um mindestens eine Klasse besser geworden. Ärgerlich ist nur der
Scheiß Sound. Da wäre echt mehr drin gewesen. Muss man also nicht unbedingt haben.
Das kleine aber feine Klassiklabel Querstand aus Altenburg
(Thüringen), bei dem Kritiker- und Homepage-Kollege Roland Ludwig von Crossover Marketingleiter
ist, stellt mich mal wieder vor eine ganz schön schwierige Aufgabe. Zwar habe ich von ihm
schon ein paar richtig geniale Tips bekommen (wie z.B. 'Toxic Smile'), aber was da jetzt
in meinem Briefkasten gelandet ist, macht mir echt Probleme. Drei Neuerscheinungen aus dem
Querstand-Fundus, die allesamt nichts aber auch gar nichts mit Prog-Rock oder ähnlichem
zu tun haben, aber es trotzdem 'wert' sind, einem breiteren Publikum nahegelegt zu werden.
Am Wenigsten kann ich mit der CD 'Lost Paradise' von Andreas
Böttcher (Orgel) und Mack Goldsbury (Saxophon) anfangen. Nicht dass die Musiker
jetzt schlecht wären... nein ... nur mit Free-Jazz werde ich überhaupt nicht warm. Und
bei dieser Scheibe, aufgenommen in der Stadtkirche Radeberg, ist so viel Improvisation und
so wenig Komposition (was ganz bestimmt für die Kreativität der Künstler spricht), dass
mir das einfach zu viel ist. Trotzdem sollten Freunde des Free-Jazz sowie
Kirchenorgel-Liebhaber auf jeden Fall mal reinhören. Denn die Mischung aus Kirchenorgel,
Piccolo-Flöte und Saxophon ist schon faszinierend. Leider habe ich auf die Schnelle auch
keinen Gast-Kritiker auftreiben können, der die CD richtig einschätzen bzw. einordnen
kann. Denn wie gesagt: Free-Jazz ist wirklich nicht meine Welt
Einen Tick mehr in meine 'Richtung' (als ehemaliger Schulchor-Sänger) geht dann die CD 'Farb
Töne' vom Calmus Ensemble. Fünf Männerstimmen (Countertenor,
Bariton, Bass und 2mal Tenor) sowie eine Sopranistin bilden das Leipziger Ensemble und auf
ihrer zweiten CD singen sie a capella (so sagt man doch ??) Lieder von Franz Schubert
(Erlkönig) über Robert Schumann (z.B. Zigeunerleben) bis Ludwig Böhme (geboren 1979).
Aufgenommen wurde die CD im Gewandhaus zu Leipzig und zumindest der CD-Sound ist
erstklassig. Auch hier habe ich mich um einen Gast-Kritiker bemüht und musste nicht lange
suchen.
Hier der Kommentar von Karl Weis: "Schöne Stimmen, schöne Melodien - man könnte alles
Mögliche dazu in Verbindung mit dem Wort "schön" dazusagen. Aber irgendwie
lässt mich die CD kalt. Mir scheint die Musik zu bemüht und vor allem fehlt mir die
Leichtigkeit, wie sie in den Gesängen der Comedian Harmonists trotz schwierigster
Arrangements zum Ausdruck kommt. Ich kann mir sehr gut vorstellen dass mich das calmus
ensemble im Konzert begeistern könnte, aber die CD lässt mich leider ziemlich
unberührt. Genauso geht es mir übrigens auch bei den Kings Singers, deren Konzerte ein
Ereignis sind und die auf Tonträgern doch relativ schal wirken."
Und dann wäre da noch CD 3 mit dem Titel 'Karneval der Tiere & anderes'
von 'Quintonic Brass'. Und die finde ich jetzt richtig interessant.
Fünf studierte Blechbläser (Trompete, Horn, Posaune, Tuba und Euphonium ... hä? was ist
denn das für ein Instrument ?) blasen sich einen ab und haben von Richard Wagners
'Tannhäuser' und 'Lohengrin' über Camille Saint-Saens 'Karneval der Tiere' (das musste
ich im Gymnasium im Musik-Unterricht durchkauen) bis zu hammerflottem Ragtime und noch ein
paar alten Gassenhauern aus den 20er Jahren so ziemlich alles drauf. Und vor allem die
Wagner-Sachen und die neueren Stücke finde ich ganz klasse.
