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Neue CD-Kritiken

Hier findet Ihr die neuesten CD-Kritiken der letzten Updates. Über Musik lässt sich nicht streiten, nur diskutieren. Deswegen bitte bitte keine beleidigenden Mails mehr, nur weil ich Eure Lieblings-CD schlecht kritisiert habe. Das hier ist AUSSCHLIESSLICH MEIN Musikgeschmack (bzw. natürlich der Geschmack meiner Co-Kritiker). Ich halte Euch ja auch nicht für blöd, nur weil Ihr Wolfgang Petry oder Pur gut findet. Schickt mir dann lieber eine Gegen-Kritik als TXT-Datei. Die wird dann selbstverständlich auch veröffentlicht.

Und wer Schreibfehler findet, darf sie behalten !!

 

Kritiken vom 11.02.2008 Kritiken vom 17.03.2008 Kritiken vom 21.04.2008
Airtime - Liberty Manifesto Little King - Legacy Of Fools Asia - Phoenix
Aqua de Annique - Air Magnum - Wings Of Heaven Live Caamora - She
Avantasia - The Scarecrow Nebuleyes - Divine Revolution Nektar - Book Of Days
Ayreon - 0101101 RPWL - The RPWL Experience Royal Hunt - Collision Course
Kharma - Wonderland Signs Of One - Innerlands The Vankers - Blackout
Knopfler, David - Wishbones / Ship Of Dreams The Wrong Object - Sories From the Shed Voluntary Mother Earth - Unacceptable Vegetable
Nightwish - Dark Passion Play Zero Hour - Dark Deceiver
Northern Kings - Reborn
Razors Edge - Revelation
Tiles - Fly Paper

 

 

Airtime - Liberty Manifesto

Kritik von Siggi Greck
Nach der Trennung von Triumph Ende der 80er Jahre hat Rik Emmett zwar noch drei Solo-CDs veröffentlicht, die im Bereich Melodic-Rock anzusiedeln waren, danach hat es ihn aber wohl mehr in Richtung Blues, Jazz, Swing gezogen. Auch aus dieser Zeit habe ich mir einiges zugelegt. Ist zwar nicht so mein Ding, aber Gesang und Gitarrenspiel von Emmett sind einfach göttlich!
Nachdem Rik Emmett zur Überraschung aller im Sommer 2006 beim Bang Your Head-Festival in Balingen aufgetreten ist und mit Triumph-Songs überzeugen konnte, folgte nun die logische Fortsetzung: Endlich wieder „back to the roots“: Zusammen mit Michael Shotton (Von Groove) gründete er das Projekt „Airtime“. Die beiden legen mit „Liberty Manifesto“ ein erstklassiges Debüt hin. Durch die prägende Stimme und das Gitarrenspiel Emmetts wird man natürlich immer wieder an Triumph erinnert. Man hört aber auch diverse andere Stilrichtungen raus, ich würde es mal als gesunde Mischung aus Triumph, Rush, Queen mit etwas Led Zeppelin bezeichnen. Teils experimentell, dann wieder Melodic-Rock, dazwischen auch mal etwas progressiv und immer wieder echter „Classic-Rock“.
Für alle, die auch nur irgendwas mit Triumph oder Rush anfangen können, meine absolute Empfehlung!
PS: Habe erfahren, dass Triumph beim „2008 Sweden Rock Festival“ zum ersten Mal seit 20 Jahren (und zum ersten Mal überhaupt in Europa) in Originalbesetzung auftreten werden! Vielleicht wird’s ja nochmal was…

 

Aqua de Annique - Air

Für Fans der holländischen Gothic-Band 'The Gathering' war der überraschende Ausstieg von Sängerin Anneke van Giersbergen sicherlich ein kleiner Schock. Denn ohne die mehr als markante (und überaus gute) Stimme könnte das eventuell das Ende der Band bedeuten. Zum Glück hat sich Anneke nicht ganz aus dem Musik-Business verabschiedet sondern macht unter neuem Namen und mit neuer Band, also als 'Aqua de Annique' weiter. Etwas enttäuschend dürfte für 'The Gathering' - Fans die erste CD betitelt mit 'Air' aber schon sein. Klar, die Stimme klingt immer noch 100% nach 'The Gathering', aber bis auf ein paar vereinzelte Titel oder auch nur Teile von Songs doch ganz schön seicht ... und mit Bläser-Einsätzen dann doch etwas gewöhnungsbedürftig. Der Opener 'Beautiful One', 'Witness', 'My Girl' und 'You Are Nice!' kommen noch am ehesten an die alte Band ran ... der Rest ist dann eher als 'hübsch' oder 'schön' zu bezeichnen. Mal sehen in welche Richtung sich 'Aqua de Annique' weiterentwickeln.

 

Asia - Phoenix

Ziemlich genau 25 Jahre mussten wir warten, bis es endlich eine Asia-Reunion gibt ... also die Ur-Besetzung mit John Wetton, Geoffrey Downes, Carl Palmer und Steve Howe. Tatsächlich endlich? Tja, schwer zu sagen. Die Jungs sind natürlich auch 25 Jahre älter geworden, waren aber immer der Musik verschrieben. Viele Leute haben ja Asia in der John Payne-Aera abgelehnt, weil er der Band schon seinen eigenen Stil aufgedrückt hat. Sowohl musikalisch als natürlich auch mit seiner Stimme. Zwar mochte ich viele der Payne-CDs trotzdem (vor allem 'Aria' ist meiner Meinung nach einfach genial), doch John Wetton hat halt doch eine unverwechselbare Stimme und gehört auch heute noch zu den besten Sängern des Genres. Das hat er auf zahllosen Solo-Scheiben bewiesen und auch bei dem Icon-Projekt (mit Geoffrey Downes) war er das Highlight. Deswegen verwundert es auch nicht dass auch auf 'Phoenix' vor allem durch seinen Gesang das alte Asia-Feeling wieder da ist. Im Internet kursieren ja schon viele Reviews über die CD und die meisten davon sind eher negativ. Aber das finde ich ziemlich ungerecht. Mir gefällt die Scheibe ausgesprochen gut. Klar versuchen die Jungs, einige ihrer 'alten Heuler' zu kopieren und sind sich auch nicht zu schade dafür, das teilweise Ton für Ton zu tun ... aber was soll's ... genau sowas erwarte ich doch von einer Reunion. Sie sollen ja Musik nicht neu erfinden sondern den alten Fans (zu denen ich gehöre) auch das alte Gefühl zurückgeben. Und das ist ihnen hervorragend gelungen. Asia-Fans können deswegen bedenkenlos zugreifen. Nur eine Tatsache finde ich mal wieder überaus ärgerlich ... die CD lässt sich ums Verrecken nicht am PC abspielen, weil ein ätzendes Video drauf ist, das sich beharrlich beim Einlegen der CD automatisch startet und auch etliche Versuche, dies zu umgehen, schlugen leider fehl. Deswegen habe ich auch keine Lust, auf die einzelnen Titel einzugehen, weil ich schlichtweg keine Böcke habe, ständig zu meinem CD-Player zu rennen um weiterzutackern. Wenn schon ein Video, dann bitte als MPEG oder so ... andere Bands können das ja auch. Und Angst vor Raub-Kopien oder MP3's im Internet brauchen sich die Jungs wohl auch keine großen Sorgen machen ... die 'Zielgruppe' ist eh jenseits der 40 und kann sich die CD auch leisten.

