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CD-Kritiken-Archiv U - Z & Sampler
Und noch ein neues Pferd im Stall von Unicorn Digital. Dieses mal aus Australien. Wer hinter Unitopia genau steckt, habe ich leider nicht so ganz rausgefunden. Es scheinen aber Mark Trueack und Sean Timms zu sein, die mit Hilfe von weiteren Musikern wie Matt Williams (Gitarre, Gesang), Shireen Khemlani (Bass und Gesang), Monty Ruggiero und Tim Irrgang an den Drums sowie dem Multi-Instrumentalisten Mike Stewart eine ziemlich geniale Neo-Prog-Scheibe veröffentlicht haben. So ne Schnittmenge aus Magellan, For Absent Friends, Big Big Train und gesanglich ab und zu etwas Yes ... also eine ziemlich gute Mischung. Absoluter Über-Song ist bestimmt das 12-minütige 'Justify', aber auch durchweg alle anderen Songs sind wirklich klasse. Eine gute Stunde tolle Unterhaltung ohne einen Durchhänger und genau meine Musik. Infos über die Band gibts auch unter www.unitopiamusic.com. Kann man fast blind kaufen!
Alle Arena-Fans die nicht wissen, dass Gitarrist John Mitchell noch ein kleines Nebenprojekt am Laufen hat und sogar singen kann, bekommen jetzt Aufklärungsunterricht. The Urbane ist die Band von John Mitchell, in der er neben der (logisch) Gitarre auch noch die Lead-Vocals übernimmt und Keyboard spielt. Ausser ihm sind noch 3 weitere Musiker involviert (Bass, Drums, und weitere Keyboards), deren Namen mir allerdings überhaupt nichts sagen. Und nach 'Neon' (von 1999, damals noch als Trio) ist 'Glitter' bereits die zweite Scheibe. Gut, wer 'Neon' kennt, dem erzähle ich jetzt nichts neues. The Urbane spielen nicht einmal annähernd Prog-Musik sondern ... wie soll ich sagen ... vielleicht flotten Gitarren-Pop-Rock der unbeschwerten Art. Nett zum nebenher hören aber auch nicht mehr. Ganz lustig ist die Cover-Version von Cyndi Laupers 'Time After Time', die richtig flockig daherkommt. Ansonsten alles solide gespielt aber nichts was mich vom Hocker reisst ... aber wie gesagt ... The Urbane haben mit Prog-Rock auch gar nichts am Hut.
Wer erinnert sich nicht an seine Jugend und an Ultravox (Vienna, Dancing with tears in my eyes, Hymn) oder Visage (Fade to Grey). Und wer steckte dahinter ?? Midge Ure. Sein 2000er-Album 'Move Me' knüpft nahtlos an den Vorgänger 'Breathe' (Titelsong wohl allen bekannt aus der Swatch-Werbung) an und musikalisch hat Midge Ure mittlerweile genauso viel mit Ultravox oder Visage zu tun wie ich mit Pur oder Wolfgang Petry. Fast durchgehend super Songs (vor allem das härtere Instrumentalstück 'Monster') in hervorragender Sound-Qualität. Eine richtige CD zum relaxen und genießen. Übrigens ist Midge Ure vor allem live ein begnadeter Gitarrist (was ich auf der Breathe-Tour feststellen durfte). Ein Konzertbesuch kann ich nur empfehlen (allein wegen der Hard & Heavy-Version von 'Fade to Grey' und dem Alltime-Klassiker 'Vienna').
Ex-Ultravox-Sänger Midge Ure, einer meiner Top-Favoriten, mit einem Konzertmitschnitt aus dem Jahre 1991 (veröffentlicht allerdings erst 1999 und jetzt als Import bei Amazon zu haben). Neben einigen Ultravox-Heulern (wie Lament, Dancing with Tears in My Eyes oder Vienna) wird vor allem die damals erschienene CD 'Pure' dargeboten. Für einen Midge-Ure-Einstieg ist die Scheibe hervorragend geeignet und ich gehe mal davon aus, daß nach dem Hören dieses Teils mindestens die Hälfte zum nächsten Midge Ure-Konzert pilgern werden. Der Mann ist live wirklich ein Erlebnis. Schade ist nur, daß die Heavy-Metal-Version von 'Fade to Grey' (jaja, das von Visage - das war auch Midge Ure) nicht auf der CD ist, obwohl dieser Hammer-Song bei jedem Konzert gespielt wird.
Gast-Kritik von Siggi Greck:
Sehr gefreut habe ich mich über die Veröffentlichung der DVD von Midge Ure. Ich habe ihn leider noch nie live gesehen, habe aber schon einige Lobeshymnen auf seine Konzerte anhören müssen. Die DVD hat eine Laufzeit von 140 Minuten und glänzt durch einen hervorragenden Sound (selbstverständlich Dolby Surrround 5.1). Die DVD enthält ein komplettes, wirklich hervorragendes Konzert aus dem Jahr 2001 mit überragenden Songs, darunter z.B.: "Fade To Grey", "Breathe", "Monster", "Vienna"(Duet mit Russel Watson), "Hymn",...(jetzt hör ich wohl besser auf). Die Songs sind alle deutlich gitarrenorientierter als zu Ultravox-Zeiten. Midge Ure ist stimmlich voll auf der Höhe und seine Band weiss ebenfalls zu überzeuten.Neben dem Konzert gibt es auch einige Specials: Acoustic-Versionen von "No Regrets", "Vienna" und "Dancing With Tears In My Eyes". Dazu kurze Statements von Midge Ure zu einigen Songs. Ausserdem noch die Videos zu "Beneath A Spielberg Sky" und "Move Me".
Die DVD macht wirklich Spass. So muss nach meiner Meinung eine gelungene DVD-Produktion aussehen.
Ich oute mich jetzt mal als absoluten Uriah Heep-Fan, war nicht die erste Schallplatte die ich mir gekauft habe 'Return To Fantasy' aus dem Jahr 1975 (wenn mich nicht alles täuscht). By the way ... wer nicht mehr weiß was ne Schallplatte ist ... das sind die großen schwarzen Dinger mit dem kleinen Loch in der Mitte und den Rillen :-). Klar, seit diesen jetzt über 30 Jahren sind einige üble Scheiben der Jungs über die Ladentheke gegangen und Ärger in der Band, Tot des früheren Sängers David Byron, Ausstieg von Kopf und Keyboarder Ken Hensley und lauter solche Sachen sind auch an der Band nicht spurlos vorübergegangen. Aber mit 'Wake The Sleeper' haben die Jungs einen relativ großen Wurf gemacht. Jetzt in der Besetzung Mick Box (Gitarre als einziges übriggebliebenes Urgestein), Trevor Bolder (Bass und auch schon länger dabei), Phil Lanzon (Keyboards ... und der macht seine Sache richtig gut, toller alter Hammond-Sound), Bernie Shaw (Vocals, macht auch keinen schlechten Job) und Russell Gilbrook (Drums, der hält das Niveau der Band locker) feuern die Jungs ein Feuerwerk an Rock-Hämmern raus, bei denen mancher Jung-Musiker vor Neid erblassen wird. Einfach klasse und der gute alte Sound der Band wurde prima getroffen. 'Wake The Sleeper' könnte man also locker übersetzen mit 'die alten Herren sind erweckt worden'. Hat zwar jetzt wenig mit Prog zu tun aber wer so ein alter Knochen ist wie ich und die Band noch aus den früheren Jahren kennt, wird ebenso begeistert sein wie ich. Muss man haben.
Valensina/Valentine - Valensina/Valentine
Gast-Kritik von Siggi Greck
1999 erschien diese CD als eine Gemeinschaftsarbeit der
holländischen Musiker Robby Valentine und Valensia. Ich erwähne diese CD hier nur, da
ich von ihr dringend abraten möchte. Mehr als einige wenige gute Ansätze bietet dieses
Album nicht, und wer sich, so wie ich, eine CD auf dem Niveau der Robby Valentine-CDs
erhofft, wird hier bitter enttäuscht. Ich konnte nur 1 Song ausmachen, der in etwa diese
Qualität erreicht ("Free"). Deshalb: Finger weg!
Valentine, Robby - Robby Valentine
Gast-Kritik von Siggi Greck
Das Debüt von Robby Valentine von 1992 besticht durch brillianten
Melodic-Rock. Das phantastische temporeiche Keybordspiel des Holländers sucht
seinesgleichen. Aus seiner Liebe zu den frühen Queen macht er keinen Hehl, wobei er
trotzdem seinen eigenen Stil entwickelt hat. Klar sind Ähnlichkeiten da. Höhepunkte
dieser ersten von bisher insgesamt sechs CD's sind die Stücke "The Magic
Breeze" und "The Gift Of Life".
Vor seiner Solo-Karriere war Robby Valentine Mitglied bei der holländischen Band Zinatra.
Viele von Euch haben Ihn vielleicht auch schon auf der CD von Ayreon - Into The Electric
Castle gehört, ohne es zu wissen. Hier war er am Piano.
Leider sind wohl inzwischen alle CD's von Robby Valentine schwer zu bekommen, wie Roland
auch erfahren musste. Aber vielleicht werden sie ja nochmal aufgelegt.
Und mein Kommentar dazu:
Der Meinung von Siggi kann ich mich nur anschließen. Ein wirklich geniales Album (Queen
meets Styx). Und die 9 Punkte sind absolut gerechtfertigt. Tja, und wie Siggi schon
ausgeführt hat, ist es fast unmöglich, von Robby Valentine eine (bezahlbare) CD zu
bekommen. Nicht mal in seinem Heimatland Holland gibt es was. Bei AOR-Heaven war mal was
im Programm, aber meine Bestellung wurde leider mit der Aussage 'da haben wir seit Monaten
keine Nachlieferung mehr bekommen ... das wird wohl nichts' nicht ausgeführt. Lediglich
ein paar Japan-Pressungen (natürlich für ein Schweinegeld) sind noch bei AOR-Heaven zu
bekommen. Und bei Ebay werden die Teile auch für ne Menge Geld ersteigert.
Valentine, Robby - The Magic Infinity
Gast-Kritik von Siggi Greck
Auch mit seiner 2. CD aus dem Jahre 1993 hat Robby Valentine
eine hervorragende Arbeit hingelegt. Nicht ganz so bombastisch wie auf dem Debut geht
diese Scheibe mehr in Richtung "melodischer Rock-Music". Trotzdem enthält auch
dieses Album sehr gutes Material, das ich bedenkenlos empfehlen kann. Anspieltipps
erübrigen sich, da die Platte sehr ausgeglichen ist, das allerdings auf hohem Niveau.
Gast-Kritik von Siggi Greck
Ab seiner 3. CD von 1995 verzichtete Robby Valentine auf
seinen Vornamen und nannte sich nur noch "Valentine". Im Gegensatz zu seiner 2.
CD "The Magic Infinity" gehen die Songs auf dieser Platte wieder mehr in
Richtung Bombast, also wieder was für alle Freunde der Queen zu "Bohemian
Rhapsody"-Zeiten. Gleich mit dem ersten Titel "God" liefert Valentine
wieder ein absolutes Meisterwerk ab, mein absoluter "All-Time-Favorite". Was
sich in diesem Song alles abspielt, einfach sagenhaft. Ich möchte an dieser Stelle
nochmal erwähnen, dass Valentine keineswegs ein billiger Queen-Abklatsch ist. Er hat
absolut seinen eigenen Stil entwickelt. Die anderen Titel sind ebenfalls sehr stark.
Leider wohl nur noch mit sehr viel Glück (und noch mehr Geld) bei ebay zu ergattern.
Gast-Kritik von Siggi Greck:
Auf seiner 4. CD von 1997, die leider nur in Japan erschienen ist, zeigt Robby Valentine erneut sein musikalisches Talent. Alle Songs wurden von ihm komponiert. Neben den Vocals spielt er auch die meisten Instrumente selbst. Die Titel erinnern teilweise wieder sehr stark an die guten alten Queen, wobei Robby aber nie wie eine billige Kopie klingt. Er hat einen eigenen Stil entwickelt, der aber wohl nur in Japan seine Anhänger findet. Die Übersongs auf dieser CD sind meiner Meinung nach "I Believe In Music" (wunderbar abwechslungsreich, mit einem Super-Keybordsolo), "Christmas In Heaven" (toll-schmalziges Weihnachtslied!!) und "Concerto For The Unconditional Love" (nicht in Worten zu beschreiben). Also, alle die auf bombastischen Klassik-Rock a la Queen stehen, können hier bedenkenlos zugreifen (falls sich die Gelegenheit bietet).
Valentine, Robby - No Sugar Added
Gast-Kritik von Siggi Greck
Das Album "No Sugar Added" aus dem Jahre 1998 ist
meiner Meinung das bisher schwächste von (Robby) Valentine. Der Künstler setzt hier für
meinen Geschmack zu häufig elektronischen Schnick-Schnack ein, dennoch gibt es einige
überragende Passagen. Sehr stark die Balladen "Love Never Dies", die er
allerdings schon mal mit seiner alten Band "Zinatra" aufgenommen hat,
"Blinded By Love" und "My Only 1". Deshalb trotzdem eine sehr
hörenswerte CD.
Valentine, Robby - Believing Is Seeing
CDs des holländischen Multi-Instrumentalisten sind ja wirklich schwer zu bekommen (siehe die andere Kritik über Robby Valentine). Jetzt hat es AOR-Heaven doch tatsächlich geschafft, eine Korea-Pressung (für ein Schweinegeld natürlich, gigantische 20 Euro) der 2000er-CD 'Believing Is Seeing' aufzutreiben. Und auch diese Scheibe ist absolut genial. Okay, das Foto von ihm auf der Rückseite der CD hätte er besser lassen sollen (sieht ja ganz schön tuntig aus), aber wer auf die alten Queen steht, ist bei Robby Valentine absolut richtig aufgehoben. Außer dem Schlagzeug hat Herr Valentine alle Instrumente selbst bedient (was meine Hochachtung vor diesem Musiker noch erhöht) und es ist absolut erstaunlich, mit welcher Frische er so absolut 'veraltete' Musik spielt (oder waren Queen ihrer Zeit 20 Jahre voraus ???). Wer 'A Night at the Opera' usw. genial findet, sollte sich Robby Valentine unbedingt mal anhören. Da besteht dann Suchtgefahr.