Mein Neu-Gast-Kritiker Karl Weis mag auch Blasmusik, deswegen sein Kommentar:
"Als ich die CD gehört hatte, drängten sich mir Vergleiche mit den
"Cascades" des Budapester Blechbläserquintetts auf. Ich finde es immer wieder
herrlich, wie leicht und beschwingt Blech klingen kann, wenn es so gekonnt und beschwingt
gespielt wird. Die 52nd Street Suite und die Melodien der 20er Jahre sind
hervorragend. Den "Karneval der Tiere" fand ich etwas anstrengend.-
hier werden m.E. die Grenzen eines Bläserquintetts deutlich, was die Gestaltung von
Stimmungen betrifft. Dafür umso fulminanter die Wagner-Stücke. Eine wirklich
schöne CD, die mich veranlasste auch ml wieder meine anderen "Blech-CD's" zu
hören und die dabei gut wegkommt."
Wer Interesse an den genannten CDs hat, sollte sich direkt an das Querstand-Label wenden. Wäre schön, wenn sich der Eine oder Andere dafür erwärmen könnte. Es gibt auch gute Musiker außerhalb des Prog.
Das kleine aber feine Klassiklabel Querstand aus Altenburg
(Thüringen), bei dem Kritiker- und Homepage-Kollege Roland Ludwig von Crossover Marketingleiter
ist, hat wieder zugeschlagen und mir ein paar interessante Neuerscheinungen weit abseits
des Prog aufs Auge gedrückt, mit denen ich meine liebe Mühe hatte. Trotzdem gibt es auch
dieses Mal wieder ein paar Worte dazu in der Hoffnung, dass der eine oder andere Leser
meiner Homepage sich auch hierfür interessiert.
Die erste CD, die ich hier vorstellen möchte, ist 'Sommersprossen' von
den 'Five Gentlemen'. Wie man aus dem Namen vielleicht schon vermuten
kann, sind diese Jungs (fast) würdige Nachfolger der Comedian Harmonists und geben auch
im gleichen Stil insgesamt 16 Stücke aus den 20er- bis 40er-Jahren zum Besten. Allerdings
unterscheiden sich die 'Five Gentlemen' in ihrer Besetzung von den Ur-Vätern dieses
Genres, da sie lediglich aus 4 Sängern (2 Tenöre, 1 Bass, 1 Bariton) und einem Pianisten
bestehen. Und auch wenn der 'Harmonists-Hype', der durch den gleichnamigen Kinofilm vor
ein paar Jahren ausgelöst wurde, schon ganz schön abgeebbt ist, macht die CD der Five
Gentlemen richtig Spaß.
Zu der CD meint mein Gast-Kritiker und mittlerweile schon Querstand-Spezialist Karl
Weis:
Wenn man die CD einer Gruppe hört, deren
Repertoire in Stil und Liedauswahl ziemlich dem der Comedian Harmonists gleicht,
muss sich dieses (hier) Quintett auch den Vergleich mit den Vorbildern gefallen lassen.
Und er fällt m.E. nicht schlecht für die 5 Gentlemen aus. Ich vermisse zwar etwas den
fetten Bass eines Biberti aber sonst gefällt mir die CD ausgesprochen gut. Da kommt
richtig Leben rüber und man kann sich gut vorstellen, wie viel noch mehr Spaß ein
Konzert mit den "five Gentlemen" bringen kann. Bei AMAZON würde ich mindestens
4 Sterne vergeben.
Eine weitere Neuerscheinung ist die CD 'Carmina
Fati' des 'Calmus Ensemble', die ja auch schon in meinem ersten
Querstand-Special vertreten waren. Aufgenommen wurde die CD in der Lutherkirche in
Leipzig, was man auch hört, denn der Gesang klingt alles andere als steril im Studio
aufgenommen sondern der erhabene Hall eines großen Gebäudes ist immer hörbar.
