Neue CD-Kritiken
Hier findet Ihr die neuesten CD-Kritiken der letzten Updates. Über Musik lässt sich nicht streiten, nur diskutieren. Deswegen bitte bitte keine beleidigenden Mails mehr, nur weil ich Eure Lieblings-CD schlecht kritisiert habe. Das hier ist AUSSCHLIESSLICH MEIN Musikgeschmack (bzw. natürlich der Geschmack meiner Co-Kritiker). Ich halte Euch ja auch nicht für blöd, nur weil Ihr Wolfgang Petry oder Pur gut findet. Schickt mir dann lieber eine Gegen-Kritik als TXT-Datei. Die wird dann selbstverständlich auch veröffentlicht.
Und wer Schreibfehler findet, darf sie behalten !!
Aurora Project, The - Shadow Border
'Shadow Border' ist nach dem Debut-Album von 2005 ('Unspoken
Words'), das ich leider nicht kenne, jetzt die zweite CD der holländischen Prog-Band 'The
Aurora Project'. Bestehend aus Dennis Binnekade (Vocals), Remco van der Berg (Guitars,
Vocals), Marc Vooys (Guitars), Marcel Guyt (Keyboards), Rob Krijgsman (Bass) und Joris Bol
(Drum) machen die Jungs feinsten Neo-Prog und mich wundert ein bißchen, dass ich von der
Band bis jetzt noch nichts gehört habe. Schon der Opener 'Human Gateway' (nicht zu
verwechseln mit dem namensähnlichen Song von IQ) lässt erahnen, was die Band für ein
Potential hat. Feiner Gesang, tolle Melodie ... erinnert ein bißchen an alte Sylvan
gepaart mit Clepsydra (was auch ein bißchen daran liegt, wie Sänger Dennis Binnekade die
englischen Wörter ausspricht). Ein bißchen härter geht es dann bei 'The Trial' zur
Sache (mit ein paar fetten Gitarren-Riffs), da kommt dann ein bißchen Ivory Tower oder
auch Everon durch. 'Photonic Reunion' ist dann wieder etwas getragener und besticht auch
wieder durch den tollen Gesang und schöne Breaks. 'The Confession', fett-dramatisch am
Anfang und in der Mitte auch wieder recht ruhig ebenfalls ein Highlight für den Prog-Fan.
Auch 'Another Dream' und 'Within The Realms' hauen in die selbe Kerbe. Absolutes Highlight
ist aber ganz sicher das über 16-minütige Titelstück 'Shadow Border', auf dem die Jungs
nochmal zeigen, was sie alles drauf haben. Viele Instrumental-Parts, jeder der Musiker hat
seinen Platz in dem Stück und es wird geproggt was das Zeug hält.
'Shadow Border' ist für mich sicher die Prog-Überraschung des laufenden Jahres. Selten
in letzter Zeit so eine gute CD im Player gehabt. Aus der Info der Plattenfirma (The
Laser's Edge) geht hervor, dass Fans von Riverside, Rush, Arena und Porcupine Tree von der
Scheibe begeistert sein dürften. Hmm ... also hier wurden wahrscheinlich einfach mal
pauschal die Prog-Größen genannt um Interesse zu wecken. Die Musik von 'The Aurora
Project' hat aber mit den genannten Bands nicht wirklich viel gemeinsam. Sylvan,
Clepsydra, Everon kommen da schon näher (und das ist ja auch nicht schlecht).
Veröffentlicht wird das Teil am 05.06.2009 und ich kann die CD jedem Prog-Fan nur ans
Herz legen. Richtig tolle Sache. Mehr Infos gibt es auf der Band-Homepage.
Hier mal wieder eine CD weit abseits von Prog-Musik. Den Tip, mir mal David Baron anzuhören, habe ich von einer Freundin, die anlässlich eines USA-Urlaubs den kalifornischen Singer / Songwriter zufällig getroffen hat und mit ihm ins Gespräch gekommen ist. Die selbstbetitelte EP 'David Baron' enthält insgesamt 6 Songs mit einer Spielzeit von 24 Minuten und die Lieder können mich durchweg überzeugen. Würde David Baron ein bißchen promoted und würde er den Opener 'Love Is Just A Lie' als Single herausbringen, wäre ich mir ziemlich sicher, dass der Song durchaus Chancen hätte, im Radio rauf- und runtergespielt zu werden. Tolle eingängliche Melodie, super Stimme. Da können James Blunt und Konsorten einfach einpacken. Auch der zweite Titel 'Standing Still' hat meiner Meinung nach Hitpotential. 'Kids' ist eine wunderschöne gefühlvolle Ballade und auch 'Shadows On The Inside', ebenfalls eine Ballade, ist hammermäßig gut. Etwas flotter kommt dann 'Nothing To Fear' daher und ist das rockigste Stück auf dem Album. Den Abschluss bildet dann 'Say You', wieder ein sehr gefühlvoller Song. Es ist echt erstaunlich, was für Talente im Musikbusiness versteckt sind die nur entdeckt werden müssen. Ich hoffe, dass David Baron bald den Durchbruch schafft, denn wenn man miterlebt, was für Schrott teilweise im Radio läuft und trotzdem hochgepusht wird (und da möchte ich jetzt mal wieder die obergrausame Heulboje James Blunt nennen) und auf der anderen Seite wirklich gute Musiker unerkannt bleiben, ist das fast eine Schande. Mehr Infos über den Mann gibt es unter www.davidbaronmusic.com und natürlich auch auf MySpace unter www.myspace.com/davidbaron. Undbedingt mal reinhören.