 

Avantasia - The Scarecrow

Die dritte Rock-Oper von Edguy-Mastermind Tobias Sammet ist ... gewollt oder ungewollt ... zeitgleich mit dem neuen Ayreon-Werk veröffentlicht worden. Das ist mehr als interessant, weil bei beiden Werken zum Teil die gleichen Gast-Sänger mitmachen (Bob Catley, Jorn Lande), so dass man eigentlich einen direkten Vergleich anstellen könnte. Das will ich aber nicht tun, weil beide Rock-Opern-Kreateure (also Tobi Sammet und Arjen Lucassen) dann doch einen ganz anderen musikalischen Hintergrund haben. 'The Scarecrow' hat mit der ersten (und bis jetzt auch besten) Avantasia-Oper nicht mehr viel zu tun. Das ist dann eher eine Anreihung von sehr guten bis langweiligen Songs ... wobei der Langeweile-Faktor doch recht gering ist. Gegenüber seiner Stammband Edguy lässt er es dann doch etwas 'ruhiger' angehen, und der melodische Hard Rock steht im Vordergrund. Die Songs mit Jorn Lande sind natürlich geil (wie kann's auch anders sein, der Junge singt halt einfach brilliant). Doch auch Roy Khan (Kamelot ... auf dem Opener 'Twisted Mind' ... schon eines der Highlights der CD) macht seine Sache mehr als klasse. Fast ein bißchen Folk-rockig geht's beim Titelstück zu (kommt aber richtig gut ... Jorn Lande at it's best halt), über Bob Catley braucht man eigentlich keine Worte mehr verlieren (der könnte auch 'Alle meine Entchen' singen und es würde nach Magnum klingen), Amanda Sommerville (die kennt man ja vom Aina-Projekt) ist auch recht gut (für die Balladen eine Traum-Besetzung). Die wirkliche Überraschung ist aber, dass kein Geringerer als Alice Cooper einen Song ('The Toy Master') veredelt hat. Der kann's auch noch richtig gut. Ein paar Musiker mit recht klingenden Namen (Eric Singer, Sascha Paeth, Michael Kiske, Henjo Richter, Kai Hansen, Rudolf Schenker, um nur ein paar zu nennen) sind auch noch dabei. Insgesamt für die Zielgruppe also ein Aufmarsch an Stars, die die Entscheidung über kaufen oder nicht kaufen eher leicht macht. Also eher kaufen ... auch wenn's wie oben erwähnt ... mit den Avantasia-Anfängen nicht mehr viel zu tun  hat. In der limitierten Version gibt es dann noch eine Bonus-DVD mit diversem Schnickschnack.

 

Ayreon - 01011001

Nach einigen Jahren Wartezeit gibt es ... und das muss ich ganz deutlich sagen ... ENDLICH mal wieder ein Meisterwerk von Arjen Lucassen unter dem Namen Ayreon. Diverse private Probleme haben die ganze Sache etwas rausgezögert, aber das Warten auf '01011001' hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ayreon-Fans werden darnieder knien und dem Meister huldigen. Eine interessante Mischung aus 'Electric Castle' und dem letzten Output 'The Human Equation' ist es geworden, wobei der 'Back to the Roots - Faktor' doch recht hoch ist. Berge von Gast-Sängern und Gast-Sängerinnen (ich versuche mal eine Aufzählung: Anneke van Giersbergen -Ex The Gathering, Jonas Renske - Katatonia, Floor Jansen - After Forever, Bob Catley - Magnum, Jorn Lande - Ex alles mögliche, Tom Englund - Evergrey, Hansi Kürsch - Blind Guardian, Daniel Gildenlöw - Pain Of Salvation, Steve Lee - Gotthard, Simone Simons - Epica) und diverse Gast-Musiker von Lori Linstruth (Ex- Stream Of Passion und jetzt Arjens Managerin) über Michael Romeo (Symphony X) bis Derek Sherinian (Ex- Dream Theater) ist alles vertreten, was in der Prog-(Metal) Szene Rang und Namen hat.
Herausgekommen ist aber auch mal wieder eine hochkomplizierte Geschichte (die Bewohner des Planeten 'Y' ... so auch der Titel der ersten CD des Doppelpacks ... sind in einer Sackgasse und versuchen mit Hilfe eines Kometen, der die DNA der Bewohner auf die Erde ... so der Titel der zweiten CD ... transportiert um dort einen Neuanfang als 'Mensch' zu machen. Leider geht das auch etwas schief, weil sich die Menschen in eine falsche Richtung entwickeln. Naja ... oder so ähnlich. Es braucht wohl ziemlich viele Hör-Durchgänge mit gleichzeitigem Booklet-Studium, um das alles richtig zu verstehen und zu deuten. Auf jeden Fall mal wieder eine tolle Geschichte, die auch zum Nachdenken anregt. Musikalisch ist der neueste Ayreon-Output sowieso über allen Zweifeln erhaben. Jeder der auf etwas kompliziertere Prog-Musik steht, kommt an dem Werk eh nicht vorbei. Eindeutiger Anwärter für die CD des Jahres 2008 ... und dabei ist erst mal der erste Monat vorbei. Ich kann vor Arjen Lucassen nur den Hut ziehen, wie er es immer wieder schafft, seine Hörer so in den Bann zu ziehen. Das Werk gibt es in unterschiedlichen Versionen. Als Doppel-CD, als schlichte Doppel-CD mit Bonus-DVD sowie noch als Luxus-Pack mit erweitertem Booklet (und natürlich Doppel-CD und DVD). Unbedingt kaufen !!