Wie wir ja alle noch aus dem Religions- und Musikunterricht (oder vielleicht aus aus dem
Schulchor) wissen, besteht jede christliche Messe im Kern aus 'Kyrie', 'Gloria', 'Credo',
'Sanctus' und 'Agnus Dei'. Und das Calmus Ensemble präsentiert uns diese Teile von
teilweise unterschiedlichen Komponisten und Epochen (und zwar aus dem Jahr 900 bis heute
und von Verdi bis Ludwig Böhme, also einem Mitglied des Calmus Ensemble). Aber was mein
Gast-Kritiker schon zur Vorgänger-CD 'Farb Töne' des Calmus Ensemble geschrieben hat,
gilt in gleichem Maße meiner Meinung auch für 'Carmina Fati': auch wenn duch die
CD-Produktion versucht wurde, die Atmosphäre einer Kirche 'einzufangen', geht nichts
über das Live-Erlebnis solcher Musik. Auf CD geht da mindestens 50 % Gänsehaut-Feeling
verloren.
Die dritte und letzte Neuvorstellung des Querstand-Labels ist 'Von Bach bis Broadway' von 'Opus 4', einem Posaunenquartett, dessen Mitglieder allesamt auch schon am Gewandhaus zu Leipzig wirkten bzw. noch wirken. Das Quartett besteht seit 1994 und im Laufe der Zeit erarbeitete es sich ein Repertoire aus fünfhundert Jahren Musik, wobei auf 'Von Bach bis Broadway' lediglich Renaissance, Barock sowie ein paar modernere Stücke des 20. Jahrhunderts berücksichtigt wurden. Wie vielleicht bei meinen eher ungeübten Blechblas-Ohren nicht weiter verwunderlich ist, gefallen mir eher die Originalkompositionen, die für Blechblasinstrumente geschrieben wurden (wie z.B. die 'Turmmusik' von Johann Georg Christian Störl, die Sachen von Melchior Frank oder die für mich genial gespielte Aria D-Dur BWV 1086 von J.S. Bach (auch wenn das jetzt nicht für Bläser komponiert wurde ... aber Barock eignet sich wohl ausgezeichnet für Posaune). Weniger überzeugen mich die für Posaune bearbeiteten Stücke des 20. Jahrhunderts (wie 'A Portrait' von George Gershwin, einem Best Of ... von Gershwin in 8 Minuten von Summertime bis zum Amerikaner in Paris oder der Säbeltanz von Aram Chatschaturjan) mit Ausnahme von Pat Ballards 'Mr. Sandman', das wohl in jeder Version einfach gut ist.
Wer Interesse an den genannten CDs hat, sollte sich wieder direkt an das Querstand-Label wenden.
CD-Kritiker und Homepage-Kollege Roland Ludwig (von Crossover), seineszeichens Marketingleiter des Klassiklabels Querstand aus Altenburg (Thüringen) hat mal wieder ein paar Veröffentlichungen bei mir abgeliefert, die ich hier auf meinen Seiten gerne vorstellen möchte, auch wenn sie mal wieder so rein gar nichts mit Prog-Musik zu tun haben.
Die erste CD ist 'Las Estrellas' des Ensembles 'Asfur' (was auf arabisch 'Vogel' bedeutet), die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Verbindungen der europäischen mit der orientalischen Musik aufzuzeigen. Und dabei greifen sie unter anderem auf Musik und Themen aus dem mittelalterlichen Spanien vor 700 Jahren oder auch auf französische Liebeslieder aus dem 13. Jahrhundert zurück. Es sind aber auch Stücke auf der CD, die von Mitgliedern des Ensembles geschrieben wurden. Hochinteressant an der Musik von 'Asfur' finde ich jetzt, dass so authentische Instrumente wie Nay (eine Rohrflöte), Ud (eine Knickhalslaute aus dem arabischen Raum, die ja auch schon bei Peter Gabriel's RealWorld-Künstlern zum Einsatz kam) oder auch Drehleier und Rahmentrommel zum Einsatz kommen. Somit bekommen wir bei 'Las Estrellas' 50 Minuten interessante Instrumente zu hören, und wer Blackmore's Night gut findet, kann auch mal 'die Originale des Mittelalters' antesten.
