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Neue CD-Kritiken

Hier findet Ihr die neuesten CD-Kritiken der letzten Updates. Über Musik lässt sich nicht streiten, nur diskutieren. Deswegen bitte bitte keine beleidigenden Mails mehr, nur weil ich Eure Lieblings-CD schlecht kritisiert habe. Das hier ist AUSSCHLIESSLICH MEIN Musikgeschmack (bzw. natürlich der Geschmack meiner Co-Kritiker). Ich halte Euch ja auch nicht für blöd, nur weil Ihr Wolfgang Petry oder Pur gut findet. Schickt mir dann lieber eine Gegen-Kritik als TXT-Datei. Die wird dann selbstverständlich auch veröffentlicht.

Und wer Schreibfehler findet, darf sie behalten !!

 

Kritiken vom 01.11.2009 Kritiken vom 23.11.2009 Kritiken vom 08.02.2010
Echo Us - The Tide Decides Azazel Blind - I Delyria - Regression In Mind
Guilt Machine - On This Perfect Day Brainstorm - Memorial Roots Eloy - Visionary
Knight Area - Realm Of Shadows Droga Del Espiritu - Luces Y Sombras Mask - Technopia
Nebuleyes - The Universal Being Hidden Timbre - Hereafter Re-Vision - Chapter IV: ... All For The Sake Of Love
Negative - God Likes Your Style Makajodama - Same Virgin Island - Fantasy Or Reality?
Porcupine Tree - The Incident (die 1.) Moraine - Manifest DeNsity
Rammstein - Liebe ist für alle da Porcupine Tree - The Incident (die 2.)
The Void's Last Stand - A Sund By Rising Set Redemption - Snowfall On Judgment Day
Shadow Gallery - Digital Ghosts
Transatlantic - The Whirlwind
Kritiken vom 14.12.2009
LaRue, Lisa - World Class
Lazuli - Six Frenchmen In Amsterdam
Metallica - Francais Pour Une Nuit
Pastor Brad - Christmas Shred

 

 

Azazel Blind - I

Mal wieder Lust auf was ganz Neues? Also sowohl eine total unbekannte Band als auch Musik ein bißchen abseits vom Prog? Dann seid Ihr mit 'Azazel Blind' und ihrem Erstlingswerk 'I' bestens bedient. Es fällt mir etwas schwer, die CD in eine Schublade zu schieben, denn auf 'I' werden eine Menge unterschiedlicher Einflüsse verarbeitet, die eigentlich gar nicht so zusammenpassen, die Scheibe aber gerade dadurch ziemlich interessant machen. Schon der Opener 'Where?', beginnend mit Keyboard / Gitarre, der ein bißchen an eine Mischung aus Marillion und Eloy (also das Keyboard) erinnert, dann die Textzeile 'Wohin ist Gott?' (ziemlich 'normal' und zurückhaltend gesungen), die aggressive Antwort 'Gott ist tot' (schon fast ein paar Growls) und dann glockenspielartiger Abschluss. Auch das folgende 'Menschenleer' beginnt mit Didgeridoo-Begleitung, kommt dann mit einem Gesang à la Rammstein daher (samt gerolltem 'R') ... auch eine recht ungewöhnliche Mischung. 'Desert Grave Part 1 - The Vision' ist fast ein bißchen orientalisch und sphärisch am Anfang, kommt dann aber ab der Mitte richtig in die Gänge. Und Part 2 (Mirror Of Our Time) geht in eine ganz andere Richtung. Psychedelic Rock aus den 70ern würde da glaube ich am besten passen. 'Channel Of Hate' könnte auch aus den 70ern stammen, gepaart mit ein bißchen Black Sabbath / Led Zeppelin, nur der aggressive Gesang passt nicht ganz in diese Zeit sondern klingt sehr modern nach Grunge-Bands. Auch die fette Gitarre geht eher in diese Richtung. 'Dies Mortalis' ist dann was ganz ungewöhnliches ... eher ein paar Soundfetzen mit Sprechgesang und dreckiger Lache. Und mit 'Little Demons' endet die CD leider schon, ist aber ein richtig schöner, ruhiger Abschluss. Leider hat die CD nur eine Spielzeit von so 27 Minuten, macht aber auf jeden Fall Lust auf mehr. Und wie schreibt die Band selber über sich: 'Wir sehen unsere Musik als eine Bestandsaufnahme oder Reflexion der inneren und äußeren Welt in der wir leben. Die Motivation, diese Impressionen auf eine CD fließen zu lassen, lag wohl darin, Dinge zu verarbeiten, ihnen ein Gesicht zu geben und somit den Schrecken und den Schmerz zu nehmen'. Mehr Infos über die Band gibt es unter www.myspace.com/azazelblind und auf www.mindsofsolace.de. Dort kann man auch die Lyrics nachlesen. Lohnt sich!

 

Brainstorm - Memorial Roots

Eine der besten Metal-Bands sind für mich auf jeden Fall Brainstorm. Ich habe sie neulich zusammen mit Primal Fear live gesehen und war mehr als begeistert. Und auch der neueste Output 'Memorial Roots' gehört auf jeden Fall zum Stärksten, was in letzter Zeit in dieser Richtung veröffentlicht wurde. Feine Riffs, bombastischer Sound, genialer Gesang von Andy B. Franck und auf der limitierten Edition 13 mehr oder weniger 'getragene' Songperlen zum Kopf schütteln und fast alle mit einem Hammer-Refrain, der einem nicht mehr aus dem Kopf geht. Metal-Herz was willst Du mehr? Wer sich mal wieder die Ohren durchpusten lassen will, ist mit 'Memorial Roots' mehr als gut bedient. Muss man haben.

 

Delyria - Regression In Mind

Wow ... was für ein Brett kommt da aus Italien, genauer gesagt aus Grosseto, einer sehr schönen Stadt am Rande der Toscana. Dass die 5 Jungs nicht unbedingt die schöne Landschaft ihrer Heimat besingen kann man sich vorstellen, denn Delyria machen astreinen modernen Death Metal im Stile von In Flames oder auch Nevermore. Richtig außergewöhnlich ist, dass sogar die englische Sprache perfekt und ohne jeden Akzent beherrscht wird (soweit man das bei dem 'Gesang' erkennen kann). Auf jeden Fall könnte man nicht darauf kommen, dass die Band aus Italien kommt ... Schweden oder Norwegen wäre da eher mein Tipp gewesen. Gegründet wurde die Band bereits im Jahr 2005, ein Jahr später gab es ein erstes Demo und nach einem Jahr Pause mit Konzerten und Songwriting gab es dann 2007 mit 'Tales From My Abyss' eine Maxi-CD. Und 2009 hat jetzt endlich die erste reguläre CD das Licht der Welt erblickt. Und ich kann nur sagen, wer auf die obengenannten Bands steht, sollte Delyria auf jeden Fall mal antesten. Da gibt's keinen Qualitäts-Defizit gegenüber den Genre-Größen. Klar ist das nicht gerade Musik für den verwöhnten Proggie, aber wenn Euer Musikgeschmack so vielfältig ist wie meiner, könnte das auch was für Euch sein. Haut auf jeden Fall voll rein und die Ohren werden mal wieder durchgepustet. Und der Gesang ist gar nicht mal so arg Death Metal ... da kann man sich auch daran gewöhnen. Voll fett finde ich vorallem die eingestreutetn Gitarren-Parts ... richtig gut gemacht. Veröffentlicht wurde die CD bei SG-Records und auf MySpace sind die Jungs natürlich auch vertreten, außerdem gibt's eine Band-Homepage. Einfach mal reinhören.