 

Caamora - She

3 Jahre hat Pendragon- und Arena-Keyboarder Clive Nolan gebraucht, um seine Rock-Oper 'She' (benannt nach einem Roman von Henry Rider Haggard) endlich in trockene Tücher zu bringen. Ich weiß jetzt echt nicht, warum das so lange gedauert hat ... wahrscheinlich wurde er durch seine Muse und Haupt-Sängerin Agnieszka Swita zu stark abgelenkt :-), denn was bei 'She' musikalisch rausgekommen ist, hätte Herr Nolan wahrscheinlich in 2 Tagen aus dem Ärmel geschüttelt. Mich erinnert's stark an die 2 'Strangers On A Train' - CDs. Also ziemlich ruhige Grundstimmung, viel weiblicher Gesang (der mich auch noch stark an Tracy Hitchings erinnert, die ja die Strangers-CDs eingesungen hat), zwischendurch die typische Stimme von Clive Nolan (die man ja von Shadowland schon kennt) und ab und zu darf auch noch Alan Reed singen (das ist der von Pallas, der reißt's aber auch nicht raus). Und eine gewisse Christina Booth ist noch dabei (die ist glaube ich von Magenta). Von den bekannteren Instrumentalisten seien noch John Jowitt (Bass) und Mark Westwood (Gitarre) erwähnt, die man mehr (Jowitt ... den kennt man von Arena und IQ) oder weniger schon mal gehört hat. Angesichts der Tatsache, dass 'She' dann auch noch eine Doppel-CD mit über 2 Stunden Laufzeit geworden ist, möchte ich fast behaupten, die CD ist einfach pottlangweilig. Nolans Keyboard-Bombast kennt man ja schon zu Genüge (man höre sich nur mal die 2 Nolan/Wakeman - Scheiben an), das gepaart mit viel Strangers On A Train und ein bißchen Shadowland. Das war's. Für 3 Jahre Arbeit eindeutig zu wenig. Aber eingefleischte Nolan-Fans werden das Teil sicher in den Himmel loben. Ich kann immerhin von mir behaupten, dass ich mir die 2 CDs am Stück angehört habe ... da bin ich richtig stolz auf mich. Wird wohl ab sofort in meinem CD-Regal verstauben.

 

Kharma - Wonderland

Kritik von Siggi Greck
Die CD “Wonderland” der schwedischen Band Kharma wäre fast irgendwie spurlos an mir vorbeigegangen. Hatte Sie zwar schon einige Zeit im Regal stehen, aber gar nicht gemerkt, was für eine Perle diese Scheibe aus dem Jahr 2000 ist. Sänger Göran Edman hat ja schon bei einigen Projekten mitgewirkt und dürfte Kennern der Szene bekannt sein.
Wer auf guten Melodic Rock mit einer ordentlichen Portion Kansas/Styx steht, kann hier bedenkenlos zugreifen!

Knopfler, David - Wishbones / Ship Of Dreams

Kritik von Siggi Greck
Mehr durch Zufall bin ich auf den relativ unbekannten Bruder von Mark Knopfler gestoßen. David Knopfler hat die Band Dire Straits nach den ersten beiden Alben verlassen und seitdem einige Veröffentlichungen hervorgebracht. Angeregt durch positive Kritiken im Internet hab ich mir die beiden CDs Wishbones (2001) und Ship Of Dreams (2004) bestellt und bin positiv überrascht. Mark ist mir, vor allem mit seinen letzten Veröffentlichungen doch irgendwie zu lahm geworden. Da hört sich sein Bruder David viel frischer an. Mehr gefallen die beiden Alben auf jeden Fall ganz hervorragend. So könnten Dire Straits heute klingen! Die CDs werden bei ebay haufenweise zu Billigstpreisen verkauft (so um die EUR 3,--) – Antesten!

 

Little King - Legacy Of Fools

Die letzte Veröffentlichung von Little King mit Namen 'Virus Divine', die im Jahr 2005 das Licht der Welt erblickte, habe ich ja schon auf meiner Homepage verewigt. Damals, um diese Review zusammenzufassen, habe ich die Musik mit Rush meets Gitarren-Rock beschrieben. Was sowohl am damaligen Producer, an der typischen Rush-Dreier-Besetzung und an der Stimme von Mastermind Ryan Rosoff lag. Ziemlich verständlich also, dass ich mich sehr gefreut habe, den neuesten Output 'Legacy Of Fools' in die Hände zu bekommen. Die Musiker sind komplett ausgetauscht worden. An den Drums sitzt jetzt Eddy Garcia (Ex-Ministry) am Bass spielt (ziemlich druckvoll und teilweise richtig kompliziert) Michael Esparza und auch ein Keyboarder namens Ruben Gutierrez veredelt 7 der 9 Songs. Nur Ryan Rosoff ist natürlich noch dabei. Klar, er hat ja auch alle Songs geschrieben. Textlich geht es auf der CD um 'alles was wir geerbt haben und und was wir bewusst hinter uns gelassen haben'. So geht es (im Song 'Legacy') um 4 Generationen Rosoff vom Großvater bis zu Ryan's Sohn, 'Prodigal Son' beschreibt familiäre Verbindungen, '202' beleuchtet den Bildungsstand in den USA (Rosoff ist High-School-Englisch-Lehrer), 'Mea Culpa' ist eine Bitte um Vergebung (na wer hätt's gedacht) und 'Collateral Damage' ein Song über den Irak-Krieg.
Musikalisch sind Little King näher an den Gitarren-Rock gerückt. Das knallt schon ab und zu ganz heftig rein. Hört Euch nur mal den Opener 'Prodigal Son' oder 'Internal Smut' an. Aber auch die ruhigeren Töne, teilweise mit Violine und Cello (z.B. das Instrumental 'Moving On' können Little King ganz gut. Richtig gut tut der Musik aber auch der Einsatz des Keyboards, das die Songs im Vergleich zu 'Virus Divine' noch abwechslungsreicher machen. Wer mit dem Vorgänger schon seine Freude hatte, kann 'Legacy Of Fools' bedenkenlos kaufen. Little King - Anfänger sollten auf jeden Fall mit dem neuesten Output reinschmecken. Tolle Musik !! Veröffentlicht wurde die CD wieder bei Unicorn Digital. Little King sind aber auch auf MySpace vertreten. Einfach mal vorbeischauen und die Musik genießen.

 

Magnum - Wings Of Heaven Live

Es scheint in Musiker-Kreisen zur Zeit ziemlich In zu sein, anlässlich eines runden Geburtstages einer alten Platte die Scheibe zu betouren und sie komplett zu spielen (siehe Fish mit Misplaced Childhood oder auch der Clutching .... - CD). Magnum lassen sich da auch nicht lumpen und zum 25. Geburtstag der 'Wings Of Heaven' gab's im November 2007 einige Konzerte, bei der dieser Rundling unter Anderem komplett gespielt wurde, auch wenn 'Wings Of Heaven' jetzt nicht unbedingt das Highlight der Band-Geschichte darstellt. Die Tour wird im Frühjahr 2008 fortgesetzt und im Mai 2008 kann man Magnum z.B. in Ludwigsburg bewundern (man sieht sich dort). Und um ein paar Euros in die Kassen zu spülen, gibt es von den November-Konzerten jetzt eine Doppel-Live-CD. CD1 ist geprägt von Songs der Princess Alice ... CD (einige Liedchen sind da vertreten) sowie ein paar alten Heulern, die bei Magnum-Konzerten unbedingt sein müssen (How Far Jerusalem, All Englands Eyes, Vigilante, Kingdom Of Madness). CD2 ist dann Wings Of Heaven komplett (da sind dann echt ein paar interessante Live-Versionen von Songs vertreten, die man sonst nicht so oft hört) sowie zum Abschluss das obligatorische 'Sacred Hour'. Wer von Magnum alles braucht, kommt an dieser CD natürlich nicht vorbei. Ob man sie unbedingt haben muss? Naja, vielleicht schon :-)