Die nächste CD die ich vorstellen möchte ist 'Die Gläserne Stadt und andere sonderbare Geschichten' von dem Duo 'Pianoworte'. Und wie der Name schon vermuten lässt, werden hier sonderbare Geschichten von dem Wiener Schauspieler Helmut Thiele erzählt, die von dem Pianisten Bernd-Christian Thiele begleitet werden. Ich möchte jetzt ja nichts über den Inhalt der Geschichten verraten (das wäre ja langweilig), aber wer sich auch sonst mal ein Hörspiel anhört, wird von der vorliegenden CD sicher auch begeistert sein. Helmut Thiele hat ein absolutes Talent, die Stories richtig lebendig rüberzubringen und die Piano-Begleitung passt absolut zu den Geschichten. Wirklich mal eine Abwechslung für einen gemütlichen Sonntag zu Hause auf dem Sofa.
Jetzt so überhaupt nicht mein Ding ist die CD des 'LeipJAZZig-Orkesters' (nein, kein Schreibfehler) unter Leitung von Stephan König. Nun bin ich bekennender Jazz-Hasser. Deswegen kann ich so gar nichts zu dieser CD schreiben. Absolut nichts für mich. Deswegen die Fakten: Es handelt sich hierbei um den Mitschnitt einer Live-Konzerts im Kunsthaus 'die naTo' in Leipzig aus dem Jahr 1998 und alle Titel wurden von Stephan König (geboren 1963) geschrieben und arrangiert. Das ist wirklich nur was für Jazz-Freunde.
Etwas zu spät aber nach Weihnachten ist auch vor Weihnachten (ich habe die CD wirklich erst neulich erhalten) gibt es die CD 'Weihnachten mit Opus 4', und wer meine früheren Querstand-Specials aufmerksam gelesen hat wird jetzt sofort wissen, dass es sich bei Opus 4 um das Posaunenquartett handelt, die jetzt zusammen mit den Leipziger Vokalromantikern und der Mezzo-Sopranistin Anne-Marie Seager eine wirklich stimmungsvolle und interessante (weil im Dom zu Wurzen eingespielte) Scheibe veröffentlicht haben, bei der die so unterschiedlichen Stimmen und Stimmungen (Posaune, Männerchor, Mezzo-Sopran) unter einen Hut gebracht haben. Das könnte das nächste Weihnachts-Geschenk für Mutti oder Omi werden.
Und dann gibt es auch noch was Neues von 'Quintonic', die ja schon in meinem erste Querstand-Special vertreten waren. Und auch auf 'Till Eulenspiegel und noch mehr Streiche' gibt es wieder ein Blechbläser-Querschnitt von Richard Strauss (eben Till Eulenspiegel) über Johann Sebastian Bach und Giovanni Battista Sammartini bis zu modernen Klängen (z.B. Summertime, ein paar James Bond-Themen, die allesamt als Bläser-Arrangement richtig genial sind oder auch so Alltime-Klassiker wie 'Ich brech die Herzen der stolzesten Frau'n'). Das ist echt mal was Anderes und richtig gut anzuhören, wenn man ein bißchen aufgeschlossen ist.
Bereits die fünfte CD beim Querstand-Label ist 'Joys And Sorrows' des 'Thüringer Salonqintetts', die sich auf die authentische Wiedergabe des reichen Musikspektrums spezialisiert haben, das in Kaffeehäusern und Salons gepflegt wurde. Zwischenzeitlich feiert das Thüringer Salonquintett auch internationale Erfolge in China und den USA. Auf 'Joys And Sorrow' sind schwerpunktmäßig Stücke des österreichisch-amerikanischen Violinisten Fritz Kreisler (1875 - 1962) verewigt, der vielleicht wie kein Anderer wirklich bezaubernde Salonwerke geschaffen hat, von denen jetzt Einige, wenn auch etwas umarrangiert, auf der CD vertreten sind. So fühlt man sich beim Hören vor allem der Kreisler-Stücke tatsächlich in ein Wiener Kaffeehaus versetzt. Eine wirklich schöne CD für 'modernere' Violinen-Liebhber.