 

Droga Del Espiritu - Luces Y Sombras

Auch wenn 'Droga Del Espiritu' einem ziemlich spanisch vorkommen wird, handelt es sich NICHT um eine Band von der iberischen Halbinsel sondern die Jungs kommen aus dem Sauerland. Die Band gibt es eigentlich schon seit vielen Jahren, denn sie wurde bereits 1993 gegründet. 1995 waren sie sogar im Vorprogramm von 'Rage', nahmen 1997 ihre erste CD 'Estrellas' auf, nach 2 Trennungen wurde die Nachfolgeband 'Into Exit' gegründet (siehe meine Reviews) und nach dem Ausstieg von Steffi Lesic bei 'Into Exit' gibt's jetzt wieder eine Reunion mit allen Into Exit-Musikern (also Tobias Schmelzer - Gitarre, Tobias Latsch - Keyboards, Christian Pickhan - Bass und Torsten Urbanski - Drums) und dem ehemaligen Sänger Javier Fernandez Guirao. Und somit ist auch klar, woher der 'spanische Wind' weht, denn Javier singt (natürlich) auf spanisch. Nun habe ich ja in meiner CD-Sammlung einige spanische Bands vertreten (wobei ich hier vor allem Tierra Santa, Avalanch und Mägo de Oz nennen möchte, die allesamt zu empfehlen sind). Auch die Helden der Stille (Heroes del Silencio) hab ich natürlich in meinem Regal stehen. Und 'Heroes del Silencio' nennt Javier auch als seine Lieblingsband. Nun gut, außer 'Entre dos tierras' kann man meiner Meinung nach von der Band eigentlich nix anhören, alles andere klingt wie ein billiger Abklatsch, aber das tut ja hier nichts zur Sache.
'Luces Y Sombras', übrigens eine Doppel-CD (wer hätt's gedacht, die erste CD heißt 'Luces' und die andere CD 'Sombras'), geht auf jeden Fall in KEINE Richtung der genannten (spanischen) Bands. Und auch von 'Into Exit' sind die Jungs ein bißchen entfernt, was natürlich auch daran liegt, dass die Stimme von Steffi Lesic mit der von Javier Fernandez Guirao überhaupt nicht zu vergleichen ist und schon deshalb ein völlig anderer Sound herauskommt. Aber stellt man sich die Songs mit einer weiblichen Stimme vor, kommen natürlich schon ein paar Ähnlichkeiten zum Vorschein. Auch wurde auf der CD ein alter Into Exit - Song, nämlich 'Into It All' (von der zweiten CD 'With Angels High') nochmal aufgenommen, heißt jetzt 'Cancion Lunar' und klingt einfach ganz anders als das Original. Aber die alten Trademarks von 'Into Exit', nämlich überraschende Breaks in den Songs, sind immer noch vorhanden (hört Euch nur mal den Opener 'Sofia' an, den es übrigens auf der Homepage der Band unter www.droga.de auch als Video zum Anschauen gibt). Und dieser Song zeigt auch, in welche Richtung die CD geht. Ein bißchen Prog-Metal, viel Gefühl, für 'normale' Ohren vielleicht eine etwas gewöhnungsbedrüftige Sprache und von vorne bis hinten tolle Melodien, die einem nicht teilweise mehr aus dem Kopf gehen. Und dass Steffi Lesic auch noch singen kann, hört man auf dem Song 'Delfines', denn dort trägt sie ein paar Gesangs-Parts bei. Jetzt auf alle 15 Songs einzeln einzugehen, würde den Rahmen sprengen, denn jeder Song hat etwas Besonderes. Die CD gibt es übrigens ab Ende der Woche (also Ende November 2009) zu kaufen, und das für schlappe 10 Euro über die Band-Homepage. Ich kann nur empfehlen, Euch dieses Meisterwerk zu besorgen. Ihr werdet nicht enttäuscht sein!

 

Echo Us - The Tide Decides

Von der ersten Solo-CD des Ex-Musikers von Greyhaven, Ethan Matthews, war ich ja schon ziemlich angetan. Recht elektronische Musik mit ein paar fetten Gitarren, leichte Einflüsse von 80er Jahren Elektronik-Pop und das alles in einem leichten, modernen Prog-Kleid. Lange war es jetzt ruhig um 'Echo Us' (wie das Projekt von Ethan Matthews ja heißt), doch mit 'The Tide Decides' hat der gute Mann noch einen draufgesetzt. Wunderschöne Melodien, tolle Stimme, geile Gitarre zwischendurch, ab und zu klingt's auch ein bißchen nach Ryuichi Sakamoto (wer erinnert sich nicht an den genialen Soundtrack von dem Film Furyo - Merry Christmas, Mr. Lawrence mit David Bowie in der Hauptrolle ... okay, das war 1983 und ist jetzt auch schon 26 Jahre her). Gegenüber der Debut-CD machen bei 'The Tide Decides' ein paar mehr Musiker mit. So ist Raclyn Olson an der Harfe, Teri Untalan an der Viola, Aaron Bell am Bass und Andrew Greene an den Drums. Den Rest übernahm aber mal wieder Ethan selbst. Wer auf elektronischen Prog steht, ist mit Echo Us mehr als gut bedient. Sollte man sich auf jeden Fall zulegen. Und erschienen ist die CD übrigens bei Musea, somit dürfte es dieses Mal leichter sein, an ein Exemplar zu kommen. Mehr Infos gibt es natürlich auch auf der Homepage von Echo Us.

 

Eloy - Visionary

Dass ich das noch erleben darf. Eine neue Eloy-CD und dann noch so gut, dass sie es sogar in meine Top 10 von 2009 schafft. Die Band um Mastermind Frank Bornemann 'verfolgt' mich ja schon seit meiner Jugend ... war nicht 'Dawn' von 1976 (da war ich gerade mal zarte 14 Jahre alt) meine erste Begegnung mit Eloy und vor allem die 2 nachfolgenden Platten 'Ocean' und 'Silent Cries And Mighty Echoes' gehören immer noch zum Besten, was die deutsche Prog-Szene damals rausgebracht hat.
Über 'Visionary' habe ich im Netz schon einige Reviews gefunden. Und die meisten Kritiker bemängeln, dass Frank Bornemann immer noch so 'komisch' singt, immer noch kein richtiges Englisch kann und bla bla bla. Hey ... wenn ich ne Eloy-Platte höre, will ich nicht dass Robbie Williams singt, oder? Gerade die charakteristische Stimme von Herrn Bornemann macht doch gerade den typischen Eloy-Sound aus. Man mag's (so wie ich) oder man lässt es einfach, eine Eloy-Scheibe zu hören und vor allem dann zu kritisieren. Eloy-Fans werden Visionary lieben. Das kann ich Euch versprechen. Schon der Opener 'The Refuge' ist sowas von typisch für (neuere) Eloy-Scheiben (wenn man überhaupt von neuer reden kann ... 'The Tide Returns Forever' und auch 'Ocean 2 - The Answer' sind ja auch schon ein Weilchen her. Und das folgende 'The Secret' (fast 8 Minuten) hätte auch vor 20 Jahren auf einer Eloy-Scheibe locker Platz gefunden. Ein bißchen 'komisch' weil rockiger kommt dann 'Age Of Insanity' daher, aber nur am Anfang. Sobald das typische Keyboard (gespielt von Michael Gerlach und Hannes Folberth) einsetzt und Bornemanns Gitarre dazuwimmert, ist das einfach nur genial. Über 'The Challenge' brauche ich kein Wort verlieren, heißt der Song in Klammer ja auch 'Time To Turn Part 2 ... alles klar?? 'Summernight Symphony' wäre auf jeder Schnüffelparty (okay, die Meisten wissen jetzt vielleicht gar nicht was das ist ... in meiner Jugend-Zeit gab's das noch ... das waren Partys in Tanzschulen, wo man als Schulklasse mit ner anderen Klasse aus einer fremden Schule seine spätere Tanzpartnerin für den Tanzschul-Abschlussball kennenlernen konnte) der absolute Stehblues-Hit gewesen :-)) (by the way ... herzliche Grüße an meine damalige Abschlussball-Partnerin Susanne Mandl, was immer sie jetzt treiben mag, ich hab sie seit dem nicht mehr gesehen). Und auch 'Mystery (The Secret Part 2)' ist ziemlich getragen und einfach toll. Den Abschluss bildet dann 'Thoughts', 1 1/2 Minuten lang und nur Frank Bornemann mit akustischer Gitarre.
Ich kann nur sagen, dass 'Visionary' eine ziemlich geile Scheibe geworden ist. Alt-Eloy's werden ihre helle Freude dran haben.