Valentine - The Most Beautiful Pain
Kritik von Siggi Greck:
Nach sechs Jahren Pause seit seiner letzten
Scheibe Believing Is Seeing veröffentlichte Robby Valentine im März 2006
seine CD The Most Beautiful Pain. Meiner Meinung nach nicht unbedingt seine
beste Scheibe, aber all diejenigen, denen die anderen Sachen von Robby gefallen, werden
hier auch ihre Freude haben. Auf alle Fälle ist es erfreulich, dass Robby endlich eine
europäische Plattenfirma (Frontiers Records) gefunden hat, so dass die CD zum normalen
Preis erhältlich ist (die anderen CDs waren ja, wenn überhaupt, nur als teure Importe
aus dem asiatischen Raum erhältlich). Die Titel auf der neuen CD sind nicht mehr ganz so
Queen-lastig wie auf den Vorgängeralben, wobei natürlich immer wieder
entsprechende Passagen auftauchen, und er keinen Hehl aus seiner Liebe zu Queen macht
(z.B. auf dem Stück Magical Memories: I grew up with A Night at the
Opera,
). Richtig radiotauglich dagegen die beiden Rocker One Of
These Days und Everyday Hero. Supernova erinnert bei manchen
Passagen irgendwie an Led Zeppelin. Ebenfalls super: das an Bolero angelehnte Stück
One Heart, das dann direkt in das Back To The Future Theme
(Filmmusik von Zurück in die Zukunft) übergeht. Von da gehts wieder
nahtlos weiter in den mitreissenden Song Now Or Never mit den für Valentine
typischen, treibenden Keyboards. Ganz lustig: Magnum Opus bei dem Titel
erwartet man irgendwie automatisch einen hintergründigen Text. Es handelt sich hier aber
um ein lustiges Liedchen, mit dem Robby seine Lieblingsspeise, die Magnum-Eiscreme
huldigt. Also ich denke, wer auf bombastischen Melodic-Rock abfährt, wird hier auf jeden
Fall wieder bestens bedient. Nach mehrmaligem Hören gefällt mir das Werk immer besser!
Wie immer hat Robby Valentine die CD fast im Alleingang eingespielt. Das Album ist etwas
gitarrenlastiger als man es gewohnt ist. Deshalb sicher bisher die härteste Produktion
von Valentine. Wer nähere Infos über Robby sucht, kann sich auf seiner neuen, sehr gut
aufgemachten Homepage www.robbyvalentine.com
informieren. Hier können auch diverse Hörproben und Videoclips heruntergeladen werden.
Da sich in den vergangenen sechs Jahren wohl einiges in Robbys Schublade angesammelt hat,
ist für den Herbst 2006 eine weitere CD (Titel: Falling Down In Misanthropolis Who
Killed Robby Valentine?) angekündigt.
PS: Nach dem harten Instrumentalteil am Anfang des letzten Stückes den CD-Player nicht
ausschalten. Nach ca. 2 Minuten Wassergeplätscher folgt noch das Lied
I
Can`t Get Over You. Eine geniale Ballade nur Gesang mit Pianobegleitung.
Aus Polen erreichte mich diese CD der beiden Keyboarderinnen Barbara Zielinska-Van und Sabina Borner, die beide an der Musik-Akademie Kattowitz studiert und der elektronischen Musik verschrieben haben. Die 2-Mädels-Band besteht seit 1995, aber für die CD 'Miracles' im Jahr 2003 wurden erstmals Gast-Musiker wie Gitarrist Marek Gorlitz, Bassist Darek Budkiewicz und Sängerin Jola Literska mit dazugenommen, um der Musik auch einem breiteren Spektrum zugänglich zu machen. Sabina Borner ist mittlerweile aus der Band ausgestiegen, die sich seit dem nur noch 'VAN' nennt. Bisherige Highlights der Band sind sicherlich der Auftritt beim Electronic Music Meeting Festival in Deutschland, die Veröffentlichung eines Songs auf einer CD des britischen Musik-Magazins 'Sequences' sowie im Jahr 2004 die Polen-Tour zusammen mit der russischen Band 'Romislokus'. Man sollte elektronische Musik mit wabernden Keyboard-Teppichen und sphärischem Gesang im Stile von Enya schon mögen, um mit 'Miracles' warm zu werden. Auch das Gefallen an Mike Oldfield ist hilfreich. Mir gefallen vor allem die Songs mir der wimmernden Gitarre im Hintergrund wie z.B. beim 6 1/2 - minütigen Opener 'Shadow Dancing' (wirklich klasse) oder bei 'Mystic'. Wer sich für die CD oder die Band interessiert, sollte mal auf ihre Homepage gehen. Dort gibt es zumindest die Möglichkeit, die CD direkt in Polen zu bestellen. Ob und wie das klappt und was die CD dann kostet, kann ich aber leider nicht sagen. Vielleicht sollte man vorher mal mit Barbara Zielinska-Van oder dem Management Kontakt aufnehmen. Nur warum die Mädels im Booklet mit ihren dunklen Sonnenbrillen so böse dreinschauen, weiß ich jetzt auch nicht. An der Musik kann's eher nicht liegen.
Oft gelesen, nie gekauft. Von Vanden Plas hatte ich schon mehrfach gehört, hatte es aber nie gewagt, mir eine CD zu kaufen. Deutscher Prog-Metal steht auch bei mir sozusagen auf dem Index. Aber nachdem es die erste Live-CD (aus demJahr 2000) der Pfälzer zum Nice-Price gibt, habe ich halt zugeschlagen. Und: Deutscher Prog-Metal wird vom Index gestrichen. Selten habe ich eine so gute Live-CD im Player gehabt. Mitgeschnitten wurde das Konzert in Paris und zeigt einen hervorragenden Querschnitt des Schaffens dieser von mir bis jetzt unbeachteten Band (Shame On Me !!!!). Songs mit bis zu 10 Minuten Länge, geniale Balladen, ein hervorragend aufgelegtes Publikum und 2 Überraschungsgäste (Don Dokken mit dem Dokken-Klassiker 'Kiss Of Death' und Patrick Rondat von Elegy treten auf) machen diese Platte zu einer meiner Entdeckungen des Jahres 2001. Und ich verspreche hoch und heilig, daß ich mir die nächsten Veröffentlichungen von Vanden Plas ungehört zulegen werde. Prog-Metal-Fans sollten zuschlagen.
'Beyond Daylight' ist mal wieder der eindeutige Beweis, daß es mit Vanden Plas auch in Deutschland eine Prog-Metal-Band gibt, die locker mit den Genre-Größen mithalten kann. Auf knapp über 60 Minuten gibts kräftig was auf die Ohren, was mich teilweise stark an Threshold erinnert. Einen einzelnen Song herauszuheben, wäre eigentlich nicht richtig, denn die CD kommt ohne Schwachpunkte aus. Toller Gesang, klasse Keyboards, bestechende Gitarren, mal heavy, mal balladesk und eine Cover-Version des Kansas-Klassikers 'Point of Know Return' machen diesen Silberling eigentlich zum Pflicht-Kauf eines jeden Prog-Metal-Fans.
Vanden Plas - Colour Temple (Special Edition)
Das Erstlingswerk der deutschen Prog-Metal-Band 'Vanden Plas' aus
dem Jahr 1994 wird jetzt zusammen mit der in Frankreich erschienenen Unplugged-CD 'AcCult'
(von 1996) von InsideOut-Music als Special-Edition (Doppel-CD) verkauft. Auf Colour Temple
möchte ich gar nicht genauer eingehen (hat ja wohl hoffentlich schon jeder im CD-Regal
stehen). Interessant ist vor allem die AcCult-CD, die mehr enthält als die damals
veröffentlichte Scheibe. Neben ein paar Eigen-Kompositionen gibt es hier einige
Cover-Versionen, die es teilweise in sich haben. 'Pseudo Silk Kimono + Kayleigh'
(Marillion - ganz nett), 'Georgia On My Mind' (Ray Charles - klasse), Des Hauts, Des Bas
(Stephan Eicher - eine hammergeile Version im Vergleich zum Original) und 'Raining In My
Heart' (habe leider nicht rausbekommen, von wem das Original ist. Der Song ist aber der
absolute Hammer ... eine Ballade zum dahinschmelzen. Falls jemand das Original kennt,
bitte bei mir melden). Alleine schon wegen dieser Bonus-CD lohnt sich der Kauf. Aber
Colour Temple ist natürlich auch absolut klasse.
Anmerkung: Mittlerweile habe ich erfahren, von wem 'Raining In My Heart' ist ... es
ist von VANDEN PLAS ... ein Frühwerk aus dem Jahr 1986, das als Vinyl-Single immerhin 23
Mal verkauft wurde (alle Achtung). Danke an Marcus für die Aufklärung.
Normalerweise ist es das Ende einer Band, wenn sie 4 Jahre lang keine CD veröffentlicht (ja, 'Beyond Daylight' ist echt aus dem Jahr 2002). Aber wenn man weiß, dass die Jungs am Pfalztheater Kaiserslautern die Abydos-Soloscheibe von Sänger Andy Kuntz umgesetzt haben (und so wie ich gehört und gelesen habe mit großem Erfolg) und man jetzt den neuen Silberling Christ 0 (sprich Christ Zero) teilweise mit dem Chor des Pfalztheaters eingespielt hat, bin ich eigentlich ganz froh, dass Vanden Plas die Zeit genutzt haben, sich weiter zu entwickeln und neue musikalische Pfade zu entdecken. Denn 'Christ 0' ist für mich die CD des Jahres geworden. Inspiriert wurde die Geschichte von Christ-0 durch den Roman von Dumas 'Der Graf von Monte Christo', also über einen Mann der nicht vergeben kann und versucht, dieser lebenden Hölle zu entkommen. Die ganze Geschichte ist aber im Booklet genauer erzählt. Musikalisch gibt es von Musical-angehauchten Parts über Keyboardläufe in guter alter Dream Theater - Manier und total gefühlvollen Liedern (z.B. Lost in Silence) bis zu Prog-Metal-Longsongs (January Sun ist immer hin gute 10 Minuten lang) die volle Bandbreite genialer Mucke zu hören. Wer Vanden Plas eh schon immer gemocht hat (so wie ich), wird nach dem Hören von Christ 0 irgendwo einen Vanden Plas - Schrein aufbauen und davor niederknien. Alle anderen Musikliebhaber sollten mit dieser CD den perfekten Einstieg in die geile Musik der Pfälzer machen. Ein absolutes MUSS in jeder CD-Sammlung.
Vanishing Point - Tangled In Dream
Oooops !!! Kurz vor Jahresende kommt mir hier noch ein Silberling auf den Tisch, von dem ich ja hin und weg bin. Vanishing Point, eine australische 'Melodic Progressive Metal' - Band, legen mit ihrer zweiten CD (die Erste kenne ich leider nicht) ein echtes Zuckerchen vor. Tolle Prog-Songs von äußerst talentierten Musikern von denen ich einfach mal behaupte, daß sie im Prog-Olymp bald noch höher stehen werden. Musikalisch (und vor allem der Sänger) erinnern mich die Jungs an die Prog-Band 'For Absent Friends' (und an deren Album 'Tintinnabulation'). Okay, dem Produzenten sollte man mal erklären, daß man den QuickTime-Track (für PC) nicht an den Anfang stellen soll (denn 11 Minuten Stille am Anfang einer CD sind dann doch sehr ermüdend), aber sein Handwerk versteht er allemal. Die Produktion ist erste Sahne. Außerdem sollte man die CD nicht zu früh aus dem Player nehmen. Denn als 'Hidden-Track' kommt noch ein 'On The Turning Away' von Pink Floyd in einer folkigen Hooters-Version.
Mal wieder was völlig abseits von Prog-Musik. Aus Metzingen (für Norddeutsche: in der Nähe von Stuttgart, für Süddeutsche: in der Nähe von Reutlingen ... für alle: aus der Factory-Outlet-Hochburg wo Boss zu Hause ist) kommt die Band 'The Vankers'. Im normalen Englisch-Wörterbuch ist dieses Wort nicht vertreten ... müsst Ihr also mal selber schauen, was das bedeutet ... ich schreib's hier nicht :-)) ... aber der Name sagt schon ein bißchen aus, in welche Richtung die Musik geht. Gediegener Punk-Rock würde ich mal sagen. Die Band wurde 2004 gegründet und besteht zur Zeit aus Benjamin Richter (Gitarre, Vocals), Ralf Wezel (Gitarre), Philipp Finke (Bass) und Jakob Petzold (Drums), sind alle so um die 20 Jahre alt rum und haben 2007 einen Band-Contest gegen 10 andere Bands gewonnen und durften dafür eine CD aufnehmen. Dies ist dann im Frühjahr 2007 geschehen. Leider habe ich für die CD, auf der 5 fette Punk-Knaller vertreten sind (die Pogo-Fraktion wird sich freuen), keine Bezugsquelle gefunden und auch über die Band-Homepage kann die CD nicht bestellt werden. Aber vielleicht ändert sich das ja noch. Auf jeden Fall ne gute Möglichkeit, sich mal wieder das Hirn durchpusten zu lassen. Soundfiles gibt es auf der Homepage.