 

Nebuleyes - Divine Revolution

Prog-Musik aus Frankreich ist auf meiner Homepage ja nicht unbedingt stark vertreten. Was eigentlich schade ist, denn die Prog-Szene in unserem Nachbarland ist ja gar nicht so klein. In letzter Zeit habe ich ja immerhin die Band 'Lazuli' vorgestellt, die ich  Euch immer noch ganz warm ans Herz legen möchte. Eine Neuentdeckung ist jetzt 'Nebuleyes', eine Band aus Nizza, die ebenfalls Prog vom Feinsten darbietet. 'Nebuleyes' besteht eigentlich aus den zwei Gitarristen Xavier Boscher und Benjamin Masson, die allerdings auch alle anderen Instrumente spielen (denke ich mal ... leider geht das aus der CD-Version, die ich bekommen habe, nicht hervor). Wenn man sich so die Einflüsse der beiden Musiker betrachtet, liest man so Bands wie Iron Maiden, Dream Theater, Liquid Tension Experiment, Symphony X, Pagan's Mind, Pain Of Salvation, Pink Floyd und und und. Und so eine kleine Mischung aus Allem ist auch 'Divine Revolution'. Und nicht dass jemand auf die Idee kommt, den CD-Titel spricht man englisch aus ... weit gefehlt ... gesungen wird auf französisch. Und das macht die Musik (zumindest für mich) noch interessanter ... mag ich doch die Sprache ausgesprochen gern. Den ersten Prog-Hammer gibt es schon mit dem ersten Stück (der Title-Track), das mit über 32 Minuten (!!) ein Feuerwerk von Gitarren-Soli, getragenen Passagen, gesprochenen Teilen und viel melodischem Prog bietet. Ein Weltklasse-Longsong, der auch nicht nur eine Sekunde langweilig wird. Aber man merkt, das die zwei Jungs aus dem Gitarren-Fach kommen, denn dieses Instrument ist schon dominant, sei es als Akustik-Gitarre oder als fette Riffs. Alleine wegen diesem Song lohnt sich schon der Kauf. Etwas rockiger geht es dann beim zweite Stück 'Endorphine et Placenta' zur Sache ... allerdings nur gut 4 1/2 Minuten. Dann wird der Song wunderschön fast 'romantisch' mit Keyboard-Teppich und geiler Akustik-Gitarre. Aber am Schluss geht's dann doch wieder zur Sache. Eigentlich letzter Song ist dann das nur knapp 5-minütige 'Digitaline', einem ziemlich interessanten Instrumental. Als Bonus-Track folgt dann noch 'Elixir', ein Stück, das Nebuleyes bereits 2002 geschrieben haben. Auch wieder ein Instrumental-Stück, aber dieses Mal über 10 Minuten lang. Insgesamt ist 'Divine Revolution' eine äußerst gute Prog-CD, die hoffentlich viele Liebhaber finden wird. Song-Files könnt Ihr auf der Band-Homepage anhören. Danach seid Ihr bestimmt genauso begeistert wie ich und kauft Euch das Teil. Bezugsquellen findet Ihr auch auf der Homepage.

 

Nektar - Book Of Days

Nektar ... viele Jung-Proggies werden jetzt den Kopf schütteln und behaupten, sie hätten noch nie was von der Band gehört. Ich als in den frühen 60ern geborener Musikliebhaber schnalze jetzt mit der Zunge. Nektar, eine Band aus England, die aber auch vor allem in Deutschland riesen Erfolg hatte, begannen ihre Karriere 1972 (!!) mit dem Debut-Album 'Journey To The Center Of The Eye', einer Science Fiction - Story, die in der damals abflauenden Psychedelic- und Spacerock-Aera Aufsehen erregte. Und Nektar hatten auch immer den Anspruch, diese Sachen in Konzerten visuell umzusetzen. Schlicht ... Nektar-Konzerte waren genial. Ich hatte zum Glück in meinen (damals) jungen Jahren auch die Möglichkeit die Band live zu sehen und war begeistert. Es folgten bis 1980 Berge von Veröffentlichungen, die teilweise Gold-Status erreichten. Danach wurde es sehr ruhig um die Band, bis 2001 mit 'The Prodigal Son' wieder ein Lebenszeichen von sich gegeben hat. Ich persönlich fand diese CD eher enttäuschend, weil von dem 'Progressiven' leider nicht viel rüber kam. Das war eher netter Rock, mal schneller, mal langsamer. 2004 gab es dann die weitaus bessere CD 'Evolution', die zum Glück ihrem Namen nicht alle Ehre machte sondern das 70er-Feeling wieder aufleben ließ. Tolle Scheibe ... und auch die Konzerte waren wieder klasse. Und jetzt gibt es 'Book Of Days'. Von den Nektar-Urgesteinen sind noch immer Sänger und Gitarrist Roye Albrighton  sowie Drummer Ron Howden dabei. Ergänzt werden sie von den zwei deutschen Musikern Klaus Henatsch (Keyboards ... war schon bei Jane und der Jutta Weinhold Band) und Peter Pichl (Bass, den kennt man von Running Wild und Yargos), wobei dieses Line-Up als 'Nektar live are ...' bezeichnet wird. Deswegen weiß ich jetzt nicht, ob die 2 Jungs auch auf der CD mitgespielt haben oder 'nur' bei Konzerten mit auftreten. Aus dem Booklet geht das auch leider nicht hervor. Aber sei's drum ... 'Book Of Days' ist auf jeden Fall eine klasse Scheibe geworden. Der Opener 'Over Krakatoa' fällt noch etwas 'schräg' aus (vor allem durch die verzerrte Stimme) hat aber einen unheimlich guten Groove und auch die Gitarre darf hintenraus ein herrliches Solo spielen. 'King Of The Deep' klingt dann schon eher nach altem 'Krautrock' (wobei man das Wort bei Nektar ja eigentlich nicht in den Mund nehmen darf ... sie sind ja ne englische Band und Krautrock war ja ein Ausdruck für die damalige deutsche Rock-Szene), gepaart mit alten Uriah Heep (vor allem der Gesang ist echt nah dran an David Byron) und einer Spur Pink Floyd (der Refrain klingt fast ein bißchen nach Dark Side Of The Moon). Danach folgt ein kurzes instrumentales Zwischenspiel ('Lamorna') und dann geht's mit 'Doctor Kool', mit über 11 Minuten dem längsten Song auf dem Album so richtig ab. Mehrstimmiger Gesang, toller Rhythmus, herrliche Tempowechsel, wieder ein geiles Gitarren-Solo. Der Hammer. Und es wird nicht schlechter. Noch ein Long-Song ... 'The Iceman' ... zwar mit 10 1/2 Minuten etwas kürzer, dafür ein bißchen spaciger und dramatischer im Aufbau. Und nicht genug von den langen Stücken, denn auch 'Where Are You Now' ist fast 11 Minuten lang und kommt am Anfang recht rockig daher, wird nach knapp 5 Minuten instrumental, langsamer und richtig dramatisch (schon wieder ein geniales Gitarren-Solo!) und am Schluss wieder richtig fett. Könnte ne neue Live-Hymne werden!! Zum Schluss gibt es dann noch 2 kurze 3-Minüter, eine wunderschöne Ballade ('Book Of Days - Between The Lines) ... da kann man auf dem Konzert mal wieder das Feuerzeug rausholen und 'Book Of Days', ebenfalls ne Ballade und ein toller Abschluss der CD.
Fazit: Wie jung und frisch eine Band auch nach über 35 Jahren klingen kann, haben Nektar mit 'Book Of Days' eindrucksvoll bewiesen. Hier werden Liebhaber aller möglichen Stile von Prog bis Rock bedient und ich kann die CD nur wärmstens empfehlen. Veröffentlicht wird das Teil am 16.05.2008 ... also Termin vormerken und dann gleich zum CD-Dealer rennen. Viele Infos gibt es natürlich auch noch auf der Band-Homepage.