 

Guilt Machine - On This Perfect Day

Und noch ein Projekt von Ayreons Mastermind Arjen Lucassen. Dieses Mal nennt es sich 'Guilt Machine' und mit von der Partie sind Jasper Steverlinck als Sänger, Lori Linstruth an der Gitarre (die kennt man noch von 'Stream Of Passion'), Chris Maitland an den Drums (der trommelte schon mal für Porcupine Tree) und natürlich Arjen himself, der den ganzen Rest übernommen hat. Wo Arjen Lucassen draufsteht ist natürlich auch Arjen Lucassen drin ... doch ist 'Guilt Machine' doch ein bißchen anders als die anderen Veröffentlichungen des Holländers. Klar kommt ab und zu Ayreon durch (z.B. gleich beim Opener 'Twisted Coil', mit fast 12 Minuten auch gleich der längste Song der CD), aber vor allem Sänger Jasper Steverlinck, der in Rock- und Prog-Kreisen bis dato ja völlig unbekannt war (soviel ich weiß ist der gute Mann Belgier und singt bei der Indie-Band Arid) reißt's echt raus und macht einen ganz tolle Job. Da sieht man mal wieder, dass weniger machmal mehr ist. Anstatt Berge von Gast-Sänger und -Sängerinnen einzuladen setzt Arjen dieses Mal nur auf ein 'Pferd' und hat das genau richtig gemacht. Jasper Steverlinck gelingt es doch tatsächlich, sowohl die vielen ruhigen und gefühlvollen Passagen zu singen als auch bei den (zwischendurch eingestreuten) härteren Parts mit Glanz zu bestehen. Interessant ist auch die Idee, dass Arjen im Vorfeld seine Fans dazu aufgefordert hatte, Gedanken über Schuld, Wut und Angst per Audio-Datei an ihn zu schicken und ein paar davon wurden jetzt auf der CD auch verewigt. Okay, die Idee ist nicht ganz neu (Daniel Gildenlöw von Pain Of Salvation hat das auch schon mal gemacht mit einem Anrufbeantworter von Gott), trotzdem schön, dass sich die Fans so einbringen können. 'On This Perfect Day' ist auf jeden Fall neben diversen Ayreon-CDs sicher eine der Besten Veröffentlichungen von Arjen Lucassen und hier nur zu empfehlen. Die CD gibt es auch noch mit einer Bonus-DVD mit diversen Bonus-Tracks, einem Trailer sowie einem 40-minütigen Interview mit der Band.

 

Hidden Timbre - Hereafter

Anlässlich der BUGA 2007 in Gera wurde das Werk 'Hereafter' gemeinsam mit der Deutschen Prog-Band 'Hidden Timbre' (die Band war mir bis jetzt völlig unbekannt, geniale Reviews können aber bei meinen Kritiker-Kollegen von Crossover nachgelesen werden), dem Konzetchor des Goethe-Gymnasiums Gera sowie dem B.S.P. Fusion Orchestra am 08.07.2007 aufgeführt. Insgesamt 80 Künstler waren auf der Bühne und das Publikum war hinterher fasziniert.
'Hereafter' ist der eindeutige Beweis, dass Prog-Rock zusammen mit Chor und Orchester hervorragend funktioniert. Ich möchte eigentlich niemanden aus der Band 'Hidden Timbre' hervorheben, aber vor allem der Gesang von Sängerin Anja Bräutigam sticht besonders positiv hervor und erinnert mich teilweise an Anneke van Giersbergen, die ja bei 'The Gathering' mehrere hervorragende CDs eingesungen hat. Am Anfang erinnert mich das Werk ein bißchen an 'Therion' (was ja nichts Schlechtes bedeutet), weil's dann doch ganz schön 'getragen' und der Anteil an Klassik und Chor ziemlich hoch ist und auch die Stimmung ist ähnlich. Doch im Laufe der CD wird's eigentlich immer proggiger und vor allem wenn die Gitarren zum Einsatz kommen, wird's richtig fett. Sowas hätte ich eigentlich nur den Pfälzern 'Vanden Plas' zugetraut, die ja ab und zu auch in die Theater-Richtung gehen und dann solche Werke aufführen. Ein tolles Album, das eigentlich in keiner gut sortierten CD-Sammlung fehlen darf. Zusätzlich erwähnen möchte ich noch, dass die Scheibe in den Farmland-Studios von Yogi Lang gemischt wurde. Und den kennt man ja z.B. von RPWL ... und das verspricht dann auch noch einen hervorragenden Sound. 'Hereafter' wäre auf jeden Fall ein guter Tipp, wenn Ihr noch ein überraschendes Weihnachtsgeschenk für einen Musikliebhaber sucht. Der wird sich auf jedenfall saumäßig drüber freuen. Mehr Infos gibt es unter www.hiddentimbre.com und www.hereafter-visionen.de. Unbedingt vorbeischauen und dann den Silberling kaufen.

 

Knight Area - Realm Of Shadows

'Realm Of Shadows' ist meine erste Berührung mit der holländischen Prog-Band 'Knight Area', obwohl sie schon der dritte Output ist. Aber irgendwie ist die Band an mir vorbeigegangen. Und das ist richtig schade. Auch wenn das Cover nicht gerade drauf schließen lässt (das erinnert eigentlich mehr an eine Death-Metal-Band ... aber die Bilder im Booklet lassen mich an Pendragon's 'Pure' denken) machen Knight Area lupenreinen Neo-Prog. Viele tolle Gesangs-Passagen, Keyboard-Teppiche (der unweigerlich an Clive Nolan erinnert), typisches Prog-Schlagzeug, ein paar herrliche Gitarren-Parts. Progger-Herz was willst Du mehr. Schon der Opener 'Ethereal', mit knapp 7 Minuten eines der längeren Stücke, zeigt die volle Bandbreite der Band und müsste eigentlich die Fans von Pendragon, Arena und Konsorten mehr als ansprechen. Die CD geht in diesem Stil weiter, ohne auch nur eine Minute langweilig zu werden und wechselt von symphonischen Prog zu ruhigeren Songs (Two Of A Kind), klingt dann plötzlich ein bißchen nach IQ (Momentum) und endet im über 11-minütigen 'Occlusion', dem sicher besten Stück auf dem Album. Positiv hervorheben möchte ich vor allem die Stimme von Sänger Mark Smit, der wirklich hervorragend singt, was in der Prog-Szene ja nicht immer üblich ist und bei vielen Bands der Sänger eher unterdurchschnittlich ist. Ich kann 'Realm Of Shadows' jedem Proggie, dem auch die schon genannten Bands Pendragon, Arena oder IQ gefallen, uneingeschränkt ans Herz legen. Eine prima Scheibe.