Bell Orchestre - As Seen Through Windows
Und hier kommt mal wieder eine CD für Open-Minded Musikhörer. Bell Orchestre machen sicher keine Mucke für die breite Masse und selbst wir aufgeschlossenen Proggies werden am Anfang erst mal den Mund hoffen haben und überlegen, was wir da eigentlich gerade gehört haben. Bell Orchestre, gegründet in einem alten Tanz-Studio in Montreal war zuerst eine Verbindung zwischen Musikern und Tänzern. Irgendwann waren die Tänzer dann weg und die Jungs und Mädels machten von nun an instrumentale Musik ohne visuelle Hilfe. Alleine wenn man sich schon mal die Instrumentenausstattung der Musiker anschaut (Bass, Keyboard, Percussions, Violine, Drums, French Horn, Trumpet, Melodica und Lap Steel Guitar) kann man erahnen, dass es sich hier nicht um leichtverdauliche Musik handelt. Manchmal klingt's wie Filmmusik, ab und zu auch nach Mike Oldfield in seinen älteren (und besseren) Zeiten. Ein paar leichte Anklänge von 'Tubular Bells' usw. sind zwischendurch zu erkennen. Und Song-Längen von 2 bis fast 12 Minuten sagen dann auch aus, dass es ziemlich abwechslungsreich zur Sache geht. Viele Infos gibt es auf der Band-Homepage und natürlich auf ihrer MySpace-Seite. Einfach mal antesten.
Endlich gibt es einen Nachfolger des bereits 2006 veröffentlichen
Blind Ego - Albums 'Mirror'. Und was hier RPWL-Gitarrist Kalle Wallner mit seinen
Mitstreitern Paul Wrightson (Vocals, Ex-Arena), John Jowitt (Bass, Ex-Arena, IQ usw.),
Iggor Cavalera (Drums, Ex-Sepultura) sowie Sebastian Harnack (Bass), Michael Schwager
(Drums) und Yogi Lang (Backing Vocals und auch Produzent) abgeliefert haben, möchte ich
mal als nahezu perfekt bezeichnen. Hat bei 'Mirror' noch ein bißchen die Härte in der
Musik gefehlt, geht es bei 'Numb' teilweise richtig rockig und fett zur Sache. Und, um das
mal anzumerken, auch solche Songs stehen Paul Wrightson richtig gut zu Gesicht. Schon der
Opener 'Lost' haut so richtig rockig rein und zeigt eigentlich eine ganz andere Seite von
RPWL. Auch der nächste Song 'Guilt' glänzt mit ein paar recht metallischen
Gitarren-Riffs. Das Titelstück geht dann teilweise ein bißchen in Richtung RPWL (also
schöne quietschende Gitarre), hat aber auch einen Härtegrad knapp über der Stamm-Band.
Eine Art Ballade gibt es dann mit 'Leave' (sehr schön), und auch das folgende 'Death' ist
im Härtegrad gegenüber den ersten paar Titeln ein bißchen zurückgeschraubt. Dann
wieder ein bißchen RPWL ('Change'), gefolgt von dem ziemlich abwechslungsreichen 'Seek'
(geiles Gitarrensolo!). 'Risk' kommt dann nur mit Gesang und akustischer Gitarre daher
(Wrightson hat schon ne geniale Stimme) aber danach gibt's gleich mit 'Torn' wieder fett
was auf die Ohren. 'Vow' ist ähnlich und Ruck Zuck ist die CD vorbei, denn 'Change
Reprise' bildet schon den Abschluss (das ist auch der Song auf dem Iggor Cavalera
mitspielt), und das könnte wieder auf ner RPWL-Scheibe sein.
Fazit: 'Mirror' fand ich ja schon ziemlich genial, aber durch die Erhöhung der Härte in
der Musik ist 'Numb' meiner Meinung nach noch einen Tacken besser geworden. Muss man
unbedingt haben.