Und zum guten Schluss gibt es dann noch die Doppel-CD 'Mut haben heisst die Angst überwinden' mit Dialogen im Gewandhaus zu Leipzig vom 22.10. bis 17.11.1989. Und damit ist auch schon klar, um was es hier geht ... nämlich um die Bürgergespräche, die vor allem für Geschichtsinteressierte richtig spannend sein könnten.
Alle genannten CDs sind im Querstand-Verlag veröffentlicht worden. Bei Interesse könnt Ihr Euch dann direkt an den Verlag wenden.
CD-Kritiker und Homepage-Kollege Roland Ludwig (von Crossover), immer noch Marketingleiter des Klassiklabels Querstand aus Altenburg (Thüringen) hat mich mal wieder mit ein paar Veröffentlichungen bedacht, die ich immer gerne vorstellen möchte, auch wenn sie mal wieder so rein gar nichts mit Prog-Musik zu tun haben.
Andreas Böttcher - Blue Hornet
Andreas Böttcher ist ja schon (zusammen mit dem Saxophonisten Mack Goldsbury) in
meinem ersten Querstand-Special vertreten gewesen. Die damalige CD 'Lost Paradise' war mir
aber bedeutend zu free-jazzig gewesen (womit ich jetzt so gar nichts anfangen kann).
Weitaus eingängiger für meine Ohren ist jetzt aber 'Blue Hornet' ... mit dem
'Untertitel' Soloimprovisationen, die allerdings gar nicht so improvisiert gespielt
werden, wie man sich das jetzt vielleicht im ersten Augenblick vorstellen könnte. Man
höre sich nur mal das Piano-Stück 'Traumtänzer' an, das mit einer wunderschön
melancholischen Melodie total gefühlvoll gespielt wird. Andreas Böttcher verwendet auf
'Blue Hornet' aber nicht nur das Klavier, sondern wir kommen in den Genuss von Vibraphon,
Marimbaphon, Calimba (ein afrikanisches Daumenklavier), Windspiel und Glöckchen.
Besonders interessant finde ich aber, wie Andreas Böttcher das Innere eines Klaviers als
Drums benutzt und damit dem ersten von insgesamt 4 Teilen des 'Blue Hornet Hat' intoniert.
Bestes Stück auf der CD ist meiner Meinung nach aber ganz klar das fast 11 1/2-minütige
'All mein Gedanken, die ich hab ...' bei dem er so manchen klassischen Profi-Pianisten an
die Wand spielt. Für klassisch angehauchte Musikfans eine recht empfehlenswerte CD.
Calmus Ensemble - Dir, dir Jehova will ich singen
Auch das Leipziger Calmus Ensemble war in meinen Querstand-Specials schon
mehrfach vertreten. A-Cappella-Gesang mit Psalm- und Gebetsvertonungen aus fünf
Jahrhunderten. Wobei 'Dir, dir Jehova will ich singen' ursprünglich das 2001 erschienene
Erstlings-Werk des Ensembles war (in der Besetzung Sopran, Countertenor, Tenor, Tenor,
Bariton und Bass), das zwischenzeitlich vergriffen ist. Querstand hat nun diese CD,
angereichert mit Johann Sebastian Bachs 'Jesu, meine Freude' (anstatt ursprünglich auf
der Erst-Version vorhandenen fünf Spirituals) mit der 2007er-Besetzung (Sopran,
Countertenor, Tenor, Bariton, Bass), bei der anstatt der ursprünglichen 2 Tenöre eine
neue Stimme namens Tobias Pöche hinzugekommen ist. So kann man auch noch die musikalische
und stimmliche Entwicklung des Ensembles in den letzten sechs Jahren mitverfolgen.
Duetto Giocondo - Amerikanische Musik für Mandoline und
Gitarre / Musik für Barockmandoline und Laute / Sonaten für Mandoline und Gitarre/Laute
Gleich drei CDs wurden Querstand über das Querstand-Label vom 'Duetto Giocondo',
bestehend aus Caterina Lichtenberg (Mandoline / Sopranlaute) und Mirko Schrader (Gitarre /
Laute). Das Duetto Giocondo gehört heute zu den Spitzenduos in dieser Besetzung. Das
Repertoire umfasst Werke aus vier Jahrhunderten und die Interpretation der Stücke
zeichnen sich durch große Virtuosität aus.