 

LaRue, Lisa - World Class

Lisa LaRue ist in Deutschland leider noch überhaupt nicht bekannt. Aber hoffentlich wird sich das nach meiner Kritik über ihre neueste Veröffentlichung 'World Class' ein bißchen ändern. Denn die amerikanische Keyboarderin verdient es, auch bei uns ein paar Fans zu bekommen. Klar ist es schwierig, mit überwiegend instrumentaler Musik den Geschmack der Massen zu treffen, aber für gemütliche Stunden oder zum Auto fahren ist 'World Class' ausgezeichnet geeignet. Nicht dass die Musik zu seicht ist ... nein, im Gegenteil, denn wenn man z.B. den Song 'Copper Edge' anhört, geht es schon ganz bombastisch zur Sache und auch ein fettes Gitarrensolo fehlt nicht. Auch 'Tell Me Why' oder 'Deluge', gesungen von keinem Geringeren als John Payne, den man ja zu Genüge von diversen Asia-Veröffentlichungen kennt, überzeugen mich total. Könnte auf jeder x-beliebigen Asia-Scheibe aus der Payne-Aera stammen. Tolle Melodien, fett instrumentiert, einfach klasse. Und es sind noch ein paar andere richtige Perlen (wie z.B. 'Beautiful Illusion ... auch mit John Payne) auf der CD. Ich kann nur hoffen, dass Lisa LaRue auch in Europa ihren verdienten Erfolg bekommt. Und Ihr könnt ein bißchen dabei helfen, indem Ihr 'World Class' kauft, genauso begeistert seid wie ich und die Platte weiterempfehlt. Wirklich eine herausragende Produktion, bei der auch Michel St. Pere, den man ja auch als Chef von Unicorn Digital kennt, seine Finger mit im Spiel gehabt hat. Mehr Infos und natürlich die Möglichkeit der Bestellung der CD gibt es auf der Homepage von Lisa LaRue. Unbedingt vorbeischauen !!

 

Lazuli - Six Frenchmen In Amsterdam (DVD)

Was für eine traurige Nachricht für alle Lazuli-Fans. Vor ein paar Tagen habe ich lesen müssen, dass sich die Band getrennt hat. Die komplette Rhythmus-Fraktion ist ausgestiegen und nur die beiden Leonetti-Brüder sind übrig geblieben, wollen aber unter dem alten Band-Namen weitermachen. Ich finde das wirklich schade, denn Lazuli waren für mich ein Stern am Prog-Himmel und vor allem das von mir gesehene Live-Konzert auf der Loreley 2009 war einfach nur fantastisch. Schade, dass es das nicht mehr geben wird. Ich hoffe ja, dass Ihr durch meine Kritiken über Lazuli auch ein bißchen 'Feuer gefangen' und Euch die eine oder andere CD zugelegt habt. Sozusagen zum Abschluss dieser Lazuli-Aera gibt es nun einen Live-Mitschnitt eines Konzerts im Vorprogramm von Riverside, das im Amsterdamer Paradiso am 10.12.2008 mitgeschnitten wurde. Zu Anfang bekommt man einen Eindruck über die Location, einer ehemaligen Kirche aus dem 19. Jahrhundert. Wirklich toll und richtig schade, dass ich dort noch nie ein Konzert gesehen habe ... aber Amsterdam ist leider auch ein Stückchen weg von mir. Und das Konzert von Lazuli, auch wenn's nur eine knappe Stunde gedauert hat, ist zum Ersten hervorragend gefilmt und zum Zweiten auch wirklich toll gespielt. Hier hat man auch den Eindruck, dass die Jungs viel Freude an ihrer Musik haben (und umso merkwürdiger ist es, dass sie sich jetzt getrennt haben). Gespielt werden insgesamt 9 Songs der letzten 3 CDs (wobei 'Réponse' ... damals ja noch gar nicht veröffentlicht wurde), nur das Erstlingswerk 'Amnesie' wurde nicht bedacht. Ein toller Konzertmitschnitt, den man nicht verpassen sollte. Zu kaufen gibt es das Teil zum Beispiel bei Just For Kicks. Muss man haben.

 

Makajodama - Same

Makajodama ... ein ziemlich ungewöhnlicher Name für auch etwas spezielle Musik. Gegründet wurde diese Instrumental-Band von dem Schweden Mathias Danielsson, der eigentlich Gitarrist der Prog-Band 'Gösta Berlings Saga' ist. Da er bei dieser Band seine speziellen Ideen nicht umsetzen konnte, tat er sich mit dem Ex-Schlagzeuger der Band 'The Carpet Knights', Mattias Ankarbrandt zusammen und gründete 'Makajodama'. Es kamen noch Cellistin Karin Lansdotter und Violinist Johan Klint dazu und fertig war eine außergewöhnliche Band, die sich vorgenommen hatten, sowohl geschriebene als auch improvisierte Instrumental-Musik zu machen. Und am 11.12.2009 gibt es jetzt den ersten Output auf CD, der von Anekdoten-Gitarrist Nicklas Barker gemixt wurde.
Es ist etwas schwierig, die Musik zu beschreiben, aber frühe King Crimson gepaart mit den etwas abedrehten 'Godspeed You ! Black Emperor' triffts wahrscheinlich am Besten. Ruhige Violin-Parts, danach fette Gitarren und fettes Schlagzeug, wenig eingängige Melodien sondern eher Ideen an Ideen. Aber nie abgedreht sondern immer halbwegs leicht verdaulich. Auch ein bißchen improvisierter Kraut-Rock aus den 70ern (Can, Guru Guru) oder auch Curved Air (natürlich ohne Gesang von Sonja Kristina, was wahrscheinlich an der Violine liegt, die ja bei der Band durch Eddie Jobson immer sehr charakteristisch war) hört man ab und zu heraus. 'Makajodama' machen ganz bestimmt keine Musik zum nebenher hören ... man muss sich schon intensiv mit der Scheibe beschäftigen. Aber dann erkennt man vor allem hervorragende Musiker mit vielen tollen Ideen. Die Band hat natürlich auch eine MySpace-Seite. Einfach mal reinschauen.

 