Chicks With Guns - On Your Mind
Endlich mal wieder ein Stück Post-Glamrock aus Schweden (woher denn auch sonst ... das scheint so langsam die Hochburg dieser Musikrichtung zu werden). Chicks With Guns kommen aus Växjö und bestehen seit 2006 und wurde von Gitarrist Teddy Skoglund und Gitarrist/Sänger Karl-Wilhelm Arvidsson gegründet. Seit Neuestem dabei sind dann noch Linus Fritzson (Drums) und Kristoffer Johnsson (Bass). Dann gab es den dritten Platz in einem der größten schwedischen Nachwuchsbewerben (dem sogenannten 'Basement' mit über 60 Bands) und einer Demo-Single sowie einigen Auftritten auf diversen lokalen Festivals. Kein Wunder dass danach eine Plattenfirma auf die Band aufmerksam wurde und mit ihnen eine erste EP produzieren wollte. Und die liegt nun in Form von 'On Your Mind' vor. Die EP beihnhaltet leider nur 4 Songs aber man kann schon deutlich erkennen, dass die Jungs, die sich als 'gutaussehend, dreckig und unflätig' bezeichnen ganz klar Potential in ihrem Genre haben. Der Opener 'Love At First Sight' ist echt eine Glamrock-Hymne vom Feinsten (da bleibt kein Fuß ruhig), 'Bullshit Boulevard' haut in die selbe Kerbe, das Titelstück 'On Your Mind' ist etwas getragen-rockiger und 'Love Is A Game' ist der typische 80er Jahre-Klassiker. Prima gemacht und auch soundmäßig am oberen Level. Wer auf Glamrock steht, sollte 'Chicks With Guns' auf jeden Fall mal antesten. Zu überprüfen auf ihrer MySpace-Seite.
Fourth Mirror, The - Under A Black Sun
Neuer Prog-Metal aus Italien. Und dann auch noch rein instrumental. Das sind The 4th. Mirror, die seit 2006 bestehen. Zuerst gegründet unter dem Namen 'Endanger' (unter diesem Namen gibt es auch schon einige Reviews der CD 'Under A Black Sun') und da entstanden auch die ersten knapp 40 Minuten der CD. Dann gab es einen Line-Up-Wechsel und die restlichen 3 Songs wurden aufgenommen. Und so erblickt 'Under A Black Sun' in einer erweiterten Version und unter dem neuen Band-Namen erneut das Licht der Welt. Und was soll ich sagen ... wow ... selten so guten instrumentalen Prog-Metal gehört. Fette Gitarrenläufe, tolle Breaks und der Gesang wird zu keiner Zeit vermisst. Auf jeden Fall verstehen die vier Jungs (Michele Bertolasi - Drums, Samuel Boggian - Gitarre, Pierangelo Coraggia - Bass und Massimiliano Zaglia - Gitarre, er übrigens zusammen mit Herrn Bertolasi Band-Gründer) was von Musik und beherrschen ihre Instrumente. Viel mehr habe ich über die Band leider nicht herausbekommen. Auch wo man die CD käuflich erwerben kann weiß ich im Moment nicht und habe auch im Internet nichts gefunden. Nur einen Link auf MySpace kann ich Euch bieten. Aber vielleicht findet sich ja bald ein Vertriebspartner in Deutschland, dann könnt Ihr diese Perle auch käuflich erwerben.
Gutzeit, Sascha - Trassenfieber
Sascha Gutzeit ist ein Sänger, Gitarrist und Pianist aus Wuppertal. 'Trassenfieber' ist sein bereits achtes Album und beschreibt in den 12 Songs die Zugfahrt zwischen Wuppertal-Vohwinkel und Wuppertal-Wichlinghausen mit der Rheinischen Eisenbahn. Und das alles ein bißchen in rheinischer Mundart. Und bei den Songs ist von rockig ('Trassenfieber', 'Es fährt kein Zug nach Nirgendwo') bis gefühlvolle Ballade ('Mädchen vom Heubruch') alles vertreten. Und einen Gast-Sänger-Auftritt von Wolfgang Niedecken (BAP) bei der deutschen Cover-Version von Bob Dylan's 'I'll be staying here with you' gibt es noch obendrauf. Und damit ist auch ein bißchen beschrieben, mit was man die Musik von Sascha Gutzeit ein bißchen vergleichen könnte. BAP, Bob Dylan usw. kommt da schon ungefähr hin. Und die Texte sind auch richtig schön und regen teilweise zum Nachdenken an. Wer auf deutsche Musik in Richtung Singer / Songwriter steht, sollte die neue CD von Sascha Gutzeit auf jeden Fall mal antesten. Mehr Infos gibt es auf seiner Homepage sowie natürlich auf MySpace. Produziert wurde die Scheibe übrigens von Andreas Herr, der auch schon mit Reamonn und Such a Surge gearbeitet hat.
Inside Process - Shade The Sun
Etwas gar heftig auf die Ohren geben uns die 5 Jungs von der italienischen Metal-Core-Band 'Inside Process'. Nichts für schwache Nerven und vielleicht auch nicht unbedingt was für verwöhnte Proggies. Aber wer auch mal was agressiveres hören will als Keyboard-Teppiche und wimmernde Gitarren, liegt mit 'Inside Process' nicht so falsch. Als Vorbilder haben die Jungs so Bands wie 'Caliban', 'As I Lie Dying' oder auch 'Killswitch Engage'. Und das sagt eigentlich alles. Ziemlicher fast Death-Metal-Gesang und fette Gitarrenriffs, aber immer wieder in eine Melodie und einen richtig melodischen Refrain mündend. Und über allem thront das brachiale Schlagzeug, das direkt ins Hirn prügelt. Freunde des Metal-Core, der genannten Bands aber auch Leute die In Flames und Konsorten mögen (und ich gehöre da ab und zu mal dazu ... irgendwie müssen die Aggressionen ja raus) können sich Inside Process ruhig mal reinziehen. Oder lauscht einfach mal auf der MySpace-Seite.