Wie man den Titeln der drei CDs unschwer entnehmen kann, sind hier recht unterschiedliche
Musikstile verarbeitet wurden, haben aber alle ihren speziellen Reiz. Mir gefällt vor
allem die 'Amerikanische Musik für Mandoline und Gitarre' bei der Stücke von Stephen
Funk Pearson, George Gershwin, Will Ayton, Brian Israel, Daniel Pinkham, Paul Mitchell
Davidson und Dave Brubeck gespielt werden. Und vor allem wegen der Mandoline kommt man
sich manchmal so vor, wie wenn ein einsamer Cowboy durch die Wüste Nevadas reitet.
Hochinteressante Sache. Aber auch die beiden anderen CDs haben ihren Reiz, wobei alleine
durch die Auswahl der Komponisten (von Händel über Bach bis zu Scarlatti bei der
'Barockmandoline-CD), obwohl alle Stücke NICHT für Gitarre/Mandoline geschrieben wurden,
das 'außergewöhnliche Erlebnis' nicht so hoch ist wie bei den amerikanischen Stücken.
Trotzdem haben diese Versionen was ziemlich eigenständiges. auf der 'Sonaten-CD' wurden
übrigens ausnahmslos Komponisten aus Neapel ausgewählt (wenn auch aus verschiedenen
Jahrhunderten), da sich die Mandoline im 18. Jahrhundert vor allem in der neapolitanischen
Musik einer besonderen Gunst erfreute.
Mindestens eine der drei CDs sollte der geneigte Klassik-Freund gehört haben. Die Freude
auf die anderen 2 CDs kommt dann ganz von alleine.
Hot Club d'Allemagne - Swing de flaneur
Thomas Prokein (Violine), Karl-Heinz Vogel (Gitarre), Klaus Jacob (Gitarre) und
Georg Prokein (Kontrabass). Das sind der 'Hot Club d'Allemagne'. Wer sich jetzt ein
bißchen in der Musik der 30er und 40er Jahre auskennt, müsste eigentlich hellhörig
werden. Denn 1934 wurde das 'Quintette du Hot Club de France' gegründet. Und wer waren
die Gründungsmitglieder? Django Reinhardt und Stéphane Grappelli. Und zumindest der Name
Django Reinhardt dürfte vielleicht etwas geläufig sein, war er doch eigentlich das
Ur-Gestein des sogenannten 'Zigeunerjazz'. Und der Hot Club d'Allemagne hat sich der
Tradition dieses Musikstils verschrieben. Aber nicht nur alte Lieder von Reinhardt oder
auch dem ebenfalls bekannten Haens'che Weis werden gespielt, sondern auch
Eigenkompositionen von Karl-Heinz Vogel, die ebenfalls in der Tradition des Swings im
Paris der 30er und 40er Jahre stehen. Neben ein paar melancholischen Sachen steht aber
eindeutig der flotte Swing im Vordergrund, bei dem kein Bein ruhig bleiben kann. Tolle
Debut-CD.
Symphonieorchester des Schwedischen Rundfunks, Chor des
Schwedischen Rundfunks unter Leitung von Manfred Honeck - Wolfgang Amadeus Mozart Requiem
und der Tod in Musik und Wort
'Der Tod ist mein wahrer und bester Freund'. Diese Worte Mozarts in einem Brief
an seinen Vater und sein Glaube, dass das Leben nach dem Tod keineswegs zu Ende sei,
kennzeichnen die Aufnahme der CD. Diese positive Grundhaltung ist für Wolfgang Amadeus
Mozart der Schlüssel zur wahren Glückseligkeit. Dirigent und Initiator dieses
Projektes beschäftigte zum einen der Gedanke, dass ein Mensch gerade über der Arbeit zu
einem Requiem vom Tode eingeholt wird, und zum anderen die Entstehungsgeschichte des
Werkes. Gespielt wird die unvollendete Fassung des Requiems, das wohl berühmteste
Fragment der Musikgeschichte. Nach den acht Takten von 'Lacrimosa', an der Stelle also, wo
der todkranke Mozart abbrechen musste, erklingt das 'Ave verum corpus'. Das Requiem ist -
ähnlich einer realen Totenfeier der damaligen Zeit - eingebettet in Mozarts 'Maurerische
Trauermusik, das 'Laudate Dominum' und gregorianische Gesänge. Dazu wird es umrahmt von
Versen aus der Offenbarung des Johannes, Auszügen aus einem Brief Mozarts sowie Texten
über den Tod von Nelly Sachs.
