CD-Kritiken-Archiv S - T
Über den Sinn oder Unsinn von Solo-CDs von Band-Mitgliedern lässt sich ja immer trefflich streiten. Und meiner Meinung nach sind Solo-CDs eigentlich dann unnötig, wenn musikalisch eh nichts anderes dabei herauskommt, wie wenn die ganze Band eine neue CD veröffentlicht hätte. Dies ist umso wahrer, wenn es sich um eine Solo-CD des Sängers handelt und es ist noch wahrer, wenn es sich bei dem Sänger um Michael Sadler handelt, der ja alleine schon mal durch seine Stimme mindestens 70 % des Wiedererkennungswertes der kanadischen Band SAGA ausmacht. Und bei 'Clear' hat man eigentlich immer den Eindruck, eine Saga-CD zu hören ... wobei allerdings eine kleine Einschränkung gemacht werden muss ... denn 'Clear' deckt dann eher nur die 'ruhigeren' Seiten von Saga ab, was auf Dauer (die CD ist fast eine Stunde lang) dann doch etwas zäh wird. Allerdings sind auf 'Clear' mit z.B. 'Who's Sorry Now', 'Who's Foolin' Who', 'Can't Let Go', 'In The Name Of Love' oder auch dem Titelsong 'Clear' ein paar tolle Song-Perlen vertreten. Wer Saga-Songs im Stile von 'The Security Of Illusion' mag, sollte sich die Solo-Scheibe von Michael Sadler auf jeden Fall zulegen. Wer Saga-Bombast-Rock mag, wird nach 20 Minuten Hören wahrscheinlich eher selig eingeschlafen sein.
SAGA. Was für eine Institution Ende der Siebziger und Anfang der Achziger Jahre. Damals meine absolute Lieblingsband und kein Konzert wurde verpasst. Dann kam der totale Abstieg mit grottenschlechten Platten (Heads or tales, Wildest Dreams, The Beginner's Guide...) und ständigem Personalwechsel. Dann ein geniales Aufbäumen 1993 mit der CD 'The Security of Illusion' wieder in Original-Besetzung, um danach so Katastrophen wie 'Steel Umbrellas', 'Generation 13' und den von mir schon geglaubten totalen Untergang 'Pleasure & the Pain' zu verbrechen. Zugute halten möchte ich der Band, daß sie, um aus ihrem langfristigen Plattenvertrag herauszukommen, einfach was produzieren mußten. Aber dafür noch Geld zu verlangen, war dann schon eine Frechheit. Offensichtlich hat Saga der Wechsel zu SPV richtig gut getan. Denn nach der schon recht ansprechenden Scheibe von 1999 (Full Circle), wo die alte Spielfreude sowohl auf CD als auch auf der entsprechenden Tour zu erkennen war, gibt's Anfang des Jahres 2001 nun den absoluten SAGA-Hammer. House of Cards knüpft musikalisch voll an die 'alte Zeit' von Worlds Apart an. 11 grandiose Songs mit 100%-igem Erkennungsfaktor (einschließlich mal wieder 2 Chapters), die vor allem meine Generation, die mit Saga aufgewachsen ist, begeistern wird. Für mich jetzt schon ein heißer Anwärter auf die CD des Jahres 2001. UNBEDINGT KAUFEN !!! Und die Konzerte in Deutschland März/April 2001 (mit Vorgruppe ARENA) nicht verpassen !!!
Von der kanadischen Band Saga, die jetzt immerhin auch schon 25 Jahre ihr Unwesen treiben, gibt's auch im Jahr 2003 pünktlich zur Europa-Tournee einen neuen Studio-Output. Bis jetzt waren Saga-Scheiben ja entweder hammergenial (z.B. die ersten vier oder 'Security Of Illusion' oder auch die letzte CD 'House Of Cards') oder schlicht beschissen (wie 'The Beginners Guide ...' oder 'Steel Umbrellas' oder noch schlimmer 'Pleasure & The Pain'). Aber eine Platte, die so vor sich hindümpelt, ohne aufzufallen (weder angenehm noch unangenehm), ist mir bis jetzt nicht untergekommen. ... wie gesagt ... bis jetzt. Denn 'Marathon' ist echt weder Fleisch noch Fisch. Typischer Saga-Sound, typischer Saga-Gesang (klar, Michael Sadler singt ja immer noch), ein paar neue Chapters, ein paar musikalische Elemente, die auch schon vor einem viertel Jahrhundert grandios waren ... aber so die richtige Begeisterung will bei mir auch nach mehrfachem Hören einfach nicht aufkommen. Ein paar Songs (wie z.B. 'You Know I Know -Chapter 12-') stechen etwas heraus aber insgesamt bin ich etwas enttäuscht. Freuen wir uns also auf die Tour (im März 2003 auch in Deutschland) und hoffen, dass es mal wieder lauter Best Of ... Konzerte gibt.
Saga - All Areas (Limited Edition Double DVD)
Kritik von Siggi Greck:
Nun haben auch Saga Ihre erste "richtige" Live-DVD
veröffentlicht (Silhouette war ja mehr eine Zusammenstellung Ihrer Musikvideos,
angereichert mit Live-Material). Wie nicht anders zu erwarten, bieten Saga eine
hervorragende Leistung bei diesem Konzert, das 2002 in Bonn aufgezeichnet wurde. Wer schon
mal ein Saga-Konzert besucht hat, weiß was ich meine. Saga bieten immer wieder eine
hervorragende Show, mit einem Supersound und zaubern einfach eine tolle Atmosphäre in
jede Halle (wobei es sich hier allerdings um ein Open-Air Konzert handelt). Es wird ein
Querschnitt durch das Schaffen der Band dargeboten, in dem selbstverständlich Ihre
Gassenhauer "Wind Him Up", "Times Up" und "Humble
Stance" nicht fehlen dürfen. Aus der hervorragenden Truppe, da ja seit einiger Zeit
wieder in Originalbesetzung agiert, sticht der charismatische Sänger Michael Sadler
heraus. Es ist einfach phantastisch, insbesondere ihn live zu erleben. Etwas störend,
sind die Unterbrechungen zwischen den einzelnen Stücken (keine nahtlosen Übergänge:
Bild und Ton werden ausgeblendet, und beim nächsten Stück wieder eingeblendet). Das
Konzert hat eine Spieldauer von knapp 85 Minuten.
Als besonderes Schmankerl gibt es eine Limited Edition Double DVD, mit einer Bonus-DVD,
die eine Aufzeichnung eines Konzerts der Marathon-Tournee 2003 (Stuttgart, ich denke mal,
Roland war dabei) enthält. Es handelt sich hier allerdings um eine "Official
Bootleg"-DVD, die leider bild- und tonmäßig etwas schwächelt. Dennoch wird auch
hier auf 75 Minuten ein tolles Konzert geboten.
Und meine Ergänzungen dazu:
Ich kann Siggi nur zustimmen. Sicher ein tolles Konzert, das allerdings komisch nicht
chronologisch zusammengeschnitten wurde, obwohl die Aufnahmen alle von EINEM Konzert (also
dem Konzert zum 25-jährigen Saga-Jubiläum) stammen. Und das stört schon ein bißchen.
Beim ersten Song sieht Herr Sadler schon aus wie nach nem Marathon-Lauf, dann hat er mal
sein Hemd aus und beim nächsten Song wieder an und ist top fit. Wäre sicher nicht nötig
gewesen. Und Siggis Vermutung ist natürlich richtig ... ich WAR auf dem Stuttgart-Konzert
von der Bonus-DVD.
Es gibt doch tatsächlich noch Bands, die machen seit über 25 Jahren die gleiche Musik und scheren sich einen Scheiß um neue Moden und Klänge ... und das ist gut so. Denn auch 26 Jahre nach der Veröffentlichung der ersten Saga-Platte klingen die kanadischen Jungs um Sänger Michael Sadler noch (oder besser gesagt wieder) frisch wie damals und haben einen Wiedererkennungsfaktor von ziemlich genau 100 Prozent. Leider ist Drummer Steve Negus mal wieder und wohl für immer ausgestigen und wurde durch (den mir unbekannten) Christian Simpson ersetzt. Auf der Studio-Produktion macht sich das natürlich nicht bemerkbar, man wird aber abwarten müssen, ob er das auf der anstehenden Tour (November 2004 in Deutschland, übrigens mit der Band Arilyn im Vorprogramm) alles auch so cool und locker rüberbringen wird. Auf jeden Fall ist auch 'Network' eine richtig gute Scheibe geworden, auch wenn's, wie gesagt, eigentlich nichts Neues ist. Aber das verlangt von Saga ja auch niemand mehr.
Eine 16-teilige Geschichte verteilt
auf 8 Studio-Alben, veröffentlicht von 1978 bis 2003. Das sind die berühmten 'Chapter',
die Saga in wirrer Reihenfolge (Chapter 1 - 8 auf den ersten 4 CDs und 9 - 16 dann auf 3
'neueren' Scheiben) veröffentlicht hat. Inhaltlich geht es darum, dass irgendwelche
Aliens auf die Erde kommen, um sie vor der Selbstzerstörung zu retten. Sie brauchen dazu
eine Intelligenzbestie und finden sie in Albert Einstein. Der ist zwar schon länger tot
aber irgend jemand hat sein Hirn konserviert und die Außerirdischen versuchen, ihn wieder
zum Leben zu erwecken. Zumindest so oder so ähnlich wird die Geschichte von Jim Crichton
im Booklet von 'The Chapters Live' erzählt.
Wahre Saga-Fans waren natürlich auf der Marathon-Tour im Jahr 2003 und haben, je nach
Konzertabend, die Chapters 1 - 8 oder 9 - 16 hören dürfen (die wurden von Konzert zu
Konzert immer abwechselnd gespielt). Und damit jetzt jeder in den Genuss von allen
Chapters kommt, wurde eben diese Doppel-Live-CD veröffentlicht. Die Spielzeit der 2 CDs
ist dann auch leider entsprechend kurz (knapp über bzw. knapp unter 40 Minuten),
allerdings wird die Scheibe dann auch zum Einzel-CD-Preis verkauft und beinhaltet auch
noch ein hübsch bebildertes Booklet mit allen Song-Texten (was bei Live-Alben ja auch
eher ungewöhnlich ist). Leider geht nicht hervor, woher die Aufnahmen stammen, so dass
ich mal vermute, dass die Songs aus der gesamten Tour zusammengestückelt wurden, was dann
auch erklären dürfte, dass das Live-Erlebnis (also Zuschauer-Gegröle usw.) eher
spärlich rüberkommt. Insgesamt eine nette Zusammenstellung und man merkt dann auch, dass
die ersten 8 Chapters musikalisch einfach besser waren. Muss man nicht haben, der Saga-Fan
wird aber begeistert zugreifen.
Ich glaube wenn Saga in 20 Jahren noch Musik machen, wird es so sein wie jetzt ... CD rein, 3 Takte gehört und wiedererkannt. Auch bei 'Trust' ist das keinen Deut anders. Die Jungs haben einfach nichts verlernt (tolle Melodien, noch bessere, sich ins Hirn einbrennende Refrains, die charakteristische Stimme von Michael Sadler) und kopieren sich im Prinzip mit jeder CD wieder neu. Also wer die letzten CDs der kanadischen Band gut bis sehr gut fand, kommt auch an 'Trust' nicht vorbei (alleine wegen dem Opener 'That's As Far As I'll Go' lohnt sich der Kauf ja schon). Immer wieder gut. Und hier lohnt sich jetzt auch die limitierte Doppel-CD oder besser gesagt die Version mit der Bonus-DVD, denn dort ist noch ein recht interessantes Making Of ... drauf sowie ein 'Ghost-Guitar-Solo' :-)) ... ach ja, dass Saga mal wieder nen neuen Drummer haben, fällt auch kaum auf, nur dass der Drum-Sound ziemlich druckvoll rüberkommt.
Ziemlich genau 10.000 Tage hat uns die kanadische Band 'Saga' mit ihren (vergessen wir mal die zwischenzeitlichen Durchhänger in den späten 80ern) genialen Werken beglückt. Und durch die Gnade der frühen Geburt hatte ich das Glück, die Musik von Saga von Anfang an mitzuverfolgen. Auf jeden Fall immer eine meiner Lieblings-Bands, die vor allem auch live durchweg überzeugen konnten. Umso härter traf (wahrscheinlich nicht nur) mich die Nachricht, dass Sänger und Ur-Gestein Michael Sadler nach 30 Jahren aus der Band aussteigt (was in meinen Augen auch das Aus der Band bedeuten wird). Es wird noch eine große Abschiedstour geben, wobei ich natürlich tödlich beleidigt bin, dass sie nicht in Stuttgart vorbei schauen, obwohl gerade da die Stimmung immer grandios war und die Konzerte meistens richtig gut waren. Sei's drum ... ich werde mich dann halt auf einen längeren Weg machen, um die Band gebührend zu verabschieden. Und zum Abschluss gibt es nochmal eine Studio-CD mit dem sprechenden Titel 10.000 Days. Klar wäre es hier nochmal die Möglichkeit gewesen, alle Register zu ziehen, aber bis auf ein paar Song-Perlen, die auf der CD vertreten sind, fällt der Abschied nicht all zu schwer (um es mal neutral auszudrücken). Der Opener 'Lifeline' ist der Hammer (alles was Saga ausgemacht hat, von Keyboard-Läufen über geiler Gitarre bis zum grandiosen Gesang von Michael Sadler ist alles vertreten ... von der eingängigen Melodie mal ganz abgesehen). Auch das folgende 'Book Of Lies' ist ziemlich gut gelungen, und hätte in Teilen auch auf der allerersten Saga Platz gefunden. Dann dümpelts aber doch recht poppig dahin. Ein ziemliches Highlight ist dann wieder das über 7 Minuten lange Instrumental-Stück (!!!) 'Corkentellis' (wollen Saga jetzt vielleicht ohne Sänger weiter machen?). Richtig schmalzig wird's dann bei 'More Than I Deserve', ein bißchen besser bei 'Sound Advice' (den Stil kennt man von den letzten Veröffentlichungen), voll auf die Tränendrüse geht's beim Titelstück (richtig grausam sind da die Bläser vom Keyboard) und Hoffnung gibt uns 'It Never Ends' (schön, wenn es so wäre). Ich kann nur sagen: DANKE Saga für fast 30 Jahre tolle Musik und noch tollere Konzerte.
Das Schwabenländle ist ja nicht gerade als Heavy Metal - Hochburg bekannt. Umso überraschender war es für mich, als ich beim letzten Metal Forever Festival die Band Saidian aus dem schönen Esslingen (bei Stuttgart) in den Gehörgang geblasen bekommen habe. Also blieb mir ja gar nichts anderes übrig, als mir mal den letzten Output der Band (Phoenix aus dem Jahr 2006) zu besorgen. Und ... wenn man nicht wüsste, dass da diese Band am Werk ist, könnte man ganz locker auf Edguy tippen. Und das nicht nur, weil Sänger Markus Engelfried dem Edguy-Sänger Tobi Sammet absolut ähnelt. Die zwei könnte man echt verwechseln. Und auch die Musik der Band geht voll in die Edguy-Richtung. Hört Euch nur mal 'Power And Glory' oder 'The Jester' an. Da merkt man, dass die schwäbischen Jungs sich vor den (ganz bestimmt) Vorbildern aus dem Hessischen überhaupt nicht verstecken brauchen. Für Edguy-Fans als absolute Alternative ein MUSS.