Über die Instumental-Band aus Montréal habe ich auf meiner Homepage ja schon zwei Reviews veröffentlicht. Das Erstlingswerk mir fast ein bißchen zu jazzig, der zweite Output schon viel melodischer aber immer noch ganz schön 'fusion' und mit 'Episodes' kommt jetzt die dritte CD, immer noch in Original-Besetzung, und ich bin sehr gespannt, in welche Richtung sich die Jungs weiterentwickelt haben. Und der erste Teil des 3-teiligen und über 30 Minunten langen Songs 'Éléments' sorgt auf jeden Fall bei mir schon mal für ein ziemliches Erstaunen. Klingt der Song zuerst ganz schön nach alte Pink Floyd (vor allem der Gitarrensound) und ist sowas von meldodisch, dass man fast abheben könnte. Einfach grandios das Zusammenspiel zwischen Gitarre und Piano. Der zweite Teil des Songs ist dann schon ein bißchen jazziger (vor allem das Piano) aber ohne irgendwie nervig zu wirken. Und ich hab da ja so meine Schwierigkeiten wenn's zu 'wild' wird. Aber das bleibt absolut im Rahmen und auch der funkige Zwischenteil ist echt klasse. Und Part 3 ist dann fast Prog-Metal vom Feinsten. Geile quietschende Gitarre, treibende Rhythmus-Fraktion und klasse Breaks mit einem Clive Nolan - artigen Keyboardteppich. Super. Somit sind die ersten 30 Minuten schon mal rum und keine Minute war langweilig. Das folgende 'Incident', auch über 8 Minuten lang, hat dann teilweise wieder den Latin-Einschlag, der mir schon auf der ersten CD 'Sphere' gefallen hat. Danach kommt ein kleines Piano-Zwischenstück ('Levant'), auf dem Mingan Sauriol zeigen darf was er drauf hat. 'Purple King', auch schon wieder fast 8 Minuten lang, ist dann auch wieder ein recht interessantes Stück, das ein bißchen an alte Spocks Beard erinnert. Zuerst recht getragen und am Ende ein Orgel-Feuerwerk und ein fettes Gitarrensolo. Die CD endet dann mit 'Racines', und das sind knapp 9 Minuten geiler Rhythmus zum mitwippen und die Jungs zeigen nochmal, was sie an ihren Instrumenten so alles können. Fazit: 'Episodes' ist für mich das bis jetzt eingängigste Werk der Band 'Karcius' und als Einstieg in die Welt der Band bestens geeignet. Veröffentlicht wurde das Teil wieder bei Unicorn Digital, zu kaufen gibt es die CD sicher (bald) bei Just For Kicks und weitere Band-Infos gibt es auf der Band-Homepage sowie auf ihrer MySpace-Seite. Tolle Scheibe.
Eine neue Band aus Norwegen, die in die Fußstapfen von den Szene-Größen Opeth treten wollen, sind das Quintett 'Leprous'. 'Tall Poppy Syndrome' ist das Erstlingswerk der Jungs und das hört sich gar nicht schlecht an. Schon der erste Song 'Passing', immerhin 8 1/2 Minunten lang, überzeugt mich total. Ziemlich getragenes, fettes Stück Musik, das tatsächlich in Richtung Opeth geht, allerdings (und soll ich sagen 'zum Glück'?) ohne die Growls, die man von Herrn Ackerfeldt ja kennt. Ausgestattet mit einer tollen Melodie, geilen Gitarren-Riffs, aggressivem Gesang. Prog-Dark-Metal-Herz was willst Du mehr? Und es geht grad in dem Stil weiter. 'Phantom Pain' haut in die selbe Kerbe. Etwas 'eingänglicher oder einfacher' ist dann 'Dare You' ... fast ein Metal-Kracher. Auch nicht schlecht. Auch wieder ziemlich Opteh-mäßig ist 'Fate', das zuerst ziemlich ruhig und akustisch beginnt und dann in ein fettes Black-Metal-Gewitter mit tollem Gitarren-Solo mündet. Nur geil. Auch die drei folgenden Stücke stehen dem bereits gehörten in nichts nach und am Schluss folgt noch das 'Herzstück' der CD, das 11 1/2-minütige 'White', wo noch einmal die gesamte Bandbreite der Band zum Vorschein kommt. Alles in Allem ist 'Tall Poppy Syndrome' eine ziemlich geniale Scheibe, die mit ihren 63 Minuten zu keiner Zeit langweilig wird. Freunde von Opeth und Konsorten werden ihre helle Freude haben. Allerdings müsst Ihr noch bis 19.06.2009 warten, bis die CD veröffentlicht wird. Aber das Warten lohnt sich. Natürlich haben die Jungs auch eine MySpace-Seite.