Mask - Technopia

Das Jahr 2010 ist noch nicht besonders alt ... aber ich habe jetzt schon ein tolles Highlight gefunden. Mit dem Band-Namen 'Mask' könnt Ihr jetzt vielleicht noch nicht wirklich viel anfangen. Deswegen geht's mal wieder ganz tief zurück in meine Jugend. Eine meiner absoluten Lieblings-Platten in den 70ern war 'Aircut' von 'Curved Air'. Die Platte ist von 1973 und ich habe sie, obwohl ich sie erst viel später entdeckt hatte, nahezu verschlungen (bei der Veröffentlichung war ich ja auch gerade erst mal 11 Jahre alt und hatte mit guter Musik noch nichts am Hut). Möglicherweise sagt Euch jetzt 'Curved Air' auch nicht wirlich was ... aber in der Band spielten auch schon so geniale Musiker wie Eddie Jobson (Keyboards, Violine ... und später zusammen mit John Wetton bei 'UK') oder auch Stuart Copeland, der ja dann zusammen mit Sting und Andy Summers bei 'The Police' war. Wenn Ihr irgendwo 'Air Cut' als CD findet, unbedingt kaufen. Vor allem der Über-Song 'Metamorphosis', geschrieben von Eddie Jobson, ist einfach nur genial.
Sängerin bei 'Curved Air' war Sonja Kristina, und jetzt schließt sich der Kreis, denn Sonja ist zusammen mit dem klassischen Violinisten und Komponisten Marvin Ayres (der auch die Keyboards spielt) die Band oder das Projekt 'Mask'. Unterstützt werden sie noch von Ben Wiesner (Drums, Percussions), Steve Byrd (auf einem Song Gitarre, Balalaika, Bouzouki und Oud) sowie Kirby (Gregory), der sowohl bei 'Air Cut' als auch auf 'Lovechild' zur Band Curved Air gehört hat.
Wie der CD-Titel 'Technopia' schon ein bißchen vermuten lässt, ist die Musik von 'Mask' nicht wirklich als Prog-Rock oder folkig angehauchtem Rock der ganz frühen Jahre zu beschreiben. Dafür sind die Songs zu elektronisch. Nichts desto trotz ist 'Technopia' ein wundervolles und schönes Album geworden. Der Opener und Title-Track 'Technopia' klingt in meinen Ohren ein bißchen nach Depeche Mode gepaart mit David Bowie (natürlich mit weiblichem Gesang) ... und Sonja Kristina hat in den letzten 35 Jahren überhaupt nichts verlernt ... so eine warme und gefühlvolle Stimme habe ich schon lange nicht mehr gehört. Das ist einfach weltklasse. Eine tolle Mischung aus elektronischen Beats, klassischer Violine und ein paar eingestreuten Gitarren-Riffs von Kirby. Das absolute Highlight der CD und fast 6 Minuten lang. Hätte toll zum Soundtrack von 'Wir Kinder vom Bahnhof Zoo' gepasst. 'Ice Winter' geht auch in eine ähnliche Richtung, ist aber ein bißchen getragener. Die Vocals sind eher geflüstert und geheimnisvoll. 'Time To Let Go' hätte locker auch als Bowie-Song durchgehen können. Eingängige Melodie, sparsame Instrumentierung und einfach schön. Danach folgt mit 'Sound And Visions' ein Bowie-Cover, das zwar nah am Original ist, aber trotzdem etwas Mask-Eigenes hat. Toll gemacht und super gesungen. Eigentlich besser als das Original. Das nächste Highligt folgt zugleich, denn 'Space In Between' geht in eine ähnliche Richtung. Wobei Sonja Kristina hier sogar ein bißchen nach Annie Lennox klingt. Herrlich gefühlvoll gesungen, die Violine passt wie die Faust auf's Auge. 'Precious Hours' ist dann ein bißchen schneller, hat aber auch viel Atmosphäre. 'Faithless' ist etwas piano-lastig und könnte locker als ein toller Bar-Song durchgehen. 'This Is A Wrong Turn' haut in die selbe Kerbe ... viel Gefühl und noch mehr Gefühl. Das 2-minütige 'Deep Creep' hört sich etwas seltsam an ... fast instrumental, ohne Text aber mit mehrschichtigen Stimmen. 'Pumpin Up The Whisper' ist eines der rockigeren Stücke und wenn man nicht wüsste, dass das gar keine Gitarre mitspielt sondern ein elektrisches Cello ... man wäre voll auf dem Holzweg. Hat viel Groove und die Art des Refrains könnte fast von Jefferson Airplane sein. Großes Kino. 'Before I Leave', wieder mit Kirby an der Gitarre, ist auch eher rockig, driftet aber ab und zu ein bißchen ins jazzige ab (vor allem das Piano). Ein ganz anderes Gesicht von 'Mask', aber nicht schlecht gemacht. 'Your God' ist dann nur mit Marvin Ayres (der offensichtlich auch ein guter Sänger ist) und Ben Wiesner ... sehr melancholisch und schlicht schön ... vor allem die Violine gegen Ende. Den Abschluss bildet dann 'Undulations', einem 9-Minuten-Stück ohne Lyrics, das richtig schön dahinplätschert ... könnte Filmmusik in einem Dokumentarfilm über die wunderschönen Landschaften Islands (oder so ähnlich) sein.
Ich freue mich ungemein, dass ich an diese CD rangekommen bin. Meine CD-Sammlung hätte ohne diese Scheibe eine große Lücke gehabt. Im Moment ist es glaube ich noch ein bißchen schwierig, die CD in Deutschland zu bekommen ... zumindest haben die üblichen CD-Kaufhäuser den Silberling nicht gelistet. Aber ich hoffe mal darauf, dass es noch einen Vertrieb in Deutschland geben wird, der sich dieser Sahneschnitte annimmt. Bis dahin könnt Ihr Euch auf Youtube das Video zu Technopia anschauen oder auf MySpace stöbern. Ein sensationelles Album.

 

Metallica - Francais Pour Une Nuit (DVD)

Wer zu den Glücklichen gehört hat, eine der wenigen Tickets für die 2009er-Tour von Metallica zu ergattern (so wie ich :-)), war bestimmt von dem Konzert genauso begeistert wie ich. Klar ist Metallica kein Prog, aber die Jungs haben's einfach drauf. Schade wer's verpasst hat. Aber zumindest kann mit einer DVD, aufgenommen in der Arena in Nimes, geholfen werden. Ein sensationelles Konzert mit toller Kameraführung, super Stimmung und immerhin 18 Songs von ganz alt bis ganz neu. Außerdem gibt's auf der DVD dann auch noch ein Interview mit der Band sowie 5 weiteren Videos. Für Metallica-Fans (und alle die es werden wollen) ist dieser Silberling ein absolutes MUSS. Leider hat das Teil einen 'kleinen' Nachteil, denn die DVD wurde ausschließlich in Frankreich veröffentlicht und soll irgendwann auch mal über die offizielle Metallica-Homepage vertrieben werden (oder gibt es mittlerweile auch schon, das weiß ich leider nicht so genau). Ich habe mir das Teil in Frankreich im Supermarkt für schlappe 19,99 Euro gekauft und bin mehr als begeistert. Und ist bestimmt ein tolles und überraschendes Weihnachtsgeschenk für gute Freunde (oder Freundinnen), hat ja (bis jetzt) immerhin fast Sammlerwert. Also auf nach Frankreich und die DVD besorgt !! Übrigens hat die Scheibe unter anderem auch ein deutsches Menü, wer weiß ... vielleicht gibt es das Teil doch irgendwann auch mal offiziell im deutschen Handel.

 

Moraine - Manifest DeNstity

Moonjune Records aus New York sind ja vor allem bekannt für entweder CDs im weiteren Umfeld von 'Soft Machine' oder auch für außergewöhnliche Veröffentlichungen im Bereich Prog-Jazz, Fusion oder Avant-Jazz-Rock. Und 'Manifest DeNsity' von der Band 'Moraine' ist bei Moonjune mehr als gut aufgehoben. Dieser Instrumental-Fünfer, bestehend aus Dennis Rea (Gitarre ... und schon seit den frühen 70ern auf der ganzen Welt als gefragter Musiker unterwegs), Ruth Davidson (Cello), Alicia Allen (Violine), Kevin Millard (Bass) und Jay Jaskot (Drums) macht klassischen Avantgarde-Jazz-Rock, der teilweise richtig leicht verdaulich ist und teilweise sogar ziemlich lässig und bluesig daherkommt, aber ab und zu auch ein bißchen in die Free-Jazz-Richtung geht, ohne aber zu übertreiben. Klar muss man sich erst mal daran gewöhnen, dass die Streicher-Parts (wen wundert's bei der Besetzung) neben der Gitarre, die teilweise richtig genial wimmert, etwas dominant sind. Aber Freunde des gepflegten, nicht zu abgedrehten Jazz werden an 'Moraine' ihre helle Freude haben. Und dass die Band auch Spaß versteht, erkennt man an den Song-Titeln, die teilweise ganz lustige Namen haben. Ein paar Beispiele? 'Save The Yuppie Breeding Grounds', '$9 Pay-per View Lifetime TV Movie', 'Revenge Grandmother' oder auch 'Middlebräu' geben einem schon zu denken :-)
Mehr Infos gibt es auf MySpace sowie auf der Homepage von Band-Boss Dennis Rea. Einfach mal vorbeischauen.