Salem Hill - The robbery of murder
GAST-KRITIK VON MICHAEL DOSTER
Die Stilrichtung von "Salem Hill" ist purer "progressiver Rock" - nicht mehr und nicht weniger. "The Robbery of Murder" ist ein Konzeptalbum: Unter Alkoholeinfluß verursacht ein Autofahrer einen Unfall, der Vater stirbt, der Sohn überlebt diesen Unfall und sinnt Jahre später nach Rache... Die Musik auf dieser CD ist ganz und gar nicht von der Sorte, die man "so nebenher" mal anhören kann; aber auch wenn man konzentriert zuhört, braucht man schon einige Durchläufe, um mit dem Werk warm zu werden. Die Bandbreite reicht von schräg-verspielten Instrumentalnummern ("Overture") über melancholische songs ("Swerve", "Blame") und rockigen Nummern bis zu jazzig angehauchten Instrumentalstücken ("Father and son"). Ein komplexes Werk, in dem man sich erst beim genauen Zuhören zurechtfindet - für Prog-Fans durchaus empfehlenswert, für Freunde rockigerer Töne: Finger weg!
Als alter Knochen kenne ich ja Santana schon ein paar Jährchen. Und sein Stil hat sich im Vergleich zu (ganz) früher ja gewaltig gewandelt. Offensichtlich hat sich Carlos Santana bei der Produkion von 'Shaman' daran erinnert, warum sich gerade seine letzte Veröffentlichung 'Supernatural' so erfolgreich verkauft hat. Man nehme ein paar SängerInnen, die gerade 'in' sind, lasse sie was singen und jammere ein bißchen mit der Gitrarre dazu und alle werden die Scheibe kaufen. Bei 'Shaman' kommen somit so 'Künstler' wie Musiq (wer immer das sein mag), Michelle Branch, Seal, Marcy Gray, P.O.D. oder Chad Kroeger (Nickelback ist ja gerade voll der Renner) zu der Ehre, von Carlos eingeladen worden zu sein. Aber auch vor einem Song mit Placido Domingo schreckt Santana nicht zurück. Wer 'Supernatural' mag, wird auch mit 'Shaman' glücklich werden. Wer aber Santana auch noch mit so genialen Alben wie 'Abraxas' und so genialen Songs wie 'Samba Pa Ti' oder 'Europe' verbindet, sollte in 'Shaman' vielleicht erst mal reinhören. Viele Grammys werden Santana wieder sicher sein ... aber das ist ja für uns Proggies ja kein Qualitätsmerkmal ... im Gegenteil. Ich gebe zu, dass ich so poppige Songs ab und zu echt hören kann und finde 'Shaman' zur richtigen Gelegenheit geradezu gut. Aber ich war auch von 'Supernatural' begeistert.
Wer kennt sie nicht, die zusammengewürfelte 'Fast-Super-Gruppe' um Spike Edney (seineszeichens Tour-Keyboarder von Queen). Und nach der hervorragenden Studio-CD gibt's nun endlich auch einen Live-Output, der mich allerdings nicht vom Hocker reisst. Aufgenommen wurde das Konzert am 19.02.2000 in England. Markenzeichen der SAS-Band ist ja der Auftritt von ganz unterschiedlichen Sängern und Sängerinnen. Und bei diesem Konzert wurde mit Namen wirklich nicht gespart: Chris Thompson (Manfred Manns Earthband), Paul Young (Mike and the Mechanics), Tony Hadley (Spandau Ballet), Fish, und Roger Taylor (Queen), um nur ein paar zu erwähnen sind dabei und knallen in knapp 73 Minuten Hit an Hit herunter. Und genau da liegt auch das Problem. Im Prinzip könnte man sich auch eine Bravo-Hits kaufen und hätte dann auch massenweise unterschiedliche Sachen drauf. Da ich allerdings schon mehrere SAS-Band-Gigs live gesehen habe, weiß ich, daß es auch besser geht. Weniger ist manchmal einfach mehr. So hat jeder Sänger / jede Sängerin nur Gelegenheit sich bei einem Song auszuzeichnen (und da auch noch in völlig unterschiedlichen Musik-Richtungen). Ja, Herr Edney. Wir wissen alle, was Du alles drauf hast. Aber was zuviel ist, ist zuviel. Und irgendwie geht bei dieser Scheibe auch der Live-Charakter verloren. Dafür ist's einfach zu perfekt. Wer die SAS-Band also noch nicht kennen sollte (alle anderen glauben mir meine Kritik ja eh nicht), kauft sich lieber die Studio-CD.
Dass in Polen eine nicht zu verachtende Neo-Prog-Szene entsteht, ist ja den meisten meiner Leser (hoffentlich) seit dem Kauf der genialen Riverside-CD 'Out Of Myself' bekannt. Das war immerhin meine CD des Jahres 2004. Und zumindest in eine ähnliche Kerbe schlägt jetzt der neueste Polen-Output der Band 'Satellite', wobei 'Evening Games' meines Wissens nach nach einem Album aus dem Jahr 2003, das ich allerdings noch nicht gehört habe, bereits die zweite CD der Band ist. Meiner Meinung nach kommt 'Evening Games' zwar qualitativ nicht ganz an den Oberhammer von Riverside ran, allerdings fällt bei Satellite positiv auf, dass sie nicht nur an allen Ecken und Enden von anderen Bands geklaut haben (so wie Riverside, wobei das natürlich nicht unbedingt verwerflich ist), sondern teilweise schon ziemlich eigenständig klingen. Wer auf melodischen Neo-Prog im Stile von Pendragon (mit besserem Gesang), Jadis (nur etwas komplizierter, was schon die Titel-Längen von bis zu knapp 17 Minuten hoffen lassen) und auch den schon genannten Riverside steht, sollte sich 'Evening Games' unbedingt zulegen. Was viel besseres in der Richtung wird wohl dieses Jahr nicht mehr veröffentlicht werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Band nicht von Steven Wilson unter die Fittiche genommen und dann ihrer Kreativität beraubt wird. Wer die Möglichkeit hat, sollte aber unbedingt die auf 1000 Stück limitierte CD mit den zwei Bonus-Tracks kaufen, denn sonst fehlt was, zumal die Stücke so klingen, als ob sie unbedingt zu 'Evening Games' dazu gehören.
Saviour Machine - Live in Deutschland 2002
Den Einträgen von Jörg Neumann in meinem Gästebuch zu folge, ist die gleichnamige Doppel-DVD der aus dem christlichen Sektor stammenden Band 'Saviour Machine' ja der absolute Hammer. Ich habe mir die ensprechende Doppel-CD besorgt und bin mir nicht so ganz sicher, ob ich mit 'Saviour Machine' so richtig warm werde. Das Konzert wurde 2002 in Owen (auf der schwäbischen Alb) bei einem christlichen Festival aufgenommen und Erzählungen nach dauerte das Konzert bis ca. 4.00 Uhr morgens, weil einige Passagen für die DVD immer und immer wieder wiederholt wurden, damit das alles perfekt ist. Diese Perfektion kommt natürlich auf der CD nicht so rüber. Der Sound ist brilliant und die Stimmung auf dem Konzert scheint auch gut gewesen zu sein. Aber mit der Musik kann ich mich irgendwie nicht so ganz anfreunden. Mir ist das alles zu theatralisch und depressiv. Okay, die Welt ist schlecht und alle sind böse, aber Songs wie 'World War III', The Final Holocaust' oder 'American Babylon' sind dann schon ganz schön harter Tobak. Die Meinungen bei 'Saviour Machine' werden wohl von genial bis Oberschrott reichen. Mein Fall ist es nicht unbedingt aber ich habe auch schon viel schlimmeres gehört. Vielleicht ist es als DVD wirklich viel besser, weil dann die (bestimmt) geniale Show mit rüberkommt.
Das überaus fleißige AOR-Bienchen Tommy Denander (schaut nur mal auf seiner Super-Homepage www.tommydenander.com nach, wo er schon überall mitgemischt hat) hat mal wieder zugeschlagen. Nachdem ich sein Radioactive-Album 'Ceremony Of Innocence' (siehe meine Kritik) als AOR-Scheibe der letzen 10 Jahre bezeichnen möchte, war ich natürlich gespannt, ob er ohne der Mitwirkung aller Toto-Musiker diese Qualität halten kann. Und ich bin positiv überrascht. Melodic-Rock-Freunde werden auch an Sayit ihre helle Freude haben. Alle Songs (bis auf Einen) wurden von Tommy Denander geschrieben und gehen voll in die Richtung Toto (der ersten vier Alben). Und neben der brillianten Instrumentierung möchte ich auch Sänger Geir Rönning hervorheben, der locker auch bei Toto singen könnte. Im direkten Vergleich zur Radioactive-Scheibe möchte ich mal sagen, daß die Songs dort insgesamt einen Tick besser sind. Die Produktion von 'Sayit' allerdings ist eindeutig gelungener.
Das jetzt schon dritte Werk des schwedischen Gitarristen 'Sayit' ist in meinen Augen das bis jetzt Beste (wobei ich zugeben muss, dass ich die erste Scheibe leider nicht kenne). Wieder mit so alten Bekannten wie z.B. Tommy Denander, Geir Rönning oder Chris Demming fetzt 'Louder' ganz schön los. War der Vorgänger 'Again' noch etwas getragen und 'lahmer', wird hier ein richtiges Melodic-Rock-Feuerwerk abgebrannt, bei dem sich Toto und Konsorten echt warm anziehen müssen. Tolle Songs und zu keiner Zeit langweilig. Für den Melodic-Rocker ist die Scheibe Pflicht.
Scenes - Call Us At The Number You Provide
Nektarios Bamiatzis. Wer jetzt sagt 'ach der ???', ab in die Ecke und schämen. Proggies schauen kein Deutschland sucht den Superstar !! Aber trotzdem muss ich dieses Bohlensche Geschwür der deutschen Unterhaltung, denn anderst kann man ja wohl zu diesem TV-Scheiß nicht sagen, doch kurz nennen, denn der gute Nektarios, leider bei DSDS völlig unterbewertet weil einfach auf dem falschen 'Pop-' Fuss erwischt, war mal Sänger der schwäbischen Prog-Metal-Band 'Scenes' und durfte auch auf dem neuesten Output der Band, der bereits 2002 / 2003 eingespielt (und aber erst jetzt, also Anfang 2005 veröffentlicht) wurde, noch 2 Songs singen (und bei 6 Titeln mitschreiben). Wohl aus (naja verständlichen DSDS-) Zeitgründen ist er aber mittlerweile aus der Band ausgestiegen und wurde durch den nicht minder guten Alex Koch ersetzt. Die Musik von Scenes geht klar in die Richtung Dreamscape / Vanden Plas und Konsorten, also knackiger Metal mit proggigem Einschlag. Schon der Opener 'So (Father)' kommt recht fett daher und glänzt neben der guten Gitarre auch mir leicht Dream Theater - mäßigen Keyboards. Noch herauszuheben wäre dann der getragene Prog-Metal-Kracher 'My Own Life' (gesungen von Nektarios), das über 10-minütige 'Start Again' (gesungen von Alex Koch) mit einer tollen Steigerung im Laufe des Songs und nem geilen Gitarren-Solo, dem Metal-Kracher 'I Will Stay' (mit Gast-Vocals u.a. von Ex-Angel Dust und jetzt Mercury Tide - Sänger Dirk Thurisch) und dem in meinen Augen Über-Song 'Save The Light' (wieder mit Nektarios ... so eine Prog-Metal-Hymne schreibt man wohl nur ein mal im Leben). Als eher 'nett' bis unnötig möchte ich dann mal die Cover-Version von 'Such A Shame' (Talk Talk) bezeichnen. Das wäre nicht unbedingt nötig gewesen. Aber auch der Rest der insgesamt 55-minütigen CD ist absolut gut. Wer auf obengenannte Bands steht, sollte das neue Werk von 'Scenes' auf jeden Fall haben. Und wer die Jungs live erleben will, sollte am 25.05.2005 nach Stuttgart in die Röhre kommen. Dort treten sie zusammen mit Dreamscape und Ivanhoe auf. Und mich kann man natürlich dort dann auch treffen. Mehr Infos über die Band gibt es auch unter www.scenes.de
Schumpelt, Michael - Mirror Of My Soul
Solo-CDs von Keyboardern sind ja normalerweise entweder ziemlich klassisch angehaucht ('Michael Pinnella - Enter By The Twelfth Gate'), einfach nur schräg ('James Gerrard Gilmour - Instrumental Encounters') oder absoluter Müll ('Geoffrey Downes - World Service'). Und ab heute kenne ich zumindest noch eine Kategorie, nämlich schlicht 'schön'. Denn was Tea For Two - Keyboarder Michael Schumpelt nur am Piano zaubert, ist einfach gut. Wie sagt Michael Schumpelt in dem Beipackzettel zur CD: "Am Piano kann ich mich ausdrücken, austoben und entspannen, ohne Worte. Ich höre in mich hinein und während des Spielens erkenne ich, wie es mir geht. Es ist tatsächlich wie ein Blick in den mirror of my soul." Und so erzählt jeder Song auch eine kleine Geschichte, die im Booklet in ganz wenigen Sätzen auch kurz erzählt wird. Tea For Two - Fans werden auf der CD ein paar 'bekannte' Songs entdecken, wie z.B. '101' oder 'Things To Come', die meisten Sachen sind aber eigene Stücke von Michael Schumpelt. Und um nochmal den Beipackzettel der CD zu zitieren ... genießt das Album am besten in aller Ruhe bei einem guten Single Malt zu später Stunde. Und da kann ich nur beipflichten. Eine wunderschöne CD. Erschienen bei www.quixote-music.de.
Steven Seagal kennt man ja normalerweise nur als Prügelknabe aus Film und TV. Dass der Mann aber ne mehr als annehmbare Stimme hat und ein begnadeter Blues-Gitarrist ist, wissen wohl die Wenigsten unter uns. Damit sich dieses Unwissen nun endlich in Begeisterung wandelt, solltet Ihr Euch, wenn Ihr auf geilen Blues steht, einfach mal 'Mojo Priest' reinziehen. Nicht nur, dass Steven Seagal fast alle Songs selbst geschrieben hat, er ist wirklich ein absoluter Könner an der Gitarre. Wie sagt Blues-Legende Hubert Sumlin: "Steven can play man! If you watch his fingers, his fingers are just like mine. The man's a wizard. If you listen to his guitar it's talkin' to you". Und damit wär eigentlich schon alles gesagt. Kaufen!!
Aus Jena / Thüringen kommt die Band 'Second Floor', die mit 'Mirror
Of Time' nach einem 4-Track-Demo nun ihre erste komplette CD (in Eigenvertrieb) auf die
Beine gestellt hat. Second Floor beschreiben ihre Musik selbst als 'komplexe Arrangements,
progressive Anklänge, Einflüsse aus dem klassischen Heavy Metal mit melancholischen
Stimmungen und eingängigen Melodien'. Nun gut ... das klingt ja schon mal nicht
schlecht und ganz schön vielversprechend. Zuerst möchte ich mal sagen, dass die
Produktion für so ein selbstgebasteltes Erstlingswerk richtig professionell klingt. Okay,
der Sound ist sicher noch ausbaufähig (und wäre mit einem entsprechenden Plattenvertrag
sicher auch finanziell machbar), aber die Behauptung der Band, die Klangqualität von
'Mirror Of Time' würde über Demo-Niveau nicht hinausgehen, möchte ich so nicht stehen
lassen ... da habe ich schon ganz andere CDs in den Fingern gehabt, die um Klassen
schlechter waren. Ich finde es richtig gut. Aber interessant ist dann eher die Musik. Und
da erinnert mich der Opener 'Remember Me' irgendwie an die Siebziger-Krautrock-Zeit. Musik
ist okay, Gesang ist gewöhnungsbedürftig (so wie Anyone's Daughter in ihrer
Anfangszeit). Track 2 (Spiritual Salvation) klingt da schon vielversprechender und
erinnert mich von der Melodie her irgendwie an frühe Fury In The Slaughterhouse, als sie
noch richtig fetzigen Rock gemacht haben. Der Titel-Track 'Mirror Of Time' dann auch
wieder recht flott, hat aber schon ein paar Breaks und Tempowechsel drin. 'The Black
Stone' ist dann fast Prog-Metal und nach hinten hinaus wird's richtig klasse melodisch.