Nun habe ich ja selber eine bewegte Chor-Vergangenheit hinter mir - habe ich doch 9 Jahre
im zumindest bei mir regional bekannten Chor des Friedrich-Eugens-Gymnasiums Stuttgart
unter der Leitung des berühmten Dirigenten Fritz Roth unter anderem auch das Mozartsche
Requiem in der damals ausverkauften Liederhalle in Stuttgart singen dürfen. Aber diese
Aufnahme hier macht mir doch das eine und andere Mal eine ganz schöne Gänsehaut. Das
Symphonieorchester des Schwedischen Rundfunks wurde zum Beispiel von der Washington Post
schon reichlich gelobt ('bestes Orchesterkonzert 2001') und auch schon für den Grammy in
der Kategorie 'Beste Orchesterperformance' nominiert. Und der Chor des Schwedischen
Rundfunks, bestehend aus 32 Profi-Sängern, gilt als einer der weltweit besten
A-Cappella-Chören. Für mich eine der besten bis jetzt gehörten Aufnahmen dieses Werkes
und für Klassik-Freunde unbedingt zu empfehlen.
Alle genannten CDs sind im Querstand-Verlag veröffentlicht worden. Bei Interesse könnt Ihr Euch dann direkt an den Verlag wenden.
Polen entwickelt sich ja langsam echt zur Prog-Hochburg. Denn neben nen allseits bekannten 'Riverside' und 'Satellite' (beide Bands ja schon auf meiner Homepage vertreten) habe ich jetzt auch noch 'Quidam' entdeckt, die den beiden genannten Bands in nichts nachstehen. Ruhiger melodischer Prog, der vor allem durch den tollen Gesang (kommt ja nicht so oft vor, dass Prog-Bands einen herausragenden Sänger haben) und geile Gitarrren-Solis glänzt. Schon der Opener 'Different' zeigt hier die ganze Bandbreite der Band auf und macht Lust auf mehr. Und dieses 'Mehr' gibt es dann auf insgesamt 63 Minuten, die nicht auch nur eine Sekunde langweilig werden. Im Gegenteil. Song für Song gibt es Neues zu entdecken und die Zeit geht eigentlich viel zu schnell vorbei. Insgesamt würde ich 'Quidam' als 'Riverside light' bezeichnen. Ähnliche Richtung aber nicht ganz so hektisch und auch nicht ganz so hart. Aber viele Stil-Elemente sind schon vergleichbar. Wer also auf solche Musik steht, sollte Quidam auf jeden Fall antesten. Sicher eine der besseren Prog-Veröffentlichungen aus dem Jahr 2007.
Wer hätte das gedacht, daß im neuen Jahrtausend noch eine Band Musik macht, die an die 'guten alten 70er Jahre' erinnert. Astreiner Gitarren - Keyboard - Rock im Stile von Led Zeppelin, Deep Purple usw. Die älteren Säcke unter uns (so wie ich) werden bestimmt begeistert sein von diesem Silberling. Die Band kommt übrigens irgendwo aus Skandinavien. Mehr konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen.
Radioactive - Ceremony Of Innocence
Tommy Denander, Jeff + Mike + Steve Porcaro, David Paich, Bobby Kimball, Fergie Frederiksen, Joseph Williams, Fee Waybill, Bruce Gaitsch und so weiter und so weiter. Wenn jetzt dem AOR-Fan nicht das Wasser im Munde zusammengelaufen ist, dann weiß ich auch nicht. Radioactive ist ein Projekt von Tommy Denander, der obengenannte Musik-Größen eingekauft hat, um eine hammergenaile CD zu produzieren. Und der Musik-Stil geht genau in die Richtung der Gäste. Also Toto at it's best (leider ist Steve Lukather nicht dabei). Warum das Teil erst jetzt veröffentlicht wird, weiß ich nicht. Immerhin müssen die Aufnahmen schon etwas älter sein (da Jeff Porcaro bei fast allen Songs an den Drums sitzt und er ja bekanntermaßen schon seit Jahren nicht mehr unter uns weilt). Ein absoluter Pflicht-Kauf für alle AOR- und Toto-Fans.