Vehicle Reason, The - Odds On Occurrence
Eine für mich neue Band aus Texas ist 'The Vehicle Reason'. Die haben zwar mit Prog so gar nix zu tun ... aber ich kritisiere ja auch 'anderes komisches Zeug', wenn's mir gefällt. Und die drei Jungs, Jay Baker (Guitar, Vocals, Keyboards), Mac Carl (Drums, Vocals) und Nick Baker (Bass, Vocals) machen richtig fetzigen Gitarren-Rock, der mich ziemlich an 'The Urban' (der Zweit-Band von Arena-Gitarrist John Mitchell) erinnert. Nur dass The Vehicle Reason irgendwie abwechslungsreicher sind, was nicht nur der teilweise mehrstimmige Gesang ausmacht. Ein paar so richtige Song-Perlen sind da vertreten. 'Wherever You Go' könnte bei uns glatt im Radio bestehen (Oasis und The Verve und Konsorten sind da auch nicht besser), 'Walls And Ceilings' ist genauso ein Kaliber (wäre das von Nickelback, wäre es schon lange in den Charts) und so geht's grad weiter. Die Jungs hätten es auf jeden Fall verdient, bekannt zu werden. Wie gesagt ... kein bißchen Prog, aber wer auch mal zum Ohren durchpusten oder erholen ne tolle Gitarrenrock-Scheibe hören kann, sollte The Vehicle Reason einfach mal antesten. Geht mal auf www.thevehiclereason.com und lauscht ein bißchen rein. Vielleicht findet Ihr ja Geschmack. Dort könnt Ihr auch in das absolute Highlight 'Undone' reinhören.
'Wings of an Arrow' ist eine Remaster-CD von alten Vengeance-Heulern aus den Hoch-Zeiten der Band 1990-1992. Warum das Teil auf den Markt gekommen ist, wissen wohl nur die Herren Ian Parry (jetzt Elegy) und Arjen Lucassen (jetzt Ayreon). Ich weiß es nicht. Alles zwar ganz nette Liedchen (erinnert etwas an ältere Whitesnake oder sowas ähnliches) aber nichts was man unbedingt in der Plattensammlung haben müsste. Ich gehe mal davon aus, dass dieses Teil in meinem CD-Regal verstauben wird.
Verspielte Zeit - Das ist die Frage
Absolut genial finde ich die Kurzfassung der Biografie der
Band 'Verspielte Zeit' durch Quixote-Music: "Es waren
einmal ein Gitarrist (Roland Reimann) und ein Schlagzeuger (Detlef Ramb), die verspielten
ihre Zeit, bis sie schließlich im Jahr 2000 einen Bassisten (Frank Diedrich) fanden - und
seither spielen sie zu Dritt."
Dass die drei 'älteren' Jungs einen völlig unterschiedlichen musikalischen Background
haben, lässt sich unschwer erkennen, wenn man sich den Begriff auf der Zunge zergehen
lässt, wie sie selbst ihre Musik beschreiben. 'Psychedelic Groove Rock' nennt sich das
ganze und das trifft es, zumindest was die Grundstimmung der Musik betrifft, zumindest zur
Hälfte. Unweigerlich wird man ein bißchen an die frühen 'The Cure' erinnert, denkt aber
auch, und das ist die andere Hälfte, vor allem auch was die Interpretation der Texte
betrifft, eher an Sven Regener (allerdings ohne Trompete ... wer's nicht glaubt, sollte
mal in die CD 'An einem Sonntag im April' von 'Element Of Crime' reinhören) oder auch an
diverse NDW-Vertreter (wie z.B. Joachim Witt). Nichts gegen den schnörkellosen und
mitunter etwas monotonen Gesang von Roland Reimann, aber die (für mich als
Prog-Liebhaber) richtigen Highlights der CD sind die Instrumental-Stücke 'Das ist die
Frage' ( DAS rockt) und 'Egal' sowie das (fast instrumentale), knapp 14-minütige 'Keine
offene Tür'. Eingefleischte Proggies werden mit 'Verspielte Zeit' wahrscheinlich nicht so
viel anfangen können, alle Anderen können ruhig mal ein Versuch wagen. Denn eines ist
sicher: Nicht jede Musik aus Deutschland ist schlecht wie das Gejammer von Pur und die
Besucher vom 2004er Burg Herzberg Festival waren begeistert.
Vezina, Claire - Cyber Neptune
Ein völlig neues Pferd im Stall von Unicorn Digital ist die Sängerin / Songwriterin Claire Vezina. Noch nie von ihr gehört, dabei ist 'Cyber Neptune' bereits ihr viertes Album. Und beim ersten Hören dieser Scheibe kommt mir unweigerlich Michelle Young in den Sinn. Einfach aus dem Nichts aufgetaucht (damals entdeckt von Clive Nolan) und gleich bei mir eingeschlagen. Und so ähnlich ist es auch bei Claire Vezina. Erstens hat sie eine ausgezeichnete bis brilliante Stimme, zweitens beherrscht sie ihr Fender Rhodes und drittens hat sie auch noch ein tolles Händchen für Melodien. Ihre Musik als reine Prog-Rock zu bezeichnen, ist auf jeden Fall falsch, denn vieles geht schon in die gefühlvolle und ein bißchen poppige Richtung. Aber zur richtigen Gelegenheit ist 'Cyber Neptune' einfach DIE CD. Und dann kommen auch noch die französischen Texte dazu, die mich ja als Freund dieser Sprache eh schon mal verzaubern, ist doch Französisch meiner Meinung nach die schönste Sprache wenn es um das Vertexten von Songs geht. Im Internet habe ich gelesen, dass Claire Vezina so eine Art weiblicher Peter Gabriel ist. Ich find's einen witzigen Vergleich, aber wenn man so drüber nachdenkt, könnte man da in Teilen schon zustimmen. Mir gefällt die CD ziemlich gut und ich hoffe, dass Claire Vezina in Europa ein bißchen bekannter wird. Denn hier ist sie glaube ich noch so richtig unbekannt. Mehr Infos gibt es auf ihrer Homepage sowie auf ihrer MySpace-Seite. Unbedingt antesten.
Eine richtig schöne und angenehme CD ist mir in Form von 'Slow Train' der deutschen Band 'The Villains' ins Haus geschneit. Eine Satz aus dem Beipackzettel der Band möchte ich Euch nicht vorenthalten: 'Gemeinsam mit Eric Fish's Label Esox Music haben die vier Musiker den Kreuzzug gegen Klingeltonhitparaden, gegen das Verkommen der Musik zum Beiwerk der Werbeindustrie, gegen Casting- und Talentmassaker mit ihrem Longplayer Slow Train begonnen'. Einfach nett geschrieben und damit ist eigentlich auch schon alles gesagt. Die Band, bestehend aus Jan Mas (Gitarre, Vocals), Sandro Herdt (Bass), René Szatmari (Drums) und Gerit Hecht (Piano) machen wunderschönen Akustik-Rock, der vom Stil her ein bißchen an Ezio erinnert. Schön ist auch, dass sich englische und deutsche Texte abwechseln und dass nicht irgendwelches Blabla gesungen wird sondern die Texte auch noch tiefgründig sind. Im Dezember 2008 erschien auch die erste Single aus diesem Album mit dem Song 'Wieso sitzen sie da', auf dem Eric Fish (den kennt man ja auch als Frontmann der Band 'Subway To Sally') einen Gast-Auftritt hat. Eine tolle CD für ein verregnetes Wochenende. Die CD erscheint allerdings erst am 06. März 2009. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage.
Violet District - Terminal Breath
Violet District war die Vorgänger-Band der Münchner Proggies 'RPWL' (Siehe meine Kritik), die jetzt als Pink Floyd-Klon (sorry für den Ausdruck, aber das war ein Lob) unterwegs sind. 'Terminal Breath' wurde im Original wohl schon 1992 aufgenommen und jetzt, zusammen mit einer Bonus-CD (Live at Feierwerk München 1996) remastered nochmals veröffentlicht. Obwohl RPWL jetzt eindeutig eine Klasse besser sind, ist auch bei Violet District zumindest in Ansätzen erkennbar, wohin die musikalische Reise gehen wird. Insgesamt ein überdurchschnittliches Album mit einigen genialen Passagen und Songs aber auch mit ein bißchen Leerlauf. Für den Prog-Freund auf jeden Fall eine Art Geheimtip und für alle, die aufgrund meiner Kritik die RPWL-Scheibe gekauft haben (und auch begeistert sind), eine interessante Alternative. Nur die Live-Bonus-CD ist zumindest soundmäßig nicht so der Renner.
Virgin Steele - The House of Atreus (Act I)
Wenn Metal-Bands sich an klassischen Themen oder Sagen versuchen, kommt meistens ein übler Scheiss raus. Hierfür gab es in der Vergangenheit genügend Beispiele. Deswegen war ich auf die 'Barbaric Romantic Opera' der Ami-Rocker doch sehr gespannt, nachdem ich in diversen Zeitschriften nur Lobeshymnen gelesen hatte. Leider habe ich die CD erst einmal am Stück durchhören können und der erste Eindruck ist wirklich beeindruckend. Rein musikalisch haben mich sowohl die klassischen Elemente als auch die Speed-Hymnen (z.B. 'Gate of Kings' oder 'Kingdom of the Fearless') überzeugt. Es ist keinesfalls eine CD, die man so 'nebenher' hören kann. Deswegen freue ich mich 1. auf eine hoffentlich bald stille Stunde und 2. auf den zweiten Teil dieser 'Oper', die zwar schon veröffentlicht aber leider auch gerade ausverkauft ist.
Virgin Steele - The House of Atreus (Act II)
Der zweite Teil der Oper braucht sogar eine Doppel-CD. Allerdings wäre das nicht nötig gewesen (Spielzeit zusammen nicht mal 90 Minuten und die 15 Minuten 'zuviel' hätte man locker kürzen können). Hier und da entdeckt man Teile von 'Act I', ansonsten gehts im ähnlichen Stil weiter. Nach dem ersten Teil war ich doch sehr gespannt und bin etwas enttäuscht. CD 1 der Doppel-CD hätte man sich sparen können. Allerdings entschädigt die zweite CD sehr. Die finde ich, weil etwas ruhiger und 'musikalischer', sogar ausgezeichnet. Aber meiner Meinung nach muß man das komplette Werk nicht haben.
Vision Scope - World's Requiem
Es tobt der Prog-Krieg. Zumindest wenn man sich die Votings der DA-Hitparade von Radio Darmstadt ansieht. Da sind (im März 2004) die Mannen von Neronia (siehe auch meine Kritik) mit 'Feeling Blue' auf Platz 4 (gefallen von 3) und die Darmstädter Band Vision Scope auf Platz 2 mit 'Remember Me'. Und da Radio Darmstadt ja DER Weltsender ist und überall gehört werden kann, habt Ihr Euch sicher schon gefragt, was und wer sich hinter 'Vision Scope' versteckt. Haha ... kein Problem ... ich kann Euch das natürlich erklären. Vision Scope bestehen aus 5 Jungs, die zwischen 1986 und 1982 geboren wurden, als Lieblingsbands von Dream Theater über Angel Dust bis Guano Apes ein ziemlich breites Spektrum an Rock-Musik abdecken, und jetzt die erste CD in Eigenregie produziert haben, die für schlappe 5 Euro über die Band-Homepage verkauft wird (und auf der das ominöse Remember Me von Radio Darmstadt natürlich enthalten ist). Schaut man sich das Cover der CD an, könnte man ja eher auf die Idee kommen, hinter 'Vision Scope' versteckt sich eine Death Metal-Band (düsterer Friedhof in grau-braun) und auch der Titel 'World's Requiem' lässt nicht gerade auf eine vor Lebensfreude sprühende CD hoffen. Aber weit gefehlt. Schon der Opener 'In The Beginning', der mich unweigerlich an 70er-Jahre Krautrock erinnert (komisch, denn da waren die Musiker ja noch gar nicht auf der Welt sondern standen noch als Quark im Kühlschrank), so die Art Novalis oder Ougenweide, also ein männlich-weibliches Zwiegespräch mit abwechselndem Gitarrensolo, hat also Gott sei Dank rein gar nichts von Todesblei-Musik. Die folgenden Stücke würde ich dann eher durchgehend als Art-Rock bezeichnen, da von den oben genannten Lieblingsbands (wie z.B. Dream Theater) eher weniger Ähnlichkeiten zu entdecken sind. Das geht eher in die Richtung Arilyn, Sylvan und Konsorten, wobei natürlich die Perfektion dieser Bands (noch) nicht erreicht wird. Auffallend ist auf jeden Fall jetzt schon das oft im Vordergrund stehende Gitarrenspiel, der 'typisch deutsche' Rock-Gesang (manchmal mehrstimmig) und die überaus guten Song-Ideen (z.B. bei 'State Of Me', 'Mystery and Fear' oder auch 'Checkmate'). Das Keyboard könnte noch etwas dominanter werden und den Titel 'Ytiro Jam' würde ich lieber umbenennen, das ist frech (Dream Theater-Fans wissen jetzt, was ich meine). Ach ja ... 'Remember Me', also Platz 2 der DA-Hitparade, ist ne richtig gut gelungene Ballade und ich denke mal, dass in der Band auf jeden Fall genügend Potential für mehr steckt. Und wie oben geschrieben ... für 5 Euro könnt Ihr Euch selbst ein Bild davon machen.