 

Nightwish - Dark Passion Play

CD 1 nach dem Rausschmiss von Tarja. Monatelang neue Sängerin gesucht, über 2000 Demo-Bänder von Aspirantinnen angehört und sich am Ende für die unbekannte Schwedin Anette Olzon entschieden. Aber ist sie wirklich so unbekannt? Nein, nicht wirklich. Wer sich ein bißchen im AOR- und Melodic Rock-Bereich auskennt oder vielleicht schon mal im Katalog von AOR Heaven gestöbert hat, wird bestimmt eine CD der Band 'Alyson Avenue' entdeckt und vielleicht auch gekauft haben. Dort singt (oder besser sang) ne Frau mit Namen Anette Blyckert, die jetzt eben Anette Olzon heißt. Ich habe von der Band immerhin eine CD im Regal stehen (mit Namen 'Omega'), aber dort ist mir die Stimme nicht wirklich richtig positiv aufgefallen. Ich hatte mich auch nur an den Bandnamen erinnert, als ich das gelesen hatte. Nun gut ... aber passt eine ehemalige AOR-Sängerin zu den Bombast-Rockern von Nightwish und kann sie dort Tarja vergessen machen? Gute Frage aber von mir gibt's da keine eindeutige Antwort. Auf jeden Fall hat man den Eindruck, dass Nightwish die Last des Songschreibens für ne Opern-Sängerin abgefallen ist. Wenn man nur mal den fast 14-minütigen Opener 'The Poet And The Pendulum' anhört, stellt man fest, dass es auch mit Bombast, Oper aber ohne Sopranstimme geht ... und wie !! Sicher eines der besten und abwechlungsreichsten Stücke, die Nightwish je veröffentlicht haben. Richtig geil. Aufwändig aber absolut sinnvoll war auch, ein 'richtiges' Orchester mit ins Boot zu nehmen und nicht alles künstlich einzuspielen. Klingt einfach viel fetter und realistischer. Auch die Tatsache, dass Bassist Marco Hietala öfters mal seine 'dreckige' Stimme einsetzen darf, kommt der Musik wirklich zu Gute. Neben dem Opener gibt es natürlich noch ein paar weitere Highlights. 'Bye Bye Beautiful' (fast ein würdiger Nachfolger für 'Wish I Had An Angel'), die Single-Auskopplung 'Amaranth' (nicht ganz so schnulzig wie 'Nemo'), das schöne 'Eva' (hätte Tarja nicht besser singen können) oder auch 'For The Heart I Once Had. Leider wird die CD hinten raus etwas eintönig mit den Songs mit keltischem Einschlag. Die hätte man, anstatt sie am Stück zu bringen, vielleicht eher etwas hübscher auf der CD verteilt. Da hilft auch das zwischendurch recht harte und fast im Tarot-Stil gehaltene '7 Days To The Wolves' nicht wirklich. Trotzdem ist 'Meadows Of Heaven' ein würdiger Abschluss ... wahrscheinlich wurde der Song ganz an den Schluss gestellt, damit Anette Olzon in richtig guter Erinnerung bleibt, denn bei diesem recht ruhigen Stück ist sie wirklich in ihrem Element.
Als Fazit kann man ziehen, dass Nightwish nach dem Weggang von Tarja natürlich nicht mehr die selbe Band ist. Mit Anette Olzon wurde aber eine Nachfolgerin gefunden, die zum Glück nicht ein Tarja-Klon ist, sondern eine ganz andere Stimme einbringt. Und das macht Nightwish für mich zu einer neuen, interessanten und wirklich guten Band. Zwar ein harter Einschnitt aber wirklich gut überwunden. Mir gefällt's. Die CD gibt's übrigens zur Zeit als Doppel-CD, wobei auf der 2. CD das komplette Album als Instrumental-Version vertreten ist. Braucht man zwar nicht unbedingt, aber ist ne nette Idee.