Mit 'Longing For Truth' kommt dann mein Lieblingsstück auf der CD. Richtig tolles
Prog-Stück. Auch 'Believe' ist ganz gut ... ziemlich heavy. Mit 'The Seal' kommt dann ein
Stück, mit dem ich nicht so arg viel anfangen kann. Ein eher langweiliges aber recht
flottes Teil. Weiteres Highlight ist dann 'The Darkness Ain't Dark With You'. Tolles
Keyboard am Anfang, dann fette Gitarren und auch der Gesang kann überzeugen. Leider mit
knapp über 4 Minuten das kürzeste Stück. 'This Feeling' ist dann auch wieder so ein
Stück, was mir nicht unbedingt gefällt. Erst am Ende wird's interessant. Die CD endet
dann mit dem fast 8-minütigen 'Cold Lake', bei dem die Prog-Fraktion wieder auf ihre
Kosten kommt.
Fazit: Mit 'Mirror Of Time' legen 'Second Floor' eine recht interessante und auch
abwechslungsreiche Erstlings-CD mit ein paar ganz wenigen Durchhängern vor, die sowohl
für Prog- (eher) als auch für Metal-Freunde (eher eingeschränkt) zum Antesten geeignet
ist. Zu haben ist die CD nur über die Band-Homepage für 10 Euro bei www.secondfloorband.de
.
Fish-Fans, die Mitte der 90er Jahre auf einem Fish-Konzert waren,
können sich sicher noch an die grandiose Vorband aus Augsburg erinnern, die Fish fast an
die Wand gespielt hätte (Fish legte aber damals bei seinem Auftritt noch einen drauf).
Das waren 'The Seer' und sie gibt es immer noch. Sie sind immer noch in der gleichen
Besetzung wie auf Ihrer Debut-CD 'Across The Border' (von 1995) und ich würde mal sagen,
viel geändert hat sich nicht. Musikalisch immer noch auf der fetzigen Folk-Welle mit
eingängigen Melodien und dem absoluten Wiedererkennungseffekt. Und genau das finde ich
etwas schade. 7 Jahre und viele CDs später ('Rise' ist meine vierte CD von The Seer und
ich glaube, ich habe mindestens eine ausgelassen) klingts noch genauso wie am Anfang und
eine Weiterentwicklung hat nicht stattgefunden. Na gut, man kann mir natürlich jetzt
vorwerfen, was soll diese Aussage, denn was gut ist, muss man ja nicht ändern. Aber ist
halt Geschmackssache. Deswegen mein Fazit:
Wer The Seer aus den Augen verloren hat, kann ruhig mal wieder eine Scheibe von den Jungs
kaufen, denn sie sind immernoch gut. Aber wer sich bis jetzt alles von The Seer gekauft
hat, könnte jetzt auch mal eine CD auslassen. Viel Neues gibt es nicht.
Lange nichts mehr gehört von der Augsburger Band 'The Seer'. In den
90ern waren sie ja mal Vorgruppe von Fish (und haben ihn fast an die Wand gespielt) und
auch zwei drei Headliner-Konzerte von den Jungs habe ich mir reingezogen. Seit ein paar
Jahren sind sie aber von der Bildfläche verschwunden und ich habe nichts mehr
mitbekommen. Nur durch Zufall (bzw. eines Newsletters vom Musikladen Frankfurt) habe ich
dann erfahren, dass die Band eine Live-CD veröffentlicht hat. Ich natürlich gleich
gekauft, in den Player gesteckt ... und ... in (positiven) Erinnerungen geschwelgt.
Aufgenommen wurde das Konzert im Park-Theater in Augsburg, also ein Heimspiel. Was man den
Besuchern auch irgendwie anmerkt. Textsicher, gute Stimmung, tolles Konzert. Und
natürlich diverse Highlights wie das immer wieder Gänsehaut erzeugende 'Wait For The
Day' und alte Heuler wie 'Across The Border', 'Man Behind Your Sky' oder 'Esmeraldas
Story'.
Tolle Live-CD. Für Fans ein MUSS und für alle noch nicht The Seer - Kenner ein schöner
Einstieg.
Serenity - Words Untold & Dreams Unlived
Serenity nennt sich selbst eine Melodic Progressive Power Metal
Band, kommt aus Österreich und hat mit 'Words Untold & Dreams Unlived' nach 2
Demo-CDs nun die erste offizielle Veröffentlichung geschafft. Produziert wurde die
Scheibe in den Dreamscape Studios von keinem Geringeren als Jan Vacik (dem Ex-Keyboarder
der Münchner Prog-Metal-Band Dreamscape), was schon mal einen richtig fetten Sound
verspricht. Die ersten paar Keyboard-Töne erinnern mich ein bißchen an Edenbridge ...
zum Glück aber nicht lange, denn der Opener 'Canopus 3' geht ziemlich schnell richtig ab
und geht tatsächlich eher in Richtung Power Metal. Noch mehr allerdings in diese Kerbe
haut 'Reduced', der nächste Song. Irgendwie kommt mir bei der CD ständig die Band 'Power
Quest' in den Kopf, und das liegt nicht alleine an der Stimme von Georg Neuhauser, der
echt eine 1:1 Kopie von Power Quest - Sänger Alessio Garavello sein könnte. Auch die
ganze Dynamik der Songs geht voll in diese Richtung. Wer sich also meine Power Quest -
Tipps schon zu Herzen genommen hat und begeistert war, kommt auch an Serenity nicht
vorbei. Auf die zwei Gast-Auftritte von Edenbridge-Gitarrero Lanvall hätte man allerdings
locker verzichten können. Der sticht irgendwie überhaupt nicht raus.
Serenity waren jetzt übrigens gerade zusammen mit Machine Men (oder so ähnlich, die
waren ja sowas von grottenschlecht), Communic (haben mich auch nur enttäuscht) und
Threshold (mit Alt-Sänger Damian Wilson) auf Tour. Leider durften sie nur als Opener
spielen und das grad mal ne halbe Stunde. Trotzdem haben sie mich auch live (im Gegensatz
zu den 2 danach folgenden Bands) überzeugt. Ich habe das Konzert in Reichenbach (bei
Stuttgart) miterlebt. Ein besonderer Gruß geht an den verkaufstüchtigen Sänger Georg
Neuhauser, der nach dem Serenity-Auftritt am Merchandise-Stand es doch noch geschafft hat,
die hübschen Kapuzen-Sweatshirts auszupacken und an den Mann (bzw. eher die Frau) zu
bringen :-)) Mehr Infos über die Band gibt es unter www.serenity-band.com.
Seven Steps To The Green Door - The Puzzle
Interessanter Name für eine Band und noch nie vorher gehört. Gut, CD ausgepackt und Booklet gelesen. Ah ja ... immerhin ein Name ist mir bekannt, nämlich Marek Arnold, der bei der Prog-Band 'Toxic Smile' an den Keyboards steht. Nun habe ich ja auf meiner Homepage schon 2 Toxic-Smile-CDs kritisiert und ich hoffe doch mal, dass Ihr alle schön artig gewesen seid und Euch die Scheiben zugelegt habt. Bevor Ihr jetzt aber 'blind' auch die hier vorliegende CD kauft, muss ich schon ein bißchen warnen, denn mit Prog-Metal im Stile von Toxic Smile hat 'The Puzzle' eigentlich recht wenig gemein. Nun sind mir ja die restlichen Musiker gänzlich unbekannt und ich habe gar keine Ahnung, aus welcher Musik-Richtung die jetzt alle kommen, aber ihre Instrumente beherrschen sie vorzüglich und es werden auch alle Möglichen Genres von ein bißchen Rap (beim Opener 'Everytime', der leicht nach Saga klingend beginnt und dann wie gesagt etwas rappig daher kommt), Reggae (der Song 'Sigrid'), schmalzige Ballade mit Klarinette ('Tell Me'), proggiger Longsong ('Days Run Away' mit nem geilen Gitarren-Solo), etwas rockig (At The End Of December'), instrumental und leicht angejazzt ('The Puzzle') und mit weiblicher Stimme ('Farewell', für mich das absolute Highlight auf der CD). Insgesamt eine äußerst abwechslungsreiche Scheibe auf hohem Niveau, auf der für alle Ohren was geboten wird. Nur auf den Hidden-Track nach 10 Minuten warten hätte ich persönlich jetzt verzichten können. Unbedingt antesten. Zu bestellen unter anderem direkt über die Band-Homepage.
Gast-Kritik von Siggi Greck
Das erste und bisher einzige Album der Band Seventh Key (die zweite CD soll
Anfang 2004 erscheinen) kann man jedem Melodic Rock-Fan nur ans Herz legen. Das Projekt um
den Kansas-Bassisten Billy Greer wurde von dem genialen Mike Slamer (City Boy, Steelhouse
Lane) produziert. Und das hört man. Billy Greer, der hier auch die Lead Vocals in
überzeugender Manier übernommen hat, konnte eine Reihe namhafter Musiker gewinnen:
Richard Williams (Kansas), Steve Morse (Kansas, Deep Purple), Phil Ehart (Kansas), Steve
Walsh (Kansas), Terry Brock (Strangeways, The Sign) und Mike Slamer. Hmm, Steve Walsh,
Mike Slamer, Billy Greer ... richtig! Streets!! Und so ähnlich kann man sich Seventh Key
auch vorstellen. Meine Anspieltipps: Missy, No Man`s Land, Forsaken und die wunderschöne
Ballade Broken Home. Übrigens: bei AOR
Heaven im Angebot für schlappe 6 Euro (Angebot bis 18.12.03). Für Freunde
dieser Musik sei darauf hingewiesen, dass AOR Heaven auch andere Superscheiben bis zum
18.12.03, solange Vorrat reicht, zu 6 Euro verkauft! Beispiele gefällig?: Terry Brock
-Back To Eden-, Giant -III-, Harem Scarem -Live At The Gods 2002-, Mecca -Mecca-, Jeff
Scott Soto -Prism-, Axe -The Crown-, Royal Hunt -Eye Witness-. Ich denke, da kann man
bedenkenlos zugreifen!
Kritik von Siggi Greck:
Das zweite Album von Seventh Key bietet wieder Melodic Rock vom
Feinsten. Der Kansas-Bassist Billy Greer sowie der geniale Mike Slamer sind wohl ein
Garant für gute Musik dieser Art. Billy Greer beschreibt es auf seiner Homepage ganz
treffend als ".. Kansas meets Streets meets Steelhouse Lane
". Da ist
eigentlich gar nichts mehr hinzuzufügen. In meiner Kritik zur Debüt-CD habe ich ja
bereits die Gesangsleistungen von Billy Greer gelobt. Es ist wirklich erstaunlich, was
dieser Mann für eine Stimme hat. Hört sich fast wie der Bruder von Steve Walsh an (man
könnte meinen, dass hier die Stimme durch das viele Zuhören abgefärbt hat, aber Billy
Greer hat bereits auf der ersten Streets-CD bei einem Stück die Leadvocals übernommen).
Waren bei der ersten CD noch andere Musiker beim Songwriting beteiligt, so haben die
Herren Greer und Slamer hier alles im Alleingang gemacht. Anspieltipps: "Always From
The Heart", "The Raging Fire" und "Winds Of War"
Für alle, die auf diese Art von Musik stehen (alles mit Mike Slamer wie City Boy,
Streets, Steelhouse Lane, Seventh Key) noch ein Tipp: Die Band "Wall Of Silence"
(auch ein "Baby" von Mike Slamer, allerdings wohl kaum noch zu bekommen).
Shadow Gallery - Carved In Stone
Nach einer eher mäßigen Debut-CD stellen die Ami-Proggies schon auf ihrer zweiten Scheibe (von 1995) klar, in welche Richtung die Entwicklung gehen soll. Prog-Rock der etwas härteren Art soll es werden. Und ich muß zugeben, daß sie das gar nicht schlecht machen. Getragene, teilweise recht vertrackte Songs mit bis zu 22 Minuten Länge machen auf jeden Fall Lust auf mehr von den Jungs.
1998, also nach längerer Schaffens-Pause kommt der Oberhammer von Shadow Gallery. 'Tyranny' klingt teilweise wie meine absolute Lieblings-CD (Metropolis II von DreamTheater), nur daß sie bereits ein Jahr vorher veröffentlicht wurde. Mit Unterstützung von James La Brie, seineszeichens Sänger von Dream Theater, ist dieses Teil produziert worden ... ob er sich vielleicht da ein paar Ideen geholt hat ?? Auf jeden Fall ist dieser Silberling ein MUSS für alle Prog-Freunde der Dream Theater - Richtung, und nachdem ich für DT's Metropolis 12 von 10 Punkten vergeben würde, gibts für 'Tyranny' ganz einfach die Höchstwertung von 10 Punkten.
Weitere 3 Jahre später, also 2001, noch ein Meisterwerk von Shadow Gallery. Verschachtelte Prog-Hämmer (wie Cliffhanger 2 ), zuckersüße Balladen (z.B. Colors) und das 34-minütige 'First Light' (Achtung: CD nicht rausnehmen, wenn nix mehr kommt ... nach ein paar Minuten Pause gehts mit einem grandiosen Instrumental-Finale weiter) ergibt eine CD ohne Schwachpunkt oder Durchhänger, die mir wohl noch Wochen und Monate Spaß machen wird. Ich entschuldige mich hiermit schon mal bei meinen Nachbarn, wenn sie immer wieder das gleiche hören müssen. Auch für 'Legacy' gibts ganz klar die Höchstwertung.
Viele Jahre mussten wir warten, bis endlich ein Nachfolger der sensationell guten 'Legacy' das Licht der Welt erblickt hat. Und das Warten hat sich mehr als gelohnt. Inhaltlich anschließend an die 1998'er CD 'Tyranny' (auf der schon Act I und Act II der Geschichte veröffentlicht wurden), also die Story über 2 Leute auf der Suche nach einer neuen Identität, gibt es auf Room V nun mit Act III und Act IV weitere 14 interessante Kapitel (beginnend 8 Stunden nach dem Ende von 'Tyranny'). Nett ist schon der instrumentale Opener 'Manhunt', bei dem einige 'Tyranny' - Zitate in Erinnerung gebracht werden. Und auch beim nächsten Song 'Comfort Me' gibt es ein Aha-Erlebnis (wegen dem Duett mit der Sängerin Laura Jaeger, die ja auch schon auf Tyranny mitgesungen hatte). Und in den insgesamt mehr als 75 Minuten gibt es einfach Shadow Gallery at it's best. Hart, soft, frickelig, melodisch, geile Gitarren-Soli, toller mehrstimmiger Gesang und und und. Muss man haben !! Und ... man muss die Special Edition haben, denn auf der Bonus-CD gibt es noch, neben einem 3-minütigen Drum-Solo (Joe's Spotlight), einem Solo-Stück mit akustischer Gitarre (She Wants To Go Home), einer kurzen Demo- und einer weiteren Akustik-Version einen 24 1/2 - minütigen Song namens 'Floydian Memories', bei dem von 'Pigs On The Wing', über 'Mother' bis zu 'Shine On You Crazy Diamond' und ein paar eigenen Parts kreuz und quer zusammengemischt wurde. Sensationell gut gemacht (und unterstützt von Arjen Lucassen, der auch ein bißchen singen und Gitarre spielen darf). Außerdem ist auch noch ein knapp 12-minütiges Quicktime-Video enthalten, in dem die komplette Story von Bassist Carl Cadden-James ausführlich erzählt wird. Danke Shadow Gallery für dieses tolle Package.