Lindenberg, Udo - Stark wie Zwei Live
Nun habe ich ja auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel und in meiner Jugendzeit habe ich öfters mal Udo Lindenberg gehört. Irgendwann ging die Musik aber ziemlich an mir vorbei und ich habe eigentlich nicht mehr weiterverfolgt, was der gute Udo in den letzten Jahrzehnten gemacht hat. Erst mit seinem neuesten Output 'Stark wie Zwei' hatte ich wieder Berührung mit seiner Musik und war ziemlich angetan von der Scheibe. Er hat einfach nichts verlernt. Und dass Udo Lindenberg auch immer noch ein brillianter Entertainer und Erzähler ist, kann man auf der Live-Doppel-CD 'Stark wie Zwei Live' erkennen. Und dass er in den letzten ich weiß nicht geschätzten 40 Jahren wirklich ein paar richtige Song-Perlen geschrieben hat, kann man auf diesem fast Best Of ... Album auch merken. Klar liegt sie Songauswahl hauptsächlich auf der 'Stark wie Zwei' (und auch die Gast-Sänger und Sängerinnen wie Jan Delay, Stefanie Kloß, Otto Waalkes und Helge Schneider, die ja teilweise auch auf der Studio-CD vertreten waren treten auf) aber auch ein paar richtig alte Perlen wie 'Mädchen aus Ostberlin', 'Sonderzug nach Pankow' oder auch die gute alte 'Andrea Doria' dürfen natürlich nicht fehlen. Ich ziehe auf jeden Fall den Hut vor dem Mann, was er in dem Alter noch leistet. Das Konzert gibt es auch auf DVD. Was die bessere Wahl ist? Keine Ahnung.
Martin Maheux Circle - Requiem Pour Un Vivant
Meine Review zum Vorgänger-Werk 'Sibylle' war ja etwas verhalten. Macht Martin Maheux und sein Zirkel (der zu einem Streicher-Quintett angewachsen ist) ja fast Streicher-Musik mit Schlagzeugbegleitung. Und das hat sich natürlich bei 'Requiem Pour Un Vivant' nicht geändert. Also man muss schon ein bißchen Open-Minded sein, um mit dieser Art von Musik warm zu werden. Aber wenn man sich mal an das 'Andere' gewöhnt hat, ist es ziemlich interessant, was Martin Maheux da komponiert hat. Klar geht es eigentlich mehr in die Richtung Klassik, aber nach mehreren Hördurchgängen die ich mir gegönnt habe, könnte man auch auf die Idee kommen, hätte man das alles mit 'normalen' Instrumenten eingespielt, wäre es eine prima Prog-Scheibe geworden. Wer also auch mal das 'Außergewöhnliche' sucht und mal weit ab vom Prog eine intelligente CD anhören möchte, sollte sich mal in die Welt von Martin Maheux verirren und sich diesen Silberling gönnen. Veröffentlicht wurde das Werk natürlich wieder von Unicorn Digital und ... das garantiert wieder einen brillianten Sound ... aufgenommen wurde 'Requiem Pour Un Vivant' in den Trillium Studios von Richard Addison.
Ein ganz neues Pferd im Stall von Unicorn Digital ist die Band 'Nathan Mahl'. Bekanntestes Mitglied der Band ist sicher Guy LeBlanc, der von 2000 bis 2003 ja Keyboarder von Camel war und zusammen mit Andy Latimer die zwei Camel-CDs 'A Nod And A Wink' sowie 'The Paris Collection' eingespielt hat. Die Band 'Nathan Mahl' gibt es schon seit 1981, haben schon Berge von CDs veröffentlicht (die allerdings alle an mir vorbeigegangen sind) und waren auch schon auf dem NEARFest-Festival. Und nach 5 Jahren Pause gibt es jetzt mit 'Exodus' einen neuen Output ... eine Art Rock-Oper (zumindest der Stil deutet ein bißchen darauf hin), die vom 2. Buch des alten Testaments beeinflusst ist. Und so treten die Haupt-Charaktere Moses, Pharao und Gott auf und im Weitesten geht es um die emotionalen Kämpfe derjenigen die sich der Sklaverei entziehen wollen. Musikalisch ist es eine tolle Prog-CD geworden, die ab und zu ein bißchen in Prog-Metal abdriftet aber insgesamt eine Mischung aus Camel-Anleihen, Magellan-Parts (vor allem der Gesang geht voll in Richtung Trend Gardner), Keyboardläufen die fast ein bißchen an die Hoch-Zeit von Rick Wakeman erinnern und Canterbury-Rock. Auf jeden Fall eine gelungene Mischung, die ich jedem Prog-Freund ans Herz legen kann. Leider habe ich von der Band nur ihre MySpace-Seite gefunden und da sind noch keine Sound-Files der Exodus-CD drauf. Aber kann ja noch kommen. Auf jeden Fall gibt es das Werk bei Just For Kicks zu kaufen.