Voluntary Mother Earth - Unacceptable Vegetable
Endlich habe ich mal wieder was völlig Schräges im CD-Player. Die japanische Band 'Voluntary Mother Earth', bestehend aus Akihiko Hayakawa (Gitarre, Vocals und verantwortlich für alles Songs), Chunko (Bass und Vocals), Shon Mage (Drums und Vocals) und Yoko Iwasawa (Keyboards und Vocals ... mittlerweile aber nicht mehr bei der Band) sind beeinflusst von Frank Zappa (und das hört man gewaltig), Mimi Hendrix, Deep Purple und Led Zeppelin. Sie schrecken aber auch nicht zurück zu behaupten, sie wären auch von Michael Jackson und Willie Nelson beeinflusst worden. Nun gut ... die letzten zwei Namen wollen wir jetzt mal eher verschweigen, denn am ehesten geht die Musik tatsächlich in Richtung Frank Zappa ... genauso experimentell, genauso plötzlich wieder voll melodisch, immer mit einem Augenzwinkern (man beachte nur mal die Song-Titel wie 'Give Us A Tomato', 'I Said Just Water Please and She Gave Me Sprite' oder auch die Penis-Duologie 'Forgive My Penis' (geil hier die Michael Jackson und Britney Spears - Verarsche) und '... And You Got My Penis Hurt'). Hier einen Song herauszuheben, würde diesem 'Kunstwerk' sicher nicht gerecht werden. Trotzdem sei das Stück 'A Story Of The Typical Week Of A Starving Musician' erwähnt bei dem in knapp über 4 Minuten von Disco-Sound bis einem Country-Part alles verarbeitet wird. Man muss die CD wirklich mit einer großen Prise Humor genießen, sonst fehlt einem der Zugang. Aber neben dieser witzigen Art Musik zu verpacken möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass die Musiker absolut ihr Handwerk verstehen. Von harten Rock-Riffs bis zu jazzigen Passagen haben die alles ziemlich perfekt drauf. Ein paar Sound-Files habe ich sogar bei Spiegel Online gefunden. Also einfach mal reinlauschen und dann den Link zu CDBaby nutzen und die Scheibe bestellen. Das ist köstliche Unterhaltung und musikalisch sind die Jungs auch nicht schlecht. Wer auf Zappa steht, sollte sich 'Voluntary Mother Earth' sowieso nicht entgehen lassen. Das sind würdige Erben dieser Art von Musik.
Wakeman, Oliver - Heaven's Isle
Oliver Wakeman, Sohn des Yes-Keyboarders Rick Wakeman, ist zum ersten Mal in Erscheinung getreten durch die geniale CD 'Jabberwocky', die er mit Clive Nolan (Arena, Pendragon, Shadowland, Strangers On A Train) aufgenommen hat. Heaven's Isle ist nun seine erste Solo-CD, die allerdings (weil ganz schön seicht und einschläfernd) nur als Hintergrundmusik an der Wursttheke im Supermarkt taugt. Vielleicht habe ich mir die CD auch nur zur falschen Gelegenheit angehört. Zum Nachmittags-Tee oder in stiller Stunde mit einem leckeren Fläschchen 97er Chianti Classico Riserva kommt sie vielleicht besser.
Nach vielen belanglosen und auch absolut unnötigen Alben gibt es endlich mal wieder was von Ex- und Wieder- und Wieder-Ex und Wieder-Wieder - Yes-Keyboarder Rick Wakeman, das erwähnenswert ist. Das liegt allerdings weniger daran, dass Herr Wakeman plötzlich wieder so richtig gute Musik macht sondern eher daran, dass er als Sänger keinen Geringeren als Ex-Threshold (und Ex-Landmarq) - Sänger Damian Wilson mit ins Boot genommen hat. Und der macht seine Sache mal wieder erwartungsgemäß hervorragend. Alleine schon mal wegen dem Titelstück (mit 13 Minuten auch der längste Song auf der CD) müsste man sich die CD schon kaufen. Toller, fetziger Rocksong mit proggigen Passagen im Stile der besten Yes-Zeiten. Klar zeigt Herr Wakeman, was er so alles an den Tasten kann, aber hier wird's nie nervig. Die nächsten 4 Songs sind dann leider etwas langweiliger und eigentlich nur deshalb anhörbar, weil halt ein Ausnahmesänger mitmacht. Tja, und da nur 6 Songs auf der CD sind, folgt mit 'The Cathetral Of The Sky' dann auch schon das Ende. Und wie der Titel schon erahnen lässt, wird's hier nochmal richtig gut. Ebenfalls ein Highlight der CD. Fazit: Die zwei Longsongs mit zusammen knapp 24 Minuten sind super, der Rest (etwa genauso lang) ist so naja. Für Wakeman-Verhältnisse allerdings ist die Scheibe hervorragend.
Wallace, Dan - Culture Of Self
Als Betreiber einer Musik-Homepage ist immer wieder schön, unbekannte Künstler kennen zu lernen. Und so ging es mir auch mit Dan Wallace, der mir seine neue CD 'Culture Of Self' für eine Review zur Verfügung gestellt hat. Dan Wallace kommt aus Chicago und die vorliegende Scheibe ist bereits sein zweiter Output als Musiker. Meine Recherchen im Internet haben ergeben, dass das Debüt-Werk mit Namen 'Neon And Gold' doch viele positive Kritiken ... vor allem natürlich in den USA ... bekommen hat. Einsortiert wurde die CD unter Indie-Pop (so bei CD-Baby beschrieben). Mag sein, ich kenne die CD ja nicht, aber 'Culture Of Self' ist sicher kein Indie-Pop. Mich erinnert's ein ganz klein wenig an die CDs von 'Heartscore' (siehe meine Reviews), ohne auch nur halbwegs so 'schräg' zu sein. Trotzdem ist es doch irgendwie nicht wirklich einsortierbar. Dan Wallace wurde vor allem von Dimitri Shostakovich (einem russischen Komponisten aus Sankt Petersburg - 1906 - 1975) und ... Achtung ... Frank Zappa beeinflusst. Nette Mischung würde ich sagen. Aber kommt schon irgendwie hin. Zwischen Beatles ('z.B. Song 2 'The Heap'), klassischer Arie mit Flügel-Begleitung (Song 4 'I Want To Be' mit den weiblichen Vocals von Robin Morgan) bis zu spanischen akustischen Gitarren (Song 6 'The Low Road') ist alles vertreten. So dass die Nähe zu Frank Zappa doch nicht so ganz abwegig ist. Die CD erschließt sich sicherlich erst nach mehrfachem Hören und verwöhnte Prog-Ohren werden damit wahrscheinlich eher ihre Schwierigkeiten haben. Aber aufgeschlossene Musik-Liebhaber, die auch mal einen Blick an den Rand der Rock-Musik werfen, sollten Dan Wallace mal antesten. Viele Infos gibt es auf seiner Homepage unter www.danwallacemusic.com.
Von dem amerikanischen Songwriter Dan Wallace habe ich letztes Jahr schon das Vorgänger-Album 'Culture Of Self' besprochen. Ein hochinteressantes Album am Rande des Rock, das vor allem ein bißchen an Frank Zappa erinnerte. Jetzt gibt es mit 'Reattachment' einen neuen Output. Und ich muss sagen, dass diese CD eindeutig leichter zu verdauen ist. Teilweise richtig schöne Melodien (z.B. der Song 'South Of Heaven'), die so richtig flockig und fröhlich runtergehen wie Öl. Solche Seiten waren auf dem Vorgänger-Album noch nicht zu hören. Aber auch das zappaeske kommt nicht zu kurz ('Invisible Lines', um nur mal einen Song zu nennen). Insgesamt ist Dan Wallace aber melodischer geworden, ohne auch nur eine Sekunde langweilig zu klingen. Dan Wallace spielt ja alle Instrumente selbst (nur auf ein paar Stücken wird er von Schlagzeuger George Lawler unterstützt) und ich möchte vor allem sein Gitarrenspiel hervorheben, das sich vor Szene-Größen nicht verstecken braucht. Klar ist auch 'Reattachment' nicht wirklich leichte Kost und es braucht schon ein paar Hördurchgänge, bis sich die einzelnen Songs erschließen (auch wenn sie mit so zwischen 3 und 6 Minuten nicht wirklich lang und kompliziert sind). Doch lohnt sich wirklich der Zeitaufwand, um in die Musik richtig einzutauchen. Musikliebhaber die auch abseits des Prog ein Ohr riskieren, sollten Dan Wallace auf jeden Fall mal antesten. Mehr Infor gibt es auf seiner Homepage.
Das Jahr 2000 neigt sich dem Ende entgegen, man überlegt so langsam, welche Scheibe den Titel 'CD des Jahres' bekommen könnte und schwupps ... alles wird vielleicht über den Haufen geworfen. Roger Waters, den meisten Lesern wohl bekannt (als Ex-Mitglied von Pink Floyd und dort verantwortlich für die eher 'chaotischen' Momente der Band), hat es tatsächlich geschafft, eine Doppel-Live-CD mit ca. 150 Minuten Spielzeit zu produzieren, die ganz locker an die letzten 2 Pink Floyd Live-Alben herankommt. Dabei hat Herr Waters bei den PF-Songs natürlich ausnahmslos Stücke ausgewählt, für die er mitverantwortlich war. So kommen wir endlich in den Genuß, Sahnestückchen wie 'Pigs on the Wing Pt. 1', 'Dogs' (von 'Animals') oder 'Southampton Dock' (von 'The Final Cut') in geradezu genialen Live-Versionen zu hören, die von Pink Floyd nicht auf ihren Live-CDs veröffentlicht wurden. Abgerundet wird der PF-Teil mit Songs von 'The Wall' (darunter ein grandioses 'Comfortably Numb'), 'Wish yor were here' (u.a. 'Shine on you crazy diamond Pt.1 - 8) und 'Dark Side of the Moon'. Aber auch seine Solo-Alben 'The Pros and Cons ...' und vor allem die überragende 'Amused to Death' kommen nicht zu kurz. Sicherlich, es fehlt dem PF-Fan natürlich ein Gitarrenspiel von David Gilmour, aber Waters' Alternativen (Doyle Bramhall, Andy Fairweather Low und vor allem Snowy White) sind auch nicht von schlechten Eltern. An dieser CD gefällt mir von allem die frische Art der teilweise ja schon fast 30 Jahre alten Songs, die einfach auch nicht so oberperfekt rüberkommen. Und DAS macht ja auch eine Live-CD aus.
Watts, J.M. - Spiritual Headcase
John Malcolm Watts, den meisten Lesern wahrscheinlich nur bekannt als Kopf der englischen Band 'Fischer-Z' (die größten Hits waren in den 80ern u.a. Room Service, Marliese, Berlin und die genialen Scheibe 'Red Skies Over Paradise', die damals in keinem Plattenständer fehlen durfte) tritt nach einigen Versuchen, Fischer-Z wieder aufleben zu lassen (wobei vor allem die CD 'Destination Paradise' zu empfehlen wäre) mittlerweile nur noch unter J.M.Watts oder schlicht 'Watts' auf und kann seine Konzert-Besucher einzeln mit Handschlag begrüßen (trauriges Highlight war vor ein paar Jahren ein Konzert in der Röhre in Stuttgart, als sich jeder Besucher ein Lied wünschen durfte). Und leider ist auch musikalisch von der Fischer-Z-Ära nicht mehr viel übrig. Watts war zwar noch nie dafür bekannt, auf der Stelle zu treten, aber jetzt versucht er's mit scratchendem DJ am Plattenteller (zuletzt gesehen in Stuttgart auf dem Konzert 1999). Aber: stimmlich ist er noch voll auf der Höhe und der Wiedererkennungssatz alleine wegen seinem Organ liegt noch immer bei ziemlich genau 100 %. Die CD 'Spiritual Headcase' ist ein Remake der letzten CD 'Big Beat Poetry', die schon in die Richtung Fischer-Z goes Techno ging. Und jetzt hat Watts das Teil neu aufgenommen und abgemischt. Gag an dieser Produktion ist: Wer die CD bestellt, darf im Januar kostelos auf eines der fünf in Deutschland stattfindenden Konzerte. Und wer die (wirklich hochinteressante) Biographie bestellt, darf auch noch zur Pressekonferenz vor dem Konzert. Wie ich finde eine wirklich tolle Idee (falls das wirklich stattfindet). CD und Biographie sind ausschließlich erhältlich beim Dilemma-Verlag in München (E-Mail-Adresse: kontakt@dilemma-verlag.de ). CD und Biographie kosten zusammen knappe 60 Mark (mit Nachnahmegebühr).
Weinberger, AG - Nashville Calling
Rumänien ist bis jetzt, wenn man meine CD-Kritiken so anschaut, ein absolut weißer Fleck auf der Landkarte. Aber das wird sich mit dieser Review ändern. Denn AG Weinberger, genannt 'The Transylvanian Guitar Man', ist DIE rumänische Blues-Legende. Und diese Bezeichnung trägt er zu recht. Hatte ich neulich ja schon mal eine grandiose Blues-CD (von Brad Wilson) kritisiert, haut Attila Weinberger, so heißt er nämlich richtig, in die selbe Kerbe. Von fetzigem Blues ('Love Doctor') bis gefühlvoller Gänsehaut-Musik ('Break The Man') hat er alles drauf. Im Jahr 2000 verließ Weinberger Rumänien für ein kulturelles Exil in den USA. Dort musizierte er in Clubs in Chicago und New York. Danach wurde er von der Country-Sängerin Sandie Brooks für eine US-Tour angeheuert. 2005 begannen dann die Aufnahmen zu 'Nashville Calling', die von keinem Geringeren als Tom Hambridge produziert wurde, der schon für Lynyrd Skynyrd, Johnny Winter oder auch Bonnie Raitt gearbeitet hat, auf der CD auch die Drums bearbeitet und einige Songs beigesteuert hat. Wer Interesse an Blues-Musik hat, wird an AG Weinberger nicht vorbeikommen. Geht auf seine Homepage und lauscht ein bißchen der tollen Musik und Ihr werdet genauso überzeugt sein wie ich.