Nach der grandiosen Melodic-Rock-Scheibe 'Ceremony Of Innocence' war ich ja sehr gespannt, was Radioactive-Mastermind Tommy Denander als nächstes auf die Beine stellt. Und 'Yeah', das möchte ich ganz deutlich sagen, ist ein würdiger Nachfolger geworden (auch wenn ausser Fergie Frederiksen keine Toto-Musiker mehr mitmachen). Unterstützt von seinen zwischenzeitlich schon bekannten Mit-Musikern wie z.B. Geir Rönning, Bruce Gaitsch oder Chris Demming gibt's tollen Melodic Rock vom Feinsten, so dass man auch bei der zweiten Radioactive-CD blind zugreifen kann, wenn man auf diese Art von Mucke steht. Veröffentlicht wurde die Scheibe übrigens wieder bei Thomas Hässlers Label MTM. Wieder ein MUSS für alle AOR-Fans.
Da isser wieder ... mein Lieblings-Schwede aus dem AOR-Bereich Tommy Denander. Und er hat mal wieder seine ganzen Freunde mitgebracht. Jeff Porcaro, Steve Porcaro, Bobby Kimball, Fergie Frederiksen, Steve Lukather (somit hätten wir fast alle Toto's durch), Neal Schon (also Journey darf ja auch nicht fehlen), Yngwie Malmsteen, Michael Landau, Vinnie Colaiuta, Bruce Gaitsch und so weiter und so weiter. Die Crème de la Crème hat sich also wieder eingefunden, um unter dem Namen 'Radioactive' eine geile AOR-CD rauszubringen. Und was soll ich sagen .. wer die beiden ersten Radioactive-CDs hat und davon begeistert ist (wie z.B. ich), der wird auch an 'Taken' mehr als seine Freude haben. 12 neue Songs mit Bergen von unterschiedlichen Sängern, die alle ihren eigenen individuellen Stempel aufdrücken, meist gespickt mit nem schönen Gitarren-Solo (natürlich auch wieder von unterschiedlichen Gitarristen gespielt) und einfach tolle melodische Songs, die das Melodic-Rock-Herz höher schlagen lässt. Und am Ende als absolute Steigerung noch das allseits bekannte 'Never Gonna Let Her Go' von der AOR-CD 'L.A. Reflection' als Instrumental-Version (und einem Gitarren-Solo von Steve Lukather). Toll. Und diese CD gibt es dann noch als Limited Edition mit einer Bonus-DVD und 13 Minuten Studio-Report.
Das schönste an dieser CD ist zweifelsohne die Verpackung. Ein Teil in Buchform mit lauter komischen bunten Bildern drin. Aufwendig gemacht und oberwitzig. Über die CD gibt es von meiner Seite aus leider nicht viel zu sagen. Experimenteller Elektro-Schrott (lustigerweise sind Radiohead schon mit Pink Floyd verglichen worden, aber dieser Kritiker hatte da wohl ne schöne große Tüte geraucht oder nen Kasten Bier vorher vernichtet oder, noch schlimmer, beides zusammen). Ich finde die CD ziemlichen Mist.
Die Deutsche (Prog-?, Metal-?) Band Rage hat es wohl nun endgültig geschafft, von ihrem Metal meets Klassik - Trip runterzukommen. Nachdem die letzten Scheiben immer mit einem Klassik-Orchester eingespielt wurden, gibt's auf Unity endlich mal wieder German Metal at it's best. Und nach der Trennung von einigen Band-Mitgliedern im Jahre 1999 sind die drei verbliebenen Musiker Peavy Wagner, Victor Smolski und Mike Terrana jetzt wohl auch zu einer Einheit zusammengewachsen. So hat der CD-Titel sogar eine richtige Bedeutung. 'Unity' ist sicher eines der besten Rage-Alben ohne wirklichen Durchhänger. So gibt es eine tolle Mischung aus purem Metal