Pain Of Salvation - On The Two Deaths Of Pain Of Salvation (2 DVD / 2 CD)
Dass Daniel Gildenlöw ein ziemlich genialer Kopf ist, habe ich glaub schon öfter erwähnt. Und dass Pain Of Salvation - Konzerte zwischenzeitlich zu den absoluten Highlights gehören wahrscheinlich auch. Und mit dem dicken Paket 'On The Two Deaths Of Pain Of Salvation' kommt mal wieder sowohl ein grandioses Konzert in Form einer DVD bzw. 2 CDs angerauscht, das seinesgleichen sucht. Zwar nicht so theatralisch wie damals die Aufführung von 'Be', aber nicht minder gut. Und dann ist da noch die zweite DVD ... und das ist Kopfkino vom Feinsten. Was sich da Herr Gildenlöw wieder in seinen queren Gedanken ausgedacht hat ... schwierig zu verstehen und auch nach dem fünften Anschauen bleiben noch Fragen offen. Aber um Klassen besser als das übliche 'Making Of ..., das sonst so mit eingepackt wird. Und auch das geschätzte 65-seitige Booklet ist nicht nur prima aufgemacht und für so Packages einfach vorbildlich sondern verwirrt eigentlich noch mehr. Musikalisch wird bei dem Konzert die ganze Karriere von POS abgedeckt, wobei natürlich Songs der neuesten CD 'Scarsick' ein bißchen überwiegen. Was aber wirklich grandios ist und mir beim ersten Hören schon Gänsehaut bereitet hat ist das Stück 'Hallelujah' von Leonard Cohen, das in brilliantester Weise interpretiert wird und ich noch in keiner Version besser gehört habe (und da gibt es ja einige Cover-Versionen davon). Wer auf feinen Prog-Metal steht, kommt an diesem Paket einfach nicht vorbei.
Persona Non Grata - Shade In The Light
Prog-Metal aus Griechenland? Endlich mal wieder was Neues auf meiner Homepage. Denn 'Persona Non Grata' kommen eben da her und machen Prog-Metal vom Feinsten. Gegründet wurde die Band von John Ioannidis (Keyboards) und Chris Gatsos (Gitarre), die auch alle Songs komponiert haben. Und nachdem dann der (wirklich gute und ein bißchen nach Russel Allen klingende) Bill Axiotis gefunden wurde, gab's die Aufnahmen für 'Shade In The Light'. Zwischenzeitlich sind die zwei Studiomusiker Akis Gavalas (Drums) und Chris Vogiatzis (Bass) feste Mitglieder der Band und ich hoffe, dass die Jungs in Prog-Metal-Kreisen bald bekannter werden. Musikalisch gehen sie so in Richtung Fates Warning gemischt mit Symphony X, also teilweise getragener aber fetter Prog-Metal, der sich vor den Szene-Größen (jetzt mal Dream Theater ausgenommen, die einfach eine Sonderstellung haben) nicht zu verstecken brauchen. Richtig angenehm, und das möchte ich nochmal betonen, ist aber echt der Sänger ... so einen Stimmumfang findet man selten in dem Genre. Leider habe ich von der Band keine Homepage gefunden, aber bei MySpace sind sie vertreten. Und bei Just For Kicks kann man die CD bestellen. Prog-Metal-Freunde sollten auf jeden Fall mehr als ein Ohr riskieren. Ich kann die CD nur empfehlen.
Da ist es also, das letzte Konzert von Michael Sadler auf CD und DVD gebrannt. Und es ist ihm sichtlich nahe gegangen. Somit bestimmt für Saga-Fans ein Muss. Objektiv betrachtet stimmt das aber nur teilweise. Klar ist es wieder ein typisches Saga-Konzert gewesen (also ein paar Stücke der neuesten CD die nicht so zünden und der Rest dann ein Best Of... von 'You're Not Alone' über 'On The Loose' bis 'Wind Him Up'), aber gerade das macht die DVD /CD so austauschbar oder unnötig. Denn davon gibt's ja schon etliche Aufnahmen. Und die Bonus-DVD gibt auch nicht wirklich viel her. Ein paar Anekdoten von Gilmour und Crichton über die Anfänge von Saga, ein paar nette Bilder von der Tour und das war's. Für ein Abschieds-Konzert hätte ich mir da ein bißchen mehr erwartet ... vor allem ein bißchen mehr von oder über Michael Sadler. Eigentlich schade ... also erstens dass das Package nicht wirklich was Neues ist und natürlich dass Sadler jetzt nicht mehr bei Saga singt. Aber wie der Nachfolger (Rob Moratti) diesen Platz einnehmen wird, werden wir ja bald erfahren, wenn 'The Human Condition' veröffentlicht wird. Und das wird am 27.03.2009 sein.