Den Namen Jutta Weinhold werden
jetzt vielleicht viele meiner Homepage-Leser nicht unbedingt kennen. Da muss man schon ...
so wie ich ... mindestens der Ü-40-Generation angehören und sich vielleicht ein bißchen
in der 70er-Jahre Szene der deutschen Rockmusik auskennen. Denn Jutta Weinhold, Jahrgang
1947, gründete 1975, nachdem sie in einigen Musical (Hair, Jesus Christ Superstar)
involviert war, die Jutta Weinhold-Band, in der so damalige Größen wie Steffi Stefan und
Bertram Engel (von Udo Lindenberg's Panik Orchester) mitgespielt haben. Aber auch bei
zahlreichen Live-Auftritten mit Udo Lindenberg trat Jutta ins Rampenlicht und wurde
gefeiert. Über Chris Evans (wer erinnert sich nicht an die geniale Platte 'Stonehenge'
mit David Hanselman ... über 25 Jahre alt und noch immer eine meiner Lieblings-Scheiben)
kam sie dann zu Zed Yago und verkaufte dort Berge von Tonträgern. Nach Ärger mit den
Band-Mitgliedern gab's dann zu Beginn der 90er Jahre einen Neu-Anfang unter dem Namen
'Velvet Viper' und danach weitere CDs unter ihrem eigenen Namen. Und nebenher arbeitet sie
noch als Leiterin von Gesangs-Workshops in einer Musikschule. Ein bewegtes Musiker-Leben
würde ich mal sagen.
Auf der vorliegenden Best Of -CD vom Zounds-Label
(schaut mal dort rein ... das ist eine ziemlich interessante Art, an tolle Musik zu
kommen, denn über das Zounds-Abo gibt es 'Hits von gestern im Sound von heute' recht
günstig zu kaufen) ist dann ein großer Querschnitt über das Schaffen von Jutta Weinhold
verewigt, der von Live-Auftritten mit Udo Lindenberg aus den 70ern bis zu einem
Bonus-Track von 2007 (der Lindenberg-Song 'Mädchen') reicht. Reinhören lohnt sich, denn
Jutta Weinhold braucht sich vor der 'ewig jungen' (haha) Doro Pesch nicht zu verstecken.
Wesley, John - Under the Red and White Sky / The Closing of the Pale Blue Eyes
John Wesley, mittlerweile Gitarrist von Fish, hat offensichtlich auch schon ein paar Solo-CDs veröffentlicht (wieder ein Tip von Mic). Die vorliegende Doppel-CD sind Alben aus den Jahren 1994 und 1995. 'Under the Red and White Sky' wurde u.a. produziert von Mark Kelly (Keyboarder von Marillion) und unter Mithilfe der anderen Marillos eingespielt. Insgesamt finde ich die CD zwar nicht schlecht aber auf Dauer etwas eintönig. Nette Liedchen hübsch vorgetragen. Aber wirklich nix berauschendes. Schlimmer jedoch ist die andere CD 'The Closing of the Pale Blue Eyes', die mich dazu veranlasst hat, beim dritten Lied einzuschlafen. Wesley klampft ein bißchen auf der akustischen Gitarre rum und jammert dazu (genauso wie auf der letzten Fish-Tour als 'Vorgruppe', und das hat mich damals schon ganz schön gelangweilt). Für hartgesottene Fish-Fans, die alles von allen Musikern haben müssen, bestimmt keine schlechte Wahl, aber für Prog-Freunde ist das eher nichts.
Es ist ja eigentlich fast eine Frechheit. Da läßt uns Ex-Asia-Sänger John Wetton fast 4 Jahre auf eine neue Studio-CD warten, und dann ist das Teil nicht mal 40 Minuten lang. Aber diese 40 Minuten haben es in sich. Unterstützt von so genailen Musikern wie John Mitchell (Arena), John Young (jetzt Fish), Martin Orford (IQ, Jadis), Tod Sucherman (Styx), Robert Fripp (King Crimson), Gary Chandler (Jadis) oder Steve Hackett (Ex-Genesis) gibt's ordentlich was auf die verwöhnten Ohren, nämlich typische Wetton-Songs im Stil von 'Battle Lines' oder 'Arkangel'. Er hat halt einfach ein obergeniales Stimmchen, der Mann.
Wenn einer meiner absoluten Lieblings-Sänger (John Wetton) u.a. zusammen mit einigen meiner Lieblings-Musiker (Clive Nolan, John Mitchell von Arena) aufnimmt, als Produzenten keinen Geringeren als Karl Groom (Threshold) verpflichtet und nach Durchblättern des Booklets dann auch noch das Wunder geschehen ist, und es eine halbe Asia-Reunion gegeben hat (Geoffrey Downes ... mit John Wetton Gründungsmitglied der Bombast-Rocker ... hat 2 Songs mitgeschrieben und auch mitgespielt) was kann man da nur raten ?? Natürlich CD kaufen und geniessen. Highlights sind der instrumentale Opener ('Mondrago') sowie das gleich danach folgende Titelstück 'Rock Of Faith', aber auch die restlichen Songs, obwohl alle eher ruhig, sind einfach klasse. Aber mal wieder schade, dass es nur zu 46 Minuten genialer Musik gereicht hat. Trotzdem würde ich einfach mal behaupten: MUSS MAN HABEN.
Was sich auf der letzen John Wetton - CD 'Rock Of Faith' schon angedeutet hatte und alle alten Asia-Fans gehofft haben, ist tatsächlich eingetreten. Die Asia-Urgesteine John Wetton (Bass, Vocals) und Geoffrey Downes (Keyboards) haben mal wieder eine CD zusammen gemacht. Und ... hierfür gibt es für mich ... als Asia-Fan der ersten Stunde ... nur ein Urteil: GEIL. Unterstützt von Arena-Gitarrist John Mitchell und Jadis-Drummer Steve Christey, die übrigens die restlichen 50 Prozent Ur-Asia-Mitglieder (Steve Howe und Carl Palmer) mehr als ersetzen (vor allem John Mitchell ist mit einem völlig neuen Gitarren-Sound überhaupt nicht zu erkennen), werden eine Asia-Hymne nach der anderen zelebriert, so dass man sich echt fragt, warum die Jungs nicht zusammengeblieben sind. Schon der Opener 'Let Me Go' hätte ganz locker auch auf das Asia-Debüt-Album von 1982 gepasst. Und es geht gerade so weiter: 'God Walks With Us', 'I Stand Alone' und wie die Songs alle heißen ... jeder Track mit einem hohen Wiedererkennungsfaktor (wobei natürlich die Stimme von John Wetton viel ausmacht). Bei zwei Songs darf dann noch Annie Haslam, die vielleicht einige von Euch von der Band 'Renaissance' kennen, die Backing Vocals übernehmen. Das Mastering hat übrigens Rob Aubrey (der ja auch z.B. für IQ schon geniale Arbeit geleistet hat) gemacht. Und herausgekommen ist dann auch noch ein überfetter Sound. Also hier kann ich nur einen uneingeschränkten Kauftipp abgeben.
Kritik von Siggi Greck:
Auf der vorliegenden DVD (auch auf CD erhältlich) präsentieren Wetton und Downes
diverse Asia-Klassiker sowie einige Titel Ihrer gemeinsamen Icon-CD in
akustischem Gewand also John an der akustischen Gitarre, Geoffrey am Piano, dazu
noch Begleitung von einem Cellisten. Wetton und Downes beherrschen ihr Handwerk, das merkt
man zu jeder Sekunde während dieses Auftritts. Leider ist die DVD selbst etwas dürftig
ausgefallen dennoch, ich denke für alle Asia-Fans absolute Pflicht!
Wetton / Downes - Icon II (Rubicon)
Die erste CD der beiden alten Asia-Haudegen (Icon) war ja eine kleine Sensation. Offensichtlich hat sich die Veröffentlichung gelohnt, denn jetzt gibt es einen zweiten Teil von Icon .. nämlich Icon II Rubicon. Und wem schon die erste CD von John Wetton zusammen mit Geoffrey Downs (und wieder unterstützt von Arena-Gitarrist John Mitchel und Jadis-Schlagzeuger Steve Christey sowie dem Cellisten Hugh McDowell) gefallen hat, wird auch von Icon II begeistert sein. Der Opener 'The Die Is Cast' ist gleich der Hammer und hätte auf jeder alten Asia-CD Platz gefunden (Heat Of The Moment lässt grüßen). Die CD geht zwar (leider) nicht in diesem Stil weiter sondern wird etwas ruhiger, doch vor allem die 2 Gast-Auftritte von Gathering-Sängerin Anneke van Giersbergen sind klasse und auch die (leider viel zu selten) eingestreuten Gitarren-Soli von John Mitchell hauen einen vom Hocker. Ansonsten ist die CD guter 'Überdurchschnitt' und alle Wetton- und natürlich Asia-Anhänger haben hiermit ca. 15 Euro weniger in der Tasche. Denn die müssen hier ungehört zuschlagen.
Hier kann ich mich der Meinung von Roland voll anschliessen. Wem die erste Icon gefallen hat, wird den zweiten Teil auch mögen. Auch ich finde die CD insgesamt etwas zu ruhig und nicht ganz so stark wie Teil eins trotzdem für alle Asia- und John Wetton-Fans uneingeschränkte Kaufempfehlung!
Welcher Melodic-Metal-Fan war nicht traurig, als sich Whitesnake aufgelöst haben. Und welcher Fan ist nicht enttäuscht über das Zeugs, das David Coverdale danach veröffentlicht hat. Die Depressionen haben ein Ende ... Wicked Sensation sind da. Die klingen voll nach Whitesnake, wobei Sänger Robert Soeterboek (einige werden ihn von Ayreon-Scheiben kennen) mit seiner Stimme wohl den größten Anteil daran hat. Kein Wunder auch, dass die Scheibe so eine hervorragende Qualität hat. Ayreon-Mastermind A.A. Lucassen hat bei den Songs mitgeschrieben, die CD mitproduziert und taucht, zusammen mit Damian Wilson (Ayreon, Threshold, Landmarq) auch als Background-Sänger auf. Veröffentlicht wurde das Teil bei Thomas Hässlers MTM-Music. Mehr gibt's nicht zu sagen, Melodic-Metal-Fans sollten sich die Scheibe ungehört zulegen.
Wig Wam - Hard To Be A Rock 'N' Roller ... In Kiev
Kritik von Siggi Greck:
Nun haben Sie es also geschafft. Die Glamrocker Wig Wam haben
sich als Vertreter ihres Heimatlandes Norwegen für den Grand Prix
dEurovision-Wettbewerb in Kiew qualifiziert. Wenn sie das Halbfinale am 19.
Mai 2005 erfolgreich überstehen können Sie am 21. Mai 2005 im Finale teilnehmen. Aus
diesem Grund haben sie das bereits unter dem Titel 667
The Neighbour Of The
Beast unter neuem Titel mit dem zusätzlichen Song In My Dreams, mit dem
sie antreten, neu veröffentlicht. Aufgrund der Bilder und der Titel der Songs sind die
Norweger wohl echte Spaßvögel, die sich auch selbst gern auf die Schippe nehmen. Auf
Ihrer CD bieten sie wirklich erstklassigen Melodic-Rock mit Anleihen aus den 70ern. Die
Musik ist eine Mischung aus Bon Jovi, Europe, Slade, Sweet, Cinderella und Kiss. Anspieltipps: In My Dreams,
Out Of Time und No More Living On Lies. Für die reinen
Prog-Fans wohl nicht Weltbewegendes, aber wohl die erste Kritik auf Rolands Seite über
einen Grand Prix-Teilnehmer
und ich drück den Jungs auf alle Fälle die Daumen!
Kritik von Siggi Greck:
Die Glamrocker aus Norwegen haben wieder zugeschlagen. Sie knüpfen nahtlos an Ihre
Debüt-CD Hard To Be A Rock`N`Roller an. Feinster Melodic-Rock ala Bon
Jovi/Def Leppard/Europe gemischt mit Glamrock aus den Siebzigern (Sweet/Slade lassen
grüssen). Macht einfach Spaß, dieser Band zuzuhören. Und bei allem lustigem Outfit, es
sind hier wirklich hervorragende Stücke dabei, mit denen die Jungs derzeit sicher in der
oberen Liga der Melodic-Rocker mitspielen. Ich bin überzeigt, dass beispielweise die
Titel Slave To Your Love sowie At The End Of The Day mit einem
Namen wie Bon Jovi als Interpreten größte Chancen auf einen Superhit hätte.
Wilson, Brad - Live Power Blues Guitar / Brad Wilson
Wow! Da gibt es einen absolut grandiosen Blues-Gitarristen namens Brad Wilson, der fast ausschließlich in Californien Konzerte gibt (bis zu 150 Gigs im Jahr), auf Harley Davidson Treffen Furore macht, Szene-Heroes wie Eric Clapton oder B.B. King praktisch an die Wand spielt, und niemand in Europa nimmt diesen Mann wahr. Immerhin 10 Alben hat Brad Wilson zwischenzeitlich veröffentlicht und zwei seiner Songs wurden für John Carpenter-Filme ('Teaser' im Film 'Vampires' und 'Can't Let You Go' im Film 'Ghosts Of Mars') ausgewählt. Ich habe das große Glück, von Brad Wilson eine Live-CD zu haben ('Power Blues Guitar), die 2006 bei diversen Konzerten aufgenommen wurde und von vorne bis hinten einfach nur begeistert. Rattengeile Blues-Gitarre, dreckiger Blues-Gesang und überdurchschnittliche Rhythmus-Gruppe durch seine Band. Knapp 60 Minuten Blues-Feuerwerk vom Feinsten. Und dann habe ich noch die neueste Studio-CD (schlicht Brad Wilson betitelt), die in keinster Weise der Live-Scheibe nachsteht, wobei ich mir die Musik live in einer verrauchten Kneipe mit schwitzenden und total begeisterten Besuchern so richtig vorstellen kann. Einzelne Songs herauszuheben wäre einfach absoluter Blödsinn, weil die Scheiben einfach durchweg grandios sind. Fans von fetzigem Blues können bedenkenlos zugreifen und Hobby-Gitarristen werden vor Brad Wilson einfach niederknien. Viel Infos und Bezugsquellen gibt es unter www.bradwilsonlive.com. Unbedingt vorbeischauen, ein paar MP3's runterladen und CDs kaufen! Der Mann muss unbedingt mal in Deutschland ein Konzert geben. Ein absolutes MUST HAVE !!! Und zumindest die letzte Studio-CD gibt es auch bei Amazon durch diverse Händler für knapp 13 Euro.