 

Nebuleyes - The Universal Being

Die Süd-Französische Band 'Nebuleyes' habe ich ja schon mit der Vorgänger-CD 'Divine Revolution' vorgestellt. Und ich war da mehr als begeistert und hoffe mal, dass viele meiner Leser die Scheibe nach meiner Review auch gekauft haben. Jetzt folgt mit 'The Universal Being' ein weiterer Meilenstein in der Band-Geschichte. Klar stecken immer noch die zwei Musiker Xavier Boscher und Benjamin Masson hinter Nebuleyes und übernehmen fast alle Instrumente (ein paar wenige Gast-Auftritte von Musikern sind auf der CD vermerkt und als Schlagzeuger fungiert Mathias Haldgren). Überraschend ist aber, dass unter 'Nebuleyes are:' eine gewisse Drama Elfamorta aufgeführt ist, die 'Mezzo-contratto vocals' singt. Und das ist für die Musik von Nebuleyes ja ganz neu. Opernhafter-Gesang zu Prog-Rock. Aber das ist richtig geil. Ein bißchen erinnert Drama Elfamorta an die gute Tarja von Nightwisch, wobei Drama Elfamorta ein wenig tiefer singt (eben mezzo-contratto). Und das passt hervorragend zu den vielen getragenen Parts (wie z.B. bei 'Mother Universe'), Und ... dieser Titel verrät uns auch, dass die Texte nicht mehr in französisch sind sondern in englisch. Wobei ich so meine Schwierigkeiten habe, die Texte so richtig zu verstehen, aber das haben Opern ja so an sich :-) Die vollständigen Lyrics soll es aber auf der Band-Homepage geben, so dass einem da geholfen werden kann. Musikalisch geht es von eher getragen bis zu ziemlich rockig mit fetten Gitarren (wen wundert's, die beiden Band-Mitglieder Xavier und Benjamin sind ja beides Gitarristen) durch alle Genres des Prog. Mit 'The Universal Being' haben sich Nebuleyes fast neu erfunden und mich begeistert die CD von vorne bis hinten. Da gibt es nur einen Tipp: KAUFEN. Die Scheibe gibt es über die Band-Homepage derzeit für schlappe 9,99 Euro.

 

Negative - God Likes Your Style

'Negative' ist eine der erfolgreichsten Rock-Acts in Finnland mit vielen hervorragenden Platzierungen in den finnischen Album- und Single-Charts. Sie wurden Ende 2007 zum besten finnischen Act in den MTV Video Music Awards' gewählt und veröffentlichten mit 'Karma Killer' ihr bislang letztes Studio-Album Mitte des Jahres 2008. Auch wenn jetzt 'Negative' nicht unbedingt was für Prog-Fans ist, möchte ich die Scheibe doch hier vorstellen, weil sie einfach dazu geeignet ist, mal wieder einfach gut gemachte Rock-Musik an den Mann (und die Frau) zu bringen. Das ist einfach schnörkelloser Rock der Freude macht und mal wieder das Ohr durchpustet. Auch wenn mich der Sänger von 'Negative' ab und zu ein bißchen an Ville Valo (von Him) erinnert, ist die Musik nicht so getragen und 'dark'. Fans des klassischen Rock können hier zugreifen. 'God Likes Your Style' ist übrigens eine Compilation von Hits und Raritäten der Band, also teilweise B-Seiten und diverse (tolle)  akustische Versionen von Negative-Songs. Und dass die Jungs auch lustig sind, sieht man dann am letzten Stück 'Still Alive', in dem in den knapp 14 Minuten ein paar nette Gimmicks versteckt sind. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage sowie bei MySpace.

 

Pastor Brad - Christmas Shred

Wow ... was für ein fettes Gitarrenspiel von 'Pastor Brad' aus Pennsylvania, USA, der sich dem christlichen Rock verschrieben hat (was irgendwie etwas schwierig ist, bei rein instrumentaler Musik ... aber 2010 kommt ein neues Album mit Vocals raus). Alle Hobby-Gitarristen (so wie ich) werden staunen, was der Junge so alles drauf hat. 80er- Old School - Heavy Rock vom Feinsten kann ich da nur sagen. Pastor Brad hat schon diverse CDs veröffentlicht, die teilweise zumindest bei Amazon gelistet aber leider alle nicht vorrätig sind und bestellt werden können (für einen ziemlich heftigen Preis ... wenn man nicht den MP3-Download vorzieht). Aber es geht auch billiger. Geht einfach auf die Homepage von Pastor Brad unter  http://www.guitarjams.net/ und stöbert ein bißchen rum. Denn dort gibt es nicht nur diverse Soundfiles wie das hammergeile ''Little Town Of Bethlehem', sondern auch Bestellmöglichkeiten zu kleinem Preis. Außerdem gibt es diverse 'Guitar Lessons', die Euer Gitarrenspiel auf jeden Fall verbessern werden. 'Christmas Shred' ist eine Ansammlung von einfach geil gespielten Weihnachtssongs, die wohl zumeist eher in Amerika bekannt sind ... aber das obligatorische 'Silent Night' darf natürlich auch nicht fehlen, und das klingt so als hätte es Joe Satriani nicht besser spielen können. Da gibt es nur eins ... vor Weihnachten noch die CD bestellen und guten Freunden und Gitarristen unter den Weihnachtsbaum legen ... sie werden begeistert sein.

 

Porcupine Tree - The Incident

Nach 'Fear Of A Blank Planet' liefert Porcupine Tree - Mastermind mit 'The Incident' schon wieder eine äußerst starke Scheibe ab. Sozusagen ein Querschnitt aus alles Schaffensphasen der Band, denn sowohl Freunde der 'alten' Porcupine Tree als auch diejenigen, die erst später zu der Musik gestossen sind, kommen hier voll auf ihre Kosten. Fette Gitarren-Riffs (leider viel zu wenig), ruhige Parts (die teilweise auch an Blackfield erinnern), lange Songs (wie das fast 12-minütige Time Flies), ein paar kurze Zwischenstücke ... schlicht 55 Minuten tolle Musik. Aber das ist nur die erste CD, also 'The Incident', aufgeteilt in 14 Parts. Es gibt dann noch eine zweite CD, allerdings nur noch so 20 Minuten lang mit weiteren 4 Songs, wobei ich hier vor allem 'Flicker' hervorheben möchte, der wirklich genial ist. Wenig Worte für eine richtig gute CD. Fans der Band haben eh schon zugegriffen und ob man sich mit 'The Incident' neue Fans erschließt ... keine Ahnung. Die Musik von Porcupine Tree ist halt doch ein bißchen speziell.