CD 1 nach dem Weggang von Sänger Michael Sadler. Und es stellt sich natürlich die Frage, ob Nachfolger Rob Moratti das schwere Erbe seines Vorgängers antreten kann oder nicht. Das ist leider nicht so einfach zu beantworten, denn Saga machen auch weiterhin den selben Stiefel den sie schon 30 Jahre oder so durchziehen. Lustig ist, dass die CD mit einem Instrumental-Stück (The Human Condition) beginnt, so dass man sich zuerst mal langsam an die neue Situation gewöhnen kann. Nette Idee, denn der Song ist voll Saga, nur eben ohne Gesang. Aber dann geht's doch los mit der neuen Stimme und ich muss sagen, dass mir der Gesang von Rob Moratti gar nicht so schlecht gefällt. Klar, ist ganz anders als Michael Sadler aber hat auch einen gewissen Wiedererkennungswert und ist irgendwo was 'Eigenes'. Ich glaube an den neuen Sänger kann man sich gewöhnen, so wie es auch bei Runrig irgenwann mal geklappt hat. Ansonsten ist 'The Human Condition' ein typisches Saga-Album mit allen Höhen und Tiefen. Ein paar richtig gute Songs (z.B. 'Step Inside') und auch ein paar Lückenfüller. Aber schön dass die Band auch nach dem Ausstieg des Frontmanns noch weitermacht.
Simmonds, Mickey - The Seven Colours Of Emptiness
Ich habe mich echt seit Jahren gefragt, was eigentlich der in meinen Augen Ausnahme-Keyboarder Mickey Simmonds (den man ja jahrelang in der Band von Fish und auch bei Camel bewundern konnte) macht. Sein letztes mir bekannte Lebenszeichen als Solo-Künstler war ja die 1996 veröffentlichte Scheibe 'The Shape Of Rain', die hier natürlich empfohlen werden kann. Also habe ich mal ein bißchen im Internet gestöbert und tatsächlich herausgefunden, dass Mickey 2007 eine neue CD mit Namen 'The Seven Colours Of Emptiness' veröffentlicht hat. Musste ich mir natürlich gleich über seine Homepage bestellen und das Teil war sowohl recht günstig (durch den zur Zeit genialen Pfund-Kurs) als auch nach knapp einer Woche geliefert. Und was soll ich sagen ... der Kerl hat nichts verlernt. Im Gegenteil Hört man sich nur mal Song 2 an (Voices) stellt man fest, dass Mickey auch noch ein begnadeter Gitarrist ist. Denn 'The Seven Colours Of Emptiness' wurde mal wieder komplett von Mickey Simmonds selbst eingespielt, und zwar alle Instrumente. Wie es für einen Keyboarder üblich ist, liegt das Hauptaugenmerk natürlich auf seinem Lieblings-Instrument. Aber im Gegensatz zu sonstigen Solo-Ergüssen von Keyboardern (man höre sich nur mal Zeugs von Geoffrey Downes oder auch Jim Gilmour an) ist die Scheibe durchweg melodisch und nicht nur ein rauf- und runtergenudel von irgendwelchen Keyboard-Läufen (unter dem Motto schaut mal wie schnell ich das kann). Im Gegenteil. Die ruhigen Parts überwiegen bei diesem Output (ähnlich wie bei 'The Shape Of Rain') und es wurde viel Wert auf Melodie gelegt. Und es sind ein paar richtig fette Highlights drauf ('Back', 'Open Door', 'Time Waits' oder eben das schon genannte 'Voices'). Schön mal wieder was von Mickey Simmonds gehört zu haben denn der hat mir immer ziemlich gut gefallen. Ich kann hier nur eine Kaufempfehlung abgeben.
Nach längerem Warten gibt es endlich mal wieder einen Output des franko-kanadischen Instumental-Trios 'Spaced Out'. Wer meine letzte Review über die CD 'Unstable Matter' gelesen hat, wird sich die Scheibe ja sicher gleich besorgt haben. Ich fand das Werk richtig genial und bei 'Spaced Out' wird ziemlich klar, dass gute Prog-Musik nicht unbedingt Gesang braucht (zumal viele Prog-Bands durch schlechte Sänger ja eigentlich abgewertet werden). Somit war ich ziemlich gespannt auf 'Evolution' und ich muss sagen, auch diese CD überzeugt mich von vorne bis hinten. Ziemlich groovender Prog-Rock bei dem jeder der drei Musiker ausgiebig zeigen kann, was er an seinem Instrument kann. Und das ist einiges. Über die Fähigkeiten von Schlagzeuger Martin Maheux habe ich ja schon in einigen anderen Kritiken ausgiebig geschrieben, ist er doch auf diversen anderen Scheiben vertreten. Und Gitarrist Mark Trembly zeigt auch wieder mehr als ein mal, was er so alles drauf hat. Bassist / Gitarrist / Keyboarder ( sowie Songschreiber und Producer) Antoine Fafard hat hier mal wieder ein paar ganz tolle Melodie-Linien aus dem Ärmel geschüttelt und ziemlich fett produziert. Veredelt wurde die Scheibe dann von Richard Addison in seinen Trillium-Studios. Und das bedeutet dann auch noch einen richtig brillianten Sound. Zum Glück sind auch auf 'Evolution' die Jazz-Anteile ziemlich wenig bis nicht vorhanden, so dass ich für 'Evolution' an alle Freunde des instrumentalen Prog eine absolute Kaufempfehlung aussprechen kann. Veröffentlicht wurde die Scheibe natürlich wieder bei Unicorn Digital.