Shadow Keep - Corruption Within
Gerade mal 1 1/2 Jahre nach Gründung der Band und Top-Platzierungen im Internet in den mp3.com-Charts veröffentlichen Shadow Keep eine CD, die von Mr. Prog-Metal himself (Karl Groom, bekannt als Gitarrist von Threshold, Shadowland, Strangers On A Train und als Produzent u.a. von Moria Falls) in seinen (und Clive Nolans) Thin Ice Studios produziert wurde. Mr. Nolan (Pendragon, Arena, Shadowland und und und) darf sogar bei einem Titel die Keyboards bedienen (laut Booklet - zu hören ist das leider nicht). Musikalisch bewegen sich Shadow Keep im reinen Heavy Metal-Bereich und müssen sich vor anderen Größen in diesem Genre bestimmt nicht verstecken. Aber auf Dauer ist mir diese Art von Musik einfach zu eintönig.
Auch die zweite CD von 'Shadow Keep' wurde von Threshold-Mastermind Karl Groom produziert. Aber musikalisch sind sie auf 'A Chaos Theory' nicht reifer geworden. Immer noch gar heftiger Metal, der mit Prog nicht viel zu tun hat. Mäßiger Gesang und irgendwie klingen alle Songs gleich. Keine Ahnung, warum sich Karl Groom für die Band so einsetzt. Denn mit dieser Musik werden sie wohl den Durchbruch nicht schaffen. Dafür ist's einfach zu einseitig und mir eindeutig zu hart. Wegen der super Sound-Qualität und weil man auch mal Musik zum Bügeln braucht, gibt's von mir gerade noch ein 'na ja, es geht so'.
Ex-Clepsydra-Gitarrist Lele Hofmann überraschte die Prog-Welt ja vor Jahren schon mit seiner neuen Band 'Shakary' mit der hervorragenden Doppel-CD 'Alya'. Deswegen war ich auf 'The Last Summer' ganz schön gespannt. Aber irgendwie bin ich ein bißchen enttäuscht. Mit dem neuen Sänger Michael Branzino habe ich irgendwie so meine Probleme (er singt etwa so langweilig wie Andy Latimer bei Camel). Musikalisch ist Shakary auch weiterhin über jeden Zweifel erhaben. Klasse Songs, geniale Gitarren-Parts (was will man von Lele Hofmann auch anderes erwarten), aber irgendwie springt der Funke bei mir nicht so recht über, obwohl ich die Scheibe schon ziemlich oft gehört habe (ich muss aber zugeben, dass sie mir immer mehr gefällt). Clepsydra-Fans sollten auf jeden Fall zugreifen. Alle anderen sollten vielleicht vor dem Kauf mal hineinlauschen. Zu bestellen gibt es die CD bei meinem Kritiker-Kollegen Werner Wachtarczyk in seinem Progressive-Corner und wird (wie immer bei Werner) prompt geliefert.
Wer es aus unerfindlichen Gründen nicht geschafft hat, die beiden CDs des Ex-Gitarristen von Clepsydra, Lele Hofmann, zu kaufen (was zwischenzeitlich ziemlich schwierig bis unmöglich ist), hat jetzt die einmalige Gelegenheit, das nachzuholen. Denn sowohl 'Alya' (in Teilen) als auch 'The Last Summer' (komplett) wurden jetzt völlig neu aufgenommen, von Noel McCalla mehr als genial eingesungen (Kenner wissen ja, dass der gute Mann Nachfolger von Chris Thompson bei Manfred Mann's Earthband ist) und mit einem Gastauftritt von Arjen Lucassen und Steve Rothery veredelt. Veröffentlicht wurde das Teil jetzt unter dem Titel 'Shakary 2006' und ist sowohl für bereits 'alle Shakary-CD-Besitzer' als natürlich umso mehr für alle sonstigen Prog- und Clepsydra-Fans ein absolutes MUSS !! Zu kaufen gibt es die Doppel-CD unter anderem bei www.justforkicks.de, die auch noch pfeilschnell liefern. Nur geil das Teil !!!
Glam-Rock ist ja nicht unbedingt das, was sich ein eingefleischter Proggi so reinzieht. Aber mir geht es zumindest so, dass ich ab und zu nach dem ganzen 'komplizierten' Prog-Zeug eine CD einlegen muss, die die Ohren einfach nur durchbläst und Spaß macht. Und da kommt die Band 'Shameless' um den Münchner Bassisten Alexx Michael mit ihrem erfrischenden Rock 'n Roll ganz gut. Immerhin 4 Jahre hat es gedauert, bis mal wieder was von der Band auf den Markt geworfen wurde. Mit dabei sind Steve Summers und Stevie Rachelle (Vocals), ein gewisser B.C. und Michael Thomas an den Gitarren und Kari Kane sowie T Burr an den Drums. Aber auch die 'Gäste-Liste' lässt sich sehen. Jani Lane (Warrant), John Corabi (Motley Crue), Phil Lewis (LA Guns), Eric Singer (Kiss) und Keri Kell (Alice Cooper, Slash's Snakepit usw. und Mit-Produzent der CD) sagen dann schon, in welche Richtung die Scheibe geht. Wer mal wieder 42 Minuten fetten Rock 'n Roll braucht, sollte Shameless unbedingt mal antesten. Infos über die Band gibt's unter www.shamelessrock.com und auch bei MySpace sind sie natürlich vertreten.
Sharff, Billy - No Return From Snockville
Billy Sharff ist ein Musiker, Fotograf und
Filmemacher aus Cornish, New Hampshire, der schon 2 Lang- und mehr als ein Dutzend
Kurz-Filme produziert hat. Die Filme liefen be vielen Film-Festivals von England bis
Indien.
Seine musikalische Karriere begann, als er die Musik für seine Filme aufgenommen hat und
so gründete er eine R&B-Cover-Band, die Songs von Curtis Mayfield, Wilson Pickett und
Otis Redding nachspielte. Da fing er auch an, eigene Lieder zu schreiben, die er dann auf
Acoustic-Gigs und zusammen mit Gitarrist Isaac Luxon performte. 2006 begann dann die
Arbeit für das vorliegende Album No Return From Snockville.
Neben Gitarre und Violine, seine Hauptinstrumente zu der Zeit, erweiterte er sein
Repertoir auf mehr als 10 Instrumente von Saxophon bis zum Keyboard. Bis auf die
Schlagzeugparts auf 2 Songs hat er auch alle Lieder der CD komplett alleine eingespielt.
Insgesamt bewegt sich die CD im ruhigen Blues- und Folk-Bereich, wandert aber schon auch
mal in einen kernigen Rock ab (z.B. beim Opener Im Dead). Wunderschön
sind aber vor allem die gefühlvollen Balladen (Four Years, Jenny oder
auch Song To Sing When Feeling Blue) sowie der Schluß-Song The
End Of The Road, der mir persönlich besonders gut gefällt. Eine schöne Platte zum
genießen, bei dem auch die angenehme Stimme von Billy Sharff gefällt. Weitere Infos
gibts unter www.bsharff.com,
wo die CD auch käuflich erworben werden kann. Außerdem kann man natürlich in ein paar
MP3-Files reinhören.
Derek Sherinian, Ex-Keyboarder von Dream Theater und jetzt bei Platypus am Werk, beglückt uns, unterstützt u. a. von den Toto-Männern Steve Lukather und Simon Phillips mit einer reinen Instrumental-CD, die wohl nur für absolute Keyboard-Freaks interessant sein dürfte. Ziemlich schwer verdauliche Songs, die einem im Laufe der Zeit auf den Keks gehen. Und das Abdriften in Jazz-Gefilde gibt mir dann den Rest. Technisch auf jeden Fall brilliant gespielt, aber für Prog-Freunde eher nichts.
Sherinian, Derek - Black Utopia
Die letzte Scheibe von Ex-Dream Theater und Platypus - Keyboarder Derek Sherinian habe ich ja mehr oder weniger verrissen (und stehe da auch noch dazu) und hatte mir eigentlich geschworen, da kein Geld mehr zu investieren. Doch auf den Tip einer Geschäftskollegin, ob ich den kenne würde und die CD 'Black Utopia' wäre ganz toll, habe ich es dann halt doch nochmal gewagt und mir das Teil besorgt. Unterstützt von ein paar 'großen' Gitarristen (Yngwie Malmsteen, Zakk Wylde, Steve Lukather und !!! Al DiMeola), Billy Sheehan und Tony Franklin am Bass, Simon Phillips an den Drums (und als Co-Produzent) sowie Jerry Goodman an der Violine gibt's ein rein instumentales Album, das allerdings ganz schön kurzweilig ist. Von bretthart über elendes Gedudel bis hammergefühlvolle Stücke ist alles vertreten und zumindest mit gemischten (eher positiven) Eindrücken wandert die CD wieder aus dem Player und wird sicher noch ein paar mal im Laufe der Zeit rotieren. Glück gehabt, Herr Sherinian.
Musik aus Brasilien ist ja jetzt auf meiner Page nicht wirklich oft vertreten. Um nicht zu sagen ich habe so gar nix aus diesem Land zu bieten. Umso erfreuter war ich, als mir mein Kritiker-Kollege Roland Ludwig von Crossover eine CD der brasilianischen Band 'Shining Star' zukommen ließ. Also rein in den Player und mal lauschen. Der Opener 'Nightmare' klingt noch etwas gewöhnungsbedürftig, doch auffallend ist schon mal, dass der Sänger Lance King auf jeden Fall was kann und Gitarrist Fabio Rocha auch kein Schlechter ist. Aber ab dem zweiten Song 'Insanity' weiß man, wo der Hase lang läuft. Midtempo-Melodic-Rock im Stil von Balance Of Power (wen wundert's bei dem Sänger) oder ... mit Abstrichen Narnia (weil jetzt Narnia-Sänger Christian Rivel doch völlig anders singt). Absolute Highlights sind mit 'Insomnia' (so richtig zum mitwippen und mitsingen), der Ballade 'Never Too Late' sowie dem Schluss-Song 'Travel Through Time' auch vertreten. Wer die oben genannten Vergleichs-Bands mag, sollte Shining Star auf jeden Fall mal antesten.
Wer auf knackige, schnörkellose Power-Rock-Songs mit weiblicher Stimme steht, sollte unbedingt die neueste Scheibe der schwedischen Zweimann-Band (äh natürlich ein Mann und eine Frau) 'Shiva' antesten. Fette Gitarrenarbeit von Mats Edström und schöner dreckiger Gesang von Anette Johannson (die ab und zu ein bißchen an Kimberly Goss von 'Sinergy' erinnert), aber auch ein paar stille Momente (wie z.B. bei der genialen Ballade 'Losing My Child') machen 'Desert Dreams' zur besten MTM-Veröffentlichung in der letzten Zeit. Mehr über die Band gibt es unter www.shivahardrock.com und ich kann die CD allen 'Rockern' unter uns nur weiterempfehlen.
Eine neue Band aus dem Hause Unicorn Digital gibt es mit 'Signs Of One', die aus Quebec City stammt. 'Innerlands' ist bereits die zweite CD, das Erstlingswerk wurde unter Eigenregie produziert und verkauft und entzieht sich völlig meiner Kenntnis. 'Signs Of One' ist ein typischer Fünfer, also Vocals, Gitarre, Bass, Keyboard und Drums. Die CD beginnt recht mystisch mit dem 1 1/2 minütigen 'Reverie', das dann fast nahtlos in den nächsten Song 'Innerlight' übergeht. Das läuft ganz flott runter mit guter Rhythmus-Gitarre und mehrstimmigem Gesang und wird zum Ende richtig rockig. Ein wirklich guter Opener. Der Prog-Faktor ist aber noch nicht so hoch. Der folgt aber postwendend, nachdem der nächste (recht kurze) Song 'Frantic Memories' das Thema des Vorgängers weiterführt, mit 'Confusion' mit ein paar hübschen Breaks und Gitarren-Läufen. Hier scheint dann Teil 1 der CD zu Ende zu sein (alle Songs sind bis jetzt ineinander übergeganen und haben jeweils das Thema des vorherigen Songs weitergeführt). 'Wise Man' ist dann ein recht ruhiges Stück mit akustischer Gitarre und Keyboards, das mich am Anfang ein bißchen an Pink Floyds 'Welcome To The Machine' erinnert hat ... aber nur ganz kurz. Der Song wandelt sich zur Hammer-Ballade mit wirklich hervorragendem Gesang und tollem Gitarren-Solo. Alle weiteren Songs (insgesamt sind's 14 Stück) einzeln zu beschreiben, sprengt hier ein bißchen den Rahmen. Nur soviel sei gesagt ... es geht auf höchstem Niveau weiter. Weiteres Highlight ist sicher das Titelstück 'Innerlands', auch eher getragen, super gesungen und fett mit Gitarrensolo veredelt. Zwischendurch rockt es auch ziemlich heftig (=> 'Legends Lives') und progged gewaltig (bei den 2 längsten Songs, die beide knapp 9 Minuten Spieldauer haben). Für mich ist 'Innerlands' von 'Signs Of One' ganz sicher DIE Entdeckung des noch recht jungen Jahres und ich kann Euch die CD nur ans Herz legen. Eine Hörprobe gibt es auf der Band-Homepage (Achtung: PopUp zulassen!!) und bei MySpace.
CD reingelegt ... angehört ... sprachlos. Schon mal passiert ?? Wenn nicht habe ich einen Tip: Sigur Ròs mit der CD '( )' (nee, das ist kein Schreibfehler ... das Teil heißt wirklich so). Aber was will man erwarten. Das Cover ist Schwarz-Weiss gesprenkelt, das Jewel Case ist in einer weißen Plastik-Hülle verpackt, bei der die ( ) ausgestanzt sind. Rückseite ist weiß , die CD ist komplett weiß und das 12-seitige Booklet ist ... leer. Toll ... wie heißen die Titel? Wie heißen die Musiker? Wer hat's produziert? Was will uns der Künstler damit sagen ?? Einziger Hinweis ist der kleine Aufdruck www.sigur-ros.com auf der Rückseite des Booklets. Aber auch da gibt's nicht viele Informationen. Die Titel heißen Track 1, Track 2, Track 3 ... bis Track 8 und die anderen Fragen werden so gut wie nicht beantwortet. Na toll. Die Jungs kommen auf jeden Fall aus Island und mein erster musikalischer Eindruck war 'Björk hat sich einen üblen Drogen-Cocktail reingepfiffen und ist kurz vor'm Exodus'. Okay ... das war jetzt vielleicht etwas hart, aber mit 'Track 1' fühle ich mich echt in die psychedelische 70er-Zeit von Pink Floyd und Konsorten versetzt (wabernder, träger Keyboard-Teppich mit zirpsendem Etwas im Hintergrund und wimmernde Gitarre gibt einem den Rest kurz vor'm Abfliegen in andere Sphären). 'Track 2 geht etwa genauso weiter, nur dass plötzlich auch noch jemand 'singt' (meine Recherchen haben ergeben, dass das keineswegs Björk oder eine andere Frau ist sondern ein MANN !! Der arme Kerl, dem müssen sie bei der Aufnahme echt die Nüsse eingeklemmt haben bei so einer engelsgleichen Stimme). Der Hammer ist aber echt, daß ich die Scheibe wirklich mehrfach am Stück durchgehört habe, weil ich sowas bestimmt die letzten 25 Jahre nicht mehr erlebt habe. Diese wirklich faszinierenden Keyboards und Pianos, der Gesang dazu und die in über 70 Minuten kontinuierliche Steigerung (ab der Mitte der CD steigt plötzlich das Schlagzeug ein, dass ich vorher nicht wahrgenommen habe) bis zur Reinkarnation der Smashing Pumpkins (Track 7 klingt wirklich wie eine Session von der 'Adore'-CD) machen mich echt fast sprachlos. Geht einfach mal auf die o.g. Homepage von Sigur Ròs und klickt dort 'Lyrics' an ... im Hintergrund gibt's dann die entsprechenden Soundfiles. Und wenn ihr dann mehr wollt ... CD KAUFEN !!!!!