Gast-Kritik von Jonathan Göhring:

Progfans hassen Best-of-Alben! Da wäre zum einen die meist lieblose Ansammlung möglicher Single Hits (richtige Progbands zeichnen sich gewöhnlich nicht durch besonders gelungene geschweige denn erfolgreiche Singles aus), zum anderen fehlt einfach das Konzept, welches hinter den Songs eines Albums im Allgemeinen steht. Auch der Versuch, mit irgendwelchen bisher nie veröffentlichten Soundschnippseln als Zugabe eine Käuferschicht anzusprechen, hat vornehmlich nur bei den rar gesäten Komplettisten Erfolg. Um es auf den Punkt zu bringen: Wer braucht und kauft so etwas? 

Und nun veröffentlichen Porcupine Tree eben ein solches Werk. Zum Glück ist die Sache hier ein bisschen anders. Nicht bereits veröffentlichte Titel bekommen wir hier zu Gehör, sondern vielmehr die besten Zutaten aus der Schaffenskarriere der Briten. So umfasst „The Incident“ sowohl psychedelische Klänge der Frühphase, als auch ein Hauch von leicht härteren Tönen, die von den neueren Alben ab „In Absentia“ stammen könnten. Allerdings wurden die jüngsten Metal-Anleihen stark zurückgefahren und die Fahrt durch ruhigeres Gewässer erinnert stark an die Britpop-Phase der Band um die Jahrtausendwende. Überraschend harmonisch lassen sich die verschiedenen Stile zu einem Gesamtwerk vereinen, bei dem leise und weiche Klänge härteren und lauteren in einer Art Kontrast gegenüber stehen, der sich als die bemerkenswerteste Stärke der Scheibe ausmachen lässt.

Wer durch die kräftigeren Laute der letzten Alben verschreckt wurde, sollte hier auf jeden Fall mal wieder ein Ohr riskieren. Aber auch Neulinge bekommen hier eine umfangreiche Einsicht in die variantenreiche Diskographie der Gruppe um Steven Wilson - daher auch als Einstieg empfehlenswert. Sollten Best-of-Alben ab jetzt - so wie hier - neu definiert werden, könnte eine Einleitung wie oben vielleicht bald der Vergangenheit angehören.

Fazit: Kaufempfehlung; für mich das Album des Jahres! 

 

Rammstein - Liebe ist für alle da

Die letzten paar Rammstein-Studio-Outputs waren ja eher langweilig. Und ich dachte schon, das war's jetzt so langsam mit der Band, zumal ja  Gitarrist Kruspe mit 'Emigrate' auch schon auf Solo-Pfaden gewandert ist. Aber weit gefehlt, denn mit 'Liebe ist für alle da' sind Rammstein zurück in alter Stärke. Fette Songs, fiese Texte (hört Euch nur mal 'Ich tu dir weh' an :-)) und auch die Abgründe der Menschheit ('Wiener Blut' ist ein Song über die Inzest-Sache von Herrn Fritzl) werden wieder vertont. Ein durchweg gelungenes Album wie ich finde (wenn man die Band mag ... und da gibt es ja geteilte Meinungen). Und wer die Scheibe kauft, sollte auf jeden Fall auf die limitierte Doppel-CD zurückgreifen, denn auf der Bonus-CD sind noch ein paar Schmankerl drauf (wie z.B. das geniale 'Liese', ein lustiger Alternativ-Text für 'Roter Sand'). Die Jungs können also nicht nur böse sein sondern auch witzig. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf's Konzert am 12.12.2009 in Stuttgart (ja, ich bin einer der Glücklichen, der nach 2 1/2 Tagen Enter-Drücken ein Ticket bekommen hat).

 

Redemption - Snowfall On Judgment Day

Wow ... was für eine fette Scheibe. Endlich mal wieder eine Prog-Metal-CD, die von vorne bis hinten zu begeistern weiß. Und wenn man den Beipack-Zettel der CD liest, weiß man auch wo's herkommt. Denn Sänger dieser Band ist kein Geringerer als Ray Alder, der ja auch bei 'Fates Warning' zu überzeugen weiß. Und in eine ähnliche Richtung geht auch 'Snowfall On Judgment Day', also viel Keyboard-Genudel, fette Gitarren, eine teilweise eher depressivere Stimmung (was sich bei Redemption aber im Gegensatz zu Fates Warning in Grenzen hält), geniales Schlagzeug und natürlich ein brillianter Gesang. Für Freunde von Dream Theater ist die Platte eh zu empfehlen, aber auch andere Prog-Metaller können hier ungehört zugreifen und werden sicher begeistert sein. Nur was der blöde Aufkleber auf der CD-Hülle 'Special Guest James LaBrie') soll, entschließt sich mir nicht wirklich, denn der Dream Theater-Sänger ist grad mal auf einem Song (Another Day Dies) vertreten, und da hätte man locker auf ihn verzichten können. Keine Ahnung warum man ihn da eingekauft hat ... hoffentlich war er nicht zu teuer, denn das hat sich nicht gelohnt, Ray Alder hätte das locker auch singen können. Endlich mal wieder eine gescheite Veröffentlichung von Inside Out.

 

Re-Vision - ChapterIV: ... All For The Sake Of Love

Dass es außer Doro Pesch (die ich jetzt persönlich nicht wirklich leiden kann) noch andere Metal-Bands aus Deutschland mit weiblichem Gesang gibt, beweisen Re-Vision aus Waltrop. Wie der Name 'Chapter IV ...' schon sagt, ist die CD bereits die vierte Scheibe der Band um Sängerin Anke Willnat, die eine richtig geile Rock-Röhre hat. Bis jetzt gab es 'nur' 3 Demo-CDs (Deconstructed von 2002, re-Constructed von 2003 und For The Sake ... von 2004), wobei sogar ein Song auf einer Unerhört-CD von Rock Hard platziert wurde ('Shapeless', der auch auf dieser CD drauf ist). Nun haben sie durch das griechische Label Sleaszy Rider Records einen Plattenvertrag ergattert und 'Chapter IV' durfte das offizielle Licht der Welt erblicken. Und was die Band geleistet hat, ist aller Ehren wert. Schon der Opener 'Colours' haut richtig kräftig rein. Toller harter Gesang, fette Gitarren-Riffs, treibende Drums und fette Bass-Linien. Und dann noch ein Refrain, der einem nicht mehr aus dem Kopf geht. Ist bestimmt live der absolute Hammer. Und es geht gerade so weiter. 'Scream', 'Deconstructed', 'For The Sake Of Love', 'Tomorrow May Come' ... alles recht fette Metal-Kracher. 'Shapeless' (der Song von der Rock Hard - CD) ist dann eher im Mid-Tempo angesiedelt (zumindest am Anfang) und lässt einen ein bißchen runterkommen. 'Awake My Soul' ähnlich gestrickt und 'While We Sleep' würde ich als wunderschöne Quoten-Ballade bezeichnen, die auf keinem Metal-Album fehlen darf. Richtig schön. Den Wachmacher gibt es aber gleich danach mit 'Chew Em Through'. Die nächste (Halb-)Ballade folgt mit 'Don't Wake Me Up' und auch 'Tantalized' ist eher im Mid-Tempo-Bereich angesiedelt. 'Lights On Me' gibt dann aber gleich wieder eins auf die Zwölf ... fette Gitarre, toller Gesang. Letztes 'reguläres Stück ist 'Deep Fovea'. Und dann gibt's noch eine ziemlich geniale Cover-Version des Maiden-Songs 'Strange World', und der ist richtig gut gelungen.
Produziert wurde die CD übrigens von Devon Graves (den kennt man ja von Psychotic Waltz und vor allem Dead Soul Tribe), der auf 3 Songs auch den Background-Gesang übernommen hat. Dies bedeutet dann auch, dass der Sound mehr als amtlich ist. Mehr Infos über die Band gibt es auf MySpace. Dort gibt's auch einen Hinweis, wie Ihr an die Scheibe rankommt (einfach bei der Band direkt bestellen).