Kritik von Siggi Greck:
Mehr durch Zufall bin ich auf diese CD gestossen. Der Ex-Sänger von Threshold lässt es
hier sehr ruhig angehen. Die Songs sind durchweg "unplugged" mit Begleitung
eines klassischen Orchesters aufgenommen. Dadurch tritt die tolle Stimme von Damian Wilson
in den Vordergrund, was mir sehr gut gefällt. Die Songs sind alle sehr gut geeignet zum
Träumen und Relaxen. Einige Songs erinnern mich sogar etwas an Cat Stevens ("Beating
Inside" und "What A Man Can Dream"). Anspieltipps: "Disciple",
"Part Of Me" und das John Lennon-Cover "Grow Old With Me" (Duett mit
der Sängerin Alex Sharpe).
Wilson, Damian - Let's Start A Commune
Damian Wilson ist ja vor allem als ' Immer mal wieder - Sänger' von Threshold bekannt. Dass er auch schon einige Solo-CDs veröffentlicht hat (die teilweise nur über seine Homepage zu kaufen waren oder sind), wissen vielleicht nicht so viele Leute. Und das ist wirklich schade. Denn hier zeigt Damian Wilson weit ab vom Prog-Metal-Sektor, was er stimmlich drauf hat. 'Let's Start A Commune' ist eigentlich schon etwas älter und war bis jetzt nur als Download erhältlich (ich glaube von 2003 oder so). Und jetzt gibt es das Teil auch als reguläre CD zu kaufen (z.B. bei Just For Kicks). Und der Kauf lohnt sich auf jeden Fall, wenn man die geniale Stimme von Damian Wilson mag. Zwar sind die Songs fast alle etwas poppig und leicht rockig angehaucht, teilweise auch ziemlich spärlich instrumentiert und recht ruhig, aber was der Mann mit seiner Stimme anfangen kann ist schon weltklasse. Eine schöne CD zum nebenher hören.
Larry Jon Wilson macht schon seit 30 Jahren Musik. Musikalisch 'aufgewachsen' ist er in Nashville, und das sagt auch schon ein bißchen was über die Stilrichtung aus. Zu seinen größten Fans gehören Kris Kristofferson, Willie Nelson oder auch Steve Earle. In den 70ern hat er auch insgesamt 4 Scheiben rausgebracht, vom Rolling Stone wurde er als 'the next big thing' bezeichnet und Bob Dylan sagte 'He's the most exciting thing I've seen in twenty years'. Trotzdem waren seine Songs zu 'soulful' für die wahren Country-Fans, zu hausbacken für die Discos, zu real für's Radio. So hatte er nur seine 'wahren Fans' und der weltweite Durchbruch kam nie. Und jetzt 30 Jahre später gibt es wieder eine CD von ihm. Rauh, persönlich, unplugged nur mit Gitarre und Fiddle. Die Musik und vor allem seine Stimme geht wirklich unter die Haut und man fragt sich, warum der Mann nie den großen Erfolg in den einschlägigen Musikkreisen gehabt hat. Ein bißchen erinnert mich die ganze Atmosphäre der CD an die Spät-Werke von Johnny Cash ... da gibt es mehrfach Gänsehaut, wenn man auf so ruhige Gitarren-Musik steht. Kris Kristofferson hat über Larry Jon Wilson gesagt 'He can break your heart with a vioce like a cannon ball'. Da kann ich nichts mehr hinzufügen. Wer abseits des Prog mal einen Versuch in Richtung Country 'light' wagen will, ist mit Larry Jon Wilson mehr als gut bedient. Die CD kann als Import über Amazon ab knapp 12 Euro bestellt werden.
Wilson, Ray - Live And Acoustic
Ray Wilson, Ex-Sänger u.a. von Stiltskin und Nachfolger von Phil Collins bei Genesis gab im Jahr 2001 beim Edinburgh International Festival 13 (!!!) ausverkaufte Unplugged-Konzerte. 'Live And Acoustic', zuerst nur über Wilson's Homepage erhältlich, wurde jetzt endlich auch bei InsideOut veröffentlicht und beinhaltet insgesamt 18 Songs (von 'In The Air Tonight' -Phil Collins- über 'Inside' -Stiltskin- und 'Shipwrecked' -Genesis- bis 'Desperado' von den Eagles) von diesem Festival. Begleitet wird er nur von Amanda Lyon (Keyboards) und Steve Wilson (Gitarre), die auch beide die Background-Vocals übernehmen. In meinen Augen eine Super-CD, die zeigt, wie vielseitig Ray Wilson ist (der mir bei Genesis überhaupt nicht gefallen hat). KAUFEN !!!
Nach kleinen Erfolgen mit seiner Band Stiltskin (immerhin ein Song für die Levis-Werbung), einem kurzen Gastspiel bei Genesis (allerdings auf der gefloppten CD 'Calling All Stations'), einem weiteren Versuch mit einer meiner Meinung nach ziemlich unterbewerteten CD ('Millionairhead' mit der Band 'Cut') und einer tollen Acoustic-CD gibt es nun auch eine 'richtige' Studio-CD von Ray Wilson. Wer hier aber proggige oder sogar rockige Töne erwartet, wird bestimmt enttäuscht werden. Die CD ist erstens mal ziemlich kurz (in der limitierten Version mit 3 Bonus-Tracks gerade mal 55 Minuten und somit in der Original-Version lächerliche 42 Minuten) und zweitens sehr ruhig und nachdenklich. Toller Beginn mit 'Goodbye Baby Blue' und der Single-Auskopplung 'Change', aber im Laufe der Zeit dümpelt die CD halt ohne große Highlights so vor sich hin. Schöne Stimme, schöne Songs aber irgendwie doch ein bißchen enttäuschend. Zur richtigen Gelegenheit sicher eine tolle CD aber wir Proggies lieben's dann doch etwas abwechslungsreicher.
Wilson, Ray - The Next Best Thing
Hoffentlich ist der Mann nicht so eingebildet und meint das wirklich so. Denn seine letzte Scheibe 'Change' war ja meiner Meinung nach eher langweilig und wenn jetzt das 'Nächste Beste Teil' kommen soll ... naja. Der Opener 'These Are The Changes' klingt zwar schon wieder recht eintönig und langweilig, ist aber textlich (auch durch die eingespielten Zitate der Herren Bush, Edward Kennedy, Nixon und Reagan) wenigstens politisch ambitioniert. Recht gut (und rockig) ist dann das Remake von 'Inside', das Herr Wilson ja schon auf seiner Stiltskin-CD veröffentlicht hatte. Der Rest ist insgesamt recht nett aber ganz schön poppig. Somit ist 'The Next Best Thing' auch mal wieder eine Scheibe, die mich bestimmt nicht vom Hocker reisst aber zur passenden Gelegenheit sicher ganz hübsch ist.
Winger, Kip - Songs from the Ocean Floor
Also freiwillig hätte ich mir die CD wahrscheinlich nie gekauft. Aber aufgrund eines heißen Tips von meinem Kumpel (und Gast-Kritiker) Georg 'Shade' Lögler, der die Scheibe über den Schellenkönig lobte, kam ich natürlich nicht umhin, mir das Teil zu besorgen. Nach einem harten Schlag (dem Tod seiner Frau), versucht Kip Winger, unterstützt von so klasse Musikern wie Rod Morgenstein (Platypus, Rudess-Morgenstein-Project) oder Andy Timmons, seine Gefühle darzulegen, ohne jemals deprimierend zu wirken. Herausgekommen sind 12 hervorragende Songs, wobei vor allem die unendlich melancholischen Balladen 'Two Lovers Stand', 'Landslide' oder 'Song of Midnight' herausstechen. Auf Dauer ist die CD aber leider etwas eintönig.
Within Temptation - The Heart Of Everything
So richtig intensiv möchte ich auf die neue CD des holländischen Nightwish-Klons (naja, nicht ganz ... Sängerin Sharon Den Adel kommt stimmlich an die gute Tarja nicht mal annähernd ran) gar nicht eingehen. Nachdem 'Mother Earth', also der letzte offizielle Output der Band (immerhin auch schon 5 Jahr alt) ja von MTV hochgepusht wurde (der Song Ice Queen wurde ja rauf- und runtergenudelt), kennt Hinz und Kunz den Stil von Within Temptation. Bombastisch-symphonischer Metal mit Frauenstimme. Und da hat sich in den letzten 5 Jahren auch nichts geändert (warum auch). Wer 'Ice Queen' kennt, kennt auch 2/3 von 'The Heart Of Everything'. Man mag's oder auch nicht. Mir gehen die immer gleichen Chöre im Hintergrund auf Dauer einfach auf die Nüsse. Und auch dass man eine gute Idee oder Melodie jetzt schon seit Jahren auslutscht (irgendwie ist ja doch fast jeder Song gleich. Mal ein bißchen schneller, mal ein bißchen langsamer ... aber trotzdem immer der gleiche Spannungsaufbau usw.) zeugt nicht gerade von Kreativität. Aber sie werden damit bestimmt wieder erfolgreich sein. Und ich gönne es ihnen ja auch. Ein Song ('What Have You Done') allerdings sticht ziemlich positiv heraus, denn da singt die gute Sharon zusammen mit Keith Caputo (bekannt als Sänger von Life Of Agony) und das klingt wirklich gut. Ich tippe drauf, dass das mal wieder ein Single-Erfolg wird. Und, wahrscheinlich um mich etwas gnädig zu stimmen :-), ist der Song auch noch in 2 Versionen vertreten, nämlich auch als sogenannter 'Rock Mix'. Leider um 1 1/2 Minuten gekürzt, denn DAS ist die ultimative Version für diesen Song mit den fetten Gitarren. Insgesamt haut mich die CD aber nicht vom Hocker.
Da kommt so eine Newcomer-Jungspund-Band aus Australien daher und macht andere Musik als das übliche 'Brit-Pop-Geseiere'. Ich konnte ja nicht glauben, dass ich von einer CD aus den Charts so begeistert sein könnte ... aber Sänger Andrew Stockdale klingt wie die Inkarnation von Robert Plant in seinen besten Led Zeppelin - Jahren und auch die Musik kommt ähnlich straight und rockig daher ... allerdings mit einem nicht mal so kleinen Touch von Black Sabbath aus der Paranoid-Zeit. Alles klar ?? Genau richtig zum Ohren durchpusten (Achtung ... nicht die Nachbarn verärgern !!!) und schwelgen in uralten Erinnerungen !! Unbedingt antesten oder lieber gleich kaufen.
Wrong Object, The - Stories From The Shed
Ich habe lange nichts mehr von dem New Yorker Label 'Moonjune Records' gehört und gelesen. Jahre war es still (habe ich doch vor längerer Zeit ein paar richtig interessante Veröffentlichungen wie D.F.A., Finisterre oder auch TriPod besprochen, die allesamt bei Moonjune das Licht der Welt erblickt haben) doch jetzt scheint es weiter zu gehen. Insgesamt waren die Moonjune-Sachen ja eher alle ein bißchen in Richtung Jazz und somit etwas weg vom klassischen Prog-Rock. Und da macht auch 'The Wrong Object', übrigens eine Band aus Belgien keine Ausnahme. Aber da ich aus einigen Zuschriften weiß, dass auch jazziger Gefilde ab und zu gern gehört werden, möchte ich die Gelegenheit nicht verpassen, und Euch diese Band vorstellen. Die Jungs sind zwischen 23 und 39 Jahre alt, haben fast alle Musik-Akademien in Belgien besucht (nur der Bassist hat sich alles selber beigebracht), sind in Jazz-Kreisen hoch angesehen (diverse Jazz-Magazine haben die Musiker schon in den höchsten Tönen gelobt) und haben alle interessante Einflüsse (wobei Frank Zappa und Soft Machine doch recht häufig genannt werden). Und auch wenn's doch eher Jazz-Rock (als Prog-Rock) ist, finde ich die Scheibe erstaunlich gut. Das liegt zum einen an den handwerklichen Fähigkeiten der Musiker (der Drummer Laurent Delchambre ist der Hammer ... was der abliefert ist vom Feinsten, Gitarrist Michel Delville haut ein paar Solis raus, die ein reiner Prog- oder Rock-Gitarrist nicht besser machen könnte, Bassist Damien Polard ist auch ziemlich filigran am Werk und das Bläser-Duo Fred Delplancq und Jean-Paul Estievenart hält sich für Jazz-Verhältnisse genau richtig zurück. Klar, für reine Prog-Ohren dürfte 'Stories From The Shed' nicht unbedingt Jubelstürme auslösen, aber wer auch mal ein bißchen abseits des Prog antesten und abgrasen will und auch von jazzigen Sachen nicht abgeschreckt wird, sollte 'The Wrong Object' auf jeden Fall mal antesten. Mehr Infos über die Band und Soundfiles gibt es auf der Homepage sowie bei MySpace.
GAST-KRITIK VON MICHAEL DOSTER
"Destiny of a Dream" ist eine Mischung aus Prog-Rock und dezenten Anflügen von ProgMetal, auf Gesang wurde hier völlig verzichtet. Bei der Menge an Sängern, die schon eigentlich gute Produktionen mit ihrer Stimme verunziert haben, muß ich sagen, daß mir ein gutes instrumentales Album allemal lieber ist, als eines mit schlechtem Gesang. Bei "Destiny of a Dream" sind Musiker am Werk, die ihre Instrumente im Griff haben. Vom klassischen Klavier über Kirchenorgel, von harten Gitarrenparts (vergl. Dream Theater) bis zu wunderschönen melodischen Soli ist einfach alles vertreten. Ein begeisterterndes Istrumentalalbum, hier wird von ProgRock bis ProgMetal eine ganze Menge geboten.