Je nach Art und Menge des eingenommenen Drogen-Cocktails zwischen
Schrott und Wahnsinn.
Hammer ... einfach Hammer. Die mit Abstand geilste Konzert-DVD in
meinem Regal ist ohne Zweifel 'Heima' der isländischen Band Sigur Rós. Noch nie was
davon gehört? Dann unbedingt nachholen und sich Stuff von den Jungs besorgen. Eine
CD-Kritik gibt es ja schon auf meiner Page. Aber das muss man einfach selbst erlebt haben.
Beschreiben ist echt schwierig. Musikalisch lässt sich Sigur Rós eigentlich mit nichts
vergleichen. Innovativ wie Pink Floyd in ihrer Anfangszeit, der Gitarrist bearbeitet sein
Instrument schon mal mit einem Geigenbogen und insgesamt ist es einfach nur Atmosphäre
pur. Irgend eine Sigur Rós-CD einlegen, Licht aus, Lautstärke hoch und einfach nur
wegschweben. So könnte man's vielleicht beschreiben.
'Heima' ist aber was ganz Besonderes. Nach einer ausgiebigen Welt-Tournee kam die Band in
ihr Heimatland zurück, um dort noch eine Reihe von kostenlosen und unangekündigten
Konzerten zu geben. Und die dann auch noch in teilweise außergewöhnlichen Locations wie
vor einem einsamen Bauernhaus oder bei einer Protest-Veranstaltung gegen Umweltzerstörung
in Island. Aber auch ein Riesen-Konzert in Reykjavik ist dabei. Und 'Heima erzählt von
diesen Konzerten mit zwischendurch Interviews oder grandiosen Landschaftsaufnahmen.
'Heima' sind 2 DVDs, wobei mir nicht so recht erschließt, warum 2 DVDs, denn teilweise
sind die Sachen identisch. DVD 1 ist dann aber mehr ein Film mit Konzert-Ausschnitten (und
mehr Interviews und Informationen) und DVD 2 ist mehr Konzerte und weniger anderes Zeugs.
Insgesamt sind das dann schlappe 250 Minuten Sigur Rós der außergewöhnlichen Art. Okay,
das Teil ist nicht gerade billig, aber wer noch einen draufsetzen will, sollte die
Super-Deluxe-Version mit 116-seitigem Fotobuch kaufen. Einfach nur toll. Ich kann das
jedem Musik-Freund nur ans Herz legen. Und ein tolles Weihnachtsgeschenk für liebe
Freunde wäre es auch. Ich bin auf jeden Fall total begeistert.
Ex-Sinner-Gitarrist Alex Beyrodt und Ex-Royal Hunt Sänger D.C. Cooper haben mit ihrer zweiten Silent Force - CD es immerhin geschafft, CD des Monats Dezember 2001 bei Rock Hard zu werden. Bei mir hat es die CD fast geschafft, Staubfänger des Jahres zu werden. Nach den ersten drei Songs habe ich mir echt überlegt, ob ich das Teil einfach als Bierdeckel verwenden soll. Aber wie es dann halt bei mir so ist, höre ich doch weiter und ich muß sagen, je länger die Scheibe läuft, desto besser wird sie. Ist mir Sänger D.C. Cooper am Anfang doch sehr auf die Nüsse gegangen (also Entschuldigung, aber am Anfang der CD singt er einfach grauenhaft) und musikalisch fand' ich es eine ziemlich billige Kopie von 'Statovarius meets Sonata Arctica but we copy only the terrible songs'. Aber die CD erfährt tatsächlich eine gigantische Steigerung, so daß ich am Ende der CD doch sehr enttäuscht war, daß das Teil schon aus ist. Naja, vielleicht gefallen mir die ersten paar Songs irgendwann auch noch. Insgesamt ein 'nettes' Power-Metal-Scheibchen.
Gary Barden (Praying Mantis und Ex-Michael Schenker Group), Bernie Torme und Bob Daisley (beide Ozzy Osbourne), Don Airey (Ex alles mögliche und jetzt bei Deep Purple), Bertram Engel (huch ... wie kommt der da rein ... aus der Band von Peter Maffay), dazu noch ein paar Gast-Musiker wie z.B. Colin Hodgkinson (Whitesnake), Marco Minnemann (Ex-H-Blockx) und Tommy Denander (Radioactive, Sayit und und und). Was kann man da erwarten ?? Und vor allem was bekommt man dann tatsächlich ?? Frage 1 muss jeder für sich beantworten. Frage 2 ist schnell erledigt: Auf knapp 46 Minuten gibt es 11 Songs in Richtung härterem Melodic-Rock, die allerdings mehrere Durchläufe brauchen, um wirklich zu begeistern. Neben kackigen Rock-Nummern (wie dem Titelsong) und einem Cover-Stück (Dance With The Devil) gibt es auch eine hammergefühlvolle Ballade (When The Lights Go Down). Wer vor etwas sperrigeren Scheiben nicht abgeschreckt wird obwohl er was leicht verdauliches erwartet, sollte zugreifen. Die CD gibt es bei AOR-HEAVEN.
Gast-Kritik von Georg Loegler
Spielzeit : 57:01
Plattenfirma/Vertrieb : Eigenveröffentlichung /USA
Zu dieser Band bin ich über das Forum auf kipwinger.com gestossen, als Matt Iorlano erwähnte, er sei ein Schüler von Rod Morgenstein gewesen. Davon ist auf dem vorliegenden Werk nichts zu merken, denn er ist lediglich Percussionist... SIMON sind ganz klar das Baby des Sängers,Gitarristen und Komponisten Steve Hartmann, der mit seiner Glatze und dem Gewand auf den schwarz-weissen Fotos aussieht wie ein thailändischer Mönch. Das Trio (Jru Breder spielt Bass) bietet hier auf 10 Songs (+ Ghost Track, der 1 Minute nach dem letzten Song plötztlich aus dem off ertönt) Folk(-Rock), der am ehesten mit der Musik von Michael Dickes vergleichbar ist. Steves eindringliche, manchmal jedoch auch fast zerbrechliche Stimme trägt die ausnahmslos melancholischen Songs. Ich habe ein Faible für solche ruhige Art von Musik, doch manchesmal sagt mir das phasenweile Gejaule nicht mehr so ganz zu und das Fehlen der Drums wirkt über volle CD Länge ermüdend. Eine kleine Band mit schönen Songs, die 10 $ kosten bei Matt Iorlano, 11 Lawrence Pl # 1, Brighton,MA 02135 USA. Homepage : www.simonband.com (Da es sich hier um eine Eigenproduktion handelt, moechte ich hier keine Wertung im üblichen Sinne vornehmen.)
Georg Loegler
Simon, Alan - Excalibur II (The Celtic Ring)
Nachdem die CD ja Excalibur II
heißt und auf dem Aufkleber 2nd Chapter of Alan Simon's Celtic Rock Trilogy steht,
müsste es ja eigentlich schon Teil 1 geben. Der ging an mir so völlig vorbei und ist
zumindest in den einschlägigen Online-Shops auch nicht mehr zu erhalten. Sei's drum ...
auf jeden Fall hat Excalibur II NICHTS mit der CD 'Excalibur' von und mit Michael Ernst
(siehe meine Kritik) zu tun, auch wenn man vielleicht auf diese Idee kommen können. Denn
auch auf der hier vorliegenden Scheibe machen Berge von Gast-Musikern bzw. ganzen
Gast-Bands mit. Genannt seien mal Jon Anderson (Yes), Alan Parsons (allerdings nur als
Produzent), Fairport Convention, John Helliwell (Supertramp), John Wetton (Asia, King
Crimson usw.), Justin Hayward (Moody Blues), Martin Barre (Jethro Tull), Barclay James
Harvest und so weiter. Eine recht nette Ansammlung wie ich finde ... nur sind die Leute
zum Teil überhaupt nicht herauszuhören, was ja eigentlich recht schade ist ... warum
läd man dann so charakteristische Musiker ein ??
Musikalisch ist Excalibur II eine insgesamt recht ruhige CD, die, keiner hätt's gedacht,
ziemlich oft in irischen bzw. schottischen Folk abdriftet (kein Wunder, bei dem Titel 'The
Celtic Ring'). Wer also auf solche Sachen steht, kann sich die Scheibe ruhig mal
reinziehen. Auf jeden Fall hält sie leider nicht das was die Horde an Gast-Musikern
verspricht.
Und wer ist eigentlich Alan Simon? Keine Ahnung. Auf jeden Fall hat er alle Songs
geschrieben. Tipps sind willkommen !!
The Bitch is back !!! Metal-Sängerin und Sinergy-Chefin Kimberley Goss hat mit ihren Jungs mal wieder zugeschlagen. Hat mich die Band auf der letzten Nightwish-Tour als Vor-Band schon mehr als überzeugt, bin ich jetzt felsenfest davon überzeugt, daß mit 'Suicide By My Side' nun endlich der Durchbruch im Power-Metal-Bereich zu schaffen ist. Mit dem Gitarren-Duo Alexi Laiho (Children of Bodom und gleichzeitig Kimberleys Lebensabschnittspartner) und Roope Latvala (weiß nicht wo der herkommt) gibt's massenweise Gitarrenriffs und Power-Metal-Hymnen bis zum Abwinken. Und der Gesang von Kimberley Goss passt einfach hervorragend zur Mucke. Kein opernhaftes Rauf- und Runter (wie z.B. bei Nightwish oder Edenbridge) sondern knallharter Rock-Gesang allererster Güte. Nachteil der CD ist eindeutig die Länge von nur etwas über 38 Minuten. Aber vielleicht ist das auch gut so, den für mich als verwöhnten Proggie wäre mehr Metal am Stück vielleicht auch zuviel und der Titel der CD wäre dann evetuell auch noch wahr.
Hat sich schon mal jemand gefragt, wie Motorhead klingen würde, wenn Lemmy eine weibliche Rock-Röhre wäre? Tja, all denen wird seit 1989 gedient, denn die Berliner Band Skew Siskin wütet seit Ende der 80er Jahre (mit einer kleinen 'Auszeit' im Jahr 2000 durch Bandauflösung und 2001 der Reunion) mit ziemlich knackigem Kick-Ass-Metal in der Musiklandschaft und als Sängerin ist Nina C Alice am Mikrofon und die macht tatsächlich ein bißchen den weiblichen Lemmy. Und jetzt gibt es ne neue Scheibe mit Namen 'Peace Breaker', und wenn man sich die Titel so auf der Zunge zergehen lässt wie z.B. 'Metal In Your Face', 'Ridin With The Devil' oder 'Hit You Harder' ist klar, dass es da auch textlich voll 'abgeht'. Richtig witzig finde ich aber den Song 'Eva Braun Is Back In Town' (zum Glück mit nem 'Stop Nazis!' - Zeichen daneben). Wer also von dem ganzen komplizierten Prog-Zeugs mal die Schnauze voll hat und mal wieder so ein richtig schnelles Gitarren-Gewitter über sich ergehen lassen will, sollte es mit Skew Siskin probieren. Danach sind die Gehörgänge wieder frei. Klasse.
Kritik von Siggi Greck:
Mit seinem neuen Projekt Slamer liefert der geniale Musiker Mike Slamer
(City Boy, Streets, Steelhouse Lane, Wall Of
Silence, Seventh Key) wieder eine tolle Scheibe für alle Melodic Rock Freunde ab.
Zusammen mit Terry Brock (Gesang, Ex-Strangeways, The Sign) und Billy Greer (Kansas,
Seventh Key) hat er die Songs geschrieben, die sich dann erwartungsgemäß in der
Schnittmenge Kansas, Streets, Seventh Key (allerdings etwas gitarrenlastiger) bewegen.
Terry Brock ist meiner Meinung nach einer der besten Sänger dieser Musikrichtung und mit
dem Multitalent Slamer (Guitars, Keyboards und Produktion) kann dann eigentlich auch nicht
viel schief gehen.
Anspieltipps: Superstar, Jaded, Nowhere
Land, Higher Ground
Also, Freunde des anspruchsvollen Melodic Rocks: Hier kann man nicht viel falsch
machen!
Zum Zeitpunkt des Kaufs dieser CD habe ich so um die 800 CDs. Und endlich gibt es mal Eine die mich sprachlos macht. Ich habe keine Ahnung, was ich zu dieser CD schreiben soll. Vielleicht nur die Fakten. Victor Smolski, den meisten Lesern wahrscheinlich völlig unbekannt, ist Gitarrist bei den Bands Rage und Mind Odyssey. Und er ist der Sohn des berühmten weissrussischen Komponisten Dimitri Smolski. Der Titel der CD 'The Heretic' bedeutet auf Deutsch übersetzt 'Der Ketzer'. Die CD wurde zusammen mit dem Weissrussischen Staatsorchester unter Leitung von Dimitri Smolski eingespielt (was für Musiker aus den Rage-Kreisen ja nichts ungewöhnliches ist). Die CD handelt von Hexenverbrennung und der Inquisition. Und nun bin ich mit den Fakten am Ende.
Und die Musik ??? Hmmm ... Also Victor Smolski wimmert und jammert und frickelt auf der Gitarre, das Staatsorchester spielt sich den A.... ab und seine Rage-Kumpels und er rezitieren auf Deutsch, Englisch und Russisch historische Dokumente. Noch Fragen ?????
Von mir nicht bewertbar (was nicht heißen soll, das die CD schlecht ist, höchstens äußerst gewöhnungsbedürftig).
Gast-Kritik von Georg Lögler
Spielzeit : 43:50 Plattenfirma/Vertrieb : Reveal Yourself
/Eigenproduktion
Vergleichbare Bands : Deftones, Faith No More
Melodic-Groove-Core bezeichnet die Ludwigsburger Formation ihren
Sound und stellt uns mit diesem (Konzept-)Album bereits ihre 4. Veröffentlichung vor.
Melodic stimmt- trotz hohen Härtegraden schwenkt man immer wieder auf Melodielinien ein,
wobei ich mich ertappe sie vor mich hin zu summen, z.B. "Release". Groove- ja
auch, die 13 Songs (die sich inhaltlich mit der Sichtweise von Personen befassen, denen
Jesus begegnet ist) zeichnen sich sich durch Drive, klar differenzierten und druckvollen
Sound aus. Core aua! Das ist ja nicht so mein Ding und da bin ich auch nicht der
Fachmann zu...aber wenn eine ganze Halle mit 2000 Leuten im Kollektiv ausrastet und wohin
ich auch immer blicke Leute mit SNUBNOSE T-Shirts durch die Luft fliegen sehe ( so geschen
in Owen auf der Rocknacht im März 2001), dann ist das wohl Core !