 

Shadow Gallery - Digital Ghosts

Nach dem überraschenden Herztod von Sänger Mike Baker hätte ich eigentlich nicht gedacht, dass Shadow Gallery nochmal eine CD unter dem Band-Namen herausbringen, war doch Mike Baker DER Wiedererkennungsfaktor der Musik. Aber mit Brian Ashland haben sie überraschenderweise einen Ersatz gefunden, der das Feeling von Mike Baker fast identisch rüberbringen kann, ohne ihn zu kopieren. Ich denke da hat die Band richtig Glück gehabt. Musikalisch ist auch 'Digital Ghosts' ein weiterer genialer Output der Band, der nahtlos an den Vorgänger 'Room V' anknüpfen kann. Wer die ganzen Vorgänger gemocht hat, macht auch mit 'Digital Ghosts' nichts falsch und Musikliebhaber, die die Band noch nicht kennen, dürfen auch gerne zugreifen. Besonders hervorheben möchte ich aber den Song 'Strong', auf dem kein Geringerer als Ralf Scheepers (von Primal Fear) die Lead-Vocals übernommen hat ... und das klingt richtig geil. Außerdem solltet Ihr Euch die Limitierte Fassung mit den 4 Bonus-Tracks zulegen, denn dann kommt Ihr noch in den Genuss von 'Two Shadows', wohl eine der letzten Aufnahmen mit Mike Baker. Hier kann ich nur einen Kauftipp abgeben.

 

Transatlantic - The Whirlwind

Am Anfang hochgelobt als DIE Prog-Supergruppe. Mike Portnoy (Dream Theater - Drums), Neal Morse (Ex-Spock's Beard, Gesang und Keyboards), Pete Trewavas (Marillion - Bass) und Roine Stolt (Flower Kings - Gitarre) hatten ja auch klangvolle Namen. Aber 'leider' konnte ich zumindest am Anfang mit der Musik eigentlich nicht wirklich viel anfangen. Das war mir einfach zu viel Gedudel, ewig in die Länge gezogen und nicht wirklich was Neues. Nach nur 2 Studio-Outputs 'SMPTe' von 2000 und Bridge Across Forever von 2001 sowie ein paar Live-Sachen als CD bzw. DVD wurde es ziemlich ruhig um die 'Band', was vor allem an Neal Morse lag, der ja zwischenzeitlich den Ruf Gottes erhört hat und, so wie ich neulich in einem Interview gelesen habe, nur noch macht was Gott sagt. Und der hatte wohl jahrelang was gegen ne neue Transatlantic-CD. Und von mir aus hätte er auch noch ein Weilchen was dagegen haben können. 8 Jahre Pause und kein bißchen neue Ideen, wenn man mal davon absieht, dass Neal Morse jetzt auch bei Transatlantic seine Weltverbesserungs-Theorien vertont hat. Und das kennt man ja eigentlich von seinen Bergen von Solo-Veröffentlichungen zu Genüge. Mich haut die 77-minütige CD überhaupt nicht vom Hocker und ich befürchte mal, dass sie ewig in meinem CD-Regal verstauben wird. Auch der Kauf der Doppel-CD mit ein paar Bonus-Stücken lohnt nicht wirklich, denn wer braucht die dreiundzwanzigtausendste Cover-Version eines Beatles-Stückes oder eine billige Kopie von Santana. Und der Rest (Genesis, Procol Harum, America) ist auch nicht viel besser. Meiner Meinung nach ist eine Cover-Version nur sinnvoll, wenn sie entweder besser ist als das Original oder eben ganz anders ist. Die Bonus-DVD habe ich mir erst gar nicht angeschaut. Muss man nicht haben.

 

Virgin Island - Fantasy Or Reality?

Bereits seit 22 Jahren gibt es die Band 'Virgin Island' aus Niederbayern. Komisch, dass die Band bis jetzt so total an mir vorbeigegangen ist, denn was ich auf 'Fantasy Or Reality?' höre, trifft meinen Geschmack doch ziemlich. 'Virgin Island' in eine Schublade zu stecken ist einigermaßen schwierig ... aber so einen kleinen Touch von Nightwish haben sie (was vor allem an der Sängerin Ulrike Peetz-Kunkel liegt ... wobei sie nicht annähernd so 'theatralisch' singt wie seinerzeit die Tarja), ein bißchen Edenbridge kommt zum Vorschein (hier vor allem die melodie-lastige Gitarre von Lorenz Kunkel sowie die Rhytmus-Arbeit von ebenfalls Gitarrist Johnson Zitzelsberger), die Keyboards von Thomas Urlbauer erinnern mich ein bißchen an Tobias Latsch von Into Exit (und jetzt Droga del Espiritu) und auch die restlichen zwei Musiker (Markus Urlbauer - Drums und Alexander Hiller - Bass) könnten locker in der Melodic- oder Gothic-Rock-Ecke in anderen Bands glänzen. Meist recht rockig, ziemlich melodiebetont und zu keiner Zeit auch nur ein bißchen langweilig, ab und zu mit ein paar netten Breaks, gepaart mit wenigen leiseren Tönen ('Wherever You Will Go ... da klingt Ulrike sogar ein bißchen wie Steffi Lesic) geht die CD leider schon nach ca. 40 Minuten zu Ende. Eigentlich schade ... da hätte ich gerne noch ein bißchen mehr gehört. Freunde der oben genannten Bands sollten auf jeden Fall ein paar Ohren mehr riskieren und die Band antesten. Geht am Besten auf die Band-Homepage, hört Euch ein paar Songs an und bestellt dann die CD direkt über die Band-Page. Lohnt sich.

 

Void's Last Stand, The - A Sun By Rising Set

Puh ... ganz schön harter Tobak, den hier die Aachener Prog-Band 'The Void's Last Stand' mit 'A Sun By Rising Set' auf CD gebrannt hat. Mit einmal durchhören ist es da sicher nicht getan, um die ganzen Facetten dieses Werkes zu entdecken. Zuerst muss ich mal sagen, dass wenn man auf Prog-Musik im 'klassischen' Sinn steht, wird man mit dieser Scheibe bestimmt auch so seine Schwierigkeiten haben (wie ich). Angefangen beim, sagen wir mal gewöhnungsbedürftigen Gesang, der mich unweigerlich an die Anfänge von Dirk Radloff von Heartscore erinnert (siehe meine Reviews) und auch die Musik ist ähnlich stillos (jetzt im positiven Sinne ... also man kann es keinem Stil so richtig zuordnen). Leicht chaotisch, dann plötzlich ein bißchen Blues, Ska und was weiß ich noch ... und das alles vermischt in zwei Songs mit jeweils über 25 bzw 19 Minuten Länge (wenn man hier überhaupt von zusammenhängenden Songs sprechen kann, denn eigentlich wechselt der Stil minütlich und man könnte hier auch ein Break auf der CD einbauen und einen neuen Song beginnen). Auf jeden Fall sind die Jungs, nämlich Jonas Wingens (Vocals, Gitarre), Geoffrey Blaeske (Gitarre), Ray Dratwa (Drums) und Rachid Touzani (Bass) unheimlich spielfreudig und haben Ideen ohne Ende, für die andere Bands vielleicht 10 CDs gebraucht hätten. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage. Dort kann man die CD wohl auch runterladen bzw. bestellen. Einfach mal reinhören und sich selbst ein Bild machen.

 

 

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