Spearin, Charles - The Happiness Project
Was für eine schräge Idee. Da fragt Charles Spearin eine Haufen seiner Nachbarn, was für sie 'Happiness' sei, die erzählen was und über dieses Erzählte wird dann eine Melodie gelegt. So kommen wir dann zu den Aussagen von Mrs. Morris, von Anna, Vittoria, Vanessa, Marisa, Ondine, Mr. Gowrie und nochmal Mrs. Morris. Ich weiß echt nicht, was ich davon halten soll, aber alleine die Idee zu haben ist schon mehr als genial. Vertont wird das ganze dann ziemlich 'happy' (wie auch sonst) mit Gitarre, Bass, Violine, Trompete, Flügelhorn, Harfe, Saxophon und so weiter. Auch wenn man manchmal ein bißchen die Fröhlichkeit von Songs a la Matt Bianco raushören kann, ist das doch was völlig Eigenständiges und eigentlich so daneben, dass es schon wieder gut ist. Sowas hätte ich glaube ich zu Lebzeiten nur Frank Zappa zugetraut. Das Happiness-Project hat auch eine Homepage und auf MySpace sind sie natürlich auch vertreten. Einfach mal reinschauen und sich genauso überraschen lassen wie ich überrascht war, als ich das zum ersten Mal gehört habe.
Them Philosophy - Thought Before Action
Mal wieder ein bißchen was abseits vom Prog. Them Philosophy sind eine Band aus Italien, die schon eine kleine bewegte Geschichte hat. 2005 Gegründet von Ivo de Marco, eigentlich mal Drummer aber jetzt Gitarrist der Band, dann kam Sängerin Elisa d'Andrea dazu, dann Bassist Claudio Angelucci und Drummer Giovanni Cecoli. Es folgten einige Konzerte in Rom (unter anderem im Hard Rock Café) sowie die Aufnahmen zur ersten CD (2006). Im Jahr 2007 begannen sie dann mit den Aufnahmen zu 'Thought Before Action', die dann 2008 veröffentlicht wurde. Zwischenzeitlich gab es noch einen Wechsel an den Drums, denn Giovanni Cecoli wurde ersetzt durch Alessandro Ceccacci, der als Vorbilder unter anderem Jeff Procaro und Tommy Lee hat. Die Band selbst bezeichnet ihre Musik als 'Alternative Rock', aber das ist mir persönlich dann doch zu weit gegriffen. Beim ersten Hören erinnerte mich die CD eher ein bißchen an die 'Guano Apes', was vor allem auch an der Stimme von Elisa d'Andrea liegt, wobei sie noch ein bißchen variantenreicher und teilweise auch aggressiver ist als Sandrai Nasic. Interessant finde ich auch, dass die Texte nicht nur in Englisch sind sondern dazwischen auch immer ein paar Italienische Textzeilen gesungen werden. Das kommt richtig gut. Und würde Elisa d'Andrea auch noch ein paar Growls machen, könnte man ein paar Parts als Black-Metal durchgehen lassen. Insgesamt eine ziemlich interessante Scheibe, die ein paar Hördurchläufe braucht, bis sie so richtig zündet. Aber abseites des Prog auf jeden Fall eine willkommene Abwechslung. Sound-Files gibt es auf der MySpace-Seite der Band. Einfach mal reinhören.
Vezina, Claire - Cyber Neptune
Ein völlig neues Pferd im Stall von Unicorn Digital ist die Sängerin / Songwriterin Claire Vezina. Noch nie von ihr gehört, dabei ist 'Cyber Neptune' bereits ihr viertes Album. Und beim ersten Hören dieser Scheibe kommt mir unweigerlich Michelle Young in den Sinn. Einfach aus dem Nichts aufgetaucht (damals entdeckt von Clive Nolan) und gleich bei mir eingeschlagen. Und so ähnlich ist es auch bei Claire Vezina. Erstens hat sie eine ausgezeichnete bis brilliante Stimme, zweitens beherrscht sie ihr Fender Rhodes und drittens hat sie auch noch ein tolles Händchen für Melodien. Ihre Musik als reine Prog-Rock zu bezeichnen, ist auf jeden Fall falsch, denn vieles geht schon in die gefühlvolle und ein bißchen poppige Richtung. Aber zur richtigen Gelegenheit ist 'Cyber Neptune' einfach DIE CD. Und dann kommen auch noch die französischen Texte dazu, die mich ja als Freund dieser Sprache eh schon mal verzaubern, ist doch Französisch meiner Meinung nach die schönste Sprache wenn es um das Vertexten von Songs geht. Im Internet habe ich gelesen, dass Claire Vezina so eine Art weiblicher Peter Gabriel ist. Ich find's einen witzigen Vergleich, aber wenn man so drüber nachdenkt, könnte man da in Teilen schon zustimmen. Mir gefällt die CD ziemlich gut und ich hoffe, dass Claire Vezina in Europa ein bißchen bekannter wird. Denn hier ist sie glaube ich noch so richtig unbekannt. Mehr Infos gibt es auf ihrer Homepage sowie auf ihrer MySpace-Seite. Unbedingt antesten.
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