Der letzte Song erinnert mich an die FAMOUS B.BROTHERS und deren Album "The Dead Sea
Scrolls" habe ich schon vor 9 Jahren gelobt. Fazit : Die vier sehr engagierten
Christen haben hier ein überzeugendes Werk abgeliefert mit übrigens einem brilliant und
liebevoll gestaltetem Cover- und Bookletartwork. Leute, die etwas open-minded sind,
sollten die Band mal testen. www.snubnose.com
e-Mail : info@snubnose.com
Nach dem bemerkenswerten Debut 'Ecliptica', einer Tour mit Rhapsody und Stratovarius, und einer grottenschlechten Cover-Versionen-CD die keiner braucht legen die finnischen Power-Metaller ihre zweite offizielle Studio-CD vor, bei der man merkt, daß sie sich enorm weiterentwickelt haben. Super Speed-Hymnen mit geilen Keyboard-Läufen und Gitarren-Riffs gepaart mit einigen Balladen und einem 10-minütigen Longsong entlocken mir eine absolute Kaufempfehlung für Freunde von Bands wie Stratovarius oder Edguy.
Sonata Arctica - Winterhearts Guild
Begonnen als Stratovarius-Klon haben es Sonata Arctica jetzt wohl endgültig geschafft, aus dem Schatten ihrer Vorbilder herauszutreten und etwas eigenständiges zu machen. Klar, Sonata Arctica spielen immer noch Power-Metal, bei dem vor allem die Double-Bass-Drums im Vordergrund stehen, aber der Wiedererkennungswert wird immer höher. Schon beim ersten Song 'Abandoned, Pleased, Brainwashed, Exploited' denkt man nicht 'noch ne finnische Metal-Band' sondern 'aha ... Sonata Arcitca haben wieder was Neues gemacht'. Und so soll's ja auch sein. Geile Speed-Hymnen, tolle Ballade(n) und der jetzt schon fast obligatorische Long-Song ('Draw Me') machen dann eine tolle CD ohne Ausfälle und eine Kauf-Tip für Metal-Fans.
Obwohl Unstable Matter bereits das vierte Studiowerk der Franko-Kanadischen Prog- / Jazz- / Fusion-Band (neben einer Live-DVD) ist, bedeutet es für mich absolutes Neuland. Nun kann ich ja mit reinem Jazz nicht viel anfangen (um nicht zu sagen man kann mich damit jagen), deswegen war ich nach dem Studium des Beipack-Zettels und einigen Recherchen im Internet über die Vorgänger-CDs doch etwas mit Vorurteilen belastet. Nichts desto trotz habe ich mich an Unstable Matter gewagt und muss sagen, dass ich positiv überrascht bin. So richtig jazzig ist das alles gar nicht sondern geht doch in vielen Teilen in Richtung Rush goes Jazz, also fette Drums (durch Martin Maheux ... siehe auch meine Review über die CD Sybille von Martin Maheux Circle) und ziemlich geile Bass-Linien von Antoine Fafard, der auch alle Songs geschrieben und die CD produziert hat. Nicht zu vergessen aber auch Mark Tremblay an der Gitarre, der mehr als einmal zeigt, was er drauf hat. Und siehe da, auch das 3-Mann-Line-Up deutet ein bißchen auf Rush hin, allerdings ohne Gesang. Aber der wäre bei der Musik von Spaced Out auch eher unangebracht. Wer also auf fette Instrumental-Musik im Stil von jazzig-abgedrehten Rush steht, sollte Unstable Matter unbedingt antesten. Erschienen ist die CD bei Unicorn Digital (www.unicorndigital.com) und dürfte bei www.justforkicks.de zu erwerben sein, denn die haben so gut wie alle Unicorn-Veröffentlichungen auf Lager.
Die California-Proggies mit ihrer schon (wie der Name sagt) fünften CD. Aber irgendwie passen sie mir immer noch nicht. Vielleicht liegt es auch am Booklet, wo die Musiker ihre Lieblings-CDs usw. nennen dürfen und mir einfach zu oft der Name 'Beatles' vorkommt. Und wer sind die Beatles ???? Und irgendwie klingt Spock's Beard genauso schlecht. Allerdings gefällt mir die CD weitaus besser wie der Vorgänger 'Day for Night'. Vielleicht wird's ja doch noch irgendwann was mit den Jungs. Gute Ansätze sind auf jeden Fall erkennbar . Und wenn mich die eingeschworene Prog-Gemeinde jetzt zum Teufel wünscht: eher mäßig.
Bevor ich's mir mit der Prog-Gemeinde voll verscherze, versuche ich mal, das sechste Studio-Epos (ich habe hier die limitierte Box mit 3 CDs) etwas 'neutraler' zu kritisieren. Zuerst einmal möchte ich Spock's Beard loben, dass sie es endlich geschafft haben, ein reines Konzept-Album mit einer grandiosen Geschichte, die mich im weitesten Sinne irgendwie ein bißchen an 'The Lamb Lies Down On Broadway' von Genesis erinnert (und komischerweise auch die Musik in einigen Teilen) auf die Beine zu stellen. Bei der Story geht es (in ganz kurzen Worten) um einen Albino mit Namen John, der aber von allen Leuten 'Snow' genannt wird. Und als Gabe kann er in das Innere der Menschen sehen und ihr Leben voraussagen, geht als Erwachsener nach New York, freundet sich dort mit einem Schwarzen ('Harlem Knight') an, gründet mit ihm eine Organisation und hilft anderen Menschen, in dem er ihr Leben voraussagt. Leider kann er auch in sein eigenes Leben sehen und das (schlimme) was er sieht wird auch wahr. Er lebt auf der Strasse und ist dem Tod nahe. Aber seine Freunde, denen er geholfen hat, helfen auch ihm wieder, auf den richtigen Weg zu kommen. Da die ganze Geschichte auf fast 120 Minuten verteilt ist, ist das wirklich nur eine ganz grobe Zusammenfassung. Musikalisch ist's irgendwo typisch Spock's Beard, was natürlich vor allem an der etwas eigenwilligen Stimme von Neal Morse liegt. Aber aufgrund der Länge der Doppel-CD (CD 3 aus der Box beinhaltet 'nur noch' Live- und Demo-Songs) hat es auch ausreichend Platz, dass sich die Musiker gründlich austoben können. Insgesamt finde ich CD 1 recht unspektakulär, der eigentliche Höhepunkt kommt für mich erst bei CD 2, die durchgehend gut und hörenswert ist. Zusammen mit der tollen Geschichte muss ich somit zugeben, dass dies bis jetzt die mit Abstand beste Spock's Beard CD ist, die ich gehört habe (wobei ich offen zugebe, dass mir Spock's Beard bis jetzt überhaupt nicht gefallen hat). An 'The Lamb Lies Down on Broadway' kommt 'Snow' erwartungsgemäß natürlich nicht heran. Aber Prog-Freunde können angesichts der abwechslungsreichen Musik bedenkenlos zugreifen und diejenigen, die Spock's Beard bis jetzt nicht so gut fanden, sollten zumindest mal ein Ohr riskieren.
Der Ruf des Herrn an Neal Morse - Fluch oder Segen für die Band ?? Für mich aber ganz ganz deutlich ein SEGEN. Besser hat Spock's Beard zumindest nach meiner Meinung nie geklungen. Fand ich die Ami-Band früher (abgesehen von der letzten CD 'Snow') langweilig bis schlecht und erst mit der Solo-CD von Keyboarder Ryo Okumoto kam etwas mehr Klasse von den Bärten, bin ich von 'Feel Euphoria', die von Drummer Nick D'Virgilio eingesungen wurde, richtig begeistert. Schon der Opener 'Onomatopoeia' ist rockiger als alles, was Spock's Beard jemals gemacht haben. Und die scheibe geht gerade so weiter. Geniale Songs, prima instrumentiert (und vor allem gesungen) und sogar der Longsong (das 6-teilige und 20-minütige 'A Guy Named Sid') gefällt mir wirklich ausgezeichnet. Okay, ein paar Durchhänger sind natürlich auch vorhanden (z.B. das seicht-poppige 'Shining Star') aber bei einer Gesamt-Spielzeit von über 74 Minuten (inclusive der 2 Bonus-Tracks) ist das nicht verwunderlich. Und zur limitierten Papp-Box gibt es dann auch noch eine Bonus-CD in Form eines Samplers von InsideOut mit 11 Titeln von Steve Hackett bis OSI (aus den teilweise erst kommenden Veröffentlichungen aus dem Jahr 2003). Ich würde mal sagen: Für Spock's Beard eine erstaunlich gute Scheibe.
12 Songs verteilt auf 55 Minuten ... und Tschüss Prog-Rock ?? Auf jeden Fall ist auf der neuesten Bärte-CD kein Long-Song im alten Stil mehr vertreten, sondern lauter 3 1/2 bis fast 7 - Minüter (zum Teil auch noch in mehrere Parts unterteilt), die es aber zum Teil trotzdem in sich haben. Ich glaube, Spock's Beard haben jetzt endgültig ihren Post-Morse-Stil gefunden. Und der gefällt mir zu großen Teilen ausgesprochen gut. Schon der Opener 'The Ballet Of The Impact' ist 'trotz' seiner Kürze (von immerhin auch 5 1/2 Minuten) zwar recht seicht aber vielleicht auch deshalb richtig gut (und vor allem von Nick D'Virgilio toll gesungen). Und auch das folgende 'I Wouldn't Let It Go' geht in die gleiche Richtung, ein toller melodischer Song. Weitere herausragende Stücke sind 'She Is Everything' (mit knapp 7 Minuten auch das längste Stück auf der CD), das eher bombastische 'Of The Beauty Of It All', 'Watching The Tide' und 'As Long As We Ride', das sogar etwas rockt. Was mir aber vor allem an den neuen Spock's Beard gefällt ist, dass das ganze früherer 'chaotische' zugunsten von ruhigen, melodischen Stücken fast komplett verschwunden ist. Gut, Frickel-Orgien-Liebhaber werden somit mit den Bärten nicht mehr allzuviel anfangen können ... mit diesem neuen Stil werden die Jungs aber mindestens genauso viele neue Fans gewinnen können. 'Octane' gibt es übrigens auch als Limitierte Special Edition (als Doppel-CD mit 27 Minuten zusätzlichen Bonus-Tracks sowie einem Video über die Aufnahmen von 'Octane'.
Gähn .... Schnarch ... Gedudel. Ein absoluter Rückfall in alte Spock's Beard - Zeiten ist in meinen Augen diese CD, die mich 77 Minuten lang einfach nur gelangweilt hat. Klar haben die Jungs ihre Instrumente absolut perfekt im Griff und auch Sänger Nick D'Virgilio erweckt immer mehr den Eindruck, dass Ex-Sänger Neal Morse echt ersetzlich ist. Aber musikalisch ist das wirklich ein totaler Rückschritt gegenüber dem Vorgänger 'Octane', der mir (als bekennender Nicht-Spock's Beard - Fan) ja ganz gut gefallen hat. Leider nix für mich aber bestimmt was für alle eingefleischten Spock's Beard Fans.
Springsteen, Bruce - The Rising
The Boss is back. Und nach über 10 Jahren hat er mal wieder eine CD mit seiner E-Street-Band eingespielt (u.a. mit Nils Lofgren und 'Little Steven' van Zandt). Und unter den Eindrücken der Ereignisse des 11. September 2001 gibt's auf 72 Minuten meist gediegenere bis traurige Stücke (z.B. 'Into The Fire', 'Paradise' oder 'My City Of Ruins') aber auch Songs voller Hoffnung (wie z.B. 'Let's Be Friends', das sogar etwas orientalisch beginnt). Mir ist die CD (z.B. im Vergleich zu Sprigsteens Highlight 'The River') viel zu depressiv. Aber Springsteen-Fans werden ihre helle Freude daran haben. An den Musikern und an der Produktion ist natürlich nichts auszusetzen. Und dass der CD ein Extra-Booklet mit den ins Deutsche übersetzten Texten beiliegt, finde ich wirklich klasse. Da könnten sich andere Künstler ein Stück davon abschneiden.
Kritik von Siggi Greck:
Ein hervorragende Leistung bietet der Kiss-Sänger und -Gitarrist auf seiner 2. Soloscheibe. Harter, melodischer Rock gemischt mit gefühlvollen, manchmal sogar etwas schmalzigen Balladen. Die Songs stammen allesamt vom Meister selbst, unter Mithilfe von Desmond Child und Andreas Carlsson. Für Liebhaber von harter, melodischer Rockmusik sehr empfehlenswert. Einziges Manko: die 10 Songs bringen es gerade mal auf eine Laufzeit von 33 Minuten (da hätte das ebenfalls geniale 1. Soloalbum aus dem Jahr 1978 mit 9 Songs und 35 Minuten Laufzeit noch locker Platz auf der CD gehabt).
St. James, Rebecca - Transform
Gast-Kritik von Georg Lögler
Spielzeit : 53:06 Plattenfirma/Vertrieb : Forefront Records
Vergleichbare Bands : Cindy Bullens, Margaret Becker
Der Gitarrist von EXTOL, einer christlichen Death Metal Band hat
sich in Ennepetal diese CD angehört- sie gefiel ihm nicht, so dachte ich, es könnte was
für mich sein...Rebecca St James, die gerade mal 23 Jahre alte Australierien,
veröffentlicht hiermit bereits ihr 5. Album ! Unterstützt durch mehrere Ausnahmemusiker
wie Dann Huff (der das Album z.T. auch produzierte) oder Bob Halligan (der u.a. für ICON
Songs schrieb, und 1991 auch eine Solo-Scheibe rausbrachte) ist in Nashville ein total
überzeugendes Album entstanden. Die sympathische Frau mit dem strahlenden Lächeln und
der phasenweise engelsgleichen (bisweilen aber auch cool-lässigen) Stimme hat hier erneut
12 hervorragende Songs (mit-)komponiert und niemand im säkulären Lager kriegts mit...
Allein die 2 Highlights "Reborn" oder "One" würden mit einem guten
Video und entsprechender Promotion für ein paar 10.000 Absätze in Deutschland sorgen.
Doch da diese Scheibe nur im christlichen Buchhandel erhältlich ist, wird auch dieses
fantastische Album einer breiteren Käuferschicht unbekannt bleiben. Was schade ist, denn
die Platte gefällt mir dermassen gut, dass ich hier eine Note im absoluten Spitzenbereich
auf der "Roland Leicht" Skala vergeben muss.
Erwähnt werden sollte unbedingt noch, dass Rebecca St. James sich immens für diverse
Organisationen einsetzt und sie mit ihrer Band die ERSTE (!) westliche Künstlerin
überhaupt war, die in KIRGISISTAN (!!!) letzen Monat Auftritte hatte.
Eigentlich heißt 'Star One' vollständig 'Arjen Anthony Lucassen's Star One' und somit ist wohl jedem klar, dass hier Ayreon-Mastermind A.A. Lucassen dahintersteckt. Warum er diese Scheibe jetzt unter einem anderen Namen als 'Ayreon' veröffentlicht hat, wird wohl ewig sein Geheimnis bleiben, denn was anderes als 'Ayreon' kann auch hier nicht drinstecken. Die gleichen Musiker (Lucassen, Ed Warby, Eric Norlander), altbekannte GastsängerInnen (Sir Russell Allen, Damian Wilson, Dan Swanö und Floor Jansen) und natürlich der unverwechselbare Ayreon-Sound. Fette Keyboard-Passagen, geile Gitarren und ein Super-Damian Wilson machen dann eine Mischung aus 'Universal Migrator Pt. 2' und 'Into The Electric Castle', also metal-angehauchte Songs mit einigen Prog-Anleihen. Ayreon-Freaks dürfen bedenkenlos zugreifen. Alle anderen sollten sich vielleicht zum Einstieg eher die 'Electric Castel' kaufen. Die Scheibe gibt's auch als limitierte Doppel-CD. Dort ist dann ein Hawkwind-Medley (mit Hawkwind-Original-Sänger Dave Brock), ein paar Mixe bzw. alternative Versionen und eine grottenschlechte Version von Bowies 'Space Oddity verewigt.