Ergänzung von Udo Glöckner:
Nightwish ohne Tarja??? Nun, diese Frage stellte sich für mich nicht, als ich diese für mich namenlose Band - seinerzeit animiert vom Cover der "Angels Fall First - CD" anno 1997 im Second-Hand-shop "für mich" entdeckte... TEN YEARS LATER... nicht DIE Band...aber
...wir schreiben das Jahr 2007 und viel ist passiert in der Zwischenzeit... Das "Produkt: NIGHTWISH" ist längst Medienkonform in der Vermarktungsschiene angelangt, den Marketingstrategen sei Dank ;-( Doch halt, es ist etwas faul im Staate Finnland... Die "Galleonsfigur" sprich Sängerin Tarja T. ist nicht mehr mit an Bord - vielmehr schippert die finnische Gothic-Metal-Band inzwischen mit einer "schwedischen" Seemanns-Braut als Aushängeschild...
Was mir beim ersten Hördurchlauf der neuen CD nicht aus dem Sinn weichen will... warum um alles in der Welt mussten die Jungs um Tuomas Holopainen sooo... dermaßen dick auftragen...??? Nichts gegen Bombast-Rock einzuwenden (bin da ja kein Kostverächter...) - aber WIE um Himmels Willen möchten die Finnen diesen "Bombast-Supergau" LIVE jemals reproduzieren...??? Die Stimme der neuen Frontfrau ist handwerklich o.K. - auch wenn ihr der Wiedererkennungswert oder "die Markante Erscheinung" ihrer Vorgängerin eindeutig fehlen mag... Aber mit einem dermaßen "aufgeblasenen" instrumentalen Bombast zu agieren...??? Wenn dann, wie auf bereits im Netz nachhörbaren Live-Gigs  die Orchester-Sounds gesampled aus "dem kleinen Casio" kommen klingt das ja fast schon so, als würden sich MODERN TALKING an ALAN PARSONS-Klassikern vergreifen ;-( Also LIVE ist das echt die KATASTROPHE... Was auf Platte noch "wuchtig und eindrucksvoll" daherkommt entblößt sich nach mehrmaligem Hördurchlauf eher als "gelungene Mischung von weitesgehend austauschbarem Gothic-Metal a la WITHIN TEMTATION, LACUNA COIL, XANDRIA und Konsorten..." - Das gewisse Etwas welches NIGHTWISH immer von der Masse ähnlicher Acts abgehoben hat...ist unwiederbringlich dahin... und auch Tarja selbst mag es mit ihrem halbgaren "My Winter Storm" nicht wirklich zu richten...schade... alles hat ein Ende (nur die Wurst hat 2 ;-)... UG

 

Northern Kings - Reborn

Hinter den 'Northern Kings' verstecken sich J. Ahola (Teräsbetoni), JP Leppäluoto (Charon), Marco Hietala (Nightwish, Tarot) und Tony Kakko, (Sonata Arctica), also 4 Sänger des eher heftigeren Metals aus Finnland. Und 'Reborn' heißt die CD nicht umsonst, denn es gibt ausschließlich Cover-Versionen von alten Heulern aus den 80er Jahren. Und diese Versionen sind von genial (Don't Stop Believin' von Journey oder I Just Died In Your Arms von der Cutting Crew oder auch Hello von Lionel Ritchie), ganz nett (We Don't Need Another Hero von Tina Turner, Don't Bring Me Down von ELO, In The Air Tonight von Phil Collins oder Brothers In Arms von den Dire Straits) bis da hätten wir lieber die Finger davon lassen sollen (Ashes To Ashes von David Bowie, Rebel Yell von Billy Idol oder auch Sledgehammer von Peter Gabriel). Ne witzige Idee ist es allemal und wer ne CD kaufen will, auf der man gut die Hälfte auch anhören kann und auch ein bißchen Spaß versteht, kann die Northern Kings ganz ungezwungen mal antesten.

 

Razors Edge - Revelation

Eine völlig neue Band (für mich) aus dem Saarland ist Razor's Edge', obwohl die Band schon 1995 durch Chris Dörrenbächer (Gesang) und Markus Lesch (Drums) gegründet wurde. Die Gründungs-Mitglieder sind immer noch dabei und werden ergänzt von Bassist Jörg Schanding und Gitarrist Ralf Jung. Wenn man sich die Band-Biographie so anschaut, haben die Jungs ja schon mit einigen Metal-Größen auf der Bühne gestanden. Erwähnen möchte ich nur Onkel Tom Angelripper, Vanden Plas, Chinchilla, Sinner, Axxis oder Evergrey. Wenn man dann mal diese 6 Bands nimmt, bei denen sie im Vorprogramm aufgetreten sind, würde ich mal sagen, dass sie musikalisch am ehesten noch mit Chinchilla oder Sinner zu vergleichen sind. Also straighter Hard Rock ohne viel Schnörkel. 'Revelation' (aus dem Jahr 2005) ist die bereits vierte CD der Band und produktionstechnisch ist rein gar nichts auszusetzen. Fetter Sound kann man da nur sagen. Der Opener 'Unfair' haut schon ganz schön rein (fette Gitarre) und etwas herausheben möchte ich bei Razor's Edge vor allem Sänger Chris Dörrenbächer, der, wenn man bedenkt, was für Schreihälse im Metal-Bereich so ihr Unwesen treiben, eine wirklich tolle Stimme hat, die auch im kraftvollen Bereich noch richtig Power hat und eben nicht nur schreit (und manchmal sogar ein bißchen nach Dave Hill von Demon klingt). Aber auch der Rest der Band ist natürlich überdurchschnittlich gut. Noch erwähnen möchte ich, dass die Keyboard-Parts von Günter Werno übernommen wurden, den man ja von Vanden Plas kennt (die Pfalz ist halt nicht weit weg vom Saarland). Mehr Infos über die Band gibt es unter www.razors-edge.de. Dort kann man sich von den Künsten der Band durch Soundfiles überzeugen und natürlich auch die CD für 13 Euro käuflich erwerben. Unbedingt vorbeischauen !!

 

Royal Hunt - Collision Course

Waren die letzten zwei Veröffentlichungen von Royal Hunt ja nicht gerade der Renner (siehe meine Reviews), bin ich von 'Collision Course' doch wieder einigermaßen angetan. Untertitelt wird die CD ja auch mit 'Paradox 2' ... als kleinen Hinweis auf die bis jetzt wohl bekannteste CD 'Paradox' von 1992. Es gab schon wieder einen entscheidenden Line-Up-Wechsel. Sänger John West ist weg und jetzt singt kein Geringerer als Mark Boals, den man ja von diversen Solo-CDs und von Malmsteen kennt. Lustigerweise klingt Boals auch nicht viel anders als John West, passt also hervorragend zum Royal Hunt - Sound. Die hohen Töne singt er halt etwas 'schräger' ... aber bei den Melodie-Linien kann man fast nicht erkennen, dass da ein neuer Mann am Mikro ist. Musikalisch geht's endlich mal wieder in Richtung 'The Mission', also fetter Melodic-Rock mit ein bißchen Bombast drin. Gute Scheibe und Royal Hunt scheinen wieder auf dem aufsteigenden Ast zu sein.

 

RPWL - The RPWL Experience

Und schon wieder ein Line-Up-Wechsel bei der Münchner Prog-Band RPWL :-)) Herr P. aus dem  Band-Namen, also Chris Postl ist mal wieder da, dafür fehlt Stephan Ebner. Somit wären RPWL fast wieder 'komplett' ... nur der 'R' fehlt. Aber wer weiß, vielleicht ist Paul Rissettio ja nächstes Mal wieder dabei. Es bleibt spannend.
Musikalisch bewegen sich RPWL eigentlich auf recht sicheren Pfaden. Der Wiedererkennungsfaktor ist ziemlich hoch, was natürlich sehr stark an dem recht charakteristischen Gesang von Yogi Lang liegt. Insgesamt sind RPWL aber meiner Meinung nach etwas 'elektronischer' geworden (siehe z.B. schon mal den Opener 'Silenced' ... mit knapp 9 Minuten auch der längste Song auf der CD), ohne allerdings die typischen Gitarren, die für mich RPWL so interessant machen, zu vergessen. Klasse Song. Aber auch der Rest ist von hohem Niveau, so dass man auch 'The RPWL Experience' bedenkenlos kaufen kann. Witzig ist in meinen Augen Stück 5 'This Is Not A Prog Song'. Ich weiß zwar nicht, was für einen Anlass es dafür gegeben hat, aber wenn man den Text so durchliest, scheint es wohl mal eine schlechte Kritik für ne RPWL-Scheibe gegeben zu haben. Nett ... :-)
Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage sowie bei MySpace.