Ich bin ja immer wieder froh, wenn ich eine neue Band aus dem Melodic Rock oder Prog entdecke, die mich gleich begeistert. Und so ging es mir auch mit der schwedischen Formation Xinema, bestehend aus Mikael Askemur (voc, bass, keys), Sven Larsson (guit., voc) und Jonas Thurén (dr, voc) ... also die typische Rush-Besetzung. Veröffentlicht wurde das Erstlingswerk bei dem kanadischen Plattenlabel Unicorn Records und die Jungs sehen sich selber als Band aus dem Melodic / AOR - Sektor mit progressiven Einflüssen. Früher (zwischen 1985 und 1990) waren sie als Band mit dem Namen 'Madrigal' unterwegs und wurden beeinflusst von Bands wie Yes, Styx, Genesis, Rush und Kansas. Ende der 90er Jahre trafen sich die Jungs dann wieder und nach ein paar Drinks (was ja in Schweden nichts ungewöhnliches ist) kamen sie auf die alten Zeiten zu sprechen und gründeten wieder eine Band mit Namen 'Xinema'. Und seit Ende des letzen Jahres ist nun die erste Studio-CD mit dem Namen 'Different Ways' erhältlich (in Deutschland zur Zeit nur bei Empire-Music zu bestellen). Lustigerweise ist bei oben genannten Vorbilder-Bands der Name Saga nicht erwähnt, was mich etwas überrascht, denn der Opener 'In The Scent Of The Night' klingt voll nach Saga in ihren besten Zeiten. Und auch das zweite Stück 'Over The Sea' hätte locker auf 'Worlds Apart' gepasst. 'The Last Flower' beginnt dann etwas ruhiger und geht mehr in die Melodic Rock - Richtung. 'Timing' hat wieder einen vollen fetten Saga-Refrain. Mit 'One Day' gibt es dann erste Ballade mit vor allem wunderschönem Gesang. Das Titelstück 'Different Ways' ist auch noch eher ruhig und mit 'Maybe Time' geht's in diesem Stil weiter. Highlight der CD ist meiner Meinung nach dann 'Across The Styx' (fetter Bass der die Tassen im Schrank mitwabern lässt und ein genial gefühlvolles Gitarrensolo). 'Distant Lights', 'How Can I Believe' und 'The Secret' sind auch schlichtweg hervorragende Melodic-Rock-Songs mit teilweise proggigen Einflüssen und mit 'Blind Is The Light' endet die CD mit einem Stück, das ziemlich nach Rush klingt. Insgesamt ist 'Different Ways' ein hervorragendes Debut-Album, das aber eher in Richtung Melodic Rock / AOR geht und nur ab und zu ein paar proggige Töne bietet. Für mich aber im noch jungen Jahr 2003 die Neuentdeckung des Jahres. Hervorragende Musiker, ein erstaunlich guter Gesang und ein brillianter Sound. Ein Kauf lohnt sich auf jeden Fall.
Ich war ja schon vom Erstlingswerk der Schwedischen Band 'Xinema' mit Namen 'Different Ways' mehr als begeistert. Umso erfreuter war ich, als ein Päckchen mit dem Nachfolger 'Basic Communication' im Briefkasten lag. Und was soll ich sagen ... bereits beim ersten Hören bin ich noch mehr gepackt von der Musik. Alleine der Opener 'Colours' ist schon das Geld wert ... eine tolle Melodic-Prog-Nummer im Stile von Saga und Konsorten. Die wahren Highlights sind aber ganz sicher 'Speak To The World Part I - IV' und 'Ghost Of A Memory Part I - V', die den Großteil der CD ausmachen und fast schon Prog-Opern mit viel Keyboard und tollen Breaks sind. Aber auch der Abschluss der Scheibe, 'Dust In Your Eyes', ein toller gefühlvoller Song der unter die Haut geht, kann sich mehr als hören lassen. Was die drei Schweden Jonas Thurén, Mikael Askemur und Sven Larsson hier mal wieder abgeliefert haben, ist vom Feinsten und Freunde des melodischen Prog (so Richtung Saga, Kansas ... also alles etwas Keyboard-lastiges) müssen hier zugreifen. Erschienen ist die CD wieder bei Unicorn Digital und ich muss fast nicht erwähnen, dass auch der Sound erstklassig ist. Mehr Infos über die Band gibt es unter www.xinemaworld.com.
Xystus - Equilibrio (A Rock Opera)
Rock-Opern scheinen wohl immer noch Konjunktur zu haben. Waren es vorletztes Jahr Magni Animi Viri aus Italien, die mit 'Heroes Temporis' (siehe meine Review) wohl in diesem Genre einen kleinen Meilenstein hingelegt haben (was auch damit zu tun hatte, dass es mehr Oper als Rock war), könnten es im Jahr 2008 die holländische Band 'Xystus' schaffen, einen ähnlichen Erfolg zu haben. Vielleicht kennt der eine oder andere Leser meiner Homepage die Band als Support von Epica im Jahr 2005/2006 oder auch als Support von Kamelot. Auf jeden Fall haben die Prog-Metaller vor 'Equilibrio' bereits 2 CDs veröffentlicht (2004 und 2006), die sind allerdings völlig an mir vorüber gegangen. Im Jahr 2006 wuchs dann der Gedanke an eine Rock-Oper und es gab erste Kontakte zur 'Utrechtsch Studenten Concert, dem ältesten Symphonie-Orchester der Niederlande. Und nach 2 Jahren Zusammenarbeit ist nun die Rock Oper 'Equilibrio' fertig geworden, die schon vier mal vor ausverkauftem Hause aufgeführt wurde. Leider ist auf der CD nicht die komplette Oper verewigt ... aber die Schlüssel-Szenen (immerhin auch schon 57 Minuten lang) zeigen schon, dass die komplette Oper sicher ein ziemliches Highlight gewesen sein muss. Prägend bei der CD-Version ist auf jeden Fall der Gesang von Simone Simons als Lady Sophia, die man ja als Epica-Sängerin kennt. Aber auch die männlichen Parts (die Hauptfigur 'Diegu' wird von Bas Dolmans gesungen, der auch eigentlicher Sänger und Gitarrist von Xystus ist) sind nicht von schlechten Eltern. Durchweg gut ausgesuchte Stimmen. Insgesamt ist 'Equilibrio' eine ziemlich interessante Rock-Oper, bei der sowohl der Rock- als auch der Opern-Part nicht zu kurz kommt. Somit eine ausgewogene Mischung und irgendwie fast eine Schnittmenge aus der schon genannten 'Heroes Temporis', Jabberwocky von Clive Nolan und The Hunchback Of Notredame von Dennis DeYoung. Ein bißchen fehlen mir die harten Gitarren, die man von einer Prog-Metal-Band eigentlich erwarten könnte. Aber das wird duch den wirklich guten Gesang und das Gefühl für tolle Melodien wieder ausgeglichen. Freunde von Rock-Opern sollten sich also den 28.11.2008 im Kalender ankreuzen ... dann wird die Scheibe veröffentlicht.
Was passiert, wenn ein Uralt-Krautrocker (nämlich Wieland Hofmeister, der schon in den 70ern mit der Band 'Yargos' die Welt beglückt hatte und zum Beispiel auch mit Amon Düül II unterwegs war) als Musik-Schreiber und Threshold-Sänger Andrew McDermott als 'Lyriker' zusammen eine CD machen ... es kommt 'To Be Or Not To Be' heraus, das wegen der Stimme (McDermott übernimmt zusammen mit Anca Graterol die Gesangsparts) schon irgendwo nach Threshold klingt, aber musikalisch dann doch weit davon entfernt ist und eher in Richtung 'moderne Queen' gepaart mit elektronischem Schnickschnack und verzerrten Gitarren geht. Ich würde mal sagen, das ist gewöhnungsbedürftig bis gar nicht schlecht. Wer auf McDermotts Stimme steht, sollte sich die Yargos-CD auf jeden Fall mal zu Gemüte führen. Alle anderen die daran Interesse haben, sollten vor dem Kauf vielleicht doch mal ein Ohr riskieren um vor einer Enttäuschung gefeit zu sein.
Auch wenn ich mich jetzt der (Prog-)Gotteslästerung schuldig mache. Yes waren noch nie so mein Fall. Nur einige wenige Scheiben haben mir so richtig gut gefallen (wie z.B. als Geoffrey Downes und Trevor Horn bei Yes waren - also auf der 'Drama' sowie der 1994er-Output 'Talk'). Alles andere war mir einfach zu kompliziert. Außerdem hat mir Sänger Jon Anderson noch nie so zugesagt und auch Gitarrist Steve Howe schwebte für mich immer mindestens einen Meter (oder einen Joint) zu viel über dem Boden. Und jetzt versuchen es Yes sogar mit einem Orchester (wahrscheinlich weil nach dem Verschleiß von einigen Keyboardern keiner von den Jungs in der Lage ist, das aus den Synths rauszuholen). Ein nett gemeinter Versuch, der mich nichts berauschend Neues entdecken lässt. Insgesamt eine eher durchschnittliche Yes-CD ohne jeglichen Höhepunkt. Plätschert so vor sich hin ohne zu begeistern. Technisch bestimmt perfekt gespielt, aber ...
Young, Michelle - Marked For Madness
Neulich erhielt ich eine E-Mail von meinem Kumpel Georg Loegler mit einem CD-Tip. Michelle Young. Leider war die CD etwas schwer zu bekommen (Point Music hat immerhin fast 4 Wochen gebraucht, um das Teil zu liefern). Aber das Warten hat sich gelohnt. Über Michelle Young habe ich gar nichts herausbekommen. Aber sie hat ein Stimmchen wie Kate Bush in ihren besten Zeiten. Und die Musik ist auch ähnlich schön. Am Keyboard sitzt kein geringerer als Clive Nolan, der die Scheibe auch verbrochen hat. Weitere Prog-Grössen wie Peter Gee (Pendragon), Pete Banks (Yes) und Karl Groom (Threshold) dürfen auch mitspielen. Trotz der Musiker ist aber keine Prog-CD herausgekommen (Michelle Young hat alle Songs selbst geschrieben) sondern ein wunderschönes melodisches und episches Album, das auf jeden Fall nicht zum nebenherhören taugt. Damit sollte man sich schon intensiver befassen. Zur Zeit liege ich nur vor meinen Boxen und lausche der genialen Stimme von Michelle Young. Am ehesten könnte man vielleicht noch einen Vergleich mit der ersten 'Strangers On A Train' anstellen.
Young, Michelle - Songs Of The Siren
Gast-Kritik von Siggi Greck
Nun halt ich sie also endlich in meinen Händen. Das Debütalbum von
Michelle Young aus dem Jahr 1996. Es handelt sich um eine von Karl Groom 2002 remasterte
Version. Wie schon von Roland bei seiner Kritik des Nachfolgers "Marked For
Madness" erwähnt, ähnelt die Stimme sehr stark der von Kate Bush. Also, wem Kate
Bush gefällt, wird Michelle Young lieben. "Song Of The Siren" ist ganz gut
gelungen, wenn sie auch meiner Meinung nach nicht an "Marked For Madness"
herankommt. Wer neugierig geworden ist, sollte sich mal das beste Stück
"Solitude" bei www.michelleyoung.com
downloaden.
Sieben Jahre sind vergangen seit dem Erstlingswerk der Berliner Band 'Zenobia' mit Namen 'October', das ich leider nicht kenne. Aber ist ja schon nett, dass man dann die neue CD 'Delayed' nennt ... vielleicht als kleine Entschuldigung für die lange Wartezeit? Veröffentlicht wurde die CD bei Quixote Music, was normalerweise auf Neo-Prog oder auch Art-Rock schließen ließe. Doch weit gefehlt, denn 'Delayed' rockt im Vergleich zu anderen Quixote-Veröffentlichungen wie Sau. Und da ändert auch nichts daran, dass schon der Opener 'The Ballad Of Billy The Brain' fast 15 Minuten lang ist und später mit 'Meet Your Maker' auch noch ein 7-teiliger Song mit rund 33 Minuten folgt. Normalerweise bin ich ja schnell dabei, eine vergleichbare Band zu finden. Bei 'Zenobia' tue ich mich da aber sehr schwer. Ist schon ziemlich eigenständig, was die Jungs da machen. AOR-Anleihen, Melodic-Rock, manchmal doch ganz schön proggig. Dazu noch eine leicht rauh-rockige Stimme und eine tolle Produktion. Und damit auch noch über 70 Minuten Spielzeit herauskommen, gibt es sozusagen als Bonus-Track noch einen groovigen Remix von 'Moonstone Sky' (einem regulären Song der CD), der fast besser als das Original ist. Unbedingt antesten !!
Prog-Metal von der heftigeren Sorte gibt es von 'Zero Hour' in Form der bereits 5. Veröffentlichung 'Dark Deceiver'. Die Band um die Zwillinge Jasun und Troy Tipton (Gitarre bzw. Bass), dem Schlagzeuger Mike Guy und Ex-Power Of Omens - Sänger Chris Salinas kommen aus der Bay Area um San Francisco und wurden in den einschlägigen deutschen Rock-Magazinen mit ihren Vorgänger-Alben ziemlich gut bewertet. An mir ging die Band bis jetzt (leider) völlig vorbei. Was ziemlich schade ist, denn wenn man sich anschaut, mit welchen Prog-Metal-Größen die Jungs verglichen werden (da wird Dream Theater genannt, Fates Warning, Pain Of Salvation oder auch Sieges Even), müssten 'Zero Hour' ja eigentlich voll auf meiner Linie liegen. Nun kann man sicher ein paar kleinere Parallelen zu den Vergleichs-Bands erkennen, doch meiner Meinung nach haben 'Zero Hour' absolut ihren eigenen Stil. Absolut im Vordergrund steht hier die Gitarre von Jasun Tipton, die wirklich oberfett mit genialen Riffs aus den Boxen knallt. Dies gepaart mit mit ziemlich harten und knackigen Drums (die zwar nicht so kompliziert wie Portnoy's Arbeit ist, aber trotzdem ziemlich viele schwierige Parts beinhaltet) und einem äußerst abwechslungsreichen Gesang (von ziemlich böse bis klasse Metal-Sänger) macht die Musik von 'Zero Hour' mehr als interessant. Klar gibt es ab und zu schon ziemlich heftig was auf die Ohren und der Metal-Faktor ist ziemlich hoch, aber auch Prog-Fans mit einer Ader zu härteren Klängen haben bestimmt vor allem an dem über 12 Minuten langen Stück 'Inner Spirit' ihre helle Freude. Tolle Breaks, Tempowechsel, gefühlvoller Gesang zwischendurch ... alles was das Prog-Metal-Herz begehrt, ist hier vereint. Alleine wegen diesem Song lohnt sich schon der Kauf. Aber auch die Frickel-Fraktion kommt voll auf ihre Kosten. Hier wird die Gitarre rauf und runter genudelt, eine kleine Bass-Einlage ('Tendonitis') lässt alle Hobby-Basser blass werden und am Ende der CD steht man da mit offenem Mund und das Hirn ist frei. Die CD ist sicher nichts für schwache Nerven, aber wer die alten Pain Of Salvation - CDs überlebt hat und der Meinung war, dass man da noch eine Schippe an Härte hätte drauflegen können, ist mit 'Dark Deceiver' mehr als bedient. Mehr Infos über die Band sowie MP3's zum anhören gibt es auf der Band-Homepage. Die CD wird am 23.05.2008 veröffentlicht.