Star One - Live On Earth (CD + DVD)
Wer einen Haufen Geld in der Tasche übrig hat und nur halbwegs was mit Ayreon und Konsorten anfangen kann, sollte sofort in den nächsten CD-Laden rennen und sich die Star One - Box mit Doppel-CD und DVD besorgen. Denn für 25 Euro (soviel habe zumindest ich bezahlt) gibts neben einem kompletten Konzert auf Doppel-CD (mit einer Gesamt-Spielzeit von knapp 2 Stunden) das Ganze plus zusätzlichem Material noch als 150-minütige DVD (aufgenommen mit 3 Kameras). So kommt man in den doppelten Genuss von einem Best Of Ayreon / Star One mit toller Besetzung (als Sänger treten u.a. Russell Allen und Damian Wilson auf), wobei vor allem die DVD mit toller Bild- und Tonqualität (Dolby 2.0) überzeugt. Sensationelle Box die man als Prog-(Metal-) Fan haben MUSS. Dafür gibt's von mir die Höchstwertung.
Stewart, Chaz - The Angel Falls
Hoffentlich kritisiere ich jetzt endlich mal ne CD, die wirklich keiner kennt. Neulich war ich auf dem Konzert von Ex-Runrig-Sänger Donnie Munro und der hatte eine ganze Batterie von Ausnahme-Musikern dabei. Zu erwähnen wären z.B. Foss Patterson (Ex-Fish und Ex-Camel-Keyboarder), David Paton (Ex-Fish-Bassist), Dave 'Squeaky' Stewart (wohl noch bei Fish und Ex-Camel-Schlagzeuger) und auch zwei Gitarristen, von denen einer ziemlich cool in der Gegend rumgewimmert hat. Und eben Dieser wurde dem Publikum als 'The famoust Guitar-Player of Scotland' vorgestellt. Und er durfte dann auch ein Instrumental-Stück seiner Solo-CD spielen. Die erste Minute dieses Songs hat mich dann dazu veranlasst, den Saal fluchtartig zu verlassen ... allerdings nicht, weil der Junge so schlecht war, sondern um zum Merchandising-Stand zu rennen und die CD zu kaufen, bevor sie ausverkauft ist (ich habe dann die vorletzte Scheibe bekommen). Wie es nun mal bei Gitarristen-CD so üblich ist, wollen die Jungs zeigen, welche Stilrichtungen sie draufhaben. Und Chaz Stewart macht das natürlich genauso. Und er kann von Country bis Prog einfach alles. Und zwar in einer Art und Weise, die jedem die Klappe runterfallen läßt. Ich frage mich nur, warum Fish nach Amerika gehen muß, um einen mittelmäßigen Gitarristen einzukaufen (John Wesley), wenn ein genialer Typ sozusagen nebenan wohnt. Rätsel über Rätsel. Aber ich habe einen Gitarristen mehr kennengelernt, der sein Handwerk versteht. Und seine (bisher einzige) CD ist absolut hörenswert.
Storyteller - Corridor of Windows
GAST-KRITIK VON MICHAEL DOSTER
Nanu? Fängt jetzt auch das MTM-Label an, alte Aufnahmen auszugraben? Ich hoffe doch nicht, daß etwa das neue "Material" ausgegangen ist. Na gut, es muß ja nicht heißen, daß ältere Produktionen wegen ihres Alters schlecht sind - manchmal ist ja eher das Gegenteil der Fall. Storyteller war in den 80'ern und Anfang der 90'er eine bekannte Band in Los Angeles und an der Westküste. Nachdem sie von Don Arden (seinerzeit der Manager von Black Sabbath) entdeckt wurden, haben sie mit Jeff Glixmann, seines Zeichens der Produzent von Kansas und E.L.O. in den Top-Studios von L.A. gearbeitet. Allerdings gingen die Band und das Management wegen diverser Meinungsverschiedenheiten schnell wieder getrennte Wege. Bis auf drei Titel (ohne Zeitangabe) stammen alle Lieder aus den Jahren 1988 - 1990. Diese Songs sind allesamt ähnlich und heben sich zum Teil deutlich von den 3 (vermutlich später aufgenommenen) Tracks ab. Storyteller bietet soliden Rock mit interessanten Ansätzen und Anflügen von Prog-Elementen, die allerdings (und zu meinem Bedauern) nur sehr sparsam gestreut sind - gelegentlich muß man schon etwas genauer hinhören, um z.B. Gitarrenriffs im Stile eines Trevor Rabin oder David Gilmour, oder den typischen, fetten Sound von Everon zu entdecken. Die drei (neueren) Tracks sind deutlich moderner und etwas progressiver gefärbt, als der Rest - absoluter Anspieltip ist das 7 minütige "Wait Till You Find Me", das die ganze Bandbreite der Band aufzeigt. Die Band bietet sehr gute Ansätze und hätte sicher das Potential, auch heute noch interessante Werke abzuliefern - aber leider war wohl ein ausverkauftes Konzert Silvester 1990 der Höhepunkt ihrer Karriere.
Die finnisch-schwedisch-deutsche Power-Metal Combo Stratovarius (meine absoluten Lieblinge aus dieser Musik-Richtung) beglücken uns in ihrer 'kreativen Auszeit' mit einem Sammelsurium aus hier bisher unveröffentlichten Bonus-Tracks aus Japan und Frankreich, Songs von Tribute-Alben, einer Live-Version von 'Hunting High and Low' sowie 4 neuen Krachern. Stratovarius-Fans aber auch Leute die diese Band noch nicht kennen aber auf fetzigen Power-Metal stehen, können bedenkenlos zugreifen. Neben den 4 neuen Songs, die locker auf den letzten Veröffentlichungen Platz gehabt hätten haben mich vor allem die Rainbow-Cover 'Kill the King' (nahe am Original) und 'I Surrender' sowie die Live-Version von 'Hunting High and Low' (von der letzten CD 'Infinite' - absoluter Kauftip) begeistert. Außerdem wurde das Teil zum 'Special Price' auf den Markt geworfen und es somit 70 Minuten Stratovarius zum Schnäppchen-Preis gibt.
Nach einer längeren Schöpfungspause haben sich die finnischen Power-Metaller um Timo Tolkki mal wieder zurückgemeldet. Aber warum diese Pause eingelegt wurde, ist mir nach dem Hören von 'Elements Pt. 1' nicht ersichtlich. Die Musik haben Stratovarius in dieser Zeit sicher nicht neu erfunden, denn der Wiedererkennungswert (z.B. zum Vorgänger-Album 'Infinite') ist dann doch ziemlich hoch. Mit der Single-Auskopplung 'Eagleheart' geht's schon recht munter à la 'Hunting High And Low' los und die Scheibe rotiert so ohne richtige Schwachpunkte mal schneller, mal langsamer dahin um so ziemlich am Ende zum eigentlichen Höhepunkt 'Elements', mit 12 Minuten dem längsten Stück, zu kommen. Das wird wohl die neue Live-Hymne auf den geplanten Konzerten ab April 2003. Fazit: Stratovarius haben in den letzten 2 CD-losen Jahren wenigstens nichts verlernt. Aber ich hätte doch ein paar neue Elemente auf 'Elements' erwartet. Aber der wahre Stratovarius-Freund wird sicher nicht enttäuscht sein. Eindeutig die erste Liga des Power-Metal. Elements Pt. 2 ist übrigens auch schon im Kasten, wird aber erst später veröffentlicht. Übrigens sollte man sich die limitierte Box (mit dem 3-D-Cover) besorgen. Dort ist dann noch eine Bonus-CD (mit 2 Demo-Songs und einem neuen Stück), ein Aufkleber sowie ein Extra-Booklet mit eingepackt.
Gähn ... viel mehr fällt mir zu 'Elements Pt. 2' wirklich nicht ein. Der Opener 'Alpha & Omega', in sehr getragenem Tempo ja noch ganz nett. Aber dann ... nur Wiederholungen und Selbst-Kopien von älteren Stratovarius-Songs. Wirklich bei jedem Lied kommt einem der Gedanke ... das habe ich schon mal gehört ... das ist doch 'Hunting High And Low', das ist doch 'Millennium', die Ballade hatten wir doch vor Jahren schon mal ... und so weiter und so weiter. Zur Geldvermehrung der Finnisch / Schwedisch / Deutschen Jungs bestimmt gut geeignet (denn der Strat-Fan wird wieder blind zugreifen und sich bestimmt die mega-super-luxus Box mit 2. CD, extra Booklet und Aufkleber kaufen) ... aber der Nachwelt dürfte nichts fehlen, wenn die CD schnell in Vergessenheit gerät. Schade eigentlich. Nach Jahren der 'Regeneration' von Stratovarius hätte sicher mehr drin sein können als ein billiger Abklatsch von sich selbst ... außerdem geht mir Sänger Timo Kotipelto sowas von auf den Sack, weil er besonders oft probiert, die hohen Töne zu treffen (und kann es einfach nicht). Genug gemeckert ... will ja nicht mit allen Stratovarius-Fans Ärger bekommen.
Stream Of Passion - Embrace The Storm
Wo Arjen Lucassen draufsteht, ist normalerweise geile Musik drin. Und wenn dann auch noch seine letzte Sängerinnen-Entdeckung Marcela Bovio (siehe meine Ayreon-Review zu 'The Human Equation') mitmachen darf und ein paar unbekannte aber hungrige Musiker (Lori Linstruth - Gitarre, Johan van Stratum - Bass, Alejandro Millan - Piano und Davy Mickers - Drums) zeigen, dass sie einiges drauf haben, kommt eine neue Band namens 'Stream Of Passion' heraus, die zwar auf der derzeitigen Musik-Welle 'Frau singt dramatischen Metal' mitschwimmen (Nightwish, Evanesence, Within Temptation, After Forever und wie sie alle heißen sind ja gerade voll der Renner), sich aber vor allem wegen der mehr als deutlichen Handschrift von Arjen Lucassen (der alle Songs geschrieben hat .... Marcela Bovio steuerte die Texte bei) aus dieser Masse mehr als herausheben, wobei die gute Marcela nicht nur einmal eher eine wahnsinnige Ähnlichkeit mit Anneke van Giersbergen hat, wobei man die Musik mit The Gathering nicht unbedingt vergleichen kann. Dafür ist 'Stream Of Passion' zu hart. Freunde des weiblichen Metal-Gesangs müssen hier genauso zugreifen wie Ayreon-Anhänger. Denn beide Lager kommen voll auf ihre Kosten. Und dann gibt es 'Embrace The Storm' noch in einer 'Special Edition', und zwar mit Bonus-DVD, die man eigentlich auch haben muss. Dort sind dann neben einem knapp 30-minütigen 'Making Of ...' noch Demo-Recordings, ein Musik-Video von 'Passion' und weiterer Schnickschnack verewigt. Muss man haben.
Stream Of Passion - Live In The Real World (Doppel-CD und DVD)
Wie wir Proggies ja alle wissen, ist 'Stream Of Passion' ein weiteres Projekt (oder besser gesagt eine neue, anscheinend eigenständige Band) von Ayreon-Mastermind Arjen Lucassen mit immerhin einem Studio-Output. Und da das für eine Live-Tour ja ein bißchen wenig ist, heißt die Live-CD im Ganzen eigentlich auch 'Stream Of Passion Featuring Ayreon'. Und auch das stimmt nicht ganz, denn ein bißchen Star One und meiner Meinung nach auch Ambeon (also die ganze Palette des Schaffens von Arjen Lucassen) ist ebenfalls vertreten. Und genau das ist für mich zumindest bei der CD-Version ein bißchen das Manko. Denn sind die CDs der einzelnen Projekte in sich stimmig und passend, kommt mir das Konzert doch etwas willkürlich aneinandergereiht und zusammgestückelt vor. Viel besser allerdings und lange nicht so störend ist das alles in der DVD-Version, denn zusammen mit den tollen optischen Eindrücken (und damit meine ich nicht nur das Aussehen der drei Damen auf der Bühne, nämlich Sängerin Marcela Bovio, ihrer Schwester und Background-Sängerin Diana Bovio sowie der mehr als attraktiven Gitarristin Lori Linstruth) kommt das komplette Konzert irgendwie ganz anders rüber und ist wirklich begeisternd. Vor allem finde ich klasse, dass mein absoluter Ayreon Lieblings-Song 'Computer Eyes' vertreten ist (auch wenn die Version mit Sängerin Diana Bovio etwas gewöhnungsbedürftig aber keineswegs schlechter ist) und dass Ausnahme-Sänger Damian Wilson (Ex-Threshold und Ex-Landmarq und auf diversen Ayreon-Outputs vertreten) auch noch einen tollen Auftritt hat. Für diejenigen die nicht alles haben müssen, möchte ich also eher die DVD-Version empfehlen, die insgesamt sicher der bessere Kauf ist. Zusätzlich gibt es nämlich dann auch noch einen 5.1 - Sound, eine Foto-Galerie, ein 'Behind The Scenes', nen Video-Clip sowie ein Tour-Tagebuch.
Gast-Kritik von Siggi Greck
Endlich sind sie da. Die beiden Studio-Platten der legendären
Band Streets sind auf CD erschienen. Die Band um Sänger Steve Walsh, der 1981 Kansas
verlassen hatte, brachte im Jahr 1983 ein sehr gutes Debutalbum heraus. Neben Steve Walsh
(Vocals, Keyboards) waren folgende Musiker an dem Projekt beteiligt: Mike Slamer (Ex-City
Boy: Guitars), Billy Greer (Bass, Vocals) und Tim Gehrt (Drums). Streets liefern hier
erstklassige Musik ab, die eher als "Melodic Rock" bezeichnet werden muss, und
selbstverständlich von der überragenden Stimme des Sängers getragen wird. Meine
Anspieltipps: If Love Should Go, Lonely Woman`s Cry, Cold Hearted Woman, So Far Away und
Fire. Einziger Schwachpunkt der Platte: Nur knapp 38 Minuten Laufzeit.
Gast-Kritik von Siggi Greck
1985 erschien die zweite und zugleich letzte Studioarbeit von
der Band Streets. Mit dieser Platte schafften sie es, das Debutalbum noch zu toppen.
Während auf der 1. Veröffentlichung das Songwriting noch vorwiegend von Steve Walsh war,
kann man diese 2. Platte als gelungener Zusammenarbeit mit Mike Slamer bezeichnen. Absolut
genial: The Nightmare Begins, Broken Glass (Traumballade) und I Can`t Wait. Schwach
wiederum die viel zu kurze Laufzeit.
Streets - King Bisquit Flower Hour
Gast-Kritik von Siggi Greck
Der Vollständigkeit halber sei auch auf die Live-Platte von
Streets hingewiesen. Diese Konzertaufzeichnung stammt aus dem Jahre 1983 und enthält
Material aus der 1. Studio-Platte sowie einige nicht veröffentlichte Songs. Diese CD ist
inzwischen mit veränderter Songreihenfolge auch unter dem Titel "Shakedown" als
"Nice-Price CD" erschienen.