 

Signs Of One - Innerlands

Eine neue Band aus dem Hause Unicorn Digital gibt es mit 'Signs Of One', die aus Quebec City stammt. 'Innerlands' ist bereits die zweite CD, das Erstlingswerk wurde unter Eigenregie produziert und verkauft und entzieht sich völlig meiner Kenntnis. 'Signs Of One' ist ein typischer Fünfer, also Vocals, Gitarre, Bass, Keyboard und Drums. Die CD beginnt recht mystisch mit dem 1 1/2 minütigen 'Reverie', das dann fast nahtlos in den nächsten Song 'Innerlight' übergeht. Das läuft ganz flott runter mit guter Rhythmus-Gitarre und mehrstimmigem Gesang und wird zum Ende richtig rockig. Ein wirklich guter Opener. Der Prog-Faktor ist aber noch nicht so hoch. Der folgt aber postwendend, nachdem der nächste (recht kurze) Song 'Frantic Memories' das Thema des Vorgängers weiterführt, mit 'Confusion' mit ein paar hübschen Breaks und Gitarren-Läufen. Hier scheint dann Teil 1 der CD zu Ende zu sein (alle Songs sind bis jetzt ineinander übergeganen und haben jeweils das Thema des vorherigen Songs weitergeführt). 'Wise Man' ist dann ein recht ruhiges Stück mit akustischer Gitarre und Keyboards, das mich am Anfang ein bißchen an Pink Floyds 'Welcome To The Machine' erinnert hat ... aber nur ganz kurz. Der Song wandelt sich zur Hammer-Ballade mit wirklich hervorragendem Gesang und tollem Gitarren-Solo. Alle weiteren Songs (insgesamt sind's 14 Stück) einzeln zu beschreiben, sprengt hier ein bißchen den Rahmen. Nur soviel sei gesagt ... es geht auf höchstem Niveau weiter. Weiteres Highlight ist sicher das Titelstück 'Innerlands', auch eher getragen, super gesungen und fett mit Gitarrensolo veredelt. Zwischendurch rockt es auch ziemlich heftig (=> 'Legends Lives') und progged gewaltig (bei den 2 längsten Songs, die beide knapp 9 Minuten Spieldauer haben). Für mich ist 'Innerlands' von 'Signs Of One' ganz sicher DIE Entdeckung des noch recht jungen Jahres und ich kann Euch die CD nur ans Herz legen. Eine Hörprobe gibt es auf der Band-Homepage (Achtung: PopUp zulassen!!) und bei MySpace.

 

Tiles - Fly Paper

Neues von der amerikanischen Prog-Band 'Tiles'. Habe ich den Vorgänger ('Window Dressing') schon ein bißchen mit Rush verglichen, möchte ich diese Aussage nach dem Hören von 'Fly Paper' noch bestätigen. Nicht nur dass kein Geringerer als Terry Brown das Teil produziert hat (den kennt man ja von diversen Rush-Outputs), nein ... alleine wenn man sich den Opener 'Hide In My Shadow' reinzieht, kommt man unweigerlich darauf, dass die Nähe zu den kanadischen Prog-Göttern nicht abzustreiten ist. Gesang ... voll Rush, Schlagzeug ... voll Rush, Song-Struktur ... voll Rush. Dann der zweite Song 'Sacred & Mundane' ... wer macht als Gast-Gitarrist mit ?? Alex Lifeson. Und wo spielt der sonst ?? Na bei Rush natürlich. Und so geht's grad weiter. Somit wäre eigentlich alles gesagt. Rush-Fans können bedenkenlos zugreifen und dann mal hören, wie ihre 'Götter' gnadenlos kopiert werden ... aber das, und das meine ich jetzt ernst, wirklich klasse. Unbedingt reinhören.

 

Vankers, The - Blackout

Mal wieder was völlig abseits von Prog-Musik. Aus Metzingen (für Norddeutsche: in der Nähe von Stuttgart, für Süddeutsche: in der Nähe von Reutlingen ... für alle: aus der Factory-Outlet-Hochburg wo Boss zu Hause ist) kommt die Band 'The Vankers'. Im normalen Englisch-Wörterbuch ist dieses Wort nicht vertreten ... müsst Ihr also mal selber schauen, was das bedeutet ... ich schreib's hier nicht :-)) ... aber der Name sagt schon ein bißchen aus, in welche Richtung die Musik geht. Gediegener Punk-Rock würde ich mal sagen. Die Band wurde 2004 gegründet und besteht zur Zeit aus Benjamin Richter (Gitarre, Vocals), Ralf Wezel (Gitarre), Philipp Finke (Bass) und Jakob Petzold (Drums), sind alle so um die 20 Jahre alt rum und haben 2007 einen Band-Contest gegen 10 andere Bands gewonnen und durften dafür eine CD aufnehmen. Dies ist dann im Frühjahr 2007 geschehen. Leider habe ich für die CD, auf der 5 fette Punk-Knaller vertreten sind (die Pogo-Fraktion wird sich freuen), keine Bezugsquelle gefunden und auch über die Band-Homepage kann die CD nicht bestellt werden. Aber vielleicht ändert sich das ja noch. Auf jeden Fall ne gute Möglichkeit, sich mal wieder das Hirn durchpusten zu lassen. Soundfiles gibt es auf der Homepage.