Der 1949 geborene schottische Blues-Sänger und Gitarrist Frankie Miller ist wohl in unseren Breiten nicht übermäßig bekannt. Lediglich sein (peinliches) Pop-Liedchen 'Darling', das es sogar 1978 in die Hitparaden geschafft hat, sorgte in Deutschland ein bißchen für Aufsehen und wird auch heute ab und zu im Radio gespielt. Viele Alben und diverse Anstellungen in einigen mehr oder weniger erfolgreichen Bands machten Frankie Miller zwar nicht so richtig berühmt, aber er schaffte ein paar wirlich zeitlos schöne Songs. 1994 wurde bei ihm ein Hirntumor festgestellt und nach fünf Monaten Koma war die Überlebenschance bei 2 %. Trotzdem rappelte er sich ganz langsam wieder auf. Und dieses Tribute-Album möchte das große Talent von Frankie Miller zeigen. Die reguläre CD besteht aus 2 Scheiben, auf der mehr oder weniger bekannte schottische Musiker der unterschiedlichsten Richtungen (von Fish über Ray Wilson und Rod Stewart bis zu Edwyn Collins) Songs von Frankie Miller interpretieren. Und dann gibt es noch eine dritte CD, auf der die besten schottischen Acts ohne Plattenvertrag auch noch randürfen. Insgesamt sind das dann 51 Songs von langweilig (nur ganz wenige) über richtig gut (so die Hälfte) bis genial (z.B. 'Caledonia' von Fish oder 'Good Time Love' von Ray Wilson oder das allbekannte 'You're The Star' von Rod Stewart). Insgesamt eine tolle Box, die in keinem Haushalt fehlen darf und zur Zeit (Ende Juni 2003) nur 17,99 Euro bei Amazon kostet.
Sicher habt Ihr auch schon mal an einem verregneten Wochenende den Fernseher angemacht und lustlos rumgezappt, seit bei N24 hängen geblieben, weil da gerade Earth TV gelaufen ist. Das Programm, das stündlich bei N24 und auch ab und zu bei Pro 7 läuft, fängt mit ferngesteuerten High-Definition-Kameras live das alltägliche Geschehen an den schönsten Orten und Plätzen der Erde ein. seien es zentrale Großstadtplätze, Strände oder auch ein einsamer Berg. Und untermalt werden die Bilder dann von wundervoller Instrumental-Musik. Earth TV wird übrigens in über 200 Länder übertragen. Verantwortlich für die Musik sind die Produzenten Christian Hamm und Alain Bertoni, die die Untermalung mit mehr als 100 Musikern aus 15 Ländern gemacht haben. Deswegen sind auch so unterschiedliche Stile zu hören von Orientalisch über Australisch (Digeridoo) bis zu südamerikanischen Klängen. Und nachdem viele Leute bei den Sendern angefragt haben, ob es die Musik nicht auch auf CD gibt, wurde die Earthgrooves-Reihe ins Leben gerufen. Und ab 25.07.2008 gibt es 'Earthgrooves 2', die gespickt ist mit wunderschönen Melodien. Kopfhörer auf, CD reinlegen und abtauchen in Klänge aus aller Welt. So eine CD sollte man auf jeden Fall im Regal haben ... die passende Gelegenheit zum Auflegen kommt bestimmt mal, und sei es nur, um die zukünftige Freundin zu beeindrucken :-))
Gitarren-Weltrekord 2007 - The Ultimate Smoke On The Water Show
Am 23. Juni 2007 findet beim
Flughafen Stuttgart in Leinfelden-Echterdingen ein Gitarrenweltrekord-Versuch statt, bei
dem mindestens 1323 Gitarristen gleichzeitig 'Smoke On The Water' spielen sollen. Ich bin
mal gespannt ob das klappen wird, nachdem der Weltrekord-Versuch im Rahmen des Metal
Forever Festivals in Böblingen ja richtig in die Hosen gegangen ist. Anmeldungen werden
unter www.gitarrenweltrekord.de
noch dankend angenommen. Und zu Ehren dieses Songs und natürlich zu Ehren des
Gitarrenweltrekords wurde vom Zounds-Label
in Stuttgart eine CD mit Namen 'The Ultimate Smoke On The Water Show' veröffentlicht, auf
der dieser Song von 14 'Bands' in 14 Versionen zum Besten gegeben wird, die
unterschiedlicher nicht sein können. Den Anfang machen 'Party Blues in Bb', die ziemlich
nahe ans Original herankommen. Dann folgen die 'Skankaroos' mit einer genialen
Ska-Version, 'The Twang' machen einen auf Country und Western (witzig), 'Albi Hefele und
das Poporchester der Musikschule LE' bringen ne Klassik-Version, die Ludwigsburger
Prog-Metal-Band 'Scenes' (wir erinnern uns an meine ziemlich gute Review über die letzte
CD von den Jungs 'Call Us At The Number You Provide) haben ne fetten Metal-Version am
Start, dann folgen die 'Asian Stars' (wer hätt's gedacht mit ner japanischen Version),
die Low Noize Gang flüstert den Song, 'Die Theoretiker' bringens unplugged,
'Applephonics' im Philly-Sound, gerappt wird bei 'Modern School Of Music, der
Spielmannszug Leinfelden-Echterdingen hat auch ne recht eigenwillige Interpretation, dann
folgt das absolute Highlight mit 'Frau Kächele und Frau Peters' (die vor allem im
Schwäbischen Raum durch geniale Beiträge im SWR-Rundfunk bekannt sind .... samt Hefezopf
mit einem Haufen Butter drin), eine weitere interessante Rock-Version von Ray Frederix
sowie zum Abschluss die 'AJ Gang' mit einer Akustik-Umweltschutz-Version.
Auf jeden Fall hochinteressant, was man aus dem Song alles machen kann. Wer Interesse an
der CD hat, kann sie beim Zounds-Label für schlappe 13,95 Euro inclusive der
Weltrekordaufnahme (Lieferbar dann ab September 2007) bestellen.
Mannerisms - A Celebration of the Music of Geoff Mann
Geoffrey Mann war Sänger der englischen Band 'Twelfth Night', guter Freund der englischen Prog-Szene-Musiker und verstarb im Alter von 36 Jahren an Krebs. 1994 kam dann diese Tribute-CD auf dem SI-Label auf den Markt. Und wie der Prog-Interessierte sicherlich weiß, ist SI-Music mittlerweile pleite. Offensichtlich haben sich die Geoff Mann-Freunde Clive Nolan und Karl Groom die Rechte an der Platte gekauft und im Jahr 2001 gibts nun also unter dem Verglas-Label (das so geniale Sachen wie Arena, Shadowland und Strangers on a Train vertreibt) eine Wiederveröffentlichung. Highlights dieser CD sind zweifelsfrei die Songs von Pallas, IQ, Pendragon, Jadis und Clive Nolan & (Pallas-Sänger) Alan Reed, also alles Bands, die heute zur Oberliga der Prog-Szene gehören und damals (1994) fast alle noch nicht so bekannt waren. Insgesamt ein toller Sampler, den ich jedem Proggie ans Herz legen möchte.
Wieder mal beglückt uns das Plattenlabel von Fußballer Thomas Hässler mit einem Sampler, der für knappe 15 Mark mal wieder einen Querschnitt über die alten und neuen Pferde im Stall liefert. Von bekannteren Sachen wie 'Axe' oder 'Joe Lynn Turner' bis zu absolut unbekannten Bands ist alles vertreten. Und der Melodic-Rock scheint immer noch die Lieblings-Musikrichtung von MTM zu sein. Was aufregend Neues habe ich beim zweimaligen Hören der CD nicht entdecken können (interessant könnte höchstens die neue Axe, die noch im November 2000 veröffentlicht werden soll sowie die CD von 'Kharma', die mich schwer an Styx erinnern, werden).
Und passend zum o.g. Sampler gibts natürlich auch eine 2000er-Ausgabe der MTM-Ballads. Auch hier sind sowohl die MTM-Zugpferde (wie Danger Danger, Axe, oder Harlan Cage) als auch völlig neue Band vertreten. -Nett-.
Zum 5-jährigen Geburtstag des MTM-Labels gibt es die mittlerweile 6. Compilation mit Band wie Guild of Ages, Dare, Kharma, Jaded Heart, Storyteller, House of Shakira oder Harlan Cage. Mittlerweile ist mir das MTM-Zeugs einfach zu eintönig, da alle Bands irgendwie gleich klingen. Aber für Freunde des gepflegten Melodic-Rocks sind knapp 20 Mark bestimmt nicht zuviel.
Zugunsten der unschuldigen Opfer des Terror-Anschlags in New York und Washington hat die Plattenfirma von Thomas Hässler (MTM-Music) eine Doppel-CD mit Rock-Balladen (von Künstlern, die bei MTM unter Vertrag sind) herausgebracht. Dare, Radioactive, Axe, Joe Lynn Turner, Harlan Cage, Cita, Fergie Frederiksen, RTZ, House of Shakira und Danger Danger sind unter anderem darauf vertreten. Erstaunlich ist, daß bei einem Verkaufspreis von 19,99 DM (für eine Doppel-CD) noch ein Erlös herauskommt. Da frage ich mich doch, warum ich z.T. für eine Einzel-CD über 30.- DM zahlen muss. Auf jeden Fall ein prima Sampler, wenn auch der Anlass für diese Veröffentlichung nicht erfreulich ist.
Und ein weiterer Sampler mit netten Melodic-Rock-Songs der Bands, die bei Herrn Hässler unter Vertrag sind. Netter Querschnitt der aktuellen (und bald kommenden) Alben von u.a. Dare, Joe Lynn Turner, King Kobra, Guild of Ages, Radioactive, Axe usw. usw.
Auch im Jahr 2002 beglückt uns das Deutsch-Schwedische Label MTM Music mit einer Compilation seiner Bands. Und die passende Balladen-CD wird sicher vor Weihnachten noch folgen. Ganz gut bis klasse sind die Songs von 'Hughes Turner Project', 'Rondinelli' und 'Radioactive' (hier gibt's z.B. den Japan-Bonus-Track von der 'Ceremony Of Innocence -CD)'. Der Rest ist typisch MTM, also mittelklassiger bis ganz netter Melodic Rock. Und die Bands die bei MTM unter Vertrag sind, werden immer unbekannter.
Unicorn Records - Progression In Balance Vol. 1
Wer regelmäßig meine Homepage besucht und die CD-Reviews aufmerksam liest, wird festgestellt haben, dass ich von dem kanadischen CD-Label 'Unicorn Records' einige CDs kritisiert habe, wird aber auch festgestellt haben, dass ich bei einigen der Veröffentlichungen dazugeschrieben habe, dass die Musik für den verwöhnten Prog-Freund vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig aber durchaus gut und interessant ist. Wer durch diese Beschreibungen doch eher abgeschreckt wurde, dem sei der erste Sampler von Unicorn Records, betitelt mit 'Progression in Balance Vol. 1', empfohlen. Denn auf diesem Sampler sind insgesamt 14 Songs von rockig (Mystery, Xinema) über proggig (Talisma, Hamadryad) und leicht jazzig (Addison Project, Spaced Out, Martin Maheux Circle) bis völlig abgefahren (Heon) vertreten und zeigen einen tollen Querschnitt aus den ersten 8 Jahren Unicorn Records. Und nach dem Hören dieses Samplers sind wegen den tollen Appetithappen weitere CD-Käufe sicher nicht ausgeschlossen.
Unicorn Digital - Progression in Balance Vol. 2
Auch der zweite Sampler des kanadischen Platten-Labels Unicorn Digital ist mit Vorsicht zu genießen ... aber natürlich nur wenn der Geldbeutel geschont werden soll. Denn genauso wie bei Vol. 1 (siehe meine Kritik) kann es durchaus vorkommen, dass die eine oder andere CD nach dem Hören dieses Samplers unbedingt gekauft werden muss. Progression In Balance Vol. 2 zeigt wieder einen hochinteressanten Querschnitt der Veröffentlichungen der letzten Zeit und beinhaltet neben den hier auf meinen Seiten schon kritisierten Bands wie Talisma, Hamadryad oder auch Retroheads auch andere mir bis jetzt unbekannte Sachen (Upright, Alkemy), die dann doch etwas vom Prog entfernt aber nicht weniger interessant sind. Wer sich bis jetzt nicht getraut hat, aufgrund meiner Reviews CDs von Unicorn Digital zu kaufen, sollte sich diesen Sampler unbedingt besorgen. Ihr verpasst sonst wirklich was. Ich gehe mal davon aus, dass er früher oder später bei www.empire-music.de erhältlich sein wird. Denn dort gibt es fast alle Unicorn-Veröffentlichungen.
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