Ziemlich gefreut habe ich mich über die neue CD von Gitarrist Daryl Stuermer (den die Meisten ja von Genesis- und Phil Collins-Konzerten kennen ... und wer kennt nicht das geniale Gitarren-Solo von 'Old Medley' von der Genesis-Live-CD 'The Way We Walk Vol.2 oder von 'An Island In The Darkness' aus der Strictly Inc.-CD von Tony Banks). Ziemlich enttäuscht bin ich aber, seit ich die CD gehört habe. Kein Vergleich zu den tollen und gefühlvollen Sachen, die Daryl Stuermer dort spielen durfte. Jazzig angehaucht und fast 'lieblos' runtergedudelt, wie leider die meisten der Solo-CDs von begnadeten Gitarristen sind. Schade eigentlich. Da hätte ich einfach mehr erwartet. Muss man echt nicht haben. Und wahrscheinlich ist der Kleber auf der CD mit 'Best known as guitarist of GENESIS and PHIL COLLINS' nur deswegen drauf, dass die Leute blind kaufen und nicht vorher reinhören. Ein Schelm der Böses dabei denkt ...
Tommy Shaw, James Young, Todd Sucherman, Glen Burtnick, Lawrence Gowan und Chuck Panozzo, so die aktuelle Besetzung der alten Heuler 'Styx'. Wie der Name der CD schon sagt, haben wir es hier (schon wieder) mit einer Live-CD von Styx zu tun. Allerdings haben es Styx vermieden, nur die gleichen Songs auf CD zu brennen, die schon auf der 97'er 'Return to Paradise' - Live-CD vertreten waren. Deswegen kommen wir nun in den Genuss, so verkannte Highlights wie 'High Enough (Original von den Damn Yankees mit Tommy Shaw), 'Love is the Ritual' (von Glen Burtnicks Solo-CD 'Retrospectacle' bzw. dem Styx-Album 'Edge of the Century'), 'Sometimes Love Just Ain't Enough' (von Patty Smyth / Don Henley) oder 'Sing for the Day', die sonst auf Styx-Live-Alben nicht vertreten waren. Komischerweise ist aber von der letzten Styx-Veröffentlichung 'Brave New World' nichts auf der CD drauf, obwohl die Konzert-Mitschnitte (von Tokio, Offenbach und Edmonton) eindeutig von der Brave New World - Tour stammen. Die Soundqualität ist überragend und somit möchte ich auch dem Styx-Fan, der schon alles hat, diese CD ans Herz legen.
Es waren meine Musik-Götter Styx, die in den Siebzigern und Anfang der Achtziger Jahre ein paar richtig geniale Schallplatten (für alle die das nicht mehr kennen ... das waren so große schwarze Scheiben mit einem kleinen Loch in der Mitte wo mit einem hochkomplizierten Gerät Musik herausgekratzt wurde) rausgebracht haben. Lange war es dann ruhig um die Jungs doch nach wohl größerem Ärger mit Ur-Mitglied Dennis DeYoung (der es wohl voll mit dem Rest von Styx verschissen hat und nicht mal mehr auf der Homepage erwähnt wird) gibts mal wieder einen Studio-Output. Die ersten Reviews die ich gelesen habe, überschlagen sich vor Freude über eine hammergeniale CD und so weiter und so weiter. Aber ich möchte allen, die diese Kritiken schon gelesen haben, ein bißchen die Illusion nehmen. So toll ist 'Cyclorama' dann doch nicht. Da ich Dennis DeYoung ja eh als besten Mann von Styx angesehen habe (er hat immerhin die besten Styx-Songs geschrieben, die jetzt auf den Konzerten auch alle nicht mehr gespielt werden), fehlt jetzt natürlich was entscheidendes ... seine geniale Stimme. Tommy Shaw oder Glen Burtnik kommen da halt doch nicht ran. Und auch die Songs dümpeln - bis auf wenige Ausnahmen - auch im mittelklassigen Bereich rum. Schade eigentlich. Da wäre sicher mehr dringewesen. So ist's für mich doch eher (gemessen an anderen Styx-Scheiben) eine Enttäuschung.
Styx - Return To Paradise (DVD)
Kritik von Siggi Greck
"Return To Paradise" ist ein sensationelles Konzert einer meiner
Lieblingsbands. Die Originalmitglieder Dennis De Young, Tommy Shaw, James Young und Chuck
Panozzo sowie Todd Suchermann (Drums für den verstorbenen John Panozzo), die sich nach 13
Jahren Trennung im Jahr 1996 reformiert haben, bieten hier ein Konzert der Meisterklasse.
Einfach phantastisch die Stimmen der beiden Sänger Dennis De Young und Tommy Shaw. Styx
bieten eine sehr emotionale Show und Dennis De Young untersteicht immer wieder seine
Qualitäten als Entertainer. Der Konzertmitschnitt enthält alle "Hits" der Band
wie z.B. "Grand Illusion","Come Sail Away", "Babe",
"Renegade" und das unvermeidliche "Boat On The River". Über 100
Minuten, Dolby 5.1 - Geniales Konzert!
Styx - The Complete Wooden Nickel Recordings (Doppel-CD) (Styx, Styx II, The Serpent Is Rising, Man Of Miracles)
Kritik von Siggi Greck:
Für alle Freunde von Styx ist eine Doppel-CD mit den ersten 4 Scheiben der
Amerikaner erschienen, die ursprünglich auf dem Label Nickel Recordings
erschienen sind. Bevor sich Styx zu einer der großen Melodic-Rockbands der späten 70er
und frühen 80er Jahren entwickelten, verdienten sie sich ihre ersten Sporen mit einer
Mischung aus Heavyrock, Progressive Rock und Bombastrock. An den ersten Versuchen der Band
kann man sehr gut nachvollziehen, in welche Richtung es mal gehen sollte. Die Doppel-CD
enthält das selbstbetitelte Debüt der Band aus dem Jahre 1972. Dieses Werk beginnt
gleich mit dem über 13minütigen Movement For The Common Man das die ganze
Variabilität der Band unterstreicht. Purer Heavy Rock mit symphonischem Progressive Rock
vereint. Ebenfalls enthalten ist das Stück Best Thing. Dieses Stück wurde
bereits zu Zeiten der Styx-Vorgängerband TW4 von Dennis De Young und James Young
komponiert. Laut Booklet wurde der Entdecker und spätere Produzent der Band, Bill Traut,
durch dieses Lied auf die Gruppe aufmerksam. An den Anfängen kann man schon die
späteren Styx erkennen. 1973 erschien dann das Album Styx II, auf
dem der erste Hit Lady enthalten war. Auf der CD ist hier noch der Bonustrack
Unfinished Song enthalten. Ebenfalls 1973 erschien das nächste Album
The Serpent Is Rising. Der Stilwechsel vollzog sich langsam weg vom
progressiven und hin zum härteren Sound. Mehr und mehr sind auf diesem Album auch die
Styx-typischen Chorgesänge enthalten. Diese Entwicklung setzte sich mit dem 1974
erschienenen Man Of Miracles fort. Die ersten 4 Alben der Band wurden alle in
der Besetzung James Young (Guitars, Vocals), Dennis De Young (Keyboards, Vocals), John
Curulewski (Guitars, Vocals), Chuck Panozzo (Bass) und John Panozzo (Drums) aufgenommen.
Die 4 ersten Alben von Styx in remasterten Versionen für unter EUR 20,-- - sehr
empfehlenswert für alle Liebhaber dieser Band, die nun seit mittlerweile 33 Jahren meist
sehr gute Musik macht!
Aufgrund eines Tips habe ich mir diese CD gekauft. Aber sorry Iris, damit kann ich nicht so arg viel anfangen. Mittelalter meets Heavy mit deutschen Texten. Songtitel wie 'Das Opfer', 'Unterm Galgen', 'Grabrede', 'Minne', 'Die Hexe' oder 'Henkersbraut' weisen schon darauf hin, in welche Richtung die Texte diese Band aus Podsdam gehen. Musikalisch erinnern sie mich auf dieser Live-CD manchmal an Rammstein, allerdings sind auch Folk-Elemente erkennbar. Interessant ist, daß teilweise mittelalterliche Instrumente zum Einsatz kommen. Ich glaube ich mag zwar die Musik der Band, aber der Sänger geht mir mit seiner monotonen Art ziemlich schnell auf den Keks. Gute Musiker sind es allemal.
Endlich mal wieder so ein richtiger Lichtblick im Prog-Metal-Sektor. Die holländische Band 'Sun Caged' haben mich mit ihrem Erstlingswerk, produziert von Arjen Lucassen (also Herrn Ayreon), voll überzeugt. Gekauft habe ich mir die Scheibe eigentlich nur, weil Gitarrist Marcel Coenen auf der letzten Hubi Meisel - CD (EmOcean) so toll gespielt hat und ich wissen wollte, wie seine Stamm-Band ist. Die Jungs gehen voll in Richtung Dream Theater (ohne natürlich so perfekt zu sein) oder auch Symphony X. Es geht also schon ganz ordentlich zur Sache und ein paar Songs (wie z.B. der Opener 'Sedation') gehören zu den besten Prog-Metal-Sachen, die ich in den letzten Jahren hören durfte (und ich habe einige CDs in der Richtung im Player gehabt). Sicher gibts auch zwischendurch ein paar kleine Durchhänger, die aber bei einer Gesamtspielzeit von 59 Minuten auf einer Debut-CD erlaubt sind. Zu kaufen gibt es die CD bei AOR-Heaven.
Sunstorm (feat. Joe Lynn Turner) - Sunstorm
Kritik von Siggi Greck:
AOR (wie man so schön sagt) vom Feinsten bietet
hier Joe Lynn Turner mit seinem Projekt Sunstorm. 12 Songs, die jedem Melodic Rock-Fan das
Herz höher schlagen lassen. Am Songwriting haben neben Joe Lynn Turner so namhafte Leute
wie Jack Ponti, Jim Peterik und Dan Huff mitgewirkt. Auf dem Album sind ausserdem mit
Heart Over Mind und Fist Full Of Heat zwei Songs enthalten, die
von dem leider schon verstorbenen, genialen Van Stephenson geschrieben und auch schon
interpretiert wurden. Auch Klasse, das Cover von Marilyn Martin`s 80er Jahre Hit
Night Moves (die älteren erinnern sich vielleicht noch). Der Rest sind alles
auch hervorragende, neu aufgenommene Titel, die aber teilweise schon vor Jahren für bzw.
von Turner geschrieben wurden und in irgendeiner Schublade landeten. Uneingeschränkt
empfehlenswert, allein schon wegen der Superstimme von Joe Lynn Turner!
Anspieltipps: Alle
Die zweite CD der deutschen Prog-Band Sylvan ist trotz ihrer unbestrittenen Qualitäten lange nicht so interessant wie das Erstlingswerk (Deliverance). Der Sänger hat auf jeden Fall dazugelernt und ist lange nicht mehr so nervig, aber musikalisch ein kleiner Rückschritt. Ausflüge (wenn auch nur kurze) in Richtung Jazz passen irgendwie halt nicht zu Prog-Rock. Aber trotzdem keine schlechte CD.
Mit der Hamburger Prog-Band 'Sylvan' hatte ich bis jetzt ein
bißchen meine Probleme. Das Debut-Album 'Deliverance' (aus dem Jahr 1998) fand ich
musikalisch teilweise obergenial, wobei aber der Gesang von Marco Glühmann sehr
gewöhnungsbedürftig war. Die zweite CD ('Encounters' aus dem Jahr 2000) war dann
vom Gesang her viel überzeugender aber die Ausflüge in den jazzigen Bereich konnten bei
mir keine so großen Freudensprünge hervorlocken und insgesamt war 'Encounters' auch
musikalisch nicht ganz so mein Fall. Und wieder 2 Jahre später gibt es nun 'Artificial
Paradise' und ich schiebe die CD in meinen Player mit der Hoffnung, dass der Gesang so gut
geblieben ist und Sylvan ihren Musikstil gefunden haben. Knapp 70 Minuten für 9 Titel
geben schon mal einen guten 'Prog-Schnitt'. Und mit dem ca. 9-minütigen 'Deep Inside'
geht's auch schon gut los. Keyboard mit Gesang, grooviger Bass toller Schlagzeug-Rhythmus,
im Mittelteil ein schönes Gitarren-Solo ... der Song ist absolut das Beste, was Sylvan
bis jetzt veröffentlicht haben. Weiter geht's mit 'That's Why It Hurts', wo es nochmal 7
Minuten gerade so weitergroovt (und mich vor allem der Gesang von Marco Glühmann
überrascht ... so gut war er noch nie). 'Strange Emotion' ist dann ein nettes
'Fast-Pop-Liedchen', das zum Verdauen der sagenhaften ersten 16 Minuten aber gerade recht
kommt. Bei 'Human Apologies' kommen, für Sylvan eher ungewöhnlich, plötzlich fette
Gitarren zum Einsatz, dazu ein paar knackige Breaks, zwischendurch Keyboard-Teppiche und
ein gefühlvoll wimmernde Gitarre ... alles was das Prog-Herz begehrt (und somit ein
weitere 8 Minuten Highlight auf der CD). 'Timeless Traces', das fünfte Stück auf der CD,
ist vielleicht das Sylvan-typischste Stück. Zumindest erinnert es mich am ehesten noch an
die 'alten Zeiten' von 'Deliverance'. Super gespielt und gesungen. Hier merkt man ganz
deutlich, dass sich Sylvan eindeutig noch verbessert haben. 'I Still Believe', mit etwas
über 3 Minuten ein 'Short-Track', gibt dann wieder eine kleine Verschnaufpause. Und als
ob ich es befürchtet habe ... der Beginn von 'Around The World' geht wieder voll in
Richtung Jazz (was ich ja gar nicht mag). Aber zum Glück ist's nur ein ganz kurzer
Ausflug und der Rest des Songs ist richtig relaxed (weil sehr akustisch und mit toller
Melodie). Das zweiminütige 'Souvenirs' (ich weiß nicht ob ich dazu 'die obligatorische
Ballade' sagen soll ... aber dafür ist das Stück - nur Gesang und Klavier - eigentlich
zu kurz) ist wunderschön und geht nahtlos in das über 20-minütige Titelstück
'Artificial Paradise' über, das ich ganz schlicht nur als 'Meisterwerk' bezeichnen kann.
Prog in Vollendung von (eher) sanft bis (manchmal) hart, viele Instrumental-Parts, ein
paar klassische Elemente, super Gesang.
Mein Fazit nach knapp 70 Minuten fällt ganz einfach aus: Mit 'Artificial Paradise' haben
Sylvan ein kleines Prog-Meisterwerk abgeliefert. Musikalisch mindestens noch eine Klasse
besser als 'Deliverance' und mit 'Encounters' überhaupt nicht zu vergleichen. Und neben
den perfekten Musikern begeistert jetzt auch der Gesang. Chapeau für Sylvan !!!! Noch
eine kleine Steigerung und für die nächste CD gibt's die Höchstpunktzahl.
Vom Vorgängeralbum 'Artificial Paradise' war ich ja schwer angetan und eine Steigerung war für verwöhnte Prog-Ohren auch kaum mehr möglich. Deswegen war ich dann doch sehr gespannt, was die Hamburger Band 'Sylvan' jetzt als nächstes veröffentlicht. Und ich kann es relativ kurz machen. Wer 'Artificial Paradise' mochte, wird auch an 'X-Rayed' seine helle Freude haben. Toller Opener ('So Easy'), langsamere Stücke (z.B. 'So Much More'), härtere Songs (wie 'Lost'), ein Langweiler ('Belated Gift'), ein Hammer-Long-Song ('Given - Used - Forgotten' knapp 13 Minuten) und ein krönender Abschluss ('This World Is Not For Me'). Auch wenn Sylvan mit 'X-Rayed' meiner Meinung nach jetzt keinen weiteren Schritt nach vorne gemacht haben (was auch schwierig wäre), würde ich die Scheibe mal als bisheriges Highlight der Prog-Szene bezeichnen. Und die Live-Quali