 

Voluntary Mother Earth - Unacceptable Vegetable

Endlich habe ich mal wieder was völlig Schräges im CD-Player. Die japanische Band 'Voluntary Mother Earth', bestehend aus Akihiko Hayakawa (Gitarre, Vocals und verantwortlich für alles Songs), Chunko (Bass und Vocals), Shon Mage (Drums und Vocals) und Yoko Iwasawa (Keyboards und Vocals ... mittlerweile aber nicht mehr bei der Band) sind beeinflusst von Frank Zappa (und das hört man gewaltig), Mimi Hendrix, Deep Purple und Led Zeppelin. Sie schrecken aber auch nicht zurück zu behaupten, sie wären auch von Michael Jackson und Willie Nelson beeinflusst worden. Nun gut ... die letzten zwei Namen wollen wir jetzt mal eher verschweigen, denn am ehesten geht die Musik tatsächlich in Richtung Frank Zappa ... genauso experimentell, genauso plötzlich wieder voll melodisch, immer mit einem Augenzwinkern (man beachte nur mal die Song-Titel wie 'Give Us A Tomato', 'I Said Just Water Please and She Gave Me Sprite' oder auch die Penis-Duologie 'Forgive My Penis' (geil hier die Michael Jackson und Britney Spears - Verarsche) und '... And You Got My Penis Hurt'). Hier einen Song herauszuheben, würde diesem 'Kunstwerk' sicher nicht gerecht werden. Trotzdem sei das Stück 'A Story Of The Typical Week Of A Starving Musician' erwähnt bei dem in knapp über 4 Minuten von Disco-Sound bis einem Country-Part alles verarbeitet wird. Man muss die CD wirklich mit einer großen Prise Humor genießen, sonst fehlt einem der Zugang. Aber neben dieser witzigen Art Musik zu verpacken möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass die Musiker absolut ihr Handwerk verstehen. Von harten Rock-Riffs bis zu jazzigen Passagen haben die alles ziemlich perfekt drauf. Ein paar Sound-Files habe ich sogar bei Spiegel Online gefunden. Also einfach mal reinlauschen und dann den Link zu CDBaby nutzen und die Scheibe bestellen. Das ist köstliche Unterhaltung und musikalisch sind die Jungs auch nicht schlecht. Wer auf Zappa steht, sollte sich 'Voluntary Mother Earth' sowieso nicht entgehen lassen. Das sind würdige Erben dieser Art von Musik.

 

Wrong Object, The - Stories From The Shed

Ich habe lange nichts mehr von dem New Yorker Label 'Moonjune Records' gehört und gelesen. Jahre war es still (habe ich doch vor längerer Zeit ein paar richtig interessante Veröffentlichungen wie D.F.A., Finisterre oder auch TriPod besprochen, die allesamt bei Moonjune das Licht der Welt erblickt haben) doch jetzt scheint es weiter zu gehen. Insgesamt waren die Moonjune-Sachen ja eher alle ein bißchen in Richtung Jazz und somit etwas weg vom klassischen Prog-Rock. Und da macht auch 'The Wrong Object', übrigens eine Band aus Belgien keine Ausnahme. Aber da ich aus einigen Zuschriften weiß, dass auch jazziger Gefilde ab und zu gern gehört werden, möchte ich die Gelegenheit nicht verpassen, und Euch diese Band vorstellen. Die Jungs sind zwischen 23 und 39 Jahre alt, haben fast alle Musik-Akademien in Belgien besucht (nur der Bassist hat sich alles selber beigebracht), sind in Jazz-Kreisen hoch angesehen (diverse Jazz-Magazine haben die Musiker schon in den höchsten Tönen gelobt) und haben alle interessante Einflüsse (wobei Frank Zappa und Soft Machine doch recht häufig genannt werden). Und auch wenn's doch eher Jazz-Rock (als Prog-Rock) ist, finde ich die Scheibe erstaunlich gut. Das liegt zum einen an den handwerklichen Fähigkeiten der Musiker (der Drummer Laurent Delchambre ist der Hammer ... was der abliefert ist vom Feinsten, Gitarrist Michel Delville haut ein paar Solis raus, die ein reiner Prog- oder Rock-Gitarrist nicht besser machen könnte, Bassist Damien Polard ist auch ziemlich filigran am Werk und das Bläser-Duo Fred Delplancq und Jean-Paul Estievenart hält sich für Jazz-Verhältnisse genau richtig zurück. Klar, für reine Prog-Ohren dürfte 'Stories From The Shed' nicht unbedingt Jubelstürme auslösen, aber wer auch mal ein bißchen abseits des Prog antesten und abgrasen will und auch von jazzigen Sachen nicht abgeschreckt wird, sollte 'The Wrong Object' auf jeden Fall mal antesten. Mehr Infos über die Band und Soundfiles gibt es auf der Homepage sowie bei MySpace.

 

Zero Hour - Dark Deceiver

Prog-Metal von der heftigeren Sorte gibt es von 'Zero Hour' in Form der bereits 5. Veröffentlichung 'Dark Deceiver'. Die Band um die Zwillinge Jasun und Troy Tipton  (Gitarre bzw. Bass), dem Schlagzeuger Mike Guy und Ex-Power Of Omens - Sänger Chris Salinas kommen aus der Bay Area um San Francisco und wurden in den einschlägigen deutschen Rock-Magazinen mit ihren Vorgänger-Alben ziemlich gut bewertet. An mir ging die Band bis jetzt (leider) völlig vorbei. Was ziemlich schade ist, denn wenn man sich anschaut, mit welchen Prog-Metal-Größen die Jungs verglichen werden (da wird Dream Theater genannt, Fates Warning, Pain Of Salvation oder auch Sieges Even), müssten 'Zero Hour' ja eigentlich voll auf meiner Linie liegen. Nun kann man sicher ein paar kleinere Parallelen zu den Vergleichs-Bands erkennen, doch meiner Meinung nach haben 'Zero Hour' absolut ihren eigenen Stil. Absolut im Vordergrund steht hier die Gitarre von Jasun Tipton, die wirklich oberfett mit genialen Riffs aus den Boxen knallt. Dies gepaart mit mit ziemlich harten und knackigen Drums (die zwar nicht so kompliziert wie Portnoy's Arbeit ist, aber trotzdem ziemlich viele schwierige Parts beinhaltet) und einem äußerst abwechslungsreichen Gesang (von ziemlich böse bis klasse Metal-Sänger) macht die Musik von 'Zero Hour' mehr als interessant. Klar gibt es ab und zu schon ziemlich heftig was auf die Ohren und der Metal-Faktor ist ziemlich hoch, aber auch Prog-Fans mit einer Ader zu härteren Klängen haben bestimmt vor allem an dem über 12 Minuten langen Stück 'Inner Spirit' ihre helle Freude. Tolle Breaks, Tempowechsel, gefühlvoller Gesang zwischendurch ... alles was das Prog-Metal-Herz begehrt, ist hier vereint. Alleine wegen diesem Song lohnt sich schon der Kauf. Aber auch die Frickel-Fraktion kommt voll auf ihre Kosten. Hier wird die Gitarre rauf und runter genudelt, eine kleine Bass-Einlage ('Tendonitis') lässt alle Hobby-Basser blass werden und am Ende der CD steht man da mit offenem Mund und das Hirn ist frei. Die CD ist sicher nichts für schwache Nerven, aber wer die alten Pain Of Salvation - CDs überlebt hat und der Meinung war, dass man da noch eine Schippe an Härte hätte drauflegen können, ist mit 'Dark Deceiver' mehr als bedient. Mehr Infos über die Band sowie MP3's zum anhören gibt es auf der Band-Homepage. Die CD wird am 23.05.2008 veröffentlicht.

